Zweites Nr. 58 »glich mit Ausnahme de4 Sonntags. betreffenden Brieftvechsel zu veröffentlichen. Der F ürst von blt IM !ger EAtl lor-Werii iegelei : 158. Jahrgang Täubert Qstr. 6. Montag N. März 1008 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäis - Blich- und Stcindruckeret. R. Lange, Gießen. EI. Haas TelephmK 4püiütr/ClK Lages-ehersr. Neue Prüfungsordnung in Oesterreich. Die am österreichischen Unterrichtsnunifterimn durchgesührte Mittelschnlenqiiete entschied sich für die Beihaltung der Maturitätsprüfung an Gymnasien und Realschulen, doch soll poch im laufenden Schuljahr eine neue Prüfungsordnung mit wesentlichen Erleichterungen in Kraft treten. So wird bei der schriftlichen Prüfung die mathematische Arbeit, außerdem em Gymnasium die Uebersetzung ins Lateinische und an der Realschule die aus dem Französischen fortfallen. Dw 93c» Nutzung eines Schulwörterbuches wird in erweitertem Umfonge gestattet sein. Die mündliche Prüfling wird sich nur auf vier Gegenstände erstrecken. Ein lingünstiges Ergebnis der schrift» lichen Prüfling soll die Ziilassimg zur mündlichen nicht mehr hindern, die überhaupt die Form eines freien Kolloqllinms annehmen soll. Außer diesen Blenderungen der Matutitüts- ppüfungSordnung wird die Revision der Lehrpläne und die Neuordnung des ganzen PcüfungS- und Klassifikationswescn in Angriff genommen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Vertag: e^s>51. Redaktion:^^H2. Tel.-Adr.: AnzcigerGleßen. daß Zeine Gießen, 9. März 1908. ** Tageskalender. Montag, 9. März, abends 9 Uhri im Einhorn: H a u p t o e r s a m in l u n g des B ü r g e r o e r c i n s^ ®te „Siebener ZamtlienblStter" werden dem ,Snzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, das ^tottsbloh für den Kreis Siehrn" zweimal «SchentNch. Die „Landwirtschaftlichen seit» fiegei** erscheinen monatlich zweimal. Parlamentäre^^ Berli >l, 8. "März. Im p r e u fe. A b g eo r d n e t e n h a n s e wurde gestern die Beratung des Ei soll bahne tats iortgesetzt. Montag 11 Uhr Weiterberatling und Quellenschutzgesetz. Die Beamten-Jnterpeltatloneil werden Aiiltwoch beantlvortet iverden. — Die Nation (illiberale Fraktion des Abgeordnetenhauses hat einen Antrag eingereicht, der für den nall, daß die B e a m t e >l - B e j o l d u n g s v o r l a g e nicht mehr kommt, den höheren Senniteit eine eine einmalige Teuerungs- zulage von 10 Proz., den mittleren 12 Proz. und den Unterbeamten eine solche von 15 Proz. gewähren will. Frankfurt a. M., 8. März. Für den Landtagswahlkreis Gelnhausen-Schlüchtern wurde als Kandidat der tlntsliberalell Parteien Professor Arndt von der Frankfurter Handelsakademie ausgestellt. Aus-LanN. Rom, 8. März. Gin gestern ausgestelltes Jnquisittonsdekret verhängt über Abbe L o i s h, dem Hauptführer der M v- derniften, die große Exkommunikation. Gegen ihn wurde also die schärfste Battnesart geschleudert und zwar, luie das Dekret hrrvorgeht, auf besonderen Befehl d-.'s Papstes. Als Grund wird angegeben, daß Loish sich nicht nur unterworfen, sondern neue Bücher voller Irrtümer gegen die päpstlichen Instruktionen in seiner Seele Schlechtigkeit pupliziert habe. — Die „Agenzia Stesani" meldet aus Salonik vom 7. März: Der er stc Drago man des griechischen Konsulats Askitis ist geftern abend auf offener Straße durch zwei Revolverschüsse tödlich verletzt worden. Wie gerüchtweise verlautet, wird das Verbrechen d e m b ul g a r is ch e n Komitee zugeschrieben. Der Dragoman ist inzwilchen gestorben. Biarritz, 8. März. Der König von England ist gestern abenb hier eingetroffen. London, 7. März. Aus Peking wird berichtet, daß Japan der ch i n e s i s eh e n Regie r'u ng die Forderung übermittelt, ein: Eneschüdigung für die beschlagnachnte Tatsu Marn auszuzahlcn, sowie das Schiff sofort frei zu lassen. Sollte diese Forderung nicht berücksichtigt werden, so droht Japan Gero a l t anzuwenden. Die Frist, welche Japan für die Aus- ft'chrung dieses Ultimatums setzt, läuft bereits morgen ab. Petersburg, 8. März. Daß Präsident ^-alliöres im> Juli nach Petersburg fommt, um den Baren zu besuchen, ist soeben bestätigt worden. Bi an erwartet eine Auf- frischung der etlvas in P.ngcsfenheit geratenen Allianz. — T-ie Todesstrafe des General Stössel ist vom Zaren i,r 1 0 j ä h r i g e F e st u n g s h a f t u m g e w a n d e l t w o r- den. Gerreral Fock ist begnadigt worden. K o n ft a n t i n o p e l, 7. Mär;. Ter Sultan entsendet alsbald nach der Ankunft des deutschen Kaisers in Korfu eine Spezialmission zur Begrüßung des Kaisers dorthin. Generalleutnant Nahmi-Pascha hat sich bereits nach dem Korfu gegenüber liegenden albanischen Distrikt begeben. Dies wird auch in Verbindung gebracht mit.einem vorausstchtlich erfolgenden Ausflug des Kaisers nach der albanischen Küste. Peking, 7. März. Ter russische Gesandte Pokotilow ist plötzlich gestorben. irt'”»1' Volkspartei werde um keinen Preis einen weiteren Schritt zurückweichen. Köln, 8. März. In einem offiziösen Telegramm erklärt die „K. Z." zum Reichsvereinsgesetz: Die Neichsregie- rung sei fest entschlossen, wenn § 7 nicht mit einem ihr genehmen Inhalt zur Annahme gelange, das ganze Gesetz zurückzuziehen. Die Reichsregierung bestehe darauf, daß klar und deutlich zum Ausdruck gelange, daß die Sprache in öffentlichen Versammlungen deutsch sein müsse. A u s n a h m e n s e i e n nur den einzelnen Bundesregierungen überlassen. W i l h e l m s h a v e n , 7. März. In Gegenwart des Kaisers, des Großherzogs und der Großherzogin von Vaden und des Prinzen Heinrich der Niederlande lief das Linienschiff Ersatz Bayern um 12 Uhr glücklich von Stapel. Der Oberpräsident von Äengftenberg hielt die Festrede. Tie Großherzogin taufte das Schiff „N a s s a u". Bamberg, 8. März. Nachdem die „Geraer Ztg." auf Befehl des Erbprinzen von Reuß die Mittelung, daß eine D o p p e l t r a u u n g d e s F ü r st e n v o n B u l g a r i e n n i rh t statt gefunden habe, als „dreiste Erfindung" bezeichnet hat, sah sich das hiesige Ordinariat veranlaßt, den Bulgarien erklärt darin selbst, Doppeltrauung ftattgefunden habe. '.i/wtiwi’iinm »1 ■ an; iwmiiwi vwiiiwitc—i ivier- □men »Heren eren sei Aw-führuD! durch . Rudolph [eto. HoüieferaDl dlg. o. Reparatur & Seltersweg »l Deutsches Reich. Berlin, 8. Marz. Nach dem vor kurzem den Bundesregierungen zugegangenen vorläufigen Entwurf über eine Neuregelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe soll zunächst die Arbeitszeit an Sonn- und Feiertagen allgemein von fünf auf drei Stunden verkürzt werden und unter allen Umständen bis 2 Uhr nachmittags enden. Es sind zunächst hierüber von den Einzelregierungen gutachtliche Aeußerungen ihrer Nachgeordneten Behörden eingefordert werden, die ihrerseits die kaufmännischen Körperschaften befragt haben. — Das Urteil des Ehrengerichts gegen den Generalleutnant z. D. Grafen Wilhelm von Hohenau, der in dem bekannten kriegsgerichtlichen Nachspiel zum Mol bke-Harden-Prozeß „wegen nicht erwiesener Schuld" freigesprochen war, ist jetzt gefällt worden. Das Ehrengericht hat den Grafen Hohenau zur Entfernung aus dem Offiziersstande verurteilt, und hat ihm auch Orden und Ehrenzeichen abgesprochen. Das Urteil des Ehrengerichts ist bereits vom Kaiser bestätigt toorden. — Zu den Meldungen über eine Verständigung in der Sprach enfrage des Reichsverein sgesetzes meldet das «Serl. Tagebl." aus Stuttgart, daß der Abgeordnete von Payer jedes Kompromiß über den S p r a ch e n - P a r a g r a - -hen kategorisch in Aibrede stellt. Die süddeutsche p M •*- ' jllilai» das verlangt das beiderseitige Interesse. Ueberhaupt habe ich wäl)- rend meines langen Aufenthaltes in Deutschland in vieler Hinfictst meine Anschauungen geändert." Tie neuen Briefe an Vjörnson sind auch ein schönes Zeugnis der immer herzlrck>er werdenden Annäherung der beiden großen Dichter, die trotz ihrer verschiedenen politischen Anschauungen nm das Jahr 1880 nach langer Entfremdung wieder durckchrach. Von einem innigen Freundjcha.tsge- fühl getragen ist der Brief an Vjörnson vom 8. März 1882, in dem Ibsen für das mannhafte Auftreten des DickMrgenrssen m feinem Interesse dankt. Er habe immer an seine „große mutige Haupt- llugsscele" geglaubt und habe ihn uät-rend seines Aufenthaltes in Amerika nie aus seinen Gedanken verloren. „Ich war gerade in der Zeit ungewöhnlich nervös, und eine Amerikareise ist mir stets als ein unheimliches Wagnis erschienen. Tann hörte ich aucli, daß Tu drüben krank seiest, und ich las von Stürmen auf dem Meere, gerade als Teure Rückkehr zu erwarten stand. Da durchdrang mich blitzschnell und lebhaft die Er'enntnis, wie unendlich viel Tu mir, wie den andern allen bist. Ich fühlte: wenn Dir etlvas zu stieße, wenn ein großes Unglück unsere Länder heinvsuchte, dann würde alle SckMffenssreudigkeit von mir gewichen sein." Jntercfiant für Ibsens Charakter ist auch eine Briefstelle an Siebold vom 9. Mai 1869, in der er ihn bittet, einen lobenden Artikel über ihn mit Bud in Die „Leipziger Illustrierte Zeitung" zu lancieren. „Sie dürfen das nicht dahin mißverstehen, als ob ich Humbug treibsn wollte; das ist gegen meine Natur; man versichert mir aber, daß dergleichen ,wt- wendig ist." * — Man schreibt uns aus Darmstadt, 8. März: Im Hoi- theater kam heute abend in Gegenwart des Großherzogpaares und des Fürsten und der Fürstin von Solms-Hohensolms-Lich Engen d'Alberls Musikdrama „Tiefland" zur Ausführung. Durch die Gegenwart des Komponisten und das ausverkciuüe Haus wurden Langer und Kapelle zu hervorragenden Leistungen animiert. d'Alberl, der m der Pause zum Großherzog gerufen worden ivar, ivurde zum Schluß der Ausführung Gegenstand lebhafter Ovationen. — Heinrich L i l i e u f e i n: Ideale des Teufels. Eine boshafte 5tulturfahrt. — Verlag von Egon Fleischet & (So. Berlin W. — Preis Mt. 3.