Nr. 134 Der Siegener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich 6le&tner$amUienblöHcr; »weirnal iDÖcbentl.Kteis» vlattfürden Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monall. Land- wirtschaftliche Settfragen yernfprrch - Anschlüße r für die Redaktion 112, Verlag u. Expeditton 61 Ldreste Mr Depeschenr «uzetger Gießen. Annahme von Anzeigen Mr bie Tageönuininer bis oormrltags 10 Uhr. Erstes Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 10. Juni 1008 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Bezugspreis: monatlich75Pf.,vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. arMchl. Bestellg, ZeilcnpreiS: lokck.lvPf^ auswärts 20 Pfennig, Verantwortlich für den politischen Teil! E. Anderson; f. Feuilleton und .Vermischtes* P. Witiko; für.Stadt u. Land- und „Gerichts« Kotafionsbrua und Verlag der vrühl'schen Unw.-Vuch- und Stelndruckerel. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlftratze 7. bal": ^xmcißcnicii. p« *000^ Die heutige Nummer umfahl 10 Seiten. E. A. schlage stellen. £ Frage ist nicht so leicht, wie es sich manche denken. Die Absonderung in Berufs- und Gesellschaftskasten und das Reserveofftziertum allein erklären hier noch nicht alles. Schon auf den Universitäten muß die Grundlage zu einer höchst erwünschten und dringend notwendigen Besserung gelegt werden. Universität. Ist es nicht der reine Hohn, wenn man die Einseitigkeit des einzelnen Studenten betrachtet? Wie viele Studenten gibt es überhaupt, die Zeit und Lust haben, neben den unumgänglich notwendigen Fach- Vorlesungen sich auch auf den anderen Wissensgebieten um- zusehen. Ist nicht mancher Student direkt einem gewissen Spott ausgesetzt, wenn er eine Vorlesung hört, die in seinem Berussstudienplan nicht direkt verzeichnet ist. Und es sind leider nicht die Kommilitonen allein, die ihn verulken. Wie mancher Professor — in Gießen ist es hoffentlich nicht so — nimmt es, wie ich aus eigener Erfahrung sprechen kann, seinen Studenten direkt übel, wenn sie außer den Fachvorlesungen noch andere Collegia hören. Sollte es nicht im Gegenteil so sein, daß der Professor seine Studenten anregte, und immerfort ermahnte, auch andere, entfernter liegende Wissensgebiete kennen zu lergen. Es gibt auf deutschen Universitäten auch solche Professoren, und ihre Zahl nimmt zu. Die Zeit der Facheinseitigkeit ist also, wie man wohl hoffen darf, bald vorüber. Von diesem Gesichtspunkte aus verdient der Gedanke des binnenlündischen Professovenanstausches, wie er jetzt anscheinend aus Hoch- schulkreisen — in der „Köln. Zlg." — gemacht wird, höchste Beachtung. Der Vorschlag gipfelt darin, daß in Zukunft Professoren der Landwirtschaftlichen, Technischen und Handelshochschulen, Vertreter der Hauptfächer sowohl wie einzelner besonders wichtiger Gebiete, je ein Semester zu einzelnen Universitäten beurlaubt werden mögen, um dort über ausgewählte Kapitel ihrer Wissenschaft zu lesen. Im Austausch lesen Universitätslehrer an den genannten Hochschulen. Auf diese Weise, so hofft man, würden nach einer längeren Reihe von Jahren ein regerer Verkehr und engere Beziehungen zwischen den einzelnen höchsten Bildungsstätten hergestellt sein, von dem die Wissenschaft gewiß eine Förderung erwarten dürfe. Nun wird es in erster Linie darauf ankommen, wie sich die Universitäten selbst zu diesem Vor- Beruf und Studium. Mir haben seit einigen Jahren einen Professorenaustausch zwischen Deutschland und Amerika, uno dank der Stiftung von Cecil Rhodes können nun auch alljährlich einige deutsche Studenten sich aus englischen Universitäten umsehen. In den Kreisen der Neuphilologen ist es schon längst Brauch, daß sie sich zur Vervollkommnung ihrer Studien nach England und nach Frankreich begeben. Der Gedanke des Austausches von Schülern, von Lehrern, ist heute nichts neues mehr. Die Wissenschaft ist international, und man hat angefangen, diesen Gedanken auch ins Praktische zu übersetzen. Ueber diesen Gedanken hat man aber etwas sehr naheliegendes bisher übersetzen. Spezialwissen ist notwendig. Mir brauchen es, ein jeder in seinem Beruf. Aber für die heutige Zeit genügte es nicht mehr, Beherrscher eines Spezialgebiets zu sein. Die einzelnen Spezialwissenschaften greifen ineinander, und es läßt sich überall schwer die Grenze zwischen den einzelnen Wissensgebieten festsetzen. Wer auf der Höhe seiner Zeit sein will, wer seinen Beruf recht ausfüllen will, der muß eine universelle Bildung haben. Es genügt nicht mehr, daß einer auf seinem eigensten Gebiete Meister ist; er muß auch die vielfach verknoteten und unendlich verwickelten Fäden kennen, die sein engeres und engstes Wissensgebiet und seinen Beruf mit anderen Wissensgebieten, mit anderen Berufen verbinden, mit dem praktischen Leben verbinden, und es ist vielleicht das größte Verdienst der Nationalökonomie gewesen, daß sie dieser Erkenntnis die Bahn gebrochen hat. Tie Macht der Tatsachen in ihr hat eine gewaltigere Sprache gesprochen als die nur für feine Ohren bestimmten Mahnungen der Philosophen. Die unerbittliche rauhe Welt der Wirklichkeit und der Erfahrung hat dem modernen Berufsmenschen gezeigt, wo es ihm fehlt und was er tun muß, um sich durchzusetzen. Ist diese Flut der Lebenserkenntnis schon zu unseren Universitäten gedrungen, vor allem zu unserer akademischen Jugend? Ich fürchte, nein. Erst mit dem Eintritt in seinen praktischen Beruf als Geistlicher, als Jurist, als Arzt, als Lehrer macht der junge Akademiker erst die Erfahrung, daß die vorgeschriebenen Collegia, daß der Wissensstoff, den er fürs Examen braucht, für die Praxis und fürs Leben nicht ausreichen. Und nicht jedem gelingt es, das Manko in den kurzen Praktikantenjahren auszugleichen, und das Unzulängliche und der Mangel einet gewissen universellen Bildung hängt solch einem Manne dann das ganze Leben hindurch an. Man spricht von weltfremden Richtern, von Lehrern, l i2 nicht Bildner, sondern Tyrannen der jungen Seelen sind; man hat neuerdings auch schon versucht, die Gründe hierfür zu erforschen und die Schäden zu beseitigen. Die teopolö ».Geboren 9. Juni 1808.1 Zur Jahrhundertfeier seines Geburtstages. (Original-Feuilleton des Gieß. Anz.) lieber dem lebhaften Anteil, mit dem wir in unseren Tagen die leidenschaftlichen Kämpfe des Papsttums gegen die Vertreter des „Modernismus" verfolgen, wird nur zu leicht vergessen, daß jene Verfehmung alles irgendwie nach Liberalismus ausschauenden iuiabhängigen wissenschaftlichen Denkens nicht als eine Besonderheit des derzeitigen Trägers der päpstlichen Tiara gelten darf, sondern daß das Papsttum schon "in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts allen Versuchen, dem Prinzip des Fortschritts in der Entwicklung des Katholizismus