Nr. 205 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. K>«L n liebeii LtoUegcu W n sZM iizl. Glückwimschi Die „Gießener ZamMenblätttr" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Lreirblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „kandwirtschaftlichen 3eit= fragen" erscheinen monatlich zweimal. In». Verein. ts Prümng unl> er Bibliothek wird diel^. >d des Monats Syteak. Rotationsdruck und Verlag der Drühllsch«, Universität-? - Buch- und Eteindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:e^S113. Tell-Adr.: AnzeigerGießen. -spielt. ™ »Sol*,, rqteen9iaietien •tl Will m am 2. September ^4 äll6lH ked""" Cream k, Dent?ches Reich. Das Kaiscrpaar ist gestern nach dreiwöchiger Abwesenheit in Berlin wieder eingetroffen. Ter rumän. MinisterpräsidentSturdza, der kürzlich in Berlin eingetroffen wac und im Hotel dkaiser- hof Quartier genommen hat, ist auf einige Tage nach Norderney gereist, wo er mit dem Fürsten Bülow zusammenzutreffen gedenkt. Der Nachfolger Köllers. Wie der Straßburger Korrespondent oer „Franks. Ztg." erfährt, hat der Kaiser bei fernem Aufenthalt in Straßburg den Unterstaatssekrelär Freihenm Zorn von Bulach definitiv zum Nachfolger des Staatssekretärs v. Köller auserjehen, sobald dieser in den Ruhestand tritt. Der „Reichs an zeig er" veröffentlicht die Aufhebung der Verordnung vorn 17. April 1901 wegen Erhebung eines Zolles auf Älauholz und eines Zollzuschlags auf Kaffee und Kakao aus dec Republik Haiti. Kriminalkommissar Friedberg, der seinerzeit durch seine eigenartigen Depeschen an die flüchtigen Friedberg und Bohn von sich reden machte, tritt seinem Gesuch gemäß am 1. April 1909 mit voller Pension in den Ruhestand. Der häusliche Streit im sozialdemokratischen Eine vom Staat organisierte unpar tciische Arbeitsvermittelung hielt Hinzpeter für eins der besten Mittel, den sozialen Frieden zu fördern. Ta Hinzpeter sich mit den Einzelheiten dieser Frage wenig beschäftigt t-atte, so veranlaßte er Tr. Karl Dtöller, in der angesehenen volkswirtschaftlichen Zeitschrift „Schmollers Jahrbücher" feine von ihm gebilligten Ansichten über die Ausbildung der Arbeitsnachweise nicderzu- legcn und versprach, einen Sondcrabdruck dieses Aufsatzes dem Kaiser zu überreichen. Er hat dies auch getan. Hinzpeter teilte dem Verfasser demnächst mit, der Kaiser habe aui seine Empfehlung der Schrift erwidert: Tie in der Schrift „Zentralisierung des Arbeitsnachweises" ausgesprochenen Ansichten halte er im wesentlichen für ridrtig, die Regierung könne aber nicht mit den vorgeschlagenen gesetzgeberischen Maßregeln hervortreten, bevor nicht die öffentliche Meinung dafür gewonnen sei und vielfache Versuche im kleinen die Richtigkeit der in der Schrift ausgesprochenen Ansichten bestätigt hätten. Er habe bei dem Trunksuchtsgesetz in dieser Beziehung üble Erfahrungen gemacht, und die Regierung werde denselben Fehler hier nicht wiederholen. Es müßten also zunächst Provinzialverbände, Kommunen und Vereine mit Versuchen auf diesem Gebiete vorgehen und das Feld vorbereiten, ehe man kommunale Arbeitsnachweise mit Anmeldepflicht der Arbeitgeber zwangsweise überall cinführen könne. Ter einzige vorläufige Erfolg der lieber- reichung der Schrift an den Kaiser waren Rundschreiben der Regierungen an die Unterbehörden, daß sie paritätische Arbeitsnachweise fördern möchten. Dem ArbeitcrwohNungswesett schrieb Hinzpeter die größte Bedeutung zu, er hielt es für die körperlidie und geistige Entwickelung der Arbeiter und ihrer Kinder sowie j)ur Erhaltung des Familienlebens, zur Bekämpfung der Trunksucht und zur Erhaltung guter Sitten und vor allem für die Zufriedenheit der Arbeiter für unbedingt erforderlich, daß auf diesem Gebiete im großen Stile etwas geschähe. Hinzpeter hat über seine Tätigkeit und seine Erlebnisse ausführliche Aufzeichnungen gemacht, die er angeblich mit Ausschluß der von ihm vernichteten Bericlste über die Prinzenerziehung dem Kaiser zur Aufbewahrung und Benutzung vermacht l-at. Hinzpeter äußerte fick) oft mißbilligend über die Indiskretion, mit der hochgestellte Personen ihre Erinnerungen gleich nach ihrem Tode veröffentlichen lassen, obgleich dadurch viele Lebende in eine unangenehme Lage kommen. Er war der Ansicht, daß derartige Aufzeichnungen für den Geschichtsschreiber aufbewahrt werden müßten, der seine Tätigkeit beginne, nachdem das lebende Geschlecht einem andern Platz gemacht habe. Jedenfalls wird ein zukünftiger Geschichtsschreiber das Leben Kaiser Wilhelms II. nicht schildern können, ohne Hinzpeters und seines Einflusses eingehend zu gedenken und dessen Lebenserinnerungen, sobald sie zugänglich geworden sein werden, zu studieren." Ter Verfasser des Artikels, dem obige Stellen entnommen sind, ist ein Vertrauter Hinzpeters, der Geheime Kommerzienrat Tr. Karl Möller, ein Bruder des früheren Handelsministers. i ein 55$ w rfsröS ffiSSSB AM sich, wichtigen £ ^Wisse u ? D Wilisi des chm Jqtijnj. : MM sowie inJereinslokai :age m derWoche zum Hotel Großberzog. ii, Erhcller gewesen: Dir verdankt die Musikwelt Alles Löbliche, was meine letzten besten Lebensjahre ihr zu bieten vermögen!" Von Tschaikowsky, den er in Petersburg kennen lernte, schreibt Bülow: „Ter Verfasser ist persönlich einer der allerliebenswürdigsten Menschen, denen id) je in diesem Leben begegnet, dabei so tolerant und lobessreudig für seine Kollegen, kurz ein Prachtexemplar. 1840 geb., beinahe schon weißhaarig, aber voll geistiger Jugend: wenn er komponiert, vergräbt er fid) in die absoluteste Einsamkeit, ist er fertig mit der Arbeit, sc erfreut er durch seinen herzlichen Verkehr alle ihm sympathischen Mitmenschen." Doch nur selten sammelt sich der Meister, der ein gehetztes Virtuosenleben führen muß, zu der aussülwlichcn Schilderung eines großen Eindrucks, wie etwa in dem Brief an Frau Cornelius über die Ausführung der herrlichen Oper ihres verstorbenen s.0lannc§, des „Barbiers von Bagdad". Viel lieber läßt er das Brillantfeuer seiner kapriziösen Einfälle spielen und macht fid) lustig über sich und die Welt. „Nach dreijährigem Werben", schreibt er an Helene Raff, „habe ich endlich mein Ziel erreicht: höre — id- werde wieder geliebt. Von wem? Vom Kamel des Zoologischen Gartens, sogar von zweien, aber das Eine — „Antar" habe ichs gekauft — kennt meinen Ruf, begrüßt mich und begleitet mich wie ein Hündchen hinter seinem Gitter — springend und hüpsend. Heute nachmittag ist noch seierlicher Abschied von den Bestien allesamt. Es ist nicht unmöglich — denn dieses Lebewohl geht ihm wahrhaft zu Herzen — daß dabei einige wirkliche Tränen vergießt Tein treuer Wahlontel." Einem Freunde rät er: „Glaube nie unbedingt, zuweilen auch nicht einmal bedingt, Zeitungsnotizen über mich; Wolff verfährt da nach Belieben, ohne mich je zu konsultieren. Rach vielen vergeblid-en Versuchen, ihm das ab- zugewöhnen, habe ich mich resigniert." Sein freund von Bron- iart sucht ihn für ein Mufikscst zu gewinnen und er berichtet Darüber an seine Frau: „man" hat sich offenbar an ihn gewendet, um mich wiederum für diefe Tilettantenwirtfchast