Nr. 234 litt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. St* iu.w nß Die „Giehener Lamilienblatter" werden dem »Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, das „KrcisMatl ffir den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. MÄKjchvnmAn. *1. äÄ fiS " Ruhestandsversetzung. S. K. H. der Groß- Herzog haben den Bahnmeister 1. Klasse in dec Hessisch. Preußischen Eisenbahngcmcinschaft Peter Schad zu Mainz auf sein Nachsuchcn wegen geschwächter Gesundheit in den Ntihestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. *• Nach Kamerun. Am konnnenden Dienstag werden der Professor der Botanik Dr. Büsgcn und der Professor der Forstwissenschaft Dr. Ionisch von der Forstakadeniie Münden, sowie ForstassessorWolprecht Niedesel Freiherr von Eisen- bach aus Darmstadt im Auftrag des Kolonialamts eine sechsmonatige Forschungsreise nach Deutsch-Kamerun und Togo unternehmen, um einen zirka 10 Millionen Hektar fassenden Urwald auf seine Nutzbarmachung zu untersuchen. ** Die Maul-und Klauenseuche ist auSgebrochen in dem Kreise Saargcmünd am 1. Oktober. ? Butzbach, 4. Okt. Der am SamStag in Gießen entsprungene Strafgefangene Wilhelm Schmidt von hier ist schon Samstag nachmittag durch die hiesige Gendarlnerie verhaftet worden. X Renzendorf, 2. Okt. Mit bem 1. Oktober änderte, auch die fahrende Landpost Renzcndorf-Storn- dorf ivieder ihre Fahrzeit. Es i|t eigentümlich, daß auch in den, neuen Plan die Post bei ihrer Fahrt zur Bahn nur Anschluß an Züge hat, die in der Richtung nach Fulda fahren, während der meiste Verkehr aus den von der Post berührten Orten in der umgekehrten Richtung (nach Alsfeld- Gießen) sich bewegt. Gern würde mancher, der von der oberen Schwalm nach Alsfeld oder Gießen reisen möchte, mittags die Fahrpost bis Renzenbach benutzen, doch ist diese Möglichkeit ausgeschlossen, da die Post erst 7 Minuten nach Abgang des Zuges (Abgang des Zuges 1.23 Uhr — Ankunft der Post 1.30 Uhr) eintrifft. Es wäre sehr zu wünschen nnb läge im Interesse des Publikums, wenn die Fahrzeit der Post so gelegt werden könnte, daß man den Anschluß an den Zug erreicht. Bad Salzhausen, 3. Okt. Mit dem heutigen Tage ist hier die Saison geschlossen worden. Es wurden heute zum letzten Male Bäder abgegeben. Die, Frequenz des Bades war in diesem Sommer stark beeinflußt durch das regnerische Wetter. Durch das prachtvolle Herbst- weiter in den letzten Tagen begünstigt, war die Zahl dec abgegebenen Bäder wieder etwas gestiegen. Ueberhaupt bietet der Park mit den sich daran anschließenden Wäldern eben in ihrer Herbstpracht einen reizenden Anblick. O Lau bach, 3. Ott. Wie üblich tagte am 1. DfL die General-Versammlung der Bezirks-Sparkasse, zu der außer 7 naheliegenden Ortschaften noch in der Wetterau die Orte Wohnbach, Utphe, TraiZ-Horloff und Inheiden gehören. Die 12 Orte des Bezirks waren durch: 43 Personen vertreten. Die Kasse vollendet ihr 75. Gc- schäftsja hr, aus welche»»! Anlässe das Vorstandsmitglied Ober- amtsrichter Z iin m e rma n n einen mit Beifall ausgenommenen Vortrag über die Entwickelung der Kasse während dieser Zeik hielt. Die Versammlung, die von etiva 70 Personen, darunter Geh. Regierungsrat Schönfeld aus Schotten, besucht war, beschloß, das Gehalt des Rechners auf 1850 Mk. zu erhöhen.! Aus dem Ueberschusse kamen zur Verteilung 1397,10 Mk. und zwar an die Gemeinden 407,10 Mk., an milde Stiftungen 420 Mk., an die Erheber der Pfennigspackassen 200 Mk., an die landwirtschaftlichen Vereine in Gießen,! Schotten und Friedberg 200 Mk., an die Dekanats - Er-i ziehungsoereine Grünberg und Schütten 90 Mk., zur Dienst-, boten - Präiniierung 80 Mk. Das Vermögen der Kasse ist 1759417 Mk., die neuen Einlagen betrugen 371021 Mk., die zu 38/4 Proz. verzinst werden; demgegenüber wurden- nur 132 272 Mk. Einlagen zurückbezahlt. Der Reingewinn ist auf 8615 Mk. berechnet, dem jedoch ein Kursoerlust der! Wertpapiere mit 6646 Mk. gegenübersteht. Den Beratungen folgte ein solennes Mahl, an dem etwa 70 Personen teilnahmen. (v.) Dorlar, 3. Okt. Dorlar hat trotz, der überreichen Aepselernte von seinen iroch ziemlich jungen Ob stbaum- pslanzungen einen schönen Ertrag erzielt. Die Ge- meindeobslversteigerung ergab einen Erlös von 860 Kar 5 der ausschließlich aus Aepfeln erzielt wurde. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Tel.»Adr.:AnzeigerTießen. Dar Kuitarmeri Litzberg. Kyr. Nidda, 4. Oktober. Mit Begeisterung »vandte sich vor Jahresfrist der Provinzial- drrektor der Provinz Oberhessen, Gcheimerat Dr. Breidert, dem Plänen zu, bte eine große Wasser- u. Elektrizitäts-, Versorgung der Provinz O b e r h e s s e u betrafen. Durch einen geiitvollen Förderer und Sack-verständigen, den Forstmeister Dr. Weber-Konradsdorf, war Gcheimerat Dr. Breidert auf die Anlage jener Kulturwerke, deren Basis in Inheiden und den» romantischen Lißberg gefunden »vurde, hingewieseü. Unermüd- ttch, lebendig unb anschaulich behandelte der erste Berwaltungs- beamte der Provinz diese volkswirtschaftlichen Fragen. In manchen. -Lenen der Provinz stand man anfänglich den Projekten zauderns gegMübcr, doch klärten sich bchd d.ie WemungM und man rnnfefr rtd- ^aarscbinucl 0#c6>her Auswahl [»”/» in reicher - ttiiers. ^Programm, ^'Geschäften, n. ^uiN'Thxnter* Aus Stadt und Land. Gießen, 5. Oktober 1908. •• In Audienz empfangen wurde von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog am Samstag u. a. Geh. Forstrat Haber'korn von Romrod. ** Justizpersonalien. S. K. H. der Großherzog haben den Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandes- gerrcht Darmstadt Dr. Ernst Wer le aus sein Nachs. unter Anerkennung seiner langj. treuen Dienste bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt; den Aktuar bei dem Amtsgericht Wörrstadt Karl Pfeiffer zum Aktuar bei dem Amtsgericht Worms, den Aktuar bei )em Amtsgericht Herbstein Wilhelm Hch. Schäfer zum Aktuar bei denr Amtsgericht Michelstadt, den Aktuar bei )em Amtsgericht Reinheim Wilh. Steller zum Aktuar bei dem Amtsgericht Laubach, den Aktuariatsassiftenten bei )em Amtsgericht-Langen Hch. Th-omas zum Aktuar bei dem Amtsgericht Bingen, den Attuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Darmstadt II Gg. Neunobel zum Aktuar bei dem Amtsgericht Reinheim und den Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Mainz Joh. Jak. Ambach zum Aktuar bei dem Amtsgericht Wörrstadt ernannt. *• Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde der Schulamtsaspirantin Wilhelmine H e l l m e i st e r aus Gau-Alges- heim eine Lehrerinstclle an der Gemeindeschule zu Heidesheim. Entlassen wurde der Lehrer an der kath. Schule zu Engellhal Anton Sauter auf sein Nachsuchen. **Post°iPerso,nalna^chri.chten. Verliehen: Das Allg. Ehren-., mit depJnsHr. ^.Für' treue Dienste" am Bande des Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. R. B. Dar m st a d t, 4. Ott. In der Sitzung des Zen - tralausschusses, die der Hauptversammlung der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung vorausging, ttmrdo unter Vorsitz des Reichstagsabg. Dr. Schrairer über innere Angelegenheiten verhandelt und über die Ge- shäftsftihrung berichtet. Es stehen der Gesellschaft im Laufenden Jahr ein Etat von 2/6 500 Mark zur Verfügung, ^urzett sind von dieser Summe 237 000 Mark vereinnahmt und 227 000 Mark verausgabt. Der größte Teil der Ausgaben entfällt auf die Volksbibliotheken, für die in den ersten Monaten des Jahres 145000 Mk. verausgabt wurden. Es wurden im Ganzen 99 000 Bände au 4870 Bibliotheken abgegeben. Ferner wurde die Vortragsvermittlungsstelle l>er Gesellschaft erweitert und die Lichtbilder- und Apparate- Berleihan statt ausgebaut, auch nntrbe in Gemeinschaft mit der Schiller-Theatergefellschast das Wandertheater selbständig gemacht. Es konnte somit über Heu Fortschritt der Wirk- sLinkeit der Gesellschaft nach allen Seiten hin erfreulich ü-erichtet werden. Besonders erfreuen sich die Wander- dibliotheken steigender Anerkennung und Inanspruchnahme. Das Vermögen der Gesellschaft beträgt 600000 Mk., ars einer Stiftung und aus dem Dispositionsfonds S. M. des Kaisers flössen ihr im Laufe des Jahres 19 000 Mark zu. Neben ihrer praittschen Arbeit hat die Gesellschaft auch für die Entrvicklung der Volks- und Fortbildungsschule anregend zu wirken. Geh. Rat Kelle-Wiesbaden mrnscht besonders daß di« Einführung des hauswirtschafh- pünkllichem Zinszahler 801)0 Mark ssuS$ ., A 3um Bügeln wirb jd)C ftctö aogenommco. Sunsch in. "ieiierÄyifw -SMS mich auch abgeholl.v. (5766 au Louis 3teitz Wv., tr. 3L D., Neub. »r. reibst ez.Lüg. i. Hause w.angen ür.57,zuersr.i.LabeiU«A ttchen Unterrichts in der Zeitschrift oefürwortet werden möge. Verdienstordens Philipps bis Großmütigen dem Postagenten Schäfer in Steinberg (Kr. Gießen-, dasselbe Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" dem Ober-Postschaffner Emig in Gießen und dem Landbriesträger Kind in Grebenau beim Scheiden aus dem Dienste. Versetzt: Tie Postdirektoren Fla sche n t r ä g er von Butzbach nach Bad Nauheim und Jaeger von Bad Nauheim nach Memel; Postinspektor Zimmer von Gießen nach Butzbach unter Uebertragung der Verwaltung der Vorsteherstelle des Postamts daselbst; Ober-Post- praktilant Scelig von Dortmund nach Gießen als Postinspel- tor; Oberpostassistent Wigand von Gießen nach Mainz: die Postassistenten Jost boii Duisburg nach Nidda, und Reinhardt voll Nieder-Jngelheim nach Butzbach; die Telegraphengehilsinuen W i e g m a n n von Darmstadt nach Bad Nanhüin und Wolff von Bad Nauheim nach Darmstadt. Etatsmäßig angestellt : Telcgraphengehilfiu 9tub e in Gießen. 