Nr. 28V Zweites Matt 158. Jahrgang Dienstag 8. Dezember 1908 Grsthetni tL-lich mit NuSnahme de» Sonntag». Die „Gietzener $amlHenblfitter“ werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, dar „Krclsblatt für bee Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Teil- frage»*' erscheinen monatlich zweimal. General-Anzeiger für Sberhessen Rotationsdruck und Verlag der Vrübftschea UnwersuätS - Buch- und Srelndruckerei. R. Lange. Gießen. Redaktion, Erveditton und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: es® 5L Redaktion:S^ 112. Tel.-Adru AnzeigerGteßen. Auch das Landgericht teilte auf Befragen mit, daß, so be Es erhielten Preise in der 2llltierklasie für 15 Aik. gesli'let. Gericht wies die Forderung mit der (itflünmg ab, daß es Der frühere Vormund wandte zwischen dem i reichisch-ungari Zur Tabalsteuerfrage äußert sich der deiltsche Tabakverein 'olgendermaßen: „Die Mittel und Wege der tabarsleuerirenndtichen Presse zur Gewinnung der öffentlichen Ai'eiiiung für die Vorschläge des Herrn Staatssekretär Lydow sind sonderbar, um iiicht einen schärferen und bezeichnenderen Ausdruck zu gebrauchen. Es wird neuerdings eine bildliche Darstellung der Tabakstcuervorlage verbreitet. Tarin ist die jetzige Tabaksteuer ganz ivnizig mit einer kleinen Zigarre und einer kleinen Zigarette dargestellt und der Betrag dabei aus 25,6 Millionen angegeben, daneben steht die geplante Tabaksteiier mit einer Niesenzigarre und einer Rieienzigareile bezeichnet und der Betrag nut 77 Millionen. Tatsache ist, daß jetzt der Tabak mit 72 Mil- lionen und die Zigarette mit einer Sondersleuer von 15 Millionen, der Tabak zusammen also nut 87 Millionen zu Gunsten der Reichs- ka^e belastet ist." Ter Sultan im Verkehr mit seinem Minister. Wie der „Newt-ork.Sxraio" aus iümltantinotol erfahrt, tarn es vor einigen Tugen zwischen dem Sultan und dem Minister Arif Pascha zu einem heftigen Zwischenfall. Der Sultan richtete an den Minister die Frage, weshalb 4 Kriegsschiffe gegenüber dem Palais vor Anker lägen. Der Minister antwortete, dies sei auf ein Befehl des junktüikychen Komitees zurückzuführen. Diese Antwort soll dem Sultan so aufgeregt haben, daß er den Minister mit seinem Stock ins Gesicht geschlagen hat. Am darauffolgenden Tage berief der Sultan den Minister neuerdings zu sich, doch weigerte dieser sich, den Palast zu betreten. Schließlich begleitete Kiamil Pascha dm Minister zum Palais, wo eine Aussöhnung stattfand. Um dem Sultan entgegetrzuLommen, lvurden drei der Kriegsschiffe zu den Flottenmanövern in das Marmarameer ge- fanbi. Alan sieht, die Sitten und Gebräuche im Verkehr ter Monarchen mit ihren Ministern sind recht verschieden. datierlich es auch sei, die Kosten an dem Vormund hängen blieben, da die Mündel vermögenslos seien. Ter erwähnte § 4 hat demnach nur relativen Wert, da er die Frage offen läßt, au5 welchem Fonds die gemachten Auslagen zu erstatten sind. Tie unatisbleibliche Folge wird die sein, daß Vormünder über mittellose Kinder nur ättßerst schwer zu beschaffen fein werden, da man doch niemandem gumuten kann, für solche auch noch Kostenausivendungen zu machen. Findet sich wider Erivarten dennoch ein Vormund, so ist eS unausbleiblich, daß dann die Interessen der vermögenslosen Kinder nicht genügend gewahrt werden. •* Po st-Personalnachrichten. Angenommen: als Postagent Landwirt Gustav E n l m ann II. m Aieder-Mockstadt; freiwillig auSgefchieden: Postgehilte B l , t z in Etemfurt, Postagent Gustav (I u l m nun I. in Nieder-Alockstadt. X Krofdorf, 6. Dez. Vor etwa 8 Tagen verschwand unter Mitnahme von über 20 Mk. die Frau eines hiesigen Landwirts. Sie ist bis heute noch nicht zu ihrer Familie zurückgekehrt. Da die Frau schon verschiedene Male sich oon zu Hanse entfernt hatte, aber immer nach einigen Tagen zurück kam, glagbte man, daß sie auch dieseSmal sich bald wieder emfinben werde. Ter Mann hat deshalb vor einigen Tagen erst Anzeige erstattet und nun lst die Polizei bemüht, ihren Aufenthalt zu ermitteln. Daß sich die Frau irgend ein Leid zugesi'igt hat, glaubt man nicht, da sich bei ihr von Geistesgestörtheit noch nichts wahrnchmen ließ. Die Familie hat eine zahlreiche Kinderschar. X Krofdorf, 7. Dez. Am 6. und 6. Dezember er. fand im Saale des Gastwirtes Eduard MooS die 8. Geflügel-und K a n i n ch e n - A u s st e 1 l u n g des Geflügel- und Kaninchenzucht- VeremS Krofdorf und Umgegend statt. Aussteller waren nur Mitglieder des Vereins. Tie Ausstellung zeigte Alusterexemplare der Hühnerzucht und war durchweg von sehr gutem Material beichickt, ein Beweis, daß die Bestrebungen des Vereins, Förderung der Geflügelzucht durch Haltung guter, remrafügec Lege- und