Montag 7. Dezember 1908 158, Jahrgang Erstes Blatt General-Anzeiger für Overyessen Die heutige Nummer umgabt 12 Seiten. Italien und der Dreibund em Unseres ^mcnö arbeiten auch noch zwei größere Buhnen tä Akademischer Gesangverein. (Gcgr. 19. Februar 1819.) Nr. 288 Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer KonntaqS. - Beilagen: viermal wöchentlich Sithcner.^amilienblätrer; Iroeunol ivöcheirll.Ureis- •latt färben H:#is@k6tn (Dienstag iindFrciiaqi-, zweiinal monail Land- wtk.Ichafrliche Zeitsragrn Fernsprech • Anschlusse*. b’u die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse tüt Depeschen: -tnzetger «letzen. wollen. Dafe bei diesen V^ eifrig t> on b r i t ter (Seite eilte Trompete nntgebwcht und, bläst aus dieser Abg. Hallum hinter den Kulissen gearbeitet wird, steht außer Frage, denn du will gegeii^ine Prundententrwune sturmen, kmiL daran leooch Gegner deS Dreibundes lassen augenblicklich alle Äiiuen spttngen, durch tue ^ranöe, Oie um die Trwune erridytet ist, gehindert. Beethovens M i s s a To~l c m nls^nädmllitagS um üVs Üt/r voraus-1 gcmadst, und roa» soll nuin id-lnßttch mit dem „angebrock>enen iidptlidt. Äm 17. Februar 1909 findet die Hauptprobe zu Bee- Abeno ' ansangen? Der Herr Direktor aoer macht durch seilte t Hove ns „Chorphan.asie" und Sjobert Schumanns „Man I großmütig zu vielen Aauicnocn versandten „FreibttlettS ein fred" statt, acdack>t als Schulerkonzert nachmittags um xbA Uhr sehr gutes Geschäft. Deutjches Resch. Das Schiedsgericht wegen Casablanca. Emer Blättermeldung zufolge hoben Frankreich und Deutschland derselben Weise. - Ein interessantes Gespräch mit Mareoni, in dem der Erfinder von den manuigiach^n Lchivierigkeiteii erzählt, die sich an'angs seinem Unlernebmen entgegenfiellien, und in dem er seine weiteren Pläne erläutert, veröffentlicht G. Emanuel tm „Govuere della Sera". ,ES ist lvahr," so äußerte sich Mareoni, daß unsere öiadiotelegraiume von London nach Neivyork Mehrheit erfordern, als ein Slobeltelefivomm, aber diese Verspätung Hal ihre Ursache in den maniug'achen Ui»ischallunge>l, die heule noch nölig sind. Eni Diadiolelegramm von London nach Neivyork muß erst von London nach unserer Station Clilden mit Irland gegeben werden, geht von da z»lr kaimdischen Slalion am Rap Breton und wird erst von hier aus nach Neivyork wellergegeben. Am Aniang hallen mir mit unseren neuen Appaialen manche prakusche Scbivie- ngfcilen zu überwuiden. Ein sellsames physlkatisches HmderniS slcUte sich uns in den Weg. In gewissen lu'otgen* oder Abendstunden, wenn oui Grund der verschiedenen Längengrade au' der einen Seite des Ozeans noch Tag »var, ivährend jenseits die Nacht betens berembrod), zeigten bie radiolelegraphischen Signale eine unelllärllche Schivache und bisweilen Höllen sie nach einem oer- zweiiellen Todeslampie ganz ans. Tie lichlen Lullräume bieten den elektrischen Wellen eine andere Strahlenbrechung als die dunklen, ani den Uebergang von der einen Sphäre in die andere wurden die Wellen geiiori, gebrochen und verstreut. Wir haben lange mit dieser geheimnisvoUeli unbekannten Macht känipsen miissen, aber schließlich haben wir auch sie überwunden.* Tie groge ualientsche Marcoul-Slalion, die bei Eoltano im Bau ist und die stärkste Station der Welt ivctöen wird, ist soweit lertig gestellt, daß die eifien praktischen Versuche bereits nach Weihnachten beginnen werden Sie sollte ursprünglich nur dem buchen radio- telegraphischen Verkehr mit Kanada dienen; der Plan ist jetzt erweitert, sowohl in New-Bork wie in Buenos Ayres werden große Marconi-Stationcn errichtet, die einen direkten drahtlosen Tele- grammoerkehr erlauben. Zugleich richtet die italiemsche iKcgiening unter der Benutzung der Station von Eoltano eine drahtlose Ver- binbiing mit dein Bciiadir und dec ertträtsche» Kolonie cm. Auch zwischen England und Italien wirb jetzt eine direkte drahtlose Telegrapheiiveibinbung hergestellt, die eine iveieutliche Verbillig'.mg des schnellen Llachrichtenvcrkehrs bringen soll. Tie Zeit der drahtloien Telephome halt Alarconi noch iticht für gekommen; insbesondere in den gcrmanischen Landein gibt die Lautüberlragung zu vielen Irrtümern Anlaß, während die lateinischen Sprachen zur lelcphonijchzn tzernvcritändigung sich ungleich beijer eignen. — S i c will c ft i m i c r t fein. Unsere Auguste ist —- so erzählt der Tgl. SiLsch. eine Leser in — auf bruigeiibe Eiw labung ihrer in Salve verheirateten icufine dort einige Tage zu Befudj gewesen. Jicci} ihrer jjiüdfc&r jragte ich sie: „'Nun — Auguste, wo ist es beim fujöner, in Berlin oder ut (Salbe?" „2lch^ gnuvuije Frau, in Gaioe: Da wird uw.n ganz anders estimierr, ivic hier. Ich habe nou) bie .Arme voll blaue Fleche, jo habe« mir d ie Herren gcEnie^L/' Präsident Dr. Weisllrd'iier bctradjtct die Lärmmacher ruhig bino) sein Opernglas, zieht ftann ein Papier hervor und beginnt ihre 'tarnen zu notieren, was die Erregung der Tschechen noch mehr steigert. JnzwisckZen hat der erste Redner das Wort ergnsien, und da die Tsd^chisd-Biadikalen das Skntzloie ihres Bi'ginnens einsehen müssen, hören sie nach einiger Zeit mit dem Skandal auf. ©eju g8p rel i: monatlich 7äPs., vierteljährlich Akk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePosl 3)11.2.— viertel» jährl. ausschl. Beitellg. Zeilenpreis: lokal 15'1% ausivurts 20 Pienniq. Verantwortlich fiix den politischen Teil, für .Feuilleton' und .Vermischtes': Ernst Anderson, tür .Stadt ^arL^LncuLarischcs. Der Seniorenronvent,des Reichstages bat am SamSlng über den Arbeitsplan für die nächst' Wvcl-e Gernten. Es wurde beschlossen,die briite Lesung der Getoerbeo.dnnugslwvelll am Mitlivvü- oder Donnerstag auf die Tagesordnung zu setzen Die W-eihnaclitsserien dürften am Tontteis.ag beginnen, da man hofft, biä dahin die erste Lesung des EllttS zum ÄbjckXuß gebracht zu haben. Bei der Ersatzwahl zum preußischen Abgeord- neteuhaus im Wahlkvald Loser (ton[j zu Schmilgen, 57 den Rittergutsbesitzer Srchmalz (kons.) zu E^öer stärkte Budget ko mmission drS preußisch e n Abgeordnetenhauses hat die Einführung der Geel l s ch a s t S stc n e r gegen die Stimmen der Konservativen a b - gelehnt. Jrn Vianlllgesctz wurde der Vorsclstag der Regierung, schon für 1908 30 Millionen an Stcnerzuichlagcn zu erl-eben, ebenfalls gegen bie Stimmen der Konservativen abgelebt und Dafür die bei den Steuergesetzen besd-tossene Erhebung von Zuschlägen von 25 Prozent znm EinL)nrmen der Erganznngsstener für 1909/1910 eingcfugL Der Präsideni deS preußischen Abgeordnetenhauses tjat eine Sitzung auf nädLten Donnerstag, 10. d. Mts. anberaumt. In dieser Sitzung werden lediglich Die Zntcrpellatlon und bie AntAige der schnservativen und Freisinnigen, bctrcfienb Die Arbeitslosenfrage, zur Verhandlung konnnen. Die WeihnachSfericn beginnen voraus, ichll äh am 18. Dezember. Tschechen-Slaudale im österreichischen Abgevrdnetenhause. Zn der Santstag-SrAung des oster reich. lajcn Aogeordneten- Hauses »rächten die Tschechen einen ungeheuren Lärm wegen der Kwlsc-Asfäee. Als wenige Minuten nach 10 Uhr der Präsident Dr. AeiSkirchner im Saale erscheint, wird er mit „Al^ug Weis- riramer"-bluten und ohrenbetäubendem £ärm von den Tsched>i,d-- Raditaten empfangen. In oem Augenblicke, da die Gdyreicr müde geworden zu sein schienen, zielen sie Pfeifchen hervor, nnd beginnen auf diesen ein schrilles Kpnzcrt. Einer hat sogar fred" statt, gebad/t als Schülerlönzert nachmittags um '/-4 Uhr im Theater, aber ebenfalls für Jedermann zugänglich, und am 18. Februar 1909 abends 6 Uhr folgt die Lauplaussalwung im Theater, an die sich eine gesellige Abendunterhaltung in ben Räumen des Gesellschas.Svereins anschließcn wird. In Beethovens C^)rPhantasie hat 5xrr Pvosejsor G. Trautmann in dankenswerter Weise bie Ausiuhrung des Klavierparts übernommen. 