Ml 6038 Vlve. it L Sie be«itw ® ^sw,. tnvTt 'SÄ-Ä JWat Stick eriU «b Üben. Leipzig E Ar. 39; KrS la n-c?laaf’ Drogeri- Ad. Bieler, Marktstr. 3 Mämerstr. B. IM, BitÜtn 1899. 9 Uür im ißcrcinM mmlung cdllmg: eittW ? Zahlmeisters gntlaftun andes. mmergrupve Verschiedenes. D3, Ter Vorstand. räuber} sich" -M rser Ball r Ättfass 8 Uhr t MN 12 Uhr. Eurfache ’höte im Saal, »ander L6wex*r8e er Güte, tratst “• M belannte Sauer« xntiurt a. M, N Zusicherung prom: rmann Eiertämer^ nd ToÄr - 150| OB Heintz8) AeP’f5' Lil v' \AgflF Gothaer Bld-IiOtteru 3337 Gelds«’*'""’ ll’Jr a 5000t Ur. 240 Zweites Blatt 158. Jahrgang Montag 12. Oktober 1908 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Sletzener KamMenblStter- werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Krcisblott für den Kids Stehen" zweimal wöchentlich. Die „eandwlrtschaftltchen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Rotationsdruck und Verlag der Drühpschen Unwersitäts - Buch- und Steindruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:^O112. Tel.-AdruAnzeigerGießc» meinen Ansprachen in trefflicher Weise. aka- Be- Ncrch zwei Uhr vereinigten sich die Teilnehmer an der demischen Feier int geschmückten kleinen Saal zu einem Festessen, das Dank dec umsichtigen Vorbereitung und der trefflichen entwickelt habe, so sei dies nicht zuletzt der zielbewußten Tätigkeit der Gewerbebauk zu verdanken. Musikvorträge unserer Regimentsmusik umrahmten die ein* en Ansprachen in trefflicher Meise. oien, Vorlesungen zu halten, durch Lärmen vor den Hör- alen. Ernstere Ruhestörungen sind nicht vorgekommen. Ein Eingreifen der Polizei hat nicht stattgesunden. Außer den Studenten der Universität streiken noch diejenigen des Tech- icologischen Instituts, des Polytechnikums, der medizinischen Mluenhochschule und der Forstakademie, dagegen dauern birt Vorlesungen in der: Instituten der Verkehrsingenieure politische Tagesschau. Koloniale Unruhen. Wie ein Berliner Telegramm der „Köln. Ztg.' meldet, Ist von Gouverneur Dr. Hahl, der in Begleitung von hundert nrlanesischen Soldaten mit dem Regierungsdampfer .Seestern* nach Ponape fuhr, um dort bei den entstandenen Un- :chen helfend einzugreifen, über Jap folgendes Telegramm üiigelaufen: Es ist in Ponape vorerst ruhig, Lage aber ;espannt. Beabsichtige daher, weitere hundert Melanesen als Verstärkung der Polizeitruppe nach Ponape zu senden und jalte für angezeigt, einen Kreuzer vor Penape längere Zeit |it stationieren. — Hierzu heißt es in einem Telegranun der ,flöht. Ztg.": Nach dem Inhalt des Telegrammes ist wohl mzunehmen, daß besondere Ereignisse, wie Angriff auf die ),as Ritterkreuz 2. Klasse und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Stadtv. Ze tri die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen habe. Beide Herren dankten fiir die Ordensauszeichnung herzlich, indem sie betonten, daß sie sie als eine Ehrung der Gewerbebank betrachteten. Der Provinzialdirektor sprach dem Institut in herzlichen Worten bann weiter die Glückwünsche des Kreises und des Kreisamtes Gießen aus mit dem Wunsche, daß es noch viele Jahre weiter blühen möge zum Wohl ihrer, Mitglieder und zum allgemeinen Wohl. Geh. Justizrat Dr. Gut fleisch hielt dann die Festrede, in der er in lebensvoller Darstellung! an die Geschickte der Bank anknüpfend, die Aufgaben der Schultze-Delitzsch'schen Grundsätze für unser wirtschaftliches und nationales Leben kennzeichnete. Er führtet us, die 50 Jahve des Bestehens der Bank feien, so klein eine solche Spanne Zeit an sich im öffentlichen Leben sei, für die Bank ebenso wie für unser engeres und weiteres Vaterland von ungeheurem Wert gewesen, die große nationale und wirtschaftliche Klväfte entfaltet und vermehrt hätten. Vor allem in politischer Hinsicht. 1867 empfanden die älteren unter uns ben Segen der teilweisen Einigitng des deutschen Volkes und Vatev- landes, der 1870 in naturnotwendiger Entwickelung die weitere Einigung folgte. Die fünfziger und sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts war eine Zeit des Strebens in Deutschland, deren Früchte wir uns heute erfreuen. In weiten Steifen herrschte große Deutsches Reich. Das Kaiserpaar ist gestern abend, von Westprenßen kommend, auf der Station Wildpark eingetroffen und hat sich nach dem Neuen Palais begeben. Der liberale Landesverein für Sachsen hielt am 16 anntag seine Landesoersammlung in Freiberg ab. Er forderte die Schaffung einer Neichseinkommensteuer und die 'Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf die direkten Deszendenten. Ferner wurde beschlossen, die Verschmelzung der freisinnigen istolkspartei mit der freisinnigen Vereinigung einzuleiten. Verbot der Einfuhr von Feuerwaffen. Der .Reichsanzeiger' veröffentlicht das unter dem 22. Juli 1908 in Brüssel zwischen dem Deutschen Reiche und anderen Staaten vereinbarte Verbot der Einfuhr von Feuerwaffen, Munition und Schießpulver nach einer bestimmten Zone Westafrikas. wirtung bestens verlief. Ten ersten Trinkspruch brachte in Vertretung des am Nachmittag. dienstlich verhinderten Provinzialdirektors Regierungsrat Weicker aus. Er führte aus, die Gewerbebank sei in ernster und armer Zeit gegründet worden und habe sich allein durch die Intelligenz und Tatkraft ihrer Mitglieder günstig entwickelt. Die zur Feier des Tages herausgegebene Festschrift Hebe ein getreues Spiegelbild der Entwickelung aller Verhältnisse. Erfreulich sei, in einer Zeit, wo so viele alles vom Staat verlangen, daß sie allein auf ihre eigene Kraft vertraut habe, aber dennoch sei auch sie und ihr Gedeihen abhängig vom Staat "unb feiner Verhältnisse gewesen. Deshalb gezieme es sich, auch des Staates unb seines Repräsentanten, S. K. H. des GroßhevzogS, zu gedenken, ^sowie des Kaisers, des Trägers der deutschen Einheit, in deren Schutz die Bank emporgeblüht sei. In das Hoch auf Kaiser unb Großherzog stimmte die Festver- ammlung begeistert ein, worauf die Nationalhymne gesungen: wurde. | Oberbürgermeister Mecum überbrachte die Glückwünsche der Stadt unb der Bürgerschaft. Er sprach ben tiefgefühlten Dank der Bürgerschaft für die Segnungen aus, die die Bank geschaffen hat. Die Erkenntnis des guten sozialen unb wirtschaftlichen Zweckes der Bank habe sich alsbald in der Bürgerschaft verbreitet und mit» geholfen an der Erreichung ihrer gemeinnützigen Ziele. Zahlengemäß festzustellen sei der Segen ja nicht, den die Geschäftsleute Gießens der Bank zu verdanken haben. Das Glück vieler Familien sei ihrer Hilfe in Fällen unvorhergesehener Schwierigkeiten zu verdanken in einer Fülle, die die Zahlen ihrer Abschlüsse um das hundert- unb tausendfache übertreffe. Mit dem innigen Wunsch, daß sie bis' in die fernste Zukunft iueitcr so segensreich wirken,' möge, trank er auf das Wohl der Gewerbebank. Stadtv. Eichenauer führte aus, daß man heute sich nur schwer in die wirtschaftliche Lage Deutschlands zurückdenken könne, in der die Bank gegründet wurde, eine Zeit der Armut unb der Verzagtheit. Schulze-Delitzsch führte ans ihr heraus, er verstand die Stunde, sich zum Ruhm unb dem deutschen Volk zum Heile. Schulze ist tot, aber sein Geist lebt, vor allem auch in den Beamten