General-Anzeiger für Sberhrffen die Festschrif die vom Gießener Unioersitäts-Buchdrul ;) Nach Erkundigung bei einem Mitglieds der Wiesbadener .scheu Kurhaus-Lepitation (jeder öffentlich beamtete Wies- Bildern erwähnen „Der Auszug der Staufenberg", eine ein Bildchen aus stellt auf der einen wir als besonders beachtenswert zwei: Gießener Studenten 1846 nach dem seltene Lithographie von Gastauec, imb Kloster Arnsburg stammend. Legeres Seite, auf Pergament gemalt, die Drei- Dtr „Slehener ZamilienblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Hrdsblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchemltch. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. HauShaltungs-Kochschule. einigen Jahren durch das Vorgehen unserer ins Leben gerufene Haushaltungs - Kochschule Die seit Kreisbehörde sindet überall Redaktion, Expedition und Druckereir Schul- straße 7. Expedition und Verlag: esS 6L Redaktiome^il^Tel.-Adr.'.AnzeigerDießen. ki§i1Iata-Schale, die von dem nahen Pfahlgraben wohl s. Zt. nach hier verschleppt worden war. Auf einer Höhe, süd- westlich des „Neuhofs" bei Leihgestern, wurde Mauerwerk aufgedeckt. Tie Steine waren durch äußerst festen Mörtel verbunden. Da aber keinerlei Kleinfunde vorkamen, so war eine zeitliche Bestimmung dieser unmittelbar beim Pfahlgraben liegenden Anlage nicht angängig. Eine zertrümmerte große Kugelurne, die im März von Lehrer Boßler in Klein-Linden aus einer Sandgrube gerettet wurde, konnte wieder zusammengesetzt werden. DaS Gefäß stammt aus der Steinzeit. Durch diesen Fund konnte eine ununterbrochene Besiedelung dieses Teiles der Lindener Mark bis zur Völkerwanderung nunmehr festgestcllt werden. Die zahlreichen Geschenke, der lebhafte Besuch des Museums an Sonntagen lassen die Wertschätzung erkennen, der sich diese Bildungsanstalt in dec Bürgerschaft und in weiteren Kreisen erfreut. not, daß Mädchen und junge Frauen in der Kochkunst mehr Uebung und Erfahrung bekommen, als dies nach Lage der Umstände seither möglich war. Die jungen Mädchen besuchen nach der Konfirmation die Fabrik und verbleiben meist in dieser Beschäftigung bis zu ihrer Verheiratung. Von einer Beteiligung an der Führung des Haushaltes kann kaum die Rede sein, noch viel weniger von der Erlernung der Kochkunst. Bei den jetzigen Preisverhältnissen darf sich die Familie glücklich preisen, in der eine tüchtige Hausfrau mit wenig Kostenaufwand doch ein nahrhaftes und wohlschmeckendes Essen zubereiten kann. Wo daS nicht der Fall ist, da ist bei allem Fleiß und gutem Verdienst des ManneS doch immer Mangel und Not in der Familie vorhanden. Der Gedanke, den erwachsenen Mädchen auf dem Lande in Führung des Haushaltes praktische Unterweisung zu geben, ist schon vor mehr als 60 Jahren aufgetaucht und von dem Geh. Oberforstrat Zaniner in Nr. 40 der „Landwirtschaft-- lichen Zeitschrift" uom Jahre 1839 ausgesprochen worden. Welchen Anklang die Anregung, „für eine Unterweisung der Bauerntöchter in der zu ihrem künftigen Berufe gehörigen Haushaliungsgeschäften", bei dec Landbevölkerung fand, geht aus einem Bericht hervor, der im Jahre 1844 auf eine diesbezügliche Verfügung Großh. Kreisamtes Gießen von dem damaligen Bürgermeister W. m Kl. abgefaht wurde und uns im Konzept vorliegt. Der Bericht lautet: „Die erlassene Verfügung vom Großh. Kreisamt Gießen wegen des rubrizierten Gegenstandes ist inir zugekommen. Es ist nicht zu verkennen, daß der Wohlstand der Familie wesentlich von den Hausfrauen abhängt, und cS wird auch zum wahren Wohle führen, wenn alle Bauerntöchter in aller bezüglich dec bäuerlichen Wirtschaft vorkommenden Arbeit zu Tätigkeit, Ordnung, Reinlichkeit und Sparsamkeit angeleitet werben. DieL aber zur Ausführung zu bringen, scheint mir mit vielen Schwierigkeiten oerbunben 511 sein, wie Widerspruch, Eigensinn unb Neid. Wenn auch in jedem Orte, woran ich nicht zweifle, solche Frauen sein werden, die den guten Ruf einer tüchtigen Hausfrau genießen, und die auch geneigt sind, die einigfeit bar; auf ber anderen Seite befindet sich ein sauber geschriebenes Weihe-Gedicht an Abt Peter zu dessen Namensfeste am 3 0. Mai 1770 (Chronodistichon). Nach Professor Dr. Noeschen ist als Verfasser des Gedichts der gelehrte Prior Willigisius Petrelli zu vermuten, dec auch 1774 beim sechshundertjähcigen Bestehen des Klosters ArnSburg eine in musterhafter Weise gedruckt wurde. I Die hiesige Rudergesellschaft hat ihre wertvollen Preise 'in einem besonderen kunstvollen Glasschrank im Museum aufgestellt. Die wissenschaftlichen Sammlungen erfuhren durch eine Ausgrabung im März er. in Leihgestern einen erheblichen Zuwachs. Beim Abtragen eines Ackers zwecks Errichtung von Neubauten wurde nämlich eine größere siem- zeitliche Siedelung angeschnitten. Zahlreiche Steingeräte, Beile, Aexte, Meißel, Schleif- und Mahlsteine wurden mit einer Menge von Gefäßteilen, deren Außenseite mit Spiral- und Winkelbändern verziert war, gefunden. In geringerer Tiefe lag der Unterteil einer verzierten römischen Terra irrtümlich ist. . ... _ 3) Dec frühere Kurdicektor Hey'l war em von ,ich auvmt eingenommener Herr. Als jemaiib einmal fragte, warum er in seinem Namen ein Häkchen vor benti l habe, gab man zur, Antwort: „Weit er einen Haken zu viel hat." großen Beifall. Noch mehr als in den ausgesprochenen Bauerndörfern sollte die Hochschule namentlich in den Jndustrieorten Eingang finden. Hier intS am meisten churg, 1;rrauSEab, Joh. Jac. Braun und der russische Vertreter, wie man hört, sichtlich bemüht sind, nach allen Seiten beruhigend zu wirken und ernste Verwicklungen fernzuhalten. Korea. In den letzten Tagen fanden zwischen japanischen Truppen und koreanischen Insurgenten eine Reihe von Gefechten statt, in denen 372 Insurgenten getötet 1 und 55 gefangen genommen wurden. Die japanischen Verluste sind nicht bekannt. Im Weißen .Hause wird mit Bestimmtheit erklärt, Roosevelt reise im April 1909 von Newyork nach Kairo, ' um in den