erster Linie I auch da, Bestätigung I beiten o v e d Stadtrheaters. s SSE S slill el^ungen. m eingetroffen.) n wurde zum unab- mova proklamiert. WarfjtiHigen ‘KCII. ' 141.1» ,178j0 146.9» , 200.50 , 90 ' 20 ' 148.Ü 126.* 4 2 still zeitige und weitgehende Vorbereitungen aller in Betracht lommenden Körperschaften iuirb der Arbeitslosigkeit und ihren schlimmen sozialen Folgen mit gutem Erfolge end gegengearbeitet werden können. gemäß für die veränderte Situation am Balkan in t in Betracht kommt, der Türkei, zu überlassen. Eine Bestätrgung erfährt diese Auffassung wohl auch durch den Umstand, daß Reichskanzler Fürst Bülow seinen Aufenthalt in Norderney ernstweilen nicht zu unterbrechen gedenkt, sowie daß dre Rückkehr des Staatssekretärs von Schön aus Berchtesgaden nicht beschleunigt werden wird. Die Entscheidung über bfrieg oder Frieden auf denr Balkan liegt in diesem Augenblick allein bei der Türker. Die Bulgaren scheinen den Ernst der Lage kerneswegs zu verkennen, denn das bulgarische Kriegsministerium hat alle rm Auslande weilenden Offiziere einberufen, um Offiziersmangel zu decken, der durch die demnächst erfolgende Einberufung werterer 50 000 Mann entsteht. Die in Agram, lebenden mrlrtar- pslichtigen Bulgaren, hauptsächlich Studenten und landwrrtschaft- liche Arbeiter, haben Befehl erhalten, sofort in ihre Heimat abzureisen und sich bei ihren Truppenteilen zu melden. Agramer Blätter berichten, das 13. österreichische Armeekorps habe Befehl erhalten, vorbereitet zu sein, um jeden Augenblick in Bosnien einmarschieren zu können. Eine beträchtliche Komplikation erfährt die durch die Unab- hängigkeitscrklärung Bulgariens geschaffene Lage jetzt durch die Meldung, daß Oestcrreicki-Ungarn heute die Einverleibung Bosniens und der Herzegowina proklamieren werde. Wie in Agram verlautet, hat das 13. Armeekorps Befehl erhalten, sich für den Abmarsch nach Bosnien bereit zu halten. Das 7. Korps ser bestimmt, das 13. Korps in Kroatien zu ersetzen. 3onnenfd)eiii Lew. yimnit Nebel ** Landtagswahlbewegung. Die Nationalliberalen stellten im Wahlkreis Lampertheim-Bürstadt den Gutsbesitzer Goebel von Groß-Nohrheim als Kandidaten auf, während im Wahlbezirk Pse d dersh e in: der seitherige Abgeordnete Finger von ihnen wieder aufgestellt wurde. Beide Kandidaturen werden von den National- liberalen unterstützt. "Auszeichnung. S. K. H. der Großherzog haben dem Kreisbauinspektor des Kreises Groß-Gerau Albert Plitt den Charakter als „Baurat" verliehen. "Bestätigt. S. K. H. der Groß Herzog haben die am 30. Septeniber d. I. diirch die Stadtverordneten- Bersammluug erfolgte Wiederwahl des Baurats Ferd. Albert Friede. Kuhn in Mainz zum besoldeten Beigeordneten bei Provinzialhauptstadt Mainz bestätigt. 203.’ 206; 231 82.N 140» Die Inhaber von Gutscheinen seien darauf hingewiesen, daß Ludivig Fuldas liebenswürdiges Lustspiel „Zwillings- schwester" mit Frl. Claire Albrecht als Giuditta, das morgen als erste Mittivochs-Abonncinentsoorstellung in Szene geht, an den anderen Abonnements-Abenden nicht mehr wiederholt wird. " Der Turnverein Gießen hielt am Sonntag sein Ab turn en ab, das in allen seinen Teilen einen schönen Verlauf nahm. Am Vormittag maßen die Turner und Zöglinge ihre Kräfte in einem Wetturnen. Die Turner turnten die volkstümlichen Hebungen Freiweithochspringen, Weitspringen, Kugelstoßen, Hindernislaufen und eine Freiübung, die Zöglinge an Reck, Barren, Pferd und drei volkstümlichen Lieblingen. Am Nachmittag vereinigte dann ein Schauturnen, während dessen die Kapelle Bauer konzertierte, die Turnveceins- angehörigen in recht stattlicher Zahl. Von 50 Turnern sehr flott ausgeführte Stabübungen eröffneten die turnerischen Darbietungen, worauf Männerriege, Aktive und Zöglinge in einem Riegenturnen ihr turnerisches Können zeigten. Die Abendfeier war ebenfalls recht gut besucht und verlief in bester Weise. In ihrem Verlaufe begrüßte der 1. Sprecher Kaufmann Althoff die Anwesenden, um im Anschluß daran einen kurzen Rückblick auf die turnerischen Ergebnisse des Vereinsjahres zu werfen. Er sowohl, wie Turnwart Häuser betonte, welch guter Geist gerade jetzt den Nachwuchs beseele, und mahnten zur weiteren treuen Mitarbeit an den Veceins- aiifgabcn. Das von dem Turnwart verkündigte Ergebnis des Wetturnens war: Turner: 1. Preis Karl Loos mit 59l/2, 2. Alex. Hild mit 5172, 3. Karl Köchlin und Theo Witlenvächer mit je 37, 4. Ernst Köttschau mit 35, 5. Gustav Pseiffer mit 26 72, 6. Kail Müller mit 24 Punkten. Zöglinge, Oberstuse: 1. Georg Albold mit 1317,, 2. Enul Töpfer mit 128, 3. Ernst Rödel mit 115%, 4. Hugo Roienbaum mit 1157,. 5. Hch. Rathes mit 108, 6. Karl Gering mit 1037,, 7. Ludivig Klotz mit 101, 8. Friedr. Bellos mit 947, Punkten. Zöglinge, Unterstufe: 1. Theodor Bäulke mit 1337,, 2. Heinrich Enders mit 132, 3. Peter Krcmmer mit 1277,, 4. Albert Leunmg mit 126, 5. Wilhelm Schwarz mit 122, 6. Georg Bellos mit 114%, 7. Heinrich Fritzfch mit 1067,, 8. Wilhelm Hahn mil 105, 9. Aböls Angermüller mit 100% Punkten. Im weiteren Verlauf des Abends gab das Vereinsmitglied Redakteur Heß einen Bericht über das deutsche Turnfest in Frankfurt a. M., während die Turner durch eine Vorführung am Doppelbarren noch einmal ihre besten turnerischen Leistungen zeigten. Der nicht große, aber gut gc- schulte Sängerchoc sang unter Herrn Kastens zielbewußter Leitung einige hübsche Chöre. Ein flotter Tanz endigte das schöne Fest, das in echt turnerisch-fröhlicher Weise verlief. " Hofrat Rothschild soll am Sonntag in der Med. Klinik einen