Sir. 186 Erstes Blatt 158. Jahrgang Manta, 16. August 1668 SKHtnerZamtliendlät-er, D fc ÄWk ÄWk Mn? ■Mw W KJ /*<» "Md Abhole- u. Zweigitellen .welmalwöchentl.Kreir. M Ftig \A S fflZ gV ■ U IV BV f| ■ ■ yi> ■ fl W 41 V BT monatlich 65 Ps.; durch blatt türöen Kreis 6it&ci U.4;’\ !&< ■ B flZ ■ M ■ H ■ fi ■ GL^ ■ diePost ML.r.-oierlel- (DienStag und Freitag); M M Ül M. kj WM-Ä W W «L ■ / Jä B ■ W BT E ■ S ST G tährl. «Hchl. Bestellg. sS^nvI)virvi «SS? General-Anzeiger für Gberheffen §Z-M linabec von Anzeigen V 1 • ff u. Sanb- und ^Gerichts- °akmm°^"iö"uh" Rofationsörud und Verlag Ser vrühNchen Un!v.-Vuch, mö Stctnöruderet. H. tauge. «edattian, LrpedMon und Druckerei: Schulstrotze 7. Au!-:g°n,eu'?'v°ÄL geliefert Ausländische Spitzbübereien. oberflächlicher Zusammenstellung ctroa 1800000 Mark. Beständig laufen ganze Stöße von Wertbriefen und Postanweisungen für den Grasen in Friedrichshafen ein. Daß auch bei uns zu Lande eifrig für Zeppelin gesammelt • wird, versteht kick von Mbft Zwei ausländische Herren mit englischem Spruchakzent haben mehreren Dlonteureir und Hilssbeamten der Ballonhalle Betrüge bis 6 Millionen Mark für heimliche Ahkopierung der Ballonplänc aitgeboten. Die Monteure haben das Angebot energisch zurückgcwicsen. Gemeindevertreter der Städte Stuttgart, Friedrichshafen und Ko tt ft a n * halten sich dahin verabredet, dem Grafen Zeppelin einen Besuch abzustatten. Nachträglich hatte sich auch noch der Oberbürgermeister von U1 m dieser Abordnung angeschlossen. Die Deputation wurde am 8. ds- in Friedrichshafen vom Grafen Zeppelin empfangen. Der Stuttgarter Gemeinderat Dr. MattcS hielt im Namen der Städlevertreter an den Grafen eine Ansprache, Sichtlich bewegt antwortete Graf Zeppelin, er sei tief gerührt von den zahlreichen Kundgebungen und ganz besonders danke er den Bertreterit der Städte, die er gleichzeitig bitte, diesen feinen Tank den Bürgern der Städte zu übermitteln und indem er den anwesenden Vertretern die Hände drücke, drucke er sie jedem einzelnen Bürger dieser Städte zum Zeichen seines Dankes. Das Unglück, das ihn betroffen habet,- fei i hm zum Glück geworden. (§inc Ballonhalle in Berlin. Die Anregung, die vom Reiche bewilligte Summe von 350 000 Mark zum Bau einer neuen Ballonhalle und eines neuen Luftschiffes in der Umgebung von Berlin zu verwenden, wird von dem Grasen nahestehenden Kreisen sympathisch ausgenommen, insbesondere weil Berlin für diesen Zweck infolge günstigerer Terraiuverhältnisse besser geeignet sei, da dort vollständig geebnetes Gelände vorhanden ist. Zn Berlin würde das Luftschiff, so meint man dort, einen viel stärkeren Antrieb haben, infolgedessen wäre das Fahrzeug dort weit leistungsfähiger. Der Kaiser hat Gelegenheit genommen, mit einer bekannten Berliner Persönlichkeit über das Unglück von Echterdingen zu sprechen. Im Berliner Tiergarten bemerkte man am Samstag neben dem auf seinem Spazierritt befindlichen Monarchen den Generaldirektor der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft, Geh. Baurat Rat Henau. Der Kaiser war aufs tiefste betvegt über die Katastrophe, zugleich aber sprach er mit hoher Befriedigung von der Teilnahme, die in der ganzen deutschen Nation so opferfreudig vom ersten Augenblick an, da bte Kunde ins Volk drang, sich gezeigt habe. Der Kaiser sagte, daß er vom Reichsamt des Innern einen Bericht empfangen habe, der die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung enthalte. Die Einleitung zu diesem Gespräch hatte eine Bemerkung des Kaisers gegeben, daß er auf seiner letzten Reise in Norwegen festgelegre Ballons aesehen habe, bereit Verankerung ihn interessiert Hütte und Die ihm auch für Zeppelin als Sicherung nutzbar erschienen wäre. Der Kaiser hat dem Deutschen Reichskomitee 10000 Mark für Zepelin überwiesen. Sonstige Spenden. Die Sunmie, die bis jetzt gezeichnet wurde, beträgt nach Wunsch des deutschen Volkes. Ein Wille beherrscht alle. Hoch und Nieder, Alt und Jung: Mle verlangen, daß ich, ungebeugt durch den harten Schicksals)chlag, dem Vaterlande ein neues Luftschiff bauen soll, und alle spenden an Mitteln, was in ihren Kräften steht. Diese einmütige nationale Bewegung, die ihren Eindruck in der Welt nicht verfehlen wird, ergriff mich mit unwiderstehlicher Ntacht. Meine Wehmut ist in vollstes Glücksgefühl verwandelt, und in gerührtem Dank und in ftcudigster Begeisterung übernehme ich den mir von der Nation gewordenen Auftrag zum Wiederbau. Zur Sammlung der für einen Lust- schissneubau einkommenden Spenden habe ich die „Allgemeine Reulenanstalt" in Stuttgart bestimmt, bei der eine besondere Rechnung unter dem Titel: „N a t i o n a l e r L u f t s ch i f f - B a u- fouds für den Grasen Zeppelin" geführt werden wird. Dahin bitte ich die Spenden richten zu wollen und werbe die unmittelbar an mich gelangten leiten. Ich beabsichtige, den Rcickis- kanzler um Bestimmungen einer Kontrolle