/ Vlatt 1S8. Jahrgang Dienstag 8. Dezember 1908 erschcmi täglich, außer ££ > LH vczugdpret S: Sonntags. - Beilagen: LW V monallich7SM., viertel- «Glchener Anzelger t^emlpied) • 9ln|cblüfie: M * * Kf auswärts 20 Pfennig, füi die Redaktion 112, IXs^ ff Verant wörtlich WZ General-Rvzeiger für Oberheffrn WW b!s oormmags"io Uh" RotaNons^ruck und Verlag dervrühl'fchen Univ.-Vuch- und Steindruüerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7. !A"zeigenteu^H'''Bec? Die heutige Nummer umfahr 12 Seiten. Die Finanzlage Preußens. Wie sich doch die Zeiten ändern! Früher, zn MiquelS Zeiten, schwamm Preutzcn im Golde, uno heute muß der preußische Finanz- miiiister, gcnor so wie der Reichsschatzsckretär, aus die Suche nach neuen Steuern gehn, um den Bedarf des Staates zu decken. An der letzt auch in Preußen herrschenden Finanzkalamitüt scheint aber, wie )d)on mehrfach hervorgehobcn und auch im Landtag rritliiert wurde, in erster Linie die Negierung selbst schuld zu haben, indem sie beispielsweise die beträchtlichen Einnahmen der Eisenbahnen wiederum für Eisenbahn-Zwecke verwandte, wäl-rend für die übrigen Ressorts nichts da war. Dadurch ist es in der Hauptlache getoulmen, daß man jetzt in Preußen, wo große Ausgaben, wie die Erhöhung der Beamtcngchalter, bevorstehen, nichts übrig hat, unb Herr von Nheinbaben sich genötigt sah, die Steuerschraube mehr anzuzichen. Allerdings hat der jetzige preußische Jiitanz- iniilistcr Ilets verstanden, möglichst grau in grau zu malen, um vicht viel herausrücken zu müssen, aber es gibt noch andere Leute, die rechnen können, und er hat darin nicht immer Glück gehabt. Dieses Mißgeschick scheint ihm auch bei den neuen Steuerprojektrn zu widerfahren, die er ausgeheckt hat, um den preußischen Säckel rvieder zu füllen. Im allgemeinen har ja die preußische Regierung int Landtage ein ziemlich willsäbiges Parlament, und es hatte auch den Anschein, als ob die Vorschläge des Herrn von Rheinbaben zur Aufbringung der erforderlichen Mehrkosten auf nicht allzu großen Widerstand stoßen würden, aber wenn es an den Geldbeutel geht, dann werden zuweilen die Sanftntütigstcn rabiat, und jo hat man sich dann, nachdem die Vorlage in der ersten Lesung ziemlich gliurpflich davon gekommen war, in der Kommission die einzelnen Vorschläge sehr genau unter die Lupe genommen, und siehe da, die Entscheidung der Kommission dürfte den Herrn Finanzminister nicht sehr angenehm berührt haben, zumal er sie kaum erwartet haben mag. Diese negative Entscheidung fällt umso mehr ins Gewicht, als die Gehälter teilweise über die Vorschläge der 9ie- gicrung hinaus, trotz des entschiedenen Einspruchs, erhöht worden find, so daß noch weitere Mittel erforderlich sind. Mit seiner andauernden Schwarzmalerei sckwint sich aber Herr von Rheinbaben selbst in die Nesseln gesetzt zu haben. Man ist seiner Berechnung mit Mißtrauen gegenüber getreten und aus diesem Grunde gelangte der nationalliberale Antrag trotz des Protestes des Ministers zur Annahme, der den Zuschlag von 25 Prozent zur Ergänzungssteuer nur für zwei Jahre Vorsicht, während ihn der Finanz- rninistcr für immer hadert, wollte. Man ging von der Voraussetzung aus, daß sich die Verhältnisse wieder bessern könnten, und daß es dann schwer möglich sein würbe, die beiden Vorlagen wieder abzujagen, da für die Steuerermäßigung eine Regierung nicht so leicht zu haben ist. Auch der Wunsch des Ministers, für das lausende Jalir einen Zuschlag zur Einkommensteuer zu erheben, ging gleichfalls nicht in Erfüllung. Aber nicht genug damit: auch die G e s e l l s ch a f t s st e u e r , von der sich Herr von Rhcinbaben soviel versprochen hatte, fand keine Gnade vor den Augen der Kommission, vielmehr wurde sie gegen die Stimmen der Konservativen abgelehnt. Das sieht bös aus! Nun kommt ja noch eine zweite Lesung und man könnte von der einen anderen Ausgang erwarten, wie das ja nicht selten der Fall ist. Allein cs ficht zu erwarten, daß bei der zweiten Lesung die Gegner der Steuer recht zahlreich zugegen sein werden, und das Gleiche bü f*c dann seiner Zeit der Fall im Plenum sein, vorausgesetzt, daß cs nicht in der letzten Stunde gelingen sollte, einen Ztorn- promiß herbcizuführen und sich auf einen mittleren Weg zu einigen. Man darf gespannt darauf sein, was Herr v. Rheinbaben dann zu tun gcdenkr, denn wenigstens ein Teil der Mehrausgaben muß unter allen Umständen anderweitig ausgebracht werden. Aber woher nehmen und nicht stehlen? Die überwiegend ablehnende Haltung, der die preußischen Steuerprojckte begegnet find, ist vielleicht ein Oweh für das Schicksal der Vorschläge des Herrn Stzdow im Reiche. Wenn bereits Herr von