als Mitonkel zu kapern. Pas si bete. Ich brauche meine Kräfte für den Wintcrärger auf. Und diese Tonkänstlerseste haben fürs Musikleben nicht mehr Sinn und Bedeutung als die Leipziger und Braunschweiger Mesien heutzutage für Handel und Verkehr. Immerhin habe id) Br (onsart- geantwortet: ivenns ihin nicht gefällt, so kurzweilts ihn doch und de singt er das Hundecmiplet in Göttingen, dessen Musik Heine — Harzreise — in Worte gesetzt hat." — Eine neuentdcckte Germanengöttin. Ter ansehnliche Kreis von altheidnischen Göttern und mit göttlid-en Eigensckaftci: ausgestatteten Helden (Äsen , von denen uns in der isländischen Edda und Den skandinavischen ^agas jo an- schau!ich Kunde übermittelt wird, sd-eint durd) die rastlosen Forschungen der modernen Altertumswi'senschaft eine ständig wachsende Ausdehnung anzunehmen. Tcn Untersuchungen eines namhaften norwegischen Fachgelehrten, Dr. Magnus Olsen, verdanken wir erems-Abenu tffc Ebel. __, Kleines Feuilleton. — Die Eröffnung des neu eingerichteten $tüdertl)ttufcd auf der Matl-ildenhöbc zu Darmstadt, des letzten der für die Landesausstellung geschaffenen Ausstellungsobjekte, wurde, wie man uns aus Darmstadt schreibt, am Montag in Gegenwart II. KK. HH. des Großherzogs, der Großherzogin und des Prinzen Max von Baden vollzogen. In einem eine Stunde dauernden Rundgang bqid>tigien sie sämtliche Räume. Mit großer Aufmerksamkeit und stiller Wehmut wurden vor allem die Parterreräume lange in Augenschein genommen, die sämtlich nach Entwürfen des verewigten Professors Olbrich angeferligl worden sind. Von dem prächtigen groben Vvrraum, der die letzte und zugleich wohl künstlerisch loertDollfte Arbeit Olbrichs darstellt, gelangt man links ui einen zart wirkenden Tamensalon mit Möblement aus Ziosenholz mit rotgrüner Seidenspannung, daneben ein Herrenzimmer aus Eichenholzmöbeln und zwei originellen Büd-ecschrankeii. Zur. Rechten jd-licßt sid> ein dekorativ rvirkcndes Speisezimmer aus Amavantholz an. Daneben eine mit allen modernen Bequemlid-keiten ausgeftattetc herrschaftliche Küche. Die Einrichtung der Zimmer im ersten Stockwerk, ein Speisezimmer aus Palisanderlwlz, ein Herrenzimmer aus Eschenholz, ein Tornen- zimmer aus Kirfchbauncholz und originellen Beleuchtungseffekten, sowie ein vornehmes Sd-lafzimmer aus Hellem Mahagonie sind von Prof. Albin Müller entworfen, während bei beit Z immer- entwürfen im zrveiten Stockwerk verfchiedene Künstler tätig waren. Der Grobherzog beglückwünschte Kommerzienrat GUickert wiederholt zu diesen neuen Leistungen der Darmstäoter Kunitmöbelindu- ftrie, durd) tvcld>c der Ausstellung eine Anzahl weiterer wertvoller Stüde zugefül-rr wird. Ta sich das Glückerthaus außerhalb der abgrenzenoen Landesausstellung befindet (rechts daneben', so empfiehtt cv sich, es zuerst zu besuchen. Der Eintritt ist für die Ausstellisdeswcher frei. — Aus Briefen Hans von Bülows. Der letzte Band der Briefe Hans von Bülows, der ^demnächst herausgcgeben werden wird, bringt den Abschluß dieses Briefwerkcs, das ein Standard Work der neueren Musikgeschichte und C>a5 charakteristische Denkmal einer einzigartigen Persönlichkeit darbiete:. Tie „Neue Rundschau" veröffentlicht sd-on jetzt in bunter Reihe eine Anzahl Briefe aus dieser letzten Zeit, die in ihren mannigfachen Themen und Tonarten nur Durd) Die gcistfprühend witzige, immer beroeglid)c Grazie des großen Musikers zufarnrnengehalten weroen. Sein warmes enihusiastischrs Zcmixrament, das er sonst so gern unter allerlei Ironien und Bosheiten zu verbergen sucht, brich, ergreifend durd) in einem Brief an Brahms: „Sieh — wenn Dich Frau und Herr von Herzogeilberg — rclictis ccteris — mit vielleicht noch größerer Intelligenz bewundern, mit innigerer Liebe zu Dir können sie nicht ansivarteii. Du bist meines Geistes ep’scher Gesangve|,ein abend bei T' Hüt) FE st Bespttlbung übn - lbeI0et2|?Cot^ Der Hälfet und hinzpeter. lieber das Verhältnis des Kaisers zu feinem einstigen Lehrer dem kürzlich verstorbenen Geheimrat Hinzpeter, ist im Laufe der Jahre alles mögliche geschrieben ivorden, ohne daß man naturltd? etwas Authentisches hierüber hätte sagen können In dem soeben erschienenen 22. Jahresberichte des Historischen Der eins für die Grafsd-aft Ravensburg findet sich nun ein höchst interessanter Artikel über „Hinzpeters Stellung in politischer, lo-wler, pädagogischer und. religiöser Hinsicht". In bicic-m Ar titel heißt es nun u.a.: . ,<Än. sozialen Fragen hat Hinzpeter den Kaiser schon zu beeinflussen gesucht, als dieser noch Prinz Wilhelm war, und damals wohl hauptsächlich. Hinzpeter war der richtigen Ansicht, daß die politischen Kämpfe in Deutschland für die näd-ste Zeit »m wesentlichen abgeschlossen seien. Wenn aud- l-iec nod) vielerlei zu befiertt wäre so handle es sich bod) wesentlid- um Fragen zweiten Ranges, Von denen bas Geschick Deutschlanbs nicht ab- bingc. Die Lösung bet sozialen Fragen dagegen hielt Hinzpeter für eine der wichtigsten Aufgaben des Herrschers, von deren Erfolg der innere Friede und die Zukunft Teutschlands abhinge. Wenn auch in sozialen Fragen ein Monarch noch weniger als in politischen Fragen allem entscheiden könne, so wäre es nach Hinzpeters Meinung in einer Zeit wie der jetzigen bod) unbedingt nötig, daß der Herrsd-er volles und klares Verständnis für diese wichtigen Angelegenheiten hätte, und Hinzpeter äußerte deshalb oft, daß er es für seine Pflicht halte, feinen früheren Zögling darüber zu informieren. Daß die SSerfihmnerung des Volkes in geistiger und körperlicher Beziehung, welche durch die Fabrikarbeit fo leicht herbeigeführt wird, vermieden werde, hielt er für die wichtigste Aufgabe. Es müsse durch Arbeiterschutzgesetze eine Entartung eines großen Teils der deutschen Bevölkerung verhütet werden. Hinzpeter forderte deshalb vor allen Dingen eine möglichste Verkürzung der Arbeitszeit namentlich für die Jugend und für die Frauen. Er war der Ansicht, daß der Fabrikbetrieb nur dann unschädlich gemacht werden könne, wenn die Industriearbeiter, und namentlich der jugendliche und weibliche Teil derselben, außerhalb der Fabrikstunden Zeit und Muße fänden, sich körperlich und geistig zu erfrisd-en und weiterzubilden . . . Tie Erhaltung der Wehrfähigkeit Deutschlands forderte nach seiner Ansicht unbedingt eine Einsd-ränkung der Arbeitszeit in den Fabriken und Berg- und Hüttenwerken und eine Verhütung der schädlichen Einflüsse, welche bei schiedst er Lüftung und ungenügender Staub- und Gasbeseiligung Die Gesundheit schädigen. Dem Llusbau der staatlichen Gewerbeaufiicht widmete er ein ganz besonderes Interesse: er war der Ansicht, daß cs für die Invalidenversicherung äußerst widstig sei, daß Die schädlichen Einflüsse des Fabrikbetriebs möglichst eingeschränkt würden, um, die JnvaliditätSgrenze hinauszuschieben. Aus den gleichen Gründen interessierte Hinzpeter fid) lebhaft für alle Unfall- vcrhütungsmaßrcgeln, die der Industrie und dem Volke jährlid- viele Millionen Mark ersparen könnten. Zu den Schädi- gungen der Arbeiter rechnete Hinzpeter vor allen Dingen den übermäßigen