Donnerstag S. Zlpril 1908 Erstes Blatt 158. Jahrgang Nr. 85 Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. )S ums die Kleines Feuilleton. in U. 4parlamcirtari$d?c*. Ans dem preußischen Landtage. men *4 ungen Jasse 3-5 er °n Pro- mstadt, den f ü r nach •ragen Ppiche brikate, iste Raten, irfernng ikw®1 Berlin, 8. April. Der Reichstag wird, wie nunmehr stststelst, vom 28. April bis etwa 12. Mai nochmals zusammcn- treten, um die große Zahl rückständiger mittlerer und kleiner Gesetze zu verabschieden. Es wird jetzt bestimmt damit gerechnet, daß gegen Mitte Mai nicht Schluß der Session, sondern eine Vertagung bis Ende Oktober erfolgt, weil die im Fluß befindlichen Vorarbeiten für wichtigere Gesetze im Winter ohne weiteres fortgeführt werben können. nieten, ■preise 2biil2- IiistnimtiM -en Beding^6 Die ArbeiMosigkeit in Amerika. In Chicago sammelten sich 500 deschästignngZ- 'sse Arbeiter, die unter freiem Himmel genächtigt hatten, tot dein Rathause und erklärten, sie seien entschlossen, so irge dort zu bleiben, bis sie entweder Arbeit oder Brot bekämen oder verhungerten. Die Krawalle irsiirchtende Polizei trieb die Menge mit Knütteln riSeinander, wobei einige Personen verletzt wurden. :Pater ließen die Stadtbehörden Lebensmittel verteilen. politiid>e Lagesschar». Die Lage in Portugal. AuS Lissabon wird gemeldet, daß die Gesamtzahl der Taten infolge des Zusammenstoßes am Sonntag 6 beträgt, ^«rner sind 15 Personen schwer und Hunderte leichter ver> ipunbct. Am Montag wurde ein Offizier tätlich verwundet linb mehrere Personen leichter. Der ruhige Verlauf des gestrigen TageS ist der Besonnenheit der Truppen zu verdanken. Die Regierung droht mit strengen Maßregeln. Die Karnison wurde verstärkt. Trotzdem eroitznen sich täglich die bedenklichsten Vorkommnisse. So wurde in Lissabon während i (inet Ausfahrt des päpstlichen Nuntius desien Wagen I pon Steinwürsen getroffen. Die anderen Mitglieder des dip- Ilomatlschen Korps sind bisher unbehelligt geblieben. Als in er Nacht auf den 8. April um 3 Uhr zwei als Zivilisten I gekleidete Soldaten vor der Türe zur Wohnung des Kom- l in enbonten einer Eskadron der Stadtgarde der in der Nähe er Straße NecessidadeS gelegenen Kaserne die Runde mach- I ite, fielen plötzlich zahlreiche Revolverschüsie. Herbeieilende ; jiolizeiagenten fanden die beiden Soldaten un Blute chivlmmend, den einen tot, den anderen sterbend vor. Zurich sahen sie mehrere Personen in einiger Entfernung fliehen. Abgesehen von diesem Vorfall war die Nacht in .issabon ruhig. Von den am 5. d. M. in der Kirche des heiligen DommikuZ Verwundeten sind zwei ihren Verlctzmrgen | erlegen. Der Patriarch von Lisiabon untersagte den Gottesdienst in der Donnmkuskirche und der Alcentarakirche. lola-Pia^o >0-26501 ^(•30b»liU Das Abgeordnetenhaus beriet geiknt zunächst g Gamp betreffend Gewährung freier Fahrt hl männer bei den Landtagswahlen und nalM ihn iXflcrcx Debatte an, nachdem ein Riegierungs-Kommissar er- kE hatte, daß ein öffentliches Interesse nicht Vvttiege. Tann r-cde die Debatte über die Ansiedelungs-Denkschrift ^gesetzt und diese durch Kenntnisnahme erledigt. Das Gesetz fox die .Haftpflicht des Staates bei Verfehlungen von Beamten :irbc von der Tagesordnung abgesetzt, da es in dieser Session coch nicht mehr erledigt werden kann. 5)eute tritt das Haus iod) einmal zusammerr, um et, a vom Herrenhause znrück- b mnenbe Vorlagen und Petitionen zu erledigen. Nachmittags -in 4 Uhr findet die gemeinsame Schlußsitzung statt. . Tas tzirrenhaus erledigte gestern das Quellenschu^csetz mit ei- ilgen kleinen Abänderungen und dann das Pottzeikostengesetz ned) den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses. — Als Termin AusZanH. Paris, 8. April. Der Senat bewilligte 35 000 Frcs. für die lieberführung der Leiche Zolas in das Pantheon. Darauf wurde die Sitzung ausgehoben. — Die Skandale in der französischen Ar- meeverpslegung gewinnen an Ausdehnung. Der Unterstaatssekrerär Eyeron setzt mit großer Energie die Untersuchung wegen Lieferung verdorbenen Fleisches in den östlichen Garnisonen fort. Gestern wuroen in mehreren Städten, darunter auch in Versailles und Paris Flelschproven und Rauchwaren mit Beschlag beleg: und dem staatlichen Laboratorium zur Untersuchung übergeben. Die meisten Proben wurden als unbrauchbar und verdorben erkannt. Die Untersuchung wird um so eifriger betrieben, als in Nancy und Besancon Soldaten uni - e v.rdächtigen Symptomen gestorben sind. Biarritz, 8. April. Nach mehrfachen Besprechungen mit König Eonard übernahm Asquith die Bildung des neuen Kabinetts. C o r f u, 8. April. Infolge heftigen S i r o c c o s trafen die Dampfer mit großen Verspätungen ein, soweit sie nicht ganz ausbleiben. ‘ Die 2l n t unft s zeit der griechischen Königssamilie und die des Kaiserpaares ist daher noch nicht auf die Stunde genau zu bestimmen. Ununterbrochen starte Regengüsse sine b-?n Vorbereitungen für die Empfangsfeierlichkeiten, besonders die Ausschmückungs- arbeiteii sehr hinderlich. _ Tic türkische Regierung ist bemüht, die Begrüßung des K a i s e r s a n d e r a l b a n i f ch e n Küste möglichst eindrucksvoll zu gestalten. Urmia, 8. April. An der persisch-türkischen Grenze ist ein Regiment persischer Truppen, welche von Täbris nacy Urmia verlegt worden waren, wegen rückständigen Soldes im Au s st an d und hat die Stadt ohne Erlaubnis verlassen. Bis jetzt ist kein Versuch gemacht worden, die Truppen zur Rückkehr zu bewegen. dänischen Heere mttgcmacht haben. § 8. Die Zuerkennung der Beihilfen erfolgt durch Ziviwerwaltungsuehörde der Bundesstaaten. Zur