Nr. 289 Drittes Blatt 158. Jahrgang Dienstag, 8. Dezember 1908 Erscheint töglich mti Ausnahme des Sonntag». Die „Stehener Lamilienblätter- werden dem „Anzeiger* otcrmol wöchentlich bergelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchemlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erschemen monatlich -wennal. Gießener Anzeiger General-Mzeiger für Oberheßen Rotationsdruck und Verlag der vrü Kistchen Unu>erfität5 • Sud)« und 6tetnömcfcteU R. Lange, Dreßen. Redaktion, Exoeditton und Druckerei: Schul» ftrafec 7. ExpebrNon und Verlag: es® 51. Redaktion: 112. Tell-Adru AnzeigerGreßen» Deutscher Reichstag. 178. Sitzung, Montag, den 7. Dezember. Dm Tische des Bundesrats: Fürst Bülow, von Bcth- mann.Holzweg, Dr. Sykow, Kraeike, Dr. Nie- berding, Dcrnburg, Twelc, von Loebell. Haus und Tribünen sind gut besetzt. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Minuten. RcchtSschutzkonvention mit Oesterreich-Ungarn. Sei der ersten Beratung der Uebereinkommen mit Oesterreich und mit Ungarn über den gegenseitigen gcwerb. lichen Rechtsschutz stellt Dbg. Dr. Iunck (Natl.) fest, daß der Vertrag leider keine Bestimmung enthält über den AuSführungLzwang von Erfindungen im In- Ian de. Hoffentlich ist die Regierung bemüht, derartige Vereinbarungen mit anderen Ländern zu treffen, wie bereits mit Italien und der Schweiz. Besonders frithtf) ist ja, die Frage des AuSführungSzwangeö augenblicklich gegenüber England. Wir behalten uns vor, auf diele Frage beim Etat deS Patentamts zurückzukommen, da sie unbedingt eine generelle Regelung erheischt. DaS Uebereinkommen wird in erster und zweiter Beratung erledigt. Die erste Lesung des Etats und der Besoldungsvorlage. (Zweiter Tag.) Dbg. Graf Kanitz (Kons.): Sei den neuen Steuervorlag en muß selbst dem geduldig st en Steuerzahler die Galle über, laufen (Heitere Zustimmung.) Nur beim Militäretat macht sich die Sparsamkeit geltend. Die Ausgaben siir die Marine sind in den letzten Jahren um das achtsame gestiegen. (Hört! hört! rechts.) Bei aller Sympathie für die F'."tke ist mir doch zweifelhaft, ob diese Ausgaben im richtigen Verhältnis zur Steuer, kraft des deutschen Volkes stehen. Neben unserem Heer auch noch die zweitgrößte Flotte zu unterhalten, gebi über unsere Kraft. (Sehr wahr! rechts.) Hoffentlich macht die Budgetkommission beim Marine-Etat einige Abstriche. Die Lustschisse sind die Torpedoboote des Landheeres; geht die Entwicklung ßv weiter, so wird diejenige Nation Siegerin bleiben, die das am besten konstruierte Luftschiff besitzt. Deshalb hätte man die Konstruktion unserer Luftschiffe nicht so in allen Einzelheiten veröffentlichen sollen, daß sie uns jeder nachmachen kann. Der Redner polemisiert gegen die zollseindliche Haltung oer Sozialdemotratie unter Berufung auf Schippe! und Ealwer. (Von den Sozialdemokraten ist während feiner Rede kein einziges Mitglied im Saale.) Dann spricht der Redner über die Syndikatspolitik und er- sucht die Regierung, ihre Ausschreitungen zu verhindern, die billigen Auslandsverkäufe und Produktionscinschränkungen. Unter Bezugnahme aus das Mühlensyndikat empfiehlt er die M ü h l e n u m s a tz st e u e r , die der Zustimmung der großen Mehrheit des Reichstags sicher sei. (Beifall rechts.) Beim Post- etat sollte nach den Gampschen Vorschlägen für Erhöhung der Einnahmen und Beschränkung der Ausgaben gesorgt werden; Herr v. Gamp als Vorsitzender der Budgetkommiision wird hoffentlich für Abstriche sorgen. Warum kann das Reich sich nicht einen eigenen Betrieosfonds schaffen durch Verstärkung der Silberausprägung? Der Abschluß des Vertrages mit Portugal wird hoffentlich bald auch Spanien von seiner Ab- sperrungSpolitik abbringen. Bedauerlich ist es, daß die Vorhand, jungen mit den Vereinigten Staaten nicht vorwärts kommen. Die Neuerungen auf dem Balkan bedeuten keine große Umwälzung; m der Hauptsache ist es ja der Sratusquo des Ber- Iiner Vertrags Um die englische Politik und Armeever- stärkung uns zu kümmern, haben wir keinen, Anlaß. WaS Marokko anlangt, so wird man die Ergebnisse des Schiedsgerichtes abwarten müssen. Erst am 1. Ma, soll es zusammentreten; vor Juli oder August wird die Easablanca-Assäre nicht abge- schlosien fein. Die schärfste Mißbilligung muß ausgesprochen werden gegen die Art der Kritik Scheidemanns. Durch seine Maßlosigkeit hat er ja seinen Angriffen die Spitze abgebrochen (Sehr wahr!); aber bezüglich Marokkos hat er sich auch in Widerspruch gesetzt mit Bebel, der seinerzeit das Engagement der Franzosen in Marokko als großen Vorteil für uns, bezeichnet hat. Herr Scheidemann möge sich also erst mit Herrn Bebel verständigen, ehe er dem Auswärtigen Amt ferne freundlichen Ratschläge erteilt. (Sehr gut!) Wenn die politische Situation — und darüber find wir wohl alle einig — keine erfreuliche ist, wenn wir alle wis,en, daß wir im Kriegsfall auf unsere eigene Kraft angewiesen sind, so sollten wir es vor allem vermeiden, Zwist und Hader im Innern dem AuSlande ein uns unerfreuliches Bild zu geben. (Sehr wahr!) Gott sei Dank steht ja in allen Fragen der Auswärtigen Politik das deutsche Volk in seiner ungeheuren Mehrheit geschlossen hinter unserer Regierung und Yin- ler dem Reichstag, und dieses Vertrauen wollen wir uns nutzt schmälern lassen. In diesem Vertrauen liegt unsere Stärke. (Beifall.) Abg. Dr. Wicmer (Fr. Vp.): Die schuh^öllnerische Teuerungspolitik, die allgemeine Teuerung ift leider rauhe Wirklichkeit. Jetzt in der Krisis machen sich ihre bösen Folgen doppelt bemerkbar. Ohne die Verteuerung aller notwendigen Lebensmittel wäre die Reichsfinanzreform sehr viel leichter zu erreichen. (Sehr wahr! links.) Ter Schatzsekretär mahnt unter Hinweis auf d i e schlechte Konjunktur zur Sparsamkeit bei den Beamtenaufbeffernngen, aber diese haben dafür auch unter der Teuerung in den Jahren, der Hochkonjunktur mehr gelitten als die anderen Berufe. (Vielfache Zustimmung.) Die Beamten müffen eine ausreichende Aufbesserung erfahren, soll der ganze Beamte napparat in guter Tätigkeit