Geltung zu verschaffen, mit genau dem gleichen flämmenden Eifer entgegengetreten ist. Die Erinnerung an jene nahezu vergeßene ältere Generation der deutschen Modernisten wird in diesen Tagen in willkommener Weise wieder wachgerufen durch die WO. Wiederkehr des Geburtstages Leopold Schmid's, der hervorragendsten Leuchte der einstigen Gießener katholisch-theologischen Fakultät, der im schweren Kampfe uni seine wissenschaftliche und religiöse Ueberzeugung aufs tapferste und in geradezu vorbildlicher Weise seinen Mann gestanden hat. Leopold Schmid war am 9. Juni 1808 in Zürich als «m)N eines katholischen Württembergers und einer reformierten Züricherin geboren. Er studierte in Tübingen und München 1827 bis 1830 katholische Theologie und wurde 1831, int Alter von kaum 23 Jahren, zum Professor und Subregens am bischöflichen Priester- seminar zu Limburg ernannt. Um Muße für die Bearbeitung einer von ihm geplanten Erklärung der Bibel zu gewinnen, Uetz er sich 1834 beurlauben und übernahm die Stelle eines Haus- kaplans bei dem auf Stift Neuburg bei Heidelberg wohnenden bekannten Fraiikfurter Konvertiten Friedrich Schloffcr. Zwei Jahre (1837 bis 1839) verbrachte dann Schmid im Psarramte in dem nassauischen Westerwald-Dörfchen Großholbach. Aus Betreiben des damaligen Mainzer Bischofs Kaiser erfolgte 18o9 seine Berufung als Professor der Dogmatik an die junge katholisck^ theologische Fakultät zu Gießen, deren eigentliche L-eele er nach kurzer Zeit geworden ist. t ~, .. Es war eine entscheidungsschwere Periode, in der -schmid sein akademisches Lehramt übernahm. Nach jahrelangen Kämpfen, die zwischen der Kurie und den weitdeutschen Staaten über die Heranbildung der katholischen Geistlichen geführt worden, war es 1827 zum Abschluß eines Staatsvertrags zwilchen Württemberg, Baden, Nassau und den beiden Hessen gekommen, worin diese Staaten den Besuch einer Universität als Vorbedingung für die Bekleidung eines Amtes int katholischen Küchendienste fest- setzteu. Nur mit bitterem Grolle hatte sich dkw, ^^.^^ier Ab- Uiachung, die er geradezu als einen Akt der Wortbruchigkett bezeichnete, gefügt. Zumal die auf dem Boden der alten luthertichen Gießener Universität angepflanzte kacholifcki-theologiichc Fakultät toar den römischen Heißspornen ein Dorn im Auge, ^zhre Zerstörung oder wenigstens ihre Verlegung nach Mainz wmrde von jener Seite schon in den ersten Jahren nach ihrer Gründung umso energischer angestrebt, als es sich zeigte, dal; die Gießener theologischen Professoren durch ihre tapfere s..titarbeit an der geistigen Wiederbelebung des Katholizismus die von der lutiver- sitätsbildung der katholischen Priester gehegten Befürchtungen der ilUrauiontanen durchaus rechtfertigten. Unter emsiger wissenschaftlicher Tätigkeit verfloß ^chwid das erste Jahrzehnt seiner Gießener akademischen Tätigkeit. Schon bald wendete er sich tiefgehenden philosophischen Studien zu und erwirkte sich die Erlaubnis, auch philosophische Vorlciungen zu halten. Im Jahre 1841 veröffentlichte er das Werk „lieber bie menschliche Erkenntnis", im folgenden Jahre letzte er sich in der Schrift „Ein kurzes Wort an die Denkenden tu Teutich- land über die gegenwärtige religiöse Bewegung" mit dem ^eutfcki- Katholtzismus auseinander, 1848 bis 1850 endlich folgte sein bedeittendstes Werk „Geist des Katholizismus ober Grundlegung der christlichen Jrenik". Schmid's Stellung innerhalb des^ akademischen Kreises hatte sich sebr günstig gestaltet Im pabre 1843 und dann wiederholt 1855 bekleidete er das Amt des Rektors. Berufungen nach Hildesheim und Breslau schlug er aus, wogegen er nun auch zum ordentlichen Honorarproseiwr in der Gießener philosophischen Fakultät, unter Belassung in seiner theologischen Stellung, ernannt wurde. Tie Stille dieses friedlichen Gelehrtenlebens wurde durch die an den Tod des Mainzer Bischofs Kaiser (30. Dez 1848) fich an- fnüpienben Ereignisse jäh unterbrochen. L/ie hessische Regierung hatte sich anfänglich Tür Schmids Erhebung aus den Mainzer Bischofsstuhl tatkräftig eingesetzt, so daß er vom Mainzer Domkapitel im Februar 1849 mit vier von neben stimmen zum Bischof gewählt wurde. Umso leidenschaftlicher gestaltete sich die ultra montane Gegnerschaft gegen Schmids Kandidatur; bet einem Pius IX. hatte sie leichtes Spiel. Vergebens suchte man von Rom aus Schmid zum freiwilligen Verzicht auf seine Kandidatur zu drängen. Mannhaft blieb er auf seinem Posten, so das; Pius IX. nun in einem an das Mainzer Tomkapttel gerichteten Breve vorn Dezember 1849 zu Schmids Auhl Stellung nehmen mußte: bet Papst verwarf sie, weil Schmid angeblich „jene Gaben entbehre, bie zur Verwaltung des bischöflichen Amtes ersorderlich seien". Wohl bat bie Mehrheit des Domkapitels wiederlwlt um Bestätigung der Wahl. ^ie schwächliche Haltung der hessischen Regierung machte es jedoch Pms IX. nur allzu leicht, dem Freiderrn von Ketteier, der von allem Anfang der Kandidat der Kurie gewesen war, zum Siege zu verbelfen. Der neue Mainzer Bischof setzte die Aufhebung der Gießener katholisch-theologischen Fakultät, deren ^rojeiforen treu zu ihrem Kollegen Schmid gestanden halten, alsbald ms Werk; wiederum wurde er dabei durch die Lethargie der Tarmitadter Regierung auf das wirksamste unterstützt. sJcod) vor der Aushebung der Fakultät war Schmid im Februar 1850 aus sein Rachsuchen und in ehrenvollster Form als ordentlicher Professor m Die philvsophisckie Fakultät versetzt worden. Noch fast zwei Jahrzehnte hindurch hat Schmid sich in Gießen seiner akademischen und schriststellerischm Täli^ett unermüdlich gewidmet. Er las über Geschichte der Philosophie, über Psychologie, Logik und Metaphysik, besuchte aber auch selbst die Vorlesungen seiner Kollegen über Physiologie, Physik und Botanik. Schriften aus dieser Periode sind: „Grunozuge der Einleitung in die Philosophie" (1860, und „das Gesetz der Persönlichkeit (1862). Aber auch der Erörterung der brennenden^ kirchlichen und religiösen Fragen vermochte er nicht auf die -teuer fern zu bleiben. In den Jahren 1853—1855 hielt er Vorlesungen über die „religiöse Ausgabe der Deutschen", in denen er seine großzügigen Anschauungen über bie ihm als Ideal vorschwebende „Konföberation" der christlichen Konfessionen entwickelte, deren fy. verbandstag der Deutschen Technilerverbander. Königsberg, 7. Juni. Am Samstag vor Pfingsten wurde im Handelshause der Verbandstag feierlich eröffnet Verbands-Direktor Dt Feldgen- Berlin brachte das Hoch aus den Kaiser aus und verband damit zugleich eine scharfe Absage an d ie Sozialdemokratie. Universitätsprosessor Dr. Diehl, der bekannte Natto- nalötonorn, hielt darauf einen sehr bedeutsamen Vortrag über die sozialpolitische Bedeutung des t c rfj