Nr. 212 Erstes Blatt 158. Jahrgang Mittwoch V. September 1908 Der Siebener Anzeige, _ F.inrt81)rHji! Sr»feS 1A a 4 a A- -A U 6lt6entt$amtlknblQtter; Ä T» 1W MW Iw 1W ■■ -Ibl-ole- ... -'tcRen Rn>eimalrodchentl.Krtts. 6£ *» X>* K d »V Sfl W U X W B 1,7 S W |S1V nwnallich Kb Pf.: durch blatt für öen Kreis diesen »Ä gl Kj KTA ?3 fr Sä 30 H «*A äLr 91 ® tj M diePost Ml-L-oierrel- (^tenötagunbQicuag); ÄÄ !;V>7 K? ■ < 2-3 . •* '<4 Pl M* ffX M ßl El B 1A Hf H ® ® fj jährl. a^chl. BcsteNg. MS General-Anzeiger für Oberhesfen MZM Lauabme von Anzeigen V i I ! f u. Cantr unb „öendita- im wimuSgT'iou»” MaNonrbruck UN» Verlag »er vrühl'lchen Unlv..V«ch. VN» Sleintntlerel. R. lange. Reöafflon, Expedition UN« Druicrd: Schuistratze r. 6n«igmi.Ti:6VaVe” Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Revisionisten und Sudgetbervilllger. Der S.rcii int foArlocuiolratischen Lager dauert noch immer fort, ja das Berliner Zentralorgan der Sozialdernokrattc, der Vornüirls, erhebt wieder neue gewichtige Anklagen gegen die süddeutschen Genossen, von denen sich, rvenigstens in Bayern und Baden, über 95 Prozent aller oen sozialdemokratischen Parteiorganisation angeschlossenen Genossen gegen die Berliner Parteileitung und für die Budpetbewilligung ausgesprochen haben. Der Vorivürts meint jetzt, daß oic süddeutschen Genossen mit dorn Revisionismus im Bunde seien; ja die ganze Zrage der Budgetbewilligung sei im Grunde nichts anderes als ein erneuter energischer Vorstoß deS Revisionismus überhaupt. Ob der Vorwärts twv seiner räumlicheit Nähe die Zusammenhänge da ganz richtig sicht, rvird man. immerhin bezweifeln dürfen. Im bürget lieben Lager war man bislang wenigstens geneigt, sich einer anderen Terminologie zu bedienen. Unter Revisionismus begriff man eine kleine dünne Oberschicht in der Sozialdemokratie, aus die sich wohl auch die schic,-kokette Bezeichnung „die Intellektuellen" anwcnden ließe. In der Hauptsache Akademiker und andere Wurzellose auS bürgerlichem Stamm, die bet ihrem Ueber- teitt in die sozialdemokratischen Gefilde nicht zugleich auch alle Unbefangenheit des Denkens abgeschworen hatten. Tie für den Klassenhaß nicht die rechte Stimmung ausbrachten, die die chili- astischcn Hoffnungen der Massen leise belächelten: bei denen in zahlreicl)en Fällen der Sozialismus nur den aesthetischen und politisä>en Sport wvhlsituicrter Außenseiter darstellte. Die süddeutsche Vudgetbewilltgung aber ist auf anderen Acckcrn erwachsen. Sic ist, tvie Kmtlsky das in diesem Stück unzweifelhaft zutreffeltd ausgefübrt hat, das Erzeugnis eines anderen politischen Klimas. Sie ist darum aber auch fester im Boden verankert als der Revisionismus der Mrddeutsclw'n. Der hat nie über irgenb welches Hinterland verfügt. Die,üddeutfcl)e Budgetbewilligung aber stützt sich allem Anschein nach auf die Empfindungen der großen Masse bet Bevölkerung. Daß die norböeutfdjcn Revisionisten sich des Vorstoßes aus dem Süden freuen, i,c ireilid) richtig. Daß sie mit ihm sympathisieren, nur allzu begreiflich. Sie haben so lange die stummen Hunde markiert, daß man es menschlid) wühl verstehen kann, wenn sie nun Morgenluft wittern und froh die Bundesgenossenschast, die ihre Hoffnungen schtvellt, begrüßen. Aber daß sie die Süddeutschen zu ihrem Vorgehen animiert haben könnten, daß sie bei all bent die eigentlich treibenben Strafte wären, dünkt uns nicht eben ivahrscheinlich: so hoch haben diese Preußen nie geschossen. Allerdings: wenn die Berliner Ochlokraten unter Revisionismus alles verstehen wollet,, was der dumpfen MatLgläubigkeit widerstrebt, möchten sie recht haben. In diesem Sinne gehören zum Teil auch die gewerksd-aftltd-en Kreise zu ihm; ist alles zum Revisionismus zu zählen, was an dem terroristischen Regiment bet Berliner Zentrale Kritik übt. Und was schon durchweinen einfachen Bestand beweist, daß selbst die sozialdenwl'ratischen Bäume nicht in den Himmel wachsen könnten; daß auch die Sozialdemo- taatic in den Stuß der Zeiten gestellt ist. Vielleicht wird sich in Nürnberg übersehen lassen, wie groß diese Kreise sind. Daß sie groß und vor allem auch innerlid) stark genug wurden, um eine Spaltung der Sozialdemokratie herbei- zuführen, wird uns schwer zu glauben. Zwar auf dem sozial- benwkratisd).'n Parteitag der Provinz Sdstes.vig-Holstein soll der Gewcrkid-aj.ssührer Legten die Spaltung der Partei für wahr- scheinlid) crtlärt haben. Aber große Organisationen wie die Sozial- demokvattc pflegen ein starkes Beharrungsvermögen zu besitzen. Zudem ist, worauf im „B. T." ganz richtig au « merksam gemacht wird, aud) im Parteileben der von Joannes Bodinus so benannte „Nero aller Dinge" nicht zu entbehren, lieber den aber verfügt in der Sozialdemokratie allein die Berliner Zentrale, und burd) ein sehr sinnreiches System hat sie immer größere Scharen als Agitatoren und