bleiben. Mehrfach haben in den letzten Wochen Reichstagsabgeordnete in Beamtenversammlungen Ansprachen gc» Helten Die Information über die Wünsche der Beamten ift be. redjiigt, ober nicht zu billigen wäre ein Wettlauf um d i e Gun st. (Allseitiger Beifall.) Besonders denke ich da an die Aeußerung eines Mitgliedes der Zentrumspartei, was seine Partei für die betreffende Beamtenkategorie alles getan und daß sie sogar einen solchen Beamten in die Fraktion aufgenommen habe. Das geht über den Rahmen hinaus, der im Jntereffe der Würde der Volksvertretung gezogen werden muß. (Lebhafter Beifall bei den Blockparteien.) Solche Versicherungen des Wohlwollens sind billig, zumal von ein-r Seite, die selbst durch den Zolltari, zur Verteuerung der Lebenshaltung beigetragen hat. (Sehr richtig! links.) Jedenfalls hoffen wir, daß für die Reichsbeamten endlich etwas herauskommt. (Beifall.) Bedenken haben wir gegen die Neuregelung des Wohnungsgeldnrsckuffes. Der Staatssekretär bat selbst zugestehen müssen, daß über 290 £ rte in eine niedrigere Steuerklasse gekommen sind. Die Aufstellung ist uns zu schematisch. Die gleichmäßige Behandlung der Verheirateten und Junggesellen billigen wir. Gleiche Leistungen, gleiche Gehaltssätze. Die Gilde der Hagestolze ist zudem unter der Beamtenschaft nur schwach vertreten. Diesmal hat die Dudgetkommission besonders schwere Arbeit wegen der ständigen Fühlung mit der Steuerkommission Sparsamkeit ist leichter gesagt a!s geübt. Trotz aller Versuche zu sparen, ist der neue Etat um 90 Millionen höher als der letzte. Lieder als das Entgegenkommen der Militärverwaltung bei ben einmaligen Ausgaben wäre e3 uns bei den fortdauernden gewesen, und wir fürchten, daß nach Verabschiedung ber Finanzreform die Militärverwaltung mit den allen Forderungen auf dem Plan erscheinen wird. Gerade bei den fortdauernden Ausgaben sind viele Abstriche möglich. Die Budgetkommission wird den Etat gehörig unter die Lupe nehmen müffen: denken Sie nur nn das Pensio- nierungSweftr.. Das DergebunaSwesen steckt noch voller Mißstände. Durch bureaukratische Anordnungen halt man bic Interessenten geradezu davon ab, sich an den Ausschreibungen zu beteiligen. Man gewinnt den Eindruck, daß die ganze öffentliche Ausschreibung nur eine Formalität ist und die Lieferanten schon vorher bestimmt sind. Die zweijährige Dienstzeit für berittene Truppen halten wir nicht für .unmog- lich. Geändert muß die Stellung des M i l i t ä r k a b i n e t t 4 werden. «Sehr richtig! links.) Hoffentlich ist der neue Ches, der über das Schicksal von 25 000 Offizieren zu entscheiden hat, der geeignete Mann: von starkem Charakter, Verantwortlichkcits- gefühl, Sachkunde und Ardeitskrasi Aber die Hauptsache, daß das Amt nickt e«n Ho samt ist (Sehr richtig' linlS), kein Organ des persönlichen Regimes, sondern dem KriegSmmister unterstellt. DaS Kiegsministerium hat heute nur reine Verwaltungs- befuanisse, in allen Kommandoangele^enheiien hat es nichts zu sagen. Daher seine Machtlosigkeit, daher Unstimmigkeiten und Mißgriffe, wie z. B. auch die Neber griffe militari- scher Behörden in das bürgerliche Leben der Reiervcosfi- ziere und Aspiranten. Wir haben nichts gegen die Kriegerver- eine, wenn sie sich von Politik fernhalten, aber wir halten leben Zwang auf Reserveoffiziere, ihnen beizutreten, für völlig verwerflich. (Sehr wahr! links.) Die Anregung BanermannS bei der Auswahl der Offiziere für die Bezirkskommandos recht vor- sichtig zu sein, kann >Ä nur kräftig unterstützen. — Der Marineetat halt sich im Rahmen deS Flottengesetzes. Auch ich moasie jetzt nicht einer Acnderung des Flottenprogramms das Wort reden; aber wenn die Technik uns dazu drängt, schreaen wir auch vor einer Aendekung nicht zurück ohne zu furchten, baß uns das Ausland das als Schwäne ausäegen könnte. Was Deuych- land an Rüstung braucht, kann eS sich nicht durch Mehrheitsbeschlüsse irgendwelcher Mächte vorschrelben lassen. Aber etwa-, ganz Anderes sind doch Vereinbarungen mit einer bqtimmtcn Macht über den Ausbau der beiderseitigen Rüstung. -weshalb wäre eS uns sehr interessant zu erfahren, ob von enalischer.toeite Vorschläge in dieser Richtung gemacht und aus welchen Gründen sie zurückgewiesen worden sind. (Sehr gut! bei den ü'reii ) Auch wir meinen, daß w i r England n t ch t n a ch - laufen sollen; aber die Vorgänge im englischen Oberhaus sind doch bezeichnend für die Stimmung jenseits des Kanals. Der G e d a n k e e i n e r d e u t s ch en Invasion ist so ab- s u r d , daß es sich nicht verlohnt darauf Wecker einzugehen. Wir bedauern, daß die redlichen Bemühungen, bic Mißverständnisse zwischen uns und England zu beseitigen, aufs neue beeinträchtigt sind. (Beifall.) . Die kolonialen Zuschüsse gehen er treulich zurück. Bezüglich der Diamanten aber sage ich: ab- warten. (Sehr richtig!) Ob bie Forderung von 5000 Mk. für die Anlage von vier öffentlichen Aborten in Kamerun von Spar- samkeit zeugt, möchte ich bezweifeln. (Heiterkeit.) 1250 Mk. rur jede dieser werbenden Anlagen sind em bißchen viel. (Große Heiterkeft.) Tie Ausgaben des Postetats stehen in keinem Verhältnis zu den Einnahmen., Einer Erhöhung der Fernsprechgebühren müßten wir auf da? entschiedenste widersprechen. Im Etat des Reichsamt des Inneren findet sich ein Posten von 400 000 Mk. für die Brüsseler Weltausstellung. In den Kreisen der deutschen Industrie, und des deutschen Handels herrscht aber eine gewiße A u s st e l - lungSmüdigkeit. — Auch wir erheben Klage über die Handhabung des Vereinsgesetzes. Rament- lich im Osten sind vielfache Verstöße gegen Sinn und Geist des Gesetzes vorgekommen. (Sehr wahr! links.) Bei den preußischen Landtagswahlen haben wir traurige Erfahrungen mit einem kleinlichen Polizeigeist gemacht. Eine geflissentliche Täuschung unserer Freunoe fiat Göthe:n dem -Staatssekretär nicht verwerfen wollen. Nach der ganzen Vorgeschichte des Kompromisses ist es richtig, daß den polnischen Arbeiterorganisationen des Ruhrreviers der Gebrauch der fremben Sprache. in