u. Land" und „Gerichts- Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. in die Post Mk.2.— oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. tfeilcnpretS: auSwäris 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; s. Feuilleton und „Vermischtes* P. Wittko; für „Stabt 109 Be- Re- Auslmrd. Ter deutsche Kaiser spenden anläßlich seines Aufenthaltes in Wien 2000 Mk. für die Armen, 500 Ml. dem deutschen Hilfsverein und je 300 Mk. für das deutsche Erzieherinnen-- Vie Reichsmünznovelle von 1908. Don Professor Dr. M. B i e r m e r. In meinem Aufsatze .Der Taler redivivus“ (Nr. dieser Zeitung) ging ich von der Annahme auS, daß die schlüsse des Reichstag? die Zustimmung der verbündeten gicrungen finden werden. Zuschriften auS dem Leserkreise machen mich aber darauf aufmerksam, daß große auswärtige Zeitungen im Gegensatz zu mir die Hoffnung hegen, daß dec BundeSrat in seiner Haltung der Talerfrage gegenüber fest bleiben und daS Gesetz nicht verabschieden werde. Ich vermag diese Auffaffung nicht zu teilen. Ich bin vielmehr der festen Ueberzeugung, daß noch in diesem Sommer mit den erforderlichen Silberankäufen, für die die Marktverhältnisse gegenwärtig ganz besonders günstig sind, begonnen werden wird. Die neue Münznovelle ermächtigt bekanntlich die Reichs- regierung, Silberscheidemünzen bis zum Betrage von 20 Mark pro Kopf der Bevölkerung auszuprägen. Der zulässige Silberumlauf war bis zum Jahre 1900 10 Mark pro Kopf der Bevölkerung. 1900 wurde er auf 15 Mark erhöht, und nunmehr soll er uh Maximum 20 Mk. betragen. Die neue münztechnische Maßschlüssen der Reichstagsmehrheit beitreten werden. Der Reichstag tritt erst Ende Oktober wieder zusammen. So lange kann die Reichsregierung nicht warten, denn sie braucht Geld, viel Geld. Nun ist aber der Silberpreis gegenwärtig ganz besonders niedrig. Er wird sich zwar wahrscheinlich etwas erholen, wenn Deutschland plötzlich mit großen Kaufaufträgen auftritt. Aber annähernd 60 Prozent gewinnt die Reichskasse trotz alledem. Nun soll aber der Rein- gewinn ihrem Betriebsfonds zugeführt werden, und deswegen wird sich wohl Ctengel's Nachfolger, Exzellenz Sydow, beeilen, die 111 Millionen Mark einzusacken. Denn „bar Geld lacht", und die vorläufig als Notbehelf auSgegebenen Schatzscheine sind gegenwärtig sehr preiswürdig zurückzukalifen. Man gewinnt also auf beiden Seiten. Da wäre es doch mehr als wunderlich, wenn die Reichsregierung sich wegen der lumpigen Talerfrage mit dem Reichstage überwerfen wollte und die Gelegenheit versäumte, einen schönen stattlichen Betriebsfonds zu bekommen. Aus diesen Gründen komme ich zu dem Schluffe, daß die Münznovelle sehr bald Gesetz wird. Die neuen Dreimarkstücke werden voraussichtlich bereits im Herbst in den Verkehr kommen. — Leider hat der Reichstag diesmal nicht ganze Arbeit gemacht. Denn er hätte gleichzeitig beschließen müssen, daß die Fünf- markstücke eingezogen und umgeschmolzen werden. Wir haben viel zu viel von diesen klobigen Dingern, nämlich 203 Millionen Mark, beinahe ebensoviel ivie an Zweimarkstücken. Man sollte, wenn der Reichstag wieder zusammentritt, eine Zusatznovelle beschließen und die Fünfmarkstücke ganz beseitigen. Wir würden dann an Dreimarkstücken soviel bekommen, wie wir vor noch zehn Jahren an Talern hatten, nur daß die damaligen Taler enorm entwertete Währungsmünzen waren, während die Dreimarkstücke verhältnismäßig harmlose Scheidemünzen, also nur Zcichengeld und Geldsurrogate sind. Geht man den hier vargeschlagenen Weg, so ist alles dasjenige erreicht, was ich seit acht Jahren so lebhaft befürwortet habe. rwhme unterscheidet sich aber ganz wesentlich von den früheren. Seit Bestehen de§ Deutschen Reiches hat die Reichsregierung nicht für einen Pfennig Silber angekauft, wohl aber bis 1879, rvo mit Rückstcht auf den Silberpreissturz die Silberoerkälife sistiert worden sind, Silber auf dem Londoner Edelmctall- ruarkt verkauft. Wir hatten ja Silber mehr als notwendig, und in den neuen ReichSscheidemünzen aus weißem Metall der letzten 10 Jahre befand sich das Silber der ehemaligen, erst seit dem vorigen Jahre außer Kurs gesetzten, Vereinstaler. Sie wurden einfach in Scheidemünzen umgeprägt. Irgend ein nennenswertes Geschäft hat die Reichskasse also dabei nicht machen können. Die gegenwärtige Lage ist eine andere. Unser Talervorrat i|t aufgebraucht. Wird die vor wenigen Tagen beschloffene Münznovelle Gesetz, so muß das Reich Silberbarren neu kaufen. Die verbündeten Regierungen wollen vorläufig nur einen Silberumlauf von 18 Mark pro Kopf der Bevölkerung. Das Reich hat gegenwärtig rund 62 Millionen Einwohner. 