und Angestellten der Bank. In dankbarer Erinnerung an die Großtat des Meisters wirten sie für die Genossenschaft, die auf die Selbsthilfe gegründet ist. Sein Hoch galt dem Vorstand und ben Beamten der Gewerbebank Direktor Manz betonte in feinem Trinkspruch die angenehmen Beziehungen der Genossenlchaftsabteiluug der Dresdener Bank zur Gewerbebank Gießen. Die Gewerbebank habe sich günstig entwickelt, weil sie stets die Schulze-Delitzschen Grundsätze hochgehalten habe. Die Bedeutung Schplze-Delitzschs fei noch nie bei einer derartigen Feier besser hervorgehoben worden, als durch die glänzende Festrede des verehrten Auffichtsratsmitgliedes Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch, durch die die Feier ihm unvergeßlich bleiben werde. Sein Hoch galt dem Auffichtsrat der Bank. Direktor Loos wies auf die großartige Entwickelung des Genossenschaftsroesens hin. 28 100 Genossenschaften wirken heute nach den Schulze-Delitzschen Grundsätzen für die Volkswohlfahrt. Er hob hervor, daß der erste Fürst, der Schulzes Verdienste um! das deutsche Volk öffentlich anerkannte, unser verstorbener Großherzog Ludwig, IV. war, der aM 3. Mai 1883 einen! Kranz an seinem Grabe niederlegen "ließ. Er dankt« bann den Gästen für ihre Anteilnahme an bet Jubelfeier und, brachte ein Hoch auf sie aus. Landgerichtsdirektor Bücking sprach den Dank der Gäste für die Einladung aus, gedachte der engen Beziehungen zwischen Genossenschaften und Juristen und betonte Dr. Gutfleischs große Verdienste um die Fortentwickelung der Rechtspflege auf genossenschaftlichem Gebiet. Er wünsche Dr. Gutfleisch als dem ältesten Aüffichtsratsmitglied der Gewerbebank noch lange Jahre segensreicher Tätigkeit im Dienste der Bank und brachte ein Hoch auf ihn aus. Kaufmann K. Wenzel gab in humorvoller Weise Schil- berungen aus der ersten Zeit der Gewerbebank unb feierte dann Geh. Justizrat Dr. Gulfteisch als ben Schultze-Delitzsch der Bank. Geh. Justizrat Dr. G u t f l e i s ch lehnte ben Dank für seine Person ab. Wenn es ihm in ben 33 Jahren, die er dem Aufsichtsrat angehöve, vergönnt gewesen sei, im Verein mit ben übrigen Auffichtsraten unb den Vorstandsmitgliebern manches für die Bank zu leisten, fo fyxbe dies nur geschehen können, durch die ihnen aus der Mitte der Bürgerschaft gewordene Unterstützung, die die Einführung von Besserungen stets dadurch gefördert habe, daß sie ben Vorschlägen des Vorstandes und Aufsichtsrats Verständnis entgegengebracht habe. Deshalb wolle er heute der Gießener Bürgerschaft gedenken, die die Grundlage der Bank bilde. Er wohne 44 Jahre in Gießen unb könne nickst alles gutheißen, was geschehen sei, vor allem nicht bie Bierbankvolitik, die sich hie unb da auch in letzter Zeit wieder breit mache. Aber sein Gesamt- urteil Laute, daß die Gießener Bürgerschaft ein ruhiges und sachliches Verständnis dafür besitze für das, was ihrem Wohl zieme. Unb das fei gut fo, beim was helfe alles, wenn es nicht feinen turb der Zivilingenieure fort. Nachrichten aus Fez besagen, daß die Bewegung Gunsten Muley Moharneos im Wachsen begriffen ist. Mule^ Hasid hat die Bevölkerung von Fez mit 500000 Pesetas Steuern belegt, angeblich, um Marokko den Franzosen zu cmtreißen. Der spanische Minister des Auswärtigen Allen- bchalazar, der hier eingetroffen ist, sprach fi chdahin aus, daß cc durch seine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Cle- m enceau den Eindruck gewann, die marokkanische Frage sei vollkommen beigelegt. Vie Jubelfeier unserer Gewerbebank. Die Feier des fünfzigjährigean Bestehens unserer Gewerbe- bmk, bie am Samstag stattsand, verlief in einer der Bedeutung fe gemeinnützig wirkenden Statuts entsprechenden würdigen Weise. 5He Feier bestand aus einer akademischen Festfeier am Mittag, an bie sich ein Festessen anreihte, sowie einem von den Genossen- sHaftern zahlreich besuchten Festkommers am Abend. Bot letz- '.ner Gelegenheit, sozusagen in breitester Oeffentlichkett die Be- beitung der auf dem Prinzip der Selbsthilfe Gewerbebank darzu- nm, so waren in Ergänzung dazu die beiden ersten Veranstaltungen beftinunt, das Gleiche inbetzug auf die mannigfachen Be- .üchungen zu tun, die bie Anstalt mit den übrigen Faktoren des ößsentlichen und wirtschaftlichen Lebens verbindet. Den Höhe- liintt bet Feier bildete die Festrede des Geh. Justizrats Dr. Wttfleisch, des Mannes, der in Selbstlosigkeit unb treuer Hingebung der Bank seit einem Menschenalter — genau 33 Jahre lomg — als Mitglied des Auffichtsrates seine Hilfe leiht als der „Schultze-Delitzsch" der Gießener Gewerbebank, wie ihn ein an» oeced Mitglied des Auffichtsrats in einer Ansprache beim festlichen Mahl nannte. Die Feier fand im Steinschen Saalbau statt, der mit Blumen, bet deutschen Fahnen uni» Bannern in würdiger Weise geschmückt torfr. Den Mittelpunkt des Schmuckes bildete beim Festakt Schultzv- D-clitzsch's Büste, so schon äußerlich bekundend, daß die Bank auch fernerhin nach dem großen Grundsätze dies ausgezeichneten Volks- mtmnes geleitet werden soll: „Einer für Alle und .Alle für (üncnr Der akademischen Feier, ?u bei' Vorstand unb Auffichtsrat vottzühlig erschienen waren, ntahnten ferner u. a. bei als Vertreter der Regierungsbehörde geheimerat Dv. B r e i b e r t unb Regierungsrat Welcker, Land»- aenchtsdivektor Bücking als Vertreter des Landgerichts, Ober» urgermeifter Mecunt als Vertreter der Stabt, Direttor Malz,- träntfurt als Vertreter der Genossenschaftsabteilung der Dresdener tknt, Dr. Bernhard als Vertreter oer hiesigen Reichsbank- ^ckerlaffung, Revisor Dürr von Friedberg als Bertreter des Stolz auf ihre Tätigkeit zurückblicken könne. Sie habe ihre Aufgaben voll unt> ganz erfüllt und sei, streng an Schulzc-Delitzsch's Grundsätzen feftijaltenb, stets allen an sie gestellten billigen Anordnungen gereckit geworden. Ihre gedeihliche Entwickelung drücke ich in ihren stets steigenden Umsätzen aus. Vor 20 Jahren betrug w 5 Millionen, vor 10 Jahren 11 Millionen und im letzten Ge- chäftsjahr 58 Millionen bei einer Bilanz von 4V» Millionen. Die Bank zählt über 1700 Mitglieder; sie hatte, im letzten Jahr einen Reingewinn von über 100 000 Mk., 450 000 Mk. Reserven und 1000 000 Mk. eigenes Vermögen. So steht bie Bank heute est ba unb er wünsche und hoffe zuversichtlich an ihrem heutigen Lhrentage, baß sie bei fernerem Hochhalten ber Schulze-Delitzsch'- chen Grundsätze weiter blühen werde zum Wohl ihrer Mitglieder und zum Segen der Stabt Gießen. Kommerzieirvat Koch überbrachte die Glückwünsche ber Han. delskammer Gießen. Die Bank habe ihre günstige Entwickelung dem glücklichen Umstande zu verdanken, daß sie stets eine ver- tänbnisvolle Leitung gehabt hat. Möge dies auch in Zukunft o sein, möge ihr glücklicher! Stern auch in ben kommenden Zeiten ihr treu bleiben, daß sie auch fernerhin als eine bet Ersten unter ihren Genossinnen glänze! Für ben Ortsgewerbeverein sprach Kommerzienrat Hepli- genftaedt herzliche Glückwünsche aus, zugleich dankend für die tatkräftige Unterstützung beim Ban des Gewerbehauses. Gewerbeverein und Gewerbebank dienen auf verschiedenen Gebieten gleichen Bestrebungen, ersterer, indem er für eine tüchtige