Nr. 287 Tei «lehrner Anzrign erid)cmt läfiltct), oufaet Coruiiafit. - Beilagen: Hier mal roocbcnitid) 6le6tner$amilUnblätttr; troeunal wödicnll.Krels* lattfür &cn Kreis ©itfeen (Dienstag unb^reiiaa); imeunnl moiiatl Land« Vlrftchaflllche Sdtfragtn Retiiipicd)« Slnldilüfle: füi öle ‘Jlebnflion 113, Verlag u. Expedition 51 U-ieNe tüt Tcprichenx Anzeiger Gicßcn. Innatjint von Lnzelge« für öie Lagesuuinmer bi6 oo mut tage 10 Uhr. Erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag 5. Dezember 1908 Retzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vezn gvp rei St monatlich 75PI^ viertel- jährlich Ml. 2.20; Ötirch Abhole- u. ßiveigflellen monatlich 65 'UL; durch die Post Alk. 2.—viertel» jährt aue|d)L Bestellg. ZeilenpreiS: lokal 15 Btv außiudrie 20 Uleiuuq, tbetant mort lieh fui Öen Doliulchen Lrik, füi .Feuilleton* und .Berinilchtes*: Linst Slnöerlon. tüt .Stadt u. L'aiiö" imö „(SetiditS- Rofaflonsfmcf und Verlag der vrühl'schekr Unlv.'yuch« und Stdnbruuerd TL Lange. VedaMon, Lspedirion und Druckerei: Zchulftrahe 7. Die heutige Nummer umfaßt 24 Seiten. Sttmmund$bUö aus dem Reichstage. öe c f m, 4. De» TewerbeordnungSnovelle. £>crr Naumann 1-ai gx|Lui den j^idjötag „die Halle der tSiebeiljolungeii' gcitoanL Mit gründlid>em frlciüc wird das ost sehr HKii|d)id>tige Gcsctzcsmalcrial in feinen Esii-elheitcn bcrcuS in der ersten 2cjung eingcljcni) erörtert und damit ein Stüd Kommissionsarbett in überflüssiger Weise schon vorher einmal geleistet. Dann bringt hernach die zweite Lesung die zweite acüiidliche Wiederholung. Aber dieser Austrond au Fleiß und Leit und (^iunölul>Efii wird nicht immer vertan; »ju Zeiten greift — und das ist denn dach die weniger zu billigende Arbcilsmcck-obe — das andere Extrem Platz. AuS rein äußerlichen Gründcn werden toulkige Gesctzcsbestinrmungen, die das Wahl und Wehe -an.'.er Gciveroe uild großer BcvölLrungsschid-tcn auücrjrbcnllid) berühren, ohne die Möglichkeit einer gründlichen Beratung durch' gehetzt. Dieser J-all ist bei den SckZutzvcst.iiimuiigeu für Arbeite rtnnen und iugeiiolidte Arbeiter zu verzeichnen, die mit 9iüu;iu)t aus die internationale Lerner Sbiun.'itnon zu Beginn des Lm wende n Zahl es in Straft treten sollen. (SS hätte nichts verschlagen, ivaui man die Beendigung der yacitcn Lesung dieser Borlage, die die Gcwecbekvmmiiiion aus t*r großen Geiverbinwvelle heraus- gegrisscu und dem Plenum des Rcid-stags gesondert zur Erledigung ühennitlelt hat, um einige Tage verzögert hätte. Aber die lc*klicnbiiuiü)ung der Bedenken die aus den beteiligten Zw dustrien heraus gegen die gar zu übcrgangSiofe Jnkraslsetzting beengender Borschiiiten erfolgt ist, hat bei d:n Bertreiern dec- cnigxu Parteien, die nur zu leicht geneigt sind, sich über wirt- chajtlichk Bedürfuisse und Sdxw.erigkeiten 1/niwegzusetzcn, eine >ereizte Stimmung hervorgerufen, die sie in Der Absicht, einen Tng, wie es in jedem Jahre gesichelt ist, den Abgooröiieten für das Studium des Etats frcijngcben, ein sozialpolitisckxcs Vor schleppungsmanövcr erblicken ließ. So wurde dann zwischen Tür und Angel der noch unerledigte 'Jtcfh der Borlage bcuic verhanocll und Die Folge waren Zusailsmehr heilen und wiDerspruu^oolle B-.'schlusse. Zn der Kommission i/atte das Zentrum für die Ar beittrinnen, die ein Hauswesen zu besorgen Halen, die Forderung cined früheren Arbeitsschlusses am Samötag aufgeworfen und ungcadjict Der von industrieller Seite h.er^egen angesuhrten Gründe als Beschluß durchgesctzt. Zn der ziveiten Lesung im Plenum wurde dieser Befch.uß dann rückgängig gemacht und auch ein anderer Borschmg des 3cnirum5 ajgeicbr.it. Der das Anerkenntnis der UuridiiigFiil jenes itunrnriistonSjcsckstusses enthielt. £>cutc lag bei einem anderen Paragraph-.1, bei Der es sich um Ausuahme bcfiiiniiiungt’ii zugunsten von Zndustrien handelt, bei denen zeckweise eine austerordentlick)L £ulufung von Arbeit vorkommt, der gtcidie Kvmnii, su)tisbcsd)luß vor; an dieser Stelle aoer sand der eiitspred^iide Antrag, der ihn beseitigen wolcke, nicht die Ibiehr- bcit, lüiüjrenD bann lüicDcr unmittelbar hernach eine Dein Sinne dieses Bftustufscs entgcaengesetzte Entfchewuiig getroffen wurde. So wird erst die dritte Lesung eine einheitliche Regelung bringen können. Der § 154 der Gewerbeordnung, der eine Reihe von Ge- Werbczwcigeii vr>n der Geltung eines Teiles der neuen Bcst.m- mungen aus schliesst, hinleclässt eilte Reihe unbefriedigter Wünick-e, und man mutzte sich einfbucilen daraus beschränken, tue Oicgetung dieser Fragen burci) Re,olutioncn den Skraünoeicn Regierungen anö Herz zu legen. Hierzu gehört die rechtliche Ordnung der Beihatinisse in oer Gärtnerei, im Gast- und Schando.r;fu,aftS- gerne rbc und besonders auch beim Thea.er. Der ZentrumSjpezialist für die Angelegenheiten Der Künste, Dr. Pfeifier uno Der freisinnige Oberbürgermeister von Lagen, X)crr Cuno, nahmen fick) vewiu.»ers Der Sc.;au«vieler an, für die Die HauSgesctze an niandjen Theatern nach ihrer Ausfa,,u.ig geradezu eine moDerne Sklaverei bedeuten. Zur Erheiterung der Abgeordneten, die ein Hammcl- prung im Laufe der Sitzung