Dienstag 158 t Jahrgang Erstes Blatt Der Vries der Kaisers und das englische Parlament. ungewöhnlichen Angriffe, Zuschläge: Gewicht bis zu von /, u u Vergleich der alten und der jeljt angestrebten Sätze // M U zugefügt werden müssen. -ieelles i» 100—250 250—500 500—1000 . 3 . 5 . 10 . 20 . 30 bis 50 Gramm . 50—100 Gramm a) b) c) d) beim u V 4 6 13 23 35 50 Gramm 50—100 Gramm 100—250 250—500 , 500—1000 „ Pfennig u £ V \ 11. Hvvotbek, 80 M, hrl. Zinszahlung, c i Giesen, ist dow.i zu vcrknuicn W Schnsli. ÄW n den Gieß. An», KoLetLßehe LtrgSLßchaM. Eine Posttarifreform für Drucksachen soll jetzt nach einer ä)üttet(ung der „Deutsch. Nachr.^ geplant sein. Es sollen erhoben werden für gewöhnlich zu bestellende Drucksachen die bisherigen Sätze, süc eilige hingegen folgende am 18. Februar Dieser Brief ging mir jeder Anfrage, die gestellt werden Es ist Tatsache, daß ich einen Brief vom Kaiser erhielt. 1 ’ 1 3 3 5 Ein Z I Anslanv. Wien, 9. März. Es gilt alS sehr mnvahrscheinlich, daß gelegen l l i ch des Besuches Kaiser Wilhelms beim Kaiser Franz Joses auch der 9! e i ch s k a n z l e r F ü r st Bülow in Wien cmtresscn wird, um den Minister des Aeußeren Frh. v. Aehrentlml den verschobenen Gegenbesuch abzustatlen. Bern, 9. März. Die bernische Negierung richtete an den B u n d e s r a t das Gesuch, er möge aui Aufhebung der Sperre gegenüber dem ber nischen Exportvieh bei Deutschland b i n w i r k e n , da der Kanton Bern schon seil langer Zeit von Viehseuchen völlig srei sei. Paris, 9. 'März. Ein Telegramm von d' A m a d c von gestern abend meldet, daß seine Truppen in zwei Kolonnen operieren. Eine hatte die Medakra g e s ch l a g e n und ihnen schwere Verluste beigcbracht; die andere habe das Lager der- Ata dal la Mnlay Hafids mit Zelten und großen Mengen Mnnition evbeutc r. Die französischen Verluste sind gering. löt März 1908 Bezugspreis: monatlich 75Pf.,viert el- jährlich Mk. 2.20; durch cii «tjiyui |C, die in der Presse im Laufe der letzten Tage erhoben sind, eine Anfrage zu stellen. Ich möchte ‘ könnte, zuvorkommen. Arss Stadt rind Land. (Sieben, io. März 1908. — Weiterführung der Bie bertal bahn. Der Weiterbau der Kleinbahn Gießen—Bieber nach dem 6 Kilometer von der Endstation entfernten Hohensolms, der früher schon ins Auge gefaßt war, ist neuerdings von der Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft beim zuständigen Landratsamt in Biedenkopf angeregt worden. Das Landratsamt hat sich Bereit finden lassen, das Projekt höheren Orts zur Genehmigung zu empfehlen und die nötigen Verhandlungen mit den Gemeinden erforderlichen Falles einzuleiten. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Bewohner von Hohensolms und Königsberg eine Verbindung mit Gießen sehnlichst wünschen, und auch die zahlreichen umliegenden Ortschaften Vorteil davon haben werden. Zweifellos liegt in der geplanten nur 6 Kilometer langen Fortführung der Biebertalbahn ein großer wirtschaftlicher Fortschritt für die ganze Gegend. ** Ein neuer Eilzug von Kassel nach Frankfurt a. M. hat jetzt nachträglich die Genehmigung des Eisenbahnministers gefunden. Er geht von Kassel morgens ungefähr Uhr, so daß er 10 Minuten nach 11 Uhr in Frankfurt a. M. eintreffen wird. Als Eilzug ohne Zuschlag führt der neue Zug alle drei Klaffen und hält an den in SraKrt eoangcM i Ende A M > ijraiio, ca. stich eWfi&J otiaekenl Geldgeber jser Nachweß ra pitalanlagenao!; obiiien durch - LF SC'HHnW . 5, p. Telefon ä MB lngen. ou D^rr^fhes Rrrch. - Berlin, 9. März. Die Zusammenkunft des deutschen Kaisers mit König Viktor Emanuel wird, wie die B. Z. aus angeblich sicherer Quelle erfährt, schon auf der Reise nach Korfu erfolgen. Der Kaiser verläßt am 24. März abends Berlin und begibt sich mit dem Hofzuge direkt nach Venedig, wo er am Abend darauf eintrifft. Tort nimmt der Kaiser auf der Hohenzollern Wohnung und für den 26. März ist di e Zu sa m m e n k uns t der beiden Herrscher geplant. Alsdann wird sich der Kaiser direkt nach Korfu begeben. — Gegenüber anderslautenden Mitteilungen ist daran fest- zuhaltcn, daß ein Ausflug des Kaisers Wilhelm von Korfu aus in das Innere von Albanien, insbesondere nach Janina, nicht beabsichtigt ist. __Das Abgeordnetenhaus hat heute den Eisenbahn- Etat erledigt. Morgen Masurischer Kanal, Ansiedelungs- Kommlssion, kleinere Etats. ie vielen GM und Wenfrl v anläßlich untere Hochzeit ;u!£.| sind, jagen wni lern besten DM nders danken ik|! wackeren Langen gellten der Hem des BauerM reins für die w chteu Ständchen. üe Ärnold' LchiPtapaß. „ i$^h saget; 6 Kem ,ttlcai Antritt ^^udibälldlein» i ■’Jigung, N'faann fm?. le e) Für die eiligen Drucksachen sollen besondere Zuschlag- markcn hergestellt werden, die den gewöhnlichen Marken hin- ltc^rdHü^r ’ gebügelt. rer Str, 3G, fry ^ich^nAnjeru !r\ Ronnm-fc unb tnUig ongejm jneibeT, tzoberM ^ler finden M brauch lüanmLi enAuiiicht derLL Lobersttage 8,11 Herman" WS ihioür rik 'N W»sel xD gegen England nur dann erhalten, wenn die Gefühle der deutschen Nation so überreizt find, daß sie weitere friedliche Beziehungen unmöglich machen. (Allgemeiner Beifall.) — Hierauf verließ das Haus den Gegenstand der Tagesordnung und vertagte sich. Im Unter hause erklärte der