über die Verwendung dks Fonds im Sinne der Spender zu bitten." Phönix. Von einer dem Grafen sehr nahestehenden Persönlichkeit wird mitgeteilt, er habe sich dahin geäußert, er hoffe bis spätestens in vier Wochen mit „Modell 3" die Mainzerreise wiederholen zu können. Konstanzer Blätter melden, daß Graf Zeppelin die Hoffnung ausgesprochen habe, bei schneller Materiallieferung den neuen Ballon bis zum November bestimmt fertig zu stellen. Bei günstiger Witterung würden noch im November die ersten Pr o b e fahr ten mit dem neuen Ballon stattftnden. Oberingenieur Dürr äußerte, daß sofort mit dem Bau eines neuen Luftschiffes begonnen wird. Als wichtigste Lehre ans der Dauerfahrt habe zu gelten, daß die zur Fortbewegung des Luftschiffes dienenden Motore mit gleicher Leistungsfähigkeit weit kräftiger gebaut roerlxn müßten. Das schwere Gewicht, das sich dadurch ergebe, soll durch eine anberroeite Gewichtsersparnis ausgeglichen werden. Die Pferdekraftstärke der Motore habe sich als ausreichend erwiesen. ■Dbcringentcur Dürr stand früher mehrere Jahre bei der zweiten Werftdivision in Wilhelmshafen und die Lustkapitäne Laub und Hacker gehörten als Deckoffiziere der 2 Matrvsen-Division an. Tie Aufräumuugsarbciten in Echterdingen sind beendet. Tas Alummiumgerüst wurde zersägt. Zwei Wagen gingen nach der Zeppelin schen Werft in Manzell ab, zwei weitere sind in die Fabrik zum Einschmelzen gesandt. Die Gondeln, die samt den Motoren noch recht gut erhalten sind, wurden in die Daimlersche Fabrik nach Unter-Dürkheim geschickt. Ter Hintere Motor war sogar noch betriebsfähig und lief noch. Der Aufsichtsrat der Höchster Farbwerke bewilligte 5000 Mark. Außerdem wurden dem Grafen für einige tausend Mark Wasserstoffgas zur Ballonfüllung kostenlos Zeppelin. Der offizielle Bericht des Grafen. Gras Zeppelin gibt Über die Ursache des Unfalles bei Echter» bingen folgenden Bericht: In die große Begeisterung, welche die Fahrt am 4. und 5. d. Mts. überall hervorrief, kam der Unfall, den das Fahrzeug auf der Fildevebene erlitt, nahezu überwältigend und un- aßlich. Natürlich glaubten viele der Zuschauer, daß entweder !>urch Unterlassung der Anbringung weiterer Sichcrheitsvorkeh- rungen oder durch mangelhafte Handhabung der Bewachung des Fahrzeugs die Katastrophe verursacht wordeu sei. Die erhobenen '.'lnscAckdigungen erheischen die folgende DarlcgungderBer- Bnkerungs-Vorkehrungen: Nachdem das Fahrzeug in glattester Weise gelandet, durste es nur Jo verankert werden, daß cs sich stets mit der Spitze in den Wind einstellen konnte. Zn diesem Zweck nuifetcn sämtliche Anker und Öalteleincn in einem Punkt der Ballonspitzc zusammen- laufen. Dies wurde durch solgende Vorkehrungen bewerkstelligt: Der ^ur Landung ausgeworsene sfettcnanFcr wurde in der Fahr- zeugrrchtung voraus in den Grasboden eingedrückt und mit doppelt genommenem Ankerseile, resp. der vorderen Gondel geführt. Um rin seitliches Schwenken der Spitze zu verhüten, wurden quer zur tjahrfreugadüe je 2 Pfähle eingetrieben und die mehrfach genommenen Seitenseile an diesen befestigt. Als weitere Verankerung wurde ein ca. 4 Quadratmeter großer Segeltuchsack, von dessen Rändern Seile ähnlich wie beim Fallschirm in einen Senaten zusammcn- limsen, mit Erde gefüllt, in der Fahrzeugrichtung voraus in ten Boden eingegraben und mit dem Ballon verbunden. Mit 2 weiteren kürzeren Handleinen, die zum Festhalten durch Menschen angebracht wurden, waren die Seil- und Ankervorräte, die das Fahrzeug bei sich sührte, erschöpft, da bei der Landung in Oppenheim einige Neservcteile und ein weiterer Anker ausge- geben und dafür Wasserballast eingenommen wurde. Während der Zeit von der Landung bis zum Einsetzen der Gewitterbö änderte der Wind mehrfach seine Züchtung erheblich und schwenkte das Fahrzeug dadurch, daß es seitlich von den Mannschaften an der Hinteren Gondel entlastet wurde, leicht in die neue Windrichtung ein. Die Ausschwankungen waren so groß, daß für das Fahrzcugcnde der große, sreigehaltenc Platz nicht mehr eus- rrichte und die Zuschauer noch mehr zurückgedrängt werden mußten. Bei den Drehungen standen die seitlichen Haltcpsähle nicht mehr querab von der Spitze, und cs mußten deshalb eine größere Anzahl weiterer Pfähle cingctrieben werden, um bei noch größerer 1 Drehung die seitlichen Halteseile in der entsprechenden Richtung neu anfesseln zu können. Der mchrsach geäußerten Sitte um Beischaffung weiterer Seile konnte nicht Folge geleistet werden, da in der Umgegend Seile von ent» sprechender Länge und Stärke nicht auszntreiben waren. Als nun die verhängnisvolle Gewitterbö das Fahrzeug Litblüblid) aus die Breitseite trat, begann die Hintere Gondel im ersten Moment ciilzusd)wenkcn. Zugleid) jedod) wurde das Lust- tzhifs dadurch, daß sich der Wind zwischen das Fahrzeug und ten Boden cinkeiltc, so stark angehobcn, daß die an den Handeln po stierten Mannschasten nicht