Erstes Blatt Dienstag 11. Februar 1908 EH STCE — DaS Fremdwort und die Schule. Wir lesen der Zeitschrift des Allg. Deutschen, Sprachvereins": Die glatt, elegant, I in 158. Jahrgang nut 'OÜnbcbienftetev, mi! Monate alt, gfe c alt, Arandgch f. i? Jahre alt, Ax-. Inlngc 27. 7.W pperl'ng ein Loh a HHiicii'ocrger eint »Helm hiigard, K ). em Cohn, Nnlrü eine Tochter, Clhlie, Allein eine. Toch!« elegrapheiiaisiilkiitv cm Lchweinenieoiii Postboten Aalthaiei "m Äureaugehilik uiimaim Karl hm »an» Philipp $|j mdrass eine Tochltt, KoUrs^ehs SagesßetzKrL, Ein russifch.türkisryer Krieg? Die durch die österreichisch-russische Eifersucht hervor- gerufenen Komplikationen in der Balkanfraqe rr r. _____ _____ ______ ' ° ricnlelVcrichlüßt nciner EinsiihW? viermal wöchentlich eicßcncrCfiinilienblätter; zweimal ivöcbcntl.KteiS: blattsürdenAr-isGiehen (DieirStag und Freitag); zweimal rnonntl. Land- lvittschafttiche Seitfiagen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. potheke. B «V, rf. erregen einer „Standard"-Meldung zufolge in Rom von neuem lebhafte Beunruhigung. Die Abreise des Wiener Botschafters Fürsten Urussow nach Petersburg wird als Beginn des Ausbruchs einer Situation angesehen, die man von offiziöser Seite lange zu verheimlichen suchte. Man beschuldigt Rußland der erneuten Absicht, Konstantinopel einzustecken, während anderseits Oesterreich von Rußland verdächtigt wird, sich mit Hilfe seines Eisenbahnprojekts in den Besitz von Saloniki zu setzen. Man glaubt allgemein, daß ein Krieg zwischen Rußland und der Türkei zu erwarten sei. 100 000 Mann der besten türkischen Truppen würden schon in Macedonien in Bereitschaft gehalten. Ruß land wirftderPforte vor, daß sie, durch deutschen Einfluß bestimmt, Oesterreich b e g ü n st i g e. ¥ Eine Erinnerung an die Drcysu?-Affare. In der gestrigen Sitzung der französischen Kammer gelangte ein als dringlich bezeichneter Antrag auf Wiede r e i n st e l l u n g I o s e f R e i n a ch s als Offizier in die Territorialarmee zur Besprechung. Lasies (Antisemit) stellte hiergegen den Antrag, alle Militärpersonen, die wegen Meinungsäußerungen außerhalb des Dienstes bestraft wurden, zu rehabilitieren. Der Kriegsminister erinnerte daran, daß Reinach bestraft wurde, weil er die Machenschaften Esterhazys aufdeckte. Er ersuchte die Kammer, Gerechtigkeit walten zu lassen und Reinach zu rehabilitieren. Schließlich wurde der Antrag Lasies mit 273 gegen 257 Stimmen zurückgestellt. Nachdem die Rechte dafür eingetreten war, wurde der Antrag, Reinach durch Wiedereinstellung in seinen Dienstgrad zu rehabilitieren und die Sache an die Militärrommission zu überweisen, eingebracht. Von der Kammer wurde mit 256 gegen 255 Stimmen in diesem Sinne beschlossen. len 9. Februar s bis 12 Uhr nachts . . ID5., Wilhelmstr. 2, - Vsnt^es NeSstz. Berlin, 11. Febr. Zur Beseitig ung deSSteuer- Privilegs der Staatsbeamten melden die 92. 92., daß der nunmehr fertig gestellte Gesetzentwurf als ein Teil der kvmmen- d.n Beamtenbesoldungs-Vvrlagc gedacht ist. Ter Entwurf wird daher gleichzeitig mit dieser Vorlage dem Landtage zugehcn, sodaß die Aufhebung des Steuer-Privilegs bereits cm nächsten Etatsjahr in Geltung tritt. Da in allen Beamten- und Besoldungssragen Preußen stets in Ueüer- einstimmung mit dem Reicks Vvrgcht, so ist anzunehmen, daß auch mit dem Reichsbeamten-B^soldungsgeseß ein gleichartiger Entwurf für Reichsbeamte dem Reichstage zugehen wird. Bezugspreis: mona t lich 75 Pf., viertel- jährlich Alk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—Vierteljahr!. auSschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Psi auswärts 20 Pfennig, Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und „Vermischtes" P. Wittko; für „Stadt u. Land" und „Gerichts- 7 saal": E. Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. zeichnet keine Charaktere, von einem Geldmanne plebejischer Her- runft wird erzählt, der eine Marquistochter liebt und zur Ehe sich erkauft. Anne Marie betrügt den verachteten Gatten. Jacques Blaicchara aber greift nicht zur Pistole, er kämpft nicht mit ungewohnten Waffen. Dort unterliegend, ivo zu siegen allein ihm wert dünkt, am Weibe seiner Liebe, reißt er, ein Börsen- simson, mit einem Verziveifelten Buch den stolzen Bau seiner Spekulationssiege in Trümmer, um den Todfeind, den Räuber seiner Glückshoffnungen, zu vernichten. Mit dem Betrogenen zusammen bricht der Liebesabenteurer nieder. Anne Marie aber, die Irrende, die haßerfüllt an seiner Seite dahingeleüt, ist von der wilden Leidenschaft dieses Opfers „gerührt"; dem verachteten Parvenü, dem brutalen Geldmenschen, bietet sie, in dem Augenblick, da er seine ganze Macht seiner Leidenschaft zum Rache- opser gebracht, da er ruiniert und von allen geächtet vor ihr steht, in edler Aufwallung zum ersten Male die Hand der treuen Gefährtin. Es ist der letzte Akt, der, gallischer Tradition getreu, diese sentimentale Wendung sucht und erzwingt. Er ist zugleich der einzige Mißklang, der die kalte, technische Harmonie dieser wirkungsgewisscn Bühnenrechnung stört. So lange man sich an den schwarzen Umrissen der Handlung begnügt, so lange man nur dem gelassen spielerischen Formeninstinkt des Bühnen- technikers mit leisem Behagen folgt, wird auch dieser neue Bernstein sich verteidigen lassen. Sucht dek Blick seelische Tiefen, löst er die Gestalten des Werkes aus dem Gefüge von wirksamen Szenen, um den Faden eines inneren Geschehens zu erhaschen, so zerflattern jäh ihre menschlichen Umrisse; arithmetische Faktoren einer Theaterrechnung stehen wesenlos, nackt und kahl im Raum uni> aus all den leidenschaftsreichen Worten weht der erkältende Hauch blutferner Verstandesarbeit. Die Berliner Simsonaufführung bot den Reichshauptstädtern zugleich Gelegenheit, Ferdinand Bonn nach seinem Direktionsintermezzo bitteren Angedenkens zum ersten Male wieder als Schauspieler zu begrüßen. Sein gewandtes Spiel, mit dem effektlüsternen Sttl des Werkes in lückenlosem Einklang, entzückt durch seine teck)- nische Glätte, verstimmt durch sein kulissenfreudiges Anreißertum; allein ein beifallsicheres Publikum empfing den Vielgeprüften mit froh lärmenden Applaus. H. W. te* Haller dahier, i "^'Fld'vebe, m ^‘‘Uienwccbtr Wtenber, lL ndenplatz Rr. 1 unttnil Sohlen uti M ergstr. lärtirich. X1 lie Vorsteherin.^ 5215 not beglM Zeugnisse beiaya genden Erstig >robt gegen he. Pakets iaijcr'öLruE if, Leides ner, PM-.M -ubwifi SleiA 17u.»S Utoritr-fo; ÄK tiM 1?