amstag 5. Septemder 1908 Nr. 209 Zweites Blatt Gießener Anzeiger Erlcheinl täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Oberheften tofio abgehaltcne erste Kongreß für Sozialpolitik, Geistliche, die praktische Erfahrungen int Kirchendienstc bc- 1907 in timmtc dem Entwürfe eines Fabrtzkgesetzes zu. dessen Haupt- eine fahrbare Werkstatt, ttb Montag, den 7. Bekänepfung deS E. A. erkenne. den unlauteren Wettbewerb", lich-technischen Rcichsbehörde Auto-OmnibuS für das Werkstallpersonal, 2 Pcrsonen-Automobile nnb 2 Krafträder. Die Errichtung einer gewerb- „Die Besteuerung von GaS 158. Jahrgang --- W stheksmarkc« Berichtigung. In dem gestern veröffentlichte Briese Friedrick)s des. Großen ist anstatt dünner dümmer zu lesen. sitzen und befähigt sind, den hebräischen Unterricht zu erteilen. Meldungen sind vor Slblmif bc6 September bei oben bezeichneter Behörde einzureichen. — Erledigt ist die mit einem cvang. Lehrer zu besetzende zweite Lehrcrstcllc an der Rotationsdruck und Verlag der Brübl'sch« UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Sozialpolitik in Japan. Nicht uninteressant ist cs, daß sich jetzt selbst im fernen Osten, in Japan, eine sozialpolitische Bewegung zeigt. Heber diese Bewegung berichtet der Professor an der Universität zu Kyoto «.Japan) Masero Kambe im neuesten Hefte der Dokumente des Fortschritts «Verlag Georg Reimer-Berlin). Die Großbetriebe, die infolge der ökonomischen Umwälzung der letzten Jahrzehnte auch in Japan vorherrschend geworden sind, haben viele soziale Probleme aufgerollt, darunter das des Arbeiterschutzes insbesondere. Der im Dezember Gemeindcschule zu Gonterskirchen. •• Der neue Mainzer Eiscnbahnpräsident. Der .Reichsanzeiger* veröffentlicht die Ernennung dcö Geheimrats Michaelis zum Präsidenten der Eisenbahndircktiou in Mainz. "Lastautos beim Heer. Gegemvärlig erfolgt die Zuteilung der Lastaulomobile an die Armeekorps. So erhält das 18. Armeekorps 8 Antomobilwagen mit je einem Anhänger, einem Lastzug mit 5 Anhängern, einem Schnellaslwagcn, einem Tabakbau und Tabakerute im Erntejahre 1907. lieber den Tabakbau und die Ergebnisse der Tabakernte im deutschen Zollgebiet enthält das III. Bierteljahrsheft zur „Statistik des Deutschen Reichs", Jahrgang 1908, eine lieber- sicht für das Erntejahr 1907, wonach insgesamt 96 868 Tabak- pslanzer 148 925 Grundstücke mit einem Flächeninhalt von 15 405 ha mit Tabak bepflanzt hatten (1906 : 97 139 Pflanzer, 145 420 Grundstücke mit 14 684 ha Flächeninhalt). Bon den Pflanzern hatten 30 149 je eine Gesamtfläche bis zu 1 a, 6422 über 1 bis 5 a, 15010 über 5 bis 10 a, 28 326 über 10 dis 25 a, 15 499 über 25 a bis 1 ha und 1462 über 1 ha mit Tabak bebaut. Die Ernte ergab einen Ertrag von 288 398 dz Tabak in dachreifem, trockenem Zustande, also auf 1 ha einen Durchschnittsertrag von 19 dz (1906 : 320 750 dz oezw. 22 dz). Der Gesamtwert der Tabalernte, einschließlich der Tabaksteuer, wurde auf 27 012 977 Mark (1906: 30 231290 Mark) ermittelt; der mittlere Preis für 1 dz Tabak betrug demnach 93,67 Mark (1906: 94,25 Mark). Redaktion, Expedition und Druckerei: bchul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 112. Tel.-Adr^AnzeigerGießen. Die „«tehener Famllienblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „tandwirtschastllchen Seih fragen" erscheinen monatlich zweimal. •• Der Verband deutscher Gewerbeoerei ne, desien Vorsitzender Negierungsrat Noack m Darmstadt ist, hält seine 15. ordentliche Hauptversammlung in Darmstadt am 21. und 22. September ab. Tie Tagesordnung verzeichnet u. a. Referate über: „Die Erhebungen über die Wirkung des HaudwcrkergesetzeS, veranstaltet vom Verbände deutscher Ge>verbeoereine". „Der Gesetzentwurf über Sten Mk. 4.50 Hk. S-50 und Elertrizität". „Der Scheckverkehr". Borgunwesens im Handwerk". •• Krieger verein. Das am letzten Sonntag im Philosophenwald abgehaltene Waldfest, mit dem die Feier deS Sedantages verbunden war, erfreute sich eines sehr guten Besuches. In seiner Begrüßungsansprache warf Kamerad Schiffnie einen Rückblick auf die Ereignisie vor 38 Jahren und ermahnte besonders die jüngeren Mitglieder, festzuhalten an dem, was die Väter damals im heißen Kampfe errungen haben. Er schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und den hohen Landcsfürsten. Ein mährend dieser Rede heftig ein* setzender Regenschauer zwang die Festteilnehmer, sich in den Saal zu begeben, wo dann die Feier ihren Fortgang nahm. Die linder, die vom Verein mit Fähnchen und Bretzeln beschenkt wurden, führten einen Reigen auf. Aber auch die tanzlustige Jugend kam zu ihrem Rechte und auch mancher „Alter" schwang munter das Tanzbein, Nachdem sich daS Wetter etwas aufgeklärt hatte, wurde das vorher im Freien begonnene Preisschießen fortgesetzt. Tas von Kamerad A. Dickorö sehr gut vorbereitete und geleitete Schießen fand großen Anklang und währte dis zur eintretenden Dunkelheit. Hierauf fand die PreiSvecteilung statt. Allseitig wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, dieses Preisschießen im nächsten Jahre in größerem Rahmen zu wiederholen. ES ist sogar die Veranstaltung eines VereiuSschießenS für das nächste Jahr in Aussicht genommen. Gegen 11 Uhr fand die Feier ihr Ende. (Verspätet eingegangen.) ** M ä u n e r - T u r n v e r e i n. Ein F a m i l i e n - A u s * fing des Männer - Turnvereins findet morgen nachmittag 4 Uhr nach dem P h i l o s o p h e n w a l d statt. Es sind für Alt und Jung Unterhaltungen vorgesehen, so daß den Teilnehmern einige vergnügte Stunden in Aussicht