Gewährung einer erhöhten Beusilfc (§ 6- bedarf es der Zustimmung des Reichskanzlers. § 9. Der jährlich im Reichsi-aushalts-Etat festgesetzte Aus- gabevedarf wird nach dem durch den Reichshaushalts-Etat bestimmten Vcricilnngsmaßstabe den Regierungen der einzelnen Bundesstaaten zur gesetzmäßigen Verwendung überwiesen. § 10. Tie Bewilligung, der Beihilfen ermlgt unter Ausschluß des Rechtsweges auf dem Verwaltungswege. , o0]leü für die Wahlen zum Hause der Abgeordneten sind vom Minister des Innern festgesetzt: der 3. Juni und nötigenfalls die folgenden Tage für die Wahlen der Wahlmänner und der 16. Juni und folgende Tage für die Wahlen der Abgeordneten. Beihilfen an Kriegsteilnehmer. In der Bu d g e tko m m i s s io n d:s Reichstages haben die nationalliberalen Abgeordneten Graf v. Oriola, Beck (Heidelberg), Dr. Paasche und Dr. Weber einen Antrag eingebracht, der, in Gesetz.sform gefaßt, die Gewährung von Beihilfen an Kriegsteilnehmer abschließend regeln soll. Die Paragraphen des beantragten Gesetzes lauten: § 1. Perwuen des Unteroffizier- und Mannschaftsstandes des Heeres und der Marine, die an dem Feldzuge von 18*0/71 oder an den von deutschen Staaten vor 18<0 gejährten Kriegen ehrenvollen Anteil genommen haben und sich in hitzsoedürftiger Lage befinden, erhalten Beihilfen aus den. allgemeinen Reichs- mittcln. Eines Nachweises der Hilssbedürstigleit bedarf es nicht, trenn der Kriegsteilnehmer das 60. Lebensjahr überschritten und ein Gesamteinlommen von weniger als 900 Mk. hat. § 2. Die Beihilfen betragen jährlich 120 Mk. und werden monatlich im Voraus bezahlt. Die Zahlung der Beihilfen beginnt mit dem Monat, in welchem sie zuercamrt werben. Sie unterliegen nicht der Beschlagnahme. § 3. Von den Beihilfen ausgeschlossen sind: a) Personen, die aus Reichsmitteln gesetzliche Jnvalidenpensionen oder ent- svrcchrnde sonstige Zuwendungen beziehen; b) Personen, die nach ihrer Lebensführung der beabsichtigten Fürsorge alch unwürdig anzusehen sind: c) Personen, die sich nicht im Besitze des deutschen JndigenatS befinden. Die politische Gesinnung eines Kriegsteilnehmers hat bei der Prüfung seiner Würdig- teit außer Betrache zu bleiben. § 4. Die Zahlung der Beihilfe ist einzustellen, sobald die Voraussetzungen sortgefallen sind, unter denen bie Bewilligung stattgefunden hat (§ 1 unb 3). § 5. Hinterläßt ein Beihilfen einpfäntzer eine Wiiwe oder eheliche oder legitimierte Abkömmlinge, so wird für, d:e auf den Sterbemonat folgeitbcit drei Monate die Beihilfe weiter bezahlt. Die Bezahlung erfolgt im Voraus in einer Summe. Ist eine Witwe vorhanden., e- erfolgt dtt. Zahlung an biefe. § 6. In Fällen und für die Dauer einer besonderen Notlage kann eine Erhöhung des jährlichen Betrags der Beihilfe von 120 Mk. bis zu......eintreten. § 7. Die Beihilfen Eöiutcn auch vieichsangehörigen gewährt werden, die den Krieg von 1870/71 im französischen Heere oder die Feldzüge von 1848 bis 1850 und von 1864 im UV* jJ a < $ !>. '/ 0 \ w, 1851 \ 0 — lieber eine zurzeit in dem Gewerbe-Museum zu Darmstadt veranstaltete Ausstellung von Terrakotten gehl nns folgende Mitteilung zu: Die Mündung der Großh. Keramischen Manufaktur in Darrn- ’iebt durch S. K. H. den Großherzog erfolgte mit in der ei noch aufmerksam gemacyt aus das ferne Korn des Scherbens, das der Modellierung sehr zu statten kommt, aber auch die Formen außerordentlich weich erscheinen läßt. Die aus- gesteitten Gegens.ünde (Springbrunnen, Blumenkübel, Vasen u. dgl.) sind zum Teil nach Entwürfen von Professor Scharvogel in der Manufaktur selbst modelliert, zum Teil, insbesondere die mit reicherer Modellierung versehenen Stücke, lammen sie von der Hand des Bildhauers Karl Huber in Ofsenbach. Das gleichzeitig ausgestellte Porträt-Medaillon S. K. H. des Großherzogs ist von dem Mitglied der Künstlerkolonie, Bildhauer Heinrich Jobst, modelliert. Es dars also mit Befriedigung festgestettt werden, daß dank der Jnittative unseres kunstsinnigen Großherzogs in Darmstadt ein neuer Zweig eines uraueit Kunstyandweris wieder ausgeblüht ist, von dem wir hier die ersten Anfänae zu sehen bekommen. Auf der diesjährigen Laudesausstellung wird alsdann die Großh. Keramische Manufaktur u. a. auch mit einer umfangreichen Terralotta-Architektur vertreten sein, die in ihrer Eigenart kein Beispiel aufzuweisen hat. — Die letzten aus ber Saalburg ausgeführten Grabungen ergaben wieder eine 3ici.ije beachtenswerter Gntdectungeu und Funde. Vor allem wurden füo.ich uno östlich des sog. Ofsizier- hauses (Villa) ausgedehnte Maucrzüge verschiedener Perüden bloßgelegt, die ebenso wie die neuau,gedeckten Fundamente des daneben liegenden Gebäudes, das man bisher als Ausspann bezeichnete, neues Lickst auf die architektonische Gestattung dieser Bauanlagen werfen werden. Im Innern des letztgenannten Gebäudes wurden zwei Brunnen gefunden uitb ausgegLaben, die reiche Ausbeute lieferten, so einen silvernen Schlangenring, em vorzüglich erhaltems Messer mit Hirschhorngrisf u. a. Zwischen CudiLonum und Derumantor kam ein aus drei kleinen Zunmcrn bestehend.r, divttt an der S.rauensiuckst gelegener Bau zum Vvr- ichein. Huit>.r ihm entdeckte man einen t>chweriHatten meieatgen Brunnen, der, luie die Piöstenlöck)ec zeigen, eine UebetdackMng ljutie. In ihm sand man viele Faßdauben und Bvdenstücke. Eine Daube zeigte den mit dem Brenneisen eingebrannten Stempel SERTJOR (wohl Sentiorum = Eigentum der e>enlu oder der Akute des Sentiuch; ferner einen vergoldeten Beschlag euics Kasi- chcns. Am inLriHantelten war em hölzernes >schiv^ bas genau btr einst von Jaeovi ver,uasten