n i f d) e n Fortschrittes. Im Saale der Palaestra Albertina begannen um 5 Uhr nachmittags die Verbandsverhandlungen. Ta der Verband die Sozialpolitik zum Hauptgegenstand seines gesamten Arbeitsgebiets gemacht hat, so mürben zunächst alle sozialpolitischen Fragen besprochen. Verbandsdirettor Dr. Felbgen hielt einen Vortrag über die s 0 zialp 0 liti sch c n Forderungen bes Verbanbes, bie sich zurzeit auf drei Hauptgebieten bewegen, nämlich auf seiner Stellungnahme zur GewerbeordnungSnovelle, zur Frage der Ar- beitskammern und zur P r i v a t b e a m t e n - Versichern n g. Hinsichtlich der letztgenannten verlangt der Verband eine ausreichende, d. h. eine solche Versorgung, die es den Privatbeamten ermöglicht, in einer ihrer früheren Lebensstellung entsprechenden Weise zu leben, ebenso ihren Hinterbliebenen. Den von der Regierung verössentlichten Gesetzentwurf über ?lr beit 3 fammern kann der Verbandstag nicht als eine Instanz ansehen, in der auch bie technischen Angestellten eine Vertretung ihrer Interessen finden, und lehnt ihn daher als für diese unbrauchbar ab. Der Verbandstag spricht dabei die sichere Erwartung ans, baß das von der Regierung in Aussicht gestellte „besondere Vorgehen" für die technischen Angestellten in der Arbeitskammerfrage bald durch Veröffentlichung eines entsprechenden Entwurss in bie Tat umgesctzt werden wird. Die Wünsche der Techniker für bie ihnen in Aussicht gestellte Interessenvertretung gehen im Verbanbe bahin, daß 1. für bie Technikerkammern eine paritätis che Organisation vorgesehen wirb, 2. eine territoriale Einteilung ber Kammern erfolgt, 3. bie Kammern bei ihrer einigungsamtlichen Tätigkeit mit dem Vcrhanblungszwang ausgestattet werben, 4. es dem Angestellten freigestellt wirb, sich bei Streitigkeiten an das Gewerbe- gericht ober bie Arbeitskammern zu roenben, 5. das aktive Wahlrecht auf das 21., das passive Wahlrecht auf des 25. Lebensjahr festgesetzt wird, 6. bie Vertreterwahlen in erster Linie durch bie Organisationen ber Angestellten und Unternehmer erfolgen, wobei eine Wahl der leitenden Beamten der Verbände für statthaft zu erklären iftv 7. die für bie Arbeitskammer notwendigen; Aufwendungen vom Reich übernommen werden. Hinsichtlich der G e w e r b e 0 r b n u n g s n 0 v c 11 e stellt ber Verbandstag mit Genugtuung fest, daß die durch Kommissionsaii- träge im Reichstag vorgesehene Art ber Regelung seiner Bitten betr. bie einmonatliche Gehaltszahlung, die Ausstellung des Dienstzeugnisses am Kündigungstage, die Beseitigung des den Arbeitgebern bisher zuftehenden Rechtes der Aufhebung des Dienstverhältnisses infolge einer achtwöchigen Pflichtübung uiib die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Fortzahlniig des Gehaltes / bei unverschuldetem Unglück auf sechs Wochen, auf eine den Interessen der technischen Angestellten wohlwollende Gesiimung der Parteien schließen läßt. Der Verbandstag bittet daher den Reichstag, den Kommissionsbeschlüssen seine Zustimmung zu geben und dadurch in obigen Punkten eine g e s c tz 1 i ch e G l eichst e 11 u n g der Techniker mit den Handlungsgehilfen herbeizusühren. Er bittet den Reichstag ferner, dahin wirken zu wollen, baß in dem Entwurf zur Abänderung ber Gewerbeordnung eine Neuregelung der Vorschriften in 8 133h erfolgt in der Weife, „daß f8erembarungeu,^ourd) die ber Angestellte für die Zeit nach ber Beendigung des Dienstverhältnisses in seiner gewerblichen Tätigkeit befchrantt wird, für nichtig erklärt werben. Um ferner der Gefahr vorzubrugeu, daß nach Wegfall ber Konkurrenzklausel Vereinbarungen zwilchen Arbeitgebern getroffen werden, wonach Angestellte nur unter Eigenart er nicht unterdrückt, sondern nach der ibealen (5eiie. bin vertieft unb gestärkt zu sehen wünschte. So recht charakteristifch für seinen Standpunkt ist ein Ausspruch Schmids aus den fuuf- ziaer Jahren: „Meine Mutter, ber Schutzengel meines Lebens, war evangelisch. Tie Liebe zu ihrem Heiland zu bewahren war ihr soviel Anlaß gegeben wie Wenigen. Ich.wurde tatyoliich erzogen und habe mich überzeugt, daß die Evangelieitat die Katholicität nicht nur nicht ausschließt, sondern datz es dem Christentume wesentlich ist, ebensowohl katholifch als evangelisch zu sein." Je schärfere F-vrmen nun aber bic ultramon- tanc Polemik in ber dem Vatikanischen Konzil unmittelbar vorausgehenden Zett annahm, desto schwieriger wurde es auch für einen so versöhnlichen Jreniker, wie Schmid es war, einer gründlichen Abrechnung mit dem in der katholüchen Kirche herrschend gewordenen Rornanismus aus dem Wege zu gehen. Im Jahre 1867 erschien seine Schrift „Ultramontan ober katho- ttsch? Tie religiöse Frage Deutschlands und der Clwtttenheir", die außerordentlich tiefen Eindruck machte unb von ber in kurzer ZKt vier Auflagen erschienen. Auch hier trat er wieber für die Anbahnung einer zunächst nur geistigen Gemeinschaft, eines ,Herzeiisbunbes" der evangelisä-en unb katholischen Kirche cm, während cr den unversöhnbaren Gegensatz zwischen „Katholizismus" und „Uliramonianismns" freimütig barlegte. Als Ergänzung erschienen im folgenden Jahre Schmids „Mitteilungen aus der neuesten Geschichte der Tiözese Mainz", die die Ge,ctz- widrigkeit der letzten Mainzer Bischosswahl und die der Aufhebung der Gießener katholi'ch-theologischen Fakultät zugrundeliegenden Motive in Helle Beleuchtung setzten. Auch für ferne Person zog Schmid die Konsequenzen aus dieser Auseinandersetzung mit ber ultramontanen Richtung; dem katholischen Pfarrer zu Gießen gab er 1867 die Erklärung ab, daß cr „um Katholik zu bleiben, solange auf bic spezifisch römische Kirchengcmeinschast verzichte, als sie ben eigentümlichen Wert des Evangelismus anzuerkenneii ablehne." Mitten in weitausfehenden wi„cnichaftlichen Planen setzte ein Herzschlag bem Leben des unermüblichen Gelehrten am 20. Dez. 1868 ein Enbe. Schmib's liebenswürbiges, anspruchsloses Wesen und bie Reinheit seines Charakters harten ihm bie Verehrung ber weitesten Kreise ber Gießener Bevölkerung gewonnen; im Jahre 1856 hatte man ihm sogar bas Lanbtagsmanbat angeboteii. So war bic Trauer um seinen Hingang eine tiefe und allgemeine. Schmid's wertvolle Bibliothek fiel nach seinem Wunsche der Lu- boDiciana zu. Am gestrigen Gebenktage bekränzte bie Universitätsbibliothek banfimren Sinnes bie Stiftertafel, bie Schmid's Namen trägt unb bie bas Gebächtnis bes ausgezeichneten Gelehrten- bes verbienstvollen Universitätslehrers und bes tapferen Kämpfers auch kommenden Geschlechtern bewahren soll. Herman Haupt. K l e i n e K u n st ch r 0 n i k. Die berühmte Oberfängerin Erika Wedekind wird, wie verlautet, die Dresdener Hofoper verlassen und in Zukunft nur noch Gastspiele absolvieren. — Ter ausgezeichnete, in