0-ür dOe drei Kvn^rte, die im Rahmen der 10 Konzerte des ztonzertvereins statlfinden, wird auch ein Sonderabonne- me n t au5gegcbciu Alles nähere wird noch später bekannt ge- Slawentum und Germanentum in Oesterreich. An Prag ist es seit Verlegung des Slandred>ls ruhig, aber nach einer Prager Meldung wurden auf dem Bahnhof Adelst berg drei deutsche Kaufleute von slovenisck-en Marti- besuchern insultiert, weil sie Spenden für den slawischen schul'- verein oer weiger lat Der Kaujurann Julius Göhl wurde zu Boden geschlagen, und während er bewußtlos dalag, feiner Bao- schast beraubt. Einer der Täter konnte verlostet lvcrden. Auf Der Rückreise von Prag wurden die 'r e i chs de n t s che n St udenten in den festlich beflaggten Städten Lobo,iß und Aussig vorn Stadtrat und von einer tausendkopsigen 'jJicnjaKiunengc begrüßt. In Aussig fand ein Fcstöommers statt, bei dem die Reiä-sdeuiichen lebt-aft gefeiert würben. — Der akadeutisä-e Senat der 6eutiaxn Uniuerjüät Prag ljal tvegen des Verbots der Grnnp- fteinlcgung des Universilälsniubanes und wegen deS Surbenr Verbots befchlosfen zu demissionieren. Vorgest.rn abend haben sich auch in Pilsen die antiixnitfd)ert Kundgebungen in großem Umfange wiederholt. Eendarnnr.e mußte ciilschreiteu, die Polizei war niachtlos. Auch aus 9iachod und Olinütz iverdeu blutige Auösck)a.eiluiigeii gegen Deutsck-e geineldet. — Eine von der In eien Wijscusü-asllichen Vereinigung an der Universität Berlin einbcrufenc, außerordentlich stark besuchte A ka- d c m i ke r v e r j a m m l u n g nahm gcfUim miilag im großen^aalL oer Phill-arnwiiie Stellung zu den jüngsten Vorgängen in Prag. Auch der Lehrkörper der Universität war zahlreich vertreten, so durch Proeetwr Smmps, die Prvscfsoren von Sckmwller, Elick) Sä-inidt, Sxmmrf, Virjchseid und viele andere. Die ißciiam uv- lung leitete der Student Deine. Es sprachen zumlck)st die Professoren bioetbe, Lenz. Adolf Wagner uiw von Lifzt, sowie oer Generalsellelar des Vereins zur Erhaltung ves DeutschtuniS im Austanoe, Geifert, wobei die ylebner zuni Sck>uh bes Teiiifchtuuis aufforderten unb die Kämmiliwnen baten, die osterreichifck/en Doch- schulen melx Ivie bisl)er aufzusuchen. Der erire Vorsitzende der Freien Wi,ienjä-aftliä)en Vereinigung, cani>. jur. Loewenthal, erzählte seine Erlebnijse in Prag. Die Versammlung nahm nach 2y2 stünoiger Dauer eine von Professor v. Liszt eiugebrachle Resolution an, in der sie aussprach, datz sie den Vorgängen in Prag mit größter Entrüstung gefolgt ist uni> in der sie es für die Pflicht eines jeden Dcutscl)en erklärt, den bedrängten Stanrrnesbrubern: zu helfen. Demgemäß fordert die Verfammlung zum Bcllritr in den Verein Zur Erhaltung bes Deutschlums im Auslands auf und versichert znm Schlüsse bie Deutschen in Oesterreich ihrer größten Sympathie. Die Resolution würbe mit großem Beifall einstimmig angenommen unb em Synipathictelegrainm an bie Prager bcutid^e Stubentcnfdiaft abgesclnät. Mit einem Lwd) auf das deutsche Vaterrnnb sd-loß die eiiro-rudsoolle Kundgebung. Prachtvoll dura>vrauste das Lied „Dentschiano, Deulsdstan.), übet allcö" ben Saal. — Der Rektor der Universität Berlin, Professor D. Kahl, hatte der Versammlimg ein herzliclMs Begrüßungslelegramm go- >u,iclt, in dem er seine Sympathien und die der Universität fün bie Kundgebung gegen die Prager Vorgänge zum Ausdruck bringt um uns das Terrain streitig zu machen. So ist es in Konstan- tiiwpel und so ist cs in Slum. Es ist vielleicht nicht von ungefähr, bafe die französische Botschaft in Rom mit nicht weniger als 300 000 Franks im französischen Etat figuriert, obwohl der französische Bot- sckiaslcr in Rom kaum in die Lage kommen wird, viel Geld für repräsentative Zwecke auszugeben. Es wäre daher interessant, nachzusorschen, wo daS ganze Geld bleibt . Eharakteristisch ist auch die Ausnalmie, die die Debatte m der französischen Presse gefunden l-at. Es wird auSgcsührt, daß man icßt in Wicn über die wahren Gefühle in Italien au-geklärt sein dürste Es habe sich vor aller Welt offenbart, daß die Alliierten in Wahrl-eit Spinnefeind sind. Man sieht es mit Schadenfreude und man rechnet anscheinend damit, daß über kurz oder lang Italien sick) offen an England und Frankreich ansd,ließen wirb. Es ist selbstverständlich, daß die Lattung Italiens geaenubcr Ceilerrcid) aus die Beziehungen zum Dreibund nicht ohne Einfluß bleiben tonnen. In Deutschland würde man wahrscheinlich den unzuverlässigen Italienern keine Träne nadyoeinen, und es wäre weit besser, reinen Tisch zu mache», als diesen Zustand nod) weiter hiuauSznschicben. Fürst Bülow hat einmal, als Italien fich in auffallender Weife Frankreich genähert hatte, erklärt, daß man sich über eine solche Extratour nicht gleich aufzuregen brauche. Tic jüngsten Vcrhaiid- liuigen der ilalienijchcn Kammer, auf welche man sonst sehr wenig zu achten pflegt, haben aber in der ganzen Well das grüßte Auf- sehen erregt, weil sic auf das deutlichste zeigen, von welcher Ge-- Hiinuitg die Lcvöllerung des italienischen Reiches beseelt ist. Nad>- dem in den letzten Jahren die Gegensätze zwischen Oesterreid; unb Italien zu schwinden schienen und die herzlichsten Aussprad-cn zwischen den bisherigen leitenden Staatsmännern ftnttgcfunixn haben, l-at der Verlaus der Balkanwirrcn, den Trahtzichern hinter den Kulissen willkommenen Aillaß gegeben, erneut gegen die Tonau- Monarchie zu Hetzen, nnd zwar mit einem Erfolg, den wohl niemand geahnt hat. Tie gesamte Bevölkerung, alle Parteien ohne Ausnahme, ist wie mit einem Schlage von der ticssten Abneigung gegen Meilen eich erfüllt. Tiefe Stimmung hat in der Kammer-- bebattc ben schärfsten Ausbruck gesunden. Lat doch kein geringerer als der srühere Minister des Aeußern über das Verhältnis zu Oesterreich in einer Weise gesprochen, daß es ben Eindruck mad-en müßte, als ob der Bündnisvertrag nur noch ans dem Papier bc- stäiide, und seine Worte haben einen Jubel sondergleickicn geweckt, wie man ihn im italienischen Parlament, wo es bei der Heißblütigkeit der lateinischen