Schatzkanzler Asquith, daß er seinen Ausführungen vom letzten Freitag nichts weiter hinzuzufügen habe, als daß Lord Tweedmouth sofort nach Empfang des Briefes Kaiser Wilhelms diesen Brief dem Staatssekretär des Aeuß-ecn Grey gezeigt und sich nrit Grey darüber verständigt habe, daß der Brief keinen offiziellen Charakter trage und als Privatmitteilung zu behandeln sei. (Beifall.) Es könne absolut keine Rede davon sein, eine private, persönliche Korrespondenz auf "beim Tisch des Hauses niederzulegcn. Mit dieser Debatte im englischen Parlamente wird nun hoffentlich die Erörterung der Briefafsäre überhaupt beendet fein. Tas läge im Interesse aller, die nicht absichtlich Mißstimmungen Hervorrufen wollen. nehmen zu festig en." Lord Landsdowne hob den privaten Charakter des Brieses hervor, seine nichtamtliche Form, wie seinen freundlichen Ton gegenüber England, wie sie die Erklärung Tweednwuths dartut, und sagte dann ein derartiger Brief sei ein völliges Gegenstück $u den Mitteilungen, wie sie zwischen einem großen Souverän und einem englischen Minister bei Gelegenheiten vorkämcn, nrie sie sich von Zeit zu Zeit ereignen, wenn englische Minister mit Herrschern anderer Reiche in Berüvrung gebracht würden. Niemand würde eine Unterredung dieser Art so ansehen, als ob sie irgend ein unpassendes Betragen auf feiten des daran beteiligten Ministers dartue. Es sei von vielen Seiten dem dringenden Wunsche Ausdruck gegeben worden, den Brief- ivechsel zu veröffentlichen. Ich bin zu der Erklärung verpflichtet, daß wir auf Lord Tweedmouth keinen Druck ausüben werden, die Korrespondenz zu veröffentlichen, wenn es nicht in seiner Absicht liegt. Lansdowne vertrat alsdann die Ansicht, daß außeramtliche Nitteilungen nur in seltenen Ausnahmefällen Vorkommen sollten. Er ivünsche nicht so verstanden zu werden, als ob keine Ausnahme von dieser Regel gestattet »ein solle. Wenn Briefwechsel' dieser Art überhaupt stattsinden, io sollte niemals zugelassen werden, daß sic eine diplomatische Situation schaffen, die verschieden ist von der, die durch amtliche und aktenmäßige Dokumente geschaffen ist. Lansdowne führte weiter aus: es gibt eine Regel, die gegenwärtig beobachtet werden sollte, bezüglich dieses etwas unregelmäßigen Briefwechsels, nämlich, wenn er tatsächlich als privater zu behandeln ist, so sollte dieser private Charakter als solcher beachtet werden. (Beifall.) Ich bin sicher, daß Alle, die ernstlich wünschen, daß die deutsch-englischen Beziehungen einen freundschaftlichen Charakter tragen sollten, den Ztvischen- sall bedauern müssen, der die Erregung und die Beunruhigung der öffentlichen Meinung zur Folge gehabt hat. _ Wir aus dieser Seite des Hauses ivünschen weder etwas zu sagen oder zu tun, was die Erregung irgendwie vermehren, oder die Verlegenheit irgendwie steigern könnte, die dieser Vorfall den britischen Ministern, wie ich fürchte, verursachen muß. — vicrauf ergriff Rosebery das Wort und sagte: Ich habe aur eine Befürchtung bezüglich der Angelegenheit, nämlich, daß wir als Nation uns etwas lächerlich machen könnten durch den Lärm, der über diese Episode gemacht roirb. So- biel ich davon weiß, ist gar nichts geheimnisvolles an ihr und die Tatsachen sind genügend klar. Wir haben die ganze Welt die unsinnigen Schlüsse ziehen sehen, nämlich, daß der deutsche Kaiser versucht hätte, auf Tweedmouth zu dem Zwecke euren^ Einfluß auszuüben, um das Marinebudget einzuschränken, den Fortschritt unserer Rüstungen zu hindern, die Vecteidigungs- krast unserer Flotte zu lähmen und die ganze Grundlage der englischen Regierung gleichsam zu untertvühlen und umzustürzen. Ties bringt sicherlich uns, unsere Regierung und unwre Einrichtungen in eine höchst lächerliche Lage. Es gibt einen Seit der Presse, der cs zu seiner Aufgabe -u machen scheint, schlechte Beziehungen zwi- schen Teutschland und England zu schaffen, und ch) snrclste, obwohl ich in dieser Beziehung weniger gut unter- bin, daß es auch einen entsprechenden Teil der deut- icyen Presse gibt, der sich ebenfalls die Herstellung schlechter Beziehungen zwischen den beiden Ländern zur Aufgabe macht, ferner scheint die Empfindung vorzuherrsä)en, daß wir nvt- wenorgerweife eine schroffe Haltung Deutschland gegenüber ein- neymen müßten, weil wir zu freundschaftlichen Gefühlen Frank- r gegenüber gekommen sind. Derjenige Teil der Presse, ° rn England als auch in Deutschland, der derartige Ideen fordert, fit geneigt, jedes alltägliche Vorkommnis zu ergreifen, um ein kranthastes Mißtrauen zu erwecken zwischen den zwei Kanonen, was sich nach meiner Meinung allmählich zu einer ^whr sur. den europäischen Frieden entwickelt. Es ist auf Ikern Gruud vorhanden, warum unsere Freundschaft mit L notwendigerweise eine feindliche Haltung gegenüber Deutschland zur Folge haben sollte. Unsere infulare Stellung unsere großen Handelsbeziehungen mit der ganzen Welt SRnm!? Hn'ere auswärtige Politik so weit wie möglich zu einer -Politik der Freundschaft machen. Wir haben ferner in Ver- innp9 S dieser Politik uns der wichtigen Tatsache zu er- n, daß unsere Freunde von heute morgen unsere Feinde rPm.H -eiL Welches ist nun die Lehre, die ich aus der Er- ftpri öiefic, die durch diesen sehr unbedeutenden Zwischenfall qcrvorgerusen wurde? Es ist die, daß die V e r a n t w o r t l i ch - pinnL; Presse sowohl in England wie in Deutschland werden sollte durch diese Presse und daß sie nicht 7 Gallonen in einen Zustand der Reizbarkeit stur- hipL-'Ä dn eines Tages sich zur Erbitterung steigern und ^-bjNfite Gefahr für den europäischen Frieden Hervorrufen könnte. 