Partciangcstellte mit ihrer ganzen Existenz von sid) in Abhängigkeit gebracht. Sie alle werden mit dem Schwergewicht ihrer materiellen Interessen schon dahin wirken, baß die Antwort auf das Tivvryon? diesmal noch vertagt wird. Mit einer nahe bevorsdehcnden Spaltung jn der Sozialdcmokratte zu red,neu, ist Torheit. In der Fraktion Barth wäre ja allerdings für allerhand Revisionisten und Bndgetbewilliger Platz genug, aber auf eine solche Verstärkung wird wohl nicht einmal Dr. Larth selbst zu Ijoffen wagen. Deutsches Ueich. Zusammenschluß deutscher und f r a n z ö s. Veteranen vereine. Neun französische Veterancn- vereine Deutsch-Lothringens haben gestern beschlossen, in eine Verstätldigung mit dem deutschen Bcterancnvercin ein- zutreten bchuss eines event. Zusammenschlusses beider Na- lionen. Man erblickt hierin allgemein eine Einwirkung des letzten Metzer Kaiserbesuchs. Zum Kaiserbesuch in Ostpreußen wird deut „Tag" gemeldet, daß der Kaiser die Absicht habe, gelegentlich seines diesjährigen Hcrbstaufenthalts in Rominten aud) das Jagdschloß Pail (Kreis "Niederung) zu besuchen, um in der dortigen Umgegend auf Elche zu pirschen. Ter deutsche Reichstagsabgeordnete Erzberger beantwortet in einer Zuschrift an beit „Matin" die in der Sonntagsnummer dieses Blattes von dem ftanz. deputierte« Gervais an Deutschland gerichteten Fragen. Lrzberger schreibt, man ist in Deutschland überzeugt, daß sZ-rankreich in Marokko auch die Interessen Europas vertrete. Deutschland, so versichert Erzberger, erkennt auch die zweite Hälfte der Algecirasakte an. ^cutfchland verlangt aud) keineswegs von Frankreich, daß es, um eine Latente mit Deutschland abzuschließen, seine bisherige franko - englische Entente einer Abänderung unterziehe, schließlich versichert Erzberger, in ganz Deutschland bestehe der Wunsch nach freundschaftlichen Beziehungen mit^Frank- reid), und alle gebildeten und kultivierten Geister in-Deutschland seien von Herzen für eine freundschaftliche Annäherung an Frankreich. . Künstliche Fütterung der Bienen Mit Zuckerlösung ist Ra hru n g s m itte lfalschung. Der Imker-Verein zu Freiburg i. B. lveist auf em Urteil des Landgerichts Straubing vom 19. Ott. 190c uiw ein llrteil des Reichsgerichts vom 30. März 1908 hin, aufGrunc Lessen ein Händler wegen Betrugs bestraft worden ist, weil er die durch Fütterung der Bienen mit Zuckerlösung er* zeugte Masse als natürlichen Honig in den Handel gebracht hatte. Alldeutscher verbandrtag. S.u. H. Berlin, 6. Sept. Ter heutige »tueite Tag der Hauptversammlung des Alldeutschen Verbandes wurde mit einer Huldigungsseicr am Bismarck-Ten kmal vor dem Reichstage eingelcitct. Tie Hauptversammlung, die im Bant'ettsaal des „Rhcingvld" lattfanb, war außerordentlich -ahlreich von Herren und Damen besucht. 'JJlajor a. D. Freiherr v. Stössel (Potsdam) hielt einen Vortrag über das Tljcma: „Gesetzgeberische Maßnahmen für die notleidenden Invaliden, speziell diejenigen vom Dentsch-Südwest-Afrika Kriege". Der Berichterstatter legte zum Schlüsse feiner mit lebhaftem Beifall aufgenmnmenen Ausführungen dem Verbands tage folgende Entschließung vor: „Ter Verbandstag des Alldeutschen Verbandes ljat auf Grund eines umfassenden, durchweg behördlich beglaubigten Materials an Unterstutzungsgcsuchcn die lieberyugung gewonnen, daß die Pensionsvcrhältnisse der Invaliden aus dem Südwest-Afrika- Kriege in vielen Fällen weder den Zeit- und Teuerungsverhältnissen entsprechen, noch der Ehrenpflicht genügen, welche das Reich gegen eine tapferen Söhne und freiwilligen Zvämpfer zu erfüllen hat. Ter Verband ist der Meinung: 1. daß die Pensionen an und für sich zu niedrig bemeffen sind, 2. daß die Pensionen nicht nur auf Grund des Dienstgrades und des Grades der Erwerbsunfähigkeit bemeffen werden sollten, sondern daß man unbedingt auch die Be- russvorbildung, die praktische Erwerbs- und Entwicklungsfähigkeit des Beziehers in gesunden Tagen eingehend berüdfidjtigt, 3. daß endlich in besonderen Füllen die Möglichkeit geboten fein mufj, höhere fortlaufende oder einmalige Unterstützungen sowie Gelder für die ost so notwendigen Badekuren zu gewähren. Für die fdpmerigen und besonders vertraulichen timt)(Reibungen zu Punkt 2 und 3 wäre die Einrichtung einer Zenkralstelle für das Reich mit besonderer Vollmacht und mit Unabhängigkeit von den sonst als 9iorm dienenden rein schematischen Bestimmungen des Jnvalidengesetzes erwünscht." Die Entschließung wurde einstimmig angenommen. Der Vorsitzende btechtsanwalt Elaß (Mainz) beantrag le hierzu, den bisherigen vom Hauptausschuß erlassenen Auftuf zugunsten der Invaliden aus dem Südwest-Asrika-K'riege als von dem gesamten Vorstande ausgehend, erneut zu veröffentlichen. — Der Verbandstag stimmte aud) diesem Antrag ohne Diskussion zu. Hierauf sprack) Regierungsrat Dr. Regenborn (Düsseldorf- über „Die Mtwendigkeit