Nr. 189 Zweites Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 13. August 1908 Erscheint täglich mit Ausnahme dcS Sonntags. Tie „Siehener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, da? „Kreisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhejftn Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersitätS - Buch- und Ereindruckerci. R. Lange, Dießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.. AnzeigerGicßen. Die Monarchenbegegnung in Zschl. Sinnig Eduard ist gestern vormittag um 10 Uhr in Jsckü anaekomrncn, um dem greisen Kaiser von Oesterreich einen vier- undzwcmzigständigen Besuch abzustatten. Ein offizieller Empsang fand am Bahnhof statt. Als König Eduard seinem 2alomvagc;i entstieg, sah man, daß er die blaue Uniform des österr-cichifck)en Hujarcn-Regirncnts, dessen Ehrenoberst er ist, trug. Kaiser Fran; 3ofef trug d:c Uniform eines englisch.-,! 'Generals. Tie beiden Monarchen bestiegen einen ossenen zweispännigen Wagen und fuhren zmn Hotel Kaiserin Elisabeth, da die l'aiscrlich»- Villa zu wenig tifauin bietet, um den königlichen Gast aufzunelunen. Bei der ju Ehren des Königs Eduard veranstalteten Gala- täfel brachte Kaiser Fran; Josef folgenden Toast aus: „Ter Besuch, welchen Eure Majestät mir heute, einer nun schon mehrjährigen, mir wahrhaft liebgewordenen Gepflogenheit folgend, hier abzustatlen die Güte haben, erfüllt mich mit aufrichtiger tyreube und wärmster Dankbarkeit. Ich bitte Eure Majestät, den Ausdruck dieser Gefühle zugleich mit meinem herzlichen Will- kommengrnße entgegenzunehmen und überzeugt sein zu wollen, daß ich die mir durch diesen Besuch erwiesene freundschaftliche Aufmerksamkeit um so höher zn schätzen weiß, alS Eure Majestät in diesem Jahre hierher gekommen find, nm mir persönlich Ihre Glückwünsche zu meinem ÄegierungStubiläum -u überbringen. Indem ich in der heutigen Anwesenheit Eurer Majestät einen neuer* lidyen lvertvollen Beweis für die langjährigen und herzlichen Beziehungen erblicke, iwlcfc zwischen unseren Häusern bestehen und welche dem freundsck astlichen Verhältnisse zwischen unseren Lunbcrn entsprechen, erhebe id) mein Glas mit dem Ruse: „König sduard, lebe hoch!" König Eduard sprach folgenden Toast: „Ich bitte, meinen lufridjligcn Dank Eurer Majestät aussprechen zu dürfen für Ihre so gütigen Worte, die.mich tief gerührt haben. ES ist mir immer eine wahre Freude, Eurer Majestät meinen Besuch abstatten zu können, aber ganz, besonders in diesem Jahre, in welchem Eure '.Viajcftät das sechzigjührige Regierungsjnbiläum feiern. Eure Majestät kennen die Gesinnungen, die ich seit jeher für Eure Majestät gehegt und wissen, daß meine Gratulationen zu dieser ivichtigen Feier aus vollem Herzen kommen. Tie Beziehungen zwisckfen uitseren beiden Ländern sind gvttioo immer die sreund- stl-astlichsten gewesen. Es ist mein inniger Wunsch, daß sie es ebenso in Zukunft bleiben. Ich hoffe von ganzem Herzen, daß Eure Majestät >wch durck) viele Jahre in bester Gesundheit zum Wohle und Heile Ihrer Völker erhalten bleiben. Ich erhebe mein Glas auf das Wohl Seiner Majestät des Kaisers und Königs." Die Begegnung deS Freih. v- Aehrenthal mit dem Unterstaat Ssckretär Sir Charles Hardinge gab Gelegenheit, die allgemeinen Verhältnisse in Europa zu besprechen. Im besonderen haben die beiden Staatsmänner die Zustande in der Türkei, wo seit der Einführung dev Verfassung eine neue Situation besteht, einer Erörterung unterzogen. Bekanntlich sind die Kabinette, unter ihnen das Wiener und das Londoner, entschlossen, diesem Umschwung gegenüber eine sympathisck>e, abzu- ivortcnbe Haltung ,’>u beobachten in der Hoffnung, daß das neue Regime in der Türkei auch diejenige Besserung in der Verwaltung und der Kvnsoliernng der Verhältnisse im allgemeinen herbeisühren will, die von den Mächten in den letzten Jahren angestrebt wird. In einer Besprechung der heutigen Begegnung in Ischl bemerkt die „Neue Freie Presse": Der Verlauf der gestrigen Begegnung in Friedrichsyof zeigt, daß die Spannung zwischen Deutschland und England in der Milderung begriffen ist. lieber die Besserung der Beziehungen zwischen den beiden Mächten wird Kaiser Franz Josef gewiß am meisten erfreut sein: auch die Zusammenkunft in Ischl wird das ihrige tun, um die ausge- streiUen Steinte, aus denen Gefahren für Europa hervorgehen könnten, zu beseitigen, wie niemand sich aufrichtiger bemüht, die deutsck)*englisck)ie Verständigung zu erleichtern, als Oesterreich- Ungarn. In einem Artikel über die Entrevue in Ischl sagt das „Fremdenblatt": „Es >var unzweifelhaft vor dem Eintritt der Umwälzung in der Türkei, eine Spannung in der europäischen Politik vorhanden, ja, es gab ein Moment, wo man an manchen Kreisen an die Möglichkeit scharfer Gegensätze zwischen den europäischen DünduiSgruvven glaubte und die englisch-russische Annäherung im Sinne eines für den Frieden ungünstig resultierenden Krüitespiels audlcgtc. Man denkt heute schon ruhiger über diesen Punkt und die dankenswerten Kundgebungen d.r englischen Staatsmänner haben in letzter Zeit die freundlichste Perspektive für die Zukunft eröffnet. Nachdem König Eduard mit seinem kaiserlichen Neffen in Eronberg zusammengetrosfen ist, darf man um so eher berechtigt sein, dec öffentlichen Meinung die Rückkehr zu einer normalen Stimmung und einer zuversichtlichen Beurteilung der allgemeinen Lage zu empfehlen. Turch seinen Besuch bei dem ihm befreundeten Doyen der Dreibund- Herrscher zeigt König Eduard, daß er an einer feindlichen Kvntrastierung der europäischen M ä lossen Ivctdcii wird, aber cs sei seine sestc Ucbcrzcugung, daß cs der einzige Weg sei, um der allgemeinen, noch immer über Europa lagernd-.n Spannung ein Ende zu machen, insbesondere aber der gegenseitigen Furcht, bic beide Staaten zu großen Opfern für ihre Flotte veranlaßte. Warum follte cs, fragte George, nicht zu einer Entente mit Deulsckchand kommen, wenn England Ententen mit Frankreich, Rußland und den Vereinigten Staaten abgcschloisen hat'? Es gibt eigentlich fein Streitobjekt »wische n beiden Staaten. Eine Entente mit Deutschland inüßte einzig und allein die Richtung auf die B e schr ä n k u n g d e § B a u eS v o n neue n Schiffen für die Zukunft halten. Auf die Bemerkung, daß mau England vorwerfe, daß es für die I s o l i e r u n g e n t s ck, - lands konspiriert habe und daß man argwöhne, daß in Reval ein Einvernehmen zwischen Rußtand und England erzielt worden sei, daS weit über jenes hinausgehe und das die asiatische Grcnz- frage in Persien betrifft, erwiderte Llopd George, man könne nicht genug tun und schreiben, um den empörenden Verdacht aus der Welt zu schaffen. ___________________________________ Deutsches Uerch. Das bayrische B e a in t c n g e s e *: wurde in der von der Abgeordnetenkammer beschlossenen Fassung im Plenum deS Reichsrats einstimmig a n g e u o m m c n. Tamit ist die parlamentarische Behandlung der Beamtcn-Vorlage erledigt. P o s a d o w s l y als R c i ch s