Nr. 258 Zweites Blatt 158. Jahrgang Montag 2. November 1908 Erschein! küglich mit thiBnafeme des tzonnkagA. Die ..»teyener ZamtttendlStter- werden dem .Anzeiger^ otcnnal wöchentlich beigelegt, daS „Kzcisblati füi Oen Kreis Giehen" an Ausgaben für diese Jahre: 1909 1910 1911 1912 1913 in Millionen Mark 2500 2677 2854 3030 3206. Da nach der Entwickelung deS ^letzten Jahrfünfts in den ötekfren Jahren auf Einnahmen von 2181, 2249, 2320, 2393, 2469 gercckMet werd«: kann, so würden die Fehlbeträge 319, 428, 534, 637, 737 ausmachien. Es ist klar, daß eine derartige Entwickelung deS Bedarfs eine Unmöglichkeit wäre. Die Herstellung des finanziellen Gleichgewichts erfordert sowohl eine Einschränkung der Ausgaben wie eine Erhöhung der Einnahnnn. Die Ermäßigung des Bedarfs l>at sich in einer doppelten Richtung su bewegen. Neue Aufgaben dürfen vom Reick>e, so lange seine Finanzen nicht völlig geordnet sind, überhaupt nicht, oder doch nur in den Füllen allerdringendster dtonvendigkeit in Angriff genommen werben. Die Zukunftsausgaben für die bestehenden Tätigkeitsgebiete müssen nach Möglich- keit abgeniindert werden. Bon allen Ressorts ohne Ausnahme find in dieser Richtung Einschränkungen zu verlangen. Es ist zu diesem Behuf auf Vermeidung aller Luxusausgaben und der Einfachheit bei der gesamten Geschäftsführung hinzimrveiten. Dem weiteren Anwachsen des kostspieligen Bearntenapparates muß entgegen gewirkt toeri>cn, indem Befugnisse oberer Behörde:: an nndjgcürbnete Instanzen, Geschäfte fröfröret Beamten auf mittlere, sotchc von mittleren auf untere übertragen werden. Auch wird sich beim Abschluß von Lieferungsvcrträgen, Ausschreibungen von Submissionen und auch sonst durch eine mehr kaufmännische GeschäftSgebahrung an manchen Stellen sparen lassen. Immerhin locrden solche SparsaMkeitsbcstre-- bungen erst alllmählich wirken. Von unmittelbarer Wirkung dagegen wird es sein, wenn es gelingt, durch die in: Abschnitte 3 vorgeschlagene Neuordnung der Matrikularbeiträge die Ressorts zu nötigen, sich innerhalb bestimmter Zeit zur Verfügung stehender Mittel mit ihren Ausgabe:: einzurichten. Gleichwohl sind einer zu ivcitgehcndcn Beschränkung der Ausgabe:: durch den notwendigen Staatsbcdarf Grenzen gezogen. Deshalb ist cs geboten, sich über die Ausgaben und die Möglichkeit ifreier Deckung un nächsten Jahrfünste Klarheit zu verschaffen, d. fr. für diesen Zeitraum einen Ausgabe- und Einimfrneptan zu entwerfen, so große Schwierigkeiten eine annähernd richtige Veranschlagung zukünftiger Ausgaben u:ti> Einnahmen auf einen so langen Zeitraum hinaus auch bietet. Freilich rann eine gesetzliche Fixierung deS Planes nicht in Betracht Ibnunen, da sie tatsächlich nichts als eine Festlegung der Etats für fünf Jahre bedeuten würde, während der Plan gleichwohl der Macht der stets schwankenden Verhältnisse unterliegt. Um zu solchem Plane zu gelangen, war es zunächst erforderlich, sich über die voraussichtliche Gestaltung! des Ordinariums des Reichsfrausfralts-Etats in den Jahren 1909 bis 1913 klar zu werden. Es sind deshalb im Frühjahr 1909 unter Beteiligung der hauptsächlich in Betracht tommenben Reichsressorts die für die genannten Jahre zu erwartenden Ausgaben und Einnahmen soiveit dies möglich ist, im einzelnen im voraus veranschlagt worden. Danach ergab sich folgendes: 1909 1910 1911 1912 1913 Tausende Mart Summe der ordentlichen Ausgaben 2 404116 2 öl7 907 2 608 044 2 689 065 2 764 122. Bei diesen Ausgaben ist der gesetzlich festgelegte weitere Ausbau der Flotte, ferner die ebenfalls vorn Gesetz in Aussicht genommene Witwen- und Waisenversicherung berück- sichttgt, während die Mehrausgaben für die beabsichtigte Be- soldungsaufbe,serung zunächst nicht in Betracht gezogen sind. Angesichts jenes Umstandes, wird eine Steigerung der Ausgaben um 360 Millionen '.DlarE in fünf Jahren nicht als ungewöhnlich bezeichnet werden dürfen, zumal wenn man vergleicht, daß die Ausgaben in den Jarhen 1904 bis 1908 um 620 Millionen Mark gestiegen sind. Diesen Ausgaben gegenüber ist gleichzeitig die Summe der ordentlichen Einnahmen, wie folgt, veranschlagt worden. Summe der ordentlichen Einnahmen: 2181 365 2 249146 2 319 729 2 393 099 2 469 477 Somit ergibt sich ein Fehlbetrag von 222 751 268 761 288 315 295 966 294 560 Bei den Etatsverhandlungen für das Jahr 1909 wurde dann eine weitere erhebliche Ermäßigung der Ausgaben versucht. Und zwar mar eine solche Maßnahme um so mehr geboten, als gegenüber der bevorstehenden SSeranfcfrlGgung der ordentlichen Einnahmen für 1909 die Etatsbearbeitung eine Minderem:- naörnc von rund 61 Millionen Mark ergab, der auf bet Aus- Habenseite noch der Fehlbetrag aus dem Rechnungsjahr 1907 in Höhe von rund 13,8 Millioiren Mark hinzutrat. Durch Anwendung weitgehender Sparsamkeit in allen Ressorts ist es möglich geworden, die veranschlagten Ausgaben um 92,5 Millionen Mark und infolgedessen den vorstehend für 1909 ermittelten Fehlbetrag von 222 751000 Mark trotz der Herabsetzung der Einnahmen noch um 16 996 063 Mark zu ermäßigen. Während es unbedenklich erscheint, die süp 1909 erreichte Ausgab «Verminderung bei dem Voranschläge der Ausgabesteigerung in den Jahren 1910 bis 1913 zu Grunde zu legen, wäre es nicht gerechtfertigt, die Mindereinnahme von 6113,8 Millionen Mark in gleicher Weise aus die Einnahmeveranschlagung der gedachten vier Jahre sort- toirfen zu lassen. Eine dem für 1909 berücksichtigten Fehlbeträge aus 1907 gleiche Reserve braucht für die Jahre 1911 bis 1913 nicht vorgesehen zu werden. Die aus der herabgehenden Konjunktur für 1909 eUroartetc Mindereinnahme von 61 Millionen Mark wird für den Durchschnitt der Jahre 1910 bis 1913 auch nichts voll in Rechnung gezogen werden dürfen, sondern es wird bei dem außergewöhnlichen Charakter der gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse mit den Geboten der Vorsicht vereinbar sein, wenn man de:: Ausfall mit 2/a in Ansatz bringt. Die Fehlbeträge gestalten sich nunmehr in Tausenden Mark: 1909 1910 1911 1912 1913 205 755 235 764 241518 149169 247 854 Da beabsichtigt ist, im Auichcuß an das