Nr. 83 Erstes Blatt 1S8. Jahrgang Dienstag 7. April 1908 Der Siebener Anzeiger ™ ” 3 erichenn täglich, außer O "WST <5Eh Bezugspreis: tzonulagS. - Beilagen: K/'F monatlich 75Pß, viertel- ütermal wöchentlich jg W A y^\ A, >•*. xA A A jährlich Alk. 2.20; dtirch BäsWtcn^n^t zln^cioßt wlNlchaMtcheöettfragen w W W ■ W W’ ■ Ar ■ Kr AA wF1 Zellerwrets: lokct.löPf^ yernwrech • Anfchlüffe: U M v • a Sa« ... Schmutzer sowie die meisten großen Kupferstecher des 18. uitb 19. Jahrhunderts pflanzten und pflegten Willes Kunst in Frankreich und Deutschland fort. Wille blieb während der Revolution in Paris unb derlor sein ganzes Vermögen; er hatte aber dabei noch das Unglück, fast ganz zu erblinden, so daß er zuletzt vvm Kunschandel leben mußte. Um seine dringendsten Lebensbedürfnisse zu befriedigen, stichle der blinde Meister aus seinem Vorrat 36 Platten aus, die als Versuche in den verschiedenen Manieren seine Kunst zeigten. Er ließ diese abdrucken und gab die Stiche als Mappe unter einem von ihm selbst gezeichneten Titel herai'.s. Diese jetzt selten gewordene Titelzeichnung stellt Wille als blinden Bettler dar, von einem Hunde an der Leine geführt, wie er einem ehemaligen Freunde und reichen Gönner begegnet, der aber selbst zum blinden Bettler geworden und ebenfalls des Hundes als Führer bedarf. Mit Wille ist vor 100 Jahren ein Deutscher aus dem Leben gegangen, von dem sein italienischer Kunstgeiwsse J. Longhi sagt, er sei ein Fürst der Kupferstechkunst gewesen. Andere Fackigenvssen habcii zwar dies Urteil angefochten, aber doch anerkannt, daß Wille ein bedeutender Meister war. Die Berivandten Willes, welclre heute noch dessen Geburtshaus als Vätererbe im Besitz haben, ehrten das Gedächtnis chves großen Vorfahren und ließen an der Obermühle eine Marmortafel zum Getülchtnis an Joh. Georg Wille anbringen. Heute liegt die Obermühle nicht mehr so fern vom Verkehr, mancher Tourist wandert jetzt durch das ibyllischc Biebertal nach den Bergen des hessisäxn Hinterlairdes und dieser oder jener hält Einkehr bei den freundlichen Müllersleuten Wille, bereit blonde Tochter gern den Gast eine Treppe hoch in die gute Stube geleitet, um mit Stolz außer dem Selbstporträt des Meisters einige Stiche ihres Vorfahren zu zeigen, die an den Wänden hängen. Aber auch im Museum des Oberhess. GeschichtsverLins in Gießen befindet sich eine stattliche Anzahl Wille'scher Stiche, die des Betrachtens wert sind! Eine hervorragende Sammlung von Willes Stichen soll sich im Besitz des Grasen zu Sollns-Laubach, int Laubacher Schlosse befinden. G. ft>. G. — Eine Joseph Joachim-Stiftung ist errichtet worden, deren Zweck ist: unbemittelten Schülern Der in Deutschland vom Staate oder von Stadlgemeinden errichlelen oder unterstützten musikalischen Bildnngsanslalten ohne Unterschieb des Alters, des Geschlechts, der Religion und der Staatsangehörigkeit Prämien in Gestalt von Streichinstrumenten (Geigen und Celli) oder in Geld zu gewähren. Bewerbungsfähig ist nur derjeinge, welcher mindestens em halbes Jahr einer der genannten Anstalten an« gehört hat. Bei der Bewerbung sind ein vom Bewerber verfaßter Zum 100 jährigen Todestag des Kupferstechers M Joh. Georg Wille. 'W S^utc, am 7. April, ist ein Jahrhundert verflossen, scit- 41 ^lu.dcr Aiüllersfohn von der Obermützle bei unserem Bieber, 41“JJ Kupferstecher Johann Georg Wille, in Paris verstarb. Wille, rTe *cr l';i dem weitab vorn Verkehr sich hinziehendm reizenden I ^ebcrtal am 5. November 1715 geboren wurde, entwickelte I 'S011 . in seiner Jugend Talent im Zeichnen. Die Wände des 11 6 Rettichen Besitzes wurden von ihm mit Bildern versehen, ja soll, wie feine heute noch aus der Obermühle ansässigen »41 Achten ^zählen, auf dem Fußboden einer Kammer einmal tne od’.lnnge mit solcher Natürlichteit entworfen haben, daß 'i2 -Nulter, die den Raum betrat, derartig darüber erschrocken j,i|| baß sie ernstlich erkrankte. fi'll Wille hat bet einem Meister in Gießen das Büchsen- llji . erlernt und ging nach bestandener Lehrzeit auf die Enderfchast. Er kam nach Straßburg und machte die Be- I I A^I.chajt des später berühmt gewordenen Kupferstechers G. F. . otynubt, mit dem er sich nach Paris begab. Dort anfangs, dem ■ wC^!cn -beruf treu bleibend grub Wille Verzierungen auf P. ^üallteile von Waffen urtd auf Uhrgehäuse, bis er unter !?. ^bttuug des Kupferstechers I. Doullß sich dessen Kunst wid- £te- ..Die ersten Arbeiten des späteren Meisters