Wildnissen Afrikas ein Jahr lang aus bienfte dagegen hat ber Oberbürgermeister Dr. v. Jbell, der durch fein vornehmes, gelassenes, würdevolles Wesen die Stadt bei feierlichen Gelegenheiten sehr würdig repräsentiert und ganz anders als Persönlichkeit zu wirken vermag, als dies dem Kur- direktoc und dem Intendanten überhaupt möglich ist. Er hielt auch die Rede vor „Wilhelm dem Schweigsamen". Was dieses Standbild betrifft, so sind nach meiner Meinung die Beine zu dünn und wirken unkünstlecisch. Im Haag steht derselbe Wilhel- mus als 50 jähriger Mann in Erz gegossen; man hat ihm dort nicht komisch sich ausnehmende Strippenschuhe, sondern Rciter- stiefel angelegt, bie damals doch schon erfunden waren. Der neue „Wilhelmus" in Wiesbaden dagegen erinnert mich an die Fastnachts-Tracht römischer Imperatoren, oder an das Kurfürpen- denkmat in Kassel. Dieser Kurfürst sitzt in einem schottischen Hochland-Kostüm mit Feldherrnstab zu Pferde, trägt Allonge- Perrücke und, horribile dictu, Knie-Hosen. Das muß schon bei ber Denkmal-Sitzung komisch gewirkt haben. Für das kgl. Theater hatte die Stadt Wiesbaden zwei Millionen zu spenden, und sie muß noch einen alljährlichen Zuschuß leisten, neben den 70—80 000 Mk. Zinsen. Dafür hat sie in den Personal-Verhältnissen des fiskalischen Instituts „nix tau seggen". Die Schulden ber Stabt sind burch bies und bie neue, sehr kostspielige Kanalisation auf fünfzig Millionen gestiegen! Das Kurleben verzinst sich nicht selbst; der Kurhauspächter zahlt noch nicht einmal 60 000 Mk. Pacht, während der Bahnhof zu Frankfurt 105 000 Mk. Jahrespacht einbringt. Was ber „Traiteur" Rittbe zahlt, wirb von ben zahlreichen, wohlgenährten Portiers des Kürhauses alljährlich verichlungen.-) Der Kurdirektor bekommt 11500 Mk. jährlich. Ter ideenreiche Magistrats-Assessor Borgmann, ber neues Leben ins Kurhaus brachte (nachdem ber „Kurfürst" Sey ' l °) gestorben war, blieb jahrelang alles beim Alten) erhält aber nur 4000 Mk. So find die Güter dieser Welt ungleich verteilt. In der Firma „Ora et labora“ besorgt das letztere im Kurhause der Kurinspektor Mäurer. Von den Künstlern des Hoftheaters kann ich Ihnen mancherlei erzählen. Ter Sänger Kalis ch, 56 Jahre alt, ruht au; wohlerworbenen Lorbeern. Er ist heute öfters heiser, auch war er diesen Winter monatelang deshalb im Süden. P. W. nennt ihn einen Poseur, ein grausames, aber treffendes Wort. städtischen Kurhaus-Deputation (jeder öffentlich beamtete Wres- badener befleißigt sich des größten Entgegenkommens aller Art gegenüber Angehörigen der Presse) kann nicht verschwiegen werden, datz, wie vorauszusehen war, diese Angabe oes Herrn Versagers auf durchaus falschen Voraussetzungen beruht und vollkommen Muley Hafid. In einem Briefe, ber von dem Delegierten 9Mei) Hafid an den französischen Minister des Auswärtigen, Pichon, gerichtet wurde, heißt es, daß Muley Hafid demnächst in Fez ein zieh en wird. Die Delegierten erneuern das Angebvc Muley Hafids, sreundfchastltch mit der französischen Regierung zu unterhandeln und erklären, daß alle Verträge, welche mit den verschiedenen Mächten abgeschlossen wurden, aufrecht erhalten bleiben würden. — Die letzten aus Fez und Mel'ines in Tanger angeiangten Nachrichten besagen, daß der Marsch Muley Hafids nach Fez uu s u n b e st r m m t e Zeit h i n a u s g e s ch 0 b e n ist. Die Nachrichten aus Samos berichten, daß die Lage unverändert ist. Die Einwohner kehren nach Vathy zurück. Eine Barke, in der sich Flüchtlinge befanden, ist gesunken, wobei mehrere Personen ertrunken sind. Der Vorsitzende der Natronal-Versammlung, Sophoulis, hat bei den Vertretern Frankreichs, Englands, Rußlands und der Türkei eine Audienz nachgesucht, um diesen ein Memorandum über die Lage zu überreichen. Der neue Kommandant Reouf Pascha ist in den Palast, den der Fürst verlassen hat, eingezogen. Das Scheitern der Kongo-Vorlage. Dem Brüsseler Soir zufolge sind die Unterhandlungen in Wiesbaden zwischen den Ministern und dem König Leopold nicht günstig verlaufen, da der König angeblich den Wortlaut des Zusatzanlrayes der Kongo-Vorlage aufrecht erhält und kein Zugeständnis machen will. Aus diesem Grunde dürfte die An g l ied e r un g in die Brüche gehen, da die Rechte darauf besteht, die Vorlage alsdann nicht anzunehmen und auch verlangt, daß die Mehrzahl der liberalen Partei sich zugunsten der Angliederung ausspreche. Andernfalls würden auch sie die Annexion der Vorlage nicht annehmen. Eine Meldung aus Teheran vom 4. ds. besagt, daß die politischen Klubs mit der Entlassung von sechs beim Volke nicht beliebten Hosleuten aus der Umgebung des Schahs nicht zufrieden sind, sondern ihre Verbannung fordern. Der Schah hat Donnerstag vormittag Teheran verlassen, um sich nach seiner Sommecrefidenz zu begeben, wie er das alljährlich, wenn auch früher als im Juni, zu tun pflegt. Die diesjährige Verzögerung der Uebersiedlung wird dem am 28. Februar gegen ihn verübten Bombenanschlag zugeschrieben. Die persischen Kreise in London erklären das Gerücht, daß dec Schah außer Landes geflohen sei oder die Flucht beabsichtige, für vollkommen unbegründet. Ter „Köln. Ztg." wird aus Berlin telegraphiert: Sollte der Schah sich wirklich, wie man vermutet, in die russische Gesandtschaft geflüchtet haben, so könnte dieser Schritt leicht Anlaß zu schweren Verwicklungen geben und würde von der Mehrheit des Parlaments vermutlich als Annahme einer russischen Schutzherrschaft gedeutet unb bekämpft werden. Die Lage in Teheran und der nächsten Umgebung ist verworren und unsicher. An der Grenze stehen russische Truppen zum Ein- rücfen bereit. Es läßt sich nicht leugnen, daß Persien am Vorabend schlimmer Verwicklungen zu stehen scheint. Unter Hefen Umständen muß man anerkennen, daß der englische Ausland. Das Attentat auf Dreyfus. Die Untersuchung über das Attentat auf Dreyfus hat ergeben, daß auch die erste Äugel Treyfus verletzte. Die rechte Schulter weist einen blutigen