Adejsi-rien. Der schwarz« Erdteil scheint sich mehr und mehr zu einem Wettern)inkel für Europa anszubilben; nicht genug daß die einzelnen dort besitzhabenden Staaten mit den Eingeborenen blutige Kampfe zu führen haben, konnte Afrika Ichon mehr als einmal den Herd schwerer internationaler Verwicklungen bilden. Es sei nur an Faschoda erinnert, und, um ein Beispiel aus der allerjüngsten Zeit zu neh- men, Marokko. Jetzt scheint es aber auch in dem östlichen Leil Afrikas loszugehen, wo es zwar auch in den letzten Jahren eigentlich trotz der Niederwerfung des Mahdi- ausstandes niemals ruhig war, aber doch die Europamächte keinerlei Anlaß zum Eingreifen fanden. Wie ein Blitz aus heiberöm Himmel kommt nun die für die Italiener wenig angenehme Kunde, daß abessinische Stämme die Grenze überschritten und einen italienischen Posten an- acgriffen haben, wobei es zu einem schweren blutigen Zusammenstöße gekommen i|t; Einzelheiten fehlen augenblicklich noch, oder werden gar vielleicht geheim gehalten, denn allem Anschein nach lpiben die Italiener den Rückzug antreten müssen, well zugegeben wird, daß der italienische Posten Ough von den Gegnern belagert wird. Italien hat feine Kolonialvoltiik im Somalilande schon ungel-cnre Opfer gekostet uno der unglückliche Krieg gegen Abessinien ist heute nock) unverges.en, und mit bangen Ge,ühlen mag man daher in Jtallen der weiteren Entwicklung der Singe entgegensehen. Selbstverpänolich hat die Siegterung sofort alle erforderlichen Schritte eingeleiret, um (Genugtuung zu erlangen, aber eine anoere Frage ist es, ob man eine solche auch erhalten wird; selbst wenn Regus Menelik bereitwillig Eiitgegeniommen zeigt, so kann ei.it solches doch höchst illusorisch fein, da die abessinischen Grenzstämme ziemlich unabhängig sind und sich um Herrn Menelik herzlich wenig kümmern wurden; der Negus würde dadurch gezwungen sem, eventuell selbst Truppen gegen die Stämme zu endenden, und ob er.sich zu einer wichen Maßnahme, bie einen großen Ausstand in jener Gegend gegen ihn Hervorrusen könnte, würde entschlleßen wollen, darf mehr als fraglich gelten. Für Jiallen ist Die augenblickliche Situation noch um so heikler, alS durch den neusten Zwischenfall nia)t nur oaö Grenzgebiet des SomalllandeS bedroht ist, sondern weil bei einer werteren Zuspitzung der Suige auch seine wirtschaftlichen Untere l(‘en m Äoesstillen selbst Gefahr laufen können. Auch in Frankreich und England wird man nicht ohne Besorgnis dem wellecen Verlaus entgegenblicken, da auch für die,e beiden Staaten Nicht nnb^rächtliche Jnter- ejjen auf dem Spiele steten. ES ist Mannt, daß zwstchen Frankreich, England uno Italien trotz aller sonstigen guten Freundschaft eine gewisse Rivalität hin sich klick) Abe.sunens besteht und daß man trotz aller Bemühungen noa) zu ieiner Verstandchung untereinander gekommen ist, west keiner dem anderen die Beute überlasten möchte. Im eige:t|ten Interesse dürfte es aber Frankreich und England im Sseii ff.ild 1908 Antritt 4ü Pf, 1,011 heute ab fv“/l ' Dorstand. «w '«M 8-/, Uhr, bend, ng bittet cr vorftaud. Itführt werden. It Tanz Welt11, ^cr voritaid. vavdageu |ssu/< Srngflirure ecr.ooc löllldcu Luüvcmore lamiu anö-tirtiLL ^anflje in la.£.ual illiMAPreisl.gr. . als. löcrlctit nur «gL)Pi.Pi)ru>vergl Reinig pniceo .uieo .»eien «o>e,r» ei uti. Rillt ofc11.6” »rwcine nischcW"^ m p **• iwn bei •JSSSbgi AI ÖnterricW |or ^a° M) Nr.v Zweites Blatt 158. Jahrgang Samstag 11. Januar 1908 Estchttnt ttgllch mit Ausnahme des Sonntag«. Die „Gietzener ZamtliendlStter- werden dem ,Vln*etqcxe viermal wöchentlich beigelegt, das „Krtisblatl für öen Kreis Eiehen" zwennal wöchentlich. Die ..Landwirtschafttichen 3clt- tragen" erscheinen monatlich zweimal. General-Anzeiger für Gderhessen Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UmversuäkS • Buch» und Siemdruckerel. R. Lange. Gießen. Redaktion, Ervedition und Dnickerei: Schulstraße 7. Erveditwn und Verlag: 51. Redaktion:12. Tel.-AdruAnzeigerGießen. 1 -■■!■■■■■■ -11 J ■!!_-■ . J -l.1—mJ™*™” pohttid)c Lager-cvatt- Wahlrechlsüemonstratiünen in Berlin. Aus Anlaß der Beratung des freisinnigen Wahlrechts- ckntrages im preußischen Abgeordnetenhause hatten sich izestern schon gegen 3/4n Uhr zahlreiche Menschen vor, dem ParlamentSgevüude eingefunden, um für die Aende'rung des preußischen Wahlrechts zu demonstrieren. Don Minute M Minute wuchs die Volksmenge an, so daß bereits um i-s 12 Uhr etwa 2000 Personen — darunter zahlreiche Frauen — den Platz vor dem Abgeordnetenhause und die Rampen .hpt den gegenüberliegenden Häusern besetzt hielten. Um 12 Uhr Halle sich bieje Menge verdoppelt, und dazu kamen nod) beim Eintritt der Mtttagspaufen in den Fabriken zahlreiche Arbeiter. In der ganzen Stadt wurden Flugblätter des „Vorwärts" Der teilt. Die Polizei erschien an» chngs nicht auf dem Plane, sonden: blieb im gegen» Lberliegenden Dibliotheisgebäude konsigniert und unterhielt durch Siadsahrpatrouillen Verkehr mit außerhalb. Um 12 Uhr erschien in seiner Equipage Fürst Bülow, von bei WOO köpsigen Menge mit brausenoen Sinsen: „Wahlrecht! Wahlrecht!" begrüßt. Eine Zeitlang drohte die Deinon- stralion einen ernsten Cl)arakter anzunehmen, als die Pvli- isti sich daran machte, den Platz vor dem PaclameutS- zebäude zu säubern. Die Menge sang die Marseillaije und empfing jeden Abgeordneten mit dem Rufe „Wahlrecht! Wahlrecht!" Ernste Zusammenftöße ereigneten sich indes,en nicht. Gegen 121/3 Uhr war es der Polizei gelungen, unter Ulstbietung einer Abteilung reitender Sa)utzleute die Menge in die angrenzende Köuiggrätze» und die Mlhelmstraße zu drängen, von wo noch fine Zeitlang die Marse lila ist ob der Rus nach bem neuen Wahlrecht nach bem Ab- geordneten Hause herübertönten. — Ein Teil der Temon- jeranten hatte sich von der Jerusalemerft raße durch die Lcipzigerstraße über den Spittelmarkt und den Molken- . mnt li nach dem ödtthause begeben und y?g von dort nach dem Sck)lojse zu. Auf der langen Bcücke traten dem Zuge Schutzleute enigegen, die die Demonstranten ah bem v..iyü|jer entlang nach dem Mühlendamm Drängten. Boi dem Schlöffe in der dckil)e der Lchtoßbrücke hatten jich etwa 20O zersprengte Demonstranten angcjammelt; diese wurden ibeistatts von der Polizei zerstreut. Auch am Abend Dor* ' lxr Ivar es bereits zu Wahlrechtsdemorlstiationen gekvnl- nien. Kurz nach 10 Uhr näherte sich, Don Osten kommend, „ dem Abgevrdnetenhaufe eine mehrere hundert Köpfe zählende Menge, die anlcheinend zu den sozialdemokratischen Wahlrechlsoersammlutigen des gestrigen Abends keinen Eintritt hatte erhalten können. Sie wurde von einem bereit i gehaltenen Schutzmannsaufgebot in die Wsthelm- und Äö- | illggrützerstraße zurück ged rangt, ohne daß eö zu Zusammcn- stoßssn tarn. Die Demonstranten begnügten sich dann damit, Hochrufe auf das Reichstagswahlrecht und Pereatruse au, das Landtagswahlrecht auszubringen. Ein Staatstouflikt in Oldenburg. Das gute Einvernehmen zwischen Krone und Dvlks- dertretung hat in Oldenburg einen starken Stoß erlitten durch eine Ge h e i m v o r l a g e der Regierung in Sachen der Regentschaftsfrage. Nach einer Anordnung des Großherzogs vom Dezember 1900, zu der ber Landtag seine Zustimmung erllärte, sollte die Groß- Herzogin bie Regentschaft führen, falls ber Großherzog während ber Minderjährigkeit bes Erbgroßherzogs aus bem ■ Hetzen scheiden sollte. Eventuell