—. pilientcin, der junge ichwabuche Achter, der auch einige Zeit in Heppenheim a. d. Bergstraße, dem langjährigen Wohnsitze unseres unvergeßlichen Hotzamer, lern Tominl auweschlagen hatte, ist den Gießenern von der Auffuhrimg seines vielverheißenden Dramas „Maria Friedhammer^ her bc- kannt. Sein neuepes Bühneustück, „Der große -rag , em Wahlrechtsdrama, wird wohl noch m bie]ey Spielzeit hier zur Ailsführung gelangen. Sein jüngstes Buch, die „Ideale des Teufels" fangen die hervorstehenden Erscheinungen der modernen Kiiltur in einem satirischen Spiegel auf: die verworrenen und halbfertigen Ansichten, die sich als eine neue Togmauk dem rechtlichen und sittlichen, künstlerischen nnö tehgiojen Urteil der Einzelnen au'drängen möchten, werden der Lrennslache einer einheitlichen Weltanschauung ausgesetzt. Keck und mutwillig schlagt das Auch hier und dorr der herrschenden Tagesmemung ins Gesicht : 4>ev „neue" Mensch mit seiner vermeintlich „neuen" Seele, seinem „neuen" Weib, seiner „neuen" Musik und seiner „neuen“ Religion verfällt mitleidslos seiner lachenden Bosheit. Ter ernste Wille aber, der hinter der Maske des Schelmen steht, möchte daran mithetfen, das Empfinden und Denken der Gegenwart von theoreu- schen Perstiegenhellen und Ueberspamiungen zu kräftiger, individualistischer Einfachheit zu erlösen. — Die Galerien Europas leiden an Ueberfüllungj mit den dort aufgeftapeften Sck;ätzert, wie jeber Museuinslvan- derer schmerzlich bemerkt. Weniger überfüllt sind die Räume mit Besuchern, die sich die Zeit und Mühe nicht verdrießen lassen, jene Schätze gebührend zu bewundern. Nur zu Zeiten, wo die Fremdenströme sich durch die Hauptstädte wälzen, entwickelt sicht in den Hallen ein lebhafteres Treiben. Nicht alle Kunstfreunde!! können sich den Genuß und das Opfer an Gelb und Zeit,leisten, bie: Perlen den Malerei an den Aufbewahrungsorten anzusehen, ganz- besonders, wenn cs sich um von der Heerstraße weit abgelegene Künstzentren handelt, wie z. B. Petersburg und Madrib. Es ist nun der Verlagsbuchhandlung E. A. Seemann in Leipzig gelungen, die bekanntesten und bedeutendsten Gemälde in den europäischen Galerien an Ort und Stelle aufznnehmen'und in ihren Farben so getreu zu reproduzieren, daß der Besucher die Wirkung des Originals erhält und er sich mit Genuß in seinem Heim in das Studium dieser Kunstwerke ohne Reiscspesen und stnstren- gütig vertiefen kann. Tie unter dem Titel „Tie Gatcrwn Europas" im vorigen Jahre zu einem vorläufigen Abschluß gelangte große Sammlung von 200 Blatt scheint solchen Anklang gesnnden zu haben, daß der Verleger sich veranlaßt sieht, eine weitere Serie, eine „Neue Folge der Galerien Eriropas", erscheinen zu lassen, von der in diesem Jahre 100 Tafeln, auf 20 Lieferungen! verteilt, zur Ausgabe kommen sollen. Von dieser neuen Reihe liegt uns das erste Heft vor; es bringt Bilder ans der Kaiserlichen Eremitage zu St. Petersburg und zwar lauter erlesene Stücke (I. van R n i s d a c l, A. van Dyck, Jan Steen, Rasfael, I. van Ost ade). Tie einzelnen Blätter zeigen wieder die ganze Vollkommenheit der hier verivenoeten Technic der Dreifaibendrucireprodultion. Sie sind auf vornehm abgetöntem Karton aufgeklebt und zu einem auch äußerlich bestechenden Hefte vereinigt. Erstaunlich ist dabei der billige Preis, der sich bei Subskription auf das ganze Werk auf 2 Mk. (einzelne Lieferung 3 Mk.) für die Lieferung stellt, worin immer fünf farbige Reproduktionen geboten werden. Wer Gefühl für das Schöne nnb Interesse für die Shin ft hat, der lann hier auf wohlfeilem Wege feinen Geschmack bilden und in der Betrachtung der Meisterstücke der Malerei ungetrübte Freude finden. — K l c i n e C h r o n i k a u s K u n st u n d W i s s e n s ch a f t. In B r e s l a u wurde aus Anlaß des B a In e o l o g en-Kongresses vor dem städtischen Wenzel-Hanckejchen Krantenhaiise ein! Denkmal für Dr. Hermann Bremer, den Gründer bet*' Lungenheilstätten zu Görbersdork, enthüllt. Pro'. Brieger übergab das'Denkmal der Stadt. Tie Wciherede hielt der Leiter der Görbersdorfer "Anstalten, Proi. Dr. straft. — Ter König von Württemberg hat dem Professor Ad. I'-"Ar rouge ut Berlin aus Aulaß feines 70. Geburtstages daS Großkreuz deS Ordens der Würltemb. Slrone verliehen. — Den Aerzteu Dr. Sirompecher und Goldzieher-^lnyan in Budapest ist cs gelungen, den Erreger des Flecktyphus zu finden. — Die Sencken bergische Natiirforschenbe Gesellschaft in Frankfmc a. Ai. hat ben von R e i n a ch - P ie i s, ben sie alle 2 Jahre für bie beste Arbeit über Geologie, Paläotttologie ober Mineralogie aus der weiteren Umgebung von Franksuri a. M. verleiben kann, einer Arbeit von Prof. Dr. F. St i n f el i n in Frankfurt a. M. und Pro?. Dr. H. Engelhardt in Dresden über „Oberpliozäne Flora und Fauna des Utnertnainlales, insbesondere des Frankfurter SUärbeckens"^ ziierkaunt. Ätz sag, er mit 1 60 Pf™ Lauüerversaminiuüg der öeulsch-Lozlüieil. fc. Frankfurt a. M., 8. März. Die erste Jahresversammlung des Hessischen Landes-' Verbandes der Deutsch-sozialen Partei wurde fhcute tm „Storch" hier abgehalten. Der Vorsitzende des Ländesver- bandes, Amtsrichter Mayr-Darmstadt begrüßte die^ ErsHie- netiert, unter denen man die Stadtverordneten Laaß-Frantiurt am Main und Götz-Darmstadt, Oberlehrer Dr. Werner-Gießen, Psarrer Vernbeck^Okarben, Landtagsabgcordn. Bähr-Herrenhaag usw. bemerkte, und brachte ein dreifaches „Heil" auf .Kaiser und Großherzog aus. Ans dem hierauf von bem Vorsitzenden erstatteten Geschäftsbericht ist , zu bemerken, daß das abgelaufene Geschäftsjahr überaus günstig gewesen sei. Die Mitgliederzahl ist stark gestiegen. Ausgebatit und, organisiert wurden die Reichstagswahlkreise: Darmstadt—Groß-GeLM, Offenbach, Gießen, Alsfeld, Friedberg und Frankfurt a. M. Für^ das kommende Jahr sollen Mainz, Erbach i. O., Hanau, WormS und Bingen bearbeitet werden. Mit der deutschen Reformpar- tei, dem Bunde der Landwirte, besonders aber mit den Christlich-Sozialen haben sich die Beziehungen sreundschaftlich und nutzbringend gestaltet. Ein neuer Stampf diesen Herbst, die hessischen Landtagswahlen^ steht bevor, alle Anzeichen deuten darauf hin — so schloß Mahr —, daß _ die deutsch-sozialen .Klingen mit Erfolg in diesem Stampfe drein schlagen^werden. Oberlehrer Dr. Werner-Gießen referierte alsdann über die Landtagswahlen in Hefsen. _(Sr glaubt, wenn einigermaßen geschickt gearbeitet iperde, daß die Teutsch-Sozialen die herrschende Partei im Landtage iverden würden. Als Kandidaten seien vorläufig bestimmt: Dr. Werner für Grünberg; Lürgcr- meifter Zins er-Schlitz für Lanterbacp—SchlitzLandwirt Schmalbach für Herbstein; Bürgermeister V i e h l -Rminrod fitr Laubach—Nidda; Stadtverordneter Götz-Darmstadt für Darmstadt. Für die anderen Skreise seien die Kandidaten noch nicht nomipiert. Welche Parole der Bund der Landwirte in dem Landlagswahllampfc ausgäbc, sei noch nicht sicher, „wenn der Bund die Teutsch-Sozialen jedoch nicht unterstützt, dann , hat er den Krieg!" In der daran sich anschließenden Diskussion empfiehlt Stadtverordneter Götz-Tarmstadt solche Kandidaten für den Landtag aufzustellen, die nicht allein die Bauernintcrefsen, sondern die aller Stände vertreten. Ausgesprochene Charak- .tere täten außerdem Not. Amtsrichter Mahr lritisierte scharf die Tätigkeit der hessischen Volkspartei (Bauernbund) im Landtage. Eine Disziplinlosigkeit herrsche, die erbärmlich sei. Dagegen müsse im Interesse der Sache opponiert werden. Auch die Art und Weise, wie bauernbündlerische Abgeordnete über den preußischen Staat im Landtage losgezogen, sei unverantwortlich. Ter Abgeordnete Slöhler, der in das schwarze bayerische Vaterland Arlilet lanciere, bie einen Gegen,atz zwischen akademisch Gebildeten und nicht Scudierlen lonftruierten, sei nicht deutsch-sozial. (Großer Beisall.) Oberlehrer Dr. Werner stimmt den Aussührungm des Vorredners zu und bedauert, daß Köhler nicht ei'schienen sei, nm ihm wegen seiner Seitensprünge und Querköpfigkeit mal gehörig die Leviten zu lesen. Redakteur R e u t h e r - Gießen und Lan^tagsabgeordneter Bähr nahmen Köhler in Schutz. Zum Schluß wurde der Entwurs eines Landtags-Programms der deutsch-sozialen Partei für das Großherzogtum Hessen durchberaten und genehmigt. Das Programm enthält Forderungen betreffend: Bottsrechte, innere Verwaltung, Steuern, Schule, Verkehr und Bodenrecht, Landwirtschaft, Handwerk, Kaufmanns- und Gewerkepand, Arbeiterfrage, Beamten-Verhältnisw und Inden-Frage. nSitz Jbcrtna^ Abesmnl WL| M f ! Zeichnen unbj U Meldungen tägfi ’• Lehrern, WA LtzS elepb^=^ lieäi Ul Mrde Konstrukt« leihweise, igeniem* •dfertsi »wan^MatBPaiii Aus neuen Briefe« Henrik JbfenS. Im Märzheft der „Neuen Rundschau" (S. Fischers Verlag) ^eiöiientlid)t Julius Elias eine Nachlese bisher unbekannter Jbsen.