staatsbürgerlicher Erziehung". — 3mn Schlüße seiner wiederholt von Beifall unterbrochenen Ausführungen legt der Redner dem Berbandstage folgende Entschließung vor: „Mangel an politischem Sinn und politischem Verständnis, ein Erbteil dcS Deutschen aus der Zerfahrenheit und SchlvLche in vergangenen Jahrhunderten sind wesentlich eine Folge unzureichender rolittscher Bildung. Bewnders auch in den oberen Klassen. Es ist ein Widerspruch, daß im deutschen Reiche jeder vom 25. Lebensjahre ab zur Mitwirkung an der Gestaltung unserer Geschicke berufen ist, daß aber von staatswegen nicht genug geschieht, den Deutschen zur Ausübung dieses höchsten staatsbürgerlichen Reckstes reif zu machen und ihn früh darauf hinzuweisen, daß Rechten Pflichten gegenüb erstehen, ohne deren Erfüllung das allgemeine Wohl Sck>aden leiden muß. Es ist deshalb an der Zeit, daß alle Schuleinrichttmgen des Staates bis hinauf zur lcwchschule einschließlich der Lehrerbildungsanstalien mehr als bisher in den Dienst der Aufgabe treten, die Jugend zu ver- slöndnisvoller Mitarbeit an den Angelegenheiten des Staates zu erziehen. Diese Arbeit kann geleistet werden ohne die Schule dem Partcigetriebe auszuliefern und ohne der Stellungsnahme der Einzelnen zu den politischen Parteien vorzugreifen, wenn sich der Unterricht darauf beschränkt, durch unparteiische Tarstellung von Tatsachen die KennttiiS unserer Staalseinrichtungen zu vermitteln und wenn daduvck) die Neigung zur Beschäftigung mit öffentlichen Angelegenheiten geweckt und die Entwicklung staatsbürgerlichen Gemeiusinns gepflegt wird. Das Verständnis für die dem deutsck>en Volke geftelltai politischen und nationalen Ausgaben mixt» dann von selbst zunehmen." Die Resolution wurde einftinimigi angenommen. Darauf referierte Graf E. v. Reventlow über die Reichs- sinanzrcsorm als nationale Frage. Der Referent legte zum Schlüsse Seiner Ausführungen, die mit großem Beifall ausgenommen wurden, olgende Resolutton vor: „Der Alldeutsche Verband erblickt in er durchgreifenden und sofortigen Regelung der deutschen Reichsfinanzen eine nationale Frage ersten Ranges. Er ist der Ansicht, daß ein Weitergehen des bisherigen Systems, zumal der Borg- wirtschast, bei Unmöglichkeit einer regelmäßigen Schuldentilgung nicht nur wirtschaftlich verderblich ist, sondern schon in kurzer Zeit zu einer schweren nationalen Gefahr werden muß, welche die Sickierheit des Deutschen Reick-es politisch und mililärifd) in Frage stellen wird. Diese Gefahr mir einem Schlage und für immer aus der Welt zu schaffen, ist wolst möglich, sobald das deutsche Volk fick) bewußt wiro, daß cs sid) um feine eigene nationale Sache handelt. Diese Erkenntnis zu verbreiten unb zu vertiefen erachtet der Alldcutsdw Verband als seine Aufgabe. Der Alldcutsd,e Verband erachtet cs als Pflicht der Reichsregierung, daß sie ihr volles Ansel-en und ihre ganze Kraft mit rücksichtsloser Entschlossenheit ein setzt, um ganze Arbeit zustande zu bringen; er glaubt, daß es die Aufgabe der zum Block gehörigen Parteien ist, die Regierung hierbei ohne Rücksicht auf die Parteiprogramme zu unterstützen und damit den Beweis zu erbringen, daß ihnen das Vaterland über der Partei steht." Pastor a. D. Kötzschke weist auf die hohen Lebensmittelzölle in Deutschland hin und empfiehlt die Einführung einer direkten Rcichssteuer. ^.Widerspruch.- Tcr Redner verlangt bann den Uebcrgang zum parlamentarischen System. Wir feien ba£ einzige Volk in Europa, das das parlam.entarifche System noch nicht be- fitzt. iStürmiidjc Unterbrechung.) Als Steöner noch den Fall Schücking erörtern will, wird er zur Sache gerufen. Er schließt: Ich wollte nur andeutcn, wie schwer es gewissen Parteien wird, mit der Regierung -usammenzuarbeiten, wenn sie der Regierung nichts zu sagen haben. (Widerspruch und Zischen.) Der Referent wendet sich gegen den Vorredner und sucht )eine Ausführungen zu widerlegen. Die vorgeschlagene Resolution wird bann angenommen. — Wegen der vorgerückten Zeü nimmt Professor Langhans (Gotha) von seinem Vortrage Abstand und begründet kurz seine Leitsätze zu der Frage der Einwanderung fremder Elemente in das Reich. Die Leitsätze lauten: Angesichts der sittlichen, kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und vor allem völkischen Gefahren der ftammfremben Einwanderung erhebt der Alldeutsche Verband folgende Forderungen an Gesetzgebung und Verwaltung: 1. Allen Maßnahmen zur Besthrächkung unb möglichsten Unschädlichmachung der fremden Einwanderung muß als Endziel die Schließung der Grenze vorschweben. Bis zu ihrer Verwirklichung dürfen 2. die zuwandernden fremden Arbeiter stets nur eine Ergänzung der heimischen Arbeitskräfte darstellen, niemals letztere verdrängen. Allen Unternehmern öft'enllicher Bauten ist daher die Einstellung von in erster Linie deutschen Arbeitern zur Bedingung zu machen. Die Ausdehnung dcs Lcgc- timationdcerfaljrend auf alle im Reick) beschäftigten ausländischen Arbeiter ist dringend erforderlich 3. Der Er)atz der national-- politisch befonders gefährlichen Wanderarbeiter, nnc der polnuchen, durch deutsche (aus Polen, Galizien, Ungarn^ vocr iiattoiialungc- fährliche (Ruthenen, Letten und andere) muß nach wie vor gefördert werden. 