waren kleine ®U>m;fe, welche Odieuvre mit 6—20 Fr. an Doullä bezahlte, 71 diese für eigene Arbeiten ausgab. Später lernte Wille Maler Hpacinthc Rigaud kennen, der daS Talent des jungen ^•utiajen erkannte und der es sich angelegen sein ließ, dessen «Wen aus der Dunkelheit hervorzuziehen. Willes erstes Blatt, Sr3 thm einen Namen machte, ist das Bildnis des Marschalls ;jiuquet de Bellisle. Die berühmtesten französischen Maler seiner oü vertrauten Wille ihre Werke zum Stich an und bald er- ^ng ganz Europa von dem Rufe des heroorragenden Meisters Kupferstechttmst. Wille beschäftigte sich aber auch mit Wledcrgabe von Gemälden älterer Meister, die er so in . gieren Kreisen bekannt machte, untfo mehr, als unter diesen HW gerade hervorragende Perlen der Kupferstechkunst sich : • anfy ö^e ^ute ganz besonders geschäht werden. . ärlllls Ruf stieg immer mehr, er wurde zum Mitglied Akademien von Paris, Wien, Berlin, Dresden rc. ernannt, ,C Ä^skupferstecher des Königs von Frankreich, des deutschen und des Königs von Dänemark, ohne jemals Paris m» k -”en' mit n Lagers, unweit der Stadt Amara, erhielt am Donnerstag der englische Dampfer „Blosse Lynch", der den Tigris von Bagdad her herunterfuhr, zweimal von den Aufständigen heftiges Ge- wehrseuer, wodurch zwei Passagiere getötet und mehrere verwundet wurden. Ein ttirkiicher Regierungsdampfer, der bei dem Lager stationiert ist, begleitete den „Blosse Lynch" auf der gefährdeten Strecke und erwiderte das Feuer der Araber. Die britische Regierung wi^s den Botsck)after in Kvnstantinopsl sofort telegraphisch an, von der türkischen Rxgi-'rung die Bestrafung der Schuldigen zu verlangen und erhielt daraus die Versicherung, daß die Türckei alles tun werde, dem Verlangen zu entsprechen und die Schiffahrt auf dem Tigris zu sichern. DettLsehes Nereh. Berlin, 6. April. Der Staatssekretär des Reichst marineamts, v. Tirpitz, tritt einen bis zum Ende dieses Monats dauernden Urlaub an, den er auf Sardinien zu verbringen gedenkt. Wilhelmshaven, 6. April. Für Generalmajor Wyncken, der die 82. Infanterie-Brigade übernimmt, ist Oberst v. Glasenapp zum Inspekteur der Biarine-Jnfantene ernannt worden. Der Ztachfolger v. Glasenapps ist Major v. Schloliha, bisher Kommandeur des 2. Seebataillons. Hamburg, 6. April. Der Syndikus des Senats, Dr. Arnold Die fiel, wurde zum junstischen Mitgliede des Senats gewählt. Reue Vorschläge zur Wchlrechtrvorlage. Staatsminister Elvald hat gelegentlich der gemeinsamen Beratung über die Wahlrcchtsvorlage die Erklärung abgegeben, bap die Großh. Negierung zur Vorlage eines neuen Wahlgesetzentwurfs in der nächsten Tagung deö Landtags bereit sein werde, wenn sich die Gesctzgebungsansschüsse beider Ständekammern über geeignete Grundlagen dafür verständigen würden. Die infolgedessen vom Ausschuß der ersten Kammer gemachten Vorschläge über die Neugestaltung der Art. 67 und 75 der Verfassung haben aber nicht den Beifall des Ausschusses der 2. Kammer gefunden, dagegen beschloß er mit 4 gegen 5 Stt, Gegenvorschläge auszuarbeiten. Diese vom Abg. Dr. Glas sing verfaßten Gegenvorschläge haben nun heute nachmittag den Gesetzgebungsausscyuß in einer dreistündigen Sitzung beschäftigt und sind bei der erfolgten. Abstimmung mit 5 gegen 2 Stimmen genehmigt worden. Da das sozialdemokratische Ausschuß- Mitglied Dr. Fulda erklärte, auch diesmal keine Dis- krerron darüber bewahren zu wollen, sehen auch wir keine Veranlassung, diese neuen Beschlüsse unfern Lesern vorzuhalten. Die beiden Vorschläge des Ausschusses bilden ein einhettliches Ganzes und lauten: Vorschlag A. Art. 6 7. 1. Ohne Zustimmung der Stände kann Teint direkte ober indirekte Auflage ausgeschrieben oder erhoben werden. 2. Das Finanzgesetz, das immer auf ein Jahr gegeben wird, soll mit dem HaupNwranschlag der Staatseinnahmen und -Ausgaben zuerst der 3 weiten Kammer vor gelegt werden. Zwischen den Ausschlüssen der beiden Kammern findet zunächst eine vertrauliche Besprechung statt. Jede Kammer hat hierauf selbständig über den Haupworanschlag und über das Finanzgesetz zu beschließen. Die Erste Kammer legt ihrer Beschlußfassung die ihr mitgeteilten Beschlüsse der Zweiten Kämmer zugrunde und ist berechtigt, auch über die einzelnen Telle des Staatsvoranschlags und des Finanz gefetzes aesondert zu beschließen. 