Zustandekommen der Besoldul^saufoesserung für Beamte und Offiziere, eine Aufbesserung der Manns chaftslöhnnng bei Heer und Marine eintreten zu lassen und die Kosten für Putzzeug und Reinigungsmatcrial aus die Reichstofie zu uuccncfrmcn, sind die dazu erforderlichen Aufwendungen den Fehlbeträgen wieder hin- Ku-urechnen. Sie betragen in Tausenden von Mackk: 225 483 255 594 261 449 269 202 267 988 Etatsjahr Lu Aber auch damit füiu die Ausgaben der Neuordnu ng Dlk' 75119 000 23 151 000 27 006 OCO 47 742 000 fvlgeiche Einnahmen in 24 256 24 256 25 966 25 966 25 966 14 500 14 500 4 500 4 500 4 500 Fehlbetrag: 28 404 000 41 230 OOJ 1913 457 104 1909 81 102 1910 85 632 1911 18 839 1092 1913 100 582 1909 18 737 991 1909 147 000 1911 90 380 1911 430 363 1910 402 000 1912 453 096 1911 434 000 1912 453 096 1912 449 000 1913 457 104 1913 457 000 1912 95 360 28 404 000 Mk. 41230 000 , 7ö 119 000 , 23 151 000 , 27 066 000 „ 1913 18 8 '0 1143 Einnahmereform gegenüber: 1910 Id 788 1'42 zusammen : 185 756 440 756 464 466 479 466 487 466 Danach ergiebt sich nachstehender Abschluß in Tarnende:: Mk.: in: Jahre 1909 „ , 1910 , , iyn , „ 1912 , , 1913 Ueberschuß: - 54 2g6 34103 26 370 30 362 d. fr. Ueberschüsse im Gesamtbeträge von 145 121 000 Atork können und sollen ohne wetteres zur T-ecknng jener 242 652 000 SDZarf, 19 728 19 830 19 931 20 033 <ür Heeresverwaltung f. Marlneverwattung zusammen: sonach die Fehlbeträge : Dieser Bedarf erhöht sich Durch Hjuzulritt nachstehcnüer neuer Maßnahmen: I. die Aufwendungen ans Anlaßder neuen Ge - haltsregelung werden voraussichtlich betragen in Tausenden 'Mark: Zu diesem Gesamtsefrlbetrage von 2 009 362 000 Mark treten dann noch Die obigen 242 652 000 Mark hinzu, so daß 2 252014000 Mark zu decken bleiben. An neuen Stenern: An neuen Matrikular- beiirägen: Jniolge'Aendernng des Anlecks der Bundesstaaten an der Erb- scha issteuer (§ 3 Avs. 1 d. Entwurfs): Sonach ergeben sich folgende, durch neue Einnahmen deckende Fehlbeträge: 2. die Erschöpfung des Invalide nfonds macht im sjahr 1911 die Einstellung von 20 Millionen Mark, Dom 1909 1910 1911 1912 1913 96 573 — — — — Ihnen stchen anschlagnMig aus der neuen Tausenden Mark mit für 1907 dazu treten für 1908 noch solche in Höhe von voranssichltlch ferner fehlt die^ Deckung für die im Jahre 1907 bewilligten Teuerungszulage nut . für die Zulagen des Jahres 1905 nebst Au3- gleichnngsbelrägen nut anlchlagmäßig . sowie, lalls die Bcjoldnngsanfbessernng ziistande koinnit, für die rückwirkend im Jahre 1905 zu gewährenden Ausbesserungen mit noch . für 1909 1910 Mk. 282 329 386 470 Berücksichtigung der zuletzt bercajn.. Marr in Tausenden Mark auf: 1909 1910 1911 282 329 386 470 430 363 Zieht man gleich hier von diesen Fehlbeträgen die von den verbündeten Regierungen nach; § 3 des Gesetzes vom 3. Juni 1906 (ReichSgcsctzbtott S. 620) gegebenenfalls zu zahlenden ungedeckten Matriiülarbeiträge mit den: Höchstoctrage von 48 Pfennig auf den Kopf der !^völkerung, und zwar vom Rechnungsjahr 1911 an unter Zugrundelegung der er Höcht en Bevölkeruugs-zifier, mit folgenden Betrögen in Tausenden Mark ab: 1911 1912 1913 25 966 2ö 966 25 966 Fefroerlüge :n Lausenden Mark sich 1913 18 941 1 193 20134 nach der Ausgabeseite hin noch nicht er,chöpft. Neben der fundierten Schnlo des Reichs schwebt noch eine Reihe aus den Jahren 1906 nsw. herrührender Ausgaben, deren Deckung aussteht. Es sind Dies die gestundeten Matrikularbeiträge für 1906 1911 1912 1913 235 483 243 236 242 022 insgesamt 242 652 000 Mt. Di« 23151000 Mark belasten den Etat fut 1909, die 27 006 000 Mark den Etat für 1910 zwar zunächst als Ausgabe des Reichs. 9toch, den Erfahrungen der letztvergangenen Jahre erscheint ihre Deckung ohne gleichseitige Erhöhung Der ungedeckten Matrikularbeiträge ausgeschlossen. Danach würden, käme die Reform nicht zustande, von den BuicheSstaalen durch Matriku- lar bei träge zu zahlen sein: Die Ei-rziefrung dieser Summen von chnen kann ledoch nicht in Frage komMeir Tenn es würoe für sie vielfach die Notwendigkeit entstehen, unbedingt erforderliche Ausgaben für ihre eigenen Zwecke zu unterlassen oder die vom Reiche eingegangenen Ber- bindlichteiten durch bundesstaatliche Anleihen zu decken. Die Einziehung kann tun so weniger erfolgen, alS^ wie später dargelegt roerben wirb, bereits vom Beginne des Rechnungsjahres 1909 an die verbündeten Regierungen über die bisherige Höchstbelastung von 40 Pfennig eine neue Belastung an ungedeckten Matri- kularbeitvägen bis zur Hohe von 40 Pfennig aus den Kopf der Bevölkerung auf sicy nehmen, beide Belastungen nebeneinander aber nicht bestehen können. Es erscheint daher unabweislich. Die Beglcichuna sowohl der vorstehend einzeln ausgefufrcten Be- iröge wie auch der 47 742 000 Mark endgiltig auf das ReichM übernehmen. AuchIür Diese Ausgaben muß sonach noch Deckung geschaffen werden. Sie ist in folgender Weise in Aus- Etatsjahr 1912 ab eine solche von rund 30 Millionen Mark erforderlich. .3. die vorgesehene Schuldentilgung erfordert über den ordcnUiäjen Ausgaocnbedarj hinaus von 1910 ab einen Mehrbetrag von 27,5 Millionen Mark. 4. die bereits gesetzt, fistgelegee Herabsetzung der Zuckersteuer von 14 auf 10 Mavk für 100 Kilogramm ist naturgemäß mit einer Milchereinnahme für die Reicijskafie oerounben. Wenrr- gieid) infolge einer emiprechenden Preisminoerung mit einem allmählichen Anwachsen des Verbrauchs zu rechnen ist, so :nuß ber Ausfall boch mit jährlich 35 Millionen Mark im Durchschnitt angesetzt werden. Tritt, wie der Entwurf oorschlägt, die Ermäßigung mit dem 1. April 1910 ein, so ist für Dieses Jahr im Hinblick einerseits für die sechsmonatige Stundung ber ©tc: rr, anderseits auf die Zurückhaltung der Versteuerung kurz vor Eintritt der Erm-üßigung ber Ausfall auf rund 20 Millionen Mark zu schätzen. 