2-5 l|t das, eine Erwägung, die sich ergibt gerade aus der mäch- «Sr-deutschen Armee, die etwa vier Millionen Mami zählt d-n ern keinen aufmerksamen Beobackster übersehen wer- Kh'? r eine Armee, die tatsächlich aus der deutschen W? « x und bevor eine deutsche Regierung, Wie mächtig i p ^ä) Jc\n irgend einem Lande den Krieg erklärt, mutz kann -. Unfirilutzung des Volkes hinter sich haben, und sie q .lluterstützung des deutschen Volles is einem Lrreae SkTtSän™»«! Kotationsi>ruS und Verlag der vriihl'schen Unw.-Vuch- und Steiadruckere!. R. Lange. Keöaftion, Expedition und Druckerei: §chu!s!raße 7. bis vormittags 10 Uhr. ____________________________• auf dem gewöhnlichen Wege der Post zu. Ter Brief war ein privater und persönlicher. Er war sehr freundlich gehalten, und sein Ton war gans ungezwungen. Ich zeigte ihn Grey, der mit mir einer Meinung war darüber, daß er als Privatbrief und nicht als ein amtliches Schreiben zu behandeln sei. Demgemäß sandte ich dem Kaiser am 20. Februar ein Antwortschreiben, daS in demselben Sinne gehalten war. Wie sein eigener an mich gerichteter Brief, nämlich in einem freundlichen und zwanglosen Tone. Alles, was ich weiter sagen kann, ist: Ich bitte das Haus, sich versichert zu halten, daß ich der festen Meinung bin, daß der von mir befolgte Weg ein guter und darauf berechnet war, das zu tun, was wir alle so sehr wünschen, näinlick) alles zu tun, was in unseren Kräften steht, um zwischen dem Deutschen Reiche und uns das gute Einver- GietzenerAnzeig General-Anzeiger für Gberheffen T Ullln L s u^etdele^ I Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerFamilienblätter; zweimal wöchentl.ttreis- blatlfürdenUreirGieben (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- virtfchastliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag ».Expedition öl Udreße für Deveschen: Anzeiger Gießen. «■maapwimiH i wichtigsten Verkehrspunkten der Strecke. In Gießen trifft er um 10 Uhr 5 Min. ein. Ein Gegenzug ist nicht in Aussicht genommen. Der neue Zug wird mit dem Sommerfahrplan zur Einführung gelangen. - Ein Dammrutsch erfolgte in der Nacht auf Montag zwischen Großen - Linden und Lang - Göns , etwas nördlich von der Station Lang-Göns. Die nötigen Vor- sichtsmaßregelii wurden von der Bahnvecwaltung sofort getroffen und der Betrieb der die gefährdete Stelle nur langsam befahrenden Züge zwischen Butzbach und Gießen eingleisig gestaltet. Gestern nachmittag 41/) Uhr war der Schaden tn»j soweit beseitigt, daß der zweigleisige Betrieb wieder aufgenommen werden konnte. Die Ursache des Dammrutsches ist wohl in dem fortgesetzten Regenwetter zu erblicken. ** Unsere landwirtschaftlichen Preis aufgab enu In unserer Notiz über die Preisverteiinng für die beste Be^ antwortnug unserer ersten landwirtschaftlichen Preisfragen ist leider der Name eines Preisträgers durch einen Druckfehler? entstellt. Den zrveiten Preis erhielt Herr Wilhem Bopp V.s in Bellersheim. ** In der Freidenker-Vereinigung sprach am Sonntag abend Professor Dr. Bruno Wille über die Mythe' vom Kreuz. Der hier bestens bekannte Redner erörterte in fesselnder Darstellung die Frage, ob Christus eine geschichtliche Persönlichkeit sei und kam zu dem Schluffe, daß ein bündiger Beweis hierfür nicht vorhanden sei. Aus dem Inhalt der viel später entstandenen Evangelien sei zu entnehmen, daß die Schilderttng von Christi Leben und Lehre vielfach eine auffallende Uebereinstimmung mit den Anschauungen des israelitischen Philosophen Philo in Alexandrien erkennen lassen, der seinerseits von der griechischen Philosophie beeinflußt ist. Danach ist Jestts der ^Menschenkind^, das „Licht der Welt^ oder der Fleisch gewordene Logos, unter welcher Bezeichnung die die Welt durchwaltende göttliche Vernunsi zu verstehen ist Mit der Anschauung von diesem Logos verband sich dann die uralte Rchthe vom Kreuz, um in der Lehre vorn Kreuzungsthode Christi die Offenbarung der erlösenden Gnade Gottes zu erblicken. Dein geistvollen und mit Beifall ausgenommenen Vortrag folgte eine lebhafte Dislussion. ** Der Bürgerverein Gießen hielt gestern abend unter dem Vorsitz des Lehrer Val. Müller im Einhornsaat seine Hauptversammlung ad. Der vom Vorsitzenden erstattete Jahresbericht wies nach, daß auch im vergangenen dritten Vereinsjahr der Verein nach Kräften sich bemüht habe, die Interessen der Stadt und der Bürgerschaft zu fördern. Er gedachte u. a. des Universitätsjubiläums, aus dessen Anlaß der Verein eine besondere Versammlung abhielt, in der Prof. Dr. Sommer ein Referat erstattete. Zum Jubiläum selbst stiftete der Verein eine Glückwunschadresse. Bei den Stadtverordnetenwahlen ging der Verein mit einer Anzahl anderer Vereine gemeinsam vor und hatte dann auch die Genugtuung, daß die von dern Bürgerausfchuß vorgeschlagenen Kandidaten fast ausnahmslos gewählt