Darmstadt gebürtige fötaler Ludwig v. Hofmann hat an der Weimarer Kunstschule die Beaufsichtigung in der Akt- zeichenklasse aufgegeben, >veil ihm der Unterricht in der Klasse zu viel Störungen für seine eigenen Arbeiten verursachte. Ter Künstler bleibt indessen in Weimar, um gelegentlich die Leitung von : Meisterateliers zu übernehmen. neuen mit dem früheren Arbeitgeber engagiert werden dürfen, ßittet der Perbandstag dringend, auch diese sowie die durch Ab- nalune des Ehrenwortes eingeführte Art der heimlichen Kon- ftirrenzklanseln zu verbieten. Da hier aber eine blöke Vorschrift nickt ausreichen würde, so müßte für solche Fälle eine strafrechtliche Mndung eintreten. Der Verbandstag bittet sodann den Reichstag, auch dem bisher unberücksichtigten Wunsch der Techniker nach Beseitigung der A b z u g s f ä h i g k e 11 gesetzlicher Versicherungsbezüge vom G e h a l t i n Krankheitsfällen Rechnung zu tragen, wie er ja auch schon zu dem die gleiche Forderung enthaltenden Antrag auf Abänderung des § 63 des Handelsgesetzbuches seine Zustimmung erklärt habe. Endlich möge die Gehaltszahlung während d e r D a u e r m i l i t ä r i s ch e r U e b u n g e n , ebenso die übrigen Forderungen, mit zwingendem Recht beschlossen werden. Auf Antrag Kaufmann-Würzburg wurde der bayerpchen Staatsregierung der Dank des Verbandes dafür ausgesprochen, daß sie an die bestehenden Handels- 'und Gewerbekammern einen Ausschu s; der Handlungsgehilfen und t e ch itt s ch c n Angestellten angegliedert hat, und d i e H o f f n u n g ausgesprochen, daß auch die übrigen deutschen Staaten diesem Beispiel folgen werden. Die gänzliche Abschaffung der Konkurrenzklausel wurde durch einstimmigen Beschluß als tcitiaR in das sozialpolitische Programm des Verbandes ausgenommen. Ebenso einstimmig wurde befchlossen, die Regelung der Gehalts- und Anstellungsbediugungeu als ein dringendes Bedürfnis zu erklären und die Lösung dieser Frage zunächst durch Schaffung eines Rormalarbeitsvertrages anzustreben, der den Mitgliedern beim Vertragsschluß als Richtschnur dienen soll . Weiter fordert der Berbandstag einen g e s e tz l i ch e n H o ch ft- a r b e i t s t a g für d i e t e ch n i s ch e n A n g e st e l l t e n , dessen Stundenzahl und Geltungsbereich unter Mitwirkung der Organisationen der technischen Angestellten bestimmt werden soll. Seine Einführung darf jedoch ebenso lüie die gewünschte gesetzliche Beschränkung der Sonntags- und Ueberftundenarbeit keine wirtschaftlichen Nachteile für die Angestellten zur Folge haben. Bis zur Erreichung dieses Zieles erwartet der Verbandstag, datz Behörden und Unternehmer den Angestellten-Organisationen volle Freiheit gewähren, die Festsetzung einer Maximalarbeitszeit durch wechselseitigen Meinungsaustausch zu beeinflussen. Daneben legt sich der Berbandstag auf den Sonnabendnachmittagsschluf; fest. Auch wird die Einführung sozialpolitischer Kurse zur Schulung der V e r b a n d s m i t g l i e d e r beschlossen. Dagegen wird der Anschluß des Verbandes an den s o - z i a l e n A usschuß von Vereinen technischer P rt - v a t a n g e st e l l t e n nach stundenlanger leidenschaftlichster Debatte in namentlicher Abstimmung mit 1 4 243 gegen 9810 Stimmen abgelehnt, dann aber ein Vermittel un gsantrag Ga- wehn-Dresden angenommen, wonach der Anschluß nur dann erfolgen soll, wenn dem Verbände genügender Einfluß in jenem Ausschuß gewährleistet wird. . Zur Vorberatung von Minimalgehaltssragen loirp eine Kommission eingesetzt, die in Gemeinschaft mit dem Gesamtvorstand diese Angelegenheit weiter behandeln soll. . Zur Wahrung d e s Ko a l i t i o n s r e ch t s der technischen Angestellten wird dem Verbandsvorstande die Genehmigung erteilt, bei vorkommenden Maßregelungen die materielle Mithilfe der Mitglieder anzurufen. Deutscher Verein für Schulgesundheitrpflege. R. B. D a r m st a d t, 9. Juni. Tie 9. Jahresversammlung des Deutschen Vereins s ü r Schulgesundheitspflege nahm, wie schon gemeldet, heute vormittag im Saalbau bei zahlreicher Beteiligung von auswrtäs il ren Anfang. Als Vertreter der Regierung wohnten Geheimerat ^rfyr. v. Biegeleben, Geh. Oberschulrat Tr. Nodnagel und die Geh. Obermedizinalräte Tr. Neid hart und Tr. H a u s e r, als Vertreter der Stadt Bürgermeister Tr. G l ä s s i n g den Verhandlungen bei. Nachdem der Vorsitzende, Prof. Tr. Griesbach-Mülhausen (Thür.), die Versammelten willkommen geheißen, begrüßte namens der Großh. Regierung Geh. Obermedizinalrat Tr. Neid hart und namens der Stadt Bürgermeister Tr. G l ä ss i n g die Jahres- virsammlung, besten Erfolg ihrer Beratungen wünschend. Namens des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten und des Kulms sprach Geh. Oberbaurat De l in s-Berlin und namens des Teutschen. Architekten und Jngenieurevereins, Prof. Koch- Braunschweig namens des Zeuiralausschusses für Volks- und Jugendststele, Prof. Tr. H e rKopenhagen namens des Dä- uiicheu Vereins für Gesundheitspflege, Prof. Tr. Jordi-Bern Ter Vorsitzende dankt allen Rednern für die freundliche Begrüßung. Zur Tagesordnung übergehend, wurde zunächst über das Thema ,,Tie Hygiene der höheren Mädchenschulen, einschließlich, der pri- Teutschen Mauenoerems Frau Oberfinanzassessor Balser usw. Tr. Walbv, namens der Gruppe Darmstadt des allgemeinen uameiis bei' Technischen Hochschule zu Tarmstadt Rektor Prof. S ch o u y - Antwerpen namens der belgischen Schwestergesellschaft, des preußischen Krieasministeriums Generaloberarzt Tr. Thiele, ferner begrünte noch Geh. Oberbaurat Tr. Hoffmann namens namens deS schweizerischen Vereins für Schulhygiene, Prof. Tr. roten" referiert. Ten ersten Vortrag hielt Tr. Wahr mann, Direktor der höheren Mädchenschule und der Lehrerinnen-Bil- dungsaiistalten in Krefeld. Ter Redner legte seine Forderungen in einer Anzahl Leitsätze nieder. Ten zweiten Vortrag über dasselbe Thema hielt Frl. Tr. med. Alice P r o f 6 - Berlin-Charlottenburg. Ten dritten Sanitäisrat Pros. Dr. F. A. Schmidt- Bonn. Tic vom Prof. Tr. Schmidt aufgestellten und von der Versammluiig angenommenen Leitsätze, denen auch Frl. Tr. Alice Prof6 zustimmte, lauten: 1. Tic hygienischen Eiuvich- luitgeit an unseren höheren Mädchenschulen sind vielfach noch rückständig. Ter Grund liegt darin, daß mehr als zwei Drittel dieser Schulen Privatanstalien und auf den Erwerb angewiesen sind. 2. Tie Unterstellung auch der privaten höheren Mädchenschulen unier die städtischen Schuldeputationen ist anzustreben. 3. In denjenigen Städten, m welchen schulärztlicher Tienst besteht, ist dieser auch auf die höheren Mädchenschulen auszudehucii. 