Berufsausbildung her Handwerker sorge unb letztere dadurch, daß sie ben’ Gewerbetreibenden mit ber nötigen finanziellen Hilfe versehe, um diese Berufsausbildung erfolgreich betätigen zu können. Er könne nur wünschen, daß diese segensreiche Wechselwirkung auch in Zukunft werter bestehen möge. Dr. Bernhard beglückwünschte namienS der hiesigen Reichsbanknebenstelle bie Gewerbebank. Sie sei allezeit ihrer Ausgabe gerecht geworden unb habe den Hoffnungen und Erwarttrngen ihrer Mitglieder stets irach besten Kräften entsprochen, lvozu er Direktorium und Auffichtsrat herzlich beglückwünsche. Wenn die hiesige Niederlassung der Reichsbank sich forffchreitend günstig Unzufriedenheit und viele hätten am liebsten Obevhessen, das dem norddeutschen Bund angehörte, ganz in Preußen aufgehen eben. Eine Anzahl tüchtiger Männer richtete damals eine Petition an Bismarck, in ber sie um die Annexion Oberhessens baten. Diese Petition erreichte ihr Ziel nicht, sie wurde aufgefangen unb ruht wohl noch jetzt in ben Geheimakten bes Ministeriums; es ist bezeichnenb für jene unfertigen unb unbefriedigenden Zustände jener Zeit, in bienen Hessen zwei verschiedenen staatsrechtlichen Verbänden angehörte, daß tüchtige Männer auf diesem an sich älschen Wege bie Urteile ber Einigung erlangen wollten, die >ann auf viel besserem unb naturgemäßerem Wege erreicht worden ind. Was die Einigung Deutschlands bedeutet, hat man an )cr Entwickelung der Bank gesehen, die Hand in Hand ging mit einem Drängen nach Besserung des Rechtszustandes. Damals : herrschte das römische Recht bei uns, das für Gesellschaften schwierig und unsicher war, denn es war für sie weit leichter, Geld auszuleihen, ,a>ls das Geliehene wieder zu beEontmen. Die ausgeliehenen Gelder waren nur klagbar, wenn einzelne Mitglieder des Vorstandes das Geld als von ihnen geliehen in ben Schuld- cheinen verzeichneten und wenn die Bank klagen wollte, mußten amtliche Mitglieder bie Beträge einklagen. Die unter der Herrschaft des 'römischen Rechts bestehende Neigung der Juristen, an ben alten Rechtsformen festzuhalten, wurde durchbrochen burch die Macht bes steigenden Verkehrs, der als naturgemäße Folge der Einigung einsetzte. Dieser steigende Verkehr erforderte andere Grundsätze, die uns ein Mann nahegelegt hat, dem wir heute noch dankbar fein müssen: Schultze-Delitzsch. Der Hauptgrunbsatz den er ausstellte war, daß die Mitglieder zahl einer Genossenschaft oder eines Vereins nicht geschlossen zu sein braucht, sondern nach Zahl unb Zusammensetzung wechseln kann. Weiter stellte er ben Grunbsatz der Teilung der Haftung und ber Beschränkung ber Haftung auf. Seit 40 Jahren besitzen wir das Gesetz über bie (Lrwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, bas auf diesen Grundsätzen beruht. Was wir Schultze-Delitzsch auf diesem Gebiete zu verdanken haben, ist mit Worten nicht auszudrücken. Er vertrat ganz besonders ben Gedanken der Solidarhaft ber einzelnen Mitglieder. Andere Genossenschaftsarten, Genossenschaften mit beschränkter Haftung sind mittlerweile entstanden, aber die Gewerbebank hat mit guten Gründen festgehalten an der solidarischen Haftung aller Mitglieder. Durch diesen Grundsatz wurde bas Maß von Eifer unb Pflichtgefühl in ben Mitgliedern erhalten, das zum Gedeihen der Gewerbebank nötig war. • Aber keiner hat auch eindringlicher vor ben Gefahren ber unbeschränkten Haftung gewarnt, wie Schulze-Delitzsch. Seine Grundsätze bedeuten in dieser Hinsicht bie Wiederaufstellung des altgermanischen Genofsenschafts- grundsatzes der Vertorperung der Einheit durch bie Vielheit, durch die eine Macht entsteht, die der Einzelne niemals erlangen kann. Schulze hat das Genossenschaftswesen herausgehoben aus dem Gefühl, bafj es eine Form der Wohltätigkeit sei. Der einzelne Genosse weiß, daß er ein Recht auf Kredit hat, wenn er den Grundsätzen der Genossenschaft unb ihren statutarischen Bestimmungen nachkommt. Schulze hat uns erzogen zum Grundsatz der Sparsamkeit, zu dem Grundsatz, daß man auch mit Kleinem Erfolge haben kann, ber bei Beharrlichkeit nicht ausbleiben wirb. Er hat ben Arbeitern und Handwerkern bas schöne Wort gesagt: „Wer Euch sagt, daß Ihr Euer Glück machen könnt anders als durch Fleiß und Sparsamkeit, ist ein Lügner!" Er hat uns die Selbsthilfe gelehrt, daß man sich nicht auf Staat und Gemeinde verlassen soll und den -Legen der Selbsthilfe und Selbstverwaltung für unser Volkslebm gepredigt. Diese Grundsätze beherrschen heute segensreich unser ganzes öffentliches Leben. Durch ihr Festhalten an ben Schulze-Delitzfch'schen Grundsätzen hat unsere Gewerbebank ein außerordentliches Anwachsen des Genoffenschaftsvermögens unb der Mitgliederzahl erreicht, ferner die Sickierstellung ihrer Beamten und eine große Anzahl anderer Vorteile. Ihre große Sicherheit wurde geschaffen durch die Korrektheit der Jnstttutton, durch den Grundsatz, daß es mit einem großen Umschlag nicht allein getan ist, sondern vor allem die Solidität gefördert werden muß. Die Selbsthilfe hat das Selbswertrauen der Genossen geschaffen, sie haben ein Recht auf Geld, wenn sie die Bedingungen erfüllen. Ströme finanzieller und geistiger Kraft rollen von ben Genossenschifften in unser Volksleben hinein unb befruchten und stärken bie Volkslraft. Die ganze Entwickelung, bie unser öffentliches Leben genommen hat, wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht durch das Genosseitschaftswesen Selbsthilfe, Kraft unb Selbstvertrauen mitgearbeitet hätten. Auch lvas die Gewerbebank geleistet hat, ist nur diesen Grundsätzen zu verdanken. Am heutigen Tag darf mit Stolz ftstgesteltt werden, daß bie Jahrzehnte ihres Bestehens burch ihre Tättgkeit miterfüUt sind von einer Stärkung bes Vertrauens unb der Volkskraft, daß sie zu ihrem Teil beigetragen hat zur Mehrung des Gedeihens der Nation unb ber Volkskräfte und damit unserem Baterlanbe gedient hat. (Lebhafter Beifall.) Revisor Dörr brachte bann die Glückwünsche des hessischen Untemrbanbcs unb bes Vorschuß- und Krebitoereins Friedberg. Er kenne durch seine berufliche Tätigkeit die Verhältnisse ber Ge- - werdebank Gießen genau unb könne nut sagen, daß sie mit Ausland. Der frühere Botscya>cer Sir Henry Drnm- mond-Wolff ist gestern früh in Brighton gestorben. Neues dänisches Ministerium: Der bisherige -Minanzminister 9lecrgaarb wird Ministerpräsident und Minister der Verteidigung, Kultusminister Enevold Soeren- sen, Justizminister Hoegoebro; der Verkehrsminister Jensen Loenderruis und der Ackerbauminister Anders Nielsen behalten ihre bisherigen Aemter. Der dänische Gesandte in Lsien Graf Ahlefew-Lauvrig erhält das Portefeuille des Aeußern, Direktor Klaus Berntsen das Portefeuille des Eimern, der österreichisch-uugarische Vizekonsul Johann Hanfes Handel und Schiffahrt, der Regierungspräsident in Aalborg, Braum, das Portefeuille der Finanzen. Zum Studenten st reit in St. Petersburg. Die Universität Petersburg wurde gestern wieder eröffnet. Lausende von Studenten versammelten sich im Universitäts- Gebäude. Sie verhinderten die Versuche einzelner Proses- schlüssel überließ und dadurch natürlich ungewollt deinen an Depotunterschlagllng begünstigte. Das