«r.86 Erstes Blatt 1S8. Jahrgang Freitag 1V. April 1908 2sSS /5F • 9 s& ,7, "mal w°-d-n,lich /k jWk AA A AA MW AA A A zK Atz. Al AA i-ihrlich M.S.S0: durch ssssss 1H| Air Alt Ar IIIU > AI AAp x.« ^WlVOVllVl ^UljViyvlsaB es? General-Anzeiger für Gberheffen WW gnnalsmr von Anzeigen V • i f u. Land- und „Genchls- °okmmaA"iouh" Hotaflens6ru8 und Verlag dervrilhl'schen Univ.-Vuch- und Slelndruckerei. B. fangt. Nedattlon, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. H° B°" Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. Reichstagsrüüdlick. Noch ehe der preußische Landtag seine Pforten schloß, ist s kc Reichstab in die Ferien gegangen. Man darf ihm die Citcrpaufe gönnen, denn dieser lebten Tage Qual-war groß, las galt nidjt bloß deshalb, lucil fast alle Sitzungen der lebten Woche sich ungebührlich lange hinauszogen, es gilt c uch von der Hitze des parlamentarischen Kampfes. Fiel tckich in die abgelaufenc Parlamentswoche die scharfe Kampagne um die beiden Gesetze, von deren Schicksal das Schicksal «5 Blocks, das Schicksal des Regimes Bülow abhing, um les Vereins- und um das Börsengesetz. Seil den Tagen bt» Zolltarifkampfes hat der gelbe Saal des Wallothauses jo erregte Szenen, so stürmische Ausbrüche politischer Reiben» jdjajt nicht gesehen, wie bei der zweiten und dritten Lesung dieser beiden Standardgesetze, die einander auf dem Fuße folgten. Man mag über den Block denken, wie man will, bed eine ist gewiß: der Block steht fest. Rach dieser Be- kiitungvpcobe darf man uon ihm mit vollem Fug und mit icnet Sicherheit, tue in politischen Dingen überhaupt möglich iss, sagen: er wird im Herbst ebenso arbeitsfähig sich erweisen iv le bisher. So schwer es gehalten hat, Rechte und Linke auf einer gemeinsamen Plattform bei Fragen, in denen ihre Müschen lleberzeugungeii so divergierten wie beim S3er> ■:ins- und beim Bör,engesetz, zu bereinigen, so stark ist das icnd, das sie jetzt aneinander fettet Nachdem beide Politiken Gruppe.i OkC Gutschlußkraft bewiesen haben, das, was ne auüj prinzipiell trennt, hinter der politischen Zweckmäßig- LU uno Nouvendigkeit zuruckzustellen, steht es außer Zweifel, .ag sie auch in anderen minder prinzipiellen Fragen, wie > Ä. bei der Reichssinanzrefor m, vereint marschieren werben. Fürst Büloio kann mit dem Ergebnis dieses parlamcn- LÜschen Winters trotz aller kritischen Momente zufrieden ;cin. Es war alles in allem genommen für ihn lein „Winter aes Mißvergnügens", und die Empfindung, die den Kanzler jetzt beseelt, darf auch das deutsche Bolt teilen. Jetzt dar, dim es ja sagen: der deutsche Liberalismus ist es, der bisher en tzauptvoneil von der Blockpolitik gehabt hat. Veretns- jesetz und Börsengesetz sind trotz ihrer Einschränkung durch nompromisse liberale Gefolge, wie man sie sich noch vor reuigen Monden nicht hatte träumen lassen. Urch Erfolge, gegen einen so gefährlichen, so zähen, |o rücksichtslosen Gegner, wie das Zentrum, errungen worden sind. Aber auch abgesehen von diesen Borlagen, die dem Libe- lalismus auch bei den bevorstehenden Landtagswahlen je labe gegenüber den Nörglern aus dem eigenen Lager recht jt legen loinmen, hat die abgelaufene Woche einige gesetzte serische Taten gebracht, die vom liberalen Standpunkte ■Ho nur begrüßt werden kennen. Dahin rechnen wir in erster ■ “nie den Gesetzentwurf über den Po st sch eckv er kehr, .■ i: für unseren Geldumlauf und für unsere voikswirtschast- Beiäiigung außerordentliche Wtriuug zu haben ver- B ipnidjt. Prinzipielle Einwendungen wiro man vom libe- E «i-len Standpuntt auch gegen die eben verabschiedete Münz- ;c|"c£nobelle nicht erheben können. Das 2ö P,emng- ! !Mk, das sie einführt, ist nicht nur in konservativen Streifen, | lonbern auch in liberalen zum Teil recht dringend verlangt ««den, uno die Erhöhung der Silberquote auf 20 Mart H beulet bei dem neuerdings feierlich vollzogenen Verzicht « än deutschen Bimetflllistenupostet auf ihre Doppelwährungs- s*inc leine Gefahr für nufer Münzsystem. Die Debatte $ '^-r die Schis fahr ts ab gab en mag weniger erfreu» ■Jiue Eindrüne yulterlassen, insofern, ais außerdem den w'. ucksliberalen die übrigen Parteien mehr ober minder laue E> unentschiedene Erklärungen in dieser Frage abgaben. hier Landesinterejseu reujt start in Ftmge kommen, haben -»h einzelne Gegner der SchisfahrtSabgaven sich zu einer ^sichtigen Stellungnahme gedrängt geglaubt. Mit einem 11 i ireuüchen Ausblick au, den kommenoen Sefsionsavschllitt diese Klitterung der letzten Neichslagswoche geschloffen. I’ Weingesetz, eine alte Forderung deS deutschen Wein- Mts, wird in diesem Sommer zur Spruchreife gedeihen, ^inn es auch erst in der Herb,Ises,ion der Volksvertretung verbreitet werden soll, so hat die Regierung doch das ernsl- Ce Versprechen abgegeben, die Vorlage wahrend der :ainmerpaufe beratungsreif zu machen. Und so darf man Jiii einem Gefühl der Befriedigung die Rechnung aufmachen, i18 uns die bielverspottete Blockpolitik Bülows beschert Hal. Seit langem ist eine Wintertagung nicht so fruchtbar an Wrießücyer gesetzgeberischer Arbeit gewesen, wie diese, und langem hat feine Tagung so erfreuliche Ausblicke in die Munft eröffnet Ootttißche Lagesßcharr. Slaatöburgcrliche Freiheit und kirchliche Gewalt. Der Bischof von Rottenburg (Württemberg) hat 10 h Vorgang der bayerischen Bischöfe famtüchen Geistlichen iwer Diözese jede fernere Mitarbeit an nichtkatho- 'I^chen Fettungen und Zeitschriften ohne bischöfliche rfaudnis durch einen Erlaß verboten. Man sieht also, 1 sich jetzt die Fülle häufen, in denen die kirchliche Gewalt Äolische Geistliche, die nicht dem Zentrum angehören, falt- ^llen bemüht ist. Der jungliberale Verein Bayreuth ,Q * 1 nun in einem bestimmten Falle, in der Angelegenheit des ^btjchofs von Bamberg