Slasfe an Lebhaftigkeit nicht fehlt, kaum je gehört hat. Dieser Beifall tarn einem Mißtrauensvotnin gegen xiltoui nahe, dessen dreibundfremibliche Politik ohnehin schon in den letzten Monaten den schärfsten Atlgriffcn ausgesetzt gewesen war; Lcrr Tittoni hat ben Wink, den ihm bie Kammer- Verhandlungen vom Donnerstag gaben, verstanden. Er ist sosort eingeschwenkt, und hat Lerrn Fortis osterttativ die Laiid gebrückt, jodann hat er auch in ben nächsten Tagen eine längere Rechtsertigungsrebc über seine ausivärligc Politik gehalten, die ztvar in der Tonart wesentlich milder war, aber doch burchblidcn Liefe, bafe er von der österreichischen Aalkanpöliiil nid)t sehr erbaut sei, unb bah Italien seinerseits berechtigt sei, aus^dem Ver- trage gewijse Ansprüche auf den Balkan herzulcitcn. Tutoni erklärte ausdrücklich, dafe bie Jntercsfcu in Mazebonici unb Albanien burd) ben Dreibund garantiert feien, und hieraus gehe hervor, dafe diese Garantie bie Eventualität neuer Oklnpationeii ins Auge fasse. Auch fügte der Minister hiiizu, bafe fich Italien mit ben interessierten Macksten üerftänbigt habe, um eine schnelle Fertigstellung der Donau^Abria-Balsti zu erreichen, von der Serbien unb Montenegro ihre wirtschastliche Setbitanbigkell erwarten. Da es sich hier bekanntlich um ein Konknrrenzprojelt gegen bie österreichischen Bahnplänc hanbelt, stellt sich also Italien ausbrücklich auf bie Seite ber Ballanstaaten gegen Oesterreich. Unter biefen Umständen war es begreiflich, bafe Tittoni ein Vertrauensvotum erhielt, aber cs verdient hervorgehoben zu werden, daß feine Siebe mit eisigem Schweigen angchort wurde, und daß das Vertrauensvotum gegenüber der Siegiccuug lediglich von taktischen Grüiiden diktiert- war, und bafe ein anderer Ausfall der Debatte leickst verhängnisvolle Verwicklungen auf dem Gebiete bar auswärtigen Politik hätte nad) sich ziehen können. Alles das zeigt deutlich, wohin der Kurs in Italien geht, und da es ja nicht das erste Mal ist, bafe sich biefer sogenannte „Verbündete" eine Extratour gestattet, so werden sich die beiden anderen Mitglieder des Dreibundes wohl zu verständigen haben, toiddje Ladung sic gegenüber einem solchen „Freunde" einnchmcn In der Mitgliederversammlung der Vereins sind letzthin Mit- teUungei: gemadst worden, die auch eine breitere Oefstnllichkeü interessieren. Eine kurze Erinnerung an die Gesckstchte des Vereins mag vorauSgehen. Ter Verein ist im Jahve 1819 als einer der ersten gemiiastcn Lhörc Deutschtruids. gegründet worden unter dem damaligen Musikdirektor Dr. Gafencr und hat bereits 1820 ein zweitägiges Musikstst veranstaltet, bei dem Rombergs „Glocke" und ein Tedcum von Gottfried Weber zur Aufführung kam. Das Fest fand in ber alten Burgkirche statt. Von 1826 an stand der Verein unter der Leitung von Leinrich Lofmann. 1830 würbe Webers „Freischütz" aufgcsiihrt uno bis 1859 folgten n. a. Laybns „Schöpfung", „Aleranderfcst" von Ländel, „erste Watpurgisnadir" von M e n d e l s s o h n, endlick) L ä n b e l s „SRessias" (unter Mangolds Leitung). 1859 wurde R. v. Jhenng Lorsitzellder des Vereins, 1863 Wilhelm. Makler sein Dirigent. Unter seiner Leitung wurden n. tu aufgeführt: SAende 1 s - sohlis „PauluS", „erste WiilptirgiSnadst", „Elias", „42. Psalm" : Hänsel s „Samson", „Messias", „JudaS SAaccabaus", „Josua „Saul"; St. Schumanns „Tas Paradies und bie Peri"; Mozarts „Requiem"; Laybns „Jahreszeiten"; Brahms „TeutsdpeS Requiem" (1872) und I. S. Bachs „sN.atthäusz'aiswn" (1866 unb 1867). Seit 1874 war bis 1896 Dirigent Aböls Seid)»er. Zahlreicl-e Werke sind von ihm neu cinftubicct und aufgcjührt worden; hervortzuheben süid u. a. Beethovens IX. Symphonie, Schumanns Manfred (1886: auch damals wirkte E r n st v. P o f f a r t mit), „Der Rose Pilgerfahrt", kteincrc Bachsche Werke, auch die Mattl>iU§passwn (1883) u. a. m Seit 1896 ist Derr Prof. G. Tvautmann Dlligmtt und bie Äuuuh- rnngen unter feiner Leitung stellen wohl nocy in aller Erinnerung; wir erwähnen nur als vorher noch nicht anfgeführtc Werke n. a.: R. Sck'umanns „Fausts-encn"; L. van Beethovens „Missa folernniL"; I. S. B a chs D^moll Messe; Brahms urnpslied"; Ä o l s r u m s „Weihnad)tSm:;sterium"; V c r d i s „Sie- quicm"; Berlioz „Kindheit Christi"; Liszts ..Heilige Elisabeth", nebst Miederholnngen von „EliaS", „Panl-s „erste WalpurgiSiiachl" von Mendelssohn^, von Aachs „Sturtihur.spaifion"; Beethovens „IX. Symphonie", Brahms „Deutsches Requiem" ufw. Und nun jllht ber Verein vor der 90. LLeocrtehr seines G^andungStages, den er in voller Kraft, reich an Mitgliedern zu begehen gedenkt. Dank dem engen Zusammenschluß mir dem Gießener wonzertverein, mit dem seine Geidsichtc aufö engste verknüpft ist, ist es möglid) geworden, die Feier in Form eincS Mufikfestcs zu planen, wie es für Gießen wohl noch nicht bageroefen ist. Und um nun audj ben weitesten Kreil en bie Teilnahme zu ermöglichen, sollen die Hauptprooen zu den Ehor- Linzertcn ausgcstattcl werden ats „Vo l?ö- u n d S ch ü l c r^K o n- zerte". Die Feier beginnt am 1-1. Februar 1909 im Theater mit einem Qrch.stert-onzert, in welchem o'cau Erika Weoe- ti n b als Sängerin mitwirtt A-.u 15. Februar 1909 abends wirb in der Siarrkirche Drn-.'llw)oe zu L. ran Beer Hove u s ^Oiissa folemniS" ftullfinbcu. Die a.S Volks fonzert gedacht ist, aber auch iebermann sonst zugänglich sein wird. Am 16. Februar 1909 folgt in, der Suchtrch^e bie Hauptauflilhrung Wil Ä l; i oon llnj'igfl V . u.Land" und.Gerichts- di?'rmiesn».n,iucr Rofcfions^ntd und Verlag der vrühl'lchcn Unlv.-Vuch- und 5teinvrvuerel 11 Lange. Redaktion, Expedition und vruckerek: 5chu!flratze 7. Anzeigenteil: H. Beck. bt6 vormittags 10 U()t. n, i,,,. lü:-Li-.-r v» geben. — Um daS Haus zu füllen versendet bie Direktion einer Berliner Bühne, bie natüclid) durchaus nicht ersten Ranges ist, folgendes Zirkular, bei dem wir nur den Namen bcS Theaters unb beS Stückes weggclasfen haben. Loher '2lbel LochelcganteS Publikum. Waren Sie schon im L-Theater? Noch nicht? Tann maren Sie überhaupt noch nirgends nnb wissen Nicht, was Lachen heißt? T iescS Da^Jnstttut, in welcksem Lach-Krämpfe an der Tages- Ordnung sind, nid>i besuchen? Lächerlich? Wir enthalten u»S jeber besonderen Anpveisnng unserer Stücke, sondern sagen nur bcfdtcüxn, bafe hnr die beswn und sdwnsten unter ihnen, bie effellvollsten, spannendsten, unlerhaltendften, belieb ttfkn, niedagcivesenswn zur Tarstellnng bringen, bie je ein deutsches Did-tcrhirn zutage forbciue. Tas T-T Heater zählt zu den größten und elegante fern Theatern der ResidcuiL und ist reichlich mit Logen unb gesperrten Sitzen versehen. W beginnen seine Elite-, Sonder- uno Exlrazug-Voc- itellungen an Wvenentagen Vi9 Uhr, Sonntag natürlich um 8 Uhr. — Tie SonntasK-SladMittagö-ÄorsvelluriLen um 3y> Uhr. Tächter und Darsteiler machen feinen Anspruch auf Unsterblichkeit — im Gegenteil — aber sie ersuchen bringend um ein gut gesinntes mti> feierlich geflanmtvfl Publikum, unb jeder Einzelne wird speziell geoeten, recht zahlreick) zu acscheinen. Aber sollen Sie uno Jpre näcjiftcn Slächsdcn nur allein lackien? Sollen nicht auch 'ingebörige unb Angehörige dieser Angehötigen — na, aber felbstoerständlid)! Um Sie vorerst mit unferm Unternehmen oefannt zu madym, senden wir Ihnen mehrere BillcttS zur gütigen jedoch durchgehenden Benutzung. Ja, noch mehr: Sollten vr>tc noch mehr orauchen, so genügt eine dics- oezugllche Postkarte uno alles ist in bester Ordnung. Mit ficurttiidjcr Empsc^ung grüßt wie immer Tie Direttion bc5 T-Theaters." Das „hochelegante Publikum" freut ]iu>, gralls wiilllche Billetts zu b-rtomnten unb eilt, wie bie Slltt.