3 Mark mehr pro Kopf der Bevölkerung bedingt also eine Mehrausgabe von. Silbermünzen im Nominalbeträge oon 186 Millionen Mark. Was bringt nun diese Operation dem Reiche ein ? Nach der letzten Notieriing stand in London der Silberpreis auf 24% Pence für die Unze fein. Das cnt- spricht in unserem Gelde gerechnet einem Preise von 71 Mk. für das Kilogramm. Ein Markstück ist also gegenwärtig nur 39 Pfennig wert, ein Fünfmarkstück noch nicht ganz 2 Mark (1,95 Mk.). Die Prägekoslen oder, richtiger gesagt, die Prägegebühren betragen für Fünfmarkstücke 3/4 °/0, für Zweimark, yücfe 1V2 °/0 des Nominalwertes. Ich schätze, daß der Bundesrat die Prägekosten für die neuen Dreimarkstücke auf L% fest setzen wird. Ist diese Annahme richtig, so verdien: das Reich bei der Neuausgabe von Dreimarkstücken im Betrage von 186 Millionen Mark genau 60 %, also Lil,6 Millionen Mack. Das ist aber gerade der Punkt, weswegen ich nicht daran zweifle, daß die verbündeten Negierungen den Be- Mecklenburgische Verfassung. An diesem Dienstag treten die Landstände beider Mecklenburg zu einer Sondersitzung und auch in dess Wortes übertragender Bedeutung besonderen Tagung »ufanunen; g-lt es doch, die von den neiden Greßherzögen vorgejchlngene Verfassung eingehend zu erörtern. Mecklenburgische Verfassung! Wie stolz und doch zugleich wie beschämend klingt dieses Wort! Deuffche Bundes- ftaaten, die noch int 20. Jahrhundert keine Konstitution besitzen, das ist ein Bild, das schwerlich in die modernen Zeiten paßt; wenn freilich zuzugeben ist, daß von einem modernen Leben in ^Mecklenburg nur mit ganz oerscywindcnd geringen Ausnahmen gesprochen werden kann. Fast das ganze Gebiet liegt „abseits vom Wege", beide Staaten tragen einen ausgesprochen agrarischen Charakter unb die Bevölkerungsdichte, die sich inr übrigen auch im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten nur sehr langsam vermehrt, ist sehr gering, sie übertrifft in dieser Beziehung sogar noch das schwachbevölkerte Ostpreußen. Außerhalb der blau-rot-gelben Grenzpfähle kennt man ja Mecklenburg zum Tell aus den launigen Schilderungen des unsterblichen Fritz Reuter, und seitdem haben sich die Verhältnisse biort nur umnerrlich geändert, trotz des Riesenaufschwunges, den andere Bundesstaaten nach dem großen Ernigungskriege von 1870/71 genommen haben. Mecklenburg blieb rückständig, auf politischem wie auch auf anderen Gebieten, die Großherzöge herrschten absolut, aber absoluter noch die Rittergutsbesitzer, die noch heute ein jeder ein König im kleinen sind. Bad-Nauheimer Brief- IV. Run sieht man wieder die Kurgäste auf allen Wegen und die Seifen der Kurkapelle klingen wieder von der Terrasse aus in iwn Park hinein. Tas ist bei uns ein sicheres Zeichen für öes Ende des Winters als Blütenduft und Vögelzwitschern, wenn- Mch es auch an letzterem hier gewiß nicht fehlt. Der offiziellen Saison gingen diesmal einige Vorspiele voraus. Am Ostersonntag fand der übliche Go ttes-dienst i m F r e i e n en äUlnglingsvereins begleitete die Feier. Pfarrer Wissig erinnerte in der.Predigt daran, daß gerade 300 Jahre jetzt vergangen ■ feien, feit das Osterfest durch eine solche Andacht auf dem Nhannisberg gefeiert wird. Diefe Erinnerung ist freilich zu- Mch eine Erinnerung an den Kämpf, den Katholiken und Vwtestanten damals nm den Besitz der Kirche geführt haben, eur kleines Vorspiel des blutigen dreißigjährigen Kampfes, der ans dem Glmibenshader hervorgehen sollte. Auch unserer Zeit reift es an Glaubens kämpfen nickt und wird es wohl nie bamn fehlen, solange denkende Menschen auf Erden wandeln. Wenigstens aber hat er jetzt humanere Formen angenommen. Sud Ziel freilich, geistige Gegensätze nur mit geistigen Waffen ui^utragen, ist ein Ureal, das auch uns noch fern liegt. Wie eine Wunderinsel im Weltmeer, so lautete ein an- beser Gedanke der Predigt, sei unser Städtchen zu betrachten, '«hin von allen Enden der Erde die Leidenden kämen, um ifa? Lebens- und Arbeitskraft neu zu starken. Eine Wunder- nrsel und eine J-riedensinsel! Denn mögen draußen un ötrom *3 Weltgeschichte die Nationen mit ihren Sonderinteressen sich JMj so sehr reiben und stoßen, hier führt sie gemeinsames unb gemeinsame Hoffnung zu friedlichem Nebenelnander- lebm zusammen. Auch das läßt wieder, Ideale in uns auf» laichen, denen unsere Zeit noch manches schuldig ist. _ 1 Wie sehr übrigens unsere gute Luft ge|undcr Lebenskraft 'öiberlich ist, dafür erbrachten jüngst iiuei hiesige Ehepaare kr Beweis, deren eines die goldene, das andere die silberne öochzeit feierte: Unb der Ehegatte des Silber lwchzeits paar es üerte seinerseits dies Fest sogar schon zum zweiten Male. n Am Dienstag, den 21. April, fand im Kurhaus die eiste «ranstaltung statt. Hosschauspieler Hermann Knrspel aus tcrrmstadt erfreute das, leider noch wenig zahlreiche Publikum j® Rezitationen, aus deren erstem Teil das Tanzlied „an den L'stral" von Friedrich Nietzsche dem Künstler besonders Ge- Mnheit gab, seine Hcrrschafr über die Sprache zu beweisen, ^einigere Dichtungen im Pfälzer Dialekt füllten den zwecken geht. Er gibt dem Platz am Musrklempel mit seinem breiten Altan schon jetzt einen malerischen Abschluß unb es wirb ein großer Fortschritt für unfern Saifonbetvieb sein, wenn mir nicht mehr nut^Konzeiten, Theatervorstellungen unb Reunions auf einen einzigen Saal angewiesen fein werden. Ein ^echter, schöner Ftühlingsfonnlag, der dem Kurleben auch auf der Terrasse ben rechten Hintergrund gab, war der 3. Mai, an dem die Gießener Regimentskapelle im Freien konzertierte, wahrenb im Saale abends ein großes Wagnerkonzert geboten würbe. Man konnte sich eine ganze Charakteristik