Z s s « -8 5 s t» r u 2 y S 2 -5 6 ^>2 6'?‘ ä _ - .-Ei» I a> ®i s a ! . » c a e fr 9 9> ia M 0 Erstes Blatt Mittwoch 5. Februar OOP 158. Jahrgang Bezugspreis: monatlich 75Pf.,viertek- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— Vierteljahrs ausfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pst auswärts 20 Pfennig. „ Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und „Vermischtes" Nr. 30 Der Sietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Verlagen: viermal wöchentlich GictzenerFamllicublätter; zweunal wöchentl.Areis- blatt für öcn Kreis ©iefecn (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für dre Redaktion 112, _ MZL General-Alyeiger für Oberheffen bis ooOTütaqTiaui)" Rvtation-druü und Verlag der Vrllhl'schen Univ.-Vuch- und Ste'ndruSerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuliirakie 7. f™™ r ________ _______________ _______ * ’ u Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. ' ,wir--T-..ir,■---------------- - —---- Stengel und die Keichrsinanzreform. Wie der „Süddeutschen Tabakzeitung" in Mannheim aus Berlin telegraphiert wird, hat das Rcichsschatzamt den Entwurf einer B a n d e ro l st e u e r auf Rauchtabak und Zigarren aus dem Bundesratsausschuß auf unbestimmte Zeit zurückgezogen. Es schtveben Verhandlungen mit deii Blockparteien wegen anderweitiger Regelung eventl. Hinausschiebung der Reichssinanzreform bis zur nächsten Rcichstagssefswn. Auch das Brauntweiniuonofwl gilt schon heute als abgetan. Schatz- fefretär Freiherr von Stengel hat also mit diesen beiden Grundpfeilern seiner geplanten Reichssinanzrcsorm kein Glück gehabt. Fraglich ist augenblicklich auch, wie es mit der Verlängerung der Zuckerkonvention werden wird. Die Kommissionsmchrheit halte die Annahme der Brüsseler Zuckerkonvention von der Annahme des Antrages Schwerin-Löwitz aus Herabsetzung derZuckersteuervon 1 4 M a r k a u f 10 M a r k abhängig gemacht. Tie Regierung hatte den Antrag Schwerin- Löwitz bekämpft. Staatssekretär von Stengel hatte eventl. mit dem Scheitern des Abkommens gedroht. Nunmehr soll allerdings in der Frage zwischen der Regierung und den Vertretern der Mehrheirsparteien eine Einigung erfolgt sein, aber die endgültige Stellungnahme des Reichstags, die heute erwartet wird, muß diese Annahme erst bestätigen. Wie dem auch sei, die Reichsfiuanzreform ist für dieses Mal gescheitert, und es ist unter diesen Umstünden nicht schwer zu erraten, das; der Schatzsekretär Freiherr von Stengel keine Freude mehr an seinem Amte hat. Selbst die „Ltreuzzlg." zweifelt nicht mehr an der Absicht des Freiherrn von Stengel zurück zutreten, meint jedoch, daß der Wechsel im Reichsschatzamt erst im Herbst erfolgen werde. Demgegenüber glaubt aber die „Freis. Ztg.", daß die Deniission schon jetzt erfolgen werde, denn bei einem Manne wie ihm, sei doch nicht anzmrehmcn, daß er an seinem Amte klebe. Mit einiger Wehmut wird man sicherlich wohl in vielen Kreisen den Freiherrn von Stengel aus seinem Amte scheiden sehen, denn als er Mitte des Jahretz 1903 zum Nachfolger des Freiherrn von Thielmann berufen wurde, war man all gemein der Zuversicht, daß jetzt wirklich der Mann gesunden fei, der unsere Reichsfiuanzen sanieren könne. Ihm ging der Ruf eines tüchtigen, weitblickenden Beamten und eines Mannes von ernstem Wollen voraus. Aber es scheint, daß das Berliner Klima lahmend aus das K'önneir und Wollen dieses Bayern gewirlt hat. Es ist ihm ebenso gegangen wie seinerzeit dem Handelsminister Möller. Auch dieser Kaufmann wurde einstmals als ein Erlöser im preußischen Handelsministerium begrüßt, aber bann kennte man von ihm, ebenso wie jetzt vom Reichsschatz- seiretar und manchem anderen unserer Staatsmänner sagen: „Ach! Unsere Taten selbst, so gut als unsere Leiden, sie hemmen uns'res Lebens Gang." Der erste Beginn der Tätigkeit Stengels war recht vicl- verheißend, uird das „Berl. Tagcbl." sagt von dieser Zeil recht treffend: „Auch wer den verschlungenen Pfaden der Stengelschen Finanzlüiiste nicht folgen mochte, der gestand diesem Reichssck-atz- sekretär doch gern zu, daß er feine volle Kraft an feine Aufgabe gesetzt hat. Ebenso aber muß er bekennen, daß alle diese Bemühungen nichts genützt haben. Die sogenannte Reichs- finanzreforni des Jahres 1906 erwies sich als ein. Wcchselbalg, an dem nicht einmal seine ultramontan-national- liberalen Eltern F-reude batten, und den die Masse der steuer- zahlentcn Staatsbürger als Monstrosität emvfanb. Freiherr von Stengck s.lbst ater, der noch einen letzten Versuch machen mol.te, seine Ausgabe der Reichssinanzreform inira^uiuljiCH, |ieijt auch den Rest seiner Schiffe scheitern. Auch vom Freiherrn v. Stengel heißt cs nach fünfjährigem Bemühen um eine Sanierung der Reichssinanzen: „Still auf gerettetem Boot treibt in den Hasen der Greis." F-rciherr von Stengel scheidet aus dem Reichsdienst, um sich in das Privatleben zurückzuzichen. Es gibt keine Partei, die ihm nicht auf lange Jahre eine würdige Muße gönnte. Aber feine letzte und größte Aufgabe ist von ihm nicht gelöst worden. Er läßt die Rcichsfinanzen noch in größerer Verwirrung zurück als fein leichtherziger Vorgänger." Viel erörtert wird jetzt natürlich die Frage nach dem Nachfolger Stengels, und es wird sicherlich nicht leicht werden, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Geh. Obersinanzrat Waldemar Müller, der Direktor der Dresdener Lank, soll den ihm angebotenen Posten abgclehnt haben. AlS eventl. Nachfolger wird neuerdings auch Dr. Walter N athenau genannt. Da; Ku.-Mscher- und Getzeimmittelgejetz. . Vom Reichsamt des Innern luirö soeben ein vorläufiger Gesetzentwurf über die Ausübung der Heilkunde durch nicht approbierte Personen und den Gchcinmnttelverkehr, perösfcntlichl. Der Entwnrs toill zwei verschiedene aber eng miteinander zusammen- hüngcnoe Fragen d.s öfienllichen Gesundheitswesens regeln; Einmal will er ben Schädigungen Vorbeugen, die dadurch verursacht werden, daß Personen ohne Befähigungsnachweis gewerbsmäßig die Behandlung von Krankheiten, Leiden und Körperschiden an Menschen ober Tieren in das Gebiet ihrer Tätigkeit ziehen; ferner will cr bem Univesen entgegentreten, das mit dem Vertriebe, dem Ansündigen und.Ainpveisen von Geheimmittclu ober ähnlichen Gegenständen verbunden ist, die der Verhütung, Sinterung oder Heilung von Kraui'hetten uslv. dienen sollen. Betreff der Bekämpfung d.s -turpchscher-Unloesens seht der Entwurf von einem allgemelnen Verbot der Ausübung der Heilkunde durch nicht approbierte Personen ab. Es soll vielmehr ein solches Verbot nur in einem ganz beschränkten Maße cingeführl, andererseits soll aber auch die Möglichkeit vorgesehen werden, daß der Gewerbebetrieb unter gewissen Umstünden untersagt luetbcn kann. T'ic nichtapprobierten Heilpersonen (dazu gehören n. a. auch Dentisten) werden danaa) zur Anmeldung ihr s Gewerbebetriebes und zur Fül/rnng von Geschüstsbüchrrn verpstichtet. Verboten ist nnt.r allen Umstünden d.e F-ernbehuudlung, die Behandlung der Ge s ane chts ft an 5hm ten, ferner d.c Behandlung mit Betäubungs- mitteln nicl)L lokaler Natur, mittels Hypnose und mitte.s mystischen Verfahrens. Untersagt wird den nicht approbierten Heilpersonen der Gewerbebetrieb u. a„ wenn die Annahme vorliegt, daß durch die Ausübung des Gelverbes das Leben des behandelten Mcn'chen oder Tieres 'gefährdet ober deren Gesundheit geschädigt wird, ober daß Kunden sckMindelhast ausgebeutel werden; ferner, wenn der Gewerbetreibende rechtskräftig verurteilt ist, oder ihm die bürgerlichen Ehrcnrechte anerkannt sind, jedoch in dem letzteren Falle nicht über die Tauer des Ehrenverlusles hinaus. In bezug aus das G e h c i m m i 11 e l w e s e n wird dem Bundesrat die Ermäch- tigung erteilt, den Verkehr mit einzelnen MitteM zu beschränken oder zu untersagen. Zur Mittvirkung bei Ausübung dieser Bundcs- ratsbefutznis wird bei denv Kaifcrlick)en Gesundheitsamt eine Kvnnnission (gebildet, die vorher zur Begutachtung zu hören ist. Wettere Bestimmungen richten sich gegen schwindelhafte Reklame für Geheimmittcl. .