Urteil des Gerichts-1 bürg, Hofes lautete auf Dienstentlassung, da Herr Knaf gärti auf betrug die Zahl 1828 1871 1905 angelegt. x Rockenberg, 11. Okt. In der neuen evang. Kirche wurde heute die Weihe der Glocken vollzogen. Die Glocken führen die Namen Lutherglockc, Gustav Adolf- Glocke und Gebetsglocke. Die Lulhcrglocke wiegt 5^i Zentner und ist gestiftet von den Gemeinden des Dekanats Hungen. □ Friedberg, 10. Okt. Ein Vermächtnis von 7 0 000 Mk. nahm gestern die Stadtverordneten-Versamm- lung von dem verstorbenen Fabrikanten Leonhardt für Errichtung eines Krematoriums entgegen. — Zum Direktor der Gewerbe-Akademie wurde unter 60 Bewerbern der Stellvertreter des Direktors vom Technikum Ilmenau Jansen gewählt. Er erhält ein Gehalt von 4500 Mk. — Gegen den Fiskus hat jetzt die Stadt Klage erhoben, weil er das Wasfcrholen am Ludwigs- brunnen nicht dulden will. /\ Burg-Gräfenrode, 10. Okt. Der Nestor der hessischeu Geistlichen, Geheimer Kirchcnrat D. Knlb- henn hier, feierte seine goldene Hochzeit und seinen 81. Geburtstag. Zahlreiche Geistliche und Freunde fanden sich zu der Feier des sehr geachteten und beliebten Pfarrers ein. Aus allen Teilen Hessens und der Nachbargebiete trafen Glückwünsche und Telegramme ein. Der Grobherzog ließ dem Jubelpaar sein Bild überreichen, die Gemeinde übergab durch Bürgermeister Moscherosch einen Sessel, das Obcr- konsislorium sandte seine Glückwünsche. Der Jubilar ist bereits 54 Jahre als Pfarrer tätig, davon 32 Jahre in Burg-Grüfenrodc. Ans Stadt nnd Land. Gießen, 12. Oktober 1908. •» Lehrerpersonalien. Ucbertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Adolf Wall aus Holzhausen v. d. H. die zwecke Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lindhcim. — Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schwalheim. Mit der Stelle ist die Hälfte des Organisten- und Lektordienstes ver- Dazu hat jedermann Zutritt. ** V o n der M a i n z e r H e b a m in e n l e h r a u st a l t. S K H. der Großherzog haben den Direktor der Heb- ammenlchranstalt in Mainz, Geh. Mediziualrat Dr. Jak. Krug, auf sein Nachsuchen unter Anerkeunung seiner langjährigen, treuen und sehr ersprießlichen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen, sowie den praktischen Arzt und Frauenarzt Dr. Hch. Kupfer berg in Mainz zum Direktor der Hebammenlehranstalt zu Mainz ernannt. ,, •• Stadttheater. Die morgige zwecke Dlenstags- Abonnements-Vorstellung bringt eine Novität: Henry Bernsteins „Sirnson". Der bekannte Verfasser des .Diebes" hat wiederilm ein überaus spannendes Stück geschaffen, das seine Bühnenwirksamkeit bereits an einer Anzahl größerer Theater, u. a. auch in Frankfurt a. M., erwiesen hat. Die Vorstellung ist mit den ersten Schaiispielkräften besetzt und unter Leitung des Oberregisseurs Hermann Bakof auf das Sorgfältigste vorbereitet. — Das Sacchetto-Ga stspiel erregt nun immer lebhafteres Interesse, und alle Reflektanten auf diese ganz eigenartige und hochinteressante Vorstellung werden gut tun, sich vor der letzten Stunde Plätze zu die Pflichten verletz! habe, die feilt Amt ihm auf er legt c._ ** Die Kuninchenaussteklung auf der ^.icbigv- höhe nahm einen schönen Verlauf und wurde vorgestern und gestern gut besucht. Wir werden noch naher aus sie Kunden. ** Gerichtspersoualien. Ernannt wurden der Aktuariatsassistenl bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Prov. Rheinhessen Hch. Merfcl zum Aktuarmts- assistenten bei dem Amtsgericht Darmstadt II, der Gerichts- schreibergehilfe Karl Allendörfer in Büdingen zunt Atz- tuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Mainz und der Gerichtsschreibergehilfe Wilh. Neff in Wimpfen zum At- tuariatsassiftenten bet dem Amtsgericht Langen. •» Der jungliberale Verein Gießen war dem Elberfelder Parteitag durch Herrn O. Riedel vertreten, der heute abend d1/^ Uhr im „Kaiferhof" Bericht über die wichtigen Beschlüsse und Beratungen erstatten wird. die Herren August Jochem, Otto Diehl aus Rupperts- uula Lehrer Jakob in Wetterfeld (Obstbauverem), Hof- gärtner Buchholz (Gräfl. Gartcnverwaltung), Straßenmelster Sommerkorn (Straßenverwaltung). Zur Verteilung kamen weiter 12 erste Preise, diese erhielt einmal Oekonom Jochem hier und Gastwirt Walter Hechler (für eine Sammlung Obstkonserven), Otto Diehl aus Ruppertsburg, zweimal der Obst, bauverein Wetterfeld, dreimal die Gräfliche Gartenverwaltung, viermal Gutspächter Fischer von Hof Zwiefalten; jeder erste Preis betrug 10 Mk. Außerdem wurden eine größere Anzahl von zweiten (je 5 Mk.) und dritten Preisen (je 3 Mk.). sowie von Diplomen verteilt. Für den heutigen Mittag ist ein Vorteag des Herrn Dr. Hoffmann aus Friedberg vorgesehen über: „Die Grundbedingungen für einen erfolgreichen Obsthandel". Ein starker Besiich von auswärts steht zu er» kohle verliehen. O Laubach, 11. Okl. Die von dem Oberhesstschen Obstbauverein hier veranstaltete Obstbauausstellung, verbunden mit einem Obst- und Saatgiltmarkt, die am 10. und 11. Oktober im .Schützenhof stattfand, war namentlich von den Nachbarorten, wie Ruppertsburg und Wetterfeld gut beschickt und in geschmackvoller Weise von Obstbautechnlker Koch aus Alsfeld arrangiert war. Die Begrüßungsansprache hielt Bürgermeister Jochem, die Festrede Hofapotheker Roßbach, der sich über Entwicklung des Obstbaues und Bekämpfung des starken Imports aus Amerika verbreitete. Bei der Eröffnungsfeier, die gestern um 3 Uhr mittags begann, waren die Gräfin - Mutter und Geheimrat Schönfeld aus Schotten, und der Stadtoorstand anwesend. Als Preisrichter fungierten Oekonom Bähr aus Herrnhaag und Qbstbautechniker John aus Friedberg. Die Wahl war unter den mehr als 100 Ausstellern und der vielfach sehr schönen Ausstellungsobjekte keine leichte. 5 Ehrenpreise waren gestiftet von der Stadt, von Forstmeister Andre, Kammer- direktor Birnbaum, Buchbinder Göbel und Hofapotheker Roßbach. Sie fielen den besten Gesamtleistungen zu und zwar Die Verteilung der ttonftijionen im Grohherzogtum Hessen. Das rasche Anwachsen unseres Volkes kann nicht vor sich gehen, ohne daß erhebliche Verschiebungen und Gleichgewichts Verlegungen in seiner ganzen Struktur eintreten. Xa5 seigt ftch nicht nur in der beruflichen und sozialen Gliederung: fortfchreitende Industrialisierung und Vermehrung der Ävhängigkeitsverholt- nisse, das tritt noch augenfälliger zu Tage in der Veränderung der Besiedelungsweise. Eine Unruhe ist in die Maste gekommen und hat eine Wanderbewegung von ungeahnter Ausdehnung, gezeitigt, eine Bewegung, die im einzelnen völlig unorgamjicrt ist, und die in ihrem gesamten Verkauf doch so klare und einfache Ziele aufweist. Mit den beiden Schlagworten „Landflucht' und Zug nach der Stadt" werden diese Vorgänge, wenn auch nicht ganz präzis, so doch in der Hauptsache richtig gekennzeichnet. Stabilität oder sogar Rückgang der Bevölkerung in ländlichen Gegenden auf der einen Seite, und immer größere Zusammenballung und Zusammenpserchung von Menschenmassen in Großstädten und Industriezentren auf der anderen Seite sind in der ^at die wichtigsten Folgeerscheinungen der Binnenwanderungen des IV. Jahrhunderts. Daneben aber zeigt sich eine