Nv.2«r Zweites Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 12. November 1908 Erscheint ILglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siehener FamiNenblatter" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Glehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger Eeneral-Anzeiger für Lserhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühftsch« Unwersitäts - Buch- und Etemdruckeret. 9L Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion:e^li2. Tel,-AdruAnzeigerGießen. Stimmutißsbilö aus dem Reichstage. Berlin, 11. Nov. Das Ende der Interpellation. Der große Eindruck deS gestrigen Tages wurde heute betrüblich verwischt. 9tur ein Teil der Schuld daran fällt aus die Parteien des Reichstags, der Löwenanteil geht auf Rechnung des Auswärtigen Amtes oder vielmehr seines derzeitigen Repräsentanten. Herr von K i d e r l e n - W ä cht e r naljm das Wort, und das Schlimmste, wessen sich Fürst Bülow in diesem Augenblicke versehen konnte, aeschah: als man gewissermaßen das Fazit aus der zweitägigen Aussprache erwartete, gab es ein allgemeines Gelächter. Einen Heiterkeitserfolg hatte man als Ausgang dieser Jnterpellationsbesprechung am allerwenigsten vermutet. Wie nach einem großen Tage sah es schon zu Anfang nicht aus. Der Saal zeigte große Lücken. Der Andrang zu den Tribünen war -war auch heute stark, aber Hof- und Diplomatenloge füllten sich nur allmählich, und die ersten Redner gar bereiteten den Zuhörern wahrlich kein Fest. Fürst Hatzfeld hatte die eigentliche Rede der Reichspartei für heute angekündigt, und dem Freiherrn von G a m p war diese Aufgabe zugesallen. Sein Temperament und seine dialogisierende Art brachten chn in einen Konflikt mit verschiedenen Parteien: mit der wirtschaftlichen Vereinigung auf der rechten Seite des Hauses, mit den Sozialdemokraten und dann gar auch noch mit den Freisinnigen. Aber der Widerspruch, den er auslöste, war nicht sehr ernster Art; die Sozialdemokraten gerieten geradezu in Ulkstimmung, und ein lautes Hurrah von ihren Bänken geleitete ihren allen Widersacher, als er die Tribüne: verließ. Er hatte Verwahrung eingelegt gegen die Sprache, die Herr von Liebermann gestern gegen den Kaiser führte. Aber inhaltlich mar es nicht weniger scharf, wenn Herr v. Gamp das tragifd/c Geschick des Herrschers beklagte, der sich fortgesetzt in Wideriprnch mit den Anscl>auungen seines Volkes setze und nicht imstande sei, daraus eine Lehre zu ziehen. Seinen in der augenblicklichen Lage nickst gerade angebrachten Angriff auf den Grafen Caprivi wies der Redner der freisinnigen Bereinigung, Schrader, als unberechtigt zurück, er vermied es aber, sich auf eine Polemik einzulassen, mn die Gemeinsamkeit der Auffassung des Reichstags nicht zu stören, die allein der Jnterpellationsaktion eine Wirkung zu sichern vermag. Er sah auch von unnötigen Wiederholungen ab; in seiner ruhigen sachlichen Art stellte er eine der Hauptguellen der Uebelstände fest: die räumliche Trennung, in der sich die leitenden Stellen während eines großen Teiles des Jahres befinden, die Regierung im Umherziehen. Gestern hatten sich die Konservativen genötigt gesehen, die kurze Erklärung, die sie durch Herrn von Rormann abzugeben gedachten, durch die improvisierten Ausführungen des Herrn von Heydebrand zu ersetzen: heute holte Herr von Rormann seine Erklärung nach: sie war kurz und bündig ein Vertrauensvotum für den Kanzler. Für die kleine Gruppe der Reformpartei gab Herr Zimmermann einen zwar nicht schwachen, aber weniger schmackhaften Aufguß der Rede des Abg. Liebermann von Sonnenberg. Dann kam anstelle des Abg. von Payer für die süddeutsche Volkspartei Herr Haußmann zu Wort. Und er wußte die Aussprache auf die Höhe des gestrigen Tages zu heben. Es war eine meisterhafte Rede. Den Vordersätzen des Reichskanzlers fügte er die Nachsätze an: Der Forderung, daß der Deutsche Kaiser kein Schattenkaiser sein dürfe, die Ergänzung, aber auch kein Sonnenkönig. Er stellte noch einmal klipp und klar an den Kanzler die Jnter- pellationssragen, die gestern nicht beantwortet wurden: Was gedenkt der Kanzler zu tun, um die Wiederholung der bekannt gewordenen Vorgänge für hie Zukunft zu verhindern? und welche Garantien kann uns der Reichskanzler geben? Bei der Sorge des Volkes, der Sorge der Volksvertretung, der Sorge des Kanzlers, fragte Herr Haußmann nach der Sorge des Kaisers in diesen Tagen. Und er erhielt keine Antwort. Es kam dem Fürsten Bülow vielleicht gelegen", daß während dieser Rede eintreffende Depeschen ihn nötigten, sich angelegentlich mit seinen Räten zu unterhalten und dann auf einige Zeit den Saal zu verlassen. So erhielt der Pole von Jaworski das Wort und nach ihm der Sozialdemokrat Heine, der das, was sein Genosse Singer gestern verhältnismäßig maßvoll gesagt hatte, etwas kräftiger variierte und seine Angriffe auf Kaiser, Kanzler und bürgerliche Parteien mit ätzendem Spotte würzte. Der Kanzler war währenddes zurückgekehrt, aber statt seiner erhob sich der neue Mann, Herr von Kiderlen-Wächter. Run kam die Antwort auf die zwar weniger wichtige, aber immerhin noch genug erhebliche Frage: Was soll geschehen, um solche Vorgänge im Auswärtigen Amt in Zukunft unmöglich zu machen? Und der ans Anlaß dieser Vorgänge als Vertreter des Staatssekretärs berufene Mann gab die Antwort, das Personal werde vermehrt werden. Die Organisation des Auswärtigen Amtes nannte er Musterhaft, die Pflichttreue und Leistungen seiner Beamten ausgezeichnet, und jeder seiner Sätze erstickte unter einem Gelächter, das sich von der äußersten Linken bis weit auf die rechte Seite des Hauses fortpflanzte. Jetzt nahm der Kanzler nicht mehr das Wort. Zwei kurze Reden noch von dem Legattonsrat a. D. von Dirksen und Herrn ßattmann von der Wirtschaftlichen Bereinigung, und der Präsident verkündete, daß niemand mehr zum Wort gemeldet sei. Die Besprechung war zu Ende. Man hatte nicht Lust mehr, sie morgen durch Beratung des Adressen-Antrags der Wirtfckzaftlichen Vereinigung sofort wieder aufleben zu lassen. Nun wird die ganze Frage an einem der späteren Tage von neuem aufgerollt werden müssen.