Nr. 136 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag». — Beilagen: viermal wöchentlich SletzenerLamillenblStter; Jweimal wöchentl.likeiL' ilatt für öen Kreil Gieren (Dienstag und Freitag); zweimal monatL Land» wirtschafUiche Seitfragen Fernsorech - Anschlüsse r füt bte Redaktion 112, Verlag u. Expedition 61 ttbrehe Mr Depeschenr «nzetger Gießen. Aimadme von Anzeigen jür die Tagesnummer M* vormittags 10 Uhr. Erstes Blatt . 158. Jahrgang Freitag 18. Juni 1608 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckeret. R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. vezugSprets: monatlich?» Pf.,vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— oiertel- jährl. ankschl. Bestellg. ZeilenpreiS: lotet 15Pf^ onSiDärt» 20 Pfennig. Verantwortlich Mr den politischen Teil: E. Anderson: f. Feuilleton und .Vermischtes* P. Witiko; für .Stadt u. Land* und „Gonchts- saal": E. Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. und dem Staatssekretär Harbinge stattgefunden haben, ist festgestellt worden, daß diese Uehereinkommen den glücklichsten Einfluß auf die friedliche Entwickelung der verschiedenen Fragen hatten, die in diesen Verträgen behandelt worden sind. Eine vollkommene Ue herein stim- mung der Ansichten herrschte auch nach wie vor zwischen Rußland und England inbetreff der Lage in .Persien, Afghanistan und hinsichtlich jener Vorfälle,'die jüngst einerseits an der indisch-afghanischen, anderseits an der r u s s i s ch - p e r s i s ch e n Grenze sich ereignet haben. Diese Vorfälle können daher leinen An la/; bilden 511 irgendwelchen Mißverständnissen zwischen den beiden ReLierunZen. Mas Kerfien anbelangt, sind die Regierungen'von Rußland und England nach wie vor fest entschlossen, die Integrität und Unabhängigkeit dieses Lande s zu wahren. Tic Besprechungen, die seit einiger Zeit zwischen den beiden Regierungen hinsichtlich der La^c in Makedonien gepflogen iourden, sind, wie man unnehmen ka.nn, auf dem Punkte, zu einer vollkommenen U ebere 1 n st immun g zu gelangen und es erübrigt nur noch, diesen'eine feste Form zu geben. Man hofft, daß diese Uebereinstim- mung als Grundlage dienen wird für eine allgemeine E n t e n t e der an dem mazedonischenReform werke beteiligten Mächte. Iswolski und H a r d i n g e konnten sich außerdem überzeugen von dem beiderseitigen Wunsche Rußlands und Englands, die besten Beziehungen mit allen anderen Mächten aufrechtzuerhalten und keinen Anlaß zur Beunruhigung über das von ihnen verfolgte Ziel zu bieten. Dies gilt sowohl für die speziell zwischen den beiden Ländern geschlossenen Uebereinkommen, als auch für ihre allgemeine Politik und könne daher nicht verfehlen, zur Erhaltung und Befestigung des Friedens beizutragen. Ter Spezialberich ter statter des „Matin" in Reval will wissen, daß zwischen den beiden Souveränen und ihren Ministern wohl alle schwebenden internationalen Fragen sowie die inneren Angelegenheiten Rußlands ins Gespräch gezogen wurden, daß aber k e i n n e u e s Projekt vereinbart, noch irgend eine Abmachung getroffen wurde. Bezüglich des Gegenbesuchs des Zarenpaares in Sandringham fer noch nichts entschieden. — „Daily Mail" glaubt mitteileit zu können, daß der Besuch des. Zaren rt England im Rove' .*m* '.'zcmber d. I. erfolgen wird. Der Lchrermaugei nach seinen Ursachen und Wirkungen. lieber dieses aktuelle Thema sprach Generalsekretär Tews aus Berlin auf dem 'Deutschen Lehrertage in Dortmund. Tews führte aus: Tie Volksschule ist vielfach gewissermaßen nach den Grundsätzen des Arnlenetats eingerichtet. Mil- lioncn von Kindern genießen einen völlig unzulänglichen, dürftigen Unterricht. Wir sind an diese Tatsachen leider von altersher gewöhnt, so daß selbst ein Kaisevrvort t.70 Kinder zu unterrichten ist eine Menschenquälerei!") die Unterrichtsverwaltungcn nicht aufgerüttelt hat. In Preußen standen Derr von Mühler, Herr v. Puttkamer und Herr v. Studt, der zwar den klugen HanS in seinem Lehrstallc besuchte, aber nie eine Berliner Gemeind:- schule von innen angesehen hat, auf der anderen Seite. Auch sonst identifizierten sich die Unterrichtsverwaltungcn vielfach mit der allgemeinen Staatsverwaltung, und Unterrichtsbeamte, die zu sehr den Fachmann herauskchreu, werden wohl kalt gestellt. Was ist Lehrermangel? Nach der Auffassung der allgemeinen Staatsverwaltung besteht Lehrermangel nur insoweit, als ordnungsmäßig eingerichtete Stellen unbesetzt sind. In Preußen waren 1906 von 101051 Lehrerstelten 3077 verwaist. Untcr- richtstechnisch versteht inart unter dem Lehrermangel jede unzulängliche Versorgung der Schule mit Lehrkräften. Die preußische Volksschule hatte 1906 für 6 164 398 Kindcv nur 97 974 Lehrkräfte, also für je 63 Kinder eine Lehrkraft. Die Kinder waren auf 115 902 Klassen verteilt, so daß 18 000 Klassen ohne Lehrer blieben. Und trotzdem waren 18 387 Klassen mit 1029 889 Kindern überfüllt, d. h. mit mehr als 70, 80 und bis zu 150 Kindern besetzt. In den anderen deutschen Staaten steht es zumteil besser, zumtcil noch schlimmer. Lehrerüberfluß ist Ausnahme, Lehrermangel die Regel. Nicht der zeitweilige Mangel an Lehrkräften, sondern der chronische Lehrermangel, der durch Jahrzehnte, ja durch Menschenalter hindurch geht, ist das Bedenkliche. Preußen leidet seit der Mitte der 80 er Jahre an Lehrermangel. 1886 fehlten 460, 1907 3233 Lehrer. Der Lehrermangel ist auf dem Lande erheblich stärker, als in den Städten, in den Ostprovinzen erheblicher als in den Westprovinzen. Gegenüber der Bel-auptung der „Kveuzzeitung", .daß der Lehrermangel bereits gehoben sei, führt der Referent nach einer Statistik der „Preußischen Lehrcrzeitung" zahlreiche Fälle außergewöhnlich starten Lehrermangels an. Im ganzen deutschen Reiche dürften 4500 bis 5000 Lehrerstellen unbesetzt sein. (Hört! Hört!) Am günstigsten stebt Schleswig-Holstein mit 51 mindern auf den Kvps d.'s Lehrers. Aber auch hier loerden noch 15 818 Kinder in stark überfüllten Klassen unterrichtet. Bayern hat etwas mehr Lehrer als Klassen, Sachsen dagegen für 18 079 Klassen nur 11896 Lehrer, also 6183 überzählige Klassen. In Badea fehlen 943, in Württemberg 1283 Lehrer. Wenn der von dem preußische Kultusminister vertretene Grundsatz, daß keine Klasse mehr ms3 45 Kinder und jede Klasse einen Lehrer haben sollte, durch- aeführt würde, würden int Deutschen Reiche 77000, in Preußen 53 000 Lehrcrstellcn mehr eingerichtet werden müssen. Bei derselben unterrichtlichen Versorgung würben in Bayern 7500, in Württemberg 2400, in Sachsen 8700, in Baden 2900, i ir Hessen 1400 Leh v-e pst eilen mehr erforderlich sein. Die Zahl der Lehrer müßte im Durchschnitt um die Hälfte vermehrt werden. Dabei entsprechen die tatsächlichen Verhältnisse ungefähr den gesetzlichen Lestinrmungen. Diese zu ändern, »ft nntinär^. Im Auo < aa - - : v i c • Y /bei L e h .» j durchweg verhältnismäßig große i. In Frankreich hat keine Schulklasse über 50 Sitze. Däuemar^veriaugt für je 35, Norwegen für je 40 Kinder eine Lehrkraft. Selbst in Italien sock die Kiuderzahl einer Klasse nicht über 70 hiuausgehea. Anstatt- der tehlenden Lehrkräfte müßten die Unterrichtsv-rioaltungen bei: der Eigenart des Schulwesens über eine entsprechende große pädagogische Reservearmee verfügen. Was ist zur Abhilfe des Lehrermangels geschehen? Im Deutschen Reiche erhöhte sich die Zahl der VolkSschulkindcr von 1901 bis 1906 unt 813 000. Tie Zahl der Lehrkräfte wurde um 20 000 erhöht. Das Unzulängliche dcr deutschen Vollssämlen ergibt sich durch eine Vergleichung mir den höheren und mittleren Lehranstalten. Tie W-crcn Lehranstalten haben auf je 18 Schüler einen Lehrer. Tie Mittelschulen haben für 34, die höheren Mädchenschulen für Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Nach oer Zusammenkunft in Reval. Einer Meldung