Nr. 130 Zweites Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 4. Jnni 1908 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag«. frcgen** erscheinen monatlich zweimal. ns Militärs, des Trägers eines weltberühmten Namens, der ihn als es un- sür Rotationsdruck und Verlag der Drühl'scheu Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Tiefstandes unseres Kunstgcwerbeä erhöhen dm Eindruck des Vorgeführten. Von besonderem Interesse ist di'.' historisch-retrospektive Gruppe der Ausstellung. Universitäten, Verbindungen, tätliche und stäbtische Museen und Bibliotheken, private Sammler haben hier oeiretteifert, um an authentischen Bildern und Tokumenten auch das akademische Leben srül-erer Jahrhunderte zu zeigen, insbesondere das, was uns aus dem Studentenleben des 16. und 18. Jahrhunderts erhalten ist. So habere Gießen, Tübingen und Grerss- wald kostbare Stücke auS ihrem U n iv er sl t äts s rl b ers cha b zur Ausstellung geschickt. Tübingen seine beiden silbernen Szepter, spätgotische Meisterwerke aus der Zeit der Gründung der Uni- versität, Greifswald feinen gravitätischen Rektorenornac aus von 1619. Ein Studium für sich erfordert die ungemein reichhaltige Sammlung alt.r Stanimbücher und Stammbuchblätter, die große Kvllektion von Aquarellen, Stichen, Zeichnungen mit Szenen aus dem Stiidentenleben. Hier entrollen sich ganze Kapitel aus der deutschen Kulturgeschichte. Bei der Eröffnung der Ausstellung bot die König-Karls- Halle des Landes-Gewcroe-Museums, wo Hunderte von Studenten in vollem Wichs den König begrüßten, ein farbenfrohes Bild. Nach der Eröffnung der Ausstellung lud der König die Vertreter der Studentenschaft zu einem Frühschoppen in seinem Prwat- garten ein. Redaktion, Expedition und Dnickcrel: Schul- slraße 7. Expedition und Verlag: 5L RedaktiomL^ 112. Tcl.-AdruAnzeigerGießen. — Der Kaiser als Assyriologe. Eine Anekdote, für die wir dem Pariser „Gaulois", dem wir sie entnehmen, die Verantwortung überlassen müssen, berichtet das genannte Blatt von dem lebten Aufenthalt Kaiser Wilhelms II. in Wiesbaden. Für Die Vorbereitungen zur Ausführung des Balletts „Sardanapal", das demnächst an,der Berliner Oper in Szene gehen soll und zu dem der Hofkapellmeister Schlar in Wiesbaden die Musik schreibt, wurden diesem Künstler auf Befehl des Kaisers aus der königlichen Bibliothek alle Werke zur Verfügung gestellt, die über altassyrische Musik handeln. Desglcia-en yat sich Schlar mit dem Professor Delitzsch, der bekannten Autorität in assyrischen Dingen, in Verbindung setzen müssen, um seine Kenntnis aus diesem Gebiete zu erweitern. Einige Fragmente alt- assyrischer Melodien, die sich in Delstzflys Werken finden, sollen sozusagen als Unterlage sür gewisse stellen der Schlarscyeu Musik dienen. Kauer Wilyelm 11. verriet ein großes Interesse an dieseji Dingen, er äußerte den Wunsch, der mit seinen Ansichten über die Verwendung Wissenschaft- Oeffentlichkeit des gerichtlichen verfahrens. Von Dr. jur. W. Brandts, Berlin. (Nachdruck verboten.) nötig gehalten wurde, das Familienleben eines unsrer höchsten Militärs, des Trägers eines weltberühmten Namens, bis in licher Entdeckungen auf dem Theater überhaupt zusammenhängt, daß der neue Sardanapal ein getreues Bild der altassyrischen Zivilisation gäbe. „Diese alten Assyrier", äußerte er lachend, „haben z. B. ebenso hübsche Majolika hergestellt wie ich in meiner Fabrik in Kabinen." Wir werden also vermutlich Oper und Ballett bald bei neuen archäologischen Aufgaben verfolgen können. — Die Versteigerung griechischer Altertümer südrussischen Fundorts aus der Umgegend von Niko- lajeff (der Nachfolgerin des alten Olbia) wurde dieser Tage in der königl. Gewerbehalle zu Kassel beendigt. Die Zahl der Käufer und Liebhaber solcher Raritäten war sehr groß. Zu den Direktoren staatlicher Museen aus den Hauptstädten des In- und Auslandes, wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Breslau, Stettin, Mainz, Paris, Kopenhagen, Ghristiania, Mailand usw. hatten sich noch die Vertreter aller größeren Universitäten Deutschlands eingefunden, so aus Berlin, München, Heidelberg, Jena, Leipzig, Halle, Marburg, Gießen, Göttingen, Würzburg, Breslau usw., so daß Die Versteigerung einen recht lebhaften Eharatter trug. Ein von Kennern als hervorragend frühes Stück bezeichneter Fingerring wurde bei lebhaftem Gebot bis zu 1320 Mk. gesteigert. Käufer war ein Privatsammler, Herr- Fritz Gans in Frankfurt a. M. Ein eisernes Schwert, Klinge 69 Zentimeter lang, wurde für 70 Mk. für das römischgermanische Nkuseum in Mainz erstanden. Eine große Anzahl weiterer seltener Stücke wurde zu Preisen von 100 bis 200 Mk. von Privatsammlern des Auslandes und den Vertretern der erwähnten Universitäten erstanden. — Kleine K u n'st chroni k. Im Hostheater in Cassel sand die Erstaufführung von „Barbe Amelung", Komodie von Karl Schüler, in den beiden ersten Akten bei'alligpe Aufnahme. Ter Schlußakt mißfiel. — Kultusminister Dr. Holle hac sür den preußischen Staat em nach dem Leben gemaltes Portal des FeldmarschaUs Grasen Ai o l l k e von Paul B e ck e r t in Frankfurt a. M. angekaust. — Ein neues Drama von Gorki ivirb in der russischen Zeitschrist „Snanje" veröffentlicht. Es betitelt sich „Die Legten" und spielt tn einer russischen Bea.nlen- sannlie. In dem Drama wird die ganze Korruption und piieder- tracht des klemen russischen Polizeibeamten gezeigt, der wie eur Vampyr seine Umgebung auSsaugl..— Hermann Schmiechen, der betannle altmodische Porlräl- und Gejchichlsmaler in Berlin, hat vom Kaiser den Auftrag erhallen, sein Bildnis m Parade- Maruieuniform sür England zu malen. 