wurden. In einer weiteren Versammlung beschäftigte sich der Verein mit dem Fall Dr. Düllo in Offenbach, wobei Prof. Dr. Biermer einen Vortrag hielt. Der Vorstand hielt 11 Sitzungen ab, in denen er zu allen wichtigen Fragen des kommunalen Lebens Stellung nahm« Die Mitgliederzahl beträgt 450, es starben 6, verzogen sind 8 und ausgetreten 34, wogegen 33 zugingen. Der vom Kommerzienrat Mueller erstattete Kassenbericht schloß bei 405,35 Mk. Ausgaben mit einem Einnahme-Ueberschuß von 283,42 Mk. ab. Die von den Herren Jnderthal und Petri ILE geprüfte Rechnung wurde für richtig befunden und dem Rechneo Entlastung erteilt. Die durch das Los auZscheidenden Vorstandsmitglieder Konnnerzienrat Mueller, Horst, Jaskowsky, Troß, Grünewald und Jnderthal wurden wiedergewählt und an Stelle des Herrn O. Schmidt, der freiwillig ausschied^ Apotheker Schmieder. lieber die Wertzuwachs st euer erstattete sodann Rechtsanwalt Raab ein ausführliches und sehr anschauliches Referat, dessen wesentlichster Inhalt morgen an anderer Stelle wiedergegeben wird. An den mit Beifall aufgenommenen Ausführungen des Vortragenden schloß sich eine Diskussion, an der sich Stadto. Dr. Ebel, Stadtv. Plank, Generalagent A. Schmidt, Stadtv. Troß, Gastwirt Jaskowsky und der Referent beteiligten. Erft nach 12 Uhr erreichte die leider nicht Übermäßig stark be-i suchte Versammlung ihr Ende. "Zum Vüdinger Bankkrach. Der hinter dem flüchtigen Hofrat Rothschild erlassene Steckbrief lautet: Gegen den unten beschriebenen Bankier Ludwig Rothschild von Büdingen, geboren am 28. Mai 1863 zu Ober-Seemen (Obcrhessen), Jsraeltt, verheiratet, der flüchtig ift oder sich verborgen hält, ist tue Untersuchungshaft wegen betrügerischen Bankerotts und bedeutender Depotunterschlagungen verhängt. Es wird ersucht, ihn 51t verhaften und in das nächste Amtsgerichtsgefängnis abzllliefcrn, sowie hierher Mitteilung zu machen. Beschreibung: Alter 45 Jahre, Größe 1,74 Meter, Haare grau (Glatze), Bart: dunkler Schnurrbart, Gesichtsfarbe blaß. Besonderes Kennzeicheir: Trägt Zwicker. Der Untersuchungsrichter beim Landgericht Gießeii. lieber das Verhalten des BürgermeisterZ Knas nach dem Bekanntwerden von Rothschilds Manipulationen sind vielfach unrichtige Mitteilungen durch die Zeitungen gegangen, weshalb mitgeteilt sei, daß der Bürgermeister nicht vom Amte dispensiert wurde, sondern freiwillig vorläufig vom Dienst zurücktrat. Auch die behauptete Beschlagnahme seiner Möbel fand nicht statt. Vielmehr wurde auf Veranlassung der । für reis^ HZ Daöü Kreisrats für die Ersatzansprüche der Stadt eine Hypothek auf das Hau? des Bürgermeisters erwirkt. ** Bortraysabend bet Frl. Minna Körn er. Arofessor Krantz, Leiter des Dresdener Konservatoriunts, schreibt in einem seiner Berichte folgendes: „Eures möchte ich aber gerne ^erreichen. Und das ist, daß das Publikum mehr zur Klarheit dar- ßfcr käme, von welch' ernster Wichtigkeit gerade der grundlegende Unterricht sei, mit welch' kritischer Genauigkeit gerade Leistlingen auf dem Grundfchulstandpnnkte beurteilt werden müßten. ... — Mir den Anfang soll alles gut genug sein; der schlechte Lehrer, das schlechte Instrument, die schlechte Literatur. Weggewoneues Geld, verlorene Zeit, vergeudete Kraft, Unlust und Unfähigkeit zu höheren Studien, verdorbener Kunstgeschmack sind aber die Erzeugnisse des schlechten Unterrichts." So klagt ein erfahrener Musikpädagoge, und er hat recht, so bitter dies Zugeständnis auch feilt mag, um so mehr als der resultierende „verdorbene Kunstgeschmack" solcher beklagenswerten Opfer musikalischer Kurzsichtigkeit für deren Mitmenschen leider nur allzuoft eine tägliche Quelle der Qual wird. Wie oft must man in weihevoller Abendstunde hören, wie Cbopin'sche Petunien uni) Walzer bei womöglich offenem Fenster mißhandelt werden, wie die vergewaltigte Bcet- hoven'sche eis-moll-Sonate um Hilfe und Rache schreit. Und nur zu wabir ist es, daß das heutige Berstäitdnis für wahrhaft künstlerisches, durchgeistigtes Klavterspiel so sehr zurückgegangen ist, daß sich niemarrd findet, der den jammernden GeisteSkrudern unserer großen disteister zu Hilfe kommt. Professor Krantz bezeichnet dieses musikalische Sieckstum ganz richtig als Folge des schlechten Anfangsunterrichtes. Er erreicht nichts und verdirbt alles. Wie Krankheiten verhüten leichter ist als solche heilen, so ist es auch viel leichter, einem noch unwissenden Menschenkinde richtiges Klavier- fpielen beizubringen, als die durch anderer Unverstand ange- wöhnten Fehler wieder gutzuma.ch.en, wenn letzteres nicht gar unmöglich ist. Fräulein Minna Korner beschloß die Reihe der Vortragsabende für das Unterrichtsjahr April^l907 bis April 1908 verflossenen Samstag mit einem Vorspiel der Schüler der Anfängerund Mittelklasse. Alle die zumeist noch ziemlich jungen Spielerinnen zeigten eine durchaus künstlerische Auffassung der ihnen gestellten Aufgabe. Manche spielten sogar auswendig und das mit einer rhythmischen und dynamischen Sorgfältigkeit, daß man seine Helle Freude daran haben mußte. Auch im Spiel zu 4 Händen und im Ensemblespiel mit der Violine zeigten sie sich äußerst gewandt und sicher. Daß alle Schüler der Schule inbezug auf technische Schulung