t a g -5 f a n b i b a t Eine in Ludwigshafen abgchalteue nationalliberale Vertrauens männer-Versarnmlung schlug den Grafen Posadoivstv zum Kandidaten für die bevorstehende Reichstags-Ersatzwahl im Wahlkreise Speyer-Ludwigshafen vor. Podewils ist amtsinüdc. Wie der,.Bayr. Kur." von parlamentarischer Seite ctfährt, wird der Minisicrprä- sident v. PodewilS int Herbst seinen Abschied nehmen. Damit wird die schon vor einiger Zeit durch die Presse gegangene Nachricht bestätigt. Tie d i e s j ä h r i gc Her bst para de findet cvht 1. September auf dem Tetnpelhofer Felde statt. Tie Neuorganisation des amtlichen Ver- kündigungSw c sens in Baden tritt schon am 1. Ott. d. I. in Kraft. In Sachen der Mäd ch e n s ch ulre fo r m in Preußen nober statt. Dr. meb. Siebe lElgershausew hielt den ^estvor» trag. Er führte aus: Früher schien cs, als ob für die Nüchtern- heitsbewegung kein Platz vorhanden wäre. Aber David l at dach den Riesen-Goliath „Alkohol" erfolgreich bekmnpst. Außer bet den Studenten haben die Trinkunsitten bei der Turner- schäft Eingang gesunden. Wochenlang vor dem Frank- surter Turnfest haben die Weltfahrer abstinent gelebt, um die Palme deS Sieges zu erringen. Naü) Schluß des Wetturnens wurde der Sieg aber tüchtig gefeiert und eifrig Gainbrinus gehuldigt. Tie meisten Studenten, so meinte Dr- L., wüßten wohl, welche Speisen gut schmecken, sie iennen den Bierkommaiit, aber für hohe Ideale l,litten sie kein Verständnis. Tie Schule müßte sich dem Fortschritt der Zeiten anpassen und den Lehrern sollte es obliegen, durch Vorträge auf die Gefahren des Alkohols hin- zuweiseü. Indessen bringen die Lehrer diesen Bestrebungen zumeist wenig Sympathie entgegen. In humorvoller Weise wies der Redner auf die Verwüstungen hin, die den Trinkgelagen bei Kirmessen und anderen Veranstaltungen, bei denen der Al- tohvl eine Rolle spielt, folgen. Bedauerlich sei es auch, daß verschiedene Li'.ngenheilanstalten Wein und Lier zur Geiundung verabreichen. Alkohol disponiere für Tuberkulose unb erniedrige die Widerstandsfähigkeit der Geivebe gegen Ausnahm. der Tuberkelbazillen. Ein Ausschrvung von Kunst und Wisfenscl-aft sei unter der heutigen Herrschaft des Alkohols nicht möglich. Statt an guter Lektüre finde das Volk Gefallen an sensationellen Tagesereignissen, wie z. B- an der Hinrichtung der Grete Beier, bei der 200 Zuschauer zugegen gewesen feien. Bei den Reichstagswahlen wurde nicht nach sorgfältiger Ucbcrlcgung die stimme abgegeben. Ter B i c r v h i l i ft e r schlage am Stammtisch fvohl mit der geballten Faust auf den Tisch, aber von einem Turckdenken und Turckchringen Der Tinge sei keine Rede. Hilfe müsse unsere Bewegung auch bei den Geistlichen aller Konfessionen finden. Die nwderne Alkoholbcwcgung bedeutet nicht, wie viel Müller oder Schul>e vertragen, welche Wirkung die kleinste Tvs's Alkohol aus oen Organismus ausübt, sondern wie können wir eine Gesundung der Menschheit herbeijiihren und die Schädigungen durch den Alkohol vermindern. „Wir müssen weiter fortfahren, der Nüchternheitsbewegung die Wege zu ebnen, die in den nächsten Jahrhunderten die Welt bcherrsck-en wird." — Aus dem internationalen Kongreß für historische Wissenschaften zu Berlin sprach u. a- in der Abteilung für die Geschichte des Orients der bekannte hessische Forscher v. Leeoq über Reisen und Arve ne n in chinesisch Turkestan. Er wies daraus hin, daß dort besonders viele Tcinpel- sunde aus dem 9. Jahrhundert zu machen sind- Tort haben Christen, Buddlftsten und Manichäer zur gleichen Zeit gewohnt. Später scheinen sie durch die Ehinesenkriege zu Grunde gegangen hi sein, besonders die. Buddhisten. Tic Landschaft ist troftlos und öde und wechselt stark in der Temperatur. Sehr zahlreiche Handschriften sind dort 'm finden, in chinesischer, türkischer Sprache, Sanskrit usw. Ter Vortrag wurde durch zahlreiv/o Lichcoildcr erläutert. — Zum Neubau der Berliner Hosoyer erfahrt das „B. T-", daß die Lösung des Problems um ein entscheidendes Stuck Aussicht Zeppelin V. und alt gern । Bohnen, Gurken uff. wurden arg zerzaust und dürfte es ii n b den abend die 'au 2b. (fc. et. Letterer darf bekanntlich in keinem Hause mehr fehlen, er gilt als billige Zugabe zum Brot und wird von junc und alt gern gegessen. — Tie -arten (Gartengewächse, Zeppelin. Venn wir Vergangne« überschauen, So ivett e« sich dem Blicke zeigt, Weckt elolj nicht in uns und Vertrauen Tas Bild, da« vor die Stele steigt 3m hehren Schmuck der Siegesiahnek Troy sinstren Aberglauben« Wahne, Ter noch die Bölter nieberdrückl. Ringt kühn bei Menschen Weilt zum Lichte, Und durch die ganze Weltgeschichte Te« JonschriliS Zeiger rveiterrüch. Trum Dank und Heil dem Heldengrasen, Ter uns oui neue Bohnen wie«, In einem schwer erreichten Ha'en Un« neue Schütze bergen hiev! Tin Vorbild sei et unsrem Leben l Im guten Äampl erschlaffet nicht! Bleibt test und stark in edlem Streben Spenden. Die Sammlung de« Gießener Anzeigers: 2hts Stadt un- Land. Gießen, 13. August 1908. •• Dom Großherzoglichen Hofe. Prinz Georg von Battenberg begab sich vorgestern nachmittag um 2 Uhr oon Jagdschloß WolfSgarten nach Schloß Heilizenberg. Prinz und Prinzessin Ludwig von Battenberg trafen gestern mittag mit der Prinzessin Luise und den Prinzen Georg und Ludwig Franz in Jagdschloß WolfSgarten em und nahmen an der FrühslückSlafel daselbst teil. Tie Kronprinzessin von Griechenland sowie Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von »essen waren gestern nachmittag zum Tee in Jagdschloß WolfSgarten. • • Ernennung. Ter Großherzog hat am 4. Juli d. Js. den RegterungSbaumeister Hermann W.ckmann auS Hofgeismar zum Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor m der Heisisch-Preußischen Eisenbahngemeinschast mit Wirkung vom 1. Augusi 1908 ab ernannt.' • • TaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung deS GroßherzogS vom 4. Juli d. I. dem Wilhelm Wacker, Jakob Gerhard und Georg Wink, sämtlich zu Gießen. • • Jubiläum. Morgen werden eS 25 Jahre, daß Herr KreiSsiraßenmeister Senßfelder im Dienste deS Kreises Gießen angestellt ivurde. • • Die freisinnige Pa rte ileitung deS 9. rhein- hessischen Landtags Wahlbezirkes Jngelhemi, Gonsenheim Mombach hat Herrn Dr. tneb. Wolf-Gonsenheim die Landtagökandidalur angeboten. Herr Tr. Wolf nahm sie an. Tie Kandidatur wird oon den Sozialdemokraten imteritützt. Ter Wahlkreis wurde bisher von Dr. Frenay-BenShenn Ztr.)vertrelen. • * Brieftauben klub Gießen. Tie Brieftauben in Thorn, 750 km Luftlinie, konnten wegen sehr ungünsligcr Witterung statt 1. Aug. erst am 4. Aug. ausgelassen werden. Heftiger Gegenwind und zahlreiche Niederschläge hemmten die Tauben sehr, wodurch der Flug einen schlechten Verlauf genommen hat. Tic erste Taube wurde hier von Karl Böhling am dritten Austaßtage mittag um 1'/, Uhr gemeldet. x Grün berg, 12. Aug. Dem gestrigen .Eingesandt' von hier ist ergänzend anzufügen, daß bei dec Versammlung der deutsch-sozialen Partei am 26. vor. Mtö. dahier