'Angenommen : Oberrealscyüler F r a n k in Lollar. Freiwillig ausgeschieden : Ella Heimburg in Friedberg. Entlassen: Postgehilse Birkenstock in Homberg. Frau Hofrat v. For ster-Nürnberg berichtet über die Tätigkeit der Frauenvereme und deren Gatte über die ständige Pflege der Naturwissenschaften. Zu dem Begrüßungsabend im großen Turnballensaal am Woogsplatz waren bereits lange vorher alle Eintrittskarten vergeben. Nach einem sttmmungsvollen Männerchor der Singmannschaft der Turngemeinde „O Schutzgeist alles Schönen" von Vdozart trug Frau Käthe Enders-Kuhlmann unter Mitwirkung mehrerer Herren einen schwungvollen Festprolog vor, worauf der Vorsitzende des Ortsausschusses, Gymnasiallehrer Lorch, eine Begrüßungsansprache hielt. Tann folgten Chorgesänge und Solovorträge des Frl. Gusti Rabenau und Opernsänger Franz Geßner, Hofschauspieler Willy Loehr, Kammermusiker Mehenel u. a. und nach der Vorführung vortrefflicher turnerischer Darstellungen durch Mitglieder der Turngemeinde hielt der Vorsitzende des Zentralausschusses, Reichstagsabg. Dr. Schrader-Berlin, eine Ansprache an die Festversammlung. politische Cagesfcbau» Zum Fall Schücking wird der „Deutschen Journalpost" geschrieben: In Sachen des Bürgermeisters Dr. Schücking in Husum, hatte der Bruder des Angeklagten, Dr. Walther Schücking, ordentlicher Professor des öffentlichen Rechts in Marburg, um Zulassung zunr mündlichen Verhandlungstermin gebeten. Er beabsichtigte, neben dem Ju- stizrat Storm aus Husum (dem Sohne des berühmten Dichters und gleichzeitig einer der angesehensteir Persönlichkeiteir der ganzen Provinz Schleswig-Holstein) als Verteidiger seines Bruders auf- zutreten. Nunmehr ist von dem Vorsitzenden des Bezirksausschusses zu Schleswig mitgeteilt worden, daß er auf eine Zulassung als Vetteidiger nicht rechnen könne, da nach § 37 des Disziplinar- gesetzeö die Verteidigung nur durch einen Rechtsanwalt geführt werden dürfe. Die Bestimmungen der Strafprozeßordnung, nach welcher in § 138 deutsche Rechtslehrer als Verteidiger zugelassen sind, finde keine analoge Anwendung. Ersparniffe bei der Eisenbahn. Im Eisenbahndienst soll die Geschästsvereinfachung und Personalersparnis weiter fortgesetzt werden. Die Vorstands stellen der Bettiebsinspektionen, namentlich der minder wichtigen, sollen in Zukunst durch mittlere technisck-e Beamte besetzt werden, während sie zurzeit nur von akademisch gebildeten Bauinspektoren verwaltet werden. Eine ähnliche Einrichtung besteht zurzeit schon bei den Eisenbahn-Verkehrs-Jnspektionen, deren Vorstände meist ehemalige Kontrolleure, also praktisch erfahrene und geeignete mittlere Beamte sind. Nur einzelne Verkehrsinspektionen haben Assessoren, also Juristen, zum Vorstande. Dergleichen Stellen sind lediglich Durchgangsposten für den Betteffenden. Wichtigere Betriebs- inspektioiren sollen nach wie vor von Bau- und Betriebsinspektoren besetzt bleiben. Auch für den Vureaudienst stehen, nach der „Franks. Ztg.", weitere Reformen in Aussicht. Für die Arbeitsraten erster Klasse, die lediglich durch Eisenbahn)ettetäre und deren Anwärter ausgefüllt werden, sollen, soweit es irgendwie tunlich ist, Assistenten, und für Arbeitsraten ziveiter Klasse, für die Betriebssekretäre und Assistenten zurzeit vorgesehen sind, Unterbeamte und im Bureaudienst geschulte Damen Verwendung stnden. Auch im unteren Eisenbahndienst werden nach und nach Hüfsbeamte und intelligente Arbeiter die Geschäfte der jetzigen Beamten, wie Lade- und Schirrmeister usw., besorgen. Die Ersparnisse, die durch die in Aussicht genommenen Reformen er» fricK werden, zählen bei dem Riesenumfang der preußisch-hessischen Gemeinschaft nach Millionen Mark. jsudS* ' Giessen m:**^«* Itllfl, ’g sth!. SÄ' '6 Die Hauptversammlung, die heut vorm. 11 Uhr im Kaisersaal begann, war auch von zahlreichen Ehrengästen besucht. Wir bemerkten u. a. Minister des Innern Dr. Braun, Geheimrat Dr. Eis en Huth und mehrere Ministerialräte, Generalmajor v. Eckenbrecher, 'Oberbürgermeister M o r n e w e g, Rektor W a l b e von der Technischen Hochschule u. a. Reichstagsabg. Dr. Schrader führte den Vorsitz ; er begrüßte die Erschienenen und verlas dann ein Schreiben der Kabinettsdirektion, in dem der Gr o ß - Herzog den Besttebungen der Gesellschaft warme Sympathien ausdrücken läßt. Minister Dr. Braun hielt dann eine