- SlorfipL Htarlivlaö71- & Mmmcl ‘i; -■ KM AusLrrnS. Paris, 10. Febr. In e.ner Versammlung franz 8- sischer Kaufleute, wo der ehernalige Generalresident von Tunis, Diene Millot, den Vorsitz führte, wurde die Bildung einer französisch-deutschen Handelsorganisation beschlossen mit ixr ausdrücklichen Bedingung, sich nichtmit Politik zu befassen und lediglich füv.die Verbesserung konrmcr- zieller Beziehungen beider Länder zu arbeiten. Baku, 10. Febr. Als gestern um Mitternacht der neuer- itamite Poltzeimeist. Buschen das Theater verließ, wurde eine Bombe geworfen. Buschen wurde leicht verwmidct. Ter Täter, ein Gymnasiast aus Tiflis, wurde von der Begleitmannschaft niedergeschossen. Teheran, 11. Febr. Ter für den Geburtstag des deutschen Kaisers zugesagte Zuschuß ver persischen Rea ierung zu den Unterhaltungskosten der hiesigen deutschen Schule iji nach längerer Verzögerung endlich durch den Schah bewilligt worben. Rach dem Erlaß des Schah zahlt die persische Regierung jährlich 50 000 Alk. auf die Tauer von25Jahren. „Kathol. Schulztg." für 92orddeutschland erzählt eine hübsche Geschichte davon, was für Unheil die Fremdwörter anrichten können. In einer höl)eren Schule wurden vor kurzem die Schüler durch Augenärzte untersucht. Darauf gab der Direktor einem Schüler folgenden Brief an seinen Vater mit: „Werter Herr! Die heute angestellte Untersuchung hat ergeben, daß Ihr Fritz stark zur Myopie neigt. Sie müssen etwas in der Sache tun." — Am nächsten Morgen brachte Fritz dein Direktor folgenden Antwortbrief des Vaters: „Werter Herr Direktor! Besten Dank für Ihre Nachricht. Ich habe meinem Sohne eine gehörige Tracht Prügel zuteil werden lassen, und ich hosse, er wird es nicht wieder tun. Sollte er dennoch sich wieder etwas zuschulden Eonnncn lassen, so bitte ich um gütige Mitteilung." Der.Direktor wird hoffentlich nie mehr „Myopie" statt „Kurzsichtigkeit" schreiben. — Kleine© hronik aus Kun st uirdWissenschaft. Wie der „B. B.-C." hört, hat der Kronprinz bei einigen Professoren der Abteilung iür Maschinenbau und Technik der Hochschule in C h a r l 0 t t e n b u r g eine Reihe von Vorträgen belegt. Es ist das erste Mal, daß ein Hohenzollcr an der Hochschule hört. Die Vorträge werden ftir ih>i allein gehalten. — Enrico Toselli, der Gatte der früheren Gräfin Monngnoso, der im Januar in Hamburg und Berlin Konzerte geben wollte, hieran aber angeblich durch Erkrankiing verhindert wlirde, hat einstweileii sein Tournee durch Teulschland aufgegeben. Er begiebt sich in diesen Tagen mit seiner Gattin nach Rußland, um dort in verschiedenen Sin Mgebiichcr dsntsch-sranMscher Zwischenfall hat dem französischen Sozialistenführer Faures Veranlassung gegeben, in der gestrigen Sitzung der französischen Kammer eine Interpellation einzubringen. Die gewünschte Aufklärung gab der französische Minister Pichon, indem er nachstehendes aus fick) r le: Der deutsche Vertreter habe ihm am 22. Jan. mündlich mitgeteilt, daß Abdul Asis die deutsche Regierung ersucht Hai, gegen das Vorgehen Frankreichs in Marokko einzuschreiten, und daß Mu- lay Hafid einen ähnlichen Schritt ebenfalls bei der deutschen Negierung unternommen habe. J'n seiner Antlvort aus diese beiden Ansuchen habe Deutschland zu erkennen gegeben, baß Frankreich erklärt habe, sich im Rahmen der Algeeiras - Akte zu halten. Wenn die beiden Sultane das Gegenteil feststellen könnten, stehe es ihnen zu, sich an die Signatarmächte der Algeciras- Akte zu wenden. Der Minister fügte hinzu, er habe diese courtoisievolle und herzliche Mitteilung der deutschen Negierung in der freundschaftlichen Weise, die sie-verdiente, ausgenommen. Der Schritt Mulay Hafids habe nicht überrascht, dagegen habe man sich über den von Abdul Asis mehr wundem müssen. Pichon bemerkte sodann, er habe in Rabat Auskunft einziehen lassen. Die Minister von Abdul Asis hätten erklärt, es sei unrichtig, daß um eine Intervention nachgesucht worden sei. Die deutsche und die französische Negiemng hätten die Quelle . des Zwischenfalles, dessen Bedeutung man übertrieben habe, aufgeklärt. Nicht zu dem deutschen Gesandten in Tanger, sondern zu einem Kaufmann, der mit den Funktionen des Konsuls beauftragt war, habe Ben Sliman die dann dem Gesandten gemeldeten Worte gesagt. Der Zwischenfall müsse als Beweis der Cour toi sie und der korrekten Haltung der deutschen Regierung anerkannt werden. Die marokkanische Frage werde zur Ehre Frankreichs gelöst werden. Er bitte die Kämmer, sich nicht zu beunruhigen aus Anlaß alltäglicher Vorkommnisse. (Lebhafter Beifall auf der Linken.) Andere Mächte hätten J-rankreich ein Beispiel von Takt gegeben. (Erneuter Beifall.) Pichon fuhr fort, Frankreich halte sich bei seinem Vorgehen innerhalb der von der Algeciras-Akte vorge- aciajueten Grenze. Der Minister forderte die Kammer auf, dieses des Landes würdige Vorgehen zu unterstützen. Gedenken wir achtungsvoll derjenigen, die für das Vaterland zu sterben wiisen! (Beifall. Lebhafte Erregung auf der äußersten Linken.) ... ?aurös, dem der Minister vorgeworfen hatte, daß er kürzlich nicht für die Tagesordnung gestimmt habe, in der die französische Armee in Marokko beglückwünscht wurde, beschuldigte darauf den Minister, dieser lenke durch persönliche Angriffe von der eigentlichen Frage ab. Es habe einen wirklichen Zwischenfall mit Deutschland gegeben und er freue sich, daß dieser Zwischenfall keine größere Bedeutung gehabt habe. Pichon habe aber vor acht Tagen die Kammer getäusch t, als < CL\ erklärte, er wisse nichts von einem Jnterventions- ge,uche des Sultans Abdul Asis. (Beifall aus der äußersten Linken.) ' Pichon! erwiderte, er habe eine ihm von einer fremden Bot)chast gemachte geheime Mitteilung nicht öffentlich be- tanntgebeit können. Das würden seltsame diplomatische ; Sitten sein, die nur von Jaurös und seinen Freunden ae- : billigt werden könnten. (Beifall.) ; Der Zwischenfall in der Kummer war damit erledigt. 