5tudenten-rtunsiausstel!ling in Stuttgart. - ' Man schreibt uns aus Stuttgart untcrm 1. Juni: Eine Ausstellung, wie sie wohl noch nirgends zu sehen gewesen fein wird, ist die Ausstellung sür deutsche Stubcntenfiinft, die heute unter Beteiligung der akademischen Kreise von Nah und Fern durch den König hier int Landes-Gewerbe-Museum eröffnet luorben ist. Veranstalterin der Ausstellung ist die königl. lvürttemb. Zentralstelle für Gewerbe und Handel, ihr geistiger Vater der rührige und verdienstvolle Leiter des königlichen Lanbes-Gewerbc-Mufeums Prof. Dr. Pazaurek. -uc Ausstellung verfolgt den Zweck, an dem schönen Aufschwung, der sich auf weiten Gebieten des künstlerischen Lebens fühlbar inao)t, auch die Studentenkunst tcilnehmen zu lassen, die sich bisher noch abseits gehalten hat, ober in dem Althergebrachten, Konventionellen gar zu sehr stecken geblieben ist. Man hat die Rechnung angestellt, .baß alljährlich durch bie Stubentenoereine unb andere Gesellschaften, bie sich nach studentischem Vorbild richten, über 2 Millionen Mk. ausgegeben werden, .leider nicht gerade für die schönsten Objekte. Wieviel Gutes ließe sich für solche Summen schaffen, wenn di Auftraggeber immer richtig beraten wären! Hier will die Ausstellung anregend wirken. Die Ausstellung erstreckt sich auf Studentcnhäuser und ihre innere Einrichtung, auf studentische Geräte, Wappen, Schmuck- gegenstände, Teditätionen, Drucksachen usw. eie erbringt Den Beweis, daß der Präsidiumssessel mit seinen zweckwidrigen volz- schnitzereien, an denen sich „ein hohes Präsidium" den Schädel zerschindet, ebenso verbesserungssähig ist wie der B ier zipfc l, dessen Metallbeschläge in die unglaublichsten heraldischen Exzesse ausartete; sie zeigt an einem vortrefflichen Beispiels von Riemerschmid, daß sich mit geringen Mitteln eure au Berit behagliche Studentenbude Herstellen W, in der kuck einem sinnreichen Jneinandergreifen von verschiedenen Möbelstücken wie Kleidcrschrank und Büchergestell das Bett be5 .Nusen- sohncs bei Tage unsichtbar gemacht werden kann. zeigt, daß bei Couleurringen und V o r stecknadeln wie bei der Ornamenticrung der C e r e v i s - M ü tz c n neue ©ebanfen burchaus möglich sind — kurz baß sich auf dem ganzen welt- verzweigten Gebiet viel Sckfönes und Gutes schaffen laßt, xer allgemeine Eindruck ist der, daß sich allenthalben bewuZtes Abrücken von den verschnörtelteu und überladenen -Spielarten der letzten Jahrzehnte, ein Abrücken itzsii Dem Mißbrauch, der im Zeitalter der Butzenscheib e n-Po esie mit Golhil und deutscher Renaissance getrieben worden ist, u,u) ein wachsenoes Verstandnis für bie mit vornehmer Einfachheit und Zweckmäßigkeit gepaarte Behaglichkeit vollzieht. Gegenbeispiele aus oen Zetten künstleriMu Streik der österreichischen Studenten. Bei der Besprechung der Wahrmunb-Angelegenheit im österreichischen Slbgcorbnctenbauic erklärte der Abg. Senmme, die Deutsch-Radikaleil feien nut der Art der Lösung dieser Frage nicht einverstanden. Das Recht Wahrmunds, Vorlesungen zu halten, hätte geivahrt werden müssen. Ter Redner wars der Innsbrucker Universität sclnvaukende Politik vor, welche weder der Unterrichts- Minister, noch die Teulfchfrciheitticheu mitansehen könnten. Die Teulschsreiheitlichen würden sich durch feiiierlei Drohungen einschüchtern lassen. Infolge der Schließung der Innsbrucker Universität hat gestern an fämtlichen dentfchen Universitäten der Streik der Studenten begonnen. Tie Universität unb bie Technische Hochschule in Graz wurden aus Veranlassung der fHegicrung sofort gesperrt. In Wien liegen die Hörsäle vollkominen leer. Ter Anschluß der nichtbeulschen Studentenschaft an den Streik wirb er- wartet. In Prag inszenierte die bentschireiheittiche Studentenschaft der Universität und Technikilm den Hochschul-Stceik. Einige klerikale Studenten sanden den Zutritt zur Universität von antiklerikalen besetzt. Tie Professoren stellten locgeit Nichtbesuches die Vorlesungen ein. DaS englische Pateutgesetz. Tie „Nordb. Allg. Zig." schreibt: Die Vorschriften des Ar-! tikels 27 bes am i. Januar in Kraft getretenen, englischen Patentgesetzes enthalten im Wesentlichen solgenbes: Vom 28. August 1908 an wirb ein Patent, seit dessen Erteilung vier Jahre verstrichen sind, durch Verfügung des Comptrollers zurückge- nomuten, wenn jemand dies beantragt und der Eomptroller bei der Prüfung findet, das; der, patentierte Gegenstand ober daS patentierte Verfahren ausschließlich ober hauptsächlich außerhalb des vereinigten Kölligreichs hergestellt ober zur Ausführuna gebracht wird, es sei denn, baß der Patentinhaber ausreichende Gründe anführen kann, die ihn hinderten, die Erfindung in angemessenem Umfang innerhalb des bereinigten Königreichs auszuführen. Anstelle^ der sofortigen Zurücknahme kann dem Patenti.ihaber zur Ausführung seiner Erfindung im Bereinigten Königreich vom Eomptroller eine Frist gesetzt werden, die auf Antrag bei hinreichender Begründung.bis zu zwölf Monaten verlängert werden kann. Gegen di / vorbesprochenen Verfügungen deS Comptrollers ist Beschwerde an das Gericht zulässig. (Tas englische Patentgesetz ist in Uebersetzung im Blatte für Patent-, Musttr- und Zeicyenwcsen — Nr. 12 vom 27. Dezember 1907 — mitgeteilt. f Schon viele, die ihr Recht suchten, haben unter der Oeffcnt- lichkeit unseres gerichtlichen Verfahrens gelitten, und mancher hat auf sein Recht überhaupt verzichtet, weil er vorcmsf'ah, daß in der öffentlichen Verhandlung der Sache von der gegnerischen Partei Punkte berührt werden würden, die mit dem vorliegenden Rechtsstreit nichts oder wenig zu tun hatten, die aber sozusagen an den Haaren würden herbeigezogen werden, tzim ihm eins auszuwischen, so daß, wenn er auch in Sache selbst gewinnen mußte, der Sieg des Rechts für nahezu wertlos, weil zu teuer erkauft war. Diese Gedanken haben sich uns allen aufgedrängt, längst in einem Beleidigungsprozeß schmutzigster Art (täten aus, worin er sie als liebe Gäste an seinem Geburtstags willkommen hieß, und in dem er betonte, daß beide Völker durch Stammverwandtschaft und Familienbande verknüpft und durch gemeinschaftliche Interessen verbunden seien unb gerabc in ber letzten Zeit gemeinsam an bent Friebenswerk gearbeitet haben. Er sprach bie wärmsten Wünsche für bas Glück beider Völker aus, bie ber Freunbschaft beiber Fürstenhäuser stets zuneigeii mögen, unb schloß mit einem Hoch auf bie Majestäten. König Gustav von Schweben erroiberte, wenn er erstmals nach bem Heimgang feines geliebten Vaters ben Majestäten einen Besuch abstatte, geschehe bies mit bem Gefühl ber Wehmut und