Alkoholgenuß, und er wirkte auf den Kaiser ein, daß dieser die Alkohvlgefahr für das deutsche Volk in vollem Maße würdigte. Hinzpeter hielt es für eine wichtige Aufgabe Der Gewerbeaufsicht, den Genuß geistiger Getränke namentlid) auf den Arbeitsstätten zu verhindern. Tas Arbeiterversicherungswesen nahm Hinzpeters volles Interesse in Anspruch, er sah darin eines der besten Mittel, den sozialen Frieden wiederherzustellen. Er hielt auch die Witwen- und Waisenversicherung für noch wichtiger als die Invaliden- und Altersversicherung, und er freute sich, daß er nod) erleben durste, daß auch die Witwen- und Waisenversidierung der Verwirklid)ung entgegengeführt wurde. Bei der Unfallversicherung bedauerte er die Trennung derselben von der Alters- und Invalidenversicherung und die fehlende Mitwirkung der Arbeiter bei der Verwaltung, sowie endlich die zwecklose Aufipeicherung so großer Kapitalmengen bei den Berussgenossenschaften, wie sie im Gesetz für diesen Aveck vorgeschrieben ist. Er tadelte es, wenn infolge der einseitigen Verwaltung kleinliche und ungerechte Jnvalidenpensionen und Die Verweigerung derselben aus nid)tigen Gründen eintraten. Bei den Arbeitervertretungen hielt er es für unbedingt nötig, daß ähnlich wie für Landwirte, Industrielle, Kaufleute und Handwerker selbständige Organisationen für die Arbeiter geschaffen würden. Derartige „Arbeiterkammern" sollten vom Staat organisiert und bei allen wichtigen Fragen sozialer Art von der Regierung gutachtlid) gehört werden. Zweites Blatt 158. Jahrgang Dienstag 1. September 1908 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Vberheffen arffloniuns $ Inrtrtinent6a n * 86hnt- im»yer iT& [Ä-UeW* Lager dauert fort und von Berlin aus wettert man noch! immer mit wahrem Ingrimm gegen die unbotmäßigen fiib- deutscben Genossen. Der in Kiel tagende schleswig-hol- steinsche sozialdemokratische Parteitag hat nun aber zwei ihm vorgelegte Mißtrauens-Erklärungen geyen die süddeutschen Genossen wegen der Budget-Bewilligung mit großer Mehrheit abgelehnt, um dem Nürnberger Parteitage nicht vorzugreifcn. Tie Mrechuung in 9Lürnberg wird jedenfalls vielversprechend. Ausland. Die Friedensrede des deutschen Kaisers in Straßburg. Das „Giornole d'Jtalia" sagt in Besprechung der Rede bc-3 Kaisers Wilhelm in Stragburg, der Trintspruch stehe im Einklang mit den Gcsmuuugcu der Völker und der Regierungen und werde überall Zustimmung und allgemeinen Beifall finden. Eine französische Lina für Luftschiffahrt ist in der Bildung begriffen nach dem Vorbilde der deutschen ö-lottenliga. Der Zweck ist die Ausrüstung der französischen Armee mit einer Flotte von Luftvallons und Flugmaschinen. Ein in England als Professor tätiger französischer Geistlicher spendete 100000 Franken als Ergebnis einer eingeleiteten Sammlung. Man will fid) also von Deutschland nicht überflügeln lassen. Aehnliche Bestrebungen, wie die oben erwähnten in Frankreich, zeigen sich natürlich auch in England. Die verwitwete Kaiserin von Rußland ist gestern in Christiania eingetroffen. Der Gesundheitszustand des Königs von Rumänien hat sich merklich gebessert. Der König, der an Magenkrämpfen litt, fühlt sich wieder wohler. Er tonnte gestern die Spaziergänge im Schlosipark wieder aufnehmen. Die Magenbcsästverdcn werden der zu lange f origes etz.tax Milchdiät zugeschrieben. Bürgerkrieg in Persien. Wie es den Anschein hat, wird jetzt die Lage in Persien von Tag zu Tag schlimmer. Sichere Nachrichten <4U5 Täbris besagen: Während einer von Nasreddin, dem Stellvertreter des Schahs, abgehaltenen Truppenschau überraschte der Anführer der revolutionären Partei, Sattar Chan, mit einer Schar seiner Anhänger die in Parade befindlichen Negierlingstrnppen. Auf feiten der Schah-Partei blieben angeblich 800 Tote und Verwundete auf dem Platze. Seitdem wütet in Täbris der Bürgerkampf in heftiger Weise. Die Lage in Aserbeidschan wird namentlich auch wegen der Hungersnot bei lvachsendcm Geldmangel der Regicrrmg immer haltloser und verworrener. Der Konflikt zwischen .Holland und Venezuela wegen der Ausweisung des niederländischen Gesandten dauert fort. Eine offiziöse Note der nieberlandi- schen Regierung bestreitet jetzt, daß sie sich in dem Konflikt mit Venezuela den Beistand Italiens, Englands und Deutschlands zu sichern suche. Jedenfalls hofft Holland, mit Venezuela allein fertig werden zu können, zumal die Vereinigten Staaten den Holländcr-t den weitesteti Spielraum bei ihrem Vorgehen gegen Venezuela eingeräumt haben. 2lu$ Statt Mitt Land. Gießen, 1. Sept. 1908. ** Neue Ansichtspostkarten mit vorzüglich gelungenen Originalaufnahmen der Großherzoglichen Fainilie von S. Homann, Werkstätte für moderne Lichtbildkunst, sind soeben erschienen. Die Photographien haben als solche schon allgemeinen Beifall gefunden und gehören zu den besten, die von der Großh. Familie existieren. " Herb st-Pferde markt zu Gießen. Am 23. September findet zu Gießen Pferdernarkt mit Prämiierung statt. Die letzten Märkte waren durchschnittlich mit über 300 Pferden befahren und von Händlern, Züchtern und Landwirten sehr den interessanten Rad)weis, daß es neben der als Allmutter und Beherrscherin aller untergeordneten Gottheiten verehrten: Göttin Freya oder Frigga, der Gattin Odins (Wodans), eine gleid)- gcstellte Göttin namens Haern (isländisch gleich Hörn, Hern) gab, btc zusammen mit dem gleichfalls er ft neuerdings wieder aufgcspürten Gotte Ull den Gegenstand religiöser Verehrung bü- dete. Heber die spezielle Bedeutung des Namens Haern läßt fid) keine beftimmtc Aufklärung mehr beibringen, doch ist mit L-rcherheit nachzuweisen, daß der fraglichen Göttin zu Ehren in verschiedenen Landschaften Mittel- und Südschwedens besondere Altäre, Opferstätten und sogar Tempelbauten errichtet waren, in denen ihr von eigenen Priestern und weisen Frauen mit einem ausgebildeten Sonderkult gehuloigt wurde. Daß Die Verehrung der heidnischen Göttin sich noch weit in die christliche Zeit hineiir erstreckt hat, geht aus zahlreichen Ortsnamen hervor, die bis auf unsere Tage von der Vorliebe der altnordischen Bewohner für biefen Kult Zeugnis ablegen. 