ReL)ii|irnttwn entfpriHt. Nal)c ixr sJu)too)teac des Kastells neben der sog. Latrine Oie Meinl ch.r eine Turmfundament zu fein) wurden vier in ihrem Unterbau prächtig erhaltene Bactöjeii bloßgelegt. — Protest res v l u c i v n gegen emStadt -Theater. In Elbcr,etd faßte eine Versammlung, die aus Atttgliedern des Alldeutichen Veroandcs, des Deutsck)en Sprachvereins, der 'Deutsck)- und Christlich-Sozialen Partei, des Teutfäi-iiationalen Handlungs- gelsilfen-VerbandeZ, des H-xeitonservativen, Vereins uick» des Eoan- gelischen Arbeitervereins bestand, eine Protestresolution gegen das dortige Stadttheater, weil Werke, wie Aschs „Gott der Rache", re» voipil* IOLPH erant Deutsches Neich. B a ire uth, 8. April. Erzbischof Dr. Abcrt in Bamberg hatte an den Pfarrer Tremcl ein Schreiben gerichtet, in dem er ihm untersagte, einen Vortrag im jungliberalen Verein zu Nürnberg zu halten. Pfarrer Trcinel hat darauf dein Erzbischof geantwortet, daß ec lediglich den Bitten seiner hochbetagten Mutter wegen sich veranlaßt sehe, vom Vortrag abzustehen. Ter junglibcrale Verem bemüht sich, die liberale Fraktion des bah- rischcn Landtags zu einer Interpellation wegen dieser Frage zu veranlassen. — Ein Nachspiel zum P r k» s s c st r c i k scheint sich in der Aktiengesellschaft „Germania", die den Verlag und die Druckerei des gleichnamigen Berliner Zentrumso^gans besitzt, abgespielt zu haben. Lakonisch macht diese Gesellschaft im „Neichsanz." bekannt: „Aus dem 2ttifsickstsrat unserer Gesellschaft ist der Land- ger.chtsbirekioc Adolf Gröber in Heilbronn auSgcschiedcn." Das spricht immerhin dafür, daß man nachträglich, freilich etwas sehr spät, auch in den Zeitungsireisen des Zmlrums emm'undcn hat, daß man Herrn Gröber nicht gestatten dars, in der Presse, von deren Vertretern er so verächtlich reden tonnte, ein Amt zu bekleiden. Dörmauns „Ledige Lco.te', Lv.verirds „Frühlings Erwachen" und „Musik" zur Ausführung gelangten. Solche Werke perversen Inhalts untergrüben die Aufnahmefähigkeit für wahre Kunst und vorletzten das sittlickM Empfinden des Volkes. Das Ueberivuchern derartiger „Sittenstücke" vereitele ferner die Vermittlung von Werken neuer.r, aufstrebender Dichter, wie Etter, Lienhard, Schönherr, Söhle, Staveiihagen usw. Die Stadtvettretung wurde aufgesorderr, die Ausiuhrung von Werken genannter Art zu vereiteln und die Pflege watzrhaft deutsck-er Kunst zu sichern. Tie liberalen Zeü- tungen der Stadt weisen deii Protest als ungerechtfertigt zurück. ip. Vom Bau des Campanile in Venedig. Tie Restaurierungsarbciten des berühmten Campanile, der bekanntlich vor mehreren Jal/ren einstürzte, schreiten mit großer Rüstigkeit fort. Die Hauptschwierigkeit bestaiw in ber Fundamentierung dis Gwckenturms. Dos Gerüst, welches beim Bau zur Verwendung gel-L-igt, ist von den riejigsten Dimensionen und so konstruiert, daß es bei Fortichireiten ber Arbeiten automatisch erhöht lueoben kann. Es ist nach allen Seiten hin mit einer SchutziKlle versehen, so daß die Weiterfortführung des Werte' durch schlechte Witterliiig keinen Aufsck-ub zu erleiden braucht. Ein elektrischer Falsrstuhl, welcher innerhalb des Turmes laust, befördert die Baumaterialien an die gewünschte Stelle. Der Campanile, wel- ajtr bei Vollendung eine Höhe von 100 Metern erreicksen wird, erhebt sich augenblicklich erst 17_ Meter über dem Erdboden, doch hont die mit dern Van betraute Kommission, daß die Arbeiten Ende 1010 vollendet sein werden. — Unler Bezugnahme auf unseren Artikel über den Kupferstecher Wille in 9lv. 83 wird uns von einer Dame aus Grünberg, einer Angehörigen der Familie des Künstlers, gejchriebeu, daß (was ja übrigens in Hessen bekannt sein dürste, nnb was der Verfasser des Gedenkartikels zu enuäl)ncn wohl nur vergag) sein richtiger Name Witt war. In Frankreich kam er tun den Gedanken, ein slnmmes e seinem Namen anzunigen um der richtigen Ansjprache durch Die Zranzojen willen. — Das Wesen der Ai o h a rn rned an isch e n Religion. Jnsolge der Ereignisse in Marrskro und des da- se.bst drohenden AusbruHs uex, „Heiligen Krieges" oürs.en sur unsere Leser die sotgenoeu Aus|ührungen ub-r das Wesen oes Jssialns, die wir dem Pzack-uvorle „Birdcrsaal der chrift. lichen Welr", 40 Lieferungen ä 40 P,g. (Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Sturcgart) enmeymen, von Interesse sein. Das Religionsbucy des Islams ist Der Koran. Er enthält eine Sammlung von Ansprüchen Mohammeds, die ihm, wie er vorgab- im Namen Gottes von dem Engel Gabriel sollten mitgeieilt sein und die von den Vertrauten des Propheten naaj und nach ausgezeichnet worden sind. Besonders seierlich lautet die erste ^urc, mit welchem Worte die einzelnen .Abschnitte des Korans bezeichnet werden: „Lob und Preis Goli, dem Weltenherrn, dem Allerbarmer, der da herrschet am Tage des Gerichtes.. Dir wollen wir Hex Htttzever Anzeiger JRtQBSF tfRk eiflc,ucu • v- ocu. ITIsicht, einem vielfach empfundenen Bedürfnis nach kün sterischem Gartenschmuck aus gebrannter Erde ent» Mnzukommen. Bekanntermaßen hat die Entwicklung der ^icrakotten-Industrie im vorigen Jahrhundert bei uns nicht Zeichen Schritt gehalten mit der auf anderen keramischen »bieten. Die zurzeit in Handel gebrachten Erzeugnisse ihb vielmehr vielfach als Produkte eines entarteten Geschmacks antzusehen, wie es leider auch die jetzt noch -iüfach in Gärten anzutressenden Gnome, Pilze, Rehe wb dergl. zur Gfenüge ersehen lassen. Noch bis zum Ende . 