Erstes Blatt General-Anzeiger für Oberheffen 158. Jahrgang Nr. 215 erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag 12. September 1808 »et Siegener Anzeige, _______ __ ° ° u r erlcheuu täglich, außer gw vezagöpretsr Sonntag». - Beilagen: B3 monatlich75Ps., viertel- Die cmal wöchentlich Ä ▲. A Ä JLA zA ▲▲ Ä AA W A A A A A zA ^A ▲▲ jährlich Ml. 2.20; durch iiii(hl(£n£1t£f ÄlltnÄWfe wirllcoaNtlche Seilsragen @ O W H R D B' vlk V" ZeUeaprriS: lokck.lv Pf. bmilpcedb-tinldilüflex B Df 'V 'V ~ ~ M ” R Xg ~ V auSwärtS 20 Pfennig. fui 6u Redaktion 112. wjr znhr Verantwortlich S£ General-Anzeiger für Oberheffen WW Ei ooimma^^iö'uh" Rotationsbnid und Verlag der vrühl'schen Untv.-Vuch. und Stetndruckeret. R. Lange. Redattion, Lrpeditton und vruckerei- Zchu'stratze 7. ^^'geme???'^ BeL Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. politische Wochenschau. Gießen, 12. September 1908. i Das große militärische Ereignis des Jahres, das Kaiser man över im Elsaß, ist vorüber, lieber den Wert oder Unwert dieses Krieges im Frieden darf der Laie fiKf) natürlich fein Urteil erlauben, aber da sich solche Ma- növer auch schon längst in anderen Ländern eingebürgert haben, werden sie vom kriegstechnischen Standpünite aus wohl schon ihre volle Berechtigung haben. Den Laien interessiert es höchstens, zu erfahren, daß man sich bei unseren diesjährigen Kaisermanövern alle Errungenschaften der modernen Kriegstechnik zu nutze gemacht 'hat. Nur das lenkbare Luftschiff fehlte noch dieses Mal, vielleicht das letzte Mal, denn die Technik der lenkbaren Luftschiffe macht ja jetzt täglich gewaltige Fortschritte. Das lassen schon die Berichte über die neuesten Flugversuche Wrights, Persevals und anderer erkennen. In Kürze wird wohl auch l^raf Zeppelin sein Luftschiff so weit wiederhergestellt haben, daß er aufs neue auf steigen kann. Das Gesamtergebnis der Zeppelinspende beläuft sich übrigens auf mehr als 4 Mill. Mark. Eine recht unfreundliche Beurteilung der diesjährigen Kaisermanöver sindet sich bemerkenswerter- iveise in bet englischen Presse. Bemängelt wird dort vor allem der Aufklärungsdienst unserer Kavallerie; er soll dem der englischen Kavallerie ganz bedeutend nachstehen. Derartige Urteile sind nicht mehr ganz neu, und man hört sie säst regelmäßig nach unseren großen Manövern. Cb sie berechtigt sind oder ob nur Neid und Mißgunst aus ihnen spricht, das ist eine Frage, deren gewissenhafte Beantwor- mng unseren Militärsachverständigen überlassen bleiben muß. Grund zu Mißtrauen gegen unsere Heeresleitung ist keineswegs angebracht, denn bisher hat sie'es noch immer bewiesen, daß sie unablässig bemüht ist, unser Heer in seiner bisherigen Brauchbarkeit zu erhalten. Großes Aufsehen erregte dieser Tage die Meldung eines französischen Blattes, daß unser Kaiser nach Beendigung der Manöver französischen 3oden betreten werde. Tie französischen Grenzbe- hörden hätten für diesen Fall umfassende Vorkehrungen zum -chutze des Monarchen getroffen. Das Betreten ftanzösi- id)en Bodens scheint in der Tat beabsichtigt gewesen zu iein, ist aber doch unterblieben. Die Landtagswahlbewegung in Hessen ver- läujt noch immer recht ruhig. Wie nun bestimmt verlautet, beabsichtigen die Freisinnigen in Gießen auch diesmal Wieder den Geheimen Justizrat Dr. Gutfleisch als Land- Lagslandidaten auszustellen, und es sollen auch bereits Verhandlungen zwischen den Freisinnigen und den National- libcraleii wegen gemeinsamer Wahlmänner für Gutfleisch im Gange sein. Inzwischen hat auch die Zentrumspartei Hessens schon einen Wahlaufruf erlassen und darin die Wähler an das Programm der Partei erinnert: Eintreten flür das direkte Landtagswahlrecht unter Erzielung einer Verständigung, bei der das Budgetrecht der Zweiten Kammer gewahrt lvird und den vom Volke gewählten Abgeordneten AU5 dem Leben des Generals von Werder. (Zum 100. Geburtstag am 12. September.) Unter den Heldengestalten, die mit der Erinnerung an die Duhmevzcit unserer großen Siege eng verknüpft sind, gebührt Sem General August von Werder, den Bezwinger Straßburgs, freut Sieger an der Lisaine» ein ehrenvoller Platz. Eilt treuer Baladin seines Herrn und Kaisers, so stand der mehr als Siebzig- jihrige, der aus ein halbes Jahrhundert pflichttreuen Dienstes färs Vaterland zurückblicken konnte, als eine charakteristische Per- Pntichkeit unter den Großen, die den Thron des Heldenkaisers trttgabcit. Nichts imponierendes lag in seiner kleinen Gestalt, Ij'iiicm bescheiden derben Wesen, aber eine außerordentliche Energie, atinc nie ermüdende Beweglichkeit des Geistes, die unbeugsame Kraft des Willens ließen ein Gefühl unbedingten Zutrauens und männlichen LebcitSentstes von ihm ausgehen. Durch trübe Zeiten, llurch tragisckw Erschütterungen seines sensiblen Gemüts, durch Hinge Jahre der Selbsterziehung iit unmutig ertragener Friedens- Zeit hat er sich zu den Höhen vcS Seins emporgerungen. Ein eifriger Wissensdrang ließ ihn sich früh in Grübeleien und ernstes Studium vertiefen: wenn die Kameradeir auf der Wache spielten, las er in Tantes .Hölle. Selbstnwrdgedanken traten an ihn Ikran, die er erst spät durch einen innigen Gottesglauben zu verscheuchen wußte. Die Kricgsbilder, die ihm bei den lässig ge- ttibrlcn Kämpfen der Russen im Kaukasus cntgegentraten, be- vntcten ihnt eine schwere Enttäuschung,, ein aus dem Hinterhalt Messender Schuß verwundete ihn und fesselte ihn lange ans Lager. Sly er endlich in der Ehe ein langersehntes Glück gefunden, flhuanb es ihm nach kurzen Jahren durch den Tod der Gattin jäh äahin. Eine herbe Befriedigung blieb dem vereinsamten Manne ii seinem Wirken für die Ausbildung des Heeres; als Inspekteur öer Jäger und Schützen legte er auf eine gymnastische Körperpäh- OLiug der Soldaten das größte Gewicht und wirkte dann als S>oijtanb der Zentral-Turnschulc segensreich durch eine Reformierung des allpreußischen Trills. Auch später bat er auf bie Sichtige Schulausbildung der Soldaten vor allem gehasttn. Bet Ibitschin und Königgrätz gewann er die ersten kriegerischen Lorbeeren: mit tollem Wagemut setzte er sich allen Gefahren aus. „Daß ich beit Granaten nicht erlegen bin," schreibt er an den Bruder, „ist fast cm Wunder zu nennen. Bei .Uvniggrätz standen wir, die 3. Division, im