nur Vorzügliches leisten, wurde schon gelegentlich der im vergangenen Jahre aß gehaltenen Bach- und Beethovenabende der Oberklasse hervorgehoben, und von den kleinen Künstlerinnen vergangenen SamStag auf's Reue bestätigt. Daß eine solche Schulung nur künstlerisch ausgebildete (nicht eingebildete!) Klavierspieler hervorbringt, liegt klar auf der Hand und wollen wir der .Schule für höheres Klavierspiel von Frl. M. Körner für die kommenden Jahre recht strebsame Schüler wünschen, denn üt unserer heutigen geschmacklosen Zeit fehlt es sehr an musnälischen Klavierspielern. Lollar, 9. März. Gestern fand hier eine sehr stark besuchte Versammlung der Nationalliberalen statt, in der Professor Dr. Bierm er-Gießen über die gegenwärtige Reichs- Politik, über Vereinsrecht, Polenfrage, Blockpolitik, Wahlrecht und andere politische Zeitfragen sprach. Die Versammlung wurde von dem Vorsitzenden der nationalliberalen Ortsgruppe Lollar, Hüttenbeanüen Bartholomae geleitet. Prof. Dr. Biermer erntete lebhaften Beifall für seine Ausführungen. , x Grün berg, 8. März. Bürgermeister Stöpler von "Lauterbach hielt heute nachmittag im Gasthaus „Zum Hirsch" hier dor zahlreicher Versammlung aus Grünberg und Umgegend einen Vortrag über die Vorteile dec elektrischen Beleuchtung und Kraftanlagen, sowie lüb.r die geplante elektrische L i ch t - u n d Kraftanlage in Lißberg. In klarer Weise machte der jVvrtragende seine Ausführungen und erläuterte sie mit zahlreichen Beispielen aus seinen Erfahrungen und Kenntnissen vom Lauterbacher Elektrizitätswerk. Oberingenieur Müller erklärte an Hand einer Karte in kurzer übersichtlicher Weise die Anlagen und die Ausdehnung, die das Werk von Lißberg aus über die Provinz nehmen soll. Auf Befragen des Gemeinderats S e h r t-Grünberg, ob die Gemeinden, die sich dem Werke in Lißberg anschließen, zu einem eventuellen Verluste beitragen müßten, gab Provinzialdirektor Geheimerat Dc. Breid ort dahin Auskunft, oaß jedes Risiko,für die Gemeinden ausgeschlossen sei. Falls das Werk in der ersten Zeit Zuschüsse bedürfe, was uw hl nicht ausgeschlossen ist, so würden dazu die lleberschüsse verwendet werben, die der Pro- chmz mit .Sicherheit aus dem geplanten Wasserwerk bei Inheiden tzufließen werden, nachdem mit der Stadt Frankfurt a. M. ein Vertrag über Wasserabnahme geschlossen sei. Ge- mteinberat Sehrc, Borsitzerrder der Beleuck.lungskommission in Grünberg, gab seiner Freude Ausdruck über die von Geheimerat Tr. Breiderr gegebene Zusicherung, daß für event. Ausfälle die Gemeinden, die sich dem Werte in Lißberg anschließen, nicht das Risiko tragen und sicherte unter diesen^Umständen nicht nur mit ziemlicher Sicherheit den Beitritt der etabt Grünberg zum Liß- berger Weke zu, sonrdern erklärte auch noch, tzaß von Grüitberg aus in der Umgebung noch möglichst Propaganda für die Beteiligung am Lißberger Werke gemacht werden solle. Geheimerat Tr. Brewert und Bürgermeister Stöpler ernteten für ihre interejianten und klaren Ausführungen den ungeteilten Beifall der zahlreickien Versammlung und cs ist wohl als sicher zu betrachten, daß Grünberg sich der geplanten elektrischen Licht- und itcaitaniage in Lißberg sofort anschließt. + 2ich, 9. März. Ein lange gehegter Wunsch vieler unserer Gemeindeglieder geht nun seiner Verwirklichung entgegen. In diesen Tagen hat der Gcmeinderat den Entwur der Statuten einer Ortskrankenkasse für Lich und Umgegend beraten und angenommen. Am kommenden Sonntag, 15. d. M., soll die Kasse in öffentlicher Versammlung begründet werden. Es ist zu hoffen, daß sich dazu recht viele Interessenten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, einfinden, um diese so sehnlich herbeigewünschte Wohlfahrtseinrichtung | ins Leben zu rufen. Hoffentlich wird daS Institut am 1. April d. I. endlich in Kraft treten. 4- Unter-Schmitten, 8. Marz. Eme gut besuchte nationalliberale Versammlnlung fand hier heute nachmittag bei Gastwirt Seiler statt. Prof. Luley aus Gießen sprach über „Politik im Reiche und m Hessen". Er erörterte die wichtigsten politischen Fragen und kennzeichnete die Stellung seiner Partei dazu. Nach diesem beifällig aufgenommenen Vortrage hielt Herr Riedel noch eine kurze patriotische Ansprache und schloß mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland die Versammlung. Q Nie der-Gemünd en, 9. März. Gestern ist nach kurzer Krankheit unser Bürgermeister Friedrich Berg ge- ’torben, der ein Alter von 67 Jahren erreichte. Ober-Mockstadt, 9. März. In der Angelegenheit des zusammengebrochenen Vorschuß- und Kr^edlt- vereins Obcr-Mockstadt nahm heute der Ober-Staats- amualt aus Gießen hier und in den umliegenden Dörfern Vernehmungen vor. — In einer außerordentlichen Generalversammlung des Vorschuß- und Kreditvereins Ober-Mockstadt wurde ein neuer Vorstand gewählt, der sich aus folgenden Herren zusammensetzt: Bürgermeister Birkenstock in Ranstadt (Direktor), Pächter Schuch auf Hof Schleifeld und Philipp Schult in Staden. Weiter wurde der Aufsichtsrat nominiert. Mainz, 9. März. Als gestern vormittag die hier bedienstete 25 Jahre alte Berta Schäfer ans Gießen nicht aus ihrer A ansarde herabkam, ging die Frau hinauf, erhielt aber auf ihr Klopfen die Antivort, daß sich das Mädchen unwohl fühle. und am Vormittag im Bett bleiben wolle. Doch auch am Nachmittag kam es nicht herunter und gab auch keine Antivort mehr auf das Klopfen. Man öffnete deshalb gewaltsam und sand das Mädchen mit einer S ch u ß- wunde im Kopf, die es sich aus Liebeskummer beigebracht hatte. Schwer verletzt brachte man die Unglückliche in das Spital. x Dutenhofen, 9. März. Von zwei 'Handwerks- 6 ursch en, die gestern in unterem1 Torfe bettelten, hatte einer im benachbarten Aliendorf a. d. Lahn in einem Hause einen neuen Hut gestohlen. 