Dankbarkeit. Der König fprach für bie herzlichen Begrüßungc- worte seinen aufrichtigsten Dank unb ebenso für ben freundlichen Empfang aus. Es fei ihm unb ber Königin eine große Freude, bem König bie Glückwünsche persönlich barzubringeu. Er hoffe, baß eines immer bestehen werbe, nämlich bie glte Freunbschaft zum König von Dänemark. Es fei feine lebhafte Hoffnung, baß bas i n t e r n a t i o n a l e A b k o m m e n z w i s ch e n ben N o r b - unb ben Ostseemächten bie gemeinsamen Interessen ber Völker kräftig fördern unb bas vertrauensvolle Verhältnis befestigen möge. Er fchloß mit einem Hoch auf bas bänischc Königspaar unb bie Zukunft Dänemarks. die Geheimnisse bes Schlafgemaches zu erforschen unb bie Verhältnisse nicht nur vor bem erfennenben Richter, sonbecn vor ber ganzen Stabt, ja, infolge bes großen Interesses für ben Privatkläger vor bem ganzen Laube, vor ber ganzen Welt offen zu legen. Die hehre, reine Göttin ber Gerechtigkeit mußte es sich gefallen lassen, baß häßliche, zwischen den Ehegatten in erregter Stimmung vorgekommene Szenen in widerwärtiger Breite vorgebracht wurden unb man offenbar Gefallen baran fand, solchen meist belanglosen Schmutz zu häufen. Entrüstet fragten alle, besonbers bie beutfdjen Frauen, ob es beim nötig fei, baß solcher Schmutz vor aller Welk gewaschen werbe. Nur wenige Monate find feitbem verflossen unb schon haben wir eine zweite, nicht weniger empörende Gerichtsver- handlung, nämlich bie Tortur eines makellos bastehenben, vornehmen, jungen Mädchens, bas bas Unglück hat, eine etwas eifersüchtige Schwester unb einen Mürber zum Schwager gehabt zu haben. In biesem Fall läßt sich bem angetlagten Rebakreur bas Recht nicht absprechen, ben Beweis für bie Wahrheit ber von ihm weitverbreiteten einseitigen Behauptung von der Schuld der Dame an dem Tode ihrer Mutter zu erbringen. Man muß das Interesse des Redakteurs gegen das Interesse der schwei- beleidigten Dame abwägen, wenn man entscheiden will, ob es im vorliegenden Falle recht ist, einen solchen Prozeß zu führen. Für den Redakteur handelt es sich, wenn er eines andern falsche Vermutuiig wiedergibt, die jemandes Ehre kränkt, uni kein schweres Vergehen, wenn er, wie hier, im guten Glauben gehandelt und der Wahrheit hat dienen wollen. Was stehl aber für das junge Mädchen auf dem Spiel? Nicht nur die entsetzliche Qual der mehrwöchigen Gerichtsverhandlung, die zu einem Ohnmachtsanfall geführt hat und nach dem Gutachten des Arztes die große Gefahr eines dauernden Nervenleidens zur Folge hat, sondern die Bloßstellung vor aller Welk mit allen ihren Schwächen und als leichtmoglichc Folge die Untergrabung eines ganzen Lebensglücks. Die Unterlassung eines Widerrufs und gar ber Antritt eines Wahrheitsbeweises in einem solchen Falle erscheint mir umso tadelnswerter, wenn bereits rechtskräftig, nach grünblichster Untersuchung vor bem Schwurgericht, bas Gegenteil ber verbreiteten Behauptung erwiesen ist unb wenn bie zur Verfolgung ber Straftat allein berufene unparteiische Behörde, bie Staatsanwaltschaft, bereu Verfolgung ablehnt, weil sie von ber Unschuld ber Dame überzeugt ist. Es ist bas burch ■ben Buchstaben unseres Gesetzes verbürgte Recht bes Angeklagten, sich zu oerteibigen. Eine berartige Hanblungswcise steht in meinen Augen auf gleicher Stufe mit ber Hanblung jcmanbcs, ber, um einen Knaben von bem frech fortgesetzten Plünbern eines fremden Llirschbaums abzuhalten, auf diesen schießt, ihn schwer verwundet und sich zu seiner Rechtfertigung auf die Notwehr beruft. Wenn jemand so den Buchstaben des Gesetzes mißbrauchen kann, so müssen unsre Gesetze dafür sorgen, daß der unvermeidliche schade für die angegriffene Person auf das geringste Maß beschränkt wird und das würde int gegenwärtigen Falle durch Ausschluß der Oeffentlichkeit geschehen sein. Unser Gerichtsverfassungsgesetz stellt den Grundsatz auf, datz jbie Verhanblung vor bem erfennenben Gericht öffentlich erfolgt. Dieselbe kann ausgeschlossen werben, wenn sie eine Ge- fährbung ber öffentlichen Orbnung, insbesonbere ber Staatssicherheit, ober eine Gefährbung ber Sittlichkeit besorgen lätzk. Der Grunb, aus welchem nach bem Vorbilbe von Frankreich, Englanb unb Oesterreich auch bei uns um bie Mitte bes vorigen Jahrhunberts bie Oeffentlichkeit bes Gerichtsverfahrens ccnge- führt worben ist, ist ber, eine würbige Geschästsbehanblmig unb vor allem bas Ansehen ber Rechtspflege zu sichern. Den Nachteil, baß bie Oeffentlichkeit sogenannten Kriminalstubenten Gelegenheit zur Erlernung von Verbrechen unb abgefeimten Ver- teibigungsweisen bietet, erachtet man gegenüber jenem Vorteil ür gering. Von bem Grimbsatz ber Oeffentlichkeit macht aber bas Gesetz selbst zwei Ausnahmen, inbem es sie in Ehesack>en ausschließt, wenn auch nur eine Partei es verlangt. Bei ber Entmünbigimg eines Geisteskranken ober Geistesschwachen ist bie Oeffentlichkeit bei ber Vernehmung bes Entmünbigten ausge- chlossen: auch in übrigen Entmünbigungsverfahren kann bas Gericht sie auf Antrag einer Partei ausfchließen. In einem Falle, in bem bas Gericht ben zu entmünoigenben Geisteskranken in öffentlicher Sitzung vernommen hatte, hat bas Reichs- fericht bas Verfahren für ungültig erklärt. Es sagte, ber innere Grunb, aus bem bas Gesetz ben Ausschluß ber Oeffentlichkeit verlange, fei ber, baß von ber Oeffentlichkeit der Vernehmung eine nachteilige Einwirkung auf bie Erklärungen bes Entmünbigten zu befürchten fei unb bamit bas Gewicht ber Ansage besselben verringert werbe. Diese Entscheibnng bes Reichsgerichts beweist bie Irrigkeit ber vielfach vertretenen Meinung, baß eine Anfechtung eines gerichtlichen Verfahrens nur zulässig sei, wenn bie Oeffentlichkeit rechtswibrig beschränkt sei, nicht aber auch, wenn bie Oeffentlichkeit rechtswibrig zugelassen sei. Man führt zur Begrünbung biefer Ansicht an, bie Oeffentlichkeit biete eine größere Garantie für bie Richtigkeit bes Urteilsspruchs. Die obenerwähnte Entscheibung belehrt uns aber sehr richtig, baß bie Oeffentlichkeit ber Verhanblung auch zur SSerbunfelung bes Sachverhalts unb bamit zur Unrichtigkeit ber Entscheibung