________________________ Deutsches Reich. Generalstaatsanwalt Wachter vom Kammergericht ist gestern in Berlin gestorben. Nach der gestrigen R e ichs t a g^s si tzu n g entwickelte der Rciclis Kanzler in einer Sitzung des Staatsministeriums die Grundzüge dessen, was er in der heutigen Sitzung des Bu«des- ratsausschusses für Auswärtige Angelegenheiten mitteilen will. Die preußische Wahlreform Wie die „Nattonal- Zeitung" aus,g*ut unterrichteter Quelle erfährt, werden, die Vorarbeiten für die preußische Wahlrefvrm im landesstatistischen Amt tunlichst beschleunigst. Die Gruppierung der, Wahlziffern nach den vom Minister des Innern angeordneten Gesichtspunkten dürfte demnächst beendet sein. Es wird angemein angenommen, daß das Gesetz über die Abänderung des preußischen Wahlrechts im Herbste 1910 vor den Landtag gelangt. Ausland. Freiheit der Wis j enscpaf t! Wie man der Reuen Freien Presse aus Rom meldet, hat der Papst den Erzbischof von München beauftragt, dem Professor Schnitzler die Exkouununr- kation anzukündigen, falls er sich nichr verpflichtet, fortan nichts mehr zu publizieren, keine Vonräge mehr zu halten und sich Überhaupt jeder öffcntHdjen Kundgebung zu entziehen. Das türkische Parlament wird nach einer Mitteilung des türkischen Münsters des Innern wahrscheinlich schon Ende dieses Monats zusammentteten. Kein Bündnis. Mwakowitsch erklärt die Nachricht des ,,Maly Journals" über den AbsÄuß eines Bünonijses zwischen <ä esb ien und der Tür kei für unbegründet. Elektrische Strotzen-, voll- und Schnellbahnen. Gestern abend sprach in dem vollbesetzten Saale von Steins Garten in der vom Bürgerverein Gießen einberufenen allgemeinen Vürgerversammlung Diplom- Ingenieur Frerich aus Berlin (Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft) über elektrische Straßen-, Voll- und Schnellbahnen. Ter etwa V/4 Stunden dauernde Vortrag war durch interessante Lichtbilder bestens unterstützt und brachte viel interessantes über das Thema, das gerade jetzt unsere Stadt am meisten beschäftigt. Der Redner, der uns von seinem vor 3 Jahren gehaltenen Vortrage noch bekannt ist, der ebenfalls auf Anregung des Verkehrs- uno Bürgervereins veranstaltet morden war, und der vielleicht mit den Anlaß gab zu der Entwicklung unserer Straßenbahnange- legenheit, knüpfte an seinen srüheren Vortrag an und gab einer Freude Ausdruck, daß unter der Mitwirkung der tädtischen Behörden und Körperschaften das Straßenbahn- wojekt jetzt zur Reife gediehen sei. Er verspreche sich von Der Straßenbahn eine schnellere Fortentwicklung unserer Stadt und wies an Beispielen nach, wie sehr andere Städte in ihren Verkehrsverhältnissen durch die elektrischen Straßenbahnen gewonnen Hütten. Von den ersten Anfängen des Bahnwesens ausgehend, berichtete er über die zuerst nicht besonders von (Erfolg begleiteten Versuche mit Akkumula- toremvagen in Berlin, die bald durch das Oberleitungssystem verdrätlgt worden sind. Daneben sind auch in einzelnen Städten unterirdische Stromzuführungsanlagen ausgesührt worden, die sich aber bei ungünstigen Witterungsverhältnissen nicht überall bewährt haben, so daß man heute fast allgemein zur Verwendung des Oberleitungssystems gelangt ist. Bei dieser Entwicklung hat sich ein Aufschwung des Verkehrs in Berlin gezeigt, der so erheblich ist, daß in einem Jahre etwa sieben- bis achtmal soviel Menschen mit der Berliner Straßenbahn fahren als int ganzen deutschen Reiche wohnen. Aber auch für kleinere Städte hat sich der elektrische Betrieb durchweg bewährt. Der Vortragende führte uns in einer Reihe von Lichtbildern sehr interejfanlc Anwendungsgebiete des Straßenbahnsystems im In- und Auslande vor und zeigte z. B. eine Straßenbahn in Kairo, im tiefen Schnee Rußlands, oder in den Palmenhainen der Insel Java, wo sie überall zur Verbesserung des Verkehrs beitragen. Der Redner ging alsdann auf die Anwendung des elektrischen Stromes für elektrische Vollbahnen über und zeigte im Bilde die von der preußischen Eisenbahnverwaltung gebauten Vollbahnen Berlin-Lichterfelde sowie die Hamburger Vorortsbahnen. Die erstere Bahn ist nach dem Gleichstromsystem, die letztere nach dem Einphasen-Hoch- spannungssysbem erbaut, wobei die Firma, der der Vortragende angehört, die Betriebsmittel fast ausschließlich geliefert hat. Indem wir die technischen Einzelheiten, welche für viele Zuhörer von großem Interesse waren, übergehen, bemerken wir, daß die von der preußischen Staatsbahn geplante erste größere Ueberlandbahn, nämlich die Strecke Atagdeburg-Halle-Äipzig, Aussicht auf Verwirklichung hat, und daß auch die Elektrisierung der Berliner Stadt- und Vorortbahnen nunmehr ernstlich durchgeführt werden soll. Sehr interessant waren die Ausführungen des Vortragenden über die Versuchsbahn der preußischen Eisenbahnverwaltung in Oranienburg, welche in einer geschlossenen Ellipse von mehreren Kilometern Länge verläuft, auf welcher eine elektrische Lokomotive Tag und Nacht ohne Führer dahinfährt, um sowohl Schienen, Bettung wie die Fahrzeuge zu probieren. Diese elektrische Lokomotive enthält übrigens die stärksten bisher in Europa gebauten elektrischen Bahnmotoren. Der Redner berichtete uns alsdann über die in der ganzen Welt feincr^eit Aufsehen erregenden Schnellbahn- verjuche auf der Militärbahn Marienfelde-Zossen, bei der der im Bilde gebrachte Wagen eine Geschwindigkeit von mehr als 210 Kilometer in der Stunde, also fast 70 Meter in der Sekunde zurückgelegt hat. Der Vortragende erntete für seine interessanten Ausführungen allseitigen Beifall, dem der Vorsitzende, Lehrer Val. Müller, Worte des Dankes folgen ließ. Die sich anschließende Diskussion beschäfttgte sich naturgemäß mit der hiesigen elektrischen Bahn. Pros. Dr. Sommer ging auf die geplante Änienführung ein. Er erklärte fein Einverständnis damit, daß zunächst in der Längsrichtung der Stadt gebaut werde und zeichnete ein Bild der voraussichtlichen Entwicklung des