bes 'großen Meisters aus bem zusammengestellten Programm herauslesen. Tie mutige Energie aus bem „Kaifermarsch", bie Sehnsucht ber Liebe aus „Tristan unb Jsolbe", höchstes Glück unb schwerstes Leib aus bem „Siegfriebiby'l" unb aus bem Trauermarsch ber „Götter- bäminerung". Das künstlerische Glaubensbekenntnis aus ben „Meistersingern" unb schließlich zum Abschluß von allem religiöse Reue- unb Erlösungsstimmung aus ber „Tannhäufer- oiiuerlüre". Das „Siegsriebibyll", ein felbstänbigcs Werk neben bem Bühnenstück „Siegfrieb", ist ivohl. ben meisten Hörern noch neu geweseii. Es spiegelt bie Seligkeit bes Vaters über feinen Erstgeborenen in entzückenb lieblicher Weise. Die Streichmusik Halle es stellenweise schwer, neben ben Blechinstrumenten ihren Rang zu behaupten. Etwas ungünfiig wirkt ferner ber Umstanb, baß bie Kapelle auf einer Bühne plaziert ist, bie ihr nicht bie besten akustischen Bebingungen bietet. Ein Blumenstrauß ehrte ben Dirigenten unb in ber Fürstenloge wohnte bie Herzoginmutter von Anhalt mit Gefolge bem Konzert bei. Ain Mittwoch, 6. Mai, würbe ber Geburtstag bes Kronprinzen burch ein Elitekonzert bei Lampionbeleuchtung auf der Terrasse gefeiert. Es war ein wundervoller, von allen Blütenbüiten durchzogener Frühlingsabenb. Als wir nach bem Konzert uns noch ein Weilchen zu stillem Träumen am Ufer des großen Teiches nicbergelaffen hatten, ließ uns das fchöne Lanbfchaitsbilb lange nicht los. Mond und Sterne spiegelten sich neben ben Lampen bes Teichhauses in ben blenbenb aufblitzenben Wellen. Daneben lagen die schwarzen «chattenmasien ber Ufer unb ber Inseln unburchbringlich auf dein Wasser. Eine Flöte ließ aus der Ferne schlichte Volkslieder herübertonen. Morgenslunbe hat Golb im Mundc, sagt man so oit. Mir find von jefjer bie stillen, gebankenvollen Abenbe lieber gewesen unb ich glaube auch, bie Schule, bie bei uns mit Rücksicht auf ben Baubetrieb schon um 7 Uhr beginnt, hat von biefer ersten Morgen- ftuube noch keinen allzu großen geistigen Geivinn. Der heutige Sonntag mit bem Konzert ber Darmstäbler Dragoner ist leider wieder etwas verregnet. 2ln solchen Tagen Spurt man recht ben Wert ber geschützten Wanbelhalle, bie doch ermöglicht" noch einen ungestörten Genuß der Musik Aus bem Alicepkatz springt nun enblich ber langumstrittene unb : der in seinem Lande fast unbeschränkt herrscht. Es ist darum . nicht weiter verwunderlich, >venn man in Mecklenburg für kulturelle l Zwecke bisher nicht viel übrig gehabt hat, und daß namentlich Schule und Lehrerstand unter schweren Zurücksetzungen zu leiden I haben. Etwas wie eine Landesvertretung Halle man ja bisher, I die sogenannten Stände, die aber eben, wie ihr Name schon , besagt, eine Jntercssengruppenvertretung waren, aber nicht die > Vertretung des Volkes selbst. In dieser Stäirdevcrsammlung sind nicht weniger wie 600 Rittergutsbesitzer stimmberechtigt, denen nur 48 lairdtagsfähige Städte gegenüberstehen, und jede dieser i Städte, selbst größere, wie Sästverm, Rostock und Wismar, haben । nur eine einzige Stimme, genau so wie jeder einzelne Rittcrguts- . besitzer. Derartige Zustände sind in einer modernen Zeck unhaltbar, und nachdem seit Jahr und Tag für die Einführung einer Verfassung _ in Mecklenburg gekämpft worden war, konnte sich auch schließlich die Regierung nicht länger gegenüber diesen ; Wünschen verschließen, und eines Tages überraichte ein Edikt beider Großhcrzöge die Welt mit der Nachricht, daß sie geneigt seien, ihren Ländern eine Verfassung zu gewähren, lleberaus lange hat die Ausarbeitung dieser Verfassung gedauert, immer und immer wieder wurde die Einberufung der Ständeversammlung vertagt, bis schließlich der 12. Mai zum Zusammentritt angesetzt wurde. Im Augenblick, wo wir diese Zeilen schreiben, ist über die Art unb Weise, wie der Ausbau der mecklenburgischen Verfassung gestaltet werden soll, noch nichts bekannt, nur das eine kcmn man mit voller Sicherheit Voraussagen, daß die liebertragung des Reichstagswahlrechtes auf Mecklenburg kaum zu erwarten steht. Ebenso gehört nicht viel Prophetengabe dazu, vorauszuahncn, daß die mecklenburgische Verfassung, selbst wenn sie wenig dem Volke bringt, keine schnelle Erledigung linden wird. Es wird zu hitzigen Debatten kommen, da die Ritterschaft schwerlich gesonnen sein dürfte, ihre Privilegien in ihrem heutigen Umfange ohne weiteres aufzugcben. Welches Schicksal der Entwurf haben wird, läßt sich daher in keiner Weise Voraussagen, und man darf daher mit Interesse der weiteren Entwicklung der Dinge entgegensetzen, jedenfalls wäre cs ein Monstrum, wenn eine Regierung eine Verfassung geben will, während die augenblicklich vorhandene Vertretung der Bevölkerung von einer solchen nichts wissen wollte. Deutsches Reich. Das Kronprinzen paar wird am 21. Mai in Trier eintrcsfen unb nach dreitägigem Aufenthalt sich zum Besuche des Oberpräsidenten v. Schorlemer aus Schloß Lieser begeben. Die Bis chöfe von Straßburg und Metz haben durch gemeinsamen Erlaß an den Klerus die allgemeine Ausnahme des Kaiscrgcbcts in das liturgische Kirchenamt der katholischen Kirche angcordnct. Telegraphie-Konferenz. Im