gegen den Pfarrer Tremel, sich an ^Aechtsfakultäten sämtlicher deutschen Universitäten mit dem Mruf gewandt, durch Klarstellung des Rechtsstandpunktes in i'eer Sache die Grundlage für den ihm aufgezwungenen um die Freiheit deutscher Staatsbürger aller Kon- ^onen zu schassen. Der junghbcralc Verein Bayreuth hat Vertrauen, daß diesem Ausruf um so williger Folge ge- lculel wird, als es sich hier Nicht nur um die Verteidigung deS hohen Giites der staatsbürgerlichen Freiheit gegen kirch-1 liche Gewalt handelt, sondern auch gerade um die eigene Sache der deutschen Universitäten, die nicht selten unter den Gewaltakten der ultramontanen Uebermacht in letzter Zeit schwer zu leiden gehabt haben. Der Verein hat ferner beschlossen, den ihm aufgezwungenen Kampf bis zum Ende durchzuführen. parl<"»mceitarifd>es* Schluß des pieußischeu LauotageS. Das prenp. AbgeoronetenhauS erledigte in feiner gestrigen letzten kurzen Sitzung nur noch Petitionen. — Das Herrenhaus nahm den Nachtrags-Etat für die Teuerungszulagen unverändert an und erledigte Rechnungssachen sowie Petitionen. Nachmittags fand in Gegenwart sämtlicher in Berlin anwesenden Stautsmiiiister die gemein» fame Schlußsitzung beider Hauser des Landtages statt. Mi- nisterpräsidetit Fürst Bülow verlas die Königliche Boi- schasl, durch die der Lanotag geschlossen loirD. Der Präsibent bes AbgeorbnetenhauseS v. Kroch er brachte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus, in bas die Anwesenden begeistert cinftimmten. Berlin, 9. April. In der heutigen Sitzung des Bundesrates wurde dem Entwurf des Vereins» gesetzes in der vom Reichstage beschlossenen Fassung und dem Entwurf des Gesetzes, betr. die Aenderung des B ö r s e u g e s e tz e s in der vom Reichstage befchlo,senen Fassung bie Zustimmung erteilt. Dresden, 9. Aprck. Sichereni Vernehmen nach ist heute nachmittag ein Kompromiß in der Wahl» rechtsaugelege uh eit zu,:aube getonimen. Auf welcher Basis dieses Kompromiß, mit dem die Wahlrechtsdeputation nach langem Kampfe vor bie Regierung treten wirb, sich bewegt, baruber wird zurzeit seitens der Deputatioiis- mitglieber noch Stillschiveigeii beobachtet. Es wird aber angenommen, baß bie. Nationalliveralen in Bezug auf bie Wahlkreiseiuteilung ben Wünschen ber Konservativen entgegengetommen finb. Deutsches Ueich. Stuttgart, 9. upr.t. Di.r „^aatsanzeiger" zeigt heute ben Rücktritt des Finanzminiiters Dr. v. Zeyer au. Zu feine*'* Nachsoiger wurde d:r bisherige Präsident der d)vf-Domäneutamvier v. Geßner ernannt Gleichzeitig veröffentlicht ber Staatsanzeiger ein Hanbelsschreiben des Königs an Dr. v. Zeyer. Die „Germ." ver,uyert, baß bas Ausscheiben des Reichstagsabgeoroneten Gröber aus bem Aus- sichtsrat ber Aklüllgesellschast Germailia „mit bem Prefse- )lrei£ in gar keiner Verbindung steht" Zu dieser Meldung bemerkt die „Voss. Ztg.": Mr haben alfo bie „Germ." zu hoch eingeschatzl, wenn wir annaljmeu, j.e habe sich nachträglich daraus besonnen, was sie ,ich und chrem Ansehen gegenuoer Herrn Grober schuldig sei. Hamburg, 9. April. Dw Hamburger Polizei hat eine Versammlung der Freideniergesellschaft, in der über das Thema „Klassenkampf uno Kirche" rejerien werden sollte, verboten. AustanS. Wien, 9. Aprck. Rs Jubiläums des Kaisers werden außer Slaijec Wilhelm folgende deutsche Bun- bcsiürsten in Wien eimrehcii: Prlnzregent Xluiipvib von Bayern, öle Koiiige von Sachsen und Wurtiemoerg, bi'c Großherzoge von Baden, Aiecklenburg-^xl/werin uno Olüenourg, die Herzöge von Anhalt und Sachien-Kvvurg-Golha und die Fürsten von ^ü-aum- Vurg-Llppe und Lippe-Detmoll>. Paris, 9. April, -uu jammer napm die Herabsetzung der HebungS-eiten der M annfchasten des Beurlaubten st andeS an. Danach wiw die Dauer der ersten Reserveübung aus 23 Tage, bie ber geeiten auf 17 Tage und die ihr Lanowehvübung auf neun Zagt feftgeic&t London, 9. Apriü „Newyork World" meidet, Roosevelt plane eine militari ich e Gxpcbilivn gegen Venezuela. Teheran, 9. April. Hier wurden fünf Angestellte eines Eie ttrizitätsw er ks verhaftet, bas einem gestellten Peri er gehört. Sie sind dringend verbach.ig, das Bomvenattenlat ans ben Schah verübt zu haben. Man glaubt diesmal besttiumt, die loirliichen Vlttentuier gesaßi zu haben. _________________________________________________________ Sitzung Oer SSa-tverorSuete«. Giepeii, j. Uf/twi 1908. Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, bie Beigeordneten Keller und Georgi; die Siaowerordnelen: Dr. Biermer, Brück, Dr. Ebel, Eichenauer, Emmelius, Fader, Grünewald, Dr. Guisteifch, Havemcht, Tr. Haverlorn, yaubac^, yeichelhenn, Helm, Huhn, Jann, Jughardt, Kiunun, Ueib, Köber, Koos, Orvlg, Blank, Schatz- naeöt, Lrov, WallemelS, Dr. 'Luunmenauer und Wum. Gehaltsausbefseruug und Dienstordnung der Beamten. Von bem Verein )£ a u 111 u, e r Beauiren, ber übrigens nach Mitteilung bes Vorsitzenden nicht alle städtischen Beamten uinfayt, ist anläßlich ber bejujionenen Gehaltserhöhung uno ber neuen ^ieii|iorouung eme Eingabe an bie Siadrverordneien uno bie Bürgermeisterei gcriuuet worden. Sie wird uiujt verlesen, weil sie jeoem toiaoioer» ordneten zugegangen ist. Stadtv. Dr. Biermer verliest dazu solgenbe Erklärung: Die Eingabe bes Vereins stäbtischer Beamten vom 5. b. Mts. zersällt in Mei Teile. Sie beschäftigt sich erstens mit ber am 26. März b. Js. bewilligten Gehaltsaufbesserung und zweitens mit ben noch nicht zur Verabschiedung gelaugten Satzungen über bie Dienstverhältnisse Dir Kvmrnunai- beamten. Es ist ganz selbstverstänblich, baß ben stäbtischen Beamten das Petitionsrecht nicht verkümmert werden soll, aber es muß boch auffallen, baß hier ber Beamtenoerein ber stäbtischen Verwaltung gegenüber wie ein gleichberechtigter Faktor auftritt, Beschlüsse bes Stabtverorbnetenkollegs, die