des Neuterschen Bureaus aus Reval zufolge gestalteten sich die letzten Stunden der Monarchen- cntrevue zu einem glänzenden Abschluß der Zusammenkunft. Nach einem Bankett, das auf der brit. Königsjacht „Victoria and Albert" stattfand, versammelten sich die Kaiserlichen und Königlichen Herrschaften, sowie die Minister und die anderen Gäste auf dem Hauptdeck. Ter Kaiser von Rußland trug die Uniform seines englischen Kavallerie-Regiments, der König von England die der Kiewer Dragoner. Aus der Stadt waren wieder zwei Dampfer mit Sängern gekommen, die eine Serenade darbrachten. Als die englische Hymne gesungen mürbe, und der König und die Königin sich dankend verbeugten, wurden sie mit begeisterten Zurufen begrüßt; als die russische Hymne ertönte, traten der Kaiser und die Kaiserin hinzu und die ganze Gruppe lauschte einige Minuten den Sängern. Tann hatte König Eduard eine längere Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Stolypin. Schließlich gab es Tanz, dem sich die Gäste bis nach Mitternacht Hingaben. Am nächsten Morgen in aller Frühe reisten, wie bereits gemeldet, die englischen Gäste ab. Nun bemühen sich die Offiziösen die Revaler SNonarchen- bcgegnung als harmlos hinzustellen. Selbst die „Nordd. Allg. Ztg." tut es. Nach der Meinung des offiziösen Organs des deutschen Reichskanzlers seien die Revaler Trinksprüche gekennzeichnet durch den Ausdruck warmer Zuneigung, den beide Monarchen in ihre Wvrtc legten. Politisch bemerkenswert erschienen die nachdrücklichen Hinweise aus die Bedeutung, dir das innerasiatische Abkommen für die Annäherung der beiden Lander gewonnen und nach den Worten des Königs noch für die Regelung einiger wichtiger Fragen gewinnen soll. Vielleicht ist hierin eine Hindeutung aus den bevorstehenden Abschluß der englisch-russischen Verhandlungen über neue Reform vor sch läge fürMaze- dvnicn, sowie auf die Aufgaben zu erblicken, die der russischen und der englischen Tiplomatie in der Ausgleichung der Schwierigkeiten der gegenwärtigen Lage in Persien gestellt sind. Bor allem stellten beide Monarchen in ihren Trinksprüchen als gemeinsames Ziel die Aufrechterhaltung des Weltfriedens hin. Der aufrichtige Ton in den Reden der beiden .Herrscher stimmt mit den Gesinnungen überein, die im ernsten Teil der englischen und russischen Presse gegenüber von Versuchen zum Ausdruck kamen, der Revaler Zusammenkunft eine unfreundliche Spitze gegen Deutschland zu geben. Tic offiziöse St. Petersburger Telegraphen-Agentur schreibt aus Reval: Tie Zusammenkunft der Herrscher Rußlands und Englands in Reval hatte den Zweck, die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Regierungen, die durch Verträge während des letzten Jahres eingeleitet worden sind, zu kräftigen und zu festigen. Im Laufe der Unterredungen, die bei diesem Anlaß zwischen dem Minister Jswols-ki Aus dem Sißtiifutter Runstlcben. Es ist in den letzten Jahren wiederholt, und -leider nicht ganz ohne Berechtigung, die Rede gewesen von Frankfurts Niedergang als Kunststadt. Bor Jahr und Tag klagte an dieser Stelle ein Frankfurter Kunstkritiker darüber in beweglichen Tönen unter Anführung eines geradezu erdrückenden Beweismaterials. Er zog dabei alle Gebiete der Kunst in Betracht, insonderheit Musik, Poesie, Malerei und Schauspielkunst, beklagte den Weggang Hauscggers und Heermanns, Fuldas und Presbers, Thomas und Trübners, der Triesch und der Lange n. v. a. von Frankfurt und daß an deren Stelle fast nur mindere Elemente oder überhaupt niemand getreten sei. Er führte auch einige mehr oder weniger einleuchtende und zutreffende Gründe dafür an, ohne indes den schwertviegendsten hervorzuheben: das Vorherrschen, das Uebergewicyt materialistischer Lebensanschauung prägnanter ausgedrückt: des Kapitals — des Geldsacks. Der industrielle Materialist ist nie ein Freund des Schönen um seiner selbst willen, sondern nur des Zweckvollen, des profan Tendenzvollen, des seiner Vernunft gemäß praktisch unmittelbar Verwertbaren. Wo aber eine solche Lebensauffassung die dominierende ist, da wird sich zumeist eine materialistische Kunstgier nach prunkvoll überladenen Werken übler Unkunst, nach protzigen Effekten,sozusagen nach höheren Schaubudeneffekten breit machen, dic darauf ausgeht, das in allen Farben und Formen stillos schillernde Prunkheim zu einer besseren Schaubude zu gestalten. Eine solche Gier aber wird stets unbedingt zerrüttend auf-jede künstlerische Moral wirken. Man versteht darum, daß sich selbst treu bleiben wollende echte Künstler nach oft jahrelangen Mühen den Staub Frankfurts von ihren Füßen schüttelten und eine neue Heimat in der Ferne suchten. Trotzdem aber ist Frankfurt keineswegs tuustarm. Im Gegenteil. Fortwährend fördert eS neue begabte Kunst- jünger zutage. Wurde dorr doch erst vor wenigen Monden ein so ungewöhnlich großes, freilich gleich ein wenig über Gebühr gelobtes Talent wie der Maler Bohle, ein Künstler von großer, echt deutscher Tiefe und schlichter Innigkeit, entdeckt, dessen von der Stadt Frankfurt angefaufte Werke sich auch jeder kunstfrohe Gießener im Städelschen Institut gründlich betrachten sollte: und auf dic vortreffliche Porträtmalerin Ottilie Räderst ein (die der Kunstreferent der Köln. Ztg. dieser Tage zu einer Schwetzertn irrtümlich machte), auf den alten Steinhaufen, den tief religiösen großzügigen Figurcnmaler, auf Bühnenkünstler wie Bauer und Bolz, auf Sänger wie F o r ch h a m m e r und die Dönges Frankfurt mit Recht stolz fein. Im Frankfurter K u u v e r e t u S l; a u f c an der J.ntg- hofstraße Yak Z. L r. q e 2 iij m töt, eine talenwolle Bildhauerin, eine kleine Ausheilung ihrer letzten vte veranstaltet, und man wird fortan die Künstlerin nicht nur als Plastikerin, sondern auch als Malerin zu schätzen haben. Ja, ich für meinen Teil möchte fast ihren Porträts den Vorzug vor ihren Plastiken geben. Diese Bildnisse sind Werke bester Impressionistik, von köstlicher persönlicher Frische und gleichzeitig koloristisch sehr fein empfunden. Von hohem Interesse ist namentlich bas. Porträt eines jungen Mannes in legerem weißleuchtendem Hausrock, ein farbenreizvolles lebenskräftiges Charakterbild ersten Ranges. Recht tüchtig sind daneben auch in ihrer schlichten Aufrichtigkeit die anderen, kleineren Bildnisse. Von ihren plastischen Sachen ist das augenfälligste ein Grabmal, ein ernstes Werk, das in feinen beiden schön modellierten Gestalten hohen Frieden und verklärte Ruhe im Beschauer erweckt. Reizend ist ein liebliches kleines Mädchenköpfchen, von holder Anmut und Jugendfrohfinn. Karl v. Ber trab in Kronberg verkündet nicht nur die Schönheit der Frankfurt benachbarten Berge und Täler, sondern viel mehr noch ist er ein trefflicher Menschen- schilderer, ein ausgezeichneter Charakteristiker, ein Maler des lebenden Momentes, des menschlichen Gegenwartsein- und Ausdruckes. Peter Beyer zeigt auf großer Leinwand in leuchtendem Kolorit eine Schar munter badender Buben. Selbstsicheres großes Können verkündet seine grausam blickende blaue Salome; was aber diesem Merke fehlt, das ist jene Eigenschaft, für welche die Worte rassig, sinnlich-brutal die bezeichnendsten sind. Margarete Storm erinnert in ihrem Gemälde „Vor der Kommunion" ein wenig an Dagnan-Bouveret; ein feinsarbiges, schlichtes, sinniges Bild von zarter Sentimentalität und milder Andacht, auf dem nur der Schleier des Mädchens zu schwer, zu stofflich geraten ist. Eine vorzügliche Blumennialerin m Gouache und Aquarell ist M. Luoolf, ein beachtenswerter Landschafter Robert Hofsmann —usw. ufw. Die vielen niedlichen kleinen Spitzwegs an dieser Stelle, die des Alten köstlichen §unwr fo retzvoll erweisen, können uns heute freilich nichts Neues mehr sagen. Immerhin lehrt auch diese Ausstellung, daß das Frankfurter Kuiistleben in