^trafelneg istav Uch geeignet zu itung von Salat u. lisen. Feinsten 1t als renommierte artikel die (4013 ffalter Mäasbnrj TeL 886. ten gedeihen ' wennriestetsSprattJi nfutter erhalten. [“ »st - auch Spratri suchen - zu haben heil ich. ne?1 l?;0IÜici.- terba^Ä&iiott u° <.sBddergl-'N^ |Ä indheitsbinden 1 Gürtel empfid*^ 5533 SflÄW t itoi MW Ui«'. P'*1 irr. NW tounbc ö-ujc- Mebctur" n 10 w f tausendfach bcwahv Donnerstag 9. Juli 1908' Nr. 159 Zweites Blatt Giehener Anzeiger Lrjchetnl täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Eeneral-Anzeiger für ©berufen 10 des 158. Jahrgang Millionen .beteiligen. Erst in der nächsten Woche sind weitere Auffahrten Luftschiffes zu erwarten. Das außerordentliche, von Nervosität nicht freie Jnter- Major Pcrscval in Berlin stellte einen neuen lenkbaren Ballon fertig nach dein unstarren System in abweichender äußerer Form, indem er den Ballon vorn dick und hinten spitz, also birnenförmig gestaltet. Probefahrten stehen unmittelbar bevor. Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen Unioersiläts - Buch- und Sleindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expeditton und Derlag: e^5L Redaktion:e^ll». Tel.-AdruAnzeigerGießen- Dl« „Lietzener §amtllenb!3tter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krdsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Ausland. In der französischen K a nt m e r beantwortete der Kriegs- noinister eine Interpellation über die Einberufung ixr Reservisten. führte aus, das; trotz der Schwierigkeit der Einberufung, die i'Hcservisten die Hauptbestandteile devnationalen Werte idigung darstellen. Sie hätten in diesem Jahre einen recht erfreulichen Anblick geboten und tatsächlich Dcriücni>bare Re- 'Menter gebildet. .Der Kriegsminister schloß mit der Versicherung, baß er alles tun werde, um eine Einberufung nach Möglichkeit 1) in aus zu schieben. Sodann wurde eine Tagesordnung, in in tlcher der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wird, angenommen. Wie Tourner darlegie, urnsassc bad laufende Etatsjahr lii 1. Juli 59 364 200 Frants Ergänzungsausgaben, denen 41)689 156 Frunls Mehreinnahmen gegenüberstehen. Sobald man tic marokkanischen (30 Mill.) und andere Ausgaben in Rechnung sicht, erreicht das Defizit jedoch eine Höhe von 9 5175045 ißlLNk. Einem Telegramm der „Köln. Ztg." ans 'Tanger zufolge, Aus Stadt ittid Land. Gießen, 9. Juli 1908. " Die Brandoersicherungskasse hatte im Jahre 1905, von dem jetzt die Abrechnung veröffentlicht wird, einschließlich eines ans der vorhergehenden Rechnung übernommenen Kassevorrats von 2 309 095,43 Mk. eine Einnahme von 3 823 225,53 Ml. An ausgeschriebenen Beiträgen befanden sich darunter 1 366 036,26 Mk., nämlich 568 398,55 Mk. aus der Provinz Starkenburg, 476 165,09 Mk. aus Rheinhessen und 321 472,62 Mk. aus Oberhessen. Die Ausgabe belief sich auf 1 834 533,30 Mk., so daß 1 988 692,23 Mk. Rest verbleiben. Reu ausgeliehen wurden von der in der Ausgabe enthaltenen Summe 823 457,70 Mk., so daß die eigentlichen Ausgaben rund 1 Oll 000 Mk. betragen. Darunter betrugen die Ausgaben für vergütete Brandschäden und Abschätzungskosten 535 566,77 Mk. und zwar in Oberheffen 118 692 Mk. (Kreis Friedberg 31 689 Mk., Lauterbach 26 177 Mk., Gießen 20 849 Mk., Schotten 18 577 Mk. und Alsfeld 3 483 Mk.), Besoldungen und Pensionen 78 631,45 Mk., Erhebgebühren 34 225,25 Mk., Zuschuß an die Landesfeuerlöschkasse 81 868 Mk., Brandabschätzungskosten, Diäten und Reisekosten 12 786 09 Mk. und Vergütung für erhöhten Feuerschutz 211 574 Mk. — Die Landesfeuerlöschkasse hatte im gleichen Jahre 125 636,58 Mk. Einnahme, darunter 35 912,42 Mk. Zuschuß aus der Hauptstaatskaffe unb, legte der Generalinspektor der marokkanischen Polizeitruppe, Oberft Müller, beim diplomatischen Korps Protest gegen die Ueberfül> rung der Polizeitruppe von Mazagan nach A 5 emmur ein, als gegen bie Algecirasatte verstoßend. Dem Pariser „Tcmps" wird aus Caasablanca gemeldet, daß General d' Am ade im 6. Juli das Gebiet des Schtukastammes verlassen habe u nb etwa 25 Kilometer von Azemnr in der Richtung aus Casablanca lagere. Nach den letzten Meldungen der Agence Havas halten die Truppen des Sultans Abdul Asis Azemur besetzt. In Innsbruck kam cs wieder einmal zwischen freiheitlichen und klerikalen Studenten zu einem Zusammenstoß. Einem freiheitlichen Studenten wurde das Nasenbein zerschmettert; andere Hochschüler wurden durch Stockhiebe verletzt. Der türkische General Schemsy Pascha ist in Mo- nastir durch einen türk. Offizier erschossen worden. Ter Mörder flüchtete. Schemsy Pascha, der Truppenkommandant von Mitrowitza, war nach Nionastir gesandt worden, um meuternde Truppen zu bewältigen. Er war der energischste türkische Offizier, dem cs wiederholt gelungen ist, unbotmäßige Truppen zu unterwerfen. Der Vizekönig in Mulden erließ eine Proklamation, in der verfügt wird, daß der deutsche Handel nach Teng- wangscheng die gleiche Behandlung zu erfahren habe, wie der japanische Handel nach diesem Platze. Das amerikanisä-e Kongreßmitglied Richmond Phobson hielt auf dem demokraliscl>en Konvent zu Denver eine leidenschaftliche Rede, deren wesentlicher Inhalt die Forderung nach Ausgestaltung der Marine war. Er begründete feine These damit, daß der Krieg init Japan unvermeidlich sei, und daß der Marineverwaltung daher die Verpflichtung erwachse, den Stillen Ozean zu überwachen. Die Annahme dieser Resolution soll ziemlich sicher sein. Eine Konferenz der australischen Arbeiterparteien in Brisbane entschied sich für allgemeine Wehrpflicht und eigene Marine. politische Tagesschau. Tie F.uanzen Oesterreichs. Im österreichischen Abgeordneten Hause totes der Finanzministcr darauf hin, daß das Cisenbahnmini- ftcrium für die nächsten vier Jahre 160 000 000 Kronen beanspruchen würde. Äußer diesen Anforderungen und bereits ieststehenden 45 Millionen für Offiziersgagen iifip. würden Mehransorderungen von mehr als 200 Mill, erhoben, welchen im ganzen eine voraussichtliche Mehrbe- »ectung von nur 97 Millionen gegenüberstehe. Solchen Erfordernissen nachzukommen, könne kein Finanzminister mit Heinern Gewissen vereinbaren, wenn er nicht die Bahn des Defizits betreten wolle. Wir sind, erklärte der Finanz- Fnnister, hart a n diesem Rande. Er werde daher «uf die einschneidendste Reduktion dieser Neuansprüche dringen. Wollen Sie, fuhr der Minister fort, ernstlich daran zehen, eine Jnvaliditäts- und Altersversorgung zu schaffen und die zweijährige Militär- Dienstzeit ernzuführen, und wollen Sie ernstlich Wasser- Itraßen bauen und Flüsse regulieren, dann müssen Sie Ihre .gewöhnlichen Anforderungen und die auf so verschiedenen Gebieten vorgebrachten Lieblingswünsche zurückstellen, dann nüssen Sie es aber dem Finanzminister überlassen, ob und :ivann die Steuer reduziert werden und ob und wann die Steuer erhöht