Straßenbahnnetzes. Derr geplanten Linien müßten solche von der Frankfurter Straße durch Wilhelm- und Ludwigssttaße zur Kaiser- Allee und eine Querlinie etwa bis zur Hardtallee folgen. Diese von ihm schon früher vorgeschlagenen Linien seien durchaus nicht phantastisch, wie in einer anderen Versammlung gesagt worden sei. sLebh. Beifall.) Rechtsanwalt Raab bezeichnete die Verlegung der ooerhessischen Bahnen als die wichtigste Voraussetzung für eine gedeihliche zukünftige Entwicklung auch unterer Straßenbahnen und richtete eine Reihe Fragen an den Vortragenden, die dieser, soweit sie das technische Gebiet betrafen, beantwortete. Um 11 Uhr war die anregend verlaufene Versammlung zu Ende. Aus Stadt uitfc Land. Gießen, 12. November 1908. — Landtagserös fnung. Nachdem als Termin für die Landtagseröffnung Ende November und Anfang Dezember genannt worden sind, kommt nun eine dritte ,besumter- richtete* Stelle und bezeichnet den 17. Dezember als Tag der Landtagseröffnung. — Warum übrigens nicht der Termin offiziell mitgeteilt wird, ist unerfindlich. Schließlich hat doch das ganze Land einiges Interesse daran, den Tag zu erfahren, an dem die Volksvertretung zusammentritt. *• Ordensverleihung. S. K. H. der Grobherzog haben dem Professor der Forslwissenschaft Wilh. Schlich in Oxford das Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. — Se. Kgl. Hoh. der Groß- h erzog haben dem deutschen Generalkonsul von Herff m Genua die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom König von Sachsen verliehenen Offizierkreuzes deS Albrechls-OrdenS erteilt. •* Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten H. Rieger aus Westhofen die Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Uderhausen. — Erledigt ist die mit einem eoang. Lehrer zu besehende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dannenrod. Mit der Stelle ist Orga- nistendienst verbunden. ♦* Gießen als Kongreß st ad t. Die nächste Versammlung der Anatomischen Gesellschaft, dis dreiundzwanzigste, findet vom 21. bis 24. April 1909 in Gießen statt unter dem Vorsitz von Professor Stöhr (Würzburg). ' Die Vereinigung für gerichtliche Psychiatrie und Psychologie im Großherzogtum Hessen wird am 21. d. Mts. in Mainz eine Versammlung abhalten und dabei die Weiberstrafanstalt daselbst besichtigen. Hierbei wird Bürgermeister Dr. Schmidt-Mainz über die Praxis der Zwangserziehung, Kreisschulinspektor Prof. Dr. Frenzel- Worms über die Zwangserziehung auf dem Lande und Pfr. R ö s ch e n-Freienseen über die Mitwirkung der Freiwilligen ErziehungSvereine bei der Zwangserziehung sprechen. •’ Besprechung Industrieller. Im Hotel ,Groß- Herzog von Hessen* sand am Samstag, 7. Nov., eine vom! Bund der Industriellen - Berlin einberufene Besprechung von Industriellen Gießens und seiner Nm g egend statt. Die Besprechung wurde durch ein Referat von Dr. Rudolf Schneider-Berlin, volkswirtschaftl. Syndikus des Bundes der Jndustrieellen, eingeleitet. Der Redner sprach über industrielle Organisationsfragen. Er betonte die Slotroenbigfeit für die deutsche Industrie, sich einheitlich zur tatkräftigen Vertretung ihrer Juteresien zu- sammenzuschlieben; insbes. für die weiterverarbeitende Industrie sei dieser Zusammenschluß in neuerer Zeit dringend notwendig geworden. Es gelte nicht nur gegenüber der Gesetzgebung, in Steuerfragen, gegenüber den parlamentarischen Körperschaften, gegenüber der Oeffentlichkeit und der Preße die industriellen Unternehmungen zu vertreten, sondern es. komme neuerdings auch darauf an, der weiterverarbeitenden Industrie durch leistungsfähige Organisation Schutz gegen den Druck der Rohstoffverbände und -Syndikate zu schaffen. Der Redner verwies auf die großen Organisationen, die sich andere Erwerbsslände bereits geschaffen haben, mSbes. die Landwirte, die Jndlistrie - Arbeiter, die Angehörigen des Mittelstandes, die Prioatbeamten und die Handlungsgehilfen. Allerdings stoße die Organisation gerade bei den verarbeitenden Industrien auf viele Schwierigkeiten. Diese Industrien seien sehr zersplittert. Vielfach herrsche infolge der scharfen Konkurrenz eine weitgehende Uneinigkeit unter den Industriellen. Man dürfe auch nicht vergessen, daß vielfach Engherzigkeit und Mangel an Opferwilligkeit einen Zusammenschluß zur Verfolgung der großen gemeinsamen SlcmdeSinteressen erschwere. Trotzdem gelte es, Schritt für Schritt diese Schwierigkeiten zu übenoinben. Dem Bund der Industriellen ist es gelungen, in seiner zwölfjährigen OrganisationSlätigkeit besonders in Mittel- und Süddeutschland bedeutende Organisationen und einen sehr engen Zusammenschluß der weiterverarbeitenden Industrie zu schaffen.j Auch Westdeutschland dürfe in dieser Hinsicht nicht zurück-i bleiben. Wenn auch die ersten Schritte schwierig feien, so müßten sie doch mit Tatkraft unternommen werden. In der folgenden Debatte wurde namentlich die Notwendigkeit betont, die Wünsche und Bedürfnisse der Tabaksindustrie angesichts der neuen Steuervorlagen zur Geltung zu bringen. Auf der bevorstehenden Generalversammlung des Bundes der Industriellen in Berlin wird ein Vorstandsmitglied des Blindes, der Neichstagsabgeordnete Dr. Strese mann-Dresden ein Referat über .Die« Reichssinanzref 0 rm * halten. Nachdem der Bund der Industriellen durch diese Besprechung und ihre Vorbereitung mit angesehenen Firmen der hiesigen Industrie in Fühlung getreten ist, wird von ihm für die nächste Zeit eine weitere Versammlung in Gießen in Aussicht genommen. ** Alldeutscher Verband. Am Sonntag traten yu. Mainz die Vertreter der Ortsgruppen des Rhein-Maiw-GaueS zu einer Tagung zusammen, die säst von sämtlichen Ortsgruppen! mit mehreren Vorstandsmitgliedern oder Vertrauensmännern beschickt war. Der Gautag beschäftigte sich mit den Ereignissen der vorletzten Wache. ^Nachmittags 3 Uhr folgte eine öffentliche Versammlung int runden Saale der Stadthalle, die sehr gut besucht war und einen würdigen Verlauf nahm. Ter Voriitzenbe Rechtsanwalt C1 a ß begründete die Aenderung der Tagesordnung mit den