Streifen auf. Der Untersuchungsrichter hat in der Wohnung GregorieS eine Haussuchung vorgenommen. Der Attentäter Gregorie verlangte, daß man bei Ihm Line Haussuchung vornehme. Man werde sehen, daß er das Kriegsrninislerium über gewisse militärische Privatstudien in Deutschland unterrichtete unb daß er von französischen Generalen eine Anzahl Zuschriften erhielt. Hensel, ein jüngerer Mann von kurzer Gestalt, wirb Kalisch nach unb nach bes Wasser abgraben. Er prätendiert mit Recht, ein tüchtiger Wagner-Sanger zn sein, und läßt sich gern als Lohcngrin photographieren. Ich habe ihn n. a. einmal als Siegmund neben ber schönen Sicgelinde Frau Deneca gehört. Nach dem anstrengenben Akt, als Winterstürme dem Wonnemond gewichen waren unb er bas heilige Schwert herausgezogen hatte, ging ihm ein wenig bie Luft aus. Aber für den Almaviva langt sein lyrischer Tenor vollkommen unb weit herüber hinaus. Ein wirklich lyrischer Bariton ist Ge i sse-W in ck e l. Seine im Rheingan altangesessene Familie stammt aus Winckel; daher sein Name. Er wirb unter Kameraben „Nick" genannt, hat aber mit beut „Nick und Neck" im „Sang an Aegir" nichts zu tun. Das Wagnern lehnt er ab, er zeigt sich vornehmlich als „Wolfram von Eschenbach" und als „Hecrruser bes Königs". Als solcher ist er für ben Sommer in bas bereits ausverkaufte Bayreuth engagiert. Er bekommt nach langem Ringen um Anerkennung seiner Kunst jetzt 12 000 Mk. jährlich. Viel mehr erhält ber bereits ausgesungene Kalisch unb noch mehr bas Ehepaar Löffler, nämlich 36 000 Mk. Löffler ist bereits ältlich, und man versteht ihn manchmal auf ber Bühne nicht gut. Noch > weniger versteht man, baß für seine Gattin, diese überreife junonische Künstlerin, ber Hüter des Kgl.. Hoftheater-Schatzes soviel Geld aufzuwenben bereit ist. Sie ist wohl musikalisch, hat eine starke Stimme, unb hat im Winter vor zwei Jahren viel Urlaub gebraucht. Sie war kürzlich wieder mit Urlaub in Amerika, alles auf Staatskosten. Sie ist in „Pensionopolis" bauernd engagiert unb singt in Dollarika wochenlang! Schwegler ist ein Meistersänger von Energie unb eigenem Kopf, ber sich von niemandem dreinreden läßt. Ec hat darum auch diesmal weder Busennadel noch goldene Knöpfe erhalten, im Gegensatz zu den meisten anderen. Ja, zu einem General soll er mit sehr drastischen Worten gesagt haben, baß ihm bes* gleichen Dinge durchaus gleichgültig seien. Reh köpf hat gar keine Stimme für Kunstgesang, aber Mätzchen macht fv ganz gut. Gleiches kann man auch von Henke sagen, dem Scherasmin in „Oberon". Durch irgendwelche Jntriguen ist die Rolle dem trefflichen Geisse-Winckel, ber sie jahrelang mit Erfolg gab, abgenommen worben. Die Gotberga hätte Frl. Eicheis heim minbestens so gut gegeben wie Frau Willig. Sie hat auch eine ganz andere, vollkommen ebenmäßige jugendliche Figur im Vergleich zu ber „fünfstöckigen Helbin" aus Berlin, ber „Wendenhauptstadt", um mit Köhler-Langsdorf zu reden. M. B. Der frühere Rittmeister unb Referendar, jetzige Intendant Dr. jur. v. Mutzenbecher hat ca. 7 Millionen Vermögen, wodurch er sich, wie ein anderer Intendant mir einmal sagte, „für seinen Posten qualifizierte". Er kargt sehr mit ben Gagen bei kleineren Geistern, wohl um bie hohen Gagen ber „Stars" einjubringen. Man denke nur an ben .Abgang bes tüchtigen Kapellmeisters .Stolz. Wiesbadener Allerlei. Von einem W i e 3 b a b c n e r in Gießen wird uns geschrieben: Sie haben in voriger Woche einen witzigen Brief aus „Pensionopolis", ber großen kaiserlichen Refidenz-Stabt am Taunus, veröffentlicht, ber mir Veranlassung gibt, auch ein weniges von hort zu plaubern. Ich sende Ihnen also „a piece of my mind", so wie „mein Dichter bie Welt sah". Nach meiner Meinung war bas Gießener S cha u s vieler-Ensemble von diesem Winter besser, als das Resibenzliche zu Wiesbaben?) Infolge ber mannigfachen fiskalischen Mängel bat sich nicht nur ein besonberes Residenz-Theater (Direktor Dr. Rauch), sonbern auch ein Volks-Theater (Direktor Hans Wil- helmy) in Pensionopolis auftun können. Bei dieser verhältnismäßigen Ueberfüllc von Kunstinstituten, die der dramatischen Kunst aetoibmet sinb, ist es aber zu bebauern, daß Wiesbaden eine Anstalt wie bas Lanbes-Museum zu Darmstabt nicht besitzt; will man von ben Errungenschaften ber neueren Naturwissenschaft etwas sehen, muß man nach Frankfurt fahren. Pensionopolis soll ca. 2 50 Millionäre in seinem Weichbild beherbergen. Der prominenteste ist ber Kommerzienrat Abg. K artling, ber auf 52 Millionen geschätzt wird. Ungleich vielen anderen Millionen-Herren mit zugeknöpften Taschen spendet er oft und viel für milde Zwecke: Säuglingsynlch, Volks-Kaftee- yalle, Kiegervereinsfahnen usw. Für Naturwinenschasten, ^echnn und Volksbildungswesen aber spendet 'niemand. Da kann man mit Seume sagen: „Seht, in HHM sind doch bessere Menschen." Viel Geld hätte die Stndk sparen können, wenn sie voriges Jahr, als das Sieben-Millionen-Kurhaus eröffnet wurde, den damals erkrankten Kürdirektor in den Ruhestand versetzt J)ätte. Nach achtjährigen teueren Kämpfen hat sie ben unfähigen Stabt- baurat allerdings in den Pensions-Orkus gesenkt. Große Ver- *) Das scheint mir denn doch eine gar kühne Behauptung uyd nur allenfalls insofern einigermaßen zutreffend, als sich in unserem Ensemble dieses Winters allerdings ein paar ausgezeichnete Talente befanden, die fähig schienen, manche ihrer Rot» legen vom Wiesbadener Hoftheater zu überflügeln. In ber Wahl seiner Künstler beweist Direktor Steingoettcr überhaupt zumeist eine recht glückliche Hanb. Doch das unermüdliche flüchtige Reme- schaffen bei uns infolge des notroenbigerroeife stets wechselnden Repertoires hält eine Parallele mit dem zu Wiesbaden selbstverständlich keineswegs stand. In Mosers „Bibliothekar bot jedenfalls die Wiesbadener Regie eine Musterleistung, nnt der die unsere im verflossenen Winter überhaupt nicht in Vergleich gestellt werden kann. Auch was ich sonst int