3. Wird über das Finanzgesetz nebst Hauptvoranschlag oder einzelne Telle desselben, auch nach wiederholter Abstimmung zwischen den beiden Kammern eine Uebercinftimmung nicht erzielt, so hat die Erste Kammer das Recht, das Finanzgesetz und ben Hauptvvranschlag im ganzen ahzulehnem In diesem Falle wird in bei Versammlung der vereinigten Kammern, die unter dem Vorsitze des Präsidenten der Ersten Kammer ftattfinbet, über das Finanzgesetz nebst Hauptvvranschlag in der ihnen von der Zweiten Wammer gegebenen.Fassung beraten und im ganzen abgestimmt. 4. Bei dcr Abstimmung in Der Versammlung der bereinigten Kammern entscheidet Die abpüite Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Präsidenten der Zweiten Kammer. b. Macht bie Enste Kammer von dem Rechte, das Finanzgesetz und den Hauptvoranschlag im ganzen abzulehnen, keinen Gebrauch, und ist über einzelne Teile des Finanzgesetzes auch nach wiederholter Llbsttmmung in beiden Kammern eine Uebereinftimmung nicht erzielt worden, so geht daS Finanzgesetz nebst Hauptvoranschlag an die Zweite Kammer zurück. Die noch nicht durch über?uiftimmenbeu Beschluß der Stände erledigten Posllioueu werden in den, dem Finanzgesetze anzuschließenden ^staaisvoranschlag so eingestellt, wie sie bei der nun- mehr endgültigen Beschlußfassung der Zweiten Kammer festgestellt h/crben. Eine Durchstimmung im Sinne der Bestimmungen der Absätze 4 und 5 findet auch statt, wenn die Zwecke Kammer das Finanzgesetz nebst Haupworanschlag im ganzen abgelehnt hat. Art. 7 5. Wenn auch nur eine Kammer gegen einen Gesetzes- Vorschlag stimmt, so bleibt das Gesetz ausgesetzt. Wird aber ein solches Gesetz auf dem nächsten Landtage von der Regierung den Ständen wieder vorgelegt und wieder von der einen Kammer ab- gelehnt, von der anderen aber angenommen, so kann die Regierung verlangen, daß in einer Bersanrmlung der beiden Kammern unter tollt •ind.amtLListftiny )beid.Anithkte^ t^Str. 43. to stwirte ld Baff ipiwli ■ ut 5 ! lestrionsi. ich-Mascfc i nnont z. Gaem i Kirchsnakel! frei. Mimim | u eingetroti im-r - Keif.Jiho I leinsr.Resiei 10 N: »Wr [,. steinhäu«f.ri bleuen An* J1 zeliersM -*■ AS ÄS®» Start; irl Ger«ner !ll>ß Li."":ierkljarc,V HaiisßJ äs®! M Geisel ?an icrÄn^ Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten Der Röckttitt des englischen Premierministers. Infolge semeS schweren Leidens hat nunmehr Sir Campbell- Bannerman den König gebeten, ihn seine? Postens zu entheben und nach Lage der Sache mußte König Eduard VIL diesem Verlangen Rechnung tragen. Der bisherige Schatzminister Asquith ist nach Biarritz, wo der König zur Kur weilt, berufen worden, da er «um Nachfolger für die Premierschaft in Aussicht genommen ist. selbstverständlich wird dies auch weitere Veränderungen im Kabinett jur Folge haben, wenngleich eine Gesarntdemission höchstens nur pro forma vorgenommen wird, ohne daß wesentliche Veränderungen erfolgen. Die Rekonstruktion des Kabinetts hat daher kemerlei politischen Charakter, die Liberalen sind ja noch am Ruder und ein Systemwechsel könnte ja nur kommen, falls Neuwahlen ausge- ichrieben werden, die für die jetzige Regierung nicht günstig aus- fallen. Fällt so das hauptpolillsche Moment zwar weg, so ist selbstverständlich ttotzdem der Wechsel im Vorsitze des Kabinetts nicht ohne Bedeutung, da doch von dem leitenden Staalsmanne mehr oder miuoer bie Richtung bestimmt wird und eine energische Persönlichkeit an dieser Stelle eine erome Macht in sich vereinigen kann. Der nunmehr von der politischen Schaubühne abtretendc Sir Campbell- Zannerman gehörte zu ben hervorragendsten englischen Politikern kt Jetztzeit, er war seit langen Jahren der Führer der liberalen bartki und hat mit aller Zähigkeit gekämpft, bis feine Partei die konjeroative ablöstc und ihm selbst die Premierschaft übertragen ourdc. Der SyftemweckMl war ein vollständiger, und wenn auch m dcr letzten Zeit man hie und ba der jetzigen Regierung über-- taüiiig zu werden schien, und bei ben Ersatzwahlen oppositionell gewählt wurde, so verfügt das Kabinett doch immer noch über eine gewaltige Mehrheck und bie Konservativen dürften nicht so- °ald wieder zur Herrschaft gelangen. Im Innern sind mancherlei erfreuliche Fortschrckte namentlich hinsichtlich bet Behandlung Irlands zu verzeichnen und auch nach Außen war bie Politik Englands erfolgreich, obwohl gerade auf diesem Gebiet ein völliger Umschwung unter Campbell-Bannerman eingetreten ist. Wahrend seiner Amtsführung verlor der Gegensatz zwischen Deutschland und England an Schärfe, ja sogar eine nicht unbeträchtliche