Erstes Blatt 158, Jahrgang Samstag 9. Mai 1908 Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten. politische Wochenschau gelegentlich Maß dessen, was andere Bundesstaaten, wie Baden und Württemberg, bereits erreicht haben, weit hinausgeht. Der Zufall hat es gefügt, daß zu derselben Zeit, da eine Anzahl französischer Studenten eine Studienreise durch Deutschland machte nnd allenthalben gefeiert wurde, das neue deutsche Weißbuch über Marokko erschienen ist und Frankreich gegenüber sehr sreundlich gehalten ist. In der deutschen Presse ist nun vereinzelt darauf hingewiesen worden, daß neuerdings von deutscher Seite zu viel der Freundlichkeiten Frankreich gegenüber an den Tag gelegt wurden. Die Franzosen faßten solche Freundlichkeiten falsch auf, würden mißtrauisch und meinten, das; wir die Frellndschaft Frankreichs doch sehr nötig hätten, weil wir in solcher Weise um seine Gunst buhlten. An solchen Warnungen vor allzu grober Freundlichkeit ist offenbar viel Wahres. Würdiger wäre es auf alle Fälle, wenn wir uns mehr Zurückhaltung auserlegten. Wie wenig wir mit aller Freundlichkeit ausrichten, hat das Verhalten einiger französischer Blätter gezeigt, als bas oben erwähnte Weißbuch erschien; man macht dieselbe-Erfahrung auch noch bei anderer Gelegenheit. — Du gehst zu den Franzosen, vergiß die Peitsche nicht I So modifiziert ein guter Kenner Frankreichs den bekannten Ausspruch Nietzsches. Noch kurz vor seiner Vertagung hat auch der Deutsche Reichstag dem Kaiser Franz Josef zu seinem 60jährigen Regier- uiigsjubiläum die herzlichsten Sympathien des deutschen Volkes ausgesprochen. Besonders ereignisreich sind die letzten Reichstagsdebatten im übrigen nicht gewesen. Am bedeutsamsten waren nur die Bewilligung der Koloniatbahnen und die Wiedereinführung des Dreimarkstückes. Wie haben sich doch heute die Zeiten geändert. Früher mußte jede koloniale Forderung dem Reichstage in heißen Kämpfen förmlich abgerungen werden, jetzr werden Millionen für neue Kolomalbahnen debattelos genehmigt. Das koloniale Verständnis im Deutschen Reiche nimmt zu, der weit a^sschauendc Mick für große politische und nationale Ziele schärft sich. Hoffent- uch zeigt sich das auch bet der Reichsfinanzreform, die den Reichstag im Herbst beschäftigen soll. Bec uns in Hesse n findet der offizielle Schluß des Landtages erst im Juni statt. Bis dahin wird noch manches zu erledigen jein, «ls eines der erfreulichsten Ergebnisse der zu Ende gehenden >33. Legislaturperiode ist mit Recht das Zustandekommen der sozictt- poliliichen Vorlage zu begrüßen, die der Finanzausschuß der Zweiten Kammer dieser Tage endgillig angenommen hat und die nun auch «en hessischen Landgemeinde-Beamten die langersehnte Alters- und vinterbliebenen-Fürsorge gewährt. Mit diesem Gesetz ist auf dem ©ebiele der sozialen Fürsorge in Hessen ein neuer bedeutsamer Vchritt weiter getan worden, und es verdient hervorgehoben zu verdeu, daß Hessen mit dem vorliegenden neuen Gesetz über das trauliche inossizielle Verhandlungen mit Mulay Hafid gepflogen. Warum also der Lärm? Frankreich darf sich das erlauben, aber Deutschland--ja Bauer, das ist etwas anderes! Unsere zuständigen Stellen werden sich durch derartiges Gegeifer nicht beirren lassen, ihre Haltung danach einzurichten, wie es den deutschen Interessen entspricht. Wenn man sich nun deutscherseits inoffiziell durch die Abgesandten Mulay Hafids informieren will, so kann unS Niemand dies verwehren, zumal es ganz selbstverständlich wäre, daß deutscherseits sofort nach Paris über die Besprechungen berichtet würde, wie ja auch seinerzeit sofort über die Jnterventions- gesuche und deren Beantwortung die französische Regierung informiert worden ist. Wir werden nach wie vor eine korrekte und den Verträgen entsprechende Haltung m der Marokkoaffäre einnehmen, ohne uns von französischen Hetzblättern Vorschriften darüber machen zu lassen, was wir zu tun haben. , Gießen, den 9. Mai. AlS einen geschichtlich denkwürdigen Tag wird man den 7. Mai 1908 verzeichnen müssen. Seine eigenartige, hohe Bedeutung hat dieser Tag durch die glänzende Fürstenzusammen- kunit im Schloße zu Schönbrunn erhalten. Die Huldigung der deutschen Fürsten hat ettvas wahrhaft Ergreifendes, und aus einem richtigen Empfinden heraus veraleickt ein framnfiirbeii Mfntt n» Littst (Eulenburg verhaltet! Im Anschluß an die Gegenüberstellung mit dem Fürsten Eulenberg in Liebenberg wurden die beiden beugen aus dem Münchener Hardenprozeß, Ernst und Riedel, gestern vormittag 9 Uhr vvn dem Untersuchungsrichter noch einmal vernommen. Der Fischermeister Ernst, der mit seinem Sohn in einem Hotel in der Tirrmstraße wohnt, erklärte auf Befragen, seine Geschichte mit Eulenburg sei in Starnberg schon seit Jahren bekannt. Die Spatzen hätten sie sich dort von den Dächern zugepfiffen. Trotzdem sei er persönlich nie aus seiner Zurückhaltung herausgetreten. Als der Fürst in Berlin seine bekannte Aussage beschworen hatte, habe er sich an die Brust geschlagen und gefragt: Wie ist es möglich, daß der Fürst einen solchen Eid geleistet haben kann. Er, Ernst, habe unter seinem Eide vor Golt und seinem Gewissen die Wahrheit sagen müssen. Deshalb verstehe er nicht, daß nach seiner Eidesleistung in München einer von den Leuten des Fürsten aufgeregt hin und her gegangen sei und ihm wütende Blicke zugeworsen habe. Noch mehr aber kränke es ihn, daß der Fürst ihn gestern mit der Behauptung, es sei ja nichts passiert, er habe ja nichts mit ihm vorgehabt, gcTragt habe: Jakob, Jakob hast. Du denn , Geld bekommen, bist Tu denn bestochen worden zu solcher Aussage? Tas könne doch kein Mensch glauben, daß er, der nie daran gedacht habe den Fürsten bloßzustellen, sich habe bestechen lassen, um wider besseres Wissen Dinge zu bekunden, deren er sich in der Seele schämen müsse. In Starnberg sei man über die bekannten Geschichten schon hinweg gewesen. Die Sache habe ihn zeitlebens gedrückt, aber jetzt freue er sich, daß er sie herunterhabe. — Der Zeuge Riedel ist nicht minder aufgebracht als Ernst, weil ihn der Fürst nicht kennen will und von all den bestimmten Sachen, auf die er ihn aufmerffam machte, nichts wissen wollte. Ein dritter Zeuge, ein Mann aus Berlin, den man nach dem Inhalt gewisser Briese mit dem Fürsten in Zusammenhang gebracht hatte, kommt gar nicht in Betracht. Bei der Gegenüberstellung ergab sich, daß er b.’