Rheinbaben in Preußen ein derartiges Fiasko erlitten hat, um wieviel mehr blüht dieses Geschick dem Reichsschatzsekretär mit seinen Vorschlägen, die eine noch viel unwilligere Ausnahme beim Volke und int Parlament gefunden haben. Deutsches rreich. Der Kaiser hörte gest. . ..mi ug Die Vorträge des Finanzen inisters und des Chefs'des Zivrlkaoinetts und empfing den Tiergarten-Direktor Freudemann. Die angeblich geplante Erwerbung der Wallfischbai. Wie dem B. T. von zuständiger Seite mitgeteilt wird, entbehrt die Nachricht, über die Ver handln ngenDeru- burgs mit dem Minister der Kapkolonie, Merriman, wegen der Erwerbung der Walfisch-Bai von Deutschland jeder Begründung. Derartige Verhandlungen seien nie gepflogen roorb-n. Das „A r m c e v e r o r d n u n g s b l a t t" veröffentlicht einen Erlaß, daß die Kompagnien der Fußartillerie künstighin die Bezeichnung Batterien führen sollen. Ausland. D e r i n o f f i z i c l l e V o t s ck> a f t e r. Der Herausgeber einer angesehenen,italienischen, dreibundsreundlichen Ziitung fugte anläßlich eines Gesprächs bezüglich der Maximilian Hardenschen Kritik der Tätigkeit des französischen Botschafters in Rom, in Italien gebe es zwei französische Botschafter: den offiziellen in Rom und einen inoffiziellen ui Mailand. Von einer dem letzteren nahestehenden Seite ist mir vor e rügen Nionaten ein jährlicher Zuschuß von etiun 20000 Franks angeboten worden, f..lls mein Blatt vorn Dreibund abschiuenken würde. Man hat also, wie inan schon längst geahnt hatte, mit einer ganz planmäßig.n Agitation zu tun, lcix'ii ;y.ei e-_> ui, ^uiuLii vuiic Drnouiwe au- zuziehen. Mit welchem Erfolge desselben toben ja die jüngsten Kamrnertobatten in Rom zur geitii ?e gezeigt. Aufstand int belgischen Kongo. Die Passagiere d.s gestern vom belgischen ftoiiQo angekommenen Dampfers ntvlcen, daß in einem u.i' xcui lv.ami^.eit -öOAttofUmim' int ^omam- gebiet des belgiscRu Kongo ein Aitsstanb ausgcörochen ist. Der betrieb der Zttatzenbahn. Man schreiot uns: 2ie Frage, cd u.e S.aot die elektrische Stroßenöahli seiest verreiben oder den Betrieb einer erfahrenen Gesellschaft über lassen soll, cheschafiigt zuczrit b.e hicr,,or maß gebenden Persönliä trften unserer S.adt. Es ist bekannt, da , die Führung eines geroerbÜü u Unternehmens durch die Statt selbst gewisse Loiiciie bieten kann, n i« bausbetrieben, den Wasser-, Gas- und Eler.rizichiswevken in vielen Fallen ergeben har. Jedoch unterliegt es keinem Zweifel, daß der Betrieo einer Stvaßmbahü. mir gewissen Su-wierigkeiten verknüpft ist und beftinimie Ersahrungen voraus^ctzt, die erst im reaeem Lause der Jahre erw-orben werden können: denn die Stadt ist bezüglich des finanziellen Ergebnisses der Straßenbahn in erster Linie von der Tüchtigkeit de§ von ihr bestellten Betriebsleiters abhängig. Mißgriffe in dieser Hinsicht würden sich durch erhöhte Steuerzahlung bei den einzelnen Bürgern unangenehm bemerkbar ntndum, und die Bahn wird in Bezug auf ihre Anpassung an die Bedürfnisse des Verkehrs nicht das beste leisten, was man von ihr in dieser Hinsicht verlangen könnte, falls nicht eine mit der Leitung von Straßenbahnen erfahrene Gesellschaft die Betricbs- führung übernimmt. In legerem Falle tot der mit der Führung des Betriebes betraute Ingenieur nicht den gleich großen Einfluß auf die Rentabilität des Unternehmens, weil eine lieber- wachnng von einer zentralen Stelle ans erfolgt, wo sich alle Erfahrungen im Straßenbahnwesen seit Jahren gesammelt haben. So werden sich z. B. durch eine peinlich geführte Statistik kleine Z-ehler durch den Vergleich mit anderen gleichwertigen Unternehmungen sofort bemcrkoar machen unb somit Abhilfe jinben. Es kommt hinzu, baß inbustrielle Betriebe ihre Beamten zu Wirt- sdiaftlichem Denken und Handeln erziehen, woraus folgt, baß in piclen^Fällen Unternehmungen, die von anerkannt tüchtiger orivater Seite geleitet werden, bei einer Straßenbahn schneller >u einem veträgniä gelangen als solche, die durch städtische 5lörper- schaftcn verwaltet werden, deren Institutionen durch ihre Eigenart oer freien Entfaltung der Kräfte nicht den nötigen Spielraum gewähren können. Eine kluge Stadtverwaltung wird daher gut tun, die Führung des Betriebes in den ersten Jahren, so lange noch die Kinderkrankheiten zu überwinden sind, und wo cs in erster Linie auf die U ebene in düng dcv Ansangsfchwicrigkcitcn an- kommt, nicht in eigene .Hände zu nehmen, sondern die Anlernung des Personals und das Gewinnen der örtlichen Erfahrungen soivie das damit verbundene Risiko nicht selbst zu übernehmen. Die Stadtverwaltung wird aber in jedem Falle gut tun, sich die Möglichkeit offen zu lassen, das