Vorgängen der letzten Zeit. Zunächst sprach Schriftsteller Paul Dehn aus Berlin an Hand einer Kartenskizza über 1?hc Kernpunkte der Krisis int Orient. Graf Ernst zu Revcntlow sprach über die Gründe und Wirkungen des Zusammenbruchs der deutschen Politik. Der Redner wies int Einzelnen auf die Irrtümer uno Fehler der kaiserlichen Politik hin, t>ie es im Enoergebnis nicht nur baljin gebracht hat, sich m Widerspruch mit der überwältigenden Mehr^it des deutschen Volkes zu setzen, fonoent die auch dem Reiche schweren Schaden! zugefül-rt uno seine Gegner fester zujammengeschlossen hat, solche könne nicht die Aufgaoe des deutschen Kaisers sein uno es müsse verlangt werden, daß gründlich) Wandel geschaffen werde. ES gälte, die öffentliche Meinung dahin zu führen und wach jja erhalten, daß ihr Druck die Wiederkehr solcher Dinge unmögltch mache. Jetzt sei es die Sache des Reichstags, die Heilung zu verjuchen; versage er wirklich, dann müsse Die beutidje Presse das Volk wachhalten. Der Ziedner belegte seine Ausführung mit einer Fülle gesck-ichttichen Aiaterials und verstand es, bei aller Deutlichkeit und Schärfe der Grenzen der Loyalität einzuhalteir. Er schloß mit dem Auftuf, daß jetzt alle Unabhängigen im Lande sich nur fester zusammenschlicßen müßten, um das Rerch zu schützen. Richt endenwollender Beifall zeigte dem Redner, wie sehr er allen Anwesenden aus dem Herzen gesprochen hat. Der Vorsitzende sprach in seinem Schlußwort die Hoffnung aus, daß Die Lehren Der letzten Zeit an allen Stellen verstanden würden- ein Volk von 63 Millionen könne und dürfe flcy nicht durch die Mißgrisse einer Person ins Unglück stürzen lagen, und es sei nötig, die auswarttge Politik unter Die schärsste Kontrolle der Oefscnttichk'.'ir zu stellen. Mit dreifachem Heil auf des deutscher Volk schloß die ernste und würdige Versammlung. — Volksgeselligkeit in Stadt und Land. Mehrfachen Anregungen entsprechend, wird sich an bic nächsten Sonntag, nachmittags 3l/4 Uhr, im Gasthaus ,Zum Riesen" in Wetzlar slattsindende BezirkSversammlung DeS »Rhein- Mainlschen Verbundes für Volksbildung eine abends 6 Uhr im Saale zum „Römischen Kaiser' beginnende Besprechung über die innere Hebung der Volksgeselligkeit in kleineren Städten und auf dem Lande anschließen, zu der alle Versammlungsteilnehmer eingeladen werden. Der Verbands- geschästsführer wird die Besprechung durch ein Referat ein- leiten. ** Stadttheater. Daß die Besucher von Moliöres ,31 a 1 a d e imaginaire" am kommenden Montag einen besonderen Genuß erwarten dürfen, verbürgt auch ein Bericht der »Kobl. Ztg." vom 1. Nov. über die Gäste. Es heißt da: ,Tie 3 französischen Klassikervorstellungen am Samstag und Sonntag in Koblenz waren ein Ereignis. Mas die Vorstellungen besonders interessant machte, das war das Spiel, ein Spiel, so wohldurchdacht, so ausgeglichen, so fein und dezent und dabei so überzeugend, daß es auch für eine», der dem französischen Text nicht folgen konnte, ein Genuß war. Im Dialog zeigie sich diegrößte Kunst. Wie das pointiert und abgetönt wurde, wie and) die kleinste Geste Lichtstrahlen auf das maßgebende Wort warf, wie ein maßvolles und doch eindrucksvolles Mienenspiel die (Sebanfcn begleite., so etwas findet man bet unS wenigstens sehen. Allerdings mufi man dabei im Auge behalten, datz die französischen Kunslverntittler auch in besonderem Maße mit den Stücken, die ihr ehernes Repertoire LarKellen, vertraut sind. Aber auch so bleibt noch die künstlerische Höhe beachtenswert. — Tas zahlreich oerjanimelle Pirblikum schied mit dem Gefühl, einen ästhetischen Gennß ersten Ranges empfangen empfangen zu haben." — Es sei darauf hingewiesen, daß die „K e a n -- A u f f ü h r u n g" am nächsten Sonntag meßen des am Rachmittag stattfindenden Konzertes des Kvnzertverems erst um 8 Uhr beginnt. ** Viel Lärm um nichts. Beim landwirtschaftl. Institut geriet gestern durch Selbstentzündung ein Komposthaufen in Brand, der sich namentlich durch starke Rauchentwicklung äußerte und bald erstickt war. Die Sache erregte bei Passanten einige Aufregung, war aber völlig belanglos. ♦* Schützet die Bri estauben. Alljährlich klagen die Besitzer von Militär-Brieftauben darüber, daß ihnen die während des Sommers mit großer Mühe ausgebildeten Tauben im .Herbst zum großen Teil fortgeschossen werden. Vielfach ist noch die irrige Ansicht verbreitet, daß jede int Felde angetrofsene Taube geschossen werden darf; wir machen deshalb darauf aufmerksam, daß nach dem Reichsschutzgesetz für Brieftauben vom 28. Mai 1894 das Töten oder Festhalten einer Militär-Brieftaube strafrechtlich verfolgt wird. Militär-Brieftauben tragen unter jedem Flügel den Schutzstempel, das Kaiserliche Wappen. Wir wissen sehr wohl, daß ein wahrer Jäger keine Tauben schießt, aber aus Unkenntnis oder aus Uebermut wird doch hin und wieder gesündigt. Die meisten Menschen haben keine Ahnung davon, was eine Brieftaube lostet, welche Opfer an Zeit und Geld sie ihrem Besitzer auferlegt hat, bis sie als .fkriegsbote ausgebildet ist. Wenn nun ein solches Tierchen, das schon seit mehreren Jahren von entfernten Festungen prompt seine Heimat immer wiedergefunden und seinem Besitzer so manche Freude bereitet hat, meuchlings niedergeschossen wird, so ist das ein enormer Verlust: dem Staate aber wird ein wichtiges Werkzeug für den Fall einer Landesverteidigung geraubt. Die Briestaube ist eine feldfliegende Taube, die bei der besten Pflege von selbst das Feld besucht, was auch für ihre Abhärtung und Orientierung vom Besitzer gern gesehen wird. Die vielfach in landwirtschaftlichen Kreisen noch verbreitete Ansicht, daß die feldernden Tauben nur schaden, ist längst wissenschaftlich widerlegt. Es ist festgestellt, daß die Tauben eine Unmenge Unkrautsamen und Schnellen verzehren, und daß von einem geringen Schaden nur allein zur Zeit der Saat die Rede sein kann. Darum ergeht auch an die Landwirte die Bitte: Schützet die Tauben! Zur Zeit der Saat werden die Briestaubenliebhaber ihre Tiere schon vom Felde zurückhalten, aber