waltung, die debattelos genehmigt wurden, ebenso die gleichfalls zurückgebliebenen Titel des Etats der Staatsschickden-Ver- tvaltung. hierauf begann die 2. Lesung des Etats der Ansiedc- lungskommission. Nach längerer Debatte wird der Etat gegen die (Stimmen der Polen und des Zentrums angenommen, während die Negierungs-Denkschrift und die Ausführung des Ansiedelungsgesetzes an die Budget-Kommission geht. Nun trat das Haus in die 2. Beratung des Etats der Verwaltung der direkten Steuern ein. Morgen Fortsetzung und Etat des Finanzministeriums. Vorher Interpellation betr. Beamtcn-Be- soldung. 4parlametttar6$d?es* Das preuh. Abgeordnetenhaus beriet am Dienstag zunächst die Vorlage betreffend den Bau des masurischen Kanals und verwies sie an eine Kommission von 21 Mitgliedern, nachdem Minister Breitenbach sie empfohlen und auch Abgeordnete aller Parteirichtungen sich zu ihren Gunsten ausgesprochen hatten. Es folgte dann die ziveite Lesung der zurückgesetzten Titel der Handels -und Gewerbever- semble. Die kunslpädagvgische Vorarbeit durch Professor Dr. Collin hat jedenfalls wesentlick) dazu beigetragen, „die Wildente' am Dienstag Mr großen Wirkung kam. Das Stuck ist mit un- vergleicktlicher Macht, ist vehement eingedrungen. Man hatte das iGesüh'l, da härt das Theater auf, es ist kein Spiel mehr, sondern jetzt wird vor uns über das Wesen unserer ganzen Zeit verhandelt. A wird Gerichtstag gehalten. Ter simple Durchschnittsmensch ist üm seines törichten Lebenswandels willen angeklagt. Doch nicht von ihm ist zuerst zu reden, sondern von ihr, der aenialen Künstlerin, der wir die Aufführung der Menschen Dichtung in unserem Stadltheater zu verdanken haben, von Gertrud 91 Ein farblos unschöner Knabenkops, eine hohe freie Stirn, ein grauer ireundlicher Blick, eine häßliche kleine Slülpnase, eine kleine unansehiiliche Figur. Ein mehr als durstiges Kleidchen. Also nichts, aber auch gar nichts Gewinnendes, geschweige denn Bestechendes im Reicheren. Nichts, was man hübsch, lieb oder anmutig nennt. Ihr kleines Persönchen ist, nid den ersten Blick, eher dazu angetan, von der Bühne ab-, als zu ihr hinzulenken. Aber ihr „Spiel"! Es ist ebenso unscheinbar wie das alltägliche Leben, es kennt keine Schminke. Es ist nicht Spiel, es ist Erlebnis. Man sieht vor sich das halbflügge kleine Mädchen aus dem Bolte von herber Knospenhailigkeit, in dem Aller, da „die Stimme wechselt", in feiner ganzen blöden und doch jo herzigen Art. Em rührend Geheimnisvolles liegt in ihr, eine nachdenkliche Innigkeit. Ein Kind voll hingebender Liebe, voll zarten, tiefen Empnndenc. sieht vor inls, mit dem man fein fromm und zum Kinde wird und mit dem man allabendlich zu beten herzlich bereit ist, die Wildente „möge vor dem Tode und vor allem bewahrt bleiben'. Wie groß muß die Künstlerschast dieser Frau sein, daß^nan über ihrem Spiel" so ganz ihr Alter vergißt und bis zum Schlüße m ihrem Banne sich gefangen sieht. Das fahrig Hastige, Ungewlsse m ihren Bewegungen, das Kantige und Unbeholfene, an einenjungen Nen- 'undlander Gemahnende der ganzen Erscheinung, die impulsive Kindlichkeit jedes Ausdrucks, gezähmt durch fernen Klernrnurcl>gesetzr. In Kopenhagen wurde es bei der Erstaufführung ausgepsiffen, und in Wien kam es bei der Erstaufführung in ^nwe,enhcil des Dichters zu einem regelrechten Theaterskandal. ^wthar chbt in seinem Jbsen-Buck)e (Leipzig,, 1902, E. Ä. See- mann) ein paar köstliche Musterbeispiele der ersten v-erständnislosen öerlmer und Pariser Kritik. , Seiten sind ja nun längst vorüber, wo die Frage: „Wie denken Sie über Ibsen?" gleich einer Wagnerdebatte in hitzigem Uortftveit die besten Freunde entzweien konnte. Ter vcrstorben-e ^-^Üer ist ganz zur historischen Erscheinung geworden, vom Hassen ^stürmen ist man zum Verständnis seiner eigenartigen Per- vnnchleit in ihrer zeitlichen Beschränkung wie ihrer epochalen -oeoeutung vorgedrungen. Wir wissen heute, daß auch ihn das engemern- Mst anwendet. Wir finden, daß in dieser Tragikomödie des Idealismus, dieser harten Predigt von der Lüge als allein leben» Ödendes Prinzip selbst im stillen Glück im Winkel die sehr fern . liebevoll ausgearbeiteten Charaktere wie die Figuren aus niien» Schachbrett sind, freilich von einem meisterlichen Kieler gezogen. Wir bemerken, daß das Stück eine breite, JU schleppende Entwickelung zeigt, stehen aber voller ^vu'werung vor dem tiefen, herben Ernst des sittlichen Denkens !>losiegtallgemein gültigen Ploralsirnis rückstchtÄvs Schauspiel verlangt ein Doppeltes : vvM Publikum das *üe ^rstandnis für die dichterischr Eigenart des Nordländers, M der Darstellung ein den Jbsenstil meisterndes En- hessische Zweite Kammer. Darmstadt, 10. März. Am Regierungstisch: Staatsminisler Ewald, Finanzminister; G n a u t h, Minister des Innern Braun, Geh. Staatsrat K r u gj von Nidda, Ministerialräte Dr. Becker, Süsfert. Nach Eröffnung der Sitzung um 10# Uhr wird die Generaldebatte über den Etat fortgesetzt. Abg. Adelung betont: Wenn auch vom Herrn Staatsminister Ewald erklärt wurde, daß die bisher zur Wahlrechtsvorlage gemachten Vorschläge kein Ultimatum barftelicn sollten, so müsse er doch konstatieren, daß die Regierung in ihrer Vorlage eine Haltung angenommen habe, die mit den; Anschauungen des früheren Ministeriums durchaus nicht übereinstimmt. Durch diese Stellungnahme habe sich die Aussicht auf eine Verständigung über die Wahlrechtsvorlage sehr verschlechtert. Er müsse namens seiner Parteifreunde erklären, das; sie unter keinen Umständen einem Gesetzentwurf ihre Zustimmung geben würden, in welchem die Rechte der Ersten Kämmer auch nur eilte kleine Erweiterung erfahren und damit die Rechte! des Volkes gekürzt werden würden. Redner polemisiert dann gegen den Abg. v. Brentano und bemerkt, die Sozialdemokraten hätten überall da, wo sie Gelegenheit hatten, auch das Propvr- lionalwahlrecht zur Einführung gebracht; dasselbe könne aber doch vom Zentrum nicht behauptet werden. Ter Abg. Dr. Schmitt scheine ja die von den Nationalliberalen hier betonten Aerger- nisse zu teilen, und er gebe ihm auch bezüglich der kritisiertest Art der Ordensverleihungen Recht. Die Tätigkeit eines Mit- gliedes dieses Hauses sei mit Ausnahme der Sozialdemokraten doch wohl ebenso hoch einzusck)ätzen, wie die Tätigkeit eines Frankfurter Zirkusdirektors. (Heiterkeit.) Er könne aber außer diesem und dem Orden für den preußischen Eisenbahnminister noch an; eine andere Ordensgeschichte erinnern, die er ebenfalls zur Entrüstung zur Verfügung stelle. Als vor einiger Zeit irgend eine Feier zum Gedächtnis Philipps des Großmütigen stattfand, 'w.röe derselbe in der Zenttunlspresse als Ehebrecher und eigentümlicher Reformator hingestellt und drei Tage darauf erhielt der Führer des hessischen Zentrums ebenfalls den Philippsorden 1. Klasse^ (Hört! hört!) Der Redner wendet sich dann gegen die jüngsten Ausführungen