-Zlg. mütciU, in bieses ,^Lad>-Jnstillu". Dort nrufe es aber bie oetrüoenbe Erfahrung mau,en, baß eine ganz lleingedruckte Zeile „Billettsteuer an der Abendkasse" übersetzen ist. Um nun hineinzulommeu, muß diese Steuer, Oie gewoyuiich 1—l,aü Ultarf oetragt, gezahlt roaben, uiö das geschieht fast immer, denü die Fahr Losten sind einmal [als gemeinsamen Schiedsrichter für die Casablanca-Angelegen- check den Schweden Hammersjoelf gewählt. Gas- und Elektrizitätssreuer. In einer Protest- Versammlung von Handwerkern, Gewerbetreibenden und In* dustriellen in Köln gegen die von der Reichsregierung geplante Gas- und Elektrizitätssteuer wurde die Absendung einer Eingabe an den Reichstag beschlossen, worin dieser ersucht wird, den Vorlagen auf Besteuerung von Gas und Elektrizität die Zustimmung zu versagen, weil dadurch die Handwerker und kleinen Gewerbetreibenden schwer geschädigt würden. Huslanfc. Zur Lage in Harm. Dre revolutionäre Armee ist in Stärke von 8000 Mann feierlich in Port au Prince einge- zogen. General Simon, der sich an der Spitze der Truppen befand, wurde lebhaft begrüßt. Bis letzt ist die Ruhe und Ordnung nicht gestört worden. Expräsident Lord Alexis und Gefolge haben den französischen Kreuzer verlassen und sich an Bord des deutschen Sampiers Kingstone aus Jamaica eingejchifft. Neues amerikanisches Zollgesetz. Der Vorsitzende der ZoUkommission teilt mit, daß Aussicht vorhanden sei, das neue Zollgesetz bald zu veröffentlichen. Der Entwurf enthalte statt, fester Sätze Maximal- und Minimalzölle und ermögliche, den Ländern Konzessionen zu machen, die Amerika Vergünstigungen gewahren. ziotteuverein für Hessen. R. B. D a r m st a d t, 6. Dez. Der Flottenverein hielt heute vormittag eine sehr mit besuchte Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Dr. W. Merä? ab. Unter den Anwesenden befand sich auch General Keim. Der Vorsitzende legte die Gründe der späten Einberufung dar und teilte ein Schreiben des Staatsministers mit, in dem gesagt wird, daß die Regierung geglaubt habe, von der Entsendung eines amtlichen Vertreters absehen zu sollen. Da eine Angabe von Gründen hierfür fehlte, so erregte diese Mitteilung umso mehr Befremden, als früher stets ein Regierungsvertreter anwesend war. Umso freudiger wurde dagegen die Mitteilung ausgenommen, daß der Großherzog dem Vorsitzenden erst vor wenig Tagen sein lebhaftes Wohlwollen für den Verein versichert und der heutigen Versammlung besten Verlauf gewünscht habe. Der Vorsitzende schloß mit einem dreimaligen begeisterten Hoch auf Kaiser und Großherzog. Nachdem daraus Beigeordneter E kert die Versammlung namens der Stadt freundlich begrüßt, wurde der gedruckt vorliegende Jahresbericht beraten, der int allgemeinen eine Rekapitulation der bekannten Vorgänge und den Verlauf der außerordentlichen Versammlung vom 19. Januar in Kassel gibt, in der mit überwältigender Mehrheit der auch von den hessischen Vertretern unterstützte Antrag angenommen wurde, worin dem Präsidium in der Ueberzeugung, daß dasselbe getreu den Beschlüssen der Kölner Tagung gehandelt und das Gedeihen des deutschen Flottenvereins gefördert hat, der Dank und das volle Vertrauen ausgesprochen wird. Ueber die Organisation wird bemerkt, daß die Zahl der Gruppen seit Mai 1906 von 114 auf 138 gestiegen ist. Von den neu hinzugekommenen Gruppen sind in Starkenburg 10, in Oberhessen 6, und in Rheinhessen 8. Die Zahl der Körperschaften stieg auf 132 mit 18453 gegen 16 242 Zugehörigen. Die Bruttoeinnahme aus Mitgliederbeiträgen stellte sich auf 20332 Mk., wovon abzüglich der 25 Prozent für die Gruppen 16 000 Mk. als Einnahme erscheinen. Vertrieb und Lieferung der Vercinszeitschrist erforderten etwa 12000 Mk., so daß zur Bestreitung aller sonstigen Ausgaben nur etwa 4000 Mk. übrig bleiben. Der Voranschlag sieht in Einnahme 15 560 Mk. und in Ausgabe 16 200 Mk. vor. Die Zahl der Einzelmitglieder betrug Ende 1907 10873. Der Vorsitzende erstattete darauf einen Bericht über die Hauptversammlung in Danzig und schilderte die schweren Zeiten, die der Verein damals durchzumachen hatte. Die dort gefaßte Resolution sei inhaltlich eine der schönsten und wertvollsten, die je beschlossen wurden, und das neugewählte Präsidium gebe die volle Gewähr, daß im alten Kurse fortgefahren werde, wenn auch die bewährten alten Kräfte nicht mehr seien. Man dürfe jetzt wieder mit Ruhe und Zuversicht der Zukunft entgegensehen, und der schwer errungene Friede werde ein dauernder sein, wenn man nach dem Grundsätze arbeite: Ueber allem das Vaterland. Ter Vorsitzende gab später noch aus eine Anfrage die Erklärung ab, daß oer bayrische Landesverband unter den neuen Verhältnissen mit den Zielen des Hauptvereins völlig einig fei und auch nach dieser Seite der Friede völlig gesichert sei. Nach kurzen Berichten über die Schüler- und Lehrerfahrten nach der Wasserkante hielt Generalleutnant z. D. Korwan einen Vortrag über: „Das Schreiben des Präsidiums vom 26. September und unsere weitere Tätigkeit." Aufgabe des Vereins müsse es sein, das Verständnis für Flotte und Marine im Volke zu heben, bis wir eine deutsche Flotte haben, die uns in Ruhe der Dinge harren läßt, die da kommen können. Ter Redner ging dann des näheren auf das Schreiben des Präsidiums ein und stellte fest, daß dieses hinter keiner Auslassung der früheren Leitung in Bezug auf die Ziele und Arbeiten zurüctbleibe. Tas Schreiben biete die Gewähr dafür,-daß der alte Kurs wcitergesteuert werde. Es werde nun Sache des Vereins sein, unter Ausschluß aller Parteistreitigkeiten für das große gemeinsame Ziel zu wirken, und besonders im Reichstag für eine kräftigere Flottenpolitik einzutreten. (Lebhafter Beifall.) Die Versammlung nahm im Anschluß daran einstimmig folgende Resolution an: „Der hessische Landesverband des deutsthen Flottenvercins stimmt in seiner am 6. Dezember in Darmstadt abgehaltenen Hauptversammlung der in Danzig gefaßten Resolution zu. Er nimmt Kenntnis von dem Präsidialrundschreiben vom 26. September d. I., erklärt sein volles Einverständnis mit den darin entwiaelten Ansichten und beschließt, in ihrem Sinne zu wirken." Bei der darauf erfolgten Neuwahl des Lanüesausschusses wird Dr. W. Merck als erster Vorsitzender einstimmig wiedergewählt. Zum zweiten Vorsitzenden wird, da Herr Oberst Becker seine Wiederwahl ableyut, Generalleutnant Korwan gewählt. Für den Landesausschuß erfolgt im allgemeinen Wiederwahl. An Stelle des ablehnenden Kreisrats Schliep- hake wurde der Fürst zu Erbach-Schönberg und für Kommerzienrat Aveuarius-Bingen Ingenieur Hoburg-Bingen als Vertreter von Darmstadt Geheimccat Freiherr v. Biege- leben gewählt. — Der Sitzung folgte ein gemeinsames Mittagessen. Proviuzial-Ausschrrß oer Provinz Lberheffen. L. Gießen, 5. Tez. Der erste Gegenstand der Sagcsuixntung: Beschwerde dcS Rechtsanwalts Raav in Güßen gegen b.c Veranlagung des Loni)' scheu Hauses in der Bahnhofstraße zur Kanalsteuer wurde ausge- - fetzt. 