Selbstmord versuch unternommen haben und daraufhin, wie gemeldet, in die Klinik für nervöse Kranke übergeführt ivorden fein. ** Selbst m o r d. Gestern nachmittag machte eine hiesige sehr beliebte Geschäftsfrau ihrem Leben durch Erschießen ein Ende. Die bedauernswerte Frau war ** Aus b e in B u u, wo es tatsächlich geschehen ist, reichen biese Ar- _______ oft kaum zur Beschäftigung der Hälfte aller Arbeitslosen aus. — Auch für den kommenden Winter sind ähnliche Maßnahmen getroffen. Der preußische Eisenbahnminister hat meyreren Eisenbahndirel'oren im rheinisch-westfälischen Industriegebiet aufgegeben, zu prüfen, ob und in welchem Umfange es möglich sei, einen Teil der in der Industrie beschäftigungslos gewordenen Arbeiter bei der Eisenbahn Arbeitsgelegenheit zu verschaffen, und zwar soll beschleunigter Bericht erstattet und die in Frage kommenden Arbeiter bei den bereits bewilligten Um- und Neubauten der Eisenbahn beschäftigt werden. Ferner werden einige Stadtverwaltungen, die mit Rücksicht aus die winterliche Arbeitslosigkeit die nicht unbedingt in der warmen Jahreszeit auszuführenden Arbeiten prinzipiell in den Winter verlegen, auch in diesem Jahre diese Vorkehrung getroffen haben. Aber diese Maßnahmen bedeuten, zumal angesichts der gegenwärtigen Lage des Arbeitsmarttes und der Aussichten für den Winter, nur einen Tropfen auf den heißen Stein. Um eine wirklich wirksame Abhilfe gegen die im kommenden Winter zu erwartende außerordentliche und durch noch gesteigerte Lebensmittelpreise in ihren Folgen erheblich ver- jchlimmerte Arbeitslosigkeit zu schaffen, bedarf es — daraus kann nicht oft und nicht dringend genug hingewieseti werden — eines allgemeinen, unverzüglichen Vorgehens von Staat und Gemeinde in diesem Sinne, llkur durch recht- Emmett iD XEC letzten )ort: tzg fnDcrbt Wbet k-eJ* inW .^iahten 2LN ,n lae 'Jiotcnfth enfo "9 6et Ä™1 WM WM MH 7- dtt S Müllern und Wti. Die Lachlage ist geeinigt,^ dast die aleien Ji mit Lack werden ;u- Mufer den Sack liefert, c Kilogramm Aeie !tamm für Ware, die er c wollen nur eine Per- Leben rufen, der be- nnfdjl. des Lackes erfolgt, chten der Händler laust, l mitbezahlen. Auch hier gcn.^Was der Landwirt ine Lache. Wir machen W) .für sie nur das eine laufen, also auch nur die chalten. _ Lei den landw. eser Weife eingeführt und 3ar Ferdinand I. von Bulgarien. In Tirnowo, auf denr Hügel, wo einst der Palast der bul- garischen Zaren stand, ist Bulgarien geftern zum unabhängigen Königreich proklamiert worden. Fürst Ferdinand hat den Titel „Seine Majestät König Ferdinand der Erste" angenommen. In ganz Bulgarien ist die 'Mchricht von der Proklamierung des Landes zum Königreich mit großer Begeisterung ausgenommen morden. Ueoevall herrscht lebhafte Bewegung; alle Verwaltungsbehörden trafen Maßregeln, um das Ereignis festlich zu begehen. Die Städte sind beflaggt. Im ganzen Lattde tourden Gottesdienste abgehalten. Nach Tirnowo geben unausgesetzt zahllose Glückwunschdepcscl)en ab. Alle Bureau sind geschlossen. Der Unterricht in den Schulen fällt drei Tage aus. König Ferdinand sieht sich endlich am Ziele seiner Wünsche. Nach Erlangung der ü'önigskrone hat er während seiner ganzen Negierungszeit gestrebt. Frei zu werden von dem Vasallcuverhältnis zur Türkei, das war seine Hoffnung. Gar zu viele Sympathien hat Fer- dinand aus dem Hause Coburg während seiner zwanzigjährigen Regierungszeit in Bulgarien nicht gewonnen. Er blieb seinem Volke ein Fremder, obgleich er seine frinber nach den Lehren der bulgarischen Kirche erziehen ließ. Sein Verhältnis zum Volke hatte sich in letzter Zeit sogar eher verschlimmert als verbessert. Vielleicht anbat sich oas letzt; vielleicht gelingt es Vein Könige, was bem Fürsten versagt blieb, nun auch die Sympathie des Volkes zu erringen. Alle Schwierigkeit sind für König Ferdinand nun freilich noch keineswegs bejeitigt. Noch weiß man nicht, wie sich die Türkei zu der Unabhängigkeitserklärung Bul- gariens stellen wird. 9toch weiß man nicht, was die Signatar- mäctste des Berliner Vertrages zu tun gedenken. Die Orientfrage, der man jahrzehntelang sorgsam ans deut Wege ging, ist Lufgervllt. Wird sie nun dauernde friedliche Regelung finden oder den Krieg bringen, wer verinaa das in diesem Augenblick -ju sagen. Für die Beurteilung der Lage ist der Bericht von der pariser Börse nicht ganz uninteressant. Die Börse eröffnete unter dem Einfluß der aus Bulgarien vorliegenden Nachrichten in großer Erregung. Die Kurse gaben durchweg erheblich nach; besonders gedrückt waren türkische, serbische und russische Werte. Später ivurde der Verkehr ruhiger, die Stimmung blieb aber matt. Die einzelnen Staatsanleihen konnten sick) jedoch erholen. Schließlich besserte sich die Tendenz allgemein etwas. Der „Temps" spricht die Ansicht aus, daß die Ereignisse im Orient, insbesondere die Proklamation der Unabhängigkeit Bulgariens, den Stttbinetten Don Paris, London und Petersburg die Pflicht auferlegen, Europa fcaran zu erinnern, daß der Berliner Vertrag nicht zerrissen, sondern nur rellisiziert werden könne. Für die Rektifikation sei das Einvernehmen aller Mächte notwendig, das nur durch die Einberufung eines jßongresses erzielt werden könne, auf dem olle Dbächte offen die Gründe ihrer Haltung darlegen müßten. Alan sei um viel geringerer Dinge willen nach Algeciras gegangen. Die französische Regierung fcheint diesen Standpunkt ebenfalls zu teilen, denn sie Has sich den Anschauungen Englands uno Rußlands angeschwssen. In London aber hat man die Erklärung der