Ucbcrfüyrung ab» Tagen verpflichtet, keinen anderen Ausweg mehr sah. Trotzdem hatte jein Auftreten ganz das gewohnte Gepräge vornehmer Ruhe, als er jetzt nach dem Chef der Kriminal» Polizei fragte und dann bei desjen Abwesenheit den Souschef um eine Unterredung und um sofortige Aufnahme eines Rapports ersuchte, in dem er seine dis zum Jahre 1894 zurückreichcnden Veruntreuungen eingestand. Er hat die, Wertpapiere der von ihm aeleiteten Seeländischen Baucrn- stands-spar lasse und des Lutterexportvereins verkauft und au sehlgeschlagenen Spekulationen in überseeischen.Papieren, hauptsächlich Goldminenaktien, verwandt. Alberti überreichte dem Souschef einen auf neun Millionen Kronen lautenden Depositenschein, ausgestellt von der Privatbank in Kopenhagen und versehen mir dem Namen'ihrer beiden Direktoren. „Dieses .Papier ist falsch," sagte er dabei, „ich habe es selbst mit den Namen der beiden Bankdirektoren versehen." Vor den .Polizeiinspektor geführt, verlor er seine Haltung und sank mehr und mehr zusammen. Nach vorgenommener Leibesvisitation erfolgte seine Ueberführ in eine Zelle, vor der eine besondere, sich regelmäßig lösende Wache postiert wurde. Er empfing hier nachmittags den Besuch seiner .Gattin, die gleich seinen übrigen Angehörigen von seiner Lage und seiner Absicht, sich der Polizei, zu stellen, feine Ahnung hatte. Alberti, 1851 geboren als' Sohn eines ObcrrechtsprvturcttorL und Abgeordneten, später selbst NechtSanwalt beim höchsten.Gericht und 1892 Mitglied oes Reichstages, war von seiner ersten Frau geschieden, seine zweite Gattin war vorher zweimal verheiratet. Die allgemeine Sympathie gilt seiner Schwester, einer ausgezeichneten, auf dem Gebiete der Frauenbewegung rühmlicyst tätigen Dame. Ausland. Die Unruhen in Persien haben das türkische Frauenkomitee in Konstantinopel veranlaßt, an alle euro-- päischen Herrscherinnen zu telegraphieren und sie anzu- flehen, sie möchten gegen das Morden des Schah von Persiew Einspruch erheben. Inzwischen wird auch einem Londoner Blatte aus Teheran telegraphiert, daß dem Schah eine gleichlautende britische und russische Note überreicht worden sei, die ihn auf die Ruhestörungen tu den Provinzen und namentlich auf die dem Leben und Eigentum der Ausländer in Täbris drohende Gefahr aufmerksam macht. Tie Note empfiehlt dringend, daß der Schah die von ihm versprochene Kundgebung über die Wahlen sobald wie möglich erlassen solle, um das Volk darüber zu beruhigen, daß er sein Versprechen, die Verfassung zu wahren, auch halten wolle, und daß er das neue Parlament Mitte November einberufen solle. Arbeiterdemonstration. In Newyork hat an-» läßlich des Labor Tay der arößte Demonstrations-Umzug von. Arbeitern stattgestlnden, dessen man sich erinnert. Nicht weniger als 40000 Arbeiter, die 46 verschiedenen Or- aanisationen angehörten, zogen in 8 Abteilungen an einer Tribüne vorüber, auf der neben anderen Arbeiterführern auch das englische Parlamentsmitglied Keir Hardie Platz genommen hatte. Ein anderer englischer Sozialistenführer,' James Craig, ein hervorragendes Mitglied des Caledonian- Klub, wurde während der Veranstaltungen vom Schlage gerührt und starb sofort. Deutsches Aeteh. R e i ch s s ä ck e l u n d Z e p p e l i n s p e n d e. Tie „Nordd. Mlg. Ztg." schreibt: Unter der Ueberjchrift „Die Zeppelinspende versteuert schreibt das „Berl. Tagebl." am 1. Sept.: Auf der Suche nach neuen Steuerquellen ist dem ©teuer» fisruS ein unverhofft großes .Heil widerfahren. Tie von dem deutschen Volke durch freiwillige Beiträge ausgebrachte Millionensvende für den Grafen Zeppelin erscheint den zuständigen Behörden als ein sehr willkommenes Objekt, um es zu Gunsten des leeren Reichssäckels zur Ader zu lassen. Diese Meldung ist unrichtig. Tie Absicht, die Zeppelinspende für die Reichssinanzen nutzbar zu machen, besteht nirgends. Schncking. Tie „Neue Hamb. Ztg." will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß die Verhandlung, gegen den Bürgermeister Schücking, die auf den 19. September in Schleswig angesetzt worden war, wieder ab gefetzt worden ist. Für die Reichstaascrfatz wähl in Memel- Hey d e k r n g stellten die Konservativen den Besitzer Sutt*' gereit-Paschioschen als Kandidaten auf. Aus Stadt und Land. Gießen, 10. Sept. 1908. Buchführung für Handwerker. Wenn der Handwerker im Sommer mit Arbeit überlastet ist, kann es ihm wohl niemand verdenken, wenn er fich wenig oder gar nicht um feine Buchführung kümmert. Trotz» dem ist eine geregelte Buchführung für einen geordneten Geschäftsbetrieb unerläßlich. Wohl jeder Handwerler ver-i ügt über sog. faule Kunden, die meistens in Güte ncht zur Zahlung zu bewegen sind. Geht er Nagend gegen ie vor und fehlt es ihm an sonstigen Betveiscn seine Forderung zu begründen, so wird ihm eine geordnete Buchführung aute Dienste leisten. Aber auch bei der Steuerveranlagung kommt dem Handwerker die Buchführung sehr zu statten. Wird er zu hoch eingeschätzt, so kann er gegen die Veranlagung nur dann mit Erfolg reklamieren, wenn er nachweisen kann, daß er wirklich ein niedrigeres Einkommen hat. Ist dies auf Grund der Buchführung des betr Handwerkers festzustellen, so erfolgt die Herabsetzung in die richtige Klasse; andernfalls aber wird er vielleicht jahrelang zu hoch eingeschätzt sein, ohne etwas daran ändern zu können. . man die vorstehenden Ausführungen vollständig, außer Betracht, so darf man nicht verfehlen sich darüber klar zu werden, daß es für jeden Hantüverker und Gewerbe- tretbenben unumgänglich notwendig ist, daß er sich im Laufg Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 10. September 1908 rrtcheim täglich, außer ’w^" ä Vezug-pretsr Sonntag». - Beilagen: W monatlich 7b Ps., viertel» 11 WtAMS 1I IHIC88 IC 1. ZI ll^tü 119^1 kvlrllchalllichrSettsragcn A ’kX tiä Sg ML TS »• Xflbr,^X gLr Ze'lenpretS:lokal.IbPs. Uernsprech - Anschlüße r ■ ▼ W audroärtfl 20 Pfennig. w» dir Redaktion 112. ®y Jby Verantwortlich MU General-Anzeiger für Oberhessen WM K Rofotionsörud nnö Verlag der BrfiblWn Unlv.-Vuch. nnö Steinbruderel. H. lang«. Rcöaftiott, Grpeöltfon und Druckerei: Schulftratze ?. 7 »iinciQcnic1i vCu« standsvermehrnng, deren Deutschland int lettzen Mensck^enalter sich erfreuen durfte, cs den Privatwirtschaften nwglich macht, die nötigen Opfer zu bringen. Dabei wird enti'pred?enb den Ergebnissen der nwbenten Fmanzwirtschast die Besteuerung in Formen durchzuführetl sein, die die Kvnsunrsbeuer des Cliarakiers einer Svndcrgcwcrbesteuer entkleiden. Sodann sind die Ansorde- rungenausgleiche ndersozialerGercchtigkeitkei- nen Augenblick aus dem Auge zu verlieren, sondern bei der Ausgestaltung der einzelnen Gesetze durch geringere Be- festung des Mnsums der Mtnderbemiltelten und durch höhere Besteuerung des kostspieligen Luxuskonsums zur Geltung zu bringen. Aus derselben Erwägung heraus erfdreint es ferner geboten, neben dem Verbrauch auch den Besitz in kntsprechcn- bem Umfang zur Deckung des Mehrbedarfs heranzuzieben. "Die historische Entwicklung führte wie in anderen Bundesstaaten, so auch in Deutschland eine Scheidung zwischen den Steuersystemen des Reid)cs, der Einzelstaaten und der Kommunen herbei, die in Friedenszeiten nicht willkürlich erschüttert iverbcn darf. Ta der Bedarf der Einzelstaawn und der Gemeinden gleichfalls in bejtanbigem Steigen