längere Ansprache und betonte, daß die Großh. Regierung die Bestrebungen nach Verbreitung der Volksbildung stets aufs Eifrigste unterstützen werde. Oberbürgermeister Morneweg hieß die Versammlung namens der Stadt willkommen, ebenso Rektor Wal b e namens der Technischen Hochschule und Kommerzienrat Langenbach namens der 5)»sgewanderte»r Bildhauers Hannaux. Auf dem Sockel aus rot geschliffenem Granit steht eine Frauengestalt, die einen Krieger in die Arme nimmt, der im Kampfe um die Fahne tätlich verwundet fällt. ninwWungcnenwtWt t Dem Hause. -chuism^e Ü, ’ »reisende SpUDamen g, Schwesternhaus, ei*». KW"“»' ’■ -chneideünn.n.Kl,nd.an: eJitt e jetzt sse Hühleasse 41 'Bestanlag? icklö Wilhelm Böhrie. racvdecker = tzcichan, WuWe itteilt imenlßehlid) iD”/t und Auskunft lwnOUW. chsmnden Mittwochs von n, jicuen Ääuc H, UI. Zweites Blatt 1S8. Jahrgang Montag F. Oktober 1908 jJ-STZ -A A Ak A AA Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen ß te ZM El Ä/id MM UniversitatS - Buch, und Steindruckeret. vnvtyviiii aiyviyvi General-Anzeiger für Gberheffen Handel des 192.75 Italien. Bento . 4% 3% Portugiesen Serie I Portugiesen III 3% 99.10 167.90 128.50 Bochum Guss , Buderus E. W. 140.00 51.50 87.00 64.40 123.00 121.00 203.90 207.00 82.30 141.00 178.50 146.50 200.50 62.80 96 75 91.20 23.20 148.50 126.00 3% 3^°/a Ö% Wo w« Harpeuer Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . i'ürkenlose . . . Industrie, Giessen. ISörfee, 5. Oktober, 1.15 Uhr. 92.701 Elektriz. Lahnieyer . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweüer Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket!. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte 2\ordd. Lloyd Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kommandit . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio- Eisen Lahn Gotthardbahu Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahu . 176.20 . 128.00 . 236.55 . 59.75 146.25 Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwach. 203.70 206.70 23.10 82.00 140.50 83.9U 92.65 83.80 90.30 90.10 97 80 98.90 und Frank tnrter Reichsanleihe . . do. . . Konsole . . . do. . . . Hessen . . . . Oberhessen . . Bürgermeister Kromm (Schotten) schloß sich : (Lich) und 4% Oesterr Goldrentc. . 4l/5°6 Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . P1 utus. Kritische Wochenschrift für Volkswirtschaft und Finanzwesen (Herausgeber: Georg Bernhard). Inhalt vom 40. Heft des 5. Jahrganges: Passage-Kaufhaus. — Mittelstands- kureN und Pfuschkuren. Bon I. Wiener (Berlin). — Revue der Presse. — Aus den Börscnsälen. Bon Bruno Buchwald. — Finanzre,ormredner. — Liquidation von Trustbanken. — Berichtigung. — Jnseratenbcttel. — Prospekt-Reform. — Eine gefährliche Sparkasse. — Ein Bund der Aktionäre. — Gedanken über den Geldmarkt. Von Justus. — Plutus-Merktafel. — Antworten des Herausgebers. — Waren des Welthandels (Tabak). — Chefs und Angestellte. — Neue Literatur. — Generalversammlungen. Tochter des Herzogs von Sutherland in einem etwas „idealisierten" Kostüm auf der Bühne tanzen sah. Man wird den Schrecken der in ehrwürdig alten Ueberlieferungen erzogenen schottischen Matrone nicht unverständlich finden, wenn man in einzelnen englischen Blättern liest, daß die Herzogin von Sutherland an Grazie und Freiheit der Bewegung die berühmte Pariser Tänzerin Gcnec erreicht und bei fortgesetztem Eifer sehr bald die erste Tänzerin Europas werden könne. . 223.50 . 113.00 Teiefosiiscäie Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Es ist ein Jammer, wenn man oft siebt, wie teures feines Scbubwerk durch falsche Behandlung grau und glanzlos aussiebt, wie das bartgewordene Leder springt und bricht, während derselbe Schub bei einer Behandlung mit Schuhcreme Erdal doppelt^so lange gehalten hätte und dabei in seinem strahlenden Hochglanz die tägliche Freude seines Eigentümers gewesen wäre. — Erdal überall erhältlich — aber ausdrücklich Erdal verlangen! General-Vertreter: Fritz Julimann, Bahnhofstraße 59. Origittal-DrahtmeLdnngen. (Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.) Sofia, 5. Okt. Bulgarien wurde zum unab hängigen Königreich in Ternova proklamiert. Meteorologische Beodirchtnugen der Station Gießen. 4 XA °(6 russ. Staatsaul. 1905 4A°JO japau. Staatsanleihe 4% Couv. Türken von 19U3 Türkenlose 4% Griech. Monopol-Aul.. 4% äussere Argentinier . 3% Mexikaner . . . 