im Abstimmung dec Kandidat der Bürgermeister Benner in TrciS Landwirt Lutz-Elpenrod und Kauf- 1 Stimme erhielten. Somit war nominiert, da die beiden anderen Vlad) flu'Bten Fortschritts Höhenticht t Vebt ftoij und tret) das Angesicht! Ter TageSzwiste zu ocrgeficn Und fiel« da« Große zu ermessen Ist unsre schöne Menschenpsticht. A. Ammans .Hirsch* vorgenommenen deutsch-sozialen Partei, a. d. Lumda 3 Stimmen, mann Moll-Grünberg je Benner als Kandidat •• Kleine Mitteilungen au« Hessen 9ia d)ba rgcoieten. In "SAains begann gestern ______ 34biiau:;i«ieiei de« lmnder: vorigen Z* ildcc? de» 88. Inianlen-. Regu.ienrö. Toni smb cbentaU^: Angehörige ocs ?hegv ment« euigttroncn, für die in »hnerne und Samlkunmmen Massenonaruere b-Tcrrfriü worden sind — Ter in ^ranfairt vcrba'ktc v uteiyari*:» r Lapo hüt g standen. Berun treu- un gen und si ä l Hb ui, gcn in Höhe von > rwe. 2800 Matt verübt zu haben. — Ter scu zwei Ioi,ren von brr 'tcats-anrvalt- norf, im Ticnst stehende Funktionäre ereignen nck auck> an anderen Crtcn Lleinasiens. Man befürchtet Racheakte gegen Funktionäre tK-3 alten Regime, besonder? gegen »nnanv beamte. Die durch ihr Borgehen Unzufriedenheit und Hatz erregt haben. . - Mu. Hongkong meldet „Evenmg Standard . datz die chinesischen Behörden im Hafen oon Tschinn'chau 10000 Gewehre uno zwei Millionen Patronen mit Be'chlag be- egten. Tie «apanischen Kaufleute erhoben Protest und sor» >ertcn das Frachtgut zurück. Bisher quittiert Mk. 1401.30, W. Louis Schäler 3, JRti Heß 10, Professor Körle lo, Gäste im Schipkapaß 8, E. '12. 3, Theobald lü, Th. <3eiUn5 5, Kriegerverem Reichel-be'rn durch Apotheker Hempel 15.75, VI. A. m üid) 10, Frau Geh. Rat stauben- Heimer 10, Prof. Koevpe u, B. II. 30, A. VI. 2, Geheimrat B^ssm« Tie Londoner Morunig-Post c nährt. daß Gras Zeppelln schon vor mehreren Lochen die Hülle für „Zcppelm b" bet )cr Firma Spencer u. Sohn in Highburn 6ei London beteilt habe, und Tutende von Männern und Frauen arbeiteten dort daran. Spencer hofft, die Ballonhülle ungefähr in 14 Tagen an den Grasen abschicken zu können. Sie wird auS sogettanniir G o l d s ch l ä g e r h a u t angefettigt; >ies ist, wie Spencer erklärte, rin unzerreißbarer, gasdichter Stoff, der ans einem sehr seinen Teil des Bauchfelle von Rindern herg stell wird dern müssen jür die neue Ballonhülle vcrivendet iverben. England sei in der Fabrikation dieses Stoffes allen Ländern weit voraus, weshalb Graf 3eppelin den Auftrag nach England habe geben müssen. (Tie Meldung klingt recht unwahrscheinlich und scheint eine englische Ente zti sein. Bekanntlich war Zeppelin 1 mit einem Banmwollichrrzug und mehreren dünnen Gummischichten versehen und es ist bi- jetzt nichts davon bekannt geworden, daß sich dieser lleberyig nicht bewährt hätte. Die Red.) -Zeppelinsruh'". Um eine dauernde Erinnerung an den denkwürdigen Tag der Landung Zeppelins ans oem „ssornsand" in Nierstein zu schaffen, beschlag die (Gemeinde den San* dungsplatz „Zeppclinsrnh" zu nennen. öeppdin. Zeppelin.und der Kronprinz Es ist mit Genugtuung aufgenomincn worden, daß außer dem König von irttemberg auch der deutsche Thronfolger Zeppelin besucht hat. Sie einer unserer Korrespondenten erfährt, kam bei dieser Unterhaltung auch das heikle Thema der Einsetzung einer 2 o n d er k o m m i s s i o n für die 3eppelinipenbc -ur Sprache. Zeppelin stand dem Plane nicht unsmnpathisch gegenüber, nur tvolUc er Um nicht so ausgeführt wissen, tvie Berlin es möchte. Zeppelin will die Spende selbst ausschließlich iur den Bau oon Luft- ! r e u z e r n verwenden. Der Thronfolger sprach dem Grasen, in schmeichelhaften Lorten seine Anerkennung für das bisher Erreichte aus. ES ist um so weniger ausgeschlossen, daß er von den bei Zeppelin gewonnenen Eindrücken dem Kaiser Mitteilung macht, als sich in Berlin eine Elique zu bilden chcint, die Zeppelin nur noch als Werkzeug für bic weitere Schiffsbautätigteik betrachtet wissen mochte, um dann selbst die Lorbeern zu ernten. Tie Kaufjumme deS Reicher. Eine endgültige Entscheidung über die dem Grasen Zeppelin für Ankauf seines LuitschisseS auSzuzahlenden 1650OOU Mk. ist vom Reichsamte des Innern noch nicht getrogen worden, steht aber für dessen nächste Liyung in Ausland. Das deutsche K r o n p r i n z e n p a a r ist gestern von Lindau kommend in Bozen eingetrofsen. Ter englische Schatzkanzler Lord George bc absichtigl oon Karlsbad über St. Blasien im Schwarzwald sich nach Berlin im Automobil zu begeben, wo er ungefähr am 20. August eintreffen roiro, nm die Einrichtungen der staatlichen Altersversorgung zu studieren. Reorganisation der Orden und Kongregationen. Eine Brüsseler Zeitung glaubt mitteilen zu können, daß Papst Pius sich augenblicklich mit der Reorganisation der verschiedenen Orden und Kongregationen beschäftigt. Ter Papst ist der Ansicht, daß die Anzahl der Orden und Kongregationen eine zu große ist, daß die Mönche übertrieben pirivilegiert sind, nnd daß dec Angenblick gekommen ist, eine Reihe der Orden, die sich als unnütz. erweisen oder sich gegenseitig Konkurrenz machen, zu vereinen, zu verringern oder abzuschasfen. Nachrichten ans Ta n ac r verzeichnen das Gerücht oon einer Niederlage der Truppen des Sultans Abdul As iS an dem Flusse Rebbia. Die Verluste der Truppen von Abdnl Asis sollen bedeutend sein und der Sultan soll gezwungen gewesen sein, wieder über bett Fluß zurückzugehkn. Die neue Ae ra in der Türkei. Wie amtlich mit- geteilt wird, haben sich seit der neuen Äera in der Türkei 20 griechische und 53 bulgarische Banden unterworfen. Auch 310 aufrührerische Albanesen haben sich den Behörden unterworfen. Tie Bevölkerung von Kastanumi verhinderte die Abreise des ehemaligen Äali und verlangte, daß er die Gelder, welche er erpreßt habe, zurückzahlc. Aehnliche Vorgänge gegen abgesetzte Funktionäre, sowie Trohungen gegen schäft in Osnabrück wegen Raube« verfolg!.' o9 Vorige ^.fntieb' AloiS sdwnlcr au« Ct!Unruh ist gestern in irrunFrun verdöst« worden — C in lleberfalt ist in Wiesbaden aut einen Äm> aast am Hellen Tage ui den Huranlagcn unternommen, aber ver. eirtlt worden. Zwei Strolche überfielen einen errnnben. der auf einer Bank in den Anlag. n sich aus-ruben nolUe, indem ii- ibm unter «ebnb-mien mit Revow.r und 4.016 ba« Geld ab- verlang:?ir Auf seine fnlfanife enchicnen zwei Polizisten, ixe die Burschen ' stnahmen. Kandidaten laut Uebereinknnft znrückzulreten hatten. Der Bund der Landwirte hat, entgegen diesem Vorgehen der deutsch-sozialen Partei, beschlossen, an seinem Kandidaten estznhalten, da das mit der deutsch-sozialcn Partei getroffene Abkommen (Rücktritt bei einer Minderzahl von Stimmen gegenüber einem anderen Kandidaten) auf nicht ganz einwandfreie Weise zustande kam. Dieses Abkommen wird, ehe der Bund der Landwirte seine Stellung in dec Kandidaten- rage ändern soll, Gegenstand einer näheren Prüfung werden müssen. BtS dahin bleibt derselbe bei dec von ihm vorgeschlagenen Kandidatnr, unbekümmert jenes Vorgehens der deutsch-sozialen Partei. Lutz selbst kann und ivird vorläufig in unserem Wahlbezirk nicht agitieren, umsomehr ist es Pflicht einer Freunde und deS Bundes der Landwirte, sich der Sache anzimehmen und solche zum Wohle unseres Wahlbezirks zu Ende zu führen. 