tollsten Granatfeuer. . . Der funft ssündige Aufenthalt des rein pajsiven Verharrens machte mehr tuen moralischen Eindruck, der aber glänzend überwunden t)L Ui eine Leute machten Witze, oder sie schliefen, während die Granat- (Flitter um sie hcrumwirbeltcn . . Vor Straßburg hat Werder Ginn so verwegene Rezongnoszierungsriite gemacht, daß man glaubte, er iudjc den Tod. Er ijielt auf strenge Manneszucht: tm itrieg von 1866 entschloß er ftch nur schwer, ein regelmätztges Sequirtercn zu gestatten: er ertrug lieber eine schlimme Magen- t:rftimmung; em halbes Brot, das sein Adjutant für ihn kaufte, bereitete ihm sichlliä-e Freude. Auch tm Kriege 1870,71 war er Eon dec äußersten Bescheidenheit; hatte nidit sein treuer Diener □tUjelnt für ihn gesorgt, so würde er seine leibliche Pflege ganz Qrnachläsfigt haben. Desto nobler war er, wenn er cs fein die entscheidende Stimme bei allen Budgetfragen bedin- guugs- und vorbehaltlos behalten bleibt: die Einführung der Proportionalwahl und der Wahlpflicht, zugleich mit der Einführung des direkten Landtagswahlrechts; direktes Wahlrecht für alle Vertretungen in Gemeinde, Kreis und Provinz; Reform der Verwaltungsgesetze; Reform der Gemeindebe- fteueTung; Ausdehnung des Selbstverwaltungsrechtes: Freiheit der Gemeinden aus dem Gebiete der lokalen Besteuerung; vollständige Umgestaltung der G.'werbebesteuerung; Erhaltung des durch das bestehende Volksschulgesetz garantierten christlichen Charakters der Volksschule: weitere Förderung und Hebung der Volksschulen; Bekämpfung aller Anträge auf völlige Verstaatlichung der Volksschule; Schutz des Mittelstanoes, der Kaufleute, der kleinen Gewerbetreibenden, der Landwirte und Handwerker; Besserung der wirtschaft lichen Lage des Bauern- unb Winzerstandes, sowie eine besondere Fürsorge für die Arbeiterfrage. Mittlerweile haben die Erörterungen über die bevorstehende Reichsfinauzreform neue Nahrung erhalten durch verschiedene Mitteilungen der offiziösen „dlordd. Allg. Ztg." Die Einzelheiten dec Reform verrät Herr Sydow zwar noch nicht, aber den Grundgedanken seiner Finanz- plane läßt er wenigstens teilweise erraten. Der Schatz- sekretär will keine halbe Arbeit machen, wie sein Vorgänger Stengel; er hofft durch eine wirklich großzügige Reform die Reichsfinanzen dauernd zu bessern. Shdow geht von dem Gedanken aus, den Besitz neben dem Verbrauch zur Steuerleistung heranzuziehen. Ter Konsument soll belastet, das Gewerbe geschont werden. Tie Reform erstreckt sich nicht nur auf Beseitigung des Defizits, sondern auch auf die Schuldentilgung: sie will zur altpreußischen Sparsamkeit zurücklenken und größere Einschränkungeit bei Bauten und Neuanlagen walten lassen. Auch der kostspielige Beamtenapparat fall vereinfacht und damit verbilligt werden. Eine Reichseinkommensteuer kommt nicht, die unglückselige Fahrkartensteuer, die nur Enttäuschungen gebracht hat, wird wahrscheinlich aufgehoben werden, ebenso da.> im Jahre 1906 erhöhte Lrtsporto, aber Bier, Branntwein, Tabak, Gas und Elektrizität werden voraussichtlich kräftig besteuert werden. Ausdrücklich gesagt wird das in den offiziösen Mitteiluitgen allerdings nicht, aber zwischen den Zeilen läßt sich allerhand herauslesen. IN der Presse haben die Finanzreformpläne der Regierung, soweit man sie bis jetzt kennt, im großen und ganzen Zustimmung erfahren Vielleicht wird Exzellenz Sydow nun auch bald den 9Jhn finden, nähere Angaben über seine Reform zu machen. Große Beachtung, weit über die Fachkreise hinaus, findet der in Karlsruhe tagendeJuristentag. Man verbandelt dort über wichtige und aktuelle Fragen; Stofs hierzu hat vor allem der jetzt bekannt geroorbene Entwurf zur Strafprozeßreform gegeben. Welchen hohen Wert man den gutachtlichen Entschließungen und. Beratungen der juristischen Fachwelt beileat, haben die einzelnen Bundesstaaten schon rein äußerlich dadurch dolumentiert, daß sie ihre Vertreter an den Verhandlungen des Juristentages in Karlsruhe teilnehmen lassen. Auch .Hessen hat einen Vertreter der Regierung entsandt. Großes Aufsehen erregt es unter diesen Umstünden, daß der preußische Justizminister Beseler dem Karlsruher Tage ferngeblieben ist, obgleich er seinen konnte, gegen seine Leute. Tas Weihnachtsfest von 1870 gestaltete er durch eine erhebende Andacht und durch ein gutes Essen für die Seinen zu einem Fest Hilfreich stand er allen bei, erkannte fremdes Verdienst rückhaltlos an und seine größte Sorge war, für seine wackeren Truppen die verdienten Auszeichnungen dnrchzusetzen. Er selbst jedoch war von größter Bescheidenheit. „Bei Gitschin haben wir alle ein rasendes Glück gehabt, es konnte uns recht schlecht gehen. Wir haben alle, ich nicht ausgenommen, viele Fehler gemacht, — der liebe Gott wollte platterdings, daß wir siegen sollten." Als er mit viel geringerer Truppen macht die Armee Bourbakis an der Lisaine geschlagen und deswegen allgemeine Ehrungen erhielt, schrieb er: „Diese Ovationen sind mir peinlich, soweit sie meine Person betreffen. Glück ist auch eine Eigenschaft, d. h. wenn Gott nicht mit uns Ivar, so mußten wir das Spiel verlieren. Es blieb nur übrig, im Widerstande auSzuharren, also, wenn der Sieg uns fehlte — zu sterben!" Um die von allen Seilen ihm bar» gebrachten Ehr eng eschen le ablehnen zu dürfen, erbat er die Erlaubnis des Königs. Diese Nichtachtung des eigenen Verdienstes entsproß einer innigen Frömmigkeit. In einem Bekenntnis um die Jahreswende am 1. Januar 1871 gab er in ergreifenden Worten seinem Ähmerz über die Leiden des Krieges, seine Anhänglichkeit an Vaterland und Herrscher, seiner herzlichen Hoffnung zu Gott Ausdruck. Ms Feldherr trieb ihn zunächst ein unbezähmbarer Tätigkeitsdrang dazu, sich mitten ins Gefecht zu stürzen und die Oberleitung ganz zu vergessen. 