Bessc- rung der Beziehungen wurde angebahnt und sic fand beim Premier eine wirksame Förderung und Unterstützung. Nicht etwa daß Campbell- Bannerman ein außerordentlicher Deutschenfreund gewesen närc, er war nur Deutschland gegenüber gerechter und sah daher, dist cs keinen Zweck habe, daß zwei Staaten, die im Grunde genommen, soviel wechselseckige Beziehungen besitzen, einander befehden. Campbell--Bannerman ist ein offener elf-rlicher Charakter, »mb als solcher bewährte er sich auch gegenüber Deutschland, so daß grade wir seinen Rücktritt in hohem Maße bedauern müssen. Frei- 1 h darf erhofft werden, daß in dieser Hinsicht der bisherige Schatz- kLnzlcr Asquith den Fußtapfen seines Vorgängers folgen werde; ncfjriad) bei Parlameutsdevatten, wo es sich um Deutschland hrrdelte, hat Herr Asquith ellrgegrifsen und hieroei nicht nur kicks eine korrekte Haltung eiitgenommyt, sondern auch recht oft e«e ctioas freundschaftlichere Tonart hindurchklingen lassen, so biß wir in dieser Hinsicht wohl ziemlich ruhig in die Zukunft blicken formen. Wie Herr Asquith sich auf feinem neuen Posten bcwährcn loiri), muß abgcwartet toerben, jedenfalls gilt er als e^.ne umsichtige und energische Persönlichkeit, die sich schon bisher übet ben Rahmen ihres eigentlichen Wirkungskreises hinaus einen grünen Einfluß auf bie Gestaltung der politischen Dinge zu ver- I schaffen gewußt hatte. KsLötsdche ScrgeSscharr. Die Reise des Kaijerpaares. Palermo, 7. April. Gestern gegen 5 Uhr ist die -chohenzottern" mit der kaiserlichen Familie an Bord hier «"gekommen, geleitet von dem italienischen Kriegsschiff Larese und dem Kreuzer Hamburg sowie dem Torpedojäger Eleipner. Der Bürgermeister von Palermo begrüßt in Liaueranfchlägen dieses Ereignis mit herzlichen Worten. Erledigt sind: An April Wetter 1908 to 6. April = 4- 6,0 0 C. für inländisches Getreide am Es stellten sich bie Preise = + 2,7 M c. 6. 5, 91.35 | Elektriz. Lahmeyer (- 3% Portugiesen Serie I . 3% Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 207.00 (4- 4.25), 82.60 nicht ausbleiben. zugezogene Besitzer erwarb erst vor erlichen Monaten daS An (+ (+ 1) 4) 6 4 theater: Benefiz-Vorstellung Frieden". Anfang 8 Uhr. Aiannheim. Straßburg Stuttgart München 4% Uesterr. Goldrente. 41/6 % Uesterr. Silberrente Ungar. Goldrente Italien. Pente . . 212.20 . 112.20 81.80 91.40 81.80 91.00 91.90 98 20 99.15 93.50 24 70 146.30 121.00 letzten Markttage: Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Hamburg Hannover- Braunschweig Es die ö) 4) 2) 4) b) 97.60 99.60 160.90 126.60 234.30 137.20 175.60 13910 200.70 ^*2 2 Harpener Bergwerk. Lanrabütte . . • Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . J'ürkeiüose . . . des in er- 4% 4% Bochum Guss . . Buderus E. W. . lendens: fest. * der Gemeindeschule zu Bieber die eine mit einem evang., 206 203 202 206 202 209 202 210 Sc? o- 2) 2) Weizen 210 (- 212 (— 207 (— 212 (— 208 (— 3/^ °/( 3% Wk 3% Wk Wk Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . , Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: fest. Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Sch. Gerhart Hauptmanns „Elga", die wir am Freitag mit Irene Triesch in unserem Stadttheater sahen, erschien als Buch 1905 bei S. Fischer in Berlrn. Bed. Himmel Regen Sonnenschein . 197.80 213.20 24.80 97.30 . 150.80 und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 7. April, 1.15 Uhr. Laurahütte...... Isordd. Lloyd . . . - . Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Haudelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kommaudit . . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien..... Baltimore- und Ohio- Eisenbahn..... Gotthard bahn..... Lombard. Eisenbahn . . Uesterr. titaatsbahn . . . I’nuce-Henri-Eiseubahn . N NNE N Ans Stadt und Land. Gießen, 7. April 1908. Rirche und Schule. — Der Kaiser gegen die Ferienschularbeiten. 61.00 61.50 9500 87.5 t) 95.30 150.80 49.25 85.50 67.20 94.70 russ.btaatsanl. 1905 4>iu/0 japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 19Uö Türkeulose...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . 4>io/0 Chinesen . . . . Aktien: Meteorologische Beobachtunge», der Station Gießen. ist mehrfach dem Bedauern Ausdruck gegeben morden, das; ... für die Erholung bestimmte Ferienzeit vielfach an den höheren Schulen durch Ferienarbeiten in erheblichem Umfange beeinträchtigt würde. Nunmehr erfahren die „Bert. N. Nachr.", daß kürzlich der Kaiser dem Kultusminister Dr. Holle gegenüber seinen Stand punkt zu dieser Frage dahin zum Ausdruck gebracht hat, daß nach einer Ansicht Ferienarbeiten mit dem durch die. Schulferien er» trebten Ziel, der geistigen und lörperlichen Erfrischung der Schüler, nicht im Einklang ständen. Diese Anregung des Kaisers wird wohl in weiten Kreisen dankbar empfunden werden. Schwertern" (Besitzer Aloys Göbel hier), das bei Geschäftsreisenden und in Diittelslandskreisen sich guten Nuss erfreute, über dessen finanzielle Lage aber in der letzten Zeit ungünstige Gerüchte im Umlauf waren, hat heute nachmittag ,Schluß gemacht"; Türen und Fensterläden sind geschlossen, die Vorhänge sind herabgelassen und über dem Ganzen lager dse Stille des verzauberten Schlosses. Wie der Verkehr der Bewohner mit der Außenwelt sich vollziehen soll, ist ein bis jetzt noch unaufgeklärtes Problem. Ter jetzige, von außen Reichsauleihe do. Kousols . . do. Hessen . . . Oberhessen 'n jeder beliebigen Schriftart und Katie* OSrttl fSFl körte, sowie mit Zirkeln aller studentische V l-vll Vereinigungen, liefert ju mähiarn Preisen vrühl'sche Umversitäts-Vruckerei, Schulftratze 7. . 150.20 . 126.75 . 234.20 . 59.75 139.00 Teiefonoscäw Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel 2177, (-27,) 220 (— ) 225 (-2’/2) 232 (- 1) Hande!. ** Kvnkurse in Hessen. Ueber das Vermögen Alois Siegmayer, Mbler und Holzwarenhändler Worms, wurde, am 24. März das Mn kursverfahren Budapest April 182.70 (— 11,25). Pans April 183.20 (+ 1.30). Liverpool Mai 157,05 (-s- 0.80). Chicago Mai 142.80 (— 1.90). Roggen: Berlin miet 196.25 (Z- 4.50). Hafer: Berlin Mai 160.50 (+ 0.75) Mk. zwei Lehrerstellen, von denen die andere mit einem tath. Lehrer zu besetzen ist, und eine Berliner Börse, 7. April. Anfangskurse. Düsseldorf Frankfurt a.M. 2127z (-{- 7,) Tageskalender für Dienstag, 7. April: Stadt- sür Rudolf Golk „Krieg im . 120.00 Elektriz. tichuckert . . . 105.00 Eschweiler Bergwerk . . 208.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 190.50 Hamburg-Amerik. Paket!. 111.60 Harpener Bergwerk. • 198.10 Rückwanderung läßt darauf fchlleßen, daß m den Vereinigten Staaten manche Industriezweige noch weitere Einschränkungen rhrc, Arbeitsleistungen vornehmen. Dem entsprechend bleibt auch der Güterverkehr nach den Vereinigten Staaten, der ja mit der Ein Wickelung der dortigen Industrie in engem Zusammenhang steht, hinter dem des Vorjahres zurück, während der Verkehr von fort sich bisher auf etwa gleicher Höhe gehalten hat. Im Verkehr naw Ostasien und Australien ist die Güterbewegung befriedigend geblieben. Das Käjütengeschäst in der ersten Klasse hält sich auf allen Linien in der Höhe des Vorjahres, während das dec zweiten Klasse auf der nordatlantischen Fahrt, in der Richtung nach den Vereinigten Staaten einen Rückgang zeigt. Im Südamerikanischen Verkehr sind im Frachtverkchr zum Teil normale Raten wieder hcrgestellt, während im Zwischendecksverkehr die Verhandlungen darüber noch in der Schwebe sind. — Wie anch in früheren Jahren läßt sich zurzeit ein sicherer Uebcrblick über die Aussichten des neuen JahreS noch nicht geben, doch darf auch jetzt noch an der Hoffnung festgehaltcn werden, daß der weitere Verlauf des Jahren die Geschäftsevgebnisse befriedigender gestalten wird, als dies in den ersten Monaten der Fall war. Ich mass Ihnen wirklich Vorwiirle machen, Kind! Eine Künstlerin muß doch ihre Slinune schonen und pflegen denn eine einzige, ernsthafte Erkältung kann der «"im und der ganzen Karriere gefährlich werden. IMS ew Sodener Mineral Pastillen und doch auch ein so bravem - O Mittel zur Pflege deS Halses, des Kehlkopfes und der ganze AtinungSorgane, daß Sie wirklich schleutng't darnach grem sollten. Haven Sie erst einen Anfang gemacht, dann ncom>. Sie Fans echte Sodener ancl> immer und Sie weroen dabei fahren. Die Schachtel tostet 85 Pfg. und nt tu au Apotheken, Drogerien und Mineralivasserbandlungen z» haben,- lassen Sie sich aber keine Rachahmung anibängen.im öffnet. Rechtsanwalt Rahn in Worms wurde zum Konkursverwalter ernannt. Kvnkürsforderungen sind bis zum 1. Mai bei dem Amtsgericht Worms anzumelden. — Ueber das Vermögen des Rechtsanwalts und Notars Rudolf Link zu Dieburg wurde am 27. März das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Lüft zu Dieburg wurde zum Ltvnkursoerwalter ernannt. Konlürsforderungen sind bis zum 1. Mai bei dem Amtsgericht Dieburg