stehen. •• Das Museum ist am Sonntag wegen Vornahm» vou Reinigungsarbeiten geschlossen. ’’ Der Evang. Arbeiterverein läßt im Oktober für seine Mitglieder und deren Angehörig»! einen Buch - führungskursuS nach dem System des Baumeiiters Traber abhalten. Der Unterricht ist für die Teilnehmer gratis; die zu ihm erforderlichen Bücher stellt dec Verein. Gleichzeitig soll bei genügender Beteiligung ein Wiederho l u n g s t u r s u S stattfinden für die Personen, die an dem bereits im vorigen Jahre vom Verein abgehaltenen Kursus teilgenommen, bis jetzt aber noch keine Gelegenheit zur praktischen Verwendung des Gelernten hatten. An dem vorjährigen Kursus nahmen etwa 30 Personen, darunter zehn Damen teil. "Maul- und Klauenseuche ist ferner anSgebrochen im Schlachthose zu Ludwigshafen am 3. September. X Inheiden, 4. Sept. Unser Bahnhof, der bisher nur dem Personenverkehr diente, wurde am 1. September für die Abfertigung von Eil- und Frachtstückgütern im Einzelgewicht diL 100 Kg., sowie für die Abfertigung einzelner Stücke Kleinvieh in Käsigen, Kisten u. f. w. eröffnet. Lebende Tiere und Gegenstände, zu deren 93er» nnb Entladung eine Rampe erforderlich ist, sind von der Abfertigung au5* geschloßen. Butzbach, 4. Sept. Droben auf der Schrenzcrhöhc thront über unserem Städtchen die bekannte Melchiorsche Brauerei „Zum Gamorinus", welche oiefer Tage ihr öOjähriges Geschästsjubiläum! begeht. Aus kleinen Anfängen in der Stadt rind einem später auf genannter Höhe errichteten Felsenkeller ist das ftattlid)e Etablissement hervorgegangen. Während anfangs nur die Wirb» schäft „Zum Stern" in Butzbach und darnach einige hiesige Gasthäuser mit dem schäumenden Tranke des Gambrinus versorgt wurden, wird heule der erfrischende Gerstensaft aus der Gaiw- brinusvrauerei in der Stabt, wie von der näheren und weiteren Umgebung viel getrunken. Pietät und Dankbarkeit haben nun die beiden Söhne d.s Gründers veranlaßt, im Jubiläumsjahre dem Gebäude, von dem die Brauerei ihren Ausgang genommen hat, eine nime, würdige innere und äußere Ausstattung zu geben, das Gasthaus „Zum Gambrinus" in Butzbach gleichsam zu einem Denkmale für den Gründer umzugestalten. Während die Eröffnung des oben beschriebenen Lokales am Samstag, den 5. September statt findet, soll am Geburtslage des Gründers eine Feier für die Beamten und Angestellten des Etablissements abgehalten worden. = Bad-Nauheim, 4. Sept. Bis zum 3. Sept, sind 27 773 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem. Tage noch 4703 anwesend waren. Bäder wurden dis zum 3. Sept. 355 854 abgegeben. w. Mainz, 5. Sept. (Tel.) In Bretzenheim hat ein t o l l w ü t i g e r W o l f s h un d des Spezcreiwaren-HändlerS sechs Schulkinder gebissen. Tie Kinder kamen in daS Hospital und werden nach dem Pasteur-Institut nach Berlip ifommen her keine Kuchenbleche - :n Bleche sind alSboli i Zurückbehallen wirb: ils Unterschlagung vriii 5& mgGch politische Tagesschau. Tie Anerkennung Muley Haftds. Der deutsche Geschäftsträger in Paris, Baron Laucken, Tjüt, wie der Korrespondent des „Daily Chronicle" mitteilt, fein Erstaunen über den internationalen Lärm ausgedrückt, den die deutsche Note verursacht habe. Ter Zweck deS deutschen Vorschlages sei doch nur gewesen, die Verhandlungen über die Thronfrage in Marokko zu beschleunigen. Das zeitliche Zusammentreffen der Reise des deutschen Konsuls Bassel nach Fez und das deS deutschen Antrages sei bloß ein Zufall gewesen. Das weiß man iu England und Frankreich sehr gut, aber man l)at seltsamer Weise in den maßgebenden englischen und französischen Kreisen nichts getan, um den neuen Hetzereien der Presse gegen Deutschland Einhalt zu tun. Die vom dem französischen Geschäftsträger im Berliner Auswärtigen Amte gemachten Mitteilungen über die Stellung Frankreichs zur Frage der Anerkennung Muley Hafids sollen übrigens nur orientierenden Inhalts gewesen sein. Die Bedingungen, die Frankreich zu stellen beabsichtigt, würden erst aus der französisch-spanischen Note zu entnehmen fein, deren Ueberreichung für die nächsten Tage zu erwarten sei. Aus der vorläufigen Mitteilung sei zu entnehmen, daß Frankreich von Muley Hafid eine offizielle Anzeige seiner Thronbesteigung zu erhallen wünsche, die zweifellos in wenigen Tagen zu beschaffen sei. Wie nun von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, soll in der franko- spanischen Note nicht nur von Muley Hafid verlangt werden, daß er die Akte von Algeciras annehme, sondern daß er auch alle Konzessionen sowie die genehmigten Arbeiten, die von feinem Vorgänger bestätigt sind, ebenfalls annehine. Außerdem werde die Note darauf Hinweisen, daß Muley Hafid alle Verträge, die fein Vorgänger mit fremden Mächten abgeschlossen hat, ratifizieren müsse. Frankreich und Spanien würden die Ansicht ausdrücken, daß mit Mulen Hafid nur dann amtlich verkehrt werden dürfe, wenn er diese Forderungen unterzeichnet habe. In einem gewissen Widerspräche zu dieser Meldung steht nun wiederum eine Nachricht der Neuen Freien Presse, wonach die spanische Negierung am 1. September alle Kabinette davon benachrichtigt habe, daß sie Muley Hafid an- scoto Mer* ittscrklärungen am onptinzenslr. 