in geheimer Sitzung und einmütig gefaßt worben finb, einer scharfen Kritik unterwirft unb eine „Nachprüfung" ober, was dasselbe ist, eine Umstoßnng bes eben erst Beschlossenen forbert. Dies Verfahren ist um so anfechtbarer, als bie Eingabe nicht nur an bie Stabtverorbnetenverfammlung, säubern auch an bie Bürgermeisterei, also an eine vorgesetzte Behörbe gerichtet ist. Es wiberspricht das durchaus geioissen Gewohnheiten, wie sie sich aus dem Dienstverhältnis der Beamten von selbst ergeben. Ob eine Angelegenheit geheim unb vertraulich beljanuelt werden soll ober nicht, darüber zu beschließerk, steht allein der Sladtverorbnelenversammlung zu. Andere Personen und Personengruppen sind diesen internen Angelegenheiten gegenüber unzuständig. Besonders gilt das aber von solchen Personen, bie an ben Beschlüssen unmittelbar finanziell interessiert sinb. Nicht weniger ausfalienb ist ber Passus der Petition, in bem es heißt, baß „viele Stabtverordnete stets — b. h. also auch heute noch — ben Standpunkt vertreten haben, baß bie Gehaltsaufbesserung unter allen llmstänben rück- roirfenbe Kraft bis zum 1. April v. Js. haben müßte". Es ist mir nicht bekannt, wer bie „vielen Siabtverorbneten" sind, und ob jene Kollegen irgendwelche Zusagen gemacht haben, jedenfalls deutel der petilionicreubc Verein an, daß jene Stadtverordneten nachiräglich umgefallen sind; beim, wenn bie städtischen Beamten, Die bem Vereine angehören, so genau wissen, was in den geheimen Sitzungen beschlossen woroeu ist, so werden sie auch gehört haben, daß unsere Beschlüsse, die sie kritisieren, m Kommission unb Plenum einstimmige waren. Auch die weitere Kritik unseres Verhaltens verdient die schärsste Zurückweisung. Wir Haden ben Beamten eine Gehaltsaufbesserung, bie bis zu lö Proz. geht, bewilligt unb bie Witwen- unb Waisengelder ganz eiljebiici) anfgevefsert. Zum Danke basüx wirb uns borgeiuoi^en, daß „die Unstimmigkeiten unb Härten in ber Gehaitvuormierung unb Klasseneinteilung bavurch noch fühlbarer geworden seien." Indem wir der Gehaltsordniing eine ruetnürfenbe ftraft von einem halben Jahre gegeben haben, haben wir ein weitherziges Entgegenkommen gezeigt. Es gab Kollegen, bie bie riiümirteiibe straft für gar nicht nctioenuig erachteten. Trotzdem kam ein einmütiger Beschluß zustande. Auch bie weitere Foroerung, man joilc Beamtenaus- schüsse einfetzen unb ihnen bie geplanten Vorlagen zugängig machen, enthält eine bollpänoigc Verkennung bes Beamten- verhällnifses. Solche Aus,chüfse sind bei Lohnarbeitern unb nicht fest angefiellten Personen wertvoll unb am Platze, aber nicht bei wirklichen Beamten. Man sollte sich ernjiiiuj hüten, solche Nebeuinsianzen unb Nebenregierungen ins Leben zu rufen. Schließlich arten sie in bie Gewährung eines Koall-» tivnsrechts aus, unb biefes Rechi widerspricht allen gesunden Grundsätzen der Beamteubisziplin. — Der zweite und mnsangreichere Teil ber vorliegenben Petition beschäftigt sich mit einer Vorlage, bie, wie bie Petenten wissen, für geheim erklärt woroen ist. Ob bie Geheimhaltung richtig i|i ooer nicht, lasse ich uuuntersucht. Ich persönlich bin gegen Oie Geheimhaliung, wie überhaupt gegen jebe überflüssige Geheimnistuerei. Sie hat gar keinen Zweck. Aber ber „Verein stäbtischer Beamten" müßte wissen, daß er seine Kenntnis von bem für vertraulich erklärten Satzungsentwurf nur einem groben Vertrauensbruch verdankt. Uno es ist ein starkes Siuck, wenn Beamte ber vorgesetzten Behörbe — ich meine unsere Bürgermeisterei — aus Grund eines solchen Vertrauensmißbrauchs in einer gedruckten Eingabe Vorhaltungen zu machen sich erlauben. Ich halte dies Verfahren für birett bienftmibrig unb würde tiichis Dagegen emzuwenben haben, wenn man sämtlichen 74 Petemen eröffnete, baß bie Bürgermeisterei ihr Vorgehen als nicht im Einklang stehend mit ben Verpflichtungen eines Beamten erachtete. Gerabezu beleibiguiiü ist ber Vorwurf, bie Bürgermeisterei unb unser Kollegium wollten wohlerworbene Rechte unb Anwartschaften bqetLgcn. Es wiro uns ber Versuch eines Rechtsbruchs, an ben kein vernünftiger Mensch bis bato gedacht hat, enigegengeschleudert. Wir können wohlerworbene Rccyie, selbst wenn w:r wollten, nicht verletzen. Wohl aber ist es sehr zweckmäßig, Beamte, bie sich noch nicht bewährt haben, auf Moerru, anzustellen. Wenn es in Der Eingabe heißt, „es liege zweifellos im Jniereffe Der StaDtverwaltung, einen tüchtigen BeamtenstanD Dauerno zu besitzen", so ist bas freilich burchaus zutresfeiib. Es liegt aoer ebenso im Interesse ber Staot, untüchtige Beamte* micber loszuwerben, unb Da|ür brauchen wir Die Probezeit, bie Wiberruflichkeit in gewissen Grenzen unb unter Umstänben eine Disziplinargewalt. Auf biefe Rechte tänn lein öffentlicher Organismus oerzichteu. — Im übrigen beoürfen wir keiner Belehrung barüber, wie weit wir besieyenoe Verträge einzuhalten unb Die Verletzung wohlerworbener Rechte zu üermetoen haben. Darüber haben Die Gerichte unD Die AufsichtsbehorDen zu wachem Nach Diesen Ausführungen komme ich zu folgenbem Antrag: „Die Stabtverorbnetenversammlung „möge beschließen. Die Eingabe Des Vereins st ä D i i s ch e r Beamten vom 5. April D. I. „als ungehörig zu erklären unb über sie „zur TagesorDliung üderzugehen." Diese Erklärung wird verschieDeniiich von zusiimmenben Aeußerungen begleitet Stabio. Krumm ist im großen ganzen mit bem In- halt bet Erklärung einverstanben unb bezeichnet bie Eingabe als ein Unrecht gegen bie Versammlung. Man sei bei Den Gehaltsaufbesserungen Weiler gegangen, als viele angesichts Der Lage Der Bürgerschaft hatten gehen wollen. Er sewst habe übrigens gegen Die Gehaltserhöhung Der vier obersten Beamtenklaffen gestimmt Er stimme Den Aeußerungen Des tztadtv. Dr. Brermer nur insoweit nicht zu, als