4. Private Mädchenschulen, sofern sie keine Halb-Internate sind, sondern große Schulsysteme bilden, sollen allmählich in öffentliche Schulen umgewandelc werden 5. So lange dies nicht erreicht ist, erscheint cs als Pflicht der Gemeinden, die privaten Mädchenschulen zu unterstützen, wenn diese aus sich nicht in der Lage sind, ihre hygienischen Einrichtungen befriedigend zu gestalten. 6. Tie körperliche Erziehung an den höheren Mädchenschulen bedarf genügender Einrichtungen und geregelter Ueber- ivachung. 7. Zu fordern sind hier als Mindestmaß: a) Bier halbe Turnstunden in der Woche. Bei diesen sind die Hebungen zur Kräftigung der Rumpsmuskulatur, oerbimbcit mit Hebungen des Tiefatmens, besonders zu berücksichtigen, k- Täglich fünf bis 10 Minuten Freiübungen, weiche sich insbesondere gut: Körper- Ifaltung zum Ziele nehmen, c) Einmal wöchentlich ein für alle Mädchen verbindlicher arbeitsfreier Spielnachmittag. Tic Versammlung sandte an den Kaiser folgendes Telegramm : Ter deutsche Verein für Schulgesundheitspflege huldigt Ew. Majestät anläßlich seiner hier tagenden Versammlung aller- untertänigft und erneuert das Gelübde unverbrüchlicher deutscher Treue und Anhänglichkeit. An Gro ß h e r z o g Er n st Lu dw i g wurde depeschien: Ter heute in Ew. Königl. Hoheit Landes- bauptstadl tagend? Deutsche Verein für Schulgesundheitspflege sendet ehrfurchtsvollen Tank für die Förderung seiner Ziele durch Ew. Königl. Hoheit weise und fürsorgliche Regierung. Weitere Telegramme wurden an die Herren Oberbürgermeister Morneweg and Geh. Rat Eisenhnth gesandt. Nach einem gemeinsamen Millagessen im städtischen Saalbau wurde die Beratung fortgesetzt und das Thema: „Vorzüge und Nachteile der Internate" zur Debatte gestellt. Heber dieses Thema sprachen die beiden pädagogischen Referenten Studienrar Tr. Bösser vorn Königs. Kadettenkorps zu Karlsruhe und Seminaroberlehrer Tr. Friedberg-Schneeberg und als medizinischer Referent der Mcdizinalrat Tr. Er l c r-Meissen. Tie von den beiden erstgenannten Rednern ausgestellten Leitsätze, denen die Versammlung zustimmte, lauten: 1. Leitsätze von Prof. Tr. Bösser (Karlsruhe. 1. Die Jnternatserziehung birgt Gefahren, insofern unter Umständen a-» auf die Eigenart des einzelnen nicht genügend eingegangen wird, b1 der Stärkere ferne Kraft dem Schwächeren gegenüber mißbraucht (PennaliSmusi, c) Verführung zu Ilnsittlichkeitcn vorkonimt, _d) häusliche Arbeiten unselbständig angefertigt werden. 2. Diese Gefahren lassen sich auf ein Mindestmaß zurückführen durch sorgfältige Auswahl des ErziehungsPersonals. 3. Unter der Voraussetzung durchaus tüchtiger Erzieher gewährt die Jnternatserziehung Vorteile hinsichtlich a) der äußeren Lebenshaltung: richtige Tageseinteilung, regelmäßiger Wechsel zwischen Arbeits und Erholungszeit, Einschränkung ungesunder Genüsse, Anregung zu gesunden, insbesondere körperlichen Unterhaltungsspielen, d) des Unterrichts und der häuslichen Arbeit: fortwährendes Zusammenwirken von Lehrer und Erzieher, geregelte Unterstützung schwächerer Schüler durch besser Begabte und Vorgeschrittene, ci der Charakterbildung : Gewöhnung an Ordnung und Unterordnung, Kameradschaft, Selbständigkeit und Selbstzucht, Bekämpfung des Egoisnius. 4. Trotzdem ist die Jnternatserziehung ein Notbehelf gegenüber der Erziehung innerhalb gesunder Familienverhältnisse. 2. Leitsätze von Oberlehrer Dr. Friedrich-Schneeberg. A. Theoretische Leitsätze, l. Die zur Erreichung der allgemeinen Ziele des Unterrichts und der Erziehung unserer deutschen Küaben uüd Jünglinge notwendigen Forderungen der Regelmäßigkeit der Zeiteinteilung und der Lebensführung überhaupt können in der vom rechten erzieherischen Geiste beseelten und ihrer Pflicht voll bewußten Familie ebenso erfüllt werden wie im Internate. 2. Betreffs der gesellschaftlichen, gemütlichen und sittlichen Bildung der Zöglinge befindet sich die vorbildliche Familienerziehung der auch noch so mustergültig geleiteten Jnternatserziehung gegenüber im Vorteile. B. Leitsätze unter Berücksichtigung der Praxis. 3. Bedingt in der Theorie die Möglichkeit einer idealen Familienerziehung die Forderung der Aushebung der Internate, so wird in der Praxis wegen des häufigen Mangels solcher vollkommenen Erziehungsstätten innerhalb der gegebenen Verhältnisse die Aufrechterhaltung der Internate vielfach geboten sein. 4. Damit die Jnternatserziehung in diesen Fällen nicht zu weit hinter der rechten Familienerziehung zurückbleibe, müssen sowohl die innere als auch äußere Verfassung des Anstaltslebens den modernen Erziehungsprinzipien und den Grundforderungen der Schulgesundheitspflege entsprechen. Spotten« Zlichtvichinarkt in Verbindung mit dem prämiirmMmarkl. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) r. Schotten, 9. Juni. Der Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Oberhessen für die Zuchtvereine für Vogelsberger Vieh der Kreise Schotten und Gießen hat diesmal erstmals mit dem alljährlich am sogen, dritten Psingstfeiertag hier stattsindenden Prämiierungsmarkt einen Zuchtviehmarkt für Vogelsberger Vieh und Saancr-Ziegen verbunden, der fast über Erwarten günstig ausgefallen ist. Der Markt läßt nur Tiere aus dem Zuchtgebiet der Provinz Ober- Hessen zu, ausnahmsweise können auch Tiere aus andern anerkannten Zuchtgebieten zugelassen werden, wenn die amtlichen Abstammungsnachweise vorgelegt werden können und die Tiere sich mindestens ein halbes Jahr im Besitze oberhessischer Züchter befinden. Die zum Verkauf gestellten Tiere müssen in das ober- hessische Herdbuch 'bezw. Zuchtregister eingetragen sein oder von Herdbuchtieren abstammen und als Zuchttiere gekennzeichnet fein. Die dem Markte heute zugeführten Vogelsberger Zucht-Bullen und -Rinder waren erstklassiges Material, was allseitig anerkannt wurde, ebenso war auch hervorragendes Simmenthaler Zuchtvieh vorhanden und wurden in beiden Gattungen namhafte Käufe zu hohen Preisen getätigt, besonders sorgten sich mehrere Gemeinden für erstklassige Zucht-Bullen. Neben den bekannten größeren Züchtern haben sich erfreulicherweise auch viele kleine Land- wirte zur Reinzucht entschlossen und gute Resultate erzielt. Geh. Reg.