- "öriese, die den nordischen Dichter vor allem in seinen politischen Anschauungen kennzeichnet. In einem Briese cm B j ö r n s o n Amalfi vom 12. Juli 1879 äußert er seine Meinung zu dem ^genannten Flaggenstveit, der damals ganz Norwegen in Aufregung versetzte. Tie Norweger, Björnson an ihrer Spitze, verlangten, daß das schwedische Unionszeichen aus der norivcgischen Flagge entfernt werden folle, um damit ihre Unabhängigkeit zu khmben. Ibsen wendet sich gegen diesen Flaggenantrag, denn rr findet, „man versündigt sich an unserem Volke, wenn man solche Fragen zu bremicnden macht, die es gar nicht sind. Mehr als eine Frage kann niemals auf einmal ernstlich ein Volk befchäftigen; kommen mehr zufammen, so jagen sie sich gegenseitig das Interesse ab.,Nun haben wir bei uns eine einzige ö-rage, die brennend sein arüßte, die cs aber leider nicht zu sein scheint. Wir haben bei aus nur eine einzige Sache, die ich eines Kampfes für wert halte, Md das ist die Einführung eines zeitgemäßen Volkss chul- unterrichts. Diese Sache faßt alle anderen Sachen mit sich; turch sic nicht durchgeführt, so Lönnen wir getrost all die anderen liegen lassen. Es ist völlig gleichgültig, ob unsere Politiker der gwßen Masse noch ein paar Freiheiten mehr verschaffen, solange fie nM den Individuen der Freiheit schassen. Es heißt ja, Nor- kvegen ist ein freies imd selbständiges Reich; aber ich lege keinen gwßen Wert auf diese Freiheit und Selbständigkeit, solange ich ^ech, daß die Individuen weder frei noch selbständig sind. Und das sind sie bei uns nicht. Es gibt im ganzen Mrniegerlande nicht mnfimdzwanzig freie und selbständige Persönlichkeiten. .Es kann ße geben. Ich habe versucht, mich mit unserem Unterrichtswcsen, den Schulplänen, Stundentabellen, Unterrichtsstofsen usw. verbaut zu machen. Es ist cmpövend zu sehen, wie die Unterrichts- >eit, namentlich in den nie beigeren Volksschulen, auf die altjüdische “'^botogie und Sagengeschichte und auf die mittelalterlichen Ver- Mhornungen einer Morallehre diaufgeht, die in ihrer ursprüng- Gestalt zweifellos die reinste war, die jemals verkündet ^Den i|t Hier ist das Feld, wo alle wie ein Mann verlangen eilten, daß uns die „neue Flagge" gezeigt wirb. Laßt das uaiwusnial ruhig stehen, aber befreit bie Geister vom Mönchstums- wm; entfernt das Zeichen der Vorurteile und der K^urzfichtigkett und der Blödfichtigkeit und der Unselbständigkeit und des grundlosen Ä-uwritätsglaubens, so daß der einzelne in den Stand gesetzt wird, Mter eigener Flagge zu segeln. Tie Flagge, unter der sie segeln, äLr’.» *bin 'wch ihre eigene". In den Augen Ibsens ist die whtit nicht das wichtigste Geschäft eines Bolles; sie nimmt be- Norwegen einen breiteren Platz ein, als für die perfön- W Befreiung wünfck-enswert ist. „Wo kc'ine Sehnsucht ist, die agenr Persönlichkeit zu befreien, da kann iwch weniger Sehnsucht inn, etwas so Abstraktes wie ein Gefellschaftssymbvl zu be- weren " In einem Briese an feinen ersten Ueberfetzer P. F. Sie- Dld spricht er am 6. März 1872 ein interessantes Bekenntnis aber Bismarck aus und seine Stellung zur preußischen Politik, Mr derendvillen er ein Jahr vorher von dentschen Patrioten ange- srcfsen worden war. „Sie irren, wenn Sie glauben, daß ich das GWße an einem Manne wie Bismarck nicht anerkenne; aber ich leye m ihm ein ivesentliches Hindernis für gute und freundschaftliche Mehmigen zwischen Teutschland und Skanörnavien. Tie jetzige öwitumig ist unnatürlich zwischen zivei so nahe vevwandteii Völ- Müßte und sollte ein, engerer Zusammenschluß ftcrttfinden; itV die am besten für unsere Gegend geeignet seien. Die Aus Sicfc ßaqer können durch Tagbau stcNung ist.die gröpte und umfassendste der bisher in-Hessen .n. stattgehabten ähnlichen Veranstaltungen; sre umfaßt nach In der nackten Ze^ sollen noch weitere Katalog 831 Nummern und die Zahl der Preise mußte Linden und Lützellinden wenigstens die in das Depot eingeschmuggelten Hessen- Ibsens „Wildente am nächsten Dienstag dürfte eine Kritik s, PhilippHhal'schen Schuldverschreibungen leidlich sichere Pa- «i Am 13. März feiert d. Biedenkopf, 8. März. uno uiü> von Magdeburg interessieren, wo Frau Eysoldt dieser Tage 'm der betreffenden Rolle im Stadttheatcr gastiert hat: und repräsentiert ein Objekt von 127 000 Mk. LoS 3 umfasst den Gutshof nebst Wohngebäuden und Stallungen, wobei es sich um 200 000 All. handelt. Tie hiesigen Bauhand- werker, die sich an den Arbeiten beteiligen wollen, beabsichtigen nach dem „H. £.* die Gründung einer Baugenossenschaft m. b. H. friere seien. Jetzt stellt sich heraus, daß sie bis zum Betrage von 35 000 Mk. als Makulatur anzusehen sind. Es handelt sich nämlich um Stücke, die auf das Jahr 1901 gekündigt waren und längst zurückgestellt sind. Ruttels eines falschen Stempels hatte sie Rothschild mit dem Vermerk versehen: gültig bis 1910. — Von Hofrat Rothschild selber hat man noch immer keine Spur; es ist das um so auffälliger, alser bei seinen körperlichen Zustand kaum reisefähig sein dürste. Man nimmt hier an, daß er sich in irgend einem Privathause in Frankfurt in Pflege befindet. — Die Forderungen der Stadt Büdingen um das Bankhaus Wertheimer & Co. betragen, wie in der Gemcinderatssitzuug niitgcteilt wurde, 78 500 Mk. Die Stadt hat ihre Ansprüche hinsichtlich der Obligationen der Stockheimer Zuckerfabrik im Betrage von 40 000 Mk. der Liquidationskommission der Zuckerfabrik bereits eingereicht. Weitere als Sicherheit im Depot liegende Wertpapiere im Betrage von etwa 8500 Mk. wurden als gut bezeichnet, sodaß iiach Wegfall der Hesfen-Philippsthal'fchen Obligationen die Höhe deL Verlustes der Stadt wesentlich von beut Werte oder Unwerte der Stockhcinier Obligationen abhängr. Wie in der Gemeinderatssitzung mitgetellt wurde, hat Bürgermeister rinaf etwa 8 Tage vor dem Zusammenbruche' des Bankhauses diesem noch 8750 Mk. Gemeindegelder zur Anlage übergeben. Eine freiwillige Sicherheitslelstung für dem der Stadl Büdingen entstehenden Schaden lehnte Bürger- weister Knaf ab, infolge dessen der Gemeinderat beschloß, eine Kommission mit der Erwirkung einer Sicherheitshypothek auf das Knaf'sche Anwesen zu betrauen. Haushaltungsschule des Greises Gießen mit chrer iludx Kuchenbäckern sich den Besuchern der Ausstellung zeigen. ausgebeutet werden. I Teile der Gemarkung Klein-Linden und Großen-Linden abgesucht werden. In einer Grube wurde unter dem bereits abgebauten oberen Erzlager noch ein 18 Meter mächtiges unser früherer Landrat, Geh. Negierungsrat a. D.Sey- bcrth, seinen 90. Geburtstag. Zu Kirberg (Kc. Limburg) als Sohn eines Pfarrers geboren, studierte Seyberth in Heidelberg und Marburg Jurisprudenz und war dann in Wehen, Idstein und Rüdesheim als nassauischer Verivaltungs- veamter tätig. 1866 trat er in den preußischen Staatsdienst Tagen zum Aushang. x r , - , ** Das Braunsteinbergwerk (Manganerz) hat sich seit der letzten Zeit sehr ausgedehnt und gut entwickelt, so erhielt eS z. B. ein eigenes Elektrizitätswerk, eine elektrische Anschlußbahn an die Strecke Gießen— Gelnhausen, eine Erz röst anstatt n. a. m. Gegenwärtig wird eifrig nach weiteren Erzlagern gebohrt, und diese Bohrungen sind fortgesetzt vom besten Erfolg gekrönt, so daß das Fortbestehen des Bergwerks auf lange Zeit hinaus gesichert ist. In Großen-Lindener Gemarkung fand man nahe dem Lückenbach mächtige Erzlager in geringer Tiefe, ebenso in der Nähe des Has'schen Kalkwerkes zwischen Klein- Vortrag von Rechtsanwalt Raab über die WertzuwachL- [lener. Dienstag, 10. März, vormittags 8 Uhr Musterung der Militärpflichtigen der Stadt Gießen, Jahrgang 1908, von Buchstaben 8. bis Z„ sowie der Gemeinden Großen-Buseck, Großen-Linden, Kattenrod und Oppenrod. * — Landesuniversität. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Privatdozenten Dr. Willi) Schmidt in Gießen zum außerordentlichen Professor bei der philosophischen Fakultät der Landesuniversität ernannt. * • In Audienz empfangen wurde von Sr. Kgl. Hoh. dem Groß Herzog am Samstag u. a. Oberlehrer Prof. Dr. F. Markert von Gießen. • * Oberlehrer. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Oberlehrer an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt Professor D. Dr. Erwin Preuschen auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienste entlassen. * • Kreisgesund heitswesen. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Kreisassistenzarzt Dr. Theodor Curschmann auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienste entlaffen. * * Zu besetzen ist eine zweite Gerichtsvollzieherstelle mit dem Amtssitze in Oppenheim. * * Eine Staatsbeamtin. Am 4. März d. I. wurde die Therese Reidel zu Mainz zur S ch re i b g e h ilf in bei der Bezirkskasse Mainz II ernannt. (Soviel uns bekannt ist, ist dies in Hessen die erste auf einem derartigen Bureau zur Anstellung gelangende Dame. Red.) •• Zur Wertzuwachs st euer. Auf verschiedene Anfragen über die Bestimmungen des Wertzuwachssteuergefetzes, das ja wegen der inzwischen hier erfolgten Einführung dieser Steuer namentlich in Gießen interessiert, sei mitgeteilt, daß eine amtliche Herausgabe des Gesetzes mit Kommentar und Anmerkungen im Staatsverlag erschienen ist und von den Buchhandlungen bezogen werden kann. ** Eine Sitzung des Provinzial-Ausschusses findet am Samstag, 14. d. M., vormittags 9 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des Ortsarmcn- verbandes Vonhausen gegen den Ortsarmenverband Lorbach wegen Unterstützung des Jost Euler. 2. Die Losholzabgabe in der Gemeinde Rommelshausen; hier Beanstandung eines Gemeinderatsbeschlusses. 3. Enteignung von Gelände zur Verbreiterung des Mittelwegs in Gießen; hier Ausspruch der Besitzeinweisungserklärung. 4. Klage des Ortsarmenverbandes Gießen gegen den Landarmenverband Gi eßen wegen Unterstützung des K. Kister von Neustadt a. O. ** Eine größere Lehrerversammlung tagte ttnt Samstag im Hotel Viktoria. Es waren u. a. erschienen der Vorsitzende des hessischen Gesamt-Lehrervereins Hauptlehrer .Huff-Darmstadt, der Schriftführer Krapp-Sickenhofen und zahlreiche Obmänner der Bezirkslehrervereine aus allen Teilen Oberhefsens. Zur Besprechung und Verhandlung kamen verschiedene Berufs-, Standes- und Vereinsangelegen- heiteu, z. fö. die Neuregelung der Witwenpension, die Größenverhaltnisse der Leyrerwohnung, die Beseitigung der Kirchen aufsicht durch die Lehrer, die Abschaffung der öffentlichen Kirchenprüfungen, der Vorsitz im Schulvorstand, die Vergütung für Fortbildungsschule^ das passive Wahlrecht der Lehrer, die Errichtung des 4. Lehrerseminars u. a. in. Gießen soll als Seminarort gute Aussichten haben. Eine andere Stadt hat 50 000 Mk. Zuschuß bewilligt, um das Seminar zu erlangen. ** Der Verband der Detailliftenvereine int Grv ßherz o g tum Hessen hielt am letzten Freitag zu Offenbach a. M. eine Ausschußsitzung ab, in der die Satzungen beraten und feftgelegt wurden. Auf Grund der Satzungen erklärte sich der Verband als definitiv konstituiert. Ten Vorstand bitben Willy Schwab, 1. ^Vorsitzender; A. I. Supp, 2. Vorsitzender; Wilhelm Kalbfuß, Schriftführer unb Fritz Becker, Rechner, sämtlich in Darmstadt. In dem Ausschuß sind die angegliederten Vereine mit je einem Bevollmächtigten vertreten. Vorort ist bis Ende 1908 Darmstadt. Von einer nachträglichen Stellungnahme zu dem Gesetzentwürfe betr. Abänderung des Gesetzes zur Bekämpfung des unläuteren Wettbewerbs wird mit Rücksicht auf das vorgeschrittene Stadium abgesehen, dagegen wurde eine beschleunigte Eingabe an'den Reichstag beschlossen, in welcher die Fassung des § 63 des Handelsgesetzbuches in der von der Regierung beabsichtigten Weiss — (Kürzung des Gehalts um das Krankengeld) unterstützt weroen soll. Weiter wurden Eingaben an die hessischen Landstände, betr. das O f f e n h a l t e n der Schaufenster an Sonntagen und betr. Versteuerung der F i l i a l e n u n d d e r K o n s u mw e re i n e beschlossen. Die Festlegung des Osterfestes' auf einen festen Termin, wie beim Weih- nachtsfeft, wurde als eine Notwendigkeit in wir,chaftlicher Hinsicht erachtet; der Verband wird sich der bezüglich dieser Frage bereits bestehenden Bewegung anschließen. Zum Schlüsse wurde noch dem Anträge auf Ergänzung des § 138 der Gewerbeordnung, insbesondere Mgelung der Arbeitszeit im Putzgeschäft zugestimmt. ** Aus dem Bureau des Stad tt Heaters Im Hinblick auf das Gastspiel von Gertrud Eysoldt in Manganerzlager erbohrt. Diebstähle. Am verflossenen Samstag abend wurden aus einem Metzgerladen am Hamm 6—7 geräucherte Blutwürste gestohlen. - In der. Nacht vom 6. auf ben 7. d. Mts. fliegen Diebe in einen Keller an der NodHeimer Straße ein und stahlen eine Partie Stachelbeerwein. — Der Täter, welcher im Januar l. Js. aus einer Sandgrube am Schifsenberger Wald die Schienengeleise stahl, ist in der Person eines hier wohnhaften russischen Althändlers ermittelt worden. Er ließ die Schienen am Hellen Tage mit einem Wagen holen und gab an, er habe sie gekauft. Die Schienen wurden gleich an einen Großhändler wetterverkauft. fc. ©rünberg, 9. März. (Tel.) Gestern fand hier wegen der im Herbst slattsindenden Landtagswahl eine Bert rauens männer-Versammlung des Bundes der Landwirte statt. Man kant noch zu keinem bestimmten Beschluß und in einer späteren Versammlung soll, wenn nicht ein eigener Kandidat ausgestellt wird, bestimmt werden, wer unterstützt werden soll. § Holzheim, 8. Mä^. Nachdem die frühere Verpachtung unserer Gemeindejagd nicht genehmigt worden war, wurde sie dieser Tage zum zweiten Male verpachtet. Sie kam wieder in den Besitz der seitherigen Inhaber — einer Anzahl hiesiger Jagdfreunde — für die stattliche Summe von 2025 Mk. Zieht man in Betracht, daß der Preis in der abgelaufenen Pachtzeit nur 600 All. betrug, so ist die Steigerung so enorm, wie dies wohl selten zu verzeichnen sein dürste. Die äußerst scharfe Konkurrenz wurde durch das Erscheinen einiger Frankfurter Herren verursacht, die unsere Gemarkung gern ihrem angrenzenden Jagdgebiet zugefügt hätten. Die Jagd der Gemarkung Bergheim ging ebenfalls für den Preis von 180 Mk. in ben Besitz ber Holzheimer Jagbgesellschaft über. tö Lich, 8. Mürz. Daß gegenwärtig zu dem Lehrerberuf ein starker Zudrang herrscht, sieht man an der hiesigen Präparandenanstalt. Sie umfaßt, seitdem die Ober- und Unterklasse wegen ihrer Stärke getrennt werden mußten, vier Klassen mit ca. 160 Schülern- Auch für das beginnende Schuljahr sind schon jetzt zahlreiche Anmeldungen eingelaufen. — An dem Bahnbau der neuen Bahnstrecke Lich-Grün berg wird jetzt auch in unserer Gemarkung fleißig gearbeitet und zwar östlich der Stadt, wo die neue Bahn über die Linie Meßen-Geluhausen führt und dann nordöstlich nach Nieder-Bessingen abbiegt. Es sind vorige Woche zahlreiche italienische Arbeiter einge- trofsen. Wie verlautet, soll die Bahn bis Dezember bereits bis ecttarn laufen, die letzte Strecke Queckborn-Grünberg soll erst im Frühjahr 1909 eröffnet werden. Auch bei Münster, Bessingen und Ettingshausen wird eifrig am Bahtrbau gearbeitet. + Büdingen, 8. Marz. Zum Fall Rothschild hat man ganz neuerdings eine für die Stadt höchst unliebsame Entdeckung gemacht. Seither hatte man geglaubt, daß fine M 1 -cs Ter von uiüftigt^ Mit M fcnNd) .°k' r-äW11 n >5 zu xrinen oM' fidlung MV pcrfnwl« dst 1. dal; 1« 2. dass iv treiben! lidiert Tie Hau MgM, Mtiigleit nn Tie wirt w einem a 6 sie, Ml Wichkeä ■ [■< Wielm ß, ihnen ui Mng, IG Mich als i Tie Mi ter Beschästi! M Nar cb daß er vieüwrsen hüte zuziehe Sehinen tnis n kt auszuneh bürag und Tiefe M phmden Fal 6. hat Möglichst hifte heran; ütiuti str ä!