4. In den Lstprovinzen ruht die Hossnung auf Beseitigung deS Landarbeitermangcls auf der uinfaugrcitiKit Ansiedelung beuifdwr Kleinbauern unb Landarbeiter auf gründ der Rentengutsgefetzgebuiig. Tas Mcnschenmaterial für biefe Mliin- ficbclungcn und damit für die Sckwffung deutscher Sachfenganger bieten bie Landtagelöhner der Heimat und die beutfdjen 3iüd- toanbercr aus dem flavifchn Osten. Die vorgeschlagene Resolution wurde einstimmig angenommen. Als Ort des ndd;ften Berbandstages wurden Sckwndau, Tüfscl- botf, Köln, Stuttgart und Karlsruhe vorgcfchlagen. Tic Entscheidung wird der Hauptausschuß treffen. — Damit waren die Verhandlungen beendigt, und der Vorfitzende, Reckstsamvalt Elaß, schloß um 6 Uhr den Verbandstag. Sin hessischer Schulmnseum. Eine der erfreulichsten Erscheinungen unserer zu Unrecht Dielfadi als materiell verschrienen Zeit ist die erhöhte Fürsorge, die man der Schule cntgegenbringi. Denn auf feinem Gebiet des öffentlichen Lebens gilt so sehr das Wort, daß Stillstand Rückschritt bedeutet, als auf dem der Schule. Immer höher werden die Anforderungen, die das Leben an den Einzelnen stellt, und damit immer vielseitiger die Aufgaben der Schule, das Heranwachsende Geschlecht mit deut Wissen und Können auszurüsten, um im Kampf ums Dasein mitlommen zu können. Es ist nidjt das geringste Verdunst unseres engeren Heimatlandes, dies rechtzeitig erkannt zu haben und dementsprechend zu handeln. Staat und Selbst- Verwaltungskörper wetteifern miteinander, die Daseinsbedingungen der Schule immer besser zu erfüllen und neben der von jeher erkannten Pedeutung des höheren Schulwesens ist es ersreulidstwweise neuerdings die Volksschule, bencu diese im besten Sinne des Wortes eine Kultnrtat bedeutende Fürsorge gilt. Was für die Volksschule bei uns geleistet wird, ba£ zeigen die stattlichen Schulbauten, die überall im Lande in Städten und' Dörfern entstehen, und die zweckent- spred)ende Ausstattung, die man ihnen gibt. Fast täglich mehren sid) die Hilfsmittel, die die private Initiative für unsere Schule auf den Markt wirst, und nicht leid)t wird es, aus der Fülle all dieser Gegenstände das hcrauszn- finben, was im Einzelsa'! den bestehenden Verhältnissen am besten entspricht und oabei mit der finanziellen Lei- stungssähigkeit der betr. Gemeinde im Einklang steht. Es bedeutet deshalb ein unzweifelhaftes Verdienst der Hessi- schenLehrmittelanstalt (Emil Roth) zu Gießen, eine Einrichtung geschaffen zu haben, die eine bequeme lieberj sicht über das bietet, was auf diesem Gebiet vorhanden ist und allen Beteiligten .Gelegenheit gibt — ohne Kaufzwang —, das für sie passende herauszusuchen. Lor wcnigerr Jahren wurde die Anstalt gegründet unb inzwischen mehr und mehr ausgebaut, so daß sie nunmehr, nach abermaliger wesentlicher Erweiterung, zu einem praktischen Schulmuseum geworden ist, wie es in gleicher Vollständigkeit und Uebersichtlichkeit sonst nirgends zu finden ist. Jn systematischer Anordnung enthält dieses Schulmuseum alles, was der Schule zum Nutzen gereichen kann, und neben den Lehrern und den übrigen Personen, die berufsmäßig mit der Schule zu tun haben, wird auch das übrige Publikum mit Interesse und Nutzen die Sammlung besichtigen. Im nachstehenden sei ein kurzer Ueberblick über den'Inhalt der Sammlungen gegeben, r*r eine Besichtigung des Museums nicht ersetzen, sondern vielmehr zu ihr anregen soll. Zunächst betreten wir ein Schulzi m m c r, das vor allem die verschiedenen Schulbanksysteme, insonderheit die in Hessen am meisten eingeführten, enthält. Alle Einrichtungsgegenstände, wie Katheder, Schulschrank, Schultafeln us'w. sind auf Grund des hessischen Schulgesetzes ausgewählt, um zu veranschaulichen, was mindestens in einem Schulzimmer vorhanden sein muß. Hieran reihen sid) verschiedene .Schultafeln, Kartenständer, Ausbewahrungsgestelle und sonstige Schulgeräte zur Auswahl der für jede Schule am geeignetsten erscheinenden Gegenstände. Zur Ausschmückung der Schulzimmer oder der Flure größerer Schulen wird dann'eine große Auswahl von billigeren Kunstblättern geboten. Ein vollständiges Lager der bekanntesten Künstlersteinzeichnungen wird jedem Interessenten guter Steinkunst gerecht. Die Bilder werden in einem großen eigens konstruierten Bilderschrank auf« bewahrt. Der Schrank ist in einem besonderen Zimmer untergebracht und ist 5 Meter lang und 3i/g Meter hoch. Aus drehbaren Rahmen von 2 Xfleter Länge und 3 Meter Höhe werden dann die Bilder