5. aus noch zu erörternden Gründen empfiehlt sich, die Aushebung der Sten:pelabgabe für Fahrkarten und die Herabsetzung des Ortsportos für Postkarten auf 3 Pfennige, gleichfalls vom 1. April 1910 ab. Dies bedeutet für die Etatsjahre 1910 bis 1913 einen Ausfall von jährlich rund 22 Millionen Mark. sicht genommen: Wie vorstehend angegeben, belaufen sich die Fehlbeträge ohne 'tigung der zuletzt berechneten Summe von 242 652000 1909 1910 24 256 24 256 so stellen die verbleioenoen folgendermaßen: 1909 1910 201 227 231 338 zu denen bet Fehlbetrag des Rechnungsjahres 1909 mit 96 573 000 Mark noch hinzu tritt, insgesautt also von 339 225 000 Mark, vor allen anderen Ausgaben verivenbet werden. Ungedeckt verbleiben alsdann noch 194 104 000 Mark. Sollte nicht Die Entwickelung Der wirtschaftlichen Konjunktur im Laufe der Jahre gegenüber den zur Zeit möglichen Einnahmeanschlägen im tatsächlichen Ergebnis eme Besierung bringen, was jedoch mit irgenbwclcher Sicherheit nicht in Rechnung gestellt werden Cann, so erübrigt nur, für die üerbleibenbe Summe die erforderliche Deckung im Wege weiterer strengster Sparsamkeit zu beschaffen. Das durchzusühren, wird Aufgabe Der Etatsbearbeitung fein. Auch ist zu beachten. Daß das Einmlhmefoll des Rechnungsjahres 1913 über dessen Fehlbetrag es die danach folgenden Jafrm einen Ueberschuß er* froffen läßt, der nötigenfalls zur Deckung eines nicht emgcsparten duftet verwendet werden könnte. Die Städte und die Earsteuer. Wo man auch frinfrören mag, überall wird die geplante ®aS- steuer als eine Extrasteuer gegen die Städte aufgeiaßt. Sieht man nämlich von bei: großen Eisen- und Kohlenrevieren ab, wo Gaserzeugung und Gasverbrauch in den großen Werken ja eine wichtige Rolle spielen, so bleiben die Städte als die Hauvtmteressenlen bet Gasfteuec übrig. Das flache Land ist vorläufig an bet Verwendung von Gas für Beleuchlunqs- und KraUzioecke noch wenig interessiert. Wo sich die 6)aSanstallen in staduscher Verwaltung befinben, haben die städtischen Verwaltungen allen Grund, sich mit Nachdruck gegen die drohende Steuer zu mehren. Denn was kann und was wird geichehen, wenn die Gassteuer wirklich einge'ührl werden sollte? Die Steuer bringt selbstoetstäudlich eine groß« Mehrbelastung der Gasanstalten. Rönnen die Städte die Steuei von dein Ueberschuß der Glaswerke zahlen? Wir glauben daZ nicht. Tie Stadtverivaltiinqen haben schon heute Aiühe genug, füx die beständig steigenden Ausgaben und Auiwendungen bie Deckung zu besehassen. Tie Aiiforderluigen an die Stadtverwaltungen wachsen ja mit jedem Jahre. Einerseits bürdet der Staat den Stödten immer neue Lasten auf und andererseits sollen bie Städte auch soziale imö audere kulturelle Aufgaben in steigendem Alaße erfüllen. Wollen sie dazu Anleihen au'nehmen, dann hören fU von allen Seiten über Zunahme Der 93eiict)ulbung schreien. Wollen sie dte Steuerlast erhöhen, Dann ist der Lärm noch größer. Daraus folgt, daß sie nicht nur aus ihren Betrieben etwas erzielen, sondern auch sich die Uebeischüsse aus ihren Betrieben erhalten müssen. Sie Dürfen sich also den Ueberschuß aus den Gaswerken nicht vom Reiche wegsteuern lassen. Nimmt das Reich die Steuer aber wirklich, bann bleibt den Städte»: nur zweierlei übrig: Entweder müssen sie die Gaspreise erhöhe»:, oder sie müssen den Ausfall am Gaswerke durch auderwettige Ste:geru::g der städtischen Abgaben wieder einbringen. Eu:e Erhöhung ber Gaspreise verbietet sich aus verschiebeuen Gründen. Erstens ist das GaS teils für Beleuchtung, teils für Kraitzwccke em Io unentbehrlicher Artikel geworden, daß man jede Verteuerung öernieiben muß. Zweitens wirb das Gas gerade von den mitlleren Schichten der Bevölkerung und der Arbeiterschafi verwendet: Alan halte nur einmal Umschau in feiner Umgebung; man beobachte, wo das GaS im Haushalte, in der Werkstatt, im Laden, in der Wirtschaft re. benutzt wird. Darf man diese Volksschichten, die schon genug mit dem Leben zu kainpiei: haben, bei der ictzigei: allgemeinen Teuerung auch noch nut höheren Gas- ureijen beschweren? Wer möchte den Alut dazu haben? Drittens besteht die Gefahr, daß eine Verteuerung des Gases doch zu einer Einschränkung m dem Verbrauch führen wird, so notwendig man auch das Gas hat. Jede Verriugerung de Gas- absatzes drückt daun wieder aus die Rentabilität der Gaswerke, und ivenu man bie Rentabilität der Gaswerke betrachtet, muß man zugeben, daß sie schon jetzt an ber Einheit wenig genug vee- bieneii. Wollen bie Städte aber nicht die Gaspreise erhöhen, bann müssen sie den Ausfall, der ihnen durch die Reichsgassieuer entstehen würde, durch Steigerung ihrer übrigen Abgaben einbringen. Welche Stadtverwaltung aber besäße den Mut, in einer Zeit, wo Reich und Preußen ui einem Jahre allein 700 Millionen Mark neue Steuern verlangen, auch ihrerseits die Steuerlast zu steigern? Wie man sich auch drehen und wenden mag, die Gassteuer erscheint immer als em Unding. Kein Wunder daher, daß sich die Städte überall im Reiche regen, um laut gegen die Gassteuer zu protestieren. Wo bleibt übrigens ber deutsche Städtelag, um die Interessen seiner Mitglieder zu wahren? Aus jytadt und Land. Gießen, 2. yiooembec 1908. Allerseelen. (Zum 2. November.) Nun ruht d»e Welt in Dämmerschleier, Wir richten zu der Toten Feier, Wir schmücken ihre Ruhestatt. Wir filmen nach vergangnen Tagen, Und um uns flmgt’s rote leises Klagen, Wie Schluchzen schroer und tränenmatt. Wir grüßen, die von uns geschieden. Wir steh'« im Kampf, sie ruh'« im Frieden, Erlöst sind sie, uns bannt das Leid. Des Todes graue Schatten schroebe« Als treue Hüter allem Sieben Mit uns vors Tor der (Sroigfeit Still stehen rott vor dunklen Tiefen, Wir denken derer, die entschliefen, Und zroischen Grabern wandeln wir. Ihr seid am Ziel, nach dein wir schreiten, Ihr gingt voran in fernen Weite«, Hin rinnt bie Zeit, bald folgen wir. Th. Ebner. • ** Großfürstin Elisabeth. Vom Hofmar-i s ch a 11 a m t erhält die „Darmft. Ztg." solgende Mitteilung, die im Hessenlande für alle Interesse haben nnrb, die an dem Geschick der Mitglieder unseres Herrscherhauses Anteil nehmen: Um allen falschen Gerüchten, die in verschiedenen Zeitungen über bie Großfürstin Elisabeth Feodorowna von Rußland (Großfürstin Sergius) verbreitet werden, zu be- geanen, find wir ermächtigt worden, folgendes zu veröffentlichen: Die Nachricht, daß die