4 A % Chinesen . . . . Aktien: Gerrchtssaal. Schöffengericht. Eine prinzipiell wich^igcEnt- lscheidung für den den Angelsport hatte am Freitag das Gießener Sawfsengcrid.it zu entscheiden. Unterhalb der Wicseck- mündung in der Lahn, also für deren schiffbaren Teil, i|t das lAngcln mit der einfachen Handangel für Jedermann freigegeben. Es ist in letzter Zeit häufig vvrgekommcn, daß Angler mit einem Strafbefehl bedacht worden Und, weil sie mit einer einfachen Handangel, die sie mittels einer Bleikugel beschwert halten, ui jenem Teil der Lahn betroffen wurden. Tie mit 3 Mk. bestraften Angler bezahlten öie Strafe, um keine Weiterungen zu haben, hielten sich aber für zrl Unrecht bestraft, meil sie nur mit einer Handangel dem F-ischfang obgelcgen hatten. Am Freitag nun wurde, nachdem ein Angler, uni die Angelegenheit gerichtlich znm Austrag zu bringen, gegen den Strafbefehl Wider,pruch erhoben hatte, in einer solchen Sache verhandelt. Der Sachverständige Krauß haar erklärte, er habe unterhalb der Wieseck genau wie der Angeklagte geangelt und er habe bisher geglaubt, dies sei erlaubt. Der als Sachverständiger weiter vernommene Rechtsanwalt Grünewald erklärte, daß eine einfache Handangel, wenn sie von dem Angler mit einer Bleibeschwerung versehen werde, aufhöre, eine einfache Handangel zu sein. Ein so behandeltes Fischfanggerät werde durch diese Beschwerung zu einer Grundangel, die im freien Teil des Wassers der Lahn nur von dem Pächter der dortigen Fischerei benutzt werden dürfe. Der dritte Sachvcrstän- dige Gerichtsvollzieher Geißler, der Vorsitzende des Anglerklubs, hatte an Gerichtsstelle eine förmliche Musterkollektion von Äugeln mitgebracht, an denen er dem Gerichtshof klar machte, was eine einfache Handangel und was eine Grundangel .ist. Dieser Sachverständige war ebenfalls der Ansicht, daß eine einfache Handangel aufhöre, eine solche zu sein, sobald der Angler sie mit einer Bleikugel beschwere und dadurch^ihre, Gebrauchsfähigkett für die Grundangelei ermögliche. Tas Schöffengericht stellte sich auf den Standpunkt der Sachverständigen Grünewald und Geißler und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 3 Mk. und Tragung der Kosten. R. B. Darmstadt, 3. Okt. Eine Erpress u.n g s s a che, ähnlich dem sensationellen Fall Imhof-München, beschäftigte gestern die Strafkammer. Zwei Burschen ans O f f c n b a ch , der 15jährige Jak. Gö risch und der 14jährige Kaufmaiuts- lehrling Walter Katzum, hatten eine Erpressung gegen den ^Offenbacher 'Fabrrkamcn Moritz Krumm verabredet. Görisch Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft. Reichsbankausweis. Nach den Erfahrungen, die in den ersten drei Wochen des Monats September gemacht wurden, war angenommen worden, daß die Reichsbank auch in der letzten Woche nicht besonders in Anspruch genommen werde. Aber es bewährte sich das alte Börsensprichwort: Es kommt immer anders! Die Anforderungen waren recht erheblich, wenn auch weitaus nicht so erheblich wie in den Vorjahren. Während sie im Vorjahre mit 513.38 Mill. Mk. in die Notensteuer geraten war, beläuft sich die Ueberschreitung der Notengrenze auf 320.64 Mill. Mk., was allerdings gegenüber der Vorwoche eine Verschlechterung des Status um nicht weniger als 567.68 Mill. Mark, während diese Verschlechterung sich im Vorjahre auf 554.42 Mill. Mk. belief. Es war unter diesen Umständen sehr gut, daß die Bank für den Quartalswechsel besser gerüstet war als in den Vorjahren. Der Wechselbestand ist uni 276.61 Mill. Mark angetvachsen; im Vorjahre betrugen die Wechseleinreichungen 302.24 Mill. Mk. Die Zunahme der Lombarden um 96.66 Mill. ^Jlarü ist- erheblich schwächer als im Vorjahre. Die Regierung hat die Bank, wie wir schon vor einigen Tagen mitteilten, ziemlich tark in Anspruch genommen, und der Efseklenbestand stellt sich auf 239.854 Mill. Mk. Er ist nur um 60.44 Mill. Mk. angewachsen. Beträchtlich war die Zurückziehung der Depositen, die ich um 150.087 Mill. Mk. verringerten, gegen nur 44.33 Milt. Matt' im Vorjahre. Trotzdem geht der Gesamtbetrag der Depositen um rund 50 Mill. Mk. über den vorjährigen hinaus. Die Abnahme des Metallbestandes mit 110 Mill. Mk. war an sich beträchtlich aber doch weniger stark als in den Vorjahren (1907 139.64 und 1906 168.03 Mill. Mk.). Der Metallbestand teilt sich jetzt auf 1033.55 Mill. Mk. Der Handel mit Kleie. Zwischen den Müllern und Kleiehändlern ist ein Streit ausgebrochen. Die Sachlage ist folgende: Die Mühlenbesitzer haben sich geeinigt, daß die Kleien mir brutto vertäust werden, d. h. Kleien mit Sack werden zu- ammen gewogen, und, trotzdem der Käufer den Sack liefert, zum ganzen Gewicht bezahlt. Bei je 100 Kilogramm Kleie bezahlt also der Käufer 1—1 Vs Kilogramm für Ware, die er gar nicht erhalten hat. Die Händler wollen nur eine Vereinigung Süddeutscher Kleienhändler ins Leben rufen, der bezwecken soll, daß der Handel in Kleie einschl. des