bulgarischen Unabhängigkeit mit feindseligem Gefühl ausge- rwrnrnen. lieber das, was nun zu geschehen hat, scheint man jedoch noch im Unklaren zu sein, zumal der Staatssekretär und andere Minister abwesend sind. Jedenfalls wird England eine sehr scktarfe Haltung einnehmen, und Petersburg und Rom für sich tu gewinnen suchen. Einstweilen hat die englische Admiralität )rbrc erteilt, daß die gesamte englische Mittelmeerflotte sich in Malta zu vereinigen habe, um dort weitere Befehle abzuwarten. Äis Dienstag abend werden in Malta vereinigt fein: 6 Linienschiffe, 4 Panzerkreuzer, 3 geschützte Kreuzer mit Ausnahme des Lireuzers Barham, der zurzeit in Therapia bei Konstantinopel ist und 13 Torpedobootszerstörer und Torpedoboote. Was nun die am meisten beteiligte Macht, die Türkei, zu tun gedenkt, darüber herrscht in diesem Augenblicke noch Unklarheit. Besonders unangenehm scheinen die Jungtürken von der Unabhängigkeitsertlärnng Bulgariens berührt zu sein, da sie befürchten, daß die Alttürken ihnen die Schuld beimessen, durch die Oiegierungsumwälzung die Unabhängigkeitserklärung für die Türkei Sein großer Verlust sei. Das gegenseitige Verhältnis werde hierdurch geklärt. Der erste Eindruck von der Nachricht der Unabhängigkeitserklärung auf die Anhänger des Großwesirs war der, daß feine Stellung erschüttert fei, da man ihm die Schuld beimessen werde, dura; die Provozierung des Geschow-Zwischenfalles die UnabhcingigUitserklärung gezeitigt zu haben. Die Jungtürken verkennen die Schwierigkeiten der türkischen Regierung teines- wegs. Einerseits fei es ihr unmöglich, weiterhin in ihrer abwartenden Haltung zu verbleiben ohne den Unwillen der Bevölkerung und der Armee zu provozieren. Die türkische Regierung ist nicht ohne ernste Besorgnis bezüglich der Miilitärstaatsfertig- kcit, angesichts der feit Jahren andauernden Vernachlässigung der Armee, die in den letzten Jahren keinerlei Manöver und Artillerieschießübungen vorgenommen hat. Eine Offensive Bulgariens würde jedenfalls vorläufig mit Erfolg gefrönt jein und ein Vorgehen der bulgarischen Truppen in Adrianopel wäre schwer zu verhindern. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß im Falle d:s Ausbruchs eines Krieges das erste Opfer der Sultan werden wird, der wegen der militärischen Vernachlässigung der türkischen Ärme verantwortlich gemacht werden wird. Man befürchtet ander- fiits in Konstantinopel, daß Mazedonien im Falle eines Krieges v:r Schauplatz werden wird. Man hofft trotzdem, daß sich ein Ausweg findet, um einen Krieg zu meiden. Die Pforte hat übrigens bereits vorgestern abend von der bevorstehenden bulgarischen Unabhängigkeitserklärung Kenntnis erhalten. Der Großwesir arbeitete die ganze Nacht. Der Minister Aeußern fuhr um Mitternacht nach dem Bosporus und be- s achte die Botschafter Deutschlands, Englands, Franhceichs und Rußlands, um von ihnen Rat zu erbitten. Die Botschafter erhärten, keine Nachricht zu haben und versprachen anzufragen. Gegen 3 Uhr nachmittags erhielt die Pforte die Depesch über die Unabhängigkeitserklärung. Die Botschafter Deutschlands, Eng- Icnds, Frankreichs und Italiens erschienen persönlich bei der Pforte; von den übrigen Botschaftern tarnen die ersten Drago- mane. Der Minister des Aeußern teilte einigen Diplomaten mit, daß die Türkei Einspruch erheben und zunächst den Leiter ds Sofioter Kvmmissariats abberufen werde. Heute mittag soll ein außerordentlicher Kriegsrat stattfinden. Jnzwisck)en waren in Konstantinopel die vorläufig unkontrollierbaren Nachrichten - v irbreitet, daß zwischen Muftapha Pascha an der türkischen Grenze ob Tirnowo Seimenli an der bulgarischen Grenze heute ein »Blutiges R e n f o n t r c zwischen türkischen und bulgarischen Truppen st a 11 g c f u n b c n habe. Mit größtem Interesse werden die politischen Folgen der Vorgänge auf dem Balkan in allen europäischen Hauptstädten erörtert, lieber Deutschlands Beurteilung der Lage in Bulgarien, und die sich daraus für das übrige Europa ergebenden Konsequenzen erfährt der „Lok.-Anz." von zuverlässiger Seite, daß Deutschland entschlossen ist, im allgcnteinen Zurückhaltung zu beobachten und die Entscheidung derjenigen Macht, die natur- Cll,e,1t ethur . ! sah. ^Z'ideaii. hnben, "Ä säuer W • • \ ^od’Ohio- uniore- uuu iseulahM • • ' Ä* '■ rsbericrttc »d« 11»* iesseu. Stober, l.Io Uhr* j93.oo SSfiS: •' ig.Meö- && 2y 'euer ' Venlos® • peoei Bergwerk. ■ rahütu- • ■ 1 ‘ ' 82^0 Huer tiaudelsgea. • mstädter Bank - • tsche Bank . Nr.335 Erstes Blatt 158.Jahrgang Dienstag «.Oktober 1908 Der Eteyener Anzetger Ä ä Bezugspreis: erscheml täglich, außer monatlich75Pf.,viertel- SonntagS. - Beilagen: T A. A. ▲ A A A jährlich Mk. 2.20; durch ss=|n|PKPIIcl ZIIMkIUCI Land- TÄg; Jy H | I Zeilenprets: lokalIbPf^ wirtschaftlicheZettsragen ® Wl 'Sr fee 'v ro auswärts 20 Pfennig, Fernsprech > Anschlüsse: M M AM Berantwortlich füx die Redaktion 112, 9 < aa für den politischen Teil, ZM General-Anzeiger für Gberheffen MW toi toe Sogesnummet Rotationsbru» unö Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch' uitö Steinöruderci H. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. 