in stattlicher Zulle in den Sigungs- aat geführt baue, gao es nickten in diesen trockenen Ausetnand-cr- etziingen ein mftigcS Nachspiel zu den Debatten der letzten Tage Über die Mackstv.Ziehungen zw.sa>en Parlament und Bundesrat. Und da wurden Die Öloiien vertauscht: die Dieb ne r Der Rechten wollten buiii Reichstag das Recht geven, Deoordnungen des Bundesrats zu kassieren, während die Linke fick) gegen diese Beschränkungen der Souveränität der Bcvbundeten Siegicrungcn auflehnte. Morgen beginnt die eifl: Lesung deS Etats. Autzerordcntticher üerbanöstag der mittleren post- und Ceicgiüphcu^ecrmien. Ter Verband miulctcr NeichS-Pofl- und Telcgrapi'endeanitcn Hal am letzten Tonneroiag einen auyevoiöeiiilid)en Veibaudsiaa nach Berlin emberufen, um zu Der Befoldungsirage Stellung zu nehmen. Aus sämtlichen Bezirken des Rcichspostgel icics ivaicn insgesamt 227 Vertreter der Bcziiksvereine heibeigeeilt, um, mir der Verba idstagsieuer , Cbeuelegrapbenaifiiienl Rehlände r- Berlin, in feiner Begrüßimgsaistprache betonte, gegen Die mit bei Beiotdiingsvoilage zu be'ürchtende Tegradalion der mitileien Post- und Telegraphenbeamlenjchasl Ltellung zu nehmen. Tas Hauptergebnis der Verhandlungen war solgeude einfümnug angenommene Resolution: vTcr aiiSevorbcnilidje Verbandstag deS Verbandes mittlerer Reichspoit- und Telegraphcn-Bcainlcn ei kennt an, daß die für Die Reid)sbeaniien m Aussicht genommene Ausbesierung Der Gehälter zusanimen nut Der beadsichtigien Auibesfeiung des Wohnuugögeld- »ufauisjes, ak Ganzes bctrad)let, wohl eine (SurfommenSüCil'elieiung omltcllt. Er kann aber das, was m Der Befoldungsvorlage iin die mittleren Postbeamten vorgefehen ist, unbedingt nicht als eine ausieicheude Auibefjerung gelten Iahen und erblickt Darm eine unverdiente Zurücksetzung gegenüber Den gleichwerti en preustischeti Beamten, stlnr eine Pliudesterhöhtuig der Gehälier Der Ober-Poii- und Lber-Telegraphenafsiiieutcu, Po«t- und Lelegrapheuaisistenien und Poitverivalier u.n 15uO bis buuu Alk. am 18uü bis i>G' U Pik., erreichbar ^n 18 Jahren, außer Den <ür Postvertvalter schon vorgesehenen otcUcn;iil(igen, Der Post- und Telegrapheujekretäre von 170j bis tzdvo 'Ult. am 220U biö 42L0 Pik., wie |ie «oioohl Der 17. als auch Der 18. ordentliche Verbandslag für noiiuenDig erachtet hat, der Ober-Post- und Ober-Tetegravhensekreiäre und Ponnreisiei von 2100 biS 4.5,0 'Ulf. am lölu bis 4 00 Mt. m lö Zähren und eine pensionsfähige Zulage von 300 Mt. iiit Das älicne Zituel Der Ober-Poniekretäre und Postmelfier würde Der auBciüiDcmlidjen Preissteigerung m Den letzten Jahrzehnten einigermaßen diechnung tragen und zugleich VorbilDtmg, Pruiungen rniD lu—— 'oicici Leäniien sowie die hiitorijche Eiitivtcklung Des Ltaiides Der Niittleien Posibeainien berücksichtigen/ Als eine uoilueirieDigenDe Regelung der Gehaltstage der Mittleren Reichs-Post- und Telegrapheiweamien ist jeDod) nur Die Turchiuhrung Der Personalrewrni nach Dem Befditnsie des Üieichs- tages bet Der (Xiaiberaiung im yebruar 10U7 anzujehen. Die Revision del AlohnungSgelDziifchusses hat alle ü Zähre zu | erfolgen.* ferner nahm der aulserordentliche VerbandStag zur Zrage der Besoldung der nicht angefleUien Beamten folgende Entschließung em|iimmig an: ,Ter außerordentliche VerbandStag des Verbandes mittlerer ReichS-Post- und lelcgraphenbeamieii nwariet, daß Die Bezüge Der nicht angcsteltten Post- und 5.elcgiai.'l)eiig|fi|iciittii in Anbei rächt der Teueiungsverbäilnifse erheblich auigebefseri und mit Rücksichi auf ihre Vorbildung Den Bezügen Der ans dem Zivllanwärieiftande beruotgegangeucii glcidjivemgeii dlälartfch beichäitigten Beamien Pleilpcils gleichgestellt werden.' Jin weiteren fand au'Antrag von fi e 11 n c r-etrabburg (6lf.l iolgenDe tLnlfchticßling einstimmige Annahme: ,Ler VeioiindSvoisland hat mit allen 'Ulitteln bulnr eiuzu- treten, Daß Die von Der Regierung gewiderte besondere Zulage, Die Den Reichs • Eiieiibahlcheamien, neben dem gleicheii Gehalt miD IsohnungsgelDziischuß wie Den Postbeaniten gewährt weiöcn soll, auch den Postbeamten in GlfaB-L'othrnigen bewilligt werden. Tie lür Die Zulage gegebene BegrunDuiig tuffi tu ganz besonderen- Ulaße out Die im ^teichslande beschaUiglen Postbeaniten zu.' Alu einem begeiucrt au'getioiiuiieneii ^)och wurde öc-' oußer- ordeutliche Berbandstag um 5 Uhr nuchuiitiags geschlosseli. Zur Lage lu Prag. Die Sozialdcmolra^n hu^it Die ■nug.'r Stadt gemeinde, ben Bürgerm-e.ster und Die SlaDfatte aufgeiorvcct, Die Bürgschaft Dafür zu übernehmen, Daß Die Ruhe und CrDnung nützt weiter gc stört werben, damit üu ZtUerefse Der Durch Die Tumulte und Au- iperrungeti jdyuct ßefdjubigten Gcsck-äststvcli twch vor du Weist uad.iswod-e Das Siauo.rdst aufgehot,cn iiniuc. Die Stutzt ist ooilL-nuuen ruhig. sl'üan nimmt Daher tnaügi.beiiDiii Ottes au, oaß cs möglich sein werde, Du» Swiwreckst twih vor Stkil/nadj-icn auüul)cbcn. Zeooch wirb Die Zerg^eruttg gleichsails an Die Bevölkerung Die ernste tzstahnung r st ist en, fortan jeoe demoitslralibe M'unbgebung zu unierlafjcn, Da sonst Das Smitdreckst sofort wieDu veilst.ttgl