Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.
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Der Mittwoch vung aus
das „Grand Casv Trapp", das diesen Warnen führt, weil es nicht in Straßburg oder Wieg liegt, sondern int Herzen Deutschlands. Die reichlich groben 9läunie füllten sich mit den in leuchtenden Farben geneideten Tarnen in verhältnismäßig geringer Zahl, untermischt von den in ernsteren Farben austreteuden Herren. Tas hellleuchtende Bild änderte sich, als dann nachher zahlreiche Besucher der genannten Generalversammlung herüberkamen und die letzten Plätze im Lass entnahmen. Für den Beobachter, der ein ruhiges Plätzchen gewonnen hatte, ivar es unterhaltend, ans dein nun entstehenden Sttmingewirre bald die entzückten Ausrufe der Konzertbefucher, bald Bruchstücke von Sätzen, die von be- fchränkrer und unbeschränkter Hafttuig handelten, herauszuhoren. An alledem imbeteiligt faßen nur an ihrem Stammtisch unsere „Akadeintker", die in voller Couleur erlist tmd würdig der Ber- ülgung von Bier oblagen und darin unterstützt wurden von ihrem in beit Farben feiner Herren gekleideten Couleurdiener, der um die Crgänzuug des „Stosses" eifrig bemüht mar.
So endete der für das stille Friedberg ereignisreiche -tag. *
— Das neue Kieler Stadttheater wird den Kieler Steuerzahlern immer „teurer". Nachdem für den Bau im Mai 1902 1305 000 Mk. bewilligt waren, wurde diese Summe im Februar 1904 auf 1500 000 Mk. erhöht, wozu im Mai 1907 noch 50 200 Mk. kamen, so daß der Bau allein mit 1 550 200 Mk. zu Buch stand- Jetzt werden mindestens 160 000 Mk. nachgefordert mit der Begründung, daß seit Beginn des Baues eine bedeutende Preissteigerung der Rohmaterialien und Arbeitslöhne erfolgt ist. Außer dieser Summe werden noch 30 000 Mk. für den Fundus des neuen Stattheaters gefordert, nachdem man anstatt der zuerst geschätzten 125000 Mk. bereits 297 000 Mk. für den Fundus gezahlt hat. Mit den neuen Nachbewilligungen tostet das Theater der Stadt 2 200 000 Mk.
— KleineChronik ausKunst undWissenschaft. A u g u st 2 u n k e r m an n, der bekannte Reuter-Interpret, erlitt in Frankfurt einen Schlaganfall. Er liegt im Heilige-» Geist-Hospital. Die Sprache ist wtedergekehrt, das AUgemeüibesinden den Umständen nach befriedigend. — Zu einem Denkmal für D. Fr. Strauß, dessen 100. Geburtstag jüngst gefeiert wurde, hat ein hanseatischer Großkaufmanii als erste Gabe 5000 Alk. gespendet.
12as Denkmal soll m Ludwigsburg errichtet werden. — Siegined Wagners neueste Oper fall den Titel Dietrich von Bern tragen.
polHifc^c Lagesßchan.
Die Besolduugsfrage in Preußen.
zweite Akt der Beamtenbesoldungsfrage ging am im Abgeordnetenhaiife von statten. Die Folge- ber Besoldungsverschiebung im Reiche ist von der
Heer und Flotte.
Berlin, 11. März. Es steht jetzt fest, daß ein Veterinär- Offizier-51 orps, dessen Schaffung die Kabinettsordre von 1903 verhieß, schon nächstes Jahr ins Leben treten wird. Dian märtet nur den Ueberiritt der ersten Abiturienten ins Heer, der 1909 erfolgen wird, ab.
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„wenn" des $ it die Finanztesn c. Aber es isl r inten Bctjprechi^ ni vor Uebeiheib^ i Rciü mit 800 5! ironischer Weise len sollen, daß birc :tenbotlagcn bränx' läge wirb bas Sh1 nationalen ?trata
preußischen Staalsregierung dahin gezogen worden, daß auch die preußische Besoldungserhöhung warten muß. Die Be- soldungSvorlage soll im Oktober dem für diesen Zweck einzuberufenden preußischen Landtag unterbreitet werden. Sie soll rückwirkende Kraft vom 1. April 1908 an erhalten. Datz gilt für Beamte, Geistliche und Lehrer. Mit möglichster Beschleunigung, also jedenfalls noch in der laufenden Tagung, sollen den unteren und mittleren Beamten — bis zu denen mit 4200 Mk. Gehalt — außerordentliche Zulagen von 100 und 150 Mk. gewährt werden. Auch den Lehrern mit geringerem Einkommen soll eine einmalige Zulage zuteil werden, während die Geistlichen einer momentanen Hilfsleistung entraten müßten. Dies etwa ist der Kern der Mittwochserklärungen des Aizeprästdenten des preußischen Staats- ministerittms v. Bethmann-Hollweg und des Finanzminiilers Freiherrn von Rheinbaben. Vorher waren die vier Interpellationen kurz namens der Antragsteller begründet worden.
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König Alfons in Barcelona.
König Alfons hat keinen geringen Beweis von Mut dadurch gegeben, daß er nach Barcelona gereist ist, dem Hauptsitz der spanischen Anarchisten. Allerdings roirb^ der König von einem ganzen Heer von Polizisten bewacht. Trotzdem lassen es die Anarchisten an Versuchen nicht fehlen, Anschläge auf das Leben des Königs zu verüben. So verlautet, daß gestern früh am Quai Atararanas ein Explosivkörper explodiert sei, der in ein eisernes Rohr der Kanalisation gelegt worden war. Die Behörden sollen alle Spuren der Explosion verwischt und völliges Schweigen über den Vorfall beobachtet haben, so daß zunächst nichts darüber in die Oeffent- lichkeit gedrungen ist.
Dresden, 11. März. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer kam es bei Besprechung des freisinnigen Antrages, die Sitzungen der Wahlrechtsvorlage-Dep u t ation öffentlich zu führen, zu stürmischen Szenen zwischen Präsidium und äußerster Linken. Als auf den Tribünen lebhafte Kundgebungen für die Redner der Linken erfolgten, ließ Präsident Mehnert die Tribünen räumen.
Deutsches Reich.
Berlin, 11. März. Allgemeines Sinken der Fleischpreis-e im Einzelverkaus wird angekündigt. In den letzten acht Tagen traten der Fleifcherzeitung zufolge in vielen deutschen Städten bereits PrcißerMäßigungen ein, u. A. in Berlin, Mainz, Marburg, München, Plauen t V.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." rann gegenüber den in mehreren Blättern enthaltenen 'Nachrichten auf Grund einer Anträge an zuständiger Stelle bestimmt erklären, daß ein ehren- gerichtlicherSpruch gegen den Grasen Hohenau bisher nicht ergangen ist.
— Von einer den Grafen Albrecht und Wilhelm von Hohenau, Leutnants im Regiment der Gardes du Corps, naheslelienben Sette wiro geschrieben, daß die beiden Offiziere nur einen neunmonatigen Urlaub antreten und am 1. Dezember ds. Js. wieder zum Regiment zurückkehren.
Schlobitten, 11. Ddärz. Vom Hofmarschallamte ist der Fürst zu Dohna benachrichtigt tvorden, daß der Kaiser in der zweiten Hälfte des Mai zur Frühjahrspürsche nach Prökelwitz kommen werde. Auf der Rückreise i)t auch ein kurzer Aufenthalt in (Sabinen geplant.