sollte der H e r z o g Fr i e d - ««ich Ferdinand von Schleswig-Holstein-Son- dersburg-Glücksburg bie Regentschaft in Oldenburg über- Inehmen. Durch eine Geheimvorlage vom 6. November 1906 | sollte nun bezweckt werben, bem Herzog Friedrich Ferdinand and) die Regentschaft zu sichern, falls ber Herzog noch während ber Minderjährigkeit des Erbgroßherzogs Nikolaus das Zeitliche segnen sollte. Diesem Ausschluß der Groß- lprrzogin von ber Regentschaft hat ber Landtag nicht zu- g cfiiiiunt. Er hat bie Geheimvorlage einstimmig a b - gelehnt. Es erhob sich auch nicht eine Stimme, bie eine Verteidigung ber Regentschastsvorlage auch nur versucht hätte. Da erklärte Minister Willich im Namen des Ga:oß- lstrzogs, daß angesichts ber Ablehnung ber Vorlage ber Äroßherzog nicht gewlllt sei, dem Bizeober st allmeister v. Wenckstern noch länger zu gestatten, bie Geschäfte bes Vorsitzenden ber Körungs-Kommission weiter zu fuhren. Die Mitteilung wurde mit einem Hohngelächter ausgenommen, v. Wenckstern ge* meßt als Vorsitzender ber Körungskommission bas höchste Vertrauen ber Pferdezüchier bes LanbeL. Ganz unbegreiflich ist es, daß Ministerium und Großherzog die N e g e n t- fchaftssrage mit der Körungsangelegenheit haben verquicken und eine so unerwartete Kriegserklärung an die oldenbucgischen Pserdezüchter haben erlassen können. Der Großherzog selbst läßt den Landtag zunächst seine Ungnade fühlen: bie Abgeordneten erhalten leine Einladungen zu Hofe und zu den Hoffestlichleiten. Und ber Landtag seinerseits hat diesmal bie Entsendung des Präsidiums zur persönlichen Begrüßung des Groß- hcrzogs unterlassen. Budgetkommlflion. In ber gestrigen Sitzung ber Bubgetlornmission des Reichstages wurde die Frage berBefestigungHelgo- l a n b s beyanbelt. Für Helgolanb wirb eine Hafenanlage im Gesamtbeträge von 30 Mill. Mark gefordert. Hierüber macht Staatssekretär v. Tirpitz eingehende vertrauliche Mit* tcUungen. Nachdem die Oeffentlichkeit wieder hergestellt ist, entspinnt sich eine Art Blockpolemik. Abg. Erz- berger (Ztr.) hatte den Vorschlag gemacht, Helgoland lieber ganz in die Lust zu sprengen. Singer lsSoz.) griff den Freisinn wegen seiner jetzt nicht ablehnenden Haltung an und führt das auf bie Blockpolitik zurück. Dr. Wiemer (fr. Bpt.) weist bies entschieben zurück. Helgoland werde jetzt strategisch eben höher bewertet llls. früher, und deshalb trete er jetzt dafür ein. Er wirst aber die Frage auf, ob die Insel die Befestigung überhaupt vertragen könne. Hierüber gibt v. Tirpitz beruhigende Erklärungen ab. Bebel (Soz.) erneuert bie Angriffe. Er verlangt Verhandlung in voller Ocfsentlich- keit. Vor bem Auslande sei ja doch nichts geheim zu halten, da es den Etat genau studiere. Ihm erwidert der Staatssekretär, daß es auf die vertraulichen Motive ankomme. Gegen den Vorwurf Bebels, daß die Referenten die Kommission nicht ausreichend informiert hätten, nimmt Gröber (Ztr.) die Referenten in Sck)utz. Sck)ließlich wird die Forderung lediglich gegen die Stimmen ber Sozialdemokratie genehmigt. Wieder einmal die „eisaß-lotbringische Frage". Ein ehcnr-aligcr frair-ösischer Deputi.i.tcr wein von einem angeblül-cn Bcn'uche, die „elsaß-lothringische Frage' zu lösen, zu bcr.chlm. Eine neue Deciassung sol.e dem bisherigen Deutschen Reichslande gegeben weiden. Man kann sich mir denken, daß der französische Ansstreuer dieser Nachricht an c.irc Art Neutralisierung Lothringens oailt. JnmrdUb T^uisch- lanbs gibt c5 viel.eicht feine zehn Mcnscl)en, die hieran „denken". M-an^-ist in Deutschland vieluvehr dec Ansicht, - daß die Ein- Icbunj und Einiühi.mg d r elsab-wthringiscl^n Devö.k.rung ins Teutidyc Reich gute Fvv.schritte macht. Warum man aus dcutscher Seite sich bemühen sollte, diesen $kr ,ang zu unterbrechen, ist nicht ersichtlich. Als kürzlich ein lothringischer 9Ibgeor0itcier im Reichstage Beschwerden gegen die Formuliernng d.s sog. Sprachen- ixrragraphen im Vcreinsenlwurse erhob, da wurde es viel bc nurit, daß der Staa.s'.ellctar des Jmilru v. EBethmann-Hollweg runo und nett erklärte, es merbe dafür gesorgt werden, d ß diese Veschweneden wtgsiclen. So spr-chl uuan nur, lueun ein iiigcS Verliauei.sverhaUn s Erricht. Man bringt den EisässtlN, die euri't Goethe als dis l’iulht elne- fernigen denliichn Ctaimncs l-r>ch.e»ten, ja, an Leien Beobachtung sich seine d.'tuschc Gtsirmung emilannntc, und den Lotlr.ngern Bertrauen angfgeti, und es bürste ichioetlich eine Taisaä^ anzusührcu sein, aus dcr h^rvor^ g.nge, daß sie d es als Geiam-lheil nichl v rbienten. Eine Aen^ GiTuitg d.r elsaß-lvldringisck-cn Bclfassurig in Richtung nach A.s- gesuiltung ds Vunuvd zu einem deutschen BanKSstaate ist viel erditect, ixit der einen Seite empsohlen, von der ant>ere» ein- Lr.ngUdj w.derraten tootben; in diesem oder in Dir.outibicm Sinne mag man in Deulschland von einer elsaß-wlhringischen F-rage reden, in dem Sinne, den der franzöiisck-e Tepuucrle meint, wird das deutsche Volk nicht geneigt sein, eine elsaß-.othringisä/l Frage als bcsteheno anzucikennen. Acan kann also d.e neue Ausstreuung unseres Erachtens getrost „zu den übrigen legen". Allgemeines, gleiches Kommunalwahlrecht für Männer und Frauen. Die ftanoinaoifa/t.n Danaer jinv uns in mancijen Gingen bedeutend voraus. So befürwortet beispw. der in Dänemark zwischen den Freiionservativen und den beiden Parteien der Hinten, die zusammen die Mehrheit in den beiden Kammern des Zieickjstags haben, nach langjährigen Verhandlungen erzielte Vergleich die Einführung des allgemeinen gleichen K o m m n n a l w a h l r e ch t s für Männer und Frauen über 25 Jahre. Die Wahlen sollen nach der proportionalen Wahlmethode vorgenommen werden. Nur bei Wahlen zu höheren Kommunal- amtern auf dem Lande soll den größten Steuerzahlern ein privilegiertes direktes Wahlrecht verliehen werden, jedoch sollen die direllen Wähler nur ein Drittel der Wahlmänner bilden, wäyrend sie bisher die Hälfte der Ptcktze iunehatten. Eine Theaterdemonstration gegen den König von Portugal. Nam lixcibungeii au» Hti.uooit i|t cs uoti un Opernhause wahrend dec Aufiühcung von Viktor Hugos Femani zu einem großen Skandal gekommen. Elne Unmenge von Flugblättern mit emer Proiiamallou des Thron-Pru- teni>enten Don Miguel mit seinem liberalen 8iegierungs-Pro- gramm wurden aus den obersten Galerien in den Zu- fchauerraum gciuor;en. Polizei veichiagnaymte foiort oie Flugblätter und nahm zaylreicl-e Verha,tungen vor, viek- ,ach unter Anwendung von Gewalt. Es wurden Pereat- rufe auf den König und Hochrufe auf Don Miguel laut Der König und ber Thron,oigcr verlietjen das Ttzeuter vor Schluß der Borsteuung. Auch in Par.s macht sich jetzt cüte Agitation zu Gunsten des Prätenoencen bemerkbar. Militärische Fetdschcner»». Ter Relchktagsabgeordnete K ö h l e i • V a n g 5 b o r i Hal m Geincinjchail mit Dem lüüriinn- bergifchen Abgcoidiiclcn Rcchlsanwall Roll) imö dem Abgeord. iietcn des Bezirks tvosiar, AmlSgeilchlSrat Kölle, und mUei- stützt von der A i i t j ch a i t l i ch en Bereinigung i m R e i ch 6- lag (Tr. S locker und o. lüebctmaim) iolgcnöe 9i e i o l u t i o n Äu dein Elat, die Beuvatlung des ReichShecreS betreffend, beim Retchslage emgebraem : Köhler, Hölle, bt o 1 h: Ter Reick>Staq wolle beschließen, die verbündclen Regierungen zu crjuchen: Tie Tezentrali- sternng derAdnal)me uuö der ^ageiuiig von Heil- und L t r o h