2ln anbereu Stelle,', wiederum scheint sich der Haern-Kult nach und nad) mit dem der Freya vermischt zu haben und von diesem schließlich ganz absorbiert worden zu fein. Aeußere Anzeichen spred-cn aud) dafür, daß wir in der Haern-Verehrung ein Gegenstück des klassischen Eeres- Kults zu erblicken haben, was zum Teil auch das relativ späte Hervortreten dieser Gotthett in den germanischen Religions- Übungen erklärlich machen würde. Solange die iwrdischen Urbewohner iljren Hauptlebensnnterhalt ans den Erträgen Der JagD, des Fischfanges und einer ziemlich ambulant gearteten Vieh- paltung bestritten, lag für die Verehrung einer speziell als Vr- schützerm des Getreidebaues gedad-ten Gottheit naturgemäß teilt Bedürfnis vor. Überhaupt läßt sich nicht in Abrede stellen, daf; bet religiöse und ethische Grundbegriff, wie er sich in Haern- u.nd Ceres-Kult wiederspiegelte, möglicherweise nur das Ergebnis einer fremden Kultureinwirkung dar stellt, die sich bem nordischen 23e|en er ft durch die wachsende Berührung mit dem Süden fühlbar machte und deren Wurzeln ähnlich wie im Falle der Götter- immmcrungSibee sich auf eine unmittelbare Fühlungnahme mit gcmiiien Vorstellungen des orientalischen Heidentums zurückfübreu lassen dürften. ' — Ein Zerwürfnis im Köniashause. Seit geraumer Zeit ichon herrfchte zwischen König Alfons und seiner ^chwregemrutter ein derart gespanntes Verhältnis, daß in ein- gewechten Hofkrei,en bei Ausbruch eines offenen Konfliktes tag- N^-?blärck)tet wurde. Der König hat gar zu ost in Madrider Hofkreisen Avlenkung von fernen ehelichen Pflichten gefunden. Bei feinem letzten uufenthalte ui ot. Lebastian, bei dem er gelegentlich einen Jb,-edier nad) dem nahegelegenen Badeorte Biarritz machte, W" er jene Parlier Lebedame wieder gesehen haben, mit der er uow vor ferner Verheirittung während seines ersten offiziellen Be- inches in Paris ui Beziehung gestanden haben soll. Tie Multer; gut besucht. Für bie Prämiierung der Pferde stehen über 2000 Mk. zur Verfügung. Die Prämilerungskommtsston besteht auS Lekonomierat Müller-Neuhof bei Gießen, Vorsitzender deS LandeSpfecdezuchtoereinS, Lekonomierot Hoffmann-Ho Güll, GutSpächtcr Bene-Hof-Altenberg der Wetzlar, ItretS- oeterinärarzt Tr. Knell-Gießen, Schlachthofdirekioc Moddc- Gießen und Lberslleutnant Schmidt-Gießen. An,Preisen sind die folgenden vorgesehen: I. Abteilung: Reitpferde: 30 und 40 Mk. II. Abteilung: Wagenschläge (paarweise): 80, 60, 40 und SO Mk.) III. Abteilung: ArbeitSschläge (paarweise ») schwere: 80, 60, 40 und 30 Mk, b; leichte: 60, 40, 30 und 20 Mk. IV. Abteilung: ArbeitSschlägc (einzeln): a) schwere: 40, 30, 20 und 15 Mk., b) leichte: 40, 30, 25, 20, 15 und 10 Mk. V. Abteilung: Arbeitsschläge: (Diese Pferde müssen mindestens 6 Monate tm Besitz von Landwirten sein, dre Mitglied deS Hessischen LandeSpscrdezucht- vereinS oder eines landwirtschaftlichen BezrrkSvercu S sind.) a) einzelne Pferde: 40, 30, 25, 20, 15 und 10 Mk., b) paarweise: 50, 30, 20 und 15 Mk. VI. Abteilung: Dreijährige Fohlen (geb. 1905) a) Wagcnschläge: 40, 80, 20 und 10 Mk. b) Arbeitsschläge: 40, SO, 20 und 10 Mk. VII. Abteilung: Zweijährige Fohlen (geb. 1906) a) Wagen- Ichläge: SO, 20, 20 und 10 Mk., d) ArbeitSschlägc: 30, 20, 20 und 10 Mk. VIII. Abteilung: Zuchtstuten mit Fohlen oder nachweislich gedeckt. (Prämien für inländische Züchter, welche Mitglied deS LandeSpfcrdezuchtvereinS sind.) a) Wagen- schlüge: 60, 50, 40, 30, 25, 20,15 und 10 Mk. d) ArbeitS» «chläge: 60, 50, 40, 30, 25, 20, 15 und 10 Mk. Zn dcn Abteilungen L bis IV. werden für im Prwatbesitz befindliche Pferde, die nicht um Geldpreise konktirieren, Ehrenpreise gegeben. In den Abteilungen II. III. und IV. werden nur Pferde im Besitz von Händlern zugelasien. Der PrämiierungSplan, welcher die näheren Bedingungen enthält, wird von Herrn Wcinhändler August Schwan zu Gießen auf Wunsch übersandt. Mit dem Pfecdcmarkt ist crne Verlosung von Pferden, Wagen, Fahrrädern, Nähmaschinen, HauS- haltungS- und Gebrauchsgegenständen verbunden, zu der Lose ä 1 Mk. bei Herrn Richard Buchacker und den Verkaufsstellen zu haben sind. "Billertshausen in der Landesausstellung. Daß es möglich ist, auch m der Einrichtung eines SchulsaaleS die Kunst zur Geltung kommen zu lassen, zeigt die Gemeinde Billertshausen im Kreise Alsfeld. Ter von ihr ausgestellte Schulsaal ist der Raum 29 in dem Gebäude für angewandte Kunst. Der »Hessische Schulbote* schreibt hierüber: Wir wollen hier auf Einzelheiten nicht eingehen; wer am 25. August in Darmstadt war, der konnte selbst sehen, wie ungezwungen das Schulzimmer sich in das Ganze einfügt. Wir kennen aber manchen städtischen Schul- saal, der künftig hinter dem von Billertshausen weit zurückstehen wird. Die Ausstellung des Saales wird die Ocffcnt- lichkeit zweifellos immer mehr an dcn Gedanken gewöhnen, bei der Ausstattung von Volküschulsälen dieselbe Sorgfalt und Freigebigkeit walten zu lassen, wie sic bisher meist nur höheren Schulen zuteil rourbc. Zur Verbreitung dieses Gedankens beigetragen zu haben, gereicht dem oberhessischen Dörfchen nur zur Ehre. X Lich, 31. Aug. Seit vergangenen Donnerstag ist bie Tochter des Kellermeisters Andreas Konrad ver- schivunden. Rian nimmt an, daß sic sich ein Leid angetan hat und in die Wetter gegangen ist, denn seit einigen Tagen hat die Vermißte schwermütige Gedanken gehabt. Man konnte dieselbe bisher trotz Nachsuchens nicht ausfindig machen; die Eltern und Bräutigam befinden sich in größter Aufregung. Gendarmerie und die ältesten Schulknaben durchstreiften die naheliegenden Wälder, ohne etwas auszufinden. Q Laubach, 31. Aug. Daü gestern projektierte Jahre«fest dcS ZmcigvereinS dcS Evang. Bundes auf dem Ramüberg mußte der ungünstigen Witterung wegen im Saale des »Solmser Hof abgchalten werden. Der Besuch war recht zahlreich. Prof. Dr. Schöll vom Predigec- seminar Friedberg sprach über die Frage: »WoS hat der Protestantismus seit Luther neues gelernt ?* In der Beantwortung wies er hauptsächlich auf daS Wachsen der äußeren wie inneren Mission hin. Darauf redete Pastor Lehmann der Äünigin erfuhr davon und veranlaßte ihre Tochter, sofort ihren Gemahl zu verlassen. TamalS ging bimb die Blätter, eine von Spanien auS orrlrceiiete offizielle Aacdricht, daß oaS Hoiproiokoll verlangt, daß entweder der Erbe bee- i'ljwne«, ober der Miinvj im Land,' verbleiben müsse, iveshali Alfons, um seiner Cknialjlut, nicht bie Freude an d-r Mitnahme bet beib.n kruder zu stören, sich bau Hofzcremomell gebeugt habe, und wdirenb bet Reise der Königin muh Loitdon unb nach bet Insel Wight in Spanten verblieben sei. Lalfachlich war dieS aber nur eine Verschleierung der Tatsache' Müiüg Allons entsanblc aber sofort einen Hoskuner .-.t seiner othvregcnrairtvr, der mit der Mission betraut war, ben iKflirten Frieden iinebrr betjufttllen, und reifte bald daraus Ieiner vtattin nach. Es ivähctc aber einige Tage, bevor jid; die tlimvjiu mit ibrent o'attvn aitssöhnte. Ta-i ^hälmis vwifchtn Alfons luib feiner ^l^viegerntutter ist noch beute sehr gciiiinnt, und man cr-.ablt sich, daß sic ihren Schwiegersohn aus Schritt und Intt iibenvadjcji lasst. — Kleine E l) r o n i k auv .