54 zu mbe, Sekt. Kleines Feuilleton, — E i n Kunstwerk, für dessen Vorarbeiten der Kaiser- großes Interesse bewies, ist jetzt in Wiesbaden ausgestellt. Es ist das Kolossalgemälde „Kaiser Wilhelm I. beim Blumenkorso in Wiesbaden". Ter Maler, A. v. Rößler, hat nahezu zwei Jahre zu dem Werke gebraucht. Im Mittelpunkte steht der greise Kaiser, tbm zur Seile ferne Tochter Luise, Großherzogin von Baden. Wagen, Livree sind nach Originalen, die aus dem Privalbesiy Kaiser Wilhelms I. stammen. Ter Kaiser Hal bei seinem tetzlen Besuch in Wiesbaden das Werk sich nicht zeigen laßen. Er äußerte jedoch die Absicht, in absehbarer Zeil zu kurzem Aufenthalt dorthin zu ’ommen, um das Bild zu besichtigen. — lieber das neue Phvletische M useum in Jena wird uns geschrieben: Das 'IKufeum soll ein Bild von der Entwicklung der organischen Welt geben und die ^auptthpen in der ausstcigenoen Entwicklung der Tierreihc vorführcn: Haeckels Plan ist, nicht durch Reichhaltigkeit zu verwirren, sondern durch zweckuuißige Auswahl Fi einen Materials der: gebildeten Leuen zu belehren. Aehnliche Museen gibt es in der Welt taum; m London ist dem Vernehmen nach das South K e n s i n g t o n Museum ähnlichen Zwecken geweiht, wenn auch vermöge seiner Größe nicht leicht für den Uneingeweihten verständlich: ferner Dient das Museum für Wissenschaft und Technik tn M unchen und das M u f c u m für Meereskunde in B e r - lin ebenfalls der Entwicklungsidee aus einem bestimmten Felde. Jedenfalls aber sind die Vorbilder für dieses Institut autzerst sprülich, und man kann es fast als ein Unikum betrachten. ^Einstweilen steht allerdings nur der Dau, während die gesamte Inneneinrichtung noch der Ausführung barrt. An den Plafonds sind die Formen von Radio.arien, Quallen, Seestemen und anderen, von ixtcdel in seinem bekannten Werke gezeichneten „Dtnftsormcn der Statur" als Rosetten dekoraiw verwendet, die Wand. >-nd mit Haeckels Bildern aus fremden Weltteilen und mit naturwu-. schriftlichen Zeichnunegn bebedt, unter anderem wird die Entim. lung von Goethes Kvps vom Jüngling bis zum Greis dargcl- .lt. Sckföne Exemplare des Gorilla und Lraug-Utangs sind jchott jCvt aufgestellt. Als besonderen wissenschafrlrchen Leckerbtsfen zeigte .vmcdel einen prähistorischen Schädel, der schon in den ueoziger Jahren in Australien gefunden, aber bisher nicht beschrreben roor- den ist und einen durchaus NeanderlHaral/.i 1:chcn -.'S zeigt, der stark an den Asfenschädel erinnert; die Augei.-rau.mvullte treten mächtig hervor, bte jlichcndc Stirne bag.g. .. j , lowoyl was Höhe als L,uerdurchmesser anberrisft, »oesentlich geringere jjühifie, als sie dem Homo sapiens heute sackourmen. «tstelhm °"d m der L Qutani 'niePt Wember; °ne f e&v°rslel|^ P'g. item CÜ,. •Ar8teilu"8 ’® Band" "Wellung -6 Baud“ ££**• ^Ul°in Marie • Mtigkest'L bchst em ™ nn. eiidvlf a. Ä S' dcu U. Zettemin Tanz I er, Gasthaus zur Sten ne ijt bestens neiorgi H H — Die Jahresversammlung des Bundes Heimat schütz findet am 22. und 23. September in Lübeck ^unmittelbar vor dem Tag für Denkmalpflege- statt. Die Sitzung am 23. Sept, bringt ein Referat des Geschäftsführers Koch in Meiningen über „einige Grundfragen der Organisation und der Propaganda des Heimatschutzes",ferner unter Vorführung von Lichtbildern Berichte des Geschäftsführers und der Skrtreter der einzelnen Heimatschutz-sBereine über praktische Tätigkeit in .Heimatschutzfällen. Es wird so ein anschaulicher Ueberblick über den Stand der deutschen Heimatschutzbewegung in ihre praktischen Leistungen versucht. Einzelne Fragen werden ausführlich erörtert, z. B. „Meisterkurse und Hcimatschutz", „Museen und Heimatschutz". — Tolstoi und die griech. - kath. Kirche. Aus Anlaß der Feier des 80. Geburtstages Tolstois wendet sich, wie cnls Petersburg offiziös gemeldet wird, der Heiligste Synod mit einem Aufruf an alle „Rechtgläubigen", in welchem zwar die großen Verdienste Tolstois auf literarischem Gebiete bis in die siebziger Jahre, die ihn zu einem weltberühmten Schriftsteller gemacht haben, nicht in Abrede gestellt werden, aber darauf hingewiesen wird, daß Tolstoi später seine literarische Tätigkeit schroff verändert habe, da er die ch ristlich e Lehre angefeindet (?? o, o! D. Red.) und sich als hartnäckiger Gegner der orthodoxen Kirche gezeigt habe. Tie Ehrung eines von der Christus-Kirche Abgefallenen (Wie unsinnig! D. Red.) könne Anstoß unter der Jugend und den Glaubensschwachen erregen: daher fordert der Synod alle Rechtgläubigen auf, njt) der Feter Tolstois zu enthalten. Die Geistlichen sollen für die Verbreitung von Schriften sorgen, die die Lehre Tolstois widerlegen. — Kleine Chronik aus 5t u n ft und Wissenschaft. Als Tireiwr des Berliner Kaiser-Friedrich-Ainseums in Berlin ist i'-ofrat Dr. Karl Kötschau, bisheriger Letter der Weimarer Kunstsaiumluugen, berufen worden und wird, wie die B. Ztg. meldet, demnächst nach Berlin übersiedeln. toiMuchei sächlichste Bestimmungen wir im nachfolgcnbcn wiedergeben: Kinder unter 12 Jahren dürfen nick', beschäftigt werden; Knaben unter 16 Jahren und weibliche Mbeiter sollen nicht mehr als täglich 12 Stunden beschäftigt werden dürfen; eine Eß- und Ruhepause von täglicy einer Stunde und zwei Erholungstage im Monat jollen gewährt werden; Knaben unter 16 Jahren und weibliche Arbeiter dürfen während der Stunden von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens nicht beschäftigt werden (mit bestimmten Ausnahmen'; in gesundheitsschädlichen und lebensgefährlichen Betrieben müssen die notwendigen Schutzeinriajtungen getroffen werden ; Knaben unter 16 Jahren und weibliche Arbeiter dürfen in solchen Betrieben nicht beschäftigt werden; der Erlaß von Arbeitsordnungen soll an behördliche Erlaubnis geknüpft werden; das Gesetz gilt für alle Betriebe mit mehr als 10 Arbeitern, soweit sie motorische Kraft verwenden; im übrigen für alle Betriebe mit mehr als 20 