'M Erstes Blatt 158, Jahrgang h« oom.fuanT'iö'rn” Rofnflonsfn«! und Verlag der vrühNchcn Unlo.-Bud). und St-inöruucrtl R. lange. Freitag 4, Dezember 1908 vezug-pret-r monatlirt)761 die Bost Mk.L.— viertel« 6^k ES tija ful jährl. aus|d)L Beftellg. 'SLy'" k.. ä. * ZeilenpreiS: lokalIbtzs^ 'fVj '*Sr W \ J» Sr aufliüdrtfl 20 ijlcnntq, öjr Verantwortlich dflA < w ** ffit den oolitilchen teil, Vberheffen «’s • • • u. 2anb" und,Gerichts» RcdaMon, Srpeöttion und Druckerei - rchulstratze 7. I"al"; ,e;”lcü;J"V;,n Nr. 286 Ter Siebener Anzeiger ertd)cuu täglich, auöet Eoniitag«. - Beila,len: viermal wöchentlich -lebenrrFomilienblätter; iiorunnl ivöd)cnll.Krtl$. lollfürdenKreirSieben (Dienstag unD^reunq); zweinial moiiail Land» WtrlichajllicheLetNragea ftenilpied) - Vlnldilüflei tüi die Redaktion 113, Verlag u. Expedition 61 Vdieiie tüi Devejchenr Auzetger «lebe». Annahme von Anzeige» Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten, Die Cjchechenunruhen. In Prag ist bie etijonie üßirtung von der Proklamie- rung des Standrechts nicht ausgcbliebcu; sowohl während der 9Zad)t als auch während des gestrigen Vvriuillags herrschte vollständige Ruhe. In Dux kam es gestern uor- mitlag während des Inbiläuiussesigotlesbienstes aus dem Marklplatze vor der Kirche zu Demonstrationen der tschechischen Schulkinder. Die Kinder zogen johlend und schreiend aus dem Platze hin und her, |o datz der Gottesdienst geston tourbe. Die Wache drängte die Kinder in die Seitengassen. In Juug-Bunzlau [am es gestern zu grvsten Ausschreitungen des tschechischen Pöbels. Die Menge zog durch die Strafen der Stadl und bemoliecte an den Häuern der jüdischen Bevölkerung sämtliche Fensterscheiben. Die Menge unternahm hieraus ein ibuinbarbemciit gegen das Militäreasino, so dast die Osiizicre durch Seitentücen in die benachbarten Re|.au- rantü stüchten musttcn. Tic Wache war gegen die T-emvir fttunten vollstätidig u-chrlos. Stürmische Ltzenen hat die Verhängung des Standrechts über Prag auch in Laibach, Pardubitz und Brünn hervorgcrusen. In Laibach kam ec- zu Zusammenstöstcu mit Soldaten des 27. Jn,anlericrcgi- mentS. Tie Tschechen Haden gestern versucht, ihre Temvu- ftrutionen auch un österreichischen Abgcoconetcnhausc svct- zusctzeu. Zu Beginn der gestrigen Sipnug des Parlaments erschien ein tschechisch-raditalcr Abgeordneter im Saal unu legte unter wüsten Ausschreitungen seiner Parteigenossen ein bluibcilcdies Tuch, das er aus Prag mitgebracht hatte, aus den Tisch des Hauses nieder. Diese Demonstration dauerte etroa eine halbe Stunde, unter wüsten Srhtntp,reden aus die Negierung. Angesichts der lebten Vorfälle in Oesterreich zeigt sech auch im Deutschen Reiche eine erhöhte Teilnahme sur die bedrängten Stammesbrüder Oesterreichs. Zu- Mlnsten der bartbedrangtcn Deutschböhmen wird in ganz Bayern eine Beivcgung cingelciret; cs sollen durch zahlreiche össeutltche Versammlungen in allen Städ.en Proteste gegen die Vergewaltigung des Deutschtums in Böhmen cryoocn und Mahnworte an die österreichische Regierung gerichtet werden, die fast tatenlos dieser Vergewaltigung gegenüber- stehe. Die Vertreterversammlung der Bonner Studentcn- Idjaft mit Ausnahme der konsessioncllen Verbindungen hat ein Telegramm an die Prager deutschen Studenten gesandt, in dem sie ihre wärmste Anteilnahme an dem schiocreu ftanip|e_unb dem tap,ercn Eintreten für das deutsche Recht in der ältesten deutschen Universität versichert. In Frani- rcich stellt sich die akademische Jugend natürlich ganz aus die Seite der Tschechen. Französische Rechtshvrer und zahl reiche Recütsanwältc in Paris richteten an die zurzeit dort weilende Abordnung des Prager Stad, ra.es eine Zuschrift, in der es heißt: Die französische Hochschuljugend nimmt mit lebhafter Sympathie an den Begebungen des tapfren kleinen Tichechenvoll'es teil, das mit solcher (in schlo,sei.heil gegen die allbeutsdje Hydra lämpft. Die jranzösischen Herzen werden nie vergessen, daß 1870, als ganz Europa vor