anzumelden. - Ueber das Vermögen des Kausmanns Heinrich Schölt es zu Grünberg wurde, da Zahlungsunfähigkett und Zahlungseinstellung dargetan, am 27. März das Konkursverfahren eröffnet. Vorschußvereinskassier Friedrich Ritter zu Grünberg wurde zum Konkursverwalter ernannt. Koutursforderungen sind bis zum 15. April bei dem Amtsgericht Grünberg anzumelden. — Ueber das Vermögen des Pächters Richard E m r i ch auf dem O b e r n s e m e r h o f bei Freienseen wurde am 28. März das, Konkursverfaliren eröffnet, da die Uebcrfchuldung des Gemeinschuldners von ihm nach- gewicsen ist. Rechtsanwalt Hermann Zimmer in Schotten wurde zuin Zbontursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 22. April bei dem Amtsgericht Laubach anzumelden. Darmstadt, 6. April. Die unter dem Vorsitze deS Ge- heinrrat Hugo Oppenheim abgehaltene Generalversammlung der Darm st ä b t e t Bank erteilte einstimmig Decharge für .Ge-- schäftsleitung 1907 und setzte die Dividende wie von Aufsichtsrat und Direktion vorgeschlagen nnb gestern gemeldet wurde, auf 6 Prozent fest. 'Anstelle des ans Gejundheitsrücksichlen ausge- schiedenen Geh. Kommerzienrats Weintraud-^Dffenbach wurde Geh. Kommerzienrat Georg Beuchelt aus Grünberg in Schief, und anstelle des verstorbenen (Äeneralunternehmers Hermann Bach- stein-Berlin Diplomingenieur Bachstein-Berlin zu Mitgliedern des Aufsichtsrats einstimmig gewählt. — Norddeutscher Lloyd-Breme n. In der jängsten dem Vorsitze des V, äsidentcn der Ersten Kämmer Mer die Gesetzes- Vorlage beraten und abgestinmtt wird. Zur Annahme des Gesetzes sind drei Fünftel der abgegebenen Stimmen erforderlich. Vorschlag B, Art. 67. 1. Ohne Zustimmung der Stände kann keine direkte oder indirekte Auflage ausgeschrieben oder erhoben werden. 2. Das Finanzgesetz, das immer auf ein Jahr gegeben wird, soll mit dem .Hauptvoranschlag der Staatseinnahmen uni> -Ausgaben zuerst der Zweiten Kämmer vorgelegt werden. Zwischen den Ausschüssen der beiden Kämmern findet zunächst eine vertrau- Uche Besprechung statt. Jede Kämmer beschließt hinaus selbständig über den HaÄptvoranschlag iuti> das Finanzgesetz. Die Erste Kämmer legt ihrer Beschlußfassung die ihr mitge teilten Beschlüsse der Zwesten Kammer zugrunde und i)t berechtigt, auch stber die einzelnen Teile des Staatsvoranschlags und des Finanz- Zweiten Kammer mitzuteilen. Beharrt die Zweite Kämmer aus gesetzes gesondert zu beschließen. Der von dem Beschluß der Zwesten Kämmer etwa abweichende Beschluß der Erstell Kammer ist der ihrer früheren Stellungnahme, so hat die Erste Kämmer wiederholt zu beschließen. Lehnt die Erste Kammer es ab, nachträglich dem Beschlüsse der Zwesten. Kammer beizutretetl, so ist das Ftnanz- gesetz nebst Hauptvorcmschlag in einer Versammlung der vereinigten Kämmertt zu beratet und zu beschließen. Zn dieser Versammlung der vereinigten Kammern, die unter dem Vorsitze des Präsidenten der Ersten Kämmer staktsindet, wird über das Finanzgesetz nebst Hauvtvoranschlag in der ihnen von der Zweiten Kammer gegebenen Fassimg beraten und im ganzen abgestimmt, es sei denn, daß beide Kämmern durch übereinstimmende Beschlüsse im Einverständnisse mit der Regierung die Abstimmung aus dic- jenigen Punkte beschränken, hinsichtlich deren eine Meinungsverschiedenheit noch besteht. Bei der Abstimmung in der Versammlung der vereinigten Kammern entscheidet die absolute Stimmenmehr- hest, bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Präsidenten der Zweiten Kämmer. Diese Vorschläge, die übrigens feilt Ultimatum dar- stellen, werden zunächst dem Gesetzgebungsausschug der Ersten Kammer zur weiteren Aeußerung mitgeteilt. Es muß obgewartet werden, ob dieser eine schriftliche Erwiderung geben oder eine neue gemeinschaftliche Beratung darüber mit dem andern Ausschuß wünschen wird. Der Umstand, daß die neuen Vorschläge den Wünschen der Ersten Kammer wesentlich entgegenkommen und mit 5 gegen eine bürgerliche und eine sozialdemokratische Stimme genehmigt wurden, hat die Aussicht aus eine endgültige Grundlage zurVerständignng um ein Bedeutendes näher gerückt. -------i-j- -------- —i« .....