Arbeitern. Angesichts der im ganzen Lande stark anwachsenden sozia- lisnschen Propaganda wird die bisher noch zögemtde Regierung wohl bald dem Lande eine Arbeiterschutzgesetzgebung geben, zur Beschämung mancher ost- und westeuropäischen Länder, in denen sich noch kaum die ersten Anfänge einer solchen Gesetzgebung zeigen. -n. Ans Stabt unb Land. Gießen, 5. Sept. 1908. Ländliche Wohlfahrt- und Heimatpflege. Auf der Hauptversammlung des hessischen Vereins für Heimat-, Wohlfahrt- und Kunstpflege fanden die nachstchcn- den von Geh. Negierungsrat Fey aufgestellten Leitsätze über Blumenschmuck an Häusern den Beifall der Versammlung: 1. Eine kreisweise erfolgende Prämiierung vermag zwar anzuregen und ist für den Anfang zu empfehlen, sie vermag aber keinen nachhaltigen Erfolg auf Umfang und Qualität der Leistungen in den einzelnen Orten auszuüben. 2. Es empfiehlt sich bezirksweise Vereinigung einzelner benachbarter Orte zu Prämiicrungsbezirken. 3. Die Förderung des Blumenschmucks an Häusern bedarf vor allem einer lokalen Organisation. Reben der bezirksweisen Prämiierung ist ein lokaler Wettbewerb zur Veranlassung befriedigender Leistungen empfehlenswert. Auf die Förderung durch Schule und Vereine ist wesentliches Gcivicht zu legen. Gemeinschaftlicher Bezug von Blumcnscherbcn, Pflanzen und Blumenbrettern ist in die Wege zu leiten. Auch auf dem Wege der Verlosungen solcher Pflanzen und Gegenstände läßt sich uianches erreichen. 4. Es erscheint sehr wünschenswert, die Einpflanzung von Schlinggewächsen und von Spalierobst an Häusern wieder mehr zu pflegen. — lieber d ie Stellung der Kreis- und Gemeindeverwaltungen zur ländlichen Wohlfahrtspflege sprach sich KreiSrat Fey folgendermaßen aus: 1. Die Beschäftigung mit der ländlichen Wohlfahrtspflege ist daS beste Mittel, um eine bureau- krotische Verwaltung und die damit verbundenen Fehler zu verhüten. 2. Sie ist nötig, damit auch über den Rahmen der gesetzlichen Verpflichtung hinaus Einrichtungen getroffen werden, welche vdrhütcn, daß der Landbewohner seine Heimat als minberiüertig und im Rückgänge befindlich ansieht, das Vertrauen auf Besserung der Verhältnisse einbüßt und damit eine wesentliche Qiielle seines Glückes und seiner Zufriedenheit verliert. 3. Sie ist nötig, damit am richtigen Ort das gerade Rotivendige geschieht und damit anderwärts bei den gleichen Einrichtungen gemachte Fehler vermieden werden. •• Lehrerperfonalien. Uebertragen wurde dem Schulverwalter Gg. Jung zu Hergersdvrf eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Angenrod. — Die Stelle des Religionslehrers am Wolfgang Ernst-Gymnasium zu Büdingen ist neu zu besetzen. In Betracht kommen solche gebracht werden. — Unter dem Vorsitz de- Gouverneurs v. Goßler hat sich eine Ortsgruppe Mainz-WieSbaden des mittelrheinischen Vereins für Lustschiffahrt gebildet. TaS erste auf den Namen .Mainz-WieSbaden' zu tausende Lustschiss der Ortsgruppe soll noch im September fertiggesiellt werden. FC. Dortelweil, 4. Sept. Unsere Gemeinde hat mit ihren Polizeidienern fein Glück. Nachdem vor co. zwei Jahren der Polizeidiener Feuerbach sein Amt wegen Unregelmäßigkeiten hat niederlegen muffen, schwebt zur Zeil ein Verfahren gegen den Polizeidiener und Milchhändler Schäfer hierselbsi. Bei Schäfer hat nämlich die Staatsanwaltschaft in Gießen Milchkannen beschlagnahmen lassen, die dem Oekonom Philippi in Wohnbach gehören und in Frankfurt a. M. abhanden gekommen sind. Vernehmungen .laben bereits stattgefunden und besonders ist ein hiesiger Spengler gehört worden. -sd. Götzenhain, 4. Sept. Gin hiesiges 20 Jahre altes Mädchen wurde vorige Woche gelegentlich des Holzsammeln« im Walde von einem Unbekannten überfallen, in roher Weise vergewaltigt und mit einem offenen Messer bedroht. Ten Bemühungen deS Darmstädter Krmnnal- ommiffärS Repp ist eS nun gelungen, den Täter in der Person deS Gärtners Heinrich Pfaff aus Neu-Isenburg zu ermitteln und festzunehmen. Pfaff soll verheiratet und Vater mehrerer Kinder fein. w. Wetzlar, 4. Sept. Mit wenigen Ausnahmen sind alle älteren Häuser unserer Stadt in Fachwerk erbaut. Aber nur die wenigsten haben ihr ursprüngllcheS Aeußere beibehalten, viele sind übertüncht und gar manche wertvolle Schnitzereien, manche kennzeichnende Inschrift ver- schwanden unter der Tünche. Nunmehr ist aber auch hier der Sinn für solche alte Fachwerkhäuser lebendig geworden. Schön steht jetzt daS Haus »Zur Münze' am Elfenmarkt da, das vor einiger Zeit von feinem Besitzer abgebrochen werden sollte. DaS im Jahre 1599 erbaute HauS wird mit seinem Wappen, seinen Inschriften und Schnitzereien nach seiner Erneuerung von Einheimischen und Fremden lebhaft bewundert. Ebenso interessant ist daS Eckhaus an der Hofstatt. Auch die Krämer- und Eilhöferstraße würden cm reizvolles Straßenbild abgeben, wenn man an ihren Häusern daS Fachwerk freilegte. W. Eronberg, 4. Sept. Die Prinzen Georg und Alexander von Griechenland sind heute nachmittag von Schloß Jriedrichshof über Frankfurt-Basel nach Athen abgereist. Landwirtschaft. FC. Hanau, 4. September. Heute ivurde die Bezirks- kierschau für den Regierungsbezirk Gaffel, verbunden mit einer landwirtschastlichen Au 8 fte11 ung in Gegenwart de- Oberpräsidenten Hengstenberg, de- Fürsten zu Hfenburg-Birsteln, deS Grasen Gustav zu yfenburg und Büdingen-Meerholz, des Re- gierungspräsidcnten Grasen v. Bcrnstoeff und deS Vorsitzenden der L'onbroirt|d)a!t6fammcr v. Stockhausen eröffnet. Zahlreiche Land- luirte auS den Kreisen Hanau, Gelnhausen, Höchst, Usingen, Ober- iaunuS, Offenbach