0 V o m Lande, 12. Aug. (Stur m schad e n.) Ter am heutigen Mittwoch über unsere Felder brausende Sturm- tuinb hat dem Obstbaumzüchter, Gartenbesitzer und Bienen- frcund empsindlichen Schaden zugefügt Tie Früchte der Obstbäume, vor allem des so überreich behangenen Apfel baumcS wurden abgcschstttelt, dazu auch vielfap, ganze Aeste abgeschlagen nnd junge Bäumchen von ihren Psählcn los- gerissen und umgcknicll. Ueberall ist man fleißig mit dem Einsammeln der Früchte beschäftigt, denn gerade »ts dem Saft halbreiser Aepsel giebt es einen vorzüglichen Otelee. verlautet, daß die verfügende Kabinettsordre für näcbtten Donnerstag zu erwarten ist. Frauen wahlrecht in Bayern. Tu Petitions- kommisswu dec Abgeordnetenkammer erklärt die von 1b ^rauenversammlungen vorliegende Petition, betr. bic E in - führung des Frauenwahlrechts für Frauen über 20 Jahren, als für die Erörterung geeignet, und stellte den Antrag, sie der Staatsregierung zur Kenntnisnahme zu überweisen. Der Kaiser und der Cumberlander -tte „Post" schreibt: Tie „Augsb. Postztg." verbreitet neuerdings Mitteilungen über eine Begegnung des Kaisers mit dem Herzog von Cumberland, die angeblich im nächsten Jahre bestimmt erfolgen soll. Ferner wärmt das Blatt alte Gerüchte darüber auf, daß während des Besuches der deut»chen Fürsten in Lien tm Mai dieses Jahres eine Vereinbarung über die Thronfolge des zweiten Sohnes ocs Herzogs von Cumberland in Braunschioeig getronen worden sei. Lir sind ermächtigt, festzustellen, daß alle diese Angaben, iowohl über eine Vereinbarung wegen der Thronfolge wie über ein Zusammentreffen des Kaisers mit oem Herzog von Cumberland, aus der Luft gegriffen hnb. Die Steuerpläne der Regierung. Au zustan diger Stelle erfährt eine Berliner Korrcsponoenz über die Finanzpläne der Reichsregierung: Ter größte Teil der bisher tu der Presse erwähnten Lteuergucllcn gehört in das O^bict der Kombination Fest steht vorläufig nur die Heranziehung der Matriku larbeiträge, die Ausdehnung dec Erbschaftssteuer ain Ehegatten und Deszendenten erster Ordnung, die I n s e r a t e n st e u e r und die W e i n st e u e r. Senne lager, 12. Aug Tie heutige Kavalle- ric-Ucbung endete gegen 1 Nhc. Ter Kaiser frühstückte im Onizierstasiuo und nahm bann Löhnung im kaiferlicheu Barackenlager. 'Xach der Abendtafel war im Ofsizicrskasino Zapseustreich sämtlicher Musikkorps der hier vereinigten Regimenter vorgesehen. Auf Einladung des Kaisers nimmt an den hiesigen Hebungen der schwedische Oberst, Kommandeur der Leibgarde zu Pferde, Graf Lxen- stierna teil. mit ihrem Ertrage bald aus sein. - «Hauz empfindlich ist aber der Bienenzüchter geschädigt worden. Tausende seiner fleißigen Immen hat der Sturm auf ihren Ausflügen überrascht und in den Staub niedergeschlagen. Vchch am späten Abend konnte man die erstarrten unermüdlichen Tierchen von der Erde auftefen. £ arm Habt, 12. Ang. Graf Ernst zu SolmS- Lau dach ist gestern in Naumburg a. d. Saale gestorden. Er war am 24. April 1837 zu Lanbach i. Oberh. geboren. Ec widmete sich dem Verwaltungsdienste und war zuletzt KceiSdircktoc mit dem Titel eines Kaiserlichen Geheimen Nates. Seme Verdienste wurden noch besonders geehrt durch die Verleihung des Titels eines Ehrendomherrn von Naumburg: eine Ehrung, die verhältnismäßig selten einem Beamten zuteil wird. Der Verilordene war im Besitze der KnegSdenk- münze von 1870/71, des preußischen Roten Adlec-OrdenS 3. Klasie, des preußischen Kronen-OrdenS 2. Klasse und anderer AuSzeichuiiiigen. Nach seinem Rücktritte lebte Graf Ernst von SolmS-Laubach mehrere Jahre in Tarmstadt und hatte seine Wohnung auf dem Wilhelnnnenplatze. Tarmst. Tägl. Anz. — Bad Wildungen, 13. Aug. Tie Zahl der Kurgäste betrug am 12. August 1908 8459. gcjvrd.il worden ist. Tie Pläne für den Vicuüait auf dein jetzigen vi. H scl hi Xerrain lieg n vollst iiibi j scrti i Tie Kosten werden rund 15 M i 11 i o n e n betragen. Man glaubt in maßgebenden Mreifen, auf eine Bewilligung von 8 Millionen durch da- preußische Abgeordnetenhaus rechnen zu dürsen: für die tchlenden 7 Millionen will man die Stadt Berlin in Aic- n i uch nehmen und ihr gi wiss .v ■ al« Eigentum übern isett und ih> außerdem in da Straßcnbabnanaelegenheit allerlei Zugest.mdnisse machen. — iDl oliere in Musik. Es wird berichtet, so schreibt ein Pariser Blatt, daß Moliörc in Musik gesetzt werden soll, und zwar soll Richard Strauß diese Abiicht hegen. Er ist indes,en nicht der erste, bei den Plan hat, ein« der W rkc von Moliöre zu vertonen. Laparra hat bereits eine Niusikalisciu? Bearbeitung des „Amphitrhon" bei Vllbert Earrs eingereicht. Ferner schreibt auch Louis Vuilleniin eine Partitur zu einem der Meiner werke Molivres. Richard Strauß hat sich den „T a r - ' ausersehen, au« dem er eine komische C ;v t mach n will. Eine Reuerung in der Straftenbekeu btung twt die Stadt Freiberg m Sachsen eingeführt. Sämtliche GaSlaterneu werden dort auf einmal von der Gar anstatt aus angezündet. Tie Laternen haben im Innern des Aucrstrümpschen« Mikrobrennv», die ständig brennen und äußern wenig Gas verbrauchen Bei Nieter in der Fabrik werben durch eine .vcbclcuuirfitung bic GaS- krauen der einzelnen Laternen autoinati'ch geöffnet, io daß der Auerbrcnner io,ort aufilamwt. TaS Ansuchen der dichter da gegen ivird durch eine plötzliche Bernngerung des Gasdruckes bcrbeigefilhrt. — Preisausschreiben deS Keplerbunde«. Ta« Kiiratorinrn deS Keplerbunde« stellt einen Preis von 1000 'Mk. für die Äsung der Ausgabe - .Tic ä t e st e n vorliluris ch e n h u n b e von Lebewesen sollen nach ihrer Bedeutung lür die Entwicklungslehre neu uniersucht und allgemein oeritänb- lidi dargestellt werden.