<•*■' - ------ . - .11 1 HIWI IJW——UJUUL_ILJ_LJ— LMmuiMWd aus dem Reichrtage. Berlin, 4. Febr. Die MilrtärdebaLte. In militärischen Kreisen gilt Generalmajor von L o ch o w, der nur in der vorigen Tagung einmal kurz in die Militärdebatten im Plenum des Reichstages eingegriffen hat, als designierter Nachfolger des Kriegs- min ist ers. Die heutige Rede des Chefs des allgemeinen Kriegsdepartements, Generalleutnants Sixt v. Armin nahm sich fast wie eine Kandidatenrede für diesen Posten aus. Der Abg. Schrader hatte heute den Fall Gaedke zur Sprache gebracht, im Anschluß daran die Reform- bedürftigteit des Ehrengerichtswesens betont und schließlich die Beseitigung des Militärkabinetts in seiner gegenwärtigen Unverantwortlichkeit gefordert. Das sei ein altes Mauerwerk aus absolu- tistischer Zeit, das abgetragen werden müßte. Die Schärfe seiner Kritik kleidete er dabei ein in so milde Redeform, daß die erregte, fast leidenschaftliche Erwiderung des Generals v. Armin auffaUen mußte. Der Kriegsminister solle noch geboren werden, der von den Kompetenzen der Kommandogewalt auch nur ein Jota nehmen ließe. Unter lebhaftem Beifall der Rechten und starkem Widerspruch auf der linken Seite erklärte er, das Militärkabinett sei lediglich ausführende Behörde, Kanzlei des Kaisers in Kommandoangelegenheiten. Er rechnete aber wohl selbst nicht darauf, daß er Herrn Erzberger, der nach ihm zu Worte kam, dabei an seiner Seite haben würde. Die freisinnige Volkspartei schickte zwei ihrer Mitglieder vor. Während Dr. Eickhoff die Stellung seiner Fraktionsfreunde zu den zahlreichen Resolutionen, die in der heutigen Sitzung sich noch nm zwei vermehrt hatten, begründete, und unter Ablehnung der sozialdemokratischen Forderungen doch zum Ausdruck brachte, daß die Entwicklung unzweifelhaft auf eine weitere Verkürzung der D i e n st z e i t hindränge, machte sich Dr. M n g d a n zum Sprachrohr allgemeiner Empfindungen, die auf freisinniger Seite in Bezug auf das Heereswesen sich geltend machen. Zurückhaltend im Ausdruck wie der Abg. Schrader, erörterte er neben der Kavalleriefrage besonders die Zurückhaltung eines Teils des Offizierkorps gegenüber dem Bürgertum. Für seinen Hinweis auf den Ausschluß jüdischen Aspiranten aus dem Reserveoffizierkorps hatte der .Vertreter der Kriegsverwaltung wie stets nur ein paar kurze formalrechtlich unverbindliche Worte. Daß sich eine Offizierskaste herausgebildet habe, bestritt Herr v. Armin entschieden Mit Nachdruck betonte er die Bedeutung der Kavallerie als entscheidende Truppe nach der Schlacht. Von der rechten Seite sprachen die Herren General b. Siebert und Liebermann v. Sonnenberg, beide unter Vermeidung nahezu jeglicher Polemik, in der Hauptsache das in den Resolutionen gegebene Programm entwickelnd, und den Abschluß machte eine zweistündige Rede des Sozialdemokraten Noske, der die Nachfolge Bebels als Militärredner seiner Partei angetreten zu haben scheint. Herr v. Siebert hatte in einer kurzen Bemerkung das Verhalten der Sozialdemokraten bei der gestrigen Beileidskundgebung für das portugiesische Königshaus gebrandmarkt; diese Gelegenheit nahm die Sozialdemokratie wahr, durch ihren heutigen Sprecher die Erklärung abzugeben, daß sie jede Art von Mord und Gewalttat verurteile; ihr herzliches Mitgefühl gelte dem portugiesischen Volke. Es gab kaum eine Frage aus dem weiten Bereich des Heereswesens, die Noske nicht mehr oder weniger gründlich behandelte. Im vorigen Jahre hatte er durch seine Erklärung, auch die Sozialdemokraten würden dem äußeren Feinde nicht einen Fußbreit deutschen Landes preisgeben, nicht geringes Aufsehen gemacht und sich erbitterte Angriffe aus den Reihen seiner Genossen in Nresse und Versammlung zugezogen. Ob man ihn den Radikalen oder den Revisionisten zuzuzählen hat, das läßt sich aus seinem bisherigen Auftreten nicht recht erkennen. Er ist der Nachfolger im Mandate Schippels, der, ge- König fiailos und Königin Amelia. Der Geburtstag des portugiesischen Königspaares fiel auf denselben Tag. Carlos war am 28. September 1863 geboren, die Königin gerade zwei Jahre später. Heber die Art, wie die beiden sich fanden, wird eine kleine Geschichte erzählt, die des romantischen Charakters nicht entbehrt. Der damalige Kronprinz hatte sich gegen eine Heirat aus Konvention gesträubt und erklärt, er werde nur eine schöne Prinzessin heiraten, die anmutig, reich und geistvoll wäre. Keine der Fürstinnen aus den regieren- ?cn Häusern, soweit er sie kennen gelernt hatte, schien ihm diese Bedingungen $u erfüllen. Da spielt ihm eines Tages eine kluge Französin, die Gräfin de la Ferronaye, eine wohlgelungene Photographie der Prinzessin Amelia von Orleans in die Hände, und als der Prinz dies Bild gesehen halte, meinte er mit einemmal endlich die richtige gefunden zu haben. Ein eiliger Besuch in Paris schloß sich an diese Eittdeckung seines Herzens und die nähere Bekanntschaft mit der reizenden Prinzessin befriedigte ihn so, daß Verlöbnis und Heirat nicht lange auf sich warten ließen. Die Königin ist reich beanlagt mit mannigfachen Interessen. Sie hat Medizin studiert und sogar ihr Examen gemacht, so daß sie als die einzige unter den .Königinnen auf den Titel Doktor Anspruch erheben darf. Ihr besonderes Studium hat der Kinderpflege und -Ernährung gegolten, und sie hat ein großes Ho Pital für kranke arme Linder errichtet. Krankenhäusern uno Pflegeanstalten wendete sie ihr besonderes Interesse zu, und sie hat viel für die Hebung des Gesundheitszustandes unter allen lassen ihres Volkes getan. Kampf bis auf» Messer hat sie dem Korsett geschworen; die Entdeckung der Röntgenstrahlen bereilele ihr die besondere Genugtuung, die großen Schäden dieses manchen Frauen so notwendig erscheinenden Instruments nachzuwciscn. Sie selbst photographierte mit iliöntgenstrahlen eine Dame, die sich jahrelang eng geschnürt halte, und ließ Abzüge von diesem Bilde, das die Schädigung der inneren Organe durch das Korsett deutlich an,geigte, überall verbreiten, so daß sie viele Frauen von dem Gebrauch der Schnürbrust abgebracht hat. Königin Amelia ist auch allem körperlichen Sport sehr ergeben und zeichnet sich bejonders in der edlen Schwimmkunst aus. Leun Wettschwimmen hat sie mehrere Male die goldene Medaille erhalten, und die Netttmgsmedaille als sie zwei. Kinder aus den Wellen errettete. Eine Rettung mit eigener I fei „Virtuosentum". Es fei dre Darstellung eines tragischen Lebensgefahr vollbrachte sie vor nicht alhu langer Zeit, Charatters, das i n s i ch sein Verhängnis trage. Nach Paul Charakters, das i n s i ch s Ernst i[t_ dies ein Rückschritt. Das Schicksal^alS tragischer Faktor ist von außen nach innen verlegt. Sh. hat damit die alte strenge und starre Form allerdings gesprengt. Aber er hat damit eine große Bereicherung gebracht. Bei Shakespeare ist dieser Fundus menschlicher Tragik zum unübersehbaren Reichtum geworden. Er schuf, um einen Ausdruck Fr. Th. Vischers**) zu gebrauchen, „die Tragödie der mißhandelten Pietät." Das Drama gibt eine poetische Krankengeschichte. Sears Frische und Kraft, seine Ärtschiedenheit, Haft unb Willkür stehen im Kontrast zu dem hohen Alter. Sie sind aber die naturgemäße Folge der Anlage und der Verhältnisse, ebenso wie die Unfähigkeit, Widerspruch zu ertragen, unb der Mangel an wirklicher Lebenserfahrung und Menschenkenntnis, der ihn zu Uebertreibungen aller Art verführt. Durch das Alter hat sein Geist starre Formen angenommen und die Fähigkeit der Llnpassnng verloren. Daneben sehen wir die Scheu vor unangenehmen Erfahrungen und die Neigung zur Selbsttäuschung, sowie die blinde Siebe für seine Kinder. Diese geistigen Besonderheiten zergen Sear als für Geisteskrankheit prädisponiert. Er bringt sich durch sie in eine Sage, der er nicht gewachsen ist; die Seeleustörung ist daS Endglied einer langen Kette ungünstiger Ereianifse. Die körperliche Erschöp,ung führt endlich zur Tobsucht. Die Genesung ist psychologisch unvergleichlich meisierhaft. Der Tod erfolgt durch bas Uebermaß und Plötzliche eines starken Affekts. — Es bedurfte der langsamen und mühevollen Arbeit von Jahrhunderten, um da» Bild der Tob,ucht, das sich mit dem von Shakespeare gezeichneten vollständig deckt, wrssensck)astlich festzustellen und zu einer bewußten Erkenntnis werden zu las en. Daß die Dar tellung eines solchen Werkes an die Schauspieler die allerhöchsten Slnforberungen stellt, ist selbslver- fcandllch und namentlich die Verkörperung der Hauptfigur gehört neben der des Hamlet zu den bedeutendsten, die die Schauspielkunst kennt, und bietet Schwierig- teiten, wie sie keine andere Shakespearesche Gestalt aufweist. *^r^9LmyCTTBrerÜ.,mtcnr »(5[)flFc)>ar&=Vorträge" von Fr. Th- Blschcr, Bb. III, die auch eine Anzahl sehr beachtenswerter Stuttgar?