Großfürstin in ein Kloster eingetreten sein soll, tft unwahr. Die Großfürstin ist int Begriff, ein Institut zu gründen, da-? im allgemeinen den Einrichtungen unserer Diakonissen« anstalten entspricht, jedoch mit der Armen- und fttanfen- Pflege die Gemeindepflege (Kleinkinderschulen ufw.) in den verschiedenen Stadtvierteln von Moskau verbinden soll. Die von Ihrer Kaiser!. Hoheit der Großfürstin in Moskau zu gründende Anstalt stelll einen Häuscrlomplex dar, der außer den Anstaltsgebäuden und der Kirche einen Garten umfaßt, in welchem auch das Wohichaus der Großfürstin sich befindet. Die hohe Frau wird hier demnächst ihren oaueru* deu Aufenthalt nehmen, um sich durch persönliche Arbeit geführt werden wird, wird wohl eine starke Anziehungskraft auSüben. ** Keine n e ue B an knied e r l a ssnn g. Die Nachricht, daß die Dresdener Bank hier eine Niederlassung gründen werde, bestätigt sich nicht. - Vorträge über Viehzucht. Der Zuchtinspektor Schwarz-Gießen wird hier kommenden Januar einen Dor- tragSkursns für Landwirte über Viehzucht abhaiten. * * Schw ierig er Transport. Ein Riesendampf- kessel wurde heute früh unter schwierigen Verhältnissen nach den Neubauten der I r r c n a n st a l t geschafft. Am Neuenweger Tor vermochten 12 Pferde den Wagen nicht von der Stelle zu bringen, weit ein Rad sich in das Pflaster eingedrückt Halle, und cs mußte mit Winden nachgeholsen werden. * * Diebstahl. Einem Dienstmädchen wurden am verflossenen Samstag 100 Mk. und eine Taschenuhr aus seiner Schlafstube gestohlen. Das Geld Halle das Mädchen in der Tasche eines an der Wand hängenden Rockes aufbewahrt. . * * Unfall. Gestern morgen kam ein hiesiger Küser- bursche aus der Straße nach Annerod mit seinem Fahrrad zu Fall und zog sich eine Gehirnerschütterung zu Er wurde von Mitgliedern der Sanitätskolonne in feine Wohnung gebracht. Am Rad war die Vordergabel gebrochen, was die Ursache des Falles gewesen sein soll. "Radaubrüder. Auf der Herberge zur Heimat machte gestern früh ein betrunkener Handwerksbursche Radau, well ihm keine Getränke verabreicht wurden. . Als er hinaus- gewiesen wurde, schlug er eine Fensterscheibe ein. Dem hinzu- gerusenen Schuhmann widersetzte sich der Bursche und drohte mit bem Messer; er wurde deshalb festgenommen. Ein weiterer Radaubruder wurde gestern abend tvegen fortgesetzter Ruhestörung in Polizeihaft genommen. . . * * In Amerika verstorbene Hessen. Ein in Gietzen mrd Umgebung sehr bekannter Mann, der frühere Restaurateur von Wenzels Garten, Wilhelm Wenzel, ist fern von der Heimat gestorben. Die Hessen-Darmstädter Zeitung in Amerika widmet ihm folgenden dcachruf: „Herr Wilhelm Wenzel, ein unter dem Oärmen „Doulanger Wenzel" fast jedem Deutsch-New- Porker bekanntes Original, ist am letzten Samstag in F l a t b u s h, L. I., 68 Jahre alt, einer Komplikation von Krankheiten erlegen. In Gießen geboren, erlernte Wenzel das Lilhographen- geschäft, sattelte aber bald um und wurde Restaurateur. Als solcher betrieb er eines der größten ConcertloSale in der hessischeir Unir-ersitätsstadt, bis er vor ungefähr 30 Jähren sich zur Auswanderung nach Amerika entschloß. Zuerst ließ er sich in San Franeiseo als Wirt > nieder, nach lurzer Zeit siedelte er nach New Port' über, und wurde hier Kollektor für Ruppert's Brauerei, fpäter für August Lüchow. Vor einigen Jahren gab er seine Stellung auf und zog nach Saerainenw, Cal., zu seiner Schwä- 9erin, die 'dort eine Brauerei besitzt. Aber New Pork war ihm so an's Herz gewachsen, daß er es int Westen nicht lange aushielt uitb wieder nach dem Osten ging, um den Rest seiner Tage int1 behaglichen Ruhestände bei seiner verheirateten Tochter zu verbringen. Wenzel loac die Gutmüthigleit selber und erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Seine Aehnlichlkeit mit dem fränzösischen General trug ihm den Zunamen „Boulaitger" ein, eine Benennung, die er keineswegs übel nahm. Schon in Gießen war er als „Studentenvater" eine populäre Persönlichkeit, in seinem Lokale wurde mancher Bär angebunden, manche blutige Mensur auf dem von ihm eingerichteten Paukboden ausgcsochten. Gern erzählte er in Freundeskreisen von seinen Erlebnissen, namentlich von feiner Luftballonfahrt nach Holland, sowie von seinen Reisen in Frankreich, England usm. In den Vereinigten Staaten war Bonlanger, oder „Graf Litho", wie mian ihn auch nannte, fast überall, wo Deutsche leben, bekannt und beliebt. Seit Jahren war er Mitglied des Beethoven Mannerchors in New Port. Er lstuterläßt eine Witwe, eine Tochter und zivei Söhne." — Weiter sind -gestorben Wilhelm Auer aus Weinheim b. Alzey, 71 Jahre alt, zu Brooklyn; Frau Magd. Bähr, geb. Frühauff, aus Pfeddersheim 311 Brooklyn. Wleseek, 1. Roo. Mittels Erhängens machte heute nacht der im Alter von 65 Jahren stehende Landwirt Th. Sch. hier seinem Leben ein Ende. Sch., der seit längerer Zeit stark dem Trünke ergeben war, befand sich in geordneten Verhältnissen; das Motiv zur Tat ist unbekannt. -b. Lich, 1. Nov. Heute feierte Herr Justus Trechs- ler sein 25jähriges Dienstjubiläum als Kreis- Straßenwart. Schon anläßlich seines 20. Jubiläums wurde ihm von S. K. H. dem Großherzog das arlg. Ehrenzeichen verliehen. ch Friedberg, 1. Nov. Die Leitung der jetzt städtischen Gewerbe-Akademie hat dieser Tage der neue Direktor Jantzen aus Ilmenau übernommen. — Gegen die Erweiterung der K r e i s s a m m e l w a s e n m e i ft e r e i im Süden der Stadt ist städtischerseits Einspruch erhoben worden. — Die Errichtung eines Gebäudes für Zollabfertigung ist am neuen Bahnhof geplant, lieber den Kostenpunkt werden gegenwärtig Erhebuntgen angestellt. — Die Regierung hatte eine Verfügung gegen die O r l s 5 u l a g e n der Volksschullehrer erlassen. Die Angelegenheit soll auf dem nächsten Stüdtetag verhandelt werden. -m. Friedberg, 2. Nov. Als der Postpaketbote Danneberg heute früh um 61/2 Uhr mit seinem Paketkarren das Gleis überschreiten wollte, wurde er von einem von Frankfurt kommenden. Güter Zugüberfahren und sofort getötet. -x-. Rodheim a. d. Bieber, 1. Nov. Eine rege Bautätigkeit herrschte auch