- Ta« Pieiürichleramt haben ubernonnnen i Geb. Bergrat Pro'. Tr. Begichlaa (Berlin), Dich- Bergrat Pro'. Dr. o. Bianca (Berlin), Piol. Tr. Iaeckel (toreMroatb), Pro«. Tr. v. Koken (Tübingen) und Pro!. Tr. E. Dennert Godes- berg a. Rh.) als Berireter be« Kuratoriums des Keplcibuudes. Die Arbeiten (in deutscher Sprache» sind bi« zum 31. Dezember IDu'j mit Motto iliid Namen in verschlostenem Bnelumschtag an den Letztgenannten einzustnden. — Kleine Chronik au« Kunst und Wissenschaft. Viktor Palfi, Direktor deS Neuen Operetten-TbeaterS ui Berlin, teilt, Berliner Blättern zu>olge, mit, daß seine Borarbeiten zur Grinidimg einer Großen Over in Berlin beendet sind. Am 1. September 1910 wird die Eröffnung siaitsinden. Die Plane sind von dem Erbauer des Hebbel-Theaten^, Kausmann. Air Bauplatz Ut ein Grundstück an der PotSdainer Straße neben dem Botaniichen Garten zinn Pretie von 1 700 000 SIL m "Aussicht genommen, zte Kosten de« TbeaterbaueS sind mit 2' , Stilltonen veranschlaat. Tie Große Over ist eine Akttengeiellschast mit börsenmaßigen Obliga- tiouen. Jür die Solisten schivanken die Gagen zwischen 30 00u bio 60000 9m. — Da« Vluausthest der ,9lciien Generation'', Heraii»- neberm Tr. Helene Stocker (Berlag Oesterbeld L Eo., Berlin XW 16, hält u. a.: Ter Prozeß Eulenburg und die Sc^iialwissetiichati von Dr. phil. Helene Stöcker, Tic imiellc Fraae btt Luther von Tr. A. Eaager. sirrner: Grete Beier uno ber § jlä; ubci die sexuelle Empsiudlichkeit der Frau; die .Intizölibaielewegima der katholischen Geistlichkeit:c. 10, znjammen Ml. 1558.03. Dem deutschen Re ichSkomitee gehen Beträge in beträchtlicher dohc zu. Tic liaiscrin hat dem Komitee 1000 Ml überwiesen. Tie Bant iür Handel nnd Indiistrie in Darmstadt l-at die bii seht dort gesammelten Beiträge zur Zeppelin-Lpende tu Höhe vor: 84 324.90 Mk. (banmter 14 uU2.7o Alk. eigene Sammlung un» 20 522.20 Mk. der Darmstadter Blätter) an die Älttgememc Renten- anftalt in Stuttgart abgesandt. In Aiainz luurben bi« jetzt 6c 000 Mark gesammelt, wovon 26 Oo>) Mk. eine Spende des Barons von Haidhausen sind. Ter Großherzog von Baden hat für die rkarlsruhcr Viationab ipiiibe 2000 Mk gegeben Tie Stadtverordneten von Malstou- Bürbach uno von Saarbrücken bewilligten je 1500 Mk. pir bei Oknieii Zeppelin. Ter Magistrat in Höchst a M. liat den Be schluß gesaut, die StablDcroroneicnoet ammtung um Bewilliguni einer stabtischen lvabe in .Höhe von 1000 Mk. zu ersuchen. Tu „üöln. Ztg" teilt mit, daß sie als erste Zahlung au« ibm Sammlung iür Zeppelin 100 000 Mk an die Allgemeine arten- anstatt m Stuttgart überwiesen bade Tie Amlsvertretung n Laune bewilligte 20000 Mk. für eine Zeppelin-Spende, bat städtische Kvllegium von Osnabrück 2000 Mk Anti Zeppelia! Ter Vorstand bev preußischen LandeSkriegerverbande« erlas lolgende Erklärung: Wir nehmen an, daß von unseren Verbände» und Vereinen vicl'ach die Anreg»mg gegeben wird, Sammlung« hir den Graten Zeppelin zu veranlassen. Wir bedauern au'richur den unglücklichen 'Audgang ber kühneil Fahrt, doch bitten wir be allem Interesse für den genialen Erfinder und sein Werk, vor Sammlungen unter ben Kameraden abzusehenwir sind fest überzeugt, daß da« Deutsche Reich emgreilcn wird. Im Münchener Magistrat hat im Gegensatz zu Lu»- wigshafen die sozialdemokratische Fraktion gegen be Zeppelimpendc geitimmt!!! In einer Stadtverordnetensitzung in Danzig wurde eu Tringlichleüsantrag de« Magistrats, 3000 Mk. für Zeppelin st b-ewilligen, nach Ablehniing bet Dringlichkeit mit 20 gegeu 1 Stimmen vertagt. -g mt den denkwürdige Dem „Kornsand"': 1 bie Gemeinde den Le men. ft ^iäötige 7 iesLMA WO onPrinj. ‘"TSfceS«. iS Altung aurfiV?^' «f»Ui ia5te Setoel 'er, nur J. fl'lQnb l- li» « ur den Ra . Ts SZK! °MK Je'W BiqueTuSl WsR 1 1 um dann je[[' Ncichez. M "* SÄ;* WbaßtaliUuM !le Wr „jtjiptlin i" j- M "*«) bei So*« [. i inerJ und Frauen ard» H ^-^Eo^ulle ungefä? H »jdjtcfeit zu können. Q9erbaut angefenis ! lNMchbarer, gasdicht ' reü des Bauchsells^ ' uchfelle von 600000 jfc. hülle verwendet werte. Stosses allen Länder -u den Austrag nach Er.- Meldung klingt recht B Zlische (inte zu sein. & ui Banmwollicherzug m i • versehen und es isl t n, daß sich dieser lieber^ , jener 911wiqtti: Louis Lcha'u o, ijiau li Schiplapaß 8,0.6. c irverein ReichelLht'm bin: ) 10, Frau föelj.SRalSaube. A. A. 2, Geheuml itee gehen Beträge in d hat dem Komitee 1000 - ■ tvie in Tarinsladt hat die d. jeppelin-Speiibe in W « jjlf eigene Sammlung111 er)'an die Allgemeine Nm 000 Mark gesammelt, iM von Waldhauie" si"d- . { erste Zahlung, fflj* f an die Ällgememe »ff- !/ Die Amtsvertr« i^eine 3WdinWbe,x 2000 Mk. ‘litt! Landeskriegerottow' i, * Ä*- „W1SivÄ«»“u? “$,■***•* MA n. es überschaue"' *Är<» Seele M , „Siegessahne Ms Wah"-' ederdri'ckl' £^l(( „n (Seist ium nellgesch'A iibem.N** '“fiel 's Angeld ev9e’'e'lfjen und Wiesbaden nicht cnS- Nachdr. Verb. 0 Ziegenlämmer, 1904 618 196 130 662 220 697 Pasrnntcn, die leider Tür Baden-Baden zuschcidcn waren, die Besucherzahl in den Quellenkurorten Nordseebädern 1905 670 846 146 323 255 832 1903 567 096 112 202 195 596 Ochsen: 1. Qualität 81-84 mt, 3. Qualität 60—64 Mk.; Bullen: Rcichsgerichtsbricf. I. S. Leipzig, August 1908. 100 Psuud Cchiachtgeivicht: 2. Qualität 74—76 Mk., Vie Sammlungen für Donaueschingen. Die Sammlung des (Siebener Anzeigers: Bisher guuliert: Mk. 244.—, jv. Tehn-Rot'elser Ltt. 2. -, Frau Th. Heb Alk. 10.—, M. F. fBlf. 5.—, Akad. Zweigvcrein der ,Ullramontan-Jüdisch-Evang. Bereuugung' 9)if. 5.—, F. (5. Hcnzcr- ling Mk. 2.—, A. N. Mk. 2.—. Zusammen Mt. 270.—. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 13. Ang. (Telegr. Orig.-Bericht des „Vlies;. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Biebmarkt- vreise. Zrun Verkaufe standen: 14 Ochsen, 00 auS Oesterreich 1 Brillen, 0 aus Oesterreich, 101 Hübe, Fersen, Stiere und Rinder, 971 Kälber, 66 Schafe und Hämmel, 926 Schiveine, 1 Ziege, 0 SchaUämmer. Bezahlt wiirbcn für * Aerzte und Aerztceinkommen. Rach amtlichen Ermittelungen hat sich die Zahl der zur Berlin-Brandenburger Aerztekammer gehörigen Mitglieder um 180 verringert, ihr Ern kommen dagegen erhöht. Indessen haben unter den 4000 Acrzten 778 ein Einkommen von noch nicht 3000 Mk.! 683 weisen Ja hreseinnahm en zwiscten 3000 und 5000 Mk. auf. Tas sind wahrhaft klägliche Erwerbsverhältnisse, denen gegenüber die groben Einkommen einzelner hervorragender oder vom Glück begünstigter Aerzte gar nichts bedeuten will. So versteuern 25 Berliner Aerzte Einkommen von 34—40 000 Mk., 29 bis 50000 Dkark, ebensoviele bis 100000 Mk. und sechs bis zu einer Bicrtel- million Mark. Die Gesegneten! * Frequenz deutscher Bäder. Schon längst war bad Bedürfnis nach einer zusammcnsassenden Satistik des Besuches der deutschen Bäder vorhanden, aber über vereinzelte Versuche ist man bisher nicht hinausgekommen. Umso dankenswerter sind die statistiscten Angaben über den Besuch deutscher aturorte mit Mincralguellen und der deutschen Seebäder, die im Statistischen Jahrbuche für das deutsche gleich, allerdings erst für die Jahre 1903 bis 1905, verössentlicht werden. Es betrug ohne die Kann bei Tiersckaden der Rechtsweg vor den o r - dentlichenGerichtenversagtwerden,wenngleichzeitig die Berussgenosj en schäft ersatz - p f l i ch t i g i st ? Tas Reichsgericht verneint diese Frage. Ter Kutscher I. in Neustadt a. d. £). hatte am 11. Mai 1906 in Diensten des Fabrikanten Dr. O. einen Unfall erlitten, als er mit dem Fuhrwerk des O. eine Bahnunterführung passierte und das Pferd durchgrng. I. befand sich auf dem Rücksitz und war herabgeschleudert worden. Auf seine Schadensersatzklage hin hatte der Beklagte die Zulässigkeit des Rechtsweges bestritten und das Landgericht den Kläger auch wegen Unzulässigkeit des Rechtsweges mit seiner Klage abgewiesen. Tas Qberlandesgericht Zweibrücken hob aus die Berufung des Klägers das landgerrchtliche Urteil auf und erklärte den Rechtsweg für zulässig, indem es die Sache zur weiteren Verhandlung an das Gericht erster Jrrstanz zurückverwies. 