b e ft ä n ö e n für den Bedari des Lanoheeies, im F n l e r e s j e dieses sowohl wie der kleineren Landwirte, durch Anlegung eines Rehes von d e l d f ch e u e r n auf dem Lande in Erwägung zu ziehen. Der Zlbgeoronele K o h l e i-L a ng § d o ri hat zu dem Etat „Perivallnng des ReichsheereS" folgende Resolution im Reichstag emgebtad)i: Ter Reichstag wolle beschlleßen: Die vcrbüiibeten Regiernugen zu ersuchen, int Einvernehmen mit den landwutschcuttichen Behörden und Cigamjaiioiieu, sowie auch er'ordeilichen Falls im Einvernehmen nm den Schulbehörden m den Bundessiaaien, Unterrichi in 1 a n d w i r t f ch a s 11 , ch e r R a i urkunde < ü r f r e i id i 11 i 0 e Teilnehmer im RcichShccre einzuiuhren. Die Resolution ist unlerzeichnet von den Mitgliedern der W i r t f ch a i 11 i ch e n Bereinigung »in Reichstage uiid zivar von Köhler, Dr. Llöcker, Liebermami v. Sonnenberg, Bogt-pall, Bogl- Erailsheim, 9ioth, Raab, Schack, Slaufjer, Riefeberg, v. Tamm, panijch, Behrens, Kolle, Dr. Böhme, Herzog, Gräf CÜkimar), Lattniaun, Tr. Burckhard. „ , ., Bekanntlich fleht dieselbe Angelegenheit auch zur Verhandlung aus nächster Tagesordniing der 2. Heh. Kammer am 14. Jan. IVO«. Deutsches Ueich. Berlin, 10. Jan. Die „'Jtorob. Allg. Ztg." schreibt Entgegen wiederholten anderslautenden Pceßmeldunger -sind wir zu der Mitteilung ermächtigt, dast im Fallt des Verbleibens des Generals Keim in der Stellung als geschäftsjül-render Vorsitzender des Deutschen Flob tenvereins Prinz Heinrich von Preußen im Einvernehmen mit Sc. Majestät dem Kaiser das Protektorat über den Verein niederlegeu wird. — Die „Nordv. Aklg. Ztg." schreibt: „Der ehemalige sranzösijche Deputierte Francis Laur hat der „Frankfurter Ztg." mitgeteilt, „man habe Sc. Mc>.ji,cät oem Kaiser wähccno seines Ausenthaltes in Highclisfe ein Memo- ranbum zur Lösung der eljag-lothringischeu Frage vorgelegt." In dieser Form ist die Behauptung ,alsch. Wahrheitsgemäß müßte cs he.ßen, daß Herr Francis Laur selbst eine ui'.i,augreiche Ausarbeitung über Elsaß- Lothringen an die Aoreffe Sr. Majestät nach Highcliff geschickt hat. Dec Senoung des Herrn Laur konnte aber teine Beachtung geschenkt werden. — Dem Vrrnehmen nach ist der Posten eines Legationssekretärs bei derGesandtfchastin Dresden dem Legationssekretär bei der Gesauötfchaft in Belgrad Dr. Frhrn. v. H e y l z u H e r r n s h e i m übertragen wocoen. Der Letztere hat in Belgrad in der Person des srühece-iü Dritten Sekretärs bei der Botschaft in Rom Julius Ernst Prinzen zur L.ppe einen Nach,okger erhalteii. Zum Lega- liDnsiekrctar bei der Gesandtscha,t in Hamburg ist der bisherige Legationssekretär bei ber Gesandtschaft in Lissabon v. Lucius und zum ersten Sekretär bei der Gesandtschaft in Peking der bisherige |tönüige Hilfsarbeiter in Der Reichskanzlei Legationscat v. Mutius ernannt worden. München-Gladbach, 11. Jan. Tie hiesige Handelskammer richtete wegen dec geplanten Verteuerung d e r Fe r n j p r e cki g e b ü h r e n an die Industriellen und Kaufleute ein RuiiDschrikben, in dem sie bittet, zwecks Erzielung einer Statistik sämtliche Gespräche >ur die n ä ch sten vier Wochen zu zählen. riusiand. Trier, 11. Jan. Zwischen Belgien und Luxemburg werden Unlerhandlungen gep,logen wegen des Baues eines Kanals zwischen Mosel u n d Ai aas. Dieser Wa, fer- weg, dcr eine Länge von 450 Kilometer haben soll, wurde zwischen dem luxemburgischen Jndusttiebezirke und Antwerpen eine gute Verbindung schassen. Rom, 10. Jan. Entgegen den ersten Darstellungen wirb hier heute mit Bestimmcheit behauptet, Menelik habe immer daraus bestanden, daß L u g h zur a b e s s i n i s ch e n Machtsphäre gehöre. Er habe keinen Vertrag über dieses Gebwt anerkannt, vielmehr an seinen Ansprüchen darauf fssigehalten. Der Besitz von Lugh als der wichtigsten Etappe zwischen dem Meere uno dem Gallaland ist gleich erjrrebenswert für Italien wie für Menelik. Tatsächlich ist aber Italien dort völlig in seinem Recht, seitdem 1806 seine Flagge in Lugh gehißt und bie Sultane ber Umgebung vertragsmäßig seine Schutzherrschajt anerkannt haben. Man glaubt hier immerhin, Menelik werde Boten an seine Leute schicken mit bem bestimmten Befehl, bie De-, Lagerung von Lugh auszuheben. Newyork, iv. Jan. Dcr hiesige Zenllralkörper der organisierten Arbeiterschaft schätzt die Z a h l d e r A r b eits» losen in Newyork gegenwärtig auf 160000. Schanghai, 10. Jan. Die bei Kasching ausgebrochenen Unruhen sind neuesten Nachrichten zufolge, lokalen Charakters zwischen den Salzjchmugglern und Truppen. Die Fremden sind nicht bedroht. wie folgt fest: u Aus Staot un«9 &ano. Gießen, 11. Jan. 1908. Die Gehalte der Volksschullehreriunen. Der do in Abg. pirschet erstattete Bericht des 1. Ausschusses über die betreffende Regierungsvorlage lautet: Der Entwurf setzt das Gehalt der definitiv angestellten Lehrerinnen an den Volksschulen Im vom Diese Gehaltsstufenfolge bedeutet eine Erhöhung deS seitherigen Gehaltes um je 100 Mark. Der Entwurf wird damit begründet, daß es angezeigl sei, nachdem vom 1. April 1907 die Gehalte der Lehrer an den Volksschulen erhöht worden sind, nunmehr auch die Gehalte der Lehrerinnen an den Volksschulen aufzuhessern. Der Ausschuß stellt sich auf denselben Standpunkt und beantragt, der Vorlage die Zustimmung zu erteilen. ♦ ♦* Bei der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen sind im Dezember 1907 296 Rentengesuche (270 Invaliden- und Krankenrcntenanträge, sowie 26 Altersrentenanträge) eingegangen. Unerledigt wurden in den Monat übernommen 235 Rentengesuche, so daß 531 Gesuche in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 215 durch RentenbewiUigung (192 Invaliden-, 9 Kranken- und 14 Altersrentengesuche); 38 durch Ablehnung, toeü unbegründet (35 Invalidenrenten- und 3 Altersrenten gesuche), 12 durch andere Weise — Zurücknahme usw. — (9 Invaliden- und 3 Altersrentengesuche), zusammen 265, so daß 266 Gesuche als unerledigt auf Januar 1908 übernommen werden mußten. Ferner wurden im Dezember 1907 307 Anträge auf Beitragserstattung gestellt, und zwar 266 infolge .Heirat weiblicher Versicherter (H.), 39 infolge Todes versicherter Personen (T.) und 2 wegen Bezugs von Unfallrente (U.). Unerledigt wurden in den genannten Monat übernommen 96 Erstattungsanträge, so daß zu bearbeiten waren 403 Gesuche. Bewilligt wurden 225 Anträge (204 H. und 21 T), abgelehnt wurden 26 Anträge (17 H., 6 T. und 3 11). Unerledigt blieben 152 Erstattungsanträge (122 H., 27 T, 3 11), die auf Januar übernommen wurden. gegenwärtigen lUtomente nicht unterlassen, Italien hur Durchsetzung seiner Forderungen auf Genugtuung energisch .