2er zweiten Sache: Rekurs des Johann Sann zu Bu r g - G e m ü ude u gegen einen Polizech.i hl cz-roßh. m sanus Msseld liegt folgender Sachverhalt -ugruudc: Samt hat, ohne die baupolizeiliche Genehmigung cinzuholen, einen Anbau an sein Wohnhaus errichtet, der unten _als Stall benutzt wird. Im zweiten Stock befindet sich ein Schlafzimmer und im Dachsttrck wird Heu, Stroh usw. für eine Kuh und eine Ziege aufbewahrt. Tas Kreisamt veranlaßte Sann zur nachträglichen Einreichung eines Saugcfutf^, erteilte auch nachträgliche Genehmigung, legte ihm in dem Vaubcscheid jedoch Cie Bedingung auf, daß in dem Anbau Heu, Stroh usw. in größeren Mengen nicht gelagert werden Dürften. Sann widersprach der Bedingung nicht, bei einer Revision sand sick aber, daß der Dachstock weiter als Heu- und Strohboden benutzt wurde. Darauf wurde Sann zur Räumung aufge» fordert und zwar schließlich mit Polizeibeseyl, gegen den er Rekurs erhob. Da sich in der heutigen Verhandlung Zweifel bariiber ergaben, ob Heu, Stroh usw. .in größeren Mengen gelagert werde, wurde die Beschlußfassung ausgesetzt, um zunächst Ermittelungen in dieser Hinsicht zu veranlassen. Aus Statt und Land. Gießen, 7. Dezember 1908. ** Tageskalender für Montag, 7. Dez. Vortrag von Jens Lützen im kaufm. und im Ortsgewerbeverein: Korfu. 8* l/z Uhr int Neuen Saalbau. Hess. Vereinigung für Volkskunde. Vortrag von Pfarrer Mo ser aus Wohnbach: Sitten und Branche bei Taufen, Trauungen und Beerdigungen in der Grafschaft Stvlbera-Roßla. 81/* Uhr tnt Cafö GbeL • • * LandeSuniversitat. Folgender Anschlag ist heute am schwarzen Brett der Landes-Universität angeheftet worden: Die an die LanbeS-Unioersität gerichteten Schriftstücke, insbesondere die Eingaben enthalten fast durchweg eine tm Verhältnis zum Ganzen überreiche Zahl von Ergebenheitsbeteuerungen. Aus Gründen der Deutlichkeit und auch deS guten Geschmacks empfiehlt eS sich, auf diese Art von Redeschmuck zu verzichten. Er ist zudem zwecklos, da selbstverständlich alle Entscheidungen nur auf Grund sachlicher Erwägungen getroffen werden. Gießen, 7. Dezember 1908. Bartholomae, Rektor der LandeS-Universität. Juristische FakultätsPrüfung. Der in der vergangenen Woche beendigten juristischen FakultätSprüfung unterzogen sich 25 Kandidaten. 3 Kandidaten bestanden die schriftliche Prüfung nicht. Von den übrigen Kandidaten erhielten nach Abschluß der mündlichen Prüfung 2 die Note »gut*, 8 die Note ,im ganzen gut*, 7 die Note .genügend', 5 die Note „ungenügend". * * Stadttheater. Zu der Premiäre von FellingerS „Pfarrerin* am Dienstag sei noch das Resuinö einer weiteren Darmstädter Besprechung hier angeführt; eS lautet: .Das Stück zeichnet sich durch hohen sittlichen Ernst, Tiefe der psychologischen Behandlung des Problems und sichere Technik im dramatischen Aufbau und der Zeichnung der Hauptcharaktere aus. Die Aufführung machte einen tiefen Eindruck und erzielte einen starken Erfolg.« Auf verschiedene Anfragen wegen Ki n d e rv o r fiel l u n g en sei mitgeteilt, daß das Kindermärchen .Goldhärchen« in Vorbereitung steht. Auch die „Puppenfee«, die zunächst in einer Abendvor- stellung vorgeführt wird, wird einige Male nachmittags für die Kleinen gegeben werden. Die Tage der Aufführungen werden in den nächsten Tagen veröffentlicht. " Hessische Vereinigung für Volkskunde. Es sei nochmals auf den heute abend im unteren Saale des Cafß Ebel stattsindenden ersten Vortragsabend in diesem Winter hingewiesen (Beginn 8% Uhr). Pfarrer Maser, Wohnbach (Wetterau), wird über Sitten und Bräuche bei Taufen, Trauungen und Beerdigungen in der Grafschaft Stolberg-Roßla (nicht Selketal, wie es im Programm am vorigen Montag hieß) sprechen. • * Naturwissenschaftliche Vorträge. Der Vortrag des Herrn Prof. Koffel findet nicht, wie am SamStag mitgeteilt wurde, am 12., sondern am 10. Dezember (Donnerstag) 8V2 Uhr, in der alten Aula der Universität statt. Wir machen darauf aufmerksam, daß er durch zahl- reiche Lichtbilder illustriert werden wird. • * Vorträge über Armenpflege. Dem ersten für unsere Gemeinde - Frauenvereine gehaltenen Vortrag von Pfarrer D. Schlosser wird nächsten Mittwoch Abend der zweite folgen, der nun die Praxis der Armenpflege behandeln soll. Bei dem neuen Eifer, der in unserer Frauenwelt erwacht ist, ihre Kräfte und die ihnen eigentümlichen Gaben in den Dienst der Gemeinde und ihrer Aufgaben zu stellen, ist eine solche aus der Erfahrnng der Arbeit geschöpfte Anleitung ein lebhaft empfundenes Bedürfnis. Es wird darum angesichts der drängenden Arbeiten der Adventszeit auch an dieser Stelle auf diesen Vortrag, über den das Nähere au§ dem Inserat zu ersehen ist, ausnlerksam gemacht. * • Kupferner Sonntag. Der gestrige Sonntag, der in der Geschäftswelt der kupferne Sonntag genannt wird, hatte, begünstigt vom guten Wetter, eine förmliche Lawine von Menschen in die Hauptverkehrsstraßen der Stadt gelockt. In der Bahnhofstraße, in der Neustadt, der Marktslraße, Marktplatz und der Mäusburg, sowie am SelterSweg waren die Schaufenster in den Nachmittagsstunden von Menschen belagert, die die Herrlichkeiten betrachteten, die die Geschäftsleute als geeignete Weihnachtsgeschenke für Groß und Klein ausgestellt hatten. In den Geschäften, in denen die Landbevölkerung zu kaufen pflegt, war auch schon Kundschaft ein- gekehrt, aber auch dort wurde über nicht befriedigende Um- mtze geklagt. Am SelterSweg, in den Läden, in denen mehr die städtische Kundschaft verkehrt, war von einem lebhaften Handel nichts zu spüren. ES hat dies feinen Grund barm, daß die Gießener Kundschaft ihre Einkäufe lieber an Wochen- tagen macht. Jedenfalls steht zu hoffen, daß die Wochen, die uns von dem Weihnachtsfeste trennen, unserer Geschäftswelt noch lohnende Umsätze bringen werden. ** Ein Kesseltransport mit Hindernissen bewegt ich seit Samstag morgen durch die Stadt. Es ist der große Kessel der Brauerei Friedel & As Prion, der von 12 Pferden von der Brauerei zur Bahn gebracht werden soll. Der Transport nahm seinen Weg durch den unteren SelterSweg und den Neuenweg unb mußte schon hier mehrfach halten da der ungefüge Zug stecken blieb. Am ehemals Neatzschen Besitztum erreichte die Fahrt ihr vorläufiges