a. M., Darmstadt, der Frankfurter Gegend, b c- sonders aber auS Oberhessen, woher laut Statistik rund eintausend Besucher gekommen waren, trotz der Ungunst der Witterung erschienen. Tie Tierschau ist reich beschickt, und zeugt von dem Hochstande der Viehzucht im Bezirk, die Wbieihmqcn der Schweine sind reich beschickt, vorwiegend nut deutschen veredelten Landschweinen. Es folgt die Rindvieh-Abteilung. Hier sind ver- lreten Simmertaler Hoch- und Remzucht, prächtiges Waldecker rotes Höhenvieh, Vieh auü dem Vogelsberg und Westerwald, sowie schöne Exemplare von sränkischem gelben Höhenvieh und schwarz-weiße- RiederungSoieh. Hieran schließt sich die Pserde-Abteilung, warm- und kaltblütige, prächtige Exemplare darunter, die in der Hanauer Gegend gezüchtet sind. Tie Zicgenabteilnng, die nur Schweizerziegen auswcist, beschließt die Schau, daneben breitet sich die Maschinen-AuSslcllimg aus. Von den bedeutensten Maschinen- sabriken ist sie beschickt. Ausgestellt haben die Fabriken: Heinrich stanz-Mannheim, R. Wols-Magdcburq-Buckau, GeorgSchieser- it e i n - 2 i d), A. I. T rö st c r - B u tz b a ch, M. R o s e n t b a l - Dießen, Wi 1 heZm H ä uf e r - F r i c d b e r g i. H., A. Hcimiger & Eo.-Darmstadt, S. B. Oppenheimer-Heldeubcrgcit, Manry & E o.» Cfienbad) a. M. An die Masdimcnausstellung schließt sid; auf der oberen rechten Seite die Geflügel- und KcnnnchenauLstellung, die am 5. September eröffnet wird. In einer Halle ist die Gartenbauausstellung untergcbvad)t, die sehr reichhaltig ist. In einer Seitenabteilung der Gartenbauausstellung befindet sich die Obstausstellung, in einer anderen die sehr mtresiante Schaustellung von Gegen ständen aufi dem Gebiete der Tierschutzbestrebungen. Hier hat Karl Schädel-Hanau eine tranöportabcle Vorstellkrlppe (an Stelle de- FuttersackS), die Herkule-werke Oberkanfungen Pierde-Ltriegel, die statt der Zähne Spiralfedern haben, die jede Hautverlchunc, auSschueßen, ausgestellt. Mittags 12 Uhr wurden an 37 lanbiv. Dienstbosteu Ehrenurkunden und Geldprämien durch den Vorsitzenden v. Stockhausen und Landrat von Beckerath verliehen. Von diesen feien erivähnl: Bernhard Bergmann, der 42 Jahre m Groß- Krotzenburg bei ein und demselben Tienslhcrrn dient und Johann Heun in Bischofsheim, 43 Jahre, Anna Barbara Schäler 4u Jahre m Niederdorfelden, Georg Wilhelm, 41 Jahre m Eichen, Katharina Hofmann, 36 Jahre in Hochstadt. 4icrid>t>faaL Stuttgart, 3. September. Em Taglöhner sollte gewaltsam au- seiner Wohnung entfernt werden; da er noch feine andere Wohnung für seine Familie gesunden hatte, luchte er Aufschub zu erlangen und habet gab eS schließlich mit den Hausgenossen Streitigkeiten, die m Rauferei au-arielen; er prügelte sich mit der Frau eines Nachbar-; die ziemlich kräftige Frau kam schließlich auf den Tagelöhner zu liegen und dieser b i ß dann der Fran die Unterlippe glatt ab, so daß der ganze Unterfieier bloß lag. Tie Lippe wurde angenäht und heilte ivteder an. Es ivurde gegen den Tagelöhner Anklage erhoben an- § 224 St.-G.-B. 'Körperverletzung mit nachfolgender dauernder Ensiellung,, der eine Mmdeststrale von einem Jahr Gefängnis vorsieht. TaS Gericht konnte sich sedoch angesichts deS glatten Hciivcrlau»- nicht da- >on überzeugen, daß die Fran dauernd entstellt sei und oevurteilte ,>en Angeklagten wegen ciiilacher Körperverletzung zu 4 M o n a t e n Gefängnis. Zeppelin. Die Sammlung de- Gießener Anzeiger-: Br-her quittiert 28öu,60 Mk., vom Kmdergartemest 2,50, Erich ^dafferschleben 100,00, Ät. 5,00, zusammen 393N,10 Mk. Donaueschingen. D i e Sammlung de- Gictzencr Anzeiger-: Bi-her quittiert 638,33 Mk., vom Kindergarteme!! 2,öO, zu |Aminen 040,82 Mk. Vcrmifcbtcs. • Bon Mädchcnhändlern t r । chleppt In Trier erfchicn vor nrtbrrreu Tagen ein vr em bet in einer Familie, der sich al- Redusamvalt au-gab uns l ebauptnr, die 19 jäbri >• Tochter sei al- Hehlerin an ein e utbtud beuih ;i sic muffe purt 600 Mark bezahlen, dann i.-.x* die i tt?; n. Famitt. . ?.i einer Anzeige ab. od»r zur güiltdsn Regelung der tiigei.genheit mit nach Köln reifen. Man hatte gegen den Fremden, : i b. •; bc- ftttmnt erftrat, kein Mißcrvuen, uimal sich in :einer Begleitung eine alte Frau, angeblich feine Mutt.-r. befand Ta- Mädchen beteuerte feine Unschuld, reifre aber schließlich rrit .'Nachträglich wurde t'i den Angehörigen klar, daß :&r Kind in die Hände eine Mädchenhändlers geiallen h TaS Mädchen wurde wieder - tefimben, als es ün '.Tu»trage seines Ent uhrer?. der es »oll- äändr i in feiner Gewalt hatte, auf dem lostamre in jtgln nach einer Geldsendunr fragte, die rjn den Ängcböriarn geschickt werden sollte. Ter vor ixm Posbi:n:_- stehende Spitzl^uoc bemerkte, daß die *rinrincltx>Ii|n beuachnchnat ttct. und ergriff die Flucht. Die alte Frau enwuppte uch J »erf.n'xtrt Helfershelfer. Tas Mädch-en wurde seinen Eltern wieder zugejührt. • EineMahnung für allzu fparfameEiiiartier- geber bebeutet in der letziaen Manöver'eit da- heitere Ge- chichtchen, daS die »Straßd. Post' cr^äblt: Ta Gefolge des fein- mandierenden General- deS UV. Armeekorps Frhrn. r*. Hcinmgen, genannt Huene, war ri±t wenig erstaunt, un »Zentralbotel', dem erften Gaschofe Mülhause n S, auch einen gewöhnlichen Unterommer emguartiert zu finden, während hohe Offiziere sich mit viel bescheideneren Ouartreren begnügen mußten. Unbändige Heiterkeit erregte e-, al- man den Grund dieser vermeintlichen Bevorzugung cttuhr. Ter Unteroffizier war nämlich bei einer durch ihre übergroße epatfamfcit bekannten Familie ein- qunrtiert Als er sich