ä KZ man hofft, auch noch die anderen Daushaltungsschulen unserer Provinz, besonders die in Lindheim,,zu dem Unternehmen, heranzuziehen. Ueberaus zahlreiche Preise sind für die Ausstellung gestiftet worden, was den Beweis liefert, daß das Unternehmen auch außerhalb unserer Stadt das größte Interesse erregt. Die Aussteller werden um folgende Ehrenpreise in den Wettbewerb treten: Provinz Oberhessen 100 Mk., Kreis Gießen 100 Mk., Stadt Gießen 100 Mk. (als Stadtpreis wird eine goldene Medaille beschafft werden), der Rhein-Main-GastwirteVerband eine goldene und eine silberne Medaille. Ferner haben Ehrenpreise zur Verfügung gestellt die Universität,, die Bank für Handel und Industrie, Kommerzienrat Heyligenstaedt, die Firma Herm. Mettenheimer, die Bäcker- und die Metzger-Innung, Metzgermeister Friedrich Schreiner, Kaiser Friedrich^Ouelle in Offenbach, sowie die Gastwirte-Vereine in Alsfeld, Bingen, Butzbach, Darmstadt, Friedberg, Gießen, Lauterbach, Mainz, Marburg, Bad-Nauheim, Offenbach und Wetzlar. Außerdem stellt die Ausstellungslettung goldene und silberne Medaillen zur Verfügung. Das Ausstel- lungsplakat ist nach einem Entwurf des Dekorationsmalers Dollmann-Gießen am Platze hergcstellt und kommt in ben nächsten Ri 8$ infolge der zahlreichen Ausstellungsobjekte von 50 auf 60 erhöht werden. Ganz hervorragend ist das 9iutzgeflügel vertreten, das über 500 Nummern umfaßt. Nä>en den ca. 200 Nummern Tauben, Vögeln usw. füib noch ca. 100 Nummern Wassergeflügel vorhanden, darunter vom Botanischen Garten in Frankfurt 20 Prachtexemplare von Mandarinen-, Moschus-, Krickenten usw. Den Ehrenpreis des Großherzogs erhielt PH. S ö d l e r - Nieder-Gemünden, die 5 Ehrenpreise des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Starkenburg: Georg Saal-Lengfeld, Wilh. Seipp-Rüsselsheim, W. iGeyer XII.-Darmstadt, W. Nungesser- Darmstadt und H. Saal-Höllerbach, den Ehrenpreis des Landesverbandes hessischer Geflügelzüchter K Bern- th eisel-Darmstadi (Gesamtleistung für Hühner) und Karl Rausch- Worms (Gesamtleistung für Tauben), die drei Ehrenpreise des Starkenburger Geflügelzüchterverbandes K. Bernth eisel, Ch. Debus und A. Ep p er t in Darmstadt, die Ehrenpreise des oberhessischen Geflügelzüchter- Verbandes Julius Zimmer- Bingmühle bei Grünberg und Forstwart Simon-Ehringshausen, den Ehrenpreis des rheinhessischcn Geflügelzucht- und Bogelschutzverbandes Ehr. Falk III. in Mainz. Die wirklich imposante Ausstellung, die bis Dienstag abend geöffnet bleibt, erfreute sich gleich am ersten Tage eines außerordentlich zahlreichen Besuchs. — Die Generalversammlung des hessischen Geflügelzüchterverbandes fand am Vormittag statt. Der Vorsitzende Bezirkskassier W. Müller-Bingen erstattete den Jahresbericht, aus dem die gedeibliche Entwicklung des erst zwei Jahre bestehenden Verbanoes festgestellt wird. Die Rechnungsablage über die zwei letzten Jahre erstattete Herr F. Schömer-Darmstadt; sie ergibt ein Vermögen von ca. 150 Mk. Dem Kassierer wurde Decharge erteilt. Ein Antrag des Vereins Offenbach tatr. die Schaffung einer neuen Aus- stellungs- und Schau-Ordnung soll vorerst zurückgestellt werden, da zurzeit über diese Frage Verhandlungen mit der Lairdwirtschaftskammer schweben. Ueber die nächstjährige Älltsstellung, zu der sich Bad-Nauheim gemeldet hat, entsteht eine lebhafte Debatte, doch wird zum Schluß einstimmig Nauheim als Ort der nächsten Generalversammlung und Ausstellung gewählt. Ueber die Hess. Geflügelzeitung berichtet der Vorsitzende; es wird zum Ausdruck gebracht, daß zwecks einer besseren Entwickmng des Blattes eine bessere Unterstützung von den Mitgliedern gewünscht wird. Es wurden dann noch einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt. O Rod heim a. d. Bieber, 8. März. Gestern fand hier die Neuwahl der Gemeindevertretung statt. An Stelle des langjährigen Mitgliedes der ersten Klasse, des verstorbenen Freiherrn van der Hoop wurde Kaufmann Ph. Bender gewählt. Die zweite Klasse wühlte ihren langjährigen Vertreter Gastlvirt Ludw. Schlierbach-Bieber einstimmig wieder. In die dritte Klaffe wurden Landmann Ludwig Hasselbach und Sparkassen-Rendant Karl Bender gewählt. Letzterer gehört ;chon nahezu 30 Jahre der hiesigen Gemeürdevertretung -in. — Die hiesige Schmallsche Zigarrenfabrik ging für den Preis von 52 000 Mk. an die Firma Rinn u. Cloos über. Der Betrieb geht ungestört weiter und mit Montag, 9. März, an den neuen Besitzer über. — Die Musterung für die Militärpflichtigen des Bezirks Rodheim wird Montag den 30. und Dienstag den 31. März hier abgehalten. Am ersten Tage, morgens 8 Uhr, für die Militärpflichtigen aus den Gemeinden: Crumbach, Fellingshausen, Frankenbach, 5zermannstein und Rodheim. Am zweiten ATorgen für die Militärpflichtigen aus den Gemeinden: Königsberg, Naunheim und Waldgirmes. •— Lehrer Wagner hier tritt mit dem 1. April in den Schuldienst der Stadt Frankfurt. Zu seinem Nachfolger wurde Lehrer ©öder aus Gemmrich ernannt. )-( Wetzlar, 9. Marz. Heute abend spricht hier auf Veranlassung des freisinnigen Vereins Reichstagsabgeordneter Kopsch über die politische Lage unter besonderer Berücksichtigung der preußischen Wahlrechtsreform. li. Herborn, 8. März. Die Arbeiten zu ber hier zu errid)tenben Provinzial-, Heil- unb Pf legeanftalt werden, wie jetzt endgültig festgelegt worben ist, in brei Losen vergeben werben, und zwar Los 1, zu bem bie Hauptgebäude der Anstalt gehören, schon in allernächster Zeit. Cs handelt sich hierbei um ein Objekt von 1700 000 Mk. Los 2 umfaßt Kesselhaus und bie Gebäube zur Maschinenanlage Kiihmselbs 3-hiMg gc Lqcrs noch la Fertigen Ätzt, JO M in ei m als «t Es st< -ijafjuljä ■ st Firma 6 Ütü Qiisfe js p fein; I 'pMter -Mienen Äg; fein er all Ä, das H,, selbst . Ae ganze Arbeiters . 5on ein« Äimg bei Gehört ? lein, nx : Ai zu Am ist,! k W «Meil »Im Vordergründe drS Interesses stand begreiftichermeise durch ihr vrrtuoses Spiet die Berliner Gästin Frau Eysotdl. Ein ltemes, zierliches Persönchen im schlichten, kurzen granen Hauskleidchen, ben Kinderschuhen körperlich und geistig noch nicht enlivachsen, dazu mit einem entzückenden Ausdruck holdester tindllcher Keuschheit und Unbefangenheit, so verkörperte uns Frau Eysoldt die iljährige Hedwig. Wie fein Frau Eysoldt die kleinsten Züge der Mädchenseele vor dem Reifen beobachtet hat und wie schlicht und natürlich, ohne jede aufdringliche Absichtlichkeit die Künstlerin all das wieder- zugeben versteht, das kindliche Schn,ollen darüber, daß der Vater es vergaß, dem artigen Kinde von der Festtafel eine Kleinigkeit mit nach Hause zu bringen, das kindlich naive Geständnis vom Abende gebet für den Vater und für bie — tränke Wildente, bann die hin gebenbe zärlliche Liebe für ben schwärmerisch verehrten Vater unb schließlich ben erschütternden tie’en seelischen Schmerz über das unverstandene, rauhe, brutale Zurückgestoßenwerden war geradezu Bewunderung erregend. Kein Wunder, daß die Leistung der Eysoldt stürmischen Beifall erntete." ** Gastwirts- und Kochkunst-Ausstellung. Die bom 28. März bis 3. April in ber Turnhalle an der Nord-Anlage geplante große gastronomische Veranstaltung verspricht eine her vorragende zu werden. Die Arbeiten zu ben Ausstellungsbauten sind ben Zünmermeistern Schubecker und Vechthold, joroie ber Firma Sttohmeyer-Konstanz übertragen worden, und werden in ben nächsten Tagen in Angriff genommen. Als Ausstellungswirt ist Restaurateur Hermann Otto gewonnen. Nach ben vorliegendem Anwerbungen wird die Elite ber in Frage kommenden .yirntcn mit ihren Erzeugnissen vertreten sein, wobei zu bemerken w, daß der Kleinhandel bem Unternehmen fast gan,, strn gAl. v i ist. Eine recht lebhafte Beteiligung haben ölc Gruppen ... fünft unb Konbitorei erfahren, so das; hier ein vui ।d.ja■ ■ ■ r Wettbewerb in "Aussicht steh! Außer der Alrcejchnl luii a l . "lui da , N Ko Reibet l ttbsin, ^tte, d l ■ ®i fit üdj V«ii xsn 0 Laubach, 8. März. Die Erbauung einer neuen Turnhalle, bie gegenüber der jetzt benutzten und im schlechten Zustand befindlichen geplant ist, macht bie Verlegung ber, auch ben auswärtigen oberhessischen Schützen bekannten, Schieß stäube notwenbig. Um Genehmigung ihrer Verlegung nach bem sogenannten Schinelzpfabe, rechts von ber Bahnlinie, hatte bei ber Kgl. Etsenbahnbirektion Frankfurt a. M. der hiesige Schützenverein nachgesucht. Von letzterer ist in diesen Tagen ein abschlägiger Bescheid ergangen. Es erübrigt also entweder ben Neubau, wie zuerst geplant, auf ein als stäbtisches Eigentum geltenben Platz in Nähe bes Gymnasiums zu stellen, ober bie Verlegung ber Schießstände außerhalb der Stadt, was jedoch ben jetzigen „Festplatz" beeinträchtigen bürste. R. B. D armstadt, 8. März. Die Zweite hessische Landesverbands-Geflügel- und Vogel-Ausstellung ist gestern, wie schon kurz mit geteilt wurde, int städtischen Saalbau in Gegenwart des Großherzogs und der Großherzogin, sowie des Alinisters Dr. Braun, Ministerialrat Usinger, Prvvinzialdirektor Frhrn. v. Graney, Geh. Kabinettsrat Römhew u. a. eröffnet worden. Die Vorstandsmitglieder Dr. Schöner-Darmstadt und Bezirkskassier Müller- Dingen empfingen die Herrschaften am Eingang zur Ausstellung und geleiteten sie in einem halbstündigen Rundgang durch die