dem preußischen Sieger verstummte, die Tschechen al.ein gewagt baben, ihre Stimme zugunsten unseres verstümmelten Baler- landes zu erheben. Tagesschau« Zur Beratung der Fiaauzvoragen. Die „Nordb. Allg. Zu,." schreibt in einem längeren Artikel zu den VerhanDlnngeu der Reichstagskommijslon <üt die Hieid)ssti:anz- Gieszener StadLtheatsr. Fn der Sommerfrisch'n. Posse von Benno Rauchenegger uno Konrad Dreher. D i e S ch l i e r s e e r, die gegenwärtig zu einem längeren Gastspiel in Wiesbaden verpflichtet find, gaben gestern abend hier eine ihrer belustigenden Possen, die trotz all ihrer Schwächen und Mängel und Fehler auf den unbefangenen Zusd-auer so ungemein erheiternd wirten. Die derbe Dar- stcllungsart, die so wenig nur von unserer allgemein schon» sinnigen Schauspielkunst angekränlelt ist, mag dabei am meisten mitspielen, weil sid) die groge Mehrheit aller Kultur-- mensd)en wenigstens zeitweise aus all un,erent übergeistigen, in Verbindlichleitsfloskeln und ödem Formcltram erstarrten Zeit heraussehnt. Die vermeintliche Berührung mit dem naiven Volk, das nod) ohne Fernsprecher und ohne Schreib- tisch in ungebändigtcr Natur traft dahinlcbt, verschiebt sofort das Gesichtsfeld, und der Zuschauer tritt einem Bauerntheater mit gar.z anderen Erwartungen und Ansprüchen gegenüber als einer gewöhnlichen Bühncnvorstcllung. So brachte denn auch der gestrige Abend den Schlierseern einen unbeschränkten Erfolg. Der gemütliche yieittner Zacherl, der ein allerliebstes Töchterchen und eine „veraltete und neumodische" Frau hat, sehut sich nach einer möglichst kulturreinen Sommerfrische und begibt sich samt Frau, Kind, .Hauslehrer und Mädd)en nach Latschcnlalhausen. Hier beteiligt er sid) mit wechselndem Erfolg an allen ländlichen Vergnügungen, seine Tod)tcr studiert mit dem Hauslehrer anstatt der al.en Sprachen die lebendige Sprache ihres jungen Herzens, die Mutter hält den Bäuerinnen eine Rede über Frauenrecht usw. usw. Schlictzlich bekommt das Töchterchen nach dem Wunsch der Mutter seinen Doktor, allerdings einen lcoenoigen und auch die übrigen Pärchen finden sid) natürlich zusammen. Von den Darstellern ist vor altem Lavcr T e r o s a l, der feit vielen Zähren bekannte Leiter und Komiker der Schlierseer zu erwähnen, Anna seine Frau und Resl u. Fannert, seine Töchter, Marie Ehrhardt, Anna Reil, Georg Schuller u. a. Die bekannte Eigenart der Sd)lierjeer, die Gestalten zu überhohen, starke Schlaglichter aufzusetzen und das tomiscye zum drastischen zu vertiefen, erreicht die beabsichtigte Wirkung und nimmt die Zusd)auer gefangen. Sehr hubfch waren bie. musikalischen Einlagen, die lebhaften Bcr.aU sanden. Karl Neurath. reform, die Vortagen hauen bei der ersten l'chuig jiiftnnincnbt Erklärungen >ür alle Einzelheiten imturflemäü iüd)t fiiiben können, doch sei b'e 9loiivtnöifl[eit einer,grüuDluäcn Reid;vfinanzieiar>n wie oic von der Regierung bejcidincicn allgemeuieu (yinnblmien lüi die Tlllibriiigung der Zednimomitiel unangetaüel geblieben. Beide Seiten des Hauses hätten ihre Beieitivütiqkcil erkennen lassen, bie 'Rassengenuüniittel Brannt iv ein, Bier, Tabak, unu r Umständen and) den Wein zur Betteuerung heranzuziehen, sowie angemessene Abgaben aus den B e j I h zu le-^eit, die» sei md)t zu nntertchätzen. Abgesehen von den Sozialdemokraten und den Polen sei von allen Parteien der icfte Entschlus; bekundet morden, etwas Brauchbares zu schajicn; flvunbiötjlidje Aleininuisverjd)iedenheuen in den buroerluhen Parteien tveroe die jlommission ai,o nicht zu überbrücken haben. Auigabe des ^leidisidiahseireiärs weide eo jein, der Ilommijsion die genauen Unterlagen Üir die auigesiellten Bcdar'sred)i>un^en zu geben und nad^uivelsen, bny eine Hebei- iponnunß der unabiveisl>d;en Bedürüiisse nicht voilicat. B.ud) die Qxoße der Sparsamkeit weide bicit erörtert werden müssen Ld)ließlid) iverde der Schagsekrelär irndnueiien müssen, dasr von den vielen erörterten Projekten nach sor>pali>ger Prüluna diejeni,iei> ausgeivählt