des Abg. Dr. Osann und des Abg. Molthan. Des letzteren Stellungnahme zu den Schiffahrtsabgaben sei ja sehr erfreulich, derselbe sollte aber auch seine Parteifreunde im Reichstag zu einer festen Stellungnahme dagegen veranlassen. Wenn Abg. Dr. Osann sagte, die Sozialdemokraten seien draußen ganz anders, als in der Kammer, so müsse er dagegen entschiedest protestieren. Abg. Breidenbach bespricht verschiedene Fragen bezügliche der Landwirtschaftskammer und widerlegt die ausgestellte Behauptung, die ganze Institution arbeite zu teuer. Daran sei doch nicht die Kammer, sondern diejenigen Volksvertreter schuld, die sie in der jetzigen Weise ausgestaltet haben. Er gebe zu, daß die landwirtschaftliche Berufsorganisation jetzt noch zu kompliziert sei und sich zweckmäßiger einrichten lasse. Der Wagen der Landwirtschaftskammer müsse aber erst einmal ins Liollen kommen, man kenne ja die großartigen und vielseitigen Neu- einrichtungen noch gar nicht genau. Redner bespricht dann bte Fleisch not und die Futtermittel- und Getreidepreise und betont, 5a6 die Leutenot der Landwirtschaft eine große Kalamität bilde, aussperrung nicht nur alle eigentlichen Bauarbeiter, wie Maurer, Zimmerer und ihre Hilfsarbeiter, brotlos würden, sondern daß es auch bald den verwandten Berufen, wie Glasern, Töpfern, Steinmetzen, Stukkateuren, Holzbildhauern, Tischlern, Malern und Putzern an Arbeit ^hlen würde, und daß weiterhin auch alle für das Baugewerbe arbeitenden Jndustrieen, wie Ziegeleien, Eisengießereien, Kalkbrennereien, Holzbearbeitungsindustrieen usw. geschädigt würden, ganz zu schweigen von der durch den Lohnausfall bewirkten allgemeinen Geschäftsflaue, dem Verlust des Transportgewerbes und der Eisenbahnen an Einnahmen für den Transport von Baumaterialien. Eine Generalaussperrung der Bauarbeiter würde ein großes wirtschaftliches Unglück, würde den Verlust von mehreren hundert Millionen bedeuten und einen wesentlichen Teil unseres wirtschaftlichen Lebens zum Stillstand verurteilen. Das Hauptinteresse an diesem Kampfe gebührt seiner Entwicklung in Berlin. Hier wird, wie schon oben bemerkt, augenblicklich ohne Tarif gearbeitet. Wurde doch die seitens der Arbeitgeber im Sommer zugestandene Lohnerhöhung von 150 Mark im Jahr von den Arbeitnehmern zurück- aeipiejen, da diese — und zwar im Widerspruch mit sozial- oemorratischen Geiverkfchafts- und Parteiführern — auf der gleichzeitigen Verkürzung der Arbeitszeit auf 8 Stunden bestanden. Die Arbeitgeber-Organisationen haben nun beschlossen, an keinem Orte Deutschlands einen Tarifvertrag abzuschließen, so lange nicht ein solcher für Berlin zustande gekommen sei. Sie setzen damit den Bauarbeitern Berlins die Pistole auf die Brust. Von auswärts sind für sie keine Unterstützungen zu erlangen, der Streik des Sommers hat ihre Kaffen arg geschwächt, und die Lage des Baugewerbes in Berlin, wo schon jetzt 13 000 Wohnungen leer stehen, muß für das laufende Jahr als ungün^ig angesehen werden. So befinden sich die Berliner Arbeitgeber gegenüber den Arbeitnehmern in der günstigsten Lage. Deshalb dürfte die Aussperrung hier nur kurze Zeit dauern, die Berliner Arbeitnehmer werden wohl oder übel den Mustertarif annehmen müssen urid damit das Beispiel geben für die Arbeiterorganisationen im übrigen Deutschland, wo ebenfalls die ungünstige Konjunktur des Baugewerbes den Arbeitgebern das Heft in die Hand gegeben hat. Von Recht oder Unrecht bei wirtschaftlichen Kämpfen zu reden, hat keinen Wert. Das Recht, seine wirtschaftliche Lage zu verbessern, kann weder dem Arbeitgeber, noch dem Arbcit- nehmer aogesprochcn werben, es fragt sich nur, ob er die Macht hat, diese Verbesserung durchzusetzen. Trotzdem können wir es uns nicht versagen, darauf hinzuweisen, daß eigentlich die Bauarbeiter selbst die Veranlassung zu diesem Kampfe gegeben haben. Sie haben, wie sogar der Leiter des Maurerverbandes und das Mitglied der Generalgewerk- schasts-Kommission, Silberschmidt, erklärte, in den letzten Jahren bei Ausstellung ihrer Forderungen nicht immer das Gefühl für das rechte Maß gehabt und dadurch diese Auseinandersetzung mit den Äroeitgebern zu einer Zeit, wo diese im offensichtlichen Vorteil sind, selbst heraufbeschworen. Nr. Erstes Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 11. März 1KLZ8 Der Siebener Anzeiger Bezugspreis: erscheint täglich, außer KW monatlich 75Pf., viertel- /I ä™»WWilk ibIlIIK 1 ZI II «IlIIJw I * monatl. Land» 5Bat: Hv W WW H MBL Zeilenpreis: lokal 15Pf^ vtrtschastltcheZeitftagen W Btii auswärts 20 Pfennig, ^rnsprech - Anschlüsse: O KU Verantwortlich (üt bte Redaktion 112, *r a w- v * w foto für den politischen Teil: SS» Gemral-Anzemer für Gberheffen » Hnnahme von Anzeigen 87 1 ® “•2anö*u”br®?Pcötä- hI vEuwgs'iouhQ Rotationsdruck und Verlag derVrühl'fchen Univ.-Vuch- und Ztstndruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchuistrahe 7. Anzeigenteil: H."Beck! 't rmw ■ 111 ■ Msawawtz—t * -i -? dieser von den Sunden der Väter zerbrochenen Vlärtyrerin (man weiß jetzt übrigens au5 Paulsens Erinnerungen an ihn, daß der Dichter bei der Zeichnung dieser Figur die Kindtzeit seiner eigenen Schwester Hedwig vor Augen hatte) hat Gertr. Eysoldt in allen Fasern bloßgelegt. Kaurn je erschien ein beivußter Zug, niemals auch nur die geringste Steigung zum Unterstreichen und sichtbaren Berdeut- licheii. Daß freilich in Momenten die Künstlerin den jugendlichen Nimbus verlor, daß sich wohl auch einmal im Laut eine größere Reife offenbarte, war unvermeidlich und kann den hohen Wert der erstaunlichen, bewundernswerten Kimstleistung nicht mindern. Wie ließ sie uns doch miterleben das instinktiv Ahnungsvolle, das Stückchen leise c ufeimenbe Romantik, das unbewußt Sehnsuchtsvolle, wie es die Ziviegespräche mit Gregers erfordern. Im ganzen ein gar töricht herziges Ding, das uns ergreift, weil es in so stunipfer Umgebung von so wundervoll reinerDtenschlichkeit geblieben ist. - Die Kunst der Gertrud Eyfoldt ist vollendetste Exemplisi« katioil psychodramalischer Atomistik, ist unteilbare Auflöiung bc3 im Dichterwerke verborgenen seelischen Urstosses. Neben der Genialität der Eysoldt brachten sich unsere Schau» fpieler so erfreulicher wie überraschender Weise zu verhältnismäßig vortrefflicher Geltung. Unter unfern Heimischen weitaus der beste war Wein gärtner. Er war der „Angeklagte" des Abends« 'Als Hjalmar gab er nicht sowohl den Poseur, den ,Ge- fühlskomödianten, den Menschen, der sich und' andere über die Armseligkeit seines Lebens täuschen will, als vielmehr den Atenschen, der sich und andere über seine Armseligkeit täuscht. 