8° H B-t bts vormtttags 1U ttyr. 0 ” 7___ 2\. GeneralversammLung öes Evangelischen Bundes. Braunschweig, 4. Oktober. In Braunschweig ist der Eoangelisck-e Bund zur Wahrung der deutsch-protrstantisck/en Interessen zu feiner 21. Generalversammlung susammengetreten. . Mehr als 700 Delegierte auS den Haupt- und Zweigveremen des Bundes in allen Gauert Deutschlands haben sich eingefuiu- den. Eingeleitet wurde der Tag durch vier FestgotteSd>lenste. Sodann folgte die B e g r ü ß u n g s v e r s a in m l u n g, die von mehr als loOO Personen besucht war. Zur Begrüßung nahm zunäckift der Vorsitzende des Braunschweigischen Hauptvereins und des Fesb- komitees, Professor' Dr. Viereck, das Wort. Dann entbot Minister Wolfs der Generalversammlung des Bundes den Gruß des HLpzog-Regenten. ES folgte eine Begrüßung des Bundes im 9ta_men des Landes- konsistoriumS durch den Präsidenten Sievers-Wolfenbüttel: „Wenn man in Düsseldorf ausgevusen hat, daß der KütholiziSrnus die lebettdige Fortdauer der ruhmreichen Vergangenheit deS deutschen Vaterlandes fei, so dürfen wir als ruhmvollste Tat des deutschen Volkes die Reformation in Anspruch nehmen. (Stürmischer Beifall.) Für den Magistrat der Stadt Braunschweig sprach Oberbürgernreister Retemeyer, der insbesondere das lebhafte Interesse der Einwohnerschaft an der Tagung hervorhob. Auf ihn folgten mit Begrüstungsansprack/n der Generalsuperintendent Dc- gering und namens der rheologischen« Fakultät Göttingen Prof. 1). Titius. Die Antwort auf diese Ansprachen übernahm seitens' des Zentralvorstandcs der erste Vorsitzende Generalleutnant z. D. von Lessel. Die Quintessenz unseres Programms lautet, daß wir andere Ueberzeugung ehren, aber für uns das gleiche fordern. In Düsseldorf rief man aus: „Katholiken in Deutschland voran In Ansehung der unerhörten Angriffe, die dieser Tage von derselben Seite gegen den evangelischen Könfirmandenunterricht und unsere Partei gerichtet wurden, klingt das wie ein Signal, das dem Einbruch vorangeht. Das veranlaßt den Gegenrus: „Habt acht!" Wir wollen keine Vorherrschast, aber wir wollen auch nicht als Hörige hinter anderen Herkommen. . (Minutenlanger, stürmischer Beifall.) Mag man uns für Wegekraut halten, das wegen seiner Unscheinbarteit nicht geachtet und wegen seiner Bescheidenheit mißachtet wird. Ein niedersächsischer Mann von ganz besonderer Art, Herr von Bismarck-Schönhausen, hatte denWahl- spruch! Das Wegekraut sollst lassen stahn. Hüte Dich, 's sind Nesseln dran. (Stürmischer, immer wiederholter Beifall.) Schließlich wurden die Telegranime bekannt gegeben, die vom Präsidium an den Kaiser und Herzog-Regenten abgesandt wor- den sind. Aus und Land. Gießen, 6. Oktober 1908. Wintersorgcn. Tie Saison ist vorüber und wirst wieder einen großen Teil von Arbeitskräften auf den Arbeitsmo.rkt zurück. Dazu kommt die Lage der von der Teprefsion schwer bedrängten Industrie. Die Nachrichten lauten fast durchweg ungünstig: überall schlechter, höchstens aber mittelmäßiger Geschäftsgang. Zahlreiche Prvduktionseinschrüncnngeu, ja Betriebs- eillstellungen! Arbeiterentlaffungen lassen sich nur schwer vermeiden und werden gegen Wintep — das ist mit Sicherheit anzunebmen — in erheblichem Maße eintreten. Die Zahl der Aroeitslosen allein in Berlin schätzte man schon Mitte September auf 60 bis 70 000. Das find die schlimmen Wirkungen des Zusammentreffens von Saison und wirtschaftlicher Depression. Mit Rücksicht auf diese Gestaltung des Arbeitsmarttes sehen wir einem sehr schweren Mnter entgegen, der durch die hohen Lebensmittelpreise ganz bedeutend verschlimmert wird. Wir erheben daher, schreibt die „Allg. Ztg.", ernsthaft und dringend die Forderung, daß die öffentlichen Körperschaften, ländliche wie städtische, unverzüglich die Frage der Arbeitslosigkeit in die Hand nehmen, daß sie sich unverzüglich und eingehend über die zu erwartende Ausdehnuicg der Arbeitslosigkeit orientieren und entsprechende, quantitativ und qualitativ ausreichende Arbeitsgelegenheit vorsehen müssen! Die bei den Verwaltungen und Arbeitern gleich übel berüchtigten Not- standsarbeiten sind nur ein Notbehelf dagegen und zwar wegen des armenpslegerischen EharatlM^ ein sehr schädlicher. Besser als diese NotstandSarbefVkn haben sich die sogenannten freien Arbeiten bewährt. Sie find zunächst produktiv. Ferner ermöglichen sie dem Arbeiter auch in Zeiten wirtschaftlicher Depression auf Grund des freien Arbeitsvertrages (im Gegensatz zur Notstandsarbeit), also unter normalen Verhältnissen, in seinem oder einem diesem verwandten Berufe zu arbeiten. Schließlich verursache,! sie keine Mehrkosten. Ihre Ergebnisse sind daher überall zufriedenstellend gewesen. Leider aber Ijaben sich während der einzelnen Dcpresfionsperioden immer nur wenige Körperschaften zu dieser einzig wirksamen Maßnahme zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit enls.öließen können; und jiüii1*1 -„der Art' lan^/ ind ’J S seinen' ng . jabe' inc Eigen* ke -d e -ei- ab- .. ***** lafl«! längere Zeit krank, sie hätte sich einer Operation unterziehen müssen und muß die Tat in einem Anfall geistiger Umnachtung ausgeführt haben. •' Prü geleien. In der Nacht von Sonntag auf Montag reim, es in der Dammstraße zwischen jungen Leuten zu einer Prügelei, wobei es blutige Köpfe absetzte und auch einem dortigen Wirt eine Fensterscheibe eingeschlagen wurde. Die Polizei stellte die Nutze her und die Herren werden sich demnächst vor Gericht zu verantworten haben. — In derselben Nacht wurde ein Fuhrknecht von seinen Mitknechten im Bett überfallen und arg mißhandelt. Auch hier ist Strafanzeige erhoben worden. " Brieftaubcn-Klub. Nachdem der Brieftauben- Klub Gießen seine Reisen bereits am 15. September d. Js. mit 08 Tauben von Wilhclmshöhe 100 km Luftlinie beendet hat, beschloß er, seine 2. Militärbrieftauben-Ausstellung, verbunden mit Kanarienschau am 5. und 6. Dezember im Saale des Restaurant „Zum Felsenkeller- zu