.t Fürsten ebensowenig kennt, wie dieser ihn. Auf Grund der Gegenüberstellung i>:r Zeugen Ernst und Riedel mit dem Fürsten Eulenburg und nach dem Ergebnis der wiederholten Vernehmung dieser Zeugen wurde Donnerstag abend über den An geschuldigte n endgültig die gerichtlich e Un t e r s u ch u n g s h a f t v e r h ä n g t. Der Haushofmeister des Fürsten, Gerisch, hat sich nach Berlin begeben, um sich, wie angenommen wird, mit dem Rechtsbeistand des Fürsten ivegen einer Bürgschaftsleistung zu besprechen. Aufgesallen ist es, daß der Gegenüberstellung und Zeugenvernehmung im Schloß weder Justizrat Wronler noch Justizrat Lämmcl beiwohnte. Heber die Verhaftung des Fürsten Eulenburg werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Kriminalkommissar Nasse traf mit einem Automobil um 1,25 Uhr in Liebenberg ein Ter Fürst wartete noch den 3 Uhrzug ab, weil er glaubte, baß mit In der vorigen Tagung des Reichstages war von allen Seiten gelegentlich der Erörterung einer Zentrumsresolution der Wunsch ausgesprochen worden, daß die Vertretung des deutschen Volkes mehr wie bisher über die Mionen auf dem Gebiete der auswärtigen Politik unterrichtet werde, wie es in anderen Ländern der Fall sei. Im Zusammenhang hiermit hat das auswärtige Amt im Vorjahr ein Weißbuch über Marrokko herausgegeden, das recht interessante, wenn natürlich auch nicht vollständig neue Ausschlüsse über den Gang der Dinge brachte, obwohl es klar ist, daß sehr gewichtigte Dokumente aus begreiflichen Gründen mit Rücksicht auf Frankreich weggelassen waren. Diesem marokkanischen Weißbuch hat die Reichsregierung nunmehr ein zweites folgen lassen, da die augenblickliche Situation in Marokko eine ziemlich prekäre ist und es angezeigt erscheinen ließ abermals, soweit irgend angängig, über den Stand der Dinge unter der Mitteilung einiger in Frage kommenden Akten offiziell Bericht zu erstatten. Es ist selbstverständlich, daß man sich vorher des Einverständnisses der iranzös. Regierung versicherte und ihr die Dokumente angegeben hat, die iür die Publikation in Frage kommen sollen. Man hat darum jenseits der Vogesen absolut keine Veranlassung, sich über die Veröffentlichung irgendwie auszuregen, denn es kann ja auch nur im Interesse Frankreichs liegen, wenn der Standpunkt Deutschlands bekannt wird, wenn trotzdem einige Blätter an der Seme sich indigniert zeigen, so deutet das eben auf ein schlecht Gewissen. Aus dem Weißbuche selbst geht erneut die streng loyale Haltung Deutschlands in der Marokkofrage hervor, und bezeichnend hierfür ist liamentlich der Passus über die Antwort, die unser Aiiswärtiges Amt auf die Jnterventionsbitten Der beiden gegnerischen Sultane gegeben hat. Danach ist deutscherseits energisch erklärt worden, wenn Hie ^Marokkaner glaubten, daß Frankreich bei seines Aktion die Algeeirasakte verletzt habe, so solle man sich nicht an Deutschland allein, sondern an die Gesamtheit der Mächte wenden, welche den Vertrag unterzeichnet haben. Große Beklemniungen hal man augenblicklich an Der Seine, wenigstens bei gewissen Leuten, infolge der Möglichkeit, daß eine abermals nach Paris und London gesandte 'Mission des Gegensultans Mulay Haf'id in irgend einer Form an der Spree empfangen^ werden könnte; insbesondere ist es der „Temps", Der sich merkwürdigerweise ganz besonders darüber erregt zeigt und sich sogar zu der Behauptung verstiegen hat, selbst em nicht offizieller Empiang im Auswärtigen Amte müsse als ein unfreundlicher Akt gegenüber Frankreich angesehen werden. 9lun hat sowohl Deutschland wie Frankreich erklärt, sich nicht in die internen dynastischen Interessen Marokkos einmischen zu wollen, und selbst Frankreich hat ja mehrfach verdeutschen pursten hat etwas wahrhaft Ergreifendes, und aus einem richtigen Empfinden heraus vergleicht ein französisches Blatt sie mit einem Gottesdienst. „Eine erhebende Fügung der göttlichen Gnade und Vorsehung" hat Kaiser Wilhelm in seiner Ansprache an Den greifen Jubilar auf dem habsburgischen Throne diese Huldigung genannt, und auS .bewegtem Herzen" erfleht er den reichsten Segen Gottes auf das Haupt des edlen Herrschers, des treuen Bundes- genossen, des mächtigen Hortes des Friedens herab. In seiner Antwort nannte Kaiser Franz Josef diesen Beweis der ihm „so überaus teuren Freundschaft" die kostbarste Erinnerung seines Lebens. Er sieht in diesem beglückenden Akte herzlicher Zuneigung eine feierliche Kundgebung des monarchischen Prinzipes, dem Deutschland seine Macht und Größe verdanke, und die ausdrucksvollste Bestä- hgung des engen und unerschütterlichen Bundesoerhältnisses. „Dieser Tag," so rief Kaiser Franz Joses aus, .beglückt mich in der hohen Erwartung, daß dieses nur friedliche Ziele verfolgende Bündnis dem gleichen Bestreben der anderen Mächte wirksam zur Seite stehen, seine Aufgaben bis in die fernste Zukunst voll erfüllen werde." Zum Schluß erflehte auch er von der göttlichen Vorsehung den Schutz für das deutsche Kaiserpaar und alle deutschen Bundes- furften. Wenn nun selbst ein französisches Blatt in diesen beiden Ansprachen neue Garantien deS Friedens und der Festigung des Dreibundes sieht, berührt es etwas eigentümlich, daß gerade jetzt ein italienisches Blatt, der „Secolo", den Besuch des deutschen Kaisers in Pola als eine Unhöflichkeit gegen Italien bezeichnet. Tie Rücksicht gegen die Italiener hätte den Kaiser bestimmen sotten, jene Stätte, an der sich das Monument Tegethoffs, des Siegers von Lissa, befindet, nicht zu betreten. Der König von Jtakien "teilt die übergroße Empfindlichkeit des .Secolo" offenbar nicht, denn das Telegramm, das er aus Anlaß der Schönbrunner Huldigung an Kaiser Franz Josef geschickt hat, ist ein schönes Zeugnis echter Dreibundtreue. Nr. 109 Der Siebener Anzeiger __ — erscheint täglich, außer ö Ab Jgb. ä Bezugspreis- gsä 1 liTPIZIZhhDV rI ITXAlAr lDienStagund Freitag); M M W M HW KT H H BI El V diePost Alk. 2.