< u n ü und Wissenschasl. Vor einigen Tagen sprach eine auS 16 Alitgliedeen bestehende Abordnung von Esperantisten, unter denen last alle Rationen vertreten waren, beim Kultusminister volle vor. Ter Hultu-Smmtfter, bet bie Deputation in äußerst liebens wüvbiger Weise einvsing, war sehr erstaunt, daß die ESpercnttensprachc eine derartige Verbreitung habe und ersuchte die Kommission, ihm doch einen eingehenderen Vertcht über da» Wesen und die titele des v vperanto zu unterbreiten, da er unter derartigen Umständen dein Esperanto erhöhtes Interesse entgegenbruigr. Tie Esperantisten sind mm mit dem Entwurf einet Tenkschrist beschäftigt, bie nach 'sierttastellung dem Kultusminister überreicht werden soll. — Die Association Ltttöraire et Arttstigue International wird uont 27. September bie- »um 1. Oktober in Mainz einen Kvngrcß abhaltcn. ber al» Vorläufer bet Berliner stousereirz zur Re- Vision ber Berner Honvciuton gedacht ist. Tie Eltccn Swen Hebias erhielten von dem 'VrivatsekretLr des Vrzukönigo von Indien ein ielcgramm aus Simka, nach den Stven yeoin bei guter Gesundheit ist. Seine Ankunft m SimUi werde Anfang September erfolgen. — Gestern abend sand tn der Sradt- Halle zu veidelbcrg die erste zivangslose Suianuncithtnri der Teilnehmer am Philosophischen Kongreß statt. Ter Präsident Geheimrat Pros. Tr. S^inbdbtinb begrüsue die Berfa imnelten, unter denen sich auch Staatsminister Frech, v. Mat- ,.t>ill und Oberbürgermeister Tr. Bilden» bemnben. — Tie Südpolar-Erpedition C b a r c o t ist an Bord des Tatm - jcrS „Pontgnot in Cherbourg etngettofjcn. Ta8 Schift wird Madeira Anlaufen. (Ct bei sich also öod> entschlossen, feilte Reue tai achlich anzut elen, nachdem er vor einigen Tagen unter große in Spott der Bevölkerung wegen des heftigen Sre- gangS wieder umgekehrt war. T. Red > au8 Halle über bie Notwendigkeit brf Evang. Bundes. Au; seinen reichen Erfahrungen in Böhmen wußte er interessante Details über die Gegendestrebungen der dortigen Katholiken ,u berichten. Ter 1.Vorsitzende, Pfarrer Dolp hier, mahnte zum festen Zusammenhalten gegenüber den ultramontanen Ttnrlüfien. Ter hiesige Musikverein, sowie der Kirchenchor verschönten durch reichttche Vorträge die Feier, die erst nach dret Stunden ihr Ende erreichte. FC. Mainz, 31. Aug. Lor zucka jrou Soeben wurce die Butoe öagnet in ixt Löwenho»strafte wohndan. als sie ernent Auto auAc-: oben wollte, von einen: Radfahrer üder- ahren unb erheblich vtrV.y Ten er halten Berlesungen ist die Teran gestern erlegen. Ter Radfahrer konnte nicht errmrtrlt werden. FC. Frankfurt a M., 31. Aug G.strrn früh stietz ein Auto aut der Moin-er Landstraße, van einem £i ijrcr gelenkt nmrde, gegen oaJ Fuhrwerk deS Mev-^ermetsters Merkel von Rmndach. oefjen Sohn unb Bursche aus dem Lagen gr- schleudert nmrten und erhebliche 23crlq>ung:n erlitten, wahrend tte Znsassen des Äuros, zwei Linzrete unb bni Tarnen, tot auch durch ben Anprall berausgeschleuv.ri imicoen, mu oem Schrecktn barun kamen. Ter Unfall ereignete sich durch Versaget der Bremse. Fulda, 30. Aug. Ter Verband deutscher Tou- ristcnvereine hielt gestern hier die 2 5. fca u pt ne r f a m m- lung ab. ikiumciHi-r Wegener-Fulda führte in die Verhenolungen ein, nachdem er seftftrllcn hatte lassen, daß 34 Bevcme beim Bcr- bandsiag offiziell vertreten unb unb 27 auf Sitz unb •Stimme ner- zichtcr hoben. Zur Begrüßung nefjm das Vanbrat Spring» rum-Fulda, 53aurat Schirnreyer al-J Vertreter des Feststadt, ®. Scholl-Fra nkfiir: als '.'Jiubegrünbcr deS Verbandes unb Dr G schneidet-Fulda namens des lokalen FestauLfchutfeS. — Tiefen Grußipendcn folgte der Vortrag über Wegebezeichnung, gehalten von Ingenieur Kolb- Lagen. AuS dem Z a h r e s. bericht erfuhr man, daß der Verband jt& 63 Vereine mu 184 OOu Mitgliedern unrjaBt Im Oktober b. I wird aut dem jtnüll bas Denkmal für ben Oberaulaer CberiorftmciitCT Borgmann enthüllt. — Xie Versands: aste hatte cm 1 Januar 1908 einen -Öcftxmo von 1833,70 Mk. — Ter hauptsächlich vom oeutschen Mmclstano getragene Verband hat in den 2ö Jahren seines Best hms rund 3860 000 Mk. eingenommen unb auSgcgebcn runb 3 604 000 Mk. lür 'Segebauien, W?gcoe zeichn un gen, AuS- lichtvtürme, Sck>ubl-äuser unb -öiltten, Grunberwetb, Vereins- schrisicn, Murten, w.ss-nschastliche Erforschungen, Sck)ulerherberg:n usio. — 2er VerkehrSauSschuß in Frankfur: a. M. hat es nicht fehlen lassen an Versuch:n w Äetkehrseileüi. .mngen auf der Eisenbahn und hat auch Erfolge zu verteichne.i Beliebt machte er sich durch den 'JZadjrjci» billiger Soinmerfriscl)en unb bie Be- rcidicrung bet Bücherei. — Der 26. beutsche Touristentag finde: 1909 in x im bürg a. b. Lahn statt. — Auf Antrag des Schwch bischen ÄlbvereinS anber.c ber Verband seinen Namen um in: „Verband bcutschet Gebirge unb Wanberveteine". Weitete An .rüge wurden teils übersprungen, teil- der Leitung -ut Erledigung überwiesen. — Angenommen wurde ber etzgebirgische Borschbig, dem Begründer der Stiidenten- uno Scl)illethetb- chusseS wird wohl noch mehrere Tagungen besänftigen. Man war einig barin, baß die BerbandSleitung eine weit.te Arbeitskraft nötig l-abe, aber tvic unb von wem sie bejafjlt werden, b. h. wo das ('-.'»el-alt von -ährlick- 6000 Mk. bcrlommcn soll, darüber war man sehr uneinig. Der Bet tretet deS ThüringcrivalbveteinS warnte vor einer Erhöhimg der VerbandÄöcitrüge, waS mandfcn Verein zuut Austritt v2oaiilassen dürfte. Ferner s.>ll an leiten ort Stell c eine mittelbeutidn* Stadt au-Jjiibig gemacht werden, die geneigt wäre, ein staubiges touristisches Mufemn -u unterhalten und zu beaufsichtigen. Sport und Spiel. — Rudersport. Bei der am Sonntag abgehaltencn Ruderregatta m l’l a i n z gelang ec. der Senioiniann>cha't de- R ii d e r k l u b L „H a s s i a“ • (ä i e ö e n, Den ersten SeuiotpreiS in chönem Stil sicher z»i erringen. Tee Iuniorvierei ivurde von dem Verein glänzend gewonnen, blieb jedoch wegen eingelegten Protestes vorläufig unentschieden. ■= Fußball. Vergangenen Sonntag hatte ber Gießener Fußballilub von 1000 bie erste Mannschaft beS Friedberger Fußballklubs zu Gast. Beide Maiinschaften lieferten sich auf bem Trieb ein Wetttpiel, baS die hiesige Mannschaft mit 7:3 Toren für sich entschcib-.-n konnte. Gießen stellte eine stark kombiilicrte Maunichan, |o baß ein seltnes Zusammenspiel schwer IxtauSkonnnen konnte Zu eru ahnen ist die jungt Tnd Aoichaßung ber Aachtardeu. Ein Beschlu routbc feboch nicht gefaßt. X ic aineitkamschen unb belgischen Delegierten hatten sich von ber Morgensitznng ferngebalten. Die Sitzung würbe tm Lause bes Rachnnttags ivicbcr auf genommen. Es wurde eine TageSordmmg angenommen, worin Einspruch erhoben wird gegen die '2tiebennetzeli>ng von Arbeitern m Ville- nfuvc uiid. Diese TageSoibnitng war von französischen DelegieNen vorgeschlagen ivoiden. Toulon, 31. August. Ter hiesige Blichbinberei-Ar- beiteiDcrbanb nahm mit großer Mehrheit den Vorschlag de» allgemeinen Arbeiterverbande» betreffend den General- streik an. Brüssel, 31. August. Ter Regionalkongreß ber Grubenarbeiter, ber in V o in u intammcngctreteu war, nahm eine Xagetoibming an bahingehenv, einen 14tägigen S treik zur Verminderung der Kohlenvorrate zn uenügen. Die Delegierten beschlossen, bie Frage eine» Generalstreik.- auf dem internationalen Kongreß zu lösen. Ter Kongreß nahm ferner einen Vorschlag an dahingehend, eine Kundgebung bei Grubenarbeiter zu veranstalt DcrtR* Tffec. • Tie wahre Uria ..cDpelinicbcn Unfalls »Tu riebe , lrgui. fckich-religwc Forschung, hcrauogegelxn von Frauj Schu. ^.rlm äl. do, i)u,Lftr. 51, Gartenbau^. 2 Trettcv finß, förcibt in ihrer Nummer 16; Ta3 Unglück mit bem .ievvelinschen I'uindnff am 5. Aug. 1906. 