begriffen ist, so verbietet e 5 sich, b i c direkte Einkommen- und Vermögensbesteuerung ihren bisherigen Nutznießern zu entzieheii. Ihre finanzielle Selbstständigkeit würde sonst den schwersten Gefahren ausgesetzt und damit die finanzielle Gesamtlage Deutschlands nicht verbessert, sondern mir verschoben werden. Uebcr die Lohe der Belastung durch Einkommen- und Vermögenssteuern sind umfangreidx Erhebungen, vorgenommen worden. DaS gesammelte Material, dessen Veröffentlichung die statistischen Stellen vorbereiten, wird unwiderleglich bartun, daß bei Berücksichtigung von kommunalen und firdjlidjcn Abgaben bereits jetzt in zahlreichen Gemeinden die direkte Steuern eine Höhe erreichen, die eine weitere Belastung durch Einkommen- und Vermögenssteuern für Zwecke des Reiches unmöglich machen. Aus denselben Gründen, die gegen eine allgemeine Reichseinkommensteuer sprechen, verbietet sid> auch die Heranziehung des Einkommens oder Vermögens in besonderen Erscheinungsformen. Der notwendige Ausgleich zwischen Verbrauchs- und Befitzesbelastung kann nur in dem weiteren Ausbau der Institution der Nachlaßbestcuerung gefunden werden, welche bereits das Finanzgcsetz von 1906 für das Reich zu entwickeln begonnen bat. Außerdem gibt es auch bisher schon eine Form, in welcher das Reich durck) Vermittelung der Einzelstaaten aus den direkten Steuern Vorteil gezogen hat: Die Matrikularbeiträge, die von den Bundesstaaten im wesentlichen durch direkte Steuern aufgebracht werden müssen. Eine Steigerung derselben ist nur in Grenzen möglich, welckie gleichzeitig der Finanzgebarung der Bundesstaaten genügend freien Spielraum lassen und vermeiden, daß durch eine sprunghafte Steigerung der direkten Steuern die notwendige Kapitalbildung eingeschränkt und der Sparsinn erschüttert wird. Schließlid) gibt 5 einzelne charakteristische Erscheuiungen des modernen Aufwandes, die eine Steuerbelastung vertragen können, ohne daß damit nach dem Urteil der berufensten Sachkenner eine Gefahr für Handel und Wandel verbunden ist. Das gilt natürlid) nickst von Umsatz- oder eigentlichen Verkehrssteuern, die in dem gegenwärtigen Zeitpunkt den glatten Lauf der vollÄvirtschaftlichen Maschinerie hemmen und beeinträchtigen würden. t Die Reichssinanzreform würde unzulänglich bleiben, ivenn nicht neben die materielle auch eine formelle Neuregelung träte. Es ist vor allem eine Stärkung des Betriebsfonds des Reiches durch Beseitigung der Vorschußwirtfchast erforderlich. Sodann erscheint geboten, unter Wahrung des budgetären Bewilligungsrechts der Volksvertretung die Bezielstingen des Reiches zu den Einzelstaaten von dem Gintern der alljährlich sclüvankenden ungedeckten Matrikularbeiträge loszulösen und auf eine feste Grundlage zu stellen. Tie Einführung eines beweglichen jeweilig für eine Reihe von Jahren neu seftzustellenden Faktors unter den Einnahmen wird hierzu anzustreben sein. Die verbündeten Negierungen werden in kurzem mit Vorschlägen für eine solche organische Reform der gesamten beutfdien Finan^ebarung vor den Reid)stag treten. Trotz aller Schwierigkeiten, trotz aller den Stencrtzahlern zugemuteten unvermeidlichen Opfer darf das deutsche Volk vertrauen, daß feinem! in leltener Einmütigkeit ausgesprochenen Verlangen nad) Regenerierung der Finanzen Rechnung getragen und dein deutsck-en Reich zur Erfüllung seiner großen Aufgaben das notwendige frieblidje Rüstzeug eines wohlgeordneten Staatshaushalts geschaffen wird. Was die s)2orbb. Allg. Ztg. int Obigen über die Reichsfinanzreform mitteilt, geht, wie man sieht, über mehr oder weniger dunkle Andeutungen nicht hinaus. Sympathisd) berührt in dem Artikel allein das Prinzip der größten Sparsamkeit in der Verwaltung, aber schon die Franks. Ztg. meint mit Recht, daß diese Ersparnisse bei deut Mikliardendefizit nrdst sehr erheblich ins Gewicht fallen würden. Man ntufj jedenfalls erst die neuen Steuer- Pläne der Regierung abwarten, bevor man ein Urteil über die ReichSfinanzreforM abgeben kann. politische Tagesschau. Hunde- und Pferdefleisch. Nach den Angaben des Kaiserlichen Statistischen Amtes mürbe die Schlachtvieh- und Fleischbeschau im 2. Vierteljahr 1908 an 2 6 3 7 0 Pferden und 970 H u n d e n vor-1 genommen. Davon entfielen auf Hessen 225 Pferde, auf Preußen 17 989 Pferde, auf Bayern 2013, auf Sachsen 2226. Hunde wurden in Heften dagegen nicht geschlachtet. In Preußen wurden 324 Hunde untersucht, in Bayern 82 und in Sachsen sogar 492. Hat man es allgemein gewußt, daß im deutschen Reiche so viel Pferde- und Hundefleisch genossen wird? Zmn Vergleich sei hier noch die Zahl der übrigen Schlachtliere angegeben, die im Berichtsvierteljahr der Beschau unterworfen wurden: 139 112 Ochsen, 122 274 Bullen, 388 572 Kühe, 232 940 Jungrinder, 1 392 603 Kälber, 3 710 201 Schweine, 441 346 Schafe, 179 264 Ziegen. Ein nationales Uugliick. Die Millionenutttcrschlagungen des früheren dänischen Justizministers Alberti — es soll sich um 16 Millionen Mark handeln — werden in Dänemark als ein grotzes nationales Unglück empfunden. Tausende von jütischen Bauernsamilien sehen sich um ihr Hab und Gut gebracht. Die Erregung über die Verfehlungen Albertis, der bisher der Abgott der seeländischen Bauern war, wächst von Stunde zu Stunde. Alberti entschloß sich zum schwersten Schritt seines Lebens, zum Gang zur Polizei, so läßt sich der „Tag" berichten, als er, zur Rückgabe der seiner Sparkasse vom Finanzministerium im Juli geliehenen anderthalb Millionen ui diesen Endlich! Endlich läßt die Regierung durch die Nordd. Mlg. Ztg den Grumwlan ihrer bevorstehenden Reichsfinanzresorm bekannt geben Dort herm cs: Die uirbedmgle Notwendigkeit, das Finanzwesen des deulichen Reiches einer entscheidenden, auf lange Jahre wirk- sanren Reform zu unterziehen, ist seit Monaten Gegenstand der v'ienllichen Befprechung. Sie wird von Vertretern der Wissenschaft und der verschiedensten Erwerbskreise, sowie von Männin uich Organen aller politischen Parteien mit seltener Einmütig- feit anerkannt. Die eingehende, immer erneute Erörterung der gegenwärtigen Schäden unseres Finanzwesens hat, so sehr sie auch über die möglichen Abhilfsmittel im einzelnen auseinander- gehen mochte, erkennen lassen, daß es sich hier um eine For- i^ung des gesamten deutschen Volkes handelt. Es ist nun wohl begreiflich, daß in bet bisherigen Debatte die Betradstungen über bie C-ueUen, aus denen die notwendige Einnahmecrhöhung fließen mutz, tm Vordergrund gestanden haben. Doch hieße es die Ge- lamtlage un)creö Finanzwesens burdjauS verkennen, wollte man ui der Einführung einiger neuer Abgaben die einzige oder auch nur die beherrschende Ausgabe des kommenden Winters suchen. Gcwitz würde dieser Teil der Reform nicht befriedigend gelöst, so mußte alle übrige Arbeit unzureichendes Stückwerk bleiben. Weil darüber hinaus bedarf es aber einer großen und umfas- lenden Reorganisation der gesamten Finanz- gebaruna. Das Fehlen des Gleichgewichtes zwischen Ein- nabmeu und Ausgaben seit Jahren hat Deutschland eine hohe Schuldenlast aufgebürdet. Es erfordert schwere sinanzielle Opfer durch die Notwendigkeit der Zinszahlung, hennnt und schädigt >eine Volkswirtschast und setzt durch Ersdpitterung des nationalen KpedileS seine politische Stellung unnötigen Gefahren aus. Die schulden des Deutschen Reidas sind zwischen 1877 