-viertel. zweimal monatl. Land- M M WS W TOk, W BH wl. BI Tja W W Ja W jährl. ausschl. Bestellg. General-Anzerger für Oberheffen ZWß & vormittag? io Uhr. vnd Verlag der Vrühl'schen Aniv.-Vuch- vnd Zteindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei' Zchlllsiraste 7. Iaol": Heß; für^ren । „ ! ‘ f 0 Anzeigenteil: H. Beck. Sum GedlichLms Albrecht Dietrichs. Das neue Semester hat in seiner ersten Woche der klassischen “bilologie zwei schwere Verluste gebracht. Am 3. Mai starb Mötzlich am Herzschlag ein in der ganzen Welt anerkannter Meister ter phylosophischen Methode, Franz Büchel er in Bonn, und Wien Tag nach feinem Begräbnis wurde fein Schüler Albrecht Dieterich, wohl der begabteste Vertreter einer jüngeren Philologengeneration, durch einen jähen Tod aus voller, reich ge- rgneter Arbeit abgerufen. So sehr die Philologie Franz Büche- Irrs Tod beklagt, Dieterichs Verlust betrauert sie doch noch ihmerzlicher, denn der Altmeister der Bonner Philologenschule Hatte in den mehr als sieben Jahrzehnten seines reichen Lebens Ifin Tagewerk erfüllt, der sanfte Tod erscheint wie der krönende Abschluß eines selten schönen Menschenschicksals, mit Albert Dietrich dagegen geht eine Welt von wissenschaftlichen Plänen und Entwürfen zu Grabe, denn das Beste, was er zu geben bestimmt schien, erwarteten wir noch von ihm in tommenben Jahren. Dieterich ist durch feine erfolgreiche Lehrtätigkeit so eng mit Siegen verbunden, daß einige Gedenkworte auch nach den neulich gebrachten Notizen über fein Leben den Leser dieser Zeitung ttftlkommen fein werden. Albert Dieterich stammte aus einer alten kurhessischen Philo- ugcnfamilie, mit Stolz hebt er es in der Vita seiner Dissertation 'frrbpr, daß an dem Gymnasium seiner Vaterstadt Hersfeld sein Großvater 38 Jahre lang Rektor, der Vater 35 Jahre lang ^chrer waren. Kaum 18 jährig, bezog er die Universität Leipzig Md studierte hier nebeneinander klassische Philologie, Germanistik Md Theologie; diese breite Anlage seiner Studien ist für feine Wätere Forschertätigkeit von Bedeutung gewesen.^ Aber die Leip- Nzer Verhältnisse befriedigten ihn nicht ganz; so ging er 1886 fcid) Bonn und konzentrierte sich hier auf die Altertumsstudien. der meisterhaften Schule Useners und Büchelers, an der er Zeit isnes Lebens mit wärmster Dankbarkeit hing, entwickelte sich seine Begabung mit voller Kraft. Ich erinnere mich noch lebhaft, tae der hoch aufgeschossene, damals sehr schlanke Jüngling mit E dem üppigen Haar und den großen, klaren Augen uns im Seminar durch die Entschiedenheit imponierte, mit der er feine Meinung auch gegen Bücheler verfocht. Die tieflten Anregungen wt er in Bonn von Hermann Ufener, feinem späteren Schwiegervater, erfahren, dem seine ganze Natur in seltenem Maße kon- ßenial war. Keiner unter Useners zahlreichen Schülern — und tttoa die Hälfte aller philologischen Professoren in Deutschland Iftid Schüler von Ufener und Bücheler — hat so im Geiste des Leisters weitergearbeitet, schien so sehr berufen, alle Keime seiner «Forschung zum Wachsen und Reisen zu bringen. Was ihn mit Ufener verband, war einmal der große historische Zug, der jedes Noblem in Zusammenhang mit der ganzen Kultur en twickluug bringen wußte, unb bann die tiefe Neigung für die Geschichte bet Religion. Weitaus der größte Teil von Dieterichs Veröffeiit- ; Hungen behandelt religionsgeschichtliche Stoffe. So gleich seine 2®iffertation über Zauberpapyri des Leidener Museums (1888*, bann feine Habilitationsschrift über die orphischen öpninen. (1891) ■ lliH die un selben Jahr erschienene Schrift Abraxas. Nach einem, Jahr als Probekandidat am Elberfelder Gymnasium (1888—89), von dem mir seine damaligen Schüler noch nach zehn Jahren mit großer Liebe erzählten, hatte er sich entschlossen, die akademische Laufbahn einzuschlagen, auf die ihn Neigung und Begabung gleich stark hindrängten. In Marburg, wo er sich 1891 habilitierte, wurde er 1895 auch außerordentlicher Professor, und schon Ostern 1897 folgte er einem Rufe als Nachfolger Eduard Schwartz' nach Gießen. Die ersten Jahre feiner akademischen Tätigkeit sind besonders reich an wissenschaftlichen Produktionen, unter denen die 1893 erschienene Nekyta wohl die wertvollste ist. Im Gegensatz zu feinem Schwiegervater, der sich schwer entschloß, fertige Untersuchungen der Oeffentlichkeit zu übergeben und alle Hauptwerke erst nach dem 50. Jabre erscheinen ließ, war es Dieterich em Bedürfnis, feine Forschungen den Fachgenossen vorzulegen und feine ungewöhnliche Darstellungsgabe unterftüjjte diesen Trieb. Er hielt es mit dem Merckschen Spruch: „Frftch auf die Zäun', so trocknen die Windeln", und besaß den gerade bei feinem Forschungsgebiet unerläßlichen Mut zu irren, dazu aber auch den bei Philologen recht seltenen, einen erkannten Irrtum einzugestehen. In Gießen genoß er zuerst die für einen akademischen Lehrer unschätzbare Freude, für die Ausbildung seiner Schüler voll verantwortlich zu fein, und im Verein erst mit Gundermann, dann mit dem ihm feit der Studentenzeit nahe befreundeten Richard Wünsch hat er in den sechs Jahren feiner Wirffamkeit eine stattliche Reihe tüchtiger Schüler her angebildet. Dem starken, fortreißenden Einfluß feiner Persönlichkeit hat sich wohl kaum ein Student entzogen. So sehr ihm die strenge philologische Methode, die unerbittliche Treue im Kleinen, in Fleisch und Blut übergegangen war, so frei war er von allem Kleinlichen und allem Schulmeisterlichen. Für ihn gab es nichts Totes in der Wissenschaft, auch der trockenste Stoss gewann in feiner Hand Leben, weil er die ganze Wärme feiner