ivordcn sind, die unter tunlid)it geringer Erschiverung des Wiilidiasislcbens den noiwendige» Ertrag anizubringeli geeignet sind. Verbesserungen können natürlid) gemacht iverden; nnnicxbui müsse über schön bei Beginn der Uoinunjsionvberatungen die stordeiruig geitelll werden, buy ihr Ziel eine gründliche und d a ii e r n d e S a n i e r u n q der R e i ch s > i n a n z e n j e i. Es müsse vermieden ivuöcn, dap das Ternsche Reich in wenigen fahren vor derselbei» Ualamnäi slchc. palvhen hcl'e nicht mehr, oa'ür siehe zu viel aul dem Spiel. Ter nötige Bedarl müsse voll und ganz beivilligt iverden. — Wie die .Nreuz-Ztg.' ersähet, iverden die Beitrebnngen, die in Preu gen vorgeichla >ene Ein- iühriiilg der E)ejelljchastsheiier ani das Reid) zu iwee.rageii und zur Resornr der Reichsstnanzeii zt> benutjcn, voraussid)ilich von Er- rolg begleitet sein. Ta kniet der Entwurf einer ^iachlagneuer sür Niuder und Ehegatten sdron nach dem Verlaut der erfteii üesuttg als gescheitert zu bctrod)len ist, >o werden un Reichsidiahamt Er- jahvorj.iläge vorbereitet, um in anderer Weise die veianziehung des Besitzes ziir Ordiiinig der Reichsfinanzen zu ermöglidien. Tie meiste 'Aussicht uui Verivirklichimg scheint in dieser Beziehiing die von den jioniervativen voigejmlageiie und vom Zent»um uiilei- stützte Erhöhung der Mairilularbeitiäge von bu Pienutg, ivie bei Entivuri Vorsicht, aut et>va 2 Mail üu den Kop! der Bevölkerung zu haben. Eine Reld)Svennögenssle»icr findet nod) wie vor em- schledeileii Widerspruch bei den verbrmdelen Regierungen. * Jugendliche und weibli -,e Per oncn in Fabriken. Das IV. BierieljahrSheu zur Ltatiuik des Temia-en Reichs enthalt u. i. eine Ziiiaiumeuüelhing über die im Fahre 1907 be- jchältiglen jugendlichen Fabrilarpeiier und die ^pbritatbeUeiinnen. Zn 89-jiL Fabriken wurden 4m) 236 jitgendliche Arbeiter unter 16 Fahren bejchä'ligt, boiünter beiaiideti sid) 13 054 limder unter 14 Jahren, und zwar 7295 Nnaben und 5759 Aiadchen. Bon den jungeil Leuten zivischen 14 und 16 Jahren waren 285 385 männlichen und >50 847 weiblichen Eieschledits. Im Vergleiche zum ^or fahre hat sich die Zahl der ingendlichen Wibeaer um 24 735 erhöht ; voii der Zunahme enliallen 1067 am männliche und 5522 aus lucibhdie ingendliche Arbeiter zwischen 14 und 16 Jahren And) die Zahl der Fabriken, in iueld)en diese Arbeiter beichä'Ngt ivitrde:,, zeigt eine Zunahme von 5250. Die Besd)äit>gung von über 16 Jahre alten Fabilkarbeiteriniien hat ebenfalls eine Z»i nähme enahren. In 85 143 Aabrifen wurden 1 145 535 Arbeiterinnen gezählt, von iveNchen 4494^6 16 bis 21 Jahre und 696 099 mehr ais 21 Jahre all waren. Gegen das Voriahr hat die Zahl der Fabriken, die crivadijcne Arbeiterinnen beschönigen, um 4623, die Zahl der beschättigteii Arbeiter innen um 49 uoti zugenommeii. Zur Lage auf dem Balkan. In her &crs<.juiui:ui >n |ta) em nai( ereignet, der aus rocitcic Enlwickcluug dcr Di.rge auf dem Balkan niau chtre Ein- stütz bleiucit wird. Der „Köln. Zlg." wird tiumiid) aus B u da- — Scheffel als „fahrender Schute c". Wie Zung- Derner, der Twrnpeler von Säkkingen, ist auch dcr junge Joseph Viktor SctMffel, mit dem Üianjcn aus dem Rüden, durch die schöne Gotlesnatur gezogen. Das geht aus einem inleresfanlen Reise- brief an seinen innigen Jugeirdfreund und Studiengcnofscn Friedrich Eggers b-'rvor, mit dessen Vervffcnllichung Johannes Proelsz die Publikationen des ganoen Briciivectstets -wisct)eii Schcfsel und Eggers in dcr Deutschen Rundscl-au eröffnet. In i>:rt Dorfe Atteustaht bei Scliongau, er vier Tage verioeilt, um die uralte, „im reinsten Rundoogcnstil erbaute Kirä)c zu studieren", macht er dem Pfarrer seine Aufwartung. „Am Ende meines Aufenthalts tarn nod) eine fatiriju-: Stiiinmmg über mich: um mich recht wichtig zu mad)cn, stieg ich mit einer Art Amtsmiene dem Pfarrer des Orts, einem alten gemütlichen Kauz, aufs Zimmer, fagte ihm, iu) fei auf einer wisiVu,d)afllichcn Reife durch Teutfästand begriffen und