werden kann. (Zustimmung und lebhafte Zwischenrufe.) Herabsetzungen einzelner oder ganzer Steuer- Gattungen dürfen Sie nicht in Angriff nehmen, das Budget Lürfen Sie nicht stören, sonst stehen Sie vor dem Gespenst Les Defizits und des finanziellen Ruins des Staates. Das Haus lehnte sodann die Dringlichkeit des sozialdemokratischen Antrages betreffend die Einführung des allgemeinen Wahlrechts in einigen Landtagen ab. Deutsches Reich. D i e deutsche Kaiserjacht „H 0 henz 0 ller n", mit dem Kaiser an Bord, ist nach vortrefflicher Fahrt bei Rittern Welter am Mittwoch in der norweg. .Hafenstadt Odde e ingetroffcrr. Wie eine Berliner Korrespondenz erfährt, soll das Slvancement des Kronprinzen zum Ober st und Kommandeur des Kaiser-Alexander-Garde-Grenadierregiments 1 b'worstehen. Reichskanzler Fürst v. B ü low richtete an die Witwe d'.'s verstorbenen Generalseldmarschalls Frhrn. v. Los ein Beileidstelegramm, in dem es heißt, der verewigte Feldmarschall verkörperte die unlösbare Zusammengehörigkeit 15 cr Nheinlande mit der Monarchie. Der preuß. „Staatsanz." gibt die Verleihung des Roten Mlerordens 2. Klasse mit Eichenlaub an den jlnterstaats- ; fekretär im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Frhrn. lEwels von der Brügghen und an den außerordent- j lechen Gesandten und bevollmächtigten Minister in München, v. Schlözer, bekannt. Generalleutnant v. Liebermann teilte auf einer Tagung des Kasseler Flottenvereins mit, heute, z Donnerstag, werde in Berlin der Gesamtvorstand des Flot- lcnVereins zusammentreten. ES sei Hoffnung vorhanden, btn Groß-Admiral v. Köster zu bestimmen, das Präsidium zm übernehmen. — Der Landesverband Schwarz- burg-Rudolstadt, Vorsitzender General Kleist, erklärte seinen Austritt aus dem Flottenverein. Die Düsseldorfer Regierung versagte der Wahl des sszialdemokr. Stadtv. Räuber zum Mitgliede der Schuldeputation ihre Bestätigung. esse, womit man in England auf den Erfolg Zeppelins zurückblickt und ferneren Erfolgen entgegenficht, findet charakteristischen Ausdruck in einem Artikel der „Daily Mail" über die BerwcrtungSmöglichkeiten des deutschen Lustschiffes im Kriegsfall. Darin wird auseinandergesetzt, daß das Zeppelinsche Fahrzeug schon bei seiner jetzigen Leistungsfähigkeit, die sich zudem bald steigern dürfte, zu einer Invasion desenglisch enLu st meeres von einem norddeutschen Stützpunkt aus durchaus imstande sei, und daß eine Flotte von solchen Schiffen nicht bloß unschützbare Kundschafterdienste im Hinblick auf die Bewegungen der britischen Kriegsschiffe leisten, sondern diesen sowie den englischen Hafenanlagen und Küstenbefestigungen den schwersten Schaden zufügen könne, noch dazu ohne eigenes Risiko, da die Marineartillerie vorläufig auf mehr oder minder vertikales Schießen nicht eingerichtet sei. Der einzige Trost für England bestehe bis auf weiteres in Anbetracht der Entente eordiale darin, daß dem Zeppelinschen Schiffe, gleichsam dem „Dreadnought der Lüfte", der französische Le- baudy-Typ vermöge größerer Leichtigkeit und Beweglichkeit seinerseits vielfach überlegen sei und das deutsche Riesenschiff bequem von oben herab vernichten fönnc. Als ob das Konstruktionsgeheimnis beider Typen bereits öffentliches Eigentum wäre, wird deshalb dazu geraten, daß England selbst eine aus Luftschlachtschiffen ä la Zeppelin und Lusilreuzern a la Lebaudy gemischte Flotte baue und inzwischen seine Marinegeschütze den Anforderungen der neuen Aera anpasse. Von anderer Seite wird die Einführung einer Arc Paßzwang für Luftschiffe r verlangt, um militärische Abstecher frem^ der Nationen in den Luftbereich der englischen Küsten schon in Friedenszeiten zu verhindern. Darüber, wie man sich die Grenzwachen zwischen Himmel und Erde denkt, verlautet noch nichts. Der französ. Luftschiffer Graf de la Vaulx fordert die Regierung seines Vaterlandes auf, angesichts der unleugbaren Ueberlegenheit Deutschlands auf flugtechnischem Gebiet von der Monopolisierung eines Systems abzusehen und neben Lebaudys Ingenieuren auch andere Erfinder zu ermuntern. Ter franz. Kriegsminister, der den beispiellosen Erfolg Zeppelins kenne, werde sich dieser Anschauung nicht lange mehr verschließen können. Ter französ. Graf erklärte, man müsse fick offen ein gestehen, da ßdie De ätsch e n in der Luftschiffahrt bie Franzosen we it überflügelt hätten. Zeppelin habe alle französischen Rekorde geschlagen. (Bgl. auch die heutige Nr. der „Gieß. Fam.-Bl.") in hohen Tönen feierndes Glückwunschschreiben, dessen Schluß lautet: „Im Namen der Reichsverwaltung bitte ich Ew. Exzellenz, das beifolgende kleine Kunstwerk, ein Emailbild nach dem Aquarell von Hans Thoma: „Tcn den Lorbeer tragenden, über See und Gebirge frei dahin- schwebenden menschlichen Genius" freundlich aiizunehmen." Glückwunschtelegramme liefen ferner u. a. ein von dem bayr. Ministerpräsidenten v. Podewils und einer großen Anzahl von württemb. Schulklassen. Ein Glückwunsch kam vom Rektorat und Senat der Techu. Hochschule in Hannover. Ter bayr. Prinzregent hat an den König von Württemberg folgendes Telegramm gesandt: „Mit lebhafter Freude habe ich den Bericht über die letzten Probefahrten des Zeppelinschen Luftschiffes verfolgt. Es drängt mich, auch Dir gegenüber meiner herzlichst Freude auch darüber Ausdruck zu geben, daß der unermüdlichen Schaffenskraft ein so reicher, für das gesamte deutsche Vaterland hochbedeutsamer Erfolg bef chic den ist." Wie einem unserer Berliner Korrespondenten von interessierter Seite mitgeteilt wird, ist für den Fall des Gelingens der Zeppelinschen Luftreisc nach Mainz die Gründung einer Zeppelin-Luft scyiff-Betriebsgcsell- schäft geplant. Diese Gesellschaft soll aus einem Konsortium bestehen, das in Verbindung mit dem Grafen den Bau von starren Motor-Luftschiffen betreiben und die Einrichtung von ständigen öffentlichen Motorluftfahrten ins Leven rufen will. Es sollen, ähnlich wie zu Wasser und zu Lande, auch für den Luftschifsverkehr Stationen eingerichtet werden. Unter den Geldgebern wird die Firma Krupp genannt. Sie soll sich daran mit 5 bis Leber die Ereignisse in Persien gibt die offiziöse Petersb. Telcgr.