1 Städten Konzerte zu geben. — Tas Kal. Landgericht III zu Berlin bat eme einstweilige Veriügung erlassen, wonach dem Schriftsteller Robert S a n d e ck, sowie dessen Verleger Hermann Ehbock die Verbreitung des von S. verfaßten Romans „Dämon Berlin" mit der das Berliner Kaiser-Kaffee belreffenden Stelle unter Androhung einer Geldstrafe von 200 Mk. für jeden Fall der Zuwiderhandlung bis zur Hauplentscheidung des schwebenden Prozesses verboten wird. In diesem Roman hat S. von dem genannten Kaffeehause viel Schlimmes ohne stichhaltige Gründe getagt und die lilerar. Sachverständiaen siiid sich sämtlich darin einig, daß diese Schilderungen ästhetisch sich nur gering bewerten lassen. — Beim Wettbewerb um ein Museum 1 n Wiesbaden haben unter 87 eingegangeiten Entwürien die Slullgarter Architellen Hununel und Förstner den 1. Preis mit 3000 Mk. errungen. Zwei 2. Preise mit je 2000 Mk. wurden Schreüerer und Below zu Köln, sowie Adolf Philippi zuerkannt. Zwei 3. Preise mit je 1500 Mk. erhielten Delisle und Jtigwerjeti-München und Wertz und Huber- Wirsbaden. Nr.3tz f Ter Etetzerttr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: mit fazierender Sicherheit eine Geschehniskette zu einer for-> malen Einheit znsarnmensch'nieden. Bernstein ist auch im Sirnson seiner Sphäre treu geblieben, dem Salon, wo Geld- und 92a- mensariftokratie sich einen, trennen und Übervorteilen. Er Aus ttiso Luisro. G l e ße n, 11. Febr. 1908. ArrS dem städtischen BerwaltungSVerrchL für 1906. I. Der nunmehr vorliegende Verwaltungsbericht für das Rechnungsjahr 1906 gibt auf 185 Seiten einen erschöpfenden Be- ricyt über die Gemeirck)eangelegenheiten unserer Stadt, von denen das wichtigere auszugsweise mitgeteilt sei. Im Kalenderjahr 1906 wurden 1090 (1905: 965) Kinder geboren, von denen 357 (295) unehelich geboren wurdet:. Knaben waren es 538 und Mädchen 552. Von den größtenteils in der Frauenklinik geborenen unehelichett Kindcrii hatten 280 (239) Mütter von auswärts und 77 (56) solche von hier. Totgeboren wurden 22 (33) Kinder. Die Zahl der Sterbefälle einschließlich der Totgeborenen betrug 656 (637), loovon 327 (352) nrännlichen und 329 (285) weiblichen Geschlechts toaren. Der lleberschuß der Geburten über die Sterbejälle betrug 306 (264). Ehen wurden 228 (184) geschlossen. Die Stcrdtverordneten-Versammlung, die den Verlust des langjährigen verdienten Mitglieds Emil Schm all zu beklagen hatte, hatte am Schluß des Berichtsjahres 32 Mitglieder. Sie hielt 25 Sitzungen ab, in denen 828 Gegeu- frnfZt Krankenhaus-Konz orte. Der Verein für Kran- Titt» r..veranstaltet * seit kurzem in einigen Ber- nner. städtischen Krankenhäusern für die nicht beit- cineih9Cit- Kranken, um ihnen ihre dunkelen Stunden cJL . mg erträgliche», zu machen, Konzcrtaufführungen. Tie 9üee tu ganz gewiß anzuerkennen und verdient allenthalben, auch ^j.eß en er Kliniken, Nachahmung. Vielleicht L,„n stch hiesige Dilettanten den Direktionen der Kliniken vazu gelegentlick) zur Versügung. öus m, st*2 Bernsteins „S im so n". Man schreibt uns Sppfpns»! 1 n Bernstein ist Theatermathemaliker, nicht ?)O^bndeuter. Auch sein jüngstes Werk, der „Simson", der im kunap!, ,eine erste Aufsührung erfuhr, schöpft feilte Wir- , ^au^en gcheimnisdunklen Tiefen leilender, irren» Menschenseelen. Aber ein seltsam kühler Reiz I 9t diese Werke gallischer Bühnenkunst, die glatt, elegant,! — forischrittlichen Verein der Potsdamer Vorstadt kam es gestern abend zu Meinungsverschiedenheiten, die zwischen dem rechten und linken Flügel des Liberalismus bbn Fragen der Blockpolitik und des Landtagswahlrechts befiehen, unvermutet zum Ausdruck. Ten Anlaß dazu bot em Vvrtrag des Rcick-stagsabg. Dr. Mugdan ü6cr diese beiden Fragen.^ 9£ad) ihrem, Ausscheiden aus dem geschrftsführenden Ausjchuß ber freisinnigen Partei benutzten die Herren Vvli Ger- lach und Tu Barth diese erste Gelegenheit, sich mit der Taktik der fieisinnigen Fratcions-Gemeiuschllst in Sachen des Landtags- Wahlrecksts ^useuiander^usctzen. 9tach Schluß der lebhaften Tis- kuffion wurde eine Resolution angenommen, in der die Ueber- t r a g u n g d e s R e i ch s tags-WaylrechtesaüfPreußen ohne Rücksicht auf die Blockpolitik verlangt Ivrrd. — Im Abgevrdnetenhause ist ein Antrag eingebracht worden, das Haus wolle beschließen, die Staatsregierung zu ersuchen, die Lehrpläne der Volksschulen und höheren Lehranstalten in organische Verbindung zu bringen und die bei den städtischen höheren Lehranstalten noch bestehenden Mrschulen allmählich auszuheben. — Blättermeldungen zufolge muß der Reichskanzler, der leit einigen Tagen an einer leichten Influenza erkrankt ist, :wch immer das Bett hüten. Indefseu hat sich sein Befinden soweit gebessert, daß man seiner baldigen Wiedcwgenesung cnt> gegenfehen kann. , Essen, 11. Febr. Auf dem westfälischen Parteitage der Zentrnmspattei erklärte der Abg. Herold in einem Referat über die politische Lage, das Zentrum werdeentschieden dagegen protestieren, daßdasDefizitderNeichs- f i n a n z e n lu.txxr durch neue Anleihen gedectt werde. Für die Ausgaben mün'e eine Einnahine-Quelle zur Deckung gefunden werden. Ml*1 dSker. Atleßnes LerrMetosL. -*.,7" ®®vmftabt wird uns vom 9. Febr. geschrieben: - as Y 0 f t y e a t e r hat beute bie neue Oper von Paul Bittner l e rote © r e b" in einer glänzenden Darstellung und deko- raUven Pracht zur ersten Ausführung gebracht. Die Auinahme war un ersten Akt kühl, im zweiten Atl beiiällig und flaute im outlcn Akt wieder erheblich ab. Die Musik ist eigentlich ein Mixtum compositum von der alten italienischen Oper bis zur neuesten Zeit. Tie Instrumentierung ist sehr glücklich durchgeiührt, doch wirken die Ucbergänge vom pianissimo bis zum forte störend. Ter Komponist stellt an die Solisten feine besonders großen Ansorder- ungeii. so daß die stimmlichen Mittel mit Ausnahme der Partie oer „©reb" überhaupt weniger zur Scltung kommen. Mehrere frisch aus bem allösterreichischen Volksleben yerarisgegrisfene mrd auch in dieser Mundart gehaltene Volköszenen belebten den Gang oer Handlung. Alan darf den weiteren Keulungen des Komponislen nad) diesem seinem Ersilingswerk mit Interesse enlgegensehen. — JJian schreibt un§ ferner aus Darmstadt: Konzerlmelsler Have- m an n, em noch jugendlicher Künstler, der seit einigen Tagen am mcligcn Hoitheater engagiert ist und schon verschiedentlich günstige Umgageinentö nach außerhalb hätte abschließen können, beteiliaie stch dieser Tage an einem Konzert in Z ü r i ch. Nun hat der ^!"ü!ler cmen vorteilhaften Riis erhalten uni) schweben über die näheren Bebingungeii z. Z. Verhandlungen. Havemann hat auch die nonzeilleiliing der gesaniten niusikalischen Veranstaltung wäyrend oer diesjährigen Landesausstellung auf der Künsllerkolonie über- nonunen und hierzu schon eine Anzahl tüchtiger Hilfskräfte gewonnen. Hecr rrnd FLorre. — Tas „Militärwvchenblatt" meldet: v. S t u n z n c r, komm. General des 10. Armeekorps, wurde mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt. 5derzog E r n ft v 0 n S a ch s e n - A l t e n- burg tvnrde aus Anlaß seines Regierungsantritts zum Generalmajor befördert; er Wird als Che?' d^s 8. thüringischen Jn- fantene-Regiments Nr. 153, ä la suite des 1. Garde-Regiments ru Fuß und auch ferner ä la snite des 1. Seebataillons in ben Listen geführt, v. Löwenfeld, Generalleutnant und Ge- neralaLjutant des Kaisers, wurde unt.w Belassung in Dem Verhältnis als Generaladjutant mit ber Führung des 10. Ar- ebeauftragt, v. Below, Generalmajor und Dberboftmeiftcr, wurde mit der Führung der 1. Gardedivision beauftragt. Freih. v. Willisen, Oberst und Kommandeur des 1. GardoregimentS zu Fuß, wurde unter Belassung in diesem ^-ienstverhälttiis zum Flügeladjutanten des Kaisers ernannt, b. Alten, Oberst und Kommandeur des 1. Garde-Manen-Rcgts., Würbe mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines Chefs des 9Nilctär-Reitinstituts beauftragt. tuna S f[emeu ' \ den fetteten. .W b?cQ9cnki! ’Nt in cr i’cri'in.n lc^n: °^iK^ M&s 5 ^meinj^i | ■ GietzenerAnzei ,„y General-Anzeiger für Gberhefsen bis oorrnfttags 10 Uhr^ Rotationsdruck und Verlag der Srühl'schen llniv.