fw das Koalitionsrecht der städtischen Beamten beträfen, für das er jederzeit eintrete. Menn in der Eingabe von den Lehrern gesprochen werde, könne er nur sagen, daß die Lehrer bereit seien, mit den Beamten gleichgesteift zu werden. Tie Ein- aabe zeuge von geringem Erkenntnis der allgemeinen wirtschaftlichen Lage der Steuerzahler und die Bewilligungen würden, wenii sie int allgemeinen bekannt geworden seien, mohl von vielen als zu weitgehend bezeichnet werden. Stadtv. Löb er ist mit den Ausführungen des ötabtö. Dr. Biermer völlig einverstanden und meint, man solle ohne weitere Debatte dessen Antrag zustimmen. _ Die Versammlung nimmt den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung einstimmig an. Omnibus und elektrische Bahn. Wie Stadtv. Grünewald ausführt, hat die Generalversammlung der Omtubusgesellfchaft beschlossen, den Fahrpreis von 10 aus 15 Psg. zu erhöhen, was auf Grund der besiehenden Verträge von der Stadl zu genehmigen ist. Im Aulsichtsrat war man über die Erhöhung verschiedener Meinung, er selbst war dagegen, weil er burd) die voraussichtlich eüurelende Alinderüequenz eher eine Verringerung wie eine Steigerung der Einnahme erwarte. Ferner solle die stadl das Deftzll des letzten Jahres in Höbe von etwa 7800 Alk. übernehmen. Es ist hervorqern'en durch die teueren haierpreise, sowie durch die außerordentliche Abnutzung des lebenden und toten Inventars iniolge des üblen Zustands des enaßen» Pflasters. Ferner habe die Gesellschast beschlossen, die Ltadt davon zu benachrichtigen, daß spätestens bis 1. Oktober 1909 der Betrieb eingestellt werden müsse. Er könne nicht weiter geführt werden mit Rücksicht aui den Zustand des Inventars, sowie wen bis dahin das Gesellschaitskapital aufgebracht sei und bei weiterer Fortführung des Betriebs die gesetzliche Haftpflicht der Genossen in Anspruch genommen werden müsse. sDlan teile dies jetzt schon mit, weil bis dahin weiiigstens eine Lime der elektrischen Bahn fertig sein könne, wenn der Bari nut allem Eifer betrieben würde, ,voran fa nicht zu zweifeln sei (Heiterkeit). . Leig. Georgi ist der Ansicht, daß man daS Defizit übernehmen müsse. Die Fahrpreiserhöhung halte er sür keinen glücklichen Gedanken, sie werde wohl kaum höhere Einnahmen bringen. Hebet die evtl. Einstellung des Betriebs solle man nach ferner Meinung heute nicht beschließen. Es sei wohl nicht möglich, bis zu dem angegebenen Termin die elektrische Bahn zu bauen, ivas an dem Zustand der Straßenherslellung liege. Weirn man den DnmtbuSbetrieb emstelle, bevor die elektrische Bahn gebaiit sei, werde das Fehlen des Verkehrsmittels unliebsam empiunden werden. Er sei der Ansicht, daß mit der Ankündigung der Belriebseinstelluug ein Druck aus die städtischen Behörden ausgeübt werden solle, die Bahn bald zu bauen. Aber auch ohne diese Aussicht werde dies so wie so geschehen. Stadtv. Grünewald wiederholt, daß über die Betnevs- einftellung noch kein Beschluß zu fassen sei. Es sei richtig, daß man mit ihrer Ankündigung einen gewissen Truck ausuben wolle, aber keinen illoyalen. Die Absicht der Betrieoscinstellung sei ge- r.cktfertigt, die Omnibusgesellschast könne nicht mehr aufrecht er- iten werden, weil man den Genossen nüfn Minuten könne, außer u;ren Antellen auch noch die gesetzlichen Hanpstichweitt^ge zu ver- lieren. Außerdem würden bei einem Welteroetrieb über den alt- gegebenen Zeitpunkt hinaus die Ausgaoen und damit das Dejiztt noch größer werden. Was die beabsicytigte Fahrpreiserhöhung aw belange, so sei die Meyrheit des Aufjichtsrates — zu der er nicht gehört habe — der Ansicht gewesen, daß deshalb nicht weniger gefahren werde, well sich ein gewisses Stammpublikum heran- gebildet habe, das wegen der Erl-öhung den Omnibus nicht meiden werde. Der Oberbürgermeister weist daraus hin, daß die Stadtverordneten wiederholt schon beschlagen hatten, zu verhindern, daß die Genossen der Omnibusgesellschast üoer ihren Äntell hinaus herangezvgen würden. Er bittet weiter um Auskunft, ob die im Voranschlag stehenden 3000 Mk. Zuschuß in den 7800 Ml. Defizit enthalten seien. Stadtv. Lö ber weist daraus hin, daß eine stattliche Minorität nn Aussichtsrat gegen die Erhöhung gewesen sei. Mit dem Beschluß, 1900. den Bettieb einzustellen, hoffe man zu erreichen, daß endlich die Arbeiten für die elektrische Bahn ernstlich in Angrig genommen werden. Man solle nach Professor Dr. Sommers Vorschlag jetzt wenigstens eine Linie vom Hauptbahn Hof durch die Stadt in Angriff nehmen. Mit der bevorstehenden Pilasterung dcL Straßen müsse unbedingt die Legung der Schienen für diese Linie erfolgen. Er sei für baldige Jnangriifnahme der elektrischen Bahn und meine, wenn man für den Omnibus 10 000 Mk. Zuschuß gebe, könne man für die elektrische Bahn ganz gut 10 000—12 000 Mk. Zuschuß aus der Stadlkasse geben. Stadtv. Haubach i)t für die Deckung des Defizits, aber dagegen, daß wettere Gelder ilir neue Wagen usw. ausgewendel werden. Er sei trotz des allseitigen Willens, die elektrische Bahn bald zu bauen, davon überzeugt, daß man am 1. Oktober 1909 sie noch nicht haben werde. Das Sorniner'sche Projekt sei zurn- ieil ganz gut, aber wenn es, wie Pros. Sommer meine, in zechs Jahren ausgeführt werden solle, werde man mit einem Zuschuß von über 100 000 Mk. zu rechnen haben. Gegenüber dem Stadtv. Löbep (der auf das Anervielen einer Firma, bie Bahn für 400 000 Mk. zu bauen, in der seinerzeitigen Bürgervereinsversammlung im Leib'schen Saal hingewiesen hatte), wolle er bemerken, daß eine Gesellschaft doa) auch nur die Bahn bauen werde, wenn sie ihre Rechnung dabei finde. Wenn gebaut ivetbe und die Stadt das Defizit zu tragen habe, solle man die Sache doch selbst machen. Gegen eine Erhöhung des Omnibus-Fahrpreises habe er nichts, wenn der