veranstalten. Hierbei sollen die 4 Sieger von Thorn, 750 km Luftlinie, in einer besonderen Klasse ausgestellt und nach Schönheit prämiiert werden. ** 'Brieffallen. Drucksachen werden häufig zu Brief- follen, wenn zur Verpackung nur ein loses Streifband oder ein ungeeigneter Umschlag verwendet wird. 3jt die weit geöffneten Laschenförmigen Falten derartiger mangelhafter Streifbandsendungen und in die cruseinanderklafsenden Umschläge mit nach innen eingcsteckler Verschluß klappe verschieben sich unbemerkt Briefe, besonders solche kleineren Formats, Postkarten und andere kleine Gegenstände und gelangen so an eine falsche Adresse. Günstigen Falles werden sie von einem Postbeaniten oder dem Empfänger der Druch'ache entdeckt und dann mit erheblicher Verspätung den Adressaten ausgehändigt. Oft genug aber wandern sie mit den run- eröffneten und unbesehenen Druckiachensendungen in den Papier- korb oder ins Feuer. Zur Verpackung! von Drucksachen eignen sich nim besten Kreuzbänder, einfache Streifbänder, die noch mit Bindfaden kreuzweise fest um schnürt sind, und Umschläge mit seitlichen Verschlußklappen, die einen zungcnartigen, zum Einschieben in einen Schlitz des Umschlages bestimmten Ansatz haben. /^Lollar, 5. Oki. Die der Frau Professor Dölp hier zustehende Ho fr eite Hauptstraße 91 wurde gestern morgen von dem hiesigen Ortsvorstände einer genaueren Besichtigung unterzogen. Die Gemeinde beabsichtigt nämlich, das Anwesen käuflich zu erwerben, um aus den Nebengebäuden einige Gemeindegebäude (Faselviehstall rc.) umzubauen. Der nach der neu projektierten Straße zu gelegene Garten, gegenüber der eben im Bau begriffenen neuen Schule, ergibt in Gemeinschaft mit der davor liegenden Gemeindewiese einige schöne Bauplätze. Die Erwerbung der bezeichneten Hofreite durch die Gemeinde wäre sehr zu wünschen, wäre doch dann die Möglichkeit geboten, die vor dem Hause den ganzen Bürgersteig versperrende und dadurch den Verkehr hemmende, große steinerne Treppe zu entfernen. -V Odenhause n a. d. Lahn, 5. Okt. Gestern beging unser Gemeindevorsteher Herr Ludwig Euler, die Feier seines 25 j ä h r i g e n Dienstjubilaums. Von der Gemeinde wurde dem Jubilar ein Sopha, sowie von dem Krieger- und Gesangverein Ehrengeschenk dargebracht. Sehr schön und feucht-fröhlich verlies die Feier im Kreiling'schen Saale, zu der die wirkungsvollen Geiangsvvrträge des Gesangvereins Liederkranz, geleitet von Herrn Schönhaler, wesentlich beitrugen. H Kirch-Göns, 5. Okt. Seil fast einem Jähre ist der frühere Pfarrer Kalb Henn, der lange Jahre hier tätig war, in den Ruhestand getreten Heute noch ist unsere Pfarrstelle verwaist, und sie soll — wie verlautet — noch längere Zeit unbeseht bleiben. Man hört sogar bk i Vermutung aussprechen, daß bei der Kirchenbehörde die! Absicht bestehe, die hiesige Psarrstelle gänzlich eingehen zu lassen und an die Pfarrei Pohlgöns anzugliedern; da beide Orte nur 10 Minuten voneinander entfernt sind und zusammen nur etwa 1500 Einwohner haben. Die hiesige recht kirchlich gesinnte Einwohnerschaft ist mit diesen Plänen keineswegs einverstanden und hat sich bereits beschwerde- sührend an die Kirchenbehörde gewandt. Auch ein kleiner Kirch en streik ist geplant, schon jetzt ist der Äircheu- besuch sehr minimal. Manchmal sieht man mir etwa zwanzig Leute im Gotteshaus. Durch das Fernbleiben will die Einwohnerschaft gegen die Nichtbesetzung der Stelle protestieren. Gegenwärtig wird die hiesige Psarrstelle von Pohl-Göns versehen. □ Butzbach, 5. Ott. Großer Viehmarkt, Prämiierung und landwirtschaftliche Ausstellung ist hier nm 9. und 10. Oktober. ----- Friedberg, 5. Okt. Der Kursus für Obstwein-Produzenten und Apfelwcinwirte findet vom 12. bis 17. Oktober an der Großh. Obstbauschule und land- wirtsch. Winterschulc statt. Der Kursus erfreut sich unter den Apfelwein-Produzenten einer besonderen Beliebtheit. Es sind für einen Apfelweinwirt und Obstwein-Produzent nicht allein praktische Kenntnisse zur Herstellung eines guten Getränkes Grundbedingung, sondern es müssen diese Fachleute sich auf ihrem Gebiete erweiterte Kenntnisse erwerben. Der Friedberger Apselweinkursus bietet Gelegenheit, sich über die wichtigsten Kapitel, wie „Gährungsvorgänge und -Chemie", ,Krankheiten und Fehler der Apfelweine", „Auswahl und Behandlung des Obstes", „Kellerwirtschaft", „Praktische und notwendige Maschinen" usw. usw. zu unterrichten. Der Kursus soll auch Obstzüchtern, die große Massen an Obst ernten, zeigen, wie sie auf einfache Weise eine gute Verwertung des Obstes haben können. Das Honorar betrügt 10 Mark für Hessen und 15 Mark für Nichthessen. Anfragen und Anmeldungen sind an die Direktion der Großh. Obstbau- und landwirtsch. Winterschule zu richten. cP Aus der Wette rau, 5. Okt. Tas seither so Herr- liche Herbstwetter war der Kartoffelernte sehr förderlich. Allenthalben sieht inan jetzt auf den Fluren fleißige Arbeiter, die die unentbehrlichen Früchte einernten. Reihen von Säcken füllen die Aecker; die Kartoffelernte fällt verhältnismäßig günstig aus. Tie befürchteten vielen faulen Kartoffeln sind zum Glück ausgeblieben, vielmehr sind die Knollen gut entwickelt, wenn auch nicht sehr dick. Einige Sorten sind dieses Jahr nicht gleich gut geraten wie andere. Dies gilt von der Magnum bonum. Dagegen liefern Industrie, Professor Woltmann, Ruhm v.on Haier, Silesia u. a. höhere Erträge. Allerdings ist dies auch nach Boden und Lage öfters verschieden. Die Kartoffelpreise sind nicht hoch; der Doppelzentner Magnum bonum lostet 4.50—4.75 Mark, die übrigen Sorten sind etwas billiger. Besonders gut fällt heuer die Zuckerrübenernte aus, die Preise sind auch gegen 1907 um 3 Pfg. für den Zentner gestiegen. Tie Landwirte erhalten jetzt für den Zentner 93 Pfennig, Dom 15. November ab sogar 1.03 Mark. Die Zuckerfabrik ist in eifriger Tätigkeit. Tj'rTenKerg, 5. 