öffentlichen Versammlungen nicht gestattet werden sollte, sofern er die Mehr vom deutschen Vaterlande erleichtern, oder Bestrebungen fördern könnte, die dem Deutschen Reiche feindlich sind. (Hört! hört! rechts.) Aber erst die mißbräuchliche Anwendung der Sprachenfreiheit würde das Verbot rechtfertigen. Wir werden auf die Frage zurückkommen und hoffen, mit dem Staatssekretär zu einer erfreulichen Verständigung zu gelangen. Die rührende Sorge be» Herrn Schcidemann um unser Wohlergehen ist uns etwas verdächtig. Wir lassen un5 von unserer Kritik nicht abhalten und werden das auch im Fall Schücking beim Kultusetat im Abgeordnetenhaus tun. Unsere Haltung im Casablanca - F a l hat Herr Baffermann gebilligt. Wir können ihm darin nicht völlig folgen. Warum hat man erst eine Entschuldigung von Frankreich verlangt? Jedenfalls billigen wir die Einsetzung des Schiedsgerichts; hätten wir schon ein allgemeines Schiedsgericht, so bätie diese wenig wichtige Eafablanca-Lache nicht erst zu dem werden können, was sie geworden ist. Tie Vorgänge auf dem Balkan verdienen die ernsteste Aufmerksamkeit. Jedoch wird in der Kommission zu prüfen fein, wie eS kam, daß Frhr. v. Marschall gerade zur kritischen Situation nicht in Konstantinopel war. Wie man sich auch zur Balkanpolitik Oesterreich-Ungarns stellen mag, unser Platz ist an der Seite Oesterreichs in guten und erst recht in schweren Tatzen. (Lebhafter Beifall.) Tis Ausschreitungen in Prag sind im hohen Grade bedauerlich und unwürdig eines Kulturstaates. (Erneuter Beifall.) Gestern haben die Berliner Stu den - t e n gegen die tschechischen Angriffe auf deutsche Professoren und Studenten Protest erhoben, haben sie als eine ernste Gefährdung deutscher Bildung und Kultur bezeichnet. Hervorragende Hochschullehrer haben in dieser Versammlung Ansprachen gehalten. Diese Sympathieerklärung ist in vollem Maße richtig und entspricht den Empfindungen Wecker Volkskreise auch außerhalb der Studentenschaft. (Lebhafter Beisall.) Aber mit vollem Recht hat Proseffor v. Liszt in dieser Versammlung ausgesprochen, daß diese Kundgebung leine Einmischung 'n w i e innerpolitischen Verhältnisse Oesterreichs bedeutet. Eine solche Einmischung muß unsererseits vermieden werden, genau wie wir uns eine solche Einmischung verbitten toürbcn.. Das wir aber verlangen müffen, ist, daß die Vertreter des Deutschen Reichs im Auslande sich der Deutschen annehmen. (Sehr richtig!) Nun war dieser Tage eine Abordnung der deutschen Kolonie von Prag in Berlin unb hat Klage geführt über die mangelhafte Wahrnehmung der berechtigten Interessen unserer Landsleute. (Hört, hört!) Der deutsche Konsul in Prag soll nicht genügend Fühlung mit den Reichsangehörigen haben. (Hört, hört!) Inwieweit die Klage berechtigt ift, wird die Untersuchung ergeben. Jedenfalls muß aber gefordert werden, daß die deutschen Vertreter im A u s- l a n ö Die berechtigten Interessen der im Ausland lebenden Reichs« angehörigen mit allem Nachdruck vertreten. (Lebhafter Beifall.)' Das Bild, das ich gezeichnet habe, ist kein erfreuliches., Miß» Verständnisse, Enttäuschungen und Gefahren auf dem Gebiet der auswärtigen PoNtik, Feh. le r, Verstimmungen und finanzielle Sorgen im Inneren. Ich glaube nicht, wie Herr Scheidemann, an eine Katastrophe. Aber es wird aller Kraft, Besonnenheit, Opferfreudigkeit und Einmütigkeit bedürfen, um aus den Schwierigkeiten heraus- und vorwärtszukommen. Der beste Weg ist eine -volkstümliche Reform Politik, die den Forderungen der Gegenwart gerecht wird. Sie ist zugleich ein mächtiger Faktor zur Hebung des Vertrauens in die auswärtige Politik und deS Ansehei s des Deutschen Reiches im Reiche der Kulturvölker. .(Leb- Hafter Beifall links.) Reichskanzler Fürst Bülow: M. H.l Von allen Rednern aus dem Hause sind schwer • wiegende Fragen der auswärtigen Politik besprochen worden. Ich will darüber das nachstehende sagen: Die politische Lage in Europa wurde in den letzten Mo- naten von dem Umschwung in der Türkei beherrscht, lieber diesen Umschwung sind in der Presse und auch in diesem hohen Hause Ansichten geäußert worden, welche der Wirklichkeit nicht entsprechen. Der Abg. Scheidemann hat sich zu der Behaust- hmg verstiegen, daß diese Bewegung angeführt loorden wäre von Verschwörern und Schnorrern, die angeblich bei ihrem früheren Aufenthalte in Deutschland von meiner Seite eine unfreundliche Behandlung erfahren hätten. Die Führer der Bewegung waren feine Schnorrer, sondern meist Offiziere, tüchtige Offiziere, die ihre Ausbildung bei uns, in unserem Heere, erhalten haben und die an unser Heer und unser Land auf« richtige Anhänglichkeit gewahrt haben. Die Bewegung hat sich ohne Blutvergießen und unter Schonung widerstrebender Element«: vollzogen. Die Bewegung hatte Würde und hat der ganzen zivilisierten Welt Achtung und Sympathie emgeflößt. Ich habe selbst mehrere dieser Herren bei mir gesehen, die mir hohe Achtung eingeflößt haben. Sie sind feine Utopisten, und es sind Patrioten. Auch bei diesem Anlatz sind im AuSlande wieder allerlei Unwahrheiten über unsere Politik verbreitet worden. Man hat gesagt, toir wären Gegner dieser Bewegung, weil wir in guten und freundlichen Beziehungen zu dem Ancien-Regime in der Türkei standen. Tarin liegt eine völlige Verkennung der diplomatischen Gewohnheiten und des ABC aller Politik. Es kann nicht Ausgabe einer Politik sein, anderen Vorschriften über ber« fassungsmäßige Einrichtungen zu geben, sich in die inneren Verhältnisse fremder Länder einzumischen und den Schulmeister zu spielen. Wir mußten selbstverständlich mit der bestehenden Ordnung rechnen. Um ihren Rat gefragt, haben unsere Vertreter, Herr von Marschall und Herr von Tschirschkv, bei jeder Gelegenheit Reformen befürwortet; wir haben auch jetzt keinen anderen Wunsch, als die Türkei politisch und wirtschaftlich gekräftigt zu sehen. Die sollte dem auch anders fein? Wir haben ja niemals ein Stück osmanischen Bodens an uns gerissen oder beansprucht. Wir haben das nicht ans Moral getan