feurigen Natur in jede Arbeit hineinzulegen wußte. Diese sprühende Lebendigkeit, dazu die ungewöhnliche Wette seines Jnteressenkreises, sein starkes Empfinden für alles Künstlerische und vor allem die offene Geradheit seines Wesens gewannen ihm auch im Kreise der Kollegen viel Freundschaft und Anerkennung. Die sechs Gießener Jahre, in denen er auch den eigenen Hausstand begründete, waren vielleicht die glücklichsten seines Lebens. Wer damals den stattlichen, lebensvollen Mairn sah, für den weder bei der Arbeit noch beim Becher eine Stunde zu schlagen schien, der sagte ihm wohl eine lange Reihe von Jahren in Kraft und Frische voraus — und doch hat Dieterich sich schon damals mit dem Gedanken au einen frühen, plötzlichen Tod getragen. Seine Berufung nach Heidelberg 1903 erweiterte feinen Wirkungskreis, aber steigerte auch die Anforderungen an feine geistige und physische Kraft. Seine schönsten und tiefften Bücher find die in diesen fünf Heidelberger Jahren erschienenen, 1903 die noch in Gießen verfaßte Mtthrasliturgie, in der das Ringen der Menschheit, ihrer Vereinigung mit der Gottheit sinnlich-anschaulichen Ausdruck zu geben, mit tociton Bück Md großer Acast geschildert wird, und 1905 die aus einem herrlichen Vortrag des Baseler religionswissenschaftlichen Kongresses herausgewachsene „Mutter Erde", wo er tief hinabsteigt zu den verborgenen Quellen ursprünglichsten mythologischen Denkens. Zu seiner sehr ausgedehnten Lehrtättgkeit kam die Leitung des Archivs für Religionswissenschaft, das erst durch ihn eine führende Stellung gewann und ihm viele ausgezeichnete Beiträge verdankt, kam weiter in den letzten Jahren die Herausgabe des reichen literarischen Nachlasses seines Schwiegervaters, Hermann Ufener, kamen viele Vorträge in Deutschland und auch im Ausland. Da er für jede dieser Aufgaben die ganze Kraft einfetzte, war sein Körper den Anstrengungen nicht gewachsen. Als er im vorigen Sommer zum Jubiläum nach Gießen kam, waren viele feiner Freunde über sein Aussehen besorgt, man empfand, daß ef die Kerze an beiden Enden zugleich anbrannte. Nun hat der plötzliche Tod, den er sich selbst immer geweissagt, dem fleißigen Schnitter die Sense entwunden, ehe er alle vollen Garben feiner Forschung in die Scheuer bringen kannte. — In der ersten Vorlesung des Semesters, zu der er mit voller Frische und Freudigkeit ging, ereilte ihn der Schlaganfall, der seinem Leben eüi Ziel setzte, im Kollegiengebäude selbst ist er nach^ 20 stündigem Kampf verschieden. So ist er gefallen wie der Soldat in der Schlacht, und als ein Kämpfer für Die heftige Sache der Wissenschaft, als ein Feldherr, dessen Führung viele mit sich sortriß, wird er in den Herzen seiner Schüler und Genossen fortleben. Gießen. A. K. » Aus H eidelberg wird uns heute mttgeteilt: Noch in den letzten Wochen hielt Dieterich in Hamburg, acht Vorträge über den „Untergang der antiken Religion", die er auch in Heidelberg für dieses Semester angekündigt hatte. Im engsten Kreise der Famftie und der sachwissenschaftlichen Kollegen und Freunde von Geh. Hofrat Dr. Albrecht Dieterich und im engen Kreise der ihm nahestehenden ,Sck)üler und Hörer fand am Mittwoch abend im großen Hörsaal des neuen K ollegien Hauses- an der Leiche eine kurze Trauerfeier statt. Geh. Hoftat Schöll, der nächste Fachkollege Dieterichs, sprach einige Worte an die Trauert)ersammlung und Generalmusikdfteltor Wolftum spielte zu Beginn und am Ende der Feier zwei Orgelchoräle. Die Vorlesungen in der philosophischen Fakultät waren am Mittwoch ausgefallen. Die Beisetzung von Geh. Hofrat Dieterich erfolgte am Freitag nachmtttag; sie brachte die allgemeine Liebe und Verehrung, deren sich Dieterich bei Studenten und Dozenten erfreute zu ergreifendem Ausdruck. Groß war die Schar der von auswärts herbeigeeilten Freunde und Schüler; aus Königsberg waren die Professoren Wünsch und Deubner , auS Kiel Sudhaus mis Straßburg Reitzen st ein, aus Tübingen Frank und Kor ne mann, aus Marburg Jülicher, aus Gießen Leist und Körte gekommen. Nach warmen Worten des Geistlickicn legte der Rektor der Universität Heidelberg Professor Kosscl den-eilten-Kranz nieder, es folgte der Dekan der philosophischen Falllltat Prosefior Hampe, der Dieterichs Wirken und Persön- ÜMLtt in längerer Rede ausgezeichnet würdigte. Prof. Jülicher diesem Zug fern Hofmeister kommen werde, der int Verein mit seinem Rechtsbeistand eine Bürgschaft von 1 Million Mk. an» bieten sollte. Nachdem man vergebens gewartet und man auch keine Nachricht erhalten hatte, wurde um 3Vs Uhr die Fahrt nach Berlin angetreten. Zn dem Automobil nahmen außer bent Fürsten und dem Nltiminaltonimih'ar auch die Fürstin, ein Diener und ein junger Arzt Platz. Der Fürst litt unterwegs heftige Schmerzen und mußte wiederholt Eeruhigungsinittel nehmen, mit Denen sich der Arzt versehen hatte. Um 6xZi Uhr traf man in bei Charit6 ein, wo alle Vorkehrungen für die Ausnahme des Fürsten getroffen waren. Krankenwärter trugen ihn tn das für ihn bestimmte Zimmer. D-em Kammerdiener wurde ein Zimmer neben dem Fürsten angewiesen. Gestern nachmittag hatte in Liebenberg nutzem Fürsten, dessen Bruder Fritz noch eine längere Aussprache wie es heißt, darüber, daß er ihm nach den Aussagen der Münchener Zeugen zu allem anderen nun auch noch seine eigenen Verfehlungen hatte zuschreiben wollen. Tie Verhängung der Untersuchungshaft wirkte auf die Angehörigen und die Dienerschaft niederschlagend. Auch der Fürst war gebrochen und tröstete die Seinigcit. Donnerstag abend fand in bir Schlvßkapclle ein Gottesdienst statt. Die Villa des Fürsten Eulenburg in Starnberg ist, wie es heißt, zum Verkauf ausgeboten. Der „Berl. Lokalauz." meldet aus Berlin: Von dem Verteidiger des Fürsten Eulenburg, Justizrat W-ronker, war der Antrag auf Haftentlassung gestellt worden. Auf eine Anfrage ermächtigte die Familie den Verteidiger, dem Gericht 5UU uUU Mk. als Kaution zur Verfügung zu stellen. Von der Oberstaalsanwaltschaft