mehr i tu - fc:a nbc waren, das Fahrzeug tief zu halt en. Der jeitlid) und aufwärts gerichteten Zugkraft hielten die Pfahle nicht stand, sondern wurden aus dem Boden gensfen. Dasselbe gesdiah, nachdem eine Querabluwegung eingetreten war, rüt den beiden anderen Verankerungen. Nachdem die mecha- mischen A n k c r u o r r i d) t u n g c n nicht mehrbestande n, Lear es auch den Mannschasten, l r o tz v e r z w e i s c l t e r A n - i"i r e n g u u g i* n , nicht mehr möglich, die Seile scstzuhaltcn, und diese entglitten den Händen, vielfach Brandwunden zurück- -nfienb. . _ _. Nach diesen Aussührungen dürfte es wohl jedermann klar pin, daß sowohl die ortsanwesende technische Leitung, als auch Die Mannschasten ihre volle P s l i ch t getan haben. Vom Diplomingenieur Grafen Zeppelin junior tihält der „Schwab. Merkur" folgende authentische Dar- |tc 11 u n g der Katastrophe: ...... . Das am 5. August morgens 7.51 Uhr auf freier Wiese I j mischen Echtcrdingen und Bernhauscil ohne jede Bcichadigung । g.latt gelandete Luftschiff wurde um 2.55 ckhr durch eine quer I arnkommendc, sehr heftige Gewitterbö aus seiner Anierung lo»- g.mffen. Der im Luftschisse zur Bewackfung zurückacbliebene Mon- | Hui- Schwarz begab sich kaltblütig und ent) dtf oll en nach der $ vorderen Gondel und zog die Ventile. Hierdurch wurde das j Lustschisf nach einem Sprung von 1150 Metern wieder zur tirbc gebracht und entfloh nicht, wie die „Patrie . Im Moment . 6 -S Schleifens über Bäume beim Heruntergchen ichlug oben bei öm Ventilen eine Flamme empor. Nach völlig einwandfreier Le tun düng des Monteurs Schwarz und den Angaben aller außen- srchcndcn Augenzeugen war in der Gondel oder an dec unteren Seile des Luftschiffes zu diesem Zeitpunkt fern Brand cntltandcn. Si'mnad) ist völlig ausgesd)lvffcn, daß die Entzündung durch . Uuvorsichligkcft ober Leichtsinn ber Bcbienung oder der Zuichaner 1 t ?.tflQiib, ebenso daß Bcnzinentzündung oder dergleichen die Uriache brd Brandes war. Beide Motore waren seit srnh 8 Uhr außer Setrieb. Keinerlei Arbeit mit offener Flamme, wie Löt^i ufw. nrae vorgekommen. Es ist sonach, wie auch bet früheren Ballon- | tjplofioncn die Ursad>e ausschließlich aus elektrostatische Untia» :* b iingcn mit Funkenbildung zurückzusühren. Die Boraussetzu ngen IÜ mu waren besonders günstig, da die atmo|phäri|che Elektrizität durch das hcramiahcnde Gewitter int höchsten Maße gesteigert fein mußte. Nach früheren Messungen konnten hierbei Span- ongen bis zu 100000 Bolt entstehen, weld>e sich tm Augen^ ’ blicke der Berührung des Lustschisses mit den Baumen durch Tunken von 5 bis 10 Millimeter Länge ausglichen. Zweifellos iH durch einen fold)cn Funken der aus den Ventilen auchtromendc Vasserstoss, der >ich in seinem Umjange nut Lust milchte, zur i Entzündung gebracht morben. Die Gasvcrfüllung verbrannte m iIiuq 10 Sekunden, die Hülle und andere Stosfteile tn etwa S Minuten; gleichzeitig schmolzen oder verbogen nch Alummium- leile. Monteur Schwarz, der erst im letzten Moment bte Gondel v crließ. erhielt durch Herabtropsen des Aluniiiimms Brandwunden ob Labourdas wurde beim Ausprellen des brennenden ^.uft- schisscs schwer verletzt. Entzündungen dicier Art können bet allen Lustschissen üoriomntcn, ein Luftschiss nut Metallgerippe 1il~ aber hiergegen geschützter als andere. Gras Zeppelin verössentlicht ferner folgende« Tank: „Motorschäden und Mangel an Erfahrung in der Führung Roheit midi zweimal zum Landen aus dem begonnenen,Dauerflug meine» Lustschisses genötigt. Auch die Landung aus festem Boden Diriisog sich vollkommen glatt. Unerwartet ausgetretene elementare Gewalten haben dann das i'd>öne Fahrzeug zerstört. Mittel mb Wege sind bekannt, um solche Vorrornmnisse immer seltener erben zu lassen, so daß die Luftscknsfe bald zu den beyrebS-i zaB aum on un», a p^erften Fahrzeugen zählen werden; das ist auch der begeistertste' wird, verfteht sich von ttibft Die Sammlung des Gießener Anzeigers. Bisher quittiert 554.85 Mk-: Pfarrer Hofmann 2 Mk., E. G. 5 Mk, Eisenbahn-Supernumerarvcrcin Gtcßen 10 Mk , v. B. 10 Mk., Ctto Schaaf, Leitersweg 39, 10 Mk-, Stammgäste unb Wirt aus dem -.'luwmobilche 12 Mk., Gebr- M 15 Mk., Oki ft: im Sckiipkavaß (2. Sammlung) 510 Mk., Prof. Tr. Riarken 10 Mk., W- 1 Ml , W. M. 2 ML, Akademischcr Zwcigvercin bei Ultramvntan-Jüdifcki-Evana. Bereinigung 7 Mk-, Oberarzt Tr. Tobt, Jnf -Rcat. 116, 10 Mk, Professor Dr. Kassel 20 ML, Wilh. Rudvlpb 100 Mk-, Wilh. Rudolpb jun. 10 Mk, Dr. Bogi 10 Mk., Prof. Str. 100 Mk., zusammen 893.95. Mk. In Worms sinb bei beit Sammelstellen annäheriib 18000 Mark cingelausen. Die Sammlungen in Darmstadt betragen über 30 000 Mk. Aus Fronhansen teilt uns Herr H. Gerhardt jr. mit, daß die dort von ihm betriebene Sammlung, an der sich 88 Personen mit Beiträgen von 10 Pfg. au bis 20 Mk. beteiligten, bis jetzt 103 Mk. ergab. Ganz nett für ein Dors von ungcsahr 1100 