18. Jahrhunderts wurden geschmackvoll ausgeführte u-rrakotten auch bei uns handlvert'smäßig hergestellt. Seit- omi sind sie abew mit noch vielem anderen Guten von der Abfläche verschwunden. Bei Wiederaufnahme der Anferti- Mg von Terrabstten konnte man sich also nicht vorliegende ! ^sahrungen zmmtze machen, sondern es mußte die Her- ilAlungsweise wieder neu auf gebaut werden. Bor allem hobelte es sich Darum wieder, eine Erdmischung findig zu Wchen, die in gebranntem Zustande in unserem Klima den hbilben der Witterung zu widerstehen vermag. Dann aber Aichzeitig, was die Werlgcbung anbetriffc, um Gewinnung ewes durch den Brand emstehenden Farbtons, der nut der 4 lMdschafilichen Umgebung, in der die Terrakotten Auf- Ittilung finden sollen, in tadellosem Einklang steht. Gerade dem Umstande, daß die eigentlichen Terrakotten bei uns b-llständig verschwunden sind, ist es zuzuschreiben, daß bei dem Pubsikum sich irrige Meinungen biloen konnten. Es durfte desha.b geeignet sein, darauf hinzuweisen, daß der prämiier geloöhnliche rohe Topierwaren von Terrakotten k-mg.unterscheidet. Während erstere rötlich bis rotgelb er- l&eincn, st am porös und infolgeoessen wassersaugend sind, L'^n Terrakotten an der Oberfläche eine ziemlich dichte ^ruklur, weiche das allzu rasche Eindringen des ^Wassers i dirhinbert, uno zeigen immer einen orangegelben ~on, der Hm Grün unserer Landschaft und zum Blau des 5^immels ^rzügttch stimmt. Der Unlerjchied in der Beschassenhett wiiber Waren bewirkt, daß erstere leicht verwittern, während b-t^iere im Winrer im Freien gelassen werden können, oljne Ab ein Ausjrieren zu befürchten ist, vorausgesetzt, daß | De Blumenerde im Herbst daraus entfernt wird. Besonders rrus SrcrSr unO LanS. Gießen, ll. April 1908. Die Allgemeine hessische Beamteu-SLerbeLasse hielt am Sonntag, 5. April, im Restaurant „Kaisersaal" zu Darmstadt ihre 6. Mitgliederversammlung ab. ■um im i rfiwn^aaaaMB—aaaBEM—B öcm zweiten Stock auf den Hof geworfen. Er wurde lebens- gefährlich verletzt. Nach den polizeilichen Feststellungen hat t-ir v •> nIor »n t f Sni- Q'-vmt Xnfl «... sl)«..r.-n;n ' caba den sch die münnig fachen Gebete zu verrichten und die v ilger- arzen " Höhere und erweiterte Mädchenschule. Der Jahresbericht der Anstalt für das Schuljahr 1907—08, der soeben erschienen ist, ist als eine nachträgliche Festgabe zur Einweihung, des neuen stattlichen Schulgebäudes an der Nord-Anlage zu betrachten. Enthält er doch nicht nur einen ausführlichen Bericht über die Eröffnungsfeier, sondern auch eine nut vorzüglichen Bildern ansgestattcte Beschreibiing des Neubaues. — An der Anstalt unterrichteten im verflossenen Schuljahr einschließlich des Direktors Dr. Stoeriko 29 Lehrkräfte, darunter 3 Neligionslehrer und 3 Handarbeitslehrerinnen. Der Schülerinnenbestand betrug insgesaint 739 (415 in der höheren und 324 in der erweiterten Mädchenschule). Im Laufe des SchiiljahreS gingen 21 Schülerinnen zu und 46 ab, so daß am Schluß des Jahres 693 Schülerinnen vor- Händen waren gegen 713 am Ende des Schuljahres 1906/07. Bon der Gesamtzahl waren evangelisch 605, katholisch 70, israelitisch 59 und konfessionslos 5. Aus Gießen waren 679, aus dein übrigen Hessen 46, au§ anderen deutschen Staaten 13 und aus dem Aiisland eine Schülerin. Die Schlußfeier der Anstalt findet morgen vormittags 10x/2 Uhr statt. Tas neue Schuljahr beginnt am 27. April. ** Liberal-antisemitisches Wahlkompromiß. Durch einen bedauerlichen Druckfehler ist eine Stelle in unserer letzten politischen Wochenschau, wo es sich um die Verhältnisse im Gießener Wahlkreise handelte, entstellt worden. Nach dem Manuskript sollte es dort heißen: „Wandel könne nur geschaffen werden, wenn über die Kopfe der befangenen der-; zeitigen Führer hinweg einsichtige, politisch kluge Männer den I Boden bereiteten, daß bei der nächsten Neichstagswahl von vornherein ein gemeinsamer, deutschgesinnter, in Stadl und Land angesehener wirklicher Politiker als Kandidat anf- geitellt werde." — Die Schlußfolgerungen des hiesigen sozialdemokratischen Blattes treffen also nicht zu. Ein aufmerksamer Leser mußte den Druckfehler übrigens schon selbst bemerken. * Verhängnisvolle Stürze. In Leipzig wurde ein 47jähriger verheirateter Arbeiter von einem Manne aus O Marburg, 8. April. Die Familie dcS hier hmTm™ den Gerichtsvollziehers a. D. Pfeiffer, früher in & hau,en, erhielt heute die traurige Nachricht, daß ihr bei Marine in Wilhelmshaven dienender Sohn bei ft ü v m i f tf- Sce ins Wasser gefallen und ertrunken sei. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und de» Nachbarstaaten. In N i e d e r - M ö r l e n ist der bis" herige Bürgcrm ei ster, Landwirt Lorenz Dey, mit 132 von 136 abgegebenen Stimmen auf 9 Jahre wiederae. wählt toorden. — Im Mainzer Kr e m a t o r i u m nm' den im 1. Quartal 73 Einäscherungen statt. Der Vorstand, bestehend aus Geh. Oberbaurat Jmroth, erster Vorsitzender, Geh. Justizrat Dr. Lahr, 2. Vorsitzender, Rechnungsrat Bergauer-Darmstadt, Kreisstraßenmeister Braun- Alsfeld, Aktuar Göbel-Offenbach, Förster Klipstein-Darm- stadt, Kreisamtsbureauvorsteher Schneider-Heppenheim und Oberbuchhalter Vogel-Mainz, Beisitzer, wurde einstimmig gewählt. Ter Jahresbericht, die Bilanz sowie die von dem Vorstände beantragten Satzungsänderungen, von welchen hauptsächlich die Errichtung eines Dividenoen-Sammelfonos mit 3Vs prozentiger Verzinsung der ersparten Dividenden erwähnt sei, fanden die Genehmigung der Versammlung. Wie wir dem Rechenschaftsberichte über das Geschäftsjahr 1907 entnehmen, sind der Kasse neu beigetreten 92 Männer und 39 Frauen, zusammen 131 Personen: gestorben sind acht Personen, wofür das versicherte Sterbegeld mit 5000 Mk. sofort zur Auszahlung gekommen ist. Auf