war die Verhaftung mit der Begründung beantragt worden, daß bei der Höhe dec möglicherweise zu verhängenden Strafe Fluchtverdacht vorliege. Der Untersuchungsrichter, Lanögerichls- rat Schmidt, lehnte den Antrag des Verteidigers ab, der hierauf sofort von dem ihm zuftehenoen Rechtsmittel Gebrauch machte, indem er gegen diese Entscheidung bei der sogenannten Beschluß- läntmtr Beschwerde erhob. Tie Beschlußkamnier trat am späten Nachmittag zusammen unb verbündete nach mehrstündiger Beratung, daß die Kaution abzulehnen sei und der Fürst in Hast genommen werden müsse. Gießener Strafkammer. )( Gießen, den 8. Mai. Ein lieber Schwager. Zwischen dem Bergmann G. Ph. M. von Ober-Wöllstadt und seinem bei ihm wohnenden Schwager kam es zum Streit, dem zufolge letzterer seine Wohnung ausgab, um M. keinen Anlaß zur Eifersucht mehr zu geben. Als er mit einem Bekannten zum Abholen seiner Effekten erschien, entspann sich ein Wortwechsel, der in eine Rauferei ausarlete, in deren Verlauf M. dem Begleiter seines Schwagers einen Stich in den Arm versetzte, der ihn acht Tage arbeitsunfähig machte, dabei rief er: „Ich schlitze dir den Wanst auf!" Die Fwlge war Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung, die dem Schöffengericht Friedberg zur Aburceilung überwiesen wurde. Vor dem Schöffengericht wurde der Angellagte als ein gefährlicher, roher Mensch geschildert, der auch seine tränte Frau öfters mißhandle. Es wurden für die Körperverletzung 6 Monate und für die Bedrohung 6 Wochen Gefängnis angefetzt und beide Strafen auf eine Gesamtstrafe von 7 Monaten zurückgcsuhrt. Der Angeklagte focht das Urteil an unter Berufung darauf, daß er tn Notwehr handelnd, vvu, seinem Messer Gebrauch geniadji habe, da ihn sein Schwager mit seinem Begleiter furchtbar mißhandelt habe; voii einer Bedrohung will er nichts wissen. Tatsächlich wurde auch nachgeiviejen, baß er mißhandelt worden ist und daß barscher ein Verfahren anhängig ist. Der Bürgermeister, welcher den Angellagten nach dem Vorfall gesehen hat, bestätigte, daß er eine Reihe von blutenden Verletzungen und Beulen an sich gehabt habe und crilärce, der Augckiagic genieße einen besseren Leumund als der Verletzte, wenn er auch sehr jähzornig sei und Bestrafungen erlitten hat. Uebrigens ist von Mißhandlungen seiner Frau nichts beianiu und war er stets um ihr körperliches Wohl besorgt, so daß dieser Umstand entgegen der Annahme des Schösfengenchts — nicht zu ungunsten des Angellagten verwertet werden ioiiult. Da die Zeugen des Vorfalls bei ihren früheren Angaben blieben, so mußte auch in der Berufungsinstanz eine schwere Körperverletzung unb Bebrohung als vorliegend erachtet werden, doch erschien die Strafe zu hoch, weshalb sie auf 3 Monate und 3 Tage ermäßigt wurde. Ter Kräuterwern. In ber vor acht Tagen verhandelten Sache gegen den Inhaber der Firma E. K. in Hannover und dessen Reisenden H., die ein Urteil des hiesigen Schöffengerichts, wonach fie wegen Vertan,s des sog. KräutersveinS zu je 20 Mark Geldstrafe verurteilt worden waren, angefochten hatten, lautete das urteil auf Erhöhung ber Strafe gegen den Firmeninhaber, während die gegen ben Reisenden erkannte Strafe für angemessen erachtet wurde. Der Krauterwein, Denen Bestandteile nicht angegeben sind, ist ein Geheim: Uttel, das außer in Apotheken nicht verlaust werden bari. Tie Angeklagten sind nicht nur nach Dem Polizelstraf- sprach im Namen bei Universität Marburg, Pros. Körte für Die philosophische Fakultät Gießen, Geheimrat Windel band im Namen der Heidelberger Eranos, Geheimrat v. D u h n für das archäologische Institut, und viele andere folgten. Auch Die philologischen Vereine, denen der Verewigte als Mttglicb oder Ehrenmirglieb nahe gestanden, legten Kränze nieder, unter ihnen der philologisch-historische Verein Gießen. Dann bewegte sich der unabsehbare Zug mit dein ganzen farbigen Schmuck studen- tifcher Repräsentativii zum Krematorium hinab, umgeben von dem vollen, üppigen Glanz eines Heidelberger Maieittages, dessen Zauber Dieterich in einem seiner anmutigsten Aufsätze lebendig geschildert hat. Sietzener Lheaterverem. Gesamtgastspiel des Großherzogi. Hoftheaters in D a r m st a d t. Der Waffenschmied. Nach längerer Pause hatten sich uns gestern die Tore unseres Musentempels wieder einmal geöffnet, damit wir Lortzings unvergängliches Meisterwerk in ber glanzvollen Aufführung des Darmstädter Hoftheaters genießen könnten. Trotz Wagner, trotz Strauß, trotz allem Raffinement des heutigen musikalischen Ge- nießens sind uns die einfachen und doch so entzückenden Weisen Lortzings noch immer lieb und teuer. Lortzings Melodienfülle und Erfindungsgabe und vor allem sein herzer,rischender Humor erfreuen uns immer wieder, fo oft wir auch feine Opern hören. In der deutschen Musikgeschichte lesen wir freilich das Kapitel Lortzing nicht ohne einiges Unbehagen. Warum hat das deutsche Publikum diesem fröhlichen Gesellen voll urwüchsigen, echt deutschen Humors, dem es so viel zu verdanken hatte, kein besseres, würdigeres Lebensschicksal bereitet ? Warum mußte es untätig zusehen, wie daS harte Leben auch ihn niederzwang, daß selbst ihm, dem allezeit Fröhlichen, schließlich der süße Quell der Töne und der Lebensfreude versiegte? Es ging mit Lortzing wie mit vielen unserer Besten, oder ist es nicht gar die Regel gewesen, daß das Volk der Dichter und Denker seine hervorragendsten Tonmeister zugrunde gehen ließ. Doch wozu solchen trüben Gedanken nach- hängen. Was frühere Generationen gesündigt, das haben ja spätere doch ivieder gut gemacht. Haben sie nicht alle, denen das Leben einst so schwer mitgespielt hatte, ihre Denkmäler bekommen? Werden sie nicht noch heute hoch verehrt und gepriesen und in dickleibigen, gelehrten Werken besprochen? Mozart und Beethoven. Lortzing und Wagner; — die Reche läßt sich beliebig fort)eßen Nein, wir brauchen uns nicht über Undankbar kett des deutschen Volkes gegen seine besten Söhne zu beklagen. An der