Einwohnern! Welches Hcssenbors sammelt ebenso? Im Austragc bcS Barons von Waldhaus in Mainz sandte das Baiikl-aus Gebt. Oppenheim 25 000 Riark an den Grasen- Die bei der F-ranks. Ztg- ciiiflegangenen Zeppelin-Beitrög: überschreiten 60 000 Mark. Die Sammlung der „Köln. Ztg." ergab 81 638 Mark, die Sammlung tn Leipzig übet 30 000 Mark. Dte deulsdie Kolonie in Antwerpen bat eine Subskription er» öffnet, die 10 000 Mark ergeben bat. Tie Brüsseler Börse sammelte innerhalb einiger Stunden mehrere hundert Frauk Das Stadlkollegium von Hannover bewilligte eine Ehrengabe von 10 000 Mark, so baß int ganzen in ber Stadt Hannover insgesamt 47 000 Mark gesammelt find. Der banr- Landtagsaög. ötan^ Buhl gab 2000 Mark für Die Zeppelinspendc. Jnsgescuur sind in Sanbau gegen 2500 Mark gesammelt worden. Die Hans» sammlung ber Damen bes bayerischm Frauenvereins ergab in Speyer 3661 Mark. Geh. Kommerzienrat Mauser in Oberndorf spendete 5000 Mark. Die Beamten und Arbeiter der Wafsensabrik Mauser eröffneten eine freiwillige Sammlung, die 1050 Mk. ergab- Der Zeppelintag am Nhein. Wie jetzt bekannt wird, hat die Landung bei Lppcnl-eim auf Nierstein und Oppenheim einen Goldregen sondergleichen herniedcrregncn lassen, so zwar, daß die Niersteiner sür Den Verdienst Zeppelin einen Denkstein errichten wollen. Die Weinkeller der kleineren Wirtschaften wurden tatsächlich leer getrunken. Wie unheimlich der Verkehr war, geht schon Daraus hervor, baß die Bahn Extrazüge am Tage Der Rheinlandung nach Oppenheim und Nierstein abgehen lassen mußte. Bei solchen G-elegenheiten sitzt bekanntlich Das G.ld sehr lose in ber Tasche. Schisser bekamen oft von einer einzigen Person bis drei Mark für die Uebersahrt, andere mieteten sich ein Boot und zahlten dafür bis 50 Mark. Insgesamt hat die Zeppelinlandung am Rhein nach ganz oberflächlicher Berechnung rund 100000 Mark ins Rollen gebracht. Und das in knappen vier Stunden auf Dörfern. Man begreift also die Dankbarkeit. . . . Andere Luftschiffe. Die ö ft e r r c i cö i) d)» u n g a r i । d> c KriegsDcnualtung wird ihren Militärlenkballon nad) b:n von Deutschland zur Verfügung gestellten Plänen bauen. — Für den Ban eines lenkbaren Lusl» fchisses wurde der öfterr. Kriegsverwaltung von privater Seite eine halbe Million Kronen Kur Verfügung gestellt. Gewählt wurde ein nichtstarces System, also fein Zeppelin, sondern cm Luftschiss nad) dem Muster des französischen Ville de Paris. In Paris unternahm Wilbur Wright einen Aufstieg mit feinem Aeroplan. Er flog in 13A Minuten 3*9 Kilometer- Aus Saragossa wirb gemeldet, daß ein spanisches lenkbares L u s t s ch i f s bei einer Versuchsaujsahi l int Lusl» schisserpark infolge heftigen Sturmes e r n stc B e s ch ä d i g u n g e n erlitt. Der Ballon platzte schließlich- Es gelang jedoch den Insassen, ohne Sd)aben zu landen. vom Brande in Donaueschingen. Uns ging folgender Aufruf zu: Die Stadt Donaueschingen ist am 5. Auglist 1908 von einem furchtbaren Brandunglück heimgesucht worben. 125 Wohngebäude und 168 Nebengebäude im Werte von ungefähr 2 Millionen Mark liegen in Trünimern. 221 Familien mit annähernd 700 Köpfen sind obdachlos. Alle Fahrnisse mit Ausnahme des geretteten Viehes sind vernichtet. Weitestgehende unb rasche Hilfe — insbesondere in barem Geld — um die wir im Namen der Heimgesuchten bitten, ist dringend nötig. Wir bitten Geldgaben an das Großh. Bezirksamt, Lebensmittel unb Gebrauchsgegenslänbe an das Bürgermeisteramt Donaueschingen senden zu wollen. Der Hilfsausschuß: Oberamtmann Tr. Strauß, Großh. Amtö» Vorstand; Bürgermeister Fischer; Eoang. Stadtpfarrer Bauer; F. F. Äammerpräfibent Danzer; Kathol. Stadtpfarrer Dr. Feurstein. Bei der Geschäftsstelle des Gieß. Auz. gingen weiter- hin ein: Bereits quittiert Mk. 50.—, v. B. Mk. 10.—, W. Mk. 1.—, W. 9)L Ml. 3.-, Professor Tr. Kossel Mk. 20.-. Küvogl Mk. 3.50. Zusammen Mk. 87.50. Zur Entgegennahme weiterer Gaben ist unsere Geschäftsstelle gern bereit. Ans Stadt und Land. Gießen, 10. August 1908. ** Tie Einweihung der neuen evangelischen Kirche in Leihgestern nahm gestern bei herrlichem Wetter unter ungemein zahlreicher Beteiligung einen sehr schönen Verlauf. 