habe von einem Gelehrten, der sich feit Jahren mit der Eeschirche dcr Templer in Leulschsaud Li> fchäftige, den Auftrag, überall, mo Spu.en ihres Tafeuis ,'tch zeigten, genau nachzuforfchen, die Deuktnaie zu zeichnen, drtaitocn utid Quellenschriften zu kopieren und ich wende miu) a.fo mit dem Vertrauen an ihn, dasz er mir alle nWglichen Mittel zu meinem Zweck an die Hand guoe. Der Zfarrer freute sich ungeheuer, datz seine Kirche in der Ferne so berühmt fei: — wusste aber von dcr Eefchichte der Kircl-c und ihrem kuiistgci'chichaic.)en Wcr:e blutwenig; indessen, das Beste an der Sache, — er lud inid- uen Abend zu sich ein und stellte mich zugleich einem „Kvltegeu vou mir" vor, nämlich dem Tischlermeister des Orts, der sich auch nut Zen,Freu und 'Kalen, refp. Anstreichcn befchästigle. . ." Ecgcu (pnoe der Reise wird oas Geld immer knapper. „Der Aufenthalt in Konstanz halte meine Kaffe ziemlich fristen; es bracl) eine Katastrophe herein, wie damals, a.s wir im Stern zu Jnnsoruct „an dem Eraöe unserer .Zaae fuh.no" Zählung unserer Finanzen hielten." Im „Taiirpfscr/iss leg.e Klasse" gchis den Rl>in herab. „Daun marschierte ich als Halbkuote in Ee- fellschaf: eines „ganzen Knotens ' aus Bres.au, feine zweitägige Unterhaltung g.niiestcnd, nach tyrewurg. Das Geld war unterer bcüxr fupvtidie Seite; l-ic und da brachten w-.rs zu einem Schapp- ieui; — daKu rauften imr unlcrtvegs ein paar ivcige 3irn.cn aus oder schofsen ein biar Trauoen heraus — cs lag viel Naivität in diesem Mansche. Am Rrorgen, ehe ich meaicn Einzug in Freiourg ha.t-eu irollte, fuhr irp auch noch aus Sd)tckfatstuae nut 5cm rca/Ln Fuste und Stiefel beim Auziehen d-rr Hofen am Knie I/eranö, statt unten, fodag ich mu einem greulichen „Schmch" in den „Jnerpresftvles" an uvti Sa/ivarKU>.io-m- Laudlenwu vorüber musste uno die spate Mast erwartete, um in meinem konfiszierten Auszug in Frewucg nicht mehr gefefje:; zu tuecocn. pest uum 3. Dez. telegraphiert: Einer nflu) h>er gc,äugten Meldung gufolgc, l-al an der :n o u t e n e g r i n i f ch e n E r e n z c e i n Z u f a ui m e u ft o st zwischen einer m v n t c n c g r i n i sch- serbischen Baude und einer ö ft e r r e i d) i f d) - u n g q * rischen Grenzpatrouille ftattgesuuden. Letzti-re be* fbinö aus dem Oberleutnant Breitner vorn 31. Jufanierie-Regi- meut und acht Sliütui, dic angeblich ailc nicdergcrnevclt wurden, ö-erner wird dem Blatt aus Budapest gemeldet: Aus zahlreichen PiovinzpUlgeu liegen hier bcglaabigl. Racheichrcn vor üoer Trup- peHvenu)icüunaeu, die den Zweck haben, die in Bosnien bi-finö- lidje >.neresmuchl und üueu^iuot das 15. Agramer Armeetvrps zu verstärken. Jnsgesaml durs,en in den ersten Tagen des Dc- zember gegen 2u UuU Alaun aus üugarn nau) Bosnien aogel)en. Rach einer Privalnielüung dec „Zraukf. Zlg." Hai >ich der von der „Köln. Zig." gemeldete Zujauinieiisdoft bei Buck in der Herzegowina ereignet. Reuu Sowatin uni) ihr Komuiandam wurden NiCde'i gernepeit, die übrigen Soldaren gelängen geiwmmen und erhängt. Jnzwifüstn süio 6U uuu Ersaoreseroisten des 1. Jahrganges not,) Wien ein re rufen worden. Das 13. Armeekorps in .igiam luuü aus erh. hten Friedenslaud geurod)L In der Türkei ixiueit die Boychltbewegung eutgcgeu den letzten Meldungen twch immer fort. Turlifü^ Kaufleute griffen vorgestern eme Anzahl Gcieeljcn un, die österreichische Pustag.cre um> Waren gelandet hiitten, mchhaudeltru sie sä^ver und schleppten sie fchlietzt.ch vvr oaS Bvbke.ii-zi0iu.tee, n» die Leute jujuuvtcn mutzten, sich der octvcguiuj auKusäZtiefteu. Aocuds fand eine große Veriauiuilutig läut, ui per eine eurrg.fche Foitietzuftü öcö Bo.,kolls gegen Oefter- iridj bejr.)iojseu wurde. Toüi) Telegrap- meldet aus Kou|tun- tinopel: Der österreichisch^ Boifa-astir erl-oo wiederum beim E>rvtz- iuciu Vorslielluugett wegen der Bo,-coei<.e.ocgung uno erklärte, er toarle liniiere Juftciikliouen aus Wien ab. Sumtlichc Gc-|ä)äsis- hauser baven uch nunmehr der Bol)kVttbcwegung angeschio|,en. TaS