Ausstellung, wobei besonders die Abteilung für Nutzgeflügel mit Interesse besichtigt wurde. Der Groß- Herzog sprach hierbei feine Meinung dahin aus, daß er die Wymrdoltes und die Italiener für die Hühnerarten halte, 1 -Watz' k, ^ehcssischE teü KeÄL ' | basster Alle, Mang zur U dMRundW e Abteilung 2 Ser Grch aus, daß er i hnerarten hch >em. M i bisher in Hesse , j >ie umsaßt wt 3; Er Preise urch j von 50 auf $ i NutzgesW I JBt Neben k I md Wch ca. K f "unter vom L t uplare von Ak | Ehrenpreis bf: I c-Gemünden, 1 -Ausschusses st 1 X Seipp-V fl l Nungesser- j • Ehrenpreis te I ter 5 Beiy, | Khner) und M 8 luben), die du Ä hterverbande- i W pert in Tarr- D Heslügelzüchill. ■ iei Grünberg ut W Ehrenpreis te 3 atzverbandes I ante AusstellW^ 9 e’,nct ne,.. * A ■ 4jon letzte. .Langen, tz. • * Septant, ,! “=«*»*, 1 -iieslvlnk» i. rfreute sich glch streichen Besm essischen Gestüt Ter Vorsitze :ete den Jahn> mg des erst M werd. Sie M erstattete Hm s n von ca. 150$ Jin Antrag K ,ner neuen d Mägeskllt ec ibhingen mit» die nächstjä^ ,tn gemeldet k M Schluß reralversammlv" s. Gestügch'^ jlusdruck gebrer des Blattes s n gewünscht ^ 2 Angelegenp'- Gestern fand etllng M ersten murde W* $8S Stig MS §000 •6S S'G *5’S ;sL ÄS- W -»l°7d-- if'i SÄ erna^ Ä L' E i<* . f/itd 13 Okj' “’A SuMW (ll*ri‘. ylfl' unb betreiben. Noranöi'ichtliche Witterung sirr He,je» am Dienstag den 10. Marz 1908: Meist trüb. Regeufätte. Temperatur wie heute. Stürmische westliche Winde. ___ stehenden Falle zu. E. hat durch Leistung seiner Arbeit in seiner Wohnung die Möglichkeit gehabt, seine Ehefrau und seine Tochter als Hilfs- staste heranziehen zu können. Diese Möglichkeit ist auch der Ton ihm selbst angegebene Grund zum Arbeiten in seiner eigenen Wohnung gewesen. In der Tat hat gerade die Tochter des Wägers mach den Angaben des Schneiders Sch. den Kläger bei dem Fertigen der Stofen in nicht unwesentlichem Umfange un- tcrftützt, so baß es ihm! auf diese Weise möglich ioar mehr Losen in einer Woche zu fertigen und zur Ablieferung zu bringen, als ihm beim alleinigen Arbeiten möglich gewesen iväre. Es stand ihm völlig frei, mit der Arbeit zu beginnen md aufzuhören, er konnte, wenn er auch tatsächlich nur für die Firma Sch. u. Co. zu G. gearbeitet hat, nach Belieben die .Arbeit aussetzen und während dieser Zeit für andere Leute tätig sein; einer Beaufsichtigung, wie dies bei einem Werk- stLttearbeiter der Fall ist, war er nicht unterworfen. Tie ihm überwiesenen zugeschnittenen Hosen bearbeitete er völlig selbständig ; sein Arbeitszeug mutzte er sich selbst stellen, jedoch bekam er alle Zutaten zu den Hosen, mit Ausnahme des Nähgarns, das er sich, wie dies bei den Schneidern in G. übltd), selbst verschaffen mutzte, geliefert. Die ganze Stellung des Klägers war somit von der eines Werk- slättearbeiters ober sog. Heimarbeiters verschieden. Von einem Heimarbeiter kann nach der konstanten Necht- sprechung des Reichsversicherungsamts und nach der Anleitung dieser Behörde zum Jnvalidenversicherungsgesetze nur dann die Rede sein, wenn das Arbeiten in eigner Betriebstätte (Wohnung) auf mehr zufällige und vorübergehende Gründe zurück- zusühren ist, wie z. B. Raummangel in den Fabrik- oder Geschäftslokalen, Behinderung des Arbeiters durch persönliche Umstände, wie Krankheit. Die Heimarbeiter werden hinsichtlich der Kündigungsfrist, Auslohnung, Arbeitsleistung, Beaufsichtigung usw. genau so behandelt, wie die in der Fabrik beschäftigten Arbeiter und sind daher versicherungspflichtig. Diese Voraussetzungen treffen, aber im konkreten Falle nicht ?u, vielmehr liegen die charakteristischen Merkmale eines Hausgewerbetreibenden vor. Spier an vermag auch der Umstand nichts zu ändern, daß Sch. die rechtzeitige Ablieferung der Sachen überwachte, denn diese Art Kontrolle ist insofern durch die Natur der Sach- Lebaigi, als die Firma Sch. u. Co. ihre Verpflichtungen den Kunden gegenüber zur rechten Zeit erfüllen mutzte, sofern sie sich nicht der Gefahr, einen Schaden zu erleiden, aus- ietzen wollte. LrnSVertziLcgLs-NactzvschteN. — Wie u n s aus München mitgeteilt wird, hat der Geheime- rat Proiessor Tr. Johannes von Kries, Ordinarius und Direktor des physiol. Instituts an der Universität F r e i b ii r g i. Br., einen Rus an die Universität München als Nachfolger des berühmten Physiologen Karl v. B o i t, Vater des Gietzener Internisten, erhalten. Professor v. Kries hat die an ihn ergangenen Berufungen nach Leipzig 1895 und nach Berlin 1897 abgelehnt. 1904 ernannte ihn die Marburger juristifche Fakultät zum Ehrendoktor. OvLgänaL-DrahtsneLdunsen« London, 'J. März. Tie chinesische Regierung drückte ihr' tiefstes Bedauern .über die Herabholung der japanuchen Flagge auf der Tatsu Maru aus und versprach, datz die verantwortlichen Beamten angemessen bestraft werden sollten. Auch übermittelte fic Japan ihre Entchmldignng und fügte hinzu, eine weitere Erwiderung bezüglich der beschlagnahmten Waffen und Munition roetiie gesendet werden. London, y. März. Wie Daily News meldet, habe Roosevelt nunmehr endgültig beschlossen, eventuell zum drittenmal e die Präsidentschaft a n z u n e h m e n. London, 9. März. Der militärische Korrespondent der Times ist der frühere Oberst Albert Court Repington, einer der allerverbissensten Teutschenhetzer in der englischen Publizistik. v P aris, 9. März Der „Malin" glaubt mitteilen zu können, daß der englische Botschafter in Berlin, Sir Franc Lascelles schon in Bälde von seinem Posten zurücktreten werde. Sein Nachfolger lvürde Mr. Lowther. Teheran, 9. März. Ein neuer Konflikt droht zluischen dem Schah und dem Parlament auszubrechen. Der Schah richtete an dieses ein Schreiben, worin er sich über die ungenügenden Maßnahmen beschwert, die im Anschluß an den gegen ihn gerichteten Attentatsversuch getroffen worden sind. Der Schah wirst dem Parlament unbeschreibliche Untätigleit vor. Man befürchtet iviebcrum Unruhen. >^Ein schlauer Detektiv. Bostoner Blätter erzählen folgendes Geschiclstchen als Beweis von dem Scharfsinn eures Detektivs: Samuel Webster, ein sehr reicher Seidenhanbler, hatte in seinem Testament seine illegitime Tochter, um die er sich zu Lebzeiten nicht gekümmert hatte, zur Umversalerbcn eingesetzt. Das Nachlatzgericht beauftragte das Puikerton-Jnftitut mit der Aufsuchung der Erbin, deren Aufenthaltsort unbekannt war. Das! Institut betraute einen jungen Tetektiv mit der Aufgabe. Nach kaum sechs Wochen stellte er sich seinem Chef wieder vor. „Nun," fragte dieser, „haben Sie das Mädchen gefunden?" „All right, schon vor einem Monat als Arbeiterin in einem Putzatelier." „Wo ist sie jetzt?" „Bei mir zu Hause — ich habe sie geheiratet." . . * Eine hübsche Anekdote aus dem Leben des alternden Victor Hugo erzählt der Figaro. Nach feiner Rückkehr aus der Verbannung pflegte der greife Poet mit Vorliebe endlose Omnibusfahrten zu unternehmen. Fast nie hatte er dabei ein bestimmtes Ziel, er fuhr um des Fahreiis willen und um all die verschiedenartigen Menschen zu beobachten, die da unausgesetzt das beliebteste Pariser Verkehrsmittel besteigen und verlassen. Oft kam es dann, datz er während der Fahrt fein Notizbuch hervorzog und anfing, die Verse aufzuschreiben, die ihm einfielen. Sehr erstaunt konnte er bann aufblicken, wenn bet Schaffner ihn nach stunbenkanger Fahrt barauf aufmerksam machte, datz das Endziel erreicht sei. Einmal passierte es, datz eine junge Frau den Omnibus bestieg und an Victor Hugo vorbei mußte, um den einzigen iwch leeren Platz zu erreichen. Das Gefährt hielt plötzlich an, es gab einen heftigen 3iuck und bic junge Dame fiel auf den Schoß des greifen Poeten, der gerade in seine Verse vertieft war. Verwirrt und errötend murmelt die Dame: „Ich bitte Sie vielmals um Verzeihung." Mit einem galanten Lächeln aber erwidert der Dichter des „Hernani": „Und ich, gnädige Frau, danke Ihnen sehr." Kleine Tageschronik. Am 7. d. Mts. erschoß auf einer bei Stettin belegenen Chaussee der 22jährige Steuermann Werner Fischer, Sohn eines Professors, seine Berlobte, die 19jährige Stcnerinspekiorstochter Albrecht und sich selbst. Nach Unterschlagung von amtlichen Geldern ist seit dem Rosenmontag der P o l i z e i w a ch t in c i st c r Schulz aus Hamborn (Niederrhein) verschwunden. In Würzburg wurden wegen Blutschande der verheiratete Heizer und Schmiedegeselle Georg Höfling sowie seine beiden 23 und 24 Jahre alten Stieftöchter verhaftet. Die Verhafteten hatten seit vielen Jahren sträflichen Umgang gepflogen, au5 dem sieben Kinder heroorgegangen waren. Von diesen Kindern ist nur noch eins am Leben, das sich in fremder Pflege befindet, die andern sind höchstwahrscheinlich ermordet worden. Eine