wurde. ZtistvisustN ist es in Brü; aoenna;ä zu Temon- strationen uno Zusammensttztzeit zwischen Deuischeu uno Tschechen gekommen. Besonoers tsch.chifchc Dragviler nahmen l_I gegen o.e Deutschen eine DeDrohiiche Haltung ein. Zu cru|Lii AuS- schrettungett kam cs auch in Pilsen. Dort war besoittzers Da» orutschc bjiuty und Die Wohnung des Deittjck^n LattDman>imiit.slus 2r. Sdjrcliier gefährdet. Sehr zu vegcuchn ist es unter diesen UmstänDen, daß in einer gestrigen Bollvusaui.ntt.ng Der diuliastrviheiilicistn AogeorDnetiii ui Willi Der Zus a in e >t s chlnß des D e u t s ch f o r 1 s ch r i 11 l i ch e n, De s D e u l i c^> r a o i l a i e n u >t D D c s D e u t s ch nationalen Verbandes beschlossen worden >st Die Partei ivipo De st Titel „narionaier Verband Deuts chsovl-schr ittlick-c r Abgeordneten" führen. Ter Zusammenstotz en der Montetiegriaifchkn (Srcnze. Die „Siuhl r ad,-richten auS Bcsitien sästiuen ;u begütigen, Daß an Der monlenegrinija-eii Grenze ein Ziisanrmenstoß statlsand. Er soll sich am Sonnlag Den 29. November -wischen einer aus 70 Mann bestrhenden luotcilung lko o. des ^ni.-oieg'ls. ’Jii. ü8 unD einer großen ntoniencgt‘uuiu>eii ^xtiibc hart an lkt Grenze, teooch aui i-erzcgowinüch-'tn Gebiet zugettagen haben. G.st touren Der Ober Leutnant Traktter und ztoei Znsa.iieristta aus Dem Hinterhalt ersck,o,scn wo»den, unmittelbar Darauf sei die ganze Banoe zum Vorschein q Lntnicn. Die ost-rrcm,rsche Aotetlung gab yeuer, ivodurch u-x yjumtenegriner gelotet wurden. _ Antuich wird ici Zuiammetlsdutz iwa, jetzt geleugnet, unb es heisst, Daß Trackler Das wvier eines Unfalles geworden sei. Ocuttzches NeicL). Der D u ndeSr a t hat Die Vorlage über Die Zulassung von BÖrsenrermiiigesd-uften in Anteilen von Bergwins- uno Zadrtt- unternehmuligen angenommen. Tie LanDesbersanimlung in Braunschweig hat mit 24 gegen 23 Stimmen Die Gesetzesvorlage betretsend Die Bewilligung von 200 UUU bitt höchstens 22ü ÜUJ Marl aus Staats- niittcln zum Ausbau DeS W e s e r h a f e n s in Holz,m i u ö c n angenommen. Tie Stabt ttnb bet streis Hvlzminben haben zu bett aui 325 003 Mk. geschützt n kosten 125 00J Mk. beizutrageti infolge bet b e t a n n t e tt d) ü d i n g - s2l n. q c l e g c n » Oeit steuert Personalveränderungen bei Der beteiligten Rejiierungs- behorbc bevor. Ter LanDrat 'Jia6c, ber in ber Sache vielfach genannt wurde, wirb seinen jetzigen Posten mit einem neuen an ber Regierung in Gumbintten verlauichen. Wie es heisst, soll er ber borligen Schulabteilung überwiesen werben. Der Re- gierungSpräsident v. jivcierowSki weilt bekantitlich auf Urlaub. Der bis zum 1. Januar 1909 wahrt. Man nimmt bestimmt an, Daß er sein Abschiedsgesuch einreick>en werde und nicht mehr in seine Stellung -strückkchrt. Ucbrigcnd weilt, tote man hört, Sd)ücking gegenwärtig in Berlin, um beim Minister des Znnern, von Moltte, Demnächst eine AuDienz nachzusuctzcn. Tie Diesjährige Wintertagung Der Deutschen SVo I o n i a l g e i e 111 d) a f t janD gestern uonnittag im Stabt- verorDnetensaale Des Ra'l-auses in Berlin statt. Herzog Zohaiui Albrecht zu Mecklenburg, Regent des Herzogtums Braunid)weig, eröffnete Die Sitzung, an Der Die Staatssekretäre Ternlwrg unD Tirpitz teilnahmeti. Durch eine Ansprad)e, Die sehr beijälltg aus- genommen wurde. Staatsfelretiic Tirpiy machte einige Mit- rcilungcn über Die von Deutscher Seile geplanten Schritte zur For- Dcrung Des chinesischen Unlerrichlsivcscns in Sliautschou. Hieraus wurDen gcichasckiche Tinge erörtert. Ter Unter st aatssekretärimAuswärtigen Amt, Dr. S t e m m r i ch , hatte bekanntlich mit Rüdsicht Daraus, Daß er zur Zeit Der bekannten Vorgänge nut Der Leitung Des Auswärtigen i-imtcs betraut war, seinen Abschied eingereicht. Da jenen Vorgängen kein Anlaß zu Dem von Herrn von Stemmrlch getanen Schritt -u entnehmen war, ist seinem Gesuch keine ivcitere Z-olge gegeben worben, |o Daß ber Unterstaatssckrctar in feiner bisherigen Stellung Dem Tienst erhalten bleibt. AuslanS. Die italienische >. u ,.i... i . t,.u sich in den letzten Tagen sehr eingehend mit Der aiiswärtigen Polit.k unD Dem Lreiounde jc]d;iufu2‘. yfaü) Der g.steigen ötanuneriltzung. Die nut einem Vertrauensvotum ftr Die Regierung enve.e, ianD zwischen dem 11 uiijterpr*;| loenten Gioilitt, vortis unD Dem Minister Tilttrni eine Ausspiad-c statt. Die ci:i allgemeines Einvernehmen Dec Drei Staatsnstruuer ergao. Vlcioen T-ttonL scheint DaDi rch bis auf weiteres gewährleistet. Skreta. Ltze aas Diplomatischen Kreisen verlautet, wird die kretische Zrage binncÄ lurzem m praktischer Weise gelost sein. Da Griechenland für Die Znfel einen bestimmte» Betrag zahlen will und Die Pforte sich Dicier Losung geneigt zeigt. Die ErmorDung Des Generals Ismail Mahier Pascha soll Den Sultan lief erschauert haben. Auch sonst steht Atzdul HamiD unter Dem Druck zu nehmen Der seelischer Depression. Zwisd-cn ihm und dem Komitee su/weut ein Kamps wegen Erössnung ocS Parlamen.S. Diese fotDcrn, Daß Der Sultan Den Akt Der Parlamcnlserösinung perjonlich wnununi und Den Eid aus die Bcrfajsung vor Dem veilamnieUeu P arm ment iwdstuals