Reichsamt des Innern findet Ende dieses oder Anfang des nächsten Monats eine Konferenz von Vertretern der bundesstaatlichen Regierungen zunr Zwecke der Festsetzung eines Modus procodendi für die in Aussicht genommene amtliche Telegraphie-Konferenz zur Erreichung eines einheitlichen Telegraphie-Systems statt. Fürst Eulenburg in der Charite. Nachdem Fürst Eulenburg die Anstrengungen des Transport» von Liebenberg nach Berlin überstanden hat, scheint es ihm bedeutend besser zu gehen. In der Charite ist dem Fürsten nur ein kleines Eck z i m m e r ch e n eingeräumt, vor dem ein Beamter Wache hält. Der Fürst scheint den Eindruck zu haben, als ob da» Schlimmste nunmehr überstanden sei und die Zutunst für ihn nichts Schlimmes bringen könne. Die Aerzte der Charite, denen die Behandlung des Fürsten obliegt, haben ihn eingehend untersucht und ebenso wie sein Dausarzr Arterien-Vrr- k a l k u n g , die sich insbesondere an dem einen Beine bemerkbar macht, festgestellt. Erstes Blatt 158.Jahrgang DiensSag 12. Mai 1968 erscheint täglich, außer W Ä Bezugspreis: MMchener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen HS vormittags 10 Uhr. RotaflonrdruS und Verlag der vrMl'fchen Unw.-Vuch- und 5teindruSerei. R. Lauge. Heddftton, Lrpeditton und Druckerei: Schulftrafie 7. E. Heß; für bei mm ii .ojl. 1 u Anzeigenteil: H. Beck. IIMMM—I JA'iiwi'iw-'fTTnriTiw jiii—i jnra Teil aus. Ter Bad Nauheimer Gesangverein Fwhsinu unter der Leitung des Herrn Lehrer Bechtolsheimer erwarb sich mit seinen guten Leistungen gleichfalls die Anerkennung aller Anwesenden. Eine zweite Vcranstallling folgte am Samstag, den 25. April. Von ersten Soloiräften dcs Darmstädter Hoftheaters wurde ein „heiterer A be u d" in Liedern und Deklamationen geboten. Auch diesmal war der Besuch noch schtvach, und so hatten es die Künstler schwer, in den rechten Schwung zu kommen; denn ein gähnender Saal hat etwas so Frostiges an sich, das sich hemmend auf die Gemüter legt. Wer am Sonntag Unterhaltung suchte, konnte sich nach- mfttags ben Wettkampf des hiesigen FußballvercinS gegen den freilich schon besser trainierten .Hanaucc Verein ansehen, unb seine Stimmung durch die fröhlichen Weisen ber lllanenkapelle, die im Sprudelhotel konzertierte, erfrischen lassen. Am Dienstag den 28. April spielten dieJbanauer Ulanen nachmittags auf der Terrasse und abends im Saal. Immer noch ließ der Besuch der Kurgäste zu wünschen übrig. Der Versuch der Kurdirekliou aber, fdjon vor dem 1. Mai das Badelebeu hier anzuregen, verdient trotzdem sicherlich alle Anerkennung. Wenn es durch öftere Wiederholung erst weiter bekannt wird, daß hier auch schon vor dem 1. Mai „etwas los ist", bleibt bie Wirkung auf den Besuch sicher nicht aus. Ob diese Wirkung aber nicht vielleicht noch erheblicher sein würde, wenn an Stelle der über längere Zeit hin verzettelten einzelnen Vorspiele lieber eine kürzere Zeit anssiillende, aber zusammenhängende Kette von verschiedenen Unterhaltungen träte? Zur Mitwirkung würden, wie der Frohsinn, so gewiß auch noch andere Vereine hier (Vortragsverein, Bildungsverein) gern bereit sein, so baß die Kosten keine zu erheblichen sein brauchten. Tie eigentliche Eröffnung ber Saison fa»b am Freilag, 1. Mai, durch ein Konzert ber Kurkapelle statt. Leiber nötigte bie Witterung bazu, es im Saale abzuhalten, ber bieSmal nicht nur bis auf ben letzten Platz besetzt war, foubeni auch noch manchen stehenben Hörern Platz bieten mußte. Der Dirigent, Herr Winberstein, würbe in banfbärer Erinnerung an bie trefflichen Leistungen in ber vorigen Saison mit Freuden willkommen geheißen. In bet Besetzung ber Instrumente ist zwar manche Aenberung eiiigctveten, boch haben sich bie neuen Kräfte mit ben alten schon ziemlich wieber eingespielt. Konzertmeister Kaufmann ist burch Herrn Hofmann erfetzt, ben wir inzwischen auch als fein- fühlenben unb ohne alles Affektierte sicher ivirkenben Dirigenten kennen gelernt haben. Das Programm bes Eröffnungskonzertes war naturgemäß gewählt. Leiber litt bie Stimmung im Publikum burch bas häufige Aus- unb Eingehen währenb ber Stücke, sowie burch bas Hereintönen ber Hammerschläge von ber Baustelle aus, auf bet der neue Konzettfaal feiner letzten Vollendung entgegen- Getreide am Es starben an: 1 1 (+ (+ vt- llandel des 90.901 hJektnz. Lahmeyer . 4>’o 60.90 3-6 Portugiesen Serie 1 111 Portugiesen 3% Tendenz: behauptet. 155.70 230.50 ' . 149.70 */, Kg. 76-84 Psg. i'lbeiBbroi 2 Jtg. 62 Pig. Schwarzbrot 2 Sig. 58 Psg Weizen 100 Jlg. 23.25—OO.Ou Mit. Roggen 100 Sig. 20.60—OO.uO 2JiL Höchste Schlachiviehpreije m Frankiurt a. 3JL 70—80 60—76 Bochum Guss Buderus E. W (+ (+ 1 (1) 1 Achsen Kälber Schweine (+71A) (-97.) 5) 2) 2) 1) 4) 6) 7) 3) 4) 7) 2) 5) 5) 1 3(1) 1 1(1) 1 1 3 3(1) 1 1(1) 1 1 KD 1 Mannheim Straßburg Stuttgart München W e t t in a r k Weizen 220 (+ 227 (+ 216 (+ 3% 3)ä7< 3% Canada E. B. . . , Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: fest. 221 221 218 215 215 218 216 213 218 218 220 219 122.25 1U9.30 20o.o0 193.00 109.30 198.40 2U8.O0 95.10 99,30 161.30 124.20 23130 135.50 174.40 138.10 198.00 Beichsanleihe do. Konsols . . do. Hessen . . . Oberhessen Uesterr. Goldrente. ■o Uesterr. bilberrente Ungar. Goldrente . . Italien. Bente . . . 