Wiesbadener Hostbeater sah, erhob sich szenisch wie darstellerisch um, em sehr Bedeutendes über alles bei uns int verflossenen Winter Gebotene. Das ist ja auch nur natürlich, schon angesichts der hier und dort vollkommen verschiedenen finanziellen Mittel. Vni- vierhin aber darf auf das obenstehende Urteil eines Wiesbadeners Ms er .Theaterensemble stolz feim Hochwild zu jagen. Ter Präsident wird lein anderes Land besuchen. Diese Ankündigung lvird als bedeutsam angesehen für seine Erklärung, daß er eine abermalige Präsioentschaftsrandidatur nicht annehme. Ges an Uten wechsel. Ter bisljmge brasilianische Gesandte in Lissabon, da Cunha, ist zum Gesandten in Berlin ernannt worden. Der bisherige brasilianische Gesandte in Berlin, da (Sofia Motta, wurde nach Lissabon versetzt. SradL nrrd Lsnd. Gießen, 6. Juni 1908. Von unserem Museum. Die Sammlungen des Ob er Hess. G e schicht s- VereinS und der Wilhelm Gail-Stiftung haben sich seit dec letzten Berichterstattung in allen ihren Abteilungen erfreulich vermehrt. Unter den Erwerbungen und den reichlichen Geschenken heben wir besonders hervor: Trachtenstücke, feine Stickereien und Stickmuster aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, gute Marken aus der älteren Porzellanmanufaktur, Terrakotten und Steingutgeschirc. Zwei alte messingene Taufschüsseln, sowie ausgesuchte Zinnware erfreuen das Auge des Kenners. Dec Bauernstube sind viele Ergänzungen zugegangen, besonders Hausgerät und Beleuchtungskörper. In dankenswerter Weise haben verschiedene studentische Korporationen Burschen- rc. Mützen gestiftet, die nunmehr die Wände der studentischen Abteilung zieren. Von Nr. 132 Zweites Blatt 158. Jahrgang Samstag 3. Juni 1808 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. ▲ z 4 aa ▲ aa Rotationsdruck und Verlag der Drühl'fche« 1 WAVV? fly rr UniverlUätS.Buch. und Stelndruckeret. WQvllU HHjviytl ....... \ber Schule entlaßenen Alädchen ui der Haushaltung zu unterweisen, so möchten doch aus der anderen Seite Neid Und Mißgunst es nicht zugcbcn, ihre Tochter einer anderen Frauensperson au3 denl Dorfe in Lehre und Unterweisung zu geben. Indessen wäre meine 2lnsicht, für solche Mädchen, die int Alter von 16 Jahren und darüber sind, sich in Betziehung auf rubrizierten Gegenstand fleißig, reinlich, sparsam Und sittsam zeigen, durch Belobung oder ausgesetzte Prämien vufgemuntert und ausgezeichnet werden, was andere zur Nacheiferung antreiben soll." Durch die treffliche Organisation unserer [)cntigen Kochkurse, sind alle Schwierigkeiten, die Bürgermeister W. damals /ins Feld führte, überwunden. Da, wo seither Kochkurse ab» gehalten wurden, ist man mit bem Ergebnis recht zufrieden igewesen, und es ist zu hoffen, daß im Laufe der Jahre «uch im kleinsten Dörfchen des Kreises von der gemeinnützigen Einrichtung unserer Kreisbehörde gerne Gebrauch gemacht worden ist. L.-U. Landesuniversität. Dem Assistenten an der hiesigen Ohrenklinik Dr. med. Franz Nuernberg wurde die venia legendi für das Fach der Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten, und dem Dr. phil. Hans Reichelt aus Baden bei Wien die venia legendi für die Fächer Sanskrit, vergleichende Sprachwissenschaft und vergleichende Religions- wiffenschhft von Se. Magnifizenz dem Rektor der Landes- universität erteilt. * * Ordensangelegenheit. Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog haben dem Obeckonsistorialprästdenten Nebel die Erlanbnis zum Tragen der ihm verliehenen Roten Kreuz- Medaille 3. Klasse und dem Knappschaftsarzt a. D. Dr. Ferd. Klein zu Bensheim die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom König von Preußen verliehenen Roten Adler-Ordens 4. Klasse erteilt. * * Kircheuvor st a n d. In der gestrigen Sitzung der Hirchcngemeindevertrctung der Matthänsgemeinde wurde tut Stelle des von hier verzogenen Herrn Rektors Hahn Herr Hauptlehrer Kuauß zum Mitglied des Kirchenvor- [tanbe5 gewühlt. ** Saalbauverein. A!an schreibt uns: Ter Verein chat sich gestern nach eingehenden Beratungen — nicht weniger als jdrei Mitgliederversammlungen haben innerhalb dreier Monate stattgefunden — auf Grund neuer Satzungen als Eingetragener jVerein neu konstituiert. Tie Beratungen sanden unter der Teil- ttahnw der einflußreichsten Männer «der Gießener Bürgerschaft statt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Stadtverordneter Fr. Habe- nicht gewählt. Ta heißt es nun mit frischen Kräften an die Arbeit gehen! Möchten sich recht bald zahlreiche neue Mitglieder zur Förderung der guten Sache melden, zumal der Verein 'wohl städtischer Unterstützung sicher sein kann, wenn es seiner Werbetätigkeit gelingt, den Grundstock für den Saalbau zu legen. Taß ein solcher aber bringenr-eo Bedürfnis geworden ist, heute mehr denn je, das kann fein Einsichtiger leugnen. Haben wir doch, nachdem, der sog. Neue Saalbau (Steinä Garten) völlig zurückgegangen ist, keinen einzigen Raum mehr zu größeren Versammlungen der Bürgersck)aft zur Verfügung, der billigen An- ckordeimngen entspräche. Auch dürfte das letzte Chorkonzert unwiderleglich erroiefen haben, daß im Theater ein großes Cho. r- tonzert mit Orchester nicht möglich: trotzdem der Orchesterraum voll ansgenutzt rvar — was übrigens nicht wieder geschehen darf, da die trfte Reihe Hörer, auch noch die zweite und dritte dann viel zu nahe davor sitzen müssen — füllte der Chor den Raum der Bühne völlig ans, denselben Raum, der auch bei dem letzten modernen Orchester ko nzert vom Orchester allein völlig ansgenutzt roeroen mußte. Beide Klangkörper, Orchester und Akademischen Gesangverein (ea. 170 Sanger und Sängerinnen) zugleich auf die Bühne zu stellen, ist einfach unnfogliä)!" Mfvi ein neuer Saalbau im iveitesten Sinne des Wortes wird und muß kommen. Alle Teile der Gießener Bürgerschaft haben hieran gleichgroßes Interesse. * * Kolossen Ni. Dem Spezialitätentheater ist nunmehr Luch ein Cafe sowie ein Sommergarten hmzugefügt ivorben. Siehe Llnzeige. * * Stenographisches. Auf der am 4. ds. abgehaltenen M onatsve rsamm lung bes Gabelsberger Stenographen-Bereins von 1861, an ber auch bie übrigen hiesigen Gabelsberger Körperschafteli (Gesellschaft, Danienverein, unb bie beiden Schülervereine) teilnahmen, hielt ber 1. Vorsitzende, Sekretär Loh, einen 33o l- trag über bas Thema: „Die Geschichte ber Stenographie". Rebner beleuchtete in seinem einstünbigen Vortrag bie Stenographie von ihren Uranfängen an bis zur neuesten Zeit. Lauter Beifall lohnte die wirtlich interessanten Ausführungen. Direktor Bergen, [ein Mitbegrünber unb langjähriges Ehrenmitglieb bes G. St.