—..... -> Genera lv ers ammluu g lourbe vom Vor sitzend eil mitgeteilt, daß die wesen. — Zrn Konkurs Bindewald findet am 8. April | Auswanderungsbeförderung recht unbefriedigend bleibt. Tie starke mit einer fall). Lehrerin zu besetzende Lehrerinstelle; eine mit einem tath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeichule zu Wies-Oppenheim. ** Der Bienenzüchter-Verein Gießen und Umgegend hielt am Sonntag )eine Frühj ahrsv e rsammlung im „Karlshof" ab. Der Vereinsrechner Wenzel erstattete ztt- nächst eine ausführliche Rechnungsablage, die 1020,40 Mk. in Einnahmen und 998,62 Alk. m Ausgaben ergab. Auch die Depot- tÜTvechuung zeigt mit ihrem Restbetrag von 618,91 Mk. nach wie vor einen günstigen Stand. Im abgetaufenen Jahr zählte der Verein 96 Mitglieder; 7 Imker traten neu bei. Ine Mittelpunkt der gestrigen Tagesordnung stano der jehr zeitgemäße Vortrag des Gärtners W e r n c r - Reuhof: „Ueber den Schnitt der für'du Bienenwirlsckstrft ui Betracht lommenden Sttäucher." Die Ausführungen, sowohl in ihrem theoretischen als praktischen Teil, waren sehr interessant. Der Referent zeigte nämlich an einem Bündel Zweige vieler bekannter Mitz- und Ziersträucher den echten und falschen Schnitt. Die Ausschußsttzung des O b c r h c s s i s ch e n Bienenzüchter-Vereins findet Freitag, 24. April, vormittags 10 Uhr im Hotel Schütz statt. ♦* B1 rndentonzert. Ti.' erblindete Divisionspfarrerstochter Hildegard .Dieterich wird am 10. Aprile in der neuen Unrverfttats-21ula einen Liederabend veranstatten. Das Casseler Tageblatt schreibt vom 29. August 1907 von der blinden Sängerin u. a.: Wie schon bei chrem vorjährigen Auftreten, hinterließ Zrl. Dieterich mit ihrem Gesänge luieber einen rechr günsttgen Eindruck. Sie besitzt einen volltönettden, gut ausgeglichenen Mezzosopran von angenehmer Klangfarbe. Tonbildung und Aussprache verraten eine vortreffliche Schulung; aus der Auffassung spricht seines musikalisches Empfinden und künstlerischer Geschmack. Die erste Nummer war die ebenso schöne, wie smwierige Arie „Buße und Reue" aus Bachs Matthänspaision, mit deren stilgerechtem Vortrag sw ihre Begabung für Kirchengesang erwies. Sehr eindrucksvoll gestaltete sic and) die Arie „Ser stille dem Herrn" aus Elias. Wie die Arien, so berührten auch die Lieder „Tie arme Seele" von Becker, „Kein Hälmlein wächst auf Erden" von Friedemann Bach durch die Innigkeit und Schlichtheit des Vortrages sehr sympathisch. Es liegen uns noch vcrschiederte Rezensionen aus Köln, Darmstadt, ^Magdeburg, Marburg usw. vor, wo die Dame überall einen recht guten Eindruck hinterließ. Friedberg, 6. April. Eine Wichernfeier, auSgefüllt mit dem Besten, was in einer solchen geboten werden kann, veranstalteten gestern abend in gemeinschaftlichem Vorgehen der hiesige Evangelische Arbeiterverein zusammen mit der Evangelischen Vereinigung. Professor Dr. Schöll hier hatte seine Festrede überschrieben: Wichern's Arbeit an der Erneuerung der deutschen evangelischen Christenheit. Einleitend und am Schluß der Feier hielten die Leiter der beiden genannten Vereine: Oberlehrer Lampas und Pfarrer Ritter angemessene Ansprachen. Zwischendurch trug die Gesangsabteilung des Evang. Arbeitervereins einige dem Zweck der Feier angepaßte Gesangsstücke vor, so daß die gut besuchte Versammlung einen recht würdigen und erhebenden Verlauf nahm. War doch namentlich der gedankliche Mittelpunkt: das Wirken und die Persönlichkeit des Begründers des Rauhen Hauses zu Hamburg, in nicht theologischen Kreisen bisher nur wenig bekannt, die Gedächtnisfeier darum nicht nur eine sinnige Erinnerung, sondern auch ein Akt der Erbauung. Die beiden, namentlich im letzten Winter sehr rührigen und mit hervorragenden Vorträgen unterstützten Vereine dürfen darauf zählen, daß ihrem Wirken die Früchte, wenn auch vielleicht nur langsam und in der Stille reifend, Portugiesen „ III die erste Glaiibigerversammlung statt. Rach dem, was aus Gläubigerkreisen verlautet, fann auf gütliches Abkommen nicht gerechnet werden; einesteils fehlt cs dafür an einer reellen Basis und an sicheren Garantien, andernteils hat die enorme Höhe der Schulden und ihre, kaufmännischer Art nicht entsprechende Entstehungsweise eines Teiles eine gewisse Gereiztheit bei den Gläubigern erzeugt, die eine sehr nachsichtige Auffassung von dieser Seite nicht erhoffen läßt. △ Büdingen, 6. April. Der hiesige Kirchengesangverein führte gestern unter Mitwirkung auswärtiger Kräfte in der Stadtkirche die „Matthäus-Passion" von H. Schütz auf. Recht erfreulich waren die Leistungen des leißigen'Kirchenchores, der über namhafte Stimmen verfügt, wie denn auch der Schülerchor des Lehrers Weinel zum Gelingen der Aufführung sein redlich Teil beitrug. Die kleineren Partien, wie