augenblicklich kann die Taube nicht den geringsten Schaden verursachen. An alle Flurhüter, Gendarmen, Jagdpüchter usw. ergeht die dringende Bitte, darauf zu achten, idaß feldernde Brieftauben nicht geschossen werden, und die, die es aus Mordgier oder aus Uebermut nicht unterlassen können, Brieftauben zu erlegen, zur Anzeige zu bringen. + 2) au bring en, 11. Roo. Am SamStag Abend feierten die 1858 Geborenen des Kirchspiels Kirchberg in den Lokalen des Kameraden W. Bingel zu Mainzlar den 50. Geburtstag. Es versammelten sich die Kameraden von Staufenberg, Mainzlar, Daubringen und Ruttershausen, die Lollarer waren abwesend. Von einem Kameraden wurden die Erschienenen begrüßt, der Verstorbenen gedacht und das verflossene Leben in seinen Einzelheiten gestreift; dann wurde der Choral „Run danket alle Gott" gesungen. Hierauf entwickelte sich eine gemütliche Unterhaltung, die durch Klavierspiel und komische Vorträge von zwei Künstlern gewürzt wurde. Bei der guten Bewirtung verflossen die Stunden nur allzu rasch. Vorher wurde noch zu einem allgemeinen Kirchgang am nächsten Sonntag aufgefordert, was auch die Zustimmung der Versammlung fand. R. Odenhausen (Kreis Gießen», 10. Nov. Am Sonntag wurde unser altes, würdiges Kirchlein, das im Innern völlig neu hergestellt wurde, sowie die neuerbaute Wasserleitung ein geweiht. Die Einwohnerschaft, sowie Schule und Gesangverein hatten sich, als der Zug 1.13 Uhr einlief, beim neuen Schul haus versammelt und zum Zuge aufgestellt. Von Gießen waren erschienen Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert, Regierungsbaumeister Pabst, sowie die Bauführer Pforll)en und Mohr, wovon ersterer die Wasserleitungsarbeiten und letzterer die Arbeiten an der Kirche geleitet batte. Unter Glockenklang bewegte sich der Zug nach der Kirche. Vor ihr spielte eine Abteilung der Gießener Regimentsmusik einen Choral, während dem sich das Kirchlein bis auf den letzten Platz füllte, und noch viele vor der Kirche stehen bleiben mußten. Nachdem Lehrer Schweitzer auf der Orgel den Eingang gespielt, sang der Gesangverein unter der Leitung seines Dirigenten Lehrer Ziegler „Wir glauben all an einen Gott", worauf der Dekanatsvertreter über die Worte „Herr, ich habe lieb die Stätte usw." die Predigt hielt. Hierauf sprach der Ortsgeistliche Pfarrer N ö m - Held in herzlichen Worten zu seiner Gemeinde, der Gesangverein sang „Machet die^Tore weit", auch die Gemeinde sang einige Wieder und mit Segen schloß die Feier. Sodann wurde das in herrlichen Farl>en prangende Gotteshaus besichtigt und man hörte nur Worte des L.bes über das schöne Kunstwerk. Nun wurde vor der Kirche der Zug ausge>tellt, und unter den fröhlichen Klängen der Musik nach dem Wasserwerk marschiert. Dort trugen die Schulkinder ein Lied von der Ouelle sehr schön vor. Lehrer Schweitzer sprach über die beiden Quellen, die wir heute besucht, die geistige oben im Gotteshaus, und die irdische hier am Wasserwerk. Hierauf sprach Regierungsbaumeister Pabst über die Entstehung und Vollendung des dem Orte zur Zierde gereichenden Werkes und überreichte den Schlüssel Bürgermeister Arbeitern im Namen der Gemeinde dankte. Sodann ergriff Ge- Arbeitern im Namen der Gemeinddankte. Sodann ergriff Geheimerat Dr. Breidert das Wort und führte aus, daß die kleine Gemeinde in kurzer Zeit drei herrliche Werke hatte entstehen lassen, vor drei Jahren das Schulhaus, beute die ,\tird)e und die Wasserleitung, ebenso werde an der Feldbereinigung gearbeitet; er beglückwünschte die E^emeinde hierzu und sprach der Gemeindeverwaltung den Dank aus, und wünschte ihr das einzige noll) fehlende, das elektrische Lickt. Lvdann gedachte er mit kernigen Worten unseres geliebten Großherzogs, des kunstsinnigen Fürsten, der alle guten Neuerungen aufs liebevollste unterstützt, ferner gedachte er des ^Geburtstags des Erbgroßherzogs, der auf denselben Tag fiel, und endete mit einem Hoch auf das fürstlillie Haus, in das alle Anwesende mit Begeisterung ein stimm tcn. Nach Besichtigung des Werkes marschierte der Zug zurück in die beiden Wirtschaften, wo bei Musik, Gesang und Gläferklang die Stmtden rasch verflogen.. ? Ilsdorf, 11. Nov. Ruht vorläufig der Betrieb der Drahtseilbahn auf den Gruben „Ilsdorf" und .Luise" der Rheinisch-Westfälischen Gesellschaft, so ist dafür der Bau einer neuen Drahtseilbahn für die Gifen ft eingruben „Luhse" und „Hoffnung" einer anderen Bergwerks-Gesellschaft im Bau begriffen. Die neue Drahtseilbahn führt von der seitherigen Wäsche, an der Straße zwischen Groß- Eichen und hier gelegen, nach der Station Stockhausen, wo die Eisensteine auf einem besonderen Geleise direkt zur Verladung gelangen. Damit hört die Beförderung per Achse nach Bahnhof Mücke auf. Der Betrieb der neuen Drahtseilbahn soll am 1. Dezember eröffnet werden. CÖ Laubach, 11. Nov. Unser Bürgermeister ist jetzt 25 Jahre Oberhaupt unseres Städtchens. Herr Jochem mürbe im Herbst 1883 zum ersten Male gewühlt und übernahm am 6. November die Vürgermeistereige- schäste. Vor sieben Jahren wurde er zum dritten Male gewählt. Da er noch sehr rüstig und tätig ist, so dürfte 1910 jeine vierte Wahl wiederum erfolgen. x Groß-Eichen, 11. Nov. Die Anlegung einer großen Weidenkultur auf dem Freiherrlich Riedesel'schen Gelände bei der Wadenhauser Mühle, genannt die „Erlen", einem sumpfigen, saueren Boden, hat sich sehr gut bewährt. Die Qualität der Weiden ist vortrefflich. Die 5 Morgen große Weidenkultur liefert Ernten, die Waggons füllen; der Zentner wurde mit 2,70 Mk. bezahlt. Durch die guten Ergebnisse veranlaßt, wird gegenwärtig wieder ein neues Stück von der Größe eines Morgens mit Weiden bepflanzt. Diese Weidenkultur gehört wohl zu den größten OberhessenS. 