Ende. Ein Kanalbeckcl wurde eingefahren und der Transport blieb endgültig stecken. Wann er weitergebracht werden kann weip man noch nicht. * " 0b|tbauüatinif. Herr Leidich, Langsdorf, bittet ilnS uni Aufnahme nachstehender Notiz: Wie wir hören, z-r- fulietcii soeben wieder bei unseren Bürgermeistereien die Frage- lacten oes Obstbautechnikers Herrn Wiesner, welcher m»t der Obsternte 1908 die zehnjährigen Versteigerungserlöse feststellen will. Die mühevolle Arbeit wirb jebensalls sehr lehrreiche Ertragsziffern bringen. Ist boch schon bie Zusammenstellung Der sechchährigen Ergebniffe bis 1905 nach dem Urteile eines hochangeschenen Fachmannes in Württemberg eine einzigartige Arbeit, wie sie noch in keinem anderen bestimmten Bezirke deS ganzen Reiches so genau wie hier gelöst worben ist. Aller Voraussetzung nach werben bie Gemeinden deS KreiieS Gießen — wie schon bis 1905 — mit ihren Erträgnissen an der Spitze bleiben. Hatten doch einzelne Gemeinden speziell im letzten Herbste trotz der verhältnismäßig niederen Preise, bei der Masse von Aepseln, die man erntete, selten hohe Einnahmen, ja oft mehr, als in den drei Jahren vorher zusammen. Einige Beispiele mögen dieses beweisen: ES erlösten: Bersrod tm vor. Herbst 1800 Mk., von 1905-1908 = 1078 Mk. Annerod , , , 1548 , „ 1905 — 1908 == 1516 , Rödgen , , , 860 , , 1905—1908 = 850 , Gießen Stadt „ , . 2238 , , 1905—1908 — 2197 , Großen-Buseck, , , 2165 „ „ 1905—1908 — 1832 , Hoffentlich erhält Herr Wiesener bie Antworten recht „fließend« von unseren Bürgermeistereien, damit wir recht bald von der zehnjährigen Gemeindeobst-EctragSstatistlk der Provinz Oberheffen Kenntnis erhalten. -f- Weickartshain, 6. Dez. Der Schneidermeister Heinr. Hock wurde im Steinbruch von einer herabrollenden Steinmaffe getroffen, so daß er einen doppelten Beinbruch und auch sonstige schwere Verletzungen erhielt, die seine sofortige Ueberführung tu die Klinik benötigten. R. Ober-Ohmen, 7. Tez. Seit einigen Tagen ist der hiesige 2. Lehrer spurlos verschwunden. Ueber die Ursache sind verschiedene Gerüchte im Umlauf. Dieser Tage war der Großh. Staatsanwalt aus Gießen hier und nahm Vernehmungen vor. Der Aufenthalt des Verschwundenen ist unbekannt. =- Bad Nauh eim, 6. Dez. Laut Abkommen bet Großh. Kurverwaltung mit Hans Winberstein-Leipzig beginnt die Kurmusik im nächsten Jahre bereits am 15. April unb endet am 15. Oktober. X Freienseen, 6. Dez. Das 7jährige Töchterchen deS Bergwerksarbeiters Schmidt wollte kurz vor dem Schlafengehen noch eine Tasse Kaffee trinken. Sie entnahm diese einem im Ofen stehenden Kaffeetopfe, wobei er ihr entglitt und der kochende Inhalt über die bloßen Füße sich ergoß. Das Kind erlitt schwere Brandivunden und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. O La ubach, 6. Dez. Der Stadtvorstanb bewilligte für den 74jährigeu Schäfer Spuck eine jährliche Pension von 130 Mk. Eine ähnliche Summe wird ihm von der Gräflichen Generalkasse, da er die ersten 36 Jahre in gräflichen Diensten stand, noch zu Teil werden. Am 1. April 1909 tritt er nach 56jährigen Diensten in Ruhe. Bensheim, 4. Dezbr. An der gestrigen Stadt- v er o r d ne te nw a h l beteiligten sich von 1300 Wahlberechtigten 910. Gewählt wurden die Kandidaten des Zentrums, Dr. Wiegand, F. Jost, F. Seib, Auler, G. Jost unb Mohr, auf die 362 bis 573 Stimmen entfielen. Wo rms, 6. Tetz. Das Regiment Prinz Karl Nr. 118 beabsichtigt, bie noch lebenden Veteranen, bie am 9. Dezember 1870 unter der Führung des Hauptmanns Kattrein der Erstürmung des Schlosses Cham bord Anteil genommen unb so zum Ruhme des Regiments beigetragen haben, wieder zu vereinigen und ihnen Gelegenbeit geben, nach 38 Jahren ein Wiedersehen in der jetzigen Garnison Worms zu feiern. Tas Regiment hat daher alle Veteranen auf nächsten Mittwoch, den 38. Jahrestag der Wiederkehr des ruhmvollen Gedanklages, zu einem Regime n t a p p e l l aus mittags 12 Uhr auf dem Hofe der Jnfanterio- kaserne eingeladen. Hieran schließt sich eine Begrüßung des Regiments, sowie ein vom Regiment veranstaltetes Mittagsessen, »u dem die Teilnehmer als Gaste eingeladen sind. Nachmittags wird wahrscheinlich der Gvoßherzog die Veteranen begrüßen, worauf noch eine Unterhaltung durch Aufführungen stattsindet. w. F r a n k s u r t a. M., 5. Dez. Heute tagte hier Der Deutsche Luftschiffertag. Dr. Stade-Berlin erstattete den Jahresbericht, wonach der Verband von 12 auf 23 Vereine unb von 4500 auf 7000 Mitglieder gestiegen ist. Oberleutnant a. D. Mödebeck- Berlin berichtete über die Fortschritte seiner Bemühungen bett. Anfertigung von Luftschisfkarttn. Tie Vorstandswahl ergab: erster Vorsitzender Geheimrat Busley-B^rlin, 2. Vorsitzender Generalmajor Neureuther, Schriftsuhr er Dr. Sbade: Beisitzer Lberst- leutnant a. D. Mödebeck, Dr. Banner-Essen, Baumeister Hach- stetter-Wür-burg, Dr. Weißwange-Dresden, Geheimrat Hergeiell- Sttaßburg, Werftbesitzer Oertz-Hamburg, Studiendirektor Ectert- Köln, Professor Dr. Abegg-Breslau und Oberbürgermeister Küh. nach-GraudenK. Zum Synditus wird Rechtsanwalt Esehenbach wiedergewählp Ein Tag für die Wettfahrten im Jahre 1909 wird noch nickst festgelegt. Geheimrat H e r g e f e 11 warnt bei diesem Punkt der spvrclichen Wert der Kugelballonfahrten $u überschätzen. Die letzten Veranstaltungen in Berlin mit ihren Unglücksfallen hätten der Lustschifsahrt außerordentlich geschadet. Man solle auch die Flugtechnik und die Meterlustschiffahrten mehr pflegen. Im nächsten Jahre wollen Berlin und Köln große internationale Wettfliegen veranstalten. Eine Reihe interner Wettflicgen werden angemeldet, -nm Beispiel von Frankfurt a. M. Für die Teilnahme am Gordon-Bennel>Wettfliegen im Jahre 1909 werden Ballons vom Berliner, vom Niederrhcinischen, vom sächsischen und vom Kölner Verein gemeldet. Von diesen iuerben drei ausgewählt. Heute abend sand im g-rau Harter Hof ein Festbankett statt, an dem die Spitzen der vstaats--, der stadttschen und der Militärbehörden teilnahmen. ** Kleine Mitten n g c n ans Hessen und den Nachbarstaaten. Das Amt des Rechners für Belters- hain, bas 60 Jahre lang Rechner Christian Schäfer von Grünberg bekleidete, ist dem seitherigen Beigeordneten Röhng übertragen worden. — Der bei seinem Sohn in Nisterberg bei Betztwrf zum Besuch weilende 82 Jahre alte Förster a. D. Herders, wollte ein Wiesel schießen. Er rutschte aus, wobei sich die Waffe entlud unb den Greis t ö b e t e. — Frau Baronin Mathilde von Heyl, geb. Prinscssin zu Isenburg-Büdingen, ist von einem Töchterchen entbunden worden. — Die Errick)tung eines selbständigen Gewcrbcgerichts wurde in Gonsenheim be- schlossen. Diedenhofen,5. Dez. In der PrivatNage des Pfarrer- Thrlmont gegen den Bischof Benzler in Di e tz unb Pfarrer und Redakteur Heymes in Walicheid, und Redakteur Paquin, früher in Metz, jetzt in Berlin, wegen Beleidigung durch die Presse, wurde heute abend nach zehneinhalbslünoiger Verhandlung Pfarrer