Sackes erfolgt. Wer also in Zukunst nach den Absichten der Händler kaust, soll mit der Kleie gleichzeitig den Sack mitbezahlen. Auch hier soll der Handel brutto für netto erfolgen. Was der Landwirt mit den Säcken machen will, ist seine Sache. Wir machen die Landwirte daraus aufmerksam, daß für sie nur das eine Interesse besteht, die Ware netto zu laufen, also auch nur die Kleie zu bezahlen, die sie wirklich erhalten. Bei den landw. Genossenschaften ist der Handel in dieser Weise eingeführt und wird schon seit Jahren gehandhabt. picht mehr, daß besonders eine elektrische Leitung höchstens zum Spielwerk für Großindustrielle diene. Manches traf zusammen, wie z. B. im Kreise Friedberg die Bedenken der Großmüller usw., Uvas den Bewohnern den Entschluß erschwerte. Doch allgemach wurden auch diese Bedenken überwunden, nadzdem die Kreistage von Büdingen, Alsfeld, Lauterbach, schotten und Gießen sich einmütig für t'lic geplanten wirtschaftlich bedeutsamen Projekte erklärt hatten. Vor kurzem nahm man die Vorarbeiten für bas Wasserwerk bei Inheiden, das auch der Handelsmetropole am Alain Wasser zuführen soll, in Angriff und heute waren hier in Nidda aus allen Kreisen der Provinz Berwaltungsbeamte, Landwirte und Gewerbetreibende zusammengekommen, um über die Vorarbeiten des Elektrizitätswerks L i ß b e r g zu beraten! und festzustellen, loelche Gemeinden, Industrielle usw. sich an dies großzügige Werk, das so recht das Ringen des Menschengeistes mit der Macht der Elemente jedem vor Augen führen, die heimische, ländliche Bevölkerung aus ihrem wirtschaftlichen Stilleben reißen und in ihre Lebensgewohnheiten gewaltig eingreifen wird, anzuschließen gesonnen sind. Die Versammelten begrüßte Kreisrat Boeckmann -Büdingen. Provinzialdirektor Dr. Breidert führte aus, daß Forstineister Dr. Weber-Konradsdors vor zwei Jahren mit den Plänen hervorgetreten sei, die Wasserkräfte des Nidda- tals und des Hillerbachs bei Lißberg zu einer elektrischen Kraft- uni> Lichtanlage zu benutzen, um die in einem Umkreis von 30 Kilometer liegenden Ortschaften mit Elektrizität zu versehen. Der Plan wurde von Oberingenieur Schöberl-Darmstadt geprüft und für ausführbar gesunden. Nachdein der Staat Abstand genommen hatte, sich an dem Werke zu beteiligen, wurden im Verein von Provinz, Kreisen und Gemeinden die Borarveiten in die Wege geleitet. Um die Kosten des Werkes mit zu decken, war man damit einverstanden, oie Ueberschüsse des geplanten Wasserwerks Inheiden, dessen Prosperität durch die Abgabe von Wasser an die Stadt Frankfurt a. M. außer Frage steht, anfänglich dem Lißberger Werke zuzuweisen. An das Werk können angeschlossen werden sämtliche Gemeinden der Kreise Schotten und Büdingen, Teste des Kreises Gießen bis Büdingen und Grünberg hin, von den Kreisen Alssew und Lauterbach [leine Teile vis Groß-Fcloa, Windhausen, Hopsmannsseld und Altenschlirf, vom Kreise Friedberg, bis zu den Orten, die in der Linie von Büdesheim-Butzbäch- Friedberg liegen. Bürgermstr. S t ö p l e r - Lauterbach besprach zunächst die Vorteile, die oie elektrische Kraft besonders den Handwerkern bietet und ne konkurrenzfähig macht. Auch für den Land- ivirt, der unter der Leuteitot leidet, ist die elektrische Straft ein inimenser Vorteil. Er spart Zeit, Geld und Arbeiter. Die Kühe sogar kann er elektrisch melken. Der Preis für elektrische Kraft und Licht ist nicht wesentlich höher wie für Gas und Petroleum — wenigstens in Lauterbach. Dort wurde früher für die Straßenbeleuchtung Petroleum verwendet, das stn Jahre 1500 Mk. kostete. Jetzt hat die Stadt für ba3* selbe Geld das 2V2fadje Licht. Der Redner plädierte entschieden für das Zustandekommen des Lißberger Werkes. Oberingenieur Müller (Gießen) teilte mit, daß Lißberg für die Kilowattstunde für Licht 40 Psg. und für Kraft 20 Pfg. berechnen werde. Oberingenieur Schöberl (Darmstadt) führte sodann ans, die Wasserkräfte, die im Großherzogtnm Hessen gewonnen werden, können nur dienen dem Industriellen, dem Handwerker und dem Landwirt, nicht aber, und bas muß hier offen ausgefprochen werden, für den Betrieb elektrischer Bahnen. Die Wasserkräfte des Vogelsberges, speziell hier des Niddertales, sind demnach nur für Handwerk und Landwirtschaft zu benutzen. Die Strafte jint) hierzu reichlich vorhanden. Zunächst ist geplant, die Linien Lißberg, Glashütten, Gedern, Schotten; Lißberg, Büches, Büdingen; Nidda, Hungen, Langd, Lich, Steinbach uno Glauberg, Lindhcim, Altenstadt auszubauen. Die Talsperre im Hillcrö- bachtal bei Lißberg wird mindestens zwei Millionen Stübikmeter Wasser eitthalten, kann aber nach Bedarf bis auf ein Vielfaches (6faches) dieser