Chemnitz, 11. Marz. Eine von tausend Personen besuchte Arbetterveriammlung erzgebirgischcr Strumpfwirker beschloß die Fortsetzung des seit elf Wochen währenden Streiks.
München, 11. März. Die Tarif Verhandlungen im Baugewerbe haben ihren vorläufigen Abschluß gefunden. Die endgültigen Tarifberatungen werden erst am 20. März stattfinden.
An-Iano.
Paris, II. März. Präsident Fallidres, wird, wie gemeldet in der zweiten Halste des Monats Mai anläßlich der Eröffnung der französisch-englischen Ansstellnug England besuchen, er wird auf dieser Reise von dem Minister des Aeußern Pichon begleitet.
— „Figaro" erfahrt ans London, Kaiser Wtlyem habe T w e e d m u t h ausdrücklich ermächtigt, feinen Brief zu veröffentlichen, und ihm versichert, es werde ihn nicht verletzen, ivenn die engliche Regierung von feiner Ermächtigung Gebrauch mache, die Regierung habe jedoch befchlossen, den privaten Charakter des Kaiserbriefes zu achten.
London, 11. März. Rach einer Meldang der „Titnes" ans Teheran sind e r n st e Unruhen i n Schiras aus- gebrochen. Chivamel Diulk und dessen Sohn wurden erschoßen, ebenso zwei hervorragende DiullahS. (iuie Partei ist im Vormarsch aus 'Teheran. Die Unruhen dauern fort. Tie Mcwuitg besagt weiter, die Reakiionäre drangen den Schah zu einer Aktion gegen das Parlament. Tas yjiinntenuni verhalt fich passiv.
— Tie Acorgenblcttfer melden aus Bukarest: Tie Agrarbewegung nimmt allerorten zu. Bei einem Zusammenstöße von Bauern und Militär gao es zwei Tote und mehrere Verwundete. D^e Bewegung erstreckt sm- auf bie untere Waiack>ei. In Tisani erstürmten Bauern den Gutshof des Groß- grundpäck-tcrs Fisü-er. An allen Telegraphenstangen des Bezirkes Timbowitza wurden geschriebene Proklamationen gesunden, in denen die Bauern aufgefordert werden, sich zu erheben, alle Bulgaren zu erschlagen und dahin zu schicken, wohin sie voriges Jahr ihre Brüder gesandt hatten.
Sofia, 11. DLärz. Zu dem Streite über die Ehe. schließung des Fürsten Ferdinand erklärt Erzbischof Menini folgendes: Ter Fürst ging ursprünglich den Papst um Tispenz zur Schließung einer gemischten Ehe an. Der Papst verwies ihn an mich als die für den Fürsten direkt zuständige Kirck-enbehprde. In einem an den Wiener Erzbischof adressierten Schreiben gab ich die erwünfchte Einwilligung unter der einzigen Bedingung, daß eventuelle Kinder des neuen Ehebundes katholisch erzogen werben. Tem Fürsten neben der katholischen eine pro- tcftantisck-e Eheschließung zu verbieten, daran habe ich nicht einmal gedacht unb glaube auch nicht, daß der Bamberger Erzbifchos eine Wiche Bedingung gestellt hat, da er nur die von nur ausgestellte Vollmacht durchzuführen hatte. Menini glaubt zu wissen, daß in Öfterste in ferne evangelifche Trauung stattfand; wenn es aber doch der Fall war, so tonne niemand etwas dagegen tun.
Untitz, bie wohlweislich Halt macht vor dem Spirituskartell, macht die nationalliberale Fraktion des Reichstags nicht mit; aber eine wachsame Aufsicht des Staates uno, wenn nötig, sein Eingreifen, hält auch sie für geboten, wo die bleberspannnng der Privatwirtschaft zu einer Schädigung bet Arbeiter, Industrie und Konsumenten auszuarten droht. In einer Anlehnung an den bekannten Angriff des Herrn Lueck im Zeutralverband deutscher Industrieller forderte Tr. Junck ein solches Vorgehen gerade deshalb, weil er nicht zum Schrittmacher der Sozialoemotratie werden wolle. Eerrn v. B r o ck h au s e n haben es die Warenhäuser angetan unb er bekam darüber das Dichten. Er entzückte das Haus nit einem wunderschönen Gedicht, in dem sich das Tios- hirenpaar Barth und Goth ein auf den Wertheimsrein aimten, unb das, wie der Dichter erzählte, ihm einmal im ~raum eingefallen sei. Ter Herr hat es ihm im Schlafe gegeben. Unb weil es in Deutschland wirklich noch Dichter gibt, empfahl der Zentrumsabgeordnete Pfeiffer einen Lijrenfölb des Reiches. Herr v. Brockhaufen ijt der erste Anwärter darauf. Daß Herr Pfeiffer, der leider in b?r drängenden Hast am Sitzungsschluß sich in seinen dankenswerten Ausführungen beschränken mußte, sich auch der Presse und ihrer Stanoesorganisationen annaym, darf ihm als Verdienst zugerechnet werden.
Berlin, 11. März. Der Seniorenkonvent des Reichstages einigte sich dahin, um die rechtzeitige Ferrig- ftelluug bcs Etats zu ermöglichen, bic Verhandlungen über bie noch zu beratenben Spezialetats zu kontingentieren: für bas Reichs- amt bes Innern sind noch vier Tage bis zum 14. März in Aussicht genommen; bic Interpellation über bie L>chiffahrts- abgaben soll hierbei ausscheiben unb erst nach bent Etat zur Besprechung gelangen. Der weitere Plan ist jolgenber: Ergan- znngsetats erste Lesung, ferner Kolonialamt unb Schutzgebiete fünf Tage bis zum 20. März. Reichstag, Reichs-MilttargerM, Peiisivnssonbs, Jnvalibcnsonbs unb bie Expebltron nach Ost- afien einen Tag bis zum 21. März; Eisenbahnen, Reichs,chatzamt, Zölle unb Bankwesen zwei Tage bis zum 24. Marz; Rctchs- tanzlcr. Auswärtiges Amt brei Tage bis zum 28. Marz, eventl. sollen Abenbsitzungen ftattsinben.
— Dem Abgcoronetenhau s ging heute bcc Gesetzentwurf über bic Haftung bes Staates unb anderer Verbünde für Amtspslichtvcrletzungen von Beamten bei Ausübung der öffentlichen Gewalt zu.
— Die Meldung, baß nach Aeußerungcn bcs Finanzministers Neuwahlen zum AbgeorbnetenHause gegen Mitte Juni stattsinbcn fuil.n, ist ungemein, lllian iuico inbeffen annehmen buijCit, daß sic mtt Rücksicht auf bic llmdwir.sch. tätige Bevölkerung bereits Enbe Mai ober Anfang Juni angesetzt werben.
— Das Mitglicb bes Herrenhauses Herr v. Hellborf- Bebra ist auf Schloß Beeorr bei Jieainatt', Bezirk Halle, gcitorbcn.
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Friedberger Brief.
-k-. Friedberg, 11. März.
Es ist nacht? 12 Uhr. Unsere gute Stabt hat erneu aufgeregten lwend hinter sich. Im Saale beS Hotel» Tiapp fand bas Dritte •••onjert des MusikveremS Friebberg statt. Fräulein Agnes --^eydhecker aus Berlin fang 16 Lieber uoit Arnolb Alenbelfohn som Darmsläbter Komponisten am Klavier begleitet. — Tas jad) beni Urteil ber Musikverslanbigen überaus gelungene Konzert ’Qlle eineii außerorbenttichen Befuch aus Friebberg unb der weiten Umgebung. Selbst aus Gießen waren Damen unb Herren antvejenb.