Antrag wurden 2 Versicherungen in prämienfreie umgewandelt. Der Mitgliederbestand Ende 1907 beträgt 1599 Personen mit einem Gesamtversicherungstapilal von 965 193 Mk. Die Vergleichung der rechnungsmäßigen Sterblichkeit mit der wirklichen ergab einen Sterblichkeitsgewinn von C6.62 Proz. — Die Bilanz weist ein Vermögen von 88169.67 Mk. nach. Nach Rückstellung aller Reserven ergab sich ein Ueberschuß von 9169.06 Mk., welcher der Gewinnreserve (Dividendenfonds) überwiesen wurde, so daß diese nunmehr 27 656.31 Mark beträgt. Vom nächsten Jahre ab beginnt die Vergütung der Dividenden, die eine namhafte Höhe zu erreichen versprechen. Die Kasse, die am 1. Januar 1904 errichtet worden ist, hat sich vorzüglich entwickelt und erscheint jetzt als ein festgefügtes Institut sozialer Fürsorge. Sie untersteht der Kontrolle des Kaiserlichen Aufsichtsamtes für Privat- versicherung und schließt zurzeit Versicherungen von 100 bis 1000 Mk. gegen äußerst mäßige Beiträge, die meist monatlich am Gehalt abgezogen werden, ab. Der Beitritt kann deshalb allen Beamten re. nur wärmstens empfohlen werden. Die erforderlichen Drucksachen sind von dem Sekretariat der Kasse kostenlos zu beziehen. Unser Erbgroßherzog, der während der Ab- Wesenheit des Großherzogspaares bei seiner Tante, der Prinzessin Heinrich von Preußen, weilt, wird mit dieser am 14. April auf Schloß Heiligenberg eintreffen, um dort bei der Prinzessin Ludwig von Battenberg bis zur Rückkehr seiner Eltern zu verweilen. ** Ordensverleihung. Dem ordentlichen Professor der Staatswissenschaften an der hiesigen Landesuni- versität, Dr. iur. et Phil. Magnus Bierm/er, ist von Seiner Majestät dem Dentschen Kaiser durch Allerhöchsten Erlaß vom 24. v. Mts. der Königliche Kronen vrd en 3. Klasse verliehen worden. ** Lehrerpersonalien. Ernannt wurde der Lehrer an der Vorschule der Oberrealschule zu Worms Mill). Pohl zum Lehrer an der Oberrealichule zu Worms, unter Be lassung in der Kategorie der Voltsschullehrer, und die prob. Syrerin an der höheren Mädchenschule in Offenbach Elis. Schaub zur Lehrerin au dieser Schule, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrerinnen. Erledigt find': Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu S t o ck h e i m. Mit der Stelle ist Orgalnstendienst verbunden. Dem Fürsten zn Ysenburg und Büdingen in Büdingen steht das Präsentationsrecht zu. Zwei mit kath. Lehrerinnen zu besetzende Lehrerinstellen an der Gemeindeschule zu O b e r - M o r l e n. ** Zwei selbständige Gemeinden weniger sind in Hessen seit Anfang dieses Monats vorhanden. Aber es sind nicht etwa Orte verschwunden, sondern es wurde Kastel in Mainz und Bürgel in Offenbach eingemeindet. Mainz kommt damit auf etwa 110 000 und Offenbach au, 66 000 Einwohner. _ ** Kursus für Voltsschullehrer im la n d w. Institut. Gestern nachmittag begann unter Leitung des Professors Dr. Gisevius der 3. Kursus für Volksschullehrer, ber es ermöglichen soll, den naturwissenschaftlichen Unterricht in der Fortbildungsschule unter Berücksichtigung der Landwirtschaft zu erteilen. Es nehmen 19 Herren an dem Kursus teil, darunter 5 aus Oesterreich und einer aus dem Kreise Wetzlar. Auch Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert und Schulrat Dr. Kleinschmidt waren bei der Eröffnung anwesend. ~ , - rnhlcdeneu Kaaba her gelegenen Statten zu besuchen. GerschtsSaal. Leipzig, 8. April. TaS Reichsgeri ch t verwart beult die Revisioil des Redakteurs Hans H a r ck iv a l d von der Konias berger Volkszeitung", der wegen M a j c st ä t s b e l ci d i g un und Beleidigung des Memler Dentmalkornirees (LNumdiauleu ariikcl/ am 4. Januar zu 1 Jahr 3 Moncuen Gefängnis verurieiN worden war. Stuttgart, 8. April. Ter katholische P«arrer Pi eg er in Nuszloch (Baden) war im September v. I. niencil eines Vergehens gegen den § 175 zu drei Wochen Ge'ängnis uer« urteilt worden. Seme gegen das llvicil eingelegte Revision war damals vom Reichsgericht abgeiviesen worben. Tew Verleid,aer gelang cs, die W l e d c r a u i n a l) in c des Verfahrens durchznsehen. Tie erneute Verhandlung heule endete mit der Freisprechung Piegers. Lubwigs Hafen, 8. April. Ter Redakteur Paul K l e e f o r t h von der sozialdemokratischen „Psäl;. Post" wurde heute wegen Beleidigung von Lehrern der VZoclheschule zu 330'M Gewstraw resp. 33 Tagen Ge'äugrns verurteilt. Rottweil, 8. April. Die hiesige Strafkammer verurteilte ein fünfzehnjähriges T i e n st m ä d ch e n, das aus de,m. weh das Anwejeu >hies Tiensiherrn äuge,zündet Halle, zu etiien- I a l) r drei Monale u Gefängnis. Breslau, 8. April. Tie Strafkammer verurteilte dcu Chauffeur Christian Q u e d b ö r n c, der am 22. Oktober v. Js den Oberstleutnant v. etudiumm nut dem sUuto mobil u ber- fahren und gelötet Halle, zu drei 9)1 oiia ten Geiängms. ™ H1'11'11 "gaben die Stadt j und quälen. „Bei Viesen Verhältnissen kann es nicht Wunder c.jnh . lntlgtettsausfuhrung für nehmen, daß die Kinder mit zwölf Fahren schon nervös sind, und Garderobl.n^l20 M,., die Büfetts blasiert, neurasthenisch, an Schlaflosigkeit leiben und alle unh '^vusleuic. Vereine Kennzeichen eines schnellen Verfalles ;itr Schau tragen, und Privaten 1468 die Autogramme 101 Mk her 1. . _ .. «eitidh der Stadt • k., verschiedene Liislnuaen ^6500 - Ä,cinc TagcSchronik. . .fIcl. Mart und alljährlich zi gesicherte Beiträge ^n den Belriü»- -r..i Pimzre,-,...t '.It Hal an Den äuUhtfnuiim .nueii hi CkrhnhLtinä'j i vm B d 1 11 • hm «aubldj reiben gl richte., IN lucidum er anordnet, bub o bis. mit der BuA o.s FiMeu Bismarli gc,. dienen und zu dir wollen wir flehen, auf daß