^1901J8'”* Phallen. (I. G. Cottasä-e Buck)h. Nächst Gieszenev Stafcftbcater» König Lear. Von Shakespeare. Auf unserer städtischen Bühne erschien am Dienstag die genaltige Tragödie des irren Heidegreises, der, jeder Zoll ein König und jeder Zoll ein Menfch, den Zuschauer im tiefsten erschüttert. Alle die Töne, die Shakespeare in den Dramen, die vor „Sear" liegen, schon angeschlagen hat, hier faßt er sie zu einer Riesensigur zusammen, deren ergreifende Melodie in der Heideszene sich zu jenem hinreißenden Pathos erhebt, das nie zuvor unb nachher, weder bei Aeschylos noch bei Goethe, wieder erreicht worden ist. Aber auch nie hat Shakespeare wieder mit solcher Größe und Kühnheit den Schritt vorn Besonderen zum Allaemeinen getan. Nie wieder hat es mit so souveräner Genialität den ihm aus Chronik und Stoman überkommenen Don geformt zu wundersamen Gebilden, deren Handlungsweise auf fast märchenhaften Voraussetzungen beruht, die niemand bei näherer Prüfung einer kritischen Würdigung unterwerfen wird,u nd die trotzdem so wahr und ergreifend psychologisch wirken in ihrer Entwicklung, daß sie zu Tränen reinsten Mitleids zwingen. Es berührt ü beraus verwunderlich, wenn ein feinfühliger moderner Aesthetiker, Paul Emst, der sich auch mit Glück a ls Dramatiker betätigt hat, in seiner geistreichen Schrift „Der Weg zur Form"*) Shakespeare vorwirft, im „Sear" mit unredlichen Mitteln gearbeitet zu haben! „Nicht Fortgang der Handlmig, Verwicklung, Spannung, Lösung" lösen die dramatische unb tragische Wirkung im „König Sear" aus, sondern „dramatische Lyrik'". Es sei „nicht bas redliche, einfache Mittel der großen unb geraden Linst", es *) Im Verlag von Jul. Bard in Valin. als sie beim Baden einen Schiffer, der mit seinöm Boote umgekippt war und zu ertrinken drohte, ans Land trug. Für diesen Heldenmut hat sie von unferm Kaiser eine goldene Erinnerungsmedaille erhalten. Ihre Wohltätigkeit äußert sich in Spenden und Unterstützungen, die sie allen Bedürftigen zugeyen läßt und bei denen die Geldgabe häufig in Blumen verborgen ist. ;xz zwungen durch die Parteileitung, vom parlamentarischen Schauplatz abtreten mußte; jedenfalls haben in ihm seine Parteigenossen einen ihrer geschicktesten Wortführer gewonnen. AusSanS. London, 5. Febr. In Tanger ist die Nachricht einge- trcnen, dak ein neuesblutigesGefechtzwischenMa- rokkanern und Franzosen bei Settat stattgesundcn habe. Gmeral Damade marschierte mit einem starken Detachement, unterwegs alte Dörfer zerstörend, von Redschid aus Settat, als sie plötzlich auf eine starte Kolonne von angeblich 25000 M a- rokkauern stießen, die anscheinend Muley Hasids Avantgarde angehörte. Tic Eingeborenen erlitten bei dem Gefecht grotze Verluste, doch verloren auch die Franzosen 60 Mann an Toten und Verwundeten. Unter den Toten befanden sich ein Oberst, 2 Majore unb mehre andere Offiziere. Namentlich soll die französische Artillerie schwer gelitten haben. Petersburgs. Febr. Das o b e r st c M i l i t ä r g e r i ch t hat gestern die Generale Stössel, Fock und Reiß zum Tode verurteilt. In der ersten Instanz war nur über Stössel die Todesstrafe verhängt worden, während Fock zu Rangcntkleidung und 20 Jahren Zwangsarbeit unb 3iciß zu Nangcntkleidung und Deportation verurteilt word-en war. Batof gab den König, und zwar verhältnismäßig sehr einfach, d. h. er verzichtete auf'bie Hilfsmittel mimischer SUemmalerei und zeichnete den Charakter im wuchtigen Lapidarstil. Er saßt Lear nicht eigeritlich als ein pathologisches Problem an und aus, in dem es sich darum handelt, die verschiedenen Merkzeichen der Altersschwäche und dann die rnelverschlnngenen Wendungen des Irrsinns dem Zuschauer mit abstoßender pjuchopathischer Nalur- lreiie zu veranschaulichen. In Bako s Darstellung ist Lear der Träger eines fürchterlichen Aienschenschicksals, das voii sittlichen, nicht von physischen Bedingungen vernichtet wird. Und diese schlichte Aufsasiuilg kann man and) als berechtigt anerkennen. Er ist, so sagt Vischer, „eilte jener Nalnren, deren Größe niemals in Klugheit und Selbstbeherrschung bestehl, ein weiches, tiei inniges, aber unendlich launisches Herz". Und diese Weichheit des Herzens beionte Bakoi besonders. Trotzdem aber nm reit die Szenen des Vaterflnches von eindringlicher Tiefe des seelischen Ausdrucks, Stücke überzeugender Seelenmalerei, dabei nicht ganz ohne feierliche Rhetorik. Schon m der Slurmszene, beim Einblicke Edgars, zeigt Bakois Lear Vorboten der Geisteserkrankung. Tie dann folgende Psendo-Gerichtsszene zeigt nicht groteskes Spiel nut unruhigen Gebärden, noch nicht wirr wechselnde Töne, sondern es ist noch Methode darin. Ohne viel blendendes Beiwerk, eigemlid) nur durch die Gliederung der Rede verleiht B. dreien Szenen monumentale Kraft und die ergresiende Größe des Leides. Er gibt der Phantasie des Zuschauers nur beschränkte Reizmittel, redet sich aber überzeugeild um seinen Verstand und ersdiüliernd in sein Gemüt hinein. Es ist künstlerische Ehrlichkeit, die sicher wirkende Hills- mittel verschmäht, die nicht unbedingt zur Sache gehören. Im ganzen zeigte sich B. als ein starker Führer der Gemüter aui die volle Höhe tragischen Mitleibs. Tie Szenen, in denen weiche, elegische Stimmungen die Oberhand hatten, ergriffen nns jedenialls am meisten. Hier fand B. cmeit verinnerlichten, rührenden Ton, der endlich zunt Notschrei der ganzen leidenden Menschheit wird. - Wenn and) eine wirksame Steigerung der leldensd)ajtlld)en Ans- brüche ausblieb, ivenn eine gewisse Gleichwertigkeit zu beobachten war, so ist dod) festznslellen, daß Bakois künstlerijd)e Schasfei.iskrast an dieiem Abend wieder in ichönslem Lick)te erstrahlte. Ihm haben wir es zu verdanken, daß diese grandiose Dlchliing Shakespeares überhaupt aui unserer Bühne erscheineit konnte. MU Recht wurde ihm lebhaitesler Beifall nad; jeder Szene gespendet. Reimer-Schlegel betonte mit gutem Grunde die tragische Kraft, die in dem Narren steckt, und gab der Figur ienes Stimmungsbild aus dem preuh. Abgeordnetenhaus. Berlin, 4. Februar. Ehe man sich int Abgcordnctcnhause heute mit dem Etat ' der Berg-, Hütten- und Saliucnverwaltung beschäftigte, besprach man erst vier Stunden lang einen neuen Gc- sehentwurf, der allerdings mit dem Bcrgetat in imljcr Beziehung steht. Es handelt sich darum, daß die Staatsrcgierung einen Kredit bis zu 5 5 Mill io neu Mark zur weiteren Auf- schließungdes staatlich en Besitze sanSteinkoh le n- feldern in Westfalen fordert. Tas Zentrum benutzte die günstige Gelegenheit, um zu gleichem Zwecke für Oberschlcsien 25 Millionen Mark zu fordern. Tr. Hagrr, der frühere langjährige Generaldirektor des Grafen Ballesttem, hatte es übernommen, die letzte Forderung zu begründen. Er tat das in etwa einstündiger, nicht gerade kurzweiliger Rede. Er meinte, daß sich der Landtag, noch kurz bevor er das Zeitliche segnet, ein schönes Denkmal setzen würde, wenn er die Regierungsvorlage und den Zentrumsantrag annehmen würde. Herr Stackmann von den Konservativen stand zwar der Forderung für Westfalen durchaus sympathisch gegenüber, wenn er auch nachdrücklichst erklärte, daß es sich um eine Ausnahme handele und man nicht etwa einen Präzedenzfall schaffen wolle. Mit dem Zenrrumsantrag tonne er sich aber weniger befreunden. Wenn in Oberschlesien Hilfe notwendig sei, wie in Westfalen, so werde der verantwortliche Nessortchej sckon dafür sorgen, daß auch dort eingeschritten werde. Ter nationalliberale Abgeordnete Hilbek konnte der Bergverwaltung zahlenmäßig nachweisen, daß die H a u p t s ch u l d an den hohen K o hle n pr e i se n Lor etaat selbst trage, der nicht in der Lage gewesen sei, seine Produktion so zu vermehren, wie die Privaten Gruben das getan haben. An sich habe er gegen die Forderung für Westfalen nichts anzuwenden, und auch für die oberschbesische Forderung würde er zu haben sein, wenn das Bedürfnis dort ebenso dringlich wäre. Tas scheine ihm aber zurzeit nicht der Fall zu sein. Niemand habe etwas dagegen, wenn der Staat einen angemessenen Anteil an der Kvhlcnproduk- lion erhalte. Ta alle Parteien grundsätzlich mit der Regierungsvorlage einverstanden nrnren, hatte der Herr Minister Delbrück, der dann das 5Bort