2ll>er bald ist er ein ruhig beherrschter Meister der Sck)lachtenkunst geworden, der von er» Alstern Standpunkt aus die Operationen seiner Truppen in dem Winterseldzug von 1870 beobachtete, „zu Pferde, stehend, sitzend, den Sckmce von den Stiefeln flobfenb — hint.r sich den Telegraph.n — mit dem leiblichen Auge wenig sehend, alle geistigen Kräfte auf die eingebenben Meldungen konzentriert, geizig in der Ausgabe der Referven". Groß war seine Popularität nach seinen siegreichen Taten; er selbst aber empianb es als höchst unangenehm, daß man sich soviel mit ihm beschäftigte. Wohltuender war ilym die Beliebtheit, die er als Kommandeur des 14. Armeekorps in Karlsruhe überall genoß. Schritt er in seinem alten Paletot, an dem der Henkel hinten herausguckte, und meist em Knopf abgerissen, war, durch die Straßen der Stadt, dann flogen alle Hüte herunter und man ehrte ihn wie nur den badischen Großherzog. — Der Bauer sagte wohl beim Ersatzgeschäft „Kommt mein Sohn nicht zu dem und bent Regiment, bann geh ich zu Werder, der wirds schon machen." Der Großherzog war ihm besonders zugetan und lud ihn viel zu Hofe. Hier benahm sich Werder so ungeniert wie anderswo, seine geistvolle, derb charakterisierende Unterhaltung gefiel besonders der Großherzogin gut und dann konnte man Werder, der sehr laut sprach, allerlei nickt gerade hoffähige Wendungen gebrauchen und wohl unter herzlichem Lachen ausrufen hören: „Nee, Königliche Hoheit, i wo!" — Eine Stiftung »unt ,150. Geburtstag Schillers, der im nächsten Jahre gefeiert werden soll, wird in Weimar vorbereitet. Wie tm Jahre 1859 eine Nationallotterie veranstaltet wurde, um das Andenken des großen Dichters zu Urlaub in der Nähe der badischen Hauptstadt, in Baden- Baden, verbringt. Große Trauer herrscht in den Niederlanden über die abermals vernichtete Hoffnung, daß die K ö n i g i n W i l h c l- m in a dem Lande einen Thronerben sckhmken tuerbe. Die Meldung von der vorzeitigen Entbindung der Königin wird jetzt zwar vom Sekretär der Königin dementiert, aber ooii anderer Stelle, so von der Agence Reuter und der Zeitung „Vaterland" wird die Nachricht als richtig atiftecht erhalten. In der österreichisch-ungarischen Monarchie beschäftigt man sich augenblicklich mit einer recht bedeutungsvollen Frage, mit der Verfassung für Bosnien und Herzegowina. Tie Vorgänge in der Türkei sind auch hier nicht ohne Einfluß geblieben. Tas bosnische Okkupationsgebiet der Donaumonarchie beansprucht für sich jetzt dieselben staatlichen Rechte, wie sie die Türken unlanast bekommen haben. Mit der Lösung oer bosnischen Frage bringt man, wohl nicht mit Unrecht, den gegenwärtigen Aufenthalt des Kaisers Fa:anz Joses in Budapest in Zusammenhang. Tie österreichischen und ungarischen Staatsmänner beraten dort gemeinsam die bosnische Frage, und es verlautet, daß ivenig dieigung vorhanben sein soll, die Wütische der Bosnter zu erfüllen. Unter dem Eindrücke solcher Gerüchte ist es wohl in den letzten Tagen in Bosnien zu Unruhen gekommen. Daß man mit ernsten Konflikten rechnet, darauf deuten die verschiedenen militärischen Vorkehrungen hin, die jetzt in den österreichischen Gren,-.ländern getroffen werden. Voit anderer Seite wird neuerdings auch schon behauptet, daß die österreich-ungarischen RegiernngSlreise nicht abgeneigt seien, den Bosniern einen Landtag zu geben. Ein großes nationales Unglück hat das Dänenreich betroffen. Man sieht dort die Milltvncnunterschla- gungen des bisher so einflußreichen und hochangesehenen früheren Justizministers Alberti für ein mindestens ebenso schweres Unglück an, wie den letzten .strieg mit "Preußen. Noch wenige Tage vor dem Eingeständnis feiner Schuld saß Mberti neben seinem Könige an einer Festtafel. Als Alberti, der jahrelang die innere Politik Dänemarks leitete, dann unter dem Zwange seiner Lage sich selbst den Gerichten stellte, bemächtigte sich des ganzen Volkes eine furchtbare Nieder- geschlagenheit, von der man sich bis heute noch nicht er» holt hat. E. A. Der Kaiser im Neichrlande. Der Kaiser traf gestern, in Begleitung res Unterjtaats- sekcetärs Frhrri. Zorn v. Bulach nach genußreicher Fahrt am Gebirge entlang, die Orte Rappoltsweiler, Jngersheim unb Türkheim berührend, auf dem Schlößchen des Fabrikanten Hartmann auf der Schlucht ein. Er genoß dort die Aussicht und kehrte dann nach Vsftünbigcm Aufenthalte nach dem Hotel „Mtenberg" zurück, wo er den Tee einnahm. Eine Einladung der französischen Behörden, den französischen Berg Hoheneck zu besuchen, konnte wegen der vorgeschrittenen Zeit nicht angenommen werden. In der Begleitung des Kaisers berauben sich die Prinzen August Wilhelm unb Oskar unb ferner der Fürst zu Fürstenberg Die Bevölkerung bereitete an der Grenze dem Besuche einen freudigen Empfang. Der Himmel war bedeckt, zeitweise regnete es. In Ravpoltsweiler wurde der ftaifer vom Pfeiserkönig begrüßt. In Münster unb in Reichenweier wurden Ehrentrunke gereicht: in letzterer Stabt au5 einem Trinkhorn, einem alten Ehrenpreis. Die Stabt Colmar war reich gefdjmürft: Vereine und Innungen bilbeten Spalier. Um G Uhr 15 Minuten liefen el/ten, so wird im nächsten Jahre eine Schillerstiftung errichtet werden. Diese wirb wohl ebenso wie die Schillerlotterie von 1859 in Zusammenhang mit bem Verein „Deutsche Schillerstiftung" stehen, der, 1859 zu Dresoen gegründet, den Zweck Hot, zur Unterstützung hilfsbedürftiger Schriftsteller und Schriftstellerinnen (nebst Hinterbliebenen) beizutragen, die, wie es im Statut heißt, „für die Nationalliteratur, mit Ausschluß der strengen Fachwissenschaften, verdienstlich gewirkt, vorzugs.veise solcher, die sich dichterischer Formen bedient haben". Das Vermögen dieses Vereins erhielt 1859 durch die Schillerlotterie einen namhaften Zuwachs (über 900 000 ML): 1905 betrug es 1 937 327 Mk. An Unterstützungen wurden damals insgesamt 68 569 Mk. gewährt. — Vererbung von Geistesanlagen. Die hollän» bischen Aerzte Dr. Heymans und Dr. Wiersma, haben die Ergebnisse einer langen Reihe interessanter Untersuchungen veröffentlicht, bereu Ziel e5 war, eine Tabelle über die Vererbungsfahig- keit von Charaktereigenschaften unb Geistesanlagen zu gewinnen. Dabei zeigte cs sich, baß bie Fähigkeit logisck-eu Tentens unb die Gabe, bie Gebanken zu formulieren, unb auszusprechen, in weitaus den meisten Fällen vom Vater ererbt waren. 