beitragen kann. Der Grunb, aus bem bie Oeffentlichkeit in Ehe- unb Ent- münbigungssachen ausgeschlossen werben kann, ist ber, baß bie Zuhörung burch bas Publikum berechtigte Interessen ber Familie verletzen kann. Der gleiche Grunb trifft auch in vielen Beleibigungsprozessen zu. Deshalb forbert bie Konsequenz, bie Familieninteressen in Beleibigungssachen ebenso zu schonen wie in Ehesachen. Es ist bies umso nötiger, als bie Neigung ber Angeklagten offenbar zunimmt, mit ber Streitsache nur in loser Verbinbung stehenbe sensationelle Angelegenheiten in eine Sache hineinzuziehen unb sich baburch interessant zu machen ober gar ein Relief ju geben. Zu biesem Zweck sollten aber unsere Gerichte bie Mitwirkung aller- strengstens versagen. Da jeboch bie Ablehnung von Beweisanträgen sich immerhin leicht als unzulässige Beschränkung ber Verteidigung aussasscn läßt, so bietet das sicherste Mittel in allen Fällen, wo cs sich um die Offenbarung intimer Fa- milienverhältnisfe handelt, der Ausschluß ber Oeffentlichkeit. Die heutige Gerichtspraxis bei Beleibigungen führt bazu, baß es fast als eine Torheit erscheint, eine BeleibigimgSklage zu erheben, weil man baraui rechnen muß, baß ber Gegner ben Spieß umbrebt unb irgenb ein ber Vergangenheit angehörenbes wahres ober unwahres Vorkommnis aus bem Familienleben des anbern aus ber Vergessenheit aussuchen wirb, unb selbst wenn jenes Vorkommnis burchaus nicht ehrenrührig, aber boch peinlich ift, so schreckt bie Schaustellung ber innern Familienvcrhaltnisse vor einem sremben Publikum viele ab, vor Gericht ihr Recht zu suchen.___ Ksletöfche LagesZchaLr. Die „lärmende Parteinahme^ Schwedens für Deutschland. Zu. bem Artikel beS „Temps" über bie Rebe bes Königs von Schweben tn Berlin schreibt bas Blatt „Aftonblabet": soweit wir verstehen, enthalten bie ruhigen, wohlüberlegten Worte bes Königs von Schweben an Kaiser Wilhelm keineswegs eine lör- menbe Parteinahme für Deutschlanb, wie sie ber „Temps" darin hat sindeii wollen. Schweden Denft weder daran, noch hat c-> nötig, sich unter den Schutz des Schwertes Deutschlands oder eines anderen Staates zu stellen. In der Stunde ber Not unb Gefahr ist es natürlich bankbar für bic Hilfe, bie es erlangen kann: aber cs würbe sich niemals an jemanb, wer es auch immer fei, mit bem Ersuchen um Hilfe roenben. Wir können nicht ein sehen, baß sich bic Worte bes Königs bahm beuten ließen, als ob er vergessen hätte, baß es int Interesse seines Reiches liege, zu allen Staaten in einem guten Verhältnis zu stehen unb sich autzerhalb ber großeuropäischen biplomatiichen Gruppierungen zu halten. * Besuch des schwedischen Königspaares in Kopenhagen. Das schwebische Königspaar ist gestern mittag in Kopenhagen eingetroffen unb auf bem Bahnhofe von bem Könige unb ber Königin von Dänemark unb ber ganzen königlichen Familie empfangen worben. Auf bem Wege vom Bahnhof zum Schlotz Ama- lienborg würben bic königlichen Gäste in ben fahnengeschmückten Straßen von einer großen Menschenmenge auf baS herzlichste begrüßt. Bei ber Galatafel auf Schloß Amalienborg brachte König Friebrich einen Trinkfpruch auf bic schwebuchen Maie- -wwwmtje?»jp- Kiw.'.-aB.wJMCg Die „Siebener ZamMenblStter" werben dem ■ AH | gA 11 ff I /g i ß § | .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das (ft- ö m W W gl «Us Mr- wKrctsbIatt für den Kreis Gießen" zweimal w ' Eeneral-Anzeiger für Sderhefte« Zur Lage in Marokko. _ , In Casablanca haben sich wieder S t r a ß e n k ä m pfc zwischen Franzosen unb Spaniern ereignet, bie durch bis Disziplinlosigkeit ber französischen Truppen veranlaßt würben. Spanien soll bic Ziiiückziehling feiner Truppen beabsichtigen. Die Beran- lassung der Kämpfe waren luiebcc Ciferfüchleleieii wegen ver- fonnneuev Weiber. Tie auf bem Regieiungsgebänbc von Cafa- blanca bisher wchenbe franzöfifche Fahne würbe jetzt cingezogen. Kaib Biichra ben Bagdabi, ber bei Abbul Afis vergebend um feine Entlassung gebeten halte, ist von Rabat nach Fez geflohen. — Tie französischen Lokalbehörben in Marokko fahren ans Furcht, baß bie französische Regierung wirklich einen Rückzug plane, fort, neue Verwickelungen zu schaffen. Französische Truppen marschirten in Dukala ein, woburch bie Unruhe über bie ^Schäujagrenze hinausgetragen wird. Alle Minister des Sultans Äbdul AsiS erhielten französischen Schlitz. Alles dies bezweckt, durch neu geschaffene Verwickelungen die französische Regierung an der Zurückziehung der Gruppen aus dem Schanfagebiet zu hindern. Ans Stadt nnd Land. Gießen, 4. Juni 1908. Eisenbahnwünsche aus dem Kreis Gießen. In der Dienstagssitzung der Zweiten Kammer brachte Äbg. Leun eine ganze Reihe von Eisenbahnwünschen aus dem Kreise Gießen vor, von denen in Ergänzung unseres Kammerberichts nachstehendes mitgeteil sei. Er führte u. a. aus: Die Stadt Gießen projektiert jetzt eine Elektrische Bahn, die demnächst gebaut werden wird. Wir haben seither gehofft, daß auch Klein-Linden angeschlossen werden würde. Dazu scheint aber keine Aussicht vorhanden §it sein, wegen Durchkreuzung der Schienen der elcktr. Bahn mit der Eisenbahn und so bleibt für Klein-Linden nur die Hoffnung, daß •§ Anschluß an die Main-Weser-Bahn erhalten möge. Ferner spaach Abg. Leun den Wunsch aus, daß Alten- Buseck und Wieseck, letzterer ein Ort der größer als z. B. Lich ist und nahezu 3000 Einwohner zählt, direkten Anschluß erhalten müßten. Auch sei der seit 10 Jahren geäußerte Wunsch nach einer Güterverladcstelle für Staufenberg noch immer nicht in Erfüllung gegangen. Bezüglich .Garbenteichs führte er aus, daß die Beibehaltung des jetzigen Bahnhofs dringend erwünscht sei, da die Einwohner Steinbachs durch die Verlegung sehr benachteiligt werden würden. * •• Verein für das höhere M äd ch en sch u l w e se n in Hessen. Am Samstag, den 30. Mai fand zu Frankfurt die 13. Jahresvcrsamlnlung des Vereines statt. Die Versammlung, die unter Leitung dcS Direktors Dr. Störiko (Gießen) stand, war sehr gut besucht. Bei der Hauptversammlung im vorigen Jahre hatte Frl. S. Walther, Lehrerin an der höh. Mädchenschule zu Mainz, einen Vortrag gehalten über die