in dem nun wieder zu Ende gehenden Jahre hier. Sie würde noch weit größer gewesen fei», wenn es nicht so sehr an geeignetem Baugelände fehlte. Leider ist Jiodheim nicht in der Lage, neue Straßenlinien aufzuschließen, weshalb der Ort sich immer mehr in die Länge ausdehnt. Während bisher Bau- gclänbe noch zum Preise von 2 Mk. für den Ouadratmeter zu hüben war, kostet er jetzt schon 3—3,50 Mk. Der für nächstes Jahr in Aussicht genommene Schulhausneubau hat eine Er- wellerung des Schulgrundstücks zur Folge. Es wurden daher tu dreien -tagen von Seilen der Gemeinde mehrere Parzellen im Preise von 3,20—3,50 Mk. für den Quadratmeter käuflich erworben. Die neue Schule wird sämtliche Klassen, die bisher tn 3 Häusern untergebracht sind, in einem Bau vereinigen. Das Gebäude kommt unter Wegfall der Schulscheuer direkt hinter die alte Schule zu stehen, die auch von der Bildfläche verschwindet. w. Wiesbaden, 2. )cov. Auf der Wiesbaden-Frankfurter Straße, zunächst dem Gasthaus zum Wandersmann fuhr ein Automobil gegen die Brüstung einer Chausseebrücke. Dem einen Insassen, dem Fabrikanten Fritz Reinhart von Worms, wurde der Brustkorb eingedrückt, ein anderer, Vinzenz Trumpler aus Worms, ist ebenfalls schwer verletzt. Siuci Wiesbadener Damen wurden getötet und der Chauffeur erlitt einen Armbruck>. und Oberaufsicht dem Wohle der Anstalt ganz widmen zu können, ohne anderseits ihre Gemächer im Schloß aus- gegeben zu haben. ** Aus dem Militärwochenblatt. Scharnke, Bisher Studierender der Kaiser Wilhelms-Akademie, zum Unterarzt beim Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) IJcr. 116, Baumgärtner, Militär-Baumeister in Mainz, unter Ueberweisung als technischer Hllfsarbeller zur Intendantur dem 18. Armeekorps zum Militär-Bauinfpektor ernannt. • ** Eine Sitzung des Pro vrnKial aus schuf ses findet am Mittwoch, 4. Nov. d. I., vorm. 9 Uhr mll folgender Tagesordnung statt: 1. Polizeibefehl gegen Frau Heil Witwe jn Schlitz. 2. Enteignung von Gelände zur Verbreiterung des Mittelwegs in Gießen; hier Ausspruch der Enteignung. 3. Gesuch des Louis Heß zu L e i d h e ck e n um Erlaubnis zum Betrieb einer Gxifnvirt» schäft. 4. Gesuch des Jeremias Kirsch bäum IIL zu Helgersdorf um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirts cha ft. * * Uebertmgcn wurde dem Lehrer Joh. Wendel zu Gadern, eine Lehr erstelle an der Gemeindeschule zu Weiskirchen; dem Schulamtsaspirautcn Aug. Schuch aus Worms eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule Essenheim; dem Schulamtsaspiranten Karl G u y 0 t aus Niedeo-Jngelheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bubenheim; dem Schulamtsaspiranten Will). Franz aus Seibelsdorf eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Appenheim; dem Schulamtsaspiranten Anwn May aus Aspisheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Elsheim: dem SchulamtsaGiranten Martin Schick aus Jugenheim (ftreis Bingen) eine Lehr erstelle an der Gemeindeschule zu Engelstadt. — Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bettenhausen. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Fürsten zu Solms- Braunfels steht das Präsentationsrecht zu. — AuS dem Schulleben. Eine höchst zeitgemäße itmb nachahmenswerte Verfügung hat die Kreisschulkominission Gießen erlassen. Diese Verfügung verbietet aus gesundheitlichen Gründen ausdrücklich, daß die Schulkinder fernerhin zum Kehren der Schulsäle, Schulhöfe und Flure, sowie zum Reinigen der Aborte und Pissoire benutzt werden dürfen. In Zukunft wüsten diese Arbeiten durch besonders bestellte Frauen oder in größeren Orten durch Schuldiener besorgt werden. Wer die Gefahren kennt, die dein kindlichen Organismus durch die im aufwirbelnden Schulstaube usw. enthaltenen Krankheitskeime drohen, wird die Verfügung nur mit Freuden begrüßen. * * Naturw is senscha ftlich? Vorträge. Die naturwissenschaftliche Abteilung der oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde ^veranstaltet im Laufe dieses Winters eine Reihe naturwissenschaftlicher Vortragsabende. Es werden folgende Herren sprechen: ;2Dnt 12. November Prof. König über die Verflüssigung der «Gase (mit Versuchen. Am 10. Dezember Prof. Kossel über koloniale Bestrebungen und medizinische Forschung. Am 14. Januar Prof. Fromme übet den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse von der Sonne. Am 11. Februar Geh. Hofrat Spengel über Darwin (zur Feier von Darwins 100. Geburtstage). (S. Inserat.) ** Stadttheater. Am morgigen Dienstag geht des '(Dänen Gustav Wied vieraktiges „Satirspiel" 2x2 = 5 zum ersten Male in Szene. Die interessante und hochamüsaute Komödie — die in ihrer Eigenart sich schwer in die bekannte Schablone, Lustspiel, Schauspiel oder Schwank einreihen läßt, denn sie besitzt von jedem Genre Einiges, — geht augenblicklich fast über sämtliche Bühnen Deutschlands. Der Titel zeigt an, wie Wied genommen sein will. Seine Komödie will im Wandel der Charaktere demonstrieren, daß das Unsinnige, das Unwahrscheinliche hier auf Erden atn meisten Aussicht hat, verwirklicht zu werden. Dabei ist Wieds Satire stets liebenswürdig und nie verletzend. Die hiesige Aufführung ist nach der des kleinen Theaters in Berlin, wo das Stück bereits die 200. Aufführung absolviert hat, inszeniert. ** Bürgerverein Gießen. Ein hochinteressantes, ff in; unsere Stadt geradezu aktuelles Thema wird nächstens im Bürgerverein zur Besprechung kommen. Prof. Hans Kampffmeyer, Generalsekretär der deutschen Garteu- stadtgesellschaft, wird einen Vortrag hallen über „Tie StadterweiterungimSiunederGartenstadt- üewegung". Gerade jetzt, wo die Stadtverordnetenversammlung stch mit einem Antrag betr. Aufstellung eines großzügigen Stadtertveiterungs- und Bebauungsplanes befassen wird, dürfte dieses Thema von ganz besonderer Bedeutung sein und seine Anziehungskraft aus unsere Bürgerschaft nicht verfehlen, zumal der Vortragende, eine Autorität auf diesem Gebiete, die hiesigen örttichen Ver- hällnisse besonders berücksichtigen und seine Ausführungen durch Vorführung von Lichtbildern unterstützen wird. Der Vortrag wird in Steins