-Ag. einen Bericht, der natürlich in russischen: Lichte die Vorgänge dnrstellt und daher mit Vorsicht ansznnehmen ist. Es heißt darin: Tie letzten Ereignisse waren durch Verschwörung gegen den Schah hervorgernien worden, dem persönliche Gefahr drohte, daher war (der ruf). Kosakenoberst) Liak 0 ss kraft seiner Stellung und seiner Instruktionen verpflichtet, den Schah mit allen Mitteln zu verteidigen. Bei der Belagerung der Moschee am 23. Juni handelte Liakoff, der im ununterbrochenen Verkehr mit dem Palais stand, wo die Minister und der größte Teil der Parlamentsmitglieder Versammlungen abhielten, ans unmittelbaren Befehl des S ch ahs und konnte sich der Erfüllung dieser Pflicht nicht entziehen. Als jedoch der russische Gesandte in Teheran erfuhr, der Schah wolle Liakoff zum Generalgouverneur von Teheran ernennen, erhob er dagegen Protest und Muhamed ed Tauleh wurde dazu ernannt. Infolge der Proklamierung des Belagerungszustandes wurde alles Militär in Teheran Ltak 0 ff unterstellt und ihm zugleich der Schutz der Hauptstadt übertragen. Falls Liakoff auf Befehl des Schahs die von ihm unterzeichneten Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung verpflichtetet«, bat der russische Gesandte den Schah, diese durch von den persischen Behörden ausgehende Befehle zu ersetzet«. Auch unter normalen Zuständen liegt den« Ehcs der Kosakenbrigade der Schutz der Hauptstadt und die Sorge für die Sicherheit der Gesandtschaft und der übrigen Ausländer ob. Voi« privater Seile wird gemeldet: Eine offizielle Ne Vergabe der Maschinengewehre an die Ko saken-Brigade hat noch nicht stattgenmdcn, da der Schah die Erbitterung des Volkes darüber, daß alles in russische Hände übergeht, nicht steigern will. Gestern entstand im Bazar zu Teheran ein großer Streit zwischen Soldaten und Fleijchmaktern. Die Soldaten überwältigten 18 und führten sie, mit Stricken gefesselt, zum Militär-Gouverneur. In Täbris sind gestern wieder blutige Zusammenstöße erfolgt. Eras Zeppelin, der populärste Mann der Gegenwart, hat natürlich aus Anlaß seines 70. Geburtstages eine große Reihe von Ehrungen erfahren. Vom Bvdenfeegeschichtsvereiit wurde er zum Ehrenmitgliede ernannt. Er gehört dem Verein seit 1870 an. Ter Magistrat der Stadt Lindau sandte deut Grasen ein Glückwunschtelegramm. Tie Stadt Konstanz hat, ebenso wie Stuttgart, den Grafen Zeppelin zu ihrem Ehrenbürger ernannt Vertreter der badischen und württem- bergischen Regierung, beider württembergischen Kammern und des Königs Wilhelm von Württemberg brachten Glückwünsche. Berge von Telegrammen sind in Friedrichshafen gestern eingelaufen. Mehrere Schweizer Gemeinden brachten dem Grafen gestern abend große Serenaden mit Feuerwerk. Wie uns ein gestern nachmittag zugekommenes Telegramm aus Tübingen meldete, hat die dortige naturwissenschaftliche Fakultät Zeppelin zum Ehrendoktor der Naturwissenschaften ernannt. Auch die imturwifsenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig hat den Grafen Zeppelin zum Ehrendoktor ernannt Vom König von Württemberg hat Graf Zeppelin folgendes Telegramm erhalten: „Arn heutigen 'Tage bringt cs mich. Ihnen ganz besonders warme und innige Glückwünsche darzubringen, indem ich mich eins weiß mit dem ganzen Vaterland, das mit gerechtem Stolz auf seinen im Mittelpunkt seines Interesses und seiner Bewunderung stehenden Sohn blickt. Zu einem Zeitpunkt, da viele sich zu Ruhe setzen, ist es Ihnen vergönnt, den wohlverdienten Lohn eines Lebens der Aufopferung und der Arbeit zu ernten, um im Zenit des Sck-affens zu stehen. Mögen viele glückliche an Genugtuung reiche Jahre folgen. Ich mache mir die Freude, aus dem heutigen Anlaß Ihnen meine große Goldene Medaille für M u n ft und Wissen f rf, a f t am Bande des Kronenordens als äußeres Zeichen meiner Gefühle zu verleihen. Auch habe ich Ihrem kaufmännifa>en Vertreter Herrn Uhland das Ritterkreuz erster Klasse des Friedrichordens verliehen und hoffe auch damit Ihnen eine erfreuliche Ehrung zu erweisen. Wilhelm." Die Königin von Württemberg hat folgendes Telegramm geschickt: „Meine tvärrnften Wünsche für die Zukunft möchte auch ich Ihnen heute ausfprechen, wobei ich nicht nur des großen Erfinders in Bewunderung gedenke, sondern auch in Dankbarkeit des treuen Württembergers und guten Patrioten. Charlotte." Auch der Großherzog von Baden telegraphierte. Der Reichskanzler Fürst v. Bülow richtete an Gras Zeppelin nachstehendes Telegramm: „Eurer Exzellenz sende ich zu Ihrem 70. Geburtstage meinen herzlichsten Glückwunsch. Möge Ihnen noch lange die kühne Tatkraft erhalten bleiben, auf deren Erfolge ganz Teutfchland mit Stolz blickt. Bülow." Vom Staatssekretär des Reichsamtes des Innern, von Bethman, n - H 0 llweg .erhielt Graf Zeppelin ein ihn Der englische Admiralskonflikt. DaS englische Unterhaus hat sich am Mittwoch mit dem ^ldrniralskonslikt beschäftigt. Auf eine Anfrage erwiderte Asquith, daß er, abgesehen von unerwiesenen Gerüchten, keine Kenntnis L’on Meinungsverschiedenheiten zwischen Admiralen habe. Wenn die Regierung Grund zu der Annahme hätte, daß ein Zustand bc- r!cf)e, welcher der Disziplin und der ruhigen Arbeit in der Flotte 1 achteilig sei, so werde sie nicht zögern, für schnelle und wirksame -Ibljilfe zu sorgen. Die Leitung der Marinepolitik des Landes liege Gei der Regierung. Die Marineoffiziere hätten diese Politik weder ja erörtern noch zu kritisieren, sondern in Gehorsam gegen die Vorgesetzten und in Uebereinstimmuug mit den Kameraden auszu- f nhren, sowie lediglich die Erfüllung der hehren Aufgabe, der sie s id) gewidmet, int Auge zu behalten. — In seltsamem Gegensatz za diesen ministeriellen Aus'ührungen steht die private Meldung, »aß Admiral BereSs 0 rd, den die „Times" beschuldigten, vor e migen Tagen einen falschen Befehl gegeben zu haben, durch »en ein großes Unglück hätte entstehen können, ein Kriegsgericht über sich beantragt habe. Der bekannte englische Publizist Stead weilt zur Zeit in P-etersburg. Die englische Annäherung an Rußland wird nach Steads Ueberzeugung von 670 Mitgliedern des russischen Parlaments gebilligt, während nur 59 gegen sie sind. Tie Revaler En- tteoue sei ein Friedenspfand. An einen Krieg gegen Deutschland denke N i e m a it d. Tie englischen Interessen kollidierten nirgends mit Deutschland. Ein Bericht des englischen Finanzkomites über die Na° t ionalgaran tie s ü r S ch i f s sschäden in Kriegs- zetten giebt der Meinung Ausdruck, es sei nicht wünschenswert, daß der Staat c3 unternehme, Schiffseignern oder Gewerbe- tieibenbeii Verluste zu ersetzen, die sich msolge von Beschlagnahme des Schiffes durch Feindeshand in Kriegszeiten ergeben. Das Komitee sei nicht in der Lage, die Annahme der Nationalgarantie ui irgend einer Form zu empfehlen, mit Ausnahme derjenigen, bie durch die Ausrechterhaltung einer mächtigen Flotte geboten ist. ,85 455 Mk. Zuschuß auS der Brandoersicherungskasie. Von den im ganzen 122 164,92 Mk. betragenden Ausgaben wurden 8 455,97 Mk. zu Unterstützungen an verunglückte Feuerwehrleute (in Oberhessen 3733,07 Mk., Starkenburg 3358,40 Mk. und Rheinhessen 1364,50 Mk.) und zu Beihilfen an Gemeinden und Feuerwehren zur Anschaffung von AuSrüstungSgegensländen 102 050,85 Mk. (in Starkenbug 52 836,35Mk., Oberheffcn 41690 und Rheinhessen 7524,50Mk verwendet. * * D e r „t e u r e" S o m m e r h u t. Die Passagiere des nachmittags von Frankfurt nach Kassel fahrenden Personenzuges waren kürzlich nicht wenig erschrocken, als plötzlich zwischen den Stationen Treysa und Kirchhain der Main-Wesrr-Bahn