Tochter behauptet, daß mindestens drei Kinder tot zur Welt gekommen seien. Wie die eine Tochter gestand, ist ein Kind von ihrer Schivester getötet uiid von dem Vater im Keller vergraben worden. Die Anzeige wurde von einem Bruder des ver- * Berlin, 8. März. Tie Schreckenstat einer Mutter hat gestern mittag im Schönhauser Viertel großes Aufsehen erregt. Aus ihrer im vierten Stock gelegenen^Woh- tiung hat die Arbeiterfrau Lina Bock iyren vierjährigen ^ohn aus die Straße geworfen und sich bann selbst auf die Straße gestürzt. Mutter und Kind waren sofort tot. Wahrscheinlich hat Frau Bock in einem An,alle von Geistesstörung gehandelt. — Wegen Familienzwistig recken gab der Oberschweizer Köhnel auf seinen Kollegen Rubin drei Revolverschüsse ab und machte dann einen Selbstmordversuch. Während der Attentäter im Sterben liegt, ist Rubin anscheinend leichter verletzt. — Seit einiger Zeit wurden weite Kreise der Reicyshauptftadt unb ihrer Vororte durch den großen Umfang beunruhigt, welche Schadensfeuer angenommen hatten und die offensicytlich auf Brandst.stung zurüazus'üyren waren. Nun ist cs gelungen, einen der Brandstifter zu überraschen und zu verhaften. Am Samstag früh bemerkte' ein Dienstmädchen, datz eine Person versuchte, einen an der Wand eines Holzschuppens errichteten Stotz Papier unb Dachpappe mit Streichhölzern in Brand zu setzen. Sie benachrichtigte ben Portier, der das Feuer löschte und bann bie Jagd auf ben entfliehenden Verbrecher ausnahm. Derselbe wurde bald eingehoU und der Polizei übergeben. Es ist her Tekorakeur Otto Bauer aus Schöneberg. Er macht den Eindruck eines Geistesgestörten und ist auch bereits in einer Irrenanstalt gewesen — Aus ein Brautpaar wurde im Grünewald heute abend ein Raub anfall verübt. Ein Unbekannter feuerte mehrere Schüsse ab und verletzte bas Mäbchen schwer. Er entriß ihr ben Pompadour und entfloh. — Ter Inhaber eines kleinen Banttommissionsgeschäftes stellte die Zahlungen em; er ist verschwunden. Tie Börse ist unbeteiligt. * Ein eigenartiger Vorgang ereignete sich un Neuen Theater zu Halle an dem Benefizabenb der jugendlichen Liebhaberin Hedwig Reinau. Kurz vor Beginn der Vorstellung kamen 22 Leute, E ck e n st e h e r und H e r b e r g s l o g i e r g a ft e, in das Theater und besetzten, unter Vorzeigung von gültigen Eintrittskarten, beide Proszeniumslogen. Selbstverständlich erregten die Leute, die ohne Hemdenkragen und weiße Wäsche, duftend nach Herbergsodeur, einen Kontrast zur Eleganz der Logenplätze bildeten, großes Aufsehen, .und das Publikum geriet, da die Leute zum Teil angetrunken waren, in einige Erregung. Der Theaterdirektor griff energisch ein und veranlaßte durch den Hinweis auf Bestrafung wegen Hausfriedensbruchs die seltsamen Logeninfassen, mit ihm auf den Hof des Theaters hinauszukommen, wo er erfuhr, daß em Teingetleibeter Herr ein Student, sie unter Ueberreichung der Viermart- billetts und eines Trinkgeldes für den Theaterbesuch engagiert hätte Gegen ein Trinkgeld räumten die Leute schließlich das Feld Alsbald fand sich jebod) der Student selbst em unb verlangte vom Direktor, er solle ihm bas Eintrittsgeld für jene 22 Billetts zurückzahlen. Es ergab sich, baß der tfrembe ein studierender Agronom ist, dem es darauf angekommen war, die Benestzvorftellung des Fräuleins Reinau zu stören. Es ist,, wie wir in der „Voss. Ztg." lesen, der Sohn des österreichischen Abg Schönerer. Selbstverständlich folgte der Herr sehr bald feinen weniger elegant gekleideten Spießgesellen an die frische Luft Die Sache wird wahrscheinlich noch em gerichtliches Nacy- Markte. re. Frankfurt a. M., 9. März. (Orig.-Telegr. des „Gießen. 2(111.") Amtliche Notierungeii der heutigen Friichtmarktprelse. Weizen Mk. 21.75—00.00, Kurhessischer Alk. 21.75—00.00, La Plata Alk -3.25—24.00, Kansas Alk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 19.75—20.00 Gerste (Westerauer) MC. 20.75—21.75, Frauken- selder Mk. 21.^5—22.75, Hafer 17.50—18.25, Mais Mk. 15.75—16.00. Weizenmehl Lik. 31.00—31.50, 00—00, 2. Qualität Mk. 30.00 hjs Mk. 30.50, 3. Qualität Mk. 28.50—28.75, Noggeumehl o Mk. 31.50—32.00,1. Qualität Mk. 30.50—31.00, Weizenkleie Ast. 11.50 bis Mk.1l. 75, Noggenkleie Mk. 13.25—13.50, Maiskeüne Mk. 12.50 bis Mk. 13.00, Franken, Pfälzer, Nied Alk. 21.75—22.75. Alles pe, 100 Kg. ab hier. • . fc. Frankfurt a. M., 9.März. (Telegr. Orig.-Bencht des .Gieß. Anz."). Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkauie standen: 514 Ochsen, 134 aus Oesterreich, 48 Lullen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 834 Kühe, Fersen, Stiere unb Rinder, 0 aus Dänemark, 325 Stoiber, 338 Schafe und Hämmel, 00 Schafe aus Oesterreich, 00 Ziegen, 18 >8 Schweine. Bezahlt wurde für lOOPsund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qiialität 74—76 Mk., 2. Qual 70—72 Mk., 3. Qual. 60—64Mk.; Bullen 1.Qual. 64 biä 67 Pik., 2. Qual. 59—61 Pik.; Kühe 1. Qual. 70—72 Mk., 2. Qual. 64—66 Pik., 3. Qual. 48- 50 Mk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. QuaL 00—OOMk. Kälber: 1. Qual.92—94 Psg., Lebendgewicht54—56 Pf., 2. Qual. 76—84 Pfg., Lebendgewicht 44—49 Pfg., Schlachtgewicht 60—65 Psg. Schafe: 1. Qiial. 80—82, 2. Qual. 72 75 Pfg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual. 58—59 Pfg., Lebdgew. 46 0—00,0 Pfg., 2. Qu. 57-00,0 Pfg., Lebeudgeiv. 45,0—00 Pfg., 3. Qual. 48—52 Psg. Lebendgew. 00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh langsam, Ueberftanb erheblich; bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. ArdcsterbervegLLNS* C r o n b e r g , 8. März. Hier sand heute eine Besprechung ber Mitglieder des Verbandes baugewerblicher Unternehmer des Obertaunustreises stall. Den Mitgliedern sollte ein Einblick ge- neben werden in die Verhandluiigei' der Generalversammlungeii des Llrbeilgeberbundes unb des Mitteldeutschen Arbeitgeberverbandes. Teiunach sollen auch hier am 1. April die B au- geschäste geschlosseii iverden, falls die im rZruhsahr ad- lausenden und zu erneuernden Verträge auf der Basis ber bestehenden Tarifverträge n i ch t z nstande kommen. Da bis jetzt bie Versicherungspflicht durch Bunbesratsbeschluß (8 2 des Jnvalibenversicherungsgefetzes) nur ausgebehnt worben m: 1. auf bie Hausgewerbetreibenden der Tabakfabrikation, 2. auf bie Hausgewerbetreibenden der Textilindustrie, so war die Tätigtest des Klägers als Hausgewerbetreibender des Schneiderge- werbes ber Versicherungspflicht nicht unterworfen. 4.er Umstand, datz er nach Auffassung des Arbeitgebers unb bad) seiner eignen Annahme ber Kategorie ber Lohnarbeiter im engeren Sinne beizuzählen ist, wofür auch bie dem Gesetz ent- l cs Beitragsverteilung für Zahlung ber Krankenkasfen- unb ^ntialibcnbeiträge spricht, unb daß auch tatsächlich seine loziale Stellung von der eines Lohnarbeiters nur unerheblich abweicht, vermag an der obigen, auf objektive Merkmale gegründeten Beurteilung nichts zu ändern. Einen Anspruch au atente hat Kläger sonach nicht. Die für ihn verwendeten Bei- stagsstiarken sind daher zu Unrecht verwendet unb es muß deren -ivert auf Antrag erstattet werden." . „ ., Gegen dieses Erkenntnis verfolgte E. Revision beim Reichs- ^ersicherungsamte in Berlin. Ter Revision mürbe jeboch ber gJÄt. In seiner Entscheidung führt bas Reichs-Ver- . "Tie Annahme, datz der Kläger als selbständiger Hansge- roerbetreibcnber bet Versicherungspflicht nicht unterlegen hat, ft.