Menge gesteigert werden. Hierauf wurde die Diskussion eröffnet. Gemeinderat Sehrt (Grünberg i. H.) trat für das Lißberger Werk entschieden ein, zumal die Gemeinden keinen Pfennig Risiko haben; er ersuchte die Anwesenden Mann für Mann sich anzuschließen und erklärte den Beitritt der Genieindevertrttung der Stadt Grünberg. x c.a dem Vorredner an, ebenso Bürgermeister Dörmer . Bürgermeister Roth ('Nidda). Bahnhofsvorsteher Fiedler aus 'Nidda bat, sich mit der Eifenbahndirektion Frankfurt a. M. in Verbindung zu setzen, um die Bedingungen zu regeln, unter benen den Staatsbetrieben das elektrische Licht abgegeben wird. Beigeordneter Fendt (Büdingen) erklärte, daß die Stadt Büdingen lim Verein mit der Fürstlichen Verwaltung eine elektrische Kraft - und Lichtanlage projeftiere, sollte nichts daraus werden, dann wäre es sicher, daß Büdingen dem Projekt sich anschließe. Oberförster Brohl (Ortenberg> hält, nachdem er die heutigen Vorträge gehört, das Werk tür gefidjert und günstig, bittet aber, daß die Bürgermeister ober bcrCn Vertreter teilte Erklärungen heute abgeben, fonbern erst das heute Gehörte im Gemeinderat vortragen und sich dann erst schlüssig machen. Bürgermeister F citbt (Hungen) wünschte, daß baldigst mit dem Werke begonnen werde; Hungen schließt sick) an unter allen Umständen. Oekonomierat Hofmann (Hof-Güll) erblickt in der Lißberger Anlage für die landwirtschaftlichen Betriebe große Votteile und erklärte seinen Beitritt. Bürgermeister Nieolaus (Steinheim) trat mit zwei Drittel aller Grundeigentümer dem Werke bei, ebenso Beigeordneter Weil (Bad-Salzhausen). Das Gleickie erklärten die Gemeinden Ulrichstein, Inheiden, Trais-Horloss, Eichelfachsen, Rainrod und Hof Gras. Verschiedene große Gewerbebetriebe hatten schon vorher ihren Beitritt erklärt, sowie eine Anzahl Gemeinden. Also ist des großen Werkes Zustandekommen gesichert. Gegen 4L,i Uhr schloß Kretsrat Boeckmann die überaus anregend verlaufene Versammlung. schrieb ihm uittcrm 16. Juni einen anoithnien Brief, worin er ihn aufforderte, sofort die Summe von 1000 Mk. an einer naher bezeichneten Stelle niederziilegen; wenn bas nicht sofort geschehe, o werde er sein jüngstes Kind verlieren. Als der Fabrikant auf dieses Schreiben nicht reagierte, schrieb Görisch angeblich auf Anraten des Katzum am 19. Juni einen zweiten Brief, worin er fein Verlangen wiederholte und forderte, daß der Geldbrief mit 1000 Mark Inhalt im Wäldchen aiv einer näher bezeichneten Stelle des Tennisplatz niedergelegt werben solle. Nun ging bie Sltimutah Polizei vor. Es frurbe ein Brief mit Papierschnitzeln an der verlangten Stelle niedergelegt und bas Terrain mit Beamten um- lellt. Während bas erstemal niemand erschien, kam diesmal Görisch vorsichtig herangeschlid)en, um den niedergelegten Brief einzustecken. Er wurde vom Gericht als Täter erkannt, währeiid Katzum der Mithilfe schuldig befunden wurde. Staatsanwalt Dr. Curttnann beantragte gegen den ersteren eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten und gegen letzteren eine solche von 4 Monaten Gefängnis. Nachdem aber Justizrat M e fr für Görisch eine mildere Strafe und Justizrat Lob für Katzum auf Freisprechung plädiert hatte, verurteilte das Gericht den Ersteren zu 2 Monaten, Ucn Letzteren zu 3 Wochen Gefängnis. Das Gericht nahm.'als strafmildernd die große Jugend der beiden Angeklagten in Betracht, sowie den Umstand, daß dieselben ^burd) Schundromane und die Zeitungslettüve über bcn Fa 11 Imhof zu ihrer Straftat angeregt worben seien. Wie Imhof, so war auch der Offenbacher Fabrikant burd) die Drohbriefe in nickst geringe Erregung gebracht worden, da er ja nickst ahnen konnte, daß sich die Sache als ein Bubenstreich entpuppen würde. R. B. Darmstadt, 4. Okt. Das Schwurgericht verhandelte in der Sitzung am Samstag gegen den 52 Jahre alten Müller, Landwirt und Gemeindeeinnehmer Ludwig R ö d e l s p e r - g e r aus Heubach i. O. wegen Verbrechens im Amte nach 8 35 1 Str.-G.