fröhlicher Auferstehung begriffen ist, daß auch in Frankfurt die freie Kunst achtbare Fortschritte macht. Doch von der Stadt der immensesten deutschen Vermögen darf man Ungewöhnliches auch auf dem Gebiete der Kunst verlangen. Erst wenn der Frankfurter Patrizier zu der Hohe gelangt sein wird, seine Behaglichkeitsbedürfnisse in schonen, stilvollen Formen sich entfalten zu lassen, wenn er zu wayrhafi königlicher Bürgerlichkeit gelangt fein wird, dann wird die Frankfurter Kunst in der Welt von sich reden machen. P. W. ♦ — E i n bayrisches V 21 k s t r a ch t e n i e st. Der Himmel ivar bem OjcDuiucn, am der M ün chenet Ausstellung 1908 an Den Pfingsttagen Die oöerbayrljchen Volkstrachten zu zeigen, nicht gerade gnädig. Sie waren aber alle da — die Bewohner vom Salzburger und Berchtesgadener Land, die Scblierseer, AtieLbacher, Tegernseer, die Allgäuer und andere. lliibefaimte Völkerschaften waren auch daruuter. In einem großen Trachteuzuge bewegten sich sesehe Wiabln und lustige Bua am Nachmittage zum Ausstetlungsgeläude hinaus; dort begann auf dem Festptatz, auf einem erhöhten Podium, der Tauz, der Gelegenheit bot, sämtliche Variationen des Schuhplattlers keimen zu lernen; Massenplattler Steirer Figurenlanz, Haushammertanz, Wachsensioanatanz — und so geht es weiter bis zur Zahl 69. Daun eriolgtc die Verteilung der Ehrenfahnen, Fahnenbander nnd Tiploine. Besonders empfehlenswert zur Einführung im Salon dürfte ein Tanz sein, bei,dem em Ritter drei Damen gleichzeitig bewegt. Welch eine Aussicht böte das für Manerbtümchen und wohlbeleibte Gegiier des Tanzes! Am Schluß erhalt jede der Schonen von bem mutigen Tänzer einen herzhaften Kuß, ben bic Aochkultur bes Parketts allerbings wohl streichen ober hinter bie ^ene verlegen mußte. — Kleine Chronik aus Kiiilst unb Wissenschaft. Die Primabonna des Frankfurter Opernhauses, Kammersängerin^ Paula Doenges, nntrbe von bem Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha durch Verleihen der goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft, am grünen Bande zu tragen, ausgezeichnet. — Der Verband des Vereins dentschec Chemiker verlieh die goldene Liebig- denkmünze dem Dr. Otto Sckönherr zu Christianssand. Schönherr ist der Erfinder des Verfahrens zur Verwertung des Luilstickstoffs, einer der wichtigen Fortschritte [moberner chemischer Forschung. — Mit bem von ben Siabtverorbneten zu Mainz beschlosseneii Umbau bes borligen T Heaters wirb wahrscheinlich nud) eine Erhöhung ber Eintrittspreise von 15 Prozent ver- bunbcii werden, was bet der durchschnittlichen Jahreseinnahme von 245 000 Mt. ausreicht zur Verzinsung und Amortisation. In der Debatte wnrde ansgeführt, daß keine Spielzeit vergehe, ohne daß auf der Bühne mehrere Brände entstehen; vor fünf Jahren seien es sogar 64 kleinere Brände in einer Saison gewesen.—Aus £Dl ti n ch en wird gemeldet: Tie Verhandlungen des neuen hiesigen Konzertvereins mit dem Allgemeinen Deutschen Musikerverband sind gescheitert, da das Präsidium des Verbandes in Berlin das Entgegenkommen des Konzerlverems München beni Tonkünstler- Orchester gegenüber als ungenügend erachtet. Damit ist bie Einigung zwischen Hosral Dr. Raim unb ben Mitgltebem bes früheren Kaimorcheslers rcieber verzögert ober überhaupt unmöglich geworben unb bie Sperre bes Allgemeinen Deutschen Musiker- verbanbes über Dr. Kaim bleibt bestehen. — JnK 0 n stanz sinbet zur Zeit ber Vertretertag bes Allgemeinen Deutschen Schulverems statt. In den Hauptvorstanb würben u. a. neu gewählt: Staaks- mmifter 5. D. Heutig, Wirkt. Geh. CbcrregterungSrat Dr. v. b. Leyen. Professor Dr. Schwatlo, Professor Dr. Hoeniger. AtS Ört für ben Vertretertag im Jahre 1909 würbe Berlin gewählt. Dem Lorsdstag bes Hatiptvorflanbes gemäß würbe mit großer Mehrheit beschlossen, daß ber Name bes Vereins abgeänbert wirb nnb m Zukunft lautet.-„Verein für b a S D e u l f ch t u m i m, Auslände (Allgemeiner Deutscher ^chulverein)". — Ttesgeyenbe Verstimmungen zwischen bem Herzog von Sachsen -Coburg- Gotha unb bem bisherigen Hoflheaterinlenbanten Kammerherm v. E b a i r haben bessen Rücktritt herbeigeführt. — Das von bem betau' t BühnenjchriUsieller L' A r 1 0 11 g e hinterlassene Ver- ni ö ß e .. ivirb aus ca. v Millionen Mr. geschätzt, haupyachlich aus ben Tantiemen, bie er jahrelang aus feinen Theaterstücken bezog. je 23 Schäler eine Lehrkraft, die Volksschulen dagegen int Durchschnitt für je 63. Auf dem Lande für je 68, in Schlesien, Posen, Westfalen, auf dem Lande 77, 86, 72. Am trostlosesten liegen die Verhältnisse in der O st m a r f. Selbst im Königreich Sachsen, dessen Untevrichtsverhältnisse ost als musterhaft bezeichnet werden, kommt in den Volksschulen auf je 66 Schüler, in den höheren Schulen auf je 14 bis 20 Schüler eine Lehrkraft. Für einen Volksschülcr werden ans Staats- und Gemcindemilleln in Preußen 53 Mk., für einen höheren Schuler das Dreifache (180 Mk.) aufgewandt. Tas ist zweierlei Maß, eine ungerechte Verteilung der Bildungsgüter, die etwa dem Trcillassenwahlrecht entspricht. Die Volksschule erscheint in dieser Verfassung als Armenschule, nicht als die Volksschule des Staates. (Zustimmung.) Die Klassen müßten um so kleiner sein, je junger hie Kinder sind. Klasseir- überfüllung führt schlechte Zucht herbei. Der Unterricht wird minbertocrtig, die Gesundheit von Lehrern und Kindern wird untergraben. Tie Berufssreudigkeit der Lehrer leidet. Ueber- lastete Schulstellen haben ständig Lehrermangel. Tas ungenügende Angebot führt mangelhaft veranlagte und ungenügend vorbereitete Lehrkräfte ins Amt, und durch Anstellung von Lehrerinnen in den Städten wird der männliche Lehrer immer mehr aufs Torf hinausgedrängt. Von den einstweilig angestellten preußischen Volksschullehrern amtierte nur jeder zwölfte in der Stadt. .Tie Ursachen des Lehrermangels liegen darin, daß die äußeren Verhältnisse der Volksschule in ihrer Entwickelung mit den Anforderungen an das Lehramt nicht gleichen Schritt gehalten haben. Tie Gegenwart verlangt andere Lehrer als eine frühere Zeit. Ter einjährige Militärdienst und der Ausbau der Lehrerbildungsanstalten haben die Ausbildung zum Lehrerberuf verteuert. Die geistliche Schulaufsicht, ungeregelte amtliche Verhältnisse, der Mangel jedes geordneten Avancements lassen den Lehrcrberuf wenig aussichtsvoll erscheinen. Auch das platte Land und die Kleinstadt liefern nicht mehr dieselbe Zahl von Lehrern wie früher. Die Errichtung von Lehrerbildungsanstalten in kleinen Ortschaften verfehlt deswegen ihren Zweck. Mehr Anwärter würden sich in größeren und mittleren Städten finden. Durch die unzweckmäßige Organisation der Lehrerbildungsanstalten ist den Schülern der höheren Lehranstalten der Eintritt in den Lehrerberuf unmöglich gemacht. Dem Lehrermangel kann nur abgeholfen werden durch eine grundsätzliche Reform des gesamten Volksschulwesens. (Beifall.) Die Volksschule mutz Volkseinheitsschule werden. Als verschämte Armenschule hat sie sich überlebt. Die Lehrerbesoldungsgesetze, auch die neuesten, bleiben hinter dem zurück, was in entsprechend zu bewertenden Berufen bezahlt wird. Die Lehrerbesoldung muß der Besoldung der mittleren Beamten entsprechen. Vor allem aber bedarf die amtliche Stellung der Volksschullehrer- fchaft einer Aenderung. Die Schule darf nicht länger Hintersassin der Kirche bleiben. (Beifall.) Wenn der Geistliche der Vertrauensmann des Staates in der Schule ist, so lvird der Lehrer dadurch zum Unterbeamten gestempelt. Eine solche Stellung war zu einer Zeit angemessen, als verkrachte Handwerker in der Schulstube standen. Je weniger man dem Volksschullehrer äußere Glücksgüter bietet, um so mehr muß man feine Stellung ehrenvoll gestalten. Erziehen kann nur, wer oben steht. Die Bildung san st alten sollten aus d en Dörfern und Kleinstädten