3dj, fragte urtur.2’ den Jehova FesaS wegen bei Un- glüd-5. daS daS ^u'n'chtsf bo Zeppelin traf Gr sagte mir: ,^Zch habe x-> i-ernidüet, — denn der svchmu! ist allcntbalbai o groß/bcü cx alle GreuHen übcrikigt, alles preist den Grtxmft, der nur cm Wet5r Brust cuik- ;h. 1, 5, 20. loch sagte nur der Vater ZesuS aniang», ich solle dttccigen. ,jrtil bie Menschen, statt sich vor Mir. Goll, tu beugen und >u erkennen, bas Zch der xxrx unb Meister bin, bem alle Ehre. Hob und r-reis gcvubrt, wenn Fck, ciroa» vn:. Jen. er« »uiben ober kunstvoll zustande bringen la-v. werden sie Mir ix ihrer Blind Ix tt „fluchen" Doch sage Ich c.r, nxnn bie Mensche» auch ferner bcil.-n vxxdcxi. sie können ohne Mich die Lnsrschist« aber iufianbebruigm, so rjerben sie bin und wieder gor schreckliche Erfahrungen mackzen." — 2. '-»achher kam mir ein Brief tvn dem Eeistesbruber S.Ilxlm L»ß ai:4 Aeufse» in Württemberg, der mir also idtr.rb: „Eo :r .untt mir vom 10. au’ 11. Juli folgendes: 3u können. Jedenfalls hat j_ic einen regen Unternet)mungsgcist und eine an-uer- kennendc Tatkraft. F.n Bureau eines RechtScimvaltS al- Ärte unb Schreiber beschäftigt, finden wir T^ris Schwalenberg sputrr als Gehitfen bei bem, Sommertheater täng. Fhre Arbeit war, Zc.tcl für die 5.\nlk; Lungen uii'.U’rju tragen und an »u kl eben. Später arbeitete sie c.» Gärtnergehilfe. Ein entscheidender Zeitpunkt im Leven dcS Wolfenbüttcler Drqiiiuü» war ber Tob des BaterS. Als rnimlich Dons, genannt 'Jtitulf Schwalenberg, bie Leiche -um Grabe geleiten toolttt, wurde ihr dieseo nur unter der Bedingung gestartet, daß sie einen ft'leibuiiflLS?.cibfel vurnähme Da das nicht geschah, mußt: sie auf das 1 e.olge verzichten. Um aber für bie Ferne vor ähnlichen Vpriallen bavahrt zu bleibe», wandic fick» Tor... Schcoal-iber^ an das Ministerium, von diese« die Erlaubn:S erbittend, ihr bad Tragen von .'.Kannerfleämug ;u gestatten, bti sie als Frau nicht imstande sei. sich bunlw Lebe» ;u bringen. Aoch zu verzog Wilhelms Lebzeiten wurde ihr bie GcnehrniMtng liier;u etteilt. unb so ist denn Rudolf r<1)nntoi- bery, wic sie sich mit Vorliebe nannte, auch als Monn dieser lagt verftorben. ♦ lieber b ic unerhörten Verbrochen des Bürgermeister.' Dr Agostina Tonofa y TortaS von Alarcon (.m der spanischen Provinz Euencu) haben 6nt schon kurz bcriclstet. Man hat fetzt fchon festgestetlt, daß der Bürgermeister mindesteno neun Btvrdtaten begangen hat. In der ganzen Provinz Euenca erüihlt man sich von diesem vertierten Menschen (Schaudergeschichten, die man beinahe nicht für lvahr halten möchte und die doch bii ins einzelne wahr sein sollen. Ein Schwager und die Schwiegermutter des Bürgermeisters erlitten vor längerer Zett den Erstickungstod. Run ii’irb mit Bestimmtheit behauptet, daß ber Bürgermeister selbst ihren Tod herbei- gcfiihrt habe: er soll sie nach dem Essen eingesperrt und in das Zimmer, in dem sie sich befanden, giftige ttzase geleitet haben. Eine junge hüb)d>c Modistin, bie in einet amtlichen Angelegenheit zu ihm tarn, vergewaltigte er, nachdem er sie chloroformiert hatte. Aus Furcht, daß da- Verbrechen anS reicht kommen könnte, fchliyte er ihr bann brr Leib auf unb warf den zerstückelten Leichnam in einen Fluß Seinen Hauswirt räumte er au» anbere Weife aus bem Wege. Er war mit ihm in Streit geraten und lud ihn, indem er vorgab, baß er sich wieder mit ihm versöhnen wolle, zu einer Besprechung ein. Während dieser Besprechung versetzte er ihn aber mittel- eines Schlafmittels in eine Art Lethargie unb stieß »hm, während er sich in biefea Zustande befand, eine Nadel ins Gehirn. Andere Per» giftiger genau fo wie er es mit feinem Schivagcr und mit seiner Schwiegermutter getan hatte. Ter Doktor war eben ein wahrer Bampir, ein Manu, der auch rein äußerlich einen abschreckenbeii Eindruck machte. Tie Bevölkerung von Alarcon fürchtete ibn so, daß, als gegen ihn ein Beriahre» wegen Grabschändung eingclciut wurde, sich in der gan-ei Stadt kein Mensch sand, ocr gegen ihn aut.znsagen wagte Die Berichte über die Untaten diefed Ungeheuers haben ii ganz Spanien eine große Aufregung lfcrvorgerusen. • Scherzfrage: Warum bat, im Gegensatz zu andere» Sprachen, in cxr d> utschcn Sprache die Sonne roeibtube> und der Mond rnännllcheo ivefchlecht? — Weil die Teutjchen |e anständig sind, um eine Sonne nachts allein gehen zu lasse» „Lustige Woche." Kleine Tagetzchronik. Tie Fleischvergiitungen im Lirchow-Krankea- Hause zu Berlin haben einen weiteren bedrohlichen llmta»| aiigciwnmicn. E» sind fetzt 80 Schwestern erkrankt, davon liege» 3v an hohem Fieder darnieder. — Zn der 2 a u d ft u m m e n • Anstatt z u Aattdor sind 6 Knaben an Fleucht» ergifnmg er krankt. Drei sind bereit» gestorben. Ein Automobil dce Kommerzienrats Bvrsig stieß ii Berlin mu einem Straßenbahnwagen zusammen, wobei zwei m dem Automobil befindliche Zngemeure sowie der übauWeur mehr oder minder fchwer verletzt wurden. Ter l7fähr UbrviacherlchiUng Fritz FreiSleben in Berlin der vor einiger Zett aus Rache auf den Medizin iliat Tr. Lei» aus Eharlottendurg geschossen Hai und ihn schwer verletzte, nmrde zu einem Jahr okiangni» verurteilt. Der Lbfödrige 3tgan-.'n;abn!am Härtel in .'runersdorl durchfchnitt ieiner 22fähngen Frau und sich selbst den Hals mit ein an Rasiermesser Ter i^runo zu der lat haben -mchanens finanzielle Schwierigkeiten .n-bilt>a. Der itzeineindeia: m Gera (Renß) beschloß die Errichtung eines städtischen Krematorium 1 Rach Unterschlagung von etwa 10000 Mk. zum teil der Spar- und Darlehnskaffe ia Traucnbcrg .'Lheui- Handel 61.00 8% Portugiesen III Getreide am für inländisches letzten Marktlage: Haier Roggen 96.6» Ter Ausiall soll sich aus zwei- 171.80 Frankfurt a.M. 202‘, (-77,) 22; ( 225 (— 218 (— 7) 198.75 (4- 3.75), 158.50 (— 0.00) Ml. Handel und Verkehr, volkrwirtdchaft. Getreide-Wochenbericht ermöglichen. -u lichen Erntearbeiten >2 5 2« iS p Ä 3 5 5« E 2 5S>S DZ, 2-S 'S 5 3 CT'X> *08 <3^ 3 g^3 SLSL2 ti 3 5* *0 Lai rt f$u ~ LS Sa es Gl s ■S s 2,8 2. L W^-.. Älannheim Stuttgart 22650 115.80 3 3 er rest- uoch (- (— (+ (- (— (- (- (- (- (— (+ Cauada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Banx . . Tendenz: fest. Börse, 1. September, 1.15 Uhr. 92.051 Elektnz. Lahmeyer . . 84.10 92.00 91.10 90.00 98 80 99.20 93.45 Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombardeu E. B. Nordd. Lloyd . . l'ürkenlose . . . Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin 'Magdeburg Halte Leipzig Braunschweig Rostock Hamburg Hannover Düsjetdori 2) 1) 2) 4) 2) 2) 3) 2) 1- 4) 3) ) 2) 5 5- »59 199 200 200 194 192 194 192 195 200 200 210 V cdG)S" Elektnz. Schnckert . . . Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik. Paket1 Harpener Bergwerk. . . Laurahütte ...... Nordd. Lloyd..... Ubeisehles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bauä . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Komuiaudit . Dresdner Bank . . . . Kreditaktieu..... Baltimore- und Ohio- Eisenbahn..... Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn . . Uesterr. titaatsoahn . . . I'iince-Hcuii-Eiscubahu . 237.90 63.50 145.00 */,) ) "Gl g LSZ-Z Weizen 205 (— 200 (— 194 (— 8X7, 3% 3X7. 