Fahrpreis üt 2 Zonen verschieden sei. Vielleicht könne manchen Markt als Grenze nehmen. Stadtv. Troß bemerkt, nach seiner Kenntttis seien die 3000 Mk., die als Zuschuß im Voranschlag stehen, nicht in den 7800 Mk. Defizit einbegriffen. . Stadtv. Wallenfels schließt sich den Ausführungen des Berg. Georgi an, daß man das Defizit übernehmen müsse um> erwartet von einer Erhöhung keine Mehreinnahmen. Stadtv. Krumm spricht sich ähnlich aus und verweist auf die schlechten Erfahrungen, die man in dieser Hinsicht bei der Bahn mit der Fahrtartensteuer gemacht hat. Im übrigen meine er, daß der Obervürgerineiiter keine rechte Freude an der elektrischen Bahn habe, wenigstens keine solche, wie beim Theatervau. (Heiterkeit.) Man solle wenigstens einmal eine Linie batd bauen, bann werde man sehen, wie sich die Sache finanziell madje. Gleichzeitig fragt er an, wie es mit den Hausanschiüisen stehe, da doch deren Fertigstellung mit der Pflasterung der Straßen in iunigcin Zufammenhang stehe. Der Vorsitzende erwidert, daß die Frist sür die Anschlüsse bis aus wenige gewährte Ausnahmen abgelausen sei und man die Säumigen dem Amtsgericht zur Bestrasung ang^eigt habe. Tie Vorarbeiten für die elektrische Balm seien soweit gefördert, daß er bis Zuni ober spätestens Juli der Versammlung hierüber Vorlage zu machen hoffe. Stadtv. Tr. G u t f l e i s ch teilt die Anficht derer, die den Omnibusmhrpreis nickst erhöhen wollen. Was die Meinung betreue, baß bte Stammgäste die Fahrgelegenheit beshalb nicht weniger benutzen wurden, so sei dies ja möglich, aber die Haupteinnahmen brachten hoch die Massen, die den Omnibus benutzten. Es sei ja viel such üblich, die Stammgäste schlecht zu behandeln, aber bei einem solchen _ Unternehmen halte er es nicht für angebracht. ^jedenfalls müsse man das Unternehmen halten, selbst wenn es die erlabt etwas koste. Bezüglich der elektrischen Bahn sei er ber ..icinung, wenn man nicht damit ansänge, werde man nicht fertig. Man müsse jetzt energisch der Sack)e näher \ vafc’ ™an blc kommisfariscksxn Arbeiten ei|ng pfnh-Phm im ^-ublikiim cme geivisse Beruhigung den ,->arkgang der Vorarbeiten müsse von Zett de richtet werden. Er sei daraus gefaßt daß cincc /olche Verbesserung der ganzen Be/kehrch oerhaltnisse und eine Hebung der Bedeutung der Stadt selbst be- teSi erreicht wero. n Änne, lieber die Höhe -?u werden, sei schon etwas wert. Er bitte Pßji Oberburgeruieister, eine Kommiss um zu bilden, uild baldigst Der Hauptgewinn b c r 9Jt a r t e n b u r Bis zum Ersa;einen bec in Höhe von GO 000 Mk. fiel auf von 20 000 Mk. auf Nr. 155 842. rienburger £otterie Nr. 235 069; ein (ikuhnic Universitäts-Nachrichten. In W i e n ist am 8. April der Derinaiotoge posrat Prosesscik Franz Mraczek im 60. Lebensjahre gestorben. Gerichtssaal. B e r l i n, 9. April. In dem Prozeß wegen der Wahl, r e ch t s d e m o n st r a t i o n e n am 21. Januar fällte heute abend das Landgericht das Urteil. Von den Angeklagten erhielten die Haupträdelsführer Albrecht, Lillge und Matm chek wegen Aufruhrs je sechs Monate Gefängnis unter Anrechnung von je zwei Monaten Untersuchungshaft. TKe anderen Angeklagten kamen mit geringeren Gefängnisstrafen dovan. Landau, 9. April. Die Strafkammer verurteilte den Weinhändler Wingert er wegen Wein fälsch ung zu einer Gefängnisstrafe von 21/2 0 n a t e n. Zirka 63 000 Liter Wein wurden eingezogen. München, 9. April. Vor dem S ch w u r g e r i ch t begann heute der Prozeß gegen den Schutz mannSchauer welcher beschuldigt ist, seinerzeit den Studenten Mosch e l aus Lambsheim in der Pfalz gelegentlich einer nächtlichen Sistierung e r s ch 0 s s e n zu haben. Tie Verhandlung, die drei Tage beanspruchen dürfte, wurde heute ausgefülli mit der Vernehmung des Angeklagten und einer Reihe von Zeugen. Breslau, 8. April. Die erste Strafkammer der Landgerichts verhandelte gegen den Arbeiter Paul Beiler aus (Santi) wegen Majestälsb eleidr gung. Der Genchtshoi war der Ansicht, daß der Angeklagte weder böswillig noch mit lleberleguiig gehandelt habe. Auf Grund des Gesetzes vom 17. Februar wurde deshalb auf Freisprechung erkannt. Märkte. § (9 rü n berg, 9. April. Schönes, aber immer noch kalt^ Wetter begleitete unseren heutigen ersten Frühlrngsmarkl, Mu ,0 ft e r m a r 11*. Der Schiveinemarkt zeigte starke Auffahrt M Zungfchiveinen. Tie Nachfrage danach war sehr stark ; der paiuj- ging sehr fließend. Die Preije standen in keinem Verhältnis zu *•- letten Schweinen; sie waren hoch. „Es tauts", jagten Die Vertausch Bezahlt wurde für das Paar Ferkel geringster Sorte 40-bU zweiter 50—60 Alk., erster 60—70 Mk. Der Riiidviehnmrkt zenn schwache Auffahrt bei stockendem Handel. Tie Preise füriHmOUWj waren mäßig. amtliMii Ziehungsliste find biefe Zahlen jedoch ohne Gewähr- Ter P 0 st l 110 n Dlrosek vom Bismarckhütter Poflaml (Cbei- fchlesien), der ans dem von ihm geführten Postwagen 17 UOU DL geft oi) le 11 hatte, ist jetzt bei Königshütte ieftgeiiommen worden. In der Zwischenzeit hat sich Mrozek m Berlin, Leipzig und Franl- uirt awgebalten. Von dem Postranb sind 11000 Alk. veigrabein auigeiunden worden; weitere 4uüü 'JJif. fand man bei feiner Mini« versteckt. Alrozet hatte noch luou Alk. bei sich, sodaß der Gejani!- verlust der Postbehoide nur noch lOuO Mk, beträgt. In dem Waioe bei M'u»teii (.«Lt/iveiz) ueryafiele die Zürichs: Polizei einen unter dem Namen Zigeunerkönig gefürchteten Landstreicher namens Emil Hausmann aus Tübinger.,, per in Begleitung feiner 18 juijrigen Geliebten und einer 2U- iöpjigen ^tgeuiurbanbe jahrelang Wälder SüddeuhchlamÄ und der Schweiz unsicher machte. Bei der Verhaitllng lei|tf.