ober aus Genügsamkeit, sondern weil unsere geographische Lage keine Veranlaffung dazu gab. (Große Heiterkeit.) Um so aufrichtiger ist aber unser Wunsch, daß die Türkei innerlich stark und gesund bleibe. Wenn auch, wie Graf Kanitz richtig dargelegt hat, die Türkei durch die Annexion Bosniens und der Herzegowina keinen tatsächlichen Verlust erlitten, durch d:e Räumung des Sanchchaas Novibazar sogar etwas gewonnen hat, und wenn auch ferner die Selbständigkeitserklärung Bulgariens für die Türkei wenigstens keinen wirklichen Gebietsverlust bedeutet, so haben doch diese Ereignisse ans der Baifanhalbinsel eine lebhafte Bewegung her- borgerufen und durch die damit verbundenen Aenderungen des Berliner Vertrages die europäische Diplomatie vor eine schwierige Ausgabe gestellt. Bei der Wahrung der deutschen Jntereffen waren wir von vornherein über zwei Punkte klar; erstens, daß wir bei dem diplomatischen Spiel anderen Mächten Vorhand lassen müssen. Ich bestreite nicht, daß anders, als zur Zeit des Fürsten Bismarck, Deutschland heute erhebliche wirtschaft- liche Jntereffen auf der Balkanhalbinsel besitzt, aber auch heute haben wir ebenso wenig, wie bei der letzten akuten orientalischen Krisis vor einem Menschenalter uns für andere bei der Regelung der politischen Neubildung näher interessierte Mächte in eine führende Stellung drängen lassen. Ter zweite Punkt, über den ich nicht einen Augenblick zweifelhaft war, war die Treue zu dem uns verbündeten Oesterreich-Ungarn. (Bravo!) M. H. Wir sind von der Absicht der österreichisch-ungarischen Regierung, die Okkupation in eine Annektion zu verwandeln, ungefähr gleichzeitig mit Italien und Rußland in Kenntnis gesetzt worden. Ueber den Zeitpunkt und die Form der Annektion war uns vorher Näheres nicht bekannt. (Hört, hört! links.) Ich denke nicht daran, dem Wiener Kabinett das übel zu nehmen, offen gestanden, ich bin ihm sogar dankbar dafür. (Heiterkeit.) Gewiß, m. H., ich bin ihm dankbar dafür. Die österreichisch-ungarische Monarchie kann und muß selbständig entscheiden, welche Fragen für sie Lebensfragen sind und Ivie sie solche Fragen behandeln will. Selbstverständlich hatten wir das Recht und die Pflicht, uns zu fragen, wie weit wir für das spezielle Interesse unseres Verbündeten eintreten wollten. Wir haben nicht einen Augeckblick gezögert, sicht nur nicht- zu tun, tnal den österreichischer, Jntereffer» Hinderlich gewesen Ware, sondern HLben diese Interessen nach Mög- lichkcit unterstützt. Daß wir nicht gezögert haben, diese Haltung einzunehmen, betone ich ganz besonders gegenüber dem Abg. Speck. Zu meinem Erstaunen und zu meinem Bedauern hat Abg. Speck vorgestern behauptet, daß wir erst sehr spät und erst nach längerem Zögern unseren Platz an der Seite Lesterreich-Ungarns eingenommen hätten. Wenn ich dem Abg. Speck Einblick in die Akten gewähren würde, in meine Instruktionen und in meine Erlasse, würde er gewiß zugeben, daß dieser Dorwurf unbegründet und ungerecht war. ES war eine natürliche Folge der von uns Oesterreich-Ungarn gegenüber eingenommenen loyalen Haltung, daß ich dem russischen Minister deS Acußeren Herrn Iswolski keinen Zweifel darüber lassen konnte, leinen Zweifel darüber lassen durfte, daß wir uns in der Konferenzfrage nicht von Oesterreich-Ungarn trennen würden. Im übrigen begegneten wir uns, Herr Iswolski und ich, in der Ueberzeugung. daß die deutsche Politik keine Spitze gegen Rußland haben sollte und umgekehrt, daß die alten traditionellen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Reichen aufrechterhalten bleiben müßten. (Lebhafter Beifall rechts.) Herr Iswolski hat mir auch bei diesem Anlaß wieder versichert, daß keine weder offene noch geheime russisch-englischen Abmachungen bestünden, die sich gegen die deutschen Interessen richten könnten. (Hört, hört! rechts.) M. H., die ita lien i sch e Politik wird ähnlich wie die deutsche durch ihr eigenes Interesse «zu einer vermittelnden Haltung geführt. Das hat in seiner neulichen Rede der bewährte italienische Minister des Aeußeren Herr Littoni eingehend dargelegt. Ich habe die Zuversicht, daß es möglich sein wird, den Gegensatz, der sich in jüngster Zeit zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien gezeigt hat, ebenso wieder auszugleichen, wie dies früher in vielen Fallen geschehen ist. Ich sehe nicht ein, warum es nicht möglich sein sollte, die österreichisch-ungarischen und i t a l i e n i s ch e n I n t e r e s s en in Einklang zu bringen. Jedenfalls Bin ist davon überzeugt, daß Italien ein großes Interesse daran hat, Ivie mit Deutschland, so auch mit Oesterreich-Ungarn verbündet zu sein. (Sehr richtig! rechts.) Einer der größten ^Diplomaten, dem ich in meinem politischen Leben begegnet bin, der Graf Nigra, aus der Schule des genialen und großen Cavour, hatte in den sechziger Jahren daS junge Königreich Italien mit Erfolg in Paris vertreten. Er war ein glühender Patriot und sagte mir kurz vor seinem Tode, es mutz im Jahre 1902 oder 1903 gewesen fein: «Italien kann mit Oesterreich entweder, nur verbündet oder verfeindet sein. Ich glaube nicht, daß diejenigen «S gut mit Italien meinen, die ihm zu Abenteuern raten, die die große Zukunft und die erfreuliche Entwicklung des Landes in Frage stellen würden." (Sehr richtig! rechts.) Auf diese erfreuliche Entwicklung hat vor drei Tagen mein verehrter Freund, der italienische Minister. G i o l i 11 i, hinge- wiesen, der an dieser Entwicklung und an diesem Aufschwung selbst teifgenemmen hat; und mit Recht. Giolitti hat bei diesem Anlaß auch die segensvolle Wirkung deS Dreibundes hervorgehoben, der den drei durch ihn verbündeten Reichen — und ich füge hinzu — ganz Europa eine lange Periodedes Friedensund deS steigenden Wo hl- sian de S gesichert hat. (Sehr richtig!) M. H., waS unser Verhältnis zu Frankreich angeht, so birgt das marokkanische Problem noch mancherlei Schwierigkeiten in sich. Ich hoffe aber bei dem auf allen Seiten vorhandenen guten Willen, daß es möglich sein wird, wie in der