Gleichgültigkeit des Publikums, am Unverstände der Massen, an der Schlechtigkeit der Menschen geht ja heute kein Genie mehr zugrunde. Im Falle Lortzing zeigte es sich, wie so oft, daß berufsmäßige Kritik und Volksempfinden sich nickst zu decken brauchen. Für das Volksempfinden, für alle Diejenigen," die unvoreingenommen und mit offenen, empfänglichen Sinnen Lortzings leichtfaßliche Musil auf sich wirken ließen, war diese Musik ein Genuß. Wäh- xenb die zünftige Kritik vor lauter Bewunderung der. Ausländerei gefctz, sondern aud) auf Grund der Kaiserlichen Verordnung über die Arzneimittel und wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung strafbar. Die hohe Strafe bezüglich des Firmeninhabers wurde damit begrünbet, daß es sich um ein Geheimmittel handelt, das nidjt ungefährlich ist und die Finna einen erheblichen Vorteil hat, da der Verkaufspreis im Verhältnis zu den Herstellungskosten viel zu hock; ist, die Mixtur übrigens auch die Wirkung nidjt haben kann, die ihr zugefprochen wird, sie im Gegenteil recht unangenehme Folgen nad) sich ziehen kann, wie dies ein Magenleidender von Rödgen, wo an einem Tage 100 Flaschen abgesetzt wurden, erfahren mußte. Börfen-Wochenbericht. — Frankfurt a. M., 8. Mai. Tie Börse beobachtet zurzeit imeber große Zurückhaltung. Kurze Zeit schien es, als mollten die Vorgänge an der indisch- asghauifchen Grenze die Börse aufs Neue beunruhigen, London zeigte sich darüber recht verstimmt, die Verstimmung war aber nicht nachhalttg, denn die fpäcer eingegangenen Nachrichten ließen erkennen, daß man auf eine baldige Ueberwindung der Unruhen lüirb rechnen können. Dazu kam dann noch, daß sich die Aus- mertfamteit auf das Regierungsjubiläum des Kaisers Franz Josef richtete, welches fick) zu einer großartigen Friedenskundgebung gestaltete und die Zuversicht zur politischen Lage stärkte. Jiisvlgedesscn tonnte man ote Politik bald ivieder von der Tagesordnung absetzcn und fick) ausschließlich der wirtschaftlichen Lage und der Lage dcs Geldmarttes zuwenden. Was nun die Wirtschaftslage betrifü, so präsentiert sie sich noch immer in einem wenig freundlichen Lichte. Die rückläufige Bewegung der Konjunktur fdjeint noch immer nicht ganz abgeschlossen zu sein, die Eisenpreise gehen noch zurück, Amerila tritt auf dem Weltmarkt stärker in Konkurrenz, die Zunahme der Insolvenzen in den Vereinigten Staaren, die im Aprtt die stattliche Zahl von 1200 erreichten — 57 o,o mehr als im April 1907 — gibt ein getreues Spiegelbild von der ungünstigen Geschäftslage, dennod) ist es aber gerade die New Yorker Börse, die fast andauernd feste Tendenz und Zuversicht bekundet. Es läßt )ich schwer sagen, wie wett dabei Machen iiyasten der Speililaiwn eine Rolle spielen, sicherlick) schien diese nicht ganz, aber wie oft hak es sich doch schon gezeigt, daß Die Börfen Den Verhältnissen vorauseilen. Selbst in Zeiten, in denen ein roiri)d)aftlid>er Niedergang noch nicht ganz abgesd>lossen ist, bilden sich an der Börse zuweilen schon wieber Ansätze für eine Befserung. Dies hangt ganz davon ab, welche Verheerungen vorher an Den Kursen angerichtet wurden. So idjeint man aud) jetzt darauf hinzu arbeiten, die später wieder zu erwartende Besserung im Wirtschastsleben in Den Kursen zum Ausdruck zu bringen; ob man dies mit längerem Erfolg wird durchfegen können, ooer ob die Kursbesserungen wieder verwischt werben, das läßt sich nicht sagen. Die LagedesGeldmarktes criorbert noch immer ein voriichtiges Vorgehen. An den deutschen Börien ist die Unternehmung sehr Zurückhaltend, auch die Erklärung Der Regierung, Daß eine Trennung von Effekten- und Depositenbanken nickst beabsichtigt sei, bot nur einen ganz vorübergehenden Ansporn. Die großen Geldbedürfnisse, die das Reick) im Laufe der nächsten Jahre nod) zu befriedigen haben wird, wirken etwas vcrstimmelid. Größere Kursverschiebungen sind indessen au) keinem Gebiet des Esfekienmarttes vorgekommen. Fonds behaupteren so ziemlich das Niveau der vorigen Woche, auch Bankaktien weifen deine Verünberungen aus, Schiff- fahrtsakllen verloren einige Prozent durch Pasiagepreis-Er- mäßigungen und ungünstige Auswanderevziffern. Amerikanifche B ahne n zogen Dagegen etwas an, auch Westsizilianer gewannen 2i/2 Prozent auf Die Der Bahn günstige Entfcheiduilg Des Appellhofes. M o n t a n p a pi e r e teilweise matter; etwa 15 Prozenc verloren Eschweiler Bergwerk auf ungünstigere Erträgnisse. Auch andere I n d u st r i e p a p ie r e sind vorwiegenD fchivächer, insbesondere ckstmifdst Werke. Privatbiskonto 4Vi6 Prozent. Lleriniscytes. ' S ch i s f s u n s ä 11 e. Ter englischc Tampse r „Matia n a" von London nach Kalkutta unterwegs, ist in Portland eingebracht ivorden. Wie Der Kapitän nielöeie, isl Die „Mattana" m Der Donnerstags-Rackst bei Dichtem Nebel 20 Pleiten südlich von Port- lanD mit Dem deutschen Dampfer „Brafiliana" zujammen- geftoßeu. Ter ,,'lUatiaua" wurde das Steuer gebrochen und andeie Beschädigungen ziigefügt. Der Tampfer „Brasittana", von der Hambuig-Amerita-Lmw, traf später auch in Portland ein. Gr hat an Backbord Befchädigimgen erlitten. — Ter vor einer Woche bei Island genranöeie deutsche Biermaster „'Beter Rick- mers" ist zum gänzlichen Wrack geworden, doch gelang es, die Besatzung des Schiffes, die ui Lebensgefahr schwebte, zn ietten. Eine M a s s e n - M ö r d e r i n. Es ist der ainerilamjchen Polizei noch nicht gelungen, der Frau G tt i n e ß, der jetzt wenig st e n s zwanzig 'JJI orde zur Last gelegt werden, habhaft zn iverden. Niemanb glaubt mehr, daß sie bei dem Brande chreS üandhaufes selbst umgekommen sei. Alle Hafenplätze der Union werden übenvacht. Alan hat auf ihrem Grundstück bisher 13 Leichen gefnnden. Em Angestellter der Fran Guuietz, namens an der einfachen, natürlichen Künst des deutfcheli Meisters mit Geringschätzung vorüberging, drangen die Melodien und Lieber Lortzings tief ins Volk ein und leben dort noch heute, lieber Lortzing hat denn auch die hohe