-V. sprach bent Redner ben Dank für ben vorzüglich ausge- larbeitcien Vortrag aus unb gab baran anschließenb noch (einige Erlebnisse ans bem stenogr. Leben zur Zeit 2llt- nreisters Gabelsberger zum besten. Er machte u. a. auch auf ein Kleinob aufmerksam, bas ber G. St.-V. besitzt, nämlich ein Blatt ans ber Urschrift vom Gabelsberger PZerke „Die Rebezeichenkunst". Die Anwesenben folgten seinen Worten, die ab unb zu mit Humor gewürzt waren, mit großer Auf- tmertjamfeit und gaben ihre Anerkennung burch lebhaften Beifall funb. Herr Loh bankte für bie von Herrn Bergen gegebene Ergänzung zu feinem Vortrag unb brachte ein Hoch auf ihn, als ben ältesten Gabelsb. Stenographen in Gießen, aus. Erst gegen Mitternacht erreichte bie wirklich anregenb verlaufene Versammlung ihr Ende. * * Hessische Laubes ausstellung. Nachbeni burch die Ausstellungsleitung bei ben Besuchen geschlossener Vereine unb Korporationen ber einmalige Eintritt auf 50 Pfg. festgesetzt worden ist, hat bie Hanbw erkska m mer zu Dar nist abt ben 226 Korporationen in ihrem Bezirk unter Mitteilung bieser Vorzugsgewährung bas Slnerbieten gestellt, bei derartigen gemeinsamen Besuchen für eine fachgemäße Führrtng burch bie Ausstellung Sorge zu tragen, um solche gemeinsamen Besichtigungen für bie Teilnehmer möglichst nutzbringenb zu gestalten. Mehrere Korporationen haben ber Kammer unmittelbar im Anschluß an beren Runbschreiben bereits ben Besuch ber Ausstellung angemelbet und um Uebernahme einer Führung durch die Kammer gebeten. Es kann deshalb mit Sicherheit auf eine zahlreiche Beteiligung gerechnet werden. Die Handwerkskammer nimmt weitere Anmeldungen gewerblicher Korporationen entgegen unb erteilt jebc weitere Auskunft. X Steinberg (Kr. Gießen), 5. Juni. Zur Erwiderung auf das „Eingesand" in Nr. 129 fei mitgeteilt, daß es unrichtig ist, baß bie Behörbe nicht für bas Einwalzen ber Orts- unb Kreisslraße in Steinberg für bas Sängersest, bas am zwecken Pfingslfeiertage Hierselbst stattfinbet, Sorge getragen habe unb alle Anfragen und Gesuche des festgebenden Kereins erfolglos geblieben seien. Das Einwalzen ivar, als der Artikel im Blatt erschien, schon angefangen unb ist gestern vollständig beendet ivorden. Die Behörde hat auf bas an sie gerichtete Bittgesuch ihren Walzplan sofort geändert und die Veranlassung getroffen, daß das Walzen der Straßen in Steinberg vor bem fraglichen Feste beenbet werben sollte. -j- Kes selb ach, 4. Juni. Jni Saale bes Gastwirts Meißinger fand gestern unter ber Leitung bes Vorsitzenben Schomber bie Generalversammlung ber Spar- unb Vorschußkasse statt. Die Rechnung würbe vom Rechner Linbenstruth vorgelesen; aus ihr war zu entnehmen, baß ber Umsatz ivicber gestiegen war und über 1 Million betrug. Bemerkungen würben keine gemacht unb bem Rechner Entlastung erteilt. Der Aufsichtsrat schlug eine Divibende von 15 Prozent vor, was angenommen wurde. Ein Antrag auf Erhöhung des Stammguthabens wurde nach kurzer Debatte, weil er nicht rechtzeitig eingelaufen war, zurückgezogen unter ber Bedingung, daß er bei ber nächsten Generalversammlung auf bie Tagesorbnung kommt. Den schönen Abschluß ber Versammlung bilbete bie 25jährige Jubelfeier bes Kontrolleurs Becker, eines Mitbegrünbers ber Genossenschaft. In einer kurzen Ansprache schilberte Lehrer Ziegler, wie ber Jubilar sein ihm anvertrautes Amt stets treu, gewissenhaft, uneigen- nützig zum Wohle ber Genoffenschaft geführt habe. Daß bies anerkannt worben sei, beweise seine mehrmalige Wieberwahl, aber zu seinem Jubelfeste wollten es sich bie Mitglieder nicht nehmen lassen, ihm in Anerkennung seiner Verdienste als sichtbares Zeichen des Dankes ein Sopha zu stiften. Tiefbewegt dankte ber Jubilar, unb nun gingen einige gemütliche Stunden dahin, in deren Verlauf der Gesang auch zu seinem Rechte kam. Von dem Kontrolleur wurde ein Rückblick auf die Entwicklung ber Genossenschaft von ihrem Entstehen bis jetzt gegeben. △ ©rünberg, 5. Juni. In ber heutigen Gern e i n d e r a t s i tz u n g waren sämtliche Mitglieder, mit Ausnahme des burch einen Unfall erkrankten unb am Erscheinen verhinberten Metzgermeisters Spanier erschienen. Zur Anlage einer Dam pfheizung im Schulhause entspann sich eine längere Debatte. Bürgermeister Rimmer hatte bei ber Firma Schaffstaebt in Gießen unb zwei süddeutschen Firmen Kostenvoranschläge eingeholt, bie zur Kenntnis gebracht wurden. Danach stellt sich der Kostenpunkt für die Einlage einer Dampfheizung auf ca. 5500 Mk. Bürgermeister Zimmer befüriuortcte bas Projekt als zeitgemäß unb im Interesse ber Schule unb Gemeinbe licgenb. ©cmeinberat Sauber äußerte Bebenken wegen des hohen Kostenpunktes. Gemeinderat Ranft erwiderte, daß für Schule und Schüler bieL Opfer gebracht werden müsse und man seither ja auch ansehnliche Beträge für Heizung geopfert habe, ohne damit vollen Erfolg zu erzielen. Gemeinderat Schmidt erkennt bie Bebenken des Gemeinderats Sauber bezüglich des Kostenpunkts an, hält es aber für nötig, baß im Interesse ber Schule das Opfer gebracht wird. Gemeinderat Sehrt befürwortet ebenfalls warm das Projekt unb wirb bann einstimmig beschlossen, daß während der Sommerferien die Schule mit Anlage der Dampfheizung versehen ivird. Vom Kreisbauamt Gießen sollen Voranschlag und Pläne entworfen merben. — Das Gesuch des Direktoriums des