aolcgt. Der Sultan oagcgm will Die Thronrede Durch einen kaiserlichen Prinzen oDcr Durch Den Großwcfir verlesen lassen. Falls Der Sultan aui seinem Lorhaoen besteht, sieht man sü-werw.egenden jeumpiiEdiünicn entgegen, unter Umstanden ein Thronweu»el. Muleh HafiD. Zn Tanger ist Die Antwort Mulch Hasids uuib \c ihm vom Tvhcn Des Diplomat.saicn jiuipd zug.stzilte Rote über Die Bedingungen feiner 'jlncvfennung eingegangen. Der Sul- iaii nimmt Die BeDingungen der 'Jlote an, macht ledoch einen gc- wifjen Vortzel-aii htUsichllich Der letzten Schaldcu Abdul Ajis und Des Viack/sens. 21 tu JstaOi unö Canö. Gicpcn, b. Dezember 1908. Die Gartenstadt ist ein Losungswort Der Volksgesundheit unD der Wohnungsre- lurm geworden. Ans Dein internationalen Wohnungslongrctz m Englond, au; dem Kongreß für soziale Hygiene unD Deinogruphie zu Berlin, wie ans Dei|d)ieDcncn aiidecen beDeuildinm Tagu.igcn vorigen Zahres ianD Die GartenslaDtsrage allolge haben DiCier Bewegung innerl)alb kurzer Zeit wichen Anklang verfchaift ? Die GarienstaDibeiOtgung knüpft an Die immer mehr hervorlretenDe Tenoenz Der Abwanberung gewerblicher Betriebe aus der Grotz- l'tübt an, in Der Die Znoustcie unter zu hohen Mieten fowie unter Probuktions- unb Transportschwierigleiien Icioct und eine gute Wohnungsbeschaf fung, namenilid) für Unbemittelte, unmöglich wird. Anstatt Der isolierten Ansiedelung einzelner Betriebe in Der Nachbar ichast Der Grotzstabt empfiehlt Die GarlenstaDlbewcgung Die ge» miinichaftlichc Aniiedelung zahlieichcr Betiiebe au| billigstem N-.w- lanb in geeigneter Bcrkehtsiage. Sie gelangt auf Die,em Wege zur GrünDung neuer StäDte, Die auf Grund eines vorher gewonnenen Bebauungsplanes gesunD und zweckeutfprechcnb gestaltet werden, allen BevöllerungSi.a.scn eine billige unb angenehme Wohnweife ermöglichen und Dem Gewerbclcbin Die Denkbar bcsiyu Transport- unb ArbcitsbeDinguiigen sichern. Als Trager jolchi.'.' GrünDungen beult sie sich gerne.nnützige Terraingesellichastcn oDec Gcnosien- id)aften. Tie Garlenstabtbewcaung will ähnliches tun, was heute Die Terraingc ettschaiien Der Vororle mit einer plan mäßigen Er- ichließi-ng vtn Gelände für Wohn^ unb Zniustri zwecke tun. Nur luul |ie ihr in g.iuno^a- Form, unter Ausschtiepung jeder Bodenfpelulalion verwirllichen, so batz öie Vorteile solcher An- licbclungcn bauernd ber Gesamtheit ber künftigen Bewohner- jchafl geiichert sind. Und sie will es endlich in größerem Matzstabe, aus größerer Flache tun, in Der Ueberzeugung, Daß dieser größere 'Maßstab Das Ausfuchen billigsten Landes ermöglicht und alle Die Nachteile vermeidet, welche iiolierte AnsieDelungsexperi- mente zmveilen gezeigt haben. Ter Schritt zu einer solchen großzügigen und von «ozialem Geiste getragenen AnsieDelungstätigkeik ist bereits in Der Wirttichieil getan worben. Zn England hat sich eine gemeinnützige Gcfcilschast mit eine n Kapital von 6 Millionen Marl geoiltzel und zu Lelchworth bei Hitchin (53 Kilometer nördlich von London) eine solche Stadt gegründet. Sie l-al vor Drei Jahren ein Gelände von 6403 Morgen erworben unD deren Besiedlung in Die Wege geleitet unter Vornahme Der nötigen Auf- id)lic6ung$ürbcitcn (wie Schasfung einer Eilenbahnstation, von Gas- und Wasserleitung, elektrischem Slraslwerk, Straßenbau rc.) sowie aus Grund eines Staolplans, welcher bei Sicherung einer weitläufigen garlcninößigen Bebauung eine Ansiedelung bis zu 30 000 Einwohner vorncht unb ber Znbustrie in Form von An- fchluhgcleisen und Kraslversorgung günstigste ProDuklionsbe- Dingungcn bietet. Tiefe Gründung war von großem, fast unerwartetem Erfolge begleitet. Nach drei Zähren ist heute, wo vordem rein lanowirtichaftlichcr Boden gegeben war, eine Stabt von jchon 5000 Eiitivohner entstaiiDen. Und wo vordem nur landwictfchasiliche Geräte arbeiteten, gedeiht heute Tank ber Zu- wanberung von bereits elf inbustricllen Betrieben ein reges Ge- werbelcbcn. Doch blühte Dies auf, ohne Die Landwirtschaft zu verjagen. Tenn Der Stadlplan weist Der Stadt, bi.* sclost 2JcO Morgen einnchmcn soll und reichlich Raum jür Privatgärten bietet, eine baujreie Zone von über 4000 Morgen zu, Die stets Der Landeskultur Dienen unb gerade für diese m intensiver Weise erschlossen roetben soll. Hier ist also im wahren Sinne eine Vermählung von Stadt unD Land, eine richtige Gartenstadt entstanden. Auch in Deutschland hat die Bewegung gute Erfolge erreicht. In Stcirlsruhc, Chemnitz, Magdeburg, Nürnberg sind Gartenvorstädte in Vorbereitung und bei Dresden wird Die erste Gar- tenftaDt „Hellerau" gegenwärtig zu bauen begonnen, lieber Diese wichtige Bewegung wirD Der G.neral-Sekrctär Der Teutichen Gar- tensiüdlgefclischast, Herr Slampssmeyer, unter Vorzeigung vorzüglicher Lichtbilder in der nächsten Woche hier im Bürgeroerein sprechen. » ** Der Heilstättenverein für das Großher- $ o g t u ni Reffen hielt am Dinnerstag unter Dem Vorsitz uco Geh. diegicrungsrats Tr. Tietz im Sitzungssaal Der LanDesoersicherungsansialt zu Darmstadt eine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Ter Vorsitzende erstattete 5tiiiächsl Den Geschäftsbericht