>eizustehen, wobei man vielleicht selber etwas für sich heraus schlägt. Im Grunde genommen mag man es in Paris und London gar nicht so ungern sehen, wenn Italien einmal etwas ausgewischt bekommt, und es ist bemerkenswert, daß man in Paris die italienischen Forderungen sofort als etwas sehr weitgehende bezeichnet hat. Diese Eifersucht kann gerade in der gegenwärtigen Situation unliebsame Komplikationen Herbeisühren, deren Umfang sich möglicherweise nicht aus Abessinien allein be- sch ranken würde. ist es gewitz tnierc))ant, einmal die Ansichten einer Frau darüber zu hören, die sich als Frauenrechtlerin und Befürworterin einer modernen Ethik einen Namen gemacht Hal Da nach dem Vortrag eine freie Aussprache stattfindet, so ist jedermann Gelegenheit gegeben, sein Für oder Wider vorzubringen. •• Die Eisbahn ist wieder geöffnet. R. B. Gernsheim, 10. Jan. Der hier sich allgemeinen Ansehens eifreuenbe Rechtskonsulent Jean Maul, verheiratet, 40 Jahre alt, ist verhaftet worden. Er wird beschlildigt, in verschiedenen von ihm besorgten Rechtssachen größere, für seine Auftraggeber besorgte Geldbeträge in Höhe üon mehreren tausend Mark veruntreut zu haben. h. Hanau, 10. Jan. Eine gestern abend abgehaltene i ozt al dem o kra tische .Versammlung, in welcher kotzen über oen Zusammentri-tt des preußischen Landtags und das Landtagswahlrecht referierte, wurde wegen Auf- rerzung zu stracharen Handlungen polizeilich a u f gelöst, xer jtejerent patte u. a. ausgeführt, er wundere sich, daß die Arbeiter die Fenster des Abgeordnetenhauses noch nicht eingeworfen haben, hoffentlich würden sie es bald tun. ferner jagte er, es ist mir ein Vergnügen, die Anwesenden aufzuklaren und recht wild zu machen. ** Große allgemeine Fachausstellung für das Gastwirte-Gewerbe und verwandte Berufszweige. Noch ehe vor einigen Tagen die Ausschreibungen für bas vom 28. März bis 5. April d. Js. in Gießen geplante gastronomische Erergms in die Well gegangen waren, lagen bereits so zahlreiche Beteiligungsanmeldungen vor, daß der geschäfts- suhrende Ausschuß mit Recht sich sagen mußte, die Turnhalle an der Nord-Anlage sei zu klein, um die Ausstellung barm unter» bruwen ju rönnen. Man hat deshalb beschlossen, im Anschluß an die Raume der Turnhalle einen weiteren überdachten Raum von ca. 1000 Quadratmetern Herstellen zu lassen, wofür die AuSstellungsarc-ntellen Seuling und Nikolaus bereits dem Zwea enyprechende Vorschläge gemacht haben. Interessieren dürfte, oav bereits M Anmeldungen aus Oesterreich-Ungarn, Sachsen, Oft- und Westpreugen und Brandenburg — abgesehen von den Meldungen aus Mtttel- und Süddeutfehland — vorliegen. In $a$en in fast allen aufstrebenden Städten Deutschlands Kochiunft- und Fachausstellungen für das Gastwirtsgewerbe stattgefunden, und so ist es freudig zu begrüßen 3 auch in unserer Stadt eine derartige Veranstaltung vor sich gehen wird. Hat sich doch nach einer derartigen Ausstellung überall gezeigt, daß das wirtschaftliche Leben im allgemeinen Avv^ett hat, indem selbst neue Industriezweige nach solchen Veranstaltungen dort bigrü.bet wurden. Es ist die erste derartige Ausstellung, die in dm Provinz Oberhessen stattfindet Alle in das Gastwirts fach einschlagenden Artikel, alle damit verwandten Gewerbe sollen dabei im Wettstreit untereinander koukurrreren. Tie Kochkünstler in den großen Hotels sollen ossentlich zeigen, was sie zu leisten imstande sind, die Metzger ww Wurstsabrikanten werden ihre Erzeugnisse vorführen, die Konditoren utw SSaifer werden den Beweis bringen, auf welcher ar 'hre Leistungen angekommen sind. Außerdem wird die Ausstellung die neuesten Fortschritte in Haus- und Küchen- einrichtungen, m Kochapparaten und Kochmaschinen usw aufiveisen Ten Besucksern der Ausstellung soll ein umfasseiides Bild in Taselgeraten, Tafelwasche und Tekorationen, sowie der Taseldeck- kunst gegeben werden. Neben den beliebten alkoholischen Getränken wird auch der alkoholfreie Trunk einen breiten Raunt emnebmen. Auch der Fachliteratur ist in der Ausstellung eine Abteilung gewidmet, ebenso wird das tunstgraphische Gewerbe durch Speisen- und Festkarten vertreten fein. Man ersieht daraus baß_ die Ausstellung, die ohne Zweifel unserer Stadt einen großen Fremdenstrom zuführen wird, nicht nur Interesse für den Fachmann sondern auch für alle Schichten der Bevölkerung m Stadt und Land beanspruchen dürfte. **VomBureau d es N e u e n Gi e ß e ner St a d t- Th e a ter. Die Aufführung von „Rab e nst e in e ri n" am morgigen Sonntag nachmittag ist die letzte des Werkes und dürste namentlich für die auswärtigen Besucher von Interesse sein, da die Vorstellung zu den besten der Gießener Bühne zählt und sowohl an Llusstattung wie Darstellung Sehenswertes bietet. Am Sonntag abend geht Raimunds Zaubermärchen „Verschwender" zum weiten Maie rn Szene. Es macht sich für diese Vorstellung ein i° ^bhastes Interesse geltend, daß Interessenten gut tun werden, sich zeitig Platze zu sichern. Beide Ausführungen finden bei kleinen Preisen statt. Es sei darauf hingewiesen, das; die Angabe auf dem Theaterzettel und in der An- dre Berschwender-Vorstellung zu gewöhnlichen Prm>en stattfindet, irrtümlich ist. - der Freidenker-Vereiniauna wird ^nne^ta3 Sr°u .Henriette Für°h äuä ^ranEfurt a. M. über: „Die sexuelle Aufklärung der Ju- geno sprechen. (Näheres siehe Inseratenteil.» -- cVn nn- hneL\^.e 1D4) ^^ses Problem ein so viel umstrlltenes ist, wo die Meinungen ui dieser Frage so sehr getellt sind,' besonderer Wim sch danach geäußert wurde?-—Sachverst'. : DaS glaube ich nicht. — v. Bennigsen: Ter frühere Gouverneur von Siebert hat gestern und schon in München gesagt, die Flucht der Wewer bedeute immer einen Krieg. — Sachverst. : Tasl trifft nach meinen Erfahrungen nicht zu. — v. Bennigsen: Halten öie es für richtig, daß die Weiber mit Gewalt zurückgeholt wurden? — Sach ve r st. : Es wäre wohl praktischer gewesen, den Leutnant Johannes mit feinen 65 Mann mobil zu machen. —■ D. Bennigsen: Halten Sie es für zulässig, daß wegcknl eines so geringen Vergehens, wie es bem Mabruk zur Last Heget ti£ tciar, die Todesstrafe vollstreckt wurde? — Sachverst.: Au! sich nicht. — v. Bennigsen : Wenn der Mabruk einem Küsten- )iainme angehorie, konnte dann seine Hinrichtung auf die Ge- birgsstamme irgendwelchen Eindruck machen? — Sachverst.: d^iu- <>-beniaH3 stand die Todesstrafe unter allen Umständen in reinem Verhältnis ^u dem vorliegenden Vergehen. — v Bennigsen: Wenn nun tatsächlich geschlechtliche Momente zu der Hinrichtung des Aiabruk geführt hätten, würden Sie sie dann für gerechtfertigt halten? — Sachverst.: Es läge ja dann attcrbmgs em schwerer Vertrauensvruch vor, aber die ^vdis,-ra,e verdiente er trotzdem nicht. — v. Bcunigfen: Vermuten ^ie etira, daß Mabruk gar feinen Diebstahl beabsichtigte^ — «achvcritänoiger: Nach der ganzen Sachlage scheint er doch mehr die Abucht gehabt zu Haven, zu einem der Drei Weiber zu 14) nun en. — v. Bennigsen: Wuroen Sie dann die Todesstrafe für notwendig gehalten haben? — Sachverst.: Nur, wenn ich Em eÄa aur Standpunkt eines airiläufick-en Häuptlings gestellt hatte. —- ßieckstsamvalt Fall: Sie würoen also weder aus ver Fluast noch aus sexuellen SjTomenten die Berechtiauno Äur Hrnriastung dcs AUabruk lMleiten? — Sachverst.: Nein, ich wurde mich banutjtrafuar gemacht haben, wenn ich für die Flucht au£ der Kellenha>t die Tooesstrafe verhängt hätte. — Nechts- anwatt Falk ^Halten Sie nun die Hinrichtung der Jagodja für gerecht ? — ^sachvsrst.: Nein, auch nicht, weil sowohl das Ob- lell wie auch das Individuum viel zu minderwertig war, um En Derartigen Apparat in Szene zu setzen. — Rechtsanwalt paH. ^|i acht das Verhalten des Dr. Peters am Kllimand- «aiaro von allen Offizieren und Beantten der Kolonie verurteill worden? — sachverst.: Jawohl. — Rechtsanwalt Fall: War die jagodja nicht vollkommen frei in ihren Bewegungen? — sachverst.: Doch nicht. Häufig sind die Weiber das emsige Mittel, um zu er । obren, was bei Den Stäinnien vor geht und ob sie etiua Kr.eg oder sonstige Unruhen planen. — Rechtsanwalt Jalk: Ob aber Dr. Peters sie