und 1900 von 16 auf 2300 Millionen Mart, in den letzten acht Jahren aber allein um weitere, 2000 Millionen Mark gewad)sen. Sie betragen heute einschließlich der langfristigen Schatzanweisungen 4 'i Milliarden Mark. Jedes der letzten Jahre hat Muleiben s>on mehreren hundert Mlllionen Mark in Form von Schuldver- ckireibungen ober langfristigen Schatzanweisungen notivendig gc< niadn. Tie ursprünglich nur als' Verstärkimg der Betriebsfonds der Reidishauptkasse gedachten kurzfristigen Arnveisungen sind durch das dauernde Desizit teilweise zu einer verdeckten Anleiheschuld geworden. Die durckj dies alles veraiilaßte Ueberlafhing des 'Kapitalmarktes hat ein Sinken des Kursstandes bewirkt. Ties sck>äbigt die Finanzen des Reiches. Denn bei jeder neuen Ausgabe von Schuldverschreibungen wird ter Käpitalerlös für die küchSkasse geringer. Es fd)äbigt die Einzelstaaten und S£om= niünat bei her Ausnahme von Anleihen zum Ausbau ihrer Verleihs- und Erwerbsalistalten; es schädigt in Zeiten der Geld- .liappheit durch Steigerung des Zins- und TiskontosatzeS alle Produzenten, es sdzadigt endlich alle diejenigen, die mimbeliüberc “tulagen in Reich^anleihen gemacht haben. Cs bedeutet für den fall eines ausbrechenden Krieges eine nationale Gefahr, wenn «in derartig boljer Bestand von Obligationen mit niedrigem Kurs- itanbe im Umlauf ist, weil alsdann eine leichte und sichere Unter» ".rmgung der Kriegsanleihen erschivert wird. Mle diese Schäden nid Gefahren müssen sick) in Zukunft noch verstärken, wenn nicht ÜdHilfe gesd-affen wird. Die Summe der bereits gegenwärtig bewilligten oder seststehenden offenen Kredite beläuft sich auf -nahezu eine Milliarde. Setzte sich darüber hinaus das Tempo Lcr -Lchuldeuzilnahine in derselben Meise wie bisher fort, so wäre iiinerhatb des itächsten Jahrfünsies eine Steigerung von über zwei Milliarden Mark zu ermatten. Demgegenüber ist die Stabilisierung des Anleihewesens und des Kursstandes eine unbedingte Verpslickstung der Reichspolilik. Die Einleitung ein« stetigen 'Sdpildentilgung, sowie Vorkehrung gegen die Heitere Vermehrung der Schulden für unproduktive Anlagen müssen daher mit im Vordergründe der Äesornl stehen. Beides ist aber nur möglich, wenn cs gelingt, Mi einer bauernben Herstellung des Gleick-gewichtes zwischen Bedarf uiid Deckung zu gelangen. Seit Beginn deS Jahrhunderts haben nad) den Grundsätzen einer gesundeii Finanzpolitik die Ms lausenden Mitteln zu deckenoenAusgaben die Einnahmen regel- iuaßig bei weitem überstiegen. Wird nicht Einhalt geboten, so muß das Mißverl-älinis immer größeren Umfang annehinen. Wählend die Ausgaben in beständiger Steigerung begriffen sind, zeigen s ch die Einnahnien verhältnismäßig stabil. And) die mit dem Gesetz vom 3. Juni 1906 erstrebten Mehreinnahmen bliebcii er* tzeblid) hinter den Erwartungen zurück. Nehinen die Ausgaben und Einnahinen im Laufe des nächsten Jahrsünfts dieselbe Ent- Iwickelung, leie im vergangenen, so müßte alljährlich mit einem Uhl betrag von mehreren hundert Millionen gerechnet werden. Einer Weiterentwickelung in dieser Richtung muß unverzüglick) Einhalt geboten werden. Es bedarf einer systematischen Be° s yränkung der Ausgaben auf das unbä)ingt Notwendige, sowie üiner planmäßigen Erhöhung der Einnahmen. So sckfwer es ist, die Greitzen des zuküiistigen Bedarfs aud) nur cintgcrmaBcn genau abzustecken und die EnNvickelungslinien bxr Einnahmen vorher zu bestimmen, so muß dock) der Versuch snnacht werden aus eine längere Reihe von Jahren, SU m mindesten ein Jahrfünft, bie Grundzüge e i - ne s Finanzplanes festzulegen. Aus her Ausgabeseite ist u-sbesondere geboten, mehr wie bisher auf die bewährten Grunb- ' tzc altpreußisck-er Sparsamkeit zuruckzugehen. Insbesondere muß sch bei der Ausführung von Bauten unb anderen Neuan lagen eine (rinfdjränfung der Ausgaben erreichen lassen. Dem teftanbigen A nwachsen des k o st s p i e l i g en Beamten- Dp parat es muß vorgebeugt werden, indem in der Verwaltung Nirdj weitere llebcrtragung der Befugnis oberer Behörden an Nachgeordnete Jnstanzeii Verein fachnng e tr erreicht werden mrd überdies ein Teil der Gesck)äfte der höheren Beamten auf b :e mittleren, von mittleren auf die unteren übertragen werden. Sie Formen des Gesck>äftsverkehrs der Behördeii müssen sich mehr btuen des modernen Verkehrs anschließen. Bei der Prü- fing der Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen, Vergebung ber Sie» feningen nsw. müssen bie Erwagungeii eines sorgfältigen itüuf» d anns an die Stelle bes buveaukratisdien SdNvergcwichtes treten. Sie Sckieidung zwischen Wünschenswertem und 9iohpenbigen mutz zum Eintritt besserer Zeiteii sd-arfer durchgeführt werden. Auch bei Anwendung äußerster Sparsamkeit läßt^sich eine BerfMrfung oer Eiimahmen durch sehr erhebliche Steuer- r:hö Hungen nicht umgehen; denn bie zuverlässige Erfüllung but Staatszwecke hinsichtlich der militärisd-en Sicherheit und des hJturellcn und sozialeii Fortschritts darf unter keinen Umständen in Frage gestellt werden. Wesentliche Opfer werden jedem einzelnen Staatsbürger unvermeidlich. Insbesondere wird, wenn br finanziellen Schwierigkeiten nicht verewigt werden sollen, der SXa i | c ii to n fu m gewisser Genuß mittel, wie in anderen Ländern, mit starken Abgaben herangezogen werden müssen. Ltrsäuminsse gerade nach dieser Richtung vci uns haben nicht ä-tu toenigite-.t die gegenwärtigen Nbißstände hervorgerufen. Ander- jc^ls kann kein Zweifel darüber bestehen, baß die gewaltige Wohl- Vcrrcn. • 8 Muni. x.8. u $/ ÄLt1 cm’8cn iah an üeteihgeiL Jftl. Slttoebote unter er 'Hschafi »-tätigen Leuten soim/ o» pachten gejucht. LtfL. SlHflebotc untci fff. » Giegener An;eiüti^ Mater. rbeschäst. sos.ges. Benr erf. Edetitt/ Sdtljpcngir »gleich im Jiista!l°i-. bewandert in, kann«: i gründenden oder ta^.: nähme einet-alten (jli:. gen, evcnt. könnte ein > . It errichtet werden. len linier 9h\ 07456.1 'S (Siebener 'Untei/n'. »saut oft ein r, b-lieslWeW lu । nzösische Stundei nt erteile ich m ®r: 'X.\ I. Tewaaa, igerieeldach iDillkm tritt miS6iiitliii! er erhält Äelohnung. 1 auptW .--t-Üirrelii* ISpiZ Dame« ig, ScbwesternhiB lelWo» iObiMW®' t lupi-Uebung :ltn pünMi « Sonntag nachm. routit t Nege v. d. üicbißSUöte ► 1 Gunuui'Latnnnza. lbM.SelterswcgÄ.!., Seid. Ktuderbaudch.:-: i, geg.Äel, Landgram^/ , Halt liimitiii -rbr. erhält Belohn, '.'