4Lachdem der Festzug an dem neuen Gotteschaus angelangt war, übergab der Baumeister Hofmann aus Herborn den Schlüssel an Bürgermeister Heß, der ihn nach einer kleinen Ansprache an Dekan Strack weitergab. Nach einigen Tankesworten erschloß Superintendent D. Petersen die Kirche und nahm ihre Weihe vor. Während des folgenden Gottesdienstes sangen der Kirchengesangverein und die Leihgesterner Gesangvereine einige Etzoräle. Nach dem Festessen fand um 3*4 Uhr ein musikalischer Gottesdienst statt, bei dem Gymnasiallehrer Müller aus Friedberg die neue Orgel sehr gut zur Geltung zu bringen wußte. N ach dem Gottesdienst blieb die Kirche geöffnet und wurde viel bewundert. — Einen ausführlichen Bericht werden wir morgen veröffentlichen. •* Ter gestrige Ausflug des Turnvereins Gießen (1M8) hatte eine große Zahl Mitglieder und Freunde nach der schön gelegenen Burgruine Gleiberg versammelt, und waren die vorhandener! Räume bis auf den letzten Platz besetzt. Tank der tatkräftigen umsichtigen Lei- tung des Burgwirtes und seiner ganzen Familie bot Küche und Keller etwas ganz Bortrefflic1>es und das Arrangement des Wiry'chaft-betriebcs war ausgezeichnet. — »lein Wunder, daß nach angenehmem, unter den -längen der Wellerschen Kapelle zuriickgeleatem Weg, oben angelan^t, recht bald eine echt turnerische iidele Stimmung vorhanden war. Zn an- aenehmer Abwechselung folgten turnerische und Hinbcripidc, sowie auch einige Neckspiele für Erwachsene, die bei alt und jung großes Interesse hervorriesen. Tie Kinder erhielten schöne Geschenke, wahrend sich die vorgeschrittene Jugend am Tanz erfreute. Zeppelinsches Luftschiff wurde mit großem Bravo begrüßt und mußte wiederholt werden. Bei ein getretener Dunkelheit fand ein von sämtlichen Anwesen- den ausgeführter Lampionsreigen statt, während dessen die Bura und ihre Umrisse in herrlichem Licht erstrahlte. Gar wunderschön nahm sich dieser an der historischen Stätte aus, wozu das Grün der Bäume mit prächtigem Himmel wesentlich beitrug. Stolz kehrte die muntere Turnergesellschaft beim Lampionsscheine zur Stadt zurück mit dem Gedanken, einen schönen Tag verlebt zu haben. — Turnerisches. Das gestern aus der Wasserkuppe stattgesundene 4. Rhönbergturnfest nahm einen guten Verlauf. ES fand volkstümliches Wettturnen statt (Stabhochsprung, Freiweitsprung, Freihochsprung und Kugelstoßen). AlS Sonderübung Stabweitsprung; außerdem wurden noch Ballspiele gezeigt. Um 9 Uhr nahm das Turnen seinen Anfang und dauerte bis gegen 5 Uhr. Als Höchstleistung wurden beim Vierkampf 75 Punkte erzielt und am Stabweilsprung 7,90 m erreicht. Die Leistungen waren den nicht besonders günstigen Terrainoerhältnissen entsprechend recht gute. — Die PreiSoerteilung nahm um 51/3 Uhr Oberturnwart Schnädter (Fulda) vor. 37 Turner wurden Sieger. Die ersten 10 Sieger sind: 1. Heinrich Berger (Frankfurt a. M.), 2. Emst Sanne (Frankfurt a. M.), 3. Karl Müller (Turnverein Gießen), 4. F. G. Wiedemann (Char- lottenburg-, Fritz Müller (Fulda), Peter Pfeiffer (Langendiebachs, Johann Belzer (Nied), 5. R. Weber (Fulda), 6. Otto Appel (Hanau), W. Fleckenstein (Würzburg), 7. Wilh. Müller (Fechenheim), 8. Hermann Eliassen (Fechenheim), 9. Hugo Bolze (Frankfurt a. M.), 10. Jos. Lindner (Frankfurt a. M.), Wilh. Liebig (Frankfurt a. M.-Oberrad), R. Dannemann (Fulda), G. Wingendor (Frankfurt a. M.). Vom Turnverein Gießen errang ferner Georg Reinhardt den 15. Sieg. *• Selb st mord. Ter dem Trünke ergebene Taglöhner Konrad Will hier verübte heute nacht in seiner Wohnung Selbstmord. Er hinterläßt die Frau mit sechs unversorgten Kindern. "DreiinWetzlarbeschüftigtejungeLeute verübten in einem Tanzlokal an der Kaiser-Allee groben Unfug, so daß sie von den» Wirt aus dem Lokal entfernt werden mußten. Auch auf der Straße setzte besonders einer der Teilnehmer den Unfug und Ruhestörung fort, so daß er verhaftet werden mußte. 4- Lindenstruth, 9. Aug. Der Schneider- in ei st er Schäfer von hier stürzte heute mittag im benachbarten Reiskirchen mit seinem Rad so, daß dieses auseinander krachte. Er zog sich schwere Verletzungen am Kopfe zu. Man brachte ihn sofort nach Großen-Buseck zum Arzt. r. Schotten, 9. August. Heute wurde der älteste männliche Einwohner Schottens, Jakob Bauer, zu Grabe getragen, derselbe vollendete kürzlich seinen 100. Geburtstag. Mainz, 10. Aug Gestern abend wurde in der Bopp- straße ein dreijähriges Mädchen von der elektrischen Bahn totgefahren. Es ist dies seit Eröffnung der Linie Mainz- Mo mb ach der dritte derartige Unfall. In keinem Falle traf den Wagenführer eine Sck-uld. w. Wetzlar, 7. Aug. (Volksbadeaustalt.) Tic städtische Bolksbadeanstalt. zu deren Errichtung in der Stadtverordnetenversammlung vom 13. Januar 1904 die erste Anrcguna gegeben wurde, naht nunmehr ihrer Bollendung. Erfreulicherweise hat man das erste Projekt, mit der Anstalt ein Schwimmbad zu verbinden, zur Ausführung gebracht. Dazu wird die Anstalt mit allen Heilbädern der Neuzeit ausgerüstet, so daß neben Wannen- und Brausebädern auch römrsch-irische, Heißluft-, Tampfbäder und medizinische Bäder verabreicht werden können: daneben soll während des ganzen Jahres — Sommer wie Winter — Gelegenheit 5um Schwimmen geboten werden. TaS stattliche Gebäude, auf der „Ochsenwiese" errichtet, wird eine Zierde unterer Bahnhofsstraße werden. Tic Mosten stellen sich ohnc^und- ermerh auf 180000 Ml., die Buderusschen Eisenwerke haben 50000 Ms. dazu bewilligt. b Braunfels, 8. Aug. «Verein LandeSwohl- f a bt t.) Tie Generalversammlung des Vereins LandeSwohlfahrt war außerordentlich start besucht Ter Vorsitzende, Sc Turdil. Prinz Friedrich zu Solms-Braunfels, begrüßte