Unternehmen frühzeitig wieder in ihre Hände zu bringen, sobald sie glaubt, daß dasselbe sich so weil entwickelt habe, daß die Uebernahrne durch die Stadt nunmehr angebracht sei. Sie empfängt alsdann ein ausgebildetes Personal mit reichen technischen und kommerziellen Erfahrungen. Auf dieser Grundlage ist die weitaus größte Zahl sämtlickivr Straßenoahnverträge aufgebaut worben, und die Stabte haben |tdj allmählich in ben Besitz bet Unternehmungen gesetzt, nad>- uem sie die erste schwierige Zeit überwunden und eine genügende Rentabilität erlangt hatten. Die bequemste Form für die Stadt, bei welcher sie sich keines ihrer Rechte zu begeben hat, dürfte die folgende sein: Die Stadt läßt durch einen Unternehmer, aber nach ihren Wünschen unter, strenger Einhaltung aller Vorschriften auf eigene Rechnung die Bahn erbauen und bleibt somit nad> erfolgter Abnahme Eigentümerin des UnternclMens. Sie hat hierdurckj Gelegenheit, die Bauausführung zu überwachen und dafür zu sorgen, daß nur bestes 'Diatcnai und beite Arbeit geliefert wirb. Als Dann verpackstet sie ben Betrieb auf eine gewisse Reihe von Jahren an beit Unternehmer, welcher die Bahn gebaut hat, weil dieser infolge der späteren Betricbsführung durch ihn daran selbst interessiert ist, daß die Bahn bestens ausgeführt wird, indem alle Fehler während des Baues sich in erhöhten Betriebskosten erheblich bemerkbar machen würden. Die Stadt behält sich jederzeit das tiündigungsredft vor und übernimmt die Betriebsführung, sobald sie sieht, daß Die Ilebemahme von Vorteil sein würde. Es wird fid) Darum für die speziellen Verhältnisse in Gießen bei der Unsicherheit des finanziellen Ergebnisses der Straßenbahn empfehlen, wenn die Stadt sich über die uni'idjeren ersten Jahre, bei welchen der Fehlbetrag der Bahn sich sehr unangenehm im Budget bemerkbar machen könnte, dadurch hinweghilft, daß sic den ^Betrieb gegen eine bestimmte Abgabe an einen vertrauenswürdigen Unternehmer verpachtet. Mit diesem Vorschläge dürften viele Vorteile verbunden sein, ohne daß die Stadt ein zu großes Risiko zu tragen hätte. Aehnliche Vereinbarungen sind neuerdings in vielen Studien getroffen worden und toben sich bestens bewährt. Aus Stadt und Land. Gießen, 8. Dezember 1908. •• In Audienz empfangen wurden von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog am Samstag u. a. die Forst- assessoren Buß von Bingenheim und Thum von Friedberg. Landesmuseum. S. K. H. der Groß Herzog haben den Museumsassistenten Dr. Oskar Haupt in Darmstadt zum Kustos für die geologisch-mineralogische Abteilung des LanbesmuseumS ernannt. - Das Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen für 1909 ist fertiggestellt und geht den Bestellern m diesen Tagen zn. Es enthält in der gewohnten zweck- mäßigen unb übersichtlichen Einteilung alle öffentlichen und privaten Adressen, Einrichtungen u. s. w., die für den Ge- ichäslsmann, den Beamten und auch den Privaten in Betracht kommen. - Landesverband hessischer Bürgermeister. Eine außerordentliche Hauptversammlung tagte gestern oorniitiag ll1/, Uhr unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Bi etzger-Langen in Darmstadt. Etwa 300 Bürger- meister aus allen Teilen Hessens waren erschienen. Auf der Tagesordnung stand das Referat des 9iegierung5ratS Gräf, Vorsitzenden des Vorstandes der Fürsorgekasse, über: ,Tas Für sorg ege setz und seine Bedeutung für die Gemeinden und deren Bedienstete." Nach dem Vortrag vereinigte em gemeinsames Mittagessen die meisten Teilnehmer. ♦* Vom Stande sherr zum Priester. Die Priesterweihe des 74jährigen Fürsten Karl zu Löwenstein-Wertheim, jetzt Frater Raymundus, der als früherer Inhaber der Standesherrschaften Löwenstein- Wertheim-Rochefort oder Röhenberg, als Mitglied der Ersten Kammern in Bayern, Württemberg, Baden und .Hessen, als Führer des deutschen katholischen Adels, sowie als Begründer der Anti-Duell-Liga eine bekannte Persönlichkeit ist, fand in der Kirche der Dominikaner Frans Cedron zu Wenlv in Holland am 7. Dezember durch den Kardinal Erzbischof Fischer von Köln statt. ** Ue b er Korfu sprach gestern in dem dritten, vom kaufmännischen und vom Ortsgeweroeverein veranstalteten Vorlrag der hier bestens bekannte Redner Jens Lützen aus Berlin, der sich, wie hier immer, über mangelndes tgsmoEaMBMMmaBMaMraB— Interesse nicht zu beklagen hatte, denn der große Saal von Steins Garten war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Redner gab einen interessanten Ueberblick über die geschichtliche Vergangenheit der für uns Deutsche besonders interessanten Insel, um dann an Hand zahlreicher farbenprächtiger Lichtbilder die hauptsächlichsten