2er erkennende 4. Zivilsenat des Reichsgerichts, der die Entscheidung des Oberlandesgerichts Zweibrücken aus die Revision des Beklagten hin bestätigt, führt entgegen der Entscheidung des Landgerichts folgendes aus: „Die Erwägungen des Land gerichts lassen klar ersehen, daß das Landgericht den auf Grund des § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gegen den Fabrikanten O. erhobenen Anspruch mit dem dem Kläger angeblich aus der Unfallversicherung gegen die Berufsgenossenschaft zustehenden An- spr-uch vermengt. Das Bedenken der Nebenintervenientin, ob nicht für die auf § 833 gestutzte Klage der Rechtsweg ausgeschlossen sei, ist völlrg unbegründet (vergl. das Urteil des Reichsgerichts vom 5. Juli 1888 Entscheidungen des Reichsgerichts Band 21 Seite 76/77). Das Landgericht ist zu seiner Entscheidung nur dadurch gekommen, das; cs annahm, es werde von iljm ein Erkenntnis über die Haftung der Berufsgenossenschaft begehrt. Indem der erste Richter auf den von dem Prozeß- bevollmächtigten des Beklagten in erster Instanz erhobenen Em- toanb hin aussprach, nicht die Gerichte, sondern die Verwaltungsbehörden seien zur Entscheidung zuständig (vergl. §§ 8 f_lg., 69 flg. des Gewerbe-Unfallversicherungsgesetzes) und aus diesem Grunde die Klage abwies, erkannte er nur über die prozeßhmternde Einwende des § 274 Abs. 2 Nr. 2 der Zivilprozeßordnung. Demgemäß war es gerechtfertigt, wenn das Oberlandesgericht bei der Verwerfung der Einrede die Sache nach § 538 Absatz 1 Nr. 2 der Zivilprozeßordnung an das Gericht erster Instanz zurückverwies." Reue Bücher. Hermann Krüger-Westcnd : Worte Mohammeds. Min- )cn, I. C. G. Bruns. Geb. 2.50 Mk. Dr. I. Voorhoeve: Homöopathie in der Praxis. 5. und 6. Lieferung. Leipzig, Ernst Bredt. Dr. Georg Greim: Landeskunde des Großherzogtums Hessen, der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck. (Sammlung Göschen, Bd. 376.) Leipzig, G. I. Göschen. Preis geb. 80 Psg. . Tas deutsche Buchdruckergewerbe. Seine Organ;- ations-, Arbeits-, Lohn- und Preisverhältnisse. Denkschrift, herausgegeben vom Deutschen Buchbruckerverein. Leipzig, Deutsch. Buchte. -Verein. Pia t en: Die neue Heilmethode. Lehrbuch der naturge- mästen Lebensweise, der Gesundheitspflege und der naturgemäßen teilweise. Neue Ausgabe. Vollständig in 60 Lieferungen ä 40 Pfg. Lieferung 3—10. Berlin, Deutsches Derlagshaus Bong u. Comp. Edward «Stilgcbaucr: Tas Liebesnest. 11.—20. Tsd. Berlin, Rich. Bong. Preis 4 Mk. Alsred Martin Zeller: Um die Freiheit. Geschichte cinc5 Nihilisten. Berlin W. 30, Hermann Ehbock. Preis 1 Mk. Parabellum: Bansai. 2. Ausl., Leipzig, Theodor Weicker. Preis 3 Mk. Pani Hehse: Novellen, 18. Bd. Frauenbilder II. Stuttgart, I. G. Eotta. Hermann Birnbaum: Tora. Novellen und Gedichte. Dresden, E. Pierson. Preis 2.50 Mk. Prof. W. Wetekamp: Selbstbetätigung und Schaffensfreude in Erziehung und Unterricht. Leipzig, B. G. Teubner. W. Schmidt: Das Geheimiris, kräftig unb frisch zu bleiben — ober es wieder zu werden. Dortmund, Fritz Wintzens Verlag. Dr. Paul Wildfeuer: Kreuz unb quer burch den Haushalt. Naturkunbliche Streifzüge für Lehrer, Hausfrauen und die reifere Jugend. Leipzig, B. Ä. Teubner. Preis geb. 2.50 Mk. Adolf Michaelis: Ein Jahrhundert kunstarchäologischer Entdeckungen. 2. Auflage. Leipzig, E. A. Seemann. Preis geb. 7 Mk. Grigirral-Drahtmclöttnsen. Pilsen, 13. Aug. Ein höchst wahrscheinlich in Deutschland entsprungener gefährlicher Verbrecher ist hier von Gendarmen geschossen worden und liegt im Sterben. Er gab an, Robert Reinhardt aus Hergcrtsdorf bei Eislebcn zu sein. Hier hatte er mehrere Einbrüche verübt und bei seiner Verfolgung 18 Schüsse abgegeben. Drei Personen, darunter zwet Gendarmen wurden schwer verletzt. Rom, 13. Aug. Der Hauptmann Ramsi, der Redakteur des Militär-Blattes „Pensiero", hat an die Mitglieder des parlamentarischen Untersuchungs-Ausschusses ein Schreiben gerichtet, worin er sie ersucht, ihn zu verhören, da er sehr ernste Aussagen über Mißstände bei der Militär-Verwaltung zu machen habe. Udine, 13. Aug. Karabinier! verhafteten gestern einen österreichischen Offizier Bohem vom 5. Jäger-Bataillon unter der Beschuldigung der Spionage. Bohem wurde angeblich von Hirten überrascht, als er photographische Ausnahmen von Befestigungswerken machte. In seinem Besitz wurden angeblich zahlreickw komprimittierende Schriftstücke gefunden. Rotterdam, 13. Aug. Gestern aus Euracao mit der Post eingefrorenen Meldungen zufolge wurde die holländisch e B a r k e „Iusticia" von einem venezianischen Küsten- wachtschisf beschlagnahmt und nach Puerto Eabello geschleppt. Tie Besatzung wurde ohne irgend eine Ursache ins Gefängnis geworfen, wo sie viel auszustehen hatte. Später wurden Barke und Besatzung ohne Entschuldigung frei- gcaeben. Tie Presse von Euraeao fordert immer nachdrücklicher Repressalien gegen Venezuela. Paris, 13. Aug. lieber die Ursache der Explosion auf der „Couronne" wird mitgcteilt, das; das Geschütz in rascher Folge 35 Schüsse abgegeben hatte und dadurch übermäßig erhitzt war, so daß beim 36. Schüsse eine vorzeitige Ent- zündung des Schießpulvers erfolgte. Von technischer Seite wird hingegen behauptet, daß die Explosion auf eine Zersetzung des Pulvers zurückzuführen sei, wie seinerzeit auf der „Jena". Paris, 13. 9(ug. Aus Gap wird über eine Meuterei des 21. Infanterie-Regiments berichtet: 30 Reservisten, die heute entlassen werden sollten, wollten bereits gestern abend die Kaserne verlassen. Sie veranstalteten eine Kundgebung unter Absingung der Internationale. Von den Reservisten wurden 12 zurückbehalten und in Arrest gesetzt. Drei von ihnen wurden degradiert. Paris, 13. Aug. Ter „Matin" veröffentlicht in Sperrdruck eine halbamtliche Note des Inhalts, daß die von verschiedenen deutschen Blättern gebrachten Behauptungen über das Bestehen einer französisch-englischen Militär- Konvention unrichtig seien. Tas Blatt erklärt, daß man an zuständiger deutscher Stelle genau Bescheid wisse, und daß die letzten Zweifel, die hierüber obwalten tonnten, durch die Unterredung in Eronberg geschwunden seien. Sollten allerbings England ober Frankreick, von einer dritten Macht angegriffen werden, so würde das Abkommen zwischen den beiden Mächten sich in eine definitive Allmnz verwandeln. Paris, 13. Aug. „Echo de Paris" meldet aus London: Ter österretchuche Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, wrrb demitächst in London einen Besuch machen. Konstantinopel, 13. Aug Das mazedonische Komitee richtete an das jungtürkische Komitee eine Denkschrift, worin erklärt wird, daß die Mazedonier nicht auf der Absetzung des jetzigen Sultans bestehen, jebod, die Er- richtung einer nationalen Miliz zur Sicherung dec. Bermnimg lottern*. " 1 Lstseebädern ------ ------ Für Wiesbaden ist die Zahl der Gäste zu längerem Lkurgebrauch im Jahre 1905 mit 63 445, zu kürzerem Kürgcbraud) mit 93 070, für Baden-Baden nur die Gesamtzahl der Besucher mit 77 