Neugestaltung der hessischen höheren Mädchenschule. Den Gegcnbericht hatte für die diesjährige Versammlung Lehramtsassessor Dr. Deggau aus Worms übernommen. An der Hand der beiden Berichte und der von Frl. Walther vorgelegten 13 Thesen entspann sich eine sehr lebhafte Aussprache. Von den vocgelegten 13 Thesen ward ifeine angenommen, doch stimmte die Versammlung fast einstimmig 3 Leitsätzen des Professors Lcdroit zu. In ihnen wird gewünscht, daß der französische Unterricht erst mit dem 5. Schuljahre (statt mit dein 4.) beginnen, und daß der Unterricht im Rechnen und Naturwissenschaft verstärkt werden solle. Hieran reiht sich der Wunsch, daß auf die höhere Mädchenschule, die man im wesentlichen in ihrer jetzigen Form und als 10 jährige Anstalt erhalten wissen will, ein Oberbau folge, der für die Hochschule in 3 oder 4 Jahren vorbereite. Die Versa,nmlung sprach im An- schlusse hieran die Erwartung aus, daß dann die Aufnahme von Mädchen in den höheren Knabenschulen nicht mehr erlaubt werde. . ** Sechziger-Feier, Es ist in Gießen ein schöner Brauch geworden, daß sich die Fünfziger zu einem gemütlichen Zusammensein vereinigen. Männer aus den verschiedensten Berufszweigen finden sich da zusammen, und sind derartige Zusammenkünfte jedenfalls sehr geeignet, echten Bürgersinn zu pflegen und zu fördern. Man trennt sich wieder in der Hoffnung auf ein fröhliches Wiedersehen in 10 Jahren. So hatten sich am vorigen Samstag die 1848 er, nnnmehr „S e ch z i g e r" im Hotel Kaiserhof zu einer kleinen Feier zusammengefunden. Nicht blos hier wohnende Gießener, auch solche, die ihr Beruf nach auswärts verschlagen hat, nebst Eingewanderten, die im Lause der Zeit Gießener geworden sind, konnten sich wieder begrüßen. Ein Gießener Kind, das in Amerika eine zweite Heimat gefunden, hatte einen klingenden Gruß gesandt. Elf liebe Altersgenossen hat in den letzten 10 Jahren der Tod abgerufen. Ihrer wurde ehrend gedacht. Toaste auf Kaiser , und Großherzog, die Stadt Gießen und ihre Bürger, sowie auf eine glückliche Zukunft erhöhten die Feststimmung. Am Montag nachmittag vereinigten sich die Altersgenossen mit ihren Familien nochmals auf der Liebigshöhe. Vom heitersten Wetter begünstigt, verbrachte man auch hier mit den lieben Angehörigen einige heitere Stunden. Besondere Verdienste um die Verschönerung der Feier erwarb sich der Gesangverein „Heiterkeit" durch den Vortrag prächtiger Lieder. Man trennte sich mit dem Wunsche auf ein Wiedersehen in fünf Jahren. ** V o m B ü d i n g c r H o f r a t. Das Befinden des Hofrats Rotschild hat sich so gebessert, daß er voraussichtlich schon in den nächsten Tagen von der medizinischen Klinik wieder in das Gefängnis gebracht werden wird. Trotzdem ist es ausgeschlossen, daß er schon in der diesmaligen Schwuraerichtsperiode zur Aburteilung kommen wird. ** § n Ainerika verstorbene Hessen. Katharina Spielmann, geb. Schmidt, 70 Jahre alt, aus Rodheim, zu Brooklyn — Georg T r o p p,. 79 Jahre alt, aus Eppelsheim, zu Flusching, R.-P. — John F. Kull, 69 Jahre alt, aus Wimpfen, zu Jrvington, R. I. - Schuhfabrikant Phil. Schneider, 70 Jahre alt, aus Reiskirchen, in Altentown. — Peter Meininger, 79 Jahre alt, aus Engelthal, zu Eleveland, C. — Joys. Faulhaber, 84 Jahre alt, aus Biebeu (Kr. Alsfelds zu S. Eafthopc, Ont. ** Bon den Wandernden. Im Mai waren in der „Herberge zur Heimat" 1484 Gäste eingekehrt, von' denen 794 Logis und Verpflegung gegen Arbeitsleistung in Anspruch nahmen. 690 Herbergsgaste waren Selbstzahler. — Steinbach, 3. Juni. Der seit nahezu sechs Wochen im Gießener Unlerfuchungsgefäugnis inhaftiert gewesene Arbeiter Karl Strauch von hier wurde wieder aus der Untersuchungshaft entlassen, da sich keine genügenden Anhaltspunkte ergeben haben, daß er der seit langem gesuchte Steinbacher Brandstifter ist. Eine Entschädigung für die erlittene Untersuchungshaft bekommt Str. nicht. () Lich, 2. Juni. Zu dem vom 20.—22. d. M. stattfindenden 3 5. Gauturnfeste.find bereits 5 6 M u st c r -- liegen angemeldet. Diese stattliche Zahl ist der sicherste Beweis dafür, daß man sich heutzutage für die edle Turnsache in ganz erheblichem Maße interessiert. Der Gau Hessen ist im steten Wachsen begriffen, es gehören ihm jetzt 80 Turnvereine an. - Hoffentlich wird das Gelingen «des uns bevorstehenden Festes durch gutes Wetter begünstigt. n. Friedberg, 1. Juni. In der ersten Halste des Monats September findet hier ein Vortragskursus für Volksschullehrer statt. Professor Kaiser, Gießen wird über ausgewählte Kapitel der allgemeinen Geologie sprechen an Beispielen aus Hessen und feinen Rachbargebiclcn. Lichtbilder sollen die Vorträge ergänzen und eine Exkursion sich anschließen. W. Rockenberg, 3. Juni. Hier werden gegenwärtig viele Veränderungen vor genommen, Das, ehemalige Rathaus in der Nähe her Kirche wird zu einem Schwesternhaus eingerichtet. Dieses Gebäude diente seither dazu, nachdem die Gemeindevertretung in ihm nicht mehr tagte, alte Frauen, die anderweitig fein Unterschlupf fanden, aufznnehmen. Mit deut Schwesternhaus soll eine Kinderkrippe verbunden werden. Diese Neueinrichtung wird mit großer Freude begrüßt, entspricht sie doch so lange gehegten Wünschen. Nun können die Land- inirte, wenn sie ihr Feld bestellen, ihre Kleinen dem Schwesternhaus übergeben, um dort in sachgemäßer Weise beschäftigt zu werden. Ist die Kinderkrippe doch eine Vorbildungsstätte der Schule. Die Schreinerarbeiten wurden an Schreinermeister Nauheimer gegeben. Leider hat sich bereits ein Unglücksfall zugetragen. Als der Schreinermeister über eilten Balken schritt, rutschte dieser, nachdem vorher ein jüngerer Mann denselben begangen hatte. Er stürzte so unglücklich, daß er sich einen Beinbruch zuzog. An dem Unglück des geachteten Mannes nimmt man lebhaften Anteil. W. Marien schloß, 3. Juni. Arn 1. Juni^ wurde in das hiesige Laudesznchthans der Dragoner Konrad Paul, gebürtig aus Groß-Eichen im Kreise Schotten eingeliefert. Er hatte einem Mitdragoner 5 Mk. gestohlen. Einen andern, der von dem verübten Diebstahl wußte, suchte er zu bewegen, die Unwahrheit zu sagen. Dieser achtenswerte Mensch ging iedoeff aus den Wunsch nicht ein und erstattete Anzeige. Wegen Dieb- 'tahls und Verleitung zum Meineid batte er sich nun vor dem Kriegsgericht zu verantworten. Wegen versuchter Verleitung znm Meineid wurden ihm von dem Kriegsgerichtshos 15 Monate Zuchthaus zudiktiert und wegen Diebstahls 3 Monate, so daß er also eine Gesamtstrafe von 18 Monaten Zuchthaus zu verbüßen hat. Er wurde fo hoch in Strafe genommen in Anbetracht des Umstandes, daß er Gefreiter war. Am 1. 