™ rechtlicher wie tatsächlicher Beziehung nicht zu bean- ^"oen. Ter Umstand, baß der Klüger nur für eine Firma Qurtbeitet hat, steht dieser Auffassung nicht entgegen, da ber ff befugt war, auch für andere Geschäftsleute Aufträge aus- r11-' ferner ist auch ber Umstand, daß ber Kläger sich ber JüUe feiner Tochter bebient hat, vom Schiebsgericht zutreffend gewürdigt urotben; ob ber Kläger durch deren Mitarbeit sein "intommen nur um einen geringen Betrag vergrößert hat, xJh-P ™ der Revisionsschriit behauptet, ist rechtlich uner- A mich. Tas gleiche gilt von der Tatsache, daß in früheren ^aijren zwischen dem Kläger und feinem Auftraggeber eine Kündigungsfrist vereinbart war." brecherischeu Vaters erstattet, der das schändliche Treiben nicht mehr ansehen konnte. Tie Frau des Serbmteten batte bie ^^0116- lichkeiten verschwiegen, aus Angst, von ibrem Manne getötet zu. werden. — Zwei vermummte Männer überfielen un Martinsheim bei Wurzburg eine 80jübrige Privatiu, banden sie und raubten ihr für 10000 Mk. Bargeld und Wertpapiere. Hinter dem flüchtigen Pastor J^a ck aus Neukirchen erließ bic Lübecker Staatsanwaltschaft einen Steckbrief wegen oe- trugs unb Unterschlagungen. . . * Withcliniiic Wölfling-Adamowitsch, bic geschiedene Gattin des cbem. Erzherzogs Leopold Wölfling, ist in Wien in ein Irrenhaus über- führt worden. Sie hat in einem Anfall von Irrsinn Gewalitatigkesten beaanacn, wodurch ihre Hausgenossen in Gefahr waren. Sic wntzte sich vor einigen Tagen in den Besitz eines Revolvers zu setzen und drohte, ihre Schwester, den RcchtSdeistand ihres Gatten, dessen Frau und sich selbst zu erschießen. Die Schwester rief telephonisch Polizei zu Hiisc^ Al. diese erschien, bekam Fran Adamowitsch einen Tobsuchtsanfall, wollte ihre. Kleider anzünden und sich mit clncr Hutnadel erstechen. Schließlich gelang cs, sie im Automobil zur Polizei zu bringen, von wo sie nach "der Irrenanstalt überführt wurde. . Paris erschoß im Lauie eines Wortwechsels em Schrist- seker eine junge F ra u und feuerte mehrere ©cbüfic auf die ihn verfolgende Alenge ab. Hierbei wurden cm Kutscher unb em Weinhändler lebensgefährlich, mehrere Personen, darunter ber Abg. Lagasso, leicht verletzt. Die Polizei konnte sich schließlich bes Atörders bemächtigen, Halle aber große Muhe, ihn vor der Wut handel. — Diskontherabsetzung. Tie nach der Londoner! Diskontermäßigung von der Deutschen Reichsbankleitung gar nicht 3U umgehende gleichartige Maßnahme ist^doch noch etwas rascher erfolgt, als angenommen wurde, -sie geschah vor Bekanntgabe des Bankausweises für ben 1. Märzmonat, war jeboch mit ber nur 1/2 prozentigen Ermäßigung von der Berliner Börse ziemlich wenig befriebigt aufgenommen worben. Es zeigte sich bies in ber ungleichartigen Kursgestaltung am Samstag, während man sich in Frankfurt mit ben nun einmal gegebenen Verhältnissen besser abfanb. Präsident Havenstein sprach bie Hoffnung aus, baß die seit Anfang Marz eingetretene Besserung am Gelbmarlt hinreichte, um rprozcnttge Diskontermäßigung eintreten zu lassen. Er sagte nichts bavon, datz rasch eine weitere Ermäßigung zu erwarten fei. öanzen scheint Präsibent Havenstein noch zurückhaltenber als Dr. Koch zu fein. Nichtsdestoweniger wächst aber die ^Ennlsionslust zusehends und da ja auch bie Deutsche Bank bic Wirtschaftslage in freunblicherem Licht sieht, so wirb hoffentlich bie Wendung zu einer Besserung in ber volkswirtschaftlicksen Lage lrotz bes auch jetzt noch immer sehr teuren Gelbstandes nicht allzulange ausbleiben. , t . sd D a r m st aöi, 8. März. Die bedeutende Eiseugrotzhand- lung G eb rüder Trier hier, deren jetziger Inhaber Adolt Trier fein versteuerbares Vermögen auf zirka 7 Millionen Mark angegeben hat, ivird demnächst in eine Gefells ch a f l m. b. H. uiugewaudelt werden. Als Gesellschafter werben die bisherigen 5 Prokllristen: Adoli Schmidt, Isaak Kleeblatt, Max Humboletz, Willi Bruchfeld unb G. Oppenheimer eingetragen. Herr 3l.-4.ner wird mit einem größeren Kapital beteiligt bleiben. v. Bode. Dieser kam im Frühjahr des vergangenen Jahres mit noch anderen Schnittern aus Mokra in Russisch-Polen nach Weisin im Amte Lips. Unter den Schnittern befand sich auch Josef Osciewaiz unb bei bieser Familie nahm ber Angeklagte Wohnung. Der Ehemann Osciewaiz verließ im Sommer v. Js. heimlich Weisin und arbeitete bis zum September in Lichterfelbe beim Chausseebau. Am Abenb bes 8. September kehrte er nacp Weisin zurück und ersilhr hier, daß seine Frau und Bode am Morgen weggegangen seien. Als bie beiben auch nach einigen Tagen nicht zurückgekehrt waren, stellte man Nachforschungen an unb fand die Leiche ber Frau Osciewaiz in ben Pasfowcr Tannen. Die Frau war burch zwei Schnitte in ben Hals getötet worben. Spuren beuteten barauf hin, baß ein Geldbeutel, ben die Frau auf ber Brust getragen, gewaltsam entrissen worden war, denn bie Enben des Binbsabens waren noch bemerkbar. Tie Er- morbetc soll über 100 Mk. bares Gelb bei sich gehabt haben. Der Angeklagte hatte zuerst versucht, ben Ehemami ber O. zu verdächtigen, als bieser sein Alibi aber nachwies, behauptete er, der Ehemann habe ihn zur Ermordung angeftiftet. In der Verhandlung legte er dagegen ein volles Geständnis ab und gab an, daß er bie Tat einige Tage vorher geplant,habe. Das Urteil der Strafkammer lautete auf die höchste zulässige Strafe von 15 Jahren Gefängnis. ___ der Menge zu schützen. , . . Privatnachrichten zufolge nimmt die Hungersnot in Ohina große Timeusionen an. Tas Elend in ber Provinz Kwangfu ist entsetzlich. Die Reisernte ist durch bie Ueberschwemmung vernichtet und Hunberttausende finb dem Hungertode preisgegeben. In einigen Orlen wurden bie faijert Magazine geplunbert und zahlreiche Raubaufälle finb an ber Tagesordnung, -tie Behörden sind machtlos, da sich vielfach geheime Gesellschaften ge- bildet haben, bic Raub und Bandendiebstähle m großem Maßstabe GerichtssaaL. H(v ,®üftr°m, 6. März. Tie Strafkammer beschäf- cnilt bcr Bluttat in ben Passower Tannen, wobei die erfran Osciewaiz aus Mokra getötet unb beraubt würbe. Aiigctlagt i)t her 16 Jahre alte Schnitter Hubert ..nd war von 1872 bis 1894 Landrat des Kreises Bteden- ’ ?opf. Der Jubilar lebt bei feiner Tochter in Hanau. h. Frankfurt a. M., 8. März. Zur Befchasfung der Mittel für die von den ftäbtifchen Behörden beschlossenen größeren wirtschaftlichen Unternehmungen beabsichtigt der Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. e.ne Betriebsan t c i h e v 0 n-r u n d 5 0 M i l l i 0 n c n aufzunehmen. Tie neue Anleihe soll den Charakter einer produktiven Betriebs- anleihe erhalten, durch die die steuerliche Belastung nicht erhöht wird. , . Frankfurt a. M., 8. März. Der numw-hr mit dem Charakter als General ber Infanterie in ben R11 heft a n d tretende Generalleutnant Frhr. v. Gay 1 hat seit April 190o an ber Spitze Cer 21. Division in Frankfurt a. M. geftanben. teilte für das Schneidcrgciverbe wichtige Entscheidung des Schiedsgerichts für Arbeiter-Berficherung in der Provinz Oberheffen. Der von ber Firma Sch. u. Co. zu G. in eigener Wohnung leschäftigte Schneider E. hatte unter Vorlage feiner Quittungs- larte 9cr. 7 Antrag aus Gewährung ber JnvalUton-Rente ge- ftcllt. Tie Landes-Versicherungs-Lliistalt Groß!). Hesien lehnte den Änfpruck) ab, weshalb E. bei dem Schiedsgerichte Berufung eui- legte. Tiefes üenoarf die Berufung nach Anstellung weiterer Erhebungen mit folgender Begründung: „Was zunächst den Begriff „Hausgewerbetreibeiide inr allgemeinen anlongt, fo ist hervorzuheben, daß diese euie Mittelstellung zwischen den Lohnarbeitern unb ben selb staubigen Ge- tüerbetreibenben im eigentlichen Sinne einnehmen. Tie Haupt- nerkmale der Hausgewerbetteibenden sind: 1. datz sie in eigenen Betriebsstätten, 2. daß sie im Auftrag und für Rechnung anderer Gewerbetreibender mit ber .Herstellung ober Bearbeitung gewerblicher Erzeugnisse bef chäftig t w erben. Tie Hausgewerbetreibenben haben bic wirtschaftliche Abhängigkeit mit ben Lohnarbeitern, bie persönliche Selbständigkeit mit den Gewerbetreibenden gemein. Tie wirtschaftliche Abhängigkeit zeigt sich darin, daß sie von einem anderen Gewerbetreibenden „beschäftigt werden ', tzah sie auf Rechnung eines Tritten arbeiten, daß ihnen bic Möglichkeit eigener Verwertung ihrer Erzeugnisse und damit bie Erzielung eines Unternehmergewinnes regeimätzig genommen ist, ihnen vielmehr nur eine nach dem Stück bemessene Vergütung, sog. Stücklohn, gezahlt wirb, bie sich wirtschaftlich wesentlich als Arbeitsentgelt barftellt. Tie persönliche Selbständigkeit ist darin zu finden, baß ber Beschäftigte in ber Werkftätte alleiniger Herr ist, er be- fiinrtnt Anfang unb Ende, Umfang unb Reihenfolge ber Arbeit, unb daß er einer Leitung, Disziplin ober Beaufsichtigung nicht unterworfen ist. Ter Hausgewerbetreibenbe kann sonach Hilfskräfte zuziehen, er kann Aufträge von verschiebenen Seiten ent» eegennehmen usw. Keine ber Geschäfts Parteien ist gehalten, das Verhältnis nach Erledigung ber Aufträge fortzusetzen ober wieder aufzunehmen; es besteht in ber Reget auch kein fester Vertrag unb keine Künbigungsfrist. Tiefe Merkmale treffen im vorliegenden, zur Entscheibung Gießen, den 9. März 1908. 1563 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem unS so schwer betroffenen Verluste meiner lieben Frau, unserer lieben Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Louise GZuther geh. Aum sowie für die hilfreiche Pflege der Schul- und Krankenschwestern vnd für die vielen Blumenspeuden sagen innigsten Dank. 3» Namen der trauernden Hinterbliebenen: Franz Günther, Schaffner. Holzversieigerung Es werden versteigert: Freitag, dcu 13. März, vormittags von 9 Uhr ab aus den Distrikten Afpenstrauch, Neuerwald uud Nieder-Scilbach der DomanialsorsNvartei Seitbach. Stämme: 2 Buche 2. Äl. — 2,70 Fstm., 1 Lärche 5. Kl. = 0,15 Fstrm, 2 Fichte 5. Kl. = 0,21 Fsttn. Derbstangen: 39 Stück Eiche 1. 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