2er Eigentümer, der die Spur der bÄden Diebe verfolgte, erwischte sie mit Hilfe der hiesigen Polizei (in unserem Orte. Auf die Aufforderung des Polizeidieners förderte der eine der beiden Gesellen mit verdutztem Gesichte den Hut aus dem Verstecke, seinem Rucksacke. Hierauf wurden beide beim hiesigen Vorsteher vernommen, wo sie sich tapfer herauslügen wollten und erzählten, daß ein „gewisser Dritter" den Hut entwendet, ihnen zugesteckt und sich dann entfernt habe. Tann wurden beide von einem telephonisch herbeigerufenen Gendarm aus Wetzlar in das dortige Arresthaus gefesselt übergeführt. Schwurgericht. tb. Gießen, 10. März. Kindestötung. Gestern vormittag eröffnete Landgerichtsrat H ol z a p f e l die Tagung des Schwurgerichts für das 1. Quartal, m der nur ein Fall und zwar gegen das 24 Jahre alte Dienstmädchen Margarete Gottuiaun ans Friedberg wegen Kindestötung zur Verhandlung stand. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Tr. Brill, die Ver- teibigung führte Rechtsanwalt Raab. Es waren nur wenige Zeugen zu hören, darmtter die Mlilter und der Bruder der Angeklagten. Medizinalral Dr. Becker-Friedberg war als Sachverständiger tätig. . . Ter Angeklagten wurde zur Last gelegt, daß sie ihr uneheliche geborenes Kind während oder gleich nach der Geburt vorsätzlich gelötet hat. Tie Gottmann hatte früher schon einem Kinde das Leben gegeben, das die Eltern erziehen. Tie Verhandlung fand unter Aiisschluß der Oesfentlichkeit statt. Die Gcsthworcnen bejahten die Frage wegen Kindestötung, aber auch die aus Antrag des Verteidigers gestellte Frage, ob die Tötung fahrlässig begangen sei, und billigten der Angeklagten mildernde Umstände zu. Tas Urteil lautete auf 9 Monate Gefängnis, wovon 1 Monat Untersuchungshaft in Anrechnung kommen. Der Staatsanwalt hatte 1 Jahr beantragt. Noch eine Schultragödie. Durch thüringische Blätter ging dieser Tage folgende Notiz aus Oldisleben (dies ist eine weimarische Enklave zwischen Frpnkenhausen und Heldriingen an der Eisenbahnstrecke Sangerhausen —Erfurt): Seit Dienstag voriger Woche hat der Schulknabe Nikolai das Elternhaus verlassen und ist bis jetzt noch nicht zurückgekehrl. Sein Aufenthalt war bisher noch nicht zu ermitteln. Wohlverdiente Strafen seitens der Schule wie der bedauerns- iDcrten Eltern dürften den leichtsinnigen Jungen zu diesem Schritte veranlaßt haben. Eine spätere Notiz aus Oldisleben lautete: Der vierzehnjährige Schullstabe Hans Nikolai, der sich vor aifjit Tagen heimlich aus dem Elternhause entfernt hatte, wurde am 4. März zufällig in der zur hiesigen Pfarre gehörigen Scheune sterbend aufgesunden. Der schnell herbeigeholte Arzt konnte nicht Helsen. Der Knabe war dem selbstgewählten Hungertode inzwischen verfallen. Ter Verstorbene, der am Palmsonntag 'tonfirmiert werden sollte, war das einzige Kind seiner Eltern. Und warum der selbstgewählte Hungertod? Darüber sagt die dritte Preffeuotiz: „Hans Nicolai ist ami Mittwoch, genau acht Tage Vach ■ einemi Verschwinden, in der zur Pfarrei gehörigen Scheune ge> Ünden worden. Eine 'halbe Stunde banad? verstarb er. Er war verhungert. Der Junge ist durch Verkettung verschiedener Ursachen in beit Tod getrieben worden. Er hatte in der Schule wahrend des Unterrichts mit feinem Nachbar ge- 'p rochen und erhielt dafür Karzer. In denn dazu be- 'timmten Raume muß laut Vorschrift Geschirr vorhanden ein, da die zur Karzer verurteilten Kinder während der Verbüßung ihrer Strafe eingeschlossen werden. Als der Junge an diesem Tage eingesperrt worden war, ist das Geschirr aber nicht vorhanden gewesen, und er war genötigt, seine Notdurft in dem Karzer zu verrichten, da trotz wiedcrhollen Klopfens, eine Klingel äst, auch nicht vorhanden, niemand kam. Die Strafe, J?ie er sich dadurch zügezogen und die er zu Unrecht erleiden mußte, hat sich der Junge so zu Herzen genommen, daß er den Entschluß saßte, zu sterben; er hat diesen Entschluß zum großen Leidwesen feiner Angehörigen, er war das einzige Kind, ausgeführt. Niau wird adzuwarteu haben, ob diese letzte Darstellung, die uns doch gar sehr unwahrscheinlich klingt, den Tatsachen entspricht. Eine Aufklärung dieses tragischen Falles von zu- tändiger Stelle kann ja nicht ausbleibön. Märkte. ke. Frankfurt a. M., 10. März. Heu- und Strohmarkt. (Ora.-Tel d. Gieß. Anz.) Angefahren waren 7 Wagen Heu, 2 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für'Heu Mk. 9.50—0.00, für Stroh Mk. 2.50—2.60, Mafchinen-Langstroh Alk. 2.00—2.10. Alles für 50 kg. Tendenz flau. Tttrehttche Nachrichten. Loangeusche Gemeinde. In der Iohanneskirche. Mittwoch den 11. März, abends 6 Uhr: 2. Passions-Andacht Pfarrer Ausfeld. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch den 11. März 1908: Abnehmende Bewölkung. Regenschauer. Etwas kälter. Westliche Winde. OrögLsraL-DrahrmeLdLrnse». Rom, 10. März. Tribuna dementiert die Meldung der Nowoje Wremja über eine bevor st ehende Rom fahrt des Zaren. London, 10. März. Die heutigen Morgeitblätter kommentieren die gestrige Debatte im Unter Hause. Morning Star besteht weiter auf der Forderung, man möge beide Völker über den Inhalt der Korrespondenz aufllären durch Veröffentlichung des Brieses mit Genehmigung des deutschen Kaisers und zwar gleichzeitig in Deutschland und England. Daily Expreß nimmt mit Befriedigung davon Kenittnis, daß die Korrespondenz zwischen Kaiser Wilhelm und Lord Tweed« mouth sofort dem Minister des Aeußern, Sir Eduard Grey, unterbreitet worden ist. Dieser genieße das 23 er trauen des englischen Volles. Gleichwohl spricht das Blatt die Hoffnung aus, daß fortan alle Korrespondenzen zwischen hohen englischen Beamten und fremden Staatsoberhäuptern auf dem üblichen diplomatischen Wege durch Vermittelung der Ministerien des Aeußern erfolgen möchte. London, 10. März. Die Nachricht über eine Zusammenkunft zwischen dem König von England und König Viktor Emanuel ist unzutreffend. König Eduard wird keine Kreuzfahrt im Mittelmeer unter ne Hirnen, flonbern direkt aus Biarritz nach Paris zurückkehren, wo er einige Tage Aufenthalt nehmen wird. Tort wird ihn Königin Alexandra abholen, worauf das englische Kömgspaar die Reise nach Kopenhagen antritt. Tie Rück« kehr nach London erfolgt am 2. Mai. ~l&Mtss&Ion Mirs Seltersweg 22 I. Etage. 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Fs. bei Herrn Wirt Mar Becker in Beltershain aus den Diilnkten Beltershainer Wald, Junge Buchen und Lange Buchen der Forüwarlei Reinhardshain Scheiter rm: 804 Buche, 1 Hainbuche, 39 Eiche: Knüppel rm: 183 Buche, 17 Elche, 2 sichte; gewöhnliches Reisig rm: '493 Buche, 47 Eiche; Stöcke rm: 147 Buche (hierunter 8 rm brenn klein), 14 Eiche, 1 Kiefer. 2) Dienstag, den 17. März d. Js. bei Herrn Wirt Heinrich Schepp V. in Saaten aus den Distrikten Bettenwald, Koppe, Gramoinkel, Breiteloh, Zuhaag, Mrummstrauch, P'affenloch und Hinkelberg, der Forstwartei Harbach Scheiter rm: 288 Buche, HO Eiche, 102 Kiefer, 42 Fichte- Knüppel rm: 100 Buche, 220 Eiche, 2 Linde, 112 Kiefer, 34 Fichte - Mnüpödreijig rm; 29 Buche, 34 Eiche, 20 Kiefer, 4 Fichie- gewöhnliches Reisig rm: 166 Buche, 412 Elche, 8 Mieter; Stöcke rm: 50 Buche (hierunter 6 rm brennklein), 79 Eiche, 44 Kiefer, 76 Fichte. Zum Schluß wird d as m verschiedenen Distrikten zerstreut liegende Reisig versteigert. Beginn der Versteigerimgen jedesmal vormittags neun Uhr. Die Nummern des zur Versteigerung kommenden Holzes su'd blau unterstrichen. Grünberg, 6. Mürz 1908. Bto/S Großherzogliche Oberförsterei Grünberg. Schober. Von heute Ms 20. Blärz 10% Rabatt vis-ä-vis dem alten Schloß Erandplatz, Brandplatz, Grosser Posten seltener achter Orientalischer Teppiche, Vorlagen, Portieren und Tischdecken erstaunlich billig. C% Auf Teppiche, Vorhänge, Portieren, Tischdecken, Linoleum, Vorlagen, Reisedeckeu, Angora- und Ziegenfelle alles nur moderne und beste Ware M K Tspeien - Reste in jeder Nollenzcchl zu bedeutend herabgesetzten Preisen eulpfiehlt 1115 Robert Hasse, Inh.: Otto Täubert Tapetenhandlang_______— —_______Schanzenstr. 6. WhsWinme, WkWst, Beerensbst empjiehtt die Fürstliche Obstbaumschale zu Lich Preisbuch kostenfrei. (D27/d Wilh. Lette, Obergärtner. Sortnabend, de» 14. März er., abends 8% Uhr, im Cafe Ebel: Oefteotl. Vortrag des Herrn Ingenieur A. Hüller aus Frankfurt a. Al. über: „Dis öle Bewegang wA die änista Prival ■ AngestellleT nachfolgend: Freie Aussprache. Alle Interessenten, insbesondere sämtliche technischen Privatbeamten, als Architekten, Chemiker, Ingenieure, Techniker 2C. find hierzu crgebenst eingeladen. 1603 Bund der Lechuifch-mduffriclleu Beamten. _____________________Ortsgruppe Gießen._____ Sängerscst in Gießen Sonntag, den 15. März, nachmittags V23 Uhr feiert die Mittkldeütslijc llnriniBimg ist s -tzrißlichen SäiigrtliraiifS Dmtschcr Zunge in der Turnhalle in Gießen ihr Jahrcsfcst. Es werden mihviifen ein Posaunenchor, eine Anzahl gemischter und Männerchöre, sowie die Solisten Prof. Br. Bucher, Frantturi, (Banron) und Frau Nickel, Frankfurt, (Sopran). .< Programme sind im Vorverkauf zu haben in der Schrcw' warenhandlung von Ottmar Köhler, Ltndenplatz. Die 'Programme lösten im Vorverkauf 30 Pfg. und an der Kasse 40 Pig- i,n0 berechtigen zum Eintritt. , 2lm Abend 8'/. Uhr findet im gleichen Lokal eine NE ferer statt. D10/« W ■ ‘°UtH jp >* 1|C--biet[ j(Ä':- :n ÄbiS 1 AsGtz j(to iK^-kL fjte Tarstell^. V? UÖUCS Don j;, !*b btrohin^ genheu, 2^c> *' Jl>v Eiroh W ^lles iüt 50^ ions-AndoLi etSluSielb, am Mittwoch ia genfchauer. 6iti »gea. icrt die MdL nde Ramsch Ikorgenblätter k> nie. Mornm man möge bä littäien buio) fe mg des deMW mb und EnglL davon ftennti n und Lord Tv.» Sir Eduard Hi: mi> Verträum ic Zlatt die hofM ischen hohen c: Krn aus dem i> ng der Ministm.' der eine Zu sm n Englandul treffend. Söul m Mitteln iarritz nach nehmen Ivird. m raus das ensti nilrill. Die i? HM jehall?