3uni hat er seine Strafe angetreten. Ein Sergeant und zwei Gefreite begleiteten den Sträfling hierher. Besagter Fäll gibt so deutlich^einen Begriss davon, wie ans scheinbar nichtigen Dingen große Folgen erwachsen können. > A n s dem Kreis Lauterbach, 3 Juni. Von den 67 Gemeinden des Kreises Lauterbach erhebt Stein- furt den höchsten Umlagensatz, nämlich 246,431 Proz. Zu- clftag auf die doppelten Grundzahlen und den ganzen Ein- lommensteucrbetrag (= 5300 Mk. >. Außerdem erheben über 200 Pro?, noch Uetzhausen (217,309 Proz.), Wünschcn-Moos (211,220Pro?.,, Rudlos (211,068Pro-,> und Hemmen (200,782 Prozent). Unter 100 Prozent erheben nur 10 Gemeinden, von denen wiederum Sickendorf mit 42,346 Proz. und Freiensteinau mit 28,047 Proz. die geringsten Sätze in Anspruch nehmen. Die Kreisstadt Lauterbach erhebt 102,018 Proz. (70 000 Mk.), Schlitz 118.917 Proz. (50 000 Mk. i und Herbstein 88464 Proz. (14 000 Mk.). V c> n der oberen Schwalm, 3. Juni. Bei glühender Sonnenhitze ldas Thermometer zeigt im Schatten 25 o C und mehr) vollendet der Landmann seine Frühjahrsbestellung. Schwere Wetter mit reichlichem Regenguß haben cither die Felder am Nordabhangc des Vogelsberges so gründlich eingcwcicht, daß man sie kaum betreten, geschweige bebauen konnte. In dieser Woche werden noch sehr viele Kartoffeln der Erde anvertraut, und die Gerstensaat wird beendet werden. Gras und Futter k r ä u t e r ver - prechen eine reiche Ernte, doch ist bei Verwendung des Grünfutters, wegen seines großen Wassergehalts, Vor- icht geboten. In der Gegend von Lauterbach haben schwere Hagelwetter Schaden verursacht und die Kornfelder trichweise zerschlagen. Die Bauersleute unserer Gegend ziehen daraus wohl die einzig richtige Lehre: Früher lächelte man über die Hagelversicherung, weil man bei der geringen Anzahl der vorkommcnden Schäden ihre Bedeutung nicht recht erkennen tonnte, in diesem Jahre laufen die Anmeldungen dazu dutzendweise ein. Provirizial-Ausschus; der Provinz Obcrhcnen. L. 6) i e ß en, 2. Juni. Zur Herstellung von Schnees ch utzaulagen in Gemarkung Klelu - Liuden war die Kgl. Eisenbähndirektion Fran Nur a. M. genötigt, eine Anzahl Grundstücke zu erwerben. Sw erzielte auch mit alleu Besitzern eine gütliche Einigung mit Ausnahme des Ludwig Sommer, der eine Entschädigung von 4 Mk. für den qm des- abzntretenden Geländes und außerdem für das Umsetzen dreier Apselbaurnchen 20 Mk. forderte, während die Eisenbähndirektion nur 2 Alk. für bcn qm uud 10 Mk. für das Umsetzen der Bäume bot. Ta auch vor der Lokalkonnnission eine Einigung nicht erzielt wurde, lintlc der Provinzial-Ausschus; in der Sache zu entscheiden. Nachdem inzwischen die Bahn in den Besitz des Geländes ein geivieseu ivorden war, drehte es sich heilte nur noch um die Fest- setzung der Hohe der Entschädlgllng, die die Lokalkommission aus 2 Mk. 50 Psg. für deu qm und J1 Mk. für die Bäume bemesseu hatte. Ter Proviuzial-Ausschuß hielt 2 Mk. 50 Ps. für den qm Üiv ausreichend, setzte aber die Entschädigung für das Uuisetzen der Bämne auf 20 Mk. fest. Auch zur Verbreiterung des Mittelwegs in Ge- markung Gießen in seiner Eigenschaft als Zufuhrstraße zum Bahnhof war die Eisenbähndirektion zum Erwerb eines Teils emes, dem Ferdinand Webe r zu Franksurl a. M. ge° hörigen, Grundstücks gezivungen. Weber forderte 25 Alk. für den qm, ivcnit em Austausch mit anderem Gelände vorgenommeu werde, sonst aber 40 Mk. für den qm. Tie Eisenbahndirektion bot 2 Alt 50 Psg. sür den qm, indem sie einen Geländetausch als unmöglich bcficidmcte. Eine Einigung konnte auch vor der Lokalkommission nicht zustande kommen'. Tieie gab ihr Gutachten dahin ab, daß das Gelände mit 4 Mk. 50 Pf. für den qm zu bewerten sei. Da der Grundeigentümer die freiwillige Besttzüberlasjung verweigeri hatte, mußte m einem besonderen Verfahren oic Elsenbahudlretnou zunächst ui den Besitz dcS beanspruchieu Geländes eingewiesen werden. In der heutigen Sitzung halte der Provinzial-Ausschuß noch d C Entschädigung seslzuietzen. Nachdem die Parteien imö ihre Vertreter eingehend sich zur Sache geäußert hatleu, eiilschled der Pioviuzial-Ausschuß, daß eine Entschädigung von 4 Mk. 50 Pf. für bciijim su geivcilnen ici. Ger'SchrsßacsL. Landau (Pfalz-, 2. Juni. Die Strafkammer verurteilte den Gastwirt M ü l l e r von G v l d r a m st e i n wegen Verkaufes überstreckten Weines zu 14 Tagen Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe. Berlin, 2. Jilni. In der Privat klagefache des Reichstagsabgeordneten Fischer-Berlin gegen den Redakteur der „Post", Petersen, und sechs andere Berliner Zeftungs- rcöatteurc, die dem Privatkläger vorgeworfen hatten, daß er in seiner Eigenschaft als Geschästssührer des „Vorwärts" sich zum Nachteile des letzteren von den Lieseranten habe Schmiergelder zahlen lassen, wurde ein Vergleich mit sechs Redakteuren abgeschlossen, die die betreffende, von der „Post" übernommene Behauptung anstandslos auf Grunds der heutigen, Beweisausnahme zurücknahmen unb sich zur Tragung ber auf sie entfallenden Kosten ver'pslichteten. Da seitens ber Verteibigung ber „Post", ans bic sich der Vergleich also nicht erstreckt, noch eine Reihe anderer Zeugen namhaft gemacht wurde, wurde bic Verhandlung vertagt. Bielefeld, 3. Juni. Tie S t r a f f a in m e r hat den früheren D i e n e r H i n z p e t e r s von der Anklage der gesetzwidrigen Aneignung der Kaiserbriefe an Hinzpeter f r e i g e j p r o ch e u. Ter SkaatSanivall hatte drei Monate Gefängnis beantragt. Geizig, 3. Juni. Das Landgericht verurteilte den hiesigen Rechtsanwalt Hans Bürde ivegeu hoher Unterschlagungen, Betruges uud U n t r e u c zu 3 Jahren 9 Monaten Gefängnis uud 3 Jahren Ehroerlust. Sandel. — Frankreichs Handelsbilanz. Nach Pariser Meldungen hat der französische Hanbelsminister über die Handels- I bilanz Frankreichs vom 1. Quartal 1908 eine Auskunft erteilt, die direkt ungünlttg tauteie. 