auf freiem F-eidc sämtliche Bremsen des Zuges unter großem Geräusch m Tätigkeit traten und den Zug mit plötzlichem Ruck zum Stehen brachten. Geschäftig eilte das Begleitpersonal des Zuges hin und her, um festzustellen, in welchem Abteil die Roth bremse gezogen sei. Bald sollte sich das Rätsel lösen. Es öffnete sich ein Abteil dritter Klasse und herausspazicrt kam mit heiterem Lächeln eine junge Tarne, die erklärte, daß sie dicZNotbrcmse gezogen habe. Beim Heraussehen aus dem Fenster sei ihr durch einen heftigen Windstoß der neue — Sommer- Hut entführt worden. Um das Objekt, das einen Wert von etwa 12 Mk. habe, wiedcrzuholen, sei von ihr die Notbremse rn Tätigkeit gesetzt worden. Tie Männer vom geflügelten Rad zeigten indessen für derartige Argumentationen wenig Verständnis und waren ungalant genug, ohne den Hut weiterzufahren. Für die junge Dame aber, welche den Aufenthalt veranlaßt hatte, dürfte die Geschichte noch unangenehme Folgen haben, da die mißbräuchliche Benutzung der Notbremse unter hohe Geldstrafe gestellt ist. * * Gabelsberger Stenographen. Am 4. und 5. Juli beging der Hessen-Nassauische (Main-Rheingau-) Verband Gabelsbergers'cher Stenographen seinen 2 9. Ver- dandstag m Aschaffenburg. Er wurde cingcleite. durch die Vertreter-Lersammlung am Samstag abend. Ter 1. Vorsitzende des Verbandes, Realschuldirekior Tr. Pitz Alsfeld, stellte fest, daß 65 Vereine nut 146 Stimmen vertreten waren. Ter Verband ist in 9 Bezirke eingeteilt und zählt 118 Vereine (gegen 100 im Vorjahre) mit rund 4300 Mitgliedern. Tic Wahl des Vorstandes ergab: als 1. Bor fitzenden die Wiederwahl des Rcalschuldireltors Tr. Pitz- Alsfeld, als 2. Vorsitzenden Lehrer Müllcr-Ofsenbach. Im Laufe der Verhandlung sprach der Vorsitzende des Teut schen Stenographenbundes „Gabelsbergcr", Prof.s or Pfaff Darmstadt, sich eingehend über die derzeitig.' st.uogr..p,i.,che Lage aus. Tic Versammlung nahm hierauf folgende Bcr trauenskundgebung einstimmig an: „Tic Versammlung billigt mit dem Ausdruck des herzlichsten Tantes in vollem Umfange die Haltung des hochverdienten Bundesvorfitzenden bei den Verhandlungen wegen Schaffung einer deutsck)en Einheitsstenographie und spricht ihm üjr vollstes Vertrauen aus." Schließlich wurde als Ort des nächsten Stenogrep en- tages Bad Ems gewählt. Sonntag morgen 9 Uhr sanden in den Räumen des Kgl. Gymnasiums die Wettschreioen in Abteilungen von 100 bis 280 Silben statt, an welchem sich 278 Teilnehmer beteiligten. Auch die dem Verbände angehörigen Gießener Vereine errangen eine Anzahl Preise, und zwar der Gabelsberger Stenotzraphenvercin (1861- zwei erste, zwei zweite und einen dritten, die Stenograpyen- .Gesellschaft einen ersten, zwei zweite und der Tamen-Verein einen dritten Preis. Ten Festakt, der 11 Vs Uhr im dekorierten Teutschhaussaale abgehalten wurde, eröffnete der Verbandsvorsitzcnde Realschu'.direktor Tr. Pitz. Namens des Stenographen-Vereins Gabelsberger von 58 Aschaffenburg, welcher das Jubelfest seines 50jährigen Bestehens beging, bewillkommnete Expeditor Aulbach die Gästc^ Bürgermeister Tr. Matt überbrachte die besten Wünsche der Stadt Aschaffenburg, Prof. Pfaff gratulierte dem festgebenden Verein im Auftrage des Bundes. Ter Aschaffenburger Tamen-Verein überreichte durch Frl. Jos. Köhler einen Lorbeerlranz und Lehrer Müller-Offenbach überbrachte die Glüawanschc des Bezirks. Anschließend hieran hielt Amtgerichtssetretär Steller einen fesselnden Vortrag über-das Thema: „Zeit ist Geld, Kurzschrift ist Gold." Tas Mittagsmahl wurde in dem Saal des Turnvereins eingenommen. Bereits hier war man in der angenehmen Lage, die Namen der Preisträger, deren es 145 waren, zu verkünden. Nach Rückkehr von einem Ausfluge wurde die Verteilung der Ehrenpreise bei Gelegeiiheit der Festfeier, welche der Jubelverein abends im Saale des Turnvereins veranstaltete, vorgenommen. * * Hessische Sänger in Wien. Ter in einer Stärke -ovn 200 Mitgliedern auf einer Wiener Sängerreise begriffene Mainzer Mannergesangverein fand begeisterte Aus- nafjme. Nachdem ihn am Dienstag ein Festabend mit dem Wiener Männergesangverein vereinigt batte, fand am Mittwoch anläßlich einer Einladung der Stadt Wien ein glänzender Empfang statt mit enthusiastisch ausgenommenen Gesangsvorträgen der Mainzer, hieran schloß sich ein von der Stadt Wien im Rathaussaale gegebenes Bankett. 'Aach einer Rede des Vizebürgermeisters Neumayer, und einer Antwort des Präsidenten des Mainzer Männergesangvereins Itnirbcn H n l d i g n n g s t e l e gr a in nt e an Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Josef und Großherzog Ernst Lud- wng von Hessen gesandt. 0 Mücke, 8. Juli. Tas „I u g c n d fc st" zu Mücke, ,vuf das man bereits in der Umgegend sehr gespannt war, weil man ihm mit Interesse begegnet und dieses Interesse neuerdings wachgerufen ward, wird nun doch nicht st a 11- finden. Erst zogen die Wirte nicht zu den Forderungen des F-estkomitees, nun fehlt diesem die Haupikraft, die durch eine Versetzung wcggctommcn ist. Ta niemand bereit ist, der Kutz' die Schelle anzuhängen, so unterbleibt das gep.'ante Jugendfest zum Bedauern der umwohilcnden Jugend und Erwachsenen. § AuS dem Vogelsberg, 8. Juli. So eintönig her Ruf der Wachtet auch ersckallt, so hört man ihn doch 'besonders gern aus dem Getreidefeld erklingen. Deshalb l'trebte man auch früher der Wachtel sehr nach und fing sic. Kein Vogelliebhaber war früher ohne Wachte,korb, Wachtel- gam und Lockpfeife. In den Törfern sah man deshalb die Wachtelkörbe sehr häufig an den Häusern hangen. In letzterer Zeit sind sic fast verschwunden und die Fanggarne vermodert. Tie Wachtel selbst war aber auch viel seltener zu vernehmen. In diesem Jahre aber ertönt der Wachtelruf ungewöhnlich häufig. Tic Wachteln sind demnach wieder einmal ausnahmsweise stark vertreten. Wenn es viele Wachteln gibt, dann freuen sich unsere Jäger, weil dann auch die Rebhühner gedeihen Tic Aussichten für die Jagd sind überhaupt günstig. Tic Hasen zeigen eine starke Vermehrung. Der trockene Sommer war ihrer Entwicklung förderlich. O Laubach, 8. Juli. An einem der letzten Abende sand im Schützenhofe eine Generalversa m m lung des Verkehrs- und Verschönerungs-Vereins statt, lieber bie von diesem beabsichtigte Färber.