Sehenswürdig- f eiten, namentlich auch das interessante Kaiserschlos; Achilleion, zu schildern. Er erntete sür [eine anschauliche Darstellung lebhaften Beifall. *♦ V. H. C. Der Ausflug des Zweigvereins Gießen des Vogelsberger 5)öhenklubs am letzten Sonntag war durch die Konkurrenz des kupfernen Sonntags und durch das zweifelhafte Wetter etwas in seiner Frequenz beeinträchtigt, aber der Stamm des Vereins filhrte dennoch die letzte Vereinswandemmg dieses Jahres zu voller Zufriedenheit der 16 Teilnehmer aus. Der fast durchweg gut gangbarq Weg führte zunächst über Wieseck nach den herrlichen Waldungen des Hange Ist eins, dessen leider etwas vernachlässigte Anlagen und Fernsichten leider noch viel zu wenig ausgesucht werden. Dann ging es zur ersten Rast nach Lollar, von wo aus nach eingenommener Stärkung unter Verstärkung durch die dortige Abteilung über Kirchberg, Ruttershausen und Wißmar weitergcwandert wurde, lieber die sieben Hügel ging es dann unter sorgfältiger Vermeß- düng der Napoleonsnase auf den Gleiberg, der bei ein« brechender Dunkelheit erreicht wurde. Nach einer Stunde Erfrischungspause wurde der Heimweg nach Gießen angetreten und in „Sachsenhausen" vereinigte ein Abschiedsschoppen die frohen Wanderer noch einige Zeit. ** Evang. Bund. Der vom hiesigen Zweigverein des Evang. Bundes am Sonntag in dem festlich dekorierten Saale von Steins Garten abgehaltene erste Familienabenb war außerordentlich gm besucht. Nad) einer Begrüßung durch ben Vorsitzenden Lanbgerichtsrat Schmeckenbecher, erfreute die Gesangsabteilung des Evang. Arbeitervereins die Anwesenden durch Vorttag zweier Lieder „Lobe den Herrn" (Gern. Ehor) sowie „Es zieht ein stiller Engel" (Dameu-Chor). Der hierauf von Prvf. D. Dr. Schian gehaltene Vortrag: „Der Friede zwischen den Konfessionen" bildete den Mittelpunkt des Abends. Die Anwesenden verfolgten die interessanten Aus'üh- rvngcn des Redners mit großem Interesse und spendeten am Schluß bcs Vortrags reichen Beifall. Die unter Leitung von Musiklehrer Gernhardt gebotenen Musilvorträge verdienen ganz besondere Erwähnung. Aber auch der Frauenckwr des Evang. Aibeiter- Vereins errang großen Beifall, besonders bei dem Lieb „Nieder mit eilenden Flügeln", so daß er sich zu einer Zugabe „Lütt matten be Has" entschließen mußte. Ebenso erging es Apotheker Schwieder, ber burch seine gesanglichen Darbietungen wesentlich zur Verschönerung bes Abends beitrug. Den Schluß bildeten zwei Gesangsvorträge („Heute scheid ich" und „Das Wandern ist des Müllers Lust"! des Gern. Chors, der auch hier wieder zeigte, daß er sich sowohl in Bezug auf Mitgliederzahl, wie auch Leistungen in letzter Zett außerordentlich entwickelt hat. ** Stenographisches. Am letzten Sonntag hielt der Bezirk Ober Hess en und Dilltal dcsStolze-Schrey- schen Stenographenoerbandes seine Herbstversamm- lung in Friedberg ad. An dem damit verbundenen Wett- schreiben beteiligten sich die Gießener Vereine in stattlicher Anzahl. Der Stenographenverein Stolze * Schrcy erzielte einen glänzenden Erfolg, indem es ihm gelang 19 Preise zu erringen unb zwar in der Abteilung 8 0 Silben: 1. Preise: R. Glagow, H. Wysk, O. Knörr und C. Ritzel; 2. Preise: A. Donau, E. Müller unb H. Krauskopf; 3. Preise: O. Schwalenslöcker und O. Neuer. 100 Silben: 1. Preis: A. Nolh; 3. Preis: Fr. Jaeggle. 12 0 Silben: 1. Preis: H. Hoerster; 3. Preis: O. Kirstein. 180 Silben: i. Preis: K. Kreiling; 3. Preis: K. Reitz. 240 Silben: 1. Preis: E. Lischka. Für hervorragende schönschriftliche ^lrbeilcn erhielten einen 1. Preis: C. Ritzel; 3. Preise: Fr. Ritzel und G. Andres. Einen weiteren Erfolg erzielte das Mitglied stud. phil. Kraft, dem es gelang, in Dieburg einen 1. Preis in der Abteilung 3 00 Silben zu erringen. — Am 5. Dezember feierte im Philosophenwald der GabelS- bergersche Sten ographenoerein am Realgymna- sium unb an der Oberrealschule sein 29jährige§ Bestehen. Der Vorsitzende begrüßte die Erschienenen, unter denen sich neben den Eltern und vielen ehemaligen Ptit- gliedern die Vertreter der hiesigen Hanptvereine und der oberhessischen Schülervercine befanden. Die Festrede über: .Die stenographische Lage" hielt stud. phil. E. Meyer, Vorsitzender der akademischen Stenographenveremigung Gabelsberger an der Ludovicicma. Aus den Ansprachen der Vertreter ging hervor, daß der Verein herzliche Beziehungen zu seinen Brndervereinen unterhält. Besonderen Eindruck auf die Versammlung machte eine Ansprache des Direktors Dr. Pitz aus Alsseltz, eines Gründers unb Ehrenmitgliedes be3 Vereins. Er richtete besonders an die Eltern die Mahnung, ihre Kinder stenographieren lernen zu lassen. Wenn aus mancherlci Gründen die