du uns sühreft den rechten Weg, den Weg derer, die deiner Gnade sich erfreuen, und nicht ben Weg derer, über welche du Zurrtest, und nicht den der Irrenden." Unberfeniibar erinnern diese Worte an die Sprache der Psalmen und der alttestamentlichen Propheten. Der Glaube an die Einheit ©ottes ist die Hauptforderung, die der Islam an feine Anhänger stellt. Außerdem fordert er den Glauben an Engel, an heilige Bucher, an Gottes Propheten, an den jüngsten Tag und an die göttliche Vorherbestimmung. Die der christlichen Anschauung entlehnte Lehre von einer Auferstehung und einem letzten jüngsten Gericht ist in der Phantasie- und poesiereichen Sprache des Morgenlandes aus geschmuckt. Das Paradies und seine Freuden werden in den glänzendsten sinnlichen Farben geschildert. Bon den sittlichen Forderungen, die das Christentum an seine Bekenner stellt, ist im Islam kaum die Rede, denn selbst das Almosengeben, das zu den religiösen Pflichien gehört, die er auserlegt, wird zu einer Sache des Verdienstes gemacht, durch die man sich die Belohnung im Jenseits sichert, und ist ihm nicht cjic Erweisung erbarmender Liebe. Im übrigen betätigt sich die Religion des Islams lediglick in äußeren Hebungen. Häufige Waschungen mit umständlichem Zeremoniell werden vorgeschrieben und fünf tägliche Gebete, bei denen der Gläubige Den Blick in der Richtung nach Metta wendet, die ihm durch die Minarette oder Gebetstürme angedeutet wird. Von diesen herab wird die Zeit verkündet, in der das Gebet zu verrichteu ist. Au Stelle des jüdischen Sabbats und des christlichen Sonntags ist im Islam der Freitag als heiliger Tag getreten, an öent in den Moscheen gebetet und gepredigt wird. Neben dem Gebet wird das Fasten ais religio.e Pflicht eingeschärft. Em ganzer Monat, der Ramadan, ist ihm gewidmet. Aber es ist dem Moslem, wenigstens dein wohlhabenden, nicht schwer, sich mit diesem Gebot abzufiudeii. Das wirkliche Fasten beschränkt sicksi nur auf den Tag; nach Sonnenuntergang ist jede Schwelgerei gestattet. Zu einem besonders mir l ja men Mittel, s ie Bekenner des Islams mit einem stark ausgeprägten Gefühl der Gemeinschaft und der Zusammengehörigkeit zu erfüllen, dient die Vorschrift, die es jedem erwachsenen Moslem zur Pflicht macht, wenig-- steus einmal m seinem Leben eine Pttg- fahrt n. m Metta ju machen. Er bestellt sein Haus iiud macht im aewaud den weiten Weg, nm in der ©tein zu küssen, oder nundestem- ?> ** Kriegerkameradschaft Hassi a. Dem soeben erschienenen Jahresberichte 1907 en. nehmen wir, daß 8 Vereine mit 342 aktiven und 15 passiven Mitgliedern dem Verband beigetrelen sind. Danach zahlt dieser 932 Vereine <..± -r in it insgesamt 65 738 Mitgliedern. Wertpapiere e.inschließ- '"ck der orau des verletzten em Verhältnis ge- lich Bargeld, also Gesamtvermögen, besaß die .Hassia Enöe ' Z" -oerltn stürzten ein Portier und seine Frau 1906_ in der Verbandskasse und sämtlichen Stiftungen hufolge eines verhängnisvollen ZnsalleS diirch die offene sfahr« 219 780.02 Ml'. Ende 190 i 2-1 796.71 Mk. Tie Vereine üuhltür in die Tiefe. Beide waren tot. — Im Host he ater öcr Hafsia hatten Ende 1907 cm Kapiralvermögeii von zu Niünchen löste fick) bei der Judith-Aufführung m dem 570009 Ml., Ende 1905 betrug cs 552 060 Mk. Die Sterbe- Parterregarderobenraume zwischen Hoftheater und Residenz« ms)e findet noch nicht die notige Unterstützung aller Vereine, thcater ein großes Stück des Plafonds ab und stürzte zr ^"schm wurde» nicht verletzt - In. Empire. reicht, bis Mitte Januar 1908 war die halbe Million voll LtL 11 0n eL Vorstadt Eroybon fiel be. und dabei hatten erst 165 Vereine von der Sterbe lasse Ge- Weise zu «!?nrgers. eiuzuleitcu, weil Dem iDeaiijicrenbcn Blick erledigeu. Nach längerer klnterhaltung sprach der Vor-1 < ™teu c?‘lc solche überhaupt nicht nötig erscheint, |"on- lragende noch über Den „Hess. Kameradund über die auch das Familienleben gefährdet, den Manu zu- Sterbetaffe der Hasfia. Ter Vorsitzende dankte am Schlüsse h-'chsietzi und alle dessen Rechte au, die Mitwirkung an der dem Redner. ' Kmdesliebe und Kindeserziehnug als Uebergriffe betrachtet. x Alsfeld, 8. April. Heute vormittag fand die "Das. Kind wird, anstatt die Eltern enger miteinander zu öffentliche Schlußfeier des 36. Schuljahre- nuferer land- ?erklinpsen, zur iin,chuldigcn Ursache einer wachseudeu Eiü- w ir tschaf11 ichen Winter s ch u t e statt An Die am lvemdung." Anna Rogers beklagt es bitter, daß die ameri- Vormittag vorgenommeiicn Prüfungen schloß fiel) am Nach-1 .!tteu ’lc^ in bcr Regel damit zufrieden geben, mittag eilt gemütliches Zusammensein m.t Vorträgen unb |ÖIC . 1}llt Kinder uiigebildetcn Kiudermädchen an- Gesangsansfnhrnngeii der Schüler au, das unter dem Keimen ^vertrauen, anstatt wie in England zu diesem Amte Wohldes Abschieds von dem bisherigen Vorsteher Der Schule "äogene Gouvernanten auszuwähleil. Die dem aufkeimenDen Ockonomierat Leithiger, ftanD. An der Anstalt unter- ^^^"kenleben der Kleinen zugleich Richtung und Maßstab richteten im ganzen 9 Lehrkräfte, darunter 3 Landwirt- £önueiL '-Dann würde es uns erspart, solche Schau- schaftslehrer, ein Kulturtcch.titer unb ein Obstbautechniker .5^ erleben, wie ich cs kürzlich sehen konnte; , ei" Die Schülerzahl betrug in Der oberen Abteilung 23 unb iii 9ef[cibetes amerikanisches Kino von kauin fcms bcr unteren 24. Von Den Schülern waren 30 ans Dem tireis P- )reu marschiert selbstbewußt in Den riesigen Speisasaal Alsfeld, 7 aus dem Kreis Lautervach, 5 aus dem Kreis Ürosten Hotels, das eS schon mehrfach in Begleitung der Schotten, 1 aus dem Kreis Gießen unb 4 