-Markierung hielt der Vorsitzende des ZweigvereinL V. H. El., Ober- lehrer B-ctLbart, einen ctnflünbigcii Vortrag, sich dahin aussprechend, daß die OrtS-Farbcn-Markierung unzeitgemäß, unzweckmäßig und unangebracht fei; nur die vom Gesamt- verein V. H. El. durchzuführende Farben - Markierung für die größeren Touren im Vogelsberg sei zu empfehlen. T^e Versammlung lehnte demgemäß die früher gefaßten Beschlüsse ab, behielt sich aber die nochmalige Besprechung für den Winter vor. Im weiteren wurde für daS Rhem-Main- Verbandstheater der Zuschuß genehmigt, sowie dessen Engagement für zwei Vorstellungen im nächsten Winter gebilligt. Tie Mitglieder deS Verkehrs- und VerschönerungS- Vereins werden in Zukunst an den Beratungen des Zweig- Vereins V. H. El. teilnehmen und umgekehrt. Erne Verschmelzung beider Vereine wird angestrebt und läßt sich bei gleicher Mitglicderzahl und bei gleichem Zwecke leicht durchführen. Für den Zweigvecem V. H. El. ist der erste Clubabend im Lolmser Hof auf Mittwoch den 8. d. M. festgesetzt. sd. Mainz, 8. Juli. Ter heutige Begrüßungs- abend zur Feier deS 25jährigen Bestehens des Re ichs- Verbundes der Deutschen Landwirtschaftlichen Genossenschaft, dargeboten vom Verband der Hess. Landw. Gcnoffenschaslen in Mainz, erfreute sich eines außerordentlichen guten Besuches. Ter Präsident, Geh. Regierungsrat Haas, Der Gründer und Generalanwalt des Verbandes, begrüßte nach einem Imbiß die Versammlung, worauf nach einem gereimten Vortrag des Herrn Direktors Haas jun. der Roden- Heiner in echtem Kostüm mit zwei Knappen erschien und in ausgezeichnetem, von dem bekannten 5 'tdit einen nmte der königl. Generalinteiidanlur darüber hat vernehmen laßen, ob ste irgend jemand gcgeniiber (der Name Hülsen-Haeseler wurde natürlich nienmnbem gegenüber genannt) eme Redensart gleich der, wie Tu sie mir von General Hülsen-Haeseler herrührend unb_ Dir gegenüber in Rominten geladen mitqeteilt halt, gemacht höltew (Tiefe oder vielmehr einige Beamte io Ilten doch zu Hulsen-Haeseler gesagt haben, daß sie die Bücher so führen mußten, wie sie es nicht verantworten könnten.) Nachdem sämtliche Beamte an’ ihren Tieiifteib versichert, daß sie niemand gegenüber eure solche Reden:- art gemacht hätten, weil sie unwahr wäre, schrieb Bolko an den General,daß ihm dies mitgeteilt worben wäre, haß er die Beamten hätte verhören lassen und ivaS sie geantwortet. Hierauf schrieb Graf Hülien- Haeseler, baß er ' ic Geschichte nicht erzählt unb sagte nur auf ber Hofjagd in der Göhrde, daß er mich versichern könne, in Rammten kein Wort über Bolko und die fragliche Unteriudjung mit Dir gesprochen zu haben. Tiefe (Seidücbte gemacht respektive criuiibcn zn haben, bleibt also auf Tir sitzen, und so scheint es auch mit ben Enthüllungen ber Fran Aach unb ben nicht bezahlten Rechmmgeu der Kantzkns schließlich auch zn werben. T n b i ft ganz e i u • f a ch so verlogen, daß es mir schwer ans das Ge- w i n c n fallen muß, einen solchen Kerl in die i n t i in e Gesellschaft unseres geliebten A l l e rg n ä d i g st e n Kaisers Königs und Herrn gebracht zu haben. Wie soll nun dieser groß unb vornehm, vor allem aber burchaus gerecht benfenbe Monarch von uns denken, wenn bas aller einmal bekannt wirb? Und baß dies geschieht, wenn Aollo mit semem Pierson bie ©cneralintcnbantur auf Seiner Majestät Beseht ver- laffen müssen, dafür garantiere ich Tir. Bolko müßte dann, um seine vor der Leffenllichkeit angegriffene Ehre zu retten, die Machenschaften, bie zu feinem Abgänge führten, anfbccken, unb bie Veröffentlichungen zu verheimlichen. Seiner Majestät gegenüber, wird wohl kaum gehen. Wenn Tu Tir also bauernd die Freuudschait S. 'DL erhalten willst, bist Tu jetzt in bie Zwangslage versetzt, entroeber e. 'DL ober Bolko gegenüber zu erklären, baß Tu Tich geirrt, daß Tu Herrn Gehcuncii Regierungsrat Pierson d u r ch V e r b r e »t u n g bevnitigtr Ger ü ch t e bitter Unrecht getan, weil Tu seine Tätigkeit zu beurteilen gar nicht imftanbe und meinethalben, daß Tu selbst getäuscht worben seist ober Ttch getauscht haltest. Es sind nur Deine innigen Beziehungen zu Eberhard unb bie alte bis jetzt ungetrübte Freunbschast unserer Familien, welche mich vennocht haben, in dieser traurigen Sache noch einmal an Dich zu schreiben. Hoffentlich bist Tu mir für diesen Einschluß dankbar. Ich kann nun einmal aus meinem Herzen feine Mördergrube machen. Richard Tohna-Schlobitten. In der gestrigen Verhandlung des Prozesses kam, wie das „Berl. Tgbl." hort, dieser Brief bc5 Fürsten Tohna jur Sprache. Eulenburg soll sich in sehr scharfen AuLbrücken über Tohna geäußert unb gegen seine Hiiieinziehung in den Prozeß protestiert haben. Es sei aud) angeregt worben, ben Fürsten Tohna als Zeugen zu laben. Cb dies beschloßen wurde, ocrlmitet nichts. Ter Brief des Fürsten Tohna ist als c ch t nun auch von dem früheren kgl. preuß. (öeneralmtcnöanten Gra'eii Höchberg bezeichnet worben. Ter Graf hat bie Genehmigung zur Veröffentlichung dieses Briefes dein Dresdener Blatte erteilt int Jutereffe der Ehre des verstorbenen Gehenmats P r e r s o n, seines langjährigen treuen Mitarbeiters. I 131 k. v- a '6l<«i rflcrei®1. Herr EHarles Leconle behauptet, gestützt auf persönliche Erniiicr- upgeu und auf eine im Morilaut mitgcteiltc, an den iranzösifckien Senatspräiiöcnicn gerichte.e Petition von Straßburger Einwohnern, Eulenburg ^.ibc sich als ISjäbrigcr Jüngling einer Bluttat schuldig gemacht. Tir In l-alt ih'r Erzählung ist folgender: Eulenburg, damals Einjährig Freiwilliger bet den Bonner Husaren, sci in der Nacht zum 10. August 1865 mit zwei Kameraden, Mitgliedern des Korps Borussia, gegen 1 Uhr von der Kneipe heimkehrend, in den Hofgarten zu Bonn gekommen und die Herren hatten sich unterwegs damit vergnügt, alle ihnen Begegnenden zu „rempeln". Ta bei hätten iic auch drei Invaliden getroffen, die iic behelligten. Oowohl Die drei sich die Belästigungen veroalcu, hatten die Studenten sic nicht loSgclassen. Daraus habe bann der eine, ein Kvch namens Tonic! Ott, den Grasen „polfffon" lGossenjunge^ genannt. In demselben Augenblick Ixibc Gras Philipp zu Eulenburg den Sabel gezogen, und dem Kvch, einem 37jährigen, als außerordentlich friedlich und bescheiden gesckjilderteil Manne, einen Schlag über den Kops versetzt, an dem Ott wenige Stunden später verstarb. Nach dem „Fournal d'Alsaee" erregte diese Bluttat seinerzeit in Frankreich und ganz Süddeutschland außerordentliches Aufsehen. Die Bewohner von Straßburg, wo Daniel geboren war, hätte» sich, wie crwälnrt, in einer von mehr als 1800 Unterschriften bedeckten Petition an den französischen Senat gewandt — ohne Erfolg. Tein Einfluß Bismarcks fei cd zu danken gewesen, datz die Zeitungen zuerst behauptet hätten, Ott sei nicht bad Opfer des Attentats gciücfcn, sondern sei an der „Rose" gestorben. Erst im Jal^e 1866 sei eine Bestrafung Eulenburgs erfolgt, und zwar sei er zu 4'. M-onalen Festung verurteilt worden — so milde, weil, wie es im Urteil hieß, es sich als unmöglich heraus- gestellt Ijabc, fcstzustcllen, daß cd gerade Eulenburg war, der den tödlickxn Schlag führte. Dao Verlangen der französischen Regierung, den zurückgcblicor.wn Sck>.oestern d.s Ott eine Entschädigung zu zahlen, sei cbensalls erst nach langer Zeit erfüllt woroeu. Tic Entschädigung ljabc aber gerade ausgercicht, um die Schwestern nidji Hungers sterben zu lassen. So weit die Er^hlung des Straßburger Journals. Dazu