3% 3X7« 3X7« 22.50 148.20 124.50 Tendenz: etwas schwächer. Berliner Börse, 1. September. Anfangskurse. tausend Millionen Rubel belausen. den Gouvernements Bessarabieii, Besonders schlimm stellt es in Kieiv, Poltawa, Cherson, im KnbleyM. Nervenarzt. -lofheim im Taunus. erreichten. Cs stellten sich die Preise 96.85 92.00 93.70 146.75 .,1 .,ii b6.t0 65.00 97.75 119.20 107.95 201.25 200.70 114.50 207.75 213.75 96.80 100.85 löo.OO 128.00 237.80 133.10 177.90 145.00 199.80 4% Uesterr Goldrente. . 47,26 Uesterr. bilbcrrente 4 io Ungar Goldrente . . 4?« Italien. Beute . . . 396 Portugiesen Serie I aus den Feldern befindlichen Getreides. Dies und der Umstand, daß die detitschetl Preisrückgänge int Ausland keine Nachahmung gesunden hatten, bewirkte, daß schließlich auch hier eine freundlichere Stinimung platzgreiien konnte, zumal sich bei den gedrückten Preisen wieder etwas mehr fiaufUift für Lieferung kundgab. Außerdem erfolgten gegen die in der Berichtswoche zustande ge^ kominenen Verkaufe von deutschem Weizen nach Frankreich und Italien umfangreichere Deckungen, die eine Besserung von ungefähr 47, Mk. zur Folge hatten. Vom Inland war das Weizenangebot infolge der ungünstigen Witterung zurückhaltender, wahrend für chweren, klcberreicheu AuslaiidSweizeu 30—35 Alk. über Berliner larität gefordert und auch bewilligt wurden. Auch in Roggen kamen wieder einige Abschlüsse nach deut AuSlande zustande, doch verhinderte das immer noch starke Angebot, für das die Kauflust im Jnlaude gering geblieben ist, eine daueriide Besestiguiig der Preise. Lieferung war im Anschluß an die festere Veranlagung des Weizenmarkles zeitweise 2 Mark höher; Begleichungen, bie im Hinblick auf die ztt erwartende,i Andienungen erfolgten, druckten beit Wochengewinn schließlich auf 1 Alk. herab. Für bnö reichlichere Angebot von geringeren Hafer- qualitälen waren selbst bei eiitgegenkommcnben Forberungcu nur schwer Kätlser zu sinben, bagegeu ist gute Ware neuer Crnte bisher feiten anzulrefsen, so baß man im BebarsSsalle auf alte Ware zurückgreisen mtißle unb die bafür geforbcrtcn Preise bewilligte. Gerste hat in seinen Qualitäten bauernb Abzug nach ben westlichen Provinzen. Tie Brauereien beginnen sich infolgedessen, wenn auch zögernd, am Einkauf zu beteilige» und bezahlten für schwere inländische Sorten bis 1DIL 225. Die Preise für Pfälzer und bayerische Gerste schwanken zwischen 195 und 210 Alk. ab Stationen. Em größeres Geschäft entwickelte sich bei festen Preisen in russischer Futlergcrste, während Umsätze m Mais keinen größeren Umsaug 4X7, russ.Staatsanl. 1905 4Xu/o Japan. Staatsanleihe 4 96 Couv. Türken von 1903 Tlirkcnlose...... 4 96 Griech. Monopol-Aul. . 4% äussere Argentinier . 37» Mexikaner . . . 4X7» Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W..... ' sw Provinz) ist der Kassierer, der Lehrer Krämer, slllcyttg geworven. Krämer führte ein flottes Leben und hat seine Frau mit vier Kindern in großer Not zurückgelassen. Nach dem Genuß von Räucherheringcn erkrankte in Zabrze (Obcrschlesien) die ganze Familie des Kaufmanns Rah- nert. Rahnert selbst ist gestorben, vier Kinder schweben in Lebensgefahr, die Frau, die wenig davon genossen hatte, ist leicht ertrankt. — Ferner erschoß dort der Schneidergesclle Baburek den Schlosser Theußner beim Spielen mit einem Revolver. Aus der Galerie des Kunstvereins im Hofgarten zu M ü n ch e n wurde von einem unbekannten Dieb ein unter Glas befindliches Gemälde entwendet, das Tanger bei Sonnenuntergang darstellt. Leutnant Heise vom 31. Infanterie-Regiment in Mör- ch i n g e n wurde im Walde als Leiche aufgefunden. Er hielt in der erstarrten Hand seinen Jagdschein, das Gewehr lag neben ihm. Es erscheint zweifellos, daß Selbstmord vorliegt. Ein schwerer Bergunfall ereignete >ich am Sonntag abend auf der Benediktcnwand bei Benediktbeuren m £bcr bauern. Zwei Herren, deren Namen noch nicht iestgestcllt werden tonnten, bestiegen trotz des schlechten Wetters und ttotz Abmahnung die Lenediktenwand. Um V,8 Uhr stürzte einer in den sog. Kamin und blieb tot, während das Schicksal des anderen noch unbekannt ist. Eine Rettungs-Expedition ist abgegangen. Etn 24 Stunden anhaltender wolkenbruchartiger Gewitterregen richtete im Zillertal große Verheerungen un. Tic Zitter ist hoch angeschwollen. In Finsing mußten Häuser geräumt werden. Tas Militär arbeitet seit Sonntag. Auf den Bergen liegt fußhoher Schnee. Ein äußerst heftiges Gewitter richtete am 30. August in verschiedenen Orten des Kantons Tessin sehr großen Schaden an. In Ledrino riß ein Erdrulfch ein Hans weg, wobei drei Frauen getötet wurden. Auch wurden mehrere Stallungen zerstört, Ter Verlust an Vieh und Fnttervorrälcn ist groß. In Bongte vernichteten die Fluten des BrenneslnsjcS eine Ehokolade» fobril. Ter Verkehr aus der elektrischen Straßenbahn Bellinzona— Alme ist für mehrere Tage unterbrochen, weil bie Linie größtenteils 6)5^'» J® 2.61 5 O «—• o 3* Frank Inrter Reichsauleihe . . do. . . Kousols . . . . do. . . . . Hessen..... Oberhessen . . . Donacbiete, Kursk und Ehernigow. In Earrascosa (Spanien) tötete der Seminarist Crespo seine beiden Schwestern im Alter von 10 und 12 Jahren, indem er ihnen mit einem Rasiermesser die Gnrgel burchschuttt. Er hatte weiter die Absicht, ferne Mittler, eine alte erblindete Tante und seine sechs Bruder ztt ermorden, wurde aber an der Aus- fühkung des Verbrechens durch Verhaftung verhindert. zerstört ist. In Äbbazzia verunglückte der Husarenleutnant Balankovich aus Lemberg am Sonntag durch einen Kopfsprung ins Wasser zu Tode. Als er nicht mehr zum Vorschein kam, sprangen ihm Kameradeti nach, konnten >h>i aber nur als Leiche zum Vorschein bringen. Er hatte sich das Genick abgestürzt. In vielen Gegenden Rußlands fielen die Ernten höchst u n günstig ans. Dürre und Ueberschivemmungen sind bie hauptsächlichsten Ursachen hierfür. CO '"-e* = «o -Ai ^■§'p05.OS der Prcisberichlstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 25. bis 31. Augitst 1908. Häufige Regeniälle störten während der Berichtswoche bie unb beeinträchtigten bie Qualität des — Finanzresovm und Wirtschaftslage. Die Zurückhaltung, welche das Privatlapital gegenüber den Bewegungen an der Börse noch immer übt, wird u. a. auch auf die UnsichcrlM zurückgesührt, die inbetreff der Finanz- und Steuerreform des Deutschen Reiches l)errscht. Nicht mit Unrecht wird behauptet, daß die Unsick-erheit aus Handel und Gewerbe drückt, ba auch durch anderweitige inncrpotttische Ereignisse weniger Gewißheit ist, wie sich die Mehrheit des Reichstages gegenüber den Regierungsvorlagen und speziell gegenüber der Finanzrefornv-Borlagc verhält. Auch hinsichtlich des Ausmaßes neuer Belastungen einzelner Zweige von Handel und Gewerbe herrschen Besorgnisse. Und diese Umstände haben den dringenden Wunsch hervorgcrufen, die Reichsregierung möge alsbald mit einer Veröffentlichung ihrer Pläne hervortreten, um der Oes seit tl ichlei t eüi Urteil 2.5 ZS 630 '.5 = 5 An der Börse baden z. B. Elekirizitärsaktten ,ich lnS lebt nur recht langsam vorwärts bewegen können, obnwbl bekannt in. bau die (Sleftnuttitviitbuifnc gut beschäftigt ist mtd auch in drm Kapi^ taliflrntrcnen gute Meinung über diese Gattung '.uticn