-Such- und Steindruüersi. R. Lange. Redoftion, Expedition und Druckerei; Schulftraze w ftänbc erledigt würden. Im vorhergehenden Jahr wurden in 24 Sitzungen 840 Gegenstände crlüngt. 2er für die städtischen Bediensteten und Arbeiter bestehende Arbeiterausschuß hielt 4 Sitzungen ab, den darin zu Tage getretenen Wünschen der städtischen Arbeiter wurac die Stadtverordnetenversammliurg nach Möglichkeit gerecht. Die Unterhaltung der von der Stadt gestellten Dienstkleidung der städtischen Arbeiter erforderte 2046.28 Mk. (1128.86 Mk.). Ruhe- gehaltc wurden für 8 Personen, Witwengeld für 10 Personen und Waisengeld für 5 Personen gewährt .tut Gesamtbeträge von 3338.82 (2729.22) Mk. Das Standesamt vollzog 1087 (962) Einträge in das Geburtsregister, 228 (184) in das Heiratsregister und 657 (640) in das Stcrberegister. Aufgebote gelangten 514 (436) zum Aushang. .... Die M i l i t ä r st a m m r o l l e umfaßte 449 _ (400) Militärpflichtige. Anträge auf Befreiung bezw. Zurückstellung wurden Einläufe hatte die Bürgermeisterei 16 556 (15 971), Anträge auf Erteilung der hessischen Staatsangehörigkeit wurden 8 (6) gestellt, Ortsbürgertmfnahmen fanden nicht statt. Sühneversuchc in Beleidigungssachen wurden in 11 < (175) Fällen beantragt, erfolgreich waren sic in 31 (33? Fällen. Anträge auf Erteilung der Erlaubnis zum Wirtichattsbctrieb oder zum Ausschank und Kleinhandel mit Branntwein lagen 61 (56) vor, wovon 36 (43) sich auf den Uebergang bc,tehender Wirtschaften usw. auf einen anderen Inhaber bezogen, ^.ie Bedürfnisfrage wurde in 51 Fällen bejaht und in 10 Zöllen verneint. An- und Abmeldung stcuerpslichtiger Gewerbe erfolgten 384 (?90) Der Mschluß der Rechnung der Stadtkasse ergab für die Betriebsrechnung 2 288 369.78 Mk. Einnahme und 2 03a 476.2-J ML Ausgabe, so daß ein Rest von 252 902.55 Mk. verblieb. Die Vermögensrechnung hatte 2 243 929.35 Mk. Einnahme und 1431434.79 Mk. Ausgabe. t r Der Gesamt-Vermögensstand der Stadt betrug 20983 633.40 M., nämlich: 1. Stadtkasse 223 777.48 Mk. Aktiv- kapitalien, 2 747 356.03 Mk. Vorlagen für die Kanalisation, 1065 397.11 Mk. Kassevorrat, 305 000 Mk. Wert der Mobilien, 3 472 251.07 Mk. Wert der Gebäude, 1862 603.30 Mk. W.-rt der verpachteten Feldgüter, 1020 362 Mk. Wert der Fcldguter in eigener Bewirtschaftung, 3 920 000 Mk. der Waldungen, 220 000 Mk. Wert der öffentlichen Plätze, 2.0 600 Mk. Wert der nutzbaren Rechte und 168 000 Mk. Wert des dem Theaterbauverein überlassenen Grundstücks; 2. Stadterweiterungsfonds, Wert der Grundstücke 2 024 852.41 Mk. und Kassevorrat 119 808.90 Mk.; 3. Armenkasse, Aktivkapitalien 254 484.84 Mk. und 229140.26 Mk ; 4. Gaswerk 1450 000 Mk.; 5. Wasserwerk 1 000 000 Mk. und 6. Elektrizitätswerk 880 000 Mk. Ter Schuldenstand der Stadt ist: Stadtkasse 9 469 705.34 Mk., Stadterweiterungssonds 1 770 771.43 Mk., Armenkasse (StistungLiapitalien) 45 683.65 Mk., Gaswerk 634 947.07 Mk., Wasserwerk 1473 785.76 Mk. und Elektrizitätswerk 837 530.03 Mr., zusammen 14 232 423.28 Mk. Es ergibt sich somit ein V e r m ö g c n s ü b c r s ch u s; von 6 751210.12 Mk. Außerdem stehen 129 174.41 Mk. Stistungskapitalien unter städtischer Verwaltung. * * In Audienz empfangen wurde von S. K. H. 'betn Groß Herzog am Samstag u. a. Oberlehrer Prof. Dr. Clemm von Gießen. * * Das Ergebnis der Viehzählung vom 2. Dez. 190 7. Das vorläufige Ergebnis der Viehzählung vom 2. Dezember 1907 stellt sich n. d. „Darmst. Ztq." für Hessen, verglichen mit den Ergebnissen früherer Jahre, folgendermaßen : Jahr Pserbe Rinbvieh Schafe Schweine Ziegen 1907 61696 331 384 64 905 384 593 132 260 1904 61 787 319 912 58158 338 839 126 488 1900 59 342 330 666 81 596 313 382 126 968 1892 52 439 321 641 91 277 246 913 115158 1883 47 546 290 105 101 663 162 9-0 93 »46 1873 44153 284 049 130 410 133 987 78 670 Die Zahl des Federviehs (Gänse, Enten und Hühner) betrug 1 596 008 gegen 1 380 667 im Jahre 1900. Bienenstöcke wurden 33190 gezählt. Die Zahl der Hausschlachtungen in der Zeit vom 1. Dezember 1906 bis 30. November 1907 erstreckte sich auf 1078 Stück Rindvieh, 548 Schafe, 141 819 Schweine und 19 921 Ziegen. Das Ergebnis für die einzelnen Altersklassen der Vieh- gatlungen muß erst auf Grund der Haushaltungslisten festgestellt werden und kann deshalb erst später veröffentlichi werden. * * Ordensverleihung. S. K. H. der Groß herzog haben dem Major Krause im 2. Oberrheinischen Infanterie- Regiment Nr. 99, seither im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * * Erledigt ist eine 2e h r e rst c l l e an der katholischen Schule zu Lampertheim. ^Sparkassen und Wvhnungsreform. Von den öffentlichen Sparkassen in Hessen haben bisher schon infolge Anregung durch den hefs ischen Zentral - herein für Errichtung billiger W oh nun gen in a r a t mehrere die gemeinnützige Wohnungsfürsorge für Minderbemittelte erheblich unterstützt. Dies ist geschehen von den Bezirkssparkassen in Erbach, Gießen, Heppenheim, Nidda, Schotten und der städtischen Sparkasse in Worms u. a. durch Gewährung von Darlehen zu einem Vorzugszinssuß. Tie Sparkasse in Erbach hat außerdem aus ihren Ueberschüssen zwei Baugenossen- schasten direkte Zuwendungen gemacht, während die in Nidda noch Geschäftsanteile der dortigen Baugenossenschaft und die Wormser städtische Sparkasse Aktien der Baugesellschaft daselbst übernommen hat. Die Vezirkssparkasse zu Höchst i. O. hat der Gemeinde König zur Erbauung von Wohnungen für Minderbemittelte Darlehen zum Zinsfuß von 33/4 Proz. — bei 1 Proz. Tilgung — gegeben. Die Be- zirkssparlajse in Mainz hat ebenfalls beschlossen, ihre besondere Aufmerksamkeit der Wohnungsfürsorge zuzuwenden. Anfangs dieses" Jahres hat sich der Zentralverein in einem Rundschreiben erneut an die Sparkassen in dieser Angelegenheit gewandt, unter lleberreichung eines eingehenoe Vorschläge enthaltenden Referats des Sparkassenrechners Arnold in Heppenheim. Die Sparkassen sind für den Wohnungsbau ein sehr wichtiger Faktor, da von der großen Summe von Hypothekendarlehen, die sie im Jahre gewähren, ein großer Teil (1906 z. B. rund öy2 Millionen) gnr Erbauung neuer Häuser Verwendung (Bidet. Ihre Alitwirkung bei der Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaues ist mithin von wesentlicher Bedeu'rung. ** Landwirtschaftliche Vorträge für Soldaten. Am Samstag abend von 5—6 Uhr sanden die ersten Vorträge, und Zwar zunächst in ben Garnisonen Darmstadt, Maiuz uiü) Worms statt. Wegen oec großen Zahl der srciwilligcu Teil Nehmer in Tarmstadt (1971 mußum y. .