zurückholen mußte, ist doch sehr zweifelhaft. -—Sachverst: Ja, denn es war ja Zündstoff genug vornanoen, so daß man ihn nicht ohne 9?ot zu vermehren brauchte. ., Dr. Peters: Wenn ich als Reichskommissar hinkam, hatte ich gewiße Verpflichtungen staatlicher Art zu erfüllen. Kann es durch diese veränderte Tätigkeit nicht öfter vorgekommen lern, daß ich Aufgaben gegenüberjtanb, die ich auf andere Weise losen^ mußte, als ein Offizier, oder ein anderer Beamter? — Sachverst.: Ich kann dem nicht zustimmen, soweit es sich um die beiden Hinrichtungen handelt. — Justizrat Sello richtet dann ebenfalls an beit Sachverständigen v. Elpons eine Anzahl von Fragen, um zu beweisen, daß die Jagodja nicht die besondere Surta des Dr. Peters, sondern ein Freudenmädchen mar, unb baß burch die Flucht des Mädchens eine Gefahr für bic Sicherheit der Station und das Leben ihrer Angehörigen heraufbeschworen worden war. Hierzu wird nochmals Baron v. Pech mann vernommen. Er hebt hervor, daß die Jagodja kurz vor ihrem Entweichen auch „Kriegszauber" gemacht habe, . Glpons bestätigt auf Befragen, daß das ein bedenkliches Zeichen sei. — v. Bennigsen: Kommt bas aber nicht alle Augenblicke vor? — Sachverst.: Ja, gewiß Ter Vorsitzende teilt dann mit, daß die vom Auswärtigen Amt emgeforberten Akten erngelaufen seien. Darunter befinbe tä) auch die Korrespondenz mit Bischof Smithies mit Ausnahme des von Herrn - v. Bennigsen bezeichneten Brieses, der weder im Original noch in der Abschrift vorhanden fei — Ferner sind die Vernehmungsprotokolle eingelaufen, die mit dem verstorbenen Privatsekretär Jahnke des Tr. Peters aufgenommen morben |tnb, die zur Verlesung gelangten. Er hat danach angegeben, er habe der Verhandlung gegen Mabruk und dessen Hmrtcvtung nicht beigewohnt. Er wisse aber, daß Mabruk eines Etnbruchsdiebstahls^ überführt wurde. Es sei nicht davon die k • «n9e-?c,en' baB, der Einbruch erfolgte, um zu einem der bret Werner zu gelangen. Durch den Einbruch sei die Sicherheit der Station aefährdet erschienen. Tie drei Surias seien von dem Sultan Malamia geftelll worden, der kirrz vor ihrer gewesen sei, und sie offenbar zur Duckst bestimmt habe. Nach ihrer Wiedereinlieferung hätten ^üet Wewer Stochchlage bekommen, eine sei an die Kette ge- tommen, ob dies die Jagodja gewesen sei, wisse er nicht. Nach abermaligen Flucht dieses Mädchens sei der Unteroffizier Wllhelm zu Malamia gesandt worden, sei jedoch unverrichteter Dinge zurückgekehrt Von der Marangu-Station aus fei bann mA Gewehr unb dem Feldgeschütz nach dem Lager Malamias ^ndergeschossen worden, und das Mädchen wurde nach seiner Wiedereinliefermig hingerichtet. Dr. Peters habe ihm erzählt, er hatte mit dem Madch-en zwei- bis dreimal verkehrt, weil sie ihm ferne Ruhe gelassen habe. /r-, . . . n. H. Köln, 10. Januar bann als weiterer Sadjeerftanbiga brr frühere Offi- ter ber S-Hutztruppe v. Elvans aernoinmen, b:r St her Kll>m°ndtcharo &51rläamt,nann in $aquna roa“ Er bekurrbel. Ich bin auch itm Kilimanbicharo gewesen unb habe dort nur ruhige Berhültnisse ang-twsfen, obwohl ich S C I <-tca|ejbebitiün teilnahm. Währenb meines Aufenthalts in La- quun ereignete sich die Niebermevelung ber^^ZelewsliMkn peintron Es kamen damals 20 Mann, die Sem ©emenrf rannen toten, zu mir. Ich wohnte nur etroa 7 EaaSen ton dow Katastropl>e emsernt, während es zu Tr Beters von llhehe aus eiroa 30 Tagereisen waren. Ich befand mich nfin damals mindestens tn. derselben Lage wie Dr Beters Sr iS Ita w ge,ehrlich hielt, während ich absolut üchZ ^n Unrule bemerkt habe. Ich war dah» auss äußerste übMasch^ als ech§ PL ^Ärtefn: »U darauf an, welll-e besonderen Machtbefugnisse er hatte N Nigsen: Bestand eine Verbindung zwichen Ubebe Kilinllndschaiw-Völkern in der Form, daß Borqäuae rli B^s die Völker am Kilimandscharo überbauet tangierfen?^ Sachverst.: Memes Wissens nicht. - v. Sen i n ^ ift Ihnen ja auch wohl bekannt, daß der 'Gouverneur v A, Innrer Zell ans Auswärtige Amt tclegraphi^te ^n Teutsch-Osta^nka alles ruhig — mit Ausnahme Eugen Woss?? Seiterfe.t.)-Sachverst.: Ja. - b. Benn nigsen jS « vor, ober ist es Ihnen oorgekommen, hast sich ein’ Su7? ütomnnen int EnrapÜerlager hielt? — Sachvirst " Tas i» misgeschlosten. — o. Bennigsen : Glauben Sie bakeinsSj? bem Euvopaer Beiher als Geschenk sendet, ohne W v°Lr -^^ Als weiterer Sarver ständiger bekundet Professor Dr Vol- kens-Bcrlui vom Ostafrckanischen Museum, daß er fünf viertel ^ahre am Kilimandscharo gewellt habe, und znmr etwa ein Jahr n?P, Dr- Peters. Er halte das dortige Vorgehen des Tr. PeterS ntü’t„ wr richtig. — v Bennigsen betont, daß der Sach- verstanmae em umfass^rdes Werk über das Kilimandscharogebiet ^ofsenllicht habe, unb bittet,^ihn über die ganzen dortigen ^er<.-äU ö?ren. Xer sachverständige hält dann einen ca. halbstündigen Vortrag über seine Erfahrungen an der Hand Don Karien und Planen. - Tr. Falk und Dr. Peters befragen dann den Sachverstandigeii eingehend nach dem Schicksal seines wyien,chaftlichen Begleiters Tr. Lent, der später von den Mo- vambos totgcschlagen wurde. — Pros. Völlens gibt zu, daß xr. Lent unvorsichtig gewesen sei, weiß aber nichts davon, ob xr. Lent ben Deutschen zeigen wollte, daß man mit den Mo- Danibo» auch friedlich auskommen könne. — Zum Schluß der heutigen Sitzung wurde Major v. Tiedemann-Lübeck als sachverständiger Dernommcn, der erklärt, daß es ungeheuer chwer erichelne, ein abschließendes Urteil über die dortige Hand- lungsw-tse das Tr. Peters ,u fällen. Er kenne allerdings! >5- Peters bes,er, als irgend ein Mensch sonst auf der Welt, ,cinc verwandten ausgenommen. Er erinnere daran, daß v. Wiß- mann erklärt haben solle, er würde unter den gleichen Um- ftanben ebenso wie Dr. Peters gehandelt haben und sage unter bte,er 2>oraus,etziing unter seinem Eide, er würde beim Vorliegen ber von xr. Peters behaupteten Tatsachen den Mabruk unb die qagobia ebenfalls hingerichtet haben. Tr. Peters fei ja eine etroaö sech: komplizierte Natur, die entsprechend gewertet werden Äs!- gn- J-^€r gutgläubig gehandelt. — Rechts- + 2Surkben für zulässig halten, daß ein kaiser- .ichM: Beamter oder Offizier ein Todesurteil fällt unb voll- treden laßt, wenn bei der Fällung unb Vollstreckung sexuelle Momente obwalten? —- Zeuge: Wenn ich unzweideutig auf biefe o-ruge mit ja oder nein antworten soll, wie dies einige Sacb- r!? 0eton_ ^uben, so hätte das ja ober nein gleichen ■”etTK :,9Qr keinen, ^as ist ein Problem, eine Preis- aufgabe^ -- Rechtsanwalt Falk: Nehmen Sie an, er hätte es in einem Stadium des Verfahrens zugestanden? — Sachverst.: Wer Niemals aus Deutschland herausgekommen ist, würde sagen, das ist ablolut verwerflich. Pater Acker hat ja schon gestern gesagt, cs gebe da nur eine Moral. Das ist aber meiner Ansicht nach nidjt richtig. Es gibt ganz entschieden mehrere. TenkÄi Sie nur an den Krieg, wo Bürger den Kuhfuß nehmen, und bann l das tun, was fie m Friedenszeiten ins Zuchthaus ober aufö Schafsot bringen würde. Ich habe auf meinen verschie>men rZeldzugen die seltsamsten Begriffsverirrungen in dieser Luie- hung beobachtet, bei ganz intakten Leuten, so daß ich mir lagen mußte, es gibt noch eine andere Moral. Deshalb ist auch oas hier eine Gewissensfrage, die man unter dem Eibe nicht mit Linern ja ober nein beantworten kann. S8et6“ü>üut8 um 1V‘ -msmutags auf. ** Der Postunterbeflmtenverein hielt letzten