'Okt. Der sogenannte „Kalke Markt" wird voraussichtlich von Montag, 2. bis Donnerstag, 5. November hier abgehalten. Er ist einer der grüßten und bekanntesten Märkte in der Umgegend und hat besonders durch die vor zwei Jahren erfolgte Eröffnung der Vogelsbergbahn an Bedeutung wieder zugenommen. Am 2. und 3. November findet Pferde- und Fohlenmarkt, dazu an letzterem Tage auch Rindvieh- und Schweinemarkt, sowie am 3., 4. und 5. November Krämermarkt statt. Worms, 5. Okt. Gestern abend erschoß in der Nähe der Stadt am diesseitigen Rheinufer der Küferbursche Valentin Sauer seine Verlobte, das Dienstmädchen Lina Arm b r ü stLr mittels einer Browning-Pistole und tötete sich dann selbst. Das Motiv der Tat ist nach einem hinterlassenen Briefe darin zu suchen, das; die Verwandten bemüht waren, das Verhältnis zu lösen, weil Religionsunterschiede vorlagen. Das Mädchen war evangelisch, während Sauer katholisch war. Frankfurt a. M., 5. Okt. Durch die Länder germanischer Nation zieht eine mächtige Antialkohol- Welle. In den Vereinigten Staaten und in Norwegen ist die Bewegung bereits siegreich, in England geht sie mit Riesenschritten vorwärts, und auch bei uns, dem Hochland des Biers, ist ihre Erstarkung zu beobachten. Die Tagung d e r D e u t s ch e n Abstinenten, die gestern hier zu Ende ging, hat das deutlich gezeigt. Namentlich scheint es, daß die Frauen anfangen, die Reihen der prinzipiellen Alkoholgegner zu verstürten. Unter all den Vorträgen hat denn auch Maria Lischnowskas Anklagerede gegen die verderblichen Wirkungen, die der Alkoholgenuß aus das Geschlechtsleben unseres Volkes in allen seinen Schichten ausübe, den tiefsten Eindruck gemacht. Die Rednerin gab wahrhaft ergreifende Beispiele aus dem Leben und kam zu dem Schluß, daß „die fortschreitende Entartung der Rasse nur durch die völlige Enthaltsamkeit beseitigt werden könne. Den Frauen wies sie die führende Rolle in dem Kampfe gegen den Alkohol zu, und sie forderte sie auf, von den Rechten, die ihnen das Vereinsgesetz, gegeben habe, den rechten Gebrauch zu machen, um aus reichsgesetzlichem Wege dem Alkoholgift den Weg zu verlegen. Oberarzt Juliusburger-Berlin wies auf die außerordentliche Rolle hin, die der Alkohol bei der Prostitution und den Geschlechtskrankheiten spiele. Kon- sistorialrat D. Mahling schrieb dem Alkohol die Hauptschuld an „dem krankhaft überreizten Geist unserer Zeit" zu, der sich in der Ueberschätzung des Geschlechtlichen zeige. Und Dr. Strecker-Nauheim, der bekannte fortschrittliche Pädagoge, forderte alle Iugenderzieher aus, nicht nur über die Verderblichkeit des Alkobols Aufklärung zu verbreiten, sondern auch der Jugend oas bessere Leben vvrzuleben wie eine glückliche Selbstverständlichkeit. W Heidelberg, 5. Okt. Wie jetzt bekannt wird, wurde vorgestern abend aus der Strecke Heidelberg—Mannheim in der Nähe der Station Wieblingen die verstümmelte Leiche des 26 jährigen Kaufmanns Wilhelm Fuchs, eines Sohnes des verstorbenen hiesigen Ober- ingcnieurS Fuchs, aufgefunbeu. Der junge Mann war am 1. Oktober bei ber achten Kompagnie des hiesigen Bataillons des Grenadier - Regiments 9tr. 110 als Einjährig - Freiwilliger eingetreten. Der Tod ist dilrch Ueberfahren verursacht worden. Ulan lese den Gießener Anzeiger größte und reichhaltigste Tageszeitung Oberhessens mit den Beilagen „zamilienblätter", „Landwirtschaftliche Zeitsragen" und dem Kreisblatt für den Kreis Sieben. Auslage über 15000 Expl. Alle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers nehmen Bestellungen auf den Gießener Anzeiger entgegen. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 6. Oki. (Orig.-Telegr. des „Gieß Auz.") 9linthd)e 9lotiennigen der heutigen Fruch nnarktpre is c. Weizen Alk. 20,25-21.50, Knrhefsifcher Mk. 21.25-21.50, La Plata Alk. ?3.75—24.50, Kansas Mk. 23.00—23.50, Roggen (hiesiger) Mk. 18.00—18.50 Gerste (Welteraner) Mk. 21.50—22.00, Franken- selder Alk. 21.50—22.25, Haier 16.00—17.50, Mais Alk. 16.75—17.25. Weizenmehl Alk. 31.50-32.00, 00—00, 2. Qualität Mk. 30.50 bis Mk. 31.00, 3. Qualität Mk. 29.00—30.25, Roggeninehl o Mk. 27.75—28.00,1.Qualität Mk. 26.75—27.00, Weizenkleie Mk. 10.25 bis All. 10.50, Roggenkleie Alk. 11.50—12.00, Maiskeime Mk. 12.50 bis Mk. 12.75, Franken, Pfälzer, Ried SDIL 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. ic. Frankfurt a. M., 6. Okt. (Telegr. Orig. - Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Vieh m arkl- preise. Znm Verkaufe standen: 378 Ochsen, 125 ans Oesterreich 47 Bnllcn,0 anSOesterreich, 738Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 291 Kälber, 344 Schafe und Hammel, 1734 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 Schallämmer. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 80—84 Alk., 2. Qualität 75—77 Alk., 3. Qualität 60—65 Alk.; Bullen: 1. Qual. 66—68, 2. Qual. 62—64; Kühe 1. Qualität 74—76 Mk., 2. Qual. 66—67 Alk., 3. Qual. 54—56 Mk., 4. Qual. 00—00 Alk., 5. Qual. 00—00 Alk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Pfg., Lebendgewicht 55—56 Pfg., 2. Quatitäi 78—86 Pfg., Lebendgewicht 46-51 Pfg., Schlachtgerv 68—70 Pfg.; Schafe: 1. Qnal. Schlachtgcw. 