oo Die heutige Nummer umfaßt 12 Leiten. Es mag den. Statii* das l«* wirklich unter im Sinne der Staats bestritten. L. ü. Dr. Freiherr Hans v. Liebig, der stch für Fach der Chemie an unserer Universität zu yabiiuieien poHtiid^c Lagesfeha«. DaS Befinden des Kaisers. die des 2600 Mk. im Jahre 190?. Hierzu wird in der beigegebenen Begründung bemerkt: Entsprechend der Mitteilung des Regierungsvertreters bei den Kammerverhandlungen über den Hauptvoranschlag für 1907 hat sich Hessen an den norddeutschen Wettervienst angeschlossen, nachdem seinem Wunsche entsprechend eine Wetterdienststelle in Frankfurt errichiet war, deren Bezirke das gesamte Großherzogtum und Teile der preußischen Rheinprovinz und der Provinz Heisen-Nassau umfaßt. Bei den Verhandlungen über diesen Anschluß wurde hesjifcherseits Vorbehalten, daß der Gießener Wetterdienst als „Nebenstelle" beibehal- ten werden kann, wobei aber die daraus entstehenden Kosten dem Rcichswetterdicnst nicht zur Last fallen. Aus dem hier angesorderten Betrag sollen der Kostenanteil Hessens an dem Reichswetterdienst bestritten und ferner die Kosten gedeckt werden, die aus dem Verkehr der großen mitttärijchen Anstrengung bedürfe. Frankreich könne um Abdul Aziz den Gang nach Fez nicht unternehmen. Frankreich werde voraussichtlich genötigt sein, vorläufig zu „stoppen". Auch das „Journal des Debats" erklärt, Frankreich könne unter den gegenwärtigen Umständen nichts anderes tun, als abzuwarten, wie sich die weitere Entwicklung der Ereigni,se in Marokko gestalte. Aus KraDr uuS (and. (Sie yen, 13. Januar. Der Gießener Wetterdienst. die Einrichtung eines Reichswetterdienstes wer- iN Sirbkö wünscht, hält am SDlontag, den 13. Januar, 6 Uhr, in der kleinen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: Ueber die Farbe organischer Substanzen *• Tas hessische Lehrerbildung sw es en ist zur Zeit in einer Umivandlung begriffen, die die Ausbildung oec zukünfligen Bolksschullehrer verbessern und es ermöglichen ioll, daß der Zugang zu dem Berufe soivohl von den höheren Lchranslallcu, als auch von der BollSschule auS erfolgen kann. Es werden deslMV schon seit dem Jahre 1906 junge Leute, die ihre allgemeine Bildung in einer nenn- uuftgen Bollaniialt erworben und die Reifeprüfung bestanden haben, m einer reinen Fachschule theoretisch und praklisch nie das Lehramt an Bollsichulen (Pädagogischer Kursus) vorbereitet. Der pädagogische Kursus, für den im neuen Slaaisvoranschlag em Betrag von 7000 Bit. angefoidert wird, ist zunächst nur ein Versuch, der aber über die Grenzen unseres engeren Vaterlai.des hinaus m den Fachkreisen Jnier- esse erregt, iveil mit ihm zum ersten Rial un Deutschen Reich ein ganz neuer und namentlich von Volkeschullehrern ost gewünschter Weg der Lehrerbildung beschruten wird. An diesem pädagogischen Kursus beteiligen sich gegenwärtig 30 Teilnehmer. ** Der Praktische VortragskurS für Landwirte, der von der Laiidwirtschaflstammer für das Großherzoglum Hessen ursprünglich vom 5. bis 8. Februar beabsichtigt war, findet nach neuerlicher Entschließung vom 2 5 bis 2 8. Februar statt. Das Programm wird dieser Tage verüffenllichl. **Do n d c r La ndw i rtscha ftska mme r. Am 11. Jam tagte der B o r st a n d der Kammer lüucocruin in Dar in stabt. Zunächst wurde die Frage verhandelt, was im Sinne des Gesetzes Gießener Nebenstelle mit dem NeichSwetterdienst erwachsen; übrigen Kosten der Nebenstelle werden nicht zu Lasten Deutsches Reid-. Berlin, 11. Jan. -du Munimccyernt, Erbmarschall im Herzogtum Magdeburg, Major a. D. Franz v. Veltheim auf Harbke, Regierungsbezirk Magdeburg, wurde die fürstliche Würde unter dem Namen eines Fürsten und Herrn zu Putbus verliehen. In Leipzig ist der frühere Reichstagsabg. Prof. E r n st Hasse gestern gestorben. Bochu m, 12. Jan. Aus den meisten Zechen werden die S ch i ch t l ö h ne reduziert und die tz^<,inge herabgesetzt. Tie Bergarbeiter scheinen mit ernsten Eventualitäten zu rechnen, beim sie suchen sich mit einem großen Vorrat an Hausbrandkohlen zu versorgen. eil» Lebertran)- toi« 2 . »reme° h UbWI^a\6 nebefr x .men \'ieue- ch»K-- •L** EjjCSl 1 enn « sammlungen in Berlin abgehalten worden. In Niederbarnim sanden 1906 30 Versammlungen statt. Gestern wurde nur eine abgehalten. Nach Schluß der Versammlungen trat eine gewaltige Steigerung des Straßenverkehrs ein. Die Teilnehmer strömten in geschlossenen Massen in die Straßen und suchten auf verschiedenen Wegen in die Gegend des Schlosses und Unter den Linden zu gelangen. Bei den Versuchen der Schutzmannschast, dies zu verhindern, kam es wirklich zu Zusammenstößen. Hierbei sollen 28 Personen sowie 3 Schutzleute erheb- licheVerletznngen davongelragen haben. Gegen zwei Uhr entstand der erste blutige Zusammenstoß zwischen Polizei und Demonstranten in dem Viertel der Traudten- straße und Friedrichsgracht. Nach Verletzung von zwei Schutzleuten wurde das Kommando zum Blankziehen gegeben. An der Ecke der Grünstraße und Friedrichgracht- straße versuchten 600 Personen die Postenkette zu durchbrechen. Die Schutzleute zogen blank und verwundeten j Mann. Eine Menge von 10 000 Menschen sammelte sich auf dem Exerzierplatz an, wo zwei Redner unter freiem Himmel sprechen wollten. Die Menge wurde die Loth- cingerstraße hinuntergedrängt und stellte sich hier wie ein Wall der Schutzmannschast entgegen. Jetzt machten Die Beamten vom ©Übel Gebrauch und vertrieben die Menge, ßon der Kochstraße aus versuchten gegen 6000 Mann nach der Wichelmstraße zu gelangen, um den Fürsten Zülow zu „besuchen". Als ihnen dies nicht gelang, zogen sie die Friedrichstraße hinunter, „nieder mit Zülow" schreiend. Tie Stauung und der Lärm wurde so stark, daß der Polizeipräsident, der hier die Maßregeln überwachte, den Befehl zum Auseinandertreiben der Menge gab. Mit Anbruch der Dunkelheit begannen die Straßen ,ich allmählich zu leeren und gegen 8 Uhr boten die Linden und die Friedrichstraße wieder das gewohnte Bild. Gegen 71/2 Uhr kam es Unter den Linden noch einmal zu lebhaften Austritten, die die Verhaftung einiger Personen zur Folge hatten. Zu den Zusammenstößen in der Friedrichsgracht ist noch zu melden, daß dort zwei Schüsse gefallen ,ind, einer aus einem Hause, der andere au5 der Menge. Durch eine Revision der Revolver der Schutzleute ist fest- gestellt, daß aus keinem dieser Revolver geschossen worden ist. — Dem Militär war kein Urlaub erteilt worden. Tic Wachen hatten Verstärkungen erhalten. — Auch außerhalb Berlins,' in Ben verschiedensten Orten, wie Frankfurt a. M. und Breslau haben Wahldemonstrationen stattgefunden. * Verschlimmerung der Lage in Persien. DaS persische Parlament hielt gestern eine nicht öffentliche Sitzung ab zur Besprechung der Beziehungen zwischen der Regierung und dem Parlamente und der Lage an der türliich-persischen Grenze. Die Bezieh- ungenzwischenParlamentundRegierung sind wieder unbefriedigend. Auch die politischen Kttibs beginnen sich wieder zu rühren und verlangen die Erfüllung der vom Schah am 22. Dezember v. I. gegebenen Versprechungen. Sie warfen dem Gouverneur und der Polizei der Hauptstadt ihre Untätigkeit in Bezug auf die Verfolgung verschiedener Mordtaten vor und wünschen die Einrichtung einer Munizipalgarde und eines ständigen Nachtdienstes. * Der adessinis^e Zwisckensall. Negus M e n e l i k hat für die Vorkommnisse bei L u g h volle Genugtuung zugesagt. Nach