germanischen Nationaliiiuseums in Nürnberg um einen Jahresbeitrag wurde abgelehnt. w. Münzenberg, 5. Juni. Heute gerieten ein Vorarbeiter und ein ihm unterstellter Arbeiter voir dein hiesigen 'Hofgute auf bem Felde in Wortwechsel, der schließlich in Tätlichkeiten ausartete. Ter Vorarbeiter Ivars den Arbeiter zu Boden, kniete sich auf seinen Brustkasten unb Würgte ihn am Halse, so daß er über größere Schmerzen auf ber Brust klagt. Der Bedauernswerte ist erst vor kurzer Zeit wegen heftiger Brustschmerzen ans ärztlicher Behandlung entlassen ivorben. Anzeige soll berselde bei ber Ge'n- barmerie in Rockenberg bereits erstattet haben. b. Darm st adt, 5. Ium. Gestern wurde ber Polizei- revierschrelber Wilhelm Fröhlich üom 4. Polizeirevier, ber seit längerer Zeit Stempelgebühren gegen gefälschte Quittungen zu Unrecht erhoben unb für sich vmuenbet haben soll, verhaftet. Die Untersiichling ist eingeleitet. (:) Aus bem Kreise Biedenkopf, 5. Juni. Bei bem gestrigen Gewitter gab» strichweise Hage l. In Engelbach tötete ber Blitz zwei Kühe bes Landwirts Achenbach unb in Wiesenbach brannte infolge Blitzschlags bie Pseifsersche Scheune nieder. kg. Kirchhain, 5. Juni. Heute Mittag gegen 2 Uhr zog ein schweres Gewitter über unsere Gemarkung. In bem unweit der Stabt gelegenen Gutshof Rabenhailsen fuhr der Blitz in den Kuhstall, in welchem 40 Stück Rindvieh eingestellt waren. Hiervon mürben vierzehn Stück sofort getötet. Der Schaben ist umso bebeutenber, als bie getöteten Tiere die besten Milchkühe waren. Die übrigen 26 Tiere sowie ber Viehschweizer kamen mit bem Schrecken bavon. Giestener Strafkammer. )( Gießen, 5. Juni. Eine Wilderergeschichte. Im letzten Winter sahen Waldarbeiter im Nieder- rvSbacher Wald, wie sich ein Mensch am Waldsaume umhertrieb. Ta in ber dortigen Gegend viel gewildert wird und die Leute ben Auftrag hatten, ihr Augenmerk auf Wilderer zu richten, verhielten sie sich ruhig, bis b:r Mann in ihre Nähe kam. Ihr Verdacht, daß der Mensch ein Wilderer fei, verstärkte sich, nachdem sie einen Schuß aus der Richtung, tvo er sich befand, wahrgenommen hatten. Sie nahmen den Mann fest und erkannten in ihm den 23jährigen Landwirt W. K. von Rodheim v. b. H., den sie auf das Forsthaus brachten. Unterwegs bat er die Leute, sie möchten ihn dock) nicht unglücklich machen, er wolle ja gerne alles in Güte erledigen. Tie Leute riefen telephonisch einen Gendarmen aus Friedberg herbe', der feststellte, daß K'. ein zerlegbares geladenes Gewehr bei sich trug, das er in einem alten Militärmantel, den er an hatte, unb der zum Tragen des Gewehres besonders eingerichtet war, untergebracht hatte. Ans dem Gervehr war kurz zuvor geschossen worden, was durch den frischen Pulvcrschleim und ben Nauchgeruch festzustellen ivar. K. behauptete erst dem Gendarmen gegenüber, er habe das Gewehr auf ber in der Nähe liegenden Seemühle gekauft, um Spatzen damit zu schießen: er Hätte das Gewehr auf dem Hose des Müllers probiert, woraus sich der frische Pulverschleim erkläre. Im Laufe der Untersuchung änderte er seine Angabe und wollte das Gewehr dem Müller zum Verkauf angeboten haben. Er verwickelte sich noch in eine große Reihe von Widersprüchen und gebrauchte Ausreden, die auf fein Schuldbewußtsein schließen ließen. Das mit der Aburteilung der Sache betraute Schöffengericht verurteilte K. zu 4 Wochen Gefängnis unb erkannte auf Einziehung bes Gewehrs unb bes Mantels. Der Angeklagte focht bas Urteil an unter der Angabe, er fühle sich unschuldig. Zwar gab er zu, er habe früher in vielen Punkten bie Unwahrheit gesagt, boch dies sei aus seine große Aufregung, bie sich bei bem Ueberfall durch die Waldarbeiter seiner bemächtigte, zurückzuführeu. Auf Grund der Berusungsverhandlung kam die Sttafkammer zu der Ucberseugung, daß das Schöffengericht' das Richtige getroffen bat- Alle Umstände sprechen dafür, daß er in der Absicht, dem Wild nachzustellen, ben Gang in ben Wald gemacht hat, unb da dies zum Tatbestand des Jagdvergehens genügt, erfolgte die Zurückweisung seiner Berufung. Die falsche llnterfrtirift. Die Ehefrau des Ttaglö Huers H. O. hier hatte bas auf 70 Mk. lautenbe Einlagebuch der hiesigen Bezirkssparkassc von ihrer Schwester zur Aufbewahrung erhalten. Sie geriet in Not, da ihr Mann krank war und sie entschloß sich, von dem Gelbe zu holen, ohne ihrer Schwester etwas bavon mitzuteilen. Im März und April erhob sie je LVMk., indem sie sich als ihreSchwester ausgab und quittierte auch mit deren Namen. Da die Kasse berechtigt ist, vhne Legitimationsprüfung dem Vorzeiger eines Einlagebnches Rückzahlungen zu gewähren, erhielt sie das Gelb anstandslos, boch als ihre Schwester von ber Sache hörte, erhob sie in b^r ersten Aufregung Anzeige, deren Rückgängigmachung ausgeschlossen war. Der Umstand, daß bie Angeklagte in der Not war uub inzwischen das Geld wieder ersetzt hat, rechtfertigte die Erkennung der Minimalstrafen wegen Urkundenfälschung und Betrugs von je 1 Woche Gefängnis, die unter Erkennung einer Gesamtstrafe auf 10 Tage reduziert wurde. Unrichtige Steuerdeklaration. Dem B r a u m e i ft c r F. I. M. zu Nidda gingen durch das Steuerkommissariat wegen Zuwiderhandlung gegen das Kapi -> talrenten-Vermögens- und Einkommensteuerge- s c tz für die Jahre 1906 und 1907 fünf Strafbescheide zu, gegen bie er gerichtliche Entscheibung antrug. Trotz seines Bestreitens hielt ihn bas Schöffengericht ber wissentlich falschen l-ezw. absichtlich unvollstänbigen Steuerdeklaration für überführt unb erkannte auf eine Gesamtbesraubationsstrafe von 405.92 Mk. Das Urteil würbe angefochten unb von der Verteidigung geltend gemacht, ber Angeklagte habe aus Mangel an Kenntnis ber Steuergefetze unrichtige Angaben gemacht; es fei wohl eine Ordnungsstrafe angebracht, eine Hinterziehung fei nicht beabsichtigt gewesen, weö. halb ber Angeklagte nicht wegen Defraudation verurteilt werden könne. Aus dem von dem Angellagten ausgefüllten Steuer» erklärungsformular geht aber hervor, daß er auf klare Fragen, ob er dieses oder jenes Vermögen besitzt, verneinende Angaben gemacht hat, trotzdem er solches besessen hat, so baß kein Zweifel bestand, daß dies absichtlich geschehen ist. Das Urteil wurde deshalbbestatigt vermischtes. 