9lod) schwebt es über dem holden Toren wie ein freundliches Hoffen und Wähnen. Aber man^durchschaut ihn bald, wenn er die schönen Worte vom Greis int Silberhaar, von seiner Lebensaufgabe rc. nicht nut großspurigem Pathos, sondern als alltägliche Phrasen, nebensächlich, als durch Gewohicheit langweilig gewordene Deklamatiousworte spricht, bereit Sinn er längst nicht mehr nachdenkt. Das Feine an dieser Leistung Weingärtners, in dem wir, nach diesem Abend ist das vollends offenbar, einen ganz ungewöhnlich vielseitig verwendbaren, im Klassischen wie im Modernen gleich tüchtigen und eindringenden Künstler besitzen, ist die taktvolle Diskretion, das nie Zuviel, das Menfchlich-Allzu- menschliche, das Selbstverständliche, Unmittelbare, Reine, Naive. Zudem mangelt es ihm auch keineswegs an maßvollem Humor. Neben schlaffer Haltlosigkeit steht eine bezwingend drollige Liebenswürdigkeit in überzeugender Eintracht. Jedenfalls hatte W. diesen Virtuosen des Selbstbetrugs durchaus verständig auf- und an- gefaßt, chn auf die rechte einfache und einheitliche Idee gebracht. Seine kleinen Szenen mit der Eysoldt gelangen Gsell, dem Darsteller des Gregers Werte, am besten; die waren zu wahren Kabinetstückchen herausgearbeitet. Hier zeigte er so c was wie warmes brüderliches Mitgefühl für das verflackerte Halbfchivesterchen^ Sonst aber war der Ideologe etwas sympathischer, andererseitZ Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten. Der Riesentamps im Baugewerbe. (cif.) Für das deutsche Baugewerbe gelten eine An- uxi)t von Tarifverträgen, die feilens der Organisationen der Arbeitnehmer zur Zeit der günstigen Konjunktur den Arbeitgebern aufgenötigt wurden, und mit denen sich diese nur gezwungen einverstanden erNären tonnten. Jetzt, wo auch Ke Konjunktur im Baugewerbe eine sinkende Tendenz ein» reschlagen hat, suchen die Arbeitgeber von diesen Vertrügen ^oszukommcn und haben daher zum Teil zum 1. April d. I. die Vereinbarungen gekündigt. Nur in Berlin war eine Kündigung nicht nötig, da hier seit dem Streik des letzten Sommers, bei dem die Bauarbeiter unterlagen, ohne vereinbarten Tarif gearbeitet wird. Der deutsche Arbeitgeberbund hat nun einen für ganz Deutschland geltenden Mustertarifvertrag aufgestellt, der >ede Lohnerhöhung und Arbettszeitverkürzuug, sowie jedes Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer auf Bauten aus- ^chließt und eine allgemeine Geltung bis zum 31. März 1910 Haben soll. Die Arbeitnehmer weigern sich, sich auf diese Zeit zu binden. Einmal, weil sie hoffen, bei einem weniger ang dauernden Tarifvertrag günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen für sich herauszuwirtschasten, sobald die Konjunktur wieder steigt, und dann auch deshalb, weil sie fürchten, daß, wenn erst in ganz Deutschland ein Tarifvertrag von der nämlichen Dauer zustande gekommen sei, die Arbeitgeber sie durch eine Riesenaussperruna zwingen könnten, nach Ablauf dieses Vertrages zu noch ungünstigeren Lohn- und Arbeitsbedingungen zu arbeiten. So sind bisher alle Einigungsverhandlungen über diesen neuen Tarif an dem Widerstande der Arbeitnehmer gescheitert, ja, es hat sogar an einigen Stellen, wie in Heidelberg, Guben und Elberfeld-Barmen, der Kamps bereits begonnen. Zwar sollen nun am 16. März in Frankfurt a. M. die Vertragsverhandlungen für das Gebiet des Mitteldeutschen Arbeitgeberbundes fortgesetzt werden, aber es ist nur sehr geringe Hoffnung auf Einigung vorhanden. Kommt diese nicht zustande, so wäre damit nach den Beschlüssen des deutschen 'Arbeitgeberbundes das Signal für die Generalaussperrung der Bauarbeiter im ganzen Reiche gegeben, also nicht nur derjenigen, deren Tarife jetzt zum 1. April gekündigt sind, sondern auch derjenigen, deren Verträge, da sie auf eine andere Dauer abgeschlossen wurden, zum 1. 2lpril noch nicht tünbbar waren. Wird dagegen der Mustertarif ait» genommen, so gewinnen die Arbeitgeber die Möglichleit, bei I einem Ablauf am 31. März 1910, nachdem sie inzwischen alle übrigen Tarife mit anderer Kündigungsfrist durch diesen Nnstertarif ersetzt haben, den Bauarbeitern unter An- dwhung einer Riesenaussperrung ihre Bedingungen vor- tziischreiben. Da dann aber den Bauarbeitern eine Unter- Mtzung von nicht ausgesperrten Kollegen — solche gibt es dann nur noch im Auslande — abgeschnitten ist, werden sie sich wohl oder übel fügen müssen, und die Arbeitgeber schlagen aus diese Weise zwei Fliegen mit einer Klappe. Um die Bedeutung dieses drohenden Kampfes zu foürbigcn,, sei daran erinnert, daß die jetzige Kündigung 6er Tarifverträge sich aus etwa 300 verschiedene Orte er- sreckt, unter denen sich Frankfurt a. M., Mainz, Darmstadt, Dassel, Mannheim, Elberfeld-Barmen, Köln, Remscheid, Aonn, Düsseldorf, Krefeld, Duisburg, Essen, Bochum, Tort- Thninb, Hagen und Münster i. W, sowie Leipzig befinden. sei ferner daran erinnert, daß im Falle der General !bie mit burdi bi» Steigerung der Ansprüche der Industrie ver- vrsacht worben sei. Abg. Tt. Fulda kommt in längeren Ausführungen aus die fibon verschi. denen Rednern gegen ihn gerichteten Angriffe zurück. »Er volemifckrl zuerst gegen die Norwürfe des Abg. Tr. Gut- Fleisch bezüglich des hessischen Wahlrechts der Lehrern alle Dia- Icftü des Abgeordneten werde die Richtigkeit seiner, des Redners, Ausführungen nicht entkräften können. Er sei auch erstaunt, daß Sr. Gutsletsck) nicht mit einem Wort sich über die Wahlrechtsdemonstrationen geäußert habe. Ten Vorwurf des Abg. v. Brentano inbetreff der angeblich vom Redner begangenen Indiskretionen bezüglich der Wahlrechtsberatungen im Ausschuß Müsse er zurückweisen; der Seniorenionvent der Kammer habe auch ausdrücklich festgestellt, daß er, wie der andere Abgeordnete, der Mitteilungen daraus gemacht hatte, int guten Glauben handelte. Auch die Behauptung, dag die Minorität von der Sozialdemokratie vergewaltigt werden würde, wenn sie die Macht hätte, weist Redner zurück. Tie Sozialdemokratie sei stets für das Proportionalwahlsystem eingetreten. Neu sei ihm, daß Art. 75 der Verfassung so gar keine Bedeutung haben solle und keine Voltsrechte schmälere. Der Redner wendet sich dann ausführlich gegen den Abg. Tr. Osann. Wenn er gegen diesen persönlich geworden sei, so komme das nur daher, weil Tr. Osann zuerst gegen ibn persönlich ausgetreten sei. Er habe bisher nie etwas gegen diesen gehabt und sei auch nie als sein Rivale aufgetreten. Redner bespricht dann naher die Stellung der Sozialdemokraten zur Wahlrechtsvorlage und bestreitet auch dem Staatsminister gegenüber, daß bezüglich der Art. 110 und 75 der Verfassung nicht auch eine andere Auslegung möglich sei. Abg. Reinhart (auf der Tribüne schwer verständlicy) er- foibert auf eine Ausführung des Vorredners, daß zwischen ihm und seinen Parteifreunden Meinungsverschiedenheiten inbezug auf die Wahlrechtsvorlage eingetreten seien, daS sei keineswegs der Fall. Seine Partei wolle die seit über 80 Jahren bestehenden Rekommunikationsrechte opfern int Interesse des direkten Wahl- i rechts. Was die Ausführungen des Abg. Ulrich bezüglich des | Rechts der Straßendemonstrationen in England betriftt, so habe Redner in London