81.25 90.85 81.30 OO.uO 91.50 98.60 99.20 91.50 88.20 178.00 23 25 148.80 120.00 Interessentenkreisen Der Schluß gezogen, baß Die Deutsche Dank den russischen» Verhältnissen Vertrauen entgegenbrinat. Ein Umstand, der im Interesse dieser Kreise nur willkommen geheißen werden kann. Diesmal sind die 5lfn.cn der Sibirischen Bank von der deutschen Bank eingesiihrt worden. Die Eimuhrung ist im Allgemeinen als eine vorteilhaste Erwerbung zu bezeichnen, wenn man außer <2ld)t läßt, daß deutsches Kavital für deutsche Anleihen vielleicht doch noch besser angebracht wäre. Das Agio der Aktien der Sibirischen Bank ist im Verhältnis zur Höhe der tu den letzten Jahren gezahlten Ttvidende niedrig. Tie Bank hat in den letzten 6 Jahren je 16% Dividende ausgerichtet; da ist em Kurs von 196l/.//0 sicher nicht teuer. Alan Niuß aber auch daran denken, daß die rilssischen Banken sich an den rilssischen Jndilslrieuliternehmungen in der letzten Zeit ehr stark beteiligen unb daß auf diesem Gebiete neben inanchen Erfolgen auch viele Mißerfolge zu verzeichnen sind. ' So ist jüngst in der russischen Zuckerindnstric eine schwere Krisis ausgebrochen, von der u. a. auch die Russische Bank für Auswärtigen Handel betroffen wurde, deren neue Aktien kürzlich ebenfalls an der Berliner Börse eingeführt worden sind. 50 Kg. Schlachtgewicht 74—78 Alk. । , Kg.Schlachtgew. 98—lOO'B'.l 63-64 „ Die Marktpreise für Bieh und Frucht unO die Gichener Fleisch- und Brotprcise am 11. Mat 1908. Elektriz. bchuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . liambuig- Ainenk. PakelL liarpener Bergwerk. . . Luurahütte...... .Xurdd. Lloyd . . . . Ubeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . .. Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Komuiandit. . Dresuner Bank . . . . Kreditaktieu..... Baltimore- und Uhio- Eisenlahu..... Gottnardbahu Louiuard. Eisenbahn . . Uesterr. bliuitsuuiiu . . . Pnuce-llcuri-Eisenbahn . Universitäts-Nachrichten. — Der Vortragende Rat im Ministerium für Handel und Gewerbe, Geheimer Bergrat E. Völkel ist zum Dozenten der Berliner Bergakademie berufen und mit der Abhaltung der Vorlesungen über Bergrecht und Einführung in die Rechtswissenschaft beauftragt worden. — Der Privatdozent für Moraltheologie an der Universität München, Hospriester an der St. Michaels- Hofkirche, Tr. theol. Franz Schaub wurde zum außerordentlichen Professor für Kirchenrecht und bayrisches Verwaltungsrecht am Kgl. Lyzeum in Regensburg berufen. — Ter Bonner Romanist, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Wendelin F o e r st e r wurde zum auswärtigen ordentlichen Mitgliede der Konigl. Äkadeniie der Wissenschaften in Turin gewählt. — Zum Vertreter der Universität Tübingen in der Ersten Kammer der Württemberg. XlQnbflänbe wurde vom akademischen Senat der Professor des bürgerlichen Rechts, Dr. jur. Otto von Wendt gewählt. Prof, v. Wendt (geb. 1846 zu Rostock) ist feil 1893 in Tübingen als Nachfolger von Tegenkolb tätig. Im Studienjahr 1903/04 war er Rektor der Tübinger Hochjchule. Er ist Vorsitzender der literarischen Sachverständigenkammer für Württemberg, Baden und Hessen. . . 218.00 . . 111.90 Tuberkulose Herzfehler Schlagstuß Tarmkatarrh Rierenjchrumpsung Mittelohrentzündung 'Mißbildung unbekannten Ursachen Lamrlicn-Nachrichtcn. Verlobt: Frl. Rosa Höxter in Frielendot, (Bez. Kassel) mit Herrn Hermann Strauß in Marburg. — Frl. Jojesine Gioßmann in Wetzlar nut Herrn Hermann Wolf in Limburg. — Frl. Lisa Troß mit Herrn Willy örecl) in Wetzlar. Gestorben: Herr Hauvtlehrer a. D. Friedrich Sieke in Mengertnghaujen. — Herr Konrad Schmidt in Weiperfelden. — Herr Wilhelm Roos in Grünberg. Vermißtes. • Einbrüche. In Essen wurde im Postamt II. an der Schützenbahn etngebrochen. Die Diebe haben die noch erhöht worden sind. Es stellten sich die Preise <ür inländisches letzten Markttage: Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Rostock Hamburg Hannover- Braunschweig Düsseldorf Köln Mchmti. Uedersicht der Todesfälle i. ö. Stadt Eichen. 18. Liwche. wm 26. April bis 2. 'Mai 1908. Einwshnerzahk: angenommen zu 30 400 linkt. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitszisser: 20,52tf/00, nach Abzug von 3 Ortsfremden: 15,39 J/Otl. Kinder Teßetomscbsö t&.ursftjefl’ücai£e Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank Ihr und Industrie, Glessen. l'rnn klar ter flborse, 12. Mai, 1.15 Uhr. fetm unb das Diakonissen heim. — Ter .Wnig von Mürttem- beva föenbierte für die Armen unb den deutschen Hilfsverem je 1000 Mk. Kaiser Franz Joseph wohnte dem gestrigen Mai-Korso im Prater bei. _ m _ ,, Akademische Freiheit inOesterretch. Der „Reuen Freien Presse" zufolge erklärte der Rektor der Wiener Univer,i- tät gestern den Vertretern der Wiener Studentenschaft: Die Studentenschaft möge versichert sein, daß, wenn eine außerhalb der Universität stellende Macht einen Professor in seinem Lehr- MNte wegen seiner veligiösen, wissenschaftlichen oder irohti]d)en Ueberzeugung behindern würde, die Professoren Die ersten sein mürben, die dagegen