'Gewitter. In Rheinhessen, an der Bergstraße und im Harz gingen starke Gewitter verbunden mit Hagelschlag nieder. Ein mit Sturm und Hagelschlag verbundenes Unwetter, das über Jena und Umgegend niederging, richtete namentlich im oberen Saaletale furchtbar« Verwüstungen an. In 9! uthe n ivurde von einem Wolkenbruch die Obermühle zur Hälfte weggeschwemmt. Bei Burgau wurde vom Sturm eine Feldscheune weggefegt. In der ganzen Umgegend sind viele Dächer abgedeckt worden; durch den Hagel wurden die Fensterscheiben cinge- schlagcn, Bäume entivurzelt und Telegraphenstangen umge- worfen. Aehnliche Meldungen liegen aus Belgien vor. In Charleroi wurde ein Arbeiter, der mit der Legung von Telcvhondrähten beschäftigt war, vom Blitz erschlagen. In der Umgebung von Grammont sind Hagelschloßen im Gewicht von 35—40 Gramm niedergegangen. Biele Fensterscheiben ivurden zertrümmert und mehrere Häuser durch Blitzschlag in Brand gesetzt. Ein Haus in Brüssel wurde bis zum 1. Stock unter Wasser gesetzt, ebenso eine Anzahl Häuser in benachbarten Straßen. In der Nähe von Brüssel schlug der Blitz in ein Wohnhaus und verletzte zwei Mädchen. In einem anderen Hause dort wurde ein Mann erschlagen. Viele Wohnhäuser sind in Belgien in Brand gesetzt und zahlreiches Vieh ist auf offenem Felde erschlagen ivorden. Auch in Nordfrankreich haben die Geivitter großen Schaden angerichtet. . * Braunschweig, 5. Juni. Als gestern abend ein im 80 Kilometer-Tempo ans Braunschweig kommendes Automobil bei dem Dorfe Meine vorbeifahren wollte, kam eine Radfahrerin entgegen. Aus Rücksicht auf diese wurde das Automobil derart gebrenrst, daß es sich zweimal um feine Axe drehte und gegen eine Planke sauste. Der Führer des Motorwagens, F-ritsche ans Leipzig, war auf der Stelle tot, ein Insasse, Kapitänleutnant Asch- mann aus Kiel, starb nach 10 Min. an den Verletzungen. Oberleutnant Elmenhorst und der Chauffeur wurden schwer verletzt. Kaufmann Fritsche ist Mitinhaber der Oel-- und Essenzenfabrik von Schimel n. Ko. in Leipzig. Der verunglückte Wagen ist ein ca. 60 pferdekräftiger Opelwagen, gezeichnet „T. 429". Ein kleines Haus an ijev Unfall- stelle, dessen Fenster dicht Verschlossen sind, hat die Verunglückten vorläufig anfgeuommen. Elmenhorst soll nach dem Unfall 'wirre Reden geführt haben, welche auf eine Gehirne rf chütterung schließen lassen. D i e R e i s e l u ft wohlhabender A m e r i k a n e r n a ch Europa, welche während der letzten Krise einige Monate gänzlich nachgelassen hatte, hat wieder begönnern Die großen Dampfer „Provenee.", „Mauretania" und Vier andere sind mit etwa 1500 Kajülspassagieren und zahlreichen Passagieren 2. und 3. Klasse nach Europa abgedampft. Kleine Tageschronik. Irr Lübeck brannte nach der Entdeckung mehrerer Unter» I d) I a g u n g e u der Kassierer des s o z i a 1 d e nr o k r a t i s ch e n Gärtnervereins, Karl Hertmann, durch. In B e r g h e i m in Oberbayern fand gelegentlich einer Hochzeit eine b luftige Rauferei statt. Em Mann wurde gelötet, zwei Frauen wurden schwer und mehrere Personen leicht verletzt. Der internationale Antiduell-Kongreß in Budapest beschloß dte Errichtung eures internationalen Zentralbureaus für bie Antiduell-Beweguirg. Als provisorischer Srtz tourbe Budapest gewählt. In den W a a d l ä rr d e r Alpen wird der Ehemieprosesior Heinrtch D ü r r t r o 11 e l aus Lausanne seit etlicherr Tagen v e t- m i ß i. Der kurzsichtige Professor ist auf einem Ausfluge spurlos verschwunden. Alan fürchtet daß er das Opfer eines Unfalles geworden ist. In einem von Magdeburg kommenden Zuge wurde in Viersen der Krankenwärter Gustav Schneider bewußtlos ausgefunden. Als er aus der Betäubung erwachte, gab er an, ein in Braunschweig eingeftiegener Herr habe ihm hinter .Krefeld aus einer Kvgnakflasche trinken lassen, worauf er bewußtlos geworden fei. Tem Krankenwärter sind Koffer, Uhr und Gelb geraubt. In Leipzig ivurden unter dem Verdacht, ein Mädchen namens Heine getötet und zerstückelt zu haben, die 41- jährige Tischlersehefrau Anna Lohmanil rind ihr der Beihilfe verdächtiger Ehemann verhaftet. Es hat den Anschein, als ob bas ÄAädchen nach Vorrtahme ein.r Operation gegen das feimenbe Leben getötet worben fei. Tie Lohmann soll feit längerer Zeit unter bem Teckmaterial einer Kartenlegerin sich mit verbrecherischer Manipulationen, bie unter § "248 R. Str. G. B. fallen, befaßt haben. Tie Frau hatte eine elegant eingerichtete Wohnung inne und erfreute sich einer zahlreichen Kundschaft aus den verschiedensten Kreisen. > voranojichtliche Witterung für Hefjen am Sonntag, den 7. Ium: Wolkig. Kühl. Meist trocken. Für die Feiertage stehl .votkige, fühle mib trockene Witterung bevor. Müller'fchc Badeanstalt. W a ff c r m ä r m c 16°K Gerrchtssaal. Freiberg i Sachsen, 5. Juni. Tie Strafkammer des Landgerichts, Don der die B ü r g crm c istc r to cht er Grete Baier aus Brand in der vergangenen nacht wegen Vergehens gegen S 218 des StrafgescKbuches zu einem Jahr Gefängnis verurteilt war, verurteilte Grete Baier heute abend wegen schweren und leichten Tiebstahls, schwerer Urkundenfälschung, versuchter Verleitung zum Morde zu f u n f I a h r c n Zuchthaus und zu acht Jahren Ehrverlust. 