. 3” den ^Trei Schwertern" fanb zu gleicher Zeit bie General- »erjainniiung des Vorschuß- unb Kreditvereins statt, ^re Mitglieder, offenbar etwas nervös geworden durch die geschäfl- nchen Un- und ÜmfäUe in Offenbach, Büdingen, Ober-Atocksladt, Friedberg verlangten die Umwaiidlung des Verems nut unbeschränkter Haftpflicht ui einen solchen m. b. H. Sie waren außerordentlich n x ’n ^ei ^erfaininlung vertreten. Die Mitglieder, die trotz iLebeni die Beibehaltung der uubefchränkten Haftpflicht ivcnigftens wttausig befürworteten, blieben ganz gewaltig in der üllmderhett. oie befchränkle Haftpflicht wurde befchlossen, der Geschästsanleil Mi 600 Alk. festgesetzt — bisher 120—600 Alk. — dagegen eine omifumme von 3000 Mk., sodaß in Zukunft die Mitglieder bei nnein großen, 'ast undenkbaren Dtißaejchick — bet der heutigen wrzugllchen Leitung de» Instituts — mit höchstens 3600 Mk. schaden leiden könnten. Für ntancheu sorglichen Hausvater wird as m Zukunft eine große Beruhigung sein.
r-er Konkurs der Möbelsinna G. B t n d e w a l d wirb wohl sorgen amtlich bekannt gegeben werben. Auch dieser Vorfall regt "e Gemüter sehr au'. Es gibt viele Leidtragende: folche, ;.e.neu e§ nicht wehe tut, leider auch fehr viel andere. Wie bie -^ioiifchen im allgemeinen Hoffnungen Und Wünfche bis zum Grabe ml sich herumtvagen, fo geht es meist denen, die vor einem gc- chafillchen Krach flehen, toie wissen fchon lange vorher, daß dieser ,ucht ausbleiben kann, trotzdem Hammern sie sich bis zum letzten ugenbllck an Strohhalme; locken diesem eine Bürgschaft ab und :meni eine Wechselumerfchrift. Da sie damit bei ihren Gegnern naturgemäß kein Gluck haben, sind es immer di« guten Freunde öie Nicht gern nein jagen, guttnütig sind und ohne amtliche Verpflichtung viel riskieren. Bedauernswerl find eigentlich n?’ r’c' beneu 66 sehr weh lut, bie übernommenen Verpflichtungen "nzulöjen.
be^ um 10 Uhr etwa entließ der Konzertjaal die von em lunsllerijchen Genuß fast Berauschten zum erheblichen ^eü m
Stimmungsbilö aus öem Reichstage.
Berlin., 11. März.
Der Reichstag macht Ernst. Vor Beginn der heutige,i Zstzung waren seine Senioren zusammengetreten aus begründeter Sorge um die Fertigstellung des Etats, und nun wird richtig kontingentiert. Wohl denen, die die Vorsicht besessen und ihre Wortmeldung so frühzeitig angebracht hatten, daß sie dem F-allbeil deö Schlußantrags nicht MM Opfer fielen; alles andere wurde erbarmungslos in bas Superkontingent versenkt. H>err Hue, der um seine sozialistische Antikartellrede gebracht war, fügte sich mit Mrde ins Unvermeidliche, Herr Stadthagen strampelte mit Händen und mit Beinen. Die Glücklicyen waren die ^geordneten D. Naumann, Dr. Junck, v. Brockhausen, Gr äse und Sir. Der letztere, ein oberpsälzischer ifffUfinami u. Bürgermeister, trat in seiner Zentrums-Jungfernrede wacker für mittelständische Forderungen seines ein- ach bürgerlichen Berufes ein. Der antisemitische Reformer Gräfe schalt über den Wettlaus um die Gunst der Ar- btiter und lief eifrig um die Wette mit Herrn Sir und unteren um die Wahlsreundschast des gewerblichen Mittelstandes. Seine rednerische Meisterschaft erwies auch heute s-err Naumann mit seiner 3iede über die Arbeitskammern. Er sprach nicht gegen den Entwurf der Regierung, aber ei ironisierte stark das hohe Ziel einer Versöhnung von Arbeitern und Arbeitgebern, wozu es doch realerer Aufgaben für die Arbeitskammern bedürfe. Gewiß fei das Wahlrecht, das ihr die Neichsregierung gewähren wolle, nicht ganz so schön wie das des preußstcheu Abgeordneten- haufe», aber jo lange die Arbeiterausschüsse nichts weiter bedeuteten als ein erweitertes Beschweroebuch, tonne man m ihnen die geeignete Grrmdlage für ein Wahlsystem nicht erblicken. Der Nationalliberale Tr. Junck brachte die aHuelle Frage der E inheits st en o g r a p h i e zur Spracbe unb erklärte die Zustimmung seiner Freunde zur Kartell- cesolution deS Dr. Spahn. Aber wenn er darin mit dem Grafen Kanitz auch einig tzing, die Atotive wichen yimmet- meit voneinander ab. Die Kartellfeindschaft des Grafen
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Aus Stadt und Land.
Gießen, 12. März 1908.
Treue Dienstboten.
I. K. H. die Großherzogin hat am 11. McirA als anl Geburtstage der verstorbenen Prinzessin Elisabeth, folgende Ehrenzeichen für langjährige treu geleistete Dienste in ein und derselben Familie an fol- genbe Dienstboten verliehen.
Das Goldene Kreuz mit Brillanten: Lina Bergheimer auS WeningS, Zimmerwärterin, 40Jahre bei der Großh. 5zofhaltung; Katharina Böttiger aus Biebesheim, 50 Jahre bei Herrn Georg Volz IV. in Metes he im; Elisabeth Dörsam aus Hnter-Schönmatten-- wag, 50 Jahre tei Frau Bernh. Hellmeister Witwe in Laubenheim; Marie Elisabeth D o tz e l r o d aus Ruhlkirchen, 40 Jahre bei Gutspäcyter Gustav Korell auf dem Hosgut Angenrod; Katharina Engel aus Nierstein, 50 Jahre in der Familie des Herrn Sebastian Balbach jr. in Nierstein; Elisabeth Haas aus Viernheim, 40 Jahre bei Frau Peter Ehatt Witlve in Viernheim; Veronika Schäfer aus Steinfurth, 40 Jahre bei Herrn Georg Hie- roniinus in Friedberg.