Heymes freigesprochen, weil er preß- gesetzlich nicht verantwortlich ist: die entfallenden Kosten gehen auf Lasten des Klägers. Bischof Benzler wurde auf Grund tx5 § 185 des Strafgesetzbuches zu 20 Mark Geldstrafe und den Kosten verurteilt. Die Platten und die vorhandenen Exemplare der „Revue Eclesiastique" sind zu vernichten. DaS Urteil gegen Redakteur Paquin wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Vermischtes. he. Desinfektion oo .. u> e r n unb Papiergeld. In der „Umichau" lesen rjir: Nicht nur das Wasser und die Lust Uno lieber träger der trant'heitserregenden Mikrvorgaiusmcn, fafr- bcnt auch gebrauche Bücher und Pavierqeld. Zur Vernichtung dieser Keime in Büchern und am Papiergeld bat man schon mancherlei Versuche angcfbeftt. Sic scheiterten aber saft durchweg an der Kostspieligkeit und den nachteiligen Einwirkungen der (Thnpfe auf das Papier. Nun bat JBrof. Dr. F-. Berlior ein neues Eimvirkmws-rcrfahren ausfindig gemacht, dem diese Pebler nickt anhafien sotten, das aber dennoch sicher wirkt und leicht verwendbar ist. Er hat einen bereits vom französischen Gesundh Isral gutgeheiRcncn Apparat zusammengestellt, in dem eine aus FvrnmlLe^d und Aechhsa^cb'd best"b'nde Flüssigkeit, Aldeol genannt, verdampft wird. In diesen Kasten, der je nach Ledarf verschieden grob sein must, werden die Bücher etwa Mei Stunden einer Temperatur von 90—95 Gr. C. ausgesetzt. Die Nersnclie finh an Bäckern verschiedenster Ticke, bis zu 3000 Seiten, angcstellt worden. Sie ergaben sämtlich, wie aus einem der franröü'H'n Aead-mie d? Med-ecinc erstatteten Gutachten her- vorgeht, daß die Bücher völlig Feimfrei wurden. Erfüllt dieser Apparat tat'ächlich bic ihm zugesprochene Aufgabe in so vorteil- baftcr Weise, so wäre die Anschaffung desselben für umfangreiche Leihbibliollftken, Lesehallen u. dgl. empfehlenswert. Ruck die Desi'nseklion der Kassenscheine, die noch mehr gefährliche Keime enthalten, als Bücher. n>lre angebracht. Kleine TagcSchronik. Die Prämie von 300 000 Tlarf der Preustischen Klass enlotterie fiel auf die mit 1000 Mark gezogene Nummer 63 379. Kaiser Franz Joseph hat für die Hinterbliebenen der Radbodkalastrophe 5000 Mark gespendet. In Palmira bei Potenza begruben herab st ürzende Erdmassen 9 Frauen, die an einem Bach ihre Wasche wuschen. 7 wurden als Leichen, 2 sterbend aus dem Geröll hervorgezogen. Die deutsch-reformierte Kirche in Newhork begann die auf mehrere Tage berechnete Feier ihres 1 5 0 j ä h r. Bestehens mit der Einweihung einer vom Kaiser gestifteten n e u e n G l o ck e, die von dem Generalkonsul Dünz übergeben wurde. ßattfccL — Friedr. Krupp-Aktiengesellschaft in Essen. Der Abschluß für 1907/08 ergab nach Abzug der Abschreibungen, /die sich für die Liegenschaften auf 16 528 648 Mk. (i. V. 16 601 221 Mark) stellen, einen Betriebsuberschuß der sämtlichen Werke der Firma von 28 372 678 Mk. t34 302 342 Mk.), wozu noch 2 144 608 Mark (2 288 222 Mk.) verschiedene Einnahmen und 100 882 Mk. «208 829 Mk.) Vortrag (i. V. auch noch 557 512 Mk. Zinsüber- schuß) kamen. Andererseits erforderten Steuern einschließlich 400000 Mk. (1600 000 Mk.), Aktienstempel 3 368 052 Mk. (4 137 578 Mk.), Ausgaben für die gesetzliche Arbeiterversicherung 3 566 305 Ml. '3 391042 Mk.), Wohlfahrtsausgaben aller Art 5 032 099 Mk. (4 775 190 Mk.), und Zinsen für Anleihen, Kapitalanlagen usw. abzüglich der Zinseinnahmen 62 660 Mk., zusammen 12 029 116 Mk. (i. V. 12 308 810 Mk.). Als Reingewinn verbleiben somit 18 589 052 Mk. (25053 095 Mk.). Hiernach ist also auch bei diesem größten Unternehmen der deutschen Eisenindustrie infolge des allgemeinen Konjunkturrückganges der Betriebsgewinn um rund 5 230 000 Mk. und der Reingewinn um rund 6 461 000 Mk. hinter dem vorjährigen zurückgeblieben. Die Dividende ermäßigt sich infolgedessen von 10 Prozent auf 8 Proz. und erfordert bei 180 Mill. Mk. Aktienkapital 14 400 000 Mk. (18 000 000 Mk.).____________________________________________ Märkte. fc. Frankfurt a. M., 7. Tez. (Orig.-Telegr. de§ „Gieß' 2lnz/) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise- Weizen Mk. 20 00-20.50, Kurhessischer Mk. 20.25—20.50, La Plata Mk. *3.50—24.75, KansaS Mk. 23.00—33.50, Roggen (hiesiger) Mk. 17.50—18.00 Gerste (Metteraner) Mk. 20.50—21.75, Traufen- selber Mk. 20.75—21.75, Hafer 16.00—17,50, Mais Mk. 17.50—18.00. Weizenmehl Pik. 31.50—32.00, 00—00, 2. Qualität Pik. 30.50 bis Mk. 31.00, 3. Qualität Mk. 29.00—30 25, Roggeumebl o Mk. 27.75—28.00,1.Qualität Mk. 26 75—27.00, Deizenkleie Mk. 10.50 bis Mk. 10.75, Roggenkleie Mk. 11.00—11.25. Maiskeime Mk. 13.00 bis Mk. 13.25, Frauken, Plälzer, Ried Tlt. 00.00-00.00, Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 7. Dez fTetegr. Orig. - Bericht des w®ie6. Anz.".) Amtliche Notierungen der beutiaen ViehMarktpreise. Zum Verkaufe standen: 384 Ochsen, 108 aus Qesierreich 54 Bullen, 0 a»S Qesierreich, 935 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 355 Kälber, 480 Schafe und Hämmel, 18b5 Schweine, 00 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 Sfba’lainmcr. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Qchsen: 1. Qualität 79—81 Pik., 2. Qualität 70—73 Mk., 3. Qualität 60—63 Mk.: Bullen: 1. Qual. 65-67, 2. Qual. 60-62 : Kühe 1. Qualität 68-70 Pik., 2. Qual. 60—62 Pik., 3. Qual. 48—50 Pik., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht : Kälber 1. Qualität 90 bis 92 Pfg., Lebendgewicht 53—55 Pfg., 2. Qualität 68—75 Pfg., Lebendgewicht 40 45 Pfg., Schlachtgew 50—54 Pfg.: Schafe: 1. QnaL Scklachtgew. 70 bis 00 Pfg., 2. Qual. 50—54 Pfg. Schweine: 1. Qual. 70—71 Pf., Lebendgewicht 55—55,5 Pf., 2. Quak 68—69 Pf., Lebendgewicht 54,5-00,0 Pfg., 3. Qu al. 63—65 Pfg., Lebendgewicht 00 — 00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gedrückt, lleberftanb unbebeutenb. Spielplan der vereinigten granffurter Stadttheater. Gvernhaur. Montag ben 7 Tez.: .Der fliegende Holländer.' Dienstag den 8. Tez.: »Der Evangelimaim." Einfang jedesmal abends 7 Uhr. Schauspielhaus. Montag den 7. Tez.: „Ein Sommernachtstraiim.* Dienstag den 8. Tez.: .Iohannisfeuer." Einfang jedesmal abends 7 Uhr. 