bemerkt das B. T., dem durckjauS zuzustimmen i|t: Dir können sie natürlich nicht auf ihre Richtigkeit prüfen, wissen vor allen Dingen auch nicht, ob es sich nicht um eine Verwechselung mit einem anderen Angehörigen der Familie Eulenburg handelt, und ob nicht in der Tat die Sackje weniger gravierend für den Tater lag, als sic hier geschildert wird. Eine solche Vcriocchsclung scheint uns um so mehr oorsuliegen, als unseres Wissens Fürft Eulenburg überhaupt nicht in Bonn gedient, sondern vrü 1866 in bad Regiment Gardesdukorps cingetrctcn ist. Wie dem aber auch sei, wir Ulten cd iebenfalls, u. das fei bei dieser Gelegenheit mit aller Teutlick-keit auSg-esprochcn, für wenig taktvoll und iür wenig human, wenn jetzt gegen einen Wehrlosen, unter schwerer Anklage stehenden Mann von den verschiedensten Seiten eine fort lau ' ende Hetze betrieben roirb, der alle Mittel recht find, und die sich nicht sck-eut, allerlei Tinge auszugraben, die mit dem Prozeß in keinerlei Zusammenhang strl-cn und meist nx-.t jurüefliegen. * Gerichtssaal. fc. 5ranfhirt n. 'Dl., 7. Juli. Tas Schöffengericht verurteilte den Milchhäudler Wilhelm Greb aus Rendel, Kreis Friedberg, wegen JDl 11 rf) p a n 11 cf) c r c i zu einer Geldstrafe von 200 Mark. Tcv Staatsanwalt hatte eine Gesäuguisstrase von zwei Monaten beantragt. Uttivcrsitäts-r7achrichten. 0 Marburg, 7. Juli. Ter Ableilungsvorstehcr deS v. Bchringschen hygicnijchcn Instituts, Pros. Ti. Römer, wurde zum außerordentlichen Professor der medizinischen Fakultät ernannt । Jum r V vorn ' ?rt nach e 'älicötm ’ L; J'e List, , ^uDier i,lul,Bin in B •/., Statt jeder besonderen Anzeige, Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen (Bleichstr. 37), den 8. Juli 1908. 4219 WcklklmaDne £tt4U Walltorstraße 19. 05734) 1855—E9C5 B9/? gesichert. ferungen. I: Titel Darmstadt, 7. Juli 1908. De/r Titel II: B7r Rittmeister z. D.3 Ritter h. 0. Ein dankbares, warmes Andenken ist ihm nämlich: Erd- und Maurerarbeiten, darunter 80 cbm Grundaiishub, 12 cbm Fiindamentmauer, 20 cbm Backsteinmauer, 30 qm Verblendung rc. Steinhauerarbcit 6,50 cbm rote Sandsteine Nach langem, schwerem Leiden verschied heute früh unser langjähriger, verdienstvoller Sekretär Die Beerdigung findet Freitag, den 10. d. Mts , nachm. 51/ Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Ter Vorstand des Landespserdeznchtvereins im (Sroszherzoütum Hessen. Reisetasche, die Juwelen imWertevon 600000Franks enthielt, gestohlen. Peyrouffe hatte, während er von einem Heliershelser des Tiebes ans Telephon gerufen wurde, die Tasche einen Augenblick unbewacht im Schreibzimmer stehen lassen. Don den Dieben fehlt jede Spur. In Italien wurde durch schweres Hagelwetter strichweise die Ernte geschädigt, namentlich wurden Venedig- Land, Ligurien und Toscana heimgesucht. In der Provinz Padua beträgt der Hagelschaden stellenweise 80 Proz. Äuf dem brasilianischen Konsulat in Lissabon sind größere Unterschleiie entdeckt ,vordem Ter brasilianische Gesandte revldierte die Bücher und stellte fest, daß ein Fehlbetrag von 150 000 Franks vorhanden war. Der Vizekonsul wurde verhaftet. Der Konsul mußte sich nach Rio de Janeiro einschissen, wo weiter verfügt wird. , . _ . . (iine furchtbare Tat wurde m Er 0 yden bei London verübt. Ein junger Mann ermordete feine eigene blutter uitb feine einzige Schwester. Darauf erschoß er feine beiden Lieblingshunde, um dann sich selbst zu entleiben. Ter Mörder soll die Tat in einem Anfalle von Geistesstörung begangen haben, die sich als eine Rachkranheit von Influenza darstellt. . Aus Czernowitz wird berichtet: Im Gymnaslu m von Kotzmann wurden 5 S ch ü l e r v e r h a f t e t, weil sie einer V e r- schwörnng der D n r ch g e f a l l e n en zufolge in der Stacht die W 0 h n n n g des Direktors b 0 m b a r b 1 c r t c n. Ans Krakau wirb gcntclbct, daß in Athen der Krakauer Dozent der Archäologie, Wafzynski nach Empfang eines größeren Geldbetrages plötzlich gestorben fei. Es fei 011511- nehmen, daß Wafzynski einem Raubmord zum Opfer gefallen ist.__ öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 8. Jult 1908. , Großherzogliche Bürgermeisterei Gieße«. Mecum- Zuschlagssrist 3 Wochen. Gießen, den 8. Juli 1908. Großh. Hochbauamt. I. V.: Heyer. H. Haas III. Bleichftr. 8, Hinterhaus, Telefon 69» werden hiermit unter Zugrundelegung des Nlinisterialerlasses vom 16. Juni 1893 zur Verdingung ausgeschrieben. Die Angebolsuntcrlagen können auf unserem Amie, Ltephanstraße 18, eingesehen, Angebotsformulare und Be- dingiingen (keine Zeichnungen) dorther zum Selbstkostenpreis, soweit der Vorrat reicht, bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift sind bis 311111 Eröffnungstermin Mittwoch den 22. Juli 1908, vormitt. 11 Uhr, bei uns emzureichen. Arbeiterbewegung* — DasholländischeMaschinisten- und Heizer- personal der R h e i n s ch l e p p d a m p s e r trat in den Aus- and. Falls das deutsche Personal sich dein Ausstande anschlietzt, i oeft die ganze Rheinschleppschiffahrt. Tie Frachtsätze sind be- 'ütenb gestiegen. Tie Schlepplöhne, die Tienstag erst um bas doppelte gestiegen waren, würben in Rotterdam überhaupt nicht iiehr notiert. Zu verkaufen. Mikroskop Vergr. 80—1000. Preis 200 Atark. Besond. geeignet für Atediziner, Zoologen oder Botaniker. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeiger. (05736 Virgeomuj von Dauurvetteii. Folgende zum Neubau eines Vermehrungshaufes im botanischen Garten zu Gießen nötigen Arbeiten und Lie* M Seranlaffunc licldmarschall von bahn!. Beginn te ' Abzeichen dcsZchvaiza bulenoutg diesem fo Wn berichtigt, daß da unsch, während der hci s im Tresor des Lideni , daß man in der U& in Gedanken Nage, Hem 11 verkaufen Bekanntmachung. Betrifft: Feldbereinigung in der Gemarkung Oppenrod. Die nadjficbenbe Bekanntmachung bringen wir hiermit zur Handel. — Zur Gelblage. Tie Rüctstüffe bei der Reichsbaiik sind, reichlich. Tie Aiikunit von weiterem Geld aus dem Shislanb ist zu erwarten. An der Börse wirb die Möglichkeit einer weiteren Ermäßigung des Reichsbankdiskoiils diskutiert. r , _ — Berliner Holekgefeklfchaft Kaiferhof. Lorenz Adlon, feit 1898 Pächter bes der Kaiferhofgefellfchast gehörigen Hotels „Continental", hat von bcin ihm auf dieses Hotel em- geräumten Vorkaufsrecht zum Preise von 3,35 Millionen Mark Gebrauch gemacht. Tie lOprozenlige Zuzahlung von Kalferhoi- aktien ist auf einen Aktienbelrag von 5,13 Aiillioncn Alk. geleistet — V 0 >i der Franksurter B 0 rse. Tie 4 proz. Grogh. Hessische Staatsaiileihe von 1908, unkündbar bis 1918, gelangt von beute an zur Notierung. Tie Lieferung erlogt per Kaßa m de- finitiven Stücken mit Zinsen vom 1. Juli 1908. Märkte. fc. Frankfurt a. fDL, V. Zull. (Tetegr. Orig.