Konurce Ipt die Erucueruug vop Aosu-lufscu mit östeerelchiia-en ü’um-'H ftumg unterlagt — Bezeichnend für ine augeiioliüiichen! Zusäiuüc in der Türkei ift die Ermordung einer der ^raupr- ipitzel der 'Jieatlioii, des General Ismail Maht)r Pafa/a. Kan meidet uns hierüber aus Konstauliiuipel unter Dein 3. Dezemoer nastehenves: Heute nacht erschien bei General Jsurail Mahgr Pascha, ein Albanier, der frühere Käminandaiit des Ezpcdilwus- Korps auf Samos mit einigen Militär-Personen und üoerreichie dein General oen Befehl d.s Kriegs Ul iiiifterS, sofort za ihm zu kommen. Ismail Paja-a verlies; darauihin mit einem Diener ieui Haus in Stanwiu und wurde, a.s er wenige «chrilte iveit gcfcnniiieii war, beim Mausoleum Mah.uuds dura) 8 Sd-üjfe getötet. Einer der Schilf|e hatte das Herz durchschlagen. Der Diener ist ichwer oerwundet. Der Befehl des Kriegsmiilisiers war fingiert, ieui Siegel-Abdruck gcjülidjt Es haudclt sich olstie Zwcijel um euren puiiiiidjicn Dlord. Der Schah von Persien über die Verfasiung, Von seiner Gegnerjchaft gegen das Parlament scheint dcr Schah inzwiicheil aogclvmmen zu jein; er hat sich gegen cüien Vertreter des Reuterjchen Bureaus sogar als ein warmer Freund der Lcrsajfunb gezeigt. Der Schah sagte, daß die Verfasiung zur Hebung lpersteus und zum Wohle und Gedeihen seiner Be- völlcrung durchgcjührt werden müsse. Die Verfassung fei die Quelle oc5 Fortichriltes anderer Voller gewesen, aber dank den beklagenswerten Ergebnissen des letzten Medjchiis, der tatsächlich reaktionär statt fortjchritilid) gewesen sei, habe das Volk in seiner Unwissenheit vorn Wied^ausleben der Verfasiung eine Erneuerung der früheren Uebclftänoe befürchtet. Allmählich niülfe das Volk dahin gebracht werden, die Verfaisung richtig zu sä-utzcn und das sei sein, des Schahs, Ziel. Im Lanoe gäbe es zwei Parteien, von denen eine für, die andere gegen die Verfassung fei, und gerade deswegen furchte er, da ft ein übereilter Entschlus Unruhen Hervorrufen könnte, denen man vorbeugen mützte. Der letzte Mcdichlis habe genug Unruhe und Blutvergietzen verursacht Er habe den Staatsrat znjammenberufen, dcr alle diese Fragen behandcln würde; seine Mitglieder würden nicht Deputierte sein, aber er hoffe, datz sich schlieglich die Bedeutung dieser Versammlung entwickeln werde. Mit kleinen Änjäugen beginnend, hoffe er das Volk zu dem Gedanteu einer weitgehenoen Verfassung zu erziel-en. Bezüglich Tacbris erklärte der Schah, es sei ein Irrtum, anzunehmen, datz die Bevölkerung die Versasfung wünsche, oder zum Frieden zucüalel)rcn würde, wenn er sie gewähre. Die Unruijcn butten im vorigen Jahre begonnen, als das Parlament noch tagte. Tic Bevölkerung in Tacbris fei revolutionär. — Man ersteht aus dieser Untevrcbung, datz die Ginioirlangen von Petersburg und London nicht ohne Einflutz auf die Eimicht des Schahs geblieben sind. • Moskauer Polizeiznsiande. Senator Garin Hal Die Unicr uchiing der Moskauer Volizeiziisiäude beendet. Tas Ergebnis ifi ftir Die Geheimpolizei ichwer belauenb. Es ist ieslgesielu, datz bis Geheimpolizei ieit Jahren i n V e r b i n d u n g mit oeni Aloskaiier V e r b v e dj e r t u m arbeitete und gemeinsam nut den '3er- brechern 'Korde, ülaubübev’älle imb Erpressungen ms Werk setzte. L ie Stadt ivur hierzn in besondeie Bezirke eiiigeteilt, in Denen ciuzelue VerörecherbanDen gegen Abgabe eines besummten Peozent- jatzes ihrer Beute volle Freiheit gesichert war. Ter eheinaiige SiaDthaiiptmann, Gencraiinajor Rcniboldt, wirD wegen Fäljchimg, Bestechtidfteit, Wucr-er unD Erpiesiung vor Gericht gestellt roeiöeiu — Aui Befehl Des Kaisers ist GeueralaDjutam Po itelegow zur Iluiiiiiidniiig Der PolizciziiftänDe in 'Moskau eingetrossen. DcuttzcL-es Neicy, Der ©efainto orilQiib der deutschen Koloniol- qesellfchast tritt beute in Berlin zu einer Beratung zu- sammen. Dcr Präsident der Gesellschaft, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, hatte gestern mittag eine längere Besprechnng mit dem