-B. und fortgesetzter Unterschlagung von Kassengeldern im Gesamtbeträge von 8498 Mk. und Verschleierung dieser Unterschlagungen durch unrichtige Buchführung. Der Angeklagte hatte im Jahre 1887 auf dem Submisftonswege , auf dem ftch die Gemeinde bedauerlicherweiie einen Rechner beschaffte, für eine Vergütung von 250 Mk. jährlich den Posten erhalten. Die Summe wurde nach 10 Jahren au? 500 Mk. uno vor einigen Jahren auf 700 Mk. erhöht. Ein Gehalt von 800 Mk. wäre, wie von Sachverständigen oeftätigt wiro, das Mindeste gewesen, da die Gemeinde einen Waldbestand besitzt, der 3,4 Stillionen Mk. Wert hat und 30 000 Mk. für Holz vereinnahmt. Rödelsperger geriet durch schlechten Geschäftsgang und burd) Familienverhältnisse fdjon gleich zu Anfang in eine gewisse 'Notlage und griff deshalb die Kasse ian. Schaden hat die Gemeinde nidst erlitten, da der Angeklagte die veruntreuten Gelder durch Aufnahme einer Hypothek ersetzt hat. Die Geschworenen billigten-bem Angeklagten mildernde Umstande zu und verurteilten ihn zu einem Jahr Gefängnis, wovon drei Monate für erlittene Untersuchungshaft abgerechnet werben. G. Oeuneberg, Zürich Direkte Bezugsquelle von Seidenstoffen Jeder Art. Schon verzollt! — Verlangen Sie Muster! (D5/io Bau von fünfzig wrightschen Aeropianr. Wilbur Wright wird in einigen Wocyen seine Probeflüge in Frankreich beendet haben und dann nach den Vereinigten Staaten wieder zurüctiehren. Er hat bekanntlich seine Er- indung an Frankreich für den Preis von einer Million Mark verkauft, und Lazar Meiller, der Präsident des Syndikates, das den Wrightschen Flugapparat ankaufte, erklärte, daß er Wright's Erfindung niemals zu kommerziellen Zwecken ausbeuten würde. Nach seiner Ansicht ist der Aero- jlan berufen, in den Kriegen der Zukunft die bedeutendste Rolle zu spielen. Der Aeroplan bedeute entschieden den Ruin der Flotten der Großmächte. Für den Preis, der ür ein modernes Kriegsschiff gezahlt iverden muß, kann man fünfhundert Aeroplane bauen, und keine der Flotten wäre imstande, dem Angriff von bloß fünfzig Aervplane zu widerstehen, die durch Herabwerfen wirkungsvoller Ex- ilofivstofse sämtliche Schisse in kurzer Zeit vernichten könnten. Hätten die Russen in Port Arthur statt ihrer Schiffe die" gleiche Zahl von Aeroplans gehabt, so wäre Port Arthur niemals genommen worden. Weillers Vertrauen in die Erfindung Wrights ist so groß, daß er einer französischen Fabrik den Auftrag gab, fünfzig Aeroplane des Wrightschen Systems zu bauen, deren Herstellungskosten sich auf nicht ganz dreißigtausend Mark für den einzelnen Flugapparat belaufen, eine entschieden sehr geringe Summe, die dem Anschaffungswerte eines guten Automobils in Kürze entsprechen dürfte. ----. - ...... . . .... ...... VernrischLe». * Ein seltener Fall von Cholera. Im Jsmailow- Hospital in Moskau lenkt die Aufmerksamkeit der ärztlichen Welt eine Frau auf sich, btc vor zehn Tagen zur Beobachtung ein- gelicfcrt wurde. Obgleich ihr ganzer Organismus, so schreibt das „Berl. Tagebl.", von echten Eholerabazillen durchsetzt ist, ist sie selbst nicht cholcrakrank. Auf Beschluß des bekannten Baiteriowgen Pros. Beresnew wird die Frau nock; zwei Wod)en beobachtet werben. Er nimmt an, daß im Lause dieser Zeit die Bazillen aus dem Stör per der Fran verschwinden werden. Nach Ansicht der Aerzte liegt hier eine glänzende Bestätigung der Theorie Pettenkosers vor, ber bie Behauptung aufstellt, daß einzelne Organismen in keiner Weise aus Cholera reagieren. * Auch eine Frauenbewegung. Wie die „M. 'N. N." berichten, haben die zunehmenden Vermählungen von Mitgliedern der englischen Aristokratie mit Damen vom Theater unter den heiratsfähigen Töchtern der englischen Gesellschaft nicht nur Beunruhigung wegen getrübter Zukunftsaussichten, sondern auch tiefgehende Entrüstung her- vorgerusen. Um diesem fortschreitenden „Uebel" zu begegnen, haben sich der genannten Zeitung zufolge eine Reihe von Damen der englischen Gesellschaft entschlossen, selbst die Bretter zu besteigen, um auf diese Weise das Geheimnis zu ergründen, das die Mitglieder der jeunesse üoree den Sängerinnen und Tänzerinnen gegenüber so widerstandslos macht. Einige dieser Damen, die übrigens nur sehr selten einzeln auftreten, haben sich das Gebiet des modernen Schauspiels zur Ausübung ihrer Fähigkeiten gewählt, andere aber schreiten energisch auf ihr erstrebtes Ziel zu und pflegen mit Vorliebe die Künste des Variätetheaters. In Irland wie in Schottland haben junge Damen vom ältesten Adel durch den Vortrag von Volksliedern, die sie mit 'Nationaltänzen begleiten, große Erfolge erzielt, besonders unter den männlichen und vor allem den jüngeren Zuhörern. Die älteren Mitglieder der Aristokratie sind begreiflicherweise über diese „Flucht in die Oeffentlichkeit" nichts weniger als begeistert; vor einiger Zeit ereignete sich sogar der F'all, daß e.ine schottische Gräfin in Ohnmacht fiel,, als. fie die Tendenz: sehr schwach. Berliner Börse, 5. Oktober. Antangskurse. Oktober 1908 Barometer nu? 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit WindAchtmig Windstärke Wetter 4. 2" 752,8 20,1 12,8 74 SSE 4 Souneuscheiu 4. 9’5 752,1 13,5 11,0 96 S 2 Bew. Himmel 5. 726 752,2 13,3 11,2 99 still still 9lebel Höchst e Tem; leratur am 3 .-4. Oktober — + 20,2 ° C. Niedrigste „ 3 —4» u = K 5,9 u c.