für das Jastr 1907, gab im Anschluß daran einen iuteressaulen Uebcrolicf über Die Forlsckiritte in der Beiämpsung der Tuber tu! )fe ut Teulschlaud. Auf Detreiben des seinerzeit in Berlin gegründeten Zentralkomitees seien bereits 99 Volksheilstätten zur Bekämst,ung Der Seuche errichtet worden; dazu kämen noch ca. 40 Prioatheilanstalicn, und dank dieser großen Pjlegstätten sei man in Der Lage, wenn man Durchschnitt-» üch für jeden Kranken eine Pftegzeit von drei Monaten rechne, rund 50 600 Tuber'ulofe im Jihre unlerzubringen. Mit dem bisherigen Fortschritt in Der Errichtung von Furio rgc- und Beratungsstellen ist der Referent nicht zusrieoen; es würden Dieser ,egensvoll'en Einrichtung namentlich in oen ländlichen Kreisen noch viel Schwierigleiten entgegen- gestellt. Tie Furforgestelle in Mainz uno einigen anderen Städten sei musiergittig einßcriLjtet; im Worm,er Kreise fei mit Erfolg der Ver,Ull) gemacht worden, auf dem Land« regelmäßige Sprech, mnden zu.r Beratung der Kran len ab* ükflN!!« MFtMt r. UI ja vom Aramzcc ch. mischen Untersuchungsamt vertrat die pr. Pr. 0,80-1,00 9)if., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Lck., Hähne pr. SchwurgerichtZfall für die am Montag, 7. d. Mts., vor- Güngeric vor dem der ostafrikanischen Riesenkrater" zutreffend erscheint. In Tiefe des Kraters befindet sich in der Regel ein See stark salzhaltigem Waffer. Trinkwaffer ist ein schwer zu schaffender Artikel und die Vegetation dem entsprechend der mit be- nnr die mittags 9*/3 Uhr, die Sache gegen den Taglöhner Georg Schmidt von Eichenrod wegen Brand st iftung an. Die Anklage wird von Oberstaatsanwalt Lang vertreten und die Verteidigung führt Rechtsanwalt Römheld. •* Evang. B it n d. Tie Mitglieder und Freunde des eoang. Bundes seien nochmals auf den morgen, Sonntag abend in Steins Garten slatlfindenden erften F a >n i l i e n a b e n d de-ö Winters hingewiesen. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich ist, wird Professor D. Dr. Schian über den „Frieden zwischen den Konfessionen" reden, und der Zweigverein dar' hoffen, damit einen, allgemeinen Interesse zu begegnen. Außerdem werden musikalische Tarbtelungen gesanglicher wie instrumentaler 9lonir die Aitwesen- den erfreuen. Bei freiem Eintritt sind alle Evangelischen herzlichst eingeladen. ** Silberne Hochzeit feiern morgen, Sonntag, Graveur Karl Schivan und seine Ehefrau Anna, geb. Möser. ----Kinzenbach, 4. Dez. Die Viehzählung am letzten Dienstag hatte hier folgendes Ergebiiis: In 131 Gehöften wurden 99 Haushaltiingcn mit Viehsland und zwar 23 Pferde, 489 Rinder, 179 Schafe und 279 Schweine gezählt. Vor 2 Jahren ergab die Zählung in 100 Haus- Haltungen (125 Gehöften) 26 Pferde, 479 Rinder, 132 Schafe und 321 Schweine. an den Bachrändern von .Bevölkerung ist wenig zu völlig unbewohnt sind. ••9115 einziger letzte Periode d. Is. steht halte ntich fest! O o, Vater, die schwanz- liche Dinger haben mir leiD getan. Der Vater war ganz grausam: er rittete faster, beim besor und riechte den .Ho, mit großer Elend. Da war feine mehr Gesäuse len und Lüften; aber das Zunge hatte bereits getötet sein und lag geborsten in seine Arme." Gießen, 5. Dezember, u. -u 111> erirfit.9(itf heutigem Wochen martte kostete: Luitcr r-r. Pfd. 1.20—1.25 Lik., Hühnereier 1 St. Sachs,engoricht jur Verbannung. Trr »uhalten und durch möglichste Aufklärung und Belehrung der Verbreitung der Seuche entgegenzuwirken. Sehr not- wendig sei, die Kranken möglichst frühzeitig aus der Familie zu entfernen, es werde aber von ihrer Unterbringung in den Krankenhäusern noch nicht genügend Gebrauch gemacht. Die Tuberkulose müsse besonders im Kindesalter energisch bekämpft werden. Für Erwachsene seien gegenwärtig ccl 80 Walderholungsstätten begründet, doch hätte die vor einigen Jahren bei Darmstadt errichtete Stätte bisher nicht den gewünschten Erfolg gezeitigt. — Ja der Debatte machte Kreisrat Dr. Kaiser-Worms Mitteilung über die dortigen Einrichtungen: es seien im Kreise 5 Fürsorgestellen errichtet worden, für die der Kreis 3000 Mk. bewilligte. Er sei dafür, daß auch die Landesversicherungsanstalt mehr Mittel für diesen Zweck zur Verfügung stellen möchte. Kreisrat Fey- Friedberg hält es für notwendig, daß Staat und Provinz mehr für hie ärmeren Mt* • . ’ ■ Reg.-Rat Dr. Dietz betonte, die Landesversicherungsanstalt sei durchaus nicht in der glänzenden Lage, wie man anzunehmen scheine; sie habe zudem schon rund 2 Millionen Mark für Heilverfahren geleistet, es sollten für Errichtung neuer Fürsorgestellen auch die Kreise und die Städte mehr herangezogen werden. Aus der Beratung des Voranschlags, der in Einnahme und Ausgabe mit 137 000 Mk. balanciert, ist zu bemerken, daß der Etat für die Eleonoren-Heilanstalt sich aus 128 000 Mk. beläuft. Die Versammlung genehmigte den Voranschlag und den Rechenschaftsbericht für das J.chr 1907. Die Neuwahl des Vorstandes wurde mit wenigen Veränderungen vollzogen. •• ZumHoch!and derRiesenkrater inDeutsch- Ost a f r r k a. Wenn jemand auf der Karte die Gegend zwischen Kilimandscharo und Viktoriasee aufsucht, so belehren ihn eine Menge weißer Flecke, daß die Erforschung dieser Gebiete noch geringe Fortschritte gemacht Kat. Das feindselige Verhalten der Eingeborenen, der Massai, ist die Haupt- veranlassung zu dieser Qiiffallenbcn Tatsache. Erst in den letzten Jahrzehnten versiichten Forscher wie Dr, Fischer, Gras Teleki in Verbindung mit Leutnant Höhne!, soivie Dr. Oskar Baumann in das gefürchtete Gebiet vorzudringen und einiges Licht in daS Dunkel zu schaffen. 