einem Tttegramm des italienischen Ministerrcsidenten in Addis Abeba an den Minister des Aeußeren Tittoni hat Negus Menelik auf den formellen Protest der italienischen Negierung wegen des Zwischenfalles bei Lugh und auf die Forderung von Genugtuung erklärt, daß er die Vorkommnisse, öon denen er nichts gewußt habe, auf das tiefste bedauere. Er versichert die italienische Negierung von neuern seiner Freundschaft und seiner Loyalität, und sei bereit, volle Genugtuung zu gewähren. Die Verantwortung treffe allein die Häuptlinge, die auf eigene Faust und gegen seinen Willen gehandelt hätten und exemplarischbestraft werden sollten. Auch werde er sogleich Maßnahmen treffen, um a(U Abessinier, die sich noch bei Lugh oder im Hinterlande tjon Benadir befinden, zum Rückzüge zu veranlassen. * Die Absetzung de8 Sultans Abdul Aziz. In Marokko sind neue Schwierigkeiten entständen, deren Folgen vorläufig noch gar nicht abzusehen sind. Die Proklamation des Sultans Muley Hasid wird jetzt bestätigt und zugleich festgestellt, daß Muley Hafilf tatsächlich den heiligen Krieg erklärt h a b e u n b eine sranz 0 senfeindliche Haltung einneh m e. Die Proklamation erfolgte in ben beiben bedeutendsten Moscheen von Fez. Alle Sl-eriffs unb Notabeln waren zugegen. Unter anderem wurden folgende Bestimmungen bekannt gegeben: Abschaffung aller zu Algeciras getroffenen Maßnahmen, Aenderung bei} algerischen Grenze, Rückgabe der ganzen Sahara durch Frankreich an Marokko, Achchassung der Steuern des Machzen und schließ- tich das Verbot an alle Marokkaner, die Protektion der Ausländer anzucufen. In Tanger herrscht große Erregung nr’ Jj * 1**5^ 48 toi 5. Januar ) Rabatt Für . _ den im neuen Staatsvoranschlag 2200 Mk. angesetzt, gegen Zur Krisis im Flottcuverein. Im Landeshause der Mark Brandenburg hat am Sam? tag abend die außerordentliche Generalversammlung der Ortsgruppe Mark Brandenburg des deutschen Flottenvereins stattgesun-> ben. Nach mehrstündiger erregter, teilweise stürmischer Debatte gelangte folgende, Von Geh. Regierungsrat Klewitz beantragte Resolution zur Annahme: Die außerordent liche Delegiertenversammlung der Provinzialgruppe Berlin- Mark Brandenburg spricht die Srtoartung aus, daß die jetzige Krise im deutschen Flottenverein durch den Rücktritt des Generals Keim von dem Amte des gefchästsführenden Vorsitzenden beseitig, wird. Der Großherzog von Oldenburg hat am 30. Dezember 1907 an den Fürsten Otto zu Sa km-Horstmar folgender Schreiben gerichtet: „Oldenburg, den 30. Dezember 1907. Eurer Durchlaucht banke ich bestens für bas Schreiben vom 20. Dezember unb beehre mich, barauf folgenbes zu erwidern: Als ich vor acht Jahren bei ber Gründung des Oldenburgischen Landes- aerbandes vom Deutschen Flottenverein mitwirkte, habe ich in einer öffentlichen Ansprache hervorgehoben, daß der Verein sich von jeder politischen Tätigkeit freihalten müsse and allein durch sachliche Aufklärung für die notwendige Verstärkung der deutschen Seemacht zu wirken habe. Auf bemselben Standpunkte stehe ich noch heute unb bin der Ansicht, daß der Flottenverein seiner rein vaterländisch wirkenden Aufgabe entfremdet wird, wenn seine Leitung von Männern ausgeht, die, wie der General Keim, in ben Kampf der politischen Parteien eingetreten sind und es unternehmen, ihre Ansichten von dem, was der Kaiserlichen Marine nottut, der Reichsregierung in agitatorischer Weise aufzunötigen. Gewiß ist es jedem Mitglied des Flottenvereins unbenommen, sich politisch zu betätigen, wie er es in vaterländischem Interesse für erforderlich hält, aber die leitenden Persönlichkeiten müssen stch ganz zurückhalten und über dem Parteigetriebe stehen, sonst geht die einigende Wireung, die ein großer nationaler Verein ausüben soll, verloren. So gern ich die mancherlei Vorzüge des Generals Stirn anerkenne, so halte ich ihn aus den obigen Gründen nicht jür geeignet, als Geschäftsführer des Deutschen Flotten- aereins zu fungieren und müßte, wenn er von dieser Stellung nicht zurücktritt, zu meinem lebhasten Bedauern das ßroieftorat über ben Oldenburgischen Verband ausgeben. Zudem ich es (Stirer Durchlaucht anheimstelle, diese Mitteilung bekannt zu geben, bin ich in vorzüglicher Hochachtung Eurer Durchlaucht sehr ergebener Fneorich August." Der Landesausschuß des Tentschen Flottenverems für bas Königreich Sachsen beschloß geilem einstimmig bei dem Vräjidium eine Verschiebung 0 e r Ka s s e l e r au p t- oetfammluna »u beantragen, um einer ton $reS- ben aus eingeleiteten Vermittelung Zett zu geben. ♦ Sozialdemokratische Wahlrechlsdemonstrckionen. Im Gegensatz zum sogenannten roten Sonntag am -81. Januar 1906 hatte für Samstag der Zentralvorstand ber sozialdemokratischen Wahlvereine Groß-Berlins die Parole ausgegeben: Genossen! Hinaus auf die Straße zu Demonstrationen gegen das bestehende preußische Wahlrecht. Während 1906 80 sozialdemokratische .Versamm- Die „Darmst. Ztg." gibt an ber Spitze ihres Blattes folgende Zuschrift aus Berlin wieder: In gewißen Kreisen des Inlandes und des Auslandes herrscht ein bei vornehm denkenden und empfindenden Menschen nahezu unverständliches Bedürfnis, immer wieder mit sensationellen Gerüchten und Geschichten aufzuwarten, die mit Vorliebe Deutschland zum Ziele einer wenig bedenklichen Fabulier tun st wählen. Geyen eine Weile die politischen Motive aus, so werden in gemessenen Zeiträumen angeblich eGerüchte über einen ungünstigen Gesundheitszustand des Kaisers zu Betrachtungen solcher Art znm Ausgangspunkt genommen. Neuerdings wird unter Berufung auf Wien als Ursprungsort derartiger Gerüchte verbreitet, die einige Monate zurückliegende katarrhalische Afsektiou des Kaisers habe durch ben Aufenthalt in England keine Besserung, fonbern im Gegenteil eine Verschlimmerung erfahren. Zur Unterstützung dieser Behauptung werden allerhand vorgebliche Wahrnehmungen aus den letzten Wochen angeführt. Wir können dem gegenüber feststellen daß dieses ganze Gerede jeden tat sächlich et. Hintergrundes entbehrt und völlig haltloc ist. Seit der Rückkehr des Kaisers aus England haben nicht nur die nächste Umgebung des Monarchen und die mi; ihm in häufige persönliche Berührung tretenden obersten Spitzen der Reichs-- und Staatsbehörden, sondern auch weitere Kreise des Publikums Gelegenheit gehabt, ben Kaiser bei festlichen Veranstaltungen aus unmittelbarer Nähe zi beobachten. Hierbei hat man weder körperliche Hemmungen seines Befindens, noch auch seelisck)e Verstimmungen bemerken können. Der Kaiser erledigt mit ungeminderte, Spannkraft die an ihn herantretenden umfassenden Staatsgeschäfte und unterzieht sich ben Aufgaben ber Repräsen tation mit ber gleichen Leichtigkeit, wie er vielstünbigen Aufführungen im Opernhauie unb Königl. Schauspielhaust bis zum Schlüsse mit sichtbar lebhaftem Interesse folgt. All das wäre, wie sich von selbst versteht, nicht möglich, wenn sein Befinden nicht vorzüglich wäre. ~" auch hinzugefügt werden, baß von keiner richteten Seite auch nur eine Andeutung von uns widerlegten Gerüchte gefallen ist. London, 12. Jan. Von hier wird der „Köln. Ztg." gemeldet, daß Mischen ber deutschen unb ber russischen Regierung Verhanblungen zur Feststellung ber internationalen Hage ber Ostsee schweben. — Demselben Blatte zusolge sind zwischen Deutschland unb England Verhandlungen im Gange über die M a r s ch a ll i n f e l n. Es sei von England em Vorschlag gemacht worden, den Streit einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Deutschland dür,te diesen Vorichlag annehmen. Paris, 11. Jan. Der „(Sri de Paris" hat nachträglich in Erfahrung gebracht, daß Prinz Max von Sachsen am 29. Dezember in ber Pariser Kirche St. Vincent be Paul eine Predigt zu Gunsten ber Kasse bet St- Joseph- Misston gehalten hat, ein mildtättges Werk von Elsaß- Lothringern, welche Franzosen gebLeben sind und in Paris leben. Ter „(Sri be Pans" firmet es deplaziert, 0 aß ein b e u t s ch e r P r i n z i n P a r 1 s s ü r d i e Elsaß- Lothringer das Wort ergreift. Nr. 10 Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag 13. Jannar 1008 Der Eiehener Lnzeiger - Ä ’’ •’ ** t 9 tnonatliÄ7ö'lii.,otertel- (Dienstag und Frenaa); M- M M rfd $5 fcJT M jpg |§6 WT fed M feä WL jährl. ausschl. Beilellg. Ww" yv I v V l Vr I v ▼ WB ▼ v ^“öotS RZW General-Anzeiger für Gberheffen UUZ Banatern« von Anzeigen V f • • 1 u. Land" und ^Genchls- Im Rotattonrdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei. H. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Lchulstratze 7. ^„ietnented:6 langen für Groß-Berlin, darunter 31 in Berlin selbst I über die Proklamation Muley tzafids. Der „Temps" sagt, einberufen waren, sind gestern nur 22, darunter 8 Ber-1 c3 sei die äußerste Zurückhaltung nötig, um Abdul Aziz gegen feinen Bruder zu verteidigen, da es einer überaus dis uuilagepflichk'gcs rattl)wischaftk. DeLrk^bs- kapital aufzufassen ist, so lange das geplante Gemeindesteuev- gcsctz noch nicht vorhanden ist. Ter Vorstand entschied sich bafyin, daß borerft die Bestimmungen hierfür wie seither bestehen bleiben sollen. Es werden 300 Mk. für Abl>altung von Buchs üh- rungskursen bewilligt und beschlossen, eine einheitliche Buchführung in mehreren, den verschiedenen Betriebsgrößen und An- sprächen angepaßten Stufen cinzusühren und im Anschluß hieran eine Buchsührungsstelle zur Beratung der Landwirte und zur Uebernahmc von Buchfüdcungsbeschlüssen einzurichten. Weiterhin werden Beschlüsse über die Ersatzwahlen für ausgeschiedene Ver> trauerismänncr gefaßt. Fäir die Forderung des Weinbaues rind Swar speziell für die Bekämpfung der Rebschädlinge soll ein Plan ausgestellt werden, zu dessen Beratung auch die Negierung und die Wein- und Obstbauschule herangezogen werden soll. — Sodann wurde über die neu entworfene Ordnung über die Beschickung der Wanderausstellungen der deutschen Lmrdlvirtschaftsgesellschaft, sowie Über die Beteiligung an der Stuttgarter Ausstellung verhandelt. Um die Benützung der lairdw. Versuchs st ation durch die Laiidwirte zu fördern, soll ein Abüimmen nut ihr getroffen tverden, wonach die Landwirte eine Ermäßigung 'von 75 Proz. der Untersuchungsgebühren für. Futter^ und Düngemittel, Bodenproben 2c. genießen sollen, indem die Landwirtschaflskanimcr die Eiitschädigung der Versuchsstation für die ausfallende Einnahme übernehmen will. Weitere Beschlüsse werden zur Preisnoticrungs- einruptung und anderen Unternehmungen der Landwirtschasts- kammer gefaßt und ein Antrag Fritsch angenommen, wonach die Regierung und die hessischen ReichStagsabgcordneten ersucht werden sollen, für den Fall der Einsühruiig des Branntweinmonopols dafür eiirzutreten, daß Hessen wie die übrigen süddeutschen Staaten behandelt werden soll. Eine weitere Vorstandssitzung findet Montag, 13. Januar, statt. * * Das Landeskomrtee der hessischen Zen- t rum spartet, das am Donnerstag hier zusammen- getreten war, beschloß, frühzeitig mit den Vorarbeiten für die Landtagswahlen zu beginnen und im Herbst d. I., jedenfalls noch vor den Wahlen, einen hessischen Parteitag abzuhalten. * * Aus dem Bu re a u des S t a d t t h e a t e rs. Wenn man die Spielpläne verschiedener Theater verfolgt, so kommt man öfters in die Lage von der „Duplizität der Ereignisse" zu sprechen. So geht es mit Paul Lindaus Schauspiel „Der Andere", das am Dienstag hier in Szene geht. Das interessante Stück, in dessen Mittelpunkt ein Staatsanwalt mit doppeltem Bewußtsein steht, wur^e jüngst am Wiesbadener Hoflheater mit Ersolg wieder ausgenommen. Die Aufführung ist von Oberregisseur Bakof, der auch die Hauptrylle spielt, vorbereitet und erregt nach dem Vorverkauf zu schließen, lebhaftes Interesse. ♦ * Die freiw. Gailsche Feuerwehr hielt am Sonntag abend im „Einhorn" einen sehr gut besuchten Familie nabend. Die mit einer Ansprache des Hauptmann-Stellvertreters Sauer eröffnete Feier bot mancherlei Unterhaltung, eine Verlosung brachte den mit einer Glücksnummer versehenen Teilnehmern nachträglich ein willkommenes Weihnachtsgeschenk und der folgende Tanz den Jüngeren die gewünschte Abwechslung. *• Eine Roheit. Gestern nacyt wurden in einem Hause der Bleichstraße 2 mit Schutzgitter versehene Keller- fenster oon bübischer Hand anscheinend mit einem Stocke ein gestoßen. Ob der Täter wohl geahnt hat, daß durch seine rohe Tat für zirka 200 Mark Aepfel, Kartoffeln und Pflanzen erfroren sind? Anzeige ist erstattet; hoffentlich gelingt es der Polizei den Buben der verdienten Strafe zuzuführen. $ Klein-Linden, 11. Jan. Ein großer Trauer- Kug bewegte sich heute durch unser Dors. Es galt einen alten Kriegsveteran, den Bahnarbetter Wilhelm Deibel!., Die Einweihung des neuen Hoftheaters zu Weimar. (Spezialbencht des Gieß. Anz.) In einer Zeit, in welcher Geschehniste ui,delikatester Art ab- geurteilt wurden, die das Volk tiefmnersi verletzt hauen, berührt die Theatereröffnung in Weimar um so wohltuender. Galt es doch heute ein Fest zu feiern, das den Anfang einer neuen Kunstepoche für alle Diejenigen heißt, welche die Kunslbedeutung Weimars würdigen. — Uederholl von der vorwärts strebenden Zeit, war das alte Theater Weimars ilnzulänglich geworden. Für em neues Hal der junge Großherzog Unsummen persönlich bewilligt, Stadt und Ctaat taten das Ihre. Ter Münchener Professor L i t t m a n n hat mit Genie und praktischen Erfahrungen durch Umwertung aller Werke Herrliches neu geformt. Ter dem allen Ban anhaft intime Reiz ist auch über den Neubau gegossen, vor dem wie vor dem allen Hanse das Denkmal Schillers und Goethes, von Nietschel 1859 geschaffen, steht. Am heutigen Festtage, dem 11. Januar, liegt Weimar in feierliches schneeiges Weiß gehüllt, in heiligem Schweigen. Ein wundersam aninutendes, reizvolles Bild. Tie Häuser iind reich beflaggt. Deutsche, preußische, weimarifche Farben allüberall. Tas neue Theater schmückt eine einzige, riesengroße Fahne, ist es doch alldeutsche Kunst, der hier eine neue Stätte ward. Auf allen Gelichtern Spannung, Erwartung, Begeisterung. _ Während die braunschweigischen und fürstl. Herrschaften von Reuß j. L. schon am Vormittag emtrafeii, wurde der kaiserliche Hofsonderzug um 6 Uhr abends' erwartet. Eme große Brenschen- menge umflutete um diese Zeit den Bahnhof. In'eleganter Galaequipage fuhr der junge Großheizog vor dem wundervoll geschmückten Bahnhof vor. Punkt 6 Uhr durchzog der Rauch de - Hoizuges die ivinlerliche Luft. Ter Kaiser fuhr ein. Beim Äussleigen durch Umarmung herzlichst den Großherzog begrüßend, schritt der Kaiser mit leichten, elastischen Schritten dem Wagen zu. Hurrarufe durchziiterten die Lust, als die Pferde anzogen. Das Publikum war tast gar nicht abgesperrt. Tie Polizisten schienen in mir angenehm auffallendem guten Einvernehmen nut demselben tu jein. Im Großherzoglichen Schloß war nun Diner. 