Ferner erhielten aus Oberhessen das Goldene Kreuz: Anna Hahn aus Ziegenhain, 25 Jahre tei Frau Geh. Kommerzienrat Stephan E. Atichel in Mainz; IHermine von der Heid aus Rcieder-Ohmen, 25 Jahre |üt der Familie des oerswrbenen Professors Ernst Kleyr
Lesend ist, et|#. ’B er speziell bi£ ugetuenbei Hai U Tic vom Sfotttby nertung des böbeo J^eit an sich. gt! d'e Rede feil dcschleunigvnz-, -sie daran, die Ech
61 Erstes Blatt 138. Jahrgang Donnerstag 1Z. März 1808
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Fernfprech - Anfchlüffe: Verantwortlich
itit die Redaktion 112, > * ♦♦ Z1*A w- für den politischen Teil:
MW General-AMger für Oberhessen WZZ
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er^eugungskraft des sozialpolitischen Programms wohl in der Tatsache finden, daß der Bund versucht hat, alle technischen Angestellten ohne Rücksicht auf ihre Vorbildung und ohne Ansehung der Branchen zusammenzuschließen. Zum ersten Male haben sich hier Ingenieure und Techniker mit Ehcmikern, Architekten und Grubenbeamten zu gemeinsamer Arbeit zusommengefunden, und dabei sind neben den jüngsten Angestellten leitende Beamte vertreten. Der Vorbildung nach dürften die Mitglieder des Bundes fast zur Hälfte akademische Lehranstalten besucht haben, wahrend die übrigen aus technischen Mittelschulen oder direkt aus der Werkstatt hervorgegangen sind. Dem Mitgliederzuwachs entsprechend hat sich die Zahl der Verwaltungsstellen im verflossenen Jahr beinahe verdoppelt. Während der Bund Ende 1906 erst 68 Verwaltungsstellen hatte, verfügte er am 31. Dezember über 78 Ortsgruppen und 34 Zahlstellen, das sind zusammen 112 Verwaltungsstellen. Tie größte davon ist Berlin mit 3461 Mitgliedern, danach kommen Frankfurt a. M. und Köln mit je rund 500 Mitgliedern. Am Samstag, 14. ds. Mts., veranstaltet der Bund auch am hiesigen Orte einen öffentlichen Vortragsabend, zu dem alle technischen Privatangestellten, als Architekten, Chemiker, Ingenieure und Techniker erscheinen sollten, um so ihr Interesse an dem aktuellen Thema kundzugeben. Alles Nähere ersehe man aus dem Inseratenteile.
** Die alljährliche Passionsaufführung des Evang. Kirchen ge sa n g ve r eins wird am Sonntag, 22. März, abends 6 Uhr, stattfinden. Außer einer sehr interessanten neuen Choralkantate von Max Reger, „Meinen Jesum laß ich nicht", wird dabei I. Hahdn's berühmtes Werk: „Die sieben Worte am Kreuz", das hier seit 35 Jahren nicht gehört worden ist, zur Aufführuttg gebracht werden.
** Wer hilft? Wir erhalten jclgenbe Zuschrift: Au meine Bitte für die schwer notleidendett Deutschen an der Wolga, und besonders für die Durchführung ihrer Wiederansiedelung in Deutschland sind mir folgende Gaben zugegangen: Von B. 2 Hs 2 Mi'., Es 1 Mk., S. 3 Mk. Ich ntöchte gerne mit einem etwas größeren Betrag kommen, und erneuere daher meine Bitte.
D. Schlosser.
** Der Konfirmationstermin. Man schreibt .'lind vom Lande: Im vorigen Jahre hat man in vielen Kirchspielen die seither auf Pfingsten stattfindende Kon-
fiümation auf Ostern d. h. acht Ta^e nach Ostern verlegt. Diese Verlegung rechtfertigt der Schluß des ^Schuljahres acht Tage vor Ostern in erziehlich-sittlicher Hinsicht und in praktisch-sozialer Richtung. In letzterer Beziehung ist aber die Verlegung der Konfirmation nach Ostern unangebracht, weil sie den Eltern der Konfirmanden doppelte Kosten verursacht, die bei den neuerdings immer größer werdenden Konfirniationsfeiern keineswegs unerheblich sind. Die Stichhaltigkeit kirchlicher Gründe, statt dem zweiten Ostertag den Sonntag nach Ostern nt nehmen, kann nicht maßgebend sein, da die Bedeutung des Pfingstfestes durch die Konfirmation am zweiten Pfingstfeiertage niemals gelitten, wie das auch niemals der Fall sein würde mit dem Osterfest durch die mit chm verbundene Konfirmation. Wohl aber leidet letzterer festlicher Charakter, weihevolle Stimmung und hehre Bedeutung durch eine Verlegung nach dem Osterfeste, wie das vorige Jahr klar dargetan. Mithin ist der zweite Ostertag als Konfirmationstag in weltlicher wie kirchlicher Beziehung der bessere.
** Kriegerverein. In der am Dienstag abgehaltenen Monats V ersammlung sprach Lehrer Ke il- Klein-Linden Über die Lehrer fahrt, die er gemeinsam mit etwa 300 deut- chen Lehren im Juli v. I. an die Wa sser kante unternahm. Mit einer Rundfahrt iinl Hamburger Hafen begann dte eigentliche Studienreise, rvobei den Lehrern em Anschauungsunterricht geboten wurde, wie er besser und übersichtlicher kaum geboten werden konnte. Ein Sonderzug brachte dann die Lehrer nach Kiel. Hier erregten die im Hasen. liegenden deutschen Kriegsschiffe, von denen eins besucht wurde, große Bewunderung, während bei der Werftbesichtigung die Teilnehmer einen Einblick in deit Werdegang eines deutschen Kriegsschiffes bekamen. An die Kieler Tage schloß sich eine Vcr- .gnügungsfahrt nach Helgoland an, die wohl bei manchem, der auf dieser Fahrt des Meeresgottes Tücke kennen lernte, in nicht gerade angenehmer Erinnerung sein wird. Jedoch wurde man durch die herrliche Lage der Insel und das dort Gesehene für die überstandenen Strapazen reichlich entschädigt. Eine Fahrt nach Bremen bildete den Abschluß dieser zweiten dentscljen Lehrerfahrt. Mit den Worten: „Sein Vaterland sehen, heißt cs noch mehr lieben lernen" schloß der Redner seinen interessanten Vortrag, der den lebhaften Beifall der Zuhörer fand. Danach kamen noch einige geschäflliche An gelegensten zur Erledigung, u. a. wurde auch aus die Sterbekasse der „Hassia" hingewiesen und der Beitritt zu dieser Kasse allen Mitgli^ern warm empfohlen. Nachdem noch Herr Well im Anschluß an den Todestag Kaiser Wilhelms I. (9. März) des deutschen Vaterlandes gedacht hatte, schloß der 2. Vorsitzende, Karn Dickork, mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog die sehr anregende Versammlung.
** Von der Eisenbahn. Die den größeren Teil der nördlichen Strecke der Oberhessischen Bahnen, die Linie Fulda— Burg- und Nieder-Gemündcn, sowie die Ohmtal-Bahn u. a. verwaltende König!. Eisenbahn - Betriebsinspektiou Fulda II wird, Blättermeldungen zufolge, am l.Jttli d. I. nach Lauterbach verlegt werden.
** Internationale Hunde-Ausstellttng. Der Verein Httndesport für Gießen und Umgegend veranstaltet für Sonntag, 26. April d. I., in der räumlich ausgedehnten ehemaligen Faßhalle der Aktienbrauerei auf dem Seltersberg eine Ausstellung von Hunden aller Rassen, die von allen Spezial-Klubs anerkannt worden ist.
** . H. Steigung, eine kurze mit 10—12 v. H. geplant. Alle Tri- büncnanlagen werden konzentriert auf einen Platz von 30—40 Morgen. Für Garagen 'und Reparaturen ist eine andere Stelle, voraussichtlich die südliche Schleife, vorgesehen. Die Bahn wird vorläufig mit Stacheldraht eingezäunt, später mit lebender Hecke.