Garten am 12. oder 19. d. M. stattfinden. Näheres wird in den nächsten Tagen durch Inserat bekannt gegeben. ** Suftfd)iffahrt Zu einem hochmodernen, sensationellen Vortrag ladet der Kaufmännische- und Orts-Gewerbe-Verein für Domrerstag, 5. fltov., abends 81/2 Uhr, in Steins Saalbau ein. Als Redner ist Hauptmann und Kompagniechef Härtel aus Leipzig gewotmen worden, der sich in vielen ersten Bereuten Deutschlands bisher vorzüglich bewährt hm. Er wird über „Dte Eroberung des Luftrneeres" sprechen, und dabei Lichtbllder höchster Vollendung vorsuhren, die in ihrem Genre SU den besten deutschen Leistungen gerechnet werden müssen. Hauptmann Härtel wird das allcrneueftc aus dem Miete der Aeronautik und Aviatik bringen: Vom Zeppelin, Parseval, dem Milüär- ballon, den niodernen Flugversuchen, Gordon Bennet-Fahrt usw. Daran schließt sich eine interessante Abhandlung über den heutigen Stand der meteorologischen Höhenforschung. Da Redner überall persönlich beigewohnt und sich eingehend informiert hat, ist er in der Lage, an der Hand von eigenen, sorgfältig ausgewählten Aufnahmen sachgemäß zu berichten. Geh. Rat Hergesell (Straßburg) hatte die Güte, Hauptmann Härtel einige seiner wohlgelungenen Aufnahmen — bewirkt von der vorderen Gondel des Zeppelin während der Fahrt — zu überlassen. Darnach wird man ein- gelaben zur Teilnahme an einer Ballonreise von der Reichs- Hauptstadt nach dem Riesengebirge, wobei man Eindrücke und Empfindungen einer solchen eigenartigen Fahrt in sich aufnehmen wird. Prachtvoll farbige Landl chaftsbilder mit einem weiten Gesichtskreise wechseln ab mit Karten unb Zeichnungen wissenschaftlichen Charakters, schließlich wirb man von einem formenretdjen Wolkenmeer im reinsten Glanz bes Sonnenscheins umgeben sein. Gegen Enbe sollen iwch einige von den wohlgelungenen Aufnahmen, die Hauvtmann Härtel gelegentlich seiner Alpenfahrt bewirkte, als Lichtbilder gezeigt werden. Da gewiß mancher das Verlangen hat, einmal über dem Ganzen zu jckiweben, so sei der Besuch dieses Vortrages angelegeMlichst empfohlen. ** Das W oh ltätigkeitskonzert, das zum besten der Krankenschwestern am 21. November stattsindet, wird in sämtlichen Räumen beS GcseUschaftShauses begangen werben. Um möglichst allen Kreisen bet Bevölkerung den Besuch zu ermöglichen, wird das Fest in die Abendstunden gelegt werden. iZlußec verschiedenen Btlffets mit kalten Speisen sind allerlei kleine Ueberraschungcn vorgesehetl. Ein Promenadekouzcrt im Hause bes Gejellschaftsvereins, das unter Leitung des Musikdirektors Krauße so« der hiesigen RegmtenMapelle ausAirche unO Schule. . . Darmstadt, 29. Olt. Keine Frage bewegt neben der wztalen uu,ere Zeit |o, wie die religiöse. Ob man die Religion betonft und alle Kräfte ausschließlich für die materiellen '.(11 [gaben nutzen will, ooer ob man ihr ihre Verquickung mit einem vergangenen Weltbild zum Vorrvurf macht, oder ob man biqtgitotwii als ihre saftlose Frucht ansieht, es steht fest, daß Ue, die ttesste Quelle der Kraft fiu alle Zeiten ist. Tenn für umere CDoitgchiG christliche Religion ist der echh'che Gehalt maß- gebend. In ihm vor allem erleben wir Gott gegenwärtig. So ctroa leitete. Dtwftswr Berger die gestrige von der freien ip d e s 11 r ch l 1 a e u Ve re i n i g u n g für das Großherzogtum Heften eiNverusene i.vrfammlung ein. Pfarrer D. P reuscken- ^irfthhorn riferi.ele bor einer großen Verwmmlung von Laien, Lehrern, ^bretinnen und Psatrern über Zweck unb Ziel des ReligumsuntQwichts. .Gegenüber den Bestrebungen, die den Reli- gionsünterrickrt (sei cs aus Frömmigkeit ober aus Ablehnung aus dem Schulunterricht entfernen niöchten, ftellle er die Forderung eines Religionsunterrichts auf, der mit religiöser Warmc die wissensckaftlichen Resullate der F-orschung verknüpft. Tie unverlierbaren Werte frer biblischen Geschichte als Typen hervorragend religiösen Lebens, und KatechismuSuiiterricht, der christlichen Glauben und Weltanschauung so behandelt, daß sie als Harnwnie und Frieden der mit Gott geeinten Seele erfahren werde, sind die Mittel hierzu. Schulrut S ch e r e r - Büdingen führte auS, wie die Lehrersck'cst religiös bcfhm'mt ist, aber den Religionsunterrick t als Schulsache behandelt und iede kirchliche Mit- teitung und Mitaufsicht beseitigt wünsckt. Ihm ist bie Religioir religiö^-silllick>es Erleben, das dem Kinde nach dem Maße seiner Fassungskraft int Unterricht vermittelt werden^ soll. Well die Religion zur harmonischen Entwicklung des Gei>tes gehört, wirb selbst der religionslose Staat notwendigerweise sie in seinen Schuten unterrichten lasten. Neben den biblischen Stoffen sind besonders auck" [o>ic deutschen Propheten und frommen Helden zu behandeln. Bei allem Unterricht sind die Mittel der experimeii- tellen Psychologie unb Pädagogik zu verwenden. Sie wird wie in der Geschichte der Völker auch im einzelnen Kinde der Fortschritt von niederer Stufe zur höheren vollzogen. Eine Tiskuiston, in der besonders über die Freiheit und Selbständigkeit des Reli- gionSunterricksts gesprochen wurde, schloß sich an bte beifällig auf genommenen Vorträge aiu Im "November wird über den Religionsunterricht im alten Testamente wieder in breitester Oeffentlichkcft verhandell werden. Gerichrstzaat. Saarbrücken, 31. Ott. In dem Prozeß gegen 5 2 Beamte und Bergleute der Grube Reeden wurde um 6 Uhr abends das Urteil gefällt. Wegen fckstverer Beamtem- bestechung wurde der Fahrsteiger Riß zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, seine angeklagte Ehefrau lvcgen Beihilfe zu einer Woche Gefängnis. Schwere Bestechung wurde auch für den verstorbenen Obersteiger Spengler nachgewiesen; seine mitangeklagte Ehefrau wurde fteigesprochen. Verurtellt wurden der Steiger Hock wegen einfacher Bestechuiig zu zwei Monaten Gefängnis, der Steiger Keßler und der Fahrsteiger Recktcnwald, gleicyfalts wegen einfacher Bestechung, zu einem Monat Gefängnis. Verurteilt wurden insgesamt acht Bergleute zu Gefängnisstrafen von einer Wvck)e bis sechs Monaten, lieber die Bestechungsgülder, welche bei den Steigern eingezahlt tourben, würbe bte Einziehung