andere Begleiterscheinung von nicht zu unterschätzender kultureller Tragweite, die deshalb ebenso sehr unsere Aufmerksamkeit beanspruchen darf: es ist die Verschiebung, die die gleichen Wandervorgänge in dem Verhältnis der Konfessionen zu einander Hervorrufen. Die Umwälzungen nach dieser Richtung und an manclM Orten so bedeutend, daß es scheinen möchte, als ob in unferdnft Vaterland der alte Kampf der beiden christlichen Konfessimienl um den Besitz einzelner Gebiete von neuem auf eine Weise seine Fortsetzung fände. Der Charakter reut loiiscyionelü r Gegendrn beginnt U zu verwischen Mte Majoritäten, langsam durch Minoritäten zurnckgedrangt und dav mit einer lolchen Regelmäßigkeit, daß man angesichts dreier Erscheinung g =• glaubt hat, von einem „Gesetz der Minoritäten frechen. zu dürfen. Das ist natürlich falsch. Von einem Gesetz kann ferne Rede feilt, wo es s.ck), wie hier, nur um einen häufig, aber keineswegs mit Notwendigkeit wiederkehrenden Vorgang ha.ndett, und wo bei gleichen Voraussetzungendas genaue Gegentnl Ickes einiretcii kann. Es ist deshalb auch ferne -Begründung dieses Gesetzes nötig, sondern nur die Häufigkeit dieser Erfchernung bleibt zu erklären übrig. Gründe dafür aber drangen fich ohne weiteres aus, loeuit man bedenkt, daß alle diese Wanderungen in erster und letzter Linie auf wirtschaftliche Motive zuruckzumhren sind. Jedes einzelne Individuum, das fernen Wohnort verlaßt, strebt dahin, wo sich ihm bessere Daseinsbedingungen zu ervsfnvi scheinen und fragt wenig nach dem religiösen, politischen ptxr sonstigen Charakter seiner neuen Heimat. Die Folge davon ist, daß Gegenden, zwischen denen ein lebhafter Bevölkerung^aus- tausch besteht, ihre etwaigen konfessionellen Gegenfatze abmrldern und ausgleichend aufeinander Wirkern Je werter aber tnö Land hinein eilt Zuzugsgebiet seine Anziehungskraft erstreckt, ü mehr Länder und Gegenden und damit je gleichmäßiger die Vorkommen- den Konfessionen an dein Aufbau seiner Bevölkerung ftch bt> teiligeit, desto rascher und gründlicher wrrd frch diese nrvellrerenoe Scherslern bettragem^,^^ bß§ Aussichtsratsmitgliedes Stadtv. ' Helm begann dann der Kommers. In seinem Verlaiife nahm Direktor Loos das Wort, um in längeren Ausführungen einen • interessanten Rückblick aus die Entwicklung der Bank tn den o0 Jahren ihres Bestehens zu werfen. Es würde an dtefer Stelle zu weit iühren, den Inhalt der trefflichen Ansprache wiederzugeben, zrunal die Festschrift den Werdegang der Genossenschaft m ähnlicher Weise ; schildert. Nur sei noch erwähnt, daß Herr Loos auch der beiden noch lebenden Mitgründer der Bank gedachte, der Herren August Haubach und Sattler Mann. Prokurist Will feierte in glanzenden Worten die Mitglieder des Vorstands. Er führte etwa aus, aus dem vor 50 Jahren ge- vflanzten Reis sei ein stattlicher Baum geworden, in des,en Schatten sich schon so mancher Erholungsbedüritige erquickt hat und dem die Frucht dieses Baumes neue Lebenskrast gegeben hat. Nach den goldenen und silbernen Blättern und Blüten unseres Baumes greifen heutzutage viele, da gelte es für die -ickglteder des Vorstands, recht acht zu geben, daß der Baum nicht zerzaust und abgernpft wird, damit er nicht eines Tages kahl dasteht. Das nicht leichte Amt des Hüters und Pf egers des Baumes unserer Gewerbebank habe der Vorstand zu allen Zeilen gut und gewissenhaft versehen. Lange Jahre stehen die fetzigen Inhaber der Aemter schon auf ihrem Posten, mögen sie noch lange Jahre in gleicher Weise zum Wohl der Bank tätig ein Darum wollen wir ihnen dadurch danken, daß wir auf ihr Woh trinken. In das Hoch auf den Gewerbebankvorstand wurde lebhaft ein- ^Kontrolleur Möser sprach in tiefgefühlten Worten den Dank der Beamten für die ihnen gewordene Anerkennung aus -Lev größere Teil dieser Anerkennung ist aber auf den Aufftchtvrat zu übertragen, dem in erster Linie das Blüheii der Bank zu veidanken ist. Mit der Tätigkeit des Aufsichtsrats ivar es der gute Geist der Mitglieder, der zum Gedeihen des Instituts beitrug. Er trank auf das Wohl des Aufsichtsrates. Der Aufsichtsratsvorsitzende Petri dankte für die freundliche Anerkennung. Der Aussichtsrat fei sich seiner großen Verantwortlichkeit bewußt mid werde auch lernerhin seine Psnckft tun. Er schloß mit den besten Wünschen für die fernere Zukunft der Bank. t e . Im übrigen nahin der Kommers den besten Verlauf. Konzertstücke unserer Regimentsmusik wechselten mit Gesangsvorträgen des Gesangvereins „Liederkranz". Der gutgeschulte stattliche Sanger- chor sang unter Musikdirektor Bauers temperamentvoller Leitung eine Anzahl prächtiger Ehöre und Volkslieder, von denen außer den Volksliedern namentlich der Chor mit Orchesterbegleitung „Des Liedes Heimat" einen durchschlagenden Erfolg zu verzeichnen hatte. Einige gemeinschaftliche Lieder, die eigens am die Gewerbebank gedichtet worden ivareiT, bildeten den übrigen Inhalt der Feier, tue verlief, wie auch die übrigen Veranstaltungen, in denkbar schönster Weise, wozu die umsichtige Vorbereitung des ganzen Festes, bei der sich namentlich das Aiftsichtsratsmitglied Stadtv. Helm betätigte, hervorragend beitrug. t ... . . . . Der schöne Festtag ist vorüber, an seine Stelle tritt ,wieder die Atttagsarbeit der Bank zum Wohle ihrer Mitglieder. Möge fte mich fernerhin getragen fein von dem großen Gedanken Schulze-Delitzsch dann wird es auch in Zukunft der Bank nicht an Enolg fehlem '△ Helpershr- mittag waren zum großen Teil wieder erschienen, auBcrbent ^i» gcorbn. K'eller und zahlreiche Stadtverordnete, •'ter Ausficms- rakvorsitzende Stadtv. Petri begrüßte alle Festgaste in herzlicher Weiset Die Gründung der Bank, deren 50. Wiederkehr man heute feiere, falle in eine Zeit politischer Bevormundung: umso großer sei die Tat abzumessen. Ehrend müsse man vor allem heute des Gründers der Genossenscksaften, Schulze-Delitzsch, gebenfen, M|ai 100jährigen Geburtsgedenktag vor kurzem die Vertreter des Genossenschaftswesens im In- undAusland zu Frankfurt a. JL feierten. Bald werde ein Denkmal, des verdienten Volksmamies errichtet werden und auch die Gießener Gewerbebank werde ihr sichern. ** Nicht n a ch Butzbach, sondern in das Landeszuchthaus Marienscyloß wurde am Samstag Hosrat Rothschild zur Verbüßung seiner Strafe gebracht. Ter Roth- child'sche Zufammenbruch beschäftigte nm Samstag auch den Verwaltungsgerichtsyos zu Darmstadt, vor dem der Bürgermeister K'ua f von Büdingen ftand, der, wie erüiun- lich, in feinem Vertrauen &u Rothschild diesem die Depot- zurückkommen. . . .. _ ** Verhaftet wurde heute ein hiesiger ^aglohncr wegen Sittlichkeitsverbrechens. Er hat sich au seiner 12 jährigen Stieftochter vergmigen. " Abgeschubt. Am Samstag abend gegen 6 Uhr erregte die Verhaftung einer Bärentreiber-Karawane großes Ailfsehen und einen nach Hunderten zählenden Menschenauflauf am Justizgebäude. Die Häupter der Familien wurden dem Gericht vorgeführt, mit Geldstrafen belegt, die sie sofort bezahlen mußten, und alsdann unter einer Eskorte reitender Gendarmen nach der preußischen Grenze abgeschubt. Die Karawane, eine große Anzahl von Menschen, führte 3 Wagen und etwa 10 Bären mit fich. ** Meteor. Zu der