An- erkennungsfrage, so auch bei etwa noch auftauchenden aubcrcuPro- blemen, zu einer Verständigung zu gelangen. Der Zwischenfall mit den Deserteuren in Casablanca ist einem Schiedsgericht überwiesen worden. Bei der Besprechung dieses Zwischenfalles hat gestern der Vertreter der äußersten Linken Angrifse gerichtet gegen unsere Konsularbehörden wegen des Schutzes, den sie den Deserteuren haben zuteil.werden lassen. Damit stellte der Abg. Scheidemann sich auf den Standpunkt, den in Frankreich gerade die nationalistischen und militaristischen Organe eingenommen haben. (Hört, hört!) Wenn c5 sich um deutsche Vorgänge, um deutsche Verhältnisse handelt, so ist der Abg. Scheidemann doch nicht gerade militärfreundlich. Wenn e5 sich aber darum handelt, ' die eigene Politik anzugreifen und der Politik des eigenen Landes Schwierigkeiten zu bereiten, so überkommt ihn ein militärischer Geist, von dem ich nur wünschen kann, daß er ihm auch bei Beratung de§ Militäretats treu bleiben möge. (Heiterkeit und Sehr gut!) lieber die Unterbreitung des Zwischenfalles in Casablanca an daS Schiedsgericht möchte ich Nachstehendes sagen: So lange wir annehmen mutzten — und das will ich zu den Ausführungen des Abg. Wiemer hervorheben —, daß unzweifelhaft Eingriffe der französischen Organe in unsere Konsulargewalt Vorlagen, mutzien wir an der Forderung, daß die französische Regi-rnng ihr Bedauern über die Eingriffe ihrer Organe ansspreche, zur Wahrung unserer Konsulargewalt festhalten und darauf bestehen bleiben, daß eine solche Erklärung der Uebcrweisung an ein Schiedsgericht vorausgehe. Als aber ein französischer, mit eingehendem Material versehener Bericht ankant, nachdem die für solche Eingriffe in Betracht kommende Tatfrage streitig war, konnte für uns lnlligcrweise kein Grund mehr bleiben, jene französische Erklärung vor Feststellung des Tatbestandes durch ein Schiedsgericht zu verlangen. Worauf es nunmehr ankam, war, den diplomatischen Streit formal in einer der Würde beider Teile entsprechen- den Weise zu erledigen. Das ist durch die von uns gewünschte und vereinbarte Formel geschehen, in der beide Regierungen vorweg ihr Bedauern auSsprechen und die Feststellung dcö Tatbestandes und der weiteren Rechtsfragen einem Schiedsgericht überlassen. Man hat bei diesem Anlaß in der Presse wieder von einer Niederlage der deutschen Politik gesprochen. Ich glaube, daß die verständigen, vernünftigen, friedliebenden Elemente in beiden Ländern nut dieser Regelung zufrieden fein können und sehe in der gefundenen Lösung einen Sieg der Vernunft. (Beifall rechts.) ES macht sich bei unS, wie auch anderswo bei solchen Anlässen eine Heber» s ch Stzu n g der ,^^-^nren Prestige» Politik geltend. Gerade so wie eS Frauen gibt, die lerne ©djnunte brauchen (Heiterkeit), gibt eS auch Länder, die stark genug sind, um zu ihrem eigenen Vorteil auf eine kleinliche und unfruchtbare Prestige- Politik verzichten zu können. Suchen wir unseren Vorteil, suchen wir unsere Ehtt in der Erhaltung der Fundamente der deutschen Machtstellung und in der Wahrung der Zukunft deS deut- schen Volkes, nicht in Eitelkeiten und Flitter. Als erfreulich betrachte ich eS mit Herrn Bassermann, daß die Entwicklung der orientalischen Frage zwischen der deutschen PolUik und der französischen Politik nicht nur keine Gegensätze hervorgerusen, sondern manche Berührungspunkte geliefert hat. In den Vorbesprechungen, wie bei mehreren diplomatischen Demarchen, haben beide Regierungen die deutsche wie die französische, Verständnis für diesen günstigen Umstand gezeigt. — Heber daS Abkommen, das die bereinigten Staaten und Japan über ihre pacifischen Interessen abgeschlossen haben, will ich daS Nachstehende sagen: „2er Inhalt dieses Abkommens ist uns von den Vertretern der beiden beteiligten Mächte amtlich mitgeteilt worden. Wir haben aus dieser MitteHung ersehen, daß die neue Vereinbarung durchaus im Einklang ist mit den Prinzipien, die der deutschen Politik im fernen Osten zugrunde liegen. Das sind die offene Tür auf wirtschaftlichem Gebiet, der Statusguo in den territorialen Verhältnissen und die Integrität und Unabhängigkeit des chinesischen Reiches. Wir haben keinen Anlaß, ein Abkommen anders als mit Sympathie zu betrachten, das eine neue Stütze dieser Prinzipien und damit eine weitere Garantie der friedlichen Entwicklung im fernen Osten bildet. Gegenüber der Ansicht, als wäre Deutschland durch das japanisch-amerikanische Abkommen unangenehm berührt oder gar auSgeschaltt worden, will ich daran erinnern, daß wir selbst feit langem ein ganz ähnliches Abkommen mit Japan besitzen. Japan ist dem deutsch-englischen Abkommen von 1900, in dem die Grundsätze der Achtung der beiderseitigenVer- Iragsrechte des territorialen Statusquo und der Politik der offenen Tür ausgesprochen sind, ausdrücklich durch Notenaustausch beigetreten. , .... ... Von unserer Ausschließung ist also in Osta^en so wemg die Rede wie in der Türkei oder anderwärts. Was die bedauerlichen Exzesse in Prag und anderen Orten der österreichisch-ungarischen Monarchie betrifft, so haben unsere Vertreter sogleich die erforderlichen Schritte getan, um festzustellen, ob und inwieweit deutsche Reichsangehörige dabei beteiligt oder zu Schaden gclommen sind, und um sich zu vergewissern, daß diesen deutschen ReichSangehörigen der nötige Schutz in gebührendem Maße zuteil wird. Darüber hinaus un§ in die inneren Vorgänge, Gegensätze und Streitigkeiten eines fremden Landes einzumischen, würde ebenso sehr den deutschen Interessen widersprechen, wie den festen Geleisen, die gerade in dieser Beziehung Fürst Di'marck der deutschen Politik vorgezeichnet hat. Mit Recht hat mein Herr Vorredner darauf bingewicsen, gerade weil wir nicht wünschen und nickst erlauben, daß sich andere in unsere Verhältnisse einmischen, müssen wir auch in dieser Beziehung Zurückhaltung üben und Vorsicht an den Tag legen. (Sehr richtig! rechts.) Ich komme noch einmal zu dem Ausgangspunkt meiner Ausführungen, zu der Lage im