> Am.-iumgcn oeTldct toerben. In lur ersten Ab Lcmdesökonomicrat Müller übei btu ( >rauä ;oii L, Und Stcebit iur 2anbttriniil>u|töbctiu. . [lt ü l Abteilung (berittene Truppenteile) Landwirychaits luoc 3rci einiges über Bau und ErnälMng der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen vortrug. Wie die Tarmst. Ztg. .hört, folgten die Teilnehmer den gemeinverständlichen Ausführrmgen mit größter Aufmerksamkeit und sichtlichem Interesse. Tic nächsten Vorträge finden Samstag, 15. d. Mts., nachmittag,5 Uhr, statt. **2er Evang. Arbeiterverein hielt am letzten Sonntag im oberen Saale der Herberge zur Heimat seine Hauptversammlung ab. Ter Vorsitzende erstattete Bericht über das abgelaufene Bereiusjahr. Aus ihm ist zu ersehen, daß der Verein am Schluß des Jahres 366 Mitglieder zählte. Die Sterbekasse umfaßt 118 Mitglieder. Die Baugenossenschaft konnte im abgelaufenen Vereinsjahr keine Bautätigkeit entfalten, hofft aber in diesem Jahr die Zahl ihrer Häuser um einige vermehren zu können. Die Elisabeth-Kleinkinderschule, die vom Verein ins Leben gerufen wurde, war auch im letzten Jahre äußerst gut besucht. Nach Erstattung des Kassenberichts durch den "Rechner des Vereins wurde ihm Entlastung erteilt. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde der Vorstand beauftragt, die nötigen Vorarbeiten zur Gründung einer Jugendabteilung auszuführen. Der Antrag auf Erhöhung der Beiträge wurde auf ein Jahr zurückgestellt. Bei der vorgenommenen Vorstandswahl wurden die sämtlichen ausscheidenden Herren (mit Ausnahme des seitherigen Rechners Schufst, der eine Wiederwahl ablehnte) wiedergewählt; neugewählt lvurden die Herren Schmidt und Ausfeld. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde die äußerst anregend verlaufene Versammlung geschlossen. ** ließe L* Religion und Geistesleben sprach gestern abend in der freien landeskirchlichen Vereinigung vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft Pfarrer Lie. Fuchs von Ztüfselsheim. Der Redner erörterte in diesem seinem letzten hiesigen Vortrag die Beziehungen der Religion zur Wissenschaft, zur Kunst und zur Sittlichkeit und kam zu dem Schluß, daß Religion und Wissenschaft, Kunst und Sittlichkeit sich gegenseitig nicht ausschließen und, wenn sie in Gegensätze geraten, auf der einen Seite eine Entartung eingetreten sein muß. Insbesondere ist die Wissenschaft durchaus keine Feindin der Religion. Wenn es ihr gelingt, irgend eine religiöse Anschauung als falsch zu erweisen, so wird sie die Ursache, daß sich dahinter der religiöse Gedanke noch gewaltiger erhebt. Denn Religion ist eine Sache des Gefühls und läßt sich nicht beweisen, sondern nur innerlich erleben. Deshalb sollte auch die Religion der Wissenschaft keinerlei kleinliche Schranken auferlegen wollen. Dem anregenden gedankenreichen Vortrag folgte eine sehr lebhafte Diskussion, die sich teils zustimmend, teils gegensätzlich zu den Ausführungen des Zieferenten verhielt. Jedenfalls haben die Vorträge des Herrn Lie. Fuchs allen Zuhörern viele Anregung geboten und bedeuten für sie einen geistigen Gewinn. ** Gießener Konzertverein. Ein hochinteressantes Konzert verspricht das letzte dieses Winters, vom Gießener Konzertvcrein gegebene, zu werden. Wir machen schon heute unsere Leser darauf aufmerksam. Wie man uns mitteilt, werden zivei bisher unbekannte Tonwerke Richard Wagners, „Columbus" und „Rule Britannia", zur Aufführung gelangen, ferner P. T s ch a y k 0 w s t i s gewaltiges Klavierkonzert in B-mol) und Liszt's „Tasso". Als Pianist ist es gelungen Wilhelm Backhaus zu gewinnen, der außer dem Klavierkonzert noch vier Klavierstücke von Cyopin spielen wird, darunter die herrliche Polonaise in Asel ur. Backhaus ist uns kein Fremdling mehr und cs ist wohl zu erwarten, daß man in diesem Konzerte, das im Theater stattsindet, ein volles Haus sehen wird. Sehe sich daher jeder rechtzeitig vor. Das Konzert findet am 23. Februar statt. Die sehr erheblich verstärkte Kapelle des Frankfurter Zoolog. Gartens bildet das Orchester. X Beuern, 10. Febr. In unserem Dorf hat am vorigen Donnerstag abend der Tod ein Opfer gefordert und in die ganze Gemeinde eine jähe und schwere Lücke gerissen. Unser allseits geachteter und beliebter Bürgermeister Heinrich Otto erlag einem längeren Leiden. Der Verstorbene hat seit 1885 ununterbrochen, also fast 23 Jahre lang, indem er 1894 und 1903 wieder gewählt worden war, den verantwortungsvollen Posten des Gemeindeoberhauptes in unermüdlicher Treue, Gewissenhaftigkeit, Sparsamkeit und Ausdauer versehen. Von der Bedeutung des Verlustes legte der große Trauerzug Zeugnis ab, der sich gestern nachmittag nach dem Friedhöfe bewegte. Dem Verblichenen das letzte Geleite zu geben, hatten sich Vertreter des Großh. Kreisamts und des Großh. Amtsgerichts Gießen, sowie Oberforstmeister Weigand, ferner mehrere Anitsgenossen und andere Bekannte des Toten aus der Umgegend eingefunden, und die Teilnahme der Gemeinde war allgemein, die zwei Gesangvereine, „Polyhymnia" und „Liederkranz", und der Kriegerverein waren in dem Zuge. Herr Pfarrer Schmalz hielt eine eindrucksvolle Leichenrede. Die beiden Gesangvereine saugen je einen Trauerchor. Würdig gestaltete sich die letzte Ehrung des Tahinbeschiedenen, die Niederlegung zahlreicher Kränze. Zunächst trat Regierungsrat Dr. Merck an das Grab und gedachte des Heimgegangenen in anerkennenden Worten; er stellte ihm das Zeugnis eines der zuverlässigsten Ortsvorsteher aus, der immer darauf ausgewesen sei, in seinem schweren Amte nur das Rechte zu tun, das müßte ihm jeder zugestehen, auch die, die in manchen Punkten anoeren Sinnes als er seien; er meinte, es dürste nicht so leicht sein, einen so tüchtigen, verläßlichen Beamten wieder zu bekommen. Zum Zeichen der Teilnahme des Kreisamts legte er in dessen Namen einen Kranz nieder. Dasselbe tat als Vertreter des Amtsgerichts Oberamtsrichter Geh.