Fleifch- Hühner, Gänse und Enten, sowie Züchtung reinrassiger Kaninchen, schonen Erfolg haue. Von den Ortsbewohnern und auch oon auswärts war die Ausstellung gut besucht, und wenn sie dazu beiträgt, den volkswirtschaftlichen Bestrebungen des Vereins bei den bisher Fernstehenden Eingang zil verschasten, so ist sie a»lch dem gesamten Dorfe zum Niitzen gewesen. Tie Gemeindeverlretung halte in anerkennenswerter Weise ui Würdigung dieses Umstandes au§ Geineindemiltetn einen Ehrenpreis auf Hühner im Werte von GerrchLs-aaL. th. K r i e g-s g e r i ch t L c r 2o. Division. Am Freitag vormittag tag.e in ter alten Kaserne das Kriegsgericht, um gegen teil im CltObcr b. Z. bei der Seiuibnuxrgnie tes 116. Jns.-§lgts eingetretenen Rekruten Jak. Lanfer ton Mainz wegen Ach- Zur Lage auf dem Balkan. Der Boykott österreichischer Waren in der Türkei dauert fort. Am 4. bS. Mts. warfen angeblich Hafenarbeiter in Jaffa 24 Post- fäde eines österreichischen Lloyddarnpfers ins Meer. Unter den Postsachen vesand sich unter anderen Wertsachen das Weihnacht s g e s ch e n k d e s K a i s e r s W i l h e l m an das Deutsche Krankenhaus in Jerusalem. Die deutsche Regierung wird 150 000 Mk. Entschädigung beanspruchen. Gegenüber dieser immer unerträglich n werdenden Boy- kottbewegung erklärt nun ter türkische Großvezier, daß er niüu?t-' los sei. Der Boykott österreichischer Wären werte so lange dauern, bis Oesterreicl>-Ungarn sich mit der Türkei in der bosnischen Frage verständigt habe. Dies fei der Volkswille, gegen den die Regierung rnachrlos fei. Wie Serbien sich eine solche Verständigung in ter bosnischen Frage vorstellt, läßt eine Aenßerung des serbischen Ministers des Aeußern, Milowanowitsch, erlernten, der einem Journalisten sagte: er habe auf seiner Reife in Berlin, Paris, London und Rom die sichere Ueberzeugung gewonnen, daß die betret'fenten Regierungen die serbischen Forderungen als berechtigt anerkamit haben. Serbien verlange einen Teil ocs bosnischen Grenz- landes, das Serbien mit Montenegro verbindet und die österreicl)iscl)-ungarische Monarchie von dem Sandschak Rovibazar trennt. — Der Reuen Freien Presse zufolge zirkuliert allerdings in diplomatischen Streuen das Gerücht, die serbische Regierung habe angeregt, die Konferenz* falle Serbien die Erhaltung ter Integrität feines Lefitzes verbürgen. In Wien s.i dieser Gedanke nicht unsympathisch ausgenommen worden, voraus- gesetzt, daß Serbien die bosnische Frage als für alle Zeit gelöst anerkennt. Inzwischen fährt der Präsident des englischen Balkan-KomiteeS, Buxton, fort, zugunsten einer Ballan-Konsöteraiion ü wie zur sein soll, die in die Herzegowina einsallen, das Land zum Aufstand bringen, die Verkehrsmittel, Telegraphs und Telephon unbrauchbar machen, indbeiontere aber die Zisternen vergiften sollen. Die bosnisch-herzegowinische Regierung hat hiervon Kenntnis genommen und trifft die nötigen Vorkehrungen. Die längst geplante Errichtung eines neuen (16.) ArmeekorpSkommandos für Dalmatien und die Herzegowina mit dem Sir in Zara to;ro von unterrichteter militärischer Seite als bevorstehend angckündigt. Das 16. Armeekorps wird den Kristallisationskern einer Armee für Operationen an ter montenegrinischen Grenze bilden. Bei seinen Rüstungen gegen die slav.schen Grenztänder wird Oesterreich nun auch die Stimmung seiner eigmen Herren zu berücksichtigen haben. Welcher Art diese Stimmung ist, zeigt folgender Vorfall: Samstag abend haben 227 Rekruten des 36. Infanterieregiments (Jungbunzlau) gemeutert, als sie zu einer Truppe nach dec Herzegowina einrücken sollten. In Bosnischbrod weigerten sie sich den Zug zu besteigen und drohten, sich mit Gewalt der Einwaggonierung zu widersetzen. Wie ter die Abteilung kommandierende Leutnant erzählte, nrurte die Abteilung schon beim Abmarsche aus der Heimat von ter Bcvo fening aufgeforbert, auf die serbischen Brüder nicht zu schießen. Ein aus Slavonisch-Brod herbeigeholtes Bataillon entwaffnete die Meuterer, die unter starker Bedeckung nach Sarajevo gebracht wurden. deutschen Reiche und der o st arischen Monarchie regeln soll. Eine hier- Aus Stadt und Land. Gießen, 8. Dezember 1908. "Gießener Freie Studentenschaft, Am vergangenen Donnerstag hielt Prof. Dr. Kinkel in der „Freien Studentenschaft* einen Vortrag über das Thema: „Schicksal und Charakter". Redner gab zuerst die historische Entwicklung des Begriffes Schicksal und im weiteren ging er auf die Einwirkung des Schicksals aus den Charakter ein. Rach dem Vortrag entspann sich eine recht lebhafte Diskussion. Den geistreichen und beredten Worten des Redners lauschten wohl über 60 Kommilitonen und Komilitoninnen unserer Ludoviciana. Am Samstag