'i'tc Emftihr ist gegen das I. Vierteftahr 1907 um rund 33 Mill. Frks. ziirückaeblieben und die 2luswhr um nicht weniger als 93 Mill. Frks. Tocki dürfte sich das Ergebnis des 2. Quartals schon besser gestalten, da Amerika, bas seiner Vestellungen zurückgezogen hatte, ivieber stärker als Käufer arlftritt. ICunft rind WificnfcbafL — Deutscher K ü n st 1 e r t a g in M i'i n ch e n. Ter von ber Teutschen Kunstgenossenschaft nach München einbenifene Deutsche Künstlertag nahm nach einem Reseratc bes Kunstmalers William Pape-Berlin eine Resolution an, bic sich für die Schaffung von Erholung?- unb Altersheimen für deutsche Künstler burch die Teutschc Kiinslgenosscnschaft ausspricht. — T i e Ex hum iern n g ber Leiche Zolas fand gestern abend um 7 Uhr aus bem Friebhof Moutmatie statt. Ter Eichensarg war beschäbigt. Ter Bleisarg würbe in einen Eichensarg gelegt iinb nach Dem Pantheon verbracht. Der Leichenwagen mit bem Sarge Zolas tras um 8 Uhr abenbS beim Pantheon ein, wo eine große Menschenmenge bie Ankunft bes Trauerzuges erwartete. Unter beit Anwesenben befanb sich auch Major Treykus. Es sauben verschicbeue Deinonstrationen für, beziehungsweise gegen Zola statt, boch ereignete sich kein Zwischenfall von Belang. LpieWün des Erohh. Umtheaters Vad Nauheim. Montag, 8. Juni IPfiiigst-Montag): „Husarensiekier." Lustspiel in 4 Akten von Gust. Kabelburg unb Richarb Skowrounek. Tiens- tag, 9. Jnui: „Hofgunst." Lustspiel in vier Auszügen von Thilo v. Trotba. Tonnerstaa, 11. Juni: „Vater und Sohu." Lustspiel in 3 Akten von Gustav Eßmann. Deutsch von Map Schönau, Freitag, 12. Juni: Eröffnung ber Operetten-Spielzeft. Unter Mit- wirkiing ber Kurkgpelle: „Tie lustige Witwe." Operette in 3 Akten von Viktor L6on unb Leo Stein. Musik von Frcmz LehLr. TlirchLsche r^achrichten. Israetttischr ^eligisnsgesellfchast. Gottesdienst. Freitag, ben 5. Juni unb Samstag, ben 6. Juni 1908. Wochcnfest. 1. T a g: Vorabend: 8.00 Morgens: 8 00 Uhr. Predigt. 2. Tag: Vorabend: 8.00. Morgens: 8.00. Nachmittags 4 Uhr F e st a u s g a n g : 9.30. Wocheugottesbienst: morgens 6.00 Uhr, abenbs 7.30 Uhr. Meteorologische Beobachtnngen der Station Gießen. Höchste Temperatur am 2. bis 3. Jmn — 4- 28,1 ° C. Riebrigste , „ 2. „ 3. „ = + 11,80 C. Jl'ni 1908 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 3. 2" 749.4 27,8 11,1 40 NE 4 Sonnenschein 3. 955 749,9 91 2 14.0 75 NNE 2 Klareryimmcl 4. 7" 749,9 .... 14,0 84 N 4 Sonnenschein des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. I’riinklmrter CSöi Reichsanleihe . . 92.15 3% do. . . 83.40 3V/0 Konsols .... 92.20 3% do 83.30 3^% Hessen 90.70 3j^°/0 Oberhessen . . . 92.00 4Oesterr. Goldrente. ■ 98 90 4x[6% Oesterr. Silberrente 99.10 4% Ungar. Goldrente . . 93.75 4% Italien. Bente . . . —.— 3?6 Portugiesen Serie I 63.00 3% Portugiesen „ 111 64.40 4^°/0 russ.Staatsaul. 1905 95 65 4%°)0 japau. Staatsanleihe 89.95 4?o Conv. Türken von 19U3 95.90 Türkenlose 150.00 1% Griech. Monopol-Anl. . 51.50 4% äussere Argentinier . 87.00- 3°/0 Mexikaner . . . 66.80 4 xa °/0 Chinesen .... 97.10 Aktien: Bochum Guss 211 00 Buderus E. W 110.50 Tendenz: ruhig. Berliner Börse, 4 Cauada E. B. . . . . 156.00 Darmstädter Bank . . . — Deutsche Bank .... 230.90 Dortmunder-Union C. . . 59.60 Dresdner Bank .... —.— Tendenz: schwach. *e, 4. Juni, 1.15 Uhr. Elektriz. Lalnneyer . . . 119.00 Elektriz. Schuckert . . . 107.70 Eschweilcr Bergwerk . . 203.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 186.00 Hamburg-Amerik. PaketL 109.30 Harpener Bergwerk. . . 194.50 Laurahütte 208.50 Nordd. Lloyd .... 94.15 Obeischics. Eisen-Industrie 97.70 Berliner Handelsges. . . 160.70 Darmstädter Bank . . . 123.70 Deutsche Bank .... 231.00 Deutsch-Asiat Bank . . 137.30 Diskonto-Kommaudit . . 174.00 Dresdner Bank .... 138.00 Kreditaktien 197.60 Baltimore- und Ohio- Eisenlahu 88.40 Gotthard bahn — Lombard. Eisenbahn . . 25 75 Oesterr. Staatsbahn . . . 147.70 Priuee-Henri-Eiseubahu . 118.00 . Juni. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 195.30 Laurahütte 208 20 Lombarden E. B. ... 26.00 Nordd. Lloyd 94.10 Türkenlose 149.20 GLD K— OSS -L- «as 1=235 CSS Bärwalbe lPonnnerni, ben 23. Juni 1907. Seit längerer Zeit leibe ich an Blutarmut, 'Nervosität und wohl daher herruhrender Magenschwäche, die mir gebot, beim Genuß von Speisen äußerst vorsichtig zu Werke zu gehen, schmeckte es mir mal ausuahmsmeisc schon, so haue ich am nächsten Tage durch eine äußerff belegte Zunge zu büßen, die Berbauimg war sehr mangelhaft und oikmalige Versiopsung die Z-olge — kurz, ich fühlte mich nie recht ivohl, ohne doch besonbers krank auszusehen. ytun fing ich an Bioson zu trinken und, nachdem ich eine 2öochc hmburdi täglich morgens eine große Tasse davon mit Milch zu mir nenonunen hakle, mertte id) deutlich, ivie sid) mein Magen kräftigte. An jedem Akorgen konnte ich nut Genugtuung festsrcUen, daß der Belag aus der Zunge mehr unb mehr zurückgegangen war, jetzt ist er säst ganz oerschwunben. — 'liehen diesen, nioit gering anzuschlagenbcn, äußere Zeichen fühlte ich mich aber nud) im Großen unb Ganzen, schon roohler, besonbers ist meine GemütSplinmung bedeutend besser und leichier geworden. Jd) bin nun bald mit dem' 2. ^aket Bioson zu Ende und weiß bestimmt, daß id) nach Verbrauch von nod) einigen Pfund meine Gmundhett wieder normal werbe nennen tonnen. Ich werde gerne jede Gelegenheit ivahrnehmen, um das Bioson zu em- psehlen und würbe es mich freuen, demselben einige neue Anhänger verschaffen zu können. Hochachtungsoolll Friedrid) Schmidt, Postassistent. Unterschrift beglaubigt: Bärwalde iPommcrni, den 20. Zuli 190/. Die Polizei-Bermaftung, -Heliug. Bioson das beste und billigste für Kranke und schwache, ist in Apotheken, Drogerien usw. das Paket drei Mark erhältlich, welches für zirka 14 Tage ausreicht. (b10/t ßeüirdie Uandes-flusitellung DarmHadt 1908 OberheHifchen Hushellungshaufe: fiusifellung der ülöbelfobrik TH. BRUCK o örofjherzogllch ßefilfdier Hoflieferant <• muHklalon und Herrenzimmer oo» (Entwürfe von Profeifor 3. 