hinaus, in die Universitätsstädte verlegt und Hochfchulmäßig eingerichtet werden. Wenn der Staat für Tierärzte, Landmesser und Forstbeamte Hochschulen errichtet, so sind sie auch für die Erzieher der Jugend notwendig. (Zustimmung.) Die von den Behörden gegen den Lehrermangel angewandten Mittel sind unzulänglich. Viele Präparandenanstalten sind trotz aller Werbearbeit nur schwach besetzt. ^Die Qualität der Lehramtsanwärter ist zumteil sehr mangel- haft. Selbst Krüppel, Stotterer, aus der Quinta Entlassene sitzen in den Präparandenanstalten. (Hört! Hört!) Viele müssen wegen Unfähigkeit bald wieder entlassen werden. Eine strenge amtliche Untersuchung würde haarsträubende Zustände enthüllen. Tas Schulamt gibt heute vielen, die sich den un,icheren wirtschaftlichen Verhältnissen nicht gewachsen fühlen, als Schutzhütte und Notdach. Die preußische Schulverwallung hat die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwunges nicht genutzt,"um ‘bie Schaben iw. Schulwesen zu beseitigen. Sie wird nur noch von Mecklenburg übertroffen. Mageres Gehalt, veralterte Aufsicht, enge amtliche Verhältnisse — das ist die Signatur de» Lehrerberufes in der Gegenwart. An die Stelle des Lehrers ist in den letzten Jahren, besonders im letzten Jahrfünf vielfach die Lehrerin getreten. Preußen erhöhte die Zahl seiner Lehrerinnen in den letzten 20 Jahren um 130 Proz., die der Lehrer um 46 Prozent. Der Lehrerinnenberuf ist einer der bestbezahlten Frauenberufe. Ter Lehrermangel kann dadurch nicht behoben werden, da sich die Lehrer durch die Anstellung von Lehrerinnen in den Städten auf das platte Land zurückgedrängt sehen. Dadurch wird der Lehrerberuf noch weniger anziehend. Unter besseren Verhältnissen wäre die nötige Anzahl von Lehrern leicht 511 erlangen. Welche Stell ungsolldieLchr erschuft nun zum Lehrermangel an ne hm en? Anwärter anzuwerben, ist keine Veranlassung. Tie Unterrichtsbehörden würden dafür kein Verständnis haben und dafür nicht danken. Tas Schädliche des Lehrermangels muß rücksichtslos gegeißelt und allen Kreisen der Bevölkerung muß die Bedeutung des Volksunterrichts zum Bewußtsein gebracht werden. Ungeeignete Elemente dürfen das Katheder nicht einnehmen. Man sollte die Unterrichtsbeamten in das Handelsministerium und an die Zentralstellen des Weltverkehrs schicken, statt daß sie mit konfesswnellen Stänkereien beschäftigt werden. Ein Lehrer bedeutet eine ganze Generation. Durch schlechte Schulen werdenMillionen um ihre Zukunft betrogen. Ein hofsnungsarmer Lehrerstand kann nicht eine hofsnungssreudige Jugend erziehen. Der Redner führte zum Schluß aus, was er hier gesagt habe, werde an ntandjer Stelle mißfallen. Aber die deutsche Lehrerschaft müsse offen vor her ganzen Nation aussprechen, wie es um die Volksschule steht. (Lebhafter Beifall. ) Die Volksschule als Veranstaltung des Staates müsse ihre Gleichberechtigung im Staate reklamieren. Ein Volk, bas nach Mehr Schulen verlangt, ist auf dem Wege zur Höhe und zur Ärafi. Ein Volk, das seine Felber bebaut, seine Forsten pflegt, Kriegsschiffe baut, bie gesamte Wehrfähigkeit zum Kriegsdienst ausbildet, darf nicht bei Hunberltausenden von Kindern die geistige und sittliche Ausbildung vernachlässigen. (Lebhafte Zu- Itimmung.) Ter Referent legte zu seinem Vortrage folgende Leitsätze vor: 1) Der andauernde Lehrermangel, der bei sachgemäßer Feststellung viel größer ist, als es nach der Zahl der nichtbesetzten Lehrerstellen den Anschein hat, ist begründet in der den Anforderungen und dem Wesen des Volksschulamtes nicht entsprechenden materiellen und amtlichen Stellung der Volksschullehrer, sowie in der unzweckmäßigen Organisation des Lehrerbildungswesens. 2) Bei dem unzureichenden Zudrang zum Lehrerberuf ist die Heranziehung einer ausreichenden Zahl von Persönlichkeiten, die, den Anforderungen des Lehrerberuss nach jeder Richtung gewachsen sind, nicht möglich,' die berufliche Leistungsfähigkeit des Lehrerstandes geht zurück. Jnfalge des Lehrermangels bleiben zahlreiche Stellen längere ober kürzere Zeit unbesetzt, über- füllte Klassen werden nicht geteilt, mehrere Klassen werden von einem Lehrer verwaltet, Klassen müssen kombiniert, bie Zahl der Unterrichtsstunden beschränkt, jüngere Lehrer häufig versetzt werden. Durch diese Zustände wird die unterrichtliche und erziehliche Wirksamkeit der Volksschule geschädigt, die Berufsfreu- digkeit der Lehrer getrübt, ihre Kraft zersplittert und ihre Gesundheit, wie die Gesundheit der Kinder durch lieber füttung der Schulklassen und Kombination mehrerer Schulklassen gefährdet. 3) Dem Lehrermangel kann dauernd nicht abgeholfen werden aj durch bloße Vermehrung der Lehrerbildungsanstalten in ihrer jetzigen Gestalt; b) durch materielle Erleichterungen für die angehenden Volksschullehrer und eifrige Werbung; c) durch Ersatz der Lehrer durch Lehrerinnen. 4) Eine wirkliche Beseitigung oes Lehrermangels ist nur möglich: a) durch eine zeitgemäße Regelung bet Lehrerbesoldung; b durch zeitgemäße Regelung der Lehrerbildung (allgemeine Vorbildung auf den allgemeinen Bildungsanstalten, Berechtigung zum Universitätsstudium): k) durch eine zeitgemäße Regelung der amtlichen Stellung der Volksschul- lchre-r, insbesondere durch Beseitigung der geistlichen Schulaufsicht und der bureaukratischen Bevormundung und durch Besetzung der Schulaussichtsstellen mit Voltsschullehrern: b' durch Abtrennung aller mit dem Lehrerberuf nicht innerlich in Verbindung stehen- der Nebenämter) c) durch Besettigung der Ausnahmestellung der Volksschullchrrr in staatsbürgerlicher und kommunalpolitischer Beziehung. 5) Tie deutsche Lehrerversammlung richtet an die Unter- richisverwaltungen der deutschen Staaten die einmütige und dringeirde Forderung, geeignete Maßnahmen zur baldigen Beseitigung des Lehrermangels zu treffen und damit den in dem Lehrermangel dem deutschen Volke drohenden Gefahren wirksam entgegenzutreten. 6) An das deutsche Volk richtet die Versammlung die Mahnung, seine schulen so zu schätzen und zu pflegen, daß sie die nationalen Kulturgüter der gesamten Volksjugend zu übermitteln und die geistigen und sittlichen Kräfte des jungen Geschlechts zur vollen Entwicklung zu bringen vermag. Der Vortrag des Generalsekretärs Tews über den Lehrermangel wurde mir stürmischem Beifall aufgenommen. Es wurde beschlossen, ihn drucken und bei den zuständigen Behörden und bei den Abgeordneten verbreiten zu lassen. Dann setzte eine lebhafte Diskussion ein. Lehrer Hufs (Darmstadt, weist darauf hin, daß in Hessen das liberale Schulministerium und die liberale Zweite Kämmer dafür gesorgt haben, daß die Lehrerbefoldung ausreichend ist. _ Man wäre aber noch weiter, wenn nicht der große Staat Preußen so rückständig wäre. Nachdem noch eine Anzahl Lehrer aus arideren Bundesstaaten zum Wort gekommen war, wurde der Lehrertag geschlossen._______ Deutsches Resch. Das Befinden der Kaiserin hat sich so weit gebessert, daß sie schon heute, wie aus dem Neuen Palais gemeldet wird, einen Teil des Vormittags im Park in der Umgebung des Palais verbringen konnte. Der Herzog von Cumberland hat dem Kaiser die Ernennung seines Sohnes Ernst August zum Leutnant im 1. bayrischen Neiter-Regiment angezeigt. Der Sultan von Sansibar wird auf seiner Europareise unter anderen Städten auch Berlin besuchen und wahrscheinlich von Kaiser Wilhelm empfangen werden. Ein Kurier des Zaren. Wie die hiesige Zentral- Korrespondenz aus Hofkreisen erfahren haben will, traf heute früh in Potsdam ein Kurier des Zaren ein, der von seinem Auftraggeber ein persönliches Schreiben für den Kaiser zu überbringen hatte, um sofort wieder die Rückkehr anzutreten. Besuch deutscher Eisenhütten leute in Can a da. Die deutschen Eisenhüttenleute sind von dem Canadian Minig Institute eingeladen worden, gemeinsam mit den Angehörigen der Jron and Steel Institute eine Reise zum Besuche verschiedener industrieller Anlagen Canadas mitzumachen. Die Fahrt wird am 24. August von Quebeck ausgehen. Erleichterung des Wechselprotestes. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz betreffend Erleichterung des Wechselprotestes. Immatrikulation von Frauen in Preußen. Den Berliner Morgenblättern zufolge rvird nach einer Mitteilung des Professors Adolf Ha mack beim evangelischsozialen Kongreß die Immatrikulation der Frauen an b en preußischen Universitäten vom n äch sten Wintersemester ab zu gelassen werden. Dann wird wohl auch Hessen bald folgen. Ausland. Der Internationale B e r g u r b c i ter ko n g r e ß in Paris beriet gestern vormittag über bie Verstaatlichung der Berg w,s r t e. Hierauf nahm der Kongreß efnstimmig, mit Ausnahme dcr poknischest Stimmen, die Resolutionen an, dittch bie die Verstaatlichung der Bergwerke unter völliger Garantierung deS Koalitionsrechts für die Arbeiter verlangt wird. Hierauf beriet der Kongreß die Frage der A l t c r s v e r s o r g n n g. Das Warschauer Kriegsgericht fällte wiederum 7 Todesurteile. _ i \ !' | Einzug Muleh Hafids in Fez. Aus Fez wird vom 8. Juni über den Einzug Mittel) Hafids gemeldet: Gestern erging durch Ausrufer die Anordnung, die Läden zu schließen und -zu Ehren Muley HafibS zu flaggen. Soldaten bildeten Spalier. Muley Hafid zog mit feiner Begleitung, die nicht zahlreich war, ein und besuchte zunächst das Heiligtum Mittel) Jdriß. Einem Gerüchte zufolge hätte Muley Hafid vier in Manchester ansässige marorkaniiche Kaufleute beauftragt, in London für feine Anerkennung zu wirken. Ans der amerikanischen Flotte. Daily Telegraph meldet aus Newyork, daß mehr als tausend Mattofen von der amerikanischen Flotte feit der Ankunft in San Francisko desertiert seien. Tie Matrosen wurden in San Francisko so glänzend aufgenommen, daß sie seitdem mit dem Leben an Bord unzufrieden waren. Zu den amerikanischen Präsidentenwahlen. Nach einer^ Meldung der „Sun" aus Chikago verfügt Taft bereits über die Stimmen von 491 delegierten des Nationalkonvents, so daß feine Ausstellung als Präsidentschaftskandidat gesichert ist. Aus Stadt rind Caßtfco Gießen, 12. Juni 1908. Ratschläge für Schulkinder gegen die Gefahren der Straße hat das städtische Schulamt zu Dresden herausgegeben. Sie lauten: 1. Trittst du aus dem Hause, so bleibbe erst einen Augenblick auf dem Fußwege stehen und sieh nach rechts und links, ehe du die Fahrbahn überschreitest. 2. Ueberschreite die Fahrstraße rechtwinklig und auf dem kürzesten Wege, nicht in schräger Linie. 3. Ueberschreite die Fahrbahn in raschen, aber nicht in hastigen Schritten. 4. Ueberschreite die Fahrstraße nicht kurz vor oder hinter Straßenbahnwagen, Automobilen oder anderen Fahrzeugen. 5. Breite verkehrsreiche Straßen überschreite nur an Straßenkreuzungen. 6. Führe auf der Fahrstraße keine Gespräche. 7. Bemerkst du während des Ueberschreitens einer Fahrstraße ohne Straßenbahnen ein plötzlich herankommendes Automobil oder anderes Fahrzeug, so bleibe in der Mitte stehen, springe aber nicht zurück. 8. Laufe nie abfahrenden Straßenbahnwagen nach: es kommt ja bald ein anderer. (Nicht überall die Red.) 9. Unterlasse das Auf- und Abspringen während der Fahrt. 10. Halte dich beim Aufsteigen und Absteigen mit der linken Hand am linken Griff an und sieh vorwärts. 11. Betritt nach dem Absteigen sofort den Fußweg und gehe erst über die Straße, wenn du beide Geleise überblicken kannst. 12. Berühre nicht herabhängende Leitungsdrähte. 13. Hörst du hinter dir die Glocke eines Radfahrers, so springe nicht nach rechts oder links, sondern gehe in gerader Richtung weiter. 14. Weiche stets nach rechts aus. 15. Halte dich nie an einen Wagen an. 16. Halte dich nie hinter oder neben Wagen her. 17. Tritt nie zu nahe an Zugtiere heran. Necke oder berühre sie nie. — Die Beachtung dieser Ratschläge ist auch Erwachsenen sehr zu empfehlen. * * * Das Großherzogspaar in Ob er Hessen. Heute vormittag fuhren die Großherzoglichen Herrschaften int Autpmotzzl .Von S^gilftobi ab, um sich nStz L^K zu hegeben. Hier gedenken sie einige Tage im Kreise ihrer fürstlichen Anverwandten zu verweilen. " Abonnements-Konzerte. Im Anzeigenteil dec heutigen Nummer ist die Einladung unserer Regiments- Kapelle zu ihren Abonnements - Konzerten veröffentlicht. Wie in früheren Jahren, finden diese beliebten Musikabende im Garten des Steinschen Saalbaues statt. Es sei noch bemerkt, daß die Bewirtschaftung nunmehr wieder vom Restaurateur Stein geleitet wird. * • Im Kolosseum entfesselt gegenwärtig allabendlich das Burlesken-Ensemble Blatzheim große Heiterkeitsstürme. Die beiden zurzeit auf dem Spielplan stehenden Burlesken „2x2 — 4" und „Zassa" enthalten eine Menge derbkomischer Pointen. Auch das übrige Programm ist recht gut. * * Zirkus Schuman u. Wie uns mitgeteilt wird, trifft der weltbekannte Zirkus Schumann am 19. Juni von Koblenz mit seinem Extrazug hier ein, um ein 6tägiges Gastspiel zu Gießen auf dem Oswalds Garten zu absolvieren. Die Eröffnungsvorstellung findet Samstag, 20. Juni, abends 814 Uhr statt. Den Zirkus Schumann wird wohl ein jeder kennen, er ist kein Reklameunternehmen, was man dort zu sehen bekommt, ist erstklassig. Ter Mar- stall besteht aus 120 edlen Rassepferden, die aus den hervorragendsten Gestüten Deutschlands, Rußlands usw. stammen. ** Unfall. Gestern nachmittag stürzte ein Radfahrer in der Frankfurter Straße so unglücklich über einen Hund, daß er am rechten Knie und Händen verletzt wurde und sich sofort in die Klinik begeben mußte. — Ruttershausen, 12. Juni. Gestern fand hier Bürgermeisterwahl statt. Von 97 Wahlberechtigten machten 71 von ihrem Wahlrecht Gebrauch und sie wählten sämtlich den seitherigen Bürgermeister Friedr. Klinkel I., der damit zum drittenmale zum Oberhaupt unserer Gemeinde gewählt wurde. = Friedberg, 10. Juni. Von den 19 in unserem Kreis bestehenden israelitischen Religions-Gemeinden erhebt zur Deckung ihrer Gemeindebedürfnisse die zu Griedel nahezu 100 Prozent Zuschlag zu den doppelten Grundzahlen und an ganzen Einkommensteuerbeträgen, nämlich 98,354 Proz., während die in Kirch-Göns überhaupt keine Steuer erhebt. Die übrigen bewegen sich zwischen diesen beiden Extremen. Friedberg selbst erhebt 6700 Mk. oder 25,454 Proz. Insgesamt bringen die Israeliten des Kreises 16 727 Mark Steuern zur Bestreitung ihrer religiösen Bedürfnisse auf. () Mücke, 10. Juni. Jug end feste sind auf dem Lande etwas seltenes, wenigstens viel seltener als in der Stadt. Weil sie abweichen von den gewöhnlichen Festen, an denen kein Mangel herrscht, bringt man ihnen viel mehr Sympathie entgegen. Deshalb vermißt man den mehrjährigen Ausfall des früheren hier beliebten Jugendfestes in der ganzen Umgegend mit Bedauern und um deswillen bringt man dem Wiederauferstehen des hiesigen Jugend- festes großes Interesse entgegen. Die Führung des Festes liegt vor allem in bewährten Händen, so daß fein Gelingen bei günstigem Wetter außer allem Zweifel liegt. P. Schlitz, 11. Juni. Am 23. Mai verhaftete der hiesige Genbarmeriewachtmeister Ohl im Dorfe Niederstoll einen Landstreicher, der angab, Gustav Borner zu" heißen; sein ©eburtSorf sei Bordeaux. Der Mann war am ganzen Körper tätowiert, sprach drei ober vier Sprachen geläufig und alle Anzeichen wiesen darauf hin, daß er nicht der sei, für den er sich ausgab. An Hand des Signalements eines Steckbriefes wurde er, nachdem eine Photographie an seinen Truppenteil gesandt worden, als Deserteur des 79. Infanterie-Regiments 9. Komp, in Hildesheim erkannt und am 3. Pfingsttage durch einen Sergeanten und einen Musketier wieder seinem Truppenteile zugeführt. Sein richtiger Name ist Piasecki, geboren 1882 zu Pudewitz, Posen; er soll ein ganz gefährlicher Bursche sein und hat schon 5 Jahre bei der Fremdenlegion gedient. Darmstadt, 11. Juni. Im „Konkordiasaale" fand am Dienstag die Delegiertenversammlung des Kathol. Lehrer Vereins im Großherzogtum Hessen statt. Bon den zur Beratung gestellten Anträgen dürften besonders folgende von allgemeinem Interesse sein: 1. Der Vorstand des Kathol. Lehrervereins möge dahin wirken, daß die ungerechtfertigten Versäumnisse b er Fortbildungsschule mit je 50 Pfg. im ersten Falle und mit 1 Mk. im Wiederholungsfälle bestraft werden (bisher 20 resp. 40 Pfg.). 