Sonntag seine Weihnachtsfeier in der Turnhalle ab, ein Familienfest, wie es schöner nicht gedacht werben konnte. Der große Saal war um 5 Uhr besetzt, unb namentlich war die Kinderwelt sehr reich Der treten. Nach einigen Musikstücken bewillkommnete der L Vorsitzende des Vereins Pfaff in herzlichen Worten die.Erschienenen, worauf von Frl. R e i n i n g ein Prolog, der auf die Bedeutung der Weihnachten und der Christfeier hinwies, sehr ausdrucksvoll gesprochen wurde. Ein Vortrag, „Der Weihnachtsmann", gehalten von Herrn Beppler, schloß sich an unO alsdann folg ' in humoristisches Gesamtspiel. Eine Tauschverlofunm sowie i .ingemeine Verlosung schloß sich an, woraus Herr Schmidt cme „schauerlich-schöne Ballade, der schwarze Peter" Dortrug. „Lottchens Neujahrsüberraschung", von Frl. Marie Trebbert sehr frisch unb flott vorgetragen, schloß sich an, worauf ein Lustspiel „Der Auiateurphotograph" recht exakt unb anmutig gespielt wurde. Eine 2. allgemeine Verlosung ichloß sich an. 8 lebende Bilder mit begleitendem Texte, gesprochen Don Herrn Pfaff, beschlossen die theatralische Feier, um der jungen Welt Gelegenheit zu geben, sich im Tanze drehen zu können. Klein-Linden, 10. Jan. Innerhalb zweier Tage larben zwei Kriegsveleranen aus dem Feldzua 1870/71. Der Veteran W. Deibel wachte den Feldzug .in Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 zu Gießen, der Veteran Schimmel im 1. Garde-Artillerie-Regiment mit. Schimmel ; "reichte ein Alter von 61, Deibel von 59 Jahren. O Gro ß en-Bu seck, 10. Jan. Ein 1 o ser St r ei ch wurde einem Händler gespielt. Der Händler annoncierte: „Haufe Marder und Iltis zu höchsten Preisen." Er erhielt NUN eine Karte aus dein ir/2 ^iunue ent|Criuen Lindenstruih, ein Landwirt hätte einen Iltis gefangen. Der Händler begab sich nun sofort nach Lindenstruch, mußte aber zu I einem Erstaunen er jähren, daß cer unierfchrievene Namen überhaupt n i cy t existiert. (Der „D)e Streich" kann unliebfame Folger eintragen. Red.) ueckborn, 10. Jan. Gestern weilte die Gendarmerie von Grünberg in einer merkwürdigen U.tter,uchungs- s^che hier. In den Raumen des Gießener Wafserwerks lollen nämlich Hunde verbrannt worden sein. Die Untersuchung soll, wie man hört, noch nicht abgeschlossen sein. Die hiesigen Einwohner würden wenig erbaut sein o°n dieser neuartigen Verbrennungsanstalt und man hofft, daß sich das Gerücht nicht bewahrheitet. Wv-Nauheim, 10.Jan. Die Gesamtfrequenz d e s A a d e s im Jahre 190? betrug 29668 Kurgäste, wovon 21599 Deutsche und 8069 Ausländer waren. Von den letzteren entfallen auf: Afrika 81, Amerika 1275, Asien 40, Australien 3, Belgien 135, Bulgarien 3, Dänemark 72, Frankreich 214, Griechenland 4, Großbritannien 928, Holland 361, Italien 73, Luxemburg 18, Norwegen 38, Oesterreich- Ungarn 921, Portugal 9, Rumänien 69, Rußland 3332, Schweden 184, Schweiz 214, Serbien 14, Spanien 21, Türkei 10. Bäder wurden insgesamt 419277 abgegeben und zwar wurden gefertigt: 384 957 in den staatlichen Badehäusern, 20 460 im Badehause des Konitzkystists und 13860 im Elisabethhaus. Nach Bäderarten verteilt sich diese Summe folgendermaßen: 32662 Solbäder, 143 446 Thermalbäder, 88 983 Thermalsprudekbäder, 148 041 Sprndel- bäder, 2139 Sprudelstrombäder, 389 Duschbäder, 3513 Süßwasserbäder, 104 Moorbäder. Die ho ch st e T a g e s b ä d e r- 5 ahl am 22. Juli betrug 3807 und zwar: 312 Solbäder, 1218 Thermalbäder, 887 Thermalsprudetbäder, 1363 Sprudel-, und Sprudelstrombäder, 24 Süßwasserbäder, zwei 2)usch- bäder und ein Moorbad. ** Helpershain, 10. Jan. Demnächst. wird hier eine neue evangelische Kirche gebaut werden, zu der jetzt die Ausschreibung der Arbeiten erfolgt ist. Die Rohbauarbeiten und Lieferungen sind zu 15 482,38 Mk. veranschlagt. 1.- 3. Tiensijahr Mk. 1100 jährlich, 4.— 6. r r 1300 w 7.— 9. n ■ 1400 V 10.-12. v r 1500 ■ 13.—15. • V 1600 n 16.—18. • ■ 1700 i 19.—21. v v 1900 ■ 22. » an , 2100 • yb'etn- ^te L aSss ÄSS SK«L Quiche Z) d. lt.: i5ä .-lc sie b bor > > • Jwtnt er -FZr ®R? Äte?>4 f“ 3«*^ -g .^PuWch 6.,, °® &Qtlb, »rwnle DtriIrteif. ’WLte1® Regungen? - ,r. ^e^-=dimjalt ^'. W doch sehr ", ounbitoü gemig brauchte. I|ar .hinkam, hatte 1 ^füllen, fonn •er. borgetonunen aus andere Zeise -r Beamter? 1 •*. .soweit es sich c'-Wot Sello M D. Elpovs e Jagodja nicht die 1 isreudemadcheil 6 eine Gefahr sm rbrer Angehörigen nochmals Baron die Jagodja cr", gemacht habe, daß das ein bekommt das aber 5a, gewiß, vom Auswärtigen Tarmuer befinde M8 mit Ausnahme Arteses, der weder :n sei. — Ferner die mit dem vc» ters ausgenommen irr hat danach tabru! iuib dessen xig 'Ulabru! eines nicht davon die rr ;u einem der :d) sei die Licher« drei Zurias seien er drrj vor ihm sie offenbar zur Lnüefenmg hätten an die Sette ge, sse er nicht. Nach der Unteroffizier doch unoerrichtetei rwn ans sei dann Laaer Äalmnias wurde nach seiner habe ihm erM, i Dürfet, weil sie wfch'or Sol* daß er Msvrerm nxn etwa ein Jahr vn des 2t. 'W r. daß der Sach- virmndscharogeoiel , ganzen dortigen . halt bann anö naen an bttH / Paers Miragen an Schicksal ig* Sr non den > kens M i* daß ' nich-s Won, ob man mit btnW irm Schluß da „flnn*2üb«f als vn es ungeheuer jjc dortige W «l*n ; jUhruf und g n . r« m eim $ttffLrttl nxrbtn “‘tefi ein kaisx R,üri>ftÄ09i hon rfjlut noä ctta- and hflJj el^Lchaus * ; «■ A »j jo dav j?, nuä x1”;' bis 2/20 Alk., und Rindfleisch pr. Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. pr. Psund 70—84 Psg., Gerlch-ss«aU [] TI a r b u r g , 10. Jan. Ein Zweikampf mit f Stil fb e ir Aalten beschäftigte beule das hiesige Landgericht. An- -eklagt luaren der Chemiker Viktor Gebhardt ans Krefeld und der cand. ehern. Alfred Göhring aus Breidenburg; außerdem wegen Beihilfe die Tdirlut Höck doit hier und der Gastwirt DZ e r tz aus Marbach. Ter Zweikampf fanb am 5. März v. Js. in (tzegenwarl zahlreicher Studenten im Höck'schen Saale statt. Lils der Kommissar an die Türe pochte, hielt man, um ibn zu täuschen, eine Rede und sang dann „Deutschland über alles". Ter Kommissar stieg jedoch durch ein Fenster, nnd sah dann, um was es sich Handelle. Nichtsdestoweniger wurde der Ziveikamps am iolgenden Tage im Wertzschen Saale zum Auslrag gebracht. Geb- Hardt und Göhring wurden zu je 3 Monaten und die Wirtin H. zu 23 Tagen Festung verurteilt. Wertz erzielte Freisprechling, weil er damals verreist gewesen ist. Der Verhandlung wohnten viele Sliidenteii als Zuschauer bei. H e i l r g e n sl a d t (Elchsfeld), 11. Jan. Tie hiesige Straf- Jammer verurteilte beu Wunderdoktor Ausmeier wegen Lejundheusschädigung zu 6 Ai o n a l e n G e f ä n g n r s. Franksurr a. M., 10. Jan. Tie Straikammer verurteille heute den Kellner Johann Sporer, der von einem Kausmanue unter Drohung mit emer Anzeige wegeii Verfehlung gegen § 175 700 Mk. erpreßte, zu 3 Jahren 9 M o n a t e Gefängnis, worin eine einjährige Gefängnisstrafe wegen Zuhälterei einbegriffen ist. Frankfurt a. M., 9. Jan. Die Strafkammer verurteilte die Sttckerm Leopoldine Czocli, eine internationale Taschendiebin aus Wien, zuvierJahrenZuchthaus. Duisburg, 10. Jan. Die Revision des früheren Bürg ermei, ters Hübner, der wegen Entführung emer Minderjährigen vom beugen Landgerichte am 4. Oktober zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, wurde vom Reichs- gerucht verworfen. Sonntag. 