Protest ergreifen würden. Von dteser Erklärung deS Rektors wurden auf Wunsch der Studenten, auch die aicheren Universitäten verständigt, und es besteht die Hoffnung, daß diese Zusicherung die Wiener Studenten von einem Aussüinde abhalten wird. _ v 3 Eine Beleidigung Deutschlands. Tie Untersuchung über die Mißhandlung eines deutschen Schutzgenossen im Mdakra-Gebiet ist eingeleitet worden. Die Franzosen nahmen ihm die seitens des deutschen Konsulats ausgestellten Ausweispapiere ab und spie en sie^an. Die Papiere wurden dann von ihnen fortgeworsen, Eingeborene fanden sie später auf freiem Felde unb übersandten sie dem Konsulat. Alle in Casablanca ansässigen Eingeborenen beruhten den Vorgang als eine Beleidigung Deutsch- ^^Mazedonische Reformen. Wie das Reutersche Burttw erfährt, har die englische Regierung von der russischen Regierung deren Antwort auf die von Sir Edward Grey am 4 April abgesandte Rote erhalten. Die Antwort enthält einen Plan für die aus der Verschmelzung gewisser vorher von der englischen und der russischen Regierung vorgeschlagenen Punkte beruhenden mazedonischen Reformen; sie hat keinen endgültigen Charakter u. die Erörterungen zwischen den betdenRegierungen werben fortgesetzt. — Der neue Gouverneur für Macedonien, der italienische Robilant, ist vorgestern in Konstantinopel ein- getroffen und hat sich sofort in Begleitung des ersten Dragomans dcr italienischen Gesandtschaft nach dem Pildiz kiosk begeben. Ter Duma Präsident Chomjakow hatte vorgestern eine fast zweistündige Audienz beim Zaren. Chomjakow erzählte, daß der Zar sich ihm gegenüber äußerst huldvoll zeigte. Ter Zwischenfall Kokowzeiv ist vollkommen beigelegt. Ter Einzug M u l a y H a f i d s in Fez steht unmittelbar bevor oder ist bereits erfolgt. Tas ganze Heer von Abdul Asis, unter dem von ihm abgesallenen Ben Bagdad! ist gegen den Befehl des Sultans von Rabat nach Fez aufgebrvchen, um zu Mulay Hafid überzugehen. Abdul Asis, dec nunmehr vollkommen verlassen ist, fühlt sich in Rabat unsicher. Es verlautet, daß er im Begriffe ist, bei den Franzosen im Hinterlande von Casablanca ein Unterkommen zu suchen. Tas englische Unterhaus nahm die zweite Lesung des Gesetzentwurscs, der die Gründung zweier neuer Universitäten in Irland vorschlägt, mit 352 gegen 38 Stimmen an. _ ,,..v Infolge des Streiks der Arbeiter in der Lchtsfbau- induftrie in N o rd o steng land herrscht dort großes Elend. Tie Familien der Streikenden leiden furchtbare Not. Tausende sind ohne genügenbe Nahrungsmittel, harren jedoch hartnäckig aus. Viele Streikende haben ihren ganzen Hausrat verkauft, um sich Geld zu verschaffen. Tie Streikfonds sind voll- ständig erschöpft. Ich gehe durch rinm grasgrünen . aber die Vöglein hör ich kaum singen, da mich em ° Kä* Ä scheulicher Husten qunlt. Die ganze Brust tut mit ESk der Hais ist mir ordentlich roh. Wenn Ich riud) E|?2S versuch ich'S auch einmal nut FayS ächten Sodener Ssicre! Pastillen — die tollen ja bei allen Ertältungen, bei v ' 'f u. Verschleimung ausgezeichnet wirken. Von anderen aa hab ich übergenug u. tdj mag lie nicht mehr sehen. —-unv» Sodener sind seit beinahe einem yteneijalrvUunoeu u gegen alle tatarrhaUjchen Erichemungen des vaties «> HfewlS Atmungsorgane. Die Schachtel roßet nur 8a »[■ bcll sie in jeder Apotheke, Drogerie u. Ätineralwaiierhanot. v — Zusammen: Erwachsene: nn vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Fahr 4>äv 0 russ.ätaatsaul. 190u 4>b "/o japan. Staatsanleihe Uouv.Türkeu von luuö Türkeulose...... 4% Grieeh. Monopol-Aul. . äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . 4>iu/0 Chinesen . . . . Aktien: Handel. Deutsche Bank u. ,i o u 111 j ch e Finanzen. Zum zweinunnu m diesem Jahr iocijui jicn russischer Banken durch die deutsche Bank an deutsche Börsen gebracht. Daraus wirb von 94.50 87.00 95.00 149.60 49.20 85.40 65.40 95.70 Sommerkur für ajznse. »rx Heilanstalt. Neue Gesellseb.-ii <6 ß \ pTfllU® Inn» und Vcrpfleg'iiutf. V ijirals (Dependance für .Minderbemittelte) Prospekte franko. atgygfcj Dr. M. Sehiilzc-KalileyeB. Nervenarzt. 8MWU Sanatorium Hofneim im Taunus. Märkte. Gießen, 15. Mai. Al arki bericht. Auf heutigem Wocken- markte kostete: Butter pr. Psb. 1.20—1.25 Alk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Kasematte 2 St. 5—6 Psg., Erbsen p. Psb. 18—24 Psg., Linsen p. Psb. 25—40 Psg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Gänse pr. Psb. 00—00, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Alk., Ochsenfleisch pr. Psb. 76—84 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 74—76 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psb. 80 Pfg.,. Kalbfleifch pr. Psb. 70—80 Psg., Hammelsleisch pr. Psb. 70—84 Psg. Kartossein pr. 100 Kg. 6.00—7.00 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 Alk., Altlch per Liter 20 Psg., Weißkraut per Stück 0—00 Psg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. — Aepsel per Ztr. 10—25 Alk., Birnen per Ztr. 10—25 Alk. Nüsse 100 Stück 40—00 Psg., per Ztr. 0—00 Alk. Alarktzeit von 7—1 Uhr. — Kartoffelmarkt-Bericht vom 77. Mai 1908. Friebberg (Hessen): Rote Sorte Mk. 2.10—2.25, Alagnum