erhielt, es nicht nötig, noch vieles zur Begründung auszusülwcn. Er war mit der Tendenz, auch für Oberschlesien 25 Millionen Mark zur Aufschließung zu gewähren, einverstanden, meinte aber auch, daß es damit noch keine Eile habe. Im übrigen wiest er darauf hin, daß am Ende die Kvhlcnknapphcit nut dadurch hervorgerufen sei, daß der Konsum stärker steige, als die Produktion. Tast da ein Loch entstand, sei erklärlich. In Ost- -und Westpreusten, Posen und Pommern habe teilweise geradezu eine Kvhleniwt und nicht nur eine Kohlentnappheit bestanden, die jetzt glücklicherweise gehoben sei, auch durch die Mit- hllfe der beiLen inbelrackt kommenden Grvsthandelsfirmcn. Das sei sehr interessant, denn es beweise, daß tatsächlich der Gro st - handel nicht ganz entbehrt werden könne. Der Abg. G y st l i n g von b:r freisinnigen Vollspartei stimmte dem Minister darin bei, daß sich auch hier wieder gezeigt habe, daß der Großhandel bei der Versorgung mit Kohlen nicht zu entbehren sei. Die Genossenschaften, in deren Händen sich jetzt vielfach der Detailverkauf befinde, seien nicht imstande, den ganzen Bedarf zu decken. Dabei wende die Konkurrenz der Genossenschasten von einem großen Teil der Kaufleute bitter empfunden. Dem leitenden Gedanken der Vorlage stimme er ohne weiteres zu. Die Regierung hätte sich den eklatanten Mißerfolg mit der „Hibernia" ersparen können, wenn sie den Weg früher beschritten hätte. Tie Verstaatlichung des gesamten Kohlenbergbaus freilich wäre nicht empfehlenswert: erst solle man einmal die Kohlenfelder fruktifizieren, die man habe, damit das Volk bald wieder billigere Kvhlenpreise bekomme. Ter Zentrumsantrag erscheine auch ihm verfrüht- Wolff-Lissa (freis. Vgg.tz schloß sich dem durchaus an, er könne es nur begrüßen, wenn die Köhlen- sörderung erhöht werde. Um 3 Uhr machte dann ein Schlußantrag der Debatte ein Ende. Sie wurde aber, als nun der Etat der Bergverwaltnng an der Reihe war, im gleichen Genre fortgesührt. Minister Telbrück meinte, daß er es nicht leicht habe, es allen recht zu machem Dein einen wirtschafte er nicht kaufmännisch genug, dem anderen roieber seien die Kohlen zu teuer, dem dritten erschienen die Wohlfahrtseinrichtungen unzureichend, ein vierter werfe ihm noch vor, daß die Arbeiterlöhne zu niedrig seien. Er müsse aber nach allgemeinen wirtschaftlichen Erwägungen disponieren. Der Auslandsexport sei auch nicht ganz zu entbehren. Ebenso könne der Zwischenhandel nicht ganz ausgeschaltet werden. Nachdem zum Schluß B r u st (Ztr.) wie alljährlich, wenn auch in maßvoller Weise, Klagen der Bergleute über zu viele Ueberschichten, zu vieles Nullen, über das noch immer vorkommende „Schmieren" der Bergbeamten vorgcbracht, auf der anderen Seite aber im Namen des Zentrums die gesunde Lohnpolitik und die Urlaubsgewährung gebilligt hatte, trat Minister Delbrück noch einmal auf den Plan, um zu versichern, daß die Regierung schon seit Jahrzehnten gegen das „Schmieren" kämpse und auch weiter kämpfen werde, womit man auf allen Seiten des Hauses durchaus einverstanden war. Der Präsident hätte gewiß gern eine A b end sitz u ng vorgeschlagen, mußte aber davon absehen, damit die Kommissionen, insbesondere die Budgetkommission, Zeit für ihre Arbeiten erhalten. DeueSches Berlin, 4. Febr. Die „Deutsche Tagesztg." dementiert aufs entschiedenste die Gerüchte von einer Zurückziehung der Polen Vorlage. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht den Entwurf eines Gesetzes über die Arb e its kamm er n. M ü n ch e n, 4. Febr. Die Erklärung des Straßburger Theologieprofessors Dr. Ehr hardwirdvom Vatikan als ungenügend betrachtet. Straßburg (Els.), 4. Febr. Der kommandierende General des 16. Armeekorps hat den Soldaten seines Korps den Besuch der katholischen Kirche in Ars an der Mosel verboten, weil an Kaisers Geburtstag der Geistliche in der Kirche eine Predigt gehalten hat, die eine schwere Verunglimpfung der Person des Kaisers darstellte. Der Geistliche, Abbe Mansey, in Ars sagte in seiner Predigt am Geburtstag des Kaisers: Brave Katholiken hätten keinen Anlaß, sich über die Geburt des Kaisers zu freuen, da sie nur dazu da seien, Steuern zu zahlen und Militärdienste zu leisten. Bei Besetzung höherer Aemter müßten sie beiseite stehen. Das einzige, was einem guten Katholiken fromme, sei, zu Gott zu bitten, daß er den Kaiser mit besserer Einsicht orte u Politische Teige-schan. Zur Lage in Portugal. Die Einbalsamierung der Leichen des Königs und des Kronprinzen war heute morgen 6 Uhr beendet. Die Leichen werden in Särgen von morgen bis Freitag ausgestellt. Das „Berl. Tagebl." meldet aus M a d r i d: Nach einer Meldung aus Lissabon wird jetzt erst bekannt, daß bei dem Attentat am Samstag auch vier Soldaten, mehrere Polizeibeamte unb Privatpersonen verwundet wurden. Lissaboner Anarchisten behaupten, das Attentat sei das Werk der Republikaner gewesen. Aus Bada- goz wird telegraphiert, daß die Ruhe nur scheinbar sei. Die Revolutionäre planten weitere Schläge, um die Republik auszumtfcn. Telegramme aus Lissabon schildern folgenden pathetischen Auftritt im Totengemache, wo die Königin an dem Lager ihres Gatten und ihres Sohnes saß. Plötzlich trat Franco ein. Die Königin wies auf die Leichen und sagte: ,^ier ist Ihr Werk!" Franco erbleichte, stotterte einige Worte und verließ den Raum, während die Königin in Tränen ausbrach. Das Ministerium hat sich definitiv wie folgt konstruiert: Admiral Ferreira do Amaral, Vorsitz und Inneres; Campos Henriguez, Justiz; Agosto Castilho, Marine; Wenceslau Lima, Auswärtiges; Sebastian Telles, Krieg; Espregueira, Finanzen und Calvet Magalhaes, öffentliche Arbeiten. Das Ministerium wird heute im Königlichen Schlosse zusammentreten. Ferreira do Amaral, Magalhaes und Castilho sind unabhängig, Henriguez und Lima sind Regeneradores, Telles und Espregueira Pro- gressisten; Magalhaes und Castilho sind zum erstenmal Minister. _______________ Ans L^no. Gießen, 5. Febr. 1908. ** Tageskalender für Mittwoch, 5. Febr.: Sladt- tHeal er: Abends 7 Uhr: „Der Andere." * ** S. K. H. der G r o ß h e r z o g fuhr am Montag mit seinem Automobil in Neu-Isenburg vor der Wohnung mehr. Jedenialls aber ist zu betonen, daß die gestrige Aufführung des „König Lear" reich an packenden Momenten war und für unser Theater als em erfolgreicher Abend zu biichen ist. P« W. — Maeterlinck über Shakespeare. Unlängst hat der Belg. Dichter Maeterlinck im Pariser „Figaro" einen interessanten Aussatz über den „König Lear" veröffentlicht, das er hier den übrigen Werken Shakespeares und den griechischen Tragödien gegenüber stellt. Tie Tragödie des alten Königs gilt ihm als die machtvollst^, erschütterndste und tiefste dramatische Dichtung, die je geschrieben worden ist. „Prometheus", die „Orestie", „König Oedipus" sind wunderbare, aber einzeln flehende Bäume, „König Sear" ist ein wunderbarer Wald. Jene gehören ebenso wie „Hamlet" und „Macbeth" zu einer erhabeneven Klasse von Dichtungen als alle anderen, bcun sie spielen sich ab aut einer Art von heiligem Berg, der von einem Mysterium umgeben ist. Im „König Lear" dagegen gibt es nichts eigentlich Uebernatürlick-es; die Götter mischen sich nicht in die Handlung ein; das Schicksal selbst ist ein ganz innerliches, es ist nichts als eine närrische Leidenschaft. Und dennoch entfaltet das Drama seine fünf Akte auf einem so hohen, an Zauber und Poesie reichen Gipfel, daß es scheint, als ob alle Kräfte des Himmels und der Hölle wetteiferten, um es in die Lüfte zu erheben. Tie Nichtigkeit der Fabel verschwindet in der grandiösen Höhe, zu der es sich emporschwingt. Dabei ist es der Ausdruck des Mensch- lchsten, das es im Menschen gibt. Und darum bleibt es das jüngste von allen Damen, das einzige, an dem die Zeit nichts zerstört hat. Zugleich ist es von allen großen Tragödien diejenige, die ihrem Wesen nach am meisten lyrisch ist, und doch die einzige auf der Welt, in der die Pracht Ber Sprache niemals der Wahrheit des T-ialogs schadet. — Kleine K u n st ch r o n i k. Tie Beisetzung A u g u ft Wilhelinjs, des in London verstorbenen berühmten Geigers, ■anb in Wiesbaden am 1. b. Alts, statt. — Simfon von Henry Bernstein, bem Verfasser beö „Tieb", wurde in einer Ueberfetzung von Ruboll Lothar am Deutschen Volkstheater in Wien aufgeführt. Die außerorbentlick^e biamatiidje Schlagkraft des Stückes hielt bas Publikum fortwährend in größter Spannung. Da außerdem die Darstellung ausgezeichnet war, so gestaltete sich der Abend zu einem starken Erfolg, besonders nach dem wirkungsvollsten dritten Akt. — Der "Ausschuß der Bürgerschaft zu Hamburg beantragt den Neubau des Hamburger Stadttheaters. des Kaufmanns Passet vor und Nesi durch feinen Hof- marfchall dem 10 jährigen Sohn Passets einen Besuch ab- statten und sich über dessen Befinden erkundigen. Der Knabe wurde vor etwa drei Wochen durch das Automobil des Großherzogs überfahren und ziemlich erheblich verletzt. Das Befinden des Knaben ist ziemlich gut. *♦ Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten 911fr. Deggau aus Darmstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Brcidenbach, dem Schulamtsaspiranten Wilh. Seng aus Atzenhain eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wallernhausen. — Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Viernheim. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. ** G i e ß e n e r V o l k s b a d. Jrn Januar wurden 6719 Bäder ucrabceid)t gegen 7721 tm Dezember 1907 und 7567 im Januar 1907 ober tm Durchschnitt pro Tag 217 Bäder gegen 249 im Dezember 1907 unb 244 im Januar 1907. Der Be,uch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwünmbab: 2931 Männer, barintter 423 zu 10 Psg., „ 541 Frauen, „ 105 „ 10 „ Wannenbäber 1. Klasse 235 Männer, 76 Frauen, „ 2. „ 608 „ 379 „ Brausebäber 1. Klasse 799 Männer, 70 Frauen, 2. „ 785 „ 89 „ Dampf- u. Heißlustbäber, sowie Massage zus. 187 Männer, 19 grauen. Tie Personenivage wurde von 200 Personen benutzt unb das Bab von 8 Personen befid)iigt. ** Oesfentliche Lesehalle. Im Januar wurden 2 6 7 1 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1332, Zeitschritten 561, Jugendsck)rüten 209, Vers- bid)tungen 75, Literaturgeschichte 11, Länder- unb Völkerkimbe 88, Kulturgeschichte 49, Geschichte unb Biographien^ 133, Kunstgeschichte 22, Naturwisienscha't unb Technologie 95, Heer- unb Seewesen 23, Haus- unb Lanbwirtscha't 5, Gesundheitslehre 22, Religion und Philosophie -7, Slaatswissenschatt 7, Sprachwissen- schail 7, Fremdsprachliches 5 Bände. Nach auswärts kamen 123 Bände. ** Das Kolosseum hat, seit b:m 1. Februar ein ganz ausgez-eichnetes Programm, das so reckst geeignet^ ist, FastnackstS- sttmmung h^rvorzurufeu. Es wird eröffnet durch MißAnita, die mit großem Geichick auf der rollenden Kugel, mancherlei Evolutionen aussührl. Dann kommt „La belle Tilly" und tanzt und singt recht temperamentvoll einige hübsche Sachen. Der Hunwrist Kutt Speyer bringt alte und neue Sachen mit großem Humor zum Vortrag. Er verfügt über ein außerordentliches Mienenspiel, mit dem er im geeigneten Augenblick trefflich zu arbeiten versteht. Allerliebst und sehr sehenswert sind die interessanten und sehr schwierigen Tressurbor- sührungen von divra Hamann, die mit 24 dressierten Kakadus, Arraras und Hrmden arbeitet. Tie Troupe Guerro de Mexiko ist von ihrem früheren Austteten her den Kolosseumsbe- suchern sicher noch in bester Erinnerung. Auch diesuual wieder fand-en sie für ihre vorzüglichen gymnastischen Leistungen lebhaften Beifall, insbesondere die neu zu der Truppe gehörende kleine Künstlerin, die für ihr Alter — etwa 12 Jahre — schon sthr gutes leistet. Ten Glanzpunkt der Vorstellung bilden aber unstreitig die Ausführungen von Peter PrangsKölnerBur- l e s k e n - E n s c in b l e. Gestern kamen „Kölner Blut" und „Tie Perle der Garnison" zur Darstellung, zwei Stticke von überwältigender Komik. Es hieße ihre drastische Wirkung beeuv trächttgen, wenn man auf Einzelheiten eingehcn würde. Man kann nur raten, die Stücke sich anzusehen und mitzulachen, zu lachen namentlich über die Tümes-Gestalt des Direktors Peter Prang, ter Vorsteller, Spielleiter und Verfasser in einer Person ist. "Zu der Laubacher Versammlung, über die wir gestern berichteten, sendet uns Oberlehrer Tr. Werner folgende Zuschrift: Ter Bericht über die Versammlung in Laubach enthält verschiedene Unrichtigkeiten. Die Versammlung war von über 1 0 0 Z u h ö r e r n besucht. Tas Thema hieß : »Die gemem- iamen Aibgaven der Deulschjozialcn und Chrlsttld)sozialen." perr Pfarrer Nebel, der Christllch-Sozialer ist, hat s e l b st v e r ,l a n d- lick; nichts Grundsätzlick)es entgegnet, sondern mich teilweise fallet) verstanden, wie auch Herr Pfarrer Fntsd) feststellte, ^emzuwlge habe ich in meiner Erwiberuug uid)ts „eiugeschräukt". Wir geben dieser Zuschrift loyaterweise Raun, unb bemerken bazu, baß unser Laubacher Berichterstatter bis jetzt sich stets als sehr zuverlässig erwiesen hat. Vielleicht nimmt er Veranlassung, sich zu ber vorstehend abgebrueften Zuschrift zu äußern. ** Panorama (Kirchenplatz 9). Die dieswöchentliche Serie ersetzt dem Beschauer eine Reise nach Norwegen, dieses Land mit seinen wildromantischen nordischen Fjorden, Bergen und Schluchten, das unser Kaiser alljährlich auf seiner Nordlandsreise besucht. Die Aufnahmen, von denen wir nur nennen: Szenen und Partien bei Helgoland, im Kieler Hafen, an Deck der HoheuzvUeru, Odde, Hardanger Fjord, Bergen mit seinem Hafen, das hübsche Molde, die malerische und wilde Szenerie am Geyranger Fjord usw. Wir wollen erwähnen, daß die Vor- diangierte Kolorit, das allem sie verständlich macht, beim ber Narr ist ein Geistesverwanbler Hamlets: seine Llistigkeit hat etwas iii.enblid) Bitteres, sie schmeckt nach Wermut. R.-Sch. war and) ein Narr, ber nicht lachte. Nach Vem-Vorbilbe von Kainz, ber wohl als erster ber sonderbaren Bühnentrabilion cutgegentcat, bas; Die Starren ihre Lustigkeit immer im Gesicht tragen. — Des Narren letzte wehmutsvollen Worte finb übrigens: „Ich will am Mittag zu Bett gehen". Sollte baraus nicht der Schluß 511 ziehen jein, daß der Narr trotz der Atitiagshöhe seines Daseins nicht länger mehr das Lew seines Königs mitzutragen vermag unb bahuisiecht? . Tie Damen Achter berg unb Färbung ließen bie Entartung ber beibcn märchenhatt bösen Schwestern wohl zu nachbrücklid) zur Geltung kommen. Tie Corbelia ber D 0 r a Ormont war eine liebliche Erscheinung, bie ber verschlossenen Seelengröße seine Turchempsinbimg zu teil werben ließ. Gareis spreite beu Graten von Kent mit trotziger Robustheit unb finsterer Kargheit. Daß der Cbelmaiin nicht zur Geliiing kam, kann man ihm nicht gerade verargen. Zum inuigamen Seiltet hat Weingartner, unser jvmpäthischer Held, nicht das rechte Zeug. Darum gab er ihn mehr als gleichmütig frohgemuten Gentleman, ließ a?er bebet bas Ver'ührerijche, Flotte bes skriipellosen Rassemenschen sowohl wie daS Atitreißeube bes um die Mittel niemals bangenben Helben leibet stark vermissen. Goll mad)te als Ebgar, namentlich in den Szenen simulierender Verrücktheit, seine Sache gut, ebenso Roden als Cornwall, und Gsell als Gloster genügte. Mit der Inszenierung hatte man sich offensichtlich größte Muhe gegeben. Tie Emrid)tung des Trauerfpiels war, nach dem Zettel zu fd)licBcn, im wesentlichen wohl eine Arbeit des Dir. etein- ßoetter. Mit den allermeisten Kürziingen konnte man einverttanden jein, besonders damit, daß er den Sprung Glosiers beseitigte. Unb einzelne Zusammenziehungen im Texte weil getrennt hegenber Szenen verblüfften wohl, aber erwiesen sich als dramaturgijd) äußerst gesdsickt. Atanches baoon kam bem genialen Ei bes Columbus gleich. Die Aiisstallung war burchweg wohl gelungen unb bas Zusammenspiel ließ nur wenig zu wünsd;e>i übrig. Unrichtig war es ja, baß am Schlüsse bes ersten Aktes Vear mit ben Seinen statt nach rechts, nach links roieber verschivinbet, roo man sich boch bas Sd)loß Gonertls zu denken hat, bas; ferner bie barauf krtgenbe erste Szene bes 2. Aktes nicht gleich bie volle Finsternis der Nackft zeigt, roährend der doch Cornwall unb Regan erjcheinen, uub bergt Kleinigkeiten ' >*« M teä«bmnt "tat llw "«.tat "ln,8-kr. ' ~ Sdlbigt ; * «*» 11,1 d-r Stellt — taimt S’!!219 « v |u.d) 'm ein. 10 Psg , 10 ,9’ »rauen, * »rauen, iunerl9iyvauen. 