9(in eingehendsten erforscht wurde das unbekannte Land in den Jahren 1904 und 1906 durch Professor Dr. Uhlig und in der Folge von seinem Reisebegleiter Dr. Fritz Jäger. Letzterem bot die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in ihrer letzten Vereinssitzung Gelegenheit, die dabei gehabten Erlebnisse zu schildern. Der Vortragende ließ sich dabei in zwangloser Weise über den Verlauf der Expedition und seine Forschungsergebnisse aus, unterstützt durch eine Reihe von Lichtbildern, die zum Teil den malerischen Stimmungsgehalt der Landschaft aufs beste zur Geltung brachten. Der Forscher konzentrierte seine Haupttätigkeit auf die Erforschung des Hochlandes westlich der großen afrikanischen Grabensenkung, die vom See»,gebiet nach Norden streicht und erst im Iordantal ihr Ende findet. Schon Baumann hatte berichtet, daß an dem von ihm entdeckten Njarasasee sich ein Schneeberg erhebe, der den Kilimandscharo an Größe überträfe. Es wurde nun festgestellt, daß tatsächlich ein solcher Berg vorhanden ist, wenn er auch an Höhe hinter dem höchsten Gipfel Ostafrikas zurücktreten muß. Eine mühselige Besteigung des von den Eingeborenen Oldonye l'Engai d. i. „Berg Gottes" ge- . nannten Niesenkraters gestattete einen Ueberblick über den eigenartigen Charakter des westlich des Grabens gelegenen Hochlandes. Krater an Krater erhebt sich über dem steil abfallenden Grabenrand, manche von einem Durchmesser von 20 Kilometern, so daß die gewählte Bezeichnung „Hochland Ansicht, daß Dollnllllll mindestens 3 Prozent Fettgehalt haben müsse, und wenn G. Kühe im Stalle habe, die Milch mit besagtem Fettgehalt nicht gäben, diese Tiere, durch andere ersetzen müsse. Dem wiedersvrack der Vorsteher de§ Darmstädter Untersuchungsamtes Dr. Krüger. Er deponierte: Der Landwirt könne sich sein Vieh holen, wo er wolle, ob Höhenvieh ober Niedrrungsvieh; die Hauptsacs>e sei, wenn die Milch ein unverfälschtes Naturprodukt, oipie jeden Zusatz aus einem in hygienischer und reinlicher Hinsicht tadellosem Stalle stamme. Diese brauche als Vollmllch nicht 3 Prozent Fettgehalt zu enthalten. Krüger erklärte die Mrlch- verkebrsordnung für veraltet, es sei höchste Zett, sie umzuändern. Das Gericht erkannte daraufhin auf Aufhebung des Strafbefehls und begründete dieselbe damit, daß, wenn die Milch als unverändertes Naturpwdukt mich weniger als 3 Prozent Fettgehalt habe, sie dennoch als Vollmilch verkauft werden dürfe. * Folgender Aufsatz einer kleinen Engländerin über Goethes „Erlkönig" wird der „Braunschw. Landeszeitung" zur Verfügung gestellt: „Es war spät, und ein Reiter trottete den heulenden Wind hindurch. F-ast gepresfet er hatte ein Junges sein Kind. — Mein Sohn, der Vater sagte, warum hast du eine so furchtbare Gesichte? List du nicht gut und bequem? — O, mein Vater, sprach der Knabe, seye das lange grausame Schweif von den Crl- lönig dort. — Ach all), mein Junges, das ist nur einiges Dast! — Und leise sagte das Ding mit das Schwänzlein: Komm mit mich lieber Zunge, unr wollen einen großen Spaß habe mit Blumen und Spiele! Und wieder rüst der Knabe: O o, Vater, der Erltönig immer säuselet leise! Dummheuten Tinge! sagte der Va.er, da ist ein wenig von Wind in den Blättern. Wieder sprach der Erlkönig: Tu bist ein seinen Bube! ZLomm, meine Kinder aus dich warten und dich hineintanzcn und lueigen und fingen, und wann du nicht toinmst, so brauche ich dich gewaltig. Ach, mein Vater, da sind noch manche Ertenttnoer, schreite der Knabe; nun halte mich fest! C tief geriüjtud.e Entscheidung an und so kam iy Uäje pr. St. 6—« Pf., Kasematte 2 St. 5—6 Psg Erbsen v. 18—24 Psy. Linsen p. Pid. 25-40 Pjg., Tauben vom gewesenen Parlament der Perser. Nur ein kurzes Leben ist der persischen Regierung be- schieden gewesen; die jüngste Erklärung des Schahs hat die Hoffnung auf eine Wiederberusung des aufgelösten Parlaments endgültig beseitigt, und fortan wird der Schah mit seinen Ratgebern allein die Geschicke des Reichs des silbernen Lötven lenken. Der denkwürdige Erlaß des verstorbenen Schahs Muzaffr Ed-Din, den der sterbende Herrscher zehn Tage vor seinem Tode unterzeichnete, brachte mit einem Schlage die Umwälzung Persiens zu einer parlamentarischen Monarchie. Ein kühner Schritt in ungewisse Zukunft war dieser Uebergang vom al^)r'entalisck)en Despotentum zum modernen Staatswesen, und schon damals zweifelten manche, daß dies junge ungeschulte und ungeberdige Parlament imstande sein werde, mit dem neuen Schah eine neue Zeit heraufzubeschwören. Ms das Parlament zum ersten Mal zusammentrat, zählte es 162 Mitglieder; seine ersten Sitzungen hielt es im Baharistan-Palaste zu Teheran, und