Nachmittag fand eine Führung durch das städtische Elektrizitätswerk statt, die recht belehrend war. Wir sagen auch an dieser Stelle Herrn Betriebsleiter Stolte unseren besten Dank. Am selbigen Slbenö wurde ein Vortrag über Wildenbruch gehalten. Der Redner schilderte mit wenig, aber treffenden Strichen das Leben und Wirken deS Dichters. Alsdann ging er näher auf die bedeutendsten Tramen Wildenbruchs ein. Eine lebhafte Diskussion beschloß diesen Abend. Nächsten Sonntag finbet als letzte Veranstaltung vor den Ferien im Hotel Schütz eine Weihnachtsfeier statt. ** DerSchiklub WandervogelGießen(S. W. G.) beabsichtigt während der Weihnachtsserien einen mehrtägigen 2 chikursus im Vogelsberg abzuhallen, der von I. Lutter aus München geleitet wird. I. Luther, ein geborener Gießener und Mitglied des S. W. G., ist einer der besten deutschen Schiläufer und Inhaber des ersten deutschen Sprungpreises von 190 8. An dem Kursus können sich auch Nichlinitglieber beteiligen, wenn sie sich bis zum 20. Dez. bei dem Schriftführer K. Neurath angemeldet haben. Ter genaue Plan des Kurjus wirb nächstens burch Anzeige bekannt gegeben. •• Eine Unstimmigkeit in unse rein Vor- munbschaftsrecht Hal ein kürzlich in Darmstadt vor- gcfomniencv Fall zu Tage gefötbert. Ein Herr, dem bie Vormundschaft über mehrere Kinder übertragen war, reichte nach Beendigung der Vormundschaft über feine Portoauslagen Rechnung beim Amtsgericht ein, da laut § der Anweisung Hühner: für Orpinglon, gelb, K. Krombach-Krofdorf 5. Ehrenpreis, für Ramelsloycr, weiß, L. Schlapp-Krofdorf 2. Preis, für Mmorka, fchwarz, K. F. Römer-Krofdorf 3. Preis; für Einzelliere: iür Mmorka, fchwarz, K. Leib-Kroivorf 1. Preis; Kollektionen: für Wyaudoltes, wem, K. Stork-Krofdorf 1. Ehrenpreis. In der 'lllttiertlaffe für Gänse: für Emdener, weiß, I. E. Teuker-Rod- beiin 6. Ehrenpreis, K. Hofmaim-Ktofdorf 2., Py. Krombach-Krof- dorf 3. Preis. In der Jungnerklasfe für Hühner: Paare: für Wyandolles, weiß, K. Stork-Krofdorf 3. Ehrenpreis, silberfarbig H. Stoik-Launsbach 7. Ehrenpreis, weiß W. Beckithold-Launsbach, 2. Preis, K. Slork-Krofdorf zwei 2. Preise, silberfarbig H. Stork- ' Launsbach 3. Preis, für Brahma, hell, H. Vlehmann-Launsbach 1. Preis, für Orpinglon, gelb, K. Krombach-Krofdorf 1. Preis und Znfchlagspreis, foiute 2. und 3. Preis, für Alechelner H. Loh- Wetzlar 1. Preis, für Ramelsloher, weiß, L. Schlapp-Krofdorf 1. und 3. Preis, für Italiener, rebhf., Dr. Seipp-Krofdorf 2. Ehrenpreis, H. Slork-Launsbach 1. und 2. Preis, Dr. Seipp-Krofdorf 3. Preis, gelb W. Suchan-Krofdorf 4. Ehrenpreis, W. Suchan- Krofdori 1. und 3. Preis, K. Schmidt-Kroidorf, Phil. Krombach- und K. Krombach-Krofdorf je 3. Preis, für Mmorka, fchwarz, J{. Leib-Krü'dorf 1. und 2. Preis, W. 'Möller-Krofdorf 2., K. Läu'er- Krofdorf 3. Preis, für Hamburger Silberlack H. Stork-Launsbach, 1. Preis; für Emzeltiere: Brahma, hell, H. Vlehmann-ltaunsvach 1. Preis, Minolta, jchwarz, K. Reeh-Kroidorf 1. Preis. Kollektionen: In der Jnngtierllasse für Hühner: für Wlinotfa und Gold- Wyandoues E. MooS-Krofdorf 2. Preis. Tauben: für Brieftauben, fchwarz, Z. E. Tenker-Rodheim 1. Preis, blaue H E. Tenker-Rodhenn 3. Preis, Perücken H. Loh-Wetzlar 2. Preis. Für Enten: Peking, weiß, Karl Gerlach-Kroidorf 2. Preis. In der Verkaufsliafse: Kaninchen, Alltierklassc: für Silder- lanincbeii, dunkel, PH. Weber-Krofdorf 1. Preis, hell I. E. Teuker- Robhenn 1., 2. und 3. Piers, Joh. Schmidt-Krofdorf 3. Preis, für belgische Riejen H. Stork-Launsbach Ehrenpreis, F. E. Teuker- Rodhenn 3. Preis, für Holländer, fchwarzweiß, H. Stork-Launsbach 1. Preis; in der Jnngtierklasse: für Silberkanuichen K. Schmidl- Kroiboci 1., I. E. Teukec-Nobheim 2. Preis, für veigiiche äliese» I. E. Teuker-Robheim 3. Preis. s Marburg, 6. Dez. Nachdem jetzt zur Ausgabe gelangten Verzeichnis der Studierenden beS Wintersemesters wirb unsere Universität von rund 1750 immatri- tcikulicrien Studenten besucht, gegen 1859 im letzten Sommer und 1598 im vorigen Winter. Unter den 1750 Jmrnatri- trikiilierten befinden sich 25 Frauen. Rechnet man noch 77 jum Hören der Vorlesungen Berechtigte (darunter 19 Fraiien) hinzu, so stellt sich die Gesamtzahl der Studenten aus 1827, eine bis jetzt im Winter unerreichte Ziffer. Es studieren 115 Theologie, 420 Jura, 267 Medizin und 921 Philosophie; von den Frauen studiert 1 Jura, 4 Medizin und 22 Philosophie. Der Heimat nach sind 613 Männer und 5 Frauen aus Hessen-Nassau, 747 Männer und 11 Fronen aus den übrigen preußischen Provinzen, 282 Männer und 6 Frauen aus den deutschen Reichsländern (darunter 32 'Männer und 1 Frau aus dein Großherzogtum Hessen). Auf Oeslerreich- llngarn entfallen 17, auf