— Allendorf a. b. Lda., 11. März. Wie bereits gemeldet, hält der Kriegeroerein am 12. und 13. Juli l.J. das B ez i rk s k r i e g e r- s e st des Bezirks Gießen der Kriegcrkameradschast „Hassia" hier ab. Er verbindet bannt bie Feier seines 2 5jährigen Bestehens. Aus biesem Anlaß wirb ihm bie vom Kaiser gestiftete Fahnen-- schleife verliehen. Es ist also ein breifacher Ehrentag, ben der Verein am 12. Juli begeht. Man klagt nicht ganz mit Unrecht über unsere an Festen so reiche Zett. Aber Feste müssen sein, schon um ein Gegengewicht zu schaffen gegen bie Mühsalen bes Lebens und ben Menschen für einige Zeit dem schweren Kampf ums Dasein ni entrücken. Doch schadet auch hier ein Zuviel. Man muß einem Fest immer ein freudiges Ereignis oder einen idealen Zweck zu Grunde legen. Gerade aus letzterem leiten nun unsere Kriegerfeste ihre Berechtigung ab, wo dös erstere hrnzukommt, da gibt es einen guten Klang. Rationale Gesinnung, Vaterlandsliebe pflegen unsere Kriegervereine, Begeisterung sollen ihre Feste erwecken. Und wer ginge wohl zu einem Kriegerfeste, ohne daß ihm jene glorreiche Zeit von 1870/71 wieder vor Augen stände, ohne etwas zu ahnen von der Größe seines Vaterlandes? Und wer wollte nicht ein ganz klein wenig danken dem, der uns diese Feste in Ruhe feiern laßt, unserem Friedensfürsten Kaiser Wilhelm II. ?
= Stockhausen, 11. März. Im hiesigen Eisensteinbergwerk trug der Bergmann Rück von hier einen ernsten Unfall durch den Abfall von Erdmassen davon. Ihm wurde der linke Oberschenkel zerquetscht und innere Verletzungen zugefügt.
□ Friedberg, 8. März. Ein Kriegerfest wird am 4., 5. und 6. Juli hier auf der Seewiese stattfinden. Der neue Artillerie- und Pionier-Verein begeht nämlich sein Fahnenweihfest. Da der Verein dem Kriegerbund Hassia angehört, so ist ein starker Besuch zu erwarten.
O Lanbach, 10. Mürz. Aufs neue ist von einem ab scylägigenBe scheid zu melden, dep die Kgl. Eisenbahndirektion einer Eingabe der hiesigen Bürgermeisterei und vielen Geschäftsleuten zuteil werden ließ. Es handelte sich um Früherlegung des ersten Zuges nach Mücke, um dort den 15 Minuten früher dort nach Alsfeld abgehenden Zug zu erreichen, da jetzt jedesmal eine 2—3 stündige Wartezeit dort erforderlich ist. Als Gründe für die Ablehnung wird die geringe Zahl ber Uebergangs- reisenden in Mücke angegeben. Diese entzieht sich jedoch der Beurteilung der Direktion, da die bei dem Kreisbauamt oder der Amtsanwaltschaft in Alsfeld Verkehrenden zu Fuß oder Wagen die 6 Kilometer entfernte Station Grünberg zu erreichen suchen, was sie der Eisenbahnfahrt nach Mücke und den mehrstündigen Aufenthalt dort vorziehen. Die übrigen angeführten Gründe bezeugen recht deutlich den Mangel des guten Willens, uns wenigstens einmal den Anschluß in Mücke in der Richtung nach Alsfeld zu verschaffen. Die geäußerten Bedenken lauten: 1- Verlängerung oes Aufenthalts für die nach Gießen verkehrenden Passagiere um 20 Minuten, was will dies bedeuten gegenüber einer 2 bis 3 stündigen Wartezeit nach der anderen Richtung? 2. Früherlegung der Morgenzüge um 15 Minuten von Büdingen, von Friedberg, von Gießen aus, letzteres um die Kreuzung in Lich beizubehalten. Sehr leicht ließe sich diese ermöglichen, da diese genannten Frühzüge nirgends mit
den Mgangszelten anderer Züge kollidieren. Das andere Gesuch Betraf die Weiterführung des Zuges 1060 nach Laubach und zurück; es wurde mit der Begründung abgelehnt, daß die Zeit von 62 Minuten nicht ausreiche, um einen Zug von Hungen nach Laubach und zurückzuführen. Nun befahrt Zug 1065 diese Strecke in 27 Minuten, diese Zeit verdoppelt in 54 Minuten; da wirft sich die Frage auf: ©inb die reftierenben acht Minuten nicht hinreichend, um einen Zug in Laubach ivcnden zu lassen? Da sämtliche Gründe nicht stichhaltig sind, hat der hiesige Vertreter der Handelskammer um eine Unterredung bei der Direktion nachgesucht.
□ Ortenberg, 11. März. Dem Lehrer Schmidt in dem nahen Usenborn wurde das Patent als Leutnant der Reserve gestern zugestcllt. Vor einigen Jahren diente er beim Hess. Jnf.-Regt. Nr. 115 zu Darmstadt.
k. Grebenhain, 10. März. Hier wurde vom 7. bis 9. März das Fe st spiel „Der deutsch-französische Krieg von 1870/71" im Faitzschen Saale aufgeführt. Wenn auch unter der ungünstigen Witterung der Besuch zu leiden hatte, so ward mit der Aufführung dennoch ein voller Erfolg, auch in finanzieller Beziehung erzielt. Sichtlich wirkte die Darstellung auf die Zuschauer irnb rauschender Beifall belohnte stets die über 60 Mitwirkenden, die mit tiefem Verständnis und vollster Hingabe sich mit ihrer anspruchsvollen Aufgabe allzusinden wußten. Nur durch den ivundervotten, auch architektonisch hervorragenden Saal mit großer, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht werden- der eingebauter Bühne war die trefflich gelungene Auf- führung möglich. Am besten besucht war die Schülervorstellung von gestern nachmittag, zu der sich 395 Schüler und über 100 Erwachsene, also im ganzen 500 Personen, eingesunden hatten. Von dem Reinertrag ist die Hälfte mit 147 Mk. ber Kasse bes hiesigen Kriegervereins zugefühtt worden. Die Leitung des Festspiels war den bewährtev Händen des Direktors Fiori anvertraut.
§AusdemOhmtal,11. März. Wie sonst im Herbste, so ist gegenwärtig das Ohmtal in einen See verwandelt Die Ohm ist über ihre Ufer getreten, und brausend wälzen sich die Wassermassen den Brüdern zu, die nicht alle die Wassermassen fassen können. Das benachbarte Felda- und Seental ist gleiuifalls überschwemmt. Die Mühlen haben so starke Ueberwasser, daß sie die Wassermassen vor den Wehren hemmen müssen.
A u s d e m V 0 g e 1 s b e r g, 11. Vttirz- Das nun schon im zweiten Monat anhaltend dauernde Sudelwetter hat in seinem Gefolge die Influenza. In den Dörfern und Landstädtchen befinden sich viele Kranke, die davon befallen find. Die Aerzte sind vollauf beschäftigt. In manchen Talorten, wie z. B. Homberg a. O., genügen kaum zwei Aerzte, um den Kranken zu genügen. Das naßkalte Wetter begünstigt die Krankheit sehr.
V Vom Vogelsberg, 11. März. Bei den gegenwärtigen Holzversteigerungen herrschen auffallend hohe Preise; so wurden 111 der Gegend von Grebenhain und Bermuthshain für Buchenscheityolz pro Meter 7 bis 8 Mk. bezahlt, während man vor etwa 5—8 Jahren dafür fast zwei Meter erhielt. In den ausgedehnten Waldungen zwischen Schotten und Laubach jmb die Preise für Buchenscheitholz noch höher, es kostet ber Meter 8.50 bis 9.50 Mk- Die Waldungen werfen seit Erbauung der Vogelsberger Bahnstrecken bedeutend höhere Preise für die Gemeinden ab. Auch das Bauholz ift beträchtlich im Preise gestiegen.