Staatssekretär Seenburg, die sich auf die heuligen Berhanblungcn bezog. Der LieichstagS- und LanbtagSabgerbnete Wiemer wurde zum unbesoldeten Stadlcat von Berlin gewählt. Blindesrat. In der gestrigen Sitzung des Bundesrates wurde die Vorlage betreffer.b den HaubelSvcrlrag »wischen dein Deutschen Reiche und bei» Freistaat El Salvador Zustimmung erteilt. Gegen die In se raten steuer. Gestern nachmittag bildete sich in Stuttgart ein Kreisverein Würltemberg des Vereins deutscher ZeitungZoerleger. Die Verfamuilung nahm Stellung gegen Die Jnseratensteuec. Auch bie beiden dresdener Journaltslenvereintgungen haben eine Protestresolution an den Reichstag gegen die Juseratensteuer de- schlossen. Meise die Konsumvereine befruchtend auf das soziale Leben ein= wirken. Ter '-liorn/urf, der in Gießen int Detaitliltenoerern erhoben fei, daß cs fatsch sei, wenn die Beamten und auch die I feineren Handwerker sich den Konsumvereinerr anschlreßen, weu sie damit dem Sozialismus bienen, sei ganz und gar ungerecht. In der heutigen Zeit, in der die Lebensbedürmrsse teuer feien, und der Familienvater mit jedem Pfennig zu rechnen hab-', muifc der Beamte, der Bauer, be.r Hanowerler und der Arbeiter zu- amrncnstehen, wenn es sich darum handele, wirtschaftliche Vorteile, wie sie durch die Konsumvereine zu erringen sind, zu verschaffen. Tie Genossensünaften treiben keine Politik, dies überlallen sie den dazu berufenen Vereinigungen. Es sei bedauerlich, daß man jede Bewegung und jede Bestrebung, die dem Groß-Kapital ent- gegentrele, einfach damit niederzuhaltcn versucht, daß man erklärt, sie diene der Sozialdenwkratie. Vernünftige Leute geben auch auf diese Redensart nichts. Der Redner schildert dann das Arbeitsfeld des Konsumvereins in Hamburg, der über 35000 Mitglieder verfügt. Stickä in den Arbeitseinstellungen, um bessere Ä)l)noe0ingungen zu erreichen, fei die wirtschaftliche Besserstellung Der Massen zu erringen. — Dies beweisen die ergebn.slos verlaufenen großen Streiks in Deutschland — sondern durch ge- nossenschastlichen Zusammenschluß dec Massen allein sei etwas zu erreichen. Der Konsum eines Reichen, deren es im Verhalt- >iis zu den 2kruraudjcru von lOOU—luOuO Pik. im Jahre nicht viele givt, ist im ganzen genommen, für unser Wirtschaftsleben nicht so ausichlaggebend, wie der Konsum der Millionen Arbeiter, Beamten, Handwerker und kleinen Bauern in Stadl und Land. Rur durch Organisation und Fort schreiten auf genossenschaftlichem Boden sei es mugiiu), die Faden des Groß-Vcapiials zu zer,chneiden, Die wie ein Alp auf unferem wirtschaftlichen Leben in Deutschland lasten. Stach einigen Bemerkungen des Redakteurs Vetters a j die Frage Der Besteuerung der Konsumvereine, erklärt Pro- idior Dr. Stauoingcr, eine Besteuerung für ungerecht, da es sich oei den Genosjeusüjiaften nicht um Geschäfte im eigentlichen Sinne Des Wortes l-andele, der Ueberschuß seien Ersparnisse, die im Verhältnis an Den einzelnen Genossen zurückgegeben würden. Wolle man aber die Besteuerung doch zum Gesetz erl-eben, wie dies -um Beispiel in Sachsen heute schon der Fall sei, so müßte Die Steuerlast so geartet sein, wie bei den Akoen-Gesellschaften. JedensallA seien die bisher gemachten Steuervorschläge, u. a. die Umsatzsteuer, uliannehmbar. •* Siebener Volk 4 bad. Jin November wurden 9267 Bäder verabreicht gegen 9856 im Oktober 1908 und 9361 im November 1907 oder' im Turchichnilt am Tag 809 Baver gegen 31» im Oktober 1908 und 312 im Slovember 1907. Der Besuch Hal sich im einzelnen wie folgt verteilt: Schwimmbad: 4610 Manner, darunter 732 zu 10 Pfg., „ 871 Frauen, , 125 , 10 , Wannenbäder 1. Klasie 265 Männer, 92 Frauen, , 2. „ 790 „ 408 Brausebäder 1. Klasse «22 Männer, 144 Frauen, 2. „ 919 , 147 „ Dampf- u. Heißtuftbäder, soivie Alossage zus. 181 'Ulämier, 18 Frauen. Tie Persouemvage ivuvDe von 260 Personen benagt und dar Bad von 5 Personen besichtigt. ** Frauenbewegung. In dem gestrigen Bericht muß es heißen, der allg. deutiche Frauenoercin