wunderliche Szenen spielten sich dabei ab. Die Wahlkreise hatten sich nicht damit begnügt, je einen Abgeordneten zu entsenden; einem jeden von ihnen hatte das Mißtrauen der Wähler eine Anzahl von Delegierten mitgegeben, die feine andere Aufgabe hatten, als die Abgeordneten zu überwachen und deren Stimmabgabe nachzuprüfen. Bei der Eröffnung des Medjliß, des Parlaments, ergossen sich die unabsehbaren Sck)aren dieser Delegierten, der Anjumans, in den Palast, und im Sitznngssaale fanden die Abgeordneten kaum Platz. Um die Volksvertreter auch nicht einen Augenblick ihre heilsame Ueberwachnng entbehren zu lassen, kampierten die Anjumans dauernd in den Wandelgängen, dort schliefen sie, dort aßen sie und die Couloirs wurden zum Massenquartier und zur Volksküche. Die Sitzungen selbst boten dem Europäer einen ungewohnten Anblick. Im Saale gab es weder, eine Bank noch Stühle: alle Abgeordneten, den Präsidenten eingeschlossen, kauerten auf orientalische Weise mit untergeschlagenen Deinen am Erdboden, und so trugen sie auch ihre Nedekämpfe aus. Die Debatten waren öffentlich, aber meist hatten die Anjumans den Saal für sich in Anspruch genommen, auch sie waren auf orientalische Weise am Boden hingekanert. Man macht sich schwer eine Vorstellung, mit welchem Eifer und welcher Leidenschaft diese Aufseher der Abgeordneten ihr Amt erfüllten. Ein Abgeordneter erhebt sich, um einen der vielen Minister zu interpellieren, denn Persien zählt wohl die meisten Minister aller Länder, mehr als vierzig befinden sich im Amte. Der Abgeordnete beginnt seine Rede, diplomatisch wägt er die Worte, und seine Anklagen sind temperiert durch weise Vorsicht im Ausdrucke. Da setzt die Tätigkeit des Anjumans ein: Schimpfworte rasseln auf den bedachtsamen Volksvertreter nieder, wilde Verwünschungen, bisweilen beginnt ein Bombardement mit Gfcmüfcabfälten und dazwischen ertönen zornige Anklagen, er habe sich von der Hofpartei bestechen lassen. Außerhalb des Parlamentsgebäudes pfleg- ten die Anjumans sich in den Moscheen zusammenzufinden, die damit bald der Ausgangspunkt aller revolutionären Neigungen und der Sitz der revolutionären Klubs wurde. Achtzehn Monate lang, vom Januar 1907 bis zum Juni dieses Jahres, konnte man in Teheran alltäglich das gleiche Bild beobachten, bis zum 16. Juni, dem Tage, da der Gegensatz zwischen Schah und Parlament zum offenen Zwiespalt wurde. An diesem Tage begab sich der Präsident des Medjliß mit sechs Abgeordneten zum Schah, um die Abdankung einiger Minister zu verlangen. Zu gleicher Zeit aber durcheilten aufgeregte Scharen von Adjumans die Straßen, bewaffneten sich und flüsterten von einer gewaltsamen Entscheidung. Zehn Tage später hielt eine dieser revolutionären Scharen in der Sepah-Salar-Moschee eine Versammlung ab. Eine Anzahl Truppen zieht vorüber. Plötzlich werden aus der Moschee Bomben geworfen, sie explodieren und die entstehende Verwirrung wird das Signal zum allgemeinen Kampfe. Mit blutiger Energie trat die Regierung in den Kampf. Die von russischen Offizieren geführten Kosaken umringen das Parlament, um eine Anzahl Abgeordneter und Anjumans zu verhaften. Das Parlament weigert ihnen den Eintritt, die Geschütze werden auf das Gebäude gerichtet, und während in allen Straßen ein furchtbares Eewchrseuer beginnt, zertrümmern Granaten das Haus, in dem die Abgeordneten sich verbarrikadieren. Das war das Ende des persischen Parlaments. (bmcijtsjaaL fc. Frankfurt a. M., 4. Dez. Ter Kaufmann Eduard Kullmann in ypäenheint war in dem Gcfdkift seines Vaters tätig, • er verwaltete die Kasse und besorgte die Korrespondenz, sein Gehalt betrug 1800 Mark pro Jahr. Im Marz brach der ^ionkurs aas. Es stellte sich heraus, büß Eduard nach und nach 2 i 000 Mark der Gesll>iftst'aife encmmmen Halle. Ter Vater stellte keinen ouGjüiuiqj. elle S.aatsanwallsa/ast leitete aber ein Verfahren wegen Untreue ein, weil er ach Vevolim.ichllgter feines Vaters über Vermogensst.icle zu dessen Nach.eil verfügt bähe. Tie Straikam ner tehme uie Eröffnung des .^)auptber,aprens au, das Oberlandrsgericht beschloß es. Die Siraikaminer erkannte auf Fr e is vrec. i! n g mit folgender Begründung: Ter Sohn sei nur Ausführer dch Willens seines Vaters gewesen, aber kein Bevollmücinigter. Er habe sich ,uuar wegen Unten (Tagung ui hohem Grad strafbar gcniac,i, doch liege Lin Sirasamrag seines Vaters vor. Unterschlagung,, die gegenüber Verwandten begangen worden ist, kann n^mllch nur aus Antrag verfolgt werden. fc. Mainz, 4. Dez. Ter Besitzer des Mcchllingshäuser- Hofö bei E ichttm, G ü n g e r i ti?, Halle von dem hiesigen Voll- zeiamt einen Strafbefehl von 20 Mk. erhallen, weit die von ihm verkaufte Vollmilch 2,5 und 2,7 Prozent auswtcs, während der Mindestfettgehalt derseiuen 3 Prozent benagen muß. der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aul von auswärts nach Gießen flcbindite Kranke kommen. Wöchenri. Ueberficbt verCodeMlle L ö. Stadt Sietzen. 48. Woche. Boni 22. bis 28. November 1908. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 linkt. 1600 Mann Militär.) SterblichkeitSzisfer: 15,39° oe, nach Abzug von 6 CrtShembeii • 5,13 '!