bonum 2.50—2.60, weiße runbe 2.10—2.25, Gelbfleischige, weiße, 2.35 bis 2.50. Frankfurt a. Al.: Rote Sorte Alk. 2.00—0.00, Alagnum bonum 2.75—0.00, weiße runde 2.00 bis 0.00, Gelbfleischige, rote, 2.50, weiße ^.50. Wiesbaden: Alagnum bonum 2.75—O.OO, weiße runbe 2.50, Gelbfleischige rote 0.00, weiße 3.00. Alaun- heim: Alagnum bonum Alk. 2.80—2.90, Gelbfleischige, blaue 3.65 bts 3.75, rote 4.40—4.50. Köln: Rote Daber Alk. 0.00—0.00, anbere rote Sorten 2.30, Alagnum bonum 3.10 bis 3.20, weiße runde 2.50—0.00, Gelbfleischige rote 2.90—0.00, weiße 2.90—0.00. Dortmund: Alagnum bonum Alk. 3.20—0.00, weiße runbe 2.70, Gelbfleischige, blaue 0.00, rote 3.20, weiße 8.70. Al ünster: Alagnum bonum 2.60—2.75, Gelbfleischige rote 2.90 dis 3.10, weiße 3.65—4.00. Hagen: Alagnum bonum 3.10—3.20, weiße runbe 2.80—0.00, Gelbfleifchige weitze 3.70. Saarlouis: Rote Sorte 2.50, Alagnum bonum Alk. 0.00, weiße runbe Alk. 2.50. Frankenthal: Rate Sorten 2.30, Magnukn bonum 2.50, weiße runde 2.40, Gelbfleischige blaue 3.00, rote 3.00, weiße 3.25. Wittich b. Krefeld: Rote Sorte 0.00, Alagnum bonum 2.80—3.00, Gelb- fleischige, rote 2.80 bis 8.0J, weiße 2.70—2.90. Kempen: Alagnum bonum 2.70-0.00, Gelbfleischige rote 3.10. Sasstg- Plaidt: Rote Sorleir 3.00, Alagilum bonum 2.80, weiße runde 2.40. Al ü it ch e n : Alagnunt bonum 2.40, Gelbfleischige weiße 2.OQ. (Alles per 50 Kttogr.). Spielplan der vereinigten Frantiurter Stadttheaier. Opernhaus. Mittwoch den 13. Mai geschienen. Donnerstag den 14. Mai*): „Die FleberinailS." Freitag den 15. 9)1 ai, abends halb 8 Uhr: „Madame Butterfly." Samstag den 16. Mat: „Euryainhe." Sonntag den 17. Mai: Z u ni ersten Male: „D e r stdele Bauer." Aloirtag den 18. Alai, abends halb 8 Uhr: Gastspiel des uerrn Charles Dalmo res von der Manhattan-Opera m Rewyork: „Samson unb Dalila." Schauspielhaus. Mittwoch den 13 ölai : Z u m erstell Male: „Die Großen unb die K l e l n e n." Donnerstag ben 14. Mai, abends halb 8 Uhr: „2x2 — 5". Freitag den 15. Mai: „Wallensteins Tob." Samstag ben 16. Mat: „Lie Großen unb bte Klemen." Sonntag ben 17. Alai, nachmittags halb 4 Uhr: „2x2—5." Abends 7 Uhr: „Die Großen unb die Kleinen." Montag den 18. Mat: „Tas Blitzmädel." Dienstag den 19. Mai: .Wallen» ft eins Lager." Hierauf: „Tie Piccoloumil." *) Anfang, wenn titcht anbers bemerkt, abends um 7 Uhr. in seiner Umgebung auch noch nicht ganz sertiggestellte Schuck- h a r d t b r u n n e n. Daß er einer der schönsten Zierde unserer Stabt ist, wwd aber wohl schon jetzt niemand mehr ernstttch bezweifeln. Von der laubenartigen, in grauem Sandstein aus- geführten Einfassung jpeien Löwenkopse Wasserstrahlen m das weite Becken, aus dessen Mitte gewaltig schäunteild ein Sprudel hervorbricht. Zwei Frauengestalten sitzen nn Hintergründe über einem kleineren Brunnenbecken, rechte Raturburschen mit ihren zottigen Ziegensüßen unb den derben Gesichtern. Doch aber lebt auch in ihnen ein höheres Ahnen und Fühlen; darauf beutet Schalmei unb Hirtenflöte in ihren Händen. Alan meint so recht mit ihnen am heißen Sommertag ben kühlenden Wasserstaub und eine freundliche Melodie zu gemeßen. Die Ausführung der Figuren ist künstlerisch sehr fein. Die Obstverkaufsstänbe, die eben noch als grüne Holzhäuschen den Brunnen flankieren, erinnern freilich an die praktijchen Schwierigkeiten, mit denen der künstlerische Gedanke an dieser Stelle zu rmgen hat. Die anliegenden Geschäftsleute aber werden vielleicht sogar bte Erfahrung machen, baß bas Interesse für ben geschmackvollen Brunnen ihnen auf die Dauer noch von ganz reellem Nutzen fern wird. Ta wir so trotz aller Frühlingsireube unb Kunstbegeisterung auch mieber an ben staubigen Lärm bes Alltags mit seinem Inter- resjenkampj erinnert worben sind, jo mag zum Schluß der Blick nun auch noch auf bie ernste Fehde mit unserer Rachbarstabt Friedberg wegen der Klärbeckenanlage gerichtet werben. Die Protestverjammlung, bie bort am 6. bes Monats getagt hat, unb bei ber ein Rebner sogar zur Selbsthilfe gegen uns aussorberte, scheint beim doch ganz vergessen zu haben, bag Bab Rauheim seine Kläranlage nicht etiva aus Mutwillen unb Boshaftigkeit gegen Fnebberg in bie Ilja führen will, fonbern daß bieser Plan, bas Ergebnis eines Kampfes mit den verschiedensten und größten Schwierigkeiten ist: solche sind 1. bie ungünstigen Terrainverhält- ntsse, 2. bie Kostenfrage, 3. bie Eigenart unseres Kurbetriebes. Protestresolutionen gegen uns zu verfassen, bas haben bie Frtebberger billig. Wenn sie mit uns zu raten, taten und — zu zahlen hätten, mürben sie vielleicht auch tvemger rasch über bie genannten Schwierigkeiten Herr werben. Was bie „Selbsthilfe" anlangt, jo dürfen wir uns wohl bes Gebankens trösten, baß bie Zeit ber nachbarlichen kriegerischen Fehben lilcht mmber wie die der Eingangs erwähnten blutigen Glaubenskämpfe inzwischen doch auch bet uns in Deutschland überiuunöen jein dürften. Wir brauchen uns also in unserm zuversichtlicheii Vertrauen aus ben geschichtlichen Fortschritt auch wohl burch diesen neueften Jriebberg-Rauheimer Konflikt nicht beirren zu lassen. Dr. Strecker. Frarikfurt a.M. 227*/, 235 Fleischpreise