74? Uhr fuhren die Gala- und Hoteqinpagen im Schloßhof wieder vor. Ter letzte nahm den Kaiser und den Großherzog auf. Schön sahen zwei »Jäger" aus, berittene Diener, welche beim Heraustrcten des Kaisers aus dem Schloß ihre Magnesiumtackeln entzündeten. Tie schwierige kurze Parade am Schloßgitter gelang /Pferden wie Reitern vorzüglich. Im Ganzen ein poesievolles Stimmungsbild. Tas schöne Schloß mit dem weiten Schloßhof, schneebedeckt und schneeumweht m grünlich strahlender Fackelbeleuchtung. Von Fanfarenklängen begleitet, betrat der Hof nm 8 Uhr das Theatrr, von einem Etitepubtikum ehrfurchtsvoll empfangen. Generalintendant von Vignau, der heute den Titel „Exzellenz" erhielt und vom Kaiser mit dem Kronenorden 1. Klasse dekoriert wurde, führte mit F-rhrn. v. Fritsch die Herrschaften nach der Hoslogc. Tas Innere des Theaters ist, unter Gewährung angenehmster Äurunwerhältnifse, dem Acußeren entsprecheiid antikisierend. Schöne, vornehme Linien, edle klassische Reinheit der Form. Tie Wände des herrlichen Raumes sind auf ein feines, zartes Grün gestimmt, das mit Gold verziert ist. Tas Ganze trägt würdigen, weihevollen Charakter. Wälzend für die tom- ncenden Tage die Festausführung dem Publikum freigegebcn ist, findet das l)eutige Eröfsnungsspiel nur vor geladenen Gasten des Großherzogs stall. Im Parquet haben hohe Würdenträger Platz gefunden, während die Balkons und Logen mehr von Tarnen besetzt sind, Alan sieht unendlich reizvolle Toiletten, wahre Spitzen- rounber und welche wunderbaren Brillanten. Was Weimar im Besonderen und Deutschland im Allgemeinen an Leuchten der Literatur, des Theaters, der Kunst besitzt, sieht man hier fast vollzählig versammelt. Alan bemerkt den weimar. Slaatsmiuister Rothe, mehrere Gesandten, die Intendanten und Direktoren fast aller guten tut letzten Ruhe zu Fetten. Voran schritt der Krreger- verein mit umflorter Fabne. Das Gießener Jnfanterre- Regiment, in dem Veteran Deibel diente, hatte vrer Tambours gestellt, die den Trauermarsch schlugen. Auch zahlreiche Bahnarbeiter gaben ihrem Kameraden das letzte Geleite. Pfarrer Schulte-Großen-Linden hielt die Grabrede. Der Vorsitzende des Kviegervereins, Lebtet Kerl, widmete dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. Dann nab die Gewehrabteilung des Vereins drei Ehrensalven ab. Im Namen der Bahnbehörde legte Assistent Müller einen prachtvollen Kranz nieder, im Namen der Mrt- arbeiter Bahnarbeiter H e c b-Allendorf. An der Bahn war W. Deibel nahezu 35 Jahre tätig. Derr Feldzug 1870/71 machte er im Regiment 9?r. 116 in der 4. Kompagnie mit, er nahm an den Schlachten von Mars la Tour, Gravelotte und Noisseville und an der Einschließung von Metz teil. Der Kriegerverein hatte ihn, als Mitbegründer des Vereins im Sommer 1907, gelegentlich seines 25 jährigen Stiftungsfestes zum Ehrenmitglied ernannt + Klein-Linden, 12. Jan. Die hiesige Heimatvereinigung hielt am Samstag auf der „Burg" wieder einen Familienabend ab. Der Saal war bis zum letzten Platz besetzt. Die Darsteller des Theaterstückes „Tie wilde Toni" ernteten für ihr wohlgelungenes Spiel reichen Beifall, ebenso die Mitwirkenden des Zitherkränzchens für ihre trefflichen musikalischen Darbietungen. Durch weitere Vorträge humoristischer Dichtungen im Wechsel mit allgemeinen Volksgesängen wurde bei allen Anwesenden eine heitere Stimmung erweckt, die bis zum Schlüsse anhielt. r, Allendorf Lda. d. L., 12. Jan. Der Landwirt Konrad Preis von Winnen, d,er am Donnerstag nachmittag einige Besorgungen hier erledigt hatte, erlitt auf dem Heimwege einen Herzs chlag. Als er abends nicht zurückgekehrl war, beunruhiglen sich die Singehörigen und gingen mit einigen Nachbarsleuten nach Allendoif zu. Sie fanden ihn lobt, in einem Graben liegend. Preis war cm allseits sehr beliebter und geachteter Mann. Ans Queckborn, 11. Januar, schreibt man uns zu dem in Nr. 9 des „Gieß. Anz." mitgeteilten Vorgang: Nichtig ist, daß die Gendarmerie von Grünberg in Queckborn verweilte, um Erkundigungen einzuziehen infolge einer anonymen Anzeige über Wegbringen von Hunden. Zu der ganzen Angelegenheit können wir nur erwidern, daß dem Verbreiter des Gerüchts Gelegenheit gegeben wird, den Wahrheitsbeweis vor Gericht zn erbringen. — Hier wurde vor einigen Tagen ein Mädchen, das abends um 10 Uhr mit einer Kameradin nach Hause ging, von einem Junggesellen auf offener Straße in gemeiner Weise belästigt. Jedenfalls wird das Vorkommnis von der Staatsanwaltschaft gerügt werden. Hirzenhain (Oberhessen), 11. Jan. Gestern, Freitag abend, kurz vor 8 Uhr, entstand auf bem hiesigen Hütten- lu e r f in bem Zwischenbau, welcher die alte und die neue Gießerei verbindet und den Riddcrbach überbrückt, Feuer, daS ben Zwischenbau vollständig zerstörte und die anstoßenden Gießereigebäube beschäbigte. Dem Umflanbe, daß die Hydranten kurze Zeit nach der Entdeckung des Feuers in wirtungSvoller Weise ihre Schuldigkeit taten, ist e§ zu verdanken, baß das neue Gießerei- gebäube nicht in Flammen zu Grunbe ging. DerMaterial- schaben wirb bie Höhe von 2000 Mk. nicht übersteigen deutschen Bühnen (and) der Gießener Thealerbireklvr Stein' g o e t t e r ist anmesenb). Alan bemerkt ferner Agnes Svrma, Eugen b'Albert, Otto Ernst, Fulda, Halbe, Kabelburg, Lienharbt, Liubau, Ostini. Tas Früh linqS - Märchenspiel beginnt. Dieses von bem Warlbnrgbichter Richard Boß verfaßte (Schicht hat zum Inhalt ben Gebauten, daß bie alte uub bie neue Weimarer Zeit, burch Frauengesialsen personifiziert, einander ben Rang streitig machen. Tie alle Zeit will bann bekränzt weichen uub bie junge, neue Zeit beansprucht ihr sirahlenbes Jugenbrecht. Kinbergestalleii unischwebeii, umfpielen beibe. Tie Lösung des Problems führt Apollo herbei, der mit beiden sinnreichen Gestalien und glanzvollem, allegorischem Gefolge in Weimar emzieht. Tie doinengeliönie alte Zeit weiht eine wnnder- am erblühte Blume bem kunstliebenben Fürsten, bem Großherzog. Sie spricht zum Fürsten des Laubes: „Ich seh ein Keimen, Knospen, Schwellen, Sprießen, Ich sehe Frühlingsfluten sich ergießen, Seh fröhliches Gelingen und Gebeihn. Der holden Wnnberblume Himmel sjchein, Er möge sich, Dir Deine Hulb zii banfen, Als dufi'ger Kranz um Deine Krone ranken. Mit einem Lenz von Glück zu Deinen Füßen Möcht, teurer Herr, Dein trenes Lolk Dich grüßen/ Die Voßischc Tichtunq lost ihren problematischen Charakter voll aus. Die, Lißt'schen Motiven angeglieberte Musik von Weingartner ist ungemein stimmungsvoll und sinnreich. Beides ein abgeschlossenes, formvollendeles, künstlerisches Ganze. Tie Kosiüine waren, bem knnsigelragenen Empfinden folgend, in weiche, ineinanber sich er'üllenbe Farbensyinphoiue abgetönt und boten Bllber, bie dem knnsigeüblen Auge unvergeßlich sein müssen. Ten äußerst schwierigen technischen nnb dekorativen Fragen wurde glücklichste Lösung. Tas Verzaubern der minteriimhauchten, ranh- reifiimwobeuen Natur m wonnigen, beseligenden Akai ein Meisier- ftücf künstlerischen Denkens und Schaffens. Die schauspielerischen Leistnngen waren auch vorzüglich Tie Horen wurden von Damen der Weimarer Gesellschaft schön posiert. Ter choreographische Teil, Kinberszencn, waren künstlerisch burd)bacht. Der große Beifall war reich verdient. Glanzvolles Rebelzrehen, festliche Musik, leitete nun zum „B o r- sviel von Goethes Fan st" über. Das Gewölk hebt sid) unb