- cr verzweisetten Widerstand und wurde erst überwältigt, nac^- bem er durch einen Reoolverjchuß verwundet war und fri dem lieben bringen eines Baches sich ein Bem gebrochen Hadi. • Berlin, 9. April. Aus noch nicht ermittelter Ursache kam heute in dem 9lenbau des , Alite-Hotel" Gro ßfeuer aus, das großen Schaden anrichtete. Drei Feuer wehr leuie wurden bei dem Einsturz eines Treppenhauses lebensgefährlich verletzt, von denen einer feinen Verletzungen im Krankenhause erlegen ist. Zwei weitere sind an R a u ch v e r g ttt u ng erkrankt. — Heilte wurde in Plötzenjes die fast völlig verweile Leiche eines etwa Zbjährlgen Mannes aus dem Svandauer Schiffahrts- kanal gezogen. Der Unterkiefer war zertrümmert und die Wange aufgeschnitten. Wie die Ennittelungen ergaben, handelt es sich wahrscheinlich nicht um ein Verbrechen. Meine Tageschronik. In Paris ist üu.|Ct -vage uic liije oes einstigen Kammer- diencrs, jetzigen päpstt. Grafen Jametel mit der Herzogin Marie zu j>N eckle nb urg-S t r el itz geschieden iucEDen. Gras Jarnctel war zum Termin nicht erschienen, iväfr reild die Gväsin, die iuegen ehelicher Untreue aus Scheidung llagte, persönlich anwesend war. Der Graf wurde für schuldig erklärt. Das älteste Kind, ein Sohn, der sich bei bei Mutter des Grasen tn Cannes aus hält, wurde dem Vater zugc- ipDoojen, wahrend das jüngere Töchtercyen bei ber Großherzrgui- Wltive von Meckleitburg-Serclitz bleiben wird. In Breslau ist der Vo l ks schull e hr er Franz Grzegorz, der den R e ch t s t a n b i d a t e n H ä n i 1 dj im ©treu erstochen hatte, aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Es wird angenommen, daß er in der Notwehr gc- handelt hat. Im ganzen Riesen-, Fichtel- und Erzgebirge: ist ein Wvtnrsturz eingetreten. Es herrschen Schneestürme. Arruft unö Wissenschaft. — Die Heimatschutzbewegung ist, wie uns gt*- schrieben wird, derart gewachsen, daß die Satzungen des Bundes Heimatschutz eiucr Neugestaltung bedürfen. Ztt: Vorberatung fand jetzt in Berlin eine erweiterte Vo» standssitzung statt, an der 22 Herren — außer Vorstand^-!' Mitgliedern Gäste und Vertreter einzelner lokaler.Heima. schutzoereine — teilnahmen. Die neue Organisation fickt'! einen Bund von landschaftlichen Heimatschuf" vereinen unter Beibehaltung einer festen Zentralstes vor. Die Gebiete der Landesvereine sollen mit den G-' bieten der Bundesstaaten, für Preußen mit denen der Pr:-»- vinzen zusammenfallen. Eine Reihe dieser EinzelvereiW bestehen bereits oder sind in Vorbereitung. — Kleine Kunstchronik. Alphons Friedrich Dürr, d»r Verleger Ludwig Richters, Bonaventura Genellis, Friedrich Prellt-- des Aelteren uud anderer Künstler ist im Alter von 80 Jahren v. seiner Vaterstadt Leipzig gestorben — Frau Herrnme E l a ai»> Delia, die Gattin des Frailkfurter Schauspielmdeulanieii, cse früher an den Bühnen zu Hamburg, Leipzig und Berlin, auch 0 ' Gastspielen sich als ausgezeichnete Salondame zeigte, beging ari 8. d. M. ihren 60. Geburtstag. — Eine nitcrehaiite Klage iu'-j deninächst 111 Ü)l ü 11 ch e 11 zur Verhandlung kommen. Ter fruhesir bekannte Dirigent des Keim-Orchesters S ch u e e v 0 g e l klagt geg-^ 5 Alitglieder dieses Orchesters, ivcgen Beleidigung. Dabei ivi'-ck wird vermutlich die Atünchener Musikkrisis eine recht gründlic°r Besprechung erfahren. ~ Mriginal-DraytmeLHungen. Berlin, 10. April. Der Vertrag über oie Nenreg <• * lung der Grenze zwischen Dentsch-Kameruw und d e r f r a n z ö s i s ch e ri K 0 n g 0 - K 0 l 0 n i e ist ge|te^ abend von den deutschen und französischen Delegierten ur" terzeichnet lvorden. Der erste Vertreter der jran5o|W' Delegation, Tuchesne, ist bereits gestern abtnb wieder m" Paris abgereist, nm dem Kolonialminister noch vor ocsM Abreise in die Kolonien Berichl zu erstatten. mit den Vorarbeiten zu beginnen. In 14 Tagen ttwa könne die Kommission wohl gebildet werden. Unter allen Fragen, die die Stadt in der nächsten Zett zu beschäftigen hatten, fei diese fo groß und -richtig, daß man sich ihr unter feinen Umstanden langer entziehen dürfe. (Lebhafte Zustimmung.) . Wie der Vorsitzende mittcilt, ist bte mit der Frage beschäftigte verstärkte Verkehrskommission mit ihren Vorarbeiten so wett gediehen, daß bis spätestens Juli eine Vorlage zu erwarten ist. Stadtv. Heichelheim meint, man solle bezüglich ber Omnibusfahrpreise einmal einen Versuch mit 15 Psg. machen. . (Schluß folgt.) 4 Aus Stafci und Lund. Gießen, 10. April 1908. **Tageskalenberfür Freitag, 10. April. Stab t- Theater: Der große Tag. Anfang 8 Uhr. ** E x z. D e r n b n r g, der zur Beerdigung feiner Großmutter nach feiner Vaterstadt Darmstadt gekommen war, reifte von dort gestern nach Rom, da er seinen vierwöchentlichen Urlaub in Italien verbringen will. Er wird Anfangs Mai die Amtsgeschäste wieder übernehmen. ** Eine Sitzung des Provinzial-Ansschus- sus findet am Mittwoch, den 15. d. M., Dorrn. 9 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: Enteignung von Gelände zur Durchführung des Ortsbauplans der Stadt Friedberg. ♦* Ausgestellt. Die vom Kellner- und Lohn- kellner-Verein Gießen auf der Kochkunst-Ausstellung erworbene Goldene Medaille und Ehrenpreis der Dank für Handel und Industrie (Depositenkas>e Gießen) ist im Fenster des Herrn Julius Schulze im Seltersweg ausgestellt. " Diebstähle. Gestern nachmittag rouube in der Licherstraße em Fahrrad gestohlen. Der Eigentümer hatte es vor eine Wirtschaft gestellt und sich auf kurze Zeil in das Lokal begeben und als er heraus kam, war sein Rad verjchwuiideii. — Eine Bauersfrau halte gestern hier in einem Laden Einkäufe gemacht und das Paket im Laden an die Türe gestellt, ohne dein Geschäftsführer davon etwas zu sagen. Sie entfeinte sich, um in einem anderen Geschäft noch etwas zu besorgen und als sie zurückkam und ihr Paket nehmen wollte, war es spurlos verjchivunden. *♦ Der Esel und seine Verwendung im W i r t s ch a f t s b c