.i, Ke? Jahres von Zeit zu Zelt an Hand einer geordneten Buchführung davon überzeugt, ob ihm wirklich ein ent- sprechendes Einkommen in Aussicht steh:. Findel er, daß er trotz genügender Aufträge nicht soviel verdient, rote zu keinem Auskommen nötig ist, so roird es ihm nicht schroer fallen, an Hand der Buchführung die Ursache festzustrllen und Abhilfe zu schaffen. Bei dem ' Gedanken an die Einführung einer Buchführung fim (veschäft.'betr»eb muß man vor allem berücksichtigen, daß den meisten Handroerkern zur Führung von Büchern Zehr wenig Zeit zur Verfügung steht. Er kann also nur eine Buchführung brauchen, deren JnstandhalMna wenig Arbeit und Zeit erfordert, anderseits aber auch )o leicht erlernbar ist, daß nutigenfalld die Angehörigen des Handwerkers söhne, Tochter oder die Ehefrau- die Führung der Bücher übernehmen können Ta Die Kenntnis der Buchführung auch bei den alljährlich abzuhaltenden Meisterprüfungen erforderlich, hat der Vorsitzende der Meisterprujuiigskommisjion für Oberhefsen, Baumeister Traber, vor längerer Zeil in Gemeinschaft mit .Handwerkern eine Buchführung Lusammenaestellt, otc es dem Handwerker ermöglicht, sich ohne große Arbeit jederzeit einen Ueberblick über feine Ein- und Ausgaben zu machen. Ta die Buchführung infolge ihrer Einfachheit (es sind nur 2 Bücher nötig- sehr leicht erlernbar ist, wurden bereits im vorigen Winter in Lr'sgeroerbevereinen usw. Buchführungskurse abgehalten, die sehr gut besucht waren, selbst in £tten, in denen keine derartigen Vereine bestehen, wie z. B. in Holzheim, hatten sich eine Anzahl Handwerker, Landwirte usw. zusammengeschlossen, um sich diese Buchführung anzueignen. Leider steht ein großer Teil der Hand- Werler noch auf dem Standpunkt, das, eine Buchführung für den Geschäftsbetrieb überflüssig, es können deshalb die vorteile einer derartigen Einrichtung den Gewerbetreibenden nicht oft genug vor Augen geführt werden. •* Do m Grob herzoglichen Hofe. Der Groß- cherzog hielt gestern in dem Kranichsteiner Park eine erfolgreiche Saujagd ab. In Jagdschloß Wolssgarten ist Prinzessin Ludwig von Battenberg mit Ihnbcrn eingetroffen, um einige Zeit dort zu verweilen. •• Personalnachrichten. S. S. H der Groß- herzoa bat am 5. September d. I. den Kustos für die rninc- ralogische Sammlung des Landesmufeums Tr. Ernst Wit- tichauf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen. — S. St. H. der Großherzoghdt am 29. August d. I. den Äroßh. tGeh. Oberforstrat Dr. W a l t h e r zu Darmstadt zum stellvertretenden Vorsitzenden und den Großb. Lberforstrat Tr. Grünewald zu Tarmstadt zum Mitglied der Prüfungskommission für das Fvrftfach in Darmstadt ernannt. • Aus dem Jahresbericht der staatlichen Betriebskrankenkasse geht htTUOT, daß der Jahresabschluß 1907 ein wenig günstiger ist, als der von 1906. Die Vermögensvermehrung beträgt gegen das Vorjahr ca. *21000 Mk. weniger Die Ursache liegt hauptsächlich in der |cnormen Steigerung der ttrankenziffer, die gegen 1906 bei den erwerbsunfähigen 26.58 Vroz., bei den enverbsfähigen Mitgliedern 11.52 Proz. und bei den Ehefrauen 14.17 Proz. beträgt, während die Mitgliederzahl durch die mit Wirkung Dom 1. April 1907 erfolgte Uebcrnahme der seither in der Krankenkasse deS Lnappschaftsvereins Bad-Nauheim angehörigen Personen in die Betriebskrankenkasse nur um 7.8 gegen das Vorjahr gestiegen ist. Als weitere Ursache kommt der zmrsverlust an den zu dem Vermögen der Betriebs- Krankenkasse gehörenden Wertpapieren hinzu, der indessen für die Folge dadurch wieder ausgeglichen roerben wird, daß ein großer Teil dieser Papiere in verhältnismäßig kurzer Zeit zum Nennwert zur Auslosung gelangt. Daß bei dem Mangel aller Verwaltungskosten trotz der vorerwähnten un- aiinftigen ^Verhältnisse noch 21000 Mk. zurückgelegt werden sonnten, ist vor allem bai in den Staatsbetrieben eingetretenen Lohnerhöhungeii zuznschreibeii. " Der hiesige Bezirk deS Vereins für Hand- LungS-KoniiniS von 1858 (Kaufm. Verein), Han,- bürg, hielt gestcrii abend im Hotel Schütz zur Neubelebung (bei, hiesigen Bezirks eine sehr gut besuchte Versammlung ab. Außer Besprechung wichtiger VercinSangelcgenheiten würbe geschlossen, daß von fetzt aber wieder regelmäßig jeden Mittwoch VereinSabenbe stattfinden sollen. Ferner würben für ben kommenden Winter einige größere Veranstaltungen in Aussicht genommen. Annerod, 9. Sept. Nächsten Sonntag findet auf dem schöngelegenen Festplatze, der „Platte*, unser Kirchweihfest statt, das sich bei günstigem Wetter wohl eines sehr starken Besuches erfreuen wird. Trohe, 9. Sept. TaS 3 Jahre alte Kind des Müller- Rühl ist heute in einem unbewachten Augenblick ertrunken. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche und schleunige ärztliche Hilfe waren leider vergeblich. Lollar, 9. Sept Gestern abend wurde von einem Radfahrer ein vierjähriger Zunge überfahren und schwer verletzt. Ohne sich um das stark blutende Stinb zu bekümmern fuhr er davon, doch gelang es glücklicherweise feinen Namen fest zu stellen Es ist der Arbeiter Becker von der Main-Weserhütte. Bad-Nauheim, 9. Sept. Cornelius Banderbilt lNewyork ist mit Familie hier zur Hur cuigrtroffen. fc. Vilbel, 9. Sept. Ter ivemeinderat beschloß die Einführung der Wertzuwachs st euer vom 1. Oktober d. I. ab. — Tie Hamster treten hier in solchen Mengen auf, daß der Gemeinderat für das Stück 10 P g zahlt fc. Großkarben, 9. Sept. Ter 30,ahrige Handelsmann Moritz Grünebaum ist feit dem 6. September von hier verschwunden. —k. Von der unteren Sahn wird uns berichtet, daß sich schon seit Jahren ein großer Rückgang in dem Fischocstand bemerkbar mache. Tie Pacht, die den einzelnen Gemeinden zufloß, wurde von Jahr zu Jahr hrär- licher. Tie Stadl Nassau hat deshalb beschlossen, dieses Jahr die strornsischerei nicht mehr zu verpachten. Darmstadt, 10. Sept. In Alsbach wurde gestern der 25 Jahre alte Zigarrenmacher C. Schwöbel verhaftet, der sich eines SittlichkeitSverbrechenS schuldig gemacht hat. — Das früher Schncider'sche HauS am Schloßgraben, daS die Stabt f. Zt. geerbt hat und boS zu einem städtischen Museum eingerichtet werben soll, wird in seinem Innern einer gründlichen Umgestaltung unterzogen. Offenbach, 9. Scpl. Tw Untersuchung gegen ben Magistratssekretär Grebe jun. ist eingestellt worben, ba sich ein Schuldbeweis nicht ergeben hat. G. Krofborf, 10. Sept, (rm trauriger Vorfall spielte sich gestern nachmittag bei der Familie W. A. ab. Ter Mann, der noch nicht lange aus her Lungen Heilanstalt entlassen ist, ist dem Trünke ergeben; er geriet mit seiner Frau in Streit, in dessen Verlauf et ihr eine Hacke so über den Kopf schlug, daß sie blutüberströmt zusamm^ndrach. später bedrohte der Mann feine Kinder, worauf ihn die Polizei in Gewahrsam nahm. 8. Wetzlar, 8. Sept. Neue Schulhäuser werben noch bis zum Spätherbst zu Laufdorf und Schwalbach vollendet. Auch für Niedergirmes ist cm Erweiterungsbau beschlossen worben. x Biebenkopf, 9. Sept. Tas gesamte obere Lahngebiet und seine Nebentäler, bis tief hinein ms Sieger- und Sauerland, stehen jetzt im Zeichen des Manövers Nachdem in den letzten Tagen noch einige Regimenter mit der Eisenbahn ein getroffen sind, ist jetzt das ganze 18. Armeekorps vollständig im Felde. Tie Brigademanöver haben gestern begonnen: sie finden im Sauerlandc, im Tilltalc, besonders aber in der Gegend von Biedenlvpf statt. Panzer- Automobile und Arniee-Laslautomobile sind in Tätigkeit getreten. Durch das gebirgige Gelände haben die Truppen viel Schwierigkeiten zu überwinden. Tas Korpsmanöver zieht sich bis in den Kreis Marburg, wo südlich der Stadt im Lahntale daS letzte Biwak stattfindet. C a m b c r a, 8. Sept. Tie 87. Generalversammlung des Vereins nassauischer Land- und Forstwirte verbunden mit der gemeinschaftlich von der Landivirtschaftskamincr und dem Vereine veranstalteten Haupttierschau wurde gestern und heute hier abgeyalten. Aus dem Rechenschaftsbericht ging hervor, daß die Mit- gliederzahl 10683 erträgt, der 1. Bezirk (Kreis Biedenkopf) zählt die meisten Mitglieder, 1166, der 6. Bezirk (Obcrlahn- kreis) folgt mit 1142, Stadt- und Landkreis Wiesbaden mit 939 und bei 16. Bezirk (stabt- uno Landkreis Frankfurt am Main) ist mit der geringsten Zahl, mit 328, vertreten. Tie Gesamtausgaben beliefen sich im letzten