Frankreich 3, auf Griechenland 1, auf Großbritannien und Irland 6, auf die Niederlande 1, auf Rußland 15, auf Schweden 2, auf die Schweiz 13, auf Spanien und die Türkei je 1, auf Amerika 14 und Asien 7. Von den Frauen sind 5 Ausländerinnen, nämlich 1 aus Großbritannien und 4 au8 Amerika. — Der vor 8 Tagen bei Battenberg auf feiner tetzten Fahrt durch bie neue Eisenbahn mit seiner Postkutsche überrannte Postillon Franz Roh- leber aus Braunshausen ist am Freitag abend in dec hic- siegcn Klinik gestorben, nachdem ihm bald dem Unglück ein Bem amputiert worben war. Der Mann hinterläßt eine Frau mit fünf Kmbern. politische Tagesschau. Ministerverantwortlichkeit vor der Kommission. Die Gesck-üftsordilungskomniission tes Reichstages, ter die Anträge auf Einführung eines Minisierverantwortiichkcilsgesetzes und auf ÄendGmng ter Geschäftsvrbnung zu gewiesen und die zu diesem Zwecke auf 28 Mitglieder verstärkt Worten ist trat heute zu einer Vorbesprechung zusammen. Vertreter der ver- bü-nteten Regierungen waren nicht aniueienb. Die Kommission beschloß, iunddift in die Beratung ter aus die Abänderung ter Geschäftsordnung über die Jntccp-llaiion. bezüglichen Anträge ein- ;utreten. Daran soll sich bann bie Beratung ter Berfastungs-' anhxige schließen, yiach eingehenter Erörterung auch über die Heranziehung tes von anberen Verfassungsstaaten vorliegenden Materials vertagte sich die Sivminission auf den 15. Januar n. I. bet ju kurz gedmmeue Frage, der Ausführungszwang für Erfindungen, wird, nne der national liberale Anioalt Dr. I ä n i' anlünbigt^ bei der Besprechung tes Etats tes Patentamts noch nähere Erörterung finden. Graf Kanitz Ivar ter heutige erst. Redner zum Etat. Es war aber keine Eta webe, wenn man von den kurzen recht kritisch gehaltenen Brmeolüngen zum yZarinectaj «obsehen will. In der Hauptsache war das, was die Slvnser- vativen jdfurch den Mund dieses Redners zu sagen hatten, ein agrarischer Kampfruf und bei seinen Ausführungen über Mühlen- nmsatzstcucr, Flotte utid Silberausprägung summte als leiser Unterton eine alte Melodie, mit: Kein Kaniß, keine Kähne! Zum Schluß »tb auch er ter einigen Geschlossenheit Ausöruck, mit der bas deutsche Volk die Vertretung seinev ausivärligen Politik gegenüber dem Auslände unterstützt. Right or ttnung, ml) country! Dr. Wiemer übte reichliche Kritik an der inneren Politik deS Reiches. Er bemühte sich, seine Etatrebe äußerlich nach Eugen Rickrter'schem Muster zu gestalten. Anch kleine «scherze wie sie jein größerer Vorgänger einzu streu en liebte, würzten seine auch sonst im allgemeinen nicht trockene Rebe, und man lachte sehr herzlich, als er das berühmte Sparsamkeitsprinzip auch bei den werbenden Anlagen Kameruner Aborte etwas mehr betätigt wünschte. Er zog anch, wie später ausführlicher der Sprecher der wirtschaftlid)en Vereinigung Lattmann, die Be- solduugsvorlagc in seine kritischen Erörterungen und sand all- seitige Zustimmung mit seiner Erwiderung auf die Flauurachevei des Schatzfekretärs gegenüber ben Beamten, und nur das Zentrum spendete [einen Beifall, als er die eigenartige äletiainc, bie oon Zentrunrsabgeorbnelen in Versammlungen ter Beamten für ihre Partei getrieben wird, gebührend kennzeichnete. Rach Dr. Wiemer nahm der 'Reichskanzler das Wort. Mit 23-ebauern verzeichnete er' die von dem soziald-enwkratischen Redner den ausländischen Treibereien gegen das deutsche Reich geleistete Unterstützung. Seine Bemerkung über die ^-ckpwrrer und Verschwörer nahm er auf und stellte teil Unterschied sest zwischen ter jungtürksichcn Bewegung und ter Arc ter russischen Revolutionäre. Wie die ganze zivilisierte Welt, so bekuute auch die deutsche Regierung dem neuen Regime in ter Türkei Achtung und Sympathie und tonne im eigensten Interesse nur wünscl-en, daß die Türkei politisch und wirtschafnict) gcEwidgc werüc; aber sich in eine führende Stellung drängen zu lassen, liege nicht im deutschen Interesse auf dem Balkan. Allseitiger Beifall begleitete die Erklärung treuen Zusammenhalten» mit dem verbündeten Oesterreich und die Ausf.ihrungen, bie er im Anschluß an bie Debatten in ter italienischen Kammer über den Dreibund machte. Nicht mit Heiterkeit wie damals die Bemerkung über den roten Kopf des Eeheinanncs und Die Extratouren der Gattin, sondern mit zustimmenpem Ernst nahm man den Vergleich auf, den er -wischen geschniinkten Frauen und Staaten zog, die einer Eleinlid^en Prestigepolctck bedürften. Und lauter Beifall erhob sich, als er nach ter Erörterung ter Marokko frage, tes amerikanisch- japanischen Abkommens und der Entente zwischen Rußland, England und Frankreich sowie ter Prager Vorgänge, bei denen die Vertretung des