-Rat Tr. Gebhard, der das stets bescheidene, schlichte Wesen des Entschlafenen hervorhob und als Mann von langjähriger Erfahrung betonte, daß dieser zu den besten Gemeindeoberhäuptern gehört habe. Ebenso legten Kränze nieder der Gemeinderat, der Kirchenvorstand, der Schulvorstand, der Ortsgerichtsvorstand und die Gesangvereine „Polyhymnia" und „Liederkranz". — Der so plötzlich Dahingescyiödene wird bei seiner Gemeinde unvergessen bleiben. Er ruhe in Frieden! w. Langd, 10. Febr. Unsere Gemeindejagd, die seither an die Jagdgenossenschast Langd für jährlich 535 Mk. verpachtet war, wurde bei der Neuverpachtung dem Architekten K. Beck in Frankfurt zugesprochen, der mit 720 Mk. Jahrespacht Höchstbietender blieb. -st Harbach, 10. Febr. Neulich wurde in verschie- I denen Blättern als Seltenheit ein Schafhirte genannt, der schon 60 Jahre hindurch seines Dienstes waltet. Unsere Gemeinde besitzt aber einen Schafhirten, der Ortsbürger IKaspar Schäfer, der schon über 70 Jahre zur größten Zufriedenheit und in steter Rüstigkeit seinen Dienst versieht Derselbe ist 1823 dahier geboren und wird somit in diesem Jahre 85 Jahre alt. Den Dienst versieht er schon seit seinem 14. Lebensjahre. Vilbel, 10. Febr. In der Nubcliabri? von Eduard Camp Söhne hier geriet heute früh die 15 jährige Fabrikarbeiterin Marie L e i ch n e r unter beit Maschinellstem und war s 0 - fort tot. (th.) Borsdorf, 9. Febr. Unsere Gern eind e;a gd wurde an den seitherigen Pächter, Staatsanwaltschaftsrat Dr. Knecht-Frankfurt a. M. zum bisherigen Pachtpreis von 510 Mark im Jahr auf weitere 6 Jahre zugeschlagen. 0 Deckenbach, 10. Febr. Bei einem Ho ch 5 eil s feste! ereignete sich heute dahier durch leichtsinniges Handhaben einer geladenen Schußwaffe ein recht bedauerlicher Unglücks fall, der wiederum zur Warnung dienen mag. Ein Junge von zwölf Jahren hantierte, ohne daß es die Gäste merkten, mit einem mit Schrot geladenen Terzerol. Plötzlich ging es los und verwundete den Jungen an der rechten Hand dermaßen, daß mehrere Vordergtzieder ait den Fingern schwer verletzt, eines sogar ganz abgerissen wurde. Außerdem traf ein Schrotkorn einen alteren Burschen am Kopf, daß eine 'blutende Wunde entstand. Aerztt liche Hilfe mußte sofort in Anspruch genommen werden. — Kinzenbach, 10. Febr. Der Handwerkerverein der Bürgermeisterei Atzbach-Launsbach hielt gestern bei Gastwirt L. Mandler seine Generalver-i s a m m l u n g ab. Der Vorsitzende der Abteilung Wetzlar, Herr Wagner, erläuterte verschiedene wichtige Fragen. Dem Bemühen des Vereins ist es mit Hilfe der Handwerkskammer endlich gelungen, innerhalb unserer Bürgermeisterei gewerbliche Fortbildungsschulen zu begründen. Für Krofdorf wird sie schon mit dem 1. April d. I. ins Leben treten, auch für Atzbach ist eine solche in Aussicht ge-, nommen. Dieserhalb wird noch im Laufe dieses Monats eine Versammlung in Wfoaä) tagen. Bei der Vorstandswahl wurden die bisherigen Mitglieder Schwickert-Atzbach (Vorsitzender) und Kühl, Kinzenbach (Schriftführer) wiedergewählt. Neu traten in den Vorstand ein Wagnermeister Groh-Dorlar, Schmiedemeister Drescher- und Schneidermeister Rohrsheim-Krosdorf, letzterer als Rechner. Für Ostern hat der Verein einen gemeinsamen Ausflug nach Köln gepldnt, um dortige gewerbliche Anlagen zu besichtigen. 0 R 0 d h e i m a. d. Bieber, 8. Febr. Die alte Schmit- ter Mühle, die im August bis auf den Grund niederbrannte, steht wieder vollendet da und konnte in diesen Tagen ihren Betrieb eröffnen. Schon der äußere Bau nimmt sich stattlich aus, er überragt alle Gebäude der Schmitte. Da die räumlichen Verhältnisse cs nicht zuließen, die Mühle weiter anszudehnen, ist sie auf den alten Grundmauern errichtet. Die innere Einrichtung wurde von der Firma Wetzig-Wittenberg ausgeführt. Ihrem Besitzer, dem vor kurzem verstorbenen Baron van der Hoop, war es leider nicht mehr vergönnt, das in jeder Form vollendete Werk pi schauen. — Der Kreis-Krieger- Verb a n d Bie 0 enk 0 pf hält Sonntag, 23. Febr., im Saale des Gastwirts Karl Schlierbach seine General« Versammlung ab. Von der Tagesordnung sei die Vorstandswahl und der Vortrag des Herrn Lehrer Burk- Biedenkopf über das Fechtschulwesen erwähnt. Der hiesige Kriegerverein wird im Anschluß an diese Versammlung sein Stiftungsfest ab'halten. + Hörnsheim, 9. Febr. Ein Trauerzug, wie man hier feit langer Zeit nicht gesehen hat, bewegte sich heute durch unsern Ort. Es galt, die sterblichen Ueber- reste des Vorsitzenden unseres Kriegervereins Gg. Michel zur letzten Ruhestätte zu geleiten. Bei her großen Beliebtheit, die der Verstorbene hier wie in der ganzen Umgegend besaß, war die Beteiligung sehr groß, umsomehr, als der Verblichene ein Veteran von 1866 und 1870/71 war, wie auch unser Pfarrer Koch in seiner tiefergreifenden Rede hervorhob. Dem Verstorbenen, der über zwanzig Jahre den Verein geführt hat, wurden die militärischen Ehrenbezeugungen von einer Gewerhrscktion vom Regiment Kaiser Wilhelm ausgeführt. Es wurde eine Ehrensalve abgegeben und vier Tambour desselben Regiments schlugen den Trauermarsch. Auch die benachbarten Kriegervereine bis nach Ebersgöns hin ehrten das Andenken des Verstorbenen durch ihre Beteiligung. Unvergeßlich wird der Verblichene dem Verein bleiben, der sanft ruhen möge. Gerrchtsssat. RoZrercto, 10. Febr. In benu Prozeß wegen der int letzten Sommer auf deutsche Turner verübten lieber- fälle in Welschtirol wunde das U r t e i l gesprochen. Es wurden verurteilt der Angeklagte Bertotti wegen ossentlicher Gewalttätigkeit zu vier Wock-en schweren Kerkers, Dcmartin wegen Verleitung zur , falschen Zeugenaussage zu vier Wochen einfachen Kerkers, I a ne s e l l i wegen Schießens vor b-emi Hotel in Pergine zu drei Wochen Arrest, Ingenieur Stolzi wegen Beleidigung von zwei Wachtleuten in Trient zu zwei Wochen Arrest, Unterweg e r wegen Werfens eines Eies auf Professor Meyer zu 24 stunden Arvcit oder 10 Kronen Geldstrafe, die Angeklagten ^archer, Cvlpi, Ettore Scottoni und Costa wegen des Vorfalles bei Mitterberg zu je z'.vei Tagen Arrest, der Angeklagte Mario S c ost to 11 i zu drei Tagen Arrest wegen der Ver- lcurnoung des Professors Meyer. Sämtliche anderen Angeklagt^i wurden ireigeiprochen. Den Demirteilten wurde ferner die Tragung der Stoiten des Prozesses auserlcgt. Der Staatsanwalt reichte bereits die Nichtigkettsbeschwerde ein. LTttiverTiLäLs-Nachesehten. , J,c- ?" l i n. Wie wir hören, hat Projcssor Dr. med. t>hi- Arthur SD cf f ter, Ordinarius der Pharmakologie und Direktor des pharmakologiichen Jnstüuts an der Universität Marburg emen Ruf als Nachfolger von Pros. O. Liebreich an die Berliner Universität erhalten. „ 77. ~cv senior der theologischen Fakultät der Universität G ö t t i n g e n Proi. Dr. August W l e s i n g e r ist im 90. Gebens-, iahte dort g e st 0 r b e n. Ver-mißetz-sA. "Straßburg 1. E., lu. Febr. Der Heizer einer Klemkinderbewahranslalt in Mülhausen, Wleisel, hat an einem 7jähr. Mädchen ein entsetzliches Verbrechen begangen. Darnach packte er die winunernde Kleine, die faum mit dem Leben davon kommen dürfte, in einen Sack und wollte sie in einen Kanal werfen. Er erregte aber Verdacht, warf ben. Sack fort und entfloh, konnte aber verhaftet werben. — Auf dem Franklinplatze hier ist ein Mann, anscheinend aus Rache, ermordet worden. Der Täter ist bisher noch nicht ermittelt. — Ferner wurde hier eine Kellnerin nachts in einer Wirtschaft von ihrem früheren Geliebten, einem Schweizer, durch Messerstiche in Brust und Unterleib getütet. Dem Verbrecher gelang es, nach der! -Schweiz zu flüchten. Der Beweggrund der Tat ist Eifersucht., Getreide am Roggen Hafer 2) (— 1) (+ 2) (- 2) Frankfurt a.M. 2171/. (- 2) k— ( k— (- '■Weisen: Berlin Mai 4|. 