44 von 100 Söhnen mathematisch-veranlagter Männer ober von Gelehrten ererbten von väterUck>er Seite ben Drang unb die Fähigkeit zu wissenschaftlicher Arbeit: anders deren Töchter: nur 14 vom Hunderc zeigten hierin Verwandtschaft mit dem Vater. Besonders interessant ist das Verhältnis bei den Kindern von den Mütter n, die rege Neigung unb Fähigkeit zu wissenschaftUcher Beschäftigung zeigten: in allen Fällen tritt diese Anlage bei ben Söhnen nneber zutage, in keinem Falle bei ben Töchtern. Fast alle Züge, die von Gutmütigkeit unb Gefühlsreichtum zeugten, waren aus btc Väter zurückzusühren: nur in wenigen Ausnahmen auf bie Niutter. Neigung zum Verbrechen unb Schwächen gehen meist auf ben Darer zurück: Melancholie, Epilepsie, Schwachjinn uno Geistesstörung stauben in 90 von 100 Fällen mit dem Einfluß b;r väterlichen Natur im Zusammenhang. Dagegen bominiett bei Sportinteressen unv der Leidenschaft für die Jagd seltsamerweise bie Mutter, ebenso in der Körperpflege unb dem Sinn für reinliche jtleibung. Pünktlichkeit unb Ehrgefühl gingen stets auf ben SBater zurück, ebenso schriftstellerische Fähigkeiten, ivuhrenb künst- lerische ^Latente meist von mütterlicher Seite ererbt sinb. — Die Moberätin. Alle Frauen unb Mädchen, bie sich nicht ,^nzu;iehen" verstehen, werben mit Freude von folgendem Inserat Stotiz nehmen, das in einer Berliner Zettung erschien: Junge Berliner Dame der guten Gesellschaft, Die vielfach bervährt, vornehm soliden Geschmack besitzt, es versteht, sich unb andere einfach und praktisch, babei aber doch elegant unb hochmodern zu fleiixn, ift bereit, gegen mäßige Gebülw anderen Damen bet der Aus- R?aH(^rer Garderobe behilftich sein, übernimmt auch emzchlagige Besorgungen aller Art für Auswärtige. Offerten usw. . . . Nun wird hoffentlich eine goldene Zeit ästhetischer Kultur ber uns anbrech-n. Wir werden keiner gefchmacklofen 'Ju)be mehr toi ber Ltrgße und im Salon begegnen, und bie Üierbung unserer fanter, Bürgermeister Blumer.chal Vnt den kni]er in den (Gemeinden -r" » eit mit hcr^rf reuen der Gabe lohnen. erer mernfröhlrcben Gegend für eine zuteil geworden ist." an die t Mi auch besten Fran aus der Bildfläche und verbuchte die Zeugin UB i nn ' ul. » Aufgabe wird sein, die Kranken z», retten. Auch der SanitätS- kolonne sollen diesmal recht schwierige Aiisgaben gestellt sein, jo daß man mit Spannuug dieser Uebung entgegensetzen kann. Zu der Uebung sind u. a. Einladungen an d«e Spitzen der Behörden ergangen, auch steht ein starker Besuch von Der^ lretern auswärtiger Wehren in Aussicht. al:tat aien S -ri7 -kidenl Goethemuseum. Zur Erinnerung c ist in einer kleinen Au-ftcllung da- i3ei Lerf ftf! "Verl ne •l'fcli — Verhaftet. Der vom hanseatischen AmtSgerich Bremen wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgte Müller Dregor Kelemen aus Also-Ocr (Ungarn) wurde hier sestgenommen. "Einigkeit macht stark. In einem Hause der Liebigstraße fant eS vorgestern zwischen zwei Geschwistern. Bruder und Schwester, die beide verheiratet smd, zum Streit. Als der Manu seine Schwester im Hose dann mit einem Riemen durchdläute und eine Zeugin dies mit anjah. erschien .jr. rrrd> Franks u r t a. M , 11. Zn der Langeftrotzr gestern abend ein Au-lauier xarl Betzler von zwei ^enom> überfallen, die ihm die Ubr und zwei Bakcre, die er hii seine Frrma zu besorgen bolle, raubten. Tic Beiden fludxtirn. wurden ober ipater sengenommen Es sind zwei Taubüu»o>e. X- Schneider Hoch bitt aus S?ür|burg und der Händler L»»lpvl' Vub auf Lbbad), Bezirksamt Schweinfurt Mer i tratet GLockmgelSute und ingeheurer Deaeislerünq die kaiserlichen Automobile in die Stabt em. Der fcoifcr trug oie llmwrm der •Kmwr 3^irr -u Pferde. Bor dem S‘crbtbctfd rmp*mien den Kaiser der stattbalier Gras $Si-iXl, der Brzirksm»- ident o Tut- ‘ und Kammer Herr v Ztbiien, *. J kleinen Aufstellung da- Wenige, wo- siH von Xl Fmu Rot erhalten hat. vereuu: au6er Bildern, «rilbowö** und Briesen, eine Anzahl kleiner Erinnerung-gegenstände ri dem Besitz de- Museums und M Dialers Franz Gras. darrui:.r. Stickereien idrer kunstserngen Hände, lleme Geschenke der k-riz' Luise usw. 3m StaatSzimmev des ersten stocke- deS Goeldcdau':^ ist da- Modell de- von Bildhauer Josef Kowarzik entworfene» Denkmal- der Frau Rot au-gestellt. 10 318 Stimmen, für Dedekind (Delfe) 5660 und Rieke (Soj.) 6333 Stimmen. TaS Ergebnis auS einigen kleinen Erter steht noch auS, doch ist Stichwahl zwischen fliege und Rieke sicher. 2lui Sta-t un- £an&. Gießen, 12. Sept. 1908. " Militärische Auszeichnungen. S. St H der Gro ßherzog hat -um 12. September dem Geburtslage des Großhcrzogs Ludwigs IV.) folgende Auszeichnungen verliehen: das Komturkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dm Generalmajor v. Dietlcin, Kommandeur der 50. Zn.ani.erlc- Brigade, und dem OXneralmajor v. Eckenbrccher. Komman- oant von Darmstadt; das komturkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Obersten v. Schlutterbach, uvmmandeur des Znf.-LeibregimentS Großherzogin Nr. 117; das Ehrenkreuz desselben Ordens: dein Oberstleutnant Freier beim Stabe desselben R g men s und dem Oberstleutnant Krause beim Stabe dos Zuf.-Regts. Prinz Karl Nr. 118: d a s Ri 11 e r k r e u z 1. ü l a s s e de s s e l b e n Ordens: dem Major Frhrn. v. Stetten beim Stabe des Großh. Hess. Train-Balls., dem Major Heuer, Balls.- Kommandeur im Jnf.-Negt. Kaiser Wilhelm Nr. 116, dem Major z. D. Thylmann, Bezirks-Offizier beim Landw.-Bez. Mainz, dem Hauptmann und Kompagnieches Wagner und Dem Hauptmann und Koinpagnieckef Ehrhardt im Znf.-Regt. Nr. 118, dem Hauptmann und Kompagniechef Grasen von Büdingen im Lcibg.-Znf.-Regt. Nr. 113, dem Kriegsgerichtsrat Lbenauer bei der Großh. Hess. (25.) Division, dein Oder- stabsveterinar Hvhnke beim Gardc-Drag.-Regt. 'Jh:. 23, dem Zahlmeister Tern beim Znf.-Leib-Regt. sTct 117 und dem Rittmeister der Landwehr Kavallerie 1. Aufgebots Moller beim Landwehr-Bezirk Worms; daü Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Oberleutn. Hoffmann im Znf.-Regt. Nr. 118; das Silberne Kreuz desselben Ordens: dem Büchsenmacher Brauns beim Znf.-Regt. 4tr. 168 und dem Vizewachtmeister Laumann int Leib-Drag.-Regt. Nr. 24; das Allgemeine Ehren- zeichen: dem Bezirks-Feldwebel Beckes, Worms, dem Unter/,ahlmcistet: Schneider beim Leib-Drag -Reg!, und dem Bizefeldivebel Rump, int Leibg.-Znf.-Regt. 9h:. 