aus dem ÄreiS r :tlLbefllcOt hat, und bestellt sich gefüllte Krapfen und Ziegenhain. vpjv Eiscreme „znm Mittagessen". Solche Vorfälle find Groß-Felda, 8. April. Dem bckannteii Sattler- 2{nna Rogers ein Zeichen dafür, wie eine Erziehung, meister Louis Völzmg ist es durch fein unermüdlichesV ?orichtcr Vcrlennung ihr Ziel in der Ausbildung Streben gelungen, auch auf dem Gebiete der Sbbaiene eine - ? Selbstgefühls und des Unabhüngigkeitszugcs das zarte wertvolle Erfindung zum Nutzen der Menschheit iuPei!!ere ^"uenlebeu des Kindes mit Gewalt ersticken macht machen. Es ist dies eine Sprungfeder-Matratze Gemüt gegen Die Wirkungen zurückhaltender Scham die sich in jede beliebige Lage verstellen läßt unb sich qaiu w "bhärtet. Dazu kommt, daß btc Mütter in vorzüglich für Kranke unb Wöchncrinneii eignet, benen ihr I -eriEa il}rc ^inen Kinder nicht zn niiterhaltcn wissen, sie Lager öfters unbehaglicy ist. Durch einen cinfncijeu ©rifi üeL,tcl)en C£5 vichü die eigene Phantasie Der Kleinen am am Kopspolster können sich dieselben selbst eine bequeme schöpferisch sich eiltsatten zu lassen; alle LpiCl- Lage verschaffen. Wir wünschen dem Ersindcr, ber feine äe-9e tra9cn einen ansgesproMcncn künstlichen unD mecha- Idee bereits beim taifcrl. Patentamt angemeldet bat den Stichen Charakter, mit kleinen Zirkussen, Hippodromen, Auto- besten Erfolg. ‘ ' mobilen und kostbaren Puppen, für Die Rlescnpreisc bezahlt sc. Mainz, 8. April. Auf dem hiesigen Friedhöfe roitb lDevben' wird die Phantasie des Kindes überflüssig gemacht demnächst aus süidtische Kosten ein Grabdenkmal für die ""d verkümmert. Im Kiiiematographeii zeigt man den mit dort begraben liegenden österreichischen Soldaten er- fiebernden Blicken dasitzenden Kindern Szenen aus dem richtet werben. Tas Veterancndenlmal soll restauriert werden, russischen Kriege, aus großen Brandkatastrophen und aus ~ öu cnuarteiwe Umlagenerhöhung beträgt etwa! anderen seusaiionellen Ereignissen, und ein bitteres Ge- o -Prozent. I fühl beschleicht den Zeugen solch wunderlicher Erziehnngs Worms, 8. April. In unserer Stadt wurde am methode, wenn er dann vor lolchen Bildern die Hellen vergangenen Samstag ein sogenannter Kinder hilss tag Dünnen Kinderstimmen hört, die aufgeregt und neugierig ?8ßÄ einbX t&JS -—.biefc L°n?ch°n sich morden ammluugeu 3052 Mt., o fdjntüdt werbe und baü die Ausstellung bcr Büste alsbald nach dcr zehnten Wiederkehr des Todestages des Fürsten erfolgen, ^^^Jn Berlin ist wieder einmal ein grauenhafter Mord, der in der Art seiner Ausührung an den jüngsten ftranenmorb in Schöneberg lebhaft erinnert, endeckr worden. Am Tiergarten-User Murde in graue Sackleinwand gehüllt die in beslialnchcr Weise ■eriiiicfelie Leiche eines 12 dis 14jährigen Knaben gesunden. Hände und Beine fehlten, ebenso die Geschlechtsteile. Tie Leiche war bis -ur IlnkeniUllchkeit v e r st ü m m c I t. Tie Kriminalpolizei setzt auf >ie Ergreifung des Täters 3000 Mark Belohnung aus. Tie Cb= öuftion ergab den Tod durch Erstickung; der Knabe ist also -rdrosselt niib dann zerstückelt worden. Der Mord ist nach ärztlichenr Lntacluen wahrscheinlich am Dienstag abend geschehen. Tie feierliche Eil,weihung der H o h k ö n , g s b u r g, die auf Kosten des Reiches und Eljas;-Lolhringens von Bodo Ebhard refianviert wurde, findet anr 13 Aiai statt. Nach dem Di ü n ch e n e r Erpresser wird noch immer ge- iahndet. Reuerdrngs richtet sich der Verdacht gegen einen Liiho- rraphen. Seinen Verletzungen erlag der Möbelhändler Siegmrmd Vern- lein in Berlin, der anr Sonntag vor 14 Tagen in (einem Geschäft überfallen und schwer verwimdet ivurde. — In Berlin ist wieder •in geniemge'ährlicher Erpresser festgenommen worden, der als 3. Sanders für Berliner Tageszeitungen tätig geivesen au sein -ehauplel und wochenlang em verbrecherisches Wesen trieb. S., der Zuhälter mehrerer Prosntuierlen >var und hierdurch Seine« Lebens- micrhall bestritt, beiiutzle die Adressen derjenigen Männer, die mit 5en Mädchen in Beziehungen getrc'en waren, um unter den unge- enerlichsten Beschltldigimgeii, deren Richtigkeit er aiigeblich durch Zeugen belvetjcn konnte, Geldsummen zu erpressen. Im Schrezhetmer Walde (Schivaben) überraschten ^vei Bauern den 16jährigen Lehrling Müller, als er den 15jährigen 88 als Assiueiit an die Gießener medizinische Klinik unter Geheimrat Riegel. Im eommer 1901 erhielt er die veuia legendi an der Gießener Universität. 1906 kam er an das Doitmunder KrankenhaiiS. In Parts ist bei Pro'eßor dcr Chirurgie Terrier im Alter von 71 Jahren gestorben. handel. — Fiskus contra i u c r n i a. In der Anfechtungsklage des Fiskus gegen die Generaiversammlungsbeichtü,se der Htberuia vom Dezcuwer 190J ist gestern das Enourtcil des Reichsg ria,ts ergangen. Cs lautete am Abweisung der ,ur unbegründet eriLticu Klage. T^e F. Z. weist darauf hin, daß das Reichsgrrmit d-emnach die Cncicheiüungen der beioen Bormstanzcn bciungt, die giüchmi-s gegcn^deu Fistus lauteten., Die angefochtenen Be.chtüste, insbesondere auch die Schaffung dcr 10 HJuil. Ack. Borzugsartien uuo deren Begebung an die p.rnaattichungsseiitdliche Atajorstät sind also nunmehr rechtsgültig. Märkte. ke. Frankfurt a. 9)i., y. uipnl. (Telegc. Ocig.-Benchl des „Gieß. Anz.".) ^linlliche Siotierungen der heutigen P i e h m a r 11- preise. Zum Verkaufe standen: 20 Ochsen, 0 aus Oesterreich 1 Bulle, 0 aus Oesterreich, 63 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 1072 Kälber, 109 Schale und Härninel, 1180 Sd>iveme, 0 Ziegen, lu7 Ziegenlämmer, 85 Schastämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgeivicht: Ochsen: 1 Qualität 77—80 Ml., 2. Qualität 70—12 Mk., 3. Qualität 60—62 Alk.: Bullen: 1. Qual. 63—65, 2. Qual. 57—5»; Kühe 1. Qualität 66-68 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk., 3. Qual. 44—46 Alk., 4. Qual. 00-00 Mk., Inheiden, den 8. April 1908. 