78 bis 80 P»g., 2. Qual. 64—88 Pfg. Schweine: 1. Qual. 71—72 Pf., Lebendgewicht 55,5—56 Pf., 2. Qual. 69—70 Pf., Lebendgewicht 55,0-00 Pfg., 3. Qual. 62—68 Pfg., Lebendgeivicht 00—ÜO Pfg. Geschäft bet Hornvieh gut, kein Ueberstand. ic. Frankfurl a. M., 6. Ott. neu- und Strohmarkt. Angefahren waren 8 Wagen Heu und 5 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Mk. 3.30—3.50, für Stroh Alk. 2.30-2.40. Tendenz lifmn die ergebene Mitteilung, daß wir unser Geschäft mit) dein heutigen Tage von Neuenweg 42 nach Ludwigstratze 53 verlegt haben und halten wir uns auch hier in allen in unser Fach einschlagenden Arbeiten bestens empfohlen. Reoljuljner in Karbol! ’ mich dazu einlädt, tottit i in Karbol - ganz ira! r Lachen zog der ruW ' pe und der karbolgetränkA Achtung. Emaittewareic! Achtung. Am Mittwoch verkaufe auf Oswalds Garten einen groben Posten EniüiHewaren Dr. dichter von Mittwoch, den 7. Oktober ab von der Keise ssurück. W UUM 1,81 Bratheringe, Bismarckheringe M MM Rollmöpse, Sardinen, marinierte Heringe, holl. Vollheringe 10Stk.45Pfg. Jak. Maternus, Ecke Klinik- und Franklurter Str. Origrnal-Drahtineldungen. Paris, 6. DEL Petit Parisicn schließt feinen Kommentar über die Ereignisse auf dem Balkan mit der Bemerkung, daß augenblicklich die Intervention der Mächte in Vorbereitung sei und daß Verhandlungen darüber schweben, damit diese Intervention dieselbe Tragweite besitze, die der Berliner Vertrag hatte. Das Einvernehmen zwischen Frankreich, England und Rußland scheine ein vollständiges zu sein und gewissen Informationen zufolge wird auch Italien sichdiesen Mach- ten anschließen. , Paris, 6. Okt. Der verald meldet aus Konltantilwpel: Kiamil Pascha erklärte gegenüber einem Diplomaten, daß auch die Unabhängigkeitserklärung Bulgariens von der Türkei nicht als Casus belli betrachtet würde. Mit dieser Tatsache steht jedoch die Erklärung im Widerspruch, daß der Transport von Geschützen nach der bulgarischen Grenze svrt- dauerc. ~ , Paris, 6. Okt. PetitParisumerklärt, datz zwuchen o'ran reich, Gnglan du nd Rußland völliges Ein vernehmen lzerrsche, die orientalische Frage auf einem Kongreß zu regeln, die in Paris stattfinden soll. Man hoffe auch auf die Zustimmung Italiens. London, 6. Okt. Die Times meldet aus Kon st an tr- nopel: Gestern abend empfing der Sultan ein Telegramm des Fürsten Ferdinand, worin dieser sein Bedauern darüber ausspricht, daß er durch den Willen seines Volkes gezwungen worden sei, die Unabhängigkeit Bulgariens zu erklären. Dieses Telegramm wurde dem Ministerrat tzugeftellt, der noch gestern abeird zusammentrat und den Beschluß faßte, in einer Note zu antworten, worin mitgeteilt wird, daß es der Türkei unmöglich sei, die Uuab- yängigkeitBulgariensanzuerkennen, iveil diese bcii Berliner Vertrag annuliere und weil es sich uni eine Llngelegen- Ijeit handle, welche die Signatarmächte des Berliner Vertrages ^^London, 6. Okt. Ter russische Botschafter begab sich int Laufe des Nachmittags nach dem Auswär ti gen Amt, wo er eine längere Besprechung hatte. Sofia, 6. Okt. Die bulg. telegr. Agentur erllart drä Meldung für unbegründet, daß Bulgarien mobilisiere. Konstantinopel, 6. Ott. In dem Abends in machen der Uiurbh.ingigkeitserklärung Bulgariens ftattgefundeuen Minister rat wurde beschlossen, sich vorläufig mit einem Protest an die Mächte, sowie mit der Abberufung des tm-, kischen Kommissars in Sofia zu begnügen, sonst aber keinerlei kriegerische Schritte gegen Bulgarien zu unternehmen. „ . , , . , Konstantinopel, 6. Okt. Der a u yerordentliche Ministerrat dauerte bis nach Mitternacht. Fürst Ferdinand von Bulgarien sandte ein Telegramm an den Sultan, m dem es heißt, er sei stets von den Gefühlen der Treue gegen den Sultan befeclt gewesen, aber die Volksbewegung habe ihn zur Unab- hängigkeitsertiärung gedrängt. Ter Ministerrat beschloß, bei den Signatarmächten des Berliner Kongresses gegen das Vorgehen Bulgariens zu protestieren und ern|te Gegenmaßregeln zu ergreifen. Bekanntmachung, den Wochenmarttvcrkehr betreffend. Mit Rücksicht auf den dermaligen Umfang des Wochenmarkt- verkebrs, für welchen der vorhandene Platz nicht anSreicht, wird hiermit bie Anordnung getrosten, daß «Uc Fuhrwerke mtt Gegcn- stände für den B-ochenmarktvcrkchr wahrend der Monate lobcr und November aus dem Oswaldsgartcn au,zu,tellen ftnd. ^ Gießen, 5. Oktober 1908 . . B*Vxo Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Keller. _ Wer für den kommenden Winter Am.rcudcckreiser aus den städtischen Waldungen zu beziehen wünscht, wolle dies alsbald aus der Bürgermeisterei — Zimmer Io anzeigen. Der Preis beträgt 20 Pm. für die Welle und ut bet der Anmeldung zu entrichten. Die Lieferung crrolgt trci vor das Haus. Die Meldclistcn werden am 15. Oktober ne,chlosten. Hiernach noch eingehende Bestellungen können matt bcructncütiöt werden. Gieycn, den 11. September 190b. B ,6 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I V.: Keller.__ Bulleuvertauf. Die hiesige Gemeinde beabsichtigt, einen zu schwer gewordenen Bullen zum Schlachten zu verkaufen. Kauflieb- haber können ihre Angebote bis nächsten Donnerstag, 8. Oktober, nachmittags 4 Nhr, bei der hiesigen Bürgermeisterei einreichen. Tie Gemeinde beabsichtigt ferner, einen sprurrgfähigen Simurenthaler Butten anzuschaffeu. Angebote können bis zum gleichen Termin eingereicht werden. Geschäfts-Verlegung. Meiner werten Kundschaft, sowie einem hiesigen Pub- (ituiii die ergebene Mitteilung, daß ich mein Geschäft mit dem heutigen Tage von Grabenstraße 9 nach 40 verlegt habe und halte mich auch hier in allen in mein Fach cinfchlagcnden Arbeiten bestens empfohlen. Todes-Anzeige. Heute verstarb unsere liebe Mutter, Schwester und Schwägerin Frau Gerda Wedel geb. Müller Wir bitten um stille Teilnahme Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Die Kinder Gerdy Wedel Lothar Wedel Giessen (Kaiser-Allee 27), Marburg, Hamburg, 5. Okt. 1908. Die Beerdigung findet Mittwoch 7. d. M., nachm. Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. - Im Sinne der Verstorbenen Kranzspenden verbeten. 0. 4. Bekanntmachung. Der Ingenieur Brinkmann dahier ijt zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das ÖJaö1 und Bsasserwerk.aus älrund der Bestimmungen uom 29. Dezember 1902 zugetanen worden. '•“ ho Gießen, den 30. September 1908. . Großherzogliche Bürgermetstcret Gießen. Mecum. Bekanntrnachrma. Aus der Stiftung des Gcmcinderats Christoph, Kricd- eich, Andreas Locher ist alsbald eine lebenslängliche Pirunde in Höbe von jährlich 260 Mk. an einen in Allen geborenen, wahrhaft bedürftigen Witwer, Handwerker, mit gutem Jtut zu Meldungen sind bis 20. Oktober d. Js. auf dem Armenamt, Neuen Baue 25, Zimmer dir. 2, schriftlich oder mündlich em- zureichen. 110 Gießen, den 3. Oktober 1908. . Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Keller. Danksagung. Für die vielen Betveise herzlicher Teilnahme bei dem schmerzlichen Verluste unserer innigftgeliebten Tochter, Braut, Schwester und Schwägerin Fräulein Marie Nagel sagen herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebene» Bekanntmachung. Die Besitzer von Obstbnumen der Gemarkung Gießen werden hiermit ausgefordert, zur Bekämpfung der ^bstbauimchadlinge sämtliche Obstbäiune bis Mitte November gehörig abtratze 1 und mit Kalkmilch lgelöschten Kalk, der nut viel Waster verrührt i|t) Tie Voruntersuchung gegen den Baumeister Sehring »wegen des Einsturzes der Musik Hal le in Görlitz hat : nichts Belastendes ergeben. Das Verfahren wird jedcn- ?'2>.ls eingestellt werden. . In Boll (Oberamt Göppingen,« kam es zu einem Streit zwischen Italien. Arbeitern und jungen Leuten, wobei von einem Jta- ! feuer zwei Brüder getötet unb ein Schlosser tötlich versetzt wurde. c .. nr In Marburg a. d. Trau wurden aut die Anzeige zweier • slovenischcr Advokaten hin sieben deutsche Tnriicr wegen 1 iftsentlicher Gewalttätigkeit gegen Slowenen verhafte t unb beim echten ™ Brauns’™ ^-FARBEN für Hausgebrauch. “millionenfach bewährt. ~ n Zu haben in Drogen- u. Farben- Handlungen. Orinis^U^invT Man achte auf nebenstehend Iß| abgebildete Schleifeninnrki-. Grngesattdt. 'Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Odenhausen a. d. Lahn. Bei der Jubiläumsfeier am Sonntag muß einigen Besuchern nicht genug der Freuden ge- Lciftet worden sein. Nach Beendigung der 9e^tt' hvchgcivach ^ F“ : lerne M rtu,ü> SÄ* fiten %rotfa ! wiMve iveg! nd em blinder Groll I 9enJXtten von der nefe mollten, Ä nm noch Rnvland auf bie bie aber sehr ■te* Mw»? 1 Schriftstücke mit J® ivohl, höchst ernsthafte mde perr war der birt> iciueiunam auö Kßlanb ' iai sich auch einer kleinen Iie im Gepäck bes blonden >lt hinzu und schrie: „Aba aZ nicht! Nur darauf kein geschehen, lind nun plahti »ichen los. „Rebhühner in ü über bas andere. Bei. ! 1, die Äste. Da stand ivirb : An Seine Exzellenz der i Paris. „Ja 100hl", tn . eifrigen Beamten, „da sini geschossen hat und die: ] Versteigerung ntflirftft Molir- iiiib Äkschältshiitiicr sowie ©rlionoutif? ... in bei- nund zuNinderbügen bei Büdingen Gkbaude Kreisstadt öuonlgktt (Oberhessen). ,Kleinbahn Hanau- Büdm^beschlossen^ ^obergangcs der Glasfabrik Büdingen auf di-, wahres, „«»mittag 3-1. U6t auf dem Rathaus zu Büdingen durch das Ortsgericht die nachstehenden da,elbst belegenen Wvhn- nnd Geschäftshäuser, sowie Oetononne-Gebaude an den Metstbleten-- unter gümltgen Zahlungsbedingungen ostentlich verkauft werden 1) Geschäftshaus am Marktplatz Nr. o m Berbindung nut 1 Sattlergasse 'Nr. 1 (beste Geschäftslage) Groge 271 qm tur jeden Geschäftsbetrieb geeignet; -?) Wohnhaus Bahnhosstrage ö2 nut großem Garten, dicht am Bahnhos Büdingen und in nächster Nahe groger induftneller Werke, Größe 3636 qm sür Geichafts , Hotel- oder Wirtschaftsbetrieb vorzüglich geeignet; . 9i Nwhnbaus mit Oekonomte-Gebauden und großem Garten 3) BahL°fttr.Nr. 11 gegenüber der Post, Größe 1942 qm tür landwirtschaftlichen Betrieb, Fuhrgeschast :c. vorzuglid) London hat sich eine r Siibängtrinnen gctoin®. \ gen Zahlung einer cdjebX Lluiig — mr Nvldn r .. btiö)uxi itiü) daher wedc ; M m Ämetüa hat sic ja" tonitituiert, deren SRi> g ens einen Zivischenraim v5 . i Geioande zu lassen. Neuer -1 )tcn Teutschlands v,lers elf J , der genannten Vereine -i | iehm aussallen md uniera || löbliches Aispiel enchfoM I ons. Beinahe schon w J i Priesters Gapon, v-elL. »j Mtag" das Äruzilst « J« - 2 in'Petersburg VE . J feinen Tod sand, tz" l WiWtiWWW lieget bei Ü ier mi J ' ein Pater eben . ni, welches lem . swr»ä »■ i das Dorsch^^Zauerssro lcrt,Crl;ni(6ften Morgen ufl oe aw näwi^" muhe ^llte, ELnund V Zeit »nm ämmer zu - M nt, aber, now .. yoc ; im E Aolchcr m -KD , aeforinncn in, Seicht Ällen ließe, T b°«°"4LÄ Ks 5 LsZ :t E a«i’K fti ... .«V . .vikiM V «,it .'."Stil1? w "A" f W Steinbach, 5 Oktober 1908. . . Großh. Bürgermeisteret Steinbach. 1083491 4) ?ZWr^Wohnhäuser am Steinweg Nr. 2, 4, 6 und 8 je 2 Wohnungen, Küche, Stall und Garten umfassend; 5) Wohnhaus Düdelsheimer Str. Nr. o enthaltend o Zimn^r, am Dienomg, denOktober^dss". 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Bürgermeisterei Wieseck.