8. Darmstadt, 11. Nov. Die Beschwerde dcsNechts- anwaltS und 9?otar§ Linck in Dieburg, der wegen Unterschlagung im Amt in der letzten Schwurgerichtsperiode abgeurteilt werden sollte, hat nun den Erfolg gehabt, daß L. iiunmehr vor die Strafkammer geladen wurde, von der seine Aburteilung noch in diesem Monat erfolgt. — Aus Darmstadt, 11. Nov., wird uns geschrieben: Unsere Hofbühne beging Schillers Geburtstag in eindrucksvoller Weise. Sie veranstaltete eine B o l k s Vorstellung und hatte zu diesem Zwecke „Die Räuber" neu einstudiert. Das Haus war ausverkauft. Die Regie des Herrn Hacker arbeitete überall mit vollem Gelingen im Schillcr>chem Geiste und brachte namentlich die Räuberszenen zu hinreißender Wirkung. Auch die Darstellung war gut. Das Großherzogliche Paar und die zu Besuch hier weilenden Prinz Heinrichschen Herrschaften wohnten oer Vorstellung bei. Mainz, 11. Nov. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung wurde von Oberbürgermeister Dr. Göttelmann eine Resolution gegen die Einführung einer Reichs-Gas -und Elektrizitätssteuer verlesen und einstimmig von der Versammlung gutgeheißen. Die Resolution soll dem Bundesrat, dem Reichstag, der hessischen Regierung und dem deutschen Städtetag unterbreitet werden. Der Vorsitzende hob die großen Nachteile hervor, die eine solche Steuer aus die städtischen Finanzen haben würde. v. Vetzberg, 10. Nov. Auch auf unserem 300 Meter hohen Bergkegel macht sich ein solch empfindlicher Wassermangel geltend, wie wir ihn fast nur in äußerst trockenen Sommern zu verzeichnen haben. Es wurde daher gestern die einzige Wasserquelle der Gemeinde, der sogenannte „Görsch- Brunnen", unterhalb unserem Dörfchen, an der Straße nach Fellingshausen gelegen, geschlossen. Sein vorzügliches Trink- wassec, das bei anhaltender Trockenheit natürlich auch zur Neige geht, soll für die Folge nur an einer bestimmten Tagesstunde zur Verteilung gelangen. Alles übrige Wasser für Waschen, für die Viehhaltung u. s. f. muß sich eben jede Haushaltung von außerhalb zu beschaffen suchen. Vielfach ivird es in Fässern aus dem Bieberbach angefahren. Nur eine Quellwasserleitung, vielleicht ein gemeinsames Wasserwerk mit Krofdorf-Gleiberg, das durch Pumpwerk das Wasser )ii unseren Höhen treibt, kann diesem wirklich trostlosen Zustande abhelfen. -(Marburg, 11. Noo. In der heutigen letzten Sitzung der diesmaligen Schwurgerichtsperiode handelte es sich um eine recht raffiniert angelegte B e t r u g s g e s ch i ch t e, die sich der erst kürzlich wegen deS Versuchs, die Feuerversicherungsgesellschast zu prellen, zu 1 Jahr Gefängnis verurteilte Schuhmacher Jakob Löchel aus Wehrda zu Schulden kommen ließ. Ihm wurde zur Last gelegt, die Lederhandlung Losch in Gernsheim in Baden durch eine falsche Bürgschaftsurkunde geschädigt zu haben. Er hatte die Firma unter der Vorspiegelung, eine neue Scheune bauen zu wollen, um ein Darlehen von 1300 Mk. und um Zusendung von Waren, zusammen ein Objekt von 4000 Mk., angegangen.. Die Firma verlangte jedoch die Sicherheit seines Vaters und Schwiegervaters, worauf Löchel auch eines Tages bei einem hiesigen Notar mit zwei Männern, die er als diese vorstellte, erschien. Als ihm wegen anderer Geschichten der Boden zu heiß wurde, verschwand er nach der SAveiz. Jetzt stellte sich auch heraus, daß die beiden Bürgen fremde Landstreicher gewesen waren. Löchel, der ausgeliesert worden war, wurde heule wegen dieser Köpenickiade zu einer Gesamtstrafe von 2 3/4 Jahren Gefängnis verurteilt. X. Schlüchtern, 10. Nov. Zur Bekämpfung der Güterschlachterei hat der Kreistag den Erlaß einer Steuer auf den unverdienten Wertzuwachs beim Wiederverkauf von Grundstücken beschlossen: die Steuer steigt von 3 auf 15 Proz. der Wertsteigerung, von der jedoch 10 Proz. als fingierte natürliche Wertsteigerung und die nachgewiesenen Aufwendungen zur Verbesserung deS Grundstückes abgezogen werden. Der Erbgang von Aszendenten auf Deszendenten ist in jeder Form steuerfrei, ebenso der Eigentumsübergang bei Enteignungen u. bergl. h. Frankfurt a. M., 11. Nov. Von dem Basel- Berliner v-Zug Nr. 5, der um 2.34 Uhr nachmittags hier fällig ist, entgleiste um 2.15 Uhr bei Mörfelden der letzte Wagen. Verletzungen von Personen sollen nicht vor- gekommen sein. Vom Hauptbahnhof ist der Hilsszug zur Unfallstelle abgegangen. — Im JügelhanS fand eine Besprechung von Vertretern hiesiger Wohltäligkeitsanstalten und Vereinen statt, um Maßnahmen gegen die hier immer stärker werdende Arbeitslosigkeit zu treffen. Es wurde be- schlossen, einen NotstandSauSschuß zu bilden, der Fühlung mit den Arbeiter-Organisationen und Gewerkschaften nehmen, sowie einen Finanzausschuß, der Sammlungen zum besten der Arbeitslosen veranstalten soll. Konstatiert wurde, daß seitens der Stadt schon vieles geschehen ist, um Arbeitsgelegenheit wczicll für ungelernte Arbeiter zu beschaffen. Man hofft durch diese Maßnahmen die Arbeitslosigkeit wenn nicht zu unterdrücken, doch zu mildern. ** SIevnTWx11eTTiinn'TTt'-d. Das Schwurgericht verurteilte die Wäscherin Luise Rauls aus Holzminden, die seit 1901 von ihren sechs unehelichen Kindern drei gleich nach der Geburt getötet hat, zu dy3 Jahren Gefängnis. London, 12. Nov. Vom hiesigen Zenttal-Kriminal-Go- richt wurde gestern der Generalmajor GuY0 n wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an 11 jährigen Mädchen zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Luftschiffahrt. GrafZeppelin und Geheimrat Hergesell kehrten gestern nachmittag 41'2 Uhr von Donaueschingen zurück. Beide waren sehr erfreut über die Liebenswürdigkeit, dis ihnen der Kaiser erwiesen hat. Nach dem Diner zog der Kaiser sich mit dem Grafen und dem Geheimrats Hergesell zu einer längeren Unterredung zurück, in der hauptsächlich technische Fragen in bezug auf das starre System behandelt wurden. Ter Kaiser bekannte sich wiederholt als ganz entschiedener Anhänger des starren Systems, das seine prakttsche Verwendung glänzend bewiesen habe. Insbesondere betonte der Kaiser auch seinen Wunsch, jetzt möglichst schnell und viel Luftschiffe gebaut zu sehen. Spät abends wurden noch kinematographische Aufitahmen des Kronprinzenfluges nach Donaueschingen vorgeführt. — Major Groß fuhr gestern abend 6 Uhr, nachdem er nochmals eine Unterredung mit dem Grafen gehabt hatte, in der die Uebernahms des Luftschiffes