Offenbach, 11. März- Eine gefährliche Explosion erfolgte heute vormittag 1/211 Uhr in der Metall- roarenfabrif von P. Schlesinger. In der Fabrik steht in einem glasüberdeckten Arbeitsraum ein mit eisernen Türen verschlossener großer Ofen zum Trocknen von Zelluloid. Die sehr feuergefährliche Masse geriet nun aus bisher völlig unaufgeklärter Ursache in Brand, so daß durch den gewalttgen Druck die Türen gesprengt wurden und ungeheure Stichflammen aus dem Ofen schlugen. Die in der Nähe befindlichen Arbeiter konnten sich glücklicherweise durch eiligste Flucht retten. Das Zelluloid war natürlich in wenigen Sekunden verbrannt, aber unterdessen hatten bereits die 5)vlzwände, Türfüllungen usw. Feuer gefangen, welches jedoch von den Arbeitern durch reichliches Wasser- gießen bald gelöscht werden konnte.
Wetzlar, 11. März. Gestern abend sand hier eine sehr gut besuchte öffentliche Versammlung der freisinnigen Volkspartei statt, in Der der Vereinsvorsitzende Fabrikant Leitz, Parteisekretär Schwarz-Frankfurt und Reichstagsabg. Kopsch sprachen; an der Diskussion beteiligte sich nur der sozialdemokratische Reichstagskandidat Kremser- Frankfurt. Folgende Resolution sand An* nähme: „Die heutige, vom Verein der Freisinnigen Bolks- partei für den Kreis Wetzlar einberufene öffentliche Versammlung im Schützengarten zu Wetzlar bedauert die vom Fürsten Bülow am 10. Januar 1908 im preußischen Abgeordnetenhaus abgegebene Erklärung zu dem von den freifinnv gen Fraktionen eingebrachten Antrag auf Einführung des Reichstagslvahlrechts in Preußen als im Widerspruch stehend mit der Zusage, mehr als bisher liberalen Anschauungen Rechnung zu tragen. Sie erwartet von der Frakttons' gemeinscyaft der freifinnigen Parteien im Reichstag und m preußischen Landtag, daß sie auch ferner mit allem Nachdrua für die Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts in Preußen eintreten und alle verfas s un gsmäßigenMitte 1 an - wenden wird, um die Zwingburg des Dreiklassenwahb rechts zu Fall zu bringen. Sie fordert die freiheitlich gesinnten Wähler auf, bei den bevorstehcmden Landlagswahlen alle Kräfte einzusetzen, um Männer in das preußische Ab- ^eordinetenhaus zu entsenden, bie für eine grundlegende Reform des ungerechten und veralleten Landtagswahlrechts eintreten."
]] Marburg, 9. März. Die Eisenbahnverwaltung beabsichtigt jetzt, langjährigen Wünschen entsprechend, am Südbahnhof eine Heberführung anzulegen nm gleichzeitig eine Güterabfertigungsstelle bort z errichten. Stadt und Kreis ist bereits um freie des Geländes angegangen worden. (Merkwürdig daß die Eisenbahnverwaltung dem Marburger Suo bahnhof so viel Interesse und Wohlwollen entgegenbrmgl. während sie sich beim geplanten Gießener Nordbahnhof ]■ passiv verhält. Red.) — Der Voranschlag des Ärei»’ Haushalts beläuft sich auf 314 494 Mk. ,
s. Aus benx Ebsdorser Grund, 11. März. Dc. seltene Fall, baß eine Braut mit Hilfe von Gendarmei von dem Bräutigam geholt luirb, ereignete sich 9^ unweit von Ebsdorf. Ein Gutsbesitzer wollte nicht zugeben daß seine Tochter feinen früheren Verwalter, einen jungem Mann aus Westphalen, heirate. Kürzlich reiste das Mädchcl heimlich zu seinem Bräutigam, wurde aber mit Hilfe dc. Polizei wieder zurückgeholt. Der Bräutigam machte es gestern
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Märkte.
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übrigen Lager ausgestellt sind.
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Vei*K.*B. Darmstadt, 12. März. Der zu 10 Jahren Zuchthaus terurleilte ©umbart aus Alitteldick hat gegen dieses Urteil
Zwischen zwei baumer Walde ein verlief.
Erstkkass. Falur- rüder n. Zube- hört. lief, billigst, a.a. Teilz. Bertr.
z. Bei den W j lenfdjen aussM z d von ©rebech: z pro Meter 1 ß - a 5-8 Jahren K ausgedehnten $< ch sind die feitet der Aieter 85 seit Erbaue
1 bedeutend Hetze das Auholz:
Kleine Tageschronik.
hohen Beainlen aus Posen fand im Birn- P i st o l e n d u el l statt, welches unblutig
bei Berlin ist die Errichtung eines Srema«
1 »ee verwand d brausend vch die nicht alle h hbarte Felda- n i!ie Mühlen Haie sermassen vor V.
>==' ------ ges. Katalog gr.
Sans Cromc L So., EinbcckSL.
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern mittag 2 Uhr unser liebes, unvergeßliches Töchterchen
Johanna
im 6. Lebensjahr, nach langem schwerem Leiden zu sich Qbouruten. Um stilles Beileid bittet
lo45 Familie I. Rutb, Dienstmann.
Gießen, «Neustadt 19) den 12. März 1908.
-tue Beerdigung findet Freitag, den 13. Atärz, uachmtttags i Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt.
erteilt
O. Schneider, Neuenweg 32, II Schüler von Prof. Louis van Laar, Genf. (01740
* Zwei schwere Ung lücksfülle haben sich am Mitt- twch im rhein.-westf. Jndustriwezirle zugetragen. Ans der Leche Lucas bei Dortmund fand eine Ex vl o s io n schlafender Wetter statt. 5 Bergleute wurden getötet, zwei
. - £- T
In Nixdorf _
toriums ui Aussicht genommen.
In San Francisco wurde der ehemalige Bürger- meister Schmidt nach Hinterlegmtg eines Schuldscheines über 280000 Doll, aus dcmGcfängni s entlassen. Tn der Ent- schciduirg des obersten Gerichtes zufolge die Verurteilung zu Unrecht erfolgt ist, wird die Wiederaufnahme feines Prozesses Doroereitet. Wegen Annahme von Bchtcä)ungsgcldern soll in nächster Zeit gegen eine Anzahl anderer Beamten der Stadt Anklage erhoben werden.
handel.
Reichsschatzscheine. Wie schon jetzt feststeht, wird beabsichtigt, die Ende ds. Mts. fällig werdenden Schatzscheine — es handelt sich dabei um bedeutende Betrage — bei der Reichsbank zu verlängern.