216.00 (— 2.25), Beuern, 10. Februar 1908. 921 Fräulein Marie Becker bewiesene Teilnahme herzlichen Dank. FORMAMINT Dl Thompson* Seifenpulver U S Paket M Pfg. d 193 200 198 197 bewährt sich vorzüglich und wird ärztlich empfohlen 5) 2) 3) 1) (■ ( (- ( — (- (— (- (- ( + (+ ( + (— (+ k— (+ (— 1) ) 2) ) 1) ) 1) 1) 2) ) Otto Kaffee 229 227’/, 237 o, 23b Weizen 225 (- 226 (-H 216 (— 228 (— 226 (+ 218 (— : 213 (+ 215 (— 216 (4- ! 213 ( + 213 204 206 207 210 191 197 206 205 198 200 204 213 210 220 208 gegen Erkältungskatarrhe (belegte Stimme, Heiserkeit etc.); gegen alle Hals- und Rachenentzündungen, Mandelschwellungen, sowie als «lässiges Vorbeugungsmittel gegen Infektions-Krankheiten zj?. Influenza, Keuchhusten, Masern, Scharlach u. a. 185 200 192*/, 194 1085 1341 1661 1941 2379 2784 3026 3363 3564 3862 4384 4559 4844 Für die uns bei dem Tode unserer lietipn Schwägerin und Tante Königsberg Danzig Stettin Bojen Breslau Berlin Magdeburg Leipzig Rollock Hamburg Hannover Braunschweig Düsseldorf Köln 211 210 212'/, Mannheim Straßburg Stuttgart München für inländisches erziitz, wir bLMtzlL stltz büchen liebet« Gg. Michel großen Belieb!' iizen llmgegend imehr, als bet 0/71 war, lvic reisenden Nebe zwanzig Iahte irischen Ehten« Regiment Aiset ^rcnjalve aögfr inenls schlugt Ariegervemin mken des Set« eßlich wirb bet ruhen möge. Fmilicil Bcikcr uni) Blihner. 9id (- 3) (- 2%) (- ) 1065 1328 1650 1928 2305 2771 2999 3344 3547 3848 4274 4549 4821 da borttl Auslände nur iuentg- und teuer zu kaufen ist und auch vom Jnlande wenig ongchoten würbe. Unter der Einwirkung der schwächeren Haltung des W'eizemwarktcs tonnten sich die erzielten Gewinne indes nicht behaupten. Etwas freundlicher war die Situation im Hafergeschäft; der Konsum griff bei nachlassendem Angebot etwas lebhafter ein. Lieferung war im Aüschlust daran leicht befestigt, aber auch hier toot die Besserung nur von kurzer Dailcr; der anfänglickre Gewinn von 1\2 Mk. verwandelte sich schließlich in einen ebenso großen Skrtuft, als sich Käufer wieder zurückzogen. erheblich angenommen, und zwar uni 27 Mill. 202 Mk. De( Effektenbestand beträgt 27 196000 Mk. um 29 964 000 Mk. wa Niger, als in der Vorsvoche. Alles in allem waren die Rück- flüffe den Erwartungen entsprechend. Berlin erHotclgesellschaft ,.Kais er Hof". Sie* rückläufige Bewegung in den Aktien dieser Gesellschaft ist zum Schluß der vergangenen Woche wieder stärker hervorgetreten. Am ersten Börsentage des neuen Jahres notierten die Aktien 73 Vs und am vergangenen Samstag schlossen 59 fi. Die Lage der Gesellschaft, wo sie in der im vergangenen Aionat stattgehabten Generalversammlung dargestellt wurde, muß allerdings als ivenig erfreulich bezeichnet werden. Bekanntlich sind für das Hamburger Luxushotel „Atlantic" noch 2 Mill. Mk. notwendig, bereit Herbeischaffung möglicherweise mit Schwierigkeiten verbunden fein dürfte. Aus der Eberbachschen Masse ist jedenfalls nichts mehr herauszuholen. Berlin, 10. Fcbr. Mittlerweile ist auch der Stellvertreter Friedbergs, der Direktor der Automobilzentrale Friedrich Bohn flüchtig geworden. Bohn hat am Samstag 50 Hundertmarkscheine der Kasse entnommen, ist bann mit seinem Automobil, das einen Wert von 40 000 Mk. haben soll, und das ihm als Direktor der Auromobilzentrale zur Verfügung stand, fortgefahren und ist verschwunden, nachdem er sich vorher nod) in einem bekannten Weinrestaurant am Kurfürsteudamm gestärkt batte. Heute vormittag sollte eine Aufsichlsratsschuug der Automobilzentrale stattsinden, man wartete vergeblich auf b-cn Direktor Bohn, der die Bücher vorlegen und der auch eine Auskunft über die Depots, die Friedberg hatte, geben sollte. Bohn ist ein junger Mann von 26 Jahren. Auch seine Freundin^ die Tochter eines Angestellten der Automobilzentrale, ist verschwunden. Gewinne können von Mittwoch den 12. Februar ab bei Serrit) «ycljtim, Marken rasse 22, in Empfang genommen werben. Besondere Vorzüge: Starke bakterientötende Kraft; angenehmer Geschmack; leichte Anwendbarkeit; Verhütung der Uebertragung und Schutz dritter gegen Ansteckung. Erhältlich ä FI. von 50 Tabletten Mk. 1.75 In Apotheken. Ausführliche Broschüren gratis und franko durch: == BAUER & Clo., BERLIN SW.48. Bitte, verlangen Sie unbedingt 154 160 161 152 161 178 165 166 162 174 166 170 170 1721/0 -•ipi 1) 2) 2) ) 2) 1) o) 1) 5) 5) (+ k— handel. .— Deutsche Reichsbank. Nach dem neuesicn Ausweis verfügt die deutsche Reichsbank über eine steuerfreie Mtenreserve von 536 180 Mk. gegenüber einer Notenfteucr von 38 487 000 Mark am 31. Januar und gegenüber einer steuerfreien Noten- rescrve von 45 437 000 Mk. am 7. Februar 1907. Der Nktall- bestand stellt sich auf 897 351 Millionen, er hat um 11932 zugenommen. Hiergegen ist der Wechselbestand mit 967 299 Mill. Mk. um 78 564 Mill. Mk. zurückgegangen. Auch die Lombarddarlehen haben gegenüber der vergangenen Woche Gewinn-Liste der MsnAMMMg der Aerhess. EesliigelstHs-Zmiiil!! Gießen, Wirrdhof 1908. pu/, Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirischastsrats vom 4. bis 10. Februar 1908. Auch in der abgelaufenen Woche vermochle feine daucrrrde Besserung Platz zu greifen, wenn auch unter dem Enrsluß festerer amerikanischer 'Meldungen und weniger dringenden Angebots von Argentinien die Gebreidemärlte zeitweise ein freundlick)eres Bild boten, lieber bescheidene Anläufe kam cs jedoch nicht hinaus, weil die erstaunlich lang anhaltenden Leistungen Nord-Amerikas m Verbindung mit den von Woche zu Woche zunehmenden argcn- tinischen Verschiffungen einer durchgreifenden Aenderung der Marktlage fick, vorerst hinderlich in den Weg stellen. Am Schluß der Berichtswoche sind denn auch kaum nennenswerte Spuren der vorübergehenden Befestigung wahrzunehmen. In Deutschland herrschte zeitweise strenges Frostwetter; bei dem Mangel eines ausreichenden Schneefchutzes dürften die Saaten, namentlich die empfindlichen englischen horten kaum ohne Schaden davon- gekommen sein. In geschäftlicher Beziehung hat sich während der Berichtswoche nicht viel geändert. Die Unternehmungslust bleibt gering und der Umstand, dast das Angebot vom Jnlande keineswegs drängt, fällt der geringen Nachfrage gegenüber kaum ins Gewicht, verhütet aber immerhin ein weiteres Zurückweichen der Preise. Im Berliner Lieferungsgeschäft machten sich die wechselnden Einflüsse des Auslandes durch größer2 Schwankungen bemerkbar. Tie Weizenpreise zogen anfangs ungefähr um 2 Mk. an, mußten diesen Gewum im weiteren Verlause wieder aufgeben und stellten sich zum Schluß, 2 Mr. unter den Stand der letzten Woche. Für Roggen blieb die Gtinmiung im allgemeinen feiler, Es stellten sich die Preise letzten Markttage: alte Schmit- Grund niebei» nnte in diesen r äußere Ban ! Gebäude bet cs nicht zu- t sie auf den :c Einrülitung eführt. Hreu van der Hoop, in feder Forri s-Krieger« 23. Feibr., im e General- )mnig sei die Lehrer Art. . 