Judas, Petrus, Pilatus, Hoherpriester u. s. w., wurden von Dtitgliedcrn des Kirchenchores schön aiisgeführt. Das Gotteshaus war gut besucht. h. Frankfurt a.M., 6. April. In dem am Sonntag nachmittag 4.30 Uhr hier eingelaufenen O-Zug Köln — München wurde einem Ausländer eine wertvolle Busennadel gestohlen. Der Bestohlene glaubt, daß ihm die Nadel beim Einsteigen in Köln oder unterwegs bei einem Gedränge im Seitengange des Zuges von O-Zug-Dieben entwendet worden ist. — Der 47jährige Kaufmann Heinrich Schnabel aus Offenbach sprang nm Samstag abend von einem in voller Fahrt befindlichen Lokalbahnzug vor Sachsenhausen ab und erlitt durch Fall schwere Verletzungen. fc. Kassel, 5. April. Eine Vertrauensmäunerver- ammlung des Bundes der Landwirte im Wahlkreise Homberg-Ziegenhain beschloß, v. Baumbach wiederum als Kandidaten für das Abgeordnetenhaus auszuftellen. v. Baumbach wird voraussichtlich wieder von den Konservativen unterstützt werden. — Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschastsrats vom 31. März bis 6. April 1908. Die unbeständige, vorwiegend regnerische Witterung hat die Frühjahrsbestellung in der Berichtswoche nicht in gewünschtem '»Laße fortschreiten lassen, zeitweise überhaupt gehindert. Auch für eine gedeihliche Entwickelung der Wintersaaten, namentlich des spät bestellten Mggens, der vielfach zu willischen übrig läßt, wäre warme und ttockene Witterung von Vorteil gewesen. Von den ausländischen Produttionsgebieten berichtet zurzeit nur Rußland in ungünstigem Siime. In den übrigen Ländern der nördlichen Welthälste scheint der Stand mehr oder minder zu be- iriedigen. Eine Anregung vermochte der Getteidehandel diesen Verhältnissen nicht zu entnehmen. Andere Momente, die den Pveisgang nach irgenö einer Richtung hätten beeinflussen können, traten auch diesmal nicht in Erscheinung. Das Geschäft hält sich nach wie vor in den Grenzen notwendigster Bedarfsanschaff- ungen, so daß die mt «allen deutschen '.'Mrkten wahrnehmbare Einschränkung des inländischen Angebots einen weiteren Preisrückgang keineswegs verhindern konnte. Für ausländische Ware scheint sich indes in den letzten Sagen etwas bessere Absatzmöglichkeit zu bieten, während die Forderuirgen der Bezugsländer wieder mehr Festigkeit erkennen ließen. In diesem Zusainmenhange machte sich aus dem Berliner Lieierungsmartte eine festere Stimmung geltend, die bei Weizen in einer allmählichen Wertbesserung von ungefähr 4 Mk. zum Ausdruck kam, während Roggen gleichzeitig um 41,3 Mk. an ziehen konnte. Hafer wird vom Auslande nicht mehr so dringend angeboten und hat seinen Preisstand ttotz, des immer iwch unbefriedigenden Kvnsnmgeschästes gut zu behaupten vermocht. Gegenüber .den Preisanspruchen des Inlandes lassen LieserungSabgaben kaum »toch Nutzen, ein Umstand, der wesentlich dazu beitrug, den Wert des Maitermins zu stützen. Futtergerste wurde von Rußland höher gehalten, aber vom Ävnsum kaum beachtet. Auch das Maisgeschaft hat bei wenig veränderten Preisen keine weitere Ausdehnung erfahren. 1 Das Hotel „Zu den drei Spielplan der vereinigten zrankfurter Stadttheater. Gpernhaur. Dieiistag beit 7. Apritt): „Ein Walzertraum." Mittwoch den 8. April: „Tas Rheingold." Donnerslag den 9. April: „Ter Barbier von Sevilla." Hierauf: „Fortunios Lied." Freitag den 10. April, abends 6 Uhr: „Die Walküre." Samstag den II. April: „Der Freischütz." Sonntag den 12. April, nachmittags halb 4 Uhr: „Die lustige Witive." Abends 7 Uhr: „Violetta." Atonlag den 13. April, abends 6 Uhr: ^Siegfried." Schauspielhaus. Dienstag den 7. April*): „Uriel Acosta." Mittwoch den 8. April: „Hamlet." Domrerstag den 9. April, abends halb 8 Uhr: „Bei uns da drüben." Freitag deir 10. April: „Manöoerlage." Samstag den 11. April: Zum ersten Male: „M e t st e r i n." Sonntag den 12. April, naehinittags halb 4 Uhr: „Doktor Klaus." Abends 7 Uhr: „Dleiftenn." Montag den 13. April: „Minna von Barnhelm." Dienstag den 14. Aprtl, abends halb 7 Uhr: .Faust." 1. Teil._______ *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. ms Sommerkur für Bebag)kemg^richL k'^Anstalt/spezial' SMfl ä Heilanstalt. Neue Gesellscb -Räume Js IMR KP Mfrä raSI offene u. geschloss. Liegehalle, küblei schattiger Park. Sorgsame Behänd- H W HjfiH lunjr und Verpfleiruntr- Di«f 13 Q Q V 3 a I Dependance für Minderbemittelte > __________ Prospekte franko. WAMWMM Dr. M. Schulze-Kahleys*. Nervenarzt. 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