m Gießeti 225 (- 230 (— i 234 (— t p r e 11 e: Weizen: Berlin Diai 221.50 (Z- 4.50), Bubapest Alai 197.80 (- 8,90). Pans Mai 190.10 (+ 4.75). Liverpool Juli 174,85 (-s- 5.80). Chicago Aiai 162.00 (-j- 2.55). Roggen: Berlin Alai 198.50 (+ 1.00). Hafer: Berlin Mai 164.50 (+ 0.00) Alk. Türfüllung der Haustür ausgeschnitten und sind durch diese Oeffnung eingedrungen. Ed fielen ihnen 300 Mark bares Geld in die Hände. Die Einbrecher verwüsteten außerdem alles, beschmutzten und zerschnitten die Kleidungsstücke der Beamten und die vorhandenen Wertzeichen. Auch in Burgsdorf bei Hannover sind Diebe in die Postanstalt eingebrochen. Nach den Fußspuren zu urteilen, fommen zwei Einbrecher in Betracht. Sie öffneten mittelst Nachschlüssels die Haustür und fliegen dann durch das Schalterfenster in das ^Dienst- zimmer, wo sie in einem Schrank, dessen Tür sie mit Stemmeisen sprengten, einen eisernen Kasten aufbrachen, der durch vier starke Schrauben in dem Schrank befestigt war. In dem Kasten befanden sich Postwertzeichen im Betrage von 21 000 Mark, die den Dieben in bie Hänbe fielen. Von ben Tätern ehlt jede Spur. ________________ Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwrrtschaftsrats vom 5. vis 11. Mai 1908. Tas größtenteils srullsibare Wetter der letzten Woche hat in Deutsclstand die Entwickelung der Saaten sehr gefördert, doch wurde stellenweise, wie in Bayern und vereinzelt tm Olten, iwch über allzu kühle und regnerische Witterung geklagt und ivärmeres Wetter für dringend nöckg gehalten. Der Getreide- martt stand unter dem Eindruck der Festigkeit des Weltmarttes, die durch die überraschend geringe Weizenausfuhr Argentiniens unb durch ungünstige Saatenstandsberichte in den Vereinigten Staaten, in Rußland und Ungarn veranlaßt lvurde, und unter dem Eindruck des tnappen Angebots aus enter Hand im Jn- lande, das teils auf die vielfach iwch nicht beendete jahrsbestellung, teils aber auch auf bie Erschöpfung der Vorräte zurückzuführen ist. Im allgemeinen war das Geschäft in inländischem Weizen und dioggen wenig belebt und der Kvn,um zurückl-altend. Doch gewannen vielfach die inländischen Preise angesichts der Aufschläge auf dem Wellmarkte und Der erhöhten ausländischen Offerten. Für argentinifchen Weizen wurden bis zu 228 Mk., für russischen sogar bis zu 230 Mk. und für russischen Roggen bis zu 203 Mk. gefordert, Preise, die gegenüber den niedrigen inländischen Preisen einen Gewinn vielfach nicht mehr zuließen. Dies gilt besonders für Die norddeutschen Märkte, während die rheinischen Markte bie Parität mit den argentinischen Forderungen erreicht haben. Besonders lebhaft war das Geschäft in Hafer, nach welchem sich besonders Tür Aussuhvzwecke eine rege Nachfrage kundgab. Der Hafer konnte deshalb noch eine weitere Preisvesserung erzielen, zumal die Offerten für ausländischen Hafer gegenüber Der Vorwoche Getreibepreise in Mannheim | Brotpreise m Gießen iieriiaaer Börse, 12. Mai. Anlaugskurse. Harneuer Bergwerk. . . 198.20 Laurauütte .....^7?0 Luinbariieu E. B. - - • Nurdd. Lloyd Tiirkenluae . ♦ — Der Schluß ber Dar in st äbter H o f t h e a t e r s a i s o n ist für Freitag, 22. Mai in Aussicht genommen. In ber letzten Vorstellung soll „Lohengrin" zur Aufführimg kommen. — Kleine Chronik aus Kun st unb Wissenschaft. Der beutsche Kaiser hat bem bekannten Porträt- unb Ge- schichtsmaler Hermann S eh m ieche n ben 'Huftrag crtcilr, jein Bilbnis ui Parabe - Aiarmeuni orm zu malen, ^as Bilb ist nie England be|tunmt. !".llMr.'T.!L"!Llü.’_!.llL.L"....... ' "T --- IButterick’s Kaumagraph- (»> Muster eint der bisherigen Pausen und Sclu< Ionen für Stickereien eine ncoe Methode. Las Master wird mit heissem Eisen auf den Stoff sepl.it et u i n sofort gebrauchsfertig. Tn'lciioM wie alle Butierlck’s Mclnut* • Jedes Muster 45 Pf. durch jede Bulteriek’s Agentur oder di>< kt 'on PJ zictien-GeseilMchaft für Bntterick’a Verlag, Berlin «• =•_ ■3 Bulteriek’s Moden - Revue, dies tonangebende Aioden-Jonr il - E pro Quartal. Ausland M. 2.50. ProbehetX »rctls uar vom Kunstsaton Mirz auÄteUung. Farbige Originalrabierungen französ. Künstler. — Eintritt Summe 12 (3) 8 (2j 3 (1) 1 Anm.: Tie m Klammern gefetzien Ziffern geben an, iuie viel ber Todesfälle in der belrefjenben Krankheit aui von auswärts nach Gießen gebrachte Kraute t omni en.___ Verantw. für Feuilleton n. Vermischtes: I. V.: E. Anderson. Roggen Hafer 19372 (+ o/3) 158 (- - ) 192 (+ 2) 167 (+ 7) 193 (+ 4) 163 (- - ) 188 (- 2) 158 (+ 5) 197 (- 1) 160 5) 197 (+ 3) 179 (4- 2) 197 (+ 5) 166 (4- 4) 198 (+ 2) 162 (- - ) 204 (+ 2) 164 ( h - 4) 188 (+ 8) 167 (+ 2) 193 (+ 5) 176 (+ 3) 200 (- ) 160 (- - ) 198 ( + 1) 163 (+ 1) 203 (+ 5) 176 (+ 1) 199 (- ) 172'/° (- - - ) 207'/, (+ 2Vr) 180 (- W,) 207';, ( + 2%) 178 (- - ö) 200 (- ) 195 (- - 5) — 180 (- - ) 204 (+ 1). 184 (-J Zirkus Wallenda Kiiemalograpb Diese Woche Grossartiges Programm. Mittwoch Grosse Kindervorsteilung i. a. gelangen zur Aufführung die wundervollen Märchen 04041 „Dornröschen“ und „Ein HammelftaO“. )edes Kind erhält als Geschenk ein Täfelchen Stollwerks Chocolade. 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