festgestellt, daß dieses Recht dort nicht bestehe. (Hört!) Redner bespricht dann die Besoldungsordnung. Diese würde erst in zwei Jahren durchgeführt sein. Inzwischen aber müsse man Mittel und Wege finden, den Beamten, die schwere Not leiden, anderweit zu helfen. Vielleicht, indem man ihnen nach dem Vorbild von Baden und Württemberg eine Teuerungszulage gewährt. Redner bespricht dann auch die Reichs- sinanzrcform, daran anschließend die Fälle Büdingen und Offenbach und meint, er habe gar nicht gewußt, daß es noch Gesellschaften mit unbeschränkter Haftpflicht gebe (Zuruf: Noch viele!). Wie in Nieder-Mockstadt. Tas sollte von der Aufsichtsbehörde 9ar nicht zugelassen werden. Ter Abg. Ulrich habe bemerkt, haß die Lohnerhöhungen der letzten Jahre nicht alle Kreise betreffe. demgegenüber weise er auf die Calwerschen Zahlen hin, nach denen in Berufsgenossenschaften usw. über 8__ Millionen Arbeiter in Frage kommen. Es beweisen auch die Steuerlisten, daß -die Gruppen mit Mindestgehältern und Löhnen immer geringer werden. Zweifellos seien alle Bevölkerungstreise an dem allgemeinen Auftchwung beteiligt. Redner erinnert an eine kürzlich in Worms einberufene Versammlung, die sich mit der Notstandsarbeit beschäftigt hat. Es wurde da festgestelit, daß es Löhne von 9 und 10 Pfg. pro Stunde gebe, bis uachgewiesen wurde, daß es sich dabei um Arbeiter gehandelt hat, die überhaupt nicht gearbeitet hatten. Auch bas bewiese wieder, baß es der Sozialdemokratie nur darauf ankomme, Unzufriedenheit zu stiften. Bezüglich einer Aeußerung des Abg. Ulrich, daß zwischen ihm (Redneri und seinem Parteifreunde Osann Meinungsverschieben- cheiten bezüglich ber Frage der direkten Steuern bestehen, stelle er fest, daß keinerlei Verschiedenheit in den Anschauungen Osanns und den seinen bestehe. Redner kommt dann üuf die Verhältnisse in Frankreich zu sprechen, bas 60 Proz. Heiner Steuern burch direkte Staatssteuern aufbringe. Auf den Zolltarif zu sprechen kommend stellt er fest, daß ber Unterschied liit Getreide- und Brotpreisen zwischen 1903 und 1906 ganz minimale sind. Redner bient bann weiter mit Zahlenmaterial. Finanzminister Gnauth betont, bie Auslassungen des Vorredners lieferten einen Beweis für die Schnellebigkeit unserer Zeit. Man vergesse ganz, baß wir in Hessen doch erst im vorigen Jahre die Leamtenteuerungsvorlage durchgeführt hätten. !(Sehr richtig.) Wenn darüber geklagt würde, daß sich die Beamten dafür in keiner Weise bedankt hätten, so konnte man doch nicht erwarten, große Ovationen dafür zu ernten. Allerdings hätten sich die Beamten ioohl daran erinnern können, daß die Stände 700 000 Mk. an Gehaltsaufbesserungen bewilligten, rwn welcher Tatsache in den späteren Vorstellungen Ecin Wort erwähnt wurde. Man solle doch die Regierung MggwnBiii wimiiiMBani n—rri hitii» -ii vergrämter, seelentrank, voll Bitterkeit, zu gestalten. Gsell ist zweifellos ein ganz begabter, intelligenter junger Darsteller. Aber tr besitzt in den Bewegungen noch nicht das rechte Maß, er wirft feine Glieder gern nach allen Richtungen und hält es kür den Gipfel der „Natürlichkeit", die Hände fast ununterbrochen in den Hosentaschen zu verbergen. In seinem Gregers lag Ironie, die dieser Schwarmgeist aber durchaus nicht verträgt, mehr eigensinnige Hartköpfigkeit als weichherzige Jdealistik. Ten alten Ekdal gab Bakos ohite die innere Tragik des fEntgleisten, ohne groteske Phantastik, ohne die scheue zerknitterte Llengstllchkeit, dafür aber um so merklichere Zeichen einst vorhandener, jetzt iioch kaum gebrochener Kraft. In diesem tvaib- lounben wunderlichen alten Knaben steckt aber trotz der gelinden Karrifatur doch tief Wehmütiges, das Wehmut erwecken soll. Der ölte Werte, ein harter Mann von robustem Gewissen, ist für den mild Pastoralem zugeneigten Schmidt-Pauly iiimmermehr die rechte Aufgabe; doch man hatte keinen zweiten zii versenden. Tas Muskelstarke, Markige, Feste, Weltmännische, Eisigkalte machte also wohlwollender Freundlichkeit und zutraulicher Güte Platz. Helene Achterberg sprach gut, allem ihre Persönlichkeit ist zu anspruchsvoll für die einfache Gina. Tie ist ein leichtes Ding gewesen, hat aber etwas Dumpf-Niedriges, Beschränktes, und jetzt vollends etwas Naiv-Ehrliches, Opferwilliges, mibewußt Braves. Aber auch mehr sinnigen liebfraulichen Eigenreiz. All das sind keme Dinge für unsere Heroine. Erschütternd aber ist ihr Schmerzens- ausbruch an der Leiche ihrer Tochter. Ganz nett war Helene Schuman n als Frau Sörby nnb v. d. Becke ' hatte als Molvig eine köstliche Maske gemacht. Goll aber und seine frisch frei fröhliche Art ist zmn Relling nicht sonderlich geeignet. Der ist kurz, barsch, salopp, kraftvoll, urwüchsig, ja bärbeißig. Gareis hätte vielleicht besser auf diesen Posten gepaßt als unser liebenswürdiger Bonvivant. Auf bie Einübung des Schauspiels war von B a k o f ersichtlich größter Fleiß verwandt worden. Freilich wurde hier und da mit zu barten, grellen Farben gemalt, zy stark unterstrichen. Zusammen- spiel und Inszenierung zeigten aber doch den hohen Grad von Güte, der in unserm Theater jetzt das Uebliche geworben ist. das Publikum ivar, außer Abonnement, sehr zahlreich und sehr hingerissen und bezeigte der Eysoldt int Applaus gebührende Bewunderung. p. W. * — Kleine K u n stchroni k. Ludwig Fuldas Komödie „Der Dummkopf" (Buchverlag von Cotta in Stuttgart) fand int Neuen Schauspielhaus in Berlin bei guter Darstellung freundliche Aufnahme. — In Meran starb der Wiener Stomponift Josef Stritzko. Sein letztes Werk mar die Operette „Tip Top', die voriges Jahr im Theater an der Wien gegeben mürbe. — Die Nichte Adolf v. Ai e n z e l s schenkte dem bayerischen Staat 60 Werke Menzels, darunter 17 Oelgemälde. Tas Geschenk ist gedacht als em Zeichen der freundlichen Gesinnuiig, die Menzel für München hegte. — Tie französische Nationalisten bereiten heftigen Widerstand gegen bie Kreditforderung von 35 000 Francs für die Bei- fetzungs Zolas im Panlhson vor. Sie mollcn bie ganze Treyms- Affäre wieder aufrollen und Zola mit Bejchimpmngcn überschütten. — Der Gießener Theaterdirektor S t e i ii g o e 11 c\ hatte an den Herzog Georg von Meiningen zum Memiger Theaterbrande ein Beileidstelegramm entsandt. Der Herzog hat jetzt von Kap Manin aus feinen „wärmsten Tank für den ihn erfreuenden Ausdruck der Teilnahme eines allen Meiningers" drahtlich ausgesprochen. Anfertigung eleganter taDprte nach Mass. Erstklassige Verarbeitung. Tadelloser Sitz. Grosses Stofflager. an/s J. Pfeffer, Marktplatz. Reizende RechitenKinderwagen cingetroffen. — Allemverkaus ber berühmten Brennabor-K Inder wagen zu Original-Fabrikpreisen. . Angast itilbinger, jetji Seltersweg 79 (9teubau). zuv Abänderung ber Besoldungsordnung nicht drängen, wohl aber bedürfe sie der Ermutigung zu einer Steuererhöhung und von den dahingehenden Äußerungen habe die Regierung mit Interesse Kenntnis