2. An den Vorstand des Kathol. Lehrervereins soll das dringende Ersuchen gerichtet werden, für die Verleihung des passiven Wahlrechts an die Lehrer mit allen Kräften zu wirken. 3. Die Einreihung der Lehrer in das Beamtenbesol- dungsgesetz soll fortwährend im Auge behalten und für sie gewirkt werden. Einige weitere Anträge bezwecken die Pensionierimgsverhältnisse und die Gewährung von Umzugskosten der Lehrer und Schulverwalter. Alle Anträge wurden einstimmig angenommen. sd. Michelstadt, 10. Juni. Die Beisetzun g des Grafen Arthur zu Erbach-Erbach in der Familiengruft des Gräfl. Gesamthaufes in der hiesigen Stadtkirche vollzog sich heute nachmittag unter sehr zahlreicher Teilnahme von nah und fern bei günstiger Witterung, nachdem am Mittwoch abend die Ueberführnng der Leiche vom Trauerhause nach der Eginhardtkapelle im Gräfl. Schlosse und die Aufbahrung daselbst stattgefunden hatte. Von Verwandten, Standesherren usw. hatten sich u. a. eingefunden der regierende Graf Adalbert zu Erbach-Erbach, Leutnant v. Schröder als Vertreter des Großherzogs, die drei Söhne des Verstorbenen, der Schwager Fürst zu Bentheim-Tecklen- bnrg-Rheda, sowie dessen Bruder Karl, beide in Husaren- uniform, der Fürst zu Erbach-Schönberg und der Graf zu Erbach-Fürstenau, der Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Berle- burg, Freiherr von Heyl zu Herrnsheim, sowie Vertreter des Fürsten zu Sein in gen und des Fürsten zu Löwenstein-Wert- heim-Rosenberg, eine Deputation des Garde-Drag.-Regts. Nr. 23, sowie die Kapelle des Regiments. Der Sarg wurde von Hofhandwerkern ans der Kapelle durch den Rittersaal auf die Freitreppe getragen, dort wurde er von dem Stadtvorstand auf den Leichenwagen getragen. Der Kondukt setzte sich dann in Bewegung auf der Straße nach Michelstadt. Voran ein Trauermarschall, Bürgermeister und Gc- meinderat, Schuljugend, Gesangvereine, Kriegervereine, Trauermusik, Feuerwehr, Turn- und Radfahrvereine, Geistlichkeit, Dienerschaft, der sechsspännige Leichenwagen, die Witwe und die Kinder des Verstorbenen, der Senior des Gesamthaufes, die Anverwandten und Deputationen, Beamten usw. An Der Stockheimer Brücke traten die Michelstadter und Stockheimer Schuljugend, sowie der Kirchen- unb Stadtvorstand und die Geistlichkeit in den Zug ein. Bei der Beisetzung in. der Stadtkirme amtierten Piarrer Anthes und Oberpfarrer Bernbeck. Der Zug braucht^ eine Stunde bis nach Aiichelstadt, ebenso lang dauerte die Trauer- zeremonie daselbst. = Krofdorf, 10. Juni. Gegenwärtig sind hier mehrere größereGemeindeprojekte in Ausführung begriffen: die Zusammenlegung der Feldmark und die Anlage einer Wasserleitung. Während bis zum Herbste die llebergabe der Ländereien bereits erfolgen soll, smd für die Wasserversorgung bis jetzt nur die Schürfungsarbeiten beendet. Das Quellgeviet liegt in der Nähe der Obermühle, wo die Straße nach Hohensolms das Biebertal verläßt. Eine Anzahl vorzüglicher Quellen entspringen daselbst. Auch dürste die dortige Höhenlage für Krofdorf genügen. Gewisse Schwierigkeiten bietet aber die Durchführung durch das Biebertal mit den Ortschaften Bieber und Rodheim. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß die Leitung iiber Fellingshausen und durch den Wald nach Krofdorf geführt wird. Tie Dörfer Gleiberg und Vetzberg sollen an diese Wasserversorgung angeschlossen werden. Tie Unternehmer Steinmüller-Rodheim und Gerlach-Krofdorf haben die Schür- mngsarbeiten ausgeführt. X Oberkleen, 11. Juni. Unser im oberen Kleebachtale gelegenes Dörfchen ist neuerdings wegen seiner Tropfsteinhöhle viel besucht. Als uraltes Bauerndorf erregt eS auch noch in anderer Weise die Aufmerksamkeit. Schöne alte Bauernhäuser sieht man hier noch sehr viel. Fachwerkbauten mit zierlich geschnitztem Balkenwerk und neben jedem Haus das mächtige dachgekrönte Holztor von respektheischendem Alter sind die Wahrzeichen unserer Bauernhäuser. Dazu sind viele mit schönen Sprüchen geziert. Einer mag hier Platz finden: Des Morgens denk an deinen Gott, Des Mittags iß vergnügt dein Brot, Des Abends denk an deinen Tod, Des Nachts verschlafe deine Not. d. Steinbach im Taunus, 12. Juni. Hier büßte die 20jährige Ehefrau Elise Blum ihr Leben dadurch ein, daß sie auf die Kohlen des Ziegelofens Petroleum goß. Die dadurch herbeigeführte Explosion hatte die Kleider der Frau in Flammen gesetzt. h. Frankfurt a. M., 11. Juni. Bei einem Ehc- zwiste brachte der Gärtner Dietrich seiner Frau mit einer Eisenstange schwere Verletzungen bei und durchschnitt sich dann mit einem Messer die Pulsader der linken Hand. Der Mann, der in einem plötzlichen Anfall von Säuferivahnsinn handelte, starb an Verblutung. Das Befinden der Frau hat sich gebessert. Universitäts-NachrZchten. — InBerlin ist soeben die Ernennung eines vierten ordentlichen Professors für Nationalökonomie in der Person d.s 32jähr. Professors Ludwig B e r n Hard aus Kiel erfolgt. Er ist der Verfasser eines im Spätherbst 1907 erschienenen Buches „Tas polnische Gemeinwesen im Deutschen Reich/' Ties Wert' erregte Aussehen. Mit Recht: denn cs brachte eine gründliche «Erforschung und Darstellung der wirtschastlichen Mächte, die die Polen m Verdeutschen Ostmark aufgcbaut haben. Wie es heißt, hat Bernhard an amtlichen Stellen darauf hingewiesen, daß er einen vorteithasten Ruf nach F-reiburg i. B. bezw. Tübingen erhalten habe; nehme er ihn an, so sei die Fortsetzung seiner Polenstudien unmöglich, da ein Lehramt in Baden oder Württemberg ihn voll in Anspruch nehmen werde. Daraufhin hat das Ministerium so eilig, daß cs weder vom Landtag die Mittel forderte, noch die Fakultät befragte, B. einen neuen Lehrstuhl für Nationalökonomie in Berlin eingerichtet, um die Fortführung von Untersuchungen über die polnischen Verhältnisse W sichern. Die Universität hat daraufhin ein Gesuch an den Minister gerichtet, in Zukunft meßt wieder in derselben Weise -u verfahren. Das preuß. Kültusministerium erklärt übrigens, daß es sich gar nicht um eine neue Professur handle, sondern um die etatsmäßige Besetzung eines Extraordinariats. Allerdings ist Professor Bernhard zum per- önlichen Ordinarius ernannt worden, weil er bereits in Kiel Ordinarius war. ’ Der Eisenacher Burs ch entag, von dem wir gestern schon einige Mitteilungen machen konnten, beschloß, für das Fritz Reuter-Denkmal m Slavenhagen 1000 Mark zu bewilligen. Ferner wurden int Geschäitsjahr 1907/08 für Kolonial-Verein, Alldeutschen Verband, Ostmarken-Verein, Verein für das nördliche Schleswig lind Deutschen Schulverein insgesamt 7230 Mark aufgebracht. Zur Alkoholfrage wurde folgender Beschluß einstimmig angenommen: „Tie deutsche Blirschenschast erklärt sich gegen jegliche übertriebene Anwendung des Truikzwanges und sieht den in tnefem Sinne von den Alten Herren gegebenen Anregungen fymphansch gegenüber". Ter Kampf der o st e r r e i ch i s ch e n S t u d e n t e n- fchaft für die akad emi sehe Freiheit war Gegenstand einer Symphatiekundgebung des Btirschenlages. Es wurde folgendes Telegranini der Wiener Burjchenschafl Silesia überfaiidl: „Die deutsche Burfchellschaü spricht der an der Spitze der freiheitlich gefilmten Studentenschaft Oesterreichs kämpfenden Burschenschaft der Ostmark