115. •• Lobende Anerkennung. Tas Ministerium des Innern sandte dem Julins Jakob m Offenbach, der am 18. Juli die Schülerin Juliane Rohmann mit eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens rettete, eine lobende Anerkennung. '* Aom Manöve'r des 18. Armeekorps. Tie Bestimmungen für das Kaisermanöver werden vorlausig noch streng geheim gehalten. Tie Truppenbewegungen, Ber- pflegung, überhaupt alles soll möglichst kriegsmäßig ver- laufen. Nicht nur Lastautomobilzüge und Bauernsuhrwerke luerben den Truppen von den zahlreichen Proviantämtern, Schlachtereien, Bäckereien und Feldküchen die LebenSbedürs- niste zuführen, sondern einzelne Bataillone sind auch mit fahrbaren Küchen versehen und schlachten selber vor den Biwaks, b:e am 21. und 22. Sept, stattsinden und nur bei jchlechtestem Wetter in Mastenquartirre verwandelt werden. Diese sind nach anitlicher Bekanntmachung für die 25. Division bei Marburg, Kölbe, Sarnau, Rieder-Weimar, Wetter und Rieder - Walgern vorgesehen. Rur soviel läßt sich mit Bestimmtheit vom KorpLmcmöver sagen, daß eS westlich Biedenkopf im oberen Eder- und Lahntal am 21. Sept, beginnt und sich am 22. und 23. Sept, gegen Marburg zieht, wo eS mittags endet. "Ein kriegsstarkes Reserve-Regiment trit nächsten Montag auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt zu einer 14tägigen Uebung zusammen. Auch Ossiziere und Unteroffiziere werden aus Reserven gebildet. Die Hebungen erstrecken sich im Wesentlichen auf das neue Exerzier-Reglement mit dem Gewehr 98 und auf die Exerzier - Hebungen nach den neuen Bestimmungen. " Feuerwehr. Wie bereits bekannt, findet morgen Sonntag nachmittag die gemeinsame Schlußübung der Freuo. Gail'schen und der (Siebener Freuo. Feuerwehr in Gemein» schüft mit der Freiwilligen Sanitätskolonne statt. Dem Brand- angriff an den unbewohnten alten Klimkcu in ber Liebigstraße geht eine Paradeausstellung und Tetailubung der einzelnen Geräte aus OSwaldSgarten voraus. Rach kurzer Pause erfolgt bann bie Alarmierung nach ben Kliniken. Die erste Ausland. Tie Untersuchung in ber Affäre Alberti wird energisch fortgefe&t. Ter fünlufi lurüdgetretene Ackerbaumini'ter Hansen, gegen dessen Ehren hast izkeit sich bisher keine stimme erhob, wird je&t stark angegrifien, well er al- Sr.eprcurcnt der Bauern-sparkaise keine k;nn:mi von den 5d roinc-eleien '.II- bertrs et halten bat Tie Hanrerenj ber Bankdirektoren wegen einer eventt. Hili-aktion kam zu dem Beschluß, genaue Angaben über die Zahl der kleinen Sparer abzuivarten Tre erregte Menge der tfcschädigten verlangt ben Rücktritt taS kompro- mittierten Ministeriums, das beschlossen bat, vorerst im Amte ;u bleiben, um vor allem erst b:e schleun.ge Hil'saktion durch- luiübren. Es wird ein großer Temomtrationsumzug der Be- vollerung und eine Abordnung an den König vorbereitet. Alberti bat inzwischen aus feiner Zelle einen Bries an leinen Rechtsanwalt mit der Aujsorderuna gerichtet, die zahlreichen wegen Beleidigung seiner Person von ihm angestrengten Prozeise am* -ubeben. Infolge des erlittenen Rervencbok- bat Albertts fort* geschrittenes Nierenleiden eine so ernste Vendunq genommen, baß et halb die Gefängniszelle mit der Hospttalstube oertameben dürste. Er mußte bei seinem letzten kurzen Verhör in einem Lehnstuhle Platz nehmen. Ein russische- lenkbare- Luftschiff ist erfolgreich in ber Nähe von Zarskoje Selo ausgestiegen. Im Mlli- tär-Luitschisspark soll demnächst ein großer Aeroitat aus Mitteln dcS MUitär-ResiortS erbaut werden. Mldpmck. . Die Ansprache deS Bürger nteiftrrS Blumenthal in Colmar lautete: „Vollen Eure Masestä: gnabizst geftatten, daß ich aller I^ftbirfrtbe im Namen bet berufenen Vertreter bet Stabt Colmar und ber ganzen Bevölkerung herzlichst willkommen Heike.. Mit allgemeiner Freude wurde die Nachricht ausgenommen, daß Eure 'Majestät geruhen wollten, murr dem günstigen Eindruck der nei:- lichen Wjet durch unsere malerischen GebirgSorte und den sonnigen Rcbgelänoe im letzten Augenblicke deS diesmaligen Aufenthalts, tut Reichcklande einen ersten Besuch unserer Stadt zu widmen "Sehnlich den Bodener.zeiignissen unteres rebenbegrernten Land.s, ioeuhe bei sachkundiger liikge mit herzerfreuender Gabe lohnen, sind auch die Bewohner uni-rrcr weinfröhlichen Gegend für eine gütige und DerftmwmvvoKe Behandlung empfänglich und banR-ar. Ww geben uns der fröhlichen Hoffnung hin, daß Eure Maiest... den Eindruck mitnehmen möge, daß auch wir Oberländer braoc Leute sind: wir bauen auf den lphen Gerechtigkeitssinn Eurer Maiestüt. Ties ermutigt un5 -u ber Zuversicht, daß Eure Maie stat bte Entwickelung imfener elsaß-lothringischen Einrichtungen m jeder Hinsicht fördern werden. Mit dem Gefühl aufrichtigen Dankes für Eurer Majestm gnädiges Erscheinen, verbinden imr den Wunsch, Eure Majestat bald wi.Her begrüßen zu dürfen Meine Herren! ich fordere Sie auf, mit mir Ihr mit Colmarer Traubensaft gefülltes GlaS auf das Wvhl Seiner Majestät zu ecien und ein>ustimmen in der Ruf: Seine Majestät der Kaiser lebe hoch! hoch! hoch!" Der Kaiser erwiderte auf die Ansprache deS Bürgermcist.'rS Blumenthal mit folgender Rede: „Ich fbreebe Ihnen von gon xent Herren meinen Tank aus für Ihre freundliche Ansprache und *ür die (Yesinnimgen der Stadt Colmar, die aus Ihren Worten l-ervorleuchten. 9tad) den erhebenden Eindrücken, die ich während meines Aufenthaltes in diesem Jahre in dem Reichsland geschoptt Ixtbt, bie vor allen Dingen durch die große Liebe und begeiftme Wärme überall und an allen Orten im Elsaß und in Lothringen mein Herz berührt haben, gesellt sich auch dieser letzte Tag alv rin sympathisck-es Glied zu dieser luttc. Tie Städte, Die iu durchfahren habe, fei c5 im Rebengelände, sei es auch in roalDi^.r 2ck)1ucht, l)aben fick) bemüht, durch Schmuck, durch reichliche Blum, n gaben und durch Darbietung der Erzeugnisse des Landes mi jVunbc zu geben von der Freude, mit ber sic mein Besuch er füllt hat Ich fprcdje hierfür, nmnentlich für den Empfang in Ei-'lmar, dem Stadthaupt und den Bertteicrn ber ctabt h:r; Lidiften Dank aus. Ich sänke Ihnen für die Einladung in Ihr Rathaus. Eine Hauptprude für mich ist das -lubüini der G. schichte, und, Darauf begründet, die Pflege ber Tradition. Wir und hier aus altlifitarischem Boden; bis in die, Kürolinger^it hinein reicht die Geschichte der Städte und Dörfer, ja fogar bis in • Römerzeit, und mich Colmar bat eine gl in',ende Ge'chich: aus frühester Zeit bis in die Neuzeit hinein - gefinnungstüch'.ig, cchi aulxhiglid) an feinen Boden und sein Daterland. Ich brauche bloß einen