genommen. Tie Regierung lasse sich an Interesse für ihre Beamten von niemand hier im Hause übertreffen. Präsident Haas erinnert daran, daß die Generaldebatte jetzt in der dritten Woche noch fortbanert und möchte bitten, sich doch möglichst kurz zu fassen, da das Budget doch auch noch erledigt werden soll. (Sehr richtig.) Mit dem Reden allein sei doch nichts getan. Abg. Molthan erklärt sich gleichfalls dafür, daß man den gering besoldeten Beamten noch vor der Abänderung der Besoldungsordnung Unterstützung gewähren müsse, selbst auf die Gefahr hin, den Gedanken einer SteuererHöhung näher zu treten. Ten Ausführungen des Abg. Reinhart über die Wahlrechtsvorlage könne er sich mit seinen Parteifreunden anschlteßen. Man werde unter keinen Umständen den Standpunkt der Sozialdemokratie in dieser Frage unterstützen. Abg. Tr. Gut fleisch stellt fest, daß, in der Kommissions- sitzung nickt über die Gewährung des passiven Wahlrechts der Lehrer abgestimmt würbe, sondern nur eine vorläufige Feststellung der Stimmung stattfand. Auf die Anzapfungen des Abg. Fulda, der sich leicht vorher von deren Unhaltbarkeit hätte überzeugen Eönnen, wolle er nicht eingehen. Seine Ansicht zur Straßendemonstration könne er allerdings hören. Es komme ganz darauf an, welchen Zwecken sie bienen sollen, um sie zu erlauben, ober zu verbieten. In Gießen sei diese Frage noch nicht an ihn gestellt worden, dort denke man nichr ans Temonstricren, er tonne ihn aber auf das B. Tgbl. verweisen, das ja seiner Partei. sehr nahe stehe. Kört.) Alan solle doch burch derartige Dinge, bie mit unserem Etat gar nichts zu tun haben, nicht immer bie Debatte stören. Abg. Ulrich meint, er stehe auf bent Standpunkt, daß es gut wäre, den Geistlichen im Gemeinderat zu haben, um ihm Aug in Aug entgegentreten zu können. Tas jetzige System sei derart, baß Geistliche und Lehrer doch die „Macher" seien, ohne baß sie im Gemeinderat sitzen. Die Mehrzahl der Parteiredner sei immer bemüht, aus der Sozialdemokratie einen schwarzen Mann zu machen. Wenn der Abg. Reinhart festgestellt habe, daß die kleinen Beamten Not leiden, so sei dies bei den Arbeitern, die meistens noch weniger verdienen, noch mehr der Fall. Redner geht bann sehr ausführlich auf die Zahlen des Abg. Reinhart ein, denen er andere, namentlich bezüglich der Lebensmittelpreise gegenüberstellt. Ter Staat habe bie Pflicht, als anftänbiger Arbeitgeber auch anftänbige Löhne zu zahlen. Wenn man so lange warten wolle, bis die Reichs- sinanzreform durchgeführt ist, bann dürfte noch mancher graue Haare bekommen. Was er bezüglich der Straßenbemonstrationen in England gesagt habe, halte er aufrecht. Den Vorwurf an mangelndem Patriotismus müsse er zurückweisen. Er liebe sein Batevlaird m-ehr als Reinhart und Genossen, weil seine Betätigung Gefahren mit sich bringe, während die Betätigung des Patriotismus der Herren Osann und Reinhart keine andere Gefahr bedeute, als höchstens mit einem minderwertigen Orden ausgezeichnet zu werden, als wie ein Zirkusdirektor. (Heiterkeit. Prüf ident Haas ersucht den Redner, bei der Sache zu bleiben.) Weiter meint Redner, bezüglich des Vorwurfs, daß er republikanisch gesinnt sei, gewiß sei er Republikaner, weil er die republikanische Staatssorm für besser halte, wie die monarchische. (Hört! Hört! Unruhe.) Schließlich widmet Redner ber Tätigkeit der Sozialdemokratie in diesem Jahre ein längeres Loblied. Präsident Haas erklärt daraus die Generaldebatte über den Etat für beendet. Nach Eintritt in die Spezial- beratung wirb Noch der Vorbericht zum Finanzausschußbcricht und bie erste Hatstüabteilung, Reste aus früheren Jahren, genehmigt nnb darauf bie Sitzung um 2 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung Mittwoch früh 9 Uhr. Der Gesetzgebungsiiusschiuß ber,Zweiten Sttimmer_ tagte am vergangenen Freitag, um über bte Ausführungsbestimmungen zu bem Schlachtoiehgesetz zu beraten. Es wurde eine Verständigung erzielt. Gestern trat der Finanzausschuß ber Zweiten Kammer mit den Regierungsvertretern Minister Braun und Ministerialrat Best zusammen, um über das Fürsorgegesetz zu beraten. Nachdem in der letzten Sitzung die Regierung gebeten worden war, festzustellen, ob es möglich sei, die seither in der Invalidenversicherungskasse gezahlten Beiträge in Höhe von zirka 90 000 M. der Fürsorgekasse zu erhalten, hatte die Regierung heute einen entsprechenden Entwurf vorgelegt, bem die Möglichkeit geschaffen werben soll, diesem Wunsche nachzukommen. Hierzu ist allerdings noch die Zustimmung des Reichsver- sichemngsamtes, sowie des Bundesrates' nötig. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 10. März. Em Dummerjungenstreich. Kurz vor Weihnachten tarnen bie 1 3 jührigen Schüler K. V. unb K. L. in Alsfeld mit noch zwei strafunmün- bigeit Jungen an einem außer Betrieb befindlichen Brauereikeller vorbei. V. öffnete durch Hineinreichen und Zurückschieben eines Riegels ein Fenster und stieg ein. Er fand verschiedene Eisen stücke und Mefsinggegenstände, die er dem anderen hinausreichte. Tie Jungen beschafften sich einen Handwagen, auf dem sie ihre Beute fortfuhren. Unterwegs wurden sie abgefaßt, so daß sie iljr Vorhaben, das Metall an einen Althändler zu verkaufen, nicht ausführen konnten. Tie Folge war eine Anklage wegen schweren Diebstahls, dessen Ausführung beide geständig sind. Ter Vater des B. brachte vor, sein Sohn habe als sechsjähriges Kind durch einen Sturz auf den Kopf eine Verletzung baoongctrageit und müsse geistig nicht normal fein. Beweise dafür konnte er nicht angeben. Der Junge stottert zwar und ist nicht in der Sage, das Schulziel zu erreichen. Tas ist aber nach Ansicht des Lehrers daraus zurückzuführen, daß der Junge faul war und es zu Hause an der nötigen Erziehung fehlte, da der Vater tagsüber an der Arbeit fein mußte und die Mutter lange Zeit krank war. Ter Vater des L. ist früh gestorben und Der Zunge wächst feiner Mutter, die als eine brave Frau geschildert wurde, über den Kopf. Tas Gericht bedauerte, daß es nach den gesetzlichen Bestimmungen gezwungen ist, auf Strafe erlernten »u müssen. Tie Sache wurde sehr milde aufgefaßt und auf die Mindeststrafe von je einem Tag Gefängnis erkannt. Sleuerstrafe». Ter K a u f m a n n A. U. aus Reichmannsdorf hat für die Rheinische Essigfabrik zu Nieder-Olm in Nieder-Erlenbach Privatpersonen ausgesucht, um Bestellungen auf Weinessig entgegenzunehmen, ohne im Besitze einer Legitimationskarte bezw. eines Wandergewerbescheines zu sein. Tas Amtsgericht ließ ihm einen Strafbefehl zugehen, weil er feinem Geschäft nach- ging, ohne feine Legitimationskarle bei sich zu führen und die Venvaltuugsvehörüe schickte ihm ein Strafmandat über 30 Mart und Nachentrichtung von 15 Mk. vorenthaltener Steuer, weil er ein Gewerbe im Umherziehen betrieben habe, ohne: int_ Besitze eines Wandergewerbescheins zu sein. Beide Sachen ließ er rechtskräftig