Notiz in Nr. 238 über den Niedergang eines Meteors bei Atzbach teilt man uns vmr geschätzter Seite mit, daß das Meteor am Donnerstag abend punkt i/27 Uhr in nordwestlicher Richtung über Gründ erg flog. Es hob sich sehr hell am dunklen Abendhimmel ab. , ** Kriegs spiel. Buben aus Wieseck und Gießen treiben Sonntags wieder auf dem Trieb Kriegs Spiele, die manchmal tn arge Tätlichkeiten ausarten. Gefrern erhielt ein hiesiger Junge einen Schuß ins Bein, angeblich soll ein Wiesecter Junge geschossen haben. Tie Angelegenheit bedarf noch näherer Aufklärung. , m q> Burckhardsfeldeu, 11. Okt. Unsere Wasserleitung ist jetzt mit einem Kostenaufwand von rund 5u000 Mark' vollendet und funktioniert vorzüglich. Das Maschinenbaus mit Pumpwerk befindet sich direkt am Torf. qj Kirch-Göns, 11. Okt. Große Sicherungsarbeiten werden gegenwärtig in dem Bahneinschnitt zwischen hiesiger Station und Butzbach ausgeführt. Die hier befindlichen Erdmaffeu, die meist aus Sand und Lett bestehen, kommen fast in jedem Winker und Frühjahr bei anhaltender 4rässe in Bewegung und bedrohen den Bahnkörper. Auf einer Strecke von ettva 300 Metern werden jetzt starke Bafalt- mauern errichtet und an der Böschung hinauf Rieselkanäle warten. . . FC. Darmstadt, 11. Okt. Gestern früh wurde das kriegsstarke Refervc-Jnfanteric-Regiment, dasaus Reservisten unb Landwehrlcuten, 3000 Mann stark, des 14. Armeekorps vierzehn Tage auf dem Trilppenübungsplatz bei Darmstadt zusammen gezogen war, entlassen. Tags zuvor fand eine Besichtigung des Regiments durch den komman» dierenden General des 14. Korps von Höningen gen. Hucne statt. Die Besichtigung, die in der Frühe angesetzt war, mußte infolge des undurchdringlichen Slebels abgebrochen und gegen 11 Uhr, nachdem der Nebel sich zerteilt, erst wieder fortgesetzt werden. Nach der Besichtigung hielt der Kommandierende 1 eine Ansprache an die Mannschaften, in der er hervorhob, ] daß das Regiment, obwohl es überwiegend aus Mannschaften ? der Landwehr bestände, auf derselben Höhe der militärischen Ausbildung sich befinde, wie die aktive Truppe. Mit einem Hurra auf Kaiser und Großherzog Friedrich schloß die An- spräche. Bemerkt sei, daß während der Hebung nicht em einziger Mann des Regiments hat bestraft werden müssen. Ebenso wie das Großherzogtum im ganzen zeigen eine raschere Zunahme der Katholiken auch bie beiden Provinzen Starkenburg und Oberhessen. Letztere hat aber ihren jahrein ebangei Charakter trotzdessen noch immer gewahrt (190o waren nur 8.3 Proz. Katholiken vorhanden). In Starkenburg ist das zahlenmäßige Verhältnis der beiden christlichen Konfessionen zueinanver fast das gleiche wie im Großherzogtum, ungefähr 2 zu 1. In Rheinhessen dagegen halten sich beide ^Konfessionen das Gleichgewicht (47.5 Proz. Evangelisck-e und 48.8 Proz. Katho liken) und hier, wo feine Majorität unb Minorität vor Händen ist, wird nun abermals, wenn auch im negativem Sinn, die oben aiisgesprochene Beachtung bestätigt: Von flemin Schwankungen abgesehen hat das Verhältnis der beiden Kvm fessionen im Laufe des 19. Jahrhunderts keine nennenswertc Älenderungcn erfahren, 1828 machten die Evangelischen 4«.-, die Katholiken 48.4 Proz. der Bevölkerung aus. Diese merkwürdig« Stabilität muß immerhiil ivundernehmen in einer Provinz, deren Bevölkerung in diesem Zeitraum nicht stehen geblieben, Iwwern rasch gewachsen ist (feit 1871 hat sich diese um 47.8 gegenüber 47.7 Proz, des. MichsduxchsMittS yw W Auch für das Großherzogkum Hessen läßt sich eine Verfchie^nE zugunsten der konfessionellen Riinderheik beobachtni auf Gnuw einer statistischen Zusammenstellung, die für die Neuauflage des Statistischen Handbuchs bestinunt und zmn erstenmal in Nr. der Mitteilungen der Großh. Hessischen Zentralstelle für die^an- desstakistik veröffenllicht ist. Diese Ueberficht über die LTttoi^ lung der größeren Konfessionen ist int wefentlichen ein Auszug einer uiiisangreichen bisl)er noch unveröffentlichten urb.eit von Regierungsrat Knöpfel. _ . Für das heutige Gebiet des Großherzögtums mft Berück- sichkigung seiner gegenwärtigen Verwaltungseinteilung ist die sammeiisetzung der Bevölkerung nach dem GlaubenSbekennttits Tut die Jahre 1828,1871 u. 1905, also ungefähr für das 19. ^alrrljunö., gegeben. Im ersten Drittel desselben bildeten die .Katholiken etwas über 26 v. H. der Bevölkerung, 1871 war ihr Jnteu bereite auf 28, bei der letzten Volkszählung 1905 ftüZar auf nahezu 31 Proz. angestiegen. Dieser Ausweg ist um so hoher einzuschätzen, als auch die Konfesswn der ^Mehrheit, die mxw gelischc, die im gleichen Zeitraum von <0.5 aus, 66.4 W- gefallen ist, absolut eine starke Zunahme aufzuweisen Hatz ' • - " der Evangelischen der KathoIckw 484 547 179 757 583 510 239 084 803 195 371 680 sagen herzlichen Dank. Familie Haas W i e s e ck, den 12. Oktober 1908. Danksagung. Für die vielen Beweise ausrichtiger Teilnahme bei dem Verluste unseres lieben, unvergeßlichen Gatten und Vaters Herrn Johannes Haas 118. i Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unsere innigstgeliebte Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Wilhelmine Orbig geb. Frech Samstag vormittag io1^ Uhr im vollendeten 73. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bittet Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Carl Orbig Giessen (Bruchstr. 13a), Bamberg, St. Louis, 12. Oktober 1908. Die Beerdigung findet Dienstag den 13. Oktober, nachm. 2 Uhr von der Kapelle des alten Friedhofs aus statt. 08530 'S*. Es katholischen. I Lebendgewicht 55,5—56 Pf-, 55,0-00 Pfg., 3. Qual. 62- HirfcknApotbcte. [sF Meinen ü Pfund 45—50 Ps, A. Salomon & Go. AM« 4. .B. 95 Pfg. 1.50 Hk. 15 Pfg. 75 Pfff. ft um so auffallender, als sie nicht das Ergebnis einer für i b: Konfessionen gleichmäßig verlaufenden Bewegung ist, sondern L's ganz entgegengesetzten, aber gleich ftcrfcii und deshalb in si em Erfolg einander paralysierenden Bewegungen resultiert. L:nn irgendwo zeigt sich in diesem Fall, wie notwendig cs "ji bei aller Masfenbeobachlung die große Zahl wieder in ihre mit neuer Tlieaterbühne bringe zur Abhaltung von 15757 Festlichkeiten. Kommersen, Vorträgen, Hochzeiten, Versammlungen etc. in empfehlende Erinnerung. 