2er hiesige Bcrjammlung epart Arbeit, Zeit, Geld. Herrn Regierungsrat Dr. Merck als Vertreter des Gross- herzoglichen Kreisamtes Giessen, Herrn Oberamtsrichter Geh.- Rat Gebhard als Vertreter des Grossherzoglichen Amtsgerichts Giessen, Herrn Oberforstmeister Weigand, dem hiesigen Gemeinderat, Kirchenvorstand, Schulvorstand, Ortsgerichtsvorstand, den Gesangvereinen „Polyhymnia“ und „Liederkranz1 und dem Kriegerverein, sowie Herrn Plärrer Schmalz, ferner allen anderen, die mit uns unserem lieben Toten, dem Grossherzoglichen Bürgermeister ttomHsh Otto das letzte Geleit gegeben umd sein Andenken geehrt haben, sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Die trauerten HsMlerfe!iebewena Kleine Tageschronik. Shi-’ Bremerhaven meldet Boesmanns Bureau vom 8 ds. Mt?.: Der Dampfer „Kvntet", der am Nachmittag den Dampfer „Gießen" aus dem Hasen schleppen sollte, ist dabei in eine schiefe Lage geraten, voll Wasser gelaufen, umr- aerifsen und im Hasen gesunken. Ter „Kvmet" geriet vor den !ßug des Dampfers „Giesten" und wurde von diesem unter Wasser gebriidt. Drei Dtann der Besatzung, ein Maschinist, ein Heizer und ein Koch sind ertrunken, die andere Besatzung wurde durch herbeieilendc Boote gerettet. Man ist mit dem Heben des Dampfers beschäftigt. Taucher versuchen die Leichen zu bergen. Ter auf dein Gelände der Tegeler Gaswerke bei Berlin entflohene Ballon „Tschudi" ist am Sonntag nachmittag in Altrognitz bei Trautcnan in Böhmen geborgen worden. Die Balkmhülle wies einige Risse auf. Der Dircktorialstellverrceter Eugen Wolff der Ocstcrrcichischcn Anglobank in Wien, der in Begleitung mehrerer Herren und zweier Fühner den Weg von der Lölichenluck nach dem Grindel- w a l d auf 'S k i s machen wollte, ist bei dem Aufstieg zum Oberen Mönchisch, seine Ski tragciti>, durch Verlassen bes gebauten Weges in einen 70 Meter tiefen Gletscherspalt gestürzt uird tot geblieben. Am 10. Februar fuhr eine Leermaschine von Baitkviven bei der Einfahrt in beit Bahnhof Nenendvrf,(Ostpr.) auf den dort im Schnee sestgekommenen Zug Nr. 361. Die Maschine und sämtliche Wagen würben beschädigt. Zwölf Personen wurden verletzt; ein Reisender und ein Heizer schwer. Die Strecke Lyck-Johanncsburg ist bis aus weiteres durch Schneeverwel/ung gesperrt. Tie Dauer der Verkehrsstörung ist vorerst unbestimmt. Tie Verletzten wurden in einem Hilfszug nach Lyck übergeführt. Untersuchung ist cingeleitet. — Tie Strecken Osterode-Thorn und Soldau-Lautcnburg sind dprch Schncev crwehung ge- sperrt^ Ter französische Luftschiffer Graf de la Vaulx und der Ingenieur Julliot, der Erfinder der „Patrie^, über flog en mit dem Ballon „Walküre" ben Ae rmelkanal. Sie wurden von drei englischen Passagieren begleitet, die gleichzeitig mit zwei anderen ' Ballons aufgeftiegen waren. Die Landung erfolgte in der Graf- schast Kent. ' in großer Auswahl zu verleihen Neuheiten auf Lager. Joht. Kföatrid Weidengasae 1 — Cafe Krämer, k wegen btt un semluher GewM inrartm Wochen cm Kg i dotel m Pergll,. ÄZ asg Märkte. Gieße», 11. Febr. öl a tu u c r t ei) t. Auf heutigen: Wocken- nmitte kostete: Butter pr. Pfd. 0.90—1.00 Alk., Hühnereier 1 St. 8—9 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Kasematte 2 St. 5—6 Pfg., Erbsen p. Pfd. 18—24 Pfg., Linsen p. Pfd. 25—40 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 All., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Gänse pr. Pfd. 60—70, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 9)1 f., Lchfensteisch pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuh. und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 81 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hanunelsteisch pr. Pfd. 64—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.50—6.00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Weisskraut per Stück 0—00 Pfg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. — Acpfel per Ztr. 10—25 Mk., Birnen per Ztr. 10—25 Mk. 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Spieipian der Vereinigten granffurter Ltadttheatrr. Lpcrnhaus. Dienstag den 11. Febrrlar*): „Der fliegende Holländer." Mittwoch den 12. Februar, abends halb 8 Uhr: „Ton Juan/ TonilcrStag den 13. Februar, abends 6 Uhr: Zn Richard Wagners Todestage: „Tristan l,nd Isolde." Freitag den 14. Februar: „Fra Diavolo." Hierauf: „Rokoko." (Ballett) Sainstag den 15. Februar: „Ein Walzeriralnu." Sonntag den 16. Februar, nachmittags' halb 4 Uhr: „Tie lustige Wilwe." Abends 7 Uhr: ^Madaine Butterfly". Moiltag den 17. Februar: „Carmen." Schauspielhaus. Tieilstag den 11. Februar *): „Der Andere/ Mittwoch den 12. Febrliuar: „Bei uns da drüben." Toilnerstag den 13. Februar, abends halb 8 Uhr: „Ein Fallifiement." Freitag den 14. Februar: „Ataria Atagdaleila". Saurstag, 15. Febr.: „DieNibelunge ii"! voll Hebbel. (1. und 2. Abteilung: „Der gehörnte Siegfrieds „Siegfrieds Tod".) Sonntag den 16. Februar, nachm. halb 4 Uhr: „D'Erbschaft." Hierauf: „Ter rote Schornsteinfeger." Zum Schluß: „Verspekuliert/ Llbcnds 7 Uhr: „Tie Nibelungen". („Der gehörnte Siegfried", „Siegfrieds Tod".) Alontag de>l 17. Februar: „Bei uns da drüben." *) Anfang, weil:: nicht ailderS beincrkt, abelrds um 7 Uhr. Boraussichtliche Witterung für Hesien am Mittiooch beit 12. Februar 1908: Meist trüb. Keine erheblichen Niederschläge. Nachts Frost, am Tage etivas milder. Westliche Winde. OrögrttcrL-DrQhtmeLdungen. Paris, 11. Febr. Im 20. Polizeibezirk wurden dreißig! Blattermfälle sestgesteltt. Man Vermutet, daß die Krankheit durch spanische Zigeuner eingeschleppt lvurde. Kon ft a ntin opel, 11. Februar. Da es als feststehend" gilt, daß Kaiser Wilhelm bei feinem Aufenthalt auf Korfu dem Wiläset Jania einen Besuch abstatten wird, hat der Sultair den dortigen Gouverneur angewiesen, die Strasten in Stand zu setzen und das Militär neu zu equipiren.' f Würfel (fr Hasse (%lfr.) feinsle Bouillon ötets frisch vorräl tEmilFiscbbach wk. v11/”! Selterswe" 24. 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