werden und bezahlte die Strafen. Nuu- mehr wurde die Steuerbehörde gewahr, daß er überhaupt keine Legitimationskarte besaß und sie ließ ihm unter diesem Gesichtspunkte einen weiteren Strafbescheid in Höhe von 20 Mk. und Nachentrichtung des vorenthaltenen Stempels von 5 Mk. zu- gcheu. Hiergegen trug er gerichtliche Entscheidung an unb das Schöffengericht gelangte zum Freispruch, da eine weitere etraimrfofgung unzulässig sei. Auf Wunsch der Verwaltungsbehörde, die von der Ansicht ausging, bie Bestrafung schließe Die Verfolgung aus einem aubernt Gesickstspunkle nicht aus, focht die Maatsaitwaltschaft das Urteil an. Tie Entscheidung bet Strafkammer soll, sofern eine weitere Verhandlung nach Prüfung der Sache nicht mehr notwendig (ent wird, demnächst verkündet werden.. * * Eine VerfichLrungsgeschichte. Turch Strafbefehl des Amtsgerichts Herbstein wurde der Landwirt P. G. von Jlbeshaufen beschuldigt, daß er einen Arbeiter zur Einbringung der Heuernte angenommen habe, ohne ihn zur Krankenversicherung anzumelden. Jnsolge Einspruchs stellte das Schöffengericht fest, daß der l'lngeklagte den Arbeiter am 2-1. Juni vor. Js. mtgenommen hat. Er wurde am ersten Tage krank und war bis zum 28. des solgeitden Monats arbeitsunfähig. Ter Arbeiter hatte angegeben, er habe einige Tage vor seinem Eintritt mit dem Angeklagten verabredet, wieder wie in den Vorjahren bei der Heuernte zu helfen. Ter Lohn sei nicht vereinbart worden, doch habe er angenommen, er bekomme für 14 Tage bis drei Wochen dauernde Arbeit wie in den Vorjahren 40 Mk. Ter Angeklagte dagegen behauptete, den Arbeiter nur aushilfsweise beschäftigt zu haben, der Abschluß dcs Arbeitsvertrags sei durch die schon cuu- ersten Tage erfolgte Erkrankung nickt möglich geworden. Nach den bestehenden gesetzl'chen Bestimmungen müssen die in der Landwirtschaft beschäftigten Arbeiter versichert werden, wenn der Ai- beit^Dertrag nicht auf weniger als eine Woche beschränkt ist. Tas Schöffengericht gelangte zum Freispruch, da es nicht für festgestellt hielt, daß zwischen beiden eine Einigung über den Lohn zustande gekommen war: auch hielt es nicht für ausgeschlossen, daß der Arbeiter für kürzere Zeit als eine Wock)e beschäftigt werden sollce, zumal bei seinem Eintritt die Heuernte schon im Gange war. Dieses Urteil wurde von der Staatsanwalt- Ickwst angefochten und die Berusungsverhandlung ergab, daß der Arbeiter im Jahre 1905 für bie Tauer der Heuernte zr einem Akkordpreis von 40 Mk. angenommen Wurde. Im Jahre 1906 Wurde nichts vereinbart und der Arbeiter erhielt nach Schluß der Heuernte wieder 40 Mk. Es mußte deshalb angenommen werden, daß beide Teile einig waren, daß für das Jahr 1907 der Arbeiter wieder für die ganze Heuernte engagiert fei unb dafür 40 Mk. erhalte, zumal er eine Schuld von etwa 30 Mk. abzuverdienen halte. Tazu tarn noch, daß der Angeklagte die übrigen Arbeiter, die weniger als eine Woche bei ihm in Arbeit standen, ausdrücklich darauf aufmerksam machte, daß und aus welchem Grunde ihre Versicherung nicht ftattfiube. Ta das Gericht ein Verschulden des Angeklagten für erwiesen hielt, mußte Bestrafung eintreten. Angesichts des Umstandes, daß die Angelegenheit für den Angeklagten noch weitere finanzielle Nachteile hat, ließ ihn das Gericht mit einer Geldstrafe vo n drei Mark durchkommen. * Schwurgericht: Fall Gottmann: Im Interesse meiner Klientin halte ich folgende Klarstellung Ihrer gestrigen 9!otiz über die Schwurgerichtsverhandlung für angezeigt: Tiie Geschworenen erkannten die Angeklagte der vorsätzlichen T ö t u n g ihres Kindes (Strafrahmen: 3—15 Jahre Zuchthaus) für nicht schuldig, weshalb die Beantwortung der Ne- benfragc nach mildernden Umständen (Strafrahmen zwei bis fünf Jahre Gefängnis^ gar nicht erfolgte, sie bejahten aber die von mir veranlaßte Hülsssrage: ob die Angeklagte schuldig sei, durch Fahrlässigkeit den Tod verursacht zu haben (Strafrahmen: 1 Tag bis 3 Jahre Gefängnis). Die Angeklagte erkannte die Strafe von neun Monaten Gefängnis, anzüglich 1 Monat Untersuchungshaft, alsbald an. Raab, Rechtsanwalt. Aus deu Alpe». Tie Lansenjochhütte der Sektion Bayerland im Kar- wendelgebrrge ist durch eine Staublawine weggerissen worden. Tas ganze Mobiliar ist vernichtet. Ter Sck>aden beträgt 45 000 Mk. Am 9. Vkirz wurde der Architekt Koch aus S t. M o r i tz auf einer Skitourin der Val Tuora in der Nähe der Klubhülle bei Pickefch durch eine Lawine verschüttet. Von Berguen und St. Moritz sind Rettungskolonnen abgegangen. Koch.würbe tot aufgefunden. Bei einer Skitour auf dem Patfcherkofel (Tirol) wurde der Student Eduard Speck aus Wien von einer Lawiueve r- schüttet; am anderen Tage von einer Rettungsexpedition noch lebend aufgefunben worden. Speck war von der Lawine in die Tiefe gerißen worden, aber an einem Baum hängen geblieben. Er konnte sich zwar selbst herausarbeiten, aber infolge der Verletzungen nicht nach der Schutzhütte zurückkehrcn. Tie Rettungsexpedition brachte Speck, der außer Konttisionen schwere innere Verletzungen erlitten hat, nach der« Innsbrucker Klinik. TeäefoGMseläw des Giessener Anzeigers, initge und Jndustr Frankfurter »ör 3^% Reichsanleihe . . 92.20 3% do. . . 82.65 3^°/0 Konsols .... 92.30 3-6 do. .... 82.60 3>6°/o Hessen 91.50 °/o Oberhessen . . . 92.00 4-z Uesterr. Goldreute. . 99 25 4l;8 % Oesterr. äilberreute 100.10 4-o Ungar. Goldrente . . 94 30 4% Italien. Reute . . . 103.60 3-6 Portugiesen Serie I 61.20 3-6 Portugiesen „ III 61.30 4>2°/o russ.Staatsanl. 1905 94 00 4>6U/O Japan. Staatsanleihe 87.45 4-6 Conv. Türken von 19Uu 94.90 Türkenlose 150.60 4-6 Griech. Monopol-Anl. . 49.70 4-6 äussere Argentinier . 86.00 3°/0 Mexikaner .... 65.80 4>aL/o Chinesen .... 96.15 Aktien: Bochum Guss 198 40 Buderus E. W 112.50 Tendern.; fest. Zierliner Börse, ] Cauada E. B 145.20 Darmstädter Bank . . . —.— Deutsche Bank .... 237.70 Dortmunder-Union C. . . 56.30 Dresdner Bank .... 137.40 Tendenz: schwach. teilt von der Bank lür Handel ie, Giessen. se, 11. März, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 119.UÖ Elektriz. Schlickert . . . 103.70 Eschweiler Bergwerk . . 206.40 Gelsenkirchen Bergwerk . 184.30 Hamburg-Amerik. PaketL 112.70 Harpener Bergwerk. . . 195.00 Laurahütte ..... 209.50 ISordd. Lloyd 100.40 Obeischles. Eisen-Industrie 96.00 Berliner Handelsges. . . 158.70 Darmstädter Bank . . . 124.30 Deutsche Bank .... 238.00 Deutsch-Asiat Bank . . 159.00 Diskonto-Kommandit. . . 175.60 Dresdner Bank .... 137.10 Kreditaktien 202.50 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 81.30 Gottbardbahn — •— Lomoard. Eisenbahn . . 26.65 Uesterr. StaatsDahn . . . 143.90 l’rince-Henri-Eisenbahn . 118.50 L. Mälz. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 195.20 Laurahütte 210.00 i.umbarden E. B. ... 26.80 N'ordd. Lloyd .... 