deutschen giftete», ohne Einmischung in bie inneren Verhältnisse tes Laubes, alles Erforderticy..' zum Schutze Reichsdeutscher getan, seine Darlegungen beendete mit dem Ausdruck dec Zuversicht in fcfic Echalcung tes Weltfriedens. Als Vorsitzender der Budgetkommission befd;ufiigte sich Freiherr v. Gamp sehr eingehend mit dem Etat und machte mancherlei Andeutungen für die Nutzawveudung, die aus feinem Promc- nroria über die Sparsamkeit zu ziehen wäre. Herr Lattmann mackite ten Schluß der heutigen Rednerliste. Fortsetzung des Boylotts österreichiicher und deutscher Waren zu agitieren. Unter diesen Umständen ist Oesterreich natürlich gc» zwungen, seine Rüstungen für alle Eventualitäten fortzufe^en, > hlerjuc leinen o'onbs besitze. für Voiinünber ihm seine Unkosten zu ersetzen sind. Das zumal, wie der „Bester Lloyd" aus Castro meldet, in Montenegro sich nun an den Armevvecbanb, der ihm das Gleiche erklärte, die Bildung von Banden aus 8 bis 10 Mann beschlossen Auch baS Lanbacricht teilte auf Befragen mit, baß, so be- StlmmungsbUö aus dem Reichstage. Berlin, 7. Dez. Etatsdebatte. Im Mittelpunkt der heutigen Sitzung und ter Generaldebatte firm Etat stand die erwartete große Rede tes Fürsten Bülow über die auswärtige Politik des deutschen Reiches. Bemerkungen tes Smccliers ter Freisinnigen Dr. Wiemer über Marokko und den Balkan hatten ihm das Sticl>- toort gegeben. Was der Kanzler zur Informierung über die beutfdje Auffassung und Mitwirkung in dem Völkerkonzert und feinen Anteil an den Disharmonien vortrug, manches in geschäftsmäßigem Tone, einiges mit einbringlidfcnt Ernst und mit sorg- Kiner Abwägung jedes Wortes, konnte Anspruch darauf machen, ß die bcuticte Nation ohne Unterschied ter Parteiungen mit geschlossenem Vertrauen die Leitung ihrer auswärtigen Politik unterstützt. Lauter Beifall zu den einzelnen Erklärungen bekräftigte, daß der Reiäiskanzler ten Reichstag hinter sich hat; und fast wie btc Gewißheit überstandener Sorgen nahm fv sich aus, als er mit erhobener Stimme als Grundsatz ter deutschen Politik verkünbete, daß sie sich auch jeder Schulmeisterei gegenüber anderen Staaten Ku enthalten habe. Die nur burch spontane Beifallsäußerungen und durch gelegentliche Heiterkeit bei ter recht glücklick)en Abfertigung des sozialtemokratifä>eii Ziedners unterbrodjenc Spannung des Hauses löste sich, als Fürst Bülow unter lebhajtem Beifall geschlossen, in allgemeiner Bewegung, bie der Ausnahme der folgenden Rede des Herrn v. G a m p nicht sehr gürlstig war. In die Etatberatung hatte ter Präsident die Erledigung eines internationalen Abkommens eingeschoben, das die Beziehungen des gewerblichen Rechtsschutzes lttmgsverictzüng und Öchorfamsücrtoeigcrintg in 3 Trollen, darunter V Klle vor versammelter Mannschaft, zu verhitttdeln. Ter Gerichtshof bestand aus Kriegsqerichtsrat Koch als Verhandlungsleiter, Major v. Wunsch ass Vorsitzenden und den Hauptleuten Großmann, Butz und Busse als Beisitzern. Kriegsgcrichtsrat Obenan er vertrat die Anklage. Der Angeklagte, der im jjiDtD leben Fuhr knecht war, ist wiederholt vorbestraft, darunter fiebcn- .'mal wegen Körperverletzung und zweimal wegen Tierquälerei, 'er ist geständig und gibt die Vorgänge, die der Anklage zugrunde liegen wie folgt an: Er habe am Sonntag, 25. Oktober bei dem gemeinsamen Kirchgang unterwegs von dem Gefreiten den Befehl erhalten, seinen Helm gerade zu setzen.. Ein Kamerad, ein alter Mann, habe ihm gesagt, sein Helm vaste nickst, er solle ihn umtauschen. Vor der .Kirche habe der Gefrciic ihm wieder gesagt, er solle seinen Helm gerade setzen, sonst haue er ihn in die Fresse, darauf habe er (Saufet) Zorn bekommen und erwidert: Gr, der Gefreite solle dies nur einmal tun. Es sei dann zu einem Wortwechsel gekommen. Ter Sergeant sei dazu gekommen und habe ihm wiederholt )stuhe befohlen. Säufer erklärt, er sei so aufgeregt gewesen, daß er, dem Befehl, den Mund zu halten, nicht nach- yekommen. Als der Sergeant ihm vergeblich Nutze geboten, habe dieser gedroht, er müsse ihn melden, wenn er nicht schweige, Sauser meinte, es sei ihm egal, dabei hat er sich in nicht militärischer Haltung frech vor dem Unteroffizier hingestellt. Ter Angeklagte hat gewußt, daß er dem Befehl des Vorgesetzten unbedingt hätte nachkommen mirffen. Er fuhrt an, daß er durch die Rede des Gefreiten in Zorn geraten wäre, wenn ihm im Zivilleben chmand gedroht, er schlage ihm in die Fresse, dann hätte er den betreffenden zu Boden geschlagen, so aber hätte er nur drauflos raisoniert. Man habe ihm, ehe er zu Len Soldaten gekommen war, in Mainz gefagt, er solle sich nur nichts gefallen lassen, besonders von den alten Kameraden rücht. In einem anderen