-Rat Schönfeld wies in einer Ansprache vor der Prämiierung auf die landwirtschaftlichen Verhältnisse vor 40 bis 50 Jahren hin, und wie heute der landwirtschaftliche Betrieb in ganz anderen Bahnen fick befinde. Die Bestrebungen, aus dem Betriebe der Landwirtschaft angemessene Erträge zu erzielen, sind heute andere als zur damaligen Zeit, mehr der Natur angepaßt. Im Jahre 1853 z. B. wurden hier für das Malter Weizen 171/2 Gulden bezahlt, während heute nur ungefähr so viel Mark dafür bezahlt werden, ein Kalb galt damals 6 bis 7 Gulden, eine Schlachtkuh 18 bis 30 Mark nach heutigem Gelde. Der Vogel,s- berg ist vom Körnerbau hauptsächlich zur Viehzucht übergegangen, die günstigsten Verhältnisse in ganz Hessen sind für ihn vorhanden und vom Staate werden diese Bestrebungen in jeder Weise gewürdigt und unterstützt. Vor allem aber ist unbedingt die Reinzucht «welche Rasse cs auch sei) einzuschlagen und daran festzuhalten, die Ergebnisse dieser Reinzucht zeigt der heutige Markt in eklatanter Weise. Wenn auf dieser Basis weiter gearbeitet wird, so müssen die allerbesten Resultate erzielt werden und die Zuchtviehmärkte und Ausstellungen werden dann mit Material beschickt, das sich vor aller Welt sehen lassen kann. Mit dem Wunsche, daß die beschrittene Bahn in jeder Hinsicht weiter verfolgt und für die Landwirte von Segen begleitet fein möge, verkündete Kreisrat Lchönfeld das folgende Resultat der Prämiierung : 1. Vogelsberger V i e h. a> Bullen: 1. Preis K. Mölcher, Klein-Eichen. 2. Preis I. Wolf IV., Eschenrod; Th. Adam daselbst. 3. Preis H. Weber VIII., Eschenrod; H. Müller, Klein-Eichen. 4. Preis H. Klein III., Eschenrod: Th. Stein, Grünberg. Anerkennungen: I. Oechler, Eschenrod; H. WeberVIII. daselbst: K'. Hofmann, Sellnrod: Th. Fischer, Hof-Zwiefalten; Schultheiß, Streithain. b> Rinder: 1. Preis Bürgermeister Deubel, Ziudingshain. 2. Preis H. Buß, Lardenbach. 3. Preis Karl Volp, Klein-Eichen. Anerkennungen: Th. Müller, Rudingshain f D. I. Rötzel, Breungeshain: Will). Schmidt, Altenhain: Wilh. Kunkel, Eschenrod; H. Ruhl, Schotten, c) Kühe: 1. Preis Fischer, Hof-Zwiefalten. 2. Preis Chr. Pitz, Lauter: Th. Müller, Rudingshain. 3. Preis H. Th. Deubel, Rudingshain: Bürgermeister Adam, Busenborn. Anerkennungen: Adolf Becker, Wingershausen: H. Dambmann IV., Rudingshain: Wilh. Deubel, Rudingshain: Gg. Krämer, Lardenbach; H. Becker, Wingershausen; K. Schlörb IV., Schotten. 2. Simmentaler Vieh, a'i Bullen: 1. Preis H. K. Schneider, Hlf'a. 2. Preis C. Rausch, Obernseenerhof; Louis Bopp, Reichelsheim. 3. Preis H. Hhl, Kohden; H. Wagner, Echzell: H. Kromm III., Schotten. 4. Preis Hch. Weil, Berstadt; I. Adolf IV., Burkhards; H. Belte, Göbelnrod; K. Trapp, Streithain. Anerkennungen: I. H. Schäfer, Burkhards; Otto Bauer, Michelnau; K. Rieb, Gedern: C. Rausch, Obernseenerhof; H. Schmidt, Wenings; K. Jung, Villingen; K. Reitz, Inheiden, bi Kühe und Rinder: 2. Preis F. Mahr, Altenhain; Simon Reiß, Hlrichstein. Anerkennung: K. Stern, Hlrichstein. 3. Ziegen der ©aalter Rasse, a) Böcke: Stadt Schotten, Prämie für gute Haltung. 1. Preis Th. Grandhomme, Schotten. 2. Preis Fr. Hühnergarth, Köddingen; H. Wißner, Wohnfeld. Anerkennungen: H. Adolf, Schotten, derselbe; Karl Boos, Scholten, b) 91 eitere Ziegen: 1. Preis H. Adolf, Schotten. 2. Preis Th. Grandhomme, Schotten: Fr. Seibert, Götzen; Kd. Nieß, Schotten; Hch. Straub III., Schotten. Anerkennungen: I. Küapp, Schotten; Kd.'Lang, Götzen, c) Jüngere Ziegen: 1. Preis Ernst Fischer, Schotten. 2. Preis Karl Boos, Schotten; H. Adolf, Schotten. 3. Preis Fr. Seibert, Götzen. Anerkennungen: K. Meyrer, Schotten; H. Wißner, Wohnfeld, derselbe; H. Adolf, Schotten. Soweit für die noch zahlreich vorhandenen Vogelsberger Bullen und Rinder mangels des nötigen Fonds feine Preise zuerkannt lind sie nicht verkauft wurden, kamen Wegvergütungen in Ansatz. Der S.ch weine m a r f t war heute nicht so bedeutend wie früher. Rach der Verlosung, bei der .es die unvermeidlichen enttäuschten, aber auch frohe Gesichter gab, kam die Jugend beim Tanz zu ihrem Recht und es entwickelte sich^der gewohnte Jahrinarktsrummel. — Auf der Bahnstrecke Nidda-Schotten waren sämtliche Personenzüge zur Tierbeförderung frei gegeben. Vermischtes. * Bluttaten. In Danzig schoß der Werkarbeiter Przitski auf seine Geliebte und verwundete sie schwer. Dann tötete er sich durch einen Schliß ins Herz. — In der Pfingst. nacht erschoß der Waldwärter Schütz aus Pöhlwitz (Reuß j. L.) den Maurer Frisch aus Zoghaus. Frisch hatte mit einigen Kameraden int Walde ein Zechgelage ausgeführt; der Waldwärter kam hinzu, forderte Namensnennung und wies die Leute aus dem Walde. Frisch weigerte sich seinen Namen zu nennen und wurde von dem Waldwärter sistiert. Sluf dem Transport ergriff er jedoch die Flucht; Schütz schoß und traf den Flüchtigen mitten ins Herz. Der Tod trat sofort ein. — Aus New-Hort wird gemeldet, daß die österreichische Krankenpflegerin Sara Koten aus Rache den New-Hocker Arzt Dr. William Auspitz mit einem Revolver erschoß. Vor dem Polizeigericht erklärte sie, Auspitz habe sie im Hospiz entehrt, sie habe von den Gerichten keine Genugtuung, erlangen können und sich diese daher selbst verschafft. — In Dresden erschlug der Mechanikergehilfe Janett seine Frau und seine beiden Kinder und erhängte sich Janett handelte im Jähzorn nach einem Streite. Durch das Wimmern der tätlich verletzten Kinder wurden Hausbewohner auf die Untat aufmerksam und holten die Polizei herbei. Die Frau und die Kinder, welche noch Lebenszeichen von sich gaben, wurden in das Krankenhaus überführt. — In Linz geriet der 34 jährige Redakteur Dr. Adolf Huber auf einer Promenade mit drei unbekannten Männern in einen Wortwechsel, in deren Verlauf er durch Stockschläge getötet wurde. * Eisenbahnunfälle. Am 9. Juni entgleiste ein von Konstanz kommender Güterzug bei der Eifahrt in den Bahnhof Singen. Eine Maschine und fünf Wagen sprangen aus dem Gleis. Der Führer Heizmaun und der Heizer Wagner sind tot. Sonst wurden keine Personen verletzt. — Im Bahnhof von Oufreau bei Arras (Frkr.) stieß ein Personenzug der Nordbahn mit einem Güterzug zusammen. Dec Maschinist und der Heizer des Güterzuges wurden getötet, ein Schaffner wurde verletzt. FasnZLien-Nachricbteir. Verlobt: Frl. Lucie Dörner mit Herrn Eugen Stöpler in Lauterbach. — Frl. Biny Schweitzer mit Herrn Hermann Müller in Wetzlar. — Frl. Thekla Karl in Audenschmiede mit Herrn Heinrich Weber in Brannsels. — Frl. Dina Grünewald mit Herrn Ernst Schäfer in Aad-Nauheim. — Frau venu. Lotte Wold, geb. Strempel, in Frankfurt a. M. mit Herrn Joh. 9JL Schmöger in Friedberg in Hessen. —.Frl. Else Gatzert in Friedberg in Hessen mit Hern August Wolff, Königl. preuß. Polizei-Kommissar in Köln a. Rh. — Frl. Frieda Fried in Butzbach mit Herrn Hermann Seligmcmn in Elberfeld. — Frl. Mathilde Renner in Münster bei Bingen mit Herrn Rudolf Mayer in Bingen. — Frl. Mathilde Meyer in Friedberg in Hessen mit Herrn Isidor Schloß in Esch- ivege. — Frl. Ottilie Bohl in Oppenheim a. Rh. mit Herrn Wilhelm Philipps, Lehramtsreferendar in Wölferlingen (Westerw.). © e ft 0 r b e n : Herr Kgl. Stations-Assistent a. D. Heinrich Bode in fölarburg. — Herr Wilh. Becker in Lauterbach. — Frau Pauline Streng, geb. Jung, in Butzbach. — Fran fUlaric Rech, geb. Schönhals, in Grünberg. — Herr Philipp Schäfer in Butzbach. — Herr Heinrich Rieb in Marburg. — Herr Johann Christ, Schmiede- meister in Atzbach. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 1 । 1 1 Höchste Temperatur am 8. bis 9. Juni — -4- 18,10 C. Niedrigste „ „ 8. „ 9. „ = + 10,80 C. Juni Barometer au' 0° reduziert Temperatur der LuK Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 1908 9. 2,& 751,8 14,6 8,6 70 W 4 Bcd. Himmel 9. 955 753,6 11,9 8.3 80 NW 2 Klarer Himmel 10. 735 754,5 10,9 8,3 86 W Bed. Himmel Tefiefomscthe des Giessener Anzeigers, mitge und Indnsti Frankfurter Hör.« 3>£% Reichsanleihe . . 92.00 3% do. . . 83.15 3^°/0 Konsols .... 92.00 3% do. .... 83.30 3^°/o Hessen 90.90 3)4 °/0 Oberhessen . . . 92.00 Oesterr. Goldrente. . 99 Uö 4l/s % Oesterr. Silberrente 99.10 4% Ungar. Goldrente . . 93.50 4% Italien. Rente . . . —.— 3% Portugiesen Serie I 61.10 3% Portugiesen „ III 64 50 4*2°/o russ.Staatsanl. 1905 95 00 4^°/0 japan. Staatsanleihe 89.85 4 96 Conv. Türken von 1903 95.90 Türkenlose 149.80 4 96 Griech. Monopol-Aul. . 51.40 4 96 äussere Argentinier . 87.00 3°/0 Mexikaner . . . 66.95 4>ä°/o Chinesen .... 96.90 Aktien: Bochum Guss 206.80 Buderus E. W 110.20 Tendenz: lustlos. ISeriiner Börse, 1 Canada E. B 155.90 Darmstädter Bank . . . 123.60 Deutsche Bank .... 229.30 Dortmunder-Union C. . . — Dresdner Bank .... 137.80 Tendenz: lustlos. ECursberichte teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. e, 10. Juni, 1.15 Uhr. ' Elektriz. Lahmeyer . . . 118.00 Elektriz. Schlickert . . . 107.00 Eschweiler Bergwerk . . 200.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 184.90 Hamburg-Amerik. PaketL 108.00 Harpener Bergwerk. . . 209.50 Laurahütte ..... 203.50 Nordd. Lloyd 93.10 Obeischles. Eisen-Industrie 96.50 Berliner Handelsges. . . 159.00 Darmstädter Bank . . . 123.50 Deutsche Bank .... 229.10 Deutsch-Asiat. Bank . . 136.00 Diskonto-Kommandit. . . 173.00 Dresdner Bank .... 137.50 Kreditaktien 197,20 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 87.50 Gotthardbahn .... —.— Lombard. Eisenbahn . . 25 70 Oesterr. Staatsbahn . . . 149.20 Priuce-Heuri-Eiseubahu . 118,00 ). Juni. Antangskurse. Harpener Bergwerk. . . 193.70 Laurahütte 204 50 Lombarden E. B. ... 26.00 Nordd. Lloyd 92.90 Türkenlose 149.10 ■Kindermehl Krankenkost Tausendfach bewährte Nahrung bei: Brechdurchfall, Diarrhöe, Darmkatarrh, etc. SeheüSie.denrechtenGeMsshabichersl von einem Spaziergang, wenn ich so recht frei und tief atmen kann. Und das kann idi setzt, feit ich mich gewöhnt habe, morgens und abends Fays ächte Sodener Nkineral-PasriUen regelmäßig zu gebrauchen. Tie lassen gar keine Berschlei- mung, keinen Husten und all die lästigen Nebenerscheinungen aufkommen und mir sind iie geradezu eine Wohltat. — In jeder Apotheke, Drogerie und Mineralwasserhandlung kauft man sie für Sä Pfg. die Schachtel. hv24/i 111.11 foiiii ifii ■ w U S' K K TI U 1 ' '■" F ■ / ■ limmel iiimmel immel iboii ibeltt ’ btt HBobc Jnuliiie Schön- - Herr imiebe- btin traf ein. I'ify ortet chotz, §o. uung 25 »0 ' 149.20 . 118-00 )ler in Mller hem hem, d, geb. 3« in Hessen ar in nnann ter bei atijilbe iGid)- iilhehn , 118.00 , 107.00 200.50 184.90 108.00 , 209.50 ' 203.50 93.10 96.50 . 159.00 123.50 ' 229.10 ' 136.00 , 173.00 . 137.50 . 197.20 87.50 04850 Gictzcu (Hammstrastc 10), den 9. Juni 1908. 3537 04836 Gießen, den 9. Juni 1908. 5) 6) Gestern entschlief sanft unser liebes Töchterchen und Schwesterchen Am Montag, den 6. Juli, vormittags 10 Uhr findet im Gasthaus zum Löwen (Neuenweg) die Versteigerung der verfallenen, nachfolgenden Pfänder statt. Die Beerdigung findet Donnerstag, 11.. Juni, nachmitt. 4V» Uhr, von der Kapelle des neuen oriedhoss aus itatt. 1) 2) 3) 4) Todes-Anzeige. Gestern nachmittag 3 Uhr verschied nach langem, schweren Leiden unsere liebe Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Großen-Lindcn, am 5. Juni 1908. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden Leun. 22 37 44 28 269 22 124 68 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen auf diesem Wege ihren innigsten Tank Paul Hennig u. Frau. Brennholz versteigert: Rm. Eichen-Schcitcr gcv. Römer im 40. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Familie Hofmann. Familie Römer. Heuchelheim, den 9. Juni 1908. Die Beerdigung findet Donnerstag, 11. d. Mts., nachnütt. 1 Uhr, vom Sterbehause, Ludwlgstr. 22, aus statt. 13o98 Heu- u. A'WMigrMttßeWi'liMN auf Gräflichen Wiesen. Vergebung Don Zimmerarbeiten. Die Arbeiten mit Lieferungen veranschlagt zu 321,14 Mk. für die Reparatur von einem Steg über die Lumda Gemarkg. Treis a. L. sollen Samstag, den 13. lfd. Mts., vormittags 11 Uhr, im Gememoehause daselbst öffentlich vergeben werden. Gießen, den 5. Ium 1908. Senßfelder. Kreisstrastennieister. _________ dcn 13. Juni d. Js. von morgens 8 Ubr an m öci- Gemarkung Lauvach aus der Gcisewiejc l34 Lose — 30 Atvrgens. an dcuiiclbcn Tage mit Beginn um U Uhr uoruntt. aus den Schcllcuvcrgcr- und Bicaclbüttcrtcichwtcicu — 3- Uioxnen. an demselben Tage mit Beginn um 10 Ubr vorm. un Ticr- aartcn auf 02 'Morgen. Zusannnenkunn in üer^-virienbach. au demselben Tage itacbui. 4 Ubr auf der ^chrcinersmüble bei Freienseen. 1. uon llö'/2 Morgen Wiesen im Wetterauer- grund iHarmiannöhausen bis -sorgenlos). 2. von,^<^^rgcn un Wolfsgarten, Kreuzseeuer-, Oberseeuer-, ^ippergrund. Bkittwocb den 17. Juni ö. Jo. mit Beginn um 3 Ubv Oorm. in der Aewelobach^, aus cq. 194 Morgen Zielen, da,elbu, am Altenleller .n den verschiedenen Heegdrücken, Gölle-, Herrn | Kmegerverem I Gießen. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht unsere Mit- SS glicder von dem Hinscheiden des Kameraden Alexander Schneucker M geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung nudel Donnerstag, nachm. um 4 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. Samstag, den 13., Montag, dcn 15. nnd Dienstag, den 16. Juni dieses Jahres soll das Heugras von den städtischem Wiesen meistbietend versteigert rocröcit und zwar: Samstag, dcn 13. Juni, nachmtttags 4 Uhr an Ort und Stelle der Pascoe scheu Wiese an der Klmikstraste, der Aktienbrauerei und in der Stephansmart — etwa 30 Atorgen. — Anfang an der Pascoe scheu Wiese. Montag, dcn lu. Juni, a) vormittags 9 Uhr: am Elektrizitätswerk von den Wiesen un bj voruitttaas \«>/> Ubr in der Restauration von. Melchior Schäfer Ww., Kaiser-Allee, von den Wiesen im Heegstrauch c) nachmsttagS^'^Ubr: im Philosophenwald von den Wiesen am Jürstenbrunnen im Wiesecktal, von den Hospttattoiesen ui d) nachmtttagS '5 Uhr":'an Ort und Stelle von dcn Wiesen in b« e a) vormittags 9 Uhr: an tcu und Stelle von den Ochsenwicsen, von den Wiesen im Stolzenmvrgeis, einer Hospitalwiese, nm b) und Stelle von den Wiesen in c) uV^^nüTta^ätl3^^Ub!v:' an Ort und Stelle von den Wiesen in sSanmiciikuuFL'i|t°tun *15. Juni beim Schlachthaus, am iß. Ium an ^bai. :cdjVnnc(jcn1' lirgeriucistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekarint machen zu lassen. . B6/ Gieszen, den b. Ium 1908. . . 