Geschäftsjahr auf 60 254 Mark, der Kassendestano beträgt 3989 Mark. Frankfurt a. M., 9. Sept. Ein heute als Zeuge vernommener Mann gab bei seiner Vernehmung an, daß ihm während der Untersuchungshaft ein Hundertmarkschein von einem Aufseher »»gesteckt worden fei mit der Weisung, in dem Termin günstig für den Angeklagten auszusagen, sofort angestellte Ermittelungen ergaben, daß der Zeuge bpii Hundertmarksck)ein von dem Aufseher Müller erhalten hatte. Der Beamte wurde fofort verhaftet. Frankfurt a. M, 10. Sept. Im O-Zug Mann« bcim-Frankfutt wurde einem 85 Jahre alten Privatier ap Wien un Gedränge die Brieftasche mit etwa 600 Mack in Papiergeld gestohlen. Ter Ticb ist entkommen. — Ein Italiener, dem auf dem italienischen Konsulat die Unterstützung rcnocigert wurde, drohte das Gebäude in die Luft zu sprengen. Ter Mann wurde biS zu seiner Ausweisung in Polizcigcroahrsam genommen. Hanau, 6. Sept. Tif bier abgtballtne Wanderocriauwu» hing deS BeoemSauSichufseS der Landm-.rricba'r-kMmner für t Aussicht genommen. Wiesbaden, 9. sept Tas ftäbt WeinberageläuM auf dem Neroberg ist so stark von der Pervnospcra besalle,. daß die ganze Weinernte in Frage gestellt ist. •• Kleine Miktciliinge- n u « Hessen und de, Rack barstaalen. In Beerfelden brannten in der Nochr von TienStag auf Mittwoch zwei Scheimen nieder. — An btr Liane tei Wiesbaden erbangte sich ent «üjäbnger El'endeu». lchuiyer au« Wiesbaden. — In E n « h e t in fiel ein Landwirt von einem mit Pen beladenen Wogen und erlitt Io schwere Verletzungen, faß er verstarb. — Am Montag erlitt eine yrau m Atesvave, durch ba-i Tragen eines Ringes beim schaukeln eine schwere Verletzung. AIS ne von der Schaukel nbiprang, blieb der Ring an einem Haken hängen und die Ar au riß sich durch ihr Körpergewicht den Ringer fall vollständig ab. — Am £ten«tag mittag reute ernt schwer kranke <3rau in Begleitung eine« Mannes von Frankfatt nach L u d w i g « b a I e n. Ton ließ er sie am Bahnho« allein, angeblich um einen Wagen zu holen. Ta der Tlann ober nutt zurückkehrie, mußte die sirau in< Riankenhaus verbracht werden. Pan dem Manne ieblt noch jebc Spur. Er gab nur noch an, daß Die Frau eine Schwester in L'tannheim wohnen habe. — Ter Fuhr» mann Weorg veilmaun, der am 16. April eine Handwirieiochjer m einem Hohlweg bei Teitelbach ermoibcte, ist von ben Irrenärzten al« dauernd unzuiechnungslahig erfannt worden. Er wurde außer Befolgung gesetzt und für zeitlebens einer Irrenanstalt übenoieien. — Für Tonauelchingen hat die ^inm E. Kupjch in Qtanrurt a. M. 600 Rollen Tapeten nebjl zugehörigen Borden gespendet. DcrmiWKSe • lieber ben Gejunvheitszustanb der Zar», macht der Petersburger florretponbent deS Panser .Journal deS TLbatS^ einige Mitteilungen, au0 denen hervorgeht, daß daS Befinden der jungen Kaiserin die russ. Hoskretse Inder ma Besorgnis erfüllt. Die kurz aufeinander folgenden Geburte» im Zusammenhang mit ben furchtbaren Aufregungen und den tragischen Ereignissen der letzten fünf Jahre haben, so behauptet wenigstens baS genannte Blatt, auf bet Kaiserin körperliches Befinden argen Einfluß auSgeübt, und sie scheint von Schwäche und Mattigkeit befallen. Immer wieder drängen sie die ÄlerLte zu einem mehrmonatigen Aufenthalt im 9lu6(anb; bie Zarin aber weigert sich in tapferer Hack» nädigfeü, ihren Gatten allein zurückzulassen. Um wenigstens mit etwas der wachsenden Schwache, der Appetitlosigkeit und ben Herzschmerzen entgegenzuwirken, haben bie ?leqte sie schließlich überredet, gemeinsam mit dem Geniahl und den Kindern bie kurze baltische Kreuzfahrt zu unternehmen. Man hofft, baß bie frische Luft bec sinnlänblschen Gewäffer unb du zeitweilige Abkehr von ben politischen Erregungen befl Tage« ihre Körperkräfte wieber finden wird. Alle, bie bie Situation kennen, stützen sich, so fährt baS genannte Blatt fort, auf diese Hoffnung, denn — wenn man absieht von der kleinen Gruppe fanatischer Terroristen — bie Zarin erfreut sich einer großen Popularität. Ihre natürliche Grazie, ihr stets lieben», würdiges Wesen unb der hmgebcnbe Ernst, mit dem sie ihre Mutter- unb Gattinpflichten betrachtet, ihr liberalen Tendenzen jimeigenbcc Einfluß sind im niff. Volke bekannt unb haben der Persönlichkeit ber jungen Kaiserin überall lebhafte Sympathie eingetragen. (In ihrer hessischen Heimat werden diese Meldungen mit lebhaftem Bedauern ausgenommen werden und die gesamte Bevölkening des Landes wird sich vereinen mit dem Großhcrzog in dem Wunsche, daß bie in bicjer Nachricht zum TluSdruck gebrachte Hoffnung auf Wiederherstellung der Gesundheit bec russischen Kaiserin sich recht bald erfülle« möge. D. Red.) * Die Aera ber Aeronautik bars man mit Fug unb Recht unsere gegenwärtige Zeit nennen. Fast jeder Taz bringt neue interessante Meldungen von der Unterjochung de« LilftreichcS durch den rastlosen Menjchengeisl. Aul Amerika liegt heute eine besonders wichtige 9tachricht vor. I» Vie freie Kunft auf der Landesausstellung. i. ; ir 'V f aflf f. ' n bei uns gegenwärtig irnrkwiirdig ' - ' gcschassen unb man sprüht nicht mit ,Unred)t von einer Blüte;:n ber modernen Plastik. Freilich, es ist nicht alle» Kunst, was die Plastik seit Rodin, tUleumcr, X.'am- bttnix, Süibing, Klinger u. ü. dervorgcbrachl bat, aber es ist bodj red.i viel beachtenswertes Können zu vcr^ichnen, ivenngleid) das Meiste mehr technische (vrrtigfeit als künstlerische Gestaltungskraft auitveift Ihn so crfreulid?cr ist cS, daß in Darmstadt strenge Auswahl getrpikm muror, iuii> daß von der merkwürdig kleinen Anzahl von Plastiken ferne als wertlos und nur Verhältnis mäßig wenige als mdjt gelungen angeielxu n»erbat können ÄuS- u. bai vauv weitaus größten ülig< Wirkung ou.-udr und u ,einem Borte»! ,-mü bau Adler 0*111 L- irm die Patipe ftrettet Die ganz L*-mp- sindung iststn der Haltung bei schönen, nad, strengen anatomischen Regeln aufgtbauten rkörpers ausgedruckt, t-er sich in tiefer Reue ans die Shtie geivorsen hat unb bai iränenübcrihömtc Gesickü schmerzvoll in bie Hände vergräbt. Die Behandlung der Muskulatur unb der Haut ist von vornehmem Geschmack getragen, ohne in dem süßlichen Idealismus zu verflachcu, wie ihn bie bildlichen Darstellungen qu5 der Bibel häufig aunveisen. Tie Schenkel und der Nacken sind ganz vorzüglich behandelt Ungkid) idnvächer ist daS zweite Stück, „St. Geory", das ui dem Gebäude für angeiiauble Kirnst untexgebradU ist unb Ziemlid) konventionell bleibt. Von den übrigen Nichtbessen erwähne ich drei Portrat- pücketteir von Fra« Vor cs in Stuttgart, die beiden Porträt- büften von Ä10 iS Metz m Berlin, von den sehr beachtenswerte Leistung ist, und die werbliche Porträtbüste ron H. Persch in Berlin, bic einen sehr snmpathisd>en Eindruck madit. Tic Munchnerrn Marie Kern-Löfs; verfugt wohl über eine anerkennenswerte Fertigkeit, aber ihre Arbeiten lassen nicht nur kalt, sondern sic wirken ourd) bic erschreckende Häßlichkeit ber beiben Gesichter geradezu erkältend. Wesentlich angenehmer a!S die zuletzt genannten ftuuftlcr zeigen sich unsere hessisckxn Plastiker, von denen der Darmstädter . : ch I 0 b ft an erster Stellt außer dem Retiei am Hochzeuseurm einige rcdn uuerniante Bronzen ovrprnden, von denen die beiden eigcnariigai, von dem Großhcrzog und seiner Gemahlin gekauften Ardeitoi „Ter Tag " und „Die Siunder mir am gelungensten scheinen Aus hohen zierlichen Säulchen tollt der Tag in lastender Eile mit weit vorgeneigrem üxnrper auf einer Kugel dahin die Stunde wiederholt diese Hal- tung. Die beiden Akte, der l’iann tuid daS Weid, find in har- »Icmbeit der Ocftalun sind die Körtvr erstaunlich fein aut- gearbeitet unb gegliedert. Auch der ornamentale Sckrmuck ber beiden Säulen ist UevenSwurolg unb aniprcdxnb. Zwiespältig übertrifft baS Eriytnal die schlechte Abbildung int ..Führer" bei treuem, — wie denn ber gar. unglückliche Stellung der Beine bedingt ist Der £bcrtori*.T dagegen ist von einer betau betitlet Anmut und Beweglichkeit Von den übrigen Werken JobstS ist nocti der mntelakterltche. nau>- iutnlubc Brunnen in dec für Bad-Nauheim bestimmten Wandel, halle atoäbnatfrxri, der an t die schl onh.