555 angegeben. Tie Zahl der in den Quellenkurorten verabreichten Mineralbäder stieg von 3,37 Millionen im Jahre 1903 auf 3,82 im Jahre 1905. Die Höchstzahlen der verabreichten Bäder wurden für das Jahr 1905 aus Nauheim mit 383 748 unb aus Kiffingcn mit 278 879 gemeldet. Die Zahl der versandten Gesäße mit Heilwasser stieg von 11,44 Millionen im Jahre 1903 auf 12,54 im Jahre 1905. Außer den Gesäßen mit Hellwasser kanren 1905 noch etwa 108 Millionen Gefäße mit Tafelwasser zur Versendung gegen 90 Millionen im Jahre 1903. An dem Versand von Tafelwasser ist ApollinariSbrunnen mit rund 30 Millionen Flaschen beteiligt. Von den verschiedenen Bundesstaaten hat natürlich Preußen absolut die stärkste Frequenz der Kurorte. Relativ aber sind die badischen Plätze mehr frequentiert: dieses günstige Verhältnis dürfte hauptsächlich Baden-Baden her- beisühren. * Damenschultern im Herrenbad. In Chat lottenlund unweit Kopenhagen wurden dieser Tage schöne Damenschultern. im Herrcnbade verhängnisvoll. Dort erschien an der Kasse der Badeanstalt ein elegant gekleidetes Paar und verlangte je ein Billett für das Herren- und Tamcnbad. Tic beiden Badehäuser liegen dicht nebeneinander; ein straff gezogenes Tau bezeichnet die Grenze der Gebiete beider Geschlechter im Wasser. Bald zeigte sich die elegante Dame ben bewundernden Blicken in einem hochmodernen Badekostüm, das oben tief ausgeschnitten war. Sie begnügte sich indessen nicht mit dem Aufenthalt in dem ihren Geschlcchtsgenossinnen zugewiesenen Gebiet des Wassers, sonderit schwamm zu den Herren hinüber, wo ihre herrlich gebauten Schultern die Aufmerksamkeit von Jung und Alt auf sich zogen; die badenden Herren umkreisten sie in dichter Menge, "und diejenigen Herren, die sich gerade in den Aus- und Ankleideräumen aufhielten, traten eiligst heraus, um die schwimmende Schöne zu bewundern. Inzwischen aber war ihr männlicher Begleiter eifrig „an der Arbeit"; er durchsuchte die in den Herrenkabinen besindlichen Garderobestücke auf Uhren und Portemonnaies und machte einen reichen Fang. Kurz darauf traf er sich mit der den „indiskreten Vttckcn" entschlüpfenden Schönen außerhalb der Anstalt an einem verabredeten Ort, von dem aus sie mit der nächsten Elektrischen nach Kopenhagen fuhren, um sich selbst und ihre Beule in Sicherheit zu bringen. So können schöne Damenschultern im Herrenbad verhängnisvoll werden! * Eine Tänzerin äls Abiturientin. Warschauer Blätter melden, daß die dortige bekannte Tänzerin Marie Rut- kowska mit Auszeichnung das Witurium bestanden hat und nun beabsichtigt, sich den juristischen Studien zu ividmen. Frl- Rut- kon-Ska, die längere Zeit Mitglied des Warschauer Balletts war, zeichnet sich durch Grazie, Schönheit und Anmut aus. Tas Studium nar für sie kein Hindernis bei der Ausübung ihres Berufes. Sie tanzte bis zum Abiturium und vielleicht wird sie auch während der Universitätsstmdien tanzen. Dieser Fall von ^leiß und Ausdauer dürfte in den Annalen des Balletts nwhl einzig hafteten. Tie Anerkennung, die Frl- Rutkowsia jetzt in der Presse findet, bereitet ihr mindestens die gleiche Freude wie der Beifall und die Triumphe, die sie durch einen schvcren Pas zu erringen vermochte. * Wahre Geschichtchen. Die Münchener „Jugend" er- zählt: Tas erste Zeugnis, das mein Töchterchen aus der untersten Klasse einer höheren Töchterschule nach Hause brachte, lautete im Betragen: „Babette muß iwch ernster und gesetzter lverden". Babette ivar sechs und ein viertel Jahr alt! — Auch die deutsche Reick^pest sorgt für Kunst int Leben des Kindes: Gestern tarn Klein-Eischen zum Abenterot ins Speisezimmer und hielt sich zwei Teetassen vor die Brust: „Papa, setzt bin ich die Germania!" * Aus dem „S i m p l iz i s s i m u s". Ter Oberbürgermeister a. T. „Früher mußte ich täglich drei Reden halten. Seit ich pensioniert bin, kann ich mich auch nm das Wohl der Stadt kümmern." — Ein wegen seines Sarkasmus gefürchteter P r o f e s s o r der Universität X. examiniert einen Studenten über eine .Krebsoperation. Derselbe gibt, wenn auch etwas zögernd, nach bestem Wissen und Gewissen Antwort, worauf der Professor nach einer Heinen Pause bemerkt: „Hm, man kann die Sache ja schließlich auch so machen. Aber wenn Sie den Mann schon vor der Operation mit einem Knüppel totschlagen, kürzen Sie das Verfahren doch wesentlich ab!" «leine Tageschronik. Ein Zug von Wismar nach Rostock ist bei der unweit Toberan gelegenen Ziegelei Stülow e n t g l e i st. Die Lokomotive und die beiden ersten Wagen sind in den Graben gestürzt. Der Heizer blieb tot; der Maschinenführer wurde schwer verletzt. Ter Verkehr tst gestört. Bei Dortmund überfuhr ein Eisenbahnzug ein Personen- sahrzeug, wobei ein Knabe und ein Mädchen sck)wer verletzt wurden. Ein erschütterndes Drama hat fidj. in Pankow bei Berlin abgespielt. Ter Meckxtniker Krüger hatte vor einigen Tagen den Besuch seiner Schwägerin, einer Frau Luise N en Hardt, erhalten, die ihr neun Monate altes Töchterch.'n mitgebracht hatte. Die Kleine erkrankte unb starb. Tie Mutter legte sich neben der Leiche ihres Kindes aufs Bett und jagte sich eine Kugel ins Herz. In Chemnitz erkrankte ein Arbeiter an Schwarzen Pocken. In Hamburg unternahm ter M a j o r B. aus Charlotten- burg einen Selbstmordversuch, intern er drei Revolverschüsse auf sich abfeuerte. In Düsseldorf wurden 14 streikende Arbeiter der Firma Wicking wegen Landsriedensbruches und Mißhandlung verhaftet. Sie hatten Arbeitswillige vor der Fabrik überfallen, den Werkmeister geprügelt und einen Arbeiter durch Messerstiche in die Lunge tödlich verletzt. In M a n t h (Böhmen) brach in der Nähe der Kirche Feuer aus, das mit großer Schnelligkeit um sich griff. Nachmittag gelang es der last übermenschlichen Anstrengung der auch aus der weiteren Umgebung herbeigeeilten Feuerwehren und dem zu pilie gerufenen Militär, den Brand einzuengen. 72 Anwesen und Hütten, sowie 14 Scheunen fielen dem Feuer zum Opfer, Menschen sind nicht umgekommen. Die beiten im Floitental in Tirol Abgestürzten sind die Touristen Ehrhard Bruns aus Leipzig und Franz Kltem aus Dresten. Beite sind tot vermischtes. * Ertrunken. Als am 11. d. M. der kleine Kreuzer „Undine" von einer Hebung auf See nach Sonderburg zurücklehrte, wurde das M a n ö v e r „M a n u ü b e r B o r d" ausgeführt. Ein Schifssboot mit einem Maat und zehn Mann wurde ausgesetzt, um den „über Bord Gefallenen" aufzufischcn. Durch Versehen des Postens an der Maschine ging der Kreuzer vorwärts anstatt rückwärts. Hierbei wurde das bemannte Boot zum Kentern gebracht, und alle stürzten ins Wasser. Trotz sofortiger Rettungsversuche konnten nur 7 gerettet werden. Es ertranken 4 Matrosen. Tie Leichen sind noch nicht geborgen. — Infolge eines heftigen Windstoßes kippte bei Ostende ein Fischerboot, in dem sich zwei Brüder im Alter von 20 und 16 Jahren befanden, um. Beide ertranken. — Beim Baden im Klärteich der Gewerkschaft Grillo bei Gel s e n t i r ch e n ertrank ein Knabe von 13 