8l und da; Aad Januar wurden °>u: Erzählende >en W, Am. > Völkerkunde 88 len 133, Kunsl> 9?i Heer- und undheitslehre 22, ^vracywrsien^ nuswäns fmnen jcbruar ein ganz :t ist, Fastnachts- «P MAnita, >uigel mancherlei ic Ullh" und : hübsche Zachen, nd neue Zachen über ein auzer- meten Augenblick nd sehr sehenZ- igen Tresjurvar- einerten Kakadus, Puerto de Nie- :n ävlosßunisbe- i) diesmal lvicher i Pistungen Icb- inippe gehörende 2 Zahre - jchsn liung bilden aber - KölnerAur- c Biut" und „Tie Zdicke von über- : Lirkung bceim Kit würde. Ran und milzulachen, i!t des Tirekmrs Berfciicr in einet lung, über die rer Lr. W>rm ,bad) enthäll m* mlimg 'var m ,ieü: .TiegeuM- dchiozialen.' M ^lbslverstaud- md) ledroeije ialid) iielltc. TeMMlzr djvär.fi1- : ‘.Kaum und bfr lerslatler bis sch! Vielleicht nimmt ebnitften ZuM . dieswöchentliche je nach 9tot' itnfer W NL » » in® W** lliüängst W ""h.fenSZS ’ S fff": /ZS lev t9 HL,;, «lü®* 6 Ed:" Ä<*& i‘ ’M es tue E icllige, ; ? iie 01’? 1 «n büb’ V , Ml- urw ** /8 set *•*’ V iiifir,fl d » . 91 u 9“: ei|e5u* iSe'gZ ,[t. •" M III e ,, ‘ maiiWe Zoai»'Ä i»”! 6(.« LS-' Verdingung. Das Setzen und Reinigen der Oefen in den städtischen Ge« Landen im Rechnungsjahr 1908/09 soll Mittwoch, den 12. Februar d. Fs., vorm. 10 Uhr öffentlich verdungen werden. , .. Bedingungen liegen auf unserem Bureau zur Ennrcht onen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zettpuntt an uns einzureicheu. — ZusckstagSfrfft 14 Tage. B4/i Gießen, den 3. Februar 1908. Städtisches Hochbaumnt. _______Gerbet. Stammholz-Verkauf. Die Gemeinde Daubringen beabsichtigt, nachver-, zeichnetes Stammholz im Wege schriftlichen Angebots zu verkaufen. _ A 10 Fichtenstämme von 30—39 cm Durchm. --- 16,09 Fftm. 11 „ „ 25—29 „ „ ---11,08 „ 199 „ „ 12-24 ,, . „ —61,28 „ Angebote können auf das gesamte Holz als auch auf einzelne Sortimente gemacht tverden. Gegen Stellung sicherer Bürgschaft werd Zahlungsfrist bis 1. Novbr. l. Js. gestattet. . Angebote sind bis zum 8. Februar l. Js. em- fchliestttch bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Tage. Daubringen, am 31. Januar 1908. Großh. Bürgermeisterei Daubringen. Walter. 739) Jagd-Verpachtung. Samstag, oen 8. Februar L Js., nac»-m. 1 Uhr , soll in der Wirtschaft des Ehr. 2)1 üHeu dahier die der Gemeinde Ulfa zustehende Wald- und Feldjagd aus weitere 6 Jahre unter den vor der Verpachtung bekannt zu machenden I Bedingungen öffentlich verpachtet werden. 557* Ulfa, den 20. Januar 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Ulfa. Gerhard. o' gebracht. x Daubringen, 4. Febr. Heute morgen 11 Uhr verschied unser alte ft er Ortsbürger, Konrad Opper, der im November 92 Jahre alt geworden wäre. Er war bis zur letzten Stunde noch recht gesund und konnte seine Arbeiten bis zum letzten Tag verrichten. Er war früher beschäftigt auf der Main-Weser-Hütte zu Lollar, später war er landwirtschaftlich tätig. Im ganzen Dorf war er bei jung und alt sehr beliebt. Voriges Jahr^ hat er noch Feldarbeit verrichtet. Zwei Söhne sind dem Vater im Tod voraugegangen, einer ist in Amerika und einer wohnte bei ihm. — Die Wasserleitung ist im vollen Gang, soeben werden die Hausanschlüsse hergestellt. Das Wasser kommt eine halbe Stunde von Daubringen entfernt aus zwei Quellen der Gemarkung Alten-Buseck. Auch der Hof Heibertshausen wird an die Wasserleitung angeschlossen. * Garbentcich, 4. Febr. Guten AppetU entwickelte dieser Tage ein junger Bursche in einer hiesigen Spinn- stube. Er verzehrte beim Kaffeetisch in aller Gemütsruhe 17 Krcppel von der auf dem Lande üblichen Größe und trank dazu acht Tassen Kaffee. Nach dieser kleinen Stärkung aß er noch ' ein tüchtiges Stück Hausmacher Wurst nebst einem nicht allzu kleinen Stück Brot. R. Odenhausen, 4. Febr. Arn Sonntag, 2. Febr., feierte der Gesangverein Eintracht im Saale des Herrn Gastwirts Haupt den Geburtstag des K aü f e r s. Der Vor- si'iende Bahnhofs-Aufseher Weber hielt die Festrede, der _er Die Aeaierung und überhaupt Die Verhältnis,e des deutschen Kai,er- honses in den letzten 20 Jahren zu Grunde legte, er schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser. Em schönes ge,chmucktes ttaiierbild, von präsentierenden Soldaten umgeben, wurde bengali,ch beleuchtet, während die Anwesenden Die Kaiserhymne sangen Nun weck',elten gut vorgetragene Theaterstücke mit Kuplets und Duetts pü, die von dem Dirigenten des Vereins Lehrer Ziegler in Kesselbach eingeübt waren: auch wurden einige prächtige Lieder gesungen. Die Feier war würdig und man merkt, daß ein guter patriotischer Geist in Dem Verein herrscht, möge er immer ,o bleiben! Zum Schlüsse dankte der Vorsitzende den Gästen und brachte noch ein Hoch auf S. K. H. den Großherzog aus. Hierauf olgte ein Tänzchen. Die Musik wurde von Vereinsmitgliedern ausgeführt. . = Ober-Nosbach, 4. Febr. Gestern starb hiernach kurzem Kranksein unser langjähriger Beigeordneter Peter Cuntz, der ein Alter von 82 Jahren erreichte. s^Homberg a. d. Ohm, 4. Febr. Sonntag, 2. Febr., hielt Lehrer Rudolf von Alsfeld im hiesigen Krieger- verein einen lehrreichen Vortrag über unsere Kolonie Deutsch-Südwestafrika, der leider aber nicht so gut besucht war, als man erwartet hatte. Nach dem Vortrag erläuterte der Bezirksvorsteher Rechtskonsulent Ranft die Wohlfahrtscinrichtungen der „Hassia". Einige Mitglieder traten der neugegründeten Sterbekasse bei. — Unsere höhere Bürgerschule bekommt am 1. April d. I. eine dritte Lehrkraft, was hier und in der Umgegend freudig begrüßt wird. Die Mittel hierzu sind bereits vom Ortsvorstand bewilligt. — Demnächst soll mit Dem Berg- bau in dem nahen Deckenbach begonnen werden, denn es sind bei den neulich vorgenommenen Schürfungen Eisensternlager entdeckt worden. Den armen Bewohnern hiesiger Gegend wäre ein lohnender Verdienst sehr zu göimeit. — Freiherr von Stumm zu Holzhausen bei Marburg, Pächter einiger Gemeindejagden, hat dem hiesigen Verschönerungsverein ein Geldgeschenk von 50 Mk. übermittelt. Die schönen Anlagen des Vereins am sogen. Goldborn hatten sein lebhaftes Interesse erregt und ihn hierzu ver- Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Ober-Hörgern für das Jahr 1908 liegt vom 6. Februar 1908 acht Tage lang auf dem Bureau der Großherzoglichen Bürgermeisterei zu Jedermanns Einsicht offen. 791 Ober-Hörgern, den 5. Februar 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Hörgern. Holler. Hslzverstergerung im Gießener Stastwald. Geheimnisse wird noch gemeldet: Ter Verhaftete, ein SBureait- Vorsteher, hatte die Offerten der Firma zur Erlangung uonJUuf- trägen und Lieferunaeu an die Konkurrenz verkauft. S)er Dec tftrma Krupp verursachte Schaden soll sich auf mehrere Millionen Mark belaufen. .. * Essen, 4. Febr. Heute vormittag drang Der Jteuenoe Eismann in Abwesenheit seiner Schwiegermutter in Deren Wohnung ein und tötete seine Dort besinDliche Frau Durch Drei Revolver» schösse. Frau Elsmann halte sich vor Drei Wochen aus Dein Hause ihres Mannes entfernt unD war zn ihren Eltern geflohen, .ter MörDer flüchtete imD konnte noch nicht gefaßt werDen. Suchte Tageschronik. Infolge starten Schneefalls entgleiste bei Mürlenbach (Mosel) ent Gütermg. Neun Wagen wurden vollständig zertrümmert. Ter Verkehr wird durch Um,teigen aufrecht erhalten. r. , . Beim Karlsbader Mühlbrunn wurde ui neben Meter Tiefe ein sehr starker, heißer Quelle nauftrieb er- Wunen. Eg. Ztg." meldet: Der deutsche Vize-» Eon,'ul in Dünkirchen wurde vor einigen Tagen bei Gelegenheit einer Schis,sabmufterung vmr einem zu einem deut- ,d jt Segelschiff gehörigen Matronen bedroht und tätlich an- gegriffen. Tie Angelegenheit ist von bem, Vizekon,ul, ber feine erhebliche Verletzung rrtzacken hat, der zuständigen Staats- anwaltschust übergeben worden. Äm Sonntag ist nahe Der Miste von Ncu-Schottland der englische T ampser St. Cuthpert, Kapitän Lewis, durch eine Feuersbrunst, d.e auf hoher See während eines Sturmes ausvrach, g er ft ort worden. 