vor bem Vorhang--Goethe.... In atemlosem Schweigen vernehmen wir bie tiefen Gebanken bes „Dichters", bem Goethes Maske gegeben ist. Wieder sind Schauspieler unb Regie restlos zu loben. Schiller kommt nun in vorzüglicher Darstellnng, Szenerie, Regie, zu Wort. Flottes Spiel Halle m schönen Kostümen, Szeneueren, künstlerisches Beiwerk. Eine Panse fügt sich an. Man bleibt in den Wandelgängen; die durch besonbere Karle zum Cercle Befohlelien folgen Diesem Ruf. Ter Kaiser zeichnete viele ber Persönlichkeiten mit Ansprachen aus unb unterhielt sich temperamentvoll unb angeregt. Im letzten Teil des Festabends kommt Richard Wagner zu seinem Recht. Die Festwiesenszene ist ein Kabinettstück der Bühnen- kuust. Die Leistungen Aller sind sehr gut, der Chor verstärkt durch Damen der hiesigen Gesellschast. Das Spiel war aus. In tiefer Bewegung löste sich das Publikum. Der Kaiser fuhr, vom Großherzog begleitet, sofort zur Bahn. Prächtig nahmen sich die an städtischen Gebäuden angebrachten, hell zum Himmel lohenden Schalen brennenden Pechs aus. Die Schneelust, bereifte winterliche Bäume und diese grellen Reflexe. Ein Abend wohl wert des Erlebtwerdens, des uirver- gänglichen Rückerinnerns. Nach dem Theater waren die Herren der zur Theatereinweihung geladenen Gesellschaft gpch zu einem Zusammensein und ist durch Versicherung gedeckt. Eine Störung de§ Betriebes ist durch den Brand nicht eingetreten. -m Friedberg, 13. Jan. (Tel.) Ein Bürger vott Ober>Rosbach wurde im hiesigen Forst Haselhecken wegen Wilddieberei festgenommen. — Der Schneidermeister A. Rampe hat sich gestern abend erhängt. -t- Bad-Nauheim, 11. Jan. Die Rodelbahn am Johannisberg, jetzt in großen Strecken spiegelglatt unb vereist, erfreut sich fortwährend lebhaften Besuchs, namentlich auch von zahlreichen Zuschauern, die ihren Beifall für das neue, eigenartige Bild oft recht geräuschvoll bekunden. Leider war heute auch ein Unfall zu verzeichnen. Ein junger Mann ans Friedberg stürzte beim Fahren so unglücklich, daß er eine starke Gehirnerschütterung erlitt und in das hiesige Krankenhaus verbracht werden mußte. Wie ermittelt werden konnte, ist der verunglückte Fahrer ein Herr Knapp, der in der Gewetbe- afabemie zu Friebberg seiner Ausbilbung nachgeht. Sem Zustanb gibt zu ernster Besorgnis zwar keinen Anlaß, boch konnte ärztlicherseits bie von bem Patienten begehrte Verbringung nach Friebberg nicht gestattet werben. Vadenrod (Kr. Alsfeld), 10. Jan. Mit Beginn des neuen Jjahrcs wurde die hiesige F e 1 d f^a g d wieder auf weitere 12 Jahre verpachtet. Pächter in ist die Oöerförstcrei Storn- dorf gegen eine jährliche Pachtsumme von 750 Mark. Der Mehrerlös (in der vergangenen Periode wstete die Jagd nur 550 Mark) kommt der Gemeinde, die sonst nur geringe Einnahmen aus Gerne indeverinögen hat, sehr zu statten. Tie Jagd selbst ist nicht einträglicher geworden, sondern hat bei der Fcld^ereinigung, dadurch, daß die meisten Hecken und Raine verschwanden, an Wildreichtum cingebüßt. — Seit mehreren Jahnen besteht hier ein Konsumverein, der sich von Jahr zu Jahr günstiger entwickelt. Auch die damit verbundene Spar- und Dar- lehnskasse wird jetzt reger und allgemeiner benutzt und besonders auch bei kleineren Beträgen mehr in Anspruch genommen. Es ringt sich nach unb nach die Einsicht durch, daß eine solche Kasse nur dann voll und ganz ihren Zweck erfüllt, wenn jeder Bürger ihr sein Interesse zuwendet. sd. Darmstadt, 13. Dez. (Tel.) Hier verlautet in parlamentarischen Kreisen, daß die bürgerlichen Parteien in Offenbach bei der diesjährigen Landtagswahl ben Stabtv. Kreisgeometer Porth als gemeinsamen Kanbi- baten gegen Ulrich aufstellen wollen. — Der Sekretär ber Lanbwirtschaftskammer Oekonomierat Dr. Müller Hal einen Rus nach Karlsruhe erhalten. h Offenbach, 13. Jan. Vorgestern nacht würbe in ber Turnhalle Goethestraße ber Kaufmann Karl Seeholzer von bem Kaufmann Hans Vi e h l mit einem Revolver erschossen. Der Stenographenverein Stolze- Schrey hatte ein Tanzvergnügen mit Tombola-Verlosung abgehalten. Nach ber Verlosung entstauben unter ben jungen Leuten Streitigkeiten, in beten Verlauf Viehl einen Revolver zog unb fünf Schüsse in den Saal auf bie Leute feuerte. Ein Schuß hiervon traf ben Seeholzer, ber sofort tot hinsank. Zwei weitere Personen würben verletzt. Viehl würbe verhaftet. -b. Neu-Isenburg, 12. Jan. In einer hier abgehaltenen Versammlung nahm Pfarrer Korell Stellung zur v. Bülowschen Erklärung in ber Wahlrechtsfrage. Die Blockpolitik habe so lange Zweck gehabt, als man Fortschritte erwarten konnte; biese Voraussetzung falle nach v. Bülows Erklärung fort. Wenn bie Fraktionen jetzt nicht bie Konsequnzerl zögen, werbe er sich nicht länger an ber politischen Arbeit beteiligen, benn I durch Exzellenz v. Vignau in die Räume der Weimarer Arm- brustschützengesellschaft, die noch heutigen Tages mit der Arnr- brust schießt, eingeladen Das Büfett war sehr gut, exquisit, sehr chic, und es gab vorzügliche Malossol und brillante Sektmarke — und bis zum Erschlaffen . . . Möchten alle heute hier zu Gunsten der deutschen Bühnenkunst geäußerten guten Wünsche sich erfüllen! * — Aus Frankfurt a. M. wird uns il d. 12. ds. geschrieben: Mit der gestern unter festlicher Teilnahme von zahlreichen Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden, der Universitäten (Gießen war vertreten durch den derzeitigen Rektor von Gießen, Prof. Tr. Leist, dessen Redeleistung als die eindrucksvollste von allen bezeichnet wurde) und .Hochschulen, wissenschaftlichen Körperschaften und Vereine aus der, näheren unb weiteren Umgebung von Frankfurt und der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Streife Frankfurts selbst erfolgten Einweihung des neuen Physikalischen Vereins-Gebäudes ist der Schlußstein zu den umfassenden Bauten des sog. akademischen Viertels gelegt, in dem viele die Keimzelle zu einer künftigen „Universität Frankfurt" erblicken. Aus dem kleinen privaten Verein, der vor 83 Jahren gegründet wurde, ist, dank der Leitung hochangesehener Gelehrter, ein. mächtiges wissenschaftliches Institut geworden, das mit seinen drei jetzt so reich ausgestaUeten Abteilungen, der physikalischen, der chemischen und der elektrotechnischen, den Neid mancher Universitäts-Institute erwecken kann. Jetzt, in dem Neubau, ist gar noch eine meteorologische und eine astronomische Abteilung hinzugekommen. Ter Verein hat große, mit allen Erfindungen unb Einrichtungen der modernen Temonstrationstechnik ausgestattete Hörsäle, geräumige Laboratorien, Ansstellungssäle, Experimen- tationsräume, und dient durch Vorträge und Praktika sowohl der Volksbildung, insbesondere der Fortbildung der Lehrer unb Schüler, wie auch der wissenschaftlichen Forschung, werden doch die in ben Arbeitsräumen des Instituts angefertigten wissenschaftlichen Arbeiten von ben Universitäten oftmals als Toktor- Tissertationen angenommen und genießen doch die in Publikationen des Vereins veröffentlichten Abhandlungen den besten wissenschaftlichen Ruf. Tank der Energie des Oberbürgermeisters und seiner weitschauenden Politik ist cs gelungen, die drei großen, aus der privaten Initiative hochgesinnter Bürger entstandenen wissenschaftlichen Institute, die Akademie für soziale und Handelswissenschaften, das Senckenbergifche Museum nebst der Bibliotheca Senckenbergi und den Physikalischen Verein, auf einem einzigen