12. Jan. HM)8, 5^n«*ei«pOthek« nur v. 4—9 Uhr nachm. offen: »ar Giessen, den 1L Januar 1908. '* Grossh, Polizeiamt, Reinhart___________ Lchsensleisch pr. Psd. 82—88 Pfg., Kub- Psund 80—82 Pfg., Schweinefleifcy Kandel. — 4prozentige neue Württemberger Staats- Anleihe. Wir verweisen auf das heutige Inserat ter Darmstädter Bank und bemerken, daß die Württemberger Staats-Anleihe von 1907, welche ebenfalls bis 1915 unkündbar i|t, heute an der Börse 100.50 Proz. notierte, die neuere Anleihe al,o iwch ^Prozent billiger ist. — Adlerwcrke Dornt. Heinrich KleYer rrrank - furt •. M. Die Gefellschaft teilt mit, bafc sie in Sßten eine Tochtergesellschaft gegruntet hat, die unter ber Fnrma Oesterr. Adler-Werke vorm. Heinrich ftleljcr G. in. b. H. zu Wien handeisgerichtlich eingetragen wurde. Das Gesellschastskapital betragt 100 000 Kr. t , Karlsruhe, 10. Jan. Wie wir hören, hat das b^ kannte Konsortium, dem von badischen Firmen die Batesä^ Bank, die Rheinische Kreditbank, die Süddeutsck-e Dislontogefellfchaft in Mannheim sowie die Bankhäuser Beit, L. Homburger und Straus u. Co. in Karlsruhe angehören, von der Staatssckuldeu- venvaltung eine neue vierprozentige bis 1918 unkündbare babifaje Staatsanleihe im Betrage von 34 Millionen Mark übernommen, die am 16. Januar zu 98 V2 Kur Subskriptwn aufgelegt werden soll. z o „ Wien, 10. Jan. Der Rechnungsabschluß der Oester- reichisch-Nngarischen Bank für 1907 ergibt ein Reul- etträgn^ von K'r. 29 925 536.93, wovon den beiden Staatsverwaltungen Kt. 11228 315 zusalleu. Die Aktionäre erhalten unter Die nach- A o r „ ♦ o sind Sonntag den 12. Januar stehenden H ü 1 L l V von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts nur für dringende Fälle sicher anzutreffen. lPu/i H. Arndt, Bahnhofstr. 39. — Dr. Kipper, Wühelmstr. 2. — |»r. Meyerhoff. Selteraweg 64. Kport. — Der Rodelsport l-at einen gewaltigen Aufschwung genommen. Leiber hat mit dieser gro^.u Entwiüelnng das Können der ten Sport Ausübenden nicht gleichen Schritt gehalten, wovon verschiedene llnglübsfälle Zeugnis ablegen. So mancher ist iwch der Ansicht, daß mit dem 'blossen Aufsitzen auf den Schlitten die Sacye schon gemacht ist, es gehört aber eine gewisse Technik zum Rodeln, die sich alle, besonders aber die Rodlerinnen, aneignen ,oll- ren, bevor steile und namentlich vereiste Rodelbahnen befahren werden. Als durchaus leichtfertig must es bezeichnet werden, wenn z. B. jemlaud, ter kaum fernen Rodelschlitten für feine Berson zu beherrschen imstande ist, untere des Rötelns Unrundige zum Mit- sahren einladet. Ein solcher schwer belasteter Schlitten ift ol^ic sao-kundige Aiithilsa sämtlicher Fahrer kaum zu lenken, er fliegt bei der ersten fd)düierigen Kurve aus ter Bahn, überlchlagt sich und das Unglück ist gesck-chen! Ter Grund für fa,t alte Un- glückssälte liegt in der ungenügenden Bremswirkung, hervorgerusen durch schleckst genageltes oder überhaupt nullt genageltes Schuhwerk. Das Lenken unb Brennen ter Rodeln erfolgt bekamitlich mit dem Stiefelabsatz. Je schärfer ter Stiesel genagelt ist, desto besser natürlich die Bremswirkung. Wer also kein wirklick) gut genageltes Schuhwerk anhat, der sollte wenigstens R 0 d e l s v 0 r e n anschnallen, d.e besonders auch aus steilen und namentlich vereisten Bahnen em sicheres Bremsen ermöglichen unb dadurch ten Fahrer in die Lage verätzen, den Schlitten iedet> zeit vollständig beherrschen zu können, wodurch manches Unglück vermieden werten kann. Erwähnt sei noch, datz neuerdings verschiedene Eisenbahnd.rektionen, infolge ter großen Verbreitung des Rotelsports, das Milnchmen von Rodeln ms Eisenbahiikup.e unter,agt haben, so daß es für diejenigen, die nach einer der grauen RodelstationLN fahren wollen, ratsam ist, sich zerlegbarer Rodeln zu bedienen, die, in eine Tasche gesteckt, bequem überallhin mitgenommen lücreen können, zumal ja d.e Benutzung von üeihrodeln, die meistens schwer erhältlich und ibekannllich ost schlecht laufen, nicht jedermanns Sache ift. — Das X. Winterfest des Oberharzer Skiklubs siiidet in Allenan vorn 17.—20. Januar stau. Kleine Tagcschrouik. Ter Verteidiger des Hauptmanns v. Go eben, Justizrat Wolski, sandte der „Allenst. Ztg." eine Berichtigung, worin es als unwahr bezeichnet wird, daß er den Antrag stellte, seinen Klienten auf seinen Geisteszustand zu untersuchen. Die „Allenst. Ztg." bemerkt hierzu: Nach der un5 gegebenen, durchaus glaubwürdigen Information erfolgt tatsächlich eine Beobachtung Goebens auf seinen Geisteszustand. Die Berichtigung Wolskis stellt lediglich fest, daß es nicht aus den Antrag des Verteidigers geschieht. — Der Arzt Dr. Merlrng in Birkenfeld machte an einem kranken Kinde in echtem Nachbardorf ten Luftröhrenschnitt. In dem Augenblick, als er ten Schnitt getan hatte, sank er zum Entsetzen der Hilfe leistenteii Personen, von einem Herzschläge getroffen, tot zu Boden. Das operierte Kind starb an Verblutung. In Duisburg verhaftete die Krimmalpolizei eine große Einbrecherbande, die im letzten Jabre in Hamborn und Beck eine Reihe schwerer Einbruchsdiebstähle verübt und Waren im Werte von mehreren Tausend Mark erbeutet hatte. Es wurde ein ganzes Lager gestohlener Sachen beschlagnahmt, das aber nur einen Teil der Beute darstellen soll, da die Einbrecher eine ganze Waggonsendung fortgeschickt haben sollen. Weitere Verhaftungen stehen bevor. In ber Marienkirche zu München-Gladbach brach ein Brand aus, der Attar, Orgel und verschiedene Dekorationen stark beschädigte. In Den Pilgerstädten der Landschaft Hedscha am roten Meere kommen täglich beinahe 300 Cholerafälle vor, von denen ungefähr 80 Proz. tödlich verlaufen Wie man aus Newy 0 rk meldet, erfolgte am 9. d. Mts. der 2 5. Selbstmord, der durch die Finanzkrise verursacht wurde. Das Opfer war ein Börsianer namens Lewis. Er hatte fein ganzes Vermögen verloren. — Die grimmige Kälte, die in Newyork zurzeit herrscht, verursachte den Zusammenbruch eines Mieter st reit s. Die armen Mieter ziehen es jetzt größtenteils vor, zu bezahlen, statt exmittiert zu werden oder in Häusern zu bleiben, wo Gas-, Wasser- und Dampfheizung abgeschnitten werden. — Ter Zustrom von Arbeitslosen nach den großen Städten Amerikas hält unvermindert an. Tie öffentliche Sicherheit ist ernstlich gefährdet. In Chicago smd in drei Tagen 500 Fälle von schwerem S tr a ß enr au b e im Herzen der Stadt vorgekommen. Zwei Menschen sind dabei getötet unb eine große Anzahl schwer verletzt worden. Bei St. Jago de Chile wurden 4 Deutsche, die einen Ausflug nach einem Torfe unternahmen, in der Dunkelheit von Bauern für Räuber gehalten unb beschossen. Ein Deutscher wurde getötet, die drei anderen wurden schwer verletzt. <5)riginabDra^tmelöeing€»4 sd. Tarmfi-aDt, 11. Jan. Die Kcmi'.naipolizei folgt einen unter dem Namen Tr. Gg. von Strachwitz vornehm austretenden Schwindler, der unter der Angabe, er fei als Gerichtsassessor hierher versetzt worden, Zimmer mietet und sich dann zur angeblichen Auslösung feines Gepäcks auf dem Zollamt Geld zu ersafwindeln sucht. In einzelnen Fällen ist ihm dies hier mit Betragen bis zu 50 Mk. gelungen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der von hier verschwundene Sck)windler anderwärts sein Treiben fortsetzt, da er von Riannheim, Worms, Ludwigshafen^ Offenbach und Mainz wegen ähnlicher Schwindeleien verfolgt wird. Er ist 27 Jahre alt, blond und trägt einen kleinen Schnurrbart. Er geht im bunuen lleberzieyer