15 -s Grobherzogliche Bürgermeisterei ©ießen. Mecum __________ BekannLmachung. In d->s Genossenschnftsregislec mürbe eingetragen bezüglich des Spar- und B-rich-Mvcrcins I Beuern e. ©. n, u. ß.: An Stelle des nuSgejchrcdenen «or|tonbSmitghtb3 Heinrich Otto IV. wurde Philipp Lindenstruth V. m dcn Vorstand gewählt. Gießen, den 4. Juni 1908. Großherzogliches Amtsgericht. Holzversteigerrmg. Freitag, den 12. d. Mts., von vormiirags 8 Uhr an, wird bei dem vorm. Fcrnie'schcn Bcrgwcrl folgendes Bekanntmachung. um 5 Uhr in der Stadtkirche statt. 8 Giehen, den 6. Juni 1908.. Die Armen-Tcputation der Stadt Gtenen. Ke l l er. an^d?mielb°euTagc nachm. von 2 Ubr an aus dem Jagcriiauic v 0 n 187^ ^Mv rge n Wiese n in Ruihardshausen, ültulsau, Lang- hecke, Geräums, Hahlgarten, Haiirteilen,.Buchholz, Vmgel~und Schinenbach, fr. von 10'/.- Morgen Wiesen ui der ^ilbacb, ^.inne», Wendergrund, sowie von Waldwegen verschiedener Reviere. Wsteienwärter Silst dahier und die betr. Grast. ^rstwar e lind angewiesen, die Wiesen, die zu dem durch nummerierte Holz- pflödS obS Steine kenntlich gemacht sind, aut Verlangen vor dem Termine vorzuzelgen. . Bo, Laubach, den 8. Ium 1908. L 18 Grasl. Forswerwaltung. Mätka nach langem, schweren Leiden im 10. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Fran Minke Ww. nebst Kindern. Buchen- ,, Eichen-Knüppcl Buchen- „ Eichen-Stöcke Buchen- v Fichten- „ icrt Eichen-Wellen 7W = Wäsche. 736 -1 Kleidchen. 738 = 2 Nickeluhren. 757 = 1 si,k>. Remontoir-Uhr. 889- 1 Orden. 904 - 2 Wecker, 1 silb. Ring und 2 Ketten. 965 = 6 Messer und 6 Gabeln. 982 = 1 Kette, 1 An- Hänger. 1011 — 1 Kleidchen. 1037 = 1 Kindermantel., II0S-- I Betttuch, 2 Vorhänge, 1 Uebcrzug, 1 Hemd. H6o = l 9ceihzeug. 11 <9 — 1 schlvarzes Kleid. 1230 =6 Wäschestücke. 1240 Gehrock - Anzug. 1276 = 1 stlb. Stock. 1288 — 1 ulb. Dameniihr. 1Ä4--1 Strohiack- bezug. 1338 = 1 Jaguct. 1357 = 1 Stähmaschine. 1363 = 1 Geige mit Kasten. 1380 = 1 gold. Armband. 1407 = 1 ftl6. Zigare en-E ui, 1 silb, Damenkette. 1410 = 2 Löffel. 1419 = 1 ulb Cigaretten Etui, 1 gold. Armband. 1427 = 1 Kette. 1430 = 3 Gewichte, 1 Fernrohr, 1 Barometer. 1453 = 3 Gewichte. 1468 = 4 Bezuge.. 1475 = I CLpes. 1477 = 1 Cüves. 1499 = 1 Kleid. 1511 = 1 Remontolr-Uhr.1o16=2 Jaauets. 1523 = 1 silb. Löffel. 154<=1 Bluse. 1!>48 = 1 Bluse und •2 CLvcS. 1581 = 1 silb. Remontoir-Uhr nut Steltt. 1591=1 Paar Ohrringe und 1 Brosche. 1599 = 1 Opernglas. 1624 -2 Doubll- Kelien. 1629 = 1 Cäpes und 1 Bluse. 1642 - 1 gold. Ring. 1669 — 1 Kleid. 1680 = 1 Bluse. 1685 - 1 Tischdecke. 1691 = 1 Äinberpotf. 1715 = 1 Hut. 1739 -1 x)aauet. 1.41-1 2ttckeluhr. 1.^ = 111^101. 1771 = 1 Bild. 1775 = 4 Blatt Vorhänge. 1791 = 1 aolb. SUftwattetP 'Radel mit Perlen. 1793 = 1 Cripes. 1802 = 1 Bluse. 1806 = 1 gold. Trauring. 1808- 1 üaauet, 1 Betttuch. 1819 = 1 stlb. Ne'nonloir Uhl-. 1821 = 1 Hose. 1823 = 1 Reiffzeug. 1849 = 1 gold. Uhr. 1858 = 1 Cripes. 1885 = 1 Opernglas. 1903 = IRock. 1906 = 1 SUeiö. 1910 = 1 Revolver. 1919 = 1 Rock, 1 Capes. 1924 = 1 nlb. Daiiten- uhr. 1926 = 1 Uebcrhang. 1961 = 1 SJtantel. 1962 -1 -<^^0100000. 1994 = 1 Feldstecher. 2009 - 2 Rocke und 1 Paar Schuhe. 2013 = 1 Wecker. 2014 = 1 Mantel. 2027 = 1 silb. Remontoir-Uhr, 1 Damenuhr 2032 - 1 Zither. 2034=1 Kleid. 2039 = 1 silb. Nemontoircklhr. 9(j.i7 — 1 Tischtuch, 1 Hemd, 1 Rest 134 = 1 Double Uhr mit Kette. 2140 = 1 lüb. Remoiitoircklhr mit Kette. 2179 = 1 Photographischer Apparat. 2186 -1 gold. Trauring. 2194 = 1 silb. Remontoir-Uhr. 2206 = 1 silb. Remontolr Uhr. 2226 -1 silb. Remontoir-Uhr. 2244 = 1 silb. Remontoir-Uhr. 2W1---lFern- rohr. 2265 = 1 Mantel. 2283 = 1 gold. Savonett-Uhr^. 228, .= 1 Mantel. 2300- 1 silb. Remontoir Uhr. 23(X) = 1 gold. ^legelring. 2306--1 Gehrock-Anzug. 2307 = 1Kasten mit JnsUumenten. M8-1 silb. Cigarelten-Etul. 2309 = 1 silb. Armband. 2328 — 1 silb. Remon- loir-Uhr. 2338 = 1 Anzug. 2341 = 1 0old. Trauring. 2345 — 1 silb. Remontoir-Uhr. 2351 = 1 stlb. Remontolr-Uvr nm Ket^e. 23o3 = 600 Cmarren. 2355 = 6 Handtücher. 23o7 = l gold. Trauring. 23o8 — l nofö Trauring. 2359 = 1 gold. Trauring. 2384 = 1 stlb. Damenubr. 23W = 2gold Trauringe." 2405 = 1 Tafeltuch. 2419 = 1 Mantel. 2425 = 1 ger. gold. Trauring. 2449 -1 gold. Damenuhr mit Anhänger. ->450 — 1 silb. Remontoir-Uhr. 2457 = 1 Ü-äucö. 24j8 — 1 oold.Hamen- uhr. 2459 - 1 gold. R'emontoir-Uhr mit Kette und verseh. Schmucksachen. 2461 = 1 Schlüsseluhr. 2466 = 1 Rtckeluhr. 2482 = 1 gold. Stctte. 2503-1 ger. gold. K.-Ring. 2513=1 ger. gold. Ring. 2517 — 1 'Pkantel. 2521 = 1 Stahluhr. 2a22 = 1 Ser- gold. Ring. 2525 = 1 silb. Remontoir Uhr. 2559 = 1 silb. N^ontotr-Uhr, ! Schrrm. Mg = l gold. Ring. 2599 = 2 silb. Löstet. 2606 = 12 oerstlb. Löffel. Ä07 —6 silb. Löffel, 1 Armband, 1 Brosche. 2608 = 1 gold. Trauring. ^609 — 1 silb. Damenuhr. 2623 = 4 Anzüge. 2627 — 1 Anzug, 1 Hose, 1 ger. gold. Rmg. 2641 = 1 gold. Uhr. 2642 = 1 ^avonettuhr. •)ß47 _ 2 Kasten mit Instrumenten. 2648 = 1 Pelzkragen. 2660 — 1 silb. Remontoir Uhr. 2663 = 3 Damenhemden, 1 JJiuff. 26/6 = 1 -Jftprfer ->680 = 4 Stück Wasche. 2691 =1 Tasche. 2695 — 1 gold. Schlüssel uhr. 2697 = 1 Kleid, 1 Jaauett. 2698 = 1 Gehrock-Anzug. .«"L i Anzug. 2703 -1 gold. Trauring. 2712 -1 stlb. Damenuhr. 2723=. 1 gold. Uhr. 2735 = 1 Betttuch, 1 Decke. 273< -1 ger. gold. Trauring 2741=3 Reste Stoff. 2747 - 1 Nickeluhr mtt Kette. 2748- 1 Stock, 3 Korsetten. 2750 = 1 gold. Kette- -wl — 1 silb. , Cigaretlen-Etui, 1 Kette. 27o3 = 1 stlb. Remontoir Uhr. 27g-3 ner gold. Ringe, 1 Psandschein. 277a = 1 Gehrock 2lnzug. 2780 — 1 • Gehrock-Llnzua mit Tasche. 2784 = 1 .Kasten nut Instrumenten, r 2801 — 1 silb. Remontoir Uhr. 2802 = 1 stlb. Remontoir-Uhr. Tie Versteigerung wird durch den Gerichtsvollzieher Geißler abgehalten. 3587 I. Horneck, Löwengaffe 20. Wouiiungs-Eutsiaubungs-lnstihit Telephon 568. . Inh. H. Hess Roonslraße 31. Teppiche werden bei — billigster Berechnung — cib- nef)0(t — wie neu — entstaubt iind wieder abgeliefert. 3190 Oberhesfisches Haus. Alle Forderungen, die noch an die Gesellschaft „Lberheffifches Ausstelluugshaus" geltend gemacht^ iverdcn tonnen, find bis 511111 1. Juli an die Gefchäfts- leitung tn Gießen einzureichen. . d10/6 Die Gcfchäftslertung. 14 u Buchen- , 69 u Fichten- v Danksagung. Allen denen, die uns ihr Beileid anlässlich des Hinganges unseres teuren Entschlafenen bekundet haben, sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Auguste Pascoe geb, Linz. Giessen, den 10. 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