3lax Jaskowsky. in allen Farben . - Restposten Gürtelbänder, gestreift, japanisch. Gummi Meter Zunahme be Herzogtum. Jahre 1853—1865 1866—1870 1871—1875 1876—1880 1881—1885 1886—1890 1891—1895 1896—1900 1901—1905 Appetitlosigkeit und Blähungen verschwinden bald nach Anwendung von Karns U>7o0 Pepsin-Wein Central-Drogerie, Schalstr, Tie Wirkung dieser konfessionellen Zersplitterung und Attsch- ttitg zeigt sich deutlich in der Zahl der Mischehen. Diese belegen 1907 in Rheinhessen 25 Proz. aller Eheschließungen, während sic in Starkenburg nur 16, in dem rein evangelischen Oberhessen gar nur 6 Proz. ausmachten. Am höchsten streg Kleine Tanesclironir. Mit etwa 1000 Mark ist die Kassiererin einer Spedittonsprma OrigrnKL-DrnhrmcLSungen. Paris, 12. Okt. In hiesigen diplomatischen Kreisen wird die Nachricht verbreitet, Iswolsky werde den Entwurf eines von den Großmächten zu unterfertigenden Protokolls nach Paris mitbringen, das den im Schwarzen Meer Kriegsschiffe haltenden Mächten für den Kriegsfall gewiss« Verpflichtungen auferlegt, damit die Türkei nicht ohne ihren Willen in einen Krieg zweier anderer Mächte hinein-, gezogen werde. Der Protokollcntwurf ist durch das Bestreben charakterisiert, gewisse Sicherheiten zu schaffen, damit das von Rußland verlangte neue Dardanellen-Abkommen auch der Türkei gewisse Vorteile bringe. London, 12. Okt. „Daily Telegraph" meldet aus Konstantinopel: Da Bulgarien die Zahlung des ostrume- lischen Tributes eingestellt hat, unterbreitete der Verwaltungsrat der Dette pubtique der Pforte ein Memorandum, worin darauf hingewiesen wird, daß der ostrumelische Tribut niemals genau festgcstellt worden war und von 10 250 000 auf 3 750 000 Frs. reduziert worden sei. Von dieser Summe habe Bulgarien noch den vierten Teil zurückgehalten unter dem Vorwande, daß diese Summe wegen der Eisenbahn Rustschuk-Varna geschuldet werde. Sofia, 12. Okt. Der Verkehrsminister hat Befehl gegeben, keine Eisenbahnwagen, die den bulgarischen Gesellschaften oder dem Staate gehören, aus Bulgarien heraus zu lassen. Die Gordon-vermett-wettsahrt. Eine außerordentlich große Menschenmenge wohnte der gestrigen Ballonwettfahrt, deren Start in Schmargendorf bei Berlin stattsand, bei. Die Auffahrt Ku dieser ersten der Internationalen Ballonfahrten begann um 2 Uhr. Von den gemeldeten 25 Ballons sind 23 aufgestiegen. Es war e.ine Zielfahrt, und das Ziel war genau nördlich von Berlin festgelegt. — Bei dem Start ist der amert- tanische Ballon „Conqueror", Führer Forbes, ut 200 Meter Höhe nach einer Fahrt von nur wenigen Minuten I st- jung fett, Haiermast, VWt I saub. gerupft, 7-10 Pfd, t;__. ' 45—50 Psg., täßl. frisch geschl. vcrs. geg. Nachn. Les. Aug. Grigall, Gr.SriedrichsdorßOsipr. (6063) Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag den 13. Oktober: Heiter und trocken. Nachts kalt, vielfach Neu. Am Tage kühl. Nördliche Winde. _____ « Feinsten Medicinai- LehesHrsm wohlschmeckend, lose und in Flaschen. Ijebertran Emulsion empfiehlt [5751 Vacto^äa-Öpcgepse Adolf Bieler, Marktstrasse 5. Marktstrassc 5. Details aufgulösen. Rheinhessen ist keineswegs ein regelmäßig konfessionell getischtes Gebiet, wie es die angezogeucn Prozentziffern vermuten lpsen. Vielmehr sind auf diesem Raum eine Menge Hemer iebietc mit verschiedenster konfessioneller Färbung bunt durch- tiianbcr gewürfelt. In jenen Teilen Rheinhessens nun, wo Protestantismus die Mehrheit bildet, wiederholt sich dieselbe ^scheinuiig ivie in den beiden anderen Provinzen des Groß- ezogtums: eine raschere Zunahme der Katholiken. Aber dort, m>, wie im Kreise Mainz, der KatlwlizismuS überwiegt, zeigt ch das entsprechende Gegenteil: der Anteil der evangelisck-en )M)öITcrung vergrößert sich auf Kosten der katholischen. Es 100 fc'g^ant flirt -t. M, IS. Okt. ffclegr. On-t.. Bericht d°S (Sieh. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkl- preise. Zum Verkaufe standen: 454 Ochsen, 147 aus Oesterreich 54 Bullen, 0 aus Oesterreich, 902 Kühe, Fersen, Stiere und Lunder, 283 Kälber, 434 Schafe und Hammel, 1710 Schweine, 0 Ziege», 0 Ziegenlämmer, 00 SchaUammer. Bezahlt wurden iur 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1* f7 ü,;. 2. Qualität 75-77 Mk., 3. Qualität 6O-60 Mk.: Bullen. 1. Qual. 66-68, 2. Qual. 62-64; Kühe 1. Qualität 74-76 Mk 2 Qual. 66—67 Aik., 3. Qual. 54—56 Aik., 4. Qual. 00—00 Mk., 5 Qual. 00—00 Aik. Bezahlt wurden für das Pfund Schlacht- gewicht: Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Psg., Lebendgewicht 55-56 Psg., 2. Qualität 78-86 Psg^ Lebendgewicht 46—ol P g., Schlachtgew. 68-70 Pfq.: Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. ,8 bis 80 'Pfg, 2. Qual. 64-88 Psg. Schweine: 1. Qual. 71-72 Pi., - • ' ■' — B Pf„ 2. Qual. 69—70 Pf., Lebendgewicht oo,u-uu VIU., o. 62-68 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Psg. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstaud unbedeutend, bei Kleinvieh gut, Ueberstand unbedeutend. Herzogtum vor allem Freiprotestanten, fast ausschließlich in Rheinhessen, msgcs. 2639 Deutsch-katholische, nreift in Stärkend. 11. Rheinh. „ 2277 Freireligiöse, „ " 1050 Altkatholische, „ „ „ 033 Apostolische (Jrvingianer), „ „ Mennontten, meist „ •> öU- D a r m si adt. 4. r. M e l l e r. 655, das sind 9.1 Proz. aller Eheschließungen 692, „ „ 9.3 „ 838, „ „ 10.8 „ 892, „ 13.4 „ 942, „ „ 14.3 „ 1073, „ „ 146 „ 1209, „ „ 14.7 „ „ 1498, „ „ 15.8 „ 1551, „ „ 17.1 allgemeinen Konfessionsstatistik nachfolgc'.ide cvan- ■niic schwach vertreten ist. , . 1 Es wäre deshalb nötig, was für die Zwecke des pandvuchs , ■niffit angezeigt erschien, bei einer Konfefsionsstatistik brs auf die |(V cmciitbeu herabzugehen und mit Hilfe der Gemeindestatisttr erst ■tic Grenzen für konfessionell gleichartig zusammengesetzte Ge- ■bi,-tte zu bestimmen. Sie würden sich wohl im ganzen noch irtfen mit den ehemaligen Territorialgrenzen. Nur bei den t . mecen Städten, weil hauptsächlich vom Zuzug , und seiner I-.l-usgleichungstendenz beeinflußt, würden sich Abweichungen er- l t',en. Das platte Land hingegen, das ausschlietzlich als ttb- Iu samtbevölkerung darstellt, während bei den rasch wachsenden ■6 (äbten das gerade Gegenteil der Fall ist. Bon den fünf größten Städten sind Gießen und Darmstadt ■ bic am meisten evangelischen (87 bezw. 79 Proz.), ^n Worms 2. linb Offenbach bildet der Anteil der Katholiken schon ein Drittel bet Bevölkerung (32 bezw. 36 Proz.). In Akainz überwiegen hie Katholiken (o9 Prozent), jedoch lange nicht mehr- in bem I Me wie zu Anfang des verflossenen Jahrhunderte (1828 i 83 Proz.). Tie B.-rteilnng der zwnfessioneu im übrigen Groß- ■ herjogtum ist in groben Zügen ungefähr folgende: Der größte ? il von Oberhessen und Starkenburg, der Kern der hessischen Ul'tmde, ist noch rein oder doch überwiegend evangelisch. Er * bildet einen Ausläufer des großen evangelischen Gebietes von ck Mf-ori)^ und Mitteldeutschland und stellt die Verbindung mit dem ■ evangelischen schwäbisch-fränkischen Gebiet her. Rein oder uber- W>nirgend katholische Bevölkerung sindet sich in den ehemalig geist- Llichcu Territorien, vor allem in den kur main zischen Ge- W litten, und zwar im Norden der Provinz Rheinhessen, im Süden ■ von Starkenburg in der Rheinebene zwischen Gernsheim, Lorsch, Zürstadr, .Heppenheim, Bensheim und im Odenwald, ferner im 'iLordasten der Provinz in der Mainebene bei Dieburg und im >c»g Rodgau, in Oberhessen westlich von Friedberg und Bad- Eauheini. Im Süden von Rheinhessen finden sich aufeerbem einige rein katholische Orte des ehemaligen B i s t u m s W or m s, ü 1 Ober Hessen noch solche des Bistums Fulda, sc», das kath. > rbftcin und die Dörfer des sog. Katzenbergs bei Alsfeld, wirklich gemischtes Gebiet, wo in derselben Gemeinde Protestanten und Katholiken annähernd gleich verteilt sind, ist der nordwestliche Teil von Rheinhessen, ehemals zur Kurvfalz gehörig, deren ■ Bevölkerung lvie feine andere in Deutschland durch Regentenlaune u nd Kriege mit Bckcnntniswcchseln drangsaliert wurde. Im mitt- icrcn Teil von Rheinhessen liegen meist Orte mit überwiegend e»angelischer Bevölkerung. Doch