und schwarzem steifen Hut und bedient sich eines umränderten^ Zwickers. Köln, 11. Jan. Die heutige Verhandlung im Pe-, tersprozeß dauerte nur eine Stunde, die zum großen Teil mit der Verlesung des Briefwechsels Dr. Pe-^ ters mit Bischof Smithien ausgefüllt wurde. Ser, Bischof schreibt im April 1892, er bedauere, infolge Mit-! teilungen, die vom Kilimandscharo über Peters eingegangen seien, ihn nicht empfangen zu können. In seiner Antwort hierauf bezeichnet Peters seine Mitteilungen über die Hinrichtungen als falsch. Gegen 10 Uhr wurde die weitere liche Zeugen und Sachverständige wurden entlassen, bis'. Verhandlung auf Mittwoch vormittag 9 Uhr vertagt. Sämt- auf von Friedemann, von Elpons und Pros. Volckens. Am Montag wird Gouverneur v. Soden in Stuttgart kommissarisch vernommen. Rechnungsrat Schneider hat dem Gericht mitgeteilt, daß er wegen Krankheit nicht erscheinen könne; er bittet um kommissarische Vernehmung. München, 11. Jan. Die von der liberalen Fraktiow! im bayrischen Landtage eingereichte Interpellation an ten Minister des Innern wegen ter Erschießung des <3tut)en ten Moschel durch einen Schutzmann kam gestern bei überfüllten Tribünen zur Besprechung. Der liberale Münchener Abgeordnete Schön begründete die Interpellation. Staatsminister v. Brettreich gestand dieMän-, gel in ter Organisation und der Auswahl der Schutzleute' zu und bemerkte, daß eine Neuregelung in die Wege geleitet sei. An die Interpellation knüpfte sich eine dreistündige lebhafte Debatte, die aber nichts wesentliches Neues bot. Paris, 11. Jan. Aus Tanger wird gemeldet, aus Fez sei die Nachricht eingetroffen, daß Muley Hasib einstimmig zum Sultan erwählt worden sei. Ein Oheim von chm werde bis zu seiner Ankunft als Bize- könig die Regierung führen. In Tanger habe die Nachsicht große Erregung hervorgerufen. Petersburg, 11. Jan. Wie verlautet, hat die Nordische Bank durch Wechselfälschungen des Sohnes eines Nil llionärs, der flüchtig wurde, einen Verlust von 200 000 Rubel zu verzeichnen. Auch 5 andere Banken sollen in Mitleidenschaft gezogen sein und zusammen 300 000 Rubel eingebüßt haben. Washington, 10. Jan. Das Staatsdepartement' erklärt ausdrücklich die in Europa verbreitete Meldung für unwahr, der amerikanische Botschafter in Tokio habe die Einschränkung der japanischen eintoanbe- rung in Amerika verlangt. Hinzurechnung des Gewinnrestes ton Kr. 5 482.55 aus de ml Jahre 1906 Kr. 16 119 640.05. Somit beträgt die Dividende Kr. 107.40 für icbe Aktie ober 7.671 Prozent des eingezahl^ ten Aktienkapitals von 210 Millionen Kronen, gegen Kr. 90.40 ober 6.457 Proz. rm Jahre 1906. Bukarest, 10. Jan. Die Nationalbank setzt ab morgen den Diskont auf 7 Prozent und den Satz für Darlehen auf Effekten auf 71/2 Proz. herab. Märkte. Gießen, 11. Jan. Marktbericht. Aick heuligeur Wochen- maitte kostete: Butter pr. Pfb. 0.90—1.00 Mk., Hühnereier 1 St. 9—10 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Kasematte 2 St. 5—6 Psg., Erbsen p. Pw. 18—24 Psq., Linsen p. Pfd. 25—40 Psg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Gänse pr. Pfd. 60—70, Emen pr. Stück 1,80 88 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—80 Psg., Hammelfleisch pr. Psd. 6l—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100Kg. 5.50—6.00 Pik., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Htnck 0-00 Psg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. — Aepiel per Ztr. 10—25 Mk., Birnen per Ztr. 10—25 Pik. Dhiffe 100 Stück 40—00 Pig., per Ztr. 0—00 Mk. Marktzeu von 8—2 Uhr. Gießener Wetterdienst. PornnHsichttiche Witterung für »cjjeit am Sonntag den 12. Januar 1908: Znnehmenbe Bewölkung. Trocken. Nachlassen bes Frostes. Weftlicbe Wmbe. Universitäts-Nachrichten. hc. Marburg, 10. Jan. Seinen 70. Geburtstag feiert am 13. Januar ber ordentliche Professor ter praktischen Theologie an unserer Universität, llniversitätsprediger, Konsistorial- nat Dr. theoll Ernst Christian Achclis. .Arn 13. Januar 1838 zu Bremen geboren, bezog Achelis nach 9u, dnierung des vaterstädtischen Gymnasiums die Universität Heidelberg, wo er vor allem die Vorlesungen Richard Rothes lyörte, setzte seine theologischen Studien in Halle fort und bestand 1860 die theologische Prüfung in Bremen. Zuerst Hilfsgeistticher in Arsten bei Bremen, kam er 1862 als Pastvr nach Hastedt bei Bremen und 18 <5 mrch Barmen. Im 'Februär 1882 wurde er von ter Hallenser lheologisch-en Fakultät zum Tr. theol. hon. causa ernannt und mit dem 1. April tesselben Jahras als ordentlicher Pwsessor für praktische Theologie und Unwersitätsprediger nach Marburg an Stelle von Prof. Dr. Scheffer berufen. vernrischteM. ♦ Berlin, 11. Jan. Infolge seiner verschiedenen Aussagen im ersten und zweiten Moltke-Harden-Prozeß ist dem Berliner Vertreter der „Leipz. N. Nachr.", Dr. L i m a n, nahegelegt worden, auf alle Ehrenstellen zu verzichten, die er inne hat. Diesem Drucke folgend hat Dr. Liman gestern das Präsidium des deutschen Schriftsteller-Verbandes niedergelegt und dem Berliner Schriftsteller-Klub wie der deutschen Kolonial-Gesell- schaft, Abteilung Berlin, seinen Rücktritt als Vorstandsmitglied angezeigt. * Berlin, 10. Jan. Unter dem Verdacht, die Glässer aus dem Tempelhofer Felde umgebracht, vielleicht im Affekt getötet zu haben, ist ber frühere Steinsetzer Richard Schmidt verhaftet worden. Schmidt, der in der letzten Zeit wenig arbeitete und hin und wieder 9Notell stand, teilte eine Stube und Kammer mit dem Steinsetzer Hartmann, der mit ber Glässer ein Liebesverhältnis unterhielt. Diesen Beiten führte bie Ermordete eine Zeitlang die Wirtschaft. Tie beiden plagte die Eifersucht. Sell dem 3. v. Mts. liegt Hartmann im Krankenhaus. Jetzt glaubte Schmidt, cm Schnapstrinker, der in der Trunkenheit sterisch roh ist, über die Geliebte des Kranken unbeschränkt verfügen zu können. Er wollte sie auch aus die träte schicken, damit sie ihm möglichst viel Geld verdiene, stieß aber mit diesem Verlangen auf hartnäckigen Widerstand. Tie Folge der Weige-- rung war, daß er die Glässer oft schwer mißhandelte. * Torfpirat en. Em Mitglied einer Räuberbande, die in ter Silvesternacht bei dem Landwirt Uebel m Neu-Trebbin in ber Provinz Brandenburg einbrach, wurde jetzt m Berlin feil* genommen. Uebel war am Silvesterabend nut seiner Frau und feinen beiden Knechten nach Trebbin gefahren. Auf der Befitzimg, tue etwa 3 km von der Stabt entfernt liegt, waren mir die beiden Diägde unb die Kinder Uebels zurückgeblieben. Mitten in ber iliacht drangen drei Räuber in das Haus; sie schlugen einige uiren em, um in alle Räume gelangen zu können. Unterbefjen hatte aber eins ber Mädchen Uebel m Trebbin in der Gauwin- ichast, in der er abgestiegen war, durch den Fernsprecher ongeruckörbe beilegt man birettö.b. äik.,tzröbt. sachf Kin- derlvagensabr enorm billig. Sage b. 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Direktion Hermaitti Sieingoetter. Sonntag, den 12. Fan. 1908. Viacgmtttags SV„ Uhr: Kleine Preiset Kleine Preise! Novität! yiüvuat! Die iiabensteinenn. Saiaufpiei m 4 Arien von Erna von LKioetwruth. Ansang 3'/» Uut. — Eiwe o Uhr. Lröends 7'/, Oor: Kleine Pret.c! Unter Pciiwlrlüiig oer Kapelle des Znfanterie-NegimeulS uanet Wilhelm Nr. 116. Iler InMsr. Ottgiiial öuuueimuiujen .nt 7 «uilöcui von Zerü. Diamiunb. Niuftl voll Eollradin Ereuher. An «äug 71/, Uhr. — Erwe 11 uyr. GGTGVGGLDS