Stenographie noch nicht als Lehr- gegcniianb in unsere hessischen Schulen eingeführt sei, so fei iie doch von so großem diutzcn im Leben, daß sich jeder Schüler ihre Kenntnis privatim aneignen sollte. Aus dem Fcstprograll'.m verdient besonders der musikalische Teil Erwähnung. Herr W. Rolosf spielte zwei Ccllosoli, die von einem Dilettanten als hervorragende Leistungen gelten müssen. Der große Beifall bestimmte ihn zu einer Zugabe. Tie Gliinznilinmer des Abends bildeten zivei Klaviervocträge des Pianilcn I. Hahn. Sein anerkannt vorzügliches Spiel fand so lebhaften Beifall, daß sich der Künstler ebenfalls zu einer Zugabe herbedieß. Lehrer Kling nahm die Verteilung von zeyn ersten unb einem Ehrenpreis vor, die der Verein am 10. Oktober bet dein Bezirkswettschreiben in Heuchelheim errungen hatte. Ein flott gespielter Schwank gefiel sehr, und ein gemütliches Tänzchen beschloß die in allen Teilen harmonisch verlaufene Feier. •• Die KolosseumS-Direktion schreibt un§: Es sei darauf hingewiesen, daß Herr Frizzo sein Gastspiel verlängert hat. EZ versäume niemand, sich diesen Künstler ^nzusehen, denn Frizzo ist unstreitig die größte Sensation der Gegenwart. "Für die Beförderung von Hunden auf der Eisenbahn bei Verhängung der Hundesperre wegen Tollwut haben die beteiligten Eisenbahndirektionen im Einverständnis mit dem Großh. Ministerium des Innern besondere Beslimm- ungcn erlassen, worauf wir Hundebesitzer aufmerksam madjen. Bitte an die Hausbesitzer! Das Amderschutzgesetz verbietet die Beschäftigung der Kinder, sodaß die Zeitungsträgerinnen die Hilfe ihrer Rinder bei der Zustellung entbehren müssen Dadurch wird diesen Frauen die pünktliche Zustellung der Zeitungen sehr erschwert und sie vereinigen sich mit uns in der Bitte an die Haus- bescher, ÜN ihren GebäulichieiLeu BriesWen ^für die verschiedenen Stockwerke anbringen zu lassen. ~ Das würde nicht nur den Zeitungsträgerinnen die Zu- kstellung erleichtern, sondern es würde auch den Poftbeamten, Ausläufern usw. zugute kommen. i 3n einer großen Reihe anderer Städte sind derartige Briefkasten schon lange Zeit angebracht und Laben sich nach jeder Richtung bewährt, da dadurch auch ein^ Schonung der Häuser und der Treppenaufgänge herbeigefüh^t wurde. Wit zweifeln daher nicht, daß auch hier diese Ipraktische Lin- richtung Eingang finden wird. Die LNieter Ihaben ebenfalls ein großes Zntereffe an der Anbringung der Briefkästen Unb dürften gewiß gerne einen Teil der Rosten übernehmen. Verlag des Gießener Anzeigers. — Lich, 7. Dez. Am SamStag 5. Dezember fand im Gasthaus zum Löwen bei zahlreichem Besuch die Generalversammlung deS Simmentaler Bezirkszuchtvereins Gießen statt. Der Vorsitzende Großh. Regierungsrat Welcker begrüßte die Erschienenen und gab seiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck, worauf man zur Tagesordnung überging. Von der Landwirtschaftskammer ist für die Zuchtvereine eine allgemeine neue Satzung entworfen worden. Der Vorsitzende trug sie unter eingehender Erläuterung der einzelnen Paragraphen vor und die Satzung kam mit einigen Abänderungen vollständig zur Annahme. Bezüglich der Aufbringung der Vereinsmittel wurde beschlossen, ein Eintrittsgeld nicht zu erheben, den Mitgliedcrbcitrag für Gemeinden auf 5 Mk. jährlich festzusetzen und im übrigen die seitherigen Beiträge bestehen zu lassen. — In das Herdbuch hatten 118 neue Vichbesitzer Tiere cintragen lassen. Mit einstimmigem Beschluß wurden diese Viehbesitzer als Milglieder deS Vereins ausgenommen. — Die vorliegende Rechnung wurde, nachdem sie in der Versammlung zirkuliert hatte, von dem Rechner vorgetragen. Die Einnahme beträgt Mk. 392.72 und die Ausgabe Mk. 243.42. Außer dem verbleibenden baren Kassenbestand von Mk. 149.30 weist die Rechnung ein Kapitalvermögen von Mk. 482.49 auf. Die Versammlung genehmigte ohne Beanstandung die Rechnung und erteilte dem Rechner Schupp Entlastung. Sodann wurde aus der Mitte der Versammlung die Versicherung des auf Weiden der Landwirtschaftskammer gebrachten VieheS besprochen. ES habe sich herauSgestellt, daß sie in der seitherigen Weise ungenügend sei. Man solle daher darauf Hinwirten, daß nicht allein bei Tod und Abschlachtung von Tieren, sondern bei allen auf der Weide auftrctendeu Fehlern Entschädigung gewährt werde und zwar solle sich die Entschädigung nicht auf den Schlachtwert, sondern aus den verminderten Zuchtwert beziehen. Es wurde beschlossen, bei der Landwirtschaftskammer das Erforderliche zu beantragen. Hiermit war die Tagesordnung erschöpft und die Versammlung wurde durch den Vorsitzenden geschlossen. 