beim Familienoderbaupt über die mangelhafte Verpflegung beschwerte, meinte diese- schnippisch: »Wenn Sie mit meiner Verpflegung nicht jufricben sind, wurde ich an Ihr.' stelle in- Zentralhotel gehen, da haben Sie e- gewiß bester.' Unser Unteroffizier, der nicht aui den Kopf gefallen war, ließ sich dies nicht zweimal fagen. Noch an demselben^ Abend bezog er Cuartier in dem genannten Gasthof, wo ihm Speise und Trank vortrefflich mundeten und auch da- Zimmer ganz nach seinem rtteschmock war. Nicht rocnig erstaunt war aber sein bisheriger Herbergsvater, al- der ihm zuqeleitte Unteroffizier zwei Tage nichi mehr bei ihm auf der Bildfläche erschien. Er begab sich baliy nach dem EinquartierungSbureau, um sich nach dem Veibleib seines Manövergastes zu erkundigen. Sein Erstaunen verwandelte ich in einen gewaltigen Schreck, al- er erfuhr, daß der Unteroffizier nur den ihm gewordenen Rat befolgt, und sich auf Kosten eme- bl-herigen Gastgeber- im Zentralhotel emquarhert hatte. Sprachlos vernahm er diese Kunde, und im Geiste zählte er schon die 'choncn Bayen, die ihn diese vermaledeite Geschichte kosten würde. Um xu retten, was noch zu retten war, suchte er sofort seinen Unteroffizier auf. Er bat und flehte ihn an, doch wieder zu ihm -i> fommen; er wolle ihn gut behandeln, versprach er und gcwiB werde er sich nicht mehr über die Verpflegung zu beklagen haben. Endlich ließ sich der Unteroffizier erweichen und begab sich wieder in sein alte- Quartier, über da- er sich letzt nicht mehr ju beklagen hat. Sem Cuartiergcber, der den Schaden hat, braucht für den Spott heute nicht mehr zu sorgen. * Pferdefleisch-Konsum in Paris. Seil einiger Zeit nimmt der itonhim des Pferdefleisches in Paris in ungewöhnlichem Maße zu. Tie zwei Pariser P'erdeschlachthöse haben im Jahre 1907 mehr als 15 Millionen tfilv Pferde fleisch geliefert. Aus den Pscrüesa-lachthvsen befindet sich außerdem eine permanente Gesundhcitskommisswn, die bloß gesunde Pferde zur Schlachtung zulaßt und im Jahre 1907 von 57 734 zur Schlachtung ein- gebrachten Pferden 2853 zurückgewiesen und dem Aascnmcistrr zur Vernichtung übergeben hat * Ein tollkühner Streich ein cd zlvölsjährigen Jungen, Richard Guthrie, wird aus Stockport in England berichtet. Gukl-nc Ipicltc bei der Midland Eisenbahnstrecke mit mehreren Kameraden, als ihm einer der Jungen einen halben Penny (4 Psg.) bot, wenn er fid) zwischen die Schienen legen und einen Zug über ich fahren lassen wolle. Ohne sich lange zu besinnen, ging Guthrie daraus ein; kurz vor dem Passieren deS Expreßzuges von sJ)lan- dyeftcr nach dem Süden, legte er sich zwischen die Schienen und ließ den Zug über sich hinwcgdonncrn, dann erhob er fid) unverletzt und strich mit großer Seelenruhe den verfprochenen halben Penny ein. Der erschreckte Lokomotivführer hatte den Jungen ivohl bemerkt, konnte aber den Zug uid-t mehr rechtzeitig hatten lafjen und glaubte natürlich, daß der Junge getötet worden sei. Zu seiner großen Erleichterung erfnijr er jedoch später den wirk hd)cn Sachverhalt. Tie Jungen standen nm Donnerstag wegen unerlaubten Aufenthalts auf den Eisenbahnschienen vor dem Richter. Dieser kanzelte die Missetäter gehörig ab, ließ jedoch bei dem Urteil die gefürchtete Birkenrute aus dem Spiel und per bängte als Strafe nur die Zahlung eines Schillings SUcinc Tagcschrouik. In München wurde der frühere Pfarrer £>off man n verhaftet, weil er in dem außerhalb der Stadt bclegcncn Walde an einem neunjährigen Mädchen ein SittlichkitSverbrechen begangen hatte. Ein neunjährige- Mädd;en aus Rheydt, da- mit einem Dienstmädchen m Tegcln auf Sommerfrifdic weilte, nahm ein Ge wehr von der Wand. Plötzlich ging em Schuß los, der da- Kind m den Kopf traf. Tas Kind war sofort tot. In der Affäre des Gerneinoered-ner- Joachim in He ddes- beim, der gegen 130 000 Mk. unterschlug, lehnten die Mit glieder einen Berg leid), ivonach die eine Hälfte oes Berlustts von Dem Vorstand und die andere Hälfte von den Mitgliedern getragen werden foll, schlankweg ab. Der Tirektor der Heurckaweikc in Benrath, Oskar Hähnichen, nurdc wegen Bi-rdadst- der Urkundenfälschung und Unter- 1 d) I a g u n g von über 100 000 Mk verhaftet. Irin sch:reres Verbrechen ist am Freitag nachmittag im Westen Berlin s verübt norden. In ihrer Wohnung Potsdamcrstray. ? alte R n t i«te Stolt von dem an geblichen ioaSarbciter Blümel überfallen und t ö £> H d> d c r - letzt. Blümel hittic es auf eine Beraubung feines Opfers abgesehen Er wurde aber überrascht und sprang aus dem Fenster, wobei er sich beide Beine brach. Außerdem zog er sich noch andere sctüvere innere Verletzungen zu. Er ivurde als Polizei gefangener nach der Uljaruü gebracht, ivährend sein Opfer m: Bon drei Helfers Heisern wurde einer leitjenommen. In Berlin erschoß sich der 36 Jahre alte Gerichtsreferendar a. D. Biklor 'Jlalba aus o-uttbt vor O^isteskrankheit. Bei M ü n che n- 0> 1 a d b a ch geriet die '• Oiahrige Witwe Lue- iNrrß aus Bonn, oie schtverhong ivar, unter die Lokomotive, wobei ihr der rivpf vom Rumpfe getrennt wurde. In Gisting. Ctcrrrantcn. Waldbergland, übers iclcn 15 Burschen zivei sriedliche Wanderer aus reinem Ueb.rmut und er- Jn Regensburg wurde in dem au- M.mchcn anbmmcnben O-Zilg die Lcidxn emev erschossenen Liebe-vaares auf- gefunden, vi banbelt sich um die Güttin des Proscssors Weichtier in Regensburg und den Ober-Beterinär Zöld. auS Ingolstadt. Aus der Augenkinik in Bao Reichen ha 11 wurden Psand- T i: *atcr, zwe, Arbeiter Tic Familie de» Fürsten von Furstcnberg zu Toiiaucschiugrn hat bei: .Ibgcltannten angesiichlS tkv großen 'Cottage LU0C4J Mk. überwiesen T e Untersuchungen über die Ursache des Brandes suid ergebnislos verlaufen. Ällv I n ii s b r u ci wird gemeldet:^Dr Siegmund Werner aus vambuiy ist bei einer Tour au’ die Samoas^rvitze einen steilen Abhang abgcftur&t- Er erlitt «chwere HUP'venrBungen und eine Gehirnerschünrrung Ter au» Lachsen stammende Student der Medizui Zimmermann, der in Großmoyeuore (Lothringen) vier Woche>» lang einen Arzt vertreten hat, ivurde vor seine Abreise verbotet, well er verschiedene Personen um 40 000 Mk. betrogen bat. Auf dem B a s e l e r B a h n h o f e o e r u ii g 1 ü ck t e der amerikanische Multimillionär Emanuel 'Mandel au- Edicaqo, indem er beim Einsteigen stürzte, ein Bein brach und eine Gehirnerschütterung erlitt, iivolge deren ei im Krankenhause verschied. Ter Sohu einer der vornehmsten und reichsten Familien von Avignon, bei Graf Tu oerrp, wurde von seiner Getiedten. einer Halbweltlenn, im Streite durch einen Messerstich getötet. Wilbur L'right unter nahm am Freitag in i’.c 21'^ an» einen Flugrcr uch. d.r .. i Minuten ! ■> Sekunden dauerte und Irotz bei Im Buh.il. e rou x a p f o v a r (Ungarn ; Jet: g i’tvrn ein großer Brand Mehrere Darren Magazine i:nb eine •■»necM beladener Güterwagen wurden vernichtet. Bei den Lö'charbettNt wurde-i mebrcrc Personen verletzt. Man meldet au6 Rom: Ta- Tiplom de- Raffer» Friedrich Barbarossa, dauert au- Lod, vom Jabre 1163, in welchem er daü Klost-r eau Pietn in Perngia de- katsertichen Schutze- verrufen imb da:- vornrsilich erhalten war. ist an- dem Moster. da- jetzt eine landw nschastliche Schule beherbergt, gestohlen worden. Au- Boston kommt die Kunde von einer schauerlichen Familientragöbie, deren Op'er die L3jährige Gattin de» Schauspielers Eb. Jordan geworden ist. Jordan, der 29 Jahre alt ist und zuletzt a.: einem Borftadttbeater engagiert ivar, bat leihe Frau, die aleichfalls an der Bühne auftr.n, in 'einer Wohnung in Sommerfield. wie au- feinen Angaben geschloffen werden kau», im Streite erschlagen. Er schnitt der Ermordeten die Betve und den Kopf ab und steckte biefe Körperteile m einen C teren irntioidlung der Pstanze wäre neuer Regen Erwünscht. Di, Ernte versprid)t nach Menge und Güte eme gute Mittelernte zu werden. Tie Feldstobe beschädigten die Saat nur stellen weste. Tie Zuckerrübe wird in den südlichen Gegenden schon emgedracht. voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag den 6. September: Wolkig. Geringer Regen. Kühl. Nördliche, später westliche Wmde. - 1 ■ — 1 " 1 ■■ - Griginal-Drahtittel^ttttgen. Paris, 6. Sept. Der Sultan Abdul Asil wird heute in Casablanca erwartet. Pari-, b. Sept. »Echo de Paris* meldet aus London, Sir Eduard Grey habe erklärt, daß England keine Schritte zur Anerkennung Muley Hafid» unternehme, so lange man keine Kenntnis von den französisch- spanischen Vorschlägen besitzt. Paris, 6. Sept. Der .Matin* meldet auv London: In hiesigen diplomatischen Kreisen erklärt man, daß der Besuch deS englischen KönigSpaareS in Berlin in der letzten Woche deS Januar sialtfinden werde. Ter Besuch soll 3 biS 4 Tage dauern. Die Ankunft in Berlin wird voraussichtlich am 26. Januar erfolgen. London, ö. Sept. Ter Pariser Korrespondent des „Daily Chronicle" teilt über seine Unterredung mit dem deutsd)en Gesd-aftsträger noch folgendes mit. Ter deutsch« Vertreter erklärte, Deutschland habe große Interessen in Marokko, und die dortigen deutschen Staatsangehörigen verlangten eine möglichst schnelle Äse- derherstellung der Ordnung. Eine foldje fei aber nur möglich durch die Proklamierung eines tatsächlichen starken Oberhauptes. Die deutsd-e Regierung habe sich bei dem Borschlage der Anerkennung Mulep HafidS durd) dieselben Beweggründe leiten lassen, wie Frankreicki. Teuttchlänb ivolle nur im Interesse des allgemeinen Wohls eine Beschleunigung der Verhandlungen. Sofia, ö. Sept. Die Mitglieder dcS jungkurtischen Komitees in Konstantinopel haben für Ende dieses Monat» ihren korporativen Besuch in Sofia ungesagt. — . . । . — ■ ■ ' te NESTLE KINDERMEHL ' allbewährl. siefs Zuverlässig Werkstätten lür Handwerkskunst Georg Ehrhardt & Söhne Möbel-Fabrik Darmstadt Feld borgt traße 36 (hinter dem HAUptbahnhof) Etablissement für gediegene vornehme Wobnungseiarichteagee ———■ Besichtigung der ———— J’rt UU Ausstellung fertiger MusterrÄume und !—1 der mustergültigen Fabrikationsanlage erbeten. Ltädtischcr Arbeilsuchutis tz-ietzku. Gartenttraße X, Zimmer 2. können eingestellt werden: a. bei hiefigen Arbeitgebern: 1 Schuhmacher. 2 Schreiner. 1 Schmied. 1 .^ubrkncchi. 11 Tiens» madchen. LWaichfranen, 1 stauffrau, 1 ÄinoviuiotM^n. stebrlingc: 1 Siukkateui gegen Vergütung, 1 5chremer b bei auswärtigen Ärbeiigebern: 1 Sattler, 1 Wagner. 1 iungerer Spengler und Installateur 2 Schrciner. i i'Uoicr. 4 Schneider. 1 iandwirtschastl. Pferde- knecht, 1 tandivirlfchastt. Dienstmädchen. Vcbrhunc: 1 Sattler und Tapezierer, 1 Schneider, 1 Spenaift C?o iudica Arbeit: f{.» 1 Schuhmacher. 1 Müller. 2 Installateure, 1 Schreidgedil«. 1 Schmied. 1 Schlaffer, 2 Schreiner. 2 Maurer, 1 Hetzer «m Mafchtnuk. 2 luhrknechie, 1 HaaSvurfche. '« flrlxiiet, o Var* trauen, 2 Wafchiranen, 2 stauimadchen, 1 HauShättenn, 1 xinftn* inadchen._____ itüötiiijjcr ^ohMvßsiichivcis Sitßti. 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Heichelheim. itbeg»., »SSjJS^’feij iem 8-?; inaPkis B zVobmELssA 9 Löhnung Jon 3 5 zSoomlNgeu^hntK. uiimdbl- nöonj^7 «** . ■ Oftobet - ? fli” .a eine,n ?. .45*9? ..... 