Kritik ihre allein maßgebende Änfickst ändern müssen, und heute wird im Ernste wohl taum noll) einer, wie ehedem, die müßige Frage aufwerfen, ob Lortzing zu den Genies ersten oder zweiten Ranges zu zählen fei. Im L>erzen des deutschen Volkes wird Lortzing ivohl noch auf lange hinaus einen ersten Platz behaupten. Von allen Lortzingschen Opern ist der „Wafsenschmied" wohl die populärfte, dank seinem Humor uni) seinen leicht singbaren Lieder. Wie fein großer Nachfolger Wagner hat auch Lortzing deii Text feiner Opern selbst gedichtet, und das hat diesen Öen Eharakter der so bewundernswerten Einheitlichkeit gegeben. Die gestrige Ausführung des „Waffenschmieds" war bis ins kleiiifte jorgjältig vorbereitet, und vor allem gebührt Herrn Oberregisseur V a l b__e tf Dank und Anerkennung für die hübschen szenischeri Bilder. So waren nameittlid) Stadingers Schmiede- werkstatt im ersten Akte und das letzte Bühnenbild des dritten Aktes Meisterwerke der Jnszenierungskunst. Es war eine natürliche Ungezwungenheit in den NLasfenszenen, und es war Leben und Bewegung darin. Von außerordentlich schöner Wirkung wareii auch insbesondere ine Männerchöre. Das Orchester unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Kittel bot in der Ouvertüre viel Schönes und hielt sich auch im weiteren Verlause des Abends reckst wacker. Eine ganz ungetrübte Freude gewährten auch dieses Mal wiederum die Einzelstimmen. Viel neues zum Lobe von Frl. R o e b i g e r , die man leider zum letzten Male in diesem Ensemble hören durfte, läßt sich kaum noch sagen. Mit ihrer sympathischen, re.ichen und wohlklingenden Stimme und ihrem innigen Spiel hat sie sich schon in den früheren Gastspielen längft tief m die Gunst des Gießener Publikums hineingefungen und -gefpielt. Auch ihre gestrige Marie war wiederum eine bewundernswerte Leistung. Neben Frl. Roediger interessierte ferner Herr Schramm vom Frankfurter Opernhaufe in der Rolle Georg. Er war für den erkrankten Herrn Dr. Kuhn eingesprungen und erfreute durch seinen reinen, umfangreichen Tenor und sein lebhaftes, humorvolles Spiel. Die Bravour-Arie des ersten Aktes wurde von ihm prächtig wiedergegeben. Man üermißte ihn aber am Schluß des 3. Aktes und hätte dort doch gern diesem luftigen Knappen noch feinen Teil des wohlverdienten Beifalls gezollt. Schade, daß der Knappe Georg gerade dort schon sang- und ttauglos verschwunden war. Als Wafsenschmied erntete Herr Drapel mit seinem „Auch ich mar ein Jüngling in lockigem Haar" den bei diesen! Liede nie versagenden rauschenöen Beifall. Den Grasen Liebenau sang Herr Weber, dessen prachtvoller Barttori namentlich im ersten Akte wunderbar zur Geltung kam. Eine Gestalt voll derber Komik war der Ritter Ädelhof des Herrn Riechmanii. Auch gesanglich erzielte er ausgezeichnete Wirkungen. Großen Beifall fand ferner Frl. A. Müller als Jrmen- traut mit ihrer Ariette „Welt du kannst mir nicht gefallen". Sie wurde ebeufo wie die übrigen Mttwirkenpen durch den 'Applaus des. Pudlikums Niederholt .hervorgerufen,. Lamphere, toutöc verhaftet, von dein angenommen wird, daß er ihr bei den Mordtaten geholfen hat. Ferner wurde ein Fräulein Bessie Wallace verhaftet, die 20jährige Tochter eines Farmers, die Der Guineß behilflich gewesen sein soll, jüngere Männer unter dem Vorwande der H e i r a t s v c r m i t t e l n n g in ihr Haus zn locken Nach dem Zustande ber ansgefunDenen Leichen zu schließen, haben die Mordtalen im Jahre 1906 ihren Anfang genommen. Wahrscheinlich betäubte Frau Guineß bie Männer, während sie sich mit ihnen in zärtliche Gespräche einließ, durch Chloroform und erschlug sie mit einem Beil. Im Keller wurde eine große Anzahl Taschenuhren gefunden. Hierdurch würbe die Identifizierung einzelner Opfer der Mörderin ermöglicht. Diese isl jetzt 48 Jahre alt und stammt aus Dronlheim in Norwegen. * Wie ein Reisender sein soll. Im »N. W. Tagdl/ findet sich das folgende, auffallenb gedruckte Inserat: „Reisender, redegewandt, frech, arrogant und rücksichtslos, wird mit hohem Einkommen für danernben Jahresposteti für Wien, erste Firma, aus- genommen. Offerte mit Angabe von Sprachenkenntnissen unter „Versorgt 2759' an Rudolf Blosse, Wien." Marktes Gießen, 9. Mai. Marktbericht. Auf heutigem Wocben- rnarkte kostete: Butter pr. Pfd. 1.20—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Siäjematte 2 St. 5—6 Psg Erbsen p. Pfd. 18—24 Pfg., Linsen p. Pfd. 25—40 Psg., Taubei, pr. Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Gättse pr. Pfd. 00—00, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Alk., Ochsenfleisch pr. Pfd. 76—84 Pfg., Kuh- und 'Rindfleisch pr. Pfund 74—76 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pjd. 80 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 70—84 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00—7.00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkrant per Stück 0—00 Pfg., per Zentner 'Ulf. 0.00—0.00. — Aepfel per Ztr. 10—25 Mk., Birnen per Ztr. 10—25 Alk. Nüsse 100 Stück 40—00 Big., per Ztr. 0—00 Alk. Marktzett von 7—1 Uhr. Auszug a. c. Stanöesamtsregiftern der Stadt Sietzen. Uufgebore. 3)lai. 2. Dr. Wilhelm Karl Otto Gundel, Oberlehrer dahier, mit Johanna Sophie Zimmermann in Mainz. 4. Hugo Rausch, Kaufmann in Lollar, mit Elisabeiha Karolina Hahn dahier. 4. Jean 'JJtiiller, Kaufmann m Bad Nanheim, mit Marie Lotz dahier. 4. Johannes Volkert, Schuhmacher, mit Agnes Bali, geb. Seocsik, beide dahier. 5. Gustav Biirkhardt, Schlosser, mit Margarete Jörg, beide dahier. 5. Richard Rosenthal, Kausmann in Butzbach, nül Paula Katz dahier. 7. Karl Kirchner, Küfer, mit Elisabetha Wagner, beide dahier. Eheschliehungen. Mat. 2. Ludwig Wagner, Wettzbinber, mit Katharine Muller, beide dahier. 4. Ferdinand Schäfer, Großh. Regierungsasfessor in Erbach i. O., mit Irmgard Buberus bahier. 6. Wilhelm Frey, Großh. Regierungsvamneisier in Bübingen, mit Selma Heyer bahier. Geborene. 2lpril. 28. Dem Taglöhner Heinrich Wilhelm Frank ein Sohn, Wilhelm Heinrich. 