Falle hat Lauser mit noch drei Rekruten Sonntags nickt ausgehen sollen, weil er sich noch nicht richtig mili- tarisch bewegen konnte. Als der Unteroffizier ihm mitteilte, daß ck in der Kaserne bleiben müsse, erklärte Laufes, er wolle einmal sehen, er ginge doch aus, so gut wie die albern und wenn er 14 Tage bekomme. Als ihn darauf der Feldwebel in sein Zimmer kommen ließ und ganz ruhig und vernstnftia vorstellte. Laß et sich doch beim Militär fügen müsse und ifm befahl, sich in militärischer .Haltung vor ihm hinzustellen, fuckLelte Lauser mit »den Händen in der Luft herum und war nickst ?u bewegen, still AU stehen. In einem dritten Fall hat der Angeklagte ebenfalls! eine A chttlngsv er le tzu ng vor versammelter Mannschaft begangen. Hauptmann Stephan, der die Leibkompagnic kommandiert, er- Tlärtc, er habe den Mann wiederholt eingehend ermahnt und darauf aufmerksam gemacht, daß er sich fügen müsse. L. sei als Soldat eigentlich willig gewesen und die Unteroffiziere hätten sich Mühe gegeben, Läufer auf den rechten Weg zu bringen. Man habe den Mann mit .Handschuhen angefaßt, aber alle Mühe sei !umsonst gewesen, Läufer sei überaus leicht reizbar und besitze keinen Begriff von den einfachsten Formen der Höflichkeit. Hauptmann Stephan ist der Ansicht, daß man es in dem Angeklagten mit einem Menschen zu tun hat, der geistig nicht ganz normal sei, denn eine andere Erklärung könne er nicht dafür finden, daß der Mann sich in die Verhältnisse beim Militär nicht finden kann. Ter Bruder des Angeklagten, ein schlichter Arbeiter aus Mainz, erklärt als Zeuge, der Bruder sei stets die Sorge in der Familie gewesen. Rian strbe es für ein Glück für ihn betrachtet, daß er habe Soldat werden müssen, weil man gedacht habe, dies werde ihn zum ordentlichen Menschen madren. Er hat ihn ganz besonders icrmaDnt, sich bei den Soldaten gut zu führen und sich zu fügen. Saufet sei stets sehr leicht bei jeder Gelegenheit in Jähzorn geraten. Ter Zeuge bekundet, daß in seiner Familie nie jemand geisteskrank gewesen sei, ebensowenig aber sei ihm bekannt, daß der Bruder etwa ein Trinker sei. Stabsarzt Radünz erklärt als Sachverständiger, der Angeklagte fei weder geisteskrank noch mit einer Krankheit behaftet, die ihn strafrechtlich nicht verantwortlich ^erscheinen lasse. Man habe mit einem Menschen jyn tun, der heftig und leicht jähzornig wird. Ob man int Interesse, der Aufrechter Haltung der militärischen Disziplin den Angeklagten als dienstbrauchbar erklären müsse, unterliege noch bcr_ Feststellung, es sei aber hierzu eine längere Beobachtung des Mannes nötig. Kriegsgerickstsrat Obenauer kennzeichnet den Angeklagten als einen 'jähzornigen rohen Menschen, dec schon von Jugend an sich brutal benommen und nicht gelernt habe, sich zu fügen, der auch nicht »einmal den guten Willen habe, dies zu tun. Er beantragte gegen L. auf 3 Monate Gefängnis zu erkennen, eine Strafe, die er turn' deswillen so milde zu bemessen bitte, weil der Angeklagte noch ein junger Rekrut fei. Hätte der Mann sck>on länger gedient, so Svürde er mehr als die doppelte Strafe beantragt haben. Der Angeklagte erklärte, er wolle zu einem anderen Truppenteil versetzt werden, wenn er die Strafe hinter sich hätte. Das Urteil lautete dem Antrag gemäß. Der Angeklagte erklärte, er wolle feie Strafe sofort annehmen. Getretde-Wochcnbcrtcht der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats Das milde Wetter während der zweiten Novemberhälfte hat den Landwirten Gelegenheit geboten, noch einen Teil der rückständigen Weizenaussaat zu erledigen. Seit einigen Tagen herrscht aber wieder Frost, der wegen der meist schwach entwickellen Saat umso ernstere Befürchtungen erweckt, als eine Schneedecke zurzeit nicht vorhanden ist. In Nordamerika übten ähnliche Verhältnisse einen befestigenden Einfluß aus Stimmung und Preise aus. Andererseits hing eine Erhöhung der argentinischen Offerten, von denen England diesmal in stärkerem Maße Gebrauch machte, mit Meldungen zusammen, wonach die im Zuge befindliche. Ernte durch Regen verzögert und geschädigt worden sei. Alle diese Umstände bewirkten, daß dem mäßigen Weizenangebot an den deutschen Märkten vermehrtes Interesse entgegengebracht wurde, zumal Bezüge vom Auslande nur zu wesentlich höheren Preisen zu bewerkstelligen sind. Im Lieferungsgeschäft standen dem gleichzeitig hervortretenden Kauf- und Teckungsbedürfnis Abgeber sehr vorsichtig gegenüber; besonderes Interesse bestand für Dezember, der seit der Vorwoche um 4Vs Mk. angezogen hat, während Mai lief eräug einen Fortschritt von 3Va Mk. aufweist. Auch Roggen, dessen Absatz allerdings sowohl im Jnlande, sowie aud) zum Export zu wünschen übrig läßt, war