-tt des :■ sehr für sich einnimmt. Am wenigsten glücklich behandelt f »> die ctnxri roten, nichtssagenden Hände, vornehmlich die sinke. Schärfer im Ausdruck unb straffer in ber Komposition sind 6« Bronzen von Robert (Sauer, ebenfalls ein Kind der Ak» sidenz. benen 11 b n 1 • ft a t u e 11 c de« Herrn im Jieitaiw mir alS sein glücklichstes Werk erscheint, dem sich der kleine Humor- volle ,D 1 e b" ciui anschsießt. Bon seinen übrigen .Werten ist nur noch bic Porträtbüste erwähnenswert. Seine größte Arbeit, b« St. (Ä e 0 r q « b r u 11 n e 11, der an iich schon nicht fonderttch on- gineU ist, wird von der wuchtigen Archuektur Clbnd)6 'ast co3- ständig erdrückt, wenn auch nicht oertanm werden darf, daß « tm einzelnen manche Schönheit aulzuweisen hat. Zwei Bronzereliefa von A. S ch r ö b t e r, einem T.’atiMÄ zeigen eine sichere, nicht gewöhnliche Lechnik, die sich »n i e d er- f ehen' am bedeutendsten erweist und in der Ehataktenslck der jiguren am ooüenöeiften etschemt. Tie »Auserweckung' oder halte ich, obschon auch fie flott und sicher gearbeitet ist. für toemgo bebeutenb. Die Behandlung bec Gewanber verdient in beiden lief® entfchfedene® 2od. In mancher Beziehung ihm ähnlich ist bet junge, kaum 20- jährige Mainzer C. otetgerroalb, btfien Studium m Dtüie ton zwar technisch sehr gesörden, sonst aber in bie bombastisch» französische Schule gezogen hat. Auch er ist noch oorroiegen® Techniker, wie die beiben Stücke kme« dlifienrelid« ,(i p 1 b e m u beweisen, da® eine wuchtige abci bumpk Tragik ofienbari. Sowohl d»c Leichen, über die bic Epidemie auf dürrer Madre t* wegfetzt, al® auch die Gebenden, auf bie fie zurettet, finb rntt emn verolnfienden Realistik gegeben und zeigen ben jungen RünfUct alt em sehr viel versprechendes latent, beim cs will bti km« Jugenk mir wenig bedeuten daß die Idee sowohl al« auch ihre Behandlung nicht neu ift. — Tie ,Q ü 11 q 11 n g « b u ft ce au< ÖiN unterliegt bemfelben Urteil, während ber,Rinberfopt* tn teser Beziehung von Bedeutung ist. Tas kleine au« Marmor gektftgn Werk ist von bewunbmmg«werter Schlichtheit und Frische. Schließlich ist noch eine B r 0 nj e p I a f e tt e der Groß' Herzogin von V. Götze, Groß - Gerau, zu erwähnen, d.t .engt und v?.i 'vrechender Aeßs- lichkeit tfL Eine gew'.fic Fahngke.t m ber Zeichnung ist aber trotz rer Zartheit und Feinheit nicht ganz zu verkennen Karl Neurath Danksagung Giessen, den io. September 1908 5342 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Friedrich Noll Lokomotivführer i. P. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Garbenteich, Harbach, Steinberg, den 9. September 1908. Die Beerdigung findet Freitag, den 11. d. Mts., nachmittags 3 Uhr in Garbcn- leich statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir Allen innigsten Dank. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß meine liebe Gattin, unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Karoline Wallbott geh. Hinterländer beule mittag 1 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden im 28. Lebensjahre sanft entschlafen ist. .;,n 11 ä ! — fDr reisende Hospiz Damen evang. Schwesternhaus, tiiceeeo, jotianoeMtf. 1. Sept. 1908 o ~Z CT. "o ~ 3”« z 15 Sekunden in der Luft. Bei Wetter 745,9 Beiv. Himmel. KlarerHimmel Sonncuschein liefert mit Firmen- Eindruckbilligdie Brühl’sche Univ.- Buch- und Steindruckerei,Gießen. 8 SSW WSW 20,3 ° C. 12,2 0 C. Washington unternahm am Mittwoch Orvill Wright, (der Bruder von Wilbur W., der sich bekanntlich z. Z. fort, gesetzt in Paris flugtechnisch betätigt. D. R.) vor Beginn )e§ Exerzieren? der Nordamerikas Bundesarmee einen Auflieg mit seinem Aer 0 plan. Ec umkreiste das Gelände 57 mal und blieb 57 Minuten 31 Sekunden in den Lüften. Die stündliche DurchschnittSgeschwindigkeit betrug 36 englische Meilen. Orvill Wright hat bereits damit alle bisherigen sich um den Pasfagicrdampser.Kilburn' der Great Northern- Bahngesellschaft handelt-. . 3n NowotscherkaSk (Sibirien) nbersiel eine .lnzahl bc- wafiueter Personen die Kasse der Cwiuarewschen Bergwerke. Sie verwundeten den Verwalter und löteten einen Lehre r. Bei der Verfolgung wurden sechs von den Uebeltätern gelötet und einer verwundet, einer entkam. eigenen Rekord! Bei blieb er 62 Minuten Kirchliche Nachrichten. bsraeliüschr Religioiisgemeiiiöc. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag den 12. September 1908: Vorabend 6.30 Uhr. Di 0 rgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Lchrifterklärung. Sabbalausgang 7.35 Uhr. Gießener Wetteroicilst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag den 11. September: Heiter und trocken. Temperatur ivie heute. Mäßige westliche Winde. * Das geräuschl 0 se Getvehr. In Amerika soeben vorgenommene Versuche mit einem von Hiram Maxim er fundenen „geräuschlosen Gewehr" sind einstweilen abgeschlossen: sie haben außerordentlich günstige Resultate er geben. In den meisten Fällen war es nicht möglich, festzustellen, aus welcher Richtung gefeuert wurde. Man ließ von verschiedenen Stellen aus und von verschiedenen Entfernungen, die zwischen 250 und 700 Metern schwankten, feuern, allein die anwesenden Zeugen waren nicht imstande, auszusagen, wo die einzelnen Schüsse gefallen waren. Es soll unmöglich sein, bei diesem neuen Gewehr auch nur bei einer Entfernung von 250 Meter den Standort des Schüßen annähernd zu bestimmen. Hiram Maxim beschäs tigt sich jetzt damit, seine Erfindung auf ein 7,5 Zentimeter- Geschütz zu übertragen. e • Der .Walzertranm* in Schwefel umgeseht! Einer der Direktoren beS Wiener KarltheaterS, das in verflossener Saison mit Oskar StrauS' „Walzertraum' Geld und Ehre eingeheimst hat, scheidet von seinem Posten, um einen Beruf zu ergreifen, der weitab liegt von Thaliens Reich. Direktor Aman erwarb für das Gold, daS ihm die Walzertraumklänge brachten, das Schwefelbad Einod bei Neumark in Steiermark, und zwar für den Preis von 325 000 Kronen. In treuer Anhänglichkeit an daS Theaterleben, aus dem er scheidet, wird dec bisherige Direktor des KarltheaterS jedoch seinen BerusSgenossen sich insofern dankbar zeigen, als er im Kurhaus von Einöd eine Anzahl Logierräume einrichtet, die kurbedürftigen Schauspielern in der Saison als Freiwohnung eingerichtet werden sollen. Kleine Tageschronik. AuS Groß-Ten chen (Lothringen) wird uns vom 9. September gemeldet: Gestern, überschlug s ich im Manöve r das Pferd des Prinzen Heinrich von Bayern, des Sohnes des verstorbenen Prinzen Arnulf. Ter Prinz wurde im Presse-Automobil hierher gebracht, wo durch Oberstabsarzt