4- düngen, 7. Dez. Gestern abend tieranftaltete der Gesangverein „Liederkranz" als erstes Wintervergnügen eine thca- 1r arische A b c ndu nt c r h a l t n n g, die in jeder Bczichrmg als recht gut verlaufen betrachtet werden kann. Die zwci zur Aufführung gebrachten Einakter sowie verschiedene Duette und Couplets wurden mit großem Beifall ausgenommen, ebenso die vorgetragenen Chöre. Besonders ein Herr ans Frankfurt Ij'.elt durch seine Vorträge die Lachmuskeln der Anwesenden in steter Tätigkeit. Tanz und humoristische Vorträge bildeten den Schluß der Veranstaltung, auf die der Verein mit Befriedigung zucück- blicken kann. Lüdin gen, 7. Dez. Zum Bürgermeister wurde am Samstag der seitherige Beigeordnete Friede. Fendt mit 446 Stimmen gewählt. Von etwa 680 Wahlberechtigten hatten 456 von ihrem Stimmrecht Gebrauch ge- nracht. Am Wahltag fand ein gemütlicher Abend im Stern statt. Gestern abend brachte der Gesangverein „Sängerlust" dem Neugewählten ein Ständchen. Düdelsheim, 7. Dez. Zu dem hier von dem Landwirt H. Ranz begangenen Mord und Selbstmord ist noch zu melden: Ranz hatte sich stark dem Trunk ergeben und war deshalb auf die Trinkerliste gesetzt worden, auch waren behördliche Ermittelungen- darüber im Gange. Ranz hörte davon, auch daß man ihn in eine Anstalt verbringen wolle. Der Mann nahm sich dies so zu Herzen, daß er zur Waffe griff uad seine Frau im Beisein seiner 9- und 11- jährigen Kinder in der Stube erschoß, dann auf den Heuboden ging und sich erhängte. Der eine der Knaben ist infolge der Vorkommnisse schwer erkrankt. Die Leiche der Frau wurde nach Dorf-Güll, ihrer Heimat, überführt. le. Bad-Nauheim, 7. Dez. Am 1. Mcu 1909 wird der Aussicht sturm auf dem staatlichen Wasserbehälter auf dem »Goldsteins der soiveit fertiggestellt ist, ^ingeweiht. Friedberg, 7. Dez. Gestern wurde hier für den Wahlkreis Frie dberg-Büdin gen ein Wahlkreisoerein der freisinnigen Partei mit Bad Nauheim als Vorort gegründet. □ Friedberg, 7. Dez. Nur sechs Arbeitslose sind in unse.er Stadt festgestellt worden. Die Stadt i|l bereit, eine höhere Zahl Arbeitsloser zu beschäftigen, da im Straßenbau, Herrichtung von Spazierwegen, Grabenarbeiten im Feld usw. genügend Arbeit vorhanden ist. s. Darmstadt, 7. Dez. Beim Rangieren auf dem Bahnhof Kranichstein wurde der Rangierer Georg Peter aus Seeheim durch den Anprall eines Wagens so schwer getroffen, daß er auf dem Wege nach dem Spital in Darmstadt starb. Das Amtsgericht II. nahm Augenschein an £rt und Stelle. P. ist verheiratet und hinterläßt Frau und Kinder unversorgt zurück. [] Marburg, 7. Dez. Der Verka uf d eS Gemeinde- ^ b st e L brachte den Gemeindekassen in diesem Jahre die gewiß beachtenswerte Summe von 16 531 Mk. ein gegen 8992,05 Mk. un Vorjahre. Auf die Stadt Marburg entfallen davon 1474,70 (937,20) Mk. und auf die Landgemeinden einschl. der Stadt Wetter 15 056,45 (8054,85) Mk. Das meiste Geld mit ihrem Gemeindeobst verdiente die Nachbargemeinde Bauerbacb, die 1570,75 Mk. einnabm. X H anau, 7. Dez. Stadtverordnetenvorsteher Kommerzienrat Cant Hal, Beige-rdneter Bode und Magistratsrni.gned Boehm blickten heule auf eine ununterbrochene 25jährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Stadtverwaltung zuruck. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus übe.brachte den Jubilaren die herzlichsten Glückwünsche namens der Stadt. Eine tie.ne Fcür der Mitglieder unserer städtischen Körperschaften wird später stattfinden. Frankfurt a. M., 7. Dez. Im Anschluß an den hier tagenden 6. deutschen Luftschiffertag unternahm der bekannte Aeronaut Hauptmann von Abercron -Düsseldorf in Begleitung von Freiherrn von Pohl-Berlin heute vormittag 9 Uhr einen Aufstieg mit dem kleinen Ballon Düsseldorf 2. Die Füllung mit Wasserstoff erfolgte im Griesheimer Werk Elektron, das demnächst einen Gasometer für solche Wasserstoff-Füllungen erbauen wird. Für nächstes Jahr liegen schon sehr viele Anmeldungen vor. Der Ballon, an dessen Gondel 14 Sack Ballast befestigt waren, stieg rasch empor und trieb alsbald in nördlicher Richtung, trotz des Nebels noch lange sichtbar. Der Ballon landete am Nachmittag in N o r d h a u s e n l Th. Schwurgericht. th. Gießen, 8. Dez. Gestern verhandelte das Schwurgericht den einzigen in der diesmaligen Tagung anstehenden Fall gegen den mehrfach vorbestraften 51 Jahre alten Tagelöhner Georg Schmidt von E i ch e n r o d wegen Brandstiftung. Der Gerichtshof war gebildet aus dem Landgerichlsrat Dr. Friedrich als Vorsitzenden, sowie den Landgerichts raten Dr. Brühl und Wiener als Beisitzern. Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Lang, als Verteidiger ist Rechtsanwalt Römheld anwesend. Der Angeklagte ist wegen wiederholten Bettelns mit Arbeitshaus, mehr als ein Dutzend Mal wegen Eigentumsvergehens und luegen Sachbeschädigung vorbestraft. Er ist geständig am 18. Ott. ds. Js. in der Gemarkung Bönstadt vorsätzlich einen 200 _Ztr. fassenden Strohhaufen in Brand gesetzt zu haben, so datz er vollständig niederbrannte. Schmidt gibt an, daß er am Tage der Tat in Buchenbrücken aus Ärbett gekommen und nach Assen- heim gegangen äst, um dort vom Rechner der Jnvalidenkasse stine Karte in Empfang zu nehmen. Von da sei er nach Bönstadt gekommen, wo Kirmes war. Er habe Karussel gefahren, in Assenheim und Bönstadt verschiedene Schnäpse getrunken. Gegen 5 Uhr am Nachmittag habe er den Ort verlassen, um nach Altenstadt zu wandern, wo er die Nacht über bleiben wollte. Unmittelbar am Ausgange von Bönstadt sei ihm ein junger Mensch begegnet, der ihn kräftig angerempelt und zu ^Loden g03rorfen habe. Da habe er sich nach einem unweit der Straße, befirchlichen Haufen Stroh begeben, und barin sein Quartier aufgeschllagen. Als er erwachte, sei es dunkel gervesen, er könne aber nur kurze Zeit geschlafen haben. Er will sich eine Zigarre angebrannt und dann int Bogen das brennende Zündholz in Den Strohhaufen geschleudert haben, der intJJZu hell aufgelodert sei, worauf sich der Brandstifter aus dem Staube machte. Die Bcwcisaufiiahme gestaltete sich sehr einfach Gastwirt Schmidt von Bönstadt, der Eigentümer des verbrannten Strohs, hat, da es nicht versichert war, einen Schaden von etwa 260 M. gehabt, er erkennt den Altgeklagten als deil Menschen wieder, der etwa Vj Stunde vor Ausbruch des Feuers bei ihm in der Wirtschaft war und für 5 Psg. Schnaps getrunken hat. Er ist der Ansicht, daß Schmidt im nüchternen Zustand war, als er bei ihm ein- kehrte. Ter Zeuge Hal seines Wissens mit dem Angeklagten nie etwas zu tun gehabt. Sch. könnte auch nickt wissen, daß Der durch ihn in Brand gesetzte Strohhaufen des Zeugen Eigentum >var. Auch die anderen 5 Zeugen aus Bönstadt fonncn nicht sagen, ob Schmidt ain Tage der Tat betrunken war, sie haben ilM nichts angemerkt. Eine Frau, deren Haus er durch die Hintere Pforte betreten hat, hat ihm am Kragen gepackt und grade nickst sanft gezeigt, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat. An die Geschworenen wird die Schuldftage auf Brandstiftung und die Ach en frage nach mildernden Umständet gestellt. Oberstaatsanwalt Lang p'laidierte auf schuldig im Sinne der Anklage. Er bemerkt, daß er auf die Vorstrafen des Angeklagten wenig Gewickst lege mit Ausnahme der Sachbcfchädigultg. Dieser Fall tue dar, welches Motiv bat Angeklagten bewegt habe, als er das Stroh in Brand setzte. Es sei zwar nicht a- wiesen, daß Schmidt von einem jungen Mann auf der Straße vor Bönstadt angeraitpelt und niedergeworfen sei, aber man könne ihm dies ruhig glauben. Dadurch sei ec in Zorn geraten und habe nun nicht etwa dem einzelnen Besitzer, fonberitjier ganzen Gemeinde, in deren Feldmark noch eine Anzahl Strohhaufen vorhanden war, in Schrecken versetzen wollen. Darum habe er den ersten besten Hausen Stroh in Brand gesetzt. Ob man dem vielfach vorbestraften und wie Die Tat beweise gemeingefährlichen Menschen miloernde Umstände beroiiligen könne, wolle er als Ankläger nicht bejahen, dies abzuwägen sei Sache Der Geschivorenen. Der Verteidiger Rechtsanwalt Röm Held erklärte, er gehe in allen Punkten mit dem Oberstaatsanwalt einig in der tatsächlichen Beurteilung des Z-alles. Doch halte er es für feine Pflicht, darauf hinzuweisen, daß der Angeklagte von Anfang an geständig war und man ohne fein Geständnis ihm die Schuld nicht l, itarlagers beiVerdun. Der Schaden beträgt nach einer vorläufigen Schätzung 100 000 Francs. In S t. Gaudens (Sudfrantreia» wurde eine 20jährige Spanierin verhaftet, die ihrem neugeborenen Kinde den Kops vom Rumpfe getrennt und Die -erst ü m m e l l e Leiche den Schweinen vorgeworfen hatte. In Campan (Dep. Hautes-Pyrenees) wurde in Gegenwart eines Vertreters Der französischen Regierung Der neue Pyrenäentunnel feierlich eingeweiht. Die Erdstöße tu Portugal haben in Billa Franca zu Häusereinstürzen geführt, bei dpnen 14 Menschen ums Leben kamen. In AI ca n ta r a fanden durch Ei n stur- eines Regienutgsgebaudes sechs Aienschen Den Tod. Die Cholera nimmt in Petersburg wieder &u. In der vergangenen Woche sind täglich Über 20 Erttankungetk vorgelommen. Ter Krankenbestand umfaßt 243 Personen. In Dem sechs Meilen nordöstlich von Kalkutta bei Dumdum gelegenen Äluntrionslager ereignete sich eine heilige Explosion. 