berühmten Namen aus Ihrer Stadtgeschichte ansiu klingen: den Namen Bösselmann. Ihw Schicksale l)at auch diese Stadt wie dieses schöne Land dilretnuall^n müssen, nun aber ist r4 iHv gegeben, in Iriede» sich au»breiten und envoickeln zu können. Der Itiede wird erlyiUen bleiben und das Land wird U/cita; grünen und blühen können. Colmar sowohl, wie das Elsaß kann ganj sicher sein, daß sie in den Falten meines Herzens einen besondere festen und sistieren und Warmen Winkel l)aben, bay ich stets an sie denken und mit Frenoe ihre Entwicklung verfolgen werbe. Diese Entwicklung wirb sich, Gott sei Tank, unter dein Schutze des dcutscheii Reichsadlers und unter meiner Standarte vollziehn und, so Gott will, niemals gestört werben. Tas i)t es, n-aS Sie alle wüm'dicn. Meines Interesses und meiner warmen Iursorgc iüft Sie dürfen Sie veriid)trt sein. Ich trinke auf das Wohl ber Stadt Colmar, ihrer Bürger und ihrer Verirrter. Tie Colmarer sollen leben V* Beim Scheiden von dem Reick^Äande hat der Steifer an den Statt! iii1 r p?ii Urville unter dem 1<> d N; folgende Erlasse gerichtet: „Beim Scheiden au» dem schönen Elsaß gebe ich bewegten Herzens meiner hoben Freude und meinem warmen Da nie tüt die mir und der Mniferiu, meiner Gemahlin, überall und immciillid) auch in der Stadt Straßburg entgeaengebrachten Beweise ftnibiger Teilnahme intb -uversichtlickicr Ergebenheit Ausdruck Eine gan* besondere (Genugtuung ist es mir gewesen, bei der 'Barabc am 29. August zahlreiche '.'Cborbnungen der Kriegervereine begrüßen zu können, bte von nah und fern berbeigcfhvml waren, um ihre patriotische (^esimiung zu betätigen. Ich beauftrage Sie, dies zur allgemeinen Kenntnis zu bringen und füge gern hinzu, daß ich auch dic bereitwillige, entgegenkommende Aufnahme, die die Truppen, trotz der erheblich gesteigerten Einguar tierung-lasten aller Orte gefunden haben, aus das dankbarste anerkenne. Es ist mir stets eine große I-reude, in Lothringen weilen zu können Besonders freudigen Herzens bin ich aber dirtesmal gekommen, um da- 16. Armeekrops vor mir Manöver abhalten zil lassen. . Der überaus warme Empfang und die von patriotischem Weifte getrnacnc Begrüßung, welche mir und der Kaiserin, meiner Gemahlin, an allen Orten und insbesondere in der Stadt Metz bereitet tooroen ist, lsttt unS l>od) erfreut und unseren Herzen sehr woklgctan Ich nehme daher bei meinem scheiden gern Anlaß, unserem petjlidKn Tank für die uns au5 allen Leiten der Beiwlkerung entgegengebrachten Beweise zuver- lichtlichini Vertrauens Ausdruck zu geben. Es ist imr eine hohc Genugniung gewesen, bei ber Parabe am 27. August die zahireiclien '.'Ibartmungcii ber Jtriegcrpervinc zu erblicken, oie z»nn Teil ans weiter Ferne herbeigeeilt ivarcii, um ihren obersten zfriegSlwrrn begrüben zu können. Indem ich Sie beauftrage, bic5 znt allgemeinen Kenntnis zii bringen, füge id) zugleich den Ausornck meiner dankbaren Anerkennung hinzu für die gute Aufnahme, bie ben Gruppen trotz der redjt erheblichen EinauartierungSlast überall . atSsaal hinaufgeleitrten. Öden fvtten fick» eingefunden die Dertreter ber Stadt, die Geistlichkeit i nd die Spitzen der Behörden. Ter Bürgermeister stellte bte Vertreter b*r Stadt vor, der Statthalter die Beamten. Der Kaiser unterhielt sich ^nächst lange mit dem Bürg rmeuster. Hierauf Inelt dieser eine Au spr a che. Tne Musik 'vielte Die Nationalbumnr Tic Anwesenden stimmten begeistert in oaf .'laiserhoch em. Ter Ehrentrunk war 1904 er Colmarer Riesling, S-ach-tum ber Stadt. Der flaifer trat auf den Stalfon des Rathauses und dankte n-.-undlichst für die stürmischen Hochrufe des Publikums Tann trat der itau'er bie ."fahrt zur Bahn unter allgemeinem «fubel an. Um 6 Uhr 50 Minuten erfolgte die Aofahrt nach Deutsche» Neich. Der juno11bcra(c Verein in Karlsruhe hat elnftimmig befchloflen, den Anschluß an den Reichs- verband abzu lehnen. Reichstagsersatzwahl im 2. braunschweigi- schen Wahlkreise für den am 17. Juli d. I. verdorbenen natl. Abg. v. Kaufmann. V,S gestern abend IO3/* Uhr waren gezählt für Kleye (Vereinigte nationale Parteien) Damm nnrb Ourd)brungen sein von dem Fluidum echter und nxibrbaiter Eleganz, die man von der „Moderätin" gegen mäßige oVeVubr bezogen Ixit. Ihre Salons werden vielleicht bald das Ziel tausender iverben, und in ihrem Bor,immer werben sich alle jene Tamm ein Stelldichein geben, die nicht wissen, imc man sich au zu ziehen Hal. Cber sollte sich diese betriebsame iunge ?ame der gute« Okftlljcbait nicht doch geirrt haben? Sollt, he vergessen hoben, die iwiblicbe Eitelkeit unt in Rechnung zu stellen: die Enelkeit, die nicht zugibt. daß ihr irgend lemand in Dingen fc'v guten iiXschinock^ uixilegen ist? ES ist deshalb eicht utaistich, tvai} die ZVnne mit ihrem cbniio neicn wie vrt- aiiicllenBerufe oichäa < r leibet, oder s,e müßte eine Sauber formet luiffcu. mit dir jic bie schlecht anaewienm £ameu and, in u. r »uHjen vermag, idaß sie einer in Tingen der Mode und deS L^e- stlnmicks erfahrenen Beraterin bedürfen fc. Aus dem Rheingau, 11. Sept. Tie OencrcI' verdamm tung der Zentralgenofsenfchrjt Ahetngautt Sinz ervereine in Liquidation wurde rorgeftern «r Eltville abqebctten. Roch dem Bericht des Ltuqidaror- fu»1 —, . _ - - ->—»•’ —-v*—d— 274 600 Mk. .lubcnftdnbc vorhanden, von denen aber 1' zu verscheuchen, indem sie ihr einen Wun mit einem Backstein'Mark uneinbringlich sind. Ter ehemalige Direktor ^rucr gegen den Leiv versetzte. Ta etrafanträge gellem sind, wird üch demnächst daS Schöffengericht mit der Sache zu beschä'. tigen Haden. sc. Bad-Nauheim, 10. Sept. Am 14 September findet hier Stadtrat'wähl statt, in der sieden Vertreter zu wählen sind. = Bad-Nauheim, 11. Sept. Bll» zum 10. Sept, sind 28 457 Kurgäste angenommen, wovon an genanntem Tage noch 3738 anwesend waren. Bäder wurden btl zmn 10. Sept. 368 797 abgegeben. A Friedberg, 1 l. Sept. Be: der heute üattgehabten KreisauSschußsiyung wurde auch über die Glltigkra der Schwalheim er B ü rger ine i sie r wa b l verbandelt. Tie V rhandlung dauerte nur kurze Zeit. Die Wahl r.