'YoranSstchtliche T)itterung für Hessen am Dienstag den 8. Dezember: Wechselnde Bewölkung. Geringer Schnee. Etwas kälter. Westliche Winde. Grigittal-Orahtmeldungert. Paris, 7. Dez. Der Londoner Korrespondent des „Matin" behauptet in einem Telegramm, daß zwischen Italien und Rußland etwas mehr bestehe als ein mündliches Abkommen über den Balkan. Beide Machte hätten einen gegenseitigen Unterstützungsvertrag vereinbart. Pa r i S, 7. Dez. Aus Rom melbet der Malin: SRadjbem §ie Minister dem König Bericht erstattet hatten, wurde ein Ministerrat abgebalten, um im Hinblick auf die nächste Kammer- Debatte die politische Lage zu erörtern. Eine Umbildung des Kabinetts wurde als nicht zeitgemäß verworfen. Es wurde beschlossen, die künftigen Beziehungen zlvischen Oesterreich und Italien noch genauer zu präzisieren. Wenn die Wahlen nicht bevorständen, so "batte Tittoni demissioniert. Seine Anwesenheit im Kabinett als Vertreter der Konservativen wurde jedoch als Notwendigkeit erkannt. Tittoni wird wahrscheinlich für einige Tage einen Urlaub antreten und ihn in einem abgelegenen Ort an der Küste verbringen. Paris, 7. Dez. Echo de Paris meldet aus Mailand: Tas Abkommen zwischen Italien und der Türkei betreffe die Organisation von Komitees in den Hauptstädten beider Länder zur besseren Absetzung der heimischen Produkte. Zu diesem Zweck sotten Zen t r a an de l s-Aus sckü s se gebildet werden. Dieses Programm ist von Ln'.zati und anderen hervorragende» Staatsmännern gebilligt worden. London, 7. Dez. Der „Standard" verbreitet die ten* den'.iöse und wenig glaubwürdige Nachricht, daß der deutsche Kolonial-Sekretär Dernburg obne Vermittelung der englischen Negierung in Südafrika für eine Abt re- tungoerWalfisch-BaianDcutschland Vorschläge gemacht hat. Diese Vorschläge wurden dem Kabinettschef der Kap-Kolonie, Merrimaun, und dem General Botha unter- breitet Beide Minister wären indes der Ansicht gewesen, daß eine solche Frage nicht ohne Vermittelung Englands abgetan werden könne. Sie hätten deshalb direkte Verhandlungen abgelehnt In engliscken Kreisen sei man über das Vorgehen des deutschen Staatssekre'ärs Dernburg umsomehr erstaunt, als dieser auf seiner Hinreise mehrere Tage in London Aufenthalt genommen hätte. Als Gegenleistung habe Dernburg die Konzession einer Eisenbahn vorgeschlagen, durch die die Walfisch-Bai mit den übrigen englischen Eisenbahnen Südafrikas verbunden werden sott. T e-eiomsohe des Giesseuei Anzeigen«, nütae und IndnMr Frrnldnrier Börte 8^e/e Beicbsnnleihe . . 94 -0 3% do. . . 851 31i°/e Konsole . , , . 9» 50 3% do.....85.0 Horeen ..... 93.00 3j4°/„ Oberbessen . . . 92.00 -1 % Oesterr Goldrente. 98 00 4‘/6?ö Oesterr. silberreute 98 2ä 4 96 Unsrar Goldrente . . 92.35 4% Italien. Heute . . . 104.10 396 Portngiesen Serie I 58 40 396 Portugiesen „ J IT — .— 4H°/» rues.Staatsnnl. 1 i>0.'> 97 15 4>6°/0 >apan. Staatsanleihe 92.40 196 Conv. Türken vou 1903 92.85 Türken'ose......141 20 196 Griech. Monopol-Anl. . 49 00 4 96 äussere Argentinier . 85.55 ö°/e Mexikaner . . . 63. 0 4 >4% Chinesen .... 97.55 Aktien: Bochum Guss.....218 40 Buderus E. W.....112.00 Tendenz ■ ruhig. Berliner Börse, 7. Can ad a E. B. . ... —.— Darmstädter Bank . . . 12ti.6O Deutsche Bank .... 238.90 Dortmunder-Union C. . . —. - Dresdner Bank . . . 146 60 Tendenz • ruhig, abwartend. Kursberichte teilr von der Hank für Handel ie. Gieseen. , 7. Dezember. 1.15 Uhr. IJektnz. Lahmeyer . 117.00 Elektriz. Schachert . . 118.05 I'flcbweiler Bergwerk . 188 00 Gelsenkirchen Bergwerk 188 00 Hnmbnre- Amerik Pakett 110 50 Harpener Bergwerk. . 192.75 Lnnrabiltte . ... 194 50 >ordd Lloyd . ... 88.50 Obencbles. Eisen-Industrie 90.90 Berliner Handelst* m. . . 168 00 DarmstRdter Bank . . . 128 20 Deutsche Bank . . . 239.10 Deutsch-Asiat. Bank . 135 00 Diskonto-Kominandit. . . 178.70 Dresdner Bank .... 147.00 Kreditaktien ... . 194.75 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn .....10810 Gotthard bahn.....—.— Lombard. Eisenbahn . . 19.10 Oesterr. Staatsbuhn . . . 143 40 l'rince-Henri-Eisenbahu . 123.00 •ezember. Anfancskurae. Harpener Bergwerk. . . —.— Laurabütte .....—.— l ombarden E. B. ... 19 00 Nordd. Lloyd.....88.50 Türkenlose ...... — Pina cttzirS/tr'iA H AiittfriHi bedenkt stets, daß es billiger eine sparsame nausirau ifL einc nute, roenn Qud) scheinend teure Seife zu ihrer Familie täglichen Toilette zu verwenden. Das Beste ist immer bas Biüigste: außerdem ist die Mn rrh o linsei fc sehr ausgiebig im Verbrauch und entspricht somit auch in diesem Punkte allen Anforderungen sparsamer Leute. Die stets treubleibenbc Kundschaft spricht für ihre vorzüglichen Eigenschaften, sodaß sie in keinem Haushalt fehlen darf. Amtlicher Teil. Betr.: 7.W B5/u $ sss" bei ■ BiSügster Städtischen Hospital abzugeben. Gießen, den 2. Dezember 1908. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Keller. verlegt. Friedberg, den 4. Dezember 1908. Der Gwßherzoglickc Fcldbcrcinigungskommissär: Schnittsvahn, Kreisamtmann. 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Der Voranschlag der Gemeinde ö r i) g e 5 für das Rechnungsjahr 1909 liegt vom 9. Dezember d. Mls. an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. 6964 Röthges, den 5. Dezember 1908. Großh. Bürgermeisterei Röthges. M e ck e l. Kekannlmachung. : r . < Lollar. Heiserkeit Husten, Verschleimung rc. orobieren Sie bitte meine Halz- exfraktbonbons nut flüssiger 1 Füllung — Schachtel 30 Psg. Germnnia-Orogcrie [61* | Carl Seibel, Frankfurter Str. 39 Mittwoch, den v.Dezcmberd.J. uachmittagS 2 Ubr, werden im Bieker'schen Saale iNcuftadt 55) versteigert: >6967 Sofas, Kommoden, Kleider- schränke, Tische, 1 vollst. 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Shakespeare, 4 Bände. . 6.— M. riech, 2 Bände.......4.50 M. Uhland, 2 Bande......3.50 M. <- M. 2- M. 1.75 M. 3.50 M. 2.50 M. 6.- M. 14.- M. Millionen Kuchen werden alljährlich zu Weihnachten mit den beiden Margarinemarken „Siegerin und „Mohra“ gebacken. Backen Sie gleichfalls damit u. Sie erhalten einen biligen, feinschmeckenden, butterduft en- ■ ■■■■• den Festkuchen. ■■■■■• Alleinige Fabrikanten: D’/^ A. L. Mohr, Act.-Ges., Altona• Bahrenfeld. Aliceschule Gießen ®e;i eralversammlunr SamStag, den 12. Dezember L I. nachm. 3*/; Ubr im Schukhame. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahre» 2. Prüfung der Rechnung für 1907. 3. Wahlen zum Vorstand. v»/n 4. Verschiedenes. __Der Vorstand Bürgewerein Gießen. Donnerstag, den 10. Dezember, abends 8% Uhr ür Steins Garten Allgrm ine gürgetnetfammlnng. Vortrag über: Stadterweiterung im Sinne der Gartenstadtbewegung, unter besonderer Berücksichtigung der hiesigen Verhältnisse (mit Lichtbildern). Referent: Herr Prof. HanS Kampffmcyer aus Karlsruhe in Baden. Anschließende Diskussion. Wir laden unsere Mitglieder, sowie die gesamte Bürgerschaft zu dieser Versammlung freundlichst ein. Auch Damen ivillkouiinen,__________________________Ter Vorstand. Butzbach - Licher - Eisenbahn. In dec Zeil vom 10. bis einschl. 24. Dezember 1908 verkehren folgende Sonderzüge welche auf allen Stationen halten: Sonderzug II Lich ab l16, Butzbach an 209 „ I Butzbach ab 250, Lich an 400 „ IV Lich ab 415, Butzbach an 5U Näheres auf den Stationen. Bahnvcnvaltung DT/u Alpers. Giessen (Landmannstr. 4), den 7. Dezember 1908. la */tt [65GG ist eine 16972 Tagespreise empfiehlt 15776 Beste Empfehlungen. Feinen Zucker stets zu Haven in der 16804 Handeln «376 Wert ca. M. 1500 tScns-ttatall Credit Gegen kaufen gesucht ;ebr. gurerbalt. z Schristl. Ungeb. In tiefer Trauer: Familie K. Hüller. sür Geflügel rc. empsiehll Zitronen S Fig. Frische Eier 9 Fig. Blütenmeiiibei 10Pid. 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