vorgeführt. Vor dem Schrank sind Tisck) und Stühle gestellt, so daß der Beschauer in aller Muße die Bilder betrachten kann. Eine große Reihe von Rahmenmustern bietet die Gewähr, daß für jedes Bild ein geeigneter Rahmen gefunden wird. Jn dem Zimmer liegen stets die neuesten Nummern der wichtigsten pädagogischen Zeitungen und Zeitschriften Deutschlands aus. Es ist Gelegenbeit geboten, sich mit der Lektüre dieser Zeitungen beliebig lang und gänzlich ungeniert zu unterhalten. Für den ersten Anschauungs- und Sprachunterricht sind alle dafür gebräuchlichen Bilderwerke vorhanden. Eine große Reihe von Bildern, teils biblische Ereignisse, teils aber aud) Landschaften aus Palästina darstellend, sind als Hilfsmittel für eine anziehende Gestaltung des Religionsunterrichts vorhanden. Fast alle Karten und Pläne ermöglichen die Erwerbung einer umfassenden Kenntnis der geographischen Verhältnisse der biblischen Länder. Für den Rechen- und Leseunterricht finden wir eine Zusammenstellung der wichtigsten Hilfsafiparate 9 II and«! Beicbsauleiho 3X do. 99» Iterliucr schieden schoben der Muft herum. sie nur kann, in eiten sind entschied« ienfuren ui der früher, und >•< . 239BO . 63.90 147LO 22,7' C. 6.6' U. 23 Id uw Cauada E. B. . . DanniUdter Bank . Deutsche Bank . . Durtinouder-L nion C. Dresdner Bank . . Tendenz: geteilt. September. Aufangakurw. liarpener Bergwerk. . . Lau r ah title ..... Lombarden E. B. . . . Nordd. Llojd..... 1 arkealoee 186.6) \Wa) 81*80 2W.40 113-3) MW 214 7) V3.7U 1U4UC 108 M 12M.K 33V W 135» 17V?, Elektrix. Labmeyer . . . hlektiix. »ehuckert . . . Escb weiter Bergwerk . . Uelaeukircbeu Bergwerk . Hamburg-Amerik. Pakelt Harpener Bergwerk. . • LaurahütU >urdd. Lloyd UDcuchlcs. Eiaen-IuduHrle Berliner ilaudelige«. . . Darnutkdter Baus . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diakouto-KommaDdiL . . Dresdner Bank .. . . Kreditaktieu Baltimore- und Ühio- t.iscLlabn..... Gottbardbabu Lombard. Eisenbahn . . Ueaterr. StaaUbahn . . . i'nnco-tienn-Eisenbahn . MVrae, 9. . . 171.60 wünschen' daß der mit der Anlage des Museums verfolgte jfre-rf von recht vielen Lehrern zu Rutz und frommen ihrer Schüler und der Schule :or benutzt wird. Höingen Rohmaterialien werden UN 9cc:> scheu Verfahren zu einer vollkommen stutzt verdaulichen und ivohlschmeckendea Emulsion verarbeitet, so Daß jeder einzelne Bestandstü dieses prächtigen RährmMels vollslänDi,? □’ • ' genügt wird und so jtotper und Gehirn kräftigt. Brecht WO H*r CUrf—bew'Tf«*« - he Ader nicht nur für Lehrer, Schulvorstande ufiv. soll tic Lehrmittelanstall dienen. In ihr kann dank des tiiil- gegenkonlinens des Bescheid praknsaier Anschauungsuntcr- richt getrieben iverden ein Schulausflug nach Glesien in das „hessische Lchulniuseuni" wird das zu x-ouh un linier* richt Vorgenommene wirtungsvvll ergangen und Lehrern wie Schülern gleiche ^reuM Breiten, titr können nur l>an0cL •* Honfurfe in V ei ich. lieber bad Vermöge» bei Landwirtes Horenz Bergma n n »n Loge »Heini winde a», 18. jiu-i. das Kontnrtoeriabieii eröffne:, da em Wldubiger wczen Ucbcljchnldung des weniemjchuldnei» Die MoiiLaocrofimmg beamtet hat und ferne Forderung und Die llevertchnlDung bet' Qkinci • djulDnetfl glaubhait gemacht, auch der Q)cnieuii4ulcncr cmi llcdcrfchiildiiut feibft zugegeben hak. Rechtspraktlkaiit Lahr ui Wöllstein wurde 511111 RoiifurevcrioaUer ernaimt. Bonfuri» joidcru-.igen sind bifl zum 10. cept. bei Dem Amtsgericht tddUfieui anzinnelden. — Hebet Den Nachlaß des veinrid) Walter pi VI1 e D e r - 5 e e m e 11 und über Den Nachlaß »einer oeinorbaun Ehefrau, Katharina geb. Mroih, wurde ■>. . . kursverfahre» eröffnet. Bürgenneister Andrea« vemtid) Peppe! u Muiel-Seeme» wurde 511111 llontiirsperwaliec ernamiL Men- ursforDerungen sind bis 511111 20. eepi. bei Dem Amtsgericht Lricnberg anznrnelden. — lieber Da» lernwgen Dee L'anDroiru Äct. L' a n g i n 11., von Johann Bapiiit L m xJoLl'ietn wurde am4. Sept, das NantiirSveriahren cröfsnek, da der iPememfcbulOr.fr wegen UeberfchulDuiig unD Zahlnngseinstellimg beantragt hat. RemlSpratlitaiil Stets an in Wöllneiu wniDe 511m NankuiS* verivallcc ernannt. KaiiliirStoidcmiigeii sind bis 511111 25. Set; bei Dein Amtsgericht Wöllstein oimnnelDcn. Univerjitäts-Nachrichten. — Tem Sekretär des Sozialen Museums zn I r a n k s n r t a. M. Tr. Ernst E a h n ist Die venia legendi für BerioaltiingSrecht und 3tnai6red)t emlchlieglich Politik an Der Dortigen Akademie für = 05101- und panDelSwiiieiifchaiten erteilt worden. 61.20 62.65 92.40 94.UU 147.00 bö.70 66.20 96.10 206.70 214.70 24.19 93.40 147.K 92.10 63.95 92.10 63.90 91.00 90.00 96.90 99.40 93.70 Mcrcorologljchc rvevUuchrungcn der Station Gießen. 8. Septbt. 