durch eine Abteilung des Luftschifferbataillons besprochen wurde, nach Berlin zurück. Der Militär-Lustkreuzer Groß I. trat gestern tracht mittag vom Tegeler Schießplätze aus um 53/4 Uhr eine Nacht- und Dauerfahrt an. Sein Ziel ist angeblich Hannover und zurück, die Dauer wenn möglich 24 Stunden. Nach Ausführung einiger Manöver in einer Höhe von 100 Metern verschwand das Luftschiff unter der Führung des Majors Sperling bald in der Nacht. Auf dem Schießplätze blieben Nachtposten mit Blinkfeuer zurück, um bei etwa vorzeitiger Rückkehr des Luftschiffes die in Alarmquartier liegende .Versuchskornpagnie zu alarmieren. Ein Ballon mit mehreren Luftschiffern, an dessen Hülle deutlich der Name „Berlin" zu lesen war und an dessen Gondel eine deutsche Flagge flatterte, flog heute über das französische Dorf Haumont hinweg in der Richtung auf Verdun. Die russische Regierung hat die Firma Leband^ in Paris mit der Lieferung einesLuftschiffes nadj dem Type der „Republique" beauftragt. Vermisst«. * Dierussische Intelligenz ist gewöhnlich sehr wenig intelligent, wenn sie sich in den höchsten Gesellschaftskreisen uni unter allerhöchstem Schutz geltend machen will. Es fehlt ihr eben an Hebung, und so verfällt sie gewöhnlich dem Fluche der Lächerlichkeit. Neuerdings wurde nun der Okkultist Miller, .von den russischen Hoskreiien zur Veranstaltung von Sitzungen an den Zar en Hof berufen. Er soll für das Frühjahr einen Krieg auf dem Balkan und eine Katastrophe zwischen Deutschland und England wegen Persien prophezeit haben. _ * Andrees Grab. Kapitän Storm von dem dänischen Schooner „I u g a", der sich am 30. September bei Indian! Siele auf Labrador befand, berichtet, daß der Kapitän Schalker deS amerikanischen Schiffes „Pelops" auf einer Wanderung üri nördlichen Teile Labradors unweit der Küste von Kap Mugera ein einfaches Kreuz mit dem Namen Andree aefunben habe. Unter dem Kreuz fand sich in der Erde eine Leiche,' sowie ein Kasten mit Papieren. Der Kapitän entfernte das Kreuz, verweigert aber jede Aufklärung über die Papiere., Die Fundstelle ist völlständig öde und wird selten von CskimoS besucht. Wo die beiden Begleiter Aitdrees geblieben sind, ist! nicht bekannt. Die in dem Kasten enthaltenen Papiere toerben wahrscheinlich Aufschluß geben. (Es wird gut sein, wenn man! diese Nachricht vorläufig mit einer gewissen Zurückhaltung aufa nimmt. D. Red.) ' * Weisheitbcs Brahmincu. Will ein Mann SchuapU so gehe er dahin, wo dieser käuflich ist. Will er Gerechtigkeit, fc muß er dorthin gehen, wo sie nicht käuflich ist! * Raffiniert. Dienstmädckien: „Jetzt verstehe ich auch warum ich immer niesen muß, wenn ich mal an der Tür horche; da hat die Madame ja Niespulver ins Schlüsselloch 'ueingey streut!* Kleine Tageschronik. In Wildbergerhütte (Bez. Arnsberg) überfielen vier Kroaten die Frau eines Schmiedemcisters und versuchten eilt Sittlichkeitsverbrechen zu verüben. Dabei wurden sie von dem Meister überrascht, der zwei mit einem Hämmer' erschlug, die beiden anderen Kroaten schwer verletzte. Magd e b u r g lag gestern, so weit es elektrisch beleuchtet ist; eit 5 Uhr infolge einer schweren Betriebsstörung im tädtischcn Elektrizitätswerk im Dunkeln. Der Go- chüftsverkehr in den Ladengeschäften und der Setrieb irr den Etablissements mit elektrischer Kraft stockte gänzlich. Die Strafkammer München I hat nun gegen Professor Büttner, Pfänner zu Thal bas Hauptterfahren wegen Anstiftung zum Meineide und gegen die Privatül Schw erins nger von Innsbruck bas Verfahren wegen Meineides eröffnet und die beiden Angeklagten vor das EonunatM Schwurgericht verwiesen. ' In Brüssel sind gestern zwei Personen erfroren. Dichter Nebel verursachte in Newhork zahlreiche Bahnunfälle. Zwei Magen der elektrischen Bahn zwischen Newyork und Philadelphia stießen zusammen. Hierbei tour-, den mehrere Personen getötet, viele verletzt. I __111 —— Märkte. tb. Gießen, 1L Nov. Ter 93 iehmarkt hatte einen Austrieb von etwa TCO^Gtüd Großvieh, löO Stück Jungtieren und Kälbern und 600 Schweinen. Das Geschäft in Milchvieh ging schleppend bei weichenden Preisen selbst <üc gute Waare, die sich bei Dem fallen Weller unvorteilhall präsentierte. Selbst die Kundschaft vom Rhein und Alain, die beste Ware brauchte, legte bessere angemessene Preise nicht an. Jungtiere, die mit Ausnahme einesj Transportes Ostfiiesen (schwarzbunie Tiere) säst nicht am Markte waren, wurden nicht gefragt. Selbst die Oslfriesen, die zu mäßigen Preisen abgingen, tauben nur sehr schwer Unterkommen, weil da3 trockene Weiler und die Kälte die Landwirte beim Einstellen von Vieh vorsichtig machen. Tas wenige Fetloieh ging ebenfalls zü gedrückten Preisen nur schwer ab. Dagegen deckle der Vorrat aii Kälbern lange nicht den Bedarf, so datz die außergewöhnlichenl hohen Kälderpreije des letzten Alarltes auch diesmal bezahlt! wurden. Für die wenigen Paare Ochsen sand sich auch kein Käufers Warnuog Täuschung Man verlange deshalb stets durch die „Billigkeit“ von Nachahmungen, die mit hochtönenden Worten angepriesen werden, aber bei weitem nicht an das Original-MAGGI heranreichen. das allein echte ML8I W s W rMitän entfernte Firma Lebacki tschiffesnag Aapilän Eihalku T Wanderung ® von M Muga- zhnli-MlM! ,[d)flit^nitn unt [(. Er M ün ) dem M'M btt ultisl Mitten ig von Sifiungm s Frühjahr einen Wen MW ^ugen Kß um vv» . Blieben F J n Papiere w» scin, wen" ms. ^rüdhaltung E ^llkehrtv, 5m3en zurück, ^rdigleit, die ? 2inet zog 7 Wimm :bun9 zurück, „ln bezug auf ^er Kaiser be. ebener An- >e'ne praktische >°ndere betont« schnell und abends murden 'nprinzenflugez : Groß fuhr ue Untencbung lebernahme 'es Luftschiff«, -n zurück. gestttn nachi . 5% lihr eine iel ist angeblich oglich 24 ©tun« in einer höhe unter der Füh. er Nacht. Aus linkseuer zurück, itschiffes die in zu alarmieren, an dessen hülle : und an dessen flog heute über in der Richtung ■ai übersielen A unt> verE ft ?SJt* bsstornng »"ftrofetl" $ss M qjieic « g’etf* e*f9*5U tv B l- uoiM Zu naturgemässer Lebensweise gehört Kathreiners Malzkaffee. V o i t. Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. .Gießen, den 4. November 1908. Gr. Direktion der Chirurg. Univ.-Klinik. Poppert. Vergebung. Für die chirurgische Universitäts-Klinik soll die Lieferung von Weißzeug- und Meidungsstülkeu auf dem Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Tie Lieferungsbedingungen, sowie der Ministerial-Erlaß vom 16. Juni 1893, liegen auf dem Vcrwaltungsbureau von 3 bis 5 Uhr nachmittags zur Einsicht offen. Angebote, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind mit den Mustern bis zum Mittwoch, den 18. November l. Js., mittags 12 Uhr, bei der Verwaltung abzugeben. Submission. Tie Füllung des Eiskellers m den medizinischen und Frauenkliniken zu Gießen soll auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben merken. Die Lieferungsbedingungen können auf dem Vcrwaltungs- büreau genannter Anstalt nachmittags von 3—5 Uhr eingesehen werden. Offerten sind mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen bis zum Eröffnungstermin Montag den 16. November 1908, nachmittags 4 Uhr cinzmeichen. Zuschlag erfolgt bis zum 19. November 1908. Gießen, den 9. November 1908. Großh. Verwaltungsdirektwn der medizinischen u. Frauenkliniken. ChrislbkschttUllg Her Minkilckr-BkWhranstM Auch in diesem Jahre treten wir angesichts der herankommen- den Weihnachtszeit an die freunde und Wohltäter unserer Mein- kiudcr-Bcwabranstalt und ihrer großen Kinderschar heran nut der herzlichen Bule, uns milzubelsen zu einer frohen Ehrutdeichernng für unfc'-e Meinen. Wir haben für 250 Kinder von 21/2 bis b Zähren, meistens aus Familien, die das ganze Jahr hindurch im Stamme umS Dasein i.ehen, aus denen nicht der Vater allein, son. crn oit auch die Aintler, seiS Frau oder Witwe, außerhalb des Hauses dem Verdienst nachgehen müssen, den Weihnachlsusch zu decken. Darum bitten wir um Gaben an Kleidungmtuckcn, Stoffen und dergl., besonders bitten wir auch um Gcldaaben, die und die gleichmäßigste Bescherung für die vielen Kinder ermöglichen. (Sine Liste zur Erhebung von Beitragen wird von uns nicht herumgegeben, was man beachten wolle. Vielmehr bitten wir, den nachbenannten Vorstandsdamen die zu bewilligenden Gaben übergeben zu wollen: ^ raulem Karo la rvaur, Reuen Baue 2t); Frau Rechtsanwalt Gruncwald, Liebtg- strane 21; Frau Johanna Haas, Ost-Anlage 51; r^rau Rcchnurnw- rat Kalbfleisch, Ludwigstraße 7; Frau Profeffor Letit, Aiollttttr. 3-, Frau Kirchenrat Raumann, Diezstraße 15; orau Lutte Cttcno, Roonstraße 20; Frau Marie Schwan, Seltersweg 04; Frau Apotheker Schwiedcr, Schulitraße 1. Auch die 3 Schmettern unserer Anstalt, die Kleinkinderichulschwestern, Dtesstrage 15, find bereit, Gaben anzunehmen. _ , „ , Schon am Sonntag den 20. Dezember soll unsere Cyrtstbe- scherung stattfinden. Gießen, den 5. November 1908. , Ter Vorstand der Kleinkinder-Bewabraustalt. Dr. 9iqumann.______________________ Die Herstellung der Holzeinsriedigungen und Drahtzäune längs der Üieubaustrecke Usingen—We;lmunster soll in 2 Losen getrennt ober zuiainmen vergeben werden. Los I umfaßt 4000 m Holz- und 2000 m Lrahteinsriedigungen, Los II 2500 m Holz- und 1200 m Lrahteinsriedigungen. Schriftliche Angebote sind bis zuni 20. November 1908, vormittags 11 Uhr nut entsprechender Aufschrift versehen postfrci und versiegelt bet der unterzeichneten Bauabteilung elnzureichen, rooiclbit die Verdingungsunterlagen gegen Einsendung von 50 Pfg. tPostanweisung) bezogen werden können. D“/a Zuschlagsfrist 3 Wochen. — Lollendungsfrist 1 Mai 1909. Üsingen im ^November 1908. Königl. Eisenbahn-Bauabteilung.___________, Heute Donnerstag ® g letzter Schürzentag g ÄB OS ÜB6 KS K33 B£ü ■ Mb l Mr* □ Freitag nachmittag H Q 2 I hr Fortsetzung der B Serientage in anderen Abteilungen. (a12/n Eg „EsptigFse“ ist der beste Schatz a7;n :: das Tragen von :: taeeltar to-Äpiera. In allen Grössen für Damen u. Herren Paarä5 Piß. 1. Salomon t Cie. ^r8T- UM Ball-Tücher Ball-Echarpes Bail-Handschuhe Bail Strümpfe Haarschmuck Broschen Gürtel Bänder Hutnadeln fick. 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Jungtiere je nach Qualität und Form 135—170 Mk. Fettvich kam pro Zentner Schlachtgewicht auf folgende Preise: Fette Rinder 1. I Qnal. 72-74 Mk., 2. Qual. 69-71 Mk. Fette Kühe 1. Qnal. 67 , bis 6» Mk., 2. Qual. 65—66 Mk. Kälber 1. Qual. 70 - 80 Alk. (einzelne sehr schwere Tiere bis 82 Mk.), 2. Qual. 68 — 72 Mk., 3. Qual. 60—65 Mk. Fette Lchseu kosten in der Gegend 78—79 Mk. I der Zentner. Tie Cchweinevreise stellten sich pro Paar: Ferkel | bis 5 Wochen alte 25-36 Mk., 6 — 8 Wochen alte 40-50 Mk., 10 bis 12 Wochen alte 58—70 Mk. Läufer ca. 4V. Monat alt 75 bis 90 Mk., ca. 6 Monat alt 90—130 Pik. Fette Ware kostet 69 dis 72 Mk. je nach Qualität. Nächster Viehmarkt 24. und 25. Nov. ko. Aus Nassau, 11. Nov. Tie Viehmärkte in Cam- fierg, Limburg, Montabaur, Langendernbach und Dillenburg, die in den letzten 14 Tagen abgehalteu wurden, waren gut befahren. Tie Preise für Ochsen, Bullen, Kühe und Kälber hielten sich aus der seitherigen Höhe, während die Preise für Schweine erheblich fielen, besonders die sür kette Tiere. h. Frankfurt a. M., 11. Nov- Die Pferde Märkte im Fahre 1909 finden hier an folgenden Tagen statt: Am 10. März erster Arbeilspferdemarkt, vom 18 —21. April Frühjahrspferdc- niarft, am 4. August zweiter Arbeilspferdemarkt, vom 3.-6. Oktober Herbstvferdemarkt. ic. Frankfurt Teles. 581 esi ugü täa Hu sh gai iuü EütalQaSer? ™ Marktstr. 27. Telefon 727. » Neu cingctrosscn gi ■ Solide Kinderwagen " H mit la. Ausstattung ES Mk. 12.75 bis 50.00 K 3 Weiße Ziinderstühle m ” pro Stck. 35 Pfg. M a Große Läger Klappstühle to für Kinder zu bitt. Preisen. 3 m Triumpfstüblc 1.75-25.00 ™ Mk. 1.95 ! falta S. tote! ■ a«/nJ Marktstr. 27. “ igg he aa es üb saa sm Eine Sendung (09420 Oeckreiser wieder eingetrosfcn bet _ j. Hantel, Telephon 612. Neuen Baue 7. Echte Franks. MWn per Paar 30 Pfg. Neue Littst» per Psund 22 u. 23 Pfg. Sehr. 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