-::* für giltig erklärt. Tie Bestätigung deS Georg Hensel 1 wird vertagt. sc. Neu-Isenburg, 10. Sege, erhielt von einem Zimmermann solche Schläge mit einer Flasche ftuf den Hinterkopf, daß er bewußtlos vifammcn* brach ui so schwere geistige Störilugen bemerkbar inachteil, bie des Jungen llcbcrfubriuig in die hiesige Lauter- Heilanstalt erforberten. Er liegt schwer barntebcr. [J Marburg, 11. Sept. Umherziehende Pferde- Händler und Korbflechter, die dem hiesigen Pferdemarkt bei- geiuoljnt hatten, mißhandelten gestern tn Cappel einen Harburger Studenten, der sich eines au» dein Wagen gtiaUnun Kindes angenommen hatte und bedrohten ihn und auch andere Leute mit Revolvern und Dolchen. Weil die inänn« lidjc Einwohnerschaft abwesend war, wurden telephonisch öenbarmen herbeigerufen unb diesen gelang eS, die Slomabcr in Wolfshausen nach heftiger Gegenivehr zu überwältigen. fc. Frankfurt u. M., 10. Sept. Ter Leichenkommissar Karl Lange in Bockenheun, von Beruf Maurer, dann ui . ung ft< Ile b di if igt hat seinen Posten, den er seit einigen Monaten provisorisch vcr- . von ihm verwalteten Bureaukasse, ix öi c ii" Ml vorhanden fein mußten, defa 20 Pfennig. Frankfurt a. M., 11. Sept AuS Heidelberg wird y meldet, daß bei Tunnelbau b.i norbacb auf ba Sänrar;waldbahiistrecke Äiistenbach — st den trafen nicht in der Mitte n, tim Achten weichen um ' Meter ab T e neu: Tunneshälfte must neu traciert und der Vorhand,> fällig wieder zugcbaut werden, damit er dem^ Seitendruck gsmassen Widerstand leisten k i*aben der bad Staat-regierung ioird aui 3>: '.•.'ütllioum Mark bei ■ Schuld sott einen italienischen Arbeiter trennt, der au- ÄW einen Absteckpfahl versetzt Itaben sott. ^ran kf n r t a. M., 12. Sapt Ei n e N e u n z i g i " b^r 19<■ Am Soi'uum beg - "hteck Mi i^ebnristag T zusammen mit ihrer Tvchter, der rer.t.r.rct- n u : ./ berg, in unicrei uicr s li.nen ^nm-eN )t uab nimmt au <: -ngen kbfcftre Anteil. Bor nicht zu lang r al- Zeugin tn ein .’u v.tV.:v. negen un druck des „3tum ip.-t emer Staroperation unterzogen hatte, lieft sie i »teber f:bt und Zrranlfurter I i n ■: r*. i 11 J ’ ranntefbm Bücher „Struwelpeter^ und „ÄPnij Nußknacker" erlebt iroe der ,.S: cn fwP - i i Bon den Kind auR07553 Z (S7 T. Konürutlion n»o Ausführung muitcrniltig. Grünte Raum- und Heizmaterial-Ersparnis. Anichafsungskosten billig. Prospekt U 5 und Neserenzen kostenlos durch Auto» Wrbrr, Rosdorf, b. Göttingen 27. Erste und größte Spezial-Fabrik Deutschlands für Hausbackösen und Räucherapparate. Wo nicht vertreten, tüchtige Vertreter gesucht. rülunfrl fo lange Vorrat reicht, illUjipjfl a -Kjö. 8 Pfg. (07519 W.LoniS Schäfer, Wilh.Str.51,1 Bersteigermrg. Montag den 14. ds. MtS., nachm. 2' . Uhr, sollen dahier Walltorstr. G (Darmstädter-vaus» I. 3 Pferde, 1 Kastenwagen, 1 Eisschrank. 1 Masscnfchrant, 1 Warcnschrank, 1 Ladeneinrichtung, 1 Jahrrad, 5 Pierde- geschirte, 6 Sportwagen, 1 Plano, 1 grüß. 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Ter 19jährige Lehrling Loewe übcr> fiel Frau Hering im Bette und verwundete sie durch zahlreiche Mesjerstiche, während der kranke Ehemann im Neben zimmer lag» Tie Frau ist schwer verletzt. Loewe wurde verhaftet. — In Budapest wurde in Gegenwart des Ber liner bkriminal-Äommissars Rasse der des Mordes an Dem Berliner Butterhändlcr Engel verdächtige rumänische Student ttragujevici einem vi^rstnnoigcn Verhör unterzogen. Er gestand, dap er an dem Mordlage in der Wohnung Engels gewesen sei, beteuerte aber seine Unschuld. StragujcDici ist ein gewerbsmäßiger Erpres.er, der vor keiner Gewalttat zurückschreclt. Seine Lpftr suchte er in homo- lexuellen Streifen. kleine Tageschronir. In Berlin wurde der Tier-Zirkusdirektor W. Hagen- Leck, als er eine große Anzahl Eisbären zu einer Rutscl>- bahn treiben wollte, von einem Baren angegriffen und am Unterleib ziemlich schwer verletzt. Nachdem dem Verwundeten ein Notverband angelegt worden war. wurde er nach der HönigL Klinik gebracht, wo die Wunde vernäht rcurbc die ganze Flasche zu 65 Pfg. bei sechs Flaschen zu bo 4.-tg. ohne Glas, verkaufen zu können. Georg WalLkuscls Marktplatz 21 Telephon 46 gegenüber d.Engel-2lpotheke. läooo Spottbillig! Infolge Krankheit habe ich mein l1/» Bahnstd. von Ätünchen gelegenes, sehr rentables bUO vr. 'Morgen großes, arrondirteS Wtefm-Kut mit 100 Stück Hornvieh u. Pferden dem Verkaufe unterstellt. (ss “/» Lss. unter „Wiesengut" 31. s>. 4315 nur von ernstl. vieslektanten an lliudolf Mosfe, München. Versteigerung. Dienstag den 15. dS. Mts., nachm. 2 Uhr, werden Reuen Baue 11 im Hofe ueritcigert: gr. 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Der Prosektor Lubsch aus Czernowitz, der sich vor einem Vierteljabr mit Rotzbazillen infizierte und in Wien behandelt wurde, kehrt in den nächsten Tagen nach Czernowitz zurück. Ebenso dürste sein Saboratorium§bicncr, der ebenfalls von der Seuche befallen war, bald wieder hergestellt sein. Es sind dies die ersten Fälle von Heilung an Rotz^In- fchion Erkrankter. Gegen Lubsch, der die Schuld an den Ansteckungen durch fahrlässiges Vorgehen bei seinen Versuchen verschuldet hat, wird jetzt eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet In Plozk (Polen) wurden die Kasernen des Ukrainischen Hnsaren-Regiments durch fünf innerhalb 5 Tage angelegte Brände zerstört. Der Handelsbank in Antwerpen sind 145000 Franks gestohlen worden. Der vermulliche Dieb ist ein früherer Unteroffizier De Reycken, jetzt Angestellter der Bank. In Luxemburg beabsichtigt man alle Postkutschen durch Automobilomnibus je zu ersetzen. In Paris brach am 10. Sept- in einem Kellerramne ber „O pera comique" während der Abendvorstellung Feuer aus, das nach halbstündiger Arbeit gelöscht wurde. Ter Brand soll dadurch entstanden sein, daß cm brennender Zigarrenrest durch das Straßengitter in das Gebäude auf leicht entzündliche Stoife gefallen fein soll. Tas Publikum erftihr erst von dem Feuer, als jede Gefahr beseitigt war. In der Nähe von Blois (Frankreich) wurde ein Automobil, in welchem sich General Roidot befand, von einem Eisenbahnzuge angerannt und fast völlig zertrümmert. Der General sowie zwei Ordonnanzoifiziere wurden erheblich verletzt. Ein Madrider Blatt berichtet über den gräßlichen Verlaus eines Festes in der spanischen Gemeinde Santa Maria de Neda. Ein junger Mann zündete Sl n a 116 0 in b e n an, welche bei der Explosion in einen Korb fielen, in dem sich noch weitere Brennstoffe befanden. Es erfolgte eine furchtbare Explosion, wobei 11 Personen verletzt wurden, darunter fünf lebensgefährlich. Ter größte Teil der Opfer besteht aus Kindern, von denen eins bereits kuvz nach der Matastrophe verstarb. Auf Grand T n r k (Britisch-Westindien) richtete em Orkan große Verheerungen an. Die Straßen gleichen Trümmerhaufen. Eine große Anzahl Menschen sind umgekommen. Nach viasitlaniicheii Btätiermetdimgen ist ber englische Dampfer ,3vornan Prince" nach einem Zusammenstoss an der Küste von Ecrea gesunken. 