-th. Gießen, 11.März. Aut dem dieswöchentlichen Viehmarkt standen 1500 bis 1600 Stück Großvieh, 200 Kälber und 300 Schweine zum Verkauf. Infolge des schlechten Wetters war der Viehmarktplatz ein reines Schlammbad, in dem Mensch und Pich herumwaten mußten. Verdarb dies den Handelsleuten schon die Laune, so wurden sie noch ungehaltener, daß der von aus- ivärls zur stotteren Abwicklung des Austriebes herangezogene Tierarzt recht spät, erst nach 8 Uhr, am Platze erschien, wodurch der Beginn des Marktes verzögert ivurde. Bei dem starken Auftrieb in Milchware war das Angebot großer als die Nachfrage, so daß das Geschäft sich bei sinkenden Preisen recht flau gestaltete. Jungvieh zur Zucht und Mast, das nur wenig am Platze war, war so gut wie gar nicht begehrt. Der Fettviehmarkt zeigte dasselbe Gesicht wie der in Mtlchküheti: schlechte Preise und geringe Nachfrage. Der Handel in Zug- und Fahrochsen, der für das herannahende Frühjahr eigentlich recht flott gehen müßte, war sehr ruhig. Für den Auftrieb fanden sich nur sehr schwer Abnehmer. Am Kälbermarkt herrschte eine noch nie dagewesene Ruhe. Die Käufer aiis den Großstädten, die als Reflektanten allem den Markt beherrschteti, hatten sich zusammeiigetan und die von ihnen Beauftragten besorgten den Einkauf für die anderen Einkäufer mit, so daß sich der Handel in aller Stille abroicfelle und die Verkäufer, wenn sie die Tiere los fern rnoUten, die ihnen diktierten billigen Preise annehmen mußten. Erst als die Kippemacher ihren Bedarf c-edeckt hatteii, griffen auswärtige Metzger m den Handel ein, um die geringeren Kälber an sich zu bringen. — Der Schweinemarkt y ivar ebenfalls recht trostlos, dabei den schlechten Wegen die kleinen i | Landwirte der Gegend, die den Markt machen müssen, ferngeblieben
-en. SM*
-s 1060 nJ?!
■fibuna
Scterseile 10 M 1^11.18
Xj. Steinhäuser.
Allen Verwandten, Freunden und Bekamiten hiermit die schmerzliche 'Diitteilunn, das; eö Gott dem Allmächtigen gefallen hat unser innigstgeliebteS Söhnchen und Brüderchen
Ludwig
heute nachmittag 5 Uhr plötzlich zu sich zu rufen.
Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen Familie Georg Pfaff, Oberpostschaffner.
Gießen, «Große Mühlgasse 40) den 11. März 1908.
Die Beerdigung findet SamStag, den 14. März, nachmittag? 4 Uhr vom neuen Friedhof aus statt. [1647
uz. Das imnsL- 2 Sudelwetter tzc
Fn den Dörsk ante, die davon?. chästigt- Jn m genügen kaüm jft «s naßkalte M
OrigLttaL-DrahtmeLdunge«.
Florenz, 12. März. Aus Livorno wird gemeldet, daß dort gestern nachmittag eine Bombe explodierte. Die Polizei drang in die betreffende Wohnung ein und fand einen Anarchisten, den sie für den Urheber des Bombenanschlages hielt. Der Anarchist leistete aber, unterstützt von seiner Mutter und einem Helfershelfer, ener- gischen Widerstand, so daß cs großer Mühe bedurfte, ihn zu überwältigen. Bei der nun vorgenommenen Haus- suchung wurden zahlreiche Explosivstoffe vorgefunden. Im Besitz des zweiten Anarchisten, der anfangs entwischt war, aber bald festgenommen werden konnte, fand die Polizei eine Schachtel mit anarchistischen Schriftstücken von größter Wichtigkeit vor. Diese Papiere sollen sich angeblich auf die Ermor dun g v on Monarchen beziehen. Der zuletzt eingefangene Anarchist war auch im Besitze eines blutbefleckten Dolches. Im Laufe des Tages nahm die Polizei in Verbindung mit dieser Entdeckung drei weitere Verhaftungen von Anarchisten vor.
Petersburg, 12. März. Sie Duma hatte gestern einen großen Tag. Die Tribünen waren überfüllt, ebenso die Diplomatenloge, von der aus auch der japanische Gesandte die Sitzung gespannt verfolgte. Allgemeine Bewegung entstand, als der Minister Iswolski auf der Rednertribüne erschien. Er erklärte, daß die Beziehungen Rußlands zu allen Mächten, insbesondere zu Japan, die allerbesten seien. Die Duma nahm schließlich einstimmig die beantragte Umwandlung der Gesandtschaft in Tokio in eine Botschaft an und bewilligte, 50 000 Rubel als Jahresgehalt für den Botschafter.
Revision eingelegt. _ , .. .
Offenbach, 11. März. In der Pr i v a t b e l e i d l g u n g s - finge des Arbeiters Ulrich jun. (Sohn des Abgeordneten) oeaen den Redakteur des „Offenbacher Abendblattes', Sßittrijd), hat das hiesige Schöffengericht nach längerer Verhandlung ■ [eilte folgendes Urteil gefällt: Wittnfch wird der Beleidigung des yrioatflagers, begangen am 17. November v. Js. m einer iffentlichen Versammlung im Caalbau, für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe von 70 Mark, eventuell 14 Tagen Gefängnis, verurteilt. Dem Privatkläger wird außerdem die Viiblikatiousbesuguis innerhalb 8 Tagen im „Osseubacher Abend- 1 blatt" und m der „Offenbacher Zeitung" zugesprochen. In der grgen Ulrich erhobenen Widerklage erfolgte Freisprechung.
Chemnitz, 11. März. Heute vormittag fand vor dem Kriegsgericht die Verhandlung gegen den Major a. D. von Te11au vom Bezirkskommando Plauen luegen Betrugs . ■ und Urkundenfälschung statt. Stach Verlesung der Personalien wurde die Oeffentlichkeit auS Gründen des militärischen Dienstes ausgeschlossen. Das nach anderthalbstündiger Beratung verkündete Urteil lautete auf ein Jahr sieben Monate Äesaugnis und Aiis stoß ung aus dem Heere wegen gröblicher Untreue und Urkundenfälschung in sieben Fällen. In der Begründung wurde ausgeführt, daß man es bet dem Ver- imeilteii mit einer moralisch minderwertigen Person zu tim habe, bie zwar für ihre Handlungen verantwortlich gemacht werden iiüisse, aber infolge erblicher Belastung au Gedächtnisschwäche leide. Tie Entfernung aus dein Heere rechtfertige sich durch schweren Vcrtrauensbruch gegenüber seinen Angehörigen, sowie wegen Ver- sttües gegen die C Ine
'Vereins zuM- M den bewäynr
Dieser Posten besteht nur aus 1?5 Stuck, welche gesondert von meinem
Ich bitte höflichst um recht baldige Besichtigung, da der außergewöhnlichen Preisweirdigkeit wegen diese
Sehränke
bestes Fabrikat stehen zum fo^ fertigen, billigsten Verkauf. (ss3'i; Frankfurt a. M., Gutteutslr. 23.
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Eine tiüdjtige Ziege zu verk. (018941 Aus der Bach 8.