- piatliof' MllL- jettö»0 /* Wrs gmalgeniäW0 Produktionen. (113 Achüct SKN-H -§sW SW rer.me'N ' n ba ^.iCnrrnlw/- oder lvdncr-l» u5 g«*11" r* m/p jainH'^e, pigen,el' 1 F 3*^ Ks< uv: :v: Ä I Brzieien Sie eine onne wie PENTE" PPARAT und sonstige Bial L Freund in Breslau D. Preisbuch No. >04 mit vielen Abbildungen auf Verlangen gratis und frei. Postkarte genügt. 552 ll .. T; P-THOMPSON'S SEIFENPULVER Nutzholz-Versteigerung Freitag, den 13. März d. Js., vormittags von 10 Uhr ab im Gemeindehause zu Oberkleen. 1) Aus dem Gemcindcmalde Oberkleen von vormittags 10 bis etwa 12 Uhr: Men: 12 Stämme 2. Kl. = 17,07 Fm., 152 Stamme 3 . und 4. Kl. = 95,49 Fm. und 15 rm Nutzholz (2 und 2,5 m lang) Erlen: 19 Stämme 3. und 4. Kl. — 7,78 Fm. und 3 rm Nutzholz (3 m lang) Nadelholz: 1 Stamm 2 Kl. = 1,63 Fm., 98 Stämme 3. und 4. Kl. ----- 37,41 Fm., 17 Stangen 1. bis 3. Kl. und 54 rm Nutzholz (2 und 3 m lang) 2) Aus dem Gemeindewalde Niederkleen von nachmittags 1 bis etwa 2 Uhr: Lichen: 1 Stamm 1. Kl. — 2,51 Fm., 18 Stämme 3. und 4. Kl. — 6,04 Fm. u. 10 Stangen 1. Kl. Dirken: 5 Stangen 1. Kl. Nadelholz: 107 Stämme 3. u. 4. Kl. — 35,90 Fm., 58 Stangen 1. bis 3. Kl. und 123 rm Nutzholz. 3) Aus dem Gemeindewalde Ebersgöns von nachmittags 2 Uhr ab: Eichen: 4 Stämme 2. Kl. ---- 5,86 Fm., 64 Stamme 3. u. 4. Kl. — 29,14 Fm. und 36 rm Nutzholz (2 und 2,5 m lang) Nadelholz: 157 Stämme 3. und 4. Kl. = 40,40 Fm., 1056 Stangen 1. bis 4. Kl., 1530 Stangen 5. und 6. Kl. (zu Bohnenstangen geeignet) und 51 rm Nutzholz (2 und 3 m lang). Die Herren Förster Apel zu Oberkleen und Müller zu Niederkleen werden die Hölzer auf Verlangen den Kauflustigen zeigen. Groß-Rechtenbach, den 5. März 1908. bs/3 Das Bürgermeisteramts__________________ ,.t auch der Unterzeichnete weitere Auskunft. Treis a. Lda., den 9. März 1908. Grohherzogliche Oberförsterei ^.rels a. Lda. S chneider. Submission auf Stamm- und Stangenholz. Im Wege der schriftlichen Submission sollen unter den hier- gr in den Domanialwaldungen geltenden Bestimmungen aus den eindomanial- und Mitgebrauchswaldungen der Oberchrilerel Treis a. Lda. verkauft werden: „ Stämme: Eiche 3. Kl. 4 Stück -- 3,60 Fitm. (40—49 cm Mittendurchmesser), 4. SEL 12 Stück — 5,95 Fstm. (30—39 cm Mitten- durchmesser), 5. SIL 33 Stück — 8,66 Fstm. (25—29 cm Mittendurch- mener), 6. ML 239 Stück = 3337 Fstm. (unter 25 cm Mlttendurch- messer). Meser 3. Kl. 5 Stück = 3,09 Fstm. (30-39 cm Mttten- durchmesserl, 4. Kl. 5 Stück - 3,50 Fstm. (25-29 cm 'Mtttendurck- messer). Fichte 4. Kl. 3 Stück = 1,67 Fstm. (25—29 cm Mittendurck- messer), 5. Sil. 129 Stück = 43,05 Fstm. (unter 25 cm Mtttendurch- mefier). Terdstangen: Eiche 1. Kl. 21 Stück l-09Fftm-, Fichte 1. KL 259 Stück = 27,67 Fstm., 2. Kl. 358 Stück - 16,38 Fittn. Das Holz ist aufgearbeilet, und Stammholz ohne Rinde ge- messen. Gebote mit der Auischrist „Holzsudmission" versehen, behebe man bis zum 20. März, vormittags 10 Uhr bet unter- reiumeter Behörde einzureichen. Die Gr. Forittvarte Höres und ner zu Treis a. Lda. zeigen auf Wunsch daS Holz vor, ebenso i. ...t auch der Unterzeichnete weitere Auskunst. Bl0/s Nächsten Freitag, den 13. März, vormittags 10 llhr kommt in hiesigem Markwald nachstehendes Holz zur ^ersleigerung: _ 1588 21 Fstm. Eiche-Schnittholz geeignet zu Glascrholz. 37 Fstm. Grubenholz, 19 Fstm. Eiche-Derbstangen, 38 Fstm. Fichte-Stämme, 19 Fstm. Fichtc-Derbstangen, 40 Rm. Buche- und Eiche-Scheiter, 30 Rm. Buche- Knüppel, 160 Rm. Buche- und Eiche-Reiser, 80 Rm. Buche- und Eiche-Stöcke. Zusaminenkunft bei Stammholz Nr. 1. Trais-Münzenberg, den 8. März 1908. Markmeister: H äuse r.___________________ ' Mm voll Ireslhiiisslhiiieii. Die zur Konkursmasse über das Vermögen des Mühlenbe- slhers .Karl Heinrich Meß zur Ohäusermühle bet Schweinsberg gehörigen Dreschmaschinen unb Strohpressen sollen freihändig verlauft werden. Es kommen fechS Dreschgarnituren, Modelle Aunden, Mainz, Lübeck und Leipzig, in Betracht. Sämtliche Lokomobilen find einer nochmaligen Wasferdruckprvbe von 3Vz Atm. Ueberdruck umerzogen worden und habeil dieselbe tadellos beüanden. Sämtliche Strohpressen (sog.Selbstbinderprepen) und schwerer Bauart für 60 und 66zölligeDreschwagen passendund funkuomeren gut. Des weiteren steht zum Verkauf eine fahrbare Schrotmühle, System Bansard & Lons Wo. 4 mit noch ganz neuen Mahlicheiben. Ebenso drei fahrbare Kreissägen zum Langholzschneiden und mit Rolltifch für Brennholzschneiden eingerichtet, nebst ben dazu gehörigen Blättern. t _ Endlich ist zu verkaufen ein sechzehlrpserd. elektrischer Dynamo- Motor, fahrbar, nebst ea. 90 Meter Kabel (erü lo Wochen un ®e= brou^), sowie eine Zentrifugalpumpe mit den dazu gehörigen Rohren And Saugrorb. .. <_ . x Zu sämtlichen Dreschgarnituren ist das gesamte Zubehör, Wmden, Treibriemen, Schlüsseln pv. vorhanden. _ , , .. . Zu jeder weiteren Auskunft, sowie zur Annahme von Geboten ist der Unterzeichnete bereit. Marburg, den 7. März 1908. Der Konkursverwalter: A ut h, Rechtsanwalt.D 3 Volks-Konzert zur Feier des in aller Art empfiehlt Zum Umzu$ Franko- Lieferung. 8i|drii« sind meine Felh.MeitiHM sowie Blraen-Samen bekannt frischer keimfähiger Ware. [1470 Sa. 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