Skomplex zu vereinigen, und es ist wohl nicht zu zweifeln, daß sich nunmehr auch bald die Verwaltungen der drei großen Institute irgendwie organisatorisch zusammensinden^ Von hier freilich bis zur Universität ist noch ein weiter Schritt unb, wie man über die Organisationsschwierigkeiten Hinwegkommen ivill — denn private Universitäten gibt es in Preußen vorläufig nicht und staatlich werden die Frankfurter Bürger das ,ans ihrer Initiative erwachsene Institut nie werdeir lassen — ist noch nicht cinzusehen. Aber über das Gedeihen dieser jetzt vollendeten drei großen wissenschaftlichen Institute wollen wir uns inzwischen freuen. An der gestrigen Feier nahm übrigens auch Graf Zeppelin teil. Dr. G. Z. — Kleine C h r o n i k a u s K u n st u n d W i s s e n s ch a f t. r^rank Wedekind hak eine neue bramalische Arbeit vollendet, die noch im Januar in ber Berliner Wochenschrift „Morgen" zur Veröffentlichung gelangt. W.'s packenber Einakter „Ter Kammersänger" soll im Gießener Stabltyeatcr bemnächst zur Aufführung kommen. — In Genf ist am 9. Jan. Scott, ber Erfinber von ecotts Emulsion, gestorben. — „K a i s c r K a r l s (>) c i s e 1/ Lege»,benspiel von Gerhart Haiipt mann, ist in S. Fischers Verlag zu Berlin soeben in Biichsorm erschiencii. am hltNtU- F'oz.ß Jettis- S. u. H. Sfötit, 11'. Januar. lautet: . „Mein Herr? Ich beehre mich Ihnen den Empfang Ihres Briefes von heute anzuzeigen. Ich wollte mit meinem Briefe nur meiner großen Betrübnis Ausdruck geben, daß mir solche Gerüchte zu Öhren getentmen waren. Aber die Mitteilungen waren uns von Ihren eigenen Leuten gemacht worden. Der eine Bote behauptete sogar, Augenzeuge gewesen zu sein. So- ^neiderw^ Ngl. erincxfter SRobnu , LrZ aucm, dic ’ " ®=teibe. «?:$*■ Wen nur 550 & CuincQitn aus (*-’ an hier ?r ju v)ch guniiign DdI* und Dar« ^>ubt uni 6e, ■ eint solche nnMt, lvenn jeder hier verlautet in 'gertichen Parteien ^lagswahl den meinsamen Kandi. ~ 2ei Sekretär tTrRüllerhat stern nacht wurde üinann Karl See- ehl mit einem Re- r!',enverein Stolze- lombola-Berlosung Äenden unter den Verlauf Biehl einen Saal auf die Leute recholzer, der sofort irden verletzt. Biehl „Mein Herr! Ich beehre mich, den Empfang Ihres Briefes anzuzeigen. Was seinen Inhalt anbetrifft, so hatte ich es für ausgeschlossen, mich mit Ihnen in Einzelheiten emzulafsen. Da Sie aber sagen, daß es eine große Beruhigung für Sie sein würde, wenn ich die Gerüchte als unwahr bezeichnen könne, so freut es mich. Ihnen diese Beruhigung geben zu können Ihre Nachrichten sind gänzlich falsch und die Vorgänge sind Ihnen rr.rdjtig bargestellt worden. Ich habe Niema.s aus der Kilimandscharostation einen Mann oder cute Frau wegen Ehebruchs bangen lassen. Auch der weitere Inhalt Ihres Briefes beruht auf Irrtümern. Sie schreiben, ich hätte die Absicht gehabt, Ihre Station zu besuchen. Soweit ich mich erinnere, habe ich nur gesagt, daß ich nach Magila kommen werde. Ich bm nicht gewohnt, Leute anfzusuchen, die ich nicht kenne. Ich habe das Vergnügen zu sein Ihr ergebener Tr. Karl Peters." Der vierte zur Verlesung gelangende Brief vom 4. April 1892 ist die Antwort des Bischofs Smit hi es an Dr. Peters. Er tr Tönire Teilte Politik mitmachen, die eine Aenderung I daß ich außerordentlich betrübende Naschten vorn Mlimand- feiner Grundsätze bedinae • scharo erhalten habe. Ich habe es deshalb für meine Pflicht Pfeddersheim, 1L Jan. Gestern fand hier unter dem gehalten, einen Privatbrief an den- Gouverneur: v. Sooden zu Vorsitz des Kreisamtmamis Werner-Worms und des Bür- schreiben, in ^^daß eins von z er Meisters Finger hier eine Versammlung zwecks Gründung haß Ihnen drei Weib er weggelaufim senn, u b ß Hwr nemfinohiflen B a u a e n o s s e n s ck> a f t statt 3u hatten mit einem jungen Neger geschlechtlichen Per kehr gepuo- ^VÄmmlÄ MN- anchLanrZsÄnungsWLr ^tzs^l gen habe. Man habe die dreiWech^wiederemae^^ ms Darmstadt erschienen. Nach Erläuterung der in Betracht die welche E^ E^bruch be^n^ ^tte, hmgeric) . F kommenden gesetzlichen Bestimmungen durch letzteren und dcii soll der Junge 50 Peitsc^Mebe ^halten haben un da g Mng Kre-samtmann Werner und nach Beratung des von dem hessischen worden sein. Ter I^^rene, der uns das erzählte, ha s Zentralwohnungsverein vorgelegten Musterstatuts erklärten nahe- Augenzeuge ^^ser Vorgänge getvesen zu se . ^breiteten tu sämtliche Anwesenden ihren Beitritt zu der Genossenschaft. wirklich eine ^nn ©ie b ef . D Marburg. 12. San. Wie im vorigen 3«f>te f» f “ werden auch diesmal wieder, besonders von der e£u» Dr. Peters : Dieser Brief ist es, der spater entstellt durch dentenschaft, die Wintersporte eifrig gepflegt. Die ^e Presse ging und den Eindruck erweckte, als ob ich mich bei verschiedenen Rodelbahnen, besonders bei der Burgruine dem Bischof Smitbies zu Besuch, geladen Ijätte. 3cl) bin W grauenberg, locken zahlreiche Besucher an ebenso die präd)- ent tigeu Eisbahnen, auf denen fast täglich Eiskonzerte statt- senden sind, ich hätte mich bei dem Bisckwf entschuldigt mit finden. I dem Bemerken, die Frau sei gehängt worden, aber sie sei mit - 1111 ” --------- — mir verheiratet gewesen. Es wird dann weiter ein Brief vom 3. April 1392 verleben, den daraufhin Dr. Peters an Srnithies geschrieben hat. ^ie- teife, die auf dem Gebiete der Jnfektionstrankheiten einem jeden aus der eigenen sorgsamen Beobachtung aller Gebote der Hygiene erwachsen. Wer es mit der Erhaltung der Gesundheit wirtlich ernst meint, sorgt auch dafür, durch persönliche Vorsichtsmaßregeln das Eindringen bakterieller Krankheitserreger in seinen Körper nach Möglichkeit zu verhüten. Sind sie durch einen unglücklichen Zufall eingedrungen, so wird der Vorsichtige darauf bedacht sein, sie abzutöten, ehe es zu Schädigungen der Gesundheit gekom- men ist. t tr . Nach den neuesten Forschungen werden die Infektionskrankheiten (wozu neben Hals- und Rachenerkrankungen auch Influenza, Typhus u. a. gehören) weniger durch Einatmung bakterienhaltiger Luft in die Lungen, als vielmehr dadurch hervorgerufen, daß die gefährlichsten Keime in die Mundhöhle gelangen. Vom Munde aus nimmt dann der Giftstoff seinen Weg weiter in das Innere und gelangt ins Blut, in die Lungen, in das Gehirn. Nicht nur für Scharlach und Diphtherie, sondern auch für die Tuberkulose, für den Gelenk- Rheumatismus und manche andere schwere Leiden darf dieser Jnfektionsweg jetzt als wissenschaftlich festgestellt gelten. Der chronische Reizzustand, in dem sich die Halsorgane der meisten Menschen fast stets befinden, und die zarte Be- schaffenhett der Mundschleimhäute geben uns die natürliche Erklärung für die Tatfache, daß alle Arten von Bakterien hier eine stets offene Eingangspforte in den Organismus sinden. Es ist ein eigentümliches Zusammentreffen, daß ungefähr gleichzeitig mit dieser Entdeckung ein Präparat gesunden worden ist, das geradezu das Ideal eines sicher wirkenden unschädlich und angenehm zu nehmenden Mittels Wie schützt man sich und andere vor Ansückung? Ein Blick in die amtlichen Sterblichkeitstabellen zeigt Uns mit erschreckender Deutlichkeit, welche ungeheure Menge wertvollen Menschenmaterials gegenwärtig noch alljährlich Infektionskrankheiten zum Opfer fällt. So starben nach dem letzten Bericht des Kultusministeriums — um nur wenige Zahlen anzuführen — allein in Preußen 69 326 Personen an Tuberkulose, 14162 an Diphtherie, 