t r i e b. Im letzten Drittel dieses Monats erhält der Tierschutzverein zu Wiesbaden einen Transport von mehr als 30 ungarischen und italienischen Eseln, der schon voii,ländig öergrinen ist. Es zeigt dies, daß immer wettere Kreise den Nutzen erkennen, den die Verwendung des genügsamen, willigen und ausdauernden Arbeitsgefährten gerade den kleinen Landwirlen und Gewerbe- ireibenben bringt. In vielen Fällen haben die Geschäfte nach Anschafjung eines Efels einen solchen Aufschwung genommen, daß die Leute schon nach wenigen Jahren sich Pferde kaufen konnten. — Vielfach werden jetzt auch Maultiere an Sielle der Pferde uni) Och,en zu lanowirischastlichen Arbeiten verwendet, und wer einmal den Versuch mit solchen Halbpferden gemacht hat, ist voll des Lobes und prophezeit ihnen eine große Zukunft. Leider bricht fich das Gute nur sehr langsam Bahn, und der Bestand an Eseln und Maultieren ist nach den Ergebnissen der letzten Viehzählung in Deutschland ausfallend gering. Frankreich und Italien z. B. Verwenden Hunoerttan,cnde von Eseln und Maultieren m allen Wirtschaftszweigen, während wir einen Bestand von kaum mehr als 8000 Stück haben. Auffallend ist, daß in Preußen der Regierungsbezirk Wiesbaden die größte Zahl ausweist, was jedenfalls auf die Bemühungen des Tier- fchutzbereins zurückzusühren ist, nur allerbeste Ware zu importieren. Grünberg, 8. April. In einer früher abgehaltenen Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte wurde Oekonom Ludwig Emmel auf dem Marthof bei Grünberg n. d. Grünb. Anz. beinahe einstimmig aufgeforbert, eine Kandidatur zur bevorstehenden Landtagswahl für den Wahlbezirk Grünberg anzunehmen. Er erbat sich dazu einige Wochen Bedenkzeit und erklärte, einer später anzuberaumenden Versammlung Mitteilung machen zu wollen. Diese Versammlung fand am vorigen Sonntaa hier statt. Die Abstimmung ergab eine bedeutende Mehrheit für Herrn Emmel, worauf dieser sich zur Annahme einer auf ihn laHenben Wahl bereit erklärte. () Selters, 9. April. Auf dem Gutshofe Konrads- dorf zogen Vor einigen Tagen polnische Arbeiterin» n e n ein. Eine davon gab einem Kindedas Leben. Gestern fand man unter einem Reisighaufen das Kind tot vor. Die Arbeiterin gestand ein, daß das Kind lebend zur Welt gekommen. Gericht und Kreisarzt Dr. Meßner waren gestern schon an Ort und Stelle und nahmen den Tatbestand aus. Die Mutter wurde ins Haftlokal in Ortenberg gebracht. Die Tat kam gelegentlich der Impfung, die an den Arbeitern vorgenommen werden sollte, an den Tag. Das Urteil im Prozeß Hirschel. Gießen, 10. April. Tie hiesige Strafkammer verkündete heute vormittag daS Urteil in der Strafsache gegen den Landtagtzabg. H r r f ch e l. Hirjchel wurde unter Annahme mildernder Umstände zu 5 Wochen Gefängnis verurteilt. Tas Gericht hält ihn der U u r e r j ch l a g u u g in 6 F ä l l e n für schuldig, während cs bezüglich der übrigen 8 unter Anklage gestellten Fälle mangels ausreichender Bewerfe zum Freispruch gelangte. Ter Gepflogenheit der Slrattammer enlsprechend, war es nicht angängig, mif die van der StaatsanwaUjchait beantragte Geldstrafe von 300 Mark zu erkennen, schon wegen der Hohe der veruntreuten Summe, die den Betrag von nahezu 1200 Mark erreicht bat. Dazu kam der große Verlrauensnilßbrauch, da man dem Angeklagten allseits daS größte Vertrauen entgegen gebracht hat Tie Erkennung einer Geldstrafe hätte als Akt der Gnade angesekien werden müssen. Die Veruriellung erfolgte in den 2 Fällen «alb- henn, je ein Fall Huth, Befort, Luiker und Jungk, in ivelchen Fällen er Gelder für StartsfjeUieferiuigcn vereinnahmt und ver» 1 ratet zur Kasse gebracht hat. Es bestaub fein Zweifel, baß bte Manipulation nut dem (Selbe, bas durch Wolf jun.-Friebberg unter unrichtigem Namen von Darmstadt nach Friedberg geschickt wurde, ui der Absicht enolgt ist, darzutun, das Geld fei von ihm nicht vereiiiiiahmt geroejen, woraus |em Schuldbewußljein zu entnehmen ist. Tie Angabe Hrrjchels, er habe geglaubt, das Geld behalten zu dürfen, ist dadurch widerlegt, baß in den Büchern die schuld auf den Namen der Käufer fleht. Ob die VermögenL- uerbdltnifie Hirjcheis ungeordnet oder geordnet waren und ob er zu jeder Zeit gute Freunde hatte, bte ihm Gelb vorgejchofsen hätten mtcreilierte bet Beurteilung ber Sache nicht, da ber Tatbestand öcr Unterschlagung trotzdem gegeben fein kann. Eine solche An- »ahme ist nicht zu rechnertigeu, fönst wäre es ausgeschlossen daß em üermögenbev Mann eine Unterschlagung begehen konnte. Für dcn ersteren Fall tfalbbcnn, in welchen, es sich um 589 Btt handelte, wurden 3 Wochen Gefängnis in Ansatz gebracht; der wettere Fall Kalbhemi mib die Fälle Huth, Sutier und Jungk wurden mit le einer Woche geahndet, während für den Fall Befort 4 Lage ©e- längniS aitgejetzt wurden, welche Strafen auf eine Gesamtstrafe von o Wachen zurückgeiiihrt wurden. S t r a t m 111 d e r u 0 wirkte der e'Äi'Äauöeu llL,'tVCU,C -u-uu-no cm der Bcstattungsgenossem'chaft der freien Schreiuervereinig- nng Gießen. 2384 H. Haas III. Gleicher. 8, Hinterhaus, Telefon 692 ..".Ais auf weiteres M Estrn-Rabiitt. i L Steinhäuser, VL Neue« Baue 17 47 «elterowea 27. Wenn unsere ss“A Ziehung 9., 1L und 12. Kal 1908 450001 1 Hauptgewinn Mark x 1 Hauptgewinn Mark ’E di 'ichten. aiologe orbeii. und 6riiih::i len 6t)niir:r: tbutgti Sciliiii 235068; tu km k. es einstig Ls Uel mit ivjü, nchl ttiiiitiB.it .heue aui :as tourte h % n, der ji^ kt llde km vmtp bei der fciftqp rb. lullehrtr Jin ungsW tullifi: n der 81 oi Bilif grauen wussten, tnit welch' geringer Mühe Schönheit Und fPlSCheS ÄUSSOhfiD ihren Zimmerböden erhalten werden kann, würden mancher Aerger und viele Verdrießlichkeiten sich vermeiden lassen. Der Erfolg stellt ich aber nur ein, wenn die Gebrauchsanweisung in allen Punkten beiolnt und nicht nach dem alten Grundsatz: „es wird auch so gehen", gehandelt wird. Dünnstes Aufträgen, — wie ein Hauch, — ,eivährleistet den Erfolg! Kein Geruch! Keine Staubbildung, da die Böden mit Wasser gereinigt werden können, ohne daß sich die Für Metzger. Gebrauchte Ladeneinrichtung, eiserne Rolläden u. s. w., billig 4n verkaufen. i232j Adolf Möbl, Bnhnhofstr. 