15 Mann Der Besamung ertranken, die den Versuch machten, das brennende Wrack zu verla,sen. Das Iieitungsovot, Das sie bestiegen, wurde bet dem Sturme sofort voll Wäger gesch.agen und sank. Die. übr.gen 37 Personen an Bord rour'Deu von dem White Star Dampfer Cynovic aufgenommen. Biele von ihnen sind du«h Brandwunden schwer verletzt. (B. T.) fübrungeu mehr als eine Unterhaltung sind. Das rst von Kapazitäten der Kunst und Wissenschaft längst anerkannt, und dämm können wir den Besuch nur empfehlen. •• Evang. Arbeiterverein. Der für Freitag vorgesehene Vortrag über Wechfelrecht wurde bis auf weiteres verschoben. ** Diebstähle. Aus dem Privatkontor eines Geichasts wurde gestern mittag eine verschlossene eiserne Kassette nut ctroa 500 MarkWertinhalt ge,whlen. Der Verdacht lenkte sich auf Fensterputzer, die in der Mittagszeit die Fenster gereinigt hatten. Die alsbald angestcllten Nachforschungen bestätigten diesen Verdacht, denn ber Fensterputzer Georg Frank ans Darmstadt hatte an feiner Arbeitsstelle sein Handwerkszeug liegen lassen unb war spurlos verschwunden. Er hatte in Dem Kontor Fenster gereinigt, die Kassette hinaus in Den VM gestellt, war dann mit seinem Mitarbeiter nach einer anderen Arbeitsstelle gegangen, um sich dann unter dem Vorwand, mal auszutreten, zu entfernen, die Kassette zu holen und Damit das Weite zu suchen. — Aus Dem Vorplatz eines hiesigen HotA wurde gestern früh ein Winterübcrzieher von unbekanntem Tater ge- 1t0^S£" Unterschlagung. Ein Kohlenhändler engagierte gestern morgen einen Arbeiter zum Kohlenausfahren und gab ihm gleich die Quittungen zum Einkasfieren mit. Arbeiter besorgte alles, nur brachte er das Geld und den Karren nicht zurück; letzteren stellte er am Ludwigsplatz hm, um Dann ru verschwinden. Obgleich die Polizei sofort verständigt wurde, war der Bursche bis jetzt nicht aufzusinden. —- Arn verslosnnien Samstag unterschlug ein anderer Arbeiter bei dcm,elben Kohlenhändler auf ähnliche Weife das einfaffierte Geld. In Der ckllena gene SJlalfertemer, Die vor einigen Monaten hier Vorstellungen gab unD sich jetzt in Frankfurt a. M. befind et, kam ein junger Tier wärter beim Reinigen eines Käfigs mit feinem rechten Arm zwischen Die Eisengltter. Ein Tiger packte den Arm unb zer- steifchte ihn. Der Schwerverletzte, dem vermutlich Der Arm amputiert werden muß, wurde ins städtische Krankenhaus anlaßt. , li Nieder-Ohmen, 4. Febr. Unser allgemein beliebter Pfarrer Becker wird dern-nächst aus dem Kirch en d ie n st ausscheiden und eine Stelle an einer höheren ^cpule übernehmen. Alle Gemeinden linier.5 Kirchspiels sehen diesen ausgezeichneten Redner, der es in den langen Jahren ,emer lue- figen W.rlsamkeit verstanden hat, sich Die Liebe seiner Gemeinden in reichstem Maße zu erwerben, sehr ungern scheiden. X Frif chborn, 4. Febr. Bei den kürzlichen Vernehmungen durch den Untersuchungsrichter stellte sich heraus, daß der vielfach vorbestrafte und jetzt wegen Blutschande inhaftierte Roth von hier auch einen vor einiger Zeit bei Wirt Roth in Sickendorf verübten Diebstahl in Höhe von 30 Mk. begangen hat. X Landenhausen, 4. Febr. Bei der heute vorgenom- menen 2. Bürgermeisterwahl wurde von beiden Parteien, bie bei der vergangenen Wahl Stimmengleichheit hatten, alles aufgeboten, was nur aufzubieten war. Gestern abend in letzter Stunde kamen noch Flugbütter zur Verteilung und heute trat Mann für Mann an die urne. Das Refultat brachte der Kuhl,wen Partei eine Enttäuschung. Henkel ging nut 6a Stimmen als Sieger aus der Urne hervor, während sem Gegner nur 53 Stimmen erhielt. ^Grebenhain, 4. Febr. Die hiesige Gemernde- jagd wurde für 1155 Mk. an Herrn Polizeipräsident a. D. Freiherrn v. Müfsling hier wieder vergeben. Bisheriger Pachtpreis 465 Mk. Für die Bestandszeit von sechs Jahren ergibt dies einen Mehrerlös von 4140 Mk. X. Darmstadt, 4. Febr. Den Ehrenpreis des Kaisers, gestiftet für die besten Leistungen un Dauerritt, erhielt für 1907 im 18. Armeekorps Leutnant v. G u n t h e r vom Leib-Dragoner-Regiment (2. Großh. Hess.) Nr. 24. Ta er den Preis zum zweiten Male errungen hat, ist er endgültig Eigentümer geworden. An dem Ritt beteiligten sich 42 Offiziere der vier Kavallerie-Regimenter des 18. Armeekorps. Tie zuruck- znlegende Entfernung betrug 150 Kilometer. iv. Frankfurt a. M., 4. Febr. In der heutigen Stadt- verorduekeusitzung führte Oberbürgermeister Tr. '21 b ta c § auf Die Angriffe Des sozialDemokratischen Stadwerordneten Tr. Quart mit Bezug auf Die Rede über die Polenvorlage im Herreuhause aus: Es könne leicht dazu kommen, daß die Absicht, ihm bte Tätigkeit in Frankfurt a. M. zu verleiden, erreicht werde, denn er sei nicht dazu Da, sich diese Dinge gefallen zu lapen. Dounecstag Den 6. Februar 1908, vormittags Uhr, werden in Den Waldungen Der L>tadt Gieven in Den Distrrrten Förstcrsbruuilcii, Platte und Aue pcritetgcri: 2 Stm. Eiweu-Nirtzscheitholz 172 „ Buchen-Lcheuhotz 53 „ Eichen-Schertholz 43 < Buchen-Knüppelholz 36,5 „ Eichen-Änüpvetholä 38 n Buchen-Stockhvtz 32L Eichen-Stockholz 2100 Wellen Buchen-RhMg 970 ,, Eichen Renig , . _ . .. DieAusammenLunit ist auf der Lrcheritraße an der 9. -L-chneise. Gießen, Den 3. Februar 1908. . B3/s Großherzogliche Bürgermeisterei Gießern I. B.: Keller. Airchttche NachrLehten. trptNigelifche Tonnerstag Den 6. Februar, abends 8 Uhr, im Matthäus- saal: Bibelslunde. (Offenb. Johs. Kap. 21.) Pfarrer D. Schlaffer. Märkte. fc. Frankfurt a.M., ocui. Schweinemarkt. (Drg.- Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkaufe slandeu 1705 Schweine. Bezahlt wurden: für Scluveme 1. Qual. 59—60 Pig., Lebendgewicht 47 bis 00,0 Pig.; 2. Qualität 56—58 Pfg., Lebendgewicht 46—4»,b Plgl; 3. Qual, öü—53 Pig. Alarkt gut, kein UeberitanD. WährenD Des Alarkles liefen noch 2 Wagen mit Schweinen em. ff Kirchharn, 4. Febr. Auf Dem heutigen Vlehinarkt flanDen 250 Kühe und StiiiDer 511111 Verkauf. Der HanDel gmg flott. - Ter Schwemeinarkt trug ein flaues Gepräge. Zuge'ahren ivavcii 200 Laufer und stertt-l LZorauostchtliche Witternug für Hesteu am Danuerstag Den 6. Februar 1908: Tauwetter und Regen. Starke westliche WinDe. .. _ OxegLttai-DrahtlneLdungeu. Berlin, 5. Febr. Ter Tirekwr Der Dresdener Bank, Waldemar Müller, teilt dem „B. T." mit, daß ihm der Posten des Reich sfchatzsckretärsnichtangebo t e n unD er also auch nicht in der Lage gewesen sei, cm f olches Angebot abzulehnen. . Lissabon, 5. Febr. Franco will sich vollständig und für alle Zeiten vom politischen Leben zurückziehem London, 5. Febr. Aus Newyork wird Die Verlobung des Herzogs Der Abruzzen, Der sich als Polarforscher bc- kanut machte 'unD Vetter Des Königs von Italien ist, mit Miß Katharina E1 kins, Der Tochter eines Millionen reichen Senators m West-Virgimen, gemeldet. New-York, 5. Febr. Der 'Marinestab hat beschlossen, em GeschwaDer von vier Schlachtschiffen unb vier Panzerkreuzern öfluernb auf Den Philippinen zu lassen. Blid ah (Algerien), 5. Febr. Dreizehn Soldaten wurden auf der Ferugospitze vom Schnee vollständig eingeschlossen. Eine Expedition ist zu ihrer Rettung abgegangeu. Oran, 5. Febr. Eine Kompagnie Des Straf- b ataillons meuterte. Ein Unteroffizier wurDe von Den Meuterern getötet. ___________ _ Bckamttmachrmg. ' Der Voranschlag Der Gemeinde Mainzlar für Das Rcchnimgsjahr 1908 liegt vom Samstag, dem 8. Februar L Fs., acht Tage lang auf Dem Bureau der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Mainzlar, den 5. Februar 1908. 786 Großherzogliche Bürgermeisterei Mainzlar. Vogel. Vermischtes. ' Essen, 4. Febr. Zu Der Verhaftung eines Bureaubeamten Der Firma Krup p wegen angeblichen Verrales nnlitariicher Holzverfteigerung im Gießener Stadtwald. Montag den 10. Februar 1908, vormittags 9A Uhr, werden in Den Waldungen Der Stadt Gießen un Distrikt Hangel- ftein versteigert^ Buchen-Scheitholz ;ü,6 „ Etchen-Scheitholz 30 „ Buchen-Knüppechvlz 405 „ Eichen-Knüppelholz 23 „ Buchen-Srockhotz l < 47,1 „ Eichen-Stockvolz 1 0CDb 4340 Wellen Buckien-Reffig 2580 „ Eichen-Reisig 150 „ Linden-Reifig. . Die Zusammenkunft ist auf Der Strotze nach Daubringen am HangeMeiner Steinbruch. Gießen, Den 5. Februar 1908. . Großherzogliche Bürgemieifterei Gießen. _________J.V.: Keller.___________ Verdingung. Die zmn Auf- und Abschlagen des Freibades sowie Der SchulsgelänDer in Der Lahn erforDerltche Zimmer^ bezw. «chrciuer- arveit soll DoüucroLag, den 13. Februar d. >»., vorm. 11 Ute sind «ährend der Di-nftswntzn bei unS einzuseheii unD Angebote aus VorDruck biv zum genannten Termin daselbst einzureichen. — ZufchlagSfrtft 14 Tage. Gießen, Den 4. Februar 1908. StäDtisches Hochbauamt. Gerbel. Verdingung. Das Aus- unb Abschlagen Des Volksschulbades auf der Lahn soll Donnerstag, den 13. Februar 0. x>., norm. 11 h UDt öffentlich verdungen werden. ___ 11fV Arbettsbefchreibung und Bedingungen hegen bet uns nur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der Dafelbit erhältlich, fuw bis zum genannten Zeitpunkt an uns emzurelchen. ^ufchlags- frift 3 Wochen. Bahnhofstraße 27. 648 Ungeheu@p hv”h 160, 186, 260 Pfg. [355 Bobert Stuhl, testad! 23. 