11 Soldaten wurden gelötet und 2 6 s ch w e r verletzt — Kleine Chronik aus Kun ft und Wissenschaft. Der ordentliche Pro'essor Der Medizin Geheimrat Georg von Rindfleich zu Würzburg ist im Alter von 78 Jahren g e ft o r b e n. — Eon Wagner, Die jüngste Tochter Richard Wagners, hat sich mit Houston Steivard Chamberlain, dem bekciunlen Wagner-Biographen und Verfasser der Schvlft: „Tie Grundlagen des 19. Jahrhuickerts", verlobt. Höchste Schlachtviehprene m Frankl u r t a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 79-81 Alk. E, Kg.Schlachtgcw. 90—92 Pi. „__70-71 , 7, Kg. 78-86 Pfg. 7, , 76—80 , 7, „ 80-90 , Getreidepreise in 9)i a n n () e i m Brotpreise in Gießen Welzen 100 Hg. 21.75-22.0b Mk. Roggen 100 Kg. 17.00—17.25 Alk. Weißbrot 2 Kg. 62 Plg. Schivarzbrot 2 Kg. 58 Plg. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesjeu am Mittwoch Den 9. Dezember: Meist trüb. Geringer Regen. Mild. Westliche Winde. GrigrnaL-Drahtmeldungen. Paris, 8. Dez. Ter Matin erfährt, daß der 'Dioxine* Minister zur Zeit mit der Aufstellung eines Programms beschäftigt ist, das die vollständige Nen b esch as su ng Der französischen Kriegsflotte betrifft. Der Gesetzcnttvurf, der vom Minister ausgearbeitet wird, betrifft Neubauten, die dahin zielen, die französische Flotte auf einen solchen Stand von 22 oder 28 toDer 38 Panzerschiffen für 1919 oder 1920 zu, erhöhen. Für 22 Panzerschiffe find die Ausgaben auf 317 bis 375 Millionen veranschlagt: für 28 Panzerschiffe auf 356 bis 389 Millionen und für 38 Panzerschiffe auf 422 bis 465 Millionen jährlichen Mehrbedarfs. Hierdurch würde das Marine-Budget eine um» f a n g r e i d) c Vermehrung erfahren. Paris, 8. Dez. Jir denWanDelgäiigen der Kammer lourbe Die Maßregelung Des Admirals G er mine t in Den schärfsttn Worten verurteilt. Tie Maßnahme der Regierung lvird als übertriebene Strenge aufgefaßt. Paris, 8. Dez. Der Platin meldet aus Konstantinopel, Der österreichische Botschafter habe aus Saloniki nnb Smyrna alarmierende Nachrichten über die Bohkottbewc- gung erhal e.:. Der Vorschlag des Bofichafters, die Lastträger Dieser Häsen durch ft.ie Arbeiter z^r ersetzen, wurde vom Lloyd abgelehnt, da man in Diesem Falle ernste Jlanflittc befürchtet. MM ta Versammlung Areitag, den 11. Dezember 1908, nachmittags 4 Uhr im Lcnzschen Felsenkeller. Tages-Ordnung: 1. DaS preußische Feldbereinigungsoerfahren im Vergleich zum Hessischen. Referent: I. K e is er - Gießen. 2. Soll die Vermögenseinschätzung die Grundlage bilden für die Gemeindeumlagen? Referent: Bürgermeister und Landtagsabgeordneter L e u n--Großen-Linden. Mitglieder und Interessenten werden zu zahlreichem Besuche freundlichst eingeladen. 6999 Der Vorstand. und Nichte Marie Versteigerung Passende Weihnachtsgeschenke Stand Stand mu Versandhaus 8. Mer aus Loö 1 Butzbach - Licher - Eisenbahn 1908 70 Pf Watzenborn, 8. Dezember 1908. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 3 Uhr statt. Bahnverwaltung Alpers. V/eihnachts-Pßslkarlcn Neujahrs-, Gratulations- u. Witzkarten Ansichtskarten Briefpapiere an Wiederverkäufer zu Engrospreisen. etui; verloren Sonderzug II Lich ab l10, H I Butzbach ab „ IV Lich ab 4", Näheres auf den Stationen. Markt-Anzeige Achtung Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mitteilung. _ -Y- .... il ..mCmva i t. n i a l't n n I i p M» Q- /4s mel t Pi* f o I Fi n <■ StrickWOllSg schwarz und alle Farben, Pfund Mk. 3.75, 2.90, 2.40, Tas neue Bartpslegemittcl Sirawwelin fließt dem Barte jede Form ohne zu lieben, ohne Breuueiien und ohne Bartbinde, hergestellt v. E. T. Wnndcrlich, Hoilief., Nürnberg, zu 1 Ml. u. 2 Ml. v. 8-L bei W. Kilbiugcr, Drogerie, Giegen. Kleine Aenderltugen im Lestgehalt Vorbehalten. 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Verwandten, Freunden und Belannten hiermit die traurige Nachricht, dag mein lieber Mann, unser flutet Bater, Schwiegervater, Groboater und Urgroßvater Herr Hrch. Wagner HL, Wirt Sonntag Abend 11 Uhr im Alter von 69 Jahren saust ent- schlasen ist. Die trauernden Hinterbliebenen Burkhardsfelden, den 7. Dezember HUb. Die Beerdigung findet Mittwoch, 9. Dezember, nachm. 2 Uhr statt. 6992 Agl. Göerförstcrer Itoßsetg Post Drcihauscn. er auf von iotten sLaiihslz u. Stangen.) dem Oberwald Distr^W. durch schriftliches Meistgebot. Ulasse 1 — 2,60 ucitmeter. „ II = 3,10 „ IH = 22,47 „ IV = 41,94 „ IV = 41M 53 Stangen 1 Kl. ______... 1 Taschentuch, gez.: Margaretha, 1 gold. Dorfteck- nadel, 1 Taschenuhr mit Kette un£> 1 gvld. Damenuhr. Die Empfangsberechtigten der ge,undenen Gegenstände be- Mittwoch ben 9. Dezember (7000 zz Metze-isuppe zz Vormittags Wellfleisch mit Kraut wozu freund!, einladct_______Hch. ElgeS. Große Auswahl iu Flach-Tiefbrand, Flach - Ke bschnitt, Tmfia, Xylo-Batlk, Lammt rc. 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