in den letzten Tagen nicht mehr so stark angeboten, so daß sich die Preise gut zu behaupten vermochten. Lieferungen, anfangs durch Begleichungen gedrückt, erholten sich, als die Andienungen bei Mühlen und Händlern Ausnahme gesunden hatten. Der Schluß war fest, für Dezember 41/2 Mk., für Mai 3% Mk. höher. Hafer hatte an der allgemein bemerkbaren Festigkeit nur geringen Anteil, da der Absatz immer nock) wenig befriedigt. Beachtung fanden gelegentlich die knapp angebotenen feinen Qualitäten und auch bessere Mittelware, während geringe Sachen über Bedarf vorhanden und schwer oerkäuflich sind. Immerhin zeigt Lieferung gegen vorigen Schluß eine Besserung von V2 bis 3i Mk. Das Braugerstengeschäft liegt bei gut behaupteten Preisen für seine Ware still: geringere Qualitäten sind billiger und vernachlässigt. Die Forderungen für russische Futtergerste haben sich wenig verändert. Im Maisgeschäft beschränkt sich das Interesse auf greifbare Ware; für f pater c Lieferung besteht wenig Unternehmungslust. „ Es stellten sich die Preise stir inländisches (Betreibe am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern (j beigefüqt ist, wie folgt: Weizen Roggen Hafer Königsberg 208 (— 2) 165'/, (+ IV,) 152 (- 4) Danzig 215 (-f- 3) 164V, (+ V?) 164 (+ 4) Stettin 203 (+ 1) 166 (— 1) 160 (— 1) Posen 205 (+ 2) 164 (- ) 158 (- ) Breslau 204 (-4- 3) 170 (+ 1- 158 (— ) Berlin 211 (+ 4) 170 (4- 2) 175 (+ 1) Magdeburg 205 (4- 2) 168 (- ) 174 (- ) Halle 204 (+ 1) 174 (- ) 172 (— ) Leipzig 201 (+ 1) 170 (- 1) 167 (— ) Braunschweig 202 (4- 1) 170 (- ) 175 (- ) Rostock 201 (4- 2) 161 (- 4) 158 (- ) Hamburg 208 (+ 6) 169V, (+ Vs) 172 (4- 1) Kiel 200 (+ 2) 170 (- ) 160 (- ) Hannover 205 (+ 2) 168 (— 2) 174 (+ 4) Düsseldorf 210 (4- 2) 176 (+ 1) 166 (+ 1) Köln 205 ( + 21/.,) 172V,(- ) 172% (- ) Frankfurt a.M. 2061 /• (4- 2) 175 (- 5) 172V, (- 2V.) Mannheim 220 (+ 5) 172V,(— ) 1721, (+ 2Vo) Straßburg 215 (- ) 182V,(- ) 185 (- ) ’ Stuttgart 222V, (H-2V.) 185 (— ) 175 (- ) München 221 (4- 2) 174 (- 1) 169 (— 2) Weltmarktpreise: Weizen : Berlin Dez. 213.00 (-j- 4.50), Mai 216.50 (-j- 3.50). Budapest April 221.95 (— 1.65). Paris Dez. 184.50 (- 0.50). Liverpool Marz 176.45 (-s- 1.45). Chicago Dez. 1^2.80 t-s- 2.80). Roggen: Berlin Tez. 173.50 (+ 4.50), Mai 183.25 ( + 3.75). Hafer: Berlin Dez. 163.75 (-j- 0.75), Mai 167.50 (4- 0.75) Mk. ßaitfrcL Gewerkschaft Kur - Köln, Gießen. Seit einiger Zeit ist man auf der dieser Gewerkschaft gehörigen Grube „Hermannszeche", Distriktsfeld Brack)t, bei Aliendorf Kr. Arnsberg, damit beschäftigt, das dort bekannte bedeutende Brauneisensteinlager zum Abbau vorzurichten. Es sollen bis jetzt 7 Abbaue vorgeriebtet sein, in denen das Lager in einer Mächtigkeit bis zu 5 m ansteht.______ Vermischtes. *• Eine seltsame Erschei n u n g. Auf der Grenze zwischen dem Ragniter und Pillkaller Kreise befinder sich, wie dem „M. D." geschrieben wird, ein Hochmoor von etwa 8000 preußischen Morgen, die „ftadfdjer Balis" genannt, an dem man je nach den Witterungsvertz -ttnissen eine seltene Erscheinung be- obaduten kann. Die Oberfläche des Moores pflegt sich besonders bei feuchtem Wetter so bedeutend zu heben, daß Gehöfte, Bäume ufto., die bei normalem Zustande zu sehen sind, vollständig verdeckt werden. Der Wechsel von Hebung und Senkung der Fläche geschieht in einem Zeitraum von mehreren Stunden, hält bisweilen auds einen ganzen Tag an. Nach angestellten Grab- und Bohr- versuchen ist ein fester Gnmd an keiner Stelle des Moores *ui entdecken, weshalb diesem aud) der Name „Bädugnis", das heißt Ohnegrund, beigetegt worden ist. Wohl einzig und allein darauf ist die seltene Erscheinung zurückzuführen. Der litauischen Volkssage nach aber treibt eine Zauberin „Ranana" im Innern des Moores ihr Wesen, durch) bereit Gähnen bei trübem, schläfrigem, Wetter das Heben und Senken des Moores hervorgerufen wird. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Dezember 1908 -Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 7 2” 751,2 3,8 5.6 93 SE 4 Bed. Himmel 7. 9” 752,2 4,3 6,0 97 NE 2 stiebet 8. 