29. Dem Telegraphen • Assistenten Johannes Heuser ni Frankfurt a. M. ein Sohn, Hans Joachim^Gottirieb Kurt 'Michael. 29. Tein Schneider Wilhelm Rieß ein Sohn, Wilhelm. 30. Tem Ausläufer Heinrich Pitz em Sohn, Willy. 30. Dem Schuhmacher Heiiinch Prescher eine Tochter,'Anna Auguste. Aiai. 1. Tem Eisenbahii-Werkstättearbeiter Franz penn em Sohn. 3. Tem Tag- löhner Johamtes Appel III. eine Tochter, Emma Gertrude. 3. Dem Schuhmacher Anton Lehr em Sohn. 5. Tein Herbergsverwalter Johannes Loh em Sohn, Karl Heinrich. 7. Tem Wagenmeister- biätar Ludwig Becker em Sohn, Wilhelm. Gestorbene. April. 30. Friedrich Schäler, Sinbent der Mathematir, 18 Fahre alt, Löberstraße 19. 'Mai. 2. Wilhelmine Georgi, geb. Leun, 77 Jahre alt, Walltorstraße 73. 2. Emil Eduard Schell, 5 Monate alt, Seltersweg 11. 2. Georg Becker, Arbeiter, 48 Jahre alt, Tammsttaße 4. 4. Marie Tiehl, geborene Mootz, o7 Jahre alt, Schiffenberger Weg 62. 4. Johanu Heinrich Carlö, Tachdecker- meifter und Bailimternehmer, 47 Jahre ait, Frankfurter Straße 99. 5. Erich Stühler, 8 Blonate alt, Seltersweg 60. Die nach- A ».»1 a sind Sonntag den 10. Mai nur stehenden Ja v a ul v von 12 Lhr uniiags bis 12 Lhr nachts für dringende Fäll sicher anzutretten. [D9/* Dr. 3 °/0 Konsols .... 90.80 3% do 81.40 o>5°/0 Hessen 90.60 3 XA °/0 Oberbesseu . . . 91.50 4% Uesterr. Goldrente. 98 60 41/» “o Uesterr. Silberreute 99.20 4y0 Ungar. Goldrente . . 93.25 4% Italien. Reute . . . —.— 3>6 Portugiesen Serie I 60.80 356 Portugiesen „ III 6210 4/4°/0 iuss.Staatsaul. 1905 94.70 4>$ % japau. Staatsanleihe 86.70 456 Conv. Türken von 1*JU3 95.00 Türkenlose 149.90 4% Griech. Monopol-Aul. . 49.40 4% äussere Argentinier . 84.70 3°/0 Mexikaner . . . 65.50 4>sL/0 Chinesen .... 95.50 Aktien: Bochum Guss 216.80 Buderus E. W 111.90 Tenden?.; fest. Berliner Börse, ( Cauada E. B. . ... 154.90 Darmstädter Bank . . . —. - Deutsche Bank .... 231.20 Dortmunder-Union C. . . 61.00 Dresdner Bank . . . 138.00 Tendenz: fest. KuB*sbericnte ;eüt von der Bank Illi Handel ie, Giessen. se, 9. Mai, 1.15 Uhr. Elektnz. Lahmeyer . . • 121.50 Elektnz. Schuckert . . . 109.50 Eschweiler Bergwerk . ■ 204.70 Gelsenkirchen Bergwerk . 193.20 Hamburg - Amerik. PaketL 108.50 Harpener Bergwerk. . • 198 50 Laurahütte 208.50 >ordd. Lloyd .... 94.20 Ubeischles. Eisen-Industrie 99.70 Berliner Handelsges. . . 161.6C Darmstädter Bank . . . 124.10 Deutsche Bank .... 231.20 Deutsch-Asiat Bank . . 135.60 Diskouto-Kommandit . . 174.25 Dresdner Bank .... 137.90 Kreditaktieu 197.30 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 87.10 Gotthardbahn 176.2» Lombard. Eisenbahn . . 2310 Uesterr. Staatsoahu . . . 149.30 Pnnce-Heun-Eiseubahn . i, Mai. Anlangskurse. Harpener Bergwerk. . . — Laurahütte . uombarden E. ß. ... 23.30 Xordd. Lloyd l'ürkeiüose Verleihanstalt Woche 10 Pfg. Sundheimer&Strupp Frankfurt a. M, s Teleph. 4017. Telegr.- Adr.: Industriebedarf. ^Wasserdichter Itdecken iuleriiguno eleganler Rerrefigarderobe nach Mass. Erstklassige Verarbeitung. Tadelloser Sitz. Grosses Stofflager. J. Pfeffer, Marktplatz. [03953 Giessen, den 9. Mai 1908. [03942 Die Beerdigung findet Montag den 11. I. M. vormittags 10V, Uhr, in Darmstadt von der Friedhofskapelle aus statt. Die Einsegnung 1L Stande vorher. Familie Georg Vogt, Familie Jakob Klingelhöffer, Dorothea Schenk Wwe. Darmstadt, Giessen, Gelsenkirchen, 8. Mai 1908. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten Dank- Im Namen der Mraimta HMIietan: Georg Diehl Kgl. Rangiermeister. Todes-Anzeige (Statt besonderer Anzeige.) Heute mittag 12 Uhr entschlief sanft nach langem Leiden im vollendeten 50. Lebensjahre mein unvergesslicher guter Gatte, unser Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Ludwig Vogt Bauunternehmer und Stadtverordneter. Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen: Klara Vogt, geb. Schenk, nebst Kinder, Luise Vogt, Hotel Pension Berggarten. Biedenkopf a. Lahn Herrlicher Aufenthaltsort für Erholungsbedürftige. 2975] Näheres durch den Besitzer Carl Kramer. G F- Schwarz Mm, Neuen Marktstrasse empfehlen sich den Turnvereinen des Gaues Hessen zur prompten und billigsten Lieferung von Reinleinen - Tnr nja cken genau nach Vorschrift für das Frankfurter Turnfest. Turnhosen und Turnhemden (Perl-Trilots). Muster zu Diensten. 2951 Tapdcn-hsk in jeder Rollenzahl bis zur Hälfte des früheren Preises. 2973 Günstige Gelegenheit für Bauunternehmer und Hausbesitzer. 85rnst llloedner Nchf. 91 97 783 908 54 23111 19 852 484 665 [3000] ?27 467 77 46103 852 346 729 95 29 888 216 950 238 70 319 196 535 [500] 44 941 45001 [500] 434 754 7 72 285 608 62 [1000] 974 76 [8000] 47046 336 945 4 8328 407 15 [500] 92 631 721 855 970 49144 64 408 15 29 37 94 604 10 797 806 3. Ziehung 5. Kl. 218. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 8. Mai 1908, vormittags. Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 59 185 407 22 45 850 [8000] 1043 [3000] 153 637 768 904 6» [3000] 84 2257 442 61 551 3221 40 695 705 27 947 1 6 185 703 6 3 833 [500] 96 926 17604 18046 114 26 [30001 483 [1000] 612 866 1 9307 [500] 43 575 732 95 20652 941 2 1 061 [1000] 500 608 94 99 769 995 2 2121 99019 119 22 57 58 [1000] 738 63 916 miono 1OO046 51 82 90 166 94 395 584 669 938 84 101202 833 441 [500] 502 75 762 853 1 02209 28 511 851 930 61 103 246 60 472 81 692 730 34 1 04150 224 6° 80 745 822 »05 77 105147 210 20 325 532 35 614 17 860 106358 57 <30 552 780 824 42 50 107228 47 [1000] »35 1000] 405 21 58 500 24 42 92 679 778 805 60 905 [3000] 108748 852 930 70 4037 211 300 636 708 [1000] 38 871 970 5007 80 [3000] 209 38 [500] 51 304 25 410 44 533 89 657 781 6012 [500] 157 253 424 [500] 535 51 7166 [1000] 421 541 618 8209 896 467 533 739 815 16 [3000] 9049 73 [500] 91 60 [3000] 95 641 86 880 10164 340 442 11091 617 [1000] 859 97 12124 216 40078 [500] 180 262 SO 505 608 43 60 717 320 [1000] »36 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