die Erschienenen, besonders den Herrn Landrat Tr. Sartorius und das iüngstc Mil- glied des Vereins Herrn Vizeadmiral a T. Exz. Siegel. Aus der Tätigkeit des Vereins fet erwähnt, daß für Braunfels cm Krankenwagen zum Preise von 189 Mk. und |ür die Gemeinden Kröffelbach, Ober- und Nieder-Ouenibach je em Verbandskasten beufcnt wurden, für welche 87 Mk ausgegeben werden mußten. Auch für den HaushaltungskurfuS in Cberbiel, zur Förderung des Turnens b?zw. per Iuzend'viele in den Schulen zu Braun- fets, Cbernbori, Katzenfurth und Edingen, für fleißige Be'ucker der Landwinfchaftl. S inten (falle und der ländlichen FcrtbildungS- ichüler u. s. f. wurden außerordentliche Zuschüsse gewährt. _ Alle diese gegen das Vorjahr höheren Ausgaben waren nur möglich, weil cus oori-jer Rechnung ein Lassend: stand von 333 tut Verfügung standen, zu welchem noch ein Mitgliederbeitraq von 322 Mk hinzu kam. Herr Landral Sartorius bringt >ür Braunfels eine Zweigstelle des Gefangenenfürsorgeoerenis, wie eine solche in Ehrinzslunifen besteht, tn Anregung Um die "Ndbe- oölkerung bezw. die Jugend mit der Verwendung eßbarer Pilze bekannt zu machen, sollen diesbezügliche Sebnrtdxn in jeden Stock der Dan der bürber ei sowie auch für jede Schule angeichant werden Herr Tr Liebe von Daldhof Elgerhaui'cn überreicht dem Vorsitzenden 10.60 Mk. als Ertrag seiner Lammelbucfae, welcher dankbar angenommen wird. Die Iabresrechnung wurde von den Mitgliedern P'arrer Schneider Nauborn und Lehrer Stuhl Lberndorf geprüft und dem Bereinsreckner, Kammer- sekretär Jockel Entlastung erteilt Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Sport. Erfurt, 9. Aug. Bei dem heutigen Dauerrennen auf der R a d r e n n b a h n ereignete sich eine Anzahl folgen- schwerer Stürze. Ter Schrittmacher des Berliners Zanke durchfuhr die Rampe, wodurch Zanke in den Zuschauer- raum geschleudert wurde. Ein Polizeiwachtmeister erlitt einen schweren Knoche nbruch des Unterschenkels; außerdem wurden zwei Kinder verletzt. Ferner fuhr der Schrittmacher des Weltmeisters Ryser den Berliner Tauerfahrer Theilc an, wodurch Ryser, Theile und der Schrittmacher Rysers stürzten. Ryser erlitt eine Gehirnerschütterung und schwere innere Verletzungen. Tyeile eine Gehirnerschütterung und äußere Verletzungen und der Schrittmacher Rysers eine Gehirnerschütterung. Tas Rennen wurde abgebrochen. Vcrinifcbtcs. • E i n furchtbares Unwetter hat im Erzgebirge bei Karlsfeld alle Felder und Gärten zerstört und Brücken und Stege weggerissen. Tie Wohnhäuser stehen unter Wasser. Turch Zerstörung der Eisenbahnbrücke in KarlSfcld ist eine erhebliche Verkehrsstörung eingetreten. Zm Wildental wurde in dem Anwesen des Waldarbeiters Baumann das Wohnhaus wcggerissen, ebenso das des Maurers Kluge. Tas Flüßchen Bockau trat auS, zerstörte die dortige Brücke und nahm ein anderes Bett. In H Lauen tat wurde ein Gasthaus gänzlich zertrümmert. — Zn den Mitzwitzer Bergen (im 5ij(mrgi>cf>2ii haben Gewitter, verbunden mit Wolkenbruch, große Uebm'tfavemmung hervorgerufen und schweren Schaden an den Feldern angerichtet. In den Tönern mußten viele Wohnungen geräumt werden. — Crfanartigc Stürme, verbunden mit Gewitter und Wolkenbrüchen, haben in ganz Oesterreich-Ungarn und in saft ganz Italien kolossalen Schaden angcrichtei Zn den Alpengebieten fteheii viele Ort- schalten unter Wasser, das kaiserl. Gestüt in Lipicca lvurdc durch Blitzschlag eingeäschen. Tas kostbare Pferdematerial konnte noch rechtzeitig gerettet werden. — Zn Szcacdin richtete ein furdjt* barer Orkan großen Schaden an. In Ncuszegedin nxrrf der Sturm den Schlot einer Hanssabrik um, ivvdurch eine Kvssclerplosion entstand 14 Personen wurden getötet, zahlreiche verletzt. Bei der Verlesung der Namens.lste fehlten noch 70 Arbeiter. Es ist möglich, daß ein großer Teil im Schrecken davonlicf. Auch die Trockenkammer stürzte ein. Sämtlickzc Aerzte der Stadt eilten zur Unfallstelle. — Zn Triest und Z st r i e n gingen l-eftige Gewitter mit ununterbrochenen Blitzschlägen nieder: es regnete in Strömen. Tic berühmten Gartcnanlagen d s Lustschlosses Mira m a i sollen ganz zerstört sein. Zn Tricesimo bei Udine ist der Kirchturm durch Blitzschlag zerstört. In Argenta ist das Rathaus'mit seinen wertvollen Totumenten infolge Blitzschlages abgebrannt. — Zn Tcrni wurden zahlreiche Häuser stark beschädigt, u. a- stürzte ein Wohnhaus zusammen, wobei ein Kind getötet wurde. Am Bahnhose von St. Zenone entgleist.' ein Guterzug, wodurch der Verkehr unterbrochen wurde. Zn Molinella sind durch ein heftiges Gewitter auf ca. 2 Kilometer Ausdehnung sämtliche Feld- srüchte vernichtet ivorden. - In A p u l i e n enveckt die T r o ck c n - heil ernste Besorgnisse, tu säst die ganze Ernte vernichtet ist. Viele Städte haben kein Trinkwasscr. Tic Landarbeiter können ihren Tienst nicht versehen. In Monoploi, Mola und Polianani furchtet man ernste