8. Telefonische Kursberichte des Giesseuer Anseiger», mitgeteik von der Bank für und Industrie, Gleum. l’rnn klarier Börse, 9. September, 1.15 Ihr. 11 nb Beranschaülichüngsmittes. Sei der großen Anzahl Der- 1 schiedener Rechen- und Lesemaschincn, die auf den Markt gebracht werden, ist eine .Zusammenstellung der wichtigsten und zurzeit als die besten geltenden Maschinen von größter • Wichtigkeit, um den Lehrer vor Enttäuschung ,u bewahren. Tie Maschinen werden in der eigenen 5(bretncTci der lytrma hergestellt. Eine sehr umfangreiche Abteilung für Geographie undGeschichtc enthält vor allem eine Fülle von «arten material aller Länder. An diese reihen sich zahlreiche Landschaftsbilder aus allen ivfregenben. Erdkundliche Pro- duktensammlungcn veranschaulichen in schöner und übersichtlicher Weise die Erzeugnisse der verschiedenen Länder. Turch einige Rassen- und ThvenbUder ist auch der Völkerkunde Rechnung getragen. Eine große Auswahl Erd- und Himmelsgloben reiht sich daran. Turch Landkarten und Wandbilder wird in reicher Menge auch die Abteilung: beschuhte würdig vertreten. Skelette und Modelle machen den Defchauer mit dem Körperbau und den Organen des Menschen bekannt, idenso auch große Wandbilder, die teils zerlegbar sind. Ter Tierkunde ist ebenfalls besondere Sorgfalt zugewandt worden. Ein tunstlich hergestellter See und eine Alpenlandschaft sind nut vielen gestopften Vögeln und Saugetieren beseht, ein Arrangement, das sachkundig und geschmackvoll zusammengestellt ist und sehr natürlich wirkt. Spirituspräparate zeigen Tiere aus den Gruppen der Insekten, Reptilien und Amphibien. Jifdje sind in berschte- denen Arten ausgestopst vorhanden und audi Skelette von Säugetieren sind zu sehen. Umfangreiches Bildermaterlai ersetzt dte Präparate dort, iuo sie infolge des Kostenpunktes nicht angeschafft werden lönnen oder wo überhaupt Präparate sehr schwer zu haben sind. Tie Präparate werden von eigens gewonnenen Präparatoren lebensgetreu gefertigt, Die Bilder sind in solcher Fülle vorhanden, daß den weitgehendsten Ansorderungen Rechnung getragen wird. Ter Pflanzenkunde dienen PaplermachL-Modelle ton den Bin UN einzelner Pflanzen. Sic machen uns mit dem kleinsten Bestandteil der Pflanzen vertraut. Andere Modelle aus Papierstoff zeigen uns namentlich die bc- tanntesten Kulturpflanzen, Dte sich im Lriginal nicht so leicht beschaffen lassen. Ta man aber int Unterricht meist der Pflanze selbst Den Borzug gibt, so sind in gut zusammen- gestellten Herbarien auch Diese Ansprüche berücksichtigt ivoröcn. AnschauungsbilDer, Die teils die Pflanze selbst, teils ihre Anatontle vorführen, sind auch in dieser Abteilung in großer Menge zur Schau gestellt. In einjachen, aber auch iveitgel-enderen Ansprüchen gerecht werdenden Sammlungen sind Die wichtigsten Mineralien unD Gesteinsarten zusammengestellt 3n weiteren Sammlungen werden Die Enlsiehungsiolgen Schleuderballe njro. Dienen schließlich dem Turnunterricht. Tie Ausstellung soll den Eharakter eines hessischen SchulniufeiiMS tragen. Aus diesem Grunde sollen Sammlungen, Modelle fowie Wandbilder vor allem hessischen VerhäUnissen angepaßt werden Ader auch nichtdessische Fachleute werden in Dem Museum reiche Anregung erhalten. Speziellen Wünschen der hessischen Schule wird Dadurch mit Erfolg entgcgengelommen. Daß nach Möglichkeit eigene Arbeiten Der Lehrmittelanstalt ausgestellt iverDen. Ein padagogisclies Sortiment ist Dem Museum an- gcglieDcrt. Es ist liier Gelegenheit geboten, sich 11 bet neuere paDagogische Literatur zu unterrichten. Eine Anskuiiftsstelle, Die sich allen Interessenten des f,esaniten Lehr -und LernmiUelgebieteS spesenfrei zur Ver- üguitg stellt, ist gleichzeitig errichtet worden. der den Gefangenen besuchen Durfte, berichtet, daß sein ük'iänqniS mit dem ramnierteften Luru- eingerichtet ifr. Tdaw schläft in einem breiten kostbaren Bene und betre.it ich ungehindert in feiner Zellenflucht in der bequeme breite Armsessel stehen. Ein Zimmer i»t als Salon eingerichtri. in einem anderen befinden sich ein großer Schreibtisch uns eine reichhaltige Bibliothek, Deren Benupung Thaw die Zeit pcrlür-t. Er hat sich daran gewöhnt, seine ^orresvor.d^iz unD seine schriftlichen Arbeiten selbst mit der Schreibmaschm- zu schreiben. Ti: Mahlzcuen für Thaw werden au» den vornehmsten New rter Restaurants b.'ogcn und das Menü laßt weder an Neichhaltigk it noch Erieienheit der kulina- rischen Genüsse etwa., zu wünschen übrig. Allwöchentlich .: Thaw Die Erlauoni.- ... einer lungeren u:g, mobiksahrt, angeblich für die nötige.-. Vernehmunge» wegen seines Gesuches um ÖanfcrottA'nlarung. Fnzwiscve» ino Die Mitgefangenen Zeugen ter Vergünnigungen, Die Thaw |id) Durch seine Toliar-s vcrschas t, uns ihre < 1 ;pi»rur.g teilt auch Die Leffentlichkeit, Die immer energischer Einspruch dagegen erhebt. Daß der reiche Mann mit seinem Scheckbuch Die Härte Des Gesetzes breche. • Au» der u geud . Ueberföd)in. llöchm: Zch rti :t diesen conmicr nach Rorwtgeu und Seni '.'widlop. Meine Herr- chali konnte naiürlny nur bie säarsijche Sch'veiz,besuchen. • R e » es Wort. „Tie zukünftige Epidemie der Mensacheu wird heipen: Ben;müue»;a." . Tresden, Biießnitzersir. 