Or. Osann und Kantonsarzl Tr. Zehnpscnnig eine leichte Gehirnerschütterung und eine Verletzung des Nasenbeins festgestellt wurde. In Düs sel do rf ist ein verheirateter Mann an Vergiftung durch See >nnscheln gestorben. Bel Völklingen rannte ein in voller Fahrt befindliches Automobil gegen einen Baum. Drei Insassen wurden herans- geschleudert und schwer verletzt. Ein schwerer A u t 0 m 0 b i l - U n f a l l ereignete sich am Mittwoch auf der Strecke zwischen Eupen und Montjoie (Rhl.). Der Benzinbehälter eines Automobils, in welchem sich 5 Personen befanden, explodierte. Eine Dame und e i n Knabe wurden ans der Stelle getötet, während die drei übrigen Personell schwere Verletzungen davonirugen. In Jarme n in Hinterpommern erkrankten nach dem Genuß von Schabefleisch in einer Schlosserfamilie die beiden Ebeleule und deren Schwiegereltern fchwer, die beiden Lehrlinge Meteorologische Beovachtuugen der Station Gießen. Höchste Temperatur Niedrigste , Universitäts-Nachrichten. Mnrb u r g. Der Kurator der llnivevfiläl 2)tardurg, Geb. Justrzrat Dr. jur. Friedrich Sch 0 llmeyer begeht am 12. Sept, einen 60. Geburtstag. Ib77 erhielt er in Halle bic venia legendi, wurde 1881 ebenda Extraordinarius und 1883 ordentlicher Professor. 1895 kam er nach Wurzburg und 1900 als Nachfolger von Hinschius an die Berliner Universität. Hier las er iiber Zivilvrozeßrecht und deutsche bürgerliches Recht. Seit Oktober 1905 ist Schollmcyrr Umversitätskurator in Marburg. Märkte. Limburg a. d. La h n, 9. Sept. Fruchtmarkt. Durch- chnittspreiS pro Ataltcr. Roter Weizen lnassaiuscher) 17,00 Alk., weißer Weizen 00,00 Mk., Korn 12,1'0 Mk., Gerste üO.OO Pik., Haler, neuer, 6.80—0.00 Mk., alter 9.00—0.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk^ Kar- tofieln 7—0,00 Alk. ic. Frankfurt 0. SN., 10. Sept. (Tetegr. Orig.-Bericht dcS ,Gieß. Anz.".) Aintliche Notierimgen der heutigen Vieh m arkt- preise. Znm Verkaufe standen: 36 Ochsen, 21 aus Oesterreich 7 Bullen, 0 aus Oesterreich, 70 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 875 Kälber, 105 Schafe und Hammel, 777 Schweine, 6 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Cchaftämmer. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Onalitäl 80—82 Mk., 2. Quatltät 73—75 Alk-, 3. Qualität 60—64 Mk.: Bullen: 1. Qnal. 62—64, 2. Dual. 58—60; Kühe 1. Oualität 74—76 Mk., 2. Qual. 65—67 Mt., 3. Qual. 54—56 Alk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Alk. Bezahlt wurden für das Psnnd Schlachtgewicht : Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Psg., Lebendgewicht 55—56 Pfg., 2. Qualität 80-92 Psg., Lebendgewicht 48 - 53 Psg., Schlachtgew- 68—70 Psg.; Schafe: 1. Qual. Schlachlgew. 82 biß 00 Pig., 2. Qual. 74—76 Psg. Schweine: 1. Qual. 70—00 Pf., Lebendgeivicht 55—00 Pf., 2. Qual. 69—00 Pf., Lebendgewicht 54,5 -00 Psg., 3. Qual. 60—66 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft bet Hornvieh gut, Uebersland unbedeutend. Bei Kleinvieh gut, fern Uebersland. Nckords für Jlugmaschinen gebrochen. Aber gestern nachmittag noch br a^ch W. sogar diesen seinen seinem zweiten gestrigen Aufstiege 6. Island bet a0l.. 1 Paris« ' heroorgehs, ruil-Nreife leidet '^r iolgenben (Mure Aufregungen und fe f Jahre haben, io k auf bet Raub WSgeübt, unb sie a^en. Immer witit ehrmonatigen Ausenl^ -l sich in tapferer hü ulassrn. Um roenigliß der Appetitlosigkeit ir , haben die Aerzii - dem Gemahl und > zu unternehmen. 9a dijchen Gewäsicr unb i Erregungen be§ 2: < Alle, die die Silur nnte Blatt fort, aus \ oon der kleinen & freut lief) einer gt i azie, ihr ftetS sieb: Ernst, mit dem sie c , ihr hbetaUn Tendr< olle bekannt und lj& i überall lebhafte Ep hen Heimat werden te n aufgenoinmen rottbc des wird sich vereintn r aß bic in dieser Ach : auf Wiederherslellunz!- sich recht bald ers.- * Aus Berlin gingen uns heute früh folgende drahtliche Meldungen zu: Die Berliner städt. Gelverbcdeputation beschloß, den zuständigen Behörden die Einführung des A ch t- tlbr-Ladenschlusses zu empfehlen. — Eine Verschlimmerung soll int Befinden des Fürsten Eulenburg eingetreten sein. Im Laufe einer Unterredung mit seinem Hausmeister wurde er von schweren Krämpfen befallen. Rach einer Morphiumeinspritzung erholte er sich. — Auf der Tegeler Landstraße ereignete sich ein schweres Automobilunglück. Dabei erlitt der Chauffeur einen wppelten Schädelbruch. * Eine Verlobung im Hause Zeppelin. Die Lochterdes Grafen Zeppelin verlobte sich württemb. Blättern zufolge in Konstanz mit dem Oberleutnant und Adjutanten v. Brandenstein vom Ulmer Ulanenregiment. * Französische Spionenr iecherei. Das „Journal" zeigt geheimnisvoll an, die Polizei habe in einer metallurgischen ssiibrit in einem Pariser Vorort eine seit einiger Zeit bcsteheirdc Organisation für Spione entdeckt. Mehrere kompromittierte Personen sollen verhaftet worden sein. Es sei unmöglich, nähere Einzelheiten zu geben, da deren Veröffentlichung der Aktion der Polizei Hindernisse bereiten könnte. — Aus Orleans wird gemeldet, baß auf dem Bahnhöfe von Aubvais die Polizei einen gewissen yarnift verhaftete unter der Beschuldigtmg der Spionage. Harnift ist aus Habshcim im Elsaß gebürtig unb war Unteroffizier in der deutschen Armee. Er soll in Bourges verschiedentlich an Soldaten Inrangctrcten fein, die im dortigen Artillerie-Depot beschäftigt waren und versucht haben, von ihnen das Verschlußstuck unb Zubehörteile bes neuen 76 Millimeter-Feldgeschützes zu erlangen. Aach anderen Meldungen soll der Verhaftete ein deutscher Student sein, der angab, Diamantenhandler zu sein. ♦ Eine Erbschaft von 29 Millionen Mark steht dem Zimmermeister Joseph Schmidt von Spielhof (Unterfranken) in Aussicht. 2 Brüder des längst verstorbenen Zimmerers Schmidt wanderten in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Rußland aus. Einer von ihnen machte den Feldzug in der Krim mit und zeichnete sich derart aus, daß er General wurde. Als solcher heiratete er eine sehr reiche Gräfin. Alle Verwandten des verstorbenen Paares sind auch gestorben. Die Hinterlassenschaft beträgt nicht weniger als 13 Millionen Goldrubel, das sind 29 Millionen Mart, und 13 wertvolle Güter in Rußland. diesem Aufstiege waren u. a. der Kriegssekrctär Wright unb der Marinesekretär Metcalf zugegen. Beide Aufstiege gingen bei prächtigem Wetter von statten unb selbstverständlich bilden sie das Tagesgespräch nicht nur in der nordamcrikanischcn Bundeshauptstadt. Wright, der die Bewegungen fernes AeroplanS vollständig meisterte, hatte den seinen ersten Flug beobachtenden Offizieren gegenüber erklärt, er hätte noch länger in der Luft bleiben können. Und er bestätigte dies denn auch alsbald. Die amerikan. Armeeoerwaltung will seine Flugmaschine ankaufen, falls eS ihm bei den offiziellen Flügen gelingt, bei einer Stundcngeschwinbigkeit von 40 englischen Meilen eine Stunde in der Luft zu bleiben. DaS scheint ja nun der Fall zu sein. — Eine andere scheinbar auch recht bedeutsame, aber vorerst doch noch mit Vorsicht auszunehmende Nachricht kommt aus Thüringen. Danach ist ein neues Luftschiff von dem in Fischbach bei Eisenach wohnhaften Karl Sintpert erfunden worden. L. soll, so heißt es, an die Motorluftschiff-Studiengesellschaft in Berlin Pläne und Entwürfe gesandt haben. Von dieser ist nun auch bereits an den Erfinder ein