-Berlcht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Vlehmartt- p reife. Zuni Verkaufe standen: 26 Ochsen, 0 aus Oesterreich 4 Bullen, 0 aus Oesterreich, 74 Kühe, Fersen, Stiere und Rmder, 1006 Kälber, 51 Schafe unb Hümmel, 1150 Schweine, 0 Ziegen, Wir fetzen unsere Altersgenossen von dem Ableben unseres lieben Heinrich Klingelhöfer geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung Hübet Freitag, den 10. d. Mts., nachmittags 5% Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 4233 Turnverein Giessen (gegr. 1846). Zum Deutschen Turnfest geht Sonntag, 19. Juli O. Js. vormittags 645 Uhr ein Extrazug nut direkter Jährt nach Frankfurt a. M., dessen Benutzung wir unseren Mitgliedern nur augelegentlichst empfehlen können. Fahrpreis: Mk. 1.25 (Ermäßigung 42 °/0) Ankunft 826 Uhr. Die Liste zur Einzeichnung liegt bis zum 11. d. Mts. b?i Turner Buchacker, Neuen Bäue, auf. Spätere An- melbungen müssen unberücksichtigt bleiben. v9/7 Der Borstand. In Allendori a. d. Lumda. I IMohnhM- in? schöneiwgroßen ■ Garten u. verschiedenen Stücken Land steht umzugshalber sehr preiswert zum Verkauf. Näheres in der Geschäftsstelle d.Gieß. Anz. (05748) Illift verkauft billig (05555 ___Bacr,^West-Anlage 54. Mehrere junge Jagdhunde (glatthaariger Vorstehhund), 12 Wochen alt, zu verkaufen. Rechtsanwalt l>r. Stahl. (05729 Verdingung. Die Chauffier-, Pflaster-, Zimmer- und Schlofferarbeit, sowie die Lieferung von Stücksteinen (Hardtsleinen) und Basaltkleinschlag für die Anlage eines neuen Viehhofes soll Donnerstag den 16. Juli d. I., vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen wahrend der Dienststmiden bei unS zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorge- nannten Zeitpunkt verschlossen und nut entsprechender Aufschrift Heute früh 8 Uhr verschied nach schwerem Leiden unser innigstgeliebter, unvergesslicher Gatte und Vater Heinrich Klingelhöfer Locomotivliihrer im Alter von 52 Jahren. .TL’ Sukitfciirg lischt !iare--2onaint" auf. 6 auf persönliche Erinnv Ute, an iyen srünzösW n Strasburger Einivi) ihriger Jüngliij : Inhalt der Erzohlm hrig-T-reiivilliger bei ia n 10. August 1865 r. s Vorussia, gegen 1 Ur hosgarien zu Sonn gt ilerivegs damit vergmix Taoci hätten sie ül; itigten. Loivohl die dn 1 die Studenten sic ni£ , ein slvch namens Tanu nge) genannt In der ii Eulenburg den Sä di! l ugen, als außersrdcntlit lannc, einen Schlag we stunden später verstau diese Bluttat seineMt >> ußerordcntlichcs iniel geboren war,. Jag ass 1800 UnterichrO Senat gewandt - Z zu bauten gewesen, ^ rtt sei nicht das Opb m der ,.W g Eulenburgs crsolgt, 11t verurteilt wortm-r sich als unmöglich hmu L Eulenburg w.* o«8* Vinc Emilie Mnbm W als unsiv r «ft gebiet eingetreten« Unfalls u. das sc' LS-- K-kS Riegel Iflh ,--s,>,aer>c 2as Schoi^chilM 0icb (feibftra'er- versehen an uns einzureicheu. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 8. Inti 1908. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. In dec am 10. Juni d. Js. abgehaltenen Generalversammlung des Spar- und Vorschuß-Vereins, Aktiengesellschaft, zu Großen-Linden lütirbe Philipp Luh VI. von Großen- Linden in den Aufsichtsrat gewühlt. Großen-Linden am 6. Juli 1908. 4234 Der Borstand. Verdingung. Die Maurer- und Pflastcrarbeit, sowie die Lieferung der Zcmcntplatten für die Reubefestigung der Bürgersteige in der ^iebigstraße zwischen Frankfurter- und Ebelstraße soll Donnerstag den 16. Juli d. Js., vormittags 10 Mr, öffentlich vergeben werden. Die Verdmgungöunterlagen liegen wahrend der Drenststundcn iei uns zur Einsicht ogen. Angebote auf Vordruck, der daselbst er- lältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen mb nut emsprechenber Ausschrift versehen an uns einznretchen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 8. Juli 1908. B®/; Städtisches Tiefbauamt. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres langjährigen, treuen Mitgliedes Herrn Kgl. Locomotivsührer Heinrich Klingelhöfer geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Freitag, den 10. Juli, nachmittags 5Vi Uhr von der Kapelle des neuen Frredhoses aus statt. D®/7 Ter Vorstand. Bekanntmachung. Betr.: Wie oben. In der Zeit vom 10. bis einschließlich 25. Juli d. IS. liegen werktags auf Großherzogl. Bürgermeisterei Oppenrod zur Einsicht der Beteiligten offen. 1. Das Projekt über die Melioratwn der Bornwtesen, Heisterwiesen, Mönchwiesen unb Bahnwiesen und über die Regulierung des Kompwiesengrabens nebst Kostenvoranschlag, 2. der zugehörige Beschluß der Vollzugskommisston vom 13. Mai Einwendungen sind bei Meidung des Ausschluffes während der Offenlegungssrlst bei Großherzogl. Bürgermeisterei Oppenrod schriftlich einzureichen unb zu begründen. Friebberg, den 1. Juli 1908. Der Großherzogtiche Jelbberetmaungskommmar: gez. Kirnberger, Kreisamtmann. Vermischtes. ♦ Folgen einer unglücklichen Ehe. Der Ge- irchtsvollziehergehilfe Grün aus Dresden hat sich und eine beiden Kinder in einem Hotel in Hannover e rsch offen. Ter Grund ist lediglich in einer an Geistes- Rankheit grenzenden Nervosität zu suchen. Grün war - Fahre im Dienst und hat sein Amt tadellos verwaltet. Alm 6. d. M. verließ er mit seinen beiden Knaben aus erster Lhe die irn Alter von 12 und 13 Jahren stehen, Dresden, Nachdem er dem Justizministerium sein Entlassungsgesuch unngereicht hatte. Lange vorher war er bereits durch vergärtes Wesen aufgefallen. Infolgedessen ließ seine Dienst- 0 rhörde sofort nach seinem Verschwinden in allen größeren Städten nach ihm forschen, da man eine Gelvalttat des ^glücklichen befürchtete. Vor etwa einem halben Jahre v e r h e i r a t e t e sich der im Anfang der 40er Jahre stehende Mann zum zweiten Male, doch ist diese Ehe keine glückliche gewesen. Seine Frau hatte bereits die Scheidungs- j !a ge eingereicht und forderte die von ihr in die Ehe gebrachten 4000 Mk. zurück. Grün hat die größte Hälfte biefcr Summe zurückgezahlt, aber die Differenzen zwischen den beiden Eheleuten waren so tiefgehend, daß sie jeden- ^lls zu seinem Entschlüsse beigetragen haben. Er hat an Line Dresdener Kollegen einen Abschiedsbries gerichtet, der nn diesem Sinne gehalten war. Tie beiden toten Kinder Daren sehr begabt. Kleine Tagcschronik. Graf -Pücklcr-Klcin-Tschirne ist dicjcr.Tage durch Be- trfjuR des Amtsgerichts in Glogau wegen Geisteskrank h ei t (entmündigt worben. Ter Graf weilt in einem Sanatorium i® der Nähe von München. _ Ein Wächter im Museum des Castello Sforzesco ut Mailand entdeckte einen dreisten Diebstahl. Tie alten goldenen I - d) t ü f f c l ber Stabt Mculanb, bic von großem historifchen Werte icrtb, waren ans dem Glcwfchrank, in bem sie awbewahrt würben, ■mtwenbet worben, inbem man einen Türflügel aufgebrochen halte. He Täler finb unbekannt, doch fällt der Verdacht auf eine Gruppe II 0on Aefuchern, hauptfächlick; Damen, die das Museum kurz vor '3 d>er Enldeckung des Tiebslalfls verlassen hatten. In einem Hotel in Genua wurde einem Reisenden de^ Tiarnanthändlers Ullniann in Paris namens Peyrousse feine UiLwugBauzk» °LuLb°n^ 05741) Gicßcn, Atarburger Sn. 24. & ichönes Korn 3000 Quadratmeter, am Schiffen- bergerweg, ist billig zu verkaufen. 