1. Emst-Wald“ zu Altenburg. 3333 Gewinne zus. Mk. herein sie auch angehören mögen, daß ich mit demselben nichts ju tun habe, daß ich von einem solchen nichts gewußt noch viel weniger ein solches unterstützt habe. 02957 Carl Hosch. Ein Versuch — ein Erfolg! Betreter: J. G. Kipp, Frankfurt a. M. Zu haben in den durch Plakate kenntlichen Geschäfteil! »am liriM K jeöech oip!^ Qijutterit--;- Pofiwageii Üw- iestgrnoiiM *•>- leiiirchteten grauen Flecken zeigen. Schöne Helle Böden! Im Gebrauch billigste aller Bodcnwichsen! Dies Schönheitsmittel heißt tzarkcttrose, doch nur dieses allein bestätigt die Worte: I Berichtigung zur Wahl des Kaufmanngerichts Erst heute wurde mir das an dem Tage der Wahl ver- bieifete Flugblatt vom Wahlkomitee der vereinigten Verbände öSer Hamburg, Leipziger und Verband reisender Kaufleute unterbreitet. Ich erkläre hiermit allen Wählern, welchem W y ■ I "ann:6^ I tui>entchi;' ■ I Tie I MmtS I 10 einer I ung , baü die * \ aliung be^' eine ewe^- - S eilten ly./V. sä biefet W> Sliter o»11 * ji;:•' yrau Ä’ ini< it^V iis e"i: ‘huat 1 nteiluäS’.' Ilgikko lin, üew^Pi ) 11 Oüü B. Wt j» । man teiR~j sich, lodllS . betragt ocr^irck « unerfötii3j'Ci mann auiu-* .1* Ibtt dec &tM|fflM •* £rft 'jaasM? touniNi peut gtatosj* ßeia-Lolierit z. Besten des Vereins .Herzog Zur Konfirmation Empfehle mein reichhaltiges a /«J Lager in Knaben- und Mädchen-Stiefeln. Beste bewährte Fabrikate Billigste Preise. Frankfurter - Schublager BT. Maiss U’uure Hiessen Mäu^burff Telephon 539. ^ittellerllr:-?. 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Die Polizei vergiftete alle drei, als sie den Bahnhof verließen. Gerücht- hreii’e verlautet, die Polizei hätte noch weitere Personen grhaftet, welche Explosivstoffe in einem Wagen transpor- trirten. Bekanntmachung. Aus der Heichclbcim'fchen Stiftung sind am 19. $unt d. Js. I v halbiäbrigen Zinsen mit 525 Mark an eine in Gienen wohu- i>,iite würdige und bedürftige israelitische Familie oder Person r vergeben. Anmeldungen werden bis 20. Avril 1908 ans Viferem Geschäftszimmer, Neuen Baue 25, entgegen genommen. Gießen, 4. Avril 1908. B9/s Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: K e l l e r. Conserverv Briefkasten Oer LieOaktion. Daubringen. Warum nennen Sie als Preisrätsellöser Ihren Namen nicht? Abonnent W. 62. Wird ein landwirtschaftliches Grundstück für die Dauer von neun Jahren zu einem jährlichen Pachtzins von 23 Mk. verpachtet, so ist der Pachtzins nach 8 584 B. G. B. nach dem Ablauf je eines Pachtjahves am ersten Werktag des folgenden Jahres zu entrichten. Danach ist die ganze Pachtzinsforderung, wenn nichts Abweichendes vereinbart wurde, zu^eit für die neun Jahre füllig und muß auf Verlangen auf einmal bezahlt werden. Es ist jedoch folgendes zu beachten: Forderungen aus Pachtzinsen verjähren in vier Jahren. (S 797 B. G. B.) Die Verjährung beginnt für jede einzelne Pacht Zinsrate mit dem jeweiligen Fälligkeitsternrine. Danach wären, falls die Pachtzcit mit dem Jahre 1907 ablies, zurzeit 4 Zinsraten tierjäljrt. Die Veriährung ist nicht cingetrcten, wenn ein Anerkenntnis (z. B. Abschlagszalstung) oder gerichtliche öeltfnbniaay- ung der Forderung stattgefundcn hat. Im Falle der Verjährung ist der PLckster gesetzlich nicht verpflichtet, die ersten vier Raten zu zahlen; jedenfalls kann er diese entrichten, wenn cs ihm beliebt. Der nichtverjährte Pachtzinsbetrag mußte sofort und auf einmal bezahlt werden. Von Pachtzinsen sind Verzugszinsen nach § 289 V. G. B. nicht zu entrichten. Zinseszinsen sind nur zu zahlen, wenn dies nach Fälligkeit der Zinsforderung ausdrücklich vereinbart ist. Den durch den Verzug entstandenen Sck)adcn hat der Pächter bei nicht pünktlicher Zahlung zu ersetzen. Aoranssichtliche Witterung für yefjen am Samstag den 11. April: Leichte Regenfülle. Etwas wärmer. Schwache östliche Winde. Freibank. Schweinefleisch, Pfd. ÄOPf.lL^/« Schnhwarenhaus Marktpl. 9. Wettergasee. Für Koufirmanden. Neu eingetroffen: 1 Posten Boxcalf Damen- Stiefel Nr. 36/42 Mk. 6 75 1 Posten Knaben-Stiefel Nr. 36/39 12386 Mk. 625 u. 725 Zu Ostcrgtschenke empfehle m. große Auswahl in Eiern leere und mit Inhalt, Hafen und Ncife, Gummibälle, Fuß- und Schleuderbälle, Diabolos, Tennis- und Ballfchläger, Turngeräte, Croquet und Bocciafpiele, (Sarteugeräte, Schmelterliugskasten und Netze. J2381 J. H.Pulir. Hpgienische Bedarfsartikel. JUuslr. StQtnloß gratis u. franko. Versandhaus Reform, Frankfurt a. M. Postfach 197. 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Unsere Bank hat gemeinsam mit anderen Bankinstituten obige Anleihen übernommen tmd werden dieselben am Son «ab end April 1908 zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Der Zeichnungspreis beträgt 99.50*1. für je Mark 1OO.— Nominal. Für Stücke, die unter Sperrung bis zum 20. Oktober 1908 in das Reichs- bezw. Staatsschuldbuch eingetragen werden, ist der Zeichnungspreis auf 99.301 für je Mark 100.— Nominal festgesetzt worden. Wir nehmen von heute ab Anmeldungen zur Zeichnung, von welchen solche zur Kapitalanlage vorzugsweise b?rück$ichtijt werden, an unseren Effektenschaltem entgegen. Zu jeder weiteren Auskunft sind wir gerne bereit. Giessen, 3. April 1908. Mitteldeutsche Creditbank Fernsprecher 168 und 2089. Filiale Glessen Johanneestr. 17, gegenüber der Johannesfeirche. 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