16II, 6. Tez^ 1907. ,Tleu« Oiahrige Tochter Olla wollte trotz aller 2'lube^ mchk porangehen. Schließlich machte ich noch einen Versuch mit ccoc* Emulnon. Ta das Kind Die Emulsion fo'ort mit Vorliebe em- nahm, setzte ich den Gebrauch längere Zeit hindurch fort, und ich kann heute feststellen, Daß wir der Corge um e* emyobe« kmb. Appetit und Körpergewicht haben erheblich zugenommen. Sie, H früher immer in der Stube sitz«» wollte, tummelt sich letzt, reff ’ OcricbtsfaaL •• Schöffengericht ließen Gestern ncrmittai fand vor Dem hiesigen Schssstm,.-ria): die Berhan^luni einer Belcidi- gungsklagc Des RechtsannaltS Kaufmann gezen Dem Lixr- lehret Tr Werner unö umgekehrt für, Di: ihren Uriprung m Den letzten ReiktLtag-wahik.m-.p'en ha: JU6) Dia cm saht- tampr m Zanuar D. Z fand hio. in ^tcinS ^aaiban eine von Der Dcutfd^Jiialert Kartei einberu'.ne o'icnLichc Veaamm- lunz statt, m Der Relustagsabg 2a ttmann sprach. Zn Der TiSkuüion, Die sich vielfach mu ontichen Vorkommnisien bei Der letzten RciästagSivaht vaahte unD tcunnne s.tzr iturmiid) trat, azte u. a Red,tsan:ra!t xauimann in Ern'.terung aut Angrine gegen Die nationallibcralc Zart.", negen ihrcS Verhaltens ^ti Slul nahlen gegenüber Den okrat.n, l oe riebt er xr. Werner habe rot Der letzten Wahl geäußert, bet einer Stichwahl -wi,d»en Jidtionalliberaien uno S^jialdemokratcii wurden Die Teutsch-Sojialen Die Par.üe ausgeben, für Den So;ialdemskrat:n jU stimmen. Lberlehrer 2c. Scrncr, Der hierüber in be.jrcillid;: Erregung geriet, bestritt Die« und legt: Den Lachv.-rholr ,0 Dar, als ob er gesagt Hape, saus feine Parte, durch Die L'cdauptung Der Jünionallibtralen, sic lünt-e un Zentrum, oio, aus Der Stichwahl gebrangt werde, werve osi» Den 'ieulfdiojialen wshl Wahl- enthaltung rrehamiert roerDen. Zm Anschluß Daran erklärte er weiter, wer ou andere LeSart weiter perbreu:, sei cm gemeiner Lügner. Ticien Ausdruck Le»03 Rcä).saiiwalt ilaurmann auf sich uno erhob De-s.>alb gegen Tr Werner Beleidigungsklage, ^.'etzicrer erhob Widerklage wegen der Aeuhcrung Des RechSanwalts Hau?« mann, er W.> l#abe gejagt, un Falle einer Stichwahl zwischen Rationalliberalcn uno ^ozialoemotraten nuroin cic Teutjchw-ialen für Den ^szialDemokraicn lummen. — Tie heutige Bewel-ausnahmc vermochte kein klares Vüo Der Vorgänge ju gcoen. TcS Gericht kLM aber zu Der Uebcrzeugung, Daß ou: Aeußerung DcS Locrlehrers Tr. Werner sich nicht am Rechtsanwalt Kaufmann bezogen habe und kam deshalb zur Freisprechung Tr. Werners. Auch Rechtsanwalt Kaufmann wurde aut Grund Des 5 193 — Wahrung berechtigter Znteressen — s r e 1 g e s P r 0 ch e n. T,e Höften des Verehrens wurden beiden Prozctzgcgnern zu gleichen Teilen auferlegt unD Die ihnen erwachsenen persönlichen Auslagen gegenseitig auigcrechint. Auch ihre geistigen Fähiak- fgehoben worben. Denn il-ie Ze« mb letzt bebcuieiiD bester gegen früher, unö »« L'ebreun jagt, daß bat Rtnb letzt deutliche Fort- schritte mache.' (ge-.- Gustav Krar’t- Tie in Ecotltz Emulsion enthaltenen er^t- Bocbum Gum 228.20 Buderus E. W 115.00 Tendenz: schwacher. " Radfahren. Bei Dem am 6. oeplembet abgehalteneu herein trenn en Des RaDklnb Germania-Glesien wurdeil iolgeude Resultate erzielt. I. Klubmeistersahren 1600 m: 1. Preis A. Bircher, 2. Preis W. Tiedrich, 3. Preis E. L'auer. II. WauDerpreisiahren 20 km: 1. Preis A. llircher 34M 'J)hn., 2. Preis W. Tiednch 34" Mm., 3. Preis E. Lauer 36w 'Dlm., 4. Preis (i. Muhl 37" Min. AußerDein erhielten iolgenDe Herren je einen Ehrenbecher, Die Die Strecke als Junior in öO DJiin., als Senior in 60 Mm. zurücklegte». Junioren: P. Taub, H. Wagner, H. 'Marx. Senioren: A, Ho», IS. iloiuer, Ehr. PsnngD, Z. jtiefl- leben. HI. Tiostsahren 1600 m: 1. Preis A. Höß, 2. Pre,S P. Taub, 3. Preis H. Wagner. Höchste Temperatur am RieDrigste , ,7. 3>3 •/, Konsols . , . , 3% do 3>4e/, Hessen 3Xe/e Uberhesseu . . . 4-4 uesterr Guldrente. . 4‘/e?e Ueaterr. Mlbeneule 4 s Lugar. Uoldrente . . 4S Italien. Heute . . . 3S Portugiesen tierie I . 3S Portugiesen „ 111 4S*/, rass.Staatsaul. 1909 4}f/, Japan Staatsanleihe 4S Cour.Türken von 1903 lürkenluee 4s Griech. Monopol-Aul.. 4% äussere Argentinier . 3’/, Mexikaner . . . 