4224) I. Weisel, Sonnenstr. 6. 6«ae'-£e9Ber,K8e abzugeben. [4229] Ludwigftr. 52. 05752] Ein noch gut. Aufwaschtisch zu verkaufen. Moltkestr. 2, I. 3Zementrohre64 em hoch 80 em br. u. Zementrahmen mit Verschl. z. verk. G- Weiß IV., Gr.-Lindcu. (05724) 0 Ziegenlämmer, 0 Cchaflämmer. Bezahlt wurden tot! 100 Pfund Sck)lachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 76—79 Mk., 2. Qualität 70—74 Mk., 3. Qualität 58—62 Mk.: Bullen: 1. Qual. 70—72, 2. Qual. 66—68; Kühe 1. Qualität 72—74 Mk.^ 2. Qual. 62—64 Alk., 3. Qual. 44—46 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk.,] 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für da? Psund Schlachtgewicht: Kälber 1. Qualität 93 bis 95 Psg., Lebendgewicht' 55—56 Psg., 2. Qualität 85-92 Psg., Lebendgewicht 49-53 Psg., Schlachtgew. 70—75 Psg.; Cchase: 1. Qual. Schlachtgew. 82 bis 00 Psg., 2. Qual. 74—76 Psg. Schweine: 1. Qual. 65—66 Pf., Lebendgewicht 51-51,5 Ps., 2. Qual. 64—00 Pf., Lebendgewicht 50,5-00 Psg., 3. Qual. 56—58 Psg., Lebendgewicht 00-00 Psg. Geschäft bei Hornvieh gedrückt, Ueberftanb unbedeutend; bei Kleinvieh gut, kein Uebersland. Voraussichtliche Witterung für Hesseu am Freitag den 10. Juli: Meist trüb. Regeufälle. Temperatur wie heute. West» liche Winde. , Wasserwarme der Lahn 16 °K GriginaL-Drahtmeldnngen. R. B. Darmstadt, 9. Juli. Der Pfarrer Biech- ler aus Hühnlein, der int vorigen Jahre verdächtigt wurde, eine Reihe anonymer Beleidigungsbriefe geschrieben zu haben, und sich seit längerer Zeit in der Irrenanstalt zu Heppenheim befindet, ist für u n z u r e ch n u n g S - fähig erklärt und außer Verfolgung gesetzt worden. Er, soll die Absendung der Briefe zugegeben haben. Berleburg, 8. Juli. In unserer Gegend trat ein Temperatursturz ein. Tas Thermometer sank bis auf den Gefrierpunkt, so daß teilweise die Kartoffeln erfroren sind. K ö In, 9. Juli. Die im Bau befindliche südliche Rhein- brückeist heule vormittag ein gestürzt. Menfchen sollen dabei verunglückt sein, doch fehlen noch Einzelheiten. London, 8. Juli. Lord Beresford richtete ein in scharfen Ausdrücken gehaltenes Memorandum an die Admiralität, in dem er aussührt, daß er n i ch t i m sta n d e sei, mit der ihm unterstellten Flotte die Sicherheit Großbritanniens gegen einen Angriff zu ge« wahr leisten. Ceuta, 8. Juli. Meldungen aus Tetuan bestätigen die Absetzung des dortigen Gouverneurs Lebaudy, der im Begriff ist, sich hierher zu flüchten. Man spricht von der Entsendung eines spanischen Kriegsschiffes. Denver, 7. Juli. Der demokratische Konvent konnte heute, da die Prüfung der Mandate noch nicht beendigt ist, nur formelle Angelegenheiten erledigen. Es kam abermals zu stürmischen Kundgebungen für Bryan, an denen sich die meisten Delegierten beteiligten. VwOM iS .falt, fl’^unb F w d->d--dä° ° «« £ init Tir -l'ive ch , 9eJDloth£c chei,lt g'""de? " bist iuct n n =*a*• 8 ein. beJ. Cefient(id)[eit . katuii geljen6 ®mhd)C11- 5-'JJI-obev&bl|t Tu welche mi* in’ lch bantbat ft“1 ‘Wta * ? üürfleii Dohna , » chauen MMw üb» Wng ui den Pro- - ^rden, den Fürst?, bie5 beschloßen wnrd; ■nu,lc”uilnu^ 1)011 dein -"chochbergl-eM. 1 Pug zur %öjjeilt. S Erteilt un Jiilerch Person, feines lan'-. kleine feit 10 Jahren beftebenbe' Dluncsftjikridrrki Kundschaft ist eingeiretener Verhältnisse halber abzugeben. Reflektanten belieben ihre Off. u. 05728 an b. Gieß. Anz. zu richten, likiuii mit schönent Laden unb IJUHJ Werkstatt in guter Lage ist Umständehalber sehr preiswert zu verkaufen. Schristl. Angebote unter 3677 an den Gieß. Anz. erbeten. Qonntanor 2er Bestattunasaenoffenfcbatt U odl yidyBl tej?*rc,ncrtctcigg; Eintritt 20 Pt. Anfang 4 Uhr. 4227 m 05730) G. Handnähmaschine für M K 8 2JW.au wert .^avlanSgasse 27. tz JvaiJCl'-^UCC O sofort zu vermieten. 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Nach § 13 des Kirchenverfassungs-Ediktes sind stimm- Dercchtigt alle konfirmierten, selbständigen Männer der Gemeinde, die das 25. Lebensjahr zurückgclegt haben und nicht vom Stimmrecht ausgeschlossen sind. Wählbar in die Gemeindevertretung sind nach tz 18 des Kirchcnoerfassungs-Edikts nur solche stimmberechtigte Männer von bewährtem kirchlichen Sinn und ehrbarem Lebenswandel, die das 30. Lebensjahr überschritten haben. Die stunmberechtigten Mitglieder unserer Gemeinde toerben hiermit unter Hinweis auf diese gesetzlichen Bestimmungen zu dieser Wahl eingeladen. Gießen, den 3. Juli 1908. B7t Tic Kirchcnvorstättdc der MatthäuSgem.: Markusgem.: Lukasgem.: Johannesgem.: D. Schlosser. Schwabe. BechtolSheimer. Ausfeld. In der am 17. Juni l. Js. stattgefundenen Generalversammlung der Spar- und Leihkasse Watzenborn- Steinberg wurde an Stelle des verstorbenen Konrad 9t u h l zu Watzenborn Melchior W a l l b o t 1 X zu Garbenteich in den AussichtSrat gewählt. Watzenborn, den 6. Juli 1908. 4216 Ter Borstand. SamStag, den 11. l. Mts., nachmittags 6'/, Uhr, werben die Plätze für die Zucker- und Sachenstände zu>n hiesigen Turnfeste, auf dem Festplatze versteigert. Großen-Buseck, am 8. Juli 1908. 4221 Der Festausschuß. 05746 Darmstadt, den 8. Juli 1908. Danksagung. K AuS Aulab unserer „SilberhochzeitSseicr" find nnS besonders auch aus Wiegen, so Diele Beweise herzlicher v>y. Teilnahme und Geschenke geworden, bau wir diesen Weg wählen müssen um all den heben Freunden und Be kannten unseren herzlichen, innigen Tank auszusprechen. (D Inspektor I. Werthwcin und Frau. Neue Kartoffeln 3 Psd. 23 20 Psg. u f! Frische Gurken Sick. Frischer Blumenkohl Kops 2» Neue Taseläpscl Pfd. 30 Rktittbcta Xatflues 26 Bahnhosstrasrc 26. a9/r e «rwähr nejen. Es ZMarck z .irischast ctimard • cman Sch) ledigen ha sici^chsiag ^eplembc Lu:6c, daß < kornzöll« f°llc sich bem solle, und al (oll sich erkl unsten di ,nb eine fi wllte sog. ,','iSieg ujcher in -•i die der ;nuit||cn i ichl mit dc Meinfrim ?ittschaftlic -tjeniap b Vis Air leinen La „«em JS’F0' Der ft1 einet 3tei°lu •ur auf libe -neben wen e -Son f e i n g o e ?“;i'4en, als f voiha, unö 1 •''•‘fJungen i, ]7' ’< nicht all s'llettr be g.j' $’e$ort werden 11 Ks gS" sS<* tut btt ,c- ec<5 ^crl.iier ApoUo'Cnscmb es. Jeden 2lbeud Garten-Konzert der Damen Kapelle ..Edini“. Bei schlechter Witterung findet die Konzerte un vord. Reuauraut itatt. Zu zahlreichem Besuch meines Io. Etablisiements labet bo'lich» ein Albert Kappmann. Direktor u. Fnbabcr. LAden etc. Zabnarzt Scbwalm. 4241) Ein zuverlässiges, in Küche u. (413b Hausarbeit erfahrenes Rodbcim a. d. B. (4199 zu richten. [4197 (4057 hohen Lönen cintrelen. DamVfwaichauftalt ( Eckladen mit ob. ohne Wodn., erste Geschäftslage zu nermteten. 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