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verwundet. Von den Getöteten waren drei verheiratet. Die Strecke ist durch Explosion größtenteils eingestürzt. Infolgedessen ist es schwer, die Leichen zu bergen. Tie Rettungsar- bciten wurden sofort vorgenommen. Ein Arbeiter wurde durch den Luftdruck zur Seite geschleudert und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb, lieber die Ursache der Explosion ist itod) nichts bekannt. Es heißt, daß sich Gase gebildet hätten, die die Entzündung verursachten. — Auf der Strecke zwsichen Duisburg und Ruhrort sollte ein alter Brückenpfeiler beseitigt werden, umi das Bett des Rheinhafenkanals fverzu- legen. Ter Ingenieur Kroll aus Tüsseldorf war mit, den Vorarbeiten zur Sprengung beauftragt. Plötzlich erfolgte eine furchtbareDvnamitexplosion. Ter Ingenieur und ein Vorarbeiter wurden in Stücke zerrissen. Tas in der Nähe be- indliche Tynamitlagcr "ist vollständig in die Lust geflogen. Auch in der Nachbarschaft bis nach Ruhrort hinein find Beschädigungen entstanden. Tie Einwohner stürzten erschreckt aus den Häusern. Wo die Holzbrücke gestanden hatte, zeigte sich nur noch ein wüstes Tuvchirinander. Balken und Bretter bedeckten zum Teil das Dach der jenseits der Ruhrbrücke gelegenen Rulworter Portland-Zementfabrik. Eiseneimer und Hammerstiele waren total verbogen. Tic Leiche des Vorarbeiters Goertz, der außer einer Frau auch zwei unmündige Kinder hinterläßt, konnte ganz, von Kroll nur ein Bein gefunden werben. Die Leiche ist wahrscheinlich von der Ruhr hsilweggeschwcnmit worden. Kroll hinterläßt Frau und sechs kleine Kinder. Wahrschrinlich ist die Explosion erfolgt, als die beiden Toten die Baracke betraten, um dort einen drohenden Regenschauer abzuwarten und ihre Kleider am Ofen zu trocknen. — Eine andere Darstellung besagt: Es sollten 70 Schüsse gelegt werden. Tavon waren schon 6 gelegt. Tie übrigen wollten die beiden genannten des Unwetters wegen in einer nahen Baubude anfertigen. Beim Ausp-robieren scheint der Strom zu stark ge- iwinmen worden zu sein und die Entzündung bewirkt zu haben.
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Von wem? sagt die Expedition dieses Blattes.101863 1579] Zwei schwere, hochträchtige
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A. Pfanmtiel, Hainbach, Bahnstation Niedergomünden.
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nachdem seine Braut mündig geworden ist, ebenso, fuhr mit ■ Gendarmen vor und holte sich seine Braut, die in den
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um If ,iaacn sprang, der dann eilends davon fuhr. Der Vater lies
S d I «mpfenb • Mi.« b..... =«-«. fflon
Marburg,
Kirchliche Nachrichten.
^sraelltrfche Uc.»g^7.5gememve.
Gottesdienst in der $r,nagoge (Südanlage).
Samstag den 14. März 1908;
Vorabend 6.15 Uhr.
Morgens 9.00 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärung.
Sabbatausgang 7.15 Uhr.
Voraussichtliche Witterung für Hesjeu am Freitag den 13. März 1908: Wechselnde Bewölkung. Geringer Schnee. Etwas kälter. Nachts Frost. Ltördliche Winde.
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1c. § ran Hurt a. 9)1., 12. Marz. (Telegr. Ortg.-Bertcht des „Gieß. 2lnz.".) Amtliche 9loticrungcn der heutigen V i e h m arft- preise. Zum Verkaufe standen: 58 Ochsen, 0 anS Oesterreich 2 Bullen, Ö ans Oesterreich, 54 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 1004 Kälber, 183 Schafe und Hänunel, 911 Schweine, 8 Ziegen, 40 Ziegenlämmer, 33 Cchalläinmer. Bezahlt tuurbe für das " Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 74-76 Mk., 2 Qualität 70—72 Alk., 3. Qualität 00—00 Mk.; Bullen: 1* Qual. 64—67, 2. Qual. 59—61; Kühe 1. Qualität 70-72 Alk., 2 Qual. 64—66 Alk., 3. Qual. 48—5u Alk., 4. Qual. 00-00 Alk.-, 5. Qual. 00—00 Alk. Kälber l.QuoL 92—94 Pfg., Lebendgewicht 54—56 Pfg., 2. Qualität 76-84 Pfg., Lebendgewicht 44-49 Pfg., Schlachtgew 60-65 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 80 bis 82 Pfg.,' 2. Qncsi. 74—75 Pfg. Schiveme: 1. Qual. 08—59 Pf., Lebendgeivicht 46,0—00 Pf., 2. Qual. 5< 00 Pf., Lebendgewicht 45,0-00 Pfg., 3. Qual. 48-52 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft gut, meist ansverkauft.
Limburg a. d. Lahn, 11. März. Frucht markt. Durch- schttittspreis pro Alalter. Roter Weizen (nassauticher) 17,50 Mk., weißer Weizen 00,00 Alk., Koni 14,40 Alk., Gerste 11,00 Alk., Hafer 8.15 Alk., Erbsen 0,00 Alk., Kartoffeln 6,00 Alk.
> rin Stück Wegs mit und blieb dann zurück. Von jjtutuuva aus, wo das Mädchen die Kleider wechselte, fuhr )a§ Pärchen nach Westphalen. - -
w. Frankfurt a. M., 12. März. (Tel.) Bet einem Mimmerbrand in einem Hause der Ofseubucher Land- ! !l,asie in Oberrad erstickten bie fünf Kinder dev löcklossers Fink. Die im Alter von 1 bis 8 Jahren iiebenben 51inder waren von der Mutter eingeschlossen Lrben und hatten mit Streichhölzern aefpielt, wodurch der Brand entstand. Der sofort herbetgerufene Arzt lannte nur twch den Tod der Kinder konstatieren
W. Hanau, 10. März. Die Kinzig führt Hoch- Etv asse r. Bei Langenselbold und Rückingen sind weite Strecken B= UanH-nrnt -----------------
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vä Darmstadt, 11. März. Kriegsgericht. Wegen kbiebstahls wird der Musketier von der 2. Komp- Jm.°Regts. 168 w Acker aus Mörfelden, der einem schlafenden Kameraden nn§ bem Brustbeutel den Betrag von Mk. 5 gestohlen hat, zu mer SBodicu strengem Arrest verurteilt und in die ziveite Klaffe des Loldatenstand'es versetzt. — Wegen M iß h an d lung Uu tergebener steht der Unterofsizter Paul T h t e l e von der 4. Koinp. -----wir ' rf.°Regts. Nr. 168 unter Anklage. Er hat m z>ve: Fallen einige agenden Saas - |n)hi§feticre, die zum Dienst angetreten roareu, aber sich noch mit 1 gerecht fotihft 4 Schneeballen warfen, unter das Kinn gestoßen und nut der Klopi- 6 gelungene ’ ei siche bearbeitet. Er wird wegen vorschriftswidriger Behandlung
i: uudZeleioigung zu 3Wochen Mittelarrest verurteile - Der Ains-
iirfi qq" ' 'l iier Franz Hartmann von der 11. Komp. J>si.-Regts. 116
Ä • “ ceriet beim Essenholen mit einem Unterofsizter in Konflikt, da er
^0 Nontn,tt wiederholter Aufforderung den Mund md)t htelt Er wird
die halste i bahev wegen Achtungsverletzung unb Beharrens tm Ungehorsant iberein?. versammelter Alannschast zu 4 Wochett strengem Arrest verurteilt — Wegen Kameradendted stahl wird der Musketier ' '3. Schulmeyer von der 11. Komp. Jnf.°Regts. 116 aus | Mrfelden angeflagt. Er hatte einem Kameraden 2 Dtensthemden, Ikine Bürste, einen Kamm, Fausthandschuhe und einem teuijagrigen , H paar Schnürschuhe re. entweiidet, ivobet er auch emen Spind njt einem falschen Schlüssel öffnete. Er wird wegen eines schweren und vier einfachen Diebstählen zu einem Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt und in die 2. Klasse des Soldatenstandes
Wetzsteinstrake 44.
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Emser Wasser und Salze), zurück .
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