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Zutaten zum Teig: 1 Psd.Mehl, 1 Päckchen vr. Oetkers Backpulver, 1*25 g Butter, 80 g Zucker, 2 Eier, V« > Milch oder Nahm. — Zutaten zum S t r e n, e l: 200 g Butler, 250 g Zucker, */2 Päckchen Dr. Oetkers Vanillmzucker, *20 g Zimt, 300 g Mehl. - Zube r e i t u n g: Rühre die Butter zu Sahne, füge Zucker, Eier, Milch, Atehl, (letzteres mit dem Backpulver gemischt,» hinzu. Den ge,chmcldigen Teig drücke mit mehlbestäubtcn Händen am deni gebutterten Blech nach allen Seiten auseinander. Der ^eig soll nicht höher als 1 cm fein. Man überpinselt ihn nut zerlassener Butter und streut den Streusel darauf, welchen man folgender- maffen zubcreitct. Die Butler läßt man zerlaufen, gibt dann Zucker, Vauillinzucker, Mehl und Zimt hinein und rührt die Masse, bis sich alles, gebunden hat. Dann mengt man den Streusel nut den Händen und streut ihn über den buchen, den man bei Miltelhitze backt. ngl/5 Nur Dr. Oetkers weltbekannten Präparate bürgen für gutes Gelingen seiner Original-Rezepte. Gasthaus z. Stadt Metzen in Äoiitorf Inh.: W. Böger. Gasthaus z.Bahnhof in AllenhgrsaBa. Inh.: E. Nanst. empfehlen ihre der Neuzeit entsprechend eingerichtete Lokalitäten Vereinen, Schulen und sonstigen Ausflüglern. Pelikan-Apotheke, KreuzplatzS Jtiiegante [2967 Kinder- Kleider in Kimono, Matrosen Blusen, Hänger und Bubcnkittel in Mousclinc, Kleiderstoffe und Eattnn in groß. Auswahl zu sehr billigen Preisen. Auch lasse dieselben chic u. elegant anserligen, unter Garantie für tadellosen Sitz. S. Sammet Bahnhofstrasse 8. Bekanntmachung. Mecum. K60/08 Ihren Ffingstbedarf in zu zahlen. Gießen, beit 4. Ium 1908. Stadtkasse Gießen. Doepfer. 14 Tage. Gießen, 2. Juni 1908. Städtisches Hochbauamt. Gerbet. Pr. Speise-Kartoffel Magnum bonum empfiehlt (3418) I. Weisel. Arheitsvergebrmg. Die Dachdecker, Spengler- und Weißbindcrarbciten zur Unterhaltnng des Hauses Lahmtraße Nr. 5 sollen Mittwoch, den 10. Juni d. Js., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibulig unu Bedingungen liegen bei uns .zur Einsicht offen. Angebote auf Bordruck, der daselbst erhältlich, lind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. — Ziischlagssrift Bekanntmachung. DaS erste Ziel Gemeindesteuer uub Kanalgebllhren für 1908, sowie der Beitrag zur landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für 1907 sind binnen acht Tagen bei Bermeidung der Beitreibung eist 14 Tage. Gießen, den 2. Juni 1908. Städtisches Hochbauamt. Donnerstag, den 2o. Jmtt 1908, nachmittags 3 Uhr werden aus hiesigem Ortsgericht die vor dem gramen des Carl Graf und Ehefrau geb. Gabelm stehenden Parzellen der Gemarkung Gießen: 1/642=20 qm Hofreite in der KaplanSgasse, 1/641—104 qm Hofreite daselbst, öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den *2. Juni 1908. Gr. Ortsgericht Gießen. Gros. Arbeitsvergebung. Die Zimmer- bczw. Schrcincrarbcit zur Unterhaltung des Turmhauses am Brandplatz soll Mittwoch, den 10. Juni d. I., vormittags 10l/i Ubr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen können bei uns eingesehen werden. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, lind bis zum genannteil Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagö- K13/08 . t B‘/o Donnerstag, d. 9. Juli Ifd. Js., nachmittags 3 Uhr, wird in unserem Amtszimmer die der Peter Minke Ww. geb. Schwalb gehörige Parzelle Fl. 38 Nr. 3P/io, 479 qm Hosreite am Hamm am Neustädter -vor versteigert. Auswärtige Bieter haben ihre Zahlungsfähigkeit nachzuweisen. Gießen, den 3. Juni 1908. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: ThomaS. Die Natten in den städt. Kanälen u. Wasserläufen sollen in den nächsten 8 Tagen durch Gift vertilgt werden. Um eine entsprechende Wirkung zu erzielen, ist es erforderlich, daß alle Besitzer der im Stadtgebiet liegenden Hausgruudstücke für gleichzeitige Vertilgung der Ratten in ihren Kanälen, Sinkrästen u. Höfen u. s. w. sorgen. Die Besitzer von Haustieren, Geflügel u. f. w. werden hiervon unter der Aufforderung in Kenntnis gesetzt, solche Tiere von den gefährdeten Stellen fern zu halten, da seitens der Stadt etwaige Schadenersatzansprüche abgelehnt werden. Gießen, den 2. Juni 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Scltvdhwa'i>e n decken Sie äusserst vorteilhaft bei K57/08 B21A Donnerstag, den 11. Juni 1908 nachm. 3 Uhr, werden aus hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen der Aug. Helsenbein Ehefrau Hermine geb. Rohde stehendeii Parzellend. Gemarkung Gießen: 21/15,2 = 262 qm Grabgarten rechts des Wiesecker Wegs, 21/15,5-2496 qm Hofreite das., 21/15,8 = 1053 qm Grabgarten daselbst, 2/164,4 - 50/ qm Hofreite links der Chaussee, öffentlich meistbietend versteigert, werden. Gießen, bett 21. Mai 1908. Gr. Ortsgericht Gießen. Gros. Donnerstag, den 18. Junr 1908, nachmittags 3 Uhr, wird aus hiesigem OrtSgericht die vor dem Namen des Heinr. Diergardt und Ehesrau geb. Törnemann in Gießen stehende Parzelle der Gemarkung Gießen: 1/2144,7—293 qm Hofreite aus dem Gartseld, öffentlich metstbretend versteigert. Gießen, den 26. Mai 1908. Gr. Ortsgericht Gießen. Gros. Freiing, d. 5. Jurn d. ^s., nachm. 2 Uhr [3500 werden weiter noch versteigert: 1 Pferdegeschirr (Chaisenge- schirr), eine AnzahlWirtstische- uud Stühle, 1 Buffett, 1 Ew- schrank, 2 Sophas u. v. a. Geißler, Gericktsvollzteher. Versteigerung. Freitag, den 5. Juni d. Js., nachmittags 2 Uhr, werden an Becker schen Saale, Neustadt 55, versteigert: 1. 6 Stäbe guter Stahl (261 kg), 1 Kanne Fußbodenlack, 1 Kanne Rechners Japan, 1 Faß Bleiweiß (270 kg), 1 Kassenschrank, 3 Herren- reisekoffer, 2 gr. Schaukelpferde, 1 Partie Schulranzen, Handkoffer, Markttaschen. Peitschen, Handtaschen, Conriertaschen, Pvrte- moimaies, 1 Bertikow, 1 Sovha, 1 ^adentheke, versch. Regale, große Partie Schüttwaren u., a. II. 3 Tablettenprepen versch. 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