halte sich schüttet. Es waren sofort hilfreiche Hande zur Stelle, die die Verunglückten au§ den Erdmassen wieder herausgruben, was keine kleine Aufgabe war. da es sich um etwa zehn Waggons Erde handelte. Die beiden Arbeiter schienen innere Verletzungen erlitten zu haben und wurden sofort in das städtische Krankenhaus geschafft. ES sind die Arbeiter Mark- wart aus Pfungstadt und Czamin aus Böhmen. Untersuchung ist eingelcitet worden. M a i n z, 3. Dez. Ob die vom Gewerbeverein angeregte Industrie-Ausstellung zur Ausfüllung kommt, erscheint zweifelhaft, da die Vertreter der bedeutendsten Mainzer Industrie, der Atöbelfabrikanten und des.Schreinermeistcrverbandcs, angesichts der ungünstigen Zeitverhältnisse sich gegen die Abhaltung einer Ausstellung ausgesprochen haben. — Die Eingemeindung von Kostheim soll so rasch zur Erledigung kommen, daß sic ev. noch am 1. April n. I. vollzogen werden kann. Bürgermeister Les sei von Kostheim und die übrigen Mitglieder der Dortigen Eingemeindungskommisfion werden mit Der lldDL Ein- gemeindungskommijjion auf der Basis der mit Kästel unv Mom- bach vereinbarten Bedingungen in Verhandlung treten. — V e r - haftet wurde der Bücherrevisor Lustig. Es liegt eine auswärtige Anzeige wegen Betrugs gegen chn vor. s. Marburg, 3. Dez. Bei Der Viehzählung in Marburg wurden gezählt 3UU Pferde gegen 352 im Jahre 1906, 245 (194) Rinder, 104 (69) Griffe und 407 (417) Schweine. X. Hanau, 3. Dez. Tie Stadtverordneten- Versammlung beschloß in ihrer heultgen Sitzung, den Hinterbltebenen der auf der Zeche a b bo ö" oerunglückicn Bergleute 5 00 9)1 art zu bewilligen. — Den städtischen Beamten wurden für das Rechnungsjahr 1908 Teu e ru ngS- 3 u la gen in Höhe von 150 und 100 Lik. bewilligt. Die 3000 bis 4560 Alk. beziehenden Beamten erhalten 100 Lik., die unter 3000 Mk. beziehenden Beamten 150 Lik. ** Kleine Mitte " n a e n <- ■: 5 >5 essen und den Nachbarstaaten. In Gettenbach feierten heute Johannes Wagner und F-ran geborene Pfaff, die diamantene Hochzeit. — Der Gemeinderat in Zwingenberg a. d. B. beschloß mit allen gegen Die Stimme des Bürgermeisters, die Stadt mit Gas zu versel)«n, welches vom Gaswerk in Bensheim geliefert werden soll. — Bei einer durch das Gewerkschaftstarteil in Weisenau cinberufenen Arbeitslosenversammlung waren zwei Arbeitslose erschienen. — In körperlicher und geistiger Frische beging dieser Tage Der Lehrer und Kantor Peter in Ehlen (Kr. Wolss- hagen) sein goldenes Dienstjubilaum. Märkte. Ausland. In den politischen Kreisen Italiens hält man »ach den gestrigen Vorgängen in der Kammer die Stellung L i 11 o n i s als erschüttert. Ter Papst ist vollkommen wieder hergestellt. England und Holland. Tas Reutersche Bureau ist zu der ErUärung ermächtigt, daß von einem engeren Zusammenschluß zwischen den Niederlanden und England nicht die Rede ist. Aus Haiti wird gemeldet: Präsident 9lorb Alexis hat sich auk daS französische Cchiisichiff geflüchtet. Ter fPlob beschimpfte und bedrohte ihn. Man wollte ihn aut der Straße erstechen. Der Mob erbeutete die Koffer des Präsidenten mit 40 000 Mk. Inhalt Ein weiteres Telegramm aus Port-au-Prince meldet, daß die Ord- nung m der Stadl um 11 Uhr vormittags vollständig tvieder her- gestellt war. Mehrere Personen, die Plünderungen begangen hatten, wurden verhaltet. Aus StaOt und Land. Gießen, 4. Dezember 1908. •* * Tageskalender für Freitag, 4. Tez.: Stadt- 16 e a t c r. 2. und letztes Gastspiel der LchUerseer: »Der Paragraphenschuster". Anfang 8 Uhr. • - Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu be- setzende erste Lehrerstclle an der Gemcmdeschule zu Ru pp e rt §=> bürg. Alit der Stelle ist Orgamsten- und Küslerdtenst verbunden. Dem Grafen zu SolmS-Laubach steht das Prasen- tationsrecht zu. • • ßnr Teilnahme an den Sitzungen des Deutschen Evang. Kirchenausschusses, die gegenwärtig in der Retchshauptsladt slattsinden, hat sich als Ber- treter der hessischen evangelischen Landeskirche Oberlonsistorial- präsident