ist es schwer, in dieser Provinz mit ihrer starken Zersplitterung einheitliche Gebiete scharf u^-juuLin»^. Rein evangelische, rein tatholuche und gemischte Orte sind ost wirr durcheinander gesprengt und bilden so cm n aus, t * 8 xKK ***« -ne« »■ thturfs ta 5% aJetF.1, feil« k; #*& w SKA Die der (gerneinen Könfe,iwusstatiftit nacyiotgc.io. cuaiv- gclische und katholisch Kirchenstatistik, ivelch letztM Zum ersten- mal für Hessen evschemt, gestattet ^nen i^eresianten Einblick in den religiös-kirchlichen Charakter der Mischehen. Man.jollle wohl erwarten, daß in der Mehrzahl der Fälle der wechliche Ehegatte der religiös interessiertere und auch konservattvere ^eil wäre, und daß deshalb desseii 51!oiisesiwn bei der kirchlichen Trauung ausschlaggebeiiö sei. Die Statistik indes belehrt uns eiac-> anderen. Viel öfter folgt die Trauung in der Kwche, der der männliche Ehegatte angehört, als umgekehrt. Mr haben es hier mit einer, durch die Gesetzgebung beeinflutzteii, fast allgemein im Großherzvatum verbreiteten Sitte zu tun. Rach der allgemeinen StatiAk sind die Mischehen mit evangelischem Mann ungefähr ebenso häufig, wie die mit kacholischem. Bei den evangelischen Trauungen dagegen ersa>einen du.chwegs mehr Mischehen mit evangelischem als nut katholilckjem Mann. ^nt Durchschnitt der Jahre 1900-1907 war daS.Verhältnis 364.294 Gerad umgekehrt und noch etwas schrofter gestaltet sich das Verhältnis in der katholischen Kirchenstatisttk. -ttNi Durchchuitt der Jahre 1898/1907 wurden 339 Paare mit katholischem Mann und nur 255 mit katholischer Frau getraut. Auch für die religiöse Kindererziehung ist in der überwiegenden Mehrheit der Fälle die Konfession des Vaters bestimmend Nach der evangelischen Mrchenstatistik wurden 1900—1907 durch,Hiittlich ehrlich 1328 Kinder nach der Konftssion des Vaters, 946 nach der Konfession der Mutter getauft, nach ^r Statistiker kÄhollschen Kirche folgten im Jahresdurchschnitt 1898—190/ 1145 Kinder bei väterlichen und nur 737 der mütterlichen Religion. In einzelnen Gegenden scheint diese Sitte sckstirfer ausgeprägt zu sein als m anderen. So wurden im Dekanat Osthofen im letzten Jahrzehnt 121 Misck>ehen mit katholisck;em Mann und nur 19 Mit katholischer Fran katholisch getraut, und ebenso 502 Kinder aus Mischehen mit katholischem Vater und nur 28 mit katholischer Mutter katholisch getauft. In anderen Gegenden wiÄxw scheint die Sitte durchbrochen zu sein und die Frau sich wirklich den religiösen Einfluß, wie oben vermutet, gewahrt zu haben. So wurden iw katholischeii Dekanat Mainz-Stadt 1898—1907 j4Ö Mischehen mit katholischem Mann, aber 683 mit katholischer Frau getraut und 1369 Kinder aus Mischehen mit katholischem gater, aber 1590# mit llttholischer Mutter getauft. Aehnliche Verhältnisse zeigen sich auch im Dekanat Mainz-Land. Die entsprechenden Zahlen sind hier bei den Trauungen 232 gegenüber 2/0, bei den Taufen 790 gegenüber 1124. . ... Es erübrigt sich, noch kurz auf die anderen Konfessionen m £>encn einzu gehen, in erster Linie auf die jüdische, durfte hat das oben Gesagte über die Vermehrmigstendeiiz der in ,Minder-1 heit befindlichen Konfession natürlich Feme Geltung, weil sie nirgends in einer Majorität sich befindet, so daß die Wanderbewegung eine gleichmäßigere Verteilung Hervorrufen konnte. Auch ist die natürliche Vermehrung der jüdischen Bevölkerung zu gering, als daß sie in diesem Sinne wirkte. Wir haben es im Gegenteil hier (mit einer stagnierenden Bevölkerung zu tun. Von 1828 aus 1871 hat die Zahl der Silben im Großherzogtum einen kleinen Zuwachs erfahren von 21236 auf 25 373. Seit 1871 aber ist ihre Zahl auf 24 696 zurückgegangen. Relativ ist die Abnahme bereits seit 1828 festzustellen: damals betrug ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung 3,1, 1871: 3,0, 1905 nur noch 2,1°/». Eine labsolute Zunahme haben seit 1871 nur die fünf großen Städte und die Kreise Offenbach und Lauterbach aufzuweisen, eme relative Zunahme dagegen findet sich nirgends/ Besonders auffallend, aber nur auf das rasche Wachstum dieser Städte zurückzurühren, ist die relative Almahme der Juden in Offenbach und Worms. Ihr Anteil tt!it der Bevölkerung betrug 1828 1871 1905 in Offenbach 13,0 5,0 2,9 in Worms 8,1 6,1 3,0 An kleineren christlichen Konfessionen finden sich int Grotz- So rein wie bei Mainz und Worms kommen die zwei ent- i «engesctzten Bewegungen allerdings nicht in allen Kreisen zur tätung. Es ist dies aber darauf zurückzuführen, daß der Kreis ut eine derartige Untersuchung nicht die Meckmäßige Einheit k Auch in ihm können ebenso wie in der Provinz rein Tholi'che und rein evangelische Gebiete zusammenstoßen, so da« it statistisch das Bild eines konfessionell gemischten Gebietes in gißt, während von einem solchen füglich doch nur da ge- piochen werden darf, wo die Bekenner beider Religionen tn 'Hier Gmie.inde HanS an Öaus, Wand an Wand miteinander Lohnen. Der Unterschied wird bei einer Reihe sozialer Fragen Mi ult ich in die Augen springen. Man denke nur an die Misch- Kbcii, die in ländlichen Gegenden sicher leichter geschloßen werden, Denn die Ehegatten derselben Gemeinde angebären, als wenn v-t eine Teil aus einem Nachbarort geholt werden soll, und in 'ine Gemeinde eintritt, in der seine eigene Konfession nicht oder ihr Anteil in den Städten Main; unb1 Offenbach (3o und 3( Proz. , wo auch bic konfessionell.' Mischung eine sch: starb m. '-:c mit dieser auch die Zahl dw Mischchen in reicher unb 1t:ter - «riffen ist, zeigt auch die Entwicklung int Gros; Hier betrugen "bic Mischehen im Durchschnitt der versüßt Zwctschen Honig, gibt ihm einen würzigen Geschmack unb macht ihn haltbar. [6001 Paket 50 Psg. Adler-Drogerie, Seltersw.39 Otto Schaaf, I ul U1H UUl I1UIIUMUU11ÜÜ1 j uwyiuüM. Bei unserem WohnungSnachweis, Settersweg 26, sind sehr viel Anfragen nach möblierten Simmern eingelauten. Wir ersuchen deshalb unsere verehrt.. Atttglieder, die wiche abzugebeu Haven, dies bet unserer Geschäftsstelle auaumclbcn. vix/,ni Per Vorstand. Hervorragender Gelegenheiiskaui in Bändern. 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Zah andere BegleiterscheiiW; r Tragweite, die deöheli isyrnchen bars: es ist b- oorgänge in bem »tu inander hervorrnfen. i)tung iinb an manche 5(fc; ab? ob in imframi Mi'chen KotMiE> kin auf eine \^W alter rein lvwepioMi ,ltc Majoritäten wndv xqt unb bas mit ® ,ts dieser Erscheinung- - cinstitäten" sprechen ► einem Gesetz tanu. k einen hMM, aber em n Vorgang W j -enatie Gegenteil g * ' aud) keine iuAit dieser ErfchttM r aber drängen alte diese WandeE ’.jv -TQotiDe znrultznch^ ’ feinen Wohnort veckl- nsbedinEF^ |ib5ugrcnAcn. tat. J',cÖFenin9^ -rte tuiö c HW ungshait eil c Anteil der Katholiken 1828 1871 1905 in Worms Stadt 28.3 30.8 32.0 in den sonstigen Orten des Kreises 31.0 32.8 34.7 Anteil der Evangelischen 1828 1871 1905 in Mainz Stadt / .. 12.5 28.7 37.1 in den sonstigen Orten des Kreises 11.9 11.8 18.6 D5/» Die Hand daran? 2 Zimmer HPutzexträctE Englische Damen-Kostüme. Blockstrasse 1, I Giessen Werübernimmt den provisionsweisen Verkauf von wasserdichten 3 D. 1. V. 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