beittQtJ Ursack.e ist eben, daß es immer wieder Rißt, bau bie Etektnzttats-- indiisttie durch eine Steuer hort) belastet tverben wurde. ±\c Haupisackte ist aber iwd) für die Börse, in welchem Umfang es gelingen wird, das Reich burd) Erschließung neuer Einnahmeauetten vor der Ausnahme neuer großer ^ttileihen zu beivahren unb daneben Mittel zu einer planmäßigen Tilgung der besteh.nden schuld bereit zu stellen. Eine nachl-altigc Besserung des Marktes der inländiscknui Staatsanleihen kann nur eilt treten, wenn die Inanspruchnahme des Marlies durch Unterbleiben neuer Anleihen, toescntlich eingesck ränkt und durch Tilgnitg der Schuldenlast wesentlich vermindert wird. München . , Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Sept. Budapest Cft. 188.95 (- 0.75). Paris Slugust 182.20 (- 1.90). Liverpool Sept. 165.40 (-j- 0.80). Chicago Sept. 145.55 (+ 2.30). Roggen: Berlin Sept. 171.50 (— LOO). Hafer: Berlin Sept. Telefonische Kursberichte des Giessvucr Anzeigers, nütgeteilt von der Bauk für und Industrie, (»leasen. „sS <= — 3 •E' &• Meine Herren, das war keine Kleinigkeit! Denken Sie nur, ich hatte mich total verstiegen; über mir Felsenschroffen, unter mir ein Abgrund von hundert Metern und keine Möglichkeit, vor ober rückwärts zu lummen. Zwanzig Stunden hab ich so aushalteu müssen und es war nur eilt Gluck, baß ich eine Schachtel Faus ächte Sobeuer Mineral Pastillen in der Tasche hatte, ohne bie ich teilte Tour unternehme. Die haben mich nicht nur vor Durst bewahrt, denen danke ich vor allem, bau ich ohne schwere Ertaltung davongekommcil bin. FayS achte Sodener muß man auf jede Hochtour mitnehmen. '.Uian kauft sie für 85 Pfg. per Schachtel in allet^ Apotheken, Drogerien unb Mineralwasserhandlungen. hv-‘ Literarisches. — Monatshefte für graphischeSKunstgewerbe. Herausgeber Kunstmaler Albert Knab, Redakteur Earl Matthtes, Berlin. Verlag von Earl Flemming, A.-G., Berlin W. 35 und (Wogau. Heft 11, 6. Jahrgang. Um den reichen Inhalt des vorliegenden Heftes zu kennzeichnen, wird es genügen, die Titel einiger Aufsätze zti nennen: „Buchdrucker unb Künstler" (Earl MatthteS), (Etwas über ben Satz, unb Druck von Wertpapieren" lW.Liebscher), Dürfen Skizzen unb Entwürfe unentgeltlich beansprucht werden?" ;P. Hennig, „Der Jachmami als Reijetiber" (E. Brann) re. An einer Reihe vcksi Satzenlwürfeit werben Beispiele einheitlicher Drucksachenausstattung gezeigt. QnmmcrLlir für Kranke. (Geisteskranke ausgeschloa».) uUllllllöl Mil IUI Behngl eingeriebt kl. Anstalt. Nj»rcn ihr Kleid, M, tagen zn können. Jei»' ivgeist und eine anLc^ ^Msnnivalts als {tis Schivalenberg i'pif Äg. Ihre Arbeit sr lttagen und Mzuklkki Ein entscheidender linals war der Tod iudolf Schwalenb«L br ihr dieses nur unter te idungsivechscl tiomite. Gefolge vnzichteii. üi Ikn bewahrt zu bltüa Ministerium, von bios len von jJtännmteic ihe sei, sich bmd)6 Lo Lebzeiten wurde ik k denn Mdols f) als Wann diese u • —Mö liS'" " 'S1 «2 -7 - h 5 b ä e " co^ 2 «a>» ” •=. Ti — >1. ö CD er O Z 9° D S " S Z3Z . 207.50 . 212.70 . 22.50 . 96.80 . 146.90 rs Verbrechen bi ortosa l) Tortas i" z Cuenca) haben & schon sestgeslellt, b:- ^torbtaten begange , erzählt man sich tr. trgeschichten, die ihm hle und die doch in Schwager und ta , erlitten vor langem mit Bestimmtheit bst ihren Tod her^ Essen eingespern ur- inden, giftige GastF Modistin, die in (ir/.: »ergemaftigteer.«"" § Furcht, da» das hlitzte er ihr dann 'eidimim in einen mdM qeraten und lud G « mit *** irer.ii diljtr #*■ SJlafmütcß in.® rÄcr * j mS-3 91^9“^ ich rein äußerlich im ronik. stem ^uvstu-n""' ihn Ilhw» , @unerä u del Tat. «0 2. >2 'So 3 •69 & S >2 % O ,-3 -2. 2.-^0 n w — 3 /o' ° 2 — ö to - o q 170 (— 1) 160 (- ) 168 (- 2) 162 (+ 2) 169 (— ) 155 (- ) 163 (— 1) 152 (- ) 168 (- 1) 151 (- 1) 170 (— ) 175 (- ) 170 (- 2) 152 (4- 2) 173 (- ) 155 (4- 1) 175 (- 1) 161 (- ) 165 (- 3) 162 (— 2) 172 (- 1) 157 (- ) 170 (— ■2) 165 (— 3) 174 (+ 163 (— 2) 175 (- 5) 170 (4- 4) 1827, 27,) 1777, (4-27,) 185 (- 3) 172 (- 1) 183 l— 2) 183 (- ) 180 (- 1) 171 (- ) I Krdsblatt für den Kreis Gietzen Bekanntmachung. , Ter Bebauungsplan für die Marburger Strafet und die Strafet nach dem neuen Friedhof am Rodtberg ist feftgestellt und kann aui unkerem Tiefbauamt eingefthtn werden. Zu diesem Bebauungsplan ist folgende Lrtsbausatzung erlassen worden. Eie feen, den 27. August 1908 Großherzogliche Bürgermeisterei Giefeen. Mecum. Aut Grund der Artikel 2, 20 uns 29 Absatz 2 de- Gesetzes vom 30. April 1881, die allgemeine Bauordnung detreneno, und der 3—5, 7 und 9 der Verordnung oom 1. Februar 1882, die Ausführung der allgemeinen Bauordnung betreffend, rottb aut Bestylufe der Stadtverordneten-Versammlung oom 26. September 1907, nach Anhörung de» Lberbürgcrmeisters und Begut- ack^ung durch den jkreisausschufe mit Genehmigung Grofeherzoa- lichcn Ministeriums des Innern vom 22. Juni 1908 tu Rc 10046 M. d. I. int Anschluß an den Boufluchtlinienplan für oie Marburger Straße uno die Straße nach dem neuen Friedhof folgende ^rtsbausatzung erlassen: 8 1 Abweichend von den Vorschriften der AZ 7 und 8 des Orts- 6auftatut-3 roirb bestimmt, daß an den bei A, B. C, T, E, F, G, tz, ... St, .V uno M hon der Marburger Strafe Straße nach dem neuen Friedhof abzweigenoen Straßen nur die ?ckgrundstückc bebaut werden dürfen. 8 2. Tie Bebauung dieser Eckgrundstücke ist nur auf* eint lieft von 15 Mtter von der Baufluchtlinie au- gerechnet gestattet. 8 3. Tiefe Eckgrundstücke dürfen Ausgänge nach den von der Mor- bürget Strafet und Straße nach dem nnrzn Friedhof abzwtigendeu Straßen vorerst nicht erhalten. 8 4. Gewerbliche Anlagen, die nach § 16 bet Gewerbeordnung kon^tjnonspflichtig sind, dürfen in einer Entfernung luS zu IGO Meter vom Friedhof ntcht errichtet werden. G11 fe e n , den 27. August 1908. Grofe herzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. teorgeslelle Br Lungenkranke. (Mcoizinische Klinik, ttliiulslraßc) Sprechstunde: Jeden Mittwoch abend 6—7 Uhr. Unentgeltliche Untersuchung von lungenkranken und Ange hdtigeu von I'ungenkranken. d>°/i Ausgabe von Attesten für Aufnahme In Heilstätten. Railchlagc für Äranke und ihre Angehörigen zur Vermeidung von Ansteckung. Volt. I Endlich I ein« ideal» Toiletten «diel wird jeder taxnf-?.. der » csaii | Schulz’ Kamillen-Seife I ■I rewMeben h*L Sie l, wunderbar mild, betitel Beste SB Bq BeinltuntilLraft, macht d. Haar geeond, eammetweicli ■ und vldtriUaditihlf end »arten, roelMen H Teint. Stock SO Pf. Cctxrall fa Orifftaalps.kaag n b.b MAGGF Bouillon-Würfel . Z - , Man achte darauf, daB jeder V/Urfcl auf der vrnhSNlMs, 3SSEÄ8M den Namen MAGGI u. die Schutzmarke (Kreuretern) trägt ÖH| S* V? N I E — *G E m £ CQ E *c -- £ L ti S E^^h5-= r- b a »o E D 1 Ö.C K - r e - o — K» 3 » E E i S "°S I — £> O «D a v Ö S3 s s 6 tz? a- ■c - b) c «3> si to 00 C E^.E-5 e E = E JS'rr sr ty E ®K -"Ess-Sy •—.= D -5» ? t-M WSöS sc =SsS r> o cs jO E cn" c 1 <5, — O1 2=6 S 3OC_ c O = SS - ' 21 -^. = = T *_• ~ « o C E E “ — r- ^c xr-j B » — — c = 3=)'2!j ■5= 5 -5 r- ÄiM- ii« = 3-= E 5---- tuj8 tipnrtt s