2355 8 Kriegerkameradscbaft ßieCßsi int Alter von 4 Monaten. 02935 J : | I Gießen, den 8. April 1908. 02933 in Im Namen der Hintetbliebenen: Otto ReilZj Bürgermeister. UM Heute morgen V26 Uhr verschied sanft nach kurzem Krankiem unser liebes Söhnchen Die trauernden Hinterbliebenen: Philipp Hof u. Frau. Gießen lWollengasse 271, den 9. April 1908. Die Beerdigung findet Samstag, den 11. April 1908, nachmittags 4 Uhr, statt. Heute morgen verschied plötzlich unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder und Schwager, Herr Alt-Bürgermeister Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Herrn. HubSitz. Königl. Lokomotivführer i. P. Erstklaff. Fahrräder u. Zube- hört. lief.billigst, a.a. Teilz. Bertr. get. Katalog gr. Hane! Cromc & E'o., Einbeck9r. (b-J/a) Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Anteilnahme, die uns bei dem Heimgänge meiner unvergeßlichen Gattin, unserer treuen und fürsorgenden Mutter, Schwiegermutter und Großmutter zu leit geworden finb, sowie für bie zahlreichen Blumenspenden, sagen wir hiermit unseren tiefgefühltesten Dank. 185S—1908. Heute Nacht verschied unser lieber Altersgenosse Konrad Zintel. Die Beerdigung findet am Freitag, den 10. April, nachmittags 3 Uhr, statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 2358 Ter Vorstand. Johannes Ludwig Reitz im 75. Lebensjahre. •' 1 - ' • • ■ Die Beerdigung findet Freitag, den 10. April, nachmittags 3Uhr statt. ' Bon dem Hinscheidcn unseres Mit- M v gliedes und Kameraden p .tztunich (Oskar) MüUcr, flurfujiil; M setzen wir die Kameraden geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet Freitag, 10. d. Mts., nachm.2Uhr k- :;I von der Ltapelle des neuen Friedhofes aus statt. v°/4 h?. Zusammentunst B Stunde vorher am Friedhofsportale. W Freie Omnibusfahrt IV2 Uhr ab Marrtplatz. Ter Vorstand Ix ! ............ 111 ” |Rä hh1915 ter Kaik a- Schaumbers, Marburg. Telephon 262. Empfehle von Rotz- und Schweinefleisch Cervelatwurst Mettwurst Fleischwurst hochfeiner Ware 2357 W. üessSer, Neuenweg 33. 5. Qual, uo—00 Mk. Kälber 1. Qual. 92—94 Pfg., Lebendgewicht 54—56 Pfg., 2. Qualität 76—86 Pfg., Lebendgewich! 45 - 50 Psg., Schlachtgew 60—65 Psg.: Schafe: l. Qual. Schlachtgew. 80 bis 82 Pfg., 2. Qual. 72—74 Psg. Schweine: 1. Qual. 59—(0 Pf., Lebendgewicht 46,5—00 Pf., 2. Qual. 58—00 Pf., Lebendgewicht 45,5-00 Pfg., 3. Qual. 50—00 Pig., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, fein Ueberstand, bei Kleinvieh gut, Ueberstand unbedeutend. § Gedern, 7. April. Ter heutige S ch w ei n e m a r kl iOstermarki) war gut bcmbieu, die Preise ziemlich hoch. Ernleg- schweine wurden durchschnittlich mit 80—90 Mk., Ferkel mit 45 bis 50 Alf. das Paar bezahlt. Fette Schweine waren nicht aus- getrieben. Limburg a. d. Lahn, 8.April. Fruchtmarkt. Durchs schnittspreiS pro Malter. Roter Weizen (nah'muidiex) 17,12 Alk., weißer Weizen 00,00 Aik., Korn 14,28 Mk., Gerste 11,10 Alk., Haier 8.04 Alk., Erbsen 0,00 Alk., Kartoffeln 6,00 Mk. Gietzcncr Wetterdienst. Boi anssichtliche Witterung für Hesjen am Freitag den 10. April: Heiter und trocken. Temperatur tute heute. Lebhafte östliche Winde. OrrgiunL-DrahtureLSurrgen. Berlin, 9. April. Zn dem emsc.Bchm Leichen- funde im Tiergarten ist noch zu berichten, dasi es mit Hilfe von Polizcthnneen g l 1113.1: i,t, n. h gestcr.: abend bie noch fehlenden Leichenteile zn finden. Tie Leichentcile waren in em roies Tnch und eine bian karmrle ischürze eingewictelt. Anch an reu neu 'gefundenen Leichrnleilen fanoen sich die zaaigen Schnitte vor. Von den Leuten, die sich bei der Polizei meldeten, erkannte bisher niemand den to.cn Knaben. Paris, 9. April. Wi aus Mukden gemeldet wird, sollen dort Japaner das amerikanische General- Konsulat a 11 g e 3 c 11 । e u haben. Bis war es indessen noch nicht möglich, Li.ijuJj.i.en baräoer zu erfahren. Lissabon, 9. April. Das Blatt „Globo" versichert aufs neue, der G e s u n 0 h e i t s u a n d oes Königs M a - nuel lasse trotz amtlich.r geg^n.eiliger Behauptung viel zu wünschen übrig. Der junge König habe s.ch i.nmer noch nicht von dem Rcroenanfall erholt, den er beim Konigsmord erlitt. Petersburg, 9. April. In einem hiesigen exklusiven adligen Klub hat ein General zwei hohe Würdenträger als Falschspieler entlarvt. Drucksachen aber Art liefert in jeder gewünschten ftua- Stattung stilrein und preiswert die ßrühl'sche Umversitäts - Druckerei. Schulst/ 7 Kai Limbaeb. Anmeldungen neuer Schüler werden Samstag, den 25. April, vorniittaus von 9—12 8 hr im Amts- ziuuner des Direktors entg-eyenpenominen. Dabei sind vorzulegen: Gebui-tsschein, Impfschein, Abgangszeugnis der zuletzt besuchten fechule. Aufnahmeprüfung: Montag, den 27. April, vormittags 8 KJhr. Laubach, den 6. April 1908. Grossherzogliche Gymnasialdirektion. hv8/« D r. M ü 11 e r. 2279 i JPhil. Gebhard Schanzenstr. 18 Ttonfirmation Bringe mein grosses "WeiZLlecffei' in empfehlende Erinnerung frische Siedwarc 10 Stüct 60 Psg. L37Ö 1. stehiiDätser. (Flüssige Guajacol-Somatose) Erhältlich in Originalflaschcn ä Mk. 3 — in allen Apotheken. ss”/3 Lebendfrische Schellfische ausgesucht, allcrsemste Ware sind heule eutgetrofsen bei üeorg Waileniels nur Marktplatz 21, Qcnenübcr der Engetapothekc. Fernsprecher 46. |259 Farbenfabriken mm. Friedr. 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