verfügt. Bei ben Steigern würbe von dem Antrag des Staatsanwaltes, ihnen auf die Dauer von drei Jahren die Befugnis abzusprecheil, ein öffentliches Amt zu bellcidcn, seitens des Gerichts Abstand genommen. Die Kosten fallen den Verurteilten nach Maßgabe ihrer Strafen zur Last; für bie 38 Freigesprochenen trägt bic Staatskasse die Kosten. Vermischtes. * Das Ergebnis des Beunet-Rennests der Lüfte wurde am Samstag verkündet. Es erhielten: Der schweizer.. Ballon „Helvetia" )cschait bet pornuicl) nuitelmäBig, Uebetftnnb unbedeutend, bei Klemvteh gut, lleberftnnb unbebem’enb. Gießelter Wetterdienst. Voraussichtliche Wittcrnitg für Hesie» am Dienstag den 3. i'tovenibcr: ÜUorgcimebel, am Tage heiler. Trocken, nachts grost. schwache ältliche Winde. Or'ögittaL-SrnhtittcLSttsrjzett. Paris, 2. Nov. Die Aeußerungen, bie bie P a r 1) e r l u t t e r gestern über die Berltner Demifftvns- angelegenheit veröffentlichen, lafjen sich in zwei Gruppen teuer, .cach der einen, zu der „Aurore" und „Gil Blas" gehören und der auch der „Petit Parisieu" sich ein wenig zuitetgl, Hal der Kanzler sich als Süudenbock für den Kaiser opfern wollen und mit dieser Ab sucht ztrg keuch LS 2Q,! T !•01 ä* Mer Atz B .®J.tt b:nH crMwr *? MaK?» ‘“4s äi-S ns 7. e?btTini(£ ■£fiS «L'r *c Ul bttitefter .°?e§ gegen 52 Lrrr L?Z für den bet« 5“'lW eben bei (ötciocr glei^inüö tDtflm N- LerurteL »Ittafen von einer ingsgdbet, welch« ; ^ijebung vn- ‘tag be^ Staatr. ’ten bie Befugniz 'intens des Gc> kn Verurteilten 5 mngeiprochenen "neffs der Ufte Der schiveizei. ■eilt Schach den " (Wrcr 2un- lwn „Belgien Handelswelt, der deutschen and gedungen, ng 1910 soll näni' n getroffen Haden, esamten VcrdrM ellung gegen ein? oorden sei. Grej Met Haden. Sremettiflun eren Tochters^! itcf, baß sie jeftüx^ hat. mg gegwtafc ler lltmoint :äntt sich m yw 124. Oktober finb - ZtadttheM, Uhr: „Die lusiigc 7 Uhr: »Madame je/ Dienstag den al abenbS 7 W- 0»i«ä. J»* eilt, hat die Rhem- ttig n Obligationen ft* Qjell^ >; *53*" ,w di? M -ucklmarttpreis^ Ä.50,2;.« l Roggen (W s*«5 10-00.00. Alles r.Orig.-SK «gen Alib ji SLive'ue, °^ie% gj dtn. -6ü Alk- 9 < t. ^l>al- Schlag d°? ^Lebendg->°E )aewich‘ 70 # 0 v'-uToO-ü0 *$Ä*6 41iÜ<"' hi( iif erliner j 1 in W. c-- ni'b '7 , jpenjfl Vf I! »« den Zweck verfolgt, seine Antwort im Reichstage vorzu- bereiten. Die andere Griippe, von der „Figaro" und ,C. - G H.' I <• I I 0aErs^sagjamg|. Für die überaus zahlreiche Teilnahme bei dem Hin scheiden unseres unvergesslichen Gatten, Vaters, Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels ___ e Hobart Muller Bankbeamter sagen Allen auf diesem Wege herzlichsten Dank. Ln Namen der Hinterbliebenen: Familie Wiäh. Müller, 6410 Königl. Oberbahnassistent. Roth in Giessen. Verlag von Emil Freund u. Helfer [mit der Schutzmarke: Hund u. Katze.| lieber das Vermögen des Kaufmanns Albert Scheel, Inhaber der Firma Gebr.Schecl zu Gießen, wird heute am 30. Oktober 1908, nachmittags V-jß Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Louis Althoff zu Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 1. Dezember 1908 bei dem Gerichte anzumclden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verivaltcrs, sowie über die Bestellung eines Gläubigcr- ausschusses und eintrelenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände — auf Montag, den 16. November 1908, nachmittags 4 Uhr — ZimmerNr.l8 — und zur Prüfung der ange- meldetcn Forderungen auf Mittwoch, den 9. Dezember 1908, vormittags V29 Uhr — Zimmer Nr. 6 — vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur - Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig stnd, wird aufgegeben, nichts an den Gcmeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auf» erlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 1. Dezember 1908 Anzeige zu machen. B’/u Großherzogl. Amtsgericht Gießen. besiegt werden!" A Angesügt ist eine sorgsame Stärkeberechnung nut Verlust- angabe. Sie reden eine deutliche Sprache. « - - >1 Das Buch «st eine bedeutende Erscheinung und wird allseits Interesse erregen. ^jmumnucl. Die Schlacht bei Wörth. Ein F-üürer über das Schlachtfeld. Von Rudolf Mohr Major Beim Stabe des Infanterie-Regiments 9tr. 116. Mit einer Karte und 8 Pläueu. Preis: brosch. Mk. 1.20, geb. Mk. 1.60. Krlrannlmachung. Betr.: Feldbereuligung in der G-markung Feldherm; hier die Ordnung der Rechtsverhältnisse. > Das topographische Gü t e r v e r z e i ch n i s sowie bas Verzeichnis ber neuen Unterp fänder, d. h. derjenigen Grundftüde, welche infolge der Feldbereinigung an Stelle der verpfändeten alten Grundstücke getreten sind, liegt werktags zur Einsicht der Beteiligten offen: 1. auf Großh. Bürgermeisterei Utphe vorn 3. bts einschließlich 7. November 1908, 2. aus Großh. Bürgermeisterei Trais-Horloff vorn 9. bis einschließlich 13. November 1908, 3. auf Großh. Bürgermeisterei Inheiden vom 14. bis einschließlich 19. November 1908. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung späteren Ausschlusses innerhalb der obengenannten Ofsenlegungs- fristen bei Gr. Bürgermeisterei Inheiden schriftlich eilt» Die Arbeiten einschl. Materiallieferung zur Herstellung einer Wegübersllhrung in Äm. 145,545 der Strecke Köln—Gießen sollen ungeteilt vergeben werden. Seidjninigen und Angebotsmuster liegen hier zur Einsicht auS und können für 2 Mk. iPosianweisung) aus- schlievl. der Bcichnunaen bezogen werden. — Die Angebote werden am 14. November d. Js., nachmittags 4 Uhr, geöffnet. — ZuschlagS- frift 3 Wochen. Welzlar, 29. Oktober 1908. D’/h Königl. Eisenbahn-Betriebsinspektion.______ Ortsgewerbeverein. General ■ Versammlung Donnerstag, den 5. November, abends 8l/a Uhr im Gewerbehaus. Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Vorstandswahl. 4. Wahl der Mitglieder zum BezirkS-Ausschusse. 