nahen Orient zurück. Wenn sich die englische Politik in neuerer Zeit sehr freundlich zu der Türkei gestellt hat, so sind lvir die ersten, die Grund haben, sich darüber zu freuen. Wir wünschen eine gesunde Türkei. Wenn England dasselbe anstrebt, so kann das den Beziehungen zwischen Deutschland und England nur zugute kommen. Deutschland und England führen in Konstantinopel gar keinen Konkurrenzkampf und brauchen sich dort gegenseitig nicht auszuschließen. Heberhaupt schließe ich mich ganz dem cm, was der englische Premierminister ASquith kürzlich über den Geist gegenseitigen Wohlwollens im Verkehr zwischen Deutschland und England gesagt hat, ich bin auch ganz der Ansicht, die der englische Minister des Aeußern, Sir Edward Grey, ausgesprochen hat, daß eine Konferenz über Balkanfragen ein starkes Beruhigungs. oder ErregungSmittcl sein könnte. Dir wünschen, daß sie als ein VeruhigungSmittel wirken möge und hoffen, daß der europäische Friede nickst gestört werden wird. Diejenigen, die vielleicht Neigung hätten, ihn zu stören, sind zu schwach, und die- jenigen, die eS könnten, haben keinen Grund, es zu wollen. Ich wiederhole: Hnfere Politik i st einfach und klar. Wir werden die deutschen Interessen wahren, unseren Verbündeten und Freunden zur Seite stehen und in Hebereinstimmung mit diesem hohen Hause, in Hebereinstimmung mit dem deutschen Volke, alle auf die Erhaltung und Forderung des Friedens gerichteten Bestrebungen unterstützen. (Beifall.) Abg. Frhr. v. Gamp (Rp.) kann sich in der großen Bewegung, die der Schluß der Rede des Kanzlers im Hause auslöst, anfangs nicht verständlich machen. Er bringt erst allmählich durch, al? das HauS sich nahezu geleert Bat: In de-u Freundschaftsverhältnis zwischen England, Frankreich und Rußland sehen wir keine Gefahr für Dcutschla' S, zumal wenn wir die traditionelle Freundschaft mit Rußland weiter pflegen. In bezug auf Marokko hat sich der Reichskanzler die bewährten D'Smarckschen Grundsätze angeeignet. Auch das Abkommen zwischen Japan und Amerika ist für unS kein Grund zur Sorge, im Gegenteil können wir heraus nur Vorteil ziehen für die Entwicklung unseres Handelsverkehrs mit China. Daß unser Verhältnis zu Oester- reich mit unseren freundschaftlichen Gefühlen für die Türkei in keiner Weise in Widerspruch steht, haben wir mit Befriedigung vernommen. Mit den Erklärungen des Kanzlers über die P r a- gcr Vorgänge sind wir durchaus einverstanden. Vorsicht ist geboten, sonst könnten Verstimmungen entstehen, die unS Nachteil bringen tonnen. Diesmal wird der Etat besonders gründlich und eingehend geprüft werden müssen. Ich freue mich, daß der K r i e g S - m i n i st e r wieder gesund in unterer Mitte ist und. wir den Etat diesmal in seiner Gegenwart beraten können. Hoffentlich bleibt uns seine Arbeitskraft noch lange erhalten. (Beifall.) Eine Verständigung über prozentuale Abstriche beim Militaretat wäre nickst sachgemäß; wir müssen im Einzelnen prüfen, wo Ab- striche möglich sind, und erwarten habet die Unterstützung und den Rat des KrieaSministerS. Die P e rif? oin tt r u n8 mt > stände lassen sich in weitem Umfange bcicihgcn. Der Offizier darf in eine Stelle, für die er fick nicht eignet, gar nicht erst hin- einkommen. Man sollte die Entscheidung, über Pcnnonrcrungen nickst den Regimentsinstanzen überlasten, wndern einer unparteiischeren Instanz, etwa dem General- oder ^wisionskommanvo. All die verabschiedeten Offiziere wurden doch bet bet SRobtl- machung zu den Fahnen cinbcrufcn werden! .Man sollte mehr für Zivilstellungen sorgen. Es dürfen nicht so viel Bauten gleichzeitig angefangen merben; welche Vergeudung von Material, Arbcitskrast, Dauzimcn und Bauausitcht! Ist eu nicht möglich, den Etat des KriegsmimsteruimS enchc'tlicher und systematischer zu gestalten? Es wird da? mit der Rleorfla n11. fation beS ganzen R e ch n u n g § w e i e n zusammen hängen. Der Luxus beim Ofsizterkorps gibt doch scbr zu denken. So "soll das im Bau befindliche Genesungsheim m Wtesbaden auf 4 bis 5 Millionen zu stehen kommen — 80 000 bi- 1UU UVt Mark pro Offiziersbett! In unserem ruhigen Flottenbau wollen wir unS weder durch Gal st er noch durch K e t m beirren lagen. Mögen die Herren erst untereinander den Kampf austragcn, ot> wir zu wenig oder zu viel für Flottenbau verwenden: vorläufig haben wir bcranttoortlidie Organe, und :cki glaube, wir tun gut, ihnen zu folgen. Die großen Werften sollten mdit einen Cm- zier, sondern eine Organisation an her Spitze erha.ten, die die Verantwortlichkeit für Materialbeschaffung und -bearbeitung zu übernehmen hat; da wird manches gebart werden können. Hn- f er e Marincreise hat uns die Uebcryugung gebracht, dast untere Marine in Ingenieur- und Offizierkorps und Mann,chast auf her Hohe steht. (Lebh. Zustimmung.) Der Marine-Staatssekretär wünscht sich ein eigenes Heim. Ich empfehle den Jnvalidenpark dafür: er soll 30 Millionen wert sein, und ein paar Dutzend Invaliden nehmen ihn fetzt in Anspruch. Heber den Kolonialctat empf nden wir alle^Befriedigung; das ist in erster Linie das Verdienst des Herrn ^ern- bürg, aber auch das der Budgetkommfssion. (etaat^elrctar Dornburg nickt.) 