Unruhen Regierungsdampfer bringen Wasser aus Venedig, Ankona und Kvrsu. Tie Manöver der Provinz Lcccc nrußten loegen Wassermangels eingestellt tuerbert. Es herrscht große Not. Tcr Deputierte Harsea erklärt, d e Lage sei äußorst traurig. Seit 18 Monaten ist kein Regen gefallen. Zn Bari macht ein Wassersucher Versuche zur Entdeckung von Quellen. * Au tom ob i lu n f ä l l e. Auf der Ehaussee Münster- Hamm ereignete sich ein schiverer Automobilunfall, indem eine Frau, die ein Kind von der Ehaussee hiiiwegreißeu wollte, von dem Automobil erfaßt wurde. Balo darauf erlag sie ihren Verletzungen. — Zn den sieben ersten Tagen dieses Monats sind in L o n d o n sechs Automobiluufälle vorgekommen, die den Tod von 11 Personen zur Folge hatten. Kleine Tageschronik. Der Bürgermeister und zehn Stadtverordnete von Nassau haben infolge unliebsamer Vorgänge im Bürgerverein ihren Austritt erklärt. Ein weiterer Masjenaustritt stehl bevor. In Berlin ift der Geh. Kommerzienrat Heinrich Siegmund B l a n ck e r tz, der Begründer der deiitschen Stahlfeder- Industrie, im Alter von 85 Zähren gestorben. Be» Ottenhofen im bad. Schwarzwald ist oberhalb der Wasserfalle der Student der 'lUebijin F. Heyinann nufl Berlin a b- 0 c ft ü r z t. Tic Leiche wnrde mit zerschmelterlein Kopse im Wasser gefnnden. Qm Bacherloch in Bayern stürzten beim Edel - lvcißsuchen zwei Nürnberger, namens Bogner und Weinzierl, ab. Zn Erlangen steht der Komplex der Thalermühle in Flammen, zic Brandstätte umsaßt 2700 Quadratmeter. Tie Ursache des Brandes ist unbekannt 2 Mühlen und ein Wohn- Haus sind niedergebrannl. Löschversuche waren resultatlos Wcüere Gebäude find nicht gefährdet. ö€£ Technischen Staatslehranstalt in Ehcm- nitz, der LDiabryc Lohn des Schornsteinfegermeisters HTinib aus irranrenbetg i. ^a. wird vermißt Er Hal sich vor 10 Tagen auf eine «tour in tnc 'achsufabohmische Schweiz begeben. Böhmischen Blältermetdungen zmolge sind die P rager Maler Nowy und Hüdschmann, welche sich auf einer Studienreise in den Balkanländern befinden, von einer albanefifchen Bande überfallen imb verivunbet worden. In Trient bat der Steinmetzineister Negriolli, der als gef^drlicher Alkoholiker in einem Spital interniert war, ncioem es ihm gelungen war, zu entkommen, feine Tochter mit eir.-m Revolver erschossen. Er hatte früher seiner Tochter nod-gcuellt und wollte sie keinem Anderen gönnen. Nach be^ Tot flüchtete er au» Tücher, wo ihn Däner und Gendarme verfolgten Als er fest genommen worden war, erklärte er, »eine Tat befriedige ibn vollkommen. Ter Newvorker Millionär und Mörder seines NebenbuhlerO Harrv Tbaw melde: seinen Bankerott an. Die Prozeise kosteten ibn 3 Mill Mk. Seine Frau Evelon verbrauchte im letzten Zahr 150000 Mk und fordert noch mehr. Handel. — Deutsche Reichsdank Bei der Rcick-Sbank ist bis zum 3 d M. die fteucrirvic Notenrrserve, die am 31. Zuli noch 125« t Millionen Mark betrug, aus 98 Millionen Mark zurückgegangen. Tic Ursache liegt darin, daß die Reichsbank wieder Schatzanweisungen von der Regierung übernehmen mußte. Märkte. fe. Frankfurt a. TL, 10. 2hig. lTelegr. Orig.-Bencht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Noilerungen der beuligen Viebmarki- v r e i s e. Zum Verkaufe standen. 418 Ochsen, 84 aus Oesterreich 45 Bullen, 0 ans Oesterreich, 971 Kühe, Ferien, Stiere und Rinder, 295 Kälber, 145 Schafe und Hammel, 1826 Schweine, 8 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurden für lOo Pnnid Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 81—84 Mk^ 2. Qualität 74-76 Mk., 3. Qualität 60-64 Mk.: Bullen: 1. Qual. 67-69, 2. Qual. 62-64; Rübe 1. Qualität 74-76 Mk, 2. Qual. 66-08 Mk, 3. Qual. 52-56 Mk., 4. Qual. 00-00 Tlf, 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht : Kälber 1. Qualität 93 bi5 95 Pfg, Lebendgewicht 55—56 Pfg, 2. Qualität 80—92 Pfg, Lebelidgewicht 47 — 63 Pfg, Schlachtgew. 68—72 Pfg.: Schafe: 1. CuaL Lchlachlgew. 82 bi< 00 Pfg, 2. Qual. 74—76 Pfg. Schweine: 1. Qual. 68—69 Pf, Lebendgewicht 53,5—54 Pf, 2. Qual. 67—00 Pf, Lebendgewicht 53,0-00 Pfg, 3. Qual. 58—60 Pfg, Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberstand. Voraussichtliche rviitcrnng für Hesse» am Dienstag den 10. Anaust: Zunehmende Bewöllung. Zunächst trocken, später geringe Regensalle. Ein Gießener Zeppelin.ttomitee hat sich heute vormittag unter Vorsitz des Geh. Rats Dr. Treiber t gebildet. Den bereits errichteten Sammelstellen soll dadurch kein Eintrag geschehen. Trr Bürgerschaft Gießens soll auch hierdurch Gelegenheit gegeben werden, nach Kräften an dem nationalen Werke mitLuhelfen. ES ist beabsichtigt, am nächsten Sonntag ein Fest mit Ansprachen und musikalischen Darbietungen auf ber Liebigshöhe au veranstalten, an bem sich voraussichtlich bic Giegencr Bürgerschaft zahlreich beteiligen wirb. ................ - -■ - 1-1L1! —1"------ ■» Original-vrahtmelSungen. R.B Tar m ftab t, 10. Aug. Die Beerbigung Prof. Olbrichs finbet am Mittwoch vormittag statt. Cron berg, 10. Aug. Ter Kaiser ist heute vormittag 10.40 Uhr hier eingetroffen unb von ben hier an» wesenben Fürstlichkeiten unb ben Spitzen ber Behörden empfangen worben. Im Gefolge bcs Kaiser- befinden sich u. a. Staatssekretär v. Sck-ön unb v. Rücker-Zaenisch. Berlin, 10. Aug. Die Kaiserin begibt sich morgen nach Wilhelmshöhe. LubwigShasen, 10. Aug. Zur ReichStagS-Sr- s atz wähl in Speyer-LublvigS Hafen würbe in einer gestern aus 36 Orten bcs Wahlkreises Sp.'yer-Lubwigshafcn- Frankenthal besuchtest sozialbem okratischen Wahl- krciskonscrenz ber Bürgermeist-.r-Stellvertreter, erster iunkt 'Stuber in Lubwigshaseu einstimmig al5 Reichstag-- jtanbibat für den durch den Tod Ehrhardts frcigeworbenen Reichstagswahlkreis Speyer-Luowigshafen nominiert. Binder nahm die Kandidatur an. Schleswig, 10. Aug. Ein Extrazuß, der gestern abend einen Turnverein abholen ivollte, stieß mit dem fahrplanmäßigen Zuge 10.32 bei Groß-Tarop zusammen, wobei 9 Personen schwer unb eine große Anzahl leicht verletzt wurden. Tic Ursache bicses Eisenbahnunglücks war falsche Weichcustellung. E ck e r » s ö r b c, 10. Aug. Bei bem gestrigen Eisenbahnunglück finb neun Personen getötet worbe». Paris, 10. Aug. Rach einer Melbung beS „Echo be Paris" hätte bic türkische Regierung beabsichtigt, bie Zustimmung zum Bau ber Sanbschakbahn nochmals vom Parlament einzuholen. Belfort, 10. Aug. Drei Lustschisser auS Westfalen, zwei Ingenieure unb ein Brauereibefitzer, welche in Witten mit ihrem Ballon aufgestiegen waren, finb bei schossen im Zuragebiet gelanbet. Sie trafen in Belfort ein unb reisten sofort nach Mülhausen weiter. Petersburg, 10. Aug. Aus bem Sübcn Persien-, so aus Mirman unb anberen Orten treffen Nachrichten übet Ruhestörungen infolge Hungersnot ein. Dir Behörben sehen ben Unruhen zu, ohne einzugreiftn. Z» Herbst erwartet man noch weit größere Ruhestörungen, fc Lonbon, 10. Aug. Taily News melbci aus Kvnsta» trnopel: Tas jungtürkische Komitee beschloß, ener- gisch gegen den Sultan vorzugehen, falls dieser bei Artikel 2 der Verfassung strikte einhalten würbe. Mabrib, 10 August. Die Pulverfabrik in ^chellan ift in bie Luft geflogen. Tic Lrtschast rourbe fast gänzlich zerstört. Fünf Männer unb vier Frauen würben löblich verletzt. Bekanntmachung. Dir bringen bictiml zur ciUflcincincn Kenntnis, daß die «eriebböfe vom 16. BuguÜ bis 15. Oktober, von mordens 6 bis abends h Udr, geöffnet finb. Die Schließung des FrieddoicS wird durch Lauten der Fried- buiSiüocke angezeigt. Bei Beginn des Häuten» muh der Friedbo» fofort oerlnnen werden. Eine Viertelstunde nach dem Väutcu werden die Frieddofstore geschiosfen. Ziehen, ben 8. «ugufi 1908. B*/, Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ________________a. B Keller.____________________ Vergebung von Schrcinerarbeit. Die Lieferung von Tifchen für den SivungSsoal des Bürger- meifteretnebäube» lall Samstag, ben 15. August d. Fs, vormittags 10 llbr, öffentlich vergeben werben. Zsichmmg. Arbeitsdefchreibunq und Bedingungen hegen bei uns zur Einficht offen. ?lihwboic auf Vordruck, ber baielbfi erhalt lieb, finb bis zum genanmen ;‘>eitpuntt an uns emzuieichen. — ZufchiagSfrist 8 Tage ließen, den 8. Auguit 19ie>. ß*/e Stäb Usches Hochbauamt, Lexdel, „Wie das Scbalkleid sein soll" Praktische Winke zur Herstellung der Mädcheuschul- kleidunK nach gesundheitlichen Grundsätzen. Kann gratis abgeholt werden bei A. Salomon & Cie. _ „Dastrmark" ein vorzügliches Haiervrävarat frei von Hillfen und Schalen, ver Pfund: 35 Pfg. ittt» fri'ch unb in heiler CualitQt zu haben bei: :k<7c.' (Hcorg Wallenfels. Markrvlav 21 Irkpbou 16 gegenüber der Engel Apotheke NAG, CDffTTN »freier: r Coffeinfreier Kaffee Hfl nbnbot Atdda sollen, flcncnnt nacti folgenden ttoien. verdungen werden: o0o i. (5rb . Älaurer . Ltemmetz- und Asphaltarbetlen, t'nö 11. Zimmer und Stackerardeiten: LoS TU. Dachdecker- und fllcnirncvnvbcttcn; "os IV. Schmiede- und Eisenarbeiten: «öS V. Tischler^, Schloiscr-, Glaser» nnd Aunretcherarbetten. Zeichnungen nnd Berdinguna>nnterlagen sind bet der unter Zeichneten Fm'veltion ein Zusehen und können —. tedom ohne :5Ct(8- nunaen — auci> gegen voll und bencllaeldtreie Etmcndung von i/X) Ml. in bar für iedcS LoS bezogen werden. Erönnung der mit entsprechender Aunchrttt versehenen Aw geböte erfolgt aut 22. August d. Fs., vormittags 11 Hbr, tm Bureau der unterzeichneten Betr. Inspektion. Zuschlagsfrist 4 Wochen. B /• Gicyen, den 7. Augun 1908. . Grosth. Eisenbahn Betriebs Fntpcktton 2. =ifter . H fit 5^ fflen’s juckt, wer durch Hautjucken jnr Betjroetfltnig ae» brecht wird, gebrauche Zucker'S Patellt- Medi)inat-Ceife,T.R. P. ürplich emt>. fohlen und tausendfach bewädrt.Preirbochfg. (kleinePackung, Ib^'S)und Mk ILXgroste Packung, 35%tg, von stärkster Wirkung). 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