5. Verschiedenes. Zu zahlreicher Beteiligung ladet ein _________Der Vorstand. Bekanntmachung. Vetr.: Feldbereiutgung in der Gemarkung Inheiden: hier' die Ordnung der Rechtsverhältnisse. In der Zeit vom 4. bis einschließlich 19. November 1908 liegen werktags auf dem Amtszimmer Großh. Bürgermeisterei Jnherden folgende Akten zur Einsicht der beteilig» ten offen: , . y , 1. Das topographische Güterverzetchnts, 2. das Verzeichnis der neuen Unterpfänder, d. h. derjenigen Grundstücke, weiche infolge der Feldbereinigung an Stelle der verpfändeten alten Grundstücke getreten sind. Einlvendungen hiergegen sind bei Meldung späteren ^Ausschlusses ittnerhalb der Ossenlegungssrist bei Großh. Bürgermeisterei Inheiden schriftlich einzureichen. Friedberg, den 29. Oktober 1908. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommiffär: S di n i 11 i V a l) n , Kreisamtmanu._________________ zureichen. Friedberg, den 29. Oktober 1908. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Schnittspahn, Krcisamtmanu._____ Militär-iritcratur Zeitung, Beilage zum Miltär Wochenblatt. 1908. Nr. 10. Oktober: Tas kleine Buch nennt sich bescheiden nur einen Führer über das Schlachtfeld. In Wirklichkeit aber finden wir bier eine mit klarem Urteil und treffender Kritik zusammengestellte Schilderung der Schlacht, die uns die Hauptäügc des großen Ringens lichtvoll vortührt. Dht Recht betont der Verfasser im Eingang seiner Arbeit, die gelegentlic!» einer taktischen Uebungsreise im Frühjahr 1907 auf dem Schlachtfeld selbst als Bonrag gehalten wurde, daß es trotz des ungemein umfangreichen literarischen Itaterials bisher noch immer leine abschließende Schilderung gab, die ein Gesamtbild schaffte und die Wahrheit nach allen Seiten hin klarstellte. Unser Generalstabswerk ist so früh (1872) erschienen, daß eine Benutzung Franääsischer Quellen ausgeschlossen bleiben mutzte. Die großen Französischen Werke des Generals Bonn al und des Generalitabes sind in bedauerlicher Weise so tendenziös und parteiisch geschrieben, daß sie ein völlig verzerrtes Bild liefern. Die tlanifdjcn Einäelschriften des leider zu früh Heimgegangenen 'Rajors Kunz find es gewesen, die an der Hand haarschaner Studien und Nachforschungen die Vorgänge ins rechte Licht gestellt und, unter voller Anerkennung der Lapserkeit unterer damaligen Gegner, dem Sieger den ihm gebührenden Ruhmes- kränz surückgegeven haben. An diese vortrefilichen DarNellungen, _ die wir als muüergüluge kriegsgeschichtlich-kritische Arbeiten be- fl zeichnen dürfen, knüpft Verfasser eng an und baut mit ihrer Hilfe, wie an der Hand der Französischen Quellen, die er trenend kennzeichnet, eine kurze Schilderung der Schlacht.au\ In den treffenden Schlußworten gibt Vertaner lemcr Ansicht wie folgt Ausdruck: „Gerechtigkeit un Urteil und nicht Urteil un Haß. Unsere Fehler haben wir selbst erkannt und freimütig zugestanden, daß die Schlacht von Würth eine schlacht der Einzelangriffe, des Durchgehens von vorne war, eine Swlacht, die gegen den Willen des Oberkommandos entstanden, von den Unterführern durch- und vom Oberkouimando nicht zu Ende geführt worden ist. Wenn uns aber trotzdem der Sieg geblieben ist, trotz aller herrlichen Eigenschaften der Französischen Armee, so sollte das den Franzosen doch zu denken geben. Roch niemals hat die Verkleinerung eines siegreichen Gegners der benegten Armee zum Rulime gedient'. Groge können nur durch Grotzere SpeiSHÄtioliei nur gute Qualität, zum billigsten Tagespreise empfiehlt 15770 X Emil Lotz X 9. TeL 314. extraktboubons mit flüüigcr August Wallenfels, Füllung Germania Telefon 262. Marktplatz 17. Carl Seibel, Frankfurter Str.39. Gas Koks / Hütfen-Koks Eiform-Briketts Kirchenplatx Nusskohlen Pressklötze Holz 5907 J. llankel. Neuenbfiue 7. Telephon 612. 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N.: Heinrich Kiehm. NaLurwissenschastiicye Vorträge tut Winter 1908/09 veranstaltet in der alten Aula der Universität von der naturwisien- schaitlichen Abteilung der oberhesnschen Gesell,chast für Natur- und ^Am"12.^'Novcmber Prof. König über die Verflüssigung der Gase Am W^Ä'enibcr'Prof. Kassel über koloniale Bestrebungen und medizinische Forschung. .... .. .. x Am 14. Januar Prof. Frornme über den gegenwärtigen Stand unserer Kennmifie von der Sonne. Am 11. Februar Geb. Hofrat Svengel über Darwm (zur Seiet von Darwins 100. Geburtstage». Sämtliche Vorträge beginnen abends 8V< Uhr pünktlich. Das Abvnnement auf die 4 Vorträge betragt: Für entert Einzelnen 3 Mk.: für eine Familie 4 ML.: für Studierende 2 Mk. Starten für Einzelvorträge 1 Mk., für Studierende 0,«o Mk. Mit- glieder haben für sich und ihre Angehörigen rreicn Butritt Kartenverkauf bei Otto Schaaf, Seilersweg 39, in den Buchhandlungen von Ricker, Ferber und Frees und beim Hausverwalter des Kollegiengebäudes rllitter. Versteigerung. Dienstag den 3. November ds- Js-, nachmittags 2 Uhr versteigere ich Skemtuüt öö dahier gegen Barzahlung: [6398 1. 1 Schreibtisch, 1 Kochherd, 1 EtagLre, 1 Dezimalwage und Bucker waren. 2. 2 Pferde, IPianino, 1 Grammophon, 48 L'orbeeibäumc, 1 BadeeiltrichMng, Bürsten, Kehr- und Handbesen, Schuhwaren, Pröbel jeder Art, 3 Broschen, darunter 1 goldene, 1 Wcinbowle, 1 Trinkhorn u. 1 Rauchseroice. Versteigerung zu 1 findet be stimmt, zu 2 teilweise statt. Born, Gertchtsvollzieher. Mittwoch, den 1. Nov. d. Fs., nachmittags 2 Uhr, 6418 werden im Bieker'schen Saale (Neustadt 55) dahier, versteigert: Sofas, Kommoden, Kleider- schränke,Tische, 1 Sekretär, zwei Vernkows, 1 Schreibtisch, ein Ausziehtisch, 1 Waschtisch, zwei Buffetts, 2 vollständige Betten, 2 neue Bettladen, 1 Lexikon, 1 Nähmaschine, 2 Sessel, ein Klavier, 1 Kasjenschrank, Bilder, Wirtstische u. -Stuhle, 1 Buffett mit Bierlettung, 1 Partie Schuhwaren, 1 Partie Sattlerwaren, 3 Pferdegeschirre, 2 Pierde, 1 Kassenschrank, 1 Kanne Fuß- bodenlack, 1 Faß Bleiweiß^ eine Staune Sechters Japan, 6 ^>täbc guten Staol <261 Kilo) u. a. m. Geißler, Gerichtsvollzieher. Der-Di en st boten -Fabrikap^ Fritz Müller jun. Göppingen <> >« , 06 Wiirfclzuctcr bei 20 Gutscheinen Pfund Kaffee ugt gratis, E. 8teinhtlnNer, 9icucit Laue 17. Seltcrkweg 27. Schöne 2-, 3- und 4-Zimmer° Wohnungen, mit allem Zubehör und Gartenantetl, der Neuheit Licbigstrabe 68. 1. Stock 6 Zimmer mit Zubehör per fof. ob. später zu verm. 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