31 volle Tage Baben wir tm vorigen Jahre Daran gesessen. Diesmal werden wir ihn laxer behandeln können. (Staatssekretär Tcrnburg nickt. Heiterkeit.) Die Truppe tn Südwest wird Wohl noch weiter vermindert werden können; Ich freue mich, daß der Staatssekretär nickt (Heiterkeit), da tonnen wir vielleicht die 500 Mann, die yinausgeschickt werden sollen, gleich sparen. Wir mochten aber Auskunft haben über die Hohe deS dauernden Bestandes, wenn friedliche Verhältnisse bort gesichert sind. Auch am militärischen Verwaltimgsapparat kann viel gespart werden, ich ersehe auch da aus dem Nicken des Staatssekretärs seine Zustimmung. (Heiterkeit.) Hnd dann die Vereinfachung des Rechnungswesens; der Staatsiekrctar hat Den guten Willen, aber irrir kommen da leider nicht vorwärts bei Dem Widerstand der preußischen Bureaukratic. Kiautschou ist ein Stützpunkt für deutsche Kultur und Bildung; dann ist aber Day für die maritime Verteidigung bestimmte Geld besser für GJi* ne'enschulen angebracht. Keine neue Ausgaben ohne bic Sicherung der Deckungsmittel! Darauf lassen wir uns nickst , wieder rin. Auf Versprechungen neben wir nichts mehr, Damit wir nicht wieder in die miserable Defizit wirtschaft kommen. Der Redner geht auf die Cparsamkeitefrage näher cm. So habe ich hier eine Hebersicht für den Reichstag, die mit 8300 Mark Kosten für hie 400 Neichstagsmitgliedcr gedruckt merbet^ tollte, und di- doch niemand lieft. (Heiterkeit.) Unter verständiger Bureaudirektor hat sie für 150 Mark in mir 30 Exemplaren Herstellen lasWn. Aber die Beschaffung be? Material? hat doch mm- bestens bas Doppelte der 8300 Mark schon gekostet. Tas tst unnötige Arbeit — usw. Der Rebner fordert vor allem größere Svarsamkeit bei der Postverwaltung, der er Verschivendungssuckst zum Vorwurf macht. Beim Verkehr muß gespart werden. Der Reicb?- kanzler hat sich sehr wohl gehütet, in seinem SpartamkeitSerlasse darauf hinzuweisen. Er kann das auch nickst tun,, sonit Ware Die ganze Presse sofort über ihn hergefalleu. Ich al? einfacher Privatmann kann es mir erlauben, auch dort Sparsamkeit zu fordern. Wir treiben schon geradezu Verkehrsluxus. Wenn die Seicht ressorts immer neue Forderungen erheben, bann muß ber Reick c- tag sich auf heu Standpunkt stellen: Keine neue Ausgaben ohne sichere Deckung. (Beifall.) (Während der Red- bc3 Abg. v. Gamp hat Fürst Bülow den Saal verlassen.) Abg. Saffmamt (Wirtsch. 23g.) : Die Worte des Reichskanzlers waren vor allem an baS Aus- Tanb gerichtet. Wir freuen un5 über das Fetthalten an her Treue gegenüber Oesterreich. Eine gewisse Vorsicht in der Bcliandlung auswärtiger Fragen ist aber heute geboten. Heber bic Haltung der Sozialdemokraten haben wir unS nicht gewundert. Gowm, Herr Sch ei de mann hat sich gegen die Exzesse in Prag ausgesprochen. Mer kaum war ihm her Satz entfahren, gleich hat er allen möglichen Tratsch gegen das Deutschtum ^zu- sammengetragen. Seit bem Nürnberger Parteitag wird die Sozialdemokratie ja nur noch durch den Haß gegen alle?, uns heilig ist, zusammestgehalten. Auf bic, Diamanten des Staats, sekretärs Dernbura legen lvir kein so großes Gewicht. Lieber Ware es uns, ivenn Kohle ober Eisen gefunben werben. Des JlrbcitS- kammergesehentwurfs freuen wir uns, denn Arbeitgeber und Arbeiter haben viele gemeinsame Interessen. Heber die Notwendigkeit einer Erhöhung her Beamtengehälter besteht feine Meinungsverschiedenheit. Heber Einzelheiten werden wir uns in der Slommtflion unterhalten. Auf jeden Fall muß darauf geachtet werden, baß das Reich gleichen Schritt mit Preußen hält. Damit keine Ungc- rechiigkciten entstehen. Die Grünbe, die bic Regierung für eine Gleichstellung ber Postassistenten mit den Eisenbahnassisteiuen an- führt, sind nicht durchschlagenb. benn selbst bei einer schematichen Gleichstellung würben die Eisenbahnbeamten doch wieder besser daran sein, weil sie allerlei Vorteile genießen: freie Fahrt bei gewissen Gelegenheiten, freie ärztliche Pflege und dergleichen. Heberdies ist ja bei den Postassistenten Die Vorbildung eine bcficre. Die Feststellung der Wcchnungsgcldzuschüsse nur nach den Mieten ist nicht sachgemäß, man hätte auch Die Dualität der Wohnungen berücksichtigen müssen. Redner schließt mit her Aufforderung, eine, gute Asoziale Beamtenpolirik zu treiben. (Beifall rechts.). Hierauf vertagt sich das HauS. Mittwoch 1 Hhr: Dritte Lesung ber Gcwcrbenovellc; Fortsetzung her Etatsberatung. Schluß 6 Hhr. Landwirtschaft. Sr. Aus Der oberen S?ctierau, 7. 2ca. lieble Erfahrungen werben manche Landwirte machen, wenn, sie ihren emgemictcicn Tickwurz .nicht bic nötige Aufmerksamkeit zu- wenden. 2er heftige Frost, ber daS p herrliche Hervuwerter ur;W 1,4) ablöste, sand noch eine große Menge Futterrunlcin nnemgeern- xet im Felde und fügte ihnen bedeutende Frostschäden zu. Die zuvor eingefallenen Kartoffeln und Dickwurz hatten bic Keller be- rette gefüllt, und die Landwirte waren also gezwungen,, die noch im Felde sichenden Hackfrüchte so schnell als möglich in sog« Dick- wurzkänten (Miete,i) zu begraben, um sie dem ftteng anfralienbcn Jrosie zu entziehen. Um sie auch hier vollends zu sichern, niuisicn die Sauten bald mit Stroh und Erde gut verpackt werden. Dadurch wurde ba-5 nötige Ansbünsten und Abtroeinen der Futler- runleln verhindert. ba<> Schwitzen derselben jedoch sehr gefordert, so daß sich große Mengen Fcuchngkeil in den Gruben aniammeltc, die das Faulen der begrabenen Früchte ungemein fördern. Kein Lmidwirt sollte deswegen versäumen, bei frostfeiern Wetter Die bauten zu offnen und die Tickwurz soviel als möglich zu v.rfütteru, benn bis zum Frühjahr sind bicselbcn gänzlich verdoroen, da sie schon icbt schwarze Faulsiellen zeigen. Sport. — Fußball. 23crgautiv..ai Gvnnlag riet die Entscheidung tU den Meisterschaftsspielen der la Klane im Bezirk. Sen Schluß bildete das Treffen der bc.'xn elften Mannschaften Stegen gegen Nwrburg in Marburg, das mit eurem ^tege Marburgs von 4:2 Toren endigte Siegen führte bei Halb - l zeit mit 1:0 Toren, fiel ftdoch in der zweiten Hälfte plötzlich ab und verlor so das Spiel. Durch diese Niederlage scheidet auch | Siegen um die cudgilrige Meisterschaft au?. Die erzielte Punktzahl in dieser Saison ist folgende: Gießener F.-C. 1900 = 6 Punkte, Siegener F.-C. Jahn ----- 4 Punkte, Marburger F -C. = 2 Punkte. Tie erste Mannschaft des Gießener Fußbalt-Klubs von 1900 hat somit endgültig die Meisterschaft in dieser Saison errungen. Die Mannschaft ist 3t. in guter Form und wird bet imteron fleißigen Training und Zusammenarbeiten noch, manchen Erfolg erzielen und den Bezirk in den weiteren Meisiersckfaftespielen des Verbandes würdig vertreten können. jpielplan der vereinigten grantiurtec Stadttheater. Gpcrnhaus. Mittwoch den 9. Dez."): Abonnements-Konzert. Donnerstag den 10. Tcz.: „Prima -- Ballerina." Freilag den 11. Dez.: „Tie Zandeislöte." SamSlag den 12. Dez.: „Gavalleria rufticaiia.