*>. Kinder Stück 0,80—l,80Mk., Gäule vr. Pld. 60—70 Ps.. Enten vr. Stück !,8j) bis 2,20 9)1 f., Ochsenkleisch vr. Pld. 78—86 Big., Slub- nnd Rindfleisch vr. Pfund 74—76 Vkg^ Schweinefleisch vr. Mund 80— 90 Psg., Schweinefleisch, gefallen, vr. Pkd. 90 Psg., Kalbfleisch vr. Pkd. 70—80 ^nnimelfleiicb vr. Pld. 60—80 Vlg. Kartoffeln vr. 100 Kg. 5.50—6.00 Mk., Zwiebeln vr. 3tr. 6,00—8.00 9)1 f., Milch per Liter 20 Big., Weißkraut ver Stück 10 — 15 Psg., ver Zentner Mk. 2.50—3.00. — Aerdcl ver Ztr. 8—10 Mk., Biriten per Zlr. 10—15 Mk. Nüsse 100 Stück 40—00 Bfg., ver Ztr. 0—00 Mk. Marklleil von 8—2 Uhr. ?0. Frankfurt, 4. De,. Hier langten au' dem hicnqett Markt 75 geschlachtete Schweine an, die rcüch zu billigeren Preisen als sonst mt die hiesigen Metzger abgesetzt wurden. Es starben an: Zusannnen: Erwachsene : un jom 1. Lebensjahr: 2. —15. Jahr Tuberkulose i m 1(1) —d — Emvlmsen i (i) KD — — Schlagstuß 3 3 — —— Emgckl Bnlch i a) Kl) — — Leberabsceß i «iy Kl) — — Lebeiisschwäche 2(2) 2(2) —r Sunune 9 (6) 7( ) 2(2) " ____ " \ ?( n m.: Tie m Zttanmiern geletzten Zislerm geben < m, wie Die | tvtar Bai« clett zu v Ac Ä» nici) befiel MÜtÜl Diei iDoröi I. bauai in en teilet b)r Mieteorologische Beovtrchtnngen der Station Gießen. Verlobte: Fräulein Mathilde Ploch mit Herrn Georg Schmitt, beide m Alsield. Vermählte: Herr Hugo Sonnenberg in Wehlar mit Frl. Dina Simon in Liuz a. Nh. Gestorbene: Herr Kottrad Stein in Grünberg. — Herr Heinrich Geisel in Angenrod. — Herr Heinrich Storck, Herr Georg Fleischhauer, beide in Bad Nauheim. — Herr Ambrosius Krausgrtll in Nteder-Weisel. — Herr Ludwig Schäier in Darmstadt. — Frau Ehristme Blech, Frau Luise Fischer, geb. Schmidt, Frau Charlotte Droh Witwe, geb. Ttetz, sämlltth in Wetzlar. Kird>lid?e UacbridbUn« Lvangellfche Gemeinde. Sonntag den 6. Dezember, abends 8 Uhr: wartburg-verein, Kirchslraße 9, mit welchem die Bereitiigung der konsirnuetten männlichen Jugend der Markusgemeinde verbunden ist: Vortrags-Abend. Dienstag den 8. Dezember, abends 8 Uhr: Vereinigung der, konfirmierten Mädchen der Markusgemeinde. Sc Aol Ziniil ver 1 in oe lilllt ekht L'ilu Dezember 1908 Barometer au> 0“ reduziert Teinveralur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit f ’C l Windstärke Wetter 4. 2" 755 8 4-2,0 5.2 98 Still Nebel 4. 9" 756,7 +1.6 5,1 98 E 2 5. 7” 755,6 -0,2 4,4 96 SSE 2 Hochs e Tenu leratur am < . bis 4. Dez. = 4- 2,4' C. Niedrigste ■ , 8 4. , = — 0.1 • c. Handel des %e/e Beichsanleihe do. 3% 58 30 Portugiesen 109.00 Berliner Itilrsc, 5. Dezember. Anfaugskurse. 141.70 4-z 4% 3?i 3% 18.90 143 60. 123.00 194*30' 19 00 Ungar Gold reute . Italien. Reute . . Portugiesen Serie I Harpener Bergwerk Laurah litte . . >.oinbarden E. B. Nordd. Lloyd . . fiirkenlose . . . 4 h’/, russ.Staatsanl. 1905 4J4°/e japan. Staatsanleihe 1 % Couv. Türken von 1903 Tiirkeniose...... 1 % Griech. Monopol-Ank . 4% äussere Argentinier . ö6/0 Mexikaner . . . 4>*o/o Chinesen . . - . Berliner Handelsgea. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bauk . . . Deutsch-Asiat Bauk Diskouto-Kommandit. . 97 15 92.25 92.20 14100 48 40 85.75 63.30 97.60 Dresdner Bauk . . . . Kreditaktieu..... Baltimore- und Ohio- Eiseulahn..... Gottbardbahn..... Lombard. Eisenbahn . . Uesterr. Staatsbahn . . . i'nuce-Beuri-Eisenbahu Elektnz. Lalnneyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Esebweiler Ber?werk . . Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg-Amerik Paket! llarpener Bergwerk. . . Laurahütto...... .\ordd. Lloyd . . . . Obeischles. Eisen-Industrie Canada E. B. . Darmstiidter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Teudeuz- fest. . 239.40 . 135 00 i.e per 11. Den c 5». inon y« . 179.20 . 147 DO . 195.30 Aktien Bochum Guss . . . Buderus E. W. . . Tendenz: fest- MEt. Aoll Aoüe foiort Ciie nuunj , 4Ue ociieot und Qi Sühi 117.00 118.50 188 20 188.30 110 70 193.30- 194 50 89,00. 9690 168 25 128 20 . 177.70 . 128.40 . 230.50 . 60.50 147.25 . . 219.20 . . 111.50 Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Glessen. Frankfurter Bör*e, 5. Dezember. 1.15 Uhr. 94.-0 85.25 04.60 85.1 ' 92.90 92.00 98 40 97 30 92.50 316®/, Konsols . . . do. . . . . •S>j0/0 Henon..... 3>4°/, Oberhessen . . . 4 % Oesterr Goldrente. 4*/a *t> Oesterr. Silberreute fi-Si richt Peru G:' einld elcci ilom nm Ei Geschäfts - Empfehlungen uetctl biUtglt BrW'iche Uniöerfiiäts Druaeret. StekeL Für den ©elarf Weihnacht & Neuheiten, D1 Hosenträger — Taschentücher — Socken — Manschettenknöple, ünterzeuge Seltersweg 8 Sellersweg 8 L o>-osseum O-iessen elepbon 641 (trüber Gnie Vcib) iüoiji'lUU amötag, den 5. Tczcmbcr IOO« *7 Zimmer Maniardeu-LL-obuuug 678b, 4-Ztmmer-Wohn. zu wenn. Preis 2/j Wik. Niarburg. Dir, 0«. 16:^2 »u uernucieiu tha> [6W9 April au vermieten. 9laheres »yvnutiurter Str. 20. mieten. iSubroeg <> a. d. Kaiserallee. OOWiZ, Einfach mouliericG Rimmer ] A, zu vermieten. Neuuadt 10, tII. m Oöfr.H, Sollte di neuer können Ko ll' u. VofliS erhalten. Liaucbürg 3. lß,7/10 ceflckliert. 0>r. 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