1 -her mende"' Amtlicher Teil. Gießen, den 6. Sept. 1908. Detr.: Die Wahlen zum 31. Landtag. Das Großher;agliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien Albach, Allcndors a. d. Lumda, Allertshausen, Beltershain, Bersrod, Beuern, Burkhardsfelden, Climbach, Geilshausen, Gießen, Göbclirrod, Grünberg, Harbach, Holzheim, V.cssctbach, Lauter, Lindcnstruth, Londorf, Lumda, Ldcuhaufen, Qucckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Saasen, Stangenrod, Steinbach, Stockhausen, Treis a. d. Lumda und Weickartshain. Unter Bezugnahme auf unsere gestrige Bekanntmachung im Ureisblatr, wonach die Abgeordnetenwahlen Samstag, den 7. November 1908, stattsinden, machen wir Sie unter Mdruck der §§ 4, 6 Abs. 1 u. 2 und § 12 Ms. 1 u. 2 des Reichs-Vereinsgesetzes insbesondere auf folgendes aufmerksam: In Ihrem Dienstbezirk bedürfen bis zur Beendigung der Wahlhandlung Wahlversammlungen keiner Anzeige oder öffentlichen Bekanntmachung. Versammlungen von Wahlberechtigten verlieren diese Eigenschaften nicht schon dadurch, baß den Versammlungen auch nichtwahlberechtigte Personen beiwohnen. < I. V.: Welcker. 8 4. Personenmehrheiten, bte vorübergehend zusammen- treten, um im Auftrage von Wahlberechtigten Vorbereitungen für bestimmte Wahlen zu den auf Gesetz oder Anordnung von Behörden beruhenden öffentlichen Körperschaften zu treffen, gelten vom Tage dec amtlichen Bekanntmachung des Wahltags bis zur Beendigung der Wahlhandlung nicht als politische Vereine. § 6. Einer Anzeige bedarf es nicht für Versammlungen, die öffentlich bekannt gemacht worden sind; die Erfordernisse der Bekanntmachung bestimmt die Landeszentralbehörde. Einer Anzeige bedarf es ferner nicht für Vecrsamm- lungen der Wahlberechtigten zum Betriebe der Wahlen zu den auf Gesetz oder Anordnung von Behörden beruhenden öffentlichen Körperschaften vom Tage der amtlichen Bekannt- Niachung des Wahltags bis zur Beendigung der Wahlhandlung. § 12. Die Verhandlungen in v[ lautlichen Versammlungen sind rin deutscher Sprache zu führen. Diese Vorschrift findet auf internationale Kongresse .sowie auf Versammlungen der Wahlberechtigten zum Betriebe 'der Wahlen für den Reichstag und für die gesetzgebenden Versammlungen der Bundesstaaten und Elsatz-Lothringens vom Tage der amtlichen Bekanntmachung des Wahltags bis zur Beendigung der Wahlhandlung leine Anwendung. Bekanntmachung. Der Installateur Kart Schunck dahier ist zur Ausführung von Anlagen im Anfchlnst an bad städtische Elektrizitätswerk aus Grund der Bestimmungen vom 20. September 1900 zugetanen worden. . [Bs/e Gießen, den 4. September 1908. Grostherzogliche Bürgermeisterei: ________________ M ecu m.__________________ ArbeitsvergebrmH. Die teilweise Neueindeckung der Kirche zu Dors-Gill, veranschlagt zu 481.60 Mk. soll auf dem Submifsions- .weg vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen .aus Gr. Bürgermeisterei Dorf-Gill offen und sind Angebote bis Freitag den 11. d. Mts. vorm. 9'/, Uhr dortselbst einzureichen. 5244 Gießen, den 5. September 1908. Herrmann, Kreisstraßenmeister. * Obstversteigerung. Mittwoch, den 9. d. M. sollen an der Kreisstraße Hof- Gill—Eberstadt—Ober-Horgern Frühbirnen sowie etwa 25 bis 30 Ztr. gute Frühäpfel auf dem Stand versteigert werden. Anfang nachm. I1/, Uhr am Bahnhof Hof-Gill. B5/9 Gießen, den 5. September 1908. Herrmann, Kreisstraßenmeister. Verdingung. Die Lose I bis VIII für den Bau eines Alumnats in Laubach sollen vergeben werden im ganzen oder geteilt. Los I. Erd-, Maurer- und Eifenarbeiten w II. Zimmerarbeiten e III. Dachdcckerarbeiten w IV. Spenglerarbeiten M V. JnstallationSarbeitcn „ VI. Glaserarbeiten , VII. Schreinerarbeiten , VIII. Weißbindecarbeitcn. Zeichnungen und Unterlagen sind bei Herrn Kreis- Straßenbaumcister Sommerkorn werktäglich von Dienstag den 8. bis Montag den 14. September cinzusehen und letztere gegen Erstattung von Mk. 0,50 pro Los von dort zu beziehen. Die Angebote sind bis zum 19. September an Herrn Kreis-Straßenbaumeister Sonunerkorn, Laubach, portofrei einzujenden. D5/9 Die Bauleitung: Architekt Friedrich Schutte. Versteigerung. Montag, den 7. bd. Mts. nachm. 2',_> ltbr sollen dahier Walltor- slraße 6 (Darmst. HauS) [07372 2 Schweine, 5 Pferde, 1 Kasten wagen, 1 Oelonomiewagen, 1 Knssenschrank, 10 Pferdedecken, 12 Handkoffer, 11 ahrrad, 1 Ladeneinrichtung, 1 BergröberungS- avparat, 1 gr. Part. Schuhwaren, HattL- u. Küchenger. a. Art u. v. a. zmangsw. geg. bar oerst. werden. Gießen, am 5. Sept. 1908. I. B.: Mori, Gerichtsvollz.-Asp. Hühneraugen und Hornhaut entfernt in kurzer Zeit Radikal per Fläschchen 50 Pfc. tiermania-Drogerie Carl Seibel. 5043 Montag, 7. September 1908, vorm. 11 Uhr wird auf dem Rathaus zu Berstadt 1 Pferd offentlich, zwangsweise, gegen Barzahlung an den Meistbietenden versteigert. (5228 Reis, Gerichtsvollzieher in Hungen. F reihank. Heute Schwcincfl. 46 Psg. l8^ - Prima Apfel-Must 07306)ZumEaru07339 Klein-Linden. Franliurterstr. 43. Ein junger, angekörter. fvrung »abiger Ziegenbock zu verkaufen. Anzii'chen Watzenborn. Grunin gerstraste 29.________________<07B6 Kinbcrbett. weist (f. nein, vrcisiv. zn vcrk. 5kreiizvlatz 2. III. Kult */» Gtiar SüitÄ geben. |o7:^l‘>| Bismarckur. 36 I I. Mehrere Wagen Mist billig zu verkaufen. 073591 Rittergasse 24. Metzgerei-Artikel Wiege mit Klotz. 1 Wage und 1 junger Zughund zu verlausen. 07U6 Schiftenberger Weg 69. Bad llnuljdm. Ein Haus, worin eine gutgehende Wirtschaft betrieben wirb, ist per sofort zu verkaufen oder zu verpachte». 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