7" 752,2 5,0 6,5 100 SSE 2 Nebel Höchs e Teni 1 peratut am . bis 7. Dez. 4,3 0 C. Niedrigste ■ - 6. „ 7- „ = + 1,7 0 C. Gingescrndt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Wenn man den Zustand der hinteren Weser st raße ansteht, kann man denken, deren Einwohner mußten feine Steuern bezahlen. Man könnte an das Schild „Weserstraße" den Namen umändern und z. B. „Schutthaufenstraße" darauf schreiben lassen. Nicht allein, daß die Straße voll grundlosen Morastes ist, man findet außer diesem noclt schöne zierliche Nipvsachen, tute z. B. alle Lumpen, Eimer, Lochgeschirr, Soffer, Abfall von Gemüse und noch vieles andere. Wer deshalb etwas nötig hat, oder wer diese schönen Nipvsachen einmal sehen will, dem können wir einen Besuch der Weserslraße emvfehlen. Wenn ein Fremder die Straße vassiert, muß er denken, hier muß Markt abgehalten werden, ober soll es vielleicht auch bloß eine Verschönerung fein. Sollen die Einwohner der Weserslraße die Straße machen lassen ? Sollen die sck)önen Nippsachen zur Zierde bleiben ? Dder kann dieser Zustand den Menschen zum Wohl der Gesundheit dienen? Wir wollen hoffen, daß diese Zeilen zur Verbefferung der Weserstraße helfen werden. Mehrere Einwohner der Weser st raße. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse. 8. Dezember, 1.1a Uhr. 3%e/0 Beichsanleihe . . 94.40 3% do. . . 85.1" 31i6/e Konsole .... 94.45 3% do 85.0-1 3^°/e Hessen 93.00 3%6/„ Oberhesseu . . 92.00 4% Oesterr Goldrente. 97 90 4VS % Oesterr. Silberrente 98 00 4% Ungar Goldrente . . 92.30 4% Italien. Rente . . . 104.10 3?o Portugiesen Serie I 58 05 Z% Portugiesen n III 58.45 4&°/e russ.Staatsanl. 1905 97 05 4%°/o Japan. Staatsanleihe 92.35 X% Conv. Türken von 1903 92.20 Türkenlose 141 50 4% Griech. Monopol-Anl. . 49 00 4% äussere Argentinier . 85.60 3% Mexikaner . . . 63.50 414°f0 Chinesen .... 97.40 Aktien: Bochum Quss 217.80 Buderus E. W 110.75 Tendenz • schwach. Elektriz. Lahmeyer . . 116.80 Elektriz. Sclmckert . . . 118.30 Eschweiler Bere'werk . . 188 90 Gelsenkirchen Bergwerk 187.50 Hamburg-Amerik Paket! 110 80 Harpener Bergwerk. . . 192.30 Laurahütte 193.00 Nordd Lloyd . ... 88.50 Obei schles. Eisen-Industrie 96.80 Berliner Handelsges. . . 168 00 Darmstädter Bank . . . 128.10 Deutsche Bank .... 238.60 Deutsch-Asiat. Bank . . 134 00 Diskonto-Kommandit . . 178.40 Dresdner Bank .... 146 75 Kreditaktien .... 194.70 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 108.10 Gottbardbahn —.— j Lombard. Eisenbahn . . 19.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 143 60 Prince-Henri-Eisenbahn . 123.00 Berliner Börse, 8. Dezember. Anfangskurse. Canada E. B 177.00 Darmstädter Bank . . . 128.40 Deutsche Bank .... 238.30 Dortmunder-Union C. . . 59.30 Dresdner Bank . . . 146.80 Tendenz- kaum stetig. Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . . 193.10 19 30 88.60 141.50 Uur die echte Scotts Emulsion, keine Nachahmung! Der Weltruf von Scotts Emulsion bürgt für die Güte des Präparates, und die mit ihm erzielten Erfolge sind unbestritten. Billigere, vielfach minderwertige Nachahmungen von Scotts Emulsion hat es von jeher gegeben und neue tauchen immer wieder auf. 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Dezember Kram-Markt in Gießen. Es kommen -um Berkaus ein grvüer Posten gekleideter Puppen in ucuesten Mustern ausgestattct und ein Po»^eu Leder Balge, Puppen, nicht gekleidet zu sehr billigen Preisen, wofür sonst das Doppelte und noch mehr bezahlt wird. Dieselben habe ich in Dbüringen, wo der Geschäftsbetrieb stockt, bei gröberem Fabrik Lager zu erstaunlich billigen Preisen eiugckausl. du lebhaftem Kauf ladet ein 6994)________________Heinrich Pfeiffer ans Cölbe._____ »rasms——"—— -——— , 727" ”—^aMi®r-sS IEin Postpaket zur Probe enthüll: 1 Paket Dr. Weil s Deutscher Tbee 1 Pfund Aäbriaiz Ztaffee '/, „ Haier iiak.io */t „ Schokolade 3 Paket Prima Biskuits 1 Flasche alkoholfreier Wein t 1 /, - Puuick für den GesamwreiS von Mk. 5.60 portofrei »u beziehen A durch das Itcform- und Knelpphau* Fraukiurt a. M., Gr. Bockenhelulerftrabe 17. 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Das reich und gut illuuricrte Werk gibt ein prächtiges, aber durchaus natur- wahres und nicht etwa sentimental poetisierendes Bild aus dem Leben und Treiben in einem mitteldeutschen Oberfürsterhause, und die melden sind teils die Insassen und ihre Umgebung, teils die alö Gäste einlehrenden Söhne befreundeter Familien. ES ist eine Freude und em Genug, die (übrigens für sich sebständigen) einzelnen Jahrgänge zu lesen, und von einer ermüdenden Wiederholung der Schilderungen und der Abenteuer kann keine Rede sein. a"/u Professor Dr. L. Freytag, Groh-Lichterfelde. AieAanptversamml'ung des IMirWWtn ScrdiiS für Die Pros, JtaHtn findet Samstag, de» 19. Dezember, nachm. 21/. Uhr, in Gießen im Neue» Saalbau (Steins Garten) statt. TageL-Ordnung: 1. Abänderung der Statuten, insbesondere Herabsetzung der Mitgliederbeiträge. 2. Vortrag des Herrn Professor GifeviuS: Wie stellt sich wirtschaftlich die Steigerung unserer heutigen Bodenerträge. 3. Geschäftliches. Zu dieser Hauptversammlung ladet alle Mitglieder des Vereins ergebenst ein Schlenke Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen. Friedberg (Hessen), den 5. Dezember 1908. v'/u