4S"/e Lhiucstu . . . . Aktien: --- . „Die ßciftitfcn Fähigkeiten wurden ent« vermischter. • Ein folgenschwerer Abstnrz wird vom sagen- umwobenen Lichtenstein in Württemberg, den Hanfs zum Gegenstand seines berühmten Romans gemacht J)at, berichtet. Eine Gesellschaft von Ansslüglern ans Stuttgart hatte von Honau den Weg zur Echapquelle und von dort zum Lichtenstein angetreten. Ilm die Felswände auf guten Fußwegen herumzugehen, schien drei Touristen zu weit, anscheinend auch zu ungefährlich; sie stiegen deshalb von der Quelle dirett die Felswand zum Alten Lichtenstein hin- auf. Mit Mühe schien das Wagnis bereits geglückt, als Mötzlich der eine der drei Touristen, ein etwa 18 Fahre alter Kaufmann einer Stuttgarter Trogerie, ins Wanken geriet und kopfüber abstürzte. Von dem durch die letzten Regentage durchweichten .Geröll hatten sich Steine losge^ löst, die dem Abslürzenden noa) vollends gefährlich wurden, )enn er erlitt dadurch vier, teils tiefgehende Kopfwunden, bis er von zwei Bäumen anfgehalteii ivurde. Tie Bergung des Verunglückten war noch mit einigen Schwierigteilen verbunden; doch sie gelang schließlich. Der Schwer- verletzte wurde nach Honau befördert. — Ter ab getürmte Münchener Student Erbt wurde vo»i einer Rettungsexpedition von einer 150 Meter hohen Wand am Hohengaif tot aufgesunden. Tas Unglück war durch Aus- brechen eines Felsblockes erfolgt, an dem sich Erbt beim Aufstieg festhalten wollte. • GelbschneiDevei am Rhein. Aus Anrnß des 1L Deiilsö cn Turnfestes in F ranksnrt a. M und Der .vulDigungo- feier aus Dem Riederwaio weilte bclanntlid) eine große Anzahl amerikanischer Turner am Rhein. Fast in jeher Statu wurden Die Amerikaner begrübt unD empfangen Run kehrt unD schicken uns ihre „TanNagungskartcn". Ein Heim- gekehrter schreibt in der „Missouri-Staats.Leitung" in e.nem Ar- iikel folgendes: „Wer übrigens glaubt, daß mit Der Zerstörung dieser Burgen und :Haubid.loiier das Rauberiuin vernichtet worden sei. irrt fich gan; gewaltig Tie Raubriiier sind, als es ihnen auf Den Bergeshollen zu yeisi geworden, tn Die Taler hinabgc- stiegen und eiablienen na? an iKiDen Ufern des Rheins als Hotel- bescher. Tori setzteii sie ihr Hanowerk nur in geringerem Maße ,ort, wovon iid> iet>er Reisende, Der Den Rhein besucht, zu seinem Sck/aden überzeugen kanii." he. Varis a 1S Hasen. Wie wir dem .tilobud' en!- nehmen, erwartet man Nir Den Schluß dieses Zahres bie FeNig- fteUung Dei Pariser Ha'en-Erweuciimgeu; Die L'änge Der ftaifl wird Dann 34 Kilometer betragen, wahrend Der m dieser Beziehung bi-hki bcDemeuDite yaseu Frankie>chS, Der von Maiseille, Deren nur 20 Kilometer besitzt. Hinsichtlich Der Tonuenzahl Des Schists- verkehiS ist Pans bereits der größte pofen Der Republik, er ist von Zahr zu Fahr im starken Wachsen begriffen unD erreichte 1906 11,7 'Millionen Tonnen (D. h. mehr als ein Viertel des inneren SchlffSverkehiS Frankreichs), 1907 gar 13 Millionen Tonnen. 870/71 war die Semephifiahrt iehr beschrä i nd in Der Trockenheit überhaupt unterbrochen. Tann begann man Die Seme tu größerem Ilmtange Der Sunnahit Dienstbar machen : es wurden Dämme errichtet und Baggerungen auflge- führt, um überall eine gleichmäßige Fahrrinne zu eruelen. Infolge dessen nahm Die Echifsahri sofort einen schnellei» 2lutfd)roung, unD Pans wurde zum ersten HaudelAhafen Frankreichs. Tie neuen paseii-Erweiteruugen werden, wie man annnmnt, diesen Aufschwung noch steigern. • Ein luxuriöses Gefängnis. Aus Rcwy0r wird uns berichtete Entrüstung über die außerordentlichen Vergünstigungen, Die tzarrv Töaw, der Mörder Racher ferner Haudehrc, rm 'Gefängnis genießt, herrscht hier. Seit drei Monaten besindet fr chlkjaw tm Tucheß Eounty-Ge- sängnis, wo er auf seinen r>»eiftesznstand untersucht wird T-a er als Erstes kranker verurteilt ivurde, so lebt er nicht mit den anderen Ofcfaiigcneii zusammen, und da die Gummi- zelle schon besetzt ist, hat man Thaw cutc Flucht von dreizehn „Zellen" mit dein Korridor eingeräumt, in günstigerer Lage, mit prächtiger Aussicht auf dest Hudson.-. Ein Zournaltst^ eeeitc i>U<2Us. ?A i»i UUshsl itA erssMUf* Oeeljies ■» ö1"“-» Ree Hl- sei VaulibctiUl J< 1 Zrsf«*-* Sept. ibavomeicr auf 0* 'edilziert -tcmpnniui Der Lust X *0. If CL 2 *<& ZH Windrichtung B inbftärfc Wetter 1908 tz. B» 745,7 22,4 12,7 63 8 4 Sonnenschein tz. 9’* 744,6 18,5 12.5 79 8 2 Klarer pimme! 9. 7“ 745,1 13,5 10,9 95 Still ^oniienfchei» r- 2ir un e .niiqo l .'rflit aus! um - .' auf ^'sießt !fjsral ■;..r ffi a*. --- 9* *rA -SU- Irifii «ittw > u nut j 1:W 8N 2: । -.4 3: -.4 4: io* a. £.4 8: ül »: £-8 10; Los 11: Lr» 12: PILti Ranjlti b bt *. 8 ,• » fl/tntJi IMifici 1 todd t z tjntl Von Habe ttd wo] Von b €tüi sirünb T 4.qcmb"'b bis jum 25. 11. Sonnen^ > Klarer üonntnkr. ■ Ein üeckbett mit 7 Psund gut gereinigten Federn gefüllt Mk. 9.— 11.50 14.70 16.50 22.— -c. l/iocon mit 2 Pmnd Federn gefüllt ME. 3 _ 3.60 4.10 6.20 re. Zusendung nach auherhalb franko gegen Nachnahnle. ' 4711 Bebr« Weei Neustadt 10 GIESSEN Neustadt 10 Me Mütter die Schulz’ Kamillen-Seife Lieferungen im Anbietungsverfahren vergeben werben. 1: betr. bie Erb-, Ehatissierungs- n. Pflasterer- f^fag ’ Ml. 1042.— 1744.50 2327.50 874.24 129.60 262.80 Vertreter: uO87 Hermann Burkhardt Gießen, Ebelstrasse 3. 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