14 Matrosen werden vermißt. ___________ Wegen Anschaffung v. Pkatratzen habe gut ihikrllfttfll billigab- erhalteneXlUullHllul zugcbcn. Nah. Wcibcngafse 1, 2 Tr. >07482 Morgen-Zeitung mit Täglichem Familienblatt und Illmtriertem Bolksfreund. Zn bestellen beim Briesträger ober bei dem nächsten Postamt. Probe-Nummer gratis 100000 Abonnenten! hat rund 118 000 Mk. unterschlagen. Bei einem Umsatz Don 162000 Mk. haben in einem Jahr die Unkosten 50000 Mark betragen. Ter Aufsichtsrat erklärte, daß er keinerlei Haftbarkeit übernehme. Eine Schutzkommission wurde ge wählt. ♦♦ Kleine Mitteilungen aus Dessen und den Nachbarstaaten. Gegenwärtig werden bei £>eufenftamm 16 ■Brunnen gebohrt, die Wasser für das Offenbacher Wasserwerk lief cm sollen. — Im Jahre 1899 gelang es einem Unterfuchungs- qefangenen, in Mannheim zu entspringen. Ter Flüchtling wandte sich nach Amerika. Jetzt hat ihn das Deimlveh wieder nach Deutschland getrieben, wo er sich der Polizei stellte. — Bei Marburg wurde ein an der Dreschmaschine arbcitcnocr Mann aus Elmshaufen von ber Maschine erftkgt und rollst.indfg zermalmt. — Bei Otterberg kam cs zwischen dem berumziehendcn Schirmslicker Leonhardt und dem Sievmacher Volmann zu einem Wortwechsel. Leonhardt zog ein Messer und brachte seinem Gegner eine tödliche Verletzung bei. — In Sprendlingen ist die Familie Staar nach dein Genuß von gütigen Pilzen erkrankt. __ Aus der Brücke in Niederzwehren wurde am Donnerstag abend ein 6 jähriger Junge durch ein in flottem Tempo fahrendes Auwmobil getötet. techetapnii Für die Teilnehmer zur Vogelsberger Tour Sonntag, den 13. September, Abfahrt nach Lauterbach 8.15 Uhr Ticnotag, den 15. September, Wiederbeginn der Sing-Stunde. In jedem deutschen Hause in den Prooinülädten und auf dem Lande Dame aus Atamz sucht Ende September für ca. v Tage gute Pension in besserer Familie, am hebaen in b.Nahe b.Gi)mnasiums. Geil. Schreiben mit Preisangabe u. 5390 an die Erveb. dieses Bl. Den 13. und 14. September befinde ich mich mit meinen 8. Elsoffer kaufen Sie die billigsten 1 Eitimachlöpfi. Lchtthwarer; ! massive Schulstiefel, rrrbeitsschnhe sowie andere Artikel in Schuhivaren ‘ nrers zu billigen Preisen. (53/9 ! Ludwig Wacker, Schloßg. 6—8. Paris, 11. ^em. ^.... ------- . lings auf Trcnfuß schoß und ihn leicht verletzte, wuwe hc has Urteil gefällt. Tic Geschworenen verneinten die Lchulbfrt und der Angellagte wurde freigtiprodym. ßirihivkihftst;n Gardcntkiih und lade ich das geehrte Publikum ganz ergebenft ein. I. Walldorf Karussell- und Schautelbesttzer. 07577j Schneiderin nimmt Kunden an,gebt a.Auöbess. Bahnhosstr.4311. Auf ein Grundstück, Lrtsgericht- Tare Ml. 5U0U, Z- vis 3000 Mk. auf I. Hypothek sofort gesucht bei pünktlicher öierteljäbr. Zinszahl. Schnftl. Angebote unter 07596 an bieGeschäftöst.b.Gieß.Anz.erb. 07597) Eine gutgebenbe Wirtschaft zu vermieten. Tchnftl. Angebote unter 07597 an den Gieß. Anzeiger erbeten. Suche 150—200 Mark zu leihen für Fertigstellung von Objekten gegen Pfand und ge* brauchllchc Zinsen. Schrift l. Angebote unter 07575 an den Gieß. Anz. erbeten. Griginal-Drahtmcldnngen. Antwerpen, 12. Sept. Der aus SüdN'rstnsrira zurück- gekehrte Staatssekretär Dem bürg crFlättc in einer Unterredung mit dem Korrespondenten des Brufseler Blattes Etvile beige, bau er auf feiner Rei'e sich davon uberzcuat habe, daß der nörb- ließe Teil der beunmen Kolonie ftch vesonoers dazu eigne, ÖU’lp vieh zu züchten, während der siidliche Teil ,ich mehr für Kleinvieh eigne. Er könne erklären, daß das Wachstum der Kolonie gesichert sei, ohne Monflikte mit den Grenzlanderii befiirchten zu müssen. Er lverde seiner Btaßnal/men treffen, um den Alkolivlismus zu beimpfen und er werde Strafen gegen bic- icnigcii verhängen, die Alkohol an Eingeborene verkaufen. Ter Staatssekretär befürwortete noch die Errichmng einer Landwirt schaiiskammer in Windhuk und erklärte dann, er beabsichtige den Hau id c i t c r c r Eisenbahnen in Südwestafrika, als die bereits geyianten, nicht Eisenbahnen würden dann nur noch gebaut werden, wenn Garantie baiür vorhanden sei, datz nach dem Bau oas auSgelegte stap.tal sich verzinsen würde. Paris, 12. September, lieber die Begegnung deS b e u 11 d) c u $1 a 11 e r 0 mit bem französischen Grenz- stomniissar Eojct melbel „Petit Partsien": Der llaijer sagte zu dem Grenz-lloinmissar, er sei den französischen Behörben dai-k- bar für ihr Entgegenkommen und er bitte ihn, seinen Vorgesetzten diesen Taiik zu übermitteln. Er bcöaurc von bem Anerbieten ber Ea'i'rennbicha't auf 'ranzösischein Boden keinen Gebrauch machen zu können, aber d l e G e l e g e n h e 11 hierzu werde sich vielleicht über kurz unb lang wieder einmal bieten. Mit einem herzlichen Händedruck verabfchiedete sich der Malier von dem Kommissar. Washington, 12. Sept. Orvil Wright blieb wahrend feiner gelingen ^ahrt 70 Minuten 26 Sekunden in ber Lust. Die Gefchwmbigkeit betrug 37'/, englische Mellen, das sinb ctiua 53 Slilomeicv. Frische Seeischele empsiehlt H. Moos, 107591 Rest. 5. Reichskrone, Löweng. 22 Gebe dieselben a. auß. d. Hause. 3u verkaufen: ~ 1 |i0bcrmaniirü6f, ’f’ß schönes Tier, äußerst wachsam, mannsest, laßt sich von J-remben nicht anlocken, nicht bissig, oder 1 Ur.'SerkMdmrWudii.'U alt, dieselb.Eigensch., aber schärfer, affe bie Wahl. Sol. Preise, reell. Gastwirt Müssig, Rüdlngshausen _______ Post Londorf.______ Mädchen-Bett, Kommode, altes Sopha billig zu verlausen. 07547)Bleichstraße 8, II. Wcber'S Patent [ss% Haus-Backofen. ^hninfitipr IBwerg) rauerem, ^11)^1111^11 prima, zu verkauf. 07517) Lieblgftraße 33, pari. Oncht-Genosfenschaft Lützcl- -O linden sucht einen jungen fprimgfäljigtn Bullen reiner Abstammung mit Nachweis zu kaufen. 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