10202 an Scharlach, 12 051 an Keuchhusten. Die Opfer sind in den meisten Fällen nicht altersschwache Greise, die ihre Rolle ausgespielt haben, sondern jugendfrische Menschen, deren Tod für ihre Familie einen unersetzlichen Verlust bedeutet. Ten genialen Forschungen Robert Kochs verdanken wir den sicheren Nachweis, daß die Entstehung aller dieser Krankheiten der verhängnisvollen Wirkung mikroskopisch kleiner belebter Keime zuzuschreiben ist. Unter Aufwendung riesiger Kosten haben die Organe der öffentlichen Gesundheitspflege diese Ergebnisse der Bakterienkunde bereits in die Praxis übertragen. Durch Seuchengesetze und Desinfek- tionsverfahren sucht man die Verbreitung der Bakterien im großen zu verhüten. Aber auch durch die besten Gesetze vermag die Behörde Leben und Gesundheit des einzelnen Bürgers nicht in ausgiebiger Weise vor der oft so unmerklich , emsetzenden Vernichtungsarbeit bösartiger Krankheitskeime zu schützen. Wenn irgendwo, so gilt hier das alte Wort: „Jeder ist sich selbst der beste Arzt/' — nicht im Sinne einer laienhaften Selbstbehandlung, sondern im Hinblick auf die großen Vor- OrigsnaL-DrahtmeLdungen. Soden, 13. Jan Auf der Rodelbahn auf der' Strecke Königstein—Neuenheim—^Soden ereignete sich ein schwerer Unglücks fall. Ein mit sechs Personen besetzter Bobsleigh rannte wider einen Baum. Zwei der Insassen, Bockenheimer und Christ aus Soden, blieben sofort tot, ein anderer namens Gamisch starb aus dem Transport zum Spital und die übrigen drei wurden verletzt. Köln, 13. Jan Die von sozialdemokratischer Seite einberufenen Demonstrations-Versammlungen waren sehr stark besucht. Der Demonstrationszug wurde durch die Polizei gesprengt. Mannheim, 13. Jan Der seit vorgestern verschwundene Geschäftsführer der Darlehnskasse Mayer wurde gestern im Stadtwald tot ausgefunden. Er hat sich erschossen. Nizza, 13. Jan Der venezolanische Gene-' ral und Rennstallbesitzer Corrao wurde auf Antrag der Pariser Staatsanwaltschaft verhaftet. Er wird beschuldigt, ihm vom Präsidenten Castro zum Ankauf von Kriegsmaterial übergebene Gelder unterschlagen zu haben. Er selbst bezeichnet die Anzeige als einen politischen Racheakt. London, 13. Jan. Wie aus Tanger,berichtet wird, hat die Proklamierung Muley tzafids großen Eindruck sowohl auf die diplomatischen Kreise als auch auf die Eingeborenen in Tanger gemacht. Es wird darauf hingewiesen, daß in Fez bereits seit einiger Zeit große Unruhen unter den Notablen über die Haltung des Sultans sich bemerkbar machten. Die Notablen Härten Abdul Ajis ein Memo ran dum überreicht, worin dem Sultan vorgeworfen wurde, zu enge Beziehungen mit den Christen zu unterhalten, chr Geld genommen zu haben und Ehen zwischen Marokkanern und Ungläubigen gestattet zu haben. Tanger, 13. Jan. Raisuli hat sich dem Gegensultan Muley tzafid angeschlossen und will Mae Lean nur aus dessen Befehl sreilasfen. Rio de Janeiro, 13. Jan. Das nach dem Stillen Ozean gesandte amerikanische Geschwader ist gestern, nachmittag hier eingetroffen, begleitet von brasilianischen Kriegsschiffen, die dem Geschwader bis nach Kap Rio entgegengefahren waren. Die amerikanischen Schiffe verbleiben bis zum 22. d. M., in Rio de Janeiro. Große Festlichkeiten sind geplant. für die Desinsettion der Riund- und Racyenhoyte darstellt, nämlich das Formamint. Es gibt wohl kaum einen Patienten oder Arzt, der nicht bei Erkrankungen an Mandelentzündung, an diphtheritischen Prozessen oder dergleichen die Unzulänglichkeit aller bisher gebräuchlichen Gurgelwasser erkannt und bedauert hätte. Diese Lösungen desinfizierender Flüssigkeit"n sind wegen ihrer kurzen Berührung mit der Schleimhaut kaum geeignet, Krankheitskeime unschädlich zu machen. Dies vermag einzig und allein das Formamint, eine । nach patentiertem Verjähren hergestcllte Verbindung. Es wird in Form bequem zu nehmender, wohlschmeckender Tabletten in jeder Apotheke vorrätig gehalten. Seine so ungemein wertvolle Eigenschast, Bakterienansiedlungen im Munde zu pernichten und dadurch Infektionen im Keime zu ersticken, ist von namhaften Vertretern der ärztlichen Wissenschaft auf Grund sorgfältiger Versuche anerkannt worden. In zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten bezeugen diese Sachverständigen die hervorragende Bedeutung des Formamints als eines sicheren Mittels zur Verhütung von Ansteckungen bei Kindern und Erwachsenen. Der Speichel erhält durch die Lösung der Formamiut-Tabletten tm Munde eine stark bakterientötende Kraft. Unstrettig stellt das Formamint eine der wichtigsten therapeutischen Errungenschasten der Neuzett dar und gehört wegen seiner Unersetzlichkeit und seiner vielseitigen Verwendbarkeit im Kumpfe gegen die Jnsektionskrankyeiten zu den Mitteln, denen ein ehrenvoller Platz in unscrm Arzneischatze sicher ist. Literatur über das Formamint sowie zahlreiche Zeugnisse von Professoren und Aerzten, versenden aus Wunsch kosten- und portofrei, die Fabrikanten Bauer L Cie., Berlin SW. 48. 613/1, Jn einer hier ab* ?r jtorell Stellung I in der Zahlst lange Zweck mir; diese Loraus- ig fort. Senn die i zögen, werde er ü beteiligen, beim ö:t Weimarer Am« Xcgci mit der Am- ir sehr gut, eiQuiiit, unb brillante Lek- Zu Beginn der heutigen Sitzung überreichte Rechtsanwalt Falk einen Brief des Dr. Peters an den Vater des Beklagten, den verstorbenen Oberpräsidenten Rudolf v. Bennigsen, in dem es u. a. heißt: „Die „Kriegsgefahr" hier (am Kilimandscharo)! ist 'überall sehr untergeordnet. Tie Leute h.ben von Haus aus ein wenig Tendenz zur Arroganz. Diese kann schon durch eine entsprechende Behandlung mit der Reitpse.dpütsche ausgetruben werden. In d.esem Lande kommt man allmählich mit einer Reitpeitsche weiter, als mit de.n Revolver. Eine Reitpeitsche z. B. mit dem Rücken eines rebellischen Sultans in nähere Verbindung gebracht, wirkt oft Wunder. Ich habe daher auch bereits die Zurückziehung des größeren Teils unserer Koinpagnie beim Giuvernement beantragt . . . Mit 60 Soldaten bm ich bereit, die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der kaistr- lichen Autorität am Kilimandscharo zu übernehmen." — r.r. Peters: Er gebe zu, diesen Brief geschrieben zu haben, d.eser decke sich ja auch vollständig mit seinen gestrigen Erklärungen über feine Auffassungen am Kilimandscharo im August 1903, wo er diesen Brief abgesandt habe. Hieraus wurde der Dolmetsch«: Dr. Harz mann, Dozent an der Kölner Handelshochschule vorgerufen, der inzwischen die Uebcrsttzung der englischen Korrespondenz des Dr. Peters r.nt Smithies bewirkt uiw dabei auch den im Mittelpunkt der Handlung stehenden „Briefentwurf" des Dr. Peters an den Bischofs -------- übertragen hat. Dieser lautet in der amtlichen Ueoersepung roc(t ich Einfluß besitze, habe ich mich stets bemüht, die Em- wie folgt: geborenen auf die Vorteile aufmerksam zu machen, die sie unter Magila, 3. April 1892. I bem kaiserlichen Schutze genießen. Jch^ glaube aber annehmen Vertraulich! I zu können, daß es für die deutsche Herrschaft wünschenswert Meist Herr! - 1 wäre, wenn solch schwere Anklagen, wie die vorliegende — Ich erlaube mir, beit Empfang Ihres Heutigen Brieses Mord als Strafe für eine Privatbeleid-gung — durch andere anzuzcigen. Obgleich ich es 0cm Kaiserlich Deutschen Gou- Mittel widerlegt werden müßten, als durch Ihre eigenen Worte, vrriument überlassen sollte, meine Handlungsweise als Reiws- $$ bitte als selbstverständlich zu betrachten, daß, wenn Emo- Lommissar anfzukläreir, so halte ich es für richtig, Ihnen un-I^x durch unsere Station kommen, wir sie als unsere Gäste v.rmgl^ch ein Mißverständnis auseinandervnsetzen, dessen Ber- ^sehen. Ich würde es als besondere Freude empfunden haben, breitung sowohl meinem Briefe als dem Verbreiter schaden könnte. roenn ich die Ehre hätte haben können. Ihnen als dem kaiser- Zwei Hinrichtungen haben stattgesunden während meiner Zeit I flehen Beamten Gastfreundschaft zu gewähren. Ich bitte das Kilimandscharo, die eine jm letzten Oktober, die andere im Versehen in meinem Briefe gütigst zu entschuldigen und bin Januar. Beide auf Grund gehöriger Unterfudmitg und osfent- gIjc ergebener Srnithies." liehen Rechtsspruchs. Der erst Fall ist von Ende August bis Dr. Peters bemerkt: Tas ist also der Anfang des sog. (Silbe Oktober untersucht worden. Der Schuldige war $in Diener, I „Peters-Fallcs". Darauf berichtete ich an den Gouverneur der in das Haus nachts eingebrochen war unter erchwerenden Don Sooden und fügte den Briefentwurf bei, weil ich es für Umständen, unter Täuschung, die er in der verschlagensten Wene ^ter meiner Würde hielt, dem Bischof überhaupt eine btgangen hatte. Er hatte auch Ehebruch mit einem Weibe, nicht Antwort zu geben. Der Major von Kemering erhielt den mir gchörend, sondern einem anderen Herrn, begangen. ^Uejcn Briefentwurf in erster Linie zur Information meiner deutschen teereni ,Fukl habe ich jedoch nicht einmal untersuche Ich Landsleute, und weil ich annahm, daß die Sache auch in die würde es mit 25 Peitsa-enhieben bestraft haben, ^.as betresstndc englische Presse übergehen würde. Ich beantrage, Major Kemering Mädchen ist keineswegs bestraft worden. Tas Todesurteil war .u hören, aus welchem Grunde er den Briefentwurf erhalten hat, gefällt in Uebereinstimmung mit allen Herren der Station,_ die uni) fenier bOm Auswärtigen Amt die Akten über die Ver- der Meinung waren, daß angesichts der damaligen kritstchen Lage Handlungen mit dem Major Kemering einzufordern, auf Grund der Dinge in Ostafrika und da das Volk ain KUimandscharo bu er den Brief zu den Akten gegeben hat. — Der Vor- Versahren (Derhandluiigen) verfolgte, dieses Verbrechen durch die s - $ e n b c ^rauf bekannt, daß noch heute das Reichs- Mauern (Walle) des Stationshauies dreist emzubrechen und den xolonialamt um die Herausgabe des Briefes ersucht werden soll, Veroacht auf verschiedene andere Personen abzuwälzen, mit dem unt) haß die Vernehmung des früheren Gouverneurs v. Sooden Tode bestraft werden inu&c, um unserer Sicherheit willen. am Montag früh 9 Uhr in Stuttgart stattfinden wird. — Darauf Ter zweite Reckstsmll ist ijn Januar gefallt worden unt> roerben die Zeugen bis auf drei entlassen und die weitere Ver- betrar ein Weib. , Es handctte sich hier um eine Verschwörung Handlung auf Mittwoch, 15. d. Mts., früh 9 Uhr vertagt, an gegen die deutsche Station mit feindlichen Stammen und im Zn- welchem Tage der Prozeß voraussichtlich zu Ende geführt wer- fammenhang mit verschiedenen Kämpfen, bic wir um diefe Zeit h^n wird hatten. In diesem Falle handelte cs sich keineswegs um Ehe- ■■ । ■■■■ — ■' f>mch. Ter Fall war völlig klar und einfach. Ich denke, Ihre Berichterstatter mün'en d.e beiden Fälle ver- . m s » r sm ; h » r h n n 9in* niien <>anbcSlcUen Oe sie i- wechselt haben. Wenn Sie nochmals Nachfrage halten wollen, ^ber folofia(e^© »ne e i ä t le Es fo wcroen Sie bald m der Lage sein, die Gerüchte selbst zu be)-le()t boit einc allgemeine Verkehrsstockimg. In der Nähe von Wenn sich natürlich unsere Station nach .der Waheh^kata- ^iduiks M S strop^ nicht im Belagerungszuftand befiindcn hätte und Meuterei I ,^^^rlicher Schneestiirme und Kälte bis 39 Grad seit 4 Tagen in meinem Bezirk drohte, so wurde ich wettern vorgezogen I Bahnverkehr voUsländig In der Nähe von Kenn ist em Eil- haben, Milde walten zu laßen anstatt Strenge Ueber mein P c / X °c 1h a \ Haden entsetzliche Verfahren (Weg), das ich im letzten Winter emfchlug, hat allem e'ngesioren. ^anagir j das deutsche Gouvernement zu urteilen. . * m » s <, .75 bis Aik. 32.00, 3. Qualität Mk. 30.25—30.50, Roggenniehl 0 Vik. 32.00—32.50,1.Qualität Äik. 31.00—31.50, Weizenktele Ack. 11.25 bis Aik. 11.50, Roggeiikteie 9)if. 13.00—13.25, iDiatsEeune Mk. U.7o bis Dik. 12.25, Fralikeu, Pfälzer, Ried Rik.00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. v . fc. Frankfurt a. M., 13. Jan. (Telegr. Trig.-Berlcht de? ^Gieß. Anz."). Aintl. Notlerungell der heutigen ilnehniark tpreis e. Zuin Berkau'e standen: 436 Lchsen, 131 ans Eeslerreich, 32 Bullen, 8 aus Oesterreich, 0 aus Taue mark, 923 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 345 Kälber, 398 Schafe und Hänunel, 00 Schafe aus Oesterreich, 00 Ziegen, 1691 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgeivichl Ochsen 1. Qualität 78—81 Mk., 2. Qual 70—73 Mk., 3. Quäl. U2—64Mk.; Bullen 1. Qual. 70 bis 72 Aik., 2. Qual. 65—67 Mk.: Kühe 1. Qual. 72—74 Mk., 2.Qual. 66—68 Plk., 3. Qiial. 48- 52 Mk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—OC Mk. Kälber: 1. Qual.92—95 Pfg., Lebendgewicht 54—57 Pf., 2. Qnal. 78—87 Pfg., Lebendgeivicht 45—51 Pfg., Schlachtgewicht cO- 65 Pfg. Schafe: 1. Qual. 78—00, 2. Qiial. 60—64 Pfg., 3. Qnal. 00—60 Pfg.; Schweine 1. Qual. 62—63 Pfg., Lebdgew. 49,5—00.00 Pfg., 2. Qu. 61 - 00 Pfg., Lebendgew. 48,5—0,0 Pfg., 3. Qual. 53^56 Pfg. Lebendgew. 00 Pig. Geschäft bei Hornvieh schleppend, U'ebcrslaud mäßig, bei Kleinvieh gut, kein lleberfianb. nad>rid?tcne UVrtnöcliföje Geruetnoe. Montag den 13. Januar, abends 8 Uhr, int Lukassaale: Bibelst u n d e. P'ärrer B e ch l 0 l s h e l in e r. Lroranssichtlechc Witterung für Hessen am Dienstag den 14. Januar 1908: Heiler und trocken. Fortdauernd Frost. Oesl- llche Wuide. e deutschen Ahnen- en*. «3 1L b. 14 b5. ee. ■ Icilnahint von jQP*' duschen Wrden, da a den derzciugm Sich Mn Wenning«» ?r[K unb WM ■ ff“’ i mid bä T c - ÄW > gieib monfflu *' ban c?l. m AbteiluNb tion-rav»" gjpgnjnöv ?e \n bfaa uv- Ivel den ^r^'tiScn Ci -2 Lürgtt «J **tffa*t u-OL s'vu "Leihen JJ « daS Suie ivo> bstriS^ üTt, & S. , ",b WÄ jlufilihr« 1 U,J^lLr , 1 c ’ 2. beit aufregendsten Szenen Anlaß. Eine Anzahl Setzer tnf zwölften Stock konnte man nicht mit den Feuerleitern er, reichen. Der Ausgang nach unten war durch die Flammen abgeschnitten und der Feuertod der Arbeiter schien gewiß.' Schließlich gelang es jedoch, ihnen von einem gegenüberliegenden Gebäude aus eine Leine zuzuwerfen, an der einer nach dem anderii in schwindelnder Höhe über die Straße hinweg kletterte und so unversehrt in Sicherheit gelangte. Kleine Tageschronrk. Ter Gcfchaftssührer G. Äiayer ber Mannheimer Darlehens kasse ist abwesend. Sämtliche Depositen sind vollständig unberührt, dagegen ergab sich eine ungedeckte Schuld des Gesck-ästssührers an das Institut von ca. 60 000 Mk., eme Dumme, wclck-e allerdings gegenüber dem Aktivvermögen der Käste von ca einer Million nicht von Einfluß auf das Geschäft ist Amtlicher Ackk. n Badische Staatsanleihe Von M8 Verlosung und Kündigung bis 1918 ausgeschlossen Frischen Salm cht gefroren, per Pfd. 1.10 Mk. Frische gffi Kicker Äücklinge M 3 Stück 20 Pfg. 'M -n-xa tv leicht frischen geräucherten Lachs entpfcülcn Oares^la Strauss Gebr. 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