100.50 l'ürkenlose 150.60 Erst durch die Marke Meßmer haben viele den hoben Genuß, den feiner Tee Tür wenig Geld bietet, kennen gelernt und sind Xcctrinter unö Empfehlet' ber '.Warte geworben. 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Die Bank für Handel und Industrie ist zur Anlage von Mündelgeldern geeignet erklärt worden. ich folgende tz» MlzeuchisvuKr agte der voijä :B-15 Jahres mtDorlung dei L ahmcn zwei bis ji bejahten abu Angeklagte jchH rerurjachl zu ock is i. Tic Angells Kefängnis, ai>;^ , Rechtsanrvalt 7 rm Eiche-Stöcke. Zusammenkunft im Distrikt Hohenberg Ruppertsburg—Wetterfeld. NB. Das zerstreut sitzende Dürrholz im Die am 8. d. MLS. hierfelbft abgehatteue NutzholLversteigerung ist genehmigt. Cu/a Hohensolms, bett 7. Marz 1908. Der Bürgermeister Huttel. Gießen, den 22. Februar 1908. Großherzogliches Amtsgericht. Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank). 76 rm Eiche-Knüppel, 258 rm Buche-Reisig, Reisig, 37 rm Buche-Stammreisig, 50 rm wald (Weides) wird unvorgezeigt beim Feuer- Für diejenigen Steigerer, welche mit der Bahn Hungen —Mücke kommen, wird an der Haltestelle Wetterfeld ein VttdinMH voll WkMleituiigß: Arbeiten. Die bei Herstellung des durch die unterzeichneten Behörde projektierten und zur Ausführung kommenden geineinschaftl. Anschlusses für die Wasterversorguug der beiden Gemeinden «tantzcnrod (Kreis Gießen) und Lchuheim (Kreis Alsfeld) an das durch den Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen projektierte und im Bau befindliche Gruppenwasserwerk für die Gemeinden Bersrod, R e i n h a r d s h a i n, Lumda und Beltershain erforderlichen Arbeiten und Lieferungen 11** vd ■ • 1 ‘ ■" , Bisea-Iudastne iandelsges. • • er Baut . • ' Bank . - ' ' sjat- Bauk • ■ iomujaudiU - Hauk • • ‘ ‘ eu - . nnd Ohio- bu abu • ■ ‘ , j-iseubaiu* • *5*»^ IUi ". mv otVj..-; I. Donnerstag, den 12. März l. Js., vormittags Uhr, in den Distrikten Hohenberg und Buchwald: 345 rm Buche-Scheiter, 3 rm Eiche-Scheiter, 5 rm Eiche-Nutzknüppel (2,5 m lang), 224 rm Buche - Knüppel, 76 rm Eiche-Knüppel, 258 rm Buche-Reisig, 89 rm Eiche- Zwangsversteigerung. nachstehend bezeichneten Grundstücke, die zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Rainen des Philipp Rhodius und dessen Ehefrau Luise geb. Spahr als Gesamtgut der Errungenschaftsgemeinschaft im Gründlich eingetragen waren sollen Donnerstag, den 30. April 1908, nachmittags 3^ Uhr durch das unterzeichnete Ge- :iä)t auf dem Ortsgericht zu Klein-Linden verstelgert werden. Die Versteigerung erfolgt im Weg dec Zwangsvollstreckung. Der Versteigerungsvermerk i,t am 12. Februar 1908 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Ver- stügerungsvecmerks aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, sind sie spätestens im Versteigerungstermin vor dec Aufforderung zur 'Abgabe von Geboten bei dein unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verölung des Versleigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehen- te§ Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Aecsteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegen- siandcs tritt. Ortskrankenkasse Gießen. Sonntag, dcn 15. l. Mts., vormittags 10'/- Uhr findet in Stcin's Garten eine von der Gesellschaft für soziale Reform arrangierte Versammlung stalt, in welcher Herr Prof. Stier- Sa-mio über „Dringende Reforaien der Arheiterver- Niclaernng" sprechen wird. In Anbetracht der Wichtigkeit und Aktuellität des Themas ersuchen wir unsere Qassenmitglieder wwie Arbeitgeber sich recht zahlreich in der Versammlung emnnden zu wollen. Diskussion findet nach dem Vortrag statt. Cu/3 Der Vorstand. jjergfftfk- ’Ä '"E 37 Fstm. Grubenholz, 19 Fstni. Eiche-Derbstangen, 38 Fstm. Fichte-Stämme, 19 Fstm. Fichte-Decbstangen, 40 Rm. Buche- und Eiche-Scheiter, 30 Rm. Buche- Knüppel, 160 Rm. Buche- und Eiche-Reiser, 80 Rm. Buche- und Eiche-Stöcke. Zusammenkunft bei Stamm- Rr. 1. Trais-Münzenberg, den 8. März 1908. Markmeister: Häuser. Bekanntmachung. Die Lieserung von etwa . . ... i 100 Zentner Streustroh lRoggenitroh, Mafchmcndrusch) für das Üüdtischc Schlachthaus ist zu vergeben. , ... ... Mn entsprechender Aufschrift versehene Angebote und bis 15 d. Akts, bei uns einzureichen. B /» Gießen, den 6. März 1908. . Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum ______ - st »'£nkra| lv Nach d:n j ,6ie in b'r I tonn bÄ beschränke sH ba es nichl W ;“li9ung üb([ d ■ 015 ein? yü ■ "r EtaatsrnLL T'T Mk blt, Öeuenue ; 9m beun erhielt deshalb £ r-n' M für v Seuernte s er eine Sfr M kam noch, v. iget als eine ojwuf aufmerS Belieferung nj 11 kd Neflay .en. Angesichts 1 llngellügten y n das Geich - 'nrchkominen. Nächsten Freitag, den 13. März, vormittags 10 Uhr kommt in hiesigem Markwald nachstehendes Holz zur Versteigerung: 1588 21 Fstm. Eiche-Schnittholz geeignet zu Glaserholz. und zwar: Hochbehälter in Stampfbeton (100 cbm Rutzinhalt), Röhrengräben (ca. 9500 cbm Aushub), Rohrlieferungen und Verlegungsarbeiten (1650 m 100 mm, 4650 m 80 mm l. W. Hauptleitungen, 135 Hausanschlüsfe mit Mannesmannröhren) durch fchriftl. Angebot vergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bei der unterzeichneten Behörde, letztere auch bei den Großh. Bürgermeistereien Stangenrod und 2ehnheim einzusehen; Bedingungen iind Angebotsvocdrucke gegen ganz freie Einsendung von 1,50 Mk. (nicht in Briefmarken) für jedes Los nur von uns beziehbar. Angebote sind vecschl. und mit entspr. Aufschrift versehen, aus der die Los-Nr. und der Unternehmer zu ersehen ist, bis spätestens Mittwoch den 25. März 1908, vorm. 12 Uhr auf unserem Bureau: Frankfurter Slr. 29 einzureichen, woselbst auch die Eröffnung der Angebote um diese Zeit in Gegenwart der erschienenen Bieter ftattfinbet. Es können nur Angebote auf Vordrucken ohne Textänderungen und Zusätze Berücksichtigung finden. Freie Auswahl bleibt ausdrücklich Vorbehalten. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. — Gießen, den 10. März 1908. B'7» Großh. Kulturmspektion Gießen. I. V.: Wallek. Führer bereit stehen. II. Freitag, dcn 13. März l. Fs., vormittags 10 Uhr, ui den Distrikten L a ngenber g u. Bürgelberg: 63 rm Buche-Scheiter, 223 rm Buche-Knüppel, 35 rm Eiche-Knüppel, 1,5 rm Aspe-Knüppel, 3,5 rm Fichte-Knüppel, Hl mi Buche-Astreisig, 325 rm Buche - Stammreisig (in Schichten), 22 rm Buche - Stöcke, 5 Stück Fichten - Stämme mit 1,05 Fm., 3 Stück Fichten-Derbstangen mit 0,16 Fm., 4 Stück Eschen-Stämme mit 0,41 Fm., 24 Stück Esche- Derbstangen mit 1,16 Fm. NB. Das Holz wird teils vor-, teils unvorgezeigt versteigert. Nähere Auskunft erteilt Forstwart Steinbach dahier. Zusammenkunft im Distrikt Langenberg (Kuhtrieb) am neuen Schießstand. Ruppertsburg, den 4. März 1908. 