26 Buchen-Stämme--28,27 26 Stiefei:n=<5tdmme=2ü,45 1 n-iikau-sbcii waren u. Drogengeschäften habenmanen z) Telefon 66. Prompter Versand n. auswärts. la. ,eut,t. gewässerten Stockfisch, Gietzen, den 4. Februar 1908. Stadt. Ltefbauamt. zz. V.: Kbyter. Groffherzogliche Bürgermeisterei Sieben. Mecum. 6—8 pfundig, per Pfd. 48 Pfg. frischen Cabliau (ohne Kopf) ganzen Fisch 6—10 Pfd. per Pfd. 28 Pfg., im schnitt per Pfd. 32 Pfg. If. Bratfische per Pfd. 20 Pfg. zum vorgenanruen ^eiiymitt verschlofjeu miö Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Stegen, den 4. Februar 1908. Stadt. Tlefbauamt. _I. V.: Köhler. per Pfd. 10 Pfg., empfehlen tielbr.Berstax Katie® (cotfeinhaltig) wöchentlich frisch gebrannt, von hervorragender Güte und Wohlgeschmack empfiehlt das Pfund zu 100, 120, 140, J» M« MciiMihof Telephon 119. Prompter Versand nach auswärts SOOO Piionogophen verscheukeu wir, um unsere echten Hartguhwalzen überall etnzu- führen. Verlangen Sie gegen Einsendung von 10 Pfg. Prospekt und Sie können einen schönen fronzcrt-Poonographcu gratis erhalten. hv3/2 Phonographen - Werke Niedersedlitz bei Dresden 24. Evangelischer* Basnd. Sonntag, 9. Februar, abends 8'/« Ubr, im Neuen Saalbau —..... P&xmlien-Abend.. ~-------- Vortrag des Herrn Pfarrers Fritsch-Ruppertsburg: „Was lehrt uns das Lutherdcukmal itt Worms?" Vortrag des Herrn Seemanns-Pastors Pilgram-Antwerpen: „lieber LeemarluSsürsorge!" Musikalische Darbietungen der Herren Musiklehrer Gernhardt und Reniamftnann Schäfer. D5/# Alle Evangelischen sind herzlich eingeladen. Zig- Eintritt frei. "AL Verdingung. Die Lieferung der für den Stragenbau im Rechnungsjahr 1908 erforderlichen, nachftehend beschriebenen Materialien soll Samstag, den 22. Februar d. 2., uachm. 3 Ubr öffentlich vergeben werden. Zu liefern sind: 1400 m Gramtbordsteine, 260 m Baiaitlava-Lioroiteine, 179200Ltlr.0)ro»pftasierueinc, i.Sortc(Normalpftasterstcine), 200 cbm Groffpftauerstcrue, 2. Sorte, 460 cbm Ulelnpftaftcrstetnc (Sentleinschlag). Die Lteserungsbeschrcibungen u. Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns au, Zimmer Rr. 1 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbft erhältlich, sind spätenens bis 8um vorgenannten Zeilpunkl verschloffen und nut eniiprechender Ausschrisl versehen an uns einzureichen. Auch sind den Angevvlen Äiaterialproben unter Angabe des Ursprungs beizusügen. — Zuschlags,nft 4 Wochen. Verdingung. Die Lieferung von 100 m Gummischläucheu soll Samstag, den 15. Februar d.F., vorm. 11 Ubr, öffentlich vergehen werden. Die Beroulguilgsunterlagen Heden während der Dienststunden aus unserem Amtszimmer zur Einitcht o„en. ' geschriebenem Formular, das dasetou erhattnch, in roten Dosen wichsen. Gibt im Moment tiesschwarzen haltbaren Glanz. und Festlichkeiten. EmgelWer Slrieitemerein siche«. Der auf Freitag den 7. l. Lils, anberaumte Bsrtrag über WechselLehre wird bis auf Weiteres IMF* verschoben. *"Äji v5/i Der Vorstand. glänzen Ihre Schuhe, wenn (e-ie mit Gentner’« Wichse Jagdverpachtung Samstag. 22. I. M., nachmittags 31/« Ubr, werden aus dem Schlffenberg bei Gieffen die nachverzeichneten Domanial- jagden auf 6 bezw. 12 Jahre weiter verpachtet: prima Angel-Schellfisch per Pfd. 35 Pfg. feinsten grossen Schellfisch (ohne Kopf) Eichenftamrnholz Verkauf. Aus den Waldungen der Gemeinde Kesselbach soll Uachverzeichnetes Holz im Submissionswege vergeben werden: A. Schnittholz: 29 friefern-Stämme—13H8 36 Fichlen-Slämme--- 6,44 „ (13—20 „ „ bis 14m lang^ Bauh. 563 Fichten Lerbstangeu — 34,94 cbm (bis 13 m lang), Sparren, Gerüst- und Leiterstangen usw., sowie 44 Fichten-Neisstangen = 0,59 cbm. Dec heutigen Nummer liegt ein Prospekt dec äRF Tuchfabrik Otto Schwetasch, Görlitz, bei. al80/, Fabrikant: Carl Gentner, Göppingen I. Obcrförstcrci Treis a. Lumda. Jagdbezirk Nr. I in der Gemarkung Treib a. d. Lumda mit 244,10 ha Wald und 125,00 ha Feld, zusammen 369,10 ha, auf 6 Fabre. . II. Obcrsörsterei Schiffcnberg. 1. Jagdbezirk Nr. 1 in den Gemarkungen Schiffenberg mit Herrnwald, Leihgestern und Watzenborn mit 583,77 ha Wald und 166,79 ha Feld, zusammen 750,56 ha, auf 12 Jahre; 2. Jagdbezirk 9t r. II in den Gemarkungen Schisfenberg mit Herrnwald, Greffen (Jagdbezirk Nr. 11 der Oberförfterei Gleffen), Grogen - Linden (Franzeiiwald) unb frlein - Lindell Uiil 115,28 ha Wald und 13,09 ha Feld, zusammen 128,37 ha, auf 12 Jahre. Unbekannte Bewerber belieben sich vorher bei der unterzeichneten Stelle auszuweisen. (Ziehen, 3. Februar 1908. B6/, Groizherzogluve Obersörslerei Schiffenberg. . Trautweln. Freitag, 7. Febrnar 1908, nachmittags 3 Ubr, soll die der Stadt Gleffen znstchcudc Feld" und Waldiagd in 8 Bezirken ini Sitzuugsiaale des BürgcrmeistcrcigebäudeS im Wege össent- licher Verfteigerung auf 12 Jabre meistbietend verpachtet werden. Giegen, den 18. Januar 1908. Matapüni m Fra» l ferren s Seb. Guntram. vorm. Pens. Wehrfritz, Bensheim a. Bergstraße rundliche Ausbildung in Küche u. Haushalt, auf Wunsch wissent- schaftL Unterricht, Pension M. 750 p. a. Prospekte d. d. Vorsteherin. Bau- und Nutzholz-Versteigerung. Montag den 10. Februar werden in den Distrikten Jungwald, Struth und Zipfen des Butzbacher Stadtwaldes versteigert: 26 Eichen-Stamme = 21,49 cbm (30—60 cm stark, Schnitt- u. Bauholz» 14 Eichell-Stamme = 5,92 „ (21—29 „ „ Wagnerholz) GEoeiheschuSe0ff8nbacha./M- Privatrealschule verb. mit Vorschule u. Pensionat. Reifezeugnisse berechtigen f. d. einjährig-freiwilligen Militärdienst. Mäss.Pensionspreis, gute Verpflegung und gewissenhafte Beaufsichtigung. Prospekte durch die Direktion. ss^h „Donnerstag früh“ trifft eine Sendung Wer MW ein bei: (229 Georg Wallenfels nur Rlarktplatz No. 21 gegenüber der Engel-Apotheke. Bestellungen erbitte frühzeitig! Kartoffeln Prima Speise- und Salat- kartofieln empsiehlt (758 Tel. 235 I. Weisel, Sonnenstr. 6 ÄMs^erkaaif wegen Abbruch des Hauses SeBterswes 77. — ES werden Schuhe, Anzüge Mi biistige Bedarfsartikel SU enorm billigen Preisen verkauft. 732 —— Versäume daher Niemand diese Gelegenheit. — mit Brat vernichtet radikal Eade- machers Goldgelst. Patentamt! gesch. No. 75108. Geruch- u. farblos. Befolgt d. Kopfhaut von Schuppen, befördert den Haarwuchs, verotütet Ävon Parasiten. Wichtig für oder, klLseds 66 Pta. in messen bei S3v7/i C. Seibel, Drogerie. LUA o Restaurant n. Cale W W Filsener Urqmll- I Saal lur Hochzeiten 411] Ai«Mschac»k| Gefchäfts-Empfehlnng. Zum Ausertigcn von Wäsche, sowie Münzen Aussteuern halte ich mich bestens empsohleii. , Gleichzeitig empfehle ich mich zum Anfcrtigcu und Auf- arbeiten von Steppdecken.—Prompte Bedienung bei luftigen Preisen. 0644 Frau H. Schott, Luowigstraue 6, !i. Verdingung. Der für die Zeit vom 1. Aprft 1908 bis 31. März 1909 er- wrderliche Bedarf an Piassavabejen (etwa 300 Stück) )oU Dienstag, den 11. Fevruar, vormittags 11 Ubr, öffentlich vergeben werden. Angebote au, das Stück, fowte Muster imd spateitens biS zum vorgenanitten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschtags,ri>t 3 Wochen. Gteffett, den 1. Februar 1908. '-studt. Twsbau amt. ___________________F- V.: Uohler._________________[B^ Jagd-Verpachtung. Samstag, den 15. Februar 0. Js., nachmitt. 2 Uhr, soll auf hlestger Bürgermeisteret bie der Gemeinde Reiu- hardshain zuflehende Feld- und Waldjagd, circa 4üU ha, auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. getrennt auf Schnittholz und Bauholz verschlossen bis spätestens Montag, den 10. Februar 1908, uachmittags 2 Uhr, mit der Aufschrift „Holzjubmission- bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, wo alsdann unter Bekanntgabe der all- gemeinen Bedingungen, Eröffnung, zu der sämtliche Submittenten elngeiaden sind, stallftndet. Nähere Auskunft erteilt Forstivart frömmerer zu Londorf, von welchem auch auf Verlangen das Holz vorgezeigt wird. Kesselbach, am 3. Februar 1908. 772 Großbcrzogliche Bürgermeisterei Keffelbach. Stein. Mobiliar-Versteigerung. Wegen Wegzug und Aufgabe der Wirtschaft versteigere ich am Freitag, den 7. Februar, vormittags */310 Ubr, unter anderem folgendes: 1 Buffet mit Bierapparat, Tische, Stühle, Gartenmöbcl, 1 Piauino, Wein, Zigarren. 3 Einlegschweine u. s. w. 0744 Eachsfruth, Mittelstmüble bei Station Rödgen. Schutzmarke. Ziehung 22.-23. Februar ■'« ,■■■* ju Zwecken der Deutschen Schutzgebiete 420000 Lose 19 977 Geldes». = 49000Ä Hauptiewinnc bar