“ hierauf: ,2er Baiazzo." Sonntag den 13. Dez., nachmittags halb 4 Uhr: «Ein Walzertraum." Abends 7 Uhr: .Der Prophet." 'Rontag,l4.Tcz.,abbS.6Utzr: .Hanselu.Gretel/ Hieran!: .Karneval in Venedig." TienSlag Den 15. Dez.: ,Prima--Ballenna/ Mittwoch den 16. Dez.: .Fidelio." Schsuspieltz«U5. Mittwoch den 9. Dez.*): .Der kleine Landpredizer." Domiers- tog den 10. Dvz., abends halb S Uhr: .Ein Sommn-nachlStranm." Freitag den 11. Dez^ abends halb 8 Uhr: .Die Liebe wacht." Samstag Den 12. Tez.: .Tie Stützen der Gcsellschait." Sonntag Den 13. Tez., nachmittags hold 4 Uhr: „Ter Hüttenbesitzer. Abends 7 Uhr: .IohamnSseuer." Btoittag Den 14. Dez.: ,,-lci kleine Lanbpiebiqer." Dienstag den 15. Tez.: „Der kleine Land- vrediger/ Mittwoch Den 16. Dez.: ^Die Stützen der Gesellschatt. Tomierstag den 17. Tez., abends halb 8 Uhr: .Ein Soniiner- nachtslrmim." ") Anfang, wenn nickt anbcr5 bemerft, abends um 7 Uhr. Wir lpiben's doch herrlich weil gebracht, daß man die Heilkraft berühmter Quellen in der Westentasche mitnebmen und nach Bedar» verwenden tarnt. Fans ^ooener Mineral-Pastillen sind nämlich in ihren luirtfnmen Leitung teilen ein reines Queüeuvrooutt und so erklärt sich's auch oune weiteres, daß sie bei allen Afscktionen dcö Halses, der Lungen, bei ernsten und selbst ganz ucralicicn Katarrhen so aiwgc' zeichnelc Dienite tun. Fans ächte SoDcncr gehören wie Bror m jeden Haushalt. Tie schachtel tonet 85 Pfennig und w in allen Avotpetcn, Drogerieen und ÜJtuicrahüaiicrUnuDluiiflCii rn haben. Man bäte sich aber vor ^iachabmungen. Drucksachen aller Art liefert bi jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die BrühVsche Universitäts - Druckerei, Schuhtr. 7 & 6> bl g e> <» r.' -^L ‘5 'S a& « e c e e SS •8 9 A « N an o N L o Ä N L» o cd 50 ■ e Z :C X> SJo <&> VD « = c — «M-g • ,; 2^ e «Sä Z 5 3 •ä 9 N 2 :-z coj“ c OJ.'Bfl, ä 'a'77 Co Xj £--*- 2.s^£ o Q •o _ Ä«§ jö t5 . — n> L_- gsr I D "»-3 ■ . o o. e v> — .2. 5 Z -®0 ^2-2 .'S (9 'S" o «X- VD “ x> «•§ -Z — NÄ ZZ^ ’ *71 «2 E nr>^ CJ C1C- ,“E O’ cd • o -o Bä ■3>o X>.t L- s; L K - V 2 o d2 « = ■3 = ■25 .E'c E L-LS^KLZ ^-2 c o ä e -2 .ca 2 U Z «T ol. o ?ZK — u-> '—-- "2 S? CD 5© ZD C ^LMRZZZ-M -J* VD — °o o = ~ S?.~ ’D ff* «I -LS >3 Ez t£ ff- •** Lo OÄ-x» cd xs —2 x ~1 „-ö-E.'S Z--Z s§g c .2 := Ä -SS-JZ jQ g S* ss ca; ÄIE CD - 2 HffJE? ss - Xtx ” s “-— g’Ä, -ä> co C-. ZD gs =c=ca oUL- bzZD 3 c *- e- C cu »n» c S C O — « ■ 3 2 S-- JiÄ jO O = g-c ZZZL-bI- SE- = ^-sT^ ” L» C •S ’S x rac t t> Mi is® E «;♦ ee ä« A? Cc -c Z.ZK 3-5 = • " s 3Z.O s « ® ”S^2 ©_♦ ..-> 5 3 M» *C CD C5 - C — L'sL - C 3 ZD~? v Z L LZMK ^ZK-Z- ä».B^8a L^L-^7 ^LZ Ä= e ' 24. Ziehung 5. KL 219. Kgl. Preuss. Lotterie. 4)ebuoff vom 5. Dezember 1008. vormlttaee. Nur die Gewinne über 2-fO Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beicefiifft. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 26U 303 00 496 559 624 1025 595 693 743 00 842 20^;; f5oo] 201 [000] 51 311 17 539 719 99 3161 236 333 052 700 812 59 013 90 4055 211 637 623 67 [500] 5013 24 442 1500] 549 606 38 [500] 58 [1000] 737 869 71 6343 459 1.73 7 015 187 556 8200 81 87 4 9100 92 409 63 605 16003 54 390 11213 305 435 629 [1000] 12453 548 816 1*!7 13211 74 510 701 Sil 951 14074 108 75 [500] 261 |:.00ü] 72 97 717 22 15061 [3000] 411 86 602 87 761 16367 SS 469 782 850 957 17020 33 [1000] 44 247 384 449 907 85 18236 806 436 800 19177 467 936 204711 640 751 877 2 1 011 225 4 7 435 628 46 838 90 22101 [10001 261 88 824 406 37 639 922 23446 89 93 538 0.09 803 24561 938 2^051 297 318 543 631 59 712 54 813 2 6049 460 698 739 859 2 7643 735 2 8306 453 85 [10 000] 6:0 [KOO] 93 917 2 9079 [1000] 485 551 747 54 624 919 45 [500] 3 0325 45 618 [500] 705 875 905 50 3 1 076 [500] 144 90 282 [500] 5S3 67 640 83 764 877 923 32027 116 284 ■373 [3000] 569 651 7SO 84 00 962 33006 10 48 103 97 358 71 5-1 653 6a 80 707 54 872 941 3 430t [10 000] 95 484 750 523 713 851 6 8060 15 1 324 509 28 [500] 810 77 G9003 [lOOf] 104 475 790 [3000] 865 979 [1000] 70195 909 42 302 403 778 7 1092 403 70 [3000] 562 [3000) 806 33 72170 [1000] 343 453 78 731 876 79 933 37 [1000] 73220 49 [500] 53 [3000] 300 459 60 [1000] 505 6U 78 90 816 35 7 7 9’3 63 [ 500] 74023 196 245 471 97 Ml 601 53 67 [500] 753 65 87 92 931 75023 23 87 435 533 681 964 88 76^21 33 46 603 803 7 7373 82 99 479 641 69 77 78003 SOS 497 537 707 [3000] 61 887 907 79032 [500] 284 805 60 489 636 89003 77 89 346 710 [3000] 81207 356 473 [1000] 631 817 82007 35 273 319 473 510 61 719 49 881 83193 354 69 488 89 79-1 945 8 4060 256 340 497 506 8’3 8 5030 143 [1000] 03 [1000] 626 33 61 90 838 59 731 53 8 6933 354 81 437 612 72 747 87142 383 8« 495 639 63 8 8022 57 [1000] 240 53 350 594 817 902 8 9015 74 101 542 852 [1000] 951 [3000] 9 0031 93 91 391 449 67 [3000] 578 606 9 7 743 91182 69 590 610 [500) 80 805 92M3 89 [3000] 95 63 1 714 58 93048 150 452 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40 68 95 [3600] 81« 125062 294 [5001 58-1 [30001 674 932 1 2 6346 38» 620 47 056 127008 103 24» |800] 78 454 517 607 760 128248 3M 587 013 129081 80 155 62 285 824 416 728 52 [50*] 803 [1600] 13 11000] M »17 180050 111 4W 738 833 1 3 1039 870 75 543 664 »45 13217« CM 807 |3000| 652 64 792 990 133018 [806 ] 91« St M 711 K 134269 356 452 83 623 739 13 5 262 84 733 59 72 934 136006 304 443 66 546 1 3 7384 453 766 944 1 3 8018 906 SS 622 886 [3000] 75 040 1 39118 *9 326 «6 W6 M »U 737 X Ml [10000] 61 02 924 [9000] LS 11000] 140045 487 540 57 696 [500] 870 1 41124 45 65 295 SOS 714 76 8’0 63 1 42066 95 149 209 385 595 858 143012 302 13 838 907 1 44014 149 3’1 600 08 11090] 743 915 1 4 5084 98 894 504 27 676 772 889 995 1 46110 247 68 510 764 851 |500| 935 72 147018 43 106 75 348 74. 532 42 [500] 14 918 28 82 04 148132 [500] 43 404 13 63 (500) 535 845 1 49053 148 326 416 73 150141 311 471 784 874 993 151212 39 337 74 958 1 5 2 087 140 261 86 485 (3000) 724 [1000] 153034 235 154085 130 47 252 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