Schreiben gelangt, daß sie nach dessen Plänen cm solches Luftschiff bauen wolle. Ein Herr aus Berlin hat den Erfinder persönlich ausgesucht und ihm für seine Erfindung 75000 M k. angeboten, was er aber auSgeschla gen hat, da er von seiner Erfindung weit mehr erwartet. * Alexander von Waldenburg, welcher, wie behauptet wird, ein entfernter Verwandter des deutschen Kaisersist, macht sich noch in biejpr Woche auf die Strümpfe, um in Deutschland die ihm zugefallene Erbschaft von 200 000 Mk. zu erheben. Er ist 38 Jahre alt and hat in Newyork Stiefel geputzt und Servietten geglättet, hat bei Tische in Restaurants serviert oder Messer aeputzt, hat Zeitungen verkauft und was dergleichen erfreuliche Dinge mehr sind. Immer aber hat er sich sein Gent- lemanliketum bewahrt und seine Ueberzeugung verfochten, mit dem Hause Hohenozllern verwandt zu sein. Die Erben beb Prinzen August von Preußen haben tatsächlich nach ihm gesucht, da ihm eine Erbschaft in obengenannter Höhe zugefallen war, bis es gelang, ihn ausfindig zu machen. Waldenburg will hier nur seine Erbschaft erheben, um dann wieder die Fahrt über das große Wasser anzutreten. Mit dem ihm rugefallenen Erbe will er drüben ein Geschäft eröffnen. 745,0 19,4 745,4 14,0 .nger l bie 2AndMnbck Akt in Bronze KW ****&$ benf-OS «n M I*“ "SrU ”iiC' sr-»“ ÄflS echnik' ^^Li'aklrri!^ IKK en» § auch fL & der'N'AonÄ OrigiuaL-Drahtmelduttsen. Paris, 10. Sept. Der „Vtatin" veröffentlicht einen längeren Artikel, der sich scharf gegen bic deutsche Politik wendet. Es heißt darin u. u.: Der deutsche Vorschlag, Muley Hafid anzuerkennen, ohne daß dieser sich aur bie Akte von Algeciras verpflichtet, wird von Frankreich und seinen Freunden abgelehnt. Die Haltung Deutschlands werde keineswegs eine Aenderung in dec französischen Politik herbeiführen. Deutschland unterstützt den muselmanischen Fanatismus gegen die solidarische Zivilisation. Es sprenge die Einheit der Mächte, um sich bic Freundschaft Muley Hasids zu sichern. Deutschland trenne sich von ben Signatarmächten von Algeciras, um eine Sonderpolitik zu betreiben. Tas sei sein gutes Recht, aber mau dürfe dann in Deutschland später nicht von Einkreisung sprechen, denn wenn Deutschland allein stehe, so sei bas nicht bie Folge einer Einkreisung der Mächte, sondern darauf zurückzuführen, baß Deutschland sich selbst isoliere. Paris, 10. Sept. Dem „Tlatin" zufolge hatte Pichon gestern eine lauge Unterredung mit dem spanischen Botschafter, n?obet eine vollständige Einigung über bie gemeinsame Lage erzielt wurde. Paris, 10. Sept. Nach einer Madrider Meldung des „Eclair" erklärte der spanische Minister des Aeuße r n in einem Interview, daß er von feiner der Mächte eine Opposition gegen bie französisch-spanische Note erwarte. Paris, 10. Sept. Das Jahr 1908 zählt zu den quantitativ schlechtesten Champagnerjahren, da es nur etwa 20 Millionen Flaschen ergibt, während sonst bei mittlerer Ernte 45 Millionen Flaschen erzielt werden. 1 c ÄS. 1 iut J ,lQtburg , | I tir.au in ® t 'Mein eine [Lc§boii: • te«» 8*53^8 xsf-s: »-=v am 8.-9. Septbr. , 8.-9. iutif darf man mit & nennen. Fast jeder P von der Unterjoche- itoengiifi. Au- tigt Nachricht vor^e unb zwei Gesellen leicht. Bei den Festlichkeiten zur Feier des 100jährigen Bestehens dervberbayr. Fleckens Dachau verursachten Betrunkene am Bahnlflse eine große allgemeine Rauferei. Man schlug sinnlos mit eisernen Gartenstühlcn auf einander los und machte von den Messern Gebrauch. Tie Messerstechereien wurden int Zuge fortgesetzt, so daß auf freiem Felde die dkftleine gezogen wurde. Bei dieser Gelegenheit gelang cs mehreren Messerhelden zu entkommen. Die übrigen töauptbeteiligten murbeit von Mitreisenden festge- halteu und in München der Polizei übergeben. Wie aus Zabrze in Obcrschl. gemeldet wird, wurden der Grubenarbeiter Paul Galwas und feine Frau wegen fortgesetzter Mißhandlung ihrer beiden Kinder im Alter oon 2 und 3 Jahren vom Schöffengericht zu Geldstrafen verurteilt. Wütend darüber begaben sich die Eheleute nach dem Termin in ihre Behausung und schlugen in so barbarischer Weise ihr dreijähriges Kind, daß es bald darauf ft arb. Der Körper der kleinen Leiche ist über und über mit dunklen, blauen und mit Blut unterlaufenen Flecken bedeckt. Die Eltern wurden verhaftet. Ein tragisches Geschick hat den Amtsrichter Heinrich Fritz aus Jerichow (Altmark) ereilt. Der 34 Jahre alte Mann beschuldigte sich, den Tod seiner Gattin dadurch verursacht zu haben, daß er ihr zuredete, sich einer Operation zu unterziehen. Nachdem er einige Tage ziellos in Berlin und Potsdam umhergeirrt war, ertränkte er sich im Wannsee. Zwei Unteroffiziere des 151. Jnsanterie-Regts. sind bei Rö s- sel (Ostpr.), wo sie int Quartier lagen, durch mehrere Zivilpersonen überfallen, mit Steinen beworfen und mit Stöcken und Messern bearbeitet worden. Als eine vom Offizier herbeigerufene Wache entschritt, und die Rädelsführer verhaftete, stellte es sich heraus, daß unter ihnen ein in Zivilkleidung steckender Musketier war, der sich in Verkleidung an seinen Vorgesetzten rächen wollte. Ter Mann sieht schwerer Bestrafung entgegen. Aus Hüll (England) wird berichtet, daß ein Verbrechen dort großes Aussehen erregt. Ein Maurer sand dort auf einem Neubau m der Vorstadt Newland ein in einen Sack f e st eingebundenes 17jähriges Mädchen, nur der Kopf ragte aus der Umhüllung hervor. Tie Person war bewußtlos und zeigte Spuren von Mißhandlungen. In den Mund waren ihr ein Paar Handschuhe gestopft, um sie am Schreien zu verhindern. Nach einiger Zeit kam das Mädchen wieder zu sich. Sie erklärte, ein Manu habe sie in das Haus geschleppt und in den Sack gesteckt. Die Polizei fahndet nach dem Verbrecher. In Seraing (Betgien) ist auf den Gruben des Eoqueril- werkes Feuer ausgebrochcu. Tie Flammen sind auf eine Entfernung von 10 Kilometern sichtbar. 5000 Kubikmeter Holz, die für den Bau der Schächte verwendet werden sollten, stehen in Flammen. Als Ursacl-e wird Brandstiftung angenommen. In Petersburg erwies sich ein verdächtiger Krankheitsfall als asiatische Cholera. Außerdem sind dort zehn weitere verdächtige Erkrankungen vorgckommen. Nach einem Telegramm aus San Francisco strandete ein großer Dampfer während eines heftigen Sturmes an der Arenaklippe. Tas Schiff wurde soiort zertrümmert. Alle an Boid befindlichen Personen ertranken. SDian glaubt, daß es __ H. Haas III, Pleictftt.XcletoM 6M f i'.iniwin.Munx !• HUßtkltl QlL m u. aufrr Hause Vabnftr. 14.LLr.fw47 Sensation Sensation Trohe, den 10. September 1908. Die Beerdigung findet SamStag, den 12. Sept. nachmittag- 2 Uhr in Trohe statt. 5338 Lsoltengafse LL 1. 4636 t dimmet ii3obnunfl au vcrm. 4Ö4) Tie tieftraucrndcn Hinterbliebenen. Großen-Linden, 10. September 1908. Die Beerdigung sinder Areilaa, den 11. September, nachm. 3 Ubr vom sterbchause Ncvengasse 3 sian. [074$ti öö41j Wut mdbl. ^.-ohii- n. Schlaf zimmer zu v. Süd Zulage 20, 1. Auf 1. Oktober 532U 1908 5.B2 dem Nujjschalcn-^rtrakt Süsser billig abzu Guterhaltene OraodlkM FB4hM>Mi4aM k Fm> UkTVklefcHWer.eeeWen.**** ilor»-.l»kge 3, paitkirk hüblche geräumige 3-Zimmer-1 Wohnung mn dubeböt p. L Cft- Die Familim Rühl und Heyman». 5340J Müdl. Wohn- und Schlaf» zimmer zu v. ^uüwigstr. 30, 1. I> H ■ J- ■ -■-LUJ-i =T Möbl. 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