6 Monate wurden auf die Untersuchungs- haft angercchnet. Tie Hebamme Kunze luurbc wegen Beihilfe und Begünstigung zu 9 Monaten Gefängnis und der Kaufmann Merker rocgcn Hehlerei neben der früher erkannten Strafe von zwei Jahren zu einer Zusatzstrafc von vier B^onaten Gefängnis verurteilt. Mannheim, 5. Juni. Tas Schöffengericht verurteilte 7 streikende Holzarbeiter, welche am 6. Mai mit einer großen Anzahl anderer Streikender in das Holzlager der Firma A. Messerschmied eingedrungen waren, um die Arbeitswilligen auf ihre Seite zu bringen, wegen erschwerten Landfrieden bruch zu je 4 'Monaten Gefängnis. Ter Mitangeklagte Nachtwächter der Firma, der die Streikenden eingelassen haben sollte, wurde freigesprochen. Handel. Berliner Hypothekenbank Aktiengesellschaft. Wie aus bem Inseratenteile unserer heutigen Zeilting ersichtlich, rverden die nm 1. Juli 1908 fälligen Kupons der Pfandbriefe und Kommunal-Lligationen bereits vom 15. Juni er. ab eingelöst. Berlin, 5. Juni. Wie mehrere Abendblätter erfahren, beschloß der Berliner Magistrat beute die Begebung einer vierprozen- ligen Anleihe von 50 9)1 i 11 i o n c n, die der Tentschen Bank übertragen ivird. Es handelt sich nicht um eine neue Anleihe, sondern um einen Teil der bereits 1904 beschlossenen 228 MiUionen- Anleihe. Tie Mittel aus der Anleihe sollen für den Ban von Kränkelt- und Irrenhäusern und für Kanalisations- und Schulbänken verioeirdet werden. OrigLnal-DrahtmeLoungen. Kaiserslautern, 6. Juni. In der ganzen Pfalz gingen gestern abend schwere Univetter nieder. Hagel unb wolkenbruchartigcr Regen wüteten stundenlang. Namentlich in der Vorderpfalz ist der Schaden unerineßlich. Paris, 6. Juni. Ter Unterstaatssekretär des Krieges, Cheron, hat einen Gesetzentwurf über Vorbereitung zum Militärdienst in der Kammer eingebracht. Tadurch werden alle jungen Franzosen verpflichtet, sich für den Militärdienst v o r z u b e r c i t c n, bevor sic in die Armee eingereiht werden und zwar in öffentlichen Unterrichlst'okalcn oder Vereinen und Verbänden, die vom Ministerium genehmigt sind. Ko bürg, 6. Juni. Tic A b g c o r d n e te n w ah l e n zum Landtage ergaben die Wahl von 5 Agrariern, 3 Na- tionalliberalen, 2 Freisinnigen und einem Sozialdemokraten. DM? Die Beerdigung findet Sonntag, den 7. Juni nachmittags 5 Uhr, auf dem alten Kirchhofe statt. D üs se_ld\orLj vollständig ungefährlich kein Waschbrett -t? H' -iiL s Bieren- Henkel & Co. W 8 \W •< W WD ch -- - Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß heute morgen unser innigst geliebtes, unvergeßliches Söhnchen, Brüderchen und Enkelchen nach langen, schweren Leiden im Alter von 6 Jahren sanft entschlafen ist. Die ticftranernden Eltern Jimocenz Krack und Iran, geb. Lipp. Gießen (Kaiser Allee 3a), den 6. Juni 1908. Die Beerdigung findet am 2. Feiertag, den 8. d. Mts., nachmittags l‘/2 Uhr von der Kapelle des 9feuen Friedhofs aus statt. l^ob4 Todes-Anzeige. Gestern abend entschlief nach knrzem, schweren Leiden unser innigstgeliebtes Töchterchen und Schwesterchen Malbinchm im 9. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen 3553] Familie Pani Hennig. Gießen (Bruchstr. 7), den 6 Juni 1908. Die Beerdigung findet Montag, den 8. Juni, mittags l1/» Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Vorgestern Abend. 10 "Uhr ist unsere Schwester Friederike Weber sanft entschlafen. 3553 Giessen (Diezstrasse 10), den 6. Juni 1908. Bekmmtmachnng Alleinver .'n: Neubaubureau Irrenanstalt. Gasherde ’ 3537 SEE Prim Kalkstme 0 u u ir 37 44 28 269 können gezahlt berech- 124 68 14 69 Luise Schirmer, geb. Weber Dr. Adolph Weber. Brennholz versteigert: 22 Nm. Versteigerung. Dienstag, den 9. ds. Mts., nachm. 2V-> Ubr, sollen dahier, Walltorstraßc 6 (Darmst. Hansl, 2 Stämme Werkholz, 1 Kasten wagen, 1 Wagen, 1 Pferd, 1 Schreibsckretär, ISäbelm.Stahl- scheide, 1 Grammophon, 1 Klavier, 1 Ladeneinrichtung, versch. Schuhwaren, Haus- und Küchengeräte aller Art n. v. A. zwangsweise gegen bar versteigert werden. Gießen, am 6. Juni 1908. 04782 Seipel, Gerichtsvollzieher. Pr. Speise-Kartoffel Magnnm bonum empfiehlt (3418) I. Weisel. machen zu lassen. . Glenen, den 6. Ium 1908. . . .... Großherzogliche Bürgermeisterei Gießem W e c u in Hundert Eichen-Wellen , Buchen- , , Fichten- , Großen-Linden, am 5. 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Juni, a) vormittags 9 Uhr: am Elektrizitätswerk von den Wiesen tm b) vormUtags^ioVs Uhr in der Restauration von Melchior Schäfer Ww., Kaiser-Allee, von den Wiesen im ^eegstrauch c) nachmittags^Uhr: im Philosophenwald von den Wiesen am Fürstenbrunnen im Wiesecktal, von den Hofpitalwiesen m d) Ort und Stelle °°n den Wiesen in der Schw°»t°d^„, den l»^nni. „ .. a) vormittags 9 Ubr: an Ort und Stelle von den Ochscnwiesen, von den Wiesen im Stolzenmorgen, einer Hospitalwiefe, am Utersbrunnen und Altentisch. «. miip.-prT it1 b) nachmittags 3 Uhr: an Ort und stelle von den Wiesen in e) aSÄ™ er. und Stelle n°u den Wiesen in INN, beim SchiachlbauS, an. Ie- Die " ärohÄIaallch' n' Biirgern.eiitereie» der umliegenden Gemeindeli werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt Bekanntmachung, Ans der Stiftung des Kupferschmieds Karr Ludw. Kirsch sind die diesjährigen Zinsen mit 97.71 Mk. an rebn bedürftige tm Wittvcnsrandc lebende Gießener Burger oder Burgcrsfrauen am 20. Sept. ds. IS. zu verteilen. Meldungen nimmt das städtische Armenamt, Neuenbaue 2o, Zimmer Nr. 2 bis 20. Juni ds. IS. entgegen. Gießen, 1. Juni 1908. . . B '•> Die Armen Deputation der Stadt Gießen. Keller.____ Bekanntmachung. Betreff: Vergebung der Stiftung aus der Christian Gerhard Hast-Stiftung. «.x Aus obiger Stiftung sind zehn Gaben zu je19.«1 Mk. an zebu bedürftige Familien bezw, Witwer oder Witwen zu ver geben. 2lnmeldungen sind bis zum 20. ds. Mts. bei dem Aimen- amt, Netienbäne 25, Zimmer Nr. 2 vorzubringen. Gießen, 1. Juni 1908. _ v _ B/e Die Llrmen-Depntation der Stadt Gießen. Kelle r. ____________________ ö 1,0 . shampoonieren (Damen-Kopfwaschen mit Trockenapparat) enwfiehlt sich Hermann M*Iank Ww. Svez.-Damen-Frisier-Geschäft KavlanSgasse 2. LtiidtWer WohmmgsiilillDeis Gießen Gartenstrane 2, Zimmer S. (Geschäftssmnden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) einigekiinsilicheZä!^ mit hu \ erhutetZahnstein-u. Speiserest- Qnifnn-’-fcf Ablagerunff. Tötet den Fäulnis- Seiferl56ii8öiyi; Pilz u. 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