Jahren. Tie Leiche, die ganz in Schlamm versunken war, wurde von dem Vater herausgezogen. * Die Zahl der Großstädte au f dem ® r b c n b a 11, d. h. solcher mit mehr ah5 100 000 Einwohner, dürfte über 300 betragen. Mit Zuverlässigkeit läßt sich dies allerdings nicht feststellen, da die Angaben aus dem Orient fick in den bekaniiteiten statistischen Werken widerspreche: beispielswenc schwankt bie Anzahl der chinesischen darin zwischen 23 und^2 Lieht man von China ab, so dürsten zurzeit die Vereinigten Staaten Nordamerikas mit 46 solcher Städtekolosse auf unserem Planeten an der Spitze stehen. In Europa hat das Deutsch' Reich mit 44 Großitadten Großbritannien und Irland fmit 43) überflügelt Die Grvtz- ftäbte Deutschlands rangieren nach den neuen ttatiituchen Angaben (bie Eimovhnerzahl derselben ist in Tausenden angegeben) tote folgt: 1. Berlin 2100, 2. Hamburg 857, 3. München 559, 4. Dresden 537, 5. Leipzig 528, 6. Breslau 492, 7. Köln 458, 8. tyranfnirt am Main 354, 9. Nürnbera 312, 10- Hannover 283, 11. Chemnitz 268, 12. Düsseldorf 268, 13. Charlottenburg 26^ 14. Stuttgart 266, 15. Essen 249, 16. Magdeburg 247, 17 Stettin 237, 18. Königsberg i- Pr. 234, 19. Bremen 22/, 20. Dmsburg 209 21. Dortmund 197, 22. Kiel 18b, 23. Axdorf 18o, 24 fcalle o. d. S. 178, 25. Straßburg i. E. 176, 2b. Mannheim 12b, 2/. A - tona 173, 28. Danzig 168, 29- Elberfeld 168 30. Schöneberg 164 31. Barmen 160, 32. Aachen 157, 33. Gelsenkirchen lo6, 34 Wei 152, 35. Posen 147, 36. Braunschweig 141, 3t. Krefeld 127, 38. Bochum 127, 39- Karlsruhe 125, 40. Plauen i V. 113, 41. Wiesvaben 109, 42. Erfurt 105, 43. Mainz 102 44. Muhlheim a. d- R. 100. Leipzig dürfte mit rund 600 000 Einwohnern an die dritte Stelle ter deutschen Grobstadttabelle rucken, fall» die geplanten Einverleibungen der umgebenden Orlfchasten tn ter beabsichtigten Weise erfolgen. Auck) ter Polizeiprafident von Nixdorf gibt für „seine" Stadt eine Einwohnerzahl von etwa 200 000 an. Das Kaiserreich Indien zählt 32, das russische Reich>20, Frankreich 15, mit Kolonien 20, Italien 11, ^apan 10 ®rr>B|tabte. Diesen Staaten schließen sich au Oesterreich-Ungarn (9>, die ^ur- lei (7), Spanien (7), Brasilien (5), Australien (4>, Belgien (4), Holland (4), Niederländisch-Indien (3) und die Schweiz yd). Je zwei Großstädte weisen auf Aegypten, Algerien, Argentinien, ChÜe, Französlfch-Vinterindien, Kanada, Mapiani), Mexiko, Persien, Portugal und Schweden. Dänemark, Griechenland, ttolumbien, Korea, Kuba, Marokko, dconvegen, Peru, Rumänien, .Stam, Tutiis unb Uruguay besitzen je eine Großftadt. Don anderen Luftschiffen. Baldwins Lenkballon wird einer Meldung aus Washington zufolge vom amerikanischen Kriegstepartement übernommen werten. Wright machte am Mittwoch von Le Mans in Frank reich aus mit seinem Flugapparat in ter Höhe von 25 bis 30 Metern ohne Schwierigkett acht Runden, zu denen er sechs Min. 56 Sek. gebrauchte. e Was kostet der Ballonstoff für einen Motor- büllon? Durch die Fahrten des Grasen Zeppelin ist das allgemeine Interesse an den Luftschiffen so gesteigert worden, daß sich auch der Laie um die Einzelheiten des Baues und der Einrichtung kümmert. Namentlich findet die Frage der Herstel- lungsloficn einer solchen Maschine große Anteilnahme. Bei Luftschiffen stellt nun fchon die äußere Ballonhülle einen bedeutenden Wertgegenstand dar. Während gewöhnliche Freiballons aus gummierten Ballonstoffen herstellbar sind, von denen das Quadratmeter 6—8 Mk. kostet, bei geringeren Ansprüchen auch auS gefirnißten Stoffen, von denen das Quadratmeter auf etwa 2.40 Mk. zu stehen kommt, erfordern Lenkballons wegen des höheren Gasdruckes die stärksten und besten gummierten Stoffe, so daß allein die Hülle eines mittelgroßen MotorbalkonS, ter etwa 2000 Qua bratmeter Ballonstoff braucht, gegen 20 000 Mk. lostet. Die deutsche Gummi-Industrie ist in der Herstellung der Ballonstoffe weit voran; sie liefert solche nach allen Ländern. Für bie französiscten Militärballons wurde ausdrücklich der von der Eontinentat-Kompagnie Hannover hergestellte Eontinental-Stoff vorgeschrieben. Der Wiener Ingenieur tinift Kronstein, früher Dozent für Elektrotechnik am Technikum tn Stic «berg in Hessen, ist auf dem Schober st ein am Attersee abgestürzt und würbe als 2ei^M)?CbOr§orb des französisch en Artillerie- Schulschiffes „Eourenne" cyilotnertc in Les oahn« d' Hperes eine Stanonc. Sechs Personen wurden getötet, 10 verwundet, unter ihnen zwei scktwer. In Spanien herrscht feit ein paar Tagen eine unertraglubc Hitze. Am 11. ds wurden in Madrid im Schallen 41,5 Grad gemessen, in Sevilla 53 Otetb. 1. Qual. 67—69, 2. Qual. 62-64; Rübe 1. Qualität 74-76 Mk., 2. Qual. 66-68 Pik., 3. Qual. 52-56 Mk., 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht : Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Psg., Lebendgewicht 55—56 Psg., 2. Qualität 80—92 Psg., Lebendgewicht 47 — 53 Psg., Schlacht,zew 68—72 Psg.; Cchase : 1. Qual. Cchlachtgew. 82 bis 00 Pfg., 2. Dual. 74—76 Psg. Schweine: 1. Qual. 68—69 Ps., Lebendgewicht 53,5—54 Ps., 2. Qual. 67—00 Ps., Lebendgewicht 53,0-00 Psg., 3. Qual. 58-60 Psg., Lebendgewicht 00 -00 Psg. Geschäft bei Hornvieh gut, Ucberftanb unbedeutend; bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Voraussichtliche Wittcrnng für Hesien am Freitag den 14. August: Fortdauer der wolkigen und kühlen Witterung. Geringe Regenkälle. Starke westliche und nördliche Winde. OHessis* UM« zu Ehren des Grafen Zeppelin. Sonntag, den 10 August 1808, nachm. 3 Uhr auf der Liebigshähs. Fest-Folge: (. Abteilung: Offizielle akademische Feier mit Ansprachen nebst gesanglichen und Instrumental. Vorträgen. 2. Abteilung: Doppel - Monstre - Konzert der hiesigen Militär- und Veteranen-Kapellen, Dorträge der hiesigen Männer-Gesangvereine und Vorführungen der beiden Turnvereine. 3. Abteilung: Bei eintretender Dunkelheit Pyramiden der beiden Turnvereine, Konzert, Tanz und allgemeine Volksbelustigung. Eintrittspreise 3 Erwachsene 50 Pfennig. Kinder unter 14 Jahren 20 Pfennig. D”/, Der geschäftsfübrende Ansscbnss. ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ Druckfacben BaSEBÄHQaaSSEaSEilE Llrbeitsvergebrmg. MI M| IW aller flrt liefert in jebergewönfd)ten Rusftattung, stilrein und preiswert Brübl'fdje Unio.=Druckerei in Gießen Die Weinbinderarbeiten zur Herstelliing der Schwimmhalle n>.d uctkbicbencr ^nuncnbabcr im (Niehcncr Votkobad sollen im Wear dco ossentlichen Angebolö ucrflebni werden. Angeboie- sormulare nnd Bedingungen können im Bureau des Architekten Mever, Westanlane Ö, in Empfang geiiommeii ivcrden. Die Angebote nnd verslhlojieii, oofifrci und mit entsprechender Aufschrift verleben bis Mittwoch, den 19. August, vormittags io Ubr m den Unterzeichneten cinzureichen. Giehcn. den 13. Anguli 1Ü0N. du/* Der Borstand der 51.-W. (siebener Polköbad: Eichenauer, Stadtverordneter. Arbeitsvergebuug. Die zur Herstellung der Wohnung im I. 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