1604 Großherzogliche Bürgermeisterei Ruppertsburg. h aus ol Mm r Whe her tofc ttet. Bon M langen. Äod) .eö ckosel Tirol) iö ier LawiiiiM iung^l^iüat: i bet Lawine es aum häilg"K nisarbeiieu, ara» Ute zurüllkchrm A th'iltujioncn |Ä® nnjbrmtet ieriGiite er Bank IUr W n, 1® .1U aluneyer. • • *. ehuckert . ■ ■* Bemerk . ■ jeu Bergwerk - Bergwerk. • ■ MdtVer ArSeitöllachiveis Cießell. Gartcuttrane 2, Zimmer 2. (-5 können eingestellt werden: '' a bei bieslaen Ärbertaebern: 4 Schneider, 1 jüngerer Kellner, 3 Bauschlosier, o Lauffrauen, 3 Diensnnüdchen, 1 Nüchenmadchen, 20 Zigarren- bezw. Wicket- ingäer, 3 jüng. Hausburschen, 1 Zlgarrensoruererrn, 2 Putzirauen, 2 ’ychrünne-,C l^udjbinber gegen Vergütung, 2 Drucker, 1 Färber 1 Tapezierer, 1 Schlosser gegen Vergütung, 1 Schreiner, 1 Koch, 1 Schuhmacher, 1 Lehrmädchen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: . 1 Sattler und Tapezierer, 1 Bamchloher, 1 landwirtschaftliche Arbeiterin, 1 Schreiner, 1 jüng. Schneider, 1 Frueur. Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Schmied. ß C'5 ^ImibimrfidmriL Arbeiter, 2 Fahrburschen, 1 Glaser, 1 Heiser, 1 Buchbinder, 2 Schlosser, 1 Kellner, 1 schreiner, 2 ^echbmder, 1 Aiascinuenarbeiter, 8 Arbeiter, 1 Backer, 1 HauSbunche, 2 Hausdiener, 1 Zeitungsträgerin, 2 Lauffrauen, 1 Putzfrau, 1 Haus- '____ Emil Groffer Steinwea 14 Bau- n. Weriftatt-Zpenglertt Anlagen von Gas und Wasser Koifipl. Hanseutwässerungen re. Billige Vreiie. llirot 5tosLenarr,chläge Bezeichnung der Grundstücke. Grundbuch für Klein-Linden Band IV, Blatt 259. 1. Flur 1 Nr. 651 /10 Hofrcite im Ort 176 qm Mk. 1200 2. , 1 B Ö57/10 U * u 98 H " 12QQ9 Mk. 1320U Wasmuß einjungesMädclieo vorund vonder Ehe wissen? Was muß BiiiB junge Frau in M Ehe wissen? Von 5-tqu Dr. E. von Szczepanska H—14. Tausend. Preis 80 Pfg- _ 1(i07 Verlag von Hans Hedewig’s Nacbf.» Leipzig. Diese beiden Bücher der geschätzten Verfasserin mühten in jeder Samile, rv?Töchter vorhanden sind, und bet allen Neuvermählten zu finden sein. Es smd wirklich legensrelche Bu^ und gute Ratgeber, denen viele iunge Mädchen nnd «zrauc.r das Glück in der Ehe zu verdanken haben. 3u haben in allen Buchhandlungen. taatso^u- 1 $ un.Kjseubabu Giessen, Johannesstrasse 1 » , „ - ■ , , rri < • am neuen Stadttheater. Bank ftSF Handel UHCS MOUSiS'SS Depositenkasse Giessen Bekanntmachung, die Reinigung der Schornsteine verreffend. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, bat? vom 1. Avril 1908 bis dahin 1909 der südöstlich der ^trat?e oonSrant: (iirt nach Marburg gelegene Stadtteil dem Kanunseger 81erl, und 'er nordwestlich dieser Straße gelegene Stadteil dem Kaminteger 3tvcid) zugeteilt worden ist. Giegen, den o. Marz 1908. . ü '3 Grobherzogliche Bürgermersteret Gießen. _ Meeu m._______________2_____ Bekanntmachung. In unser Gcnosfenschaftsregistec ist heute bei der Spar- rnb Darlehnskasse, c. G. m. u. H. zu Langsdorf eingetragen ivorden: Johannes Lehrmund und Adam Roth IV. beide ju Langsdorf sind aus dem Vorstand ausgetreten, und an ihre Stelle die Landwirte Heinrich Schmalz II. zu Langsdorf und Johann Georg Roth V. zu Bettenhausen in benj Vorstand gewählt. Bu/s Lich, am 9. März 1908. Großherzogliches Amtsgericht.i Holzverfteigerung in den Waldungen der Gemeinde WieseL. Samstag, den 14. ds. Mts., vormittags 10 Uhr beginnend, sollen in den Distrikten Heide, Badenburger Wäldchen, Teufelspfütze, Essigpfad und Rehecke nachverzelchnete Holzsortimente versteigert werden: 5 Erlen-Stämme mit 1,65 Fm., 1 Lärchen-Stamm nut 0,15 Fm., 73 Fichten-Derbstangen mit 4,15 Fm., 49 Jlchten- Reisstangen mit 0,80 Fm., 4 rm Buchen-^>chelthvlz, 6 rm Eichcn-Scheitholz (für Küfer geeignet), 6 rm Klefecn-Schelt- h0(, 10 rm Buchen-, 7,6 rm Eichen-, 6 rm Kiefern- und 1 rm Fichte-Knüvpelholz. 2620 Wellen Buchen-, 1640 Wellen Eichen- 140 Wellen Erlen-, 190 Wellen Kiefern-, 100 Wellen "ärchen- und 190 Wellen Fichten-Reisig, 2 rm Fichtcn- Slvckholz. Die Zusammeiikunft ist auf der Straße nach Lollar am Distrikt Badenburger Wäldchen. Wieseck, den 10. März 1908. Bu/3 Großherzogliche Bürgermeisterel Wieseck. S ch o m b e r.________________ 9.RP. n u coffeinfreien Kaffee (Schutzmarke Rettungsring) Tages-Ordnung: 1502 Der Vorstand. ,B1TÄ' Man verlange Spezial-Offerte über: Kaffee - Handels - Aktien - Gesellschaft, Bremen. 2c ^0! Verlobte! D9/= Verlag von Emil Roth in Giessen. Be/iebtesle Fla sch en füll ung. (o^nacbrennerei Scharlachberg o Bin gen' Rh. SS“/, 5* bs7i Aachen ist benihmtdurch Kaiser ä Houbens Gasheizofen 7>‘*. •'’*? CoffeTnfreler Kaffee tet dem durch besondere, In Verfahrenderschädliche entzogen ist Durch diese Aroma noch Geschmack wirklicher Bohnenkaffee, vielen Staaten patentierte Bestandteil, das CoffeTn, Verfahren werden weder ungUnstig beeinflusst M iiL L ß.2 l Landwirte! Legt Allen leidenden und nervösen Personen, die dem Genüsse von Kaffee bisher entsagen mussten, empfehlen wir unseren Marburg, den 7. März 11)08. Der Konkursverwalter: ______________Auth, Rechtsamvalt. Daher vollster Kaffeegenuss ohne schädliche Nebenwirkung! 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Des weiteren steht zum Berkaus eine fahrbare Schrotmühle, System Banfard & LonS Ro. 4 mit noch ganz neuen Mahlscheiben. Ebenso drei sahrbare .^treissägen zum Langholzschneiden und mit Rollnsch für Brennholzschneiden eingerichtet, nebst den dazu gehörigen Blättern. Endlich ist zu verkaufen ein sechzehnpferd. elektrischer Dynamo- Motor, fahrbar, nebst ea. 90 Meter Kabel (erst 15 Wochen im Gebrauch), sowie eine Zentrisugalpumpe mit den dazu gehörigen Rohren und Saugkorb. Zu sämtlichen Dreschgarnituren ist das gesamte Zubehör, Winden, Treibriemen, Schlüsseln pp. vorhanden. Zu jeder weiteren Auskunft, sowie zur Annahme von Geboten ist der Unterzeichnete bereit. Agenturen in Giessen: Carl i Loos. Grünberg: Julius Carl. Fried- berg: Isidor Schulhof.____________1)'°/, I Das Melken Eine Preisschriit Nach dem dänischen Original von J. Petersen „Malkearbejdet“ üebersetzt und Herausgegeben von C. Wulff. Dritte verbesserte Auflage. Mit Anhang: Milch-Merkblatt herausgegeben vom Kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin. Einzelpreis: 50 Ffge. 25 Exemplare Mk. 10. 100 Exemplare Mk. SO Empfehlung;: a971*1 Alsfeld, den 25. Februar 1908. An Herrn Emil Roth, Verlagsbuchhandlung, Giessen. Auf Ihr gefl. Schreiben vom 19. d. Mts. teile ich Ihnen erg. mit, dass ich das mir zugesandte Schriftchen: „Das Melken“, durchgesehen habe. Das Büchelchen ist kurz und bestimmt gefasst, vertritt den heute angenommenen praktischen und wissenschaftlichen Standpunkt, ist vor allem leichtverständlich geschrieben. Man könnte dasselbe daher zwecks weiterer Verbreitung nur sehr empfehlen. Vielleicht wenden Sie sich zu diesem Behufe au die landw. Vereine, Zuchtvereine usw. Hochachtungsvoll Leithiger. patentierte Rohrrinne in die Ställe, dann liegt das Vieh immer trocken. Die Jauche verschwindet sofort überall. Verstopfen unmöglich! Vertreter überall gesucht. Alleiniger Fabrikant für Deutschland WSSheSm Rinn VIII., Heuchelheim b. Giessen. 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