ihre wärmste Teiliiahme und Anerkennung aus zu dem Kampfe gegen die klerikalen Angriffe auf die Freiheit der Uni- versitälen und hofft, daß sie diesen Kampf siegreich zn Ende führen wird." * Ein schweres Eis en bahn Unglück. Ein Personenzug, der am Doniierstag vormittag gegen 12 Uhr Mons (Belgien) verließ, eiitg leiste bei Mafflc. Ter Gepäckwagen stürzte auf die Lokomotive, welche den gaiizen Zug m Brand fetzte. Nach einer amtlichen Mitteilung wurden drei Personen getötet und 15 Per- fönen verletzt. Tie Maschine, ein Gepäckwagen und fünf Personenwagen sind verbrannt. * In Bad Reichenhall e r st a ch der Bäcker Behringer den Metzgermeister Petraschka; darauf verletzte er den Sohn Pelraschkas und einen herbeieilenden Kellner schiver. Er wurde verhaftet. O p f e r d e r B e r g e. In den Appenzeller Bergen ist ein junger Alami an§ Ehemnitz, der in Eonsianz angestellt ivar, im Nebel verirrt und über eine Felswand abgestürzt. Dian fand die Leiche mit zerschmettertem Schädel unterhalb einer Cchncehalde. — In den Walliser Alpen ist der erste Elarineltiit des Sau- fanner Orchesters, Arthur Möbcs, ein Deutscher, durch eine Fcls- rmne abgestürzt. Eine Expedition ist 511 seiner Aufsuchung aufge- brochen. Jedoch besteht wenig Hofsnimg, ihn noch am Leben zll finden. Kleine Tagcschrouik. In Stuttgart ivuroen in zwc: Posttartcnhandlunge-.i Rc- produtiionen eines Gemäldes „L c d a mit dem Schwan" beschlag nahm i. In nicht öfsentlicher Verhandlung wurde im objektiven BcrfalTrcn auf Einziehung und Unbrauchbarmachung der Postkarten erkannt. Ein Strafverfahren gegen die Händler wurde nicht eingeleitet. In H e i d e l b e r g goß das 15 jährige Kindermädchen Anna Harnnann Spiritus in das Herdfeuer; die Kanne explodierte und das Mädchen stand alsoald in Flammen. Es cr- lut so schwere Brandwunden, daß kurze Zeil darauf der Tod einlrat. , / Trotz aller Versuche, beit T u r m der Kirche von Santo Stefano zu Venedig zu erhalten, scheint die angewendete Mühe vergebens gewesen zu sein. Der Turm des ehrwürdigen Goltcshanfcs, das viele kostbare Schätze birgt, droht einzustnrzcu und es diirfie keine Möglichkeit mehr vorhanden sein, der Zerstörung Einhalt zu tun. In TifliS wurde am n. Juni, mittags, tue Kasse beß Zollamtes von zehn Räubern über fallen und aus- gerau bt. Der Verwalters vier Diener, und- noch eine Person wurden getötet. Bei der Verfolgung wurden drei Räuber getötet und einer üemjunhet; zwei Polizeibeamte wurden verwundet. Sechs Räuber mit den geraubten 24 000 Rubeln entkamen. Die Prinz Heinrich-Zahrt. 1IL Kiel, 12. Juni. (Tel.) Heute haben die Teilnehmer nach dem gestrigen Ruhetage die 382,8 Kilometer lange Strecke Kiel— Hamburg zurückzulegen. Tie Fahrt begann um 5 Uhr. Um 11 Uhr begann die Schnelligkeitsprusung. Gestern nachmittag folgten sie einer Einladung d.'s Protektors 5um Besuch der Hochseeflotte. Einer der Hauptfavoriten, Fritz Erle (Benz-Wagen', ist uni jede Chance gekommen. Er hatte einmal 15 Minuten unfreiwillig Aufenthalt auf der Strecke, um seine zu straff gewordene Kette zu lockern. Es ist bereits eine große Zahl von Protesten, teils wegen unerlaubten Vormhrens, teils wegen anderer Vorkommnisse, eingelegt worden. Gestern trat der Arbeitsausschuß zu einer Sitzung zusammen, um über diese Proteste zu beraten. Handel. Köln, 11. Juni. Wie die Köln. Ztg. meldet, steht die Kündigung des Roheiseusynditales zum ersten Juli dieses Jahres m sicherer Aussicht. Tie Kündigung wird die Folge haben, daß die Hüllen vom 1. Oktober er. ab Verkaufe für die Zeit vom 1. Januar 1900 ab selbständig tätigen können, sofern nicht vorher noch eine Verständigung über em neues Syndikat erzieit wird. Märkte. ss Marburg, 11. Juni. Auf dem heutigen Schweine-^ markt standen 640 Ferkel, Läufer und Mastfchweine zum Verkauf. Es kostelen Ferkel 34-40 Mk., Läufer 70—90 Mk. und Mastschweine 130—140 Mk. je nach Größe und Qualität. Der Handel ging flau. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am SamStagldcn 13. Juni: Fortdauernd heiter. Heiß. Für die nächsten Tage besteht Neigung zu lokalen Gewittern. Grsginal-Vrahttnel-uirgen. Paris, 12. Juni. Ein Spezialkorrespondent des „Matin" hatte eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Stolypin und dem Minister des Aeußern Iswolski. Stolypin erklärte, die Grundlage der auswärtigen Politik bleibe immer die Allianz mit Frankreich. Die Freundschaft Rußlands mit England stimme vollständig überein mit den friedlichen Zielen, die der Zweibund verfolge. Neben der Freundschaft mit England bleibe die traditionelle Freund schäft Rußlands mit Deutschland bestehen, die auf keine Meise durch das russische Einvernehmen mit England leiden werde oder beeinträchtigt werden könne. Iswolski erklärte, die cnglisch-rujsische Freundschaft habe bereits Komplikationen verhindert, die wegen der augenblicklichen Lage in Persien hätten entstehen können. London, 12. Juni. Nach einer Depesche deS „Standard" ans Reval verübte eine Lehrerin 2 Tage vor der Ankunft des Kaisers Selbstmord, weil sie die vom terroristischen Komitee erhaltenen Befehle in Bezug auf die K a i s e r f a m i l i e nicht a u § f ü h r e n wollte. Bekanrttmachmrg. B e tr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Hauken bei Gießen. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. . Gießen, den 12. Juni 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum- BetmMtmachmrg. Betrifft: Feldbereiuiguug in der Gemarkung Oppenrod. Die nachstehende Bekanntmachung bringen hiermit zur öffent- licheu Kenntnis. Gießen, den 11. Juni 1908. B A$ G.roßhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen. M e c u m. Bekanntmachung. Betr.: Wie oben. . Nachdem die Feldbcrein.gung in der Gemar.nitg Hausen bei Gießen endgültig beschlossen and der Beginn der Feldbereinigungsarbeiten von Graßh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe angeordnet worden ist, lade ich hiermit sämtliche beteiligten Grundeigentümer zu der in Gemäßheit des Art. 16 des Feldbereimgungsgesetzes Samstag, ven 2 <. Juni 1908, vormittags 9 Uhr im Rathaus zu Hausen stattfindenü>en Versammlung cm. Die Versammlung hat: . , . . 1. darüber zu beschließen, wie die Feldbereiiiigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt oder den Abschätzuugswert der Grundstücke oder abgesehen von dem in Art. 20 des Feldbereinignngsgc>etzes bezeichneten Fall, durch Bildung und Verkauf vmt Mafi^ grundstücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfnis erhoben, oder ob die Kosten durch Kapitalaufnahme aufgebracht werden sollen: 2. die zur Vollzugskommission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter (Art. 36 Ges.» zu wählen. Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Beteiligten vorgebracht und beraten werden. In dieser Versammlung hat jeder anwesende, beteiligte Grundeigentümer eine Stimme, auch wenn er wehr fach bevollmächtigt ist. Die Beschlüsse erfordern zu ihrer Gültigkeit eine Mehrheit von Zweidritteilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Beteiligi.en verbindlich. Beteiligter Grundeigentümer im Sinne des pcld- bereinigungsgesetzes ist, wer im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist. Der Inhaber einer erblichen Leihe wird dem Eigentümer der Grundstücke gleichgestellt. ^Wenn einhiernacl) beteiligter Grundeigentümer oder bekannte Erben derselben Nicht vorhanden sind, der Aufenthalt der Beteiligten unbekannt ist oder diese sich außerhalb des Deutschen Reiches aufhalten, »o ist der Besitzer als Beteiligter zu erachten, mfofern er: sich durch eine entsprechende Bescheinigung des Ortsgerichts al» solcher Ist unbekannt oder ungewiß wer beteiligt ist, so findet die Vorschrift des § 1913 des Bürgerlichen Gesetzbuches entsprechende Anwendung. , , . , . c k Gehört ein Grundstück zum Gesamtgut, so bedarf der Mann nicht der Zustimmung der Frau. Gehört ein Grundstück hum eingebrachten Gute der Frau, so bedarf diese nicht der Cinwilli- ^Bertret'er von beteiligten Grundeigentümern haben gehörige Vollmachten vorzulegen. , . r . Kommen gültige Beschlüsse Nicht zu.stände, so hat- zu 1. Die Vollzugskommission die erforderlichen Beschlüsse 3u zu 2. Die Landeskommission, die Sachverständigen und Schieds- 8ugieil)tCrfvr“crcnCidj 'die außerhalb H ausen wohnenden beteiligten Grundeigentümer (Ausmärker) auf, öur Wahrung ihrer Interessen einen in Hausen wohnenden ^^ollmachtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe de» Feldbereinigungsverfahrens an fie nicht meÄr erfolgt., Friedberg, den 3. Ium 1908. Ter Großh. Feldbereinigungskommisiar. gez. S ch n i 11 s pa h n, Kre-.samtmann., Bekmmtmachmrg. Betrifft: Wie oben. Da der zum Sachverständigen gewählte Landwirt Johannes Brück II. von Oppenrod gestorben V1., so ist die Neuwahl emes Sachverständigen vorzunehmen. ,o , . , . ., Indem ich dies zur onentlichen Kenntnis bringe, lade ich gleichzeiug säinillche beteiligte Grundeigentümer zur Neuwahl eines zur Vollzugstommifsion zu berufenden Sachverständigen ans San.'otag, den 27. Juni 1008, vormittags 9'/, Uhr, in den Saal des Wirts Weller zn Oppenrod ein. In dieser Versammlung hat ieder anwesende beteiligte Grundeigentümer eine Stimme: die Wahl erfordert zu ihrer Gültigkeit eine Aiehrhen von zwei Dritteilen der Anwesenden und ist unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Beteiligten verbindlich. , . , , x.. .. Wird, was zulässig ist, ein Stellvertreter der Sachverständigen zum ordcutlicheti sachverständigen gewählt, so findet alsbald auch die Wahl eines Stellvertreters statt. , Koimnt eine gültige Wahl nicht zustande, so hat die LandcS- kommifsion den Sachverständigen zu ernennen. Friedberg, den 6. Juni 1908. Der Großherzogliche Feldbereinigungs-Kommissar. gez. Kirn berg er, Krelsamtmann. Licht- Md Luft-Bad MeWtn-Vm« Ach! 1116 Unistjrrt Versammlung Sonntag, den 14. Juni, nachmittags 3 Uhr, bei Mitglied Straft, „Zum Tannhäuser", Gießen, Frankfurter Straße 81. Taaes-Qrdnung: 1. Praktische Hebungen; 363ö 2. Vereinsangelegenhelten. Buß. Vergebung non Mer- nnö WHmbeiien. Die Pflaster- und Chaussirarbeiten für den Ausbau der Bismarckstraße zwischen der Henselstraße und dem Alicering sollen TonnerStag, den 1$. d. Mts., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. ... . . Arbeitöbeschreidimg und Bedingungen liegen wahrend der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeit- vuntt verschlossen und mit entsprechender Aufichrnt versehen an uns einzureicheii. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 10. Juni 1908. B1-/# Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Täglich geöffnet von vorm. 6—8 Uhr abends. Eiuzelkarte für Erwachsene 30 Pfg. „ „ Kinder 20 „ Abonnementskarten für Erwachsene. . . 0.— ML. „ „ Kinder .... 3.— „ „ Studenten . . . 3.— „ sind beim Bademeister Müller zu haben. Beikarten für die Frauen und Kinder unserer Mitglieder (Mk. 1.— bezw. 50 Pfg. pro Jahr) sind bei dem Rechner der Gesellschaft erhältlich. v"/, Arbeitsvergedung. Das Lieser« und Verlegen pou Ricmenböden, sowie die Weißbinderarbeit zur Unterhaltung der Gebände der Stadt" mädchenschnle in der Schillerstraße soll Samstag den 20. Juni d. I., vorm. 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf vorgeschrlebenem Formular, das daselbst erhältlich, find bis zur genannten Stunde an und abzugcben. — Zuschlagsfnst 14 Tage. Gießen, den 11. Juni 1908. B11/» Städtisches Hochbauamt. G. erbel. Brlauz der Akticugescllschlift h. VsstAv-Vttti» jii A.-Lindeil c.iu 31. Dezember 1907. Aktiva. Jft Ausgeliehene Kapitalien u. zwar: a. Obligationen u. Schuldscheine 1206599.11 F. Wertpapiere 74565.48 c. Guthaben bei Banken 1644.50 ä.Konto-Korrcnt- Verkehr 14630.— Güterkaufschillinge 7025.07 Mobilien 850.— Kassenvorrat 4249.20 Ausstände 62670.98 UnersetzteVorlagen 223.83 1372458.17 Grwrnn- und Einnahmen. JC Zinsen von ausge- liehenenKapitalien 55337.50 Verzugszinsen von Güterkaufgeldern 558.76 Besondere Einnahmen 72.55 Nachlasse von Güter- kausschillingen 139.85 56108.66 Passiva. Einzahlung der Aktionäre 12500.— Aufgenommene Kapitalien 1273510.06 Rücklagefond 15915.16 Rescrvcfond 61727.71 Reingewinn 8805.24 1372458.17 ; Verlust-Konto. Ausgaben. JL Zinsen von aufgenommenen Kapitalien 43413.95 Besondere Vergütungen 129.04 Gerichtskosten 53.59 Verwaltungskosten 1376.60 Botenlohn und Ver- kündlgungSkosten 102.38 Zeitungsformularien und Buchbinderkosten 80.99 Steuer-u.Kommunal- abgaben 660.90 Minderwert der Wertpapiere 1486.97 Reingewinn 8805.24 56108.66 (3645 Großen-Linden, nm 11. Juni 1908. Der Vorstand. 53 Futzzutaten im. Preise bedeutend herabgesetzt. A. Goldschmidt * Glessen Neu für Giefieu! Neu für Gienen! a1’/. acaHSE 17. Juni. Neuanmeldungen und Eintritt täglich. nach 3638) Löberstrabe 22. Mein Neubau ist sertiggeftellt und wird demnächst eröffnet Der Rätuniugs-Unt^ugs - Ausverkauf tat ta nur noch rage Tage Bahnhofstraße 59. D% a ■ Kaufhaus & Elsoffer, Giessen Bahnhofstrasse 23 — Bcke der Zeöwengasse. a13/, (xelegenheitskant früherer Preis 3K—ZI Mk Mk acht ilciTd)icbcnc‘i WMM Eingr. Eisschrank weg. Bauung einer Kühl-Anlage zu verkaufen. Ludwig HaaS, Metzgermeister, Wicseck. (3634 Ein Kanarienvogel entflogen. Gegen Belohnung abzugeben Neue Malta-Kartoffel 3 Pfd. VU Strohhüte tür Mädchen, Knaben und Herren spottbillig". N GlneDskli! fei» gründlich erlernen. Auf Wunsch m kurzer Zeil. Dammstr. 48,1. St. (04659) WemstubeSchott täglich frische [3628 Erdbeer - Bowle. Auskunft ertymeü 9hb Star Linie in Antwerpen, W. 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Ein Familienbillet für 3 Personen 7.— Ein Personenblllet ..... 2.40 „ Kasienpreis ....... 0.75 r Die Liste zirkuliert. — Wie alljährlich finden die Konzerte Donnerstags statt, außer dem ersten, welches am Freitag, den 19. Juni abd§. 8 Uhr beginnt. Der Anfang der Konzerte wird außerdem im Gießener Anzeiger bekannt gegeben. C. Krause, Großh. Musikdirektor. Karten im Vorverkauf sind bei Herrn E. Cballier, Ncuen- weg, und beim Vorzeiger der Liste zu haben. C‘% Zur Teilnahme an den: am Sonntag, den 14. Juni, über Aßlarn.Gladenbach stattfindenden Herren - Ausflug werden die Mitglieder hiermit freundlichst eingeladen. [v12! Zur Vorbesprechung wollen sich die Teilnehmer Samstag abend auf der Kegelbahn im Caftz Eoel einfinden. Der Vorstand. Marie , ak. geb. Lehrerin Schaazenstrasse 22 p., Ecke Westanlage. 3631 Guterhaltene Badewanne, sowie Kinderwagen billig abzu- geben. (04891) Licherstr. 7, part. Zigarrenfabrik sucht eine in Betrieb befindliche Fiägs^e im Kreise Gießen oder Wetzlar. Schriftliche Angebote unt. 3611 an den Gießener Anzeiger erb. Im Grasabmachen enwfiehlt sich Emil Müller, Kaiser-Allee 8. Giessen Walltorttr. 36—28 (früher Cafe Leib) Telefon 644 Feinstes Famillen-Sommer-Theater. Heuw Freitag: Keine Vorstellung, da Gastspiel in Marburg. Das anac^undigte Militär - Konzert fällt der küblen Witterung halber aus. Morgen Samstag, den 13. Juni: Große Vorstellung. Sonntag, den 14. Ium: 2 Vorstellungen, 4 und 8 Uhr u-i°mr Frühschoppen-Vorstellung 4 Mr-Nachmittagsvorstellung bei ermäßigten Preisen. Militär Wochentags und Sonntags nachmittags aus allen Plätzen halbe Preise. Ab Dienstag, den 16. Juni 1908 : 04918 21$ p« MbiN. HWMzWMmL titr um den großen Preis von 3000 Mark 15 Damen der besten Ringerinnen haben sich zur Konkurrenz gemeldet. Passe par tons %r6^6eiißinatiimpfe 1inb an ber Äöf,c Im vorderen Restaurant Konzert der Hanskapellc. Entree frei, -las M" Bier 12 Pfennig, -^s Es ladet ergebenst ein Albert Rappinunn, Direktor u. Inhaber Sonntag und Montag. 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