Nebel nach Berlin begeben. • • Stadttheater, lieber „D i e Pfarrerin^, deren Premiere am nächsten Dienstag hier stattfindet, schreibt die „Taimii. Zig."; Fellinger ist ein dramatischer Stopf, der die Schick,alsiuden wohl zu knüpfen und zu entwirreii weiß. „Die Pfarrerin" enthält eine Fülle p ychologisch feiner und wirksamer nnd in der Turcli- führuug logisch auSgcbauter Züge. Ter Dialog ist flüssig und schlagfertig, die Zeichnung der einzelnen Charaktere ivohlgeltmgeii... Bühnenlectmik beiueiit der Ber-asser, fieberen Blick liir ivirtsame yiomente und packende Abschlüsse, benen er beisvtelswcise im ersten Akt nut ge|d)idtev Hand tie’en Eindruck verliehen bat. Seme Begabung für Satire, der er ö'lers die Zügel schießeii läßt, gibt d-n, ganzen einen ersrischeitden und belebenden Zug, wie er sich denn übeiljaupt als ein aufmerksamer Beobachter eriveist. Kurz, Du? vielen Lichtseiten des neuen Schatispiels überwiegen die wenigen Schattenstreifen; dem Werk kann mit Geivlßbeit eine erfolgreiche Bühnenlaufbahn prophezeit werden . . . Tas Haus bcreitcie dein Stück eine warme und herzliche Allfnabme, die sich nach dem 2. uni) 3. Akt zu mehrereir Hervorrufen steigerte." • * K »i n stoere in. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich ist, findet die Verlosung unter den Mitgliedern des Kunstvereins am Samstag, 12. Dezember, in den Räumen der Kunsthalle in Darmstadt statt. Es gelangen außer Kunstgegenständen u. s. w. auch Anrechtsscheme zur Verlosung, deren Gewinner sich m der hiesigen Ausstellung ein Gemälde anssuchen kann. -Der Evang. Arbeiterverein plant für Endc Januar n. I. einen Volksunterhaltungsabend. Bei dieser Gelegenheit soll ein größeres soziales Schauspiel: „Hie Söhne deS Arbeiters* zur Aufführung gelangen. Das Stück, bet dem ca. 40 Personen Mitwirken, wurde bereits vor ungefähr 8 Jahren innerhalb des Vereins aufgeführt und fand damals großen Beifall. * * „N ieDc r mit bc n Konsumvereine n". Gestern abend hatten sich im Gewcrkschaflshaus bie Mitgliebcr des Gieße,rer Konsumvereins recht zahlreich cingcfunbcn, um ben ange- fünbigten Vortrag des Professors Dr. Staubinger aus Tarm stabt über bas Thema „Ricbcr mii ben Lttmsumoercincn" mit an- Nuhören. Der Redner erklärte einleitend, baß nich-t etwa er diesen Rus halbe ertönen lassen, sondern die Gegner dieser Vereinigungen und ging bann auf bic Ausführungen bcs Vortrages wegen Gründung eines Rabattsparvereins ein, ber jüngst im Tetaillisten-- verein gehalten wurde. Er erklärte, daß. cs ben Kaufleuten nicht möglich sei, ben Käufern in Form von Scabatlsparmarken ü Proz. - zu gewähren, es fei Denn, baß sie Diesen Rabatt vorher aus Den Preis Der Aaren ausschlügcn. Er bezog sich hierbei >-as Erklärungen von Kaufleuten, von benen er zugab, baß sie später doch einen fliabattsparverein gegrüiibct haben. Ter Rebner führte ferner aus, baß bie KHnsumvcrcinc nicht mit Handelsgeschäften wie sie Kaufleute machen, zu vergleichen seien, sondern daß es ihnen daraus auBommc, bic Bedürfnisse der Mitgliebcr im Großen hu beschaffen uiü> bann im Einzelnen zu verteilen. Selbstverständ- lich sei cs, baß bie hierbei sich ergebenben Spesen und Unkosten mitbczahtt werben müssen (beim Gießener Verein 10 Pwzcnt), baß aoer bei ber Mehrciimahmc sic über Die Selbstkosten zuzüglich Spesen von einem Vcrbicnst nidjt gesprochen werben Dunne; dieser Betrag sei als eine Rückvergütung an bie Mitglieder bestimmt und stelle in gewissem Sinne für sie eine Ersparnis bar. Hierzu komme, daß bic von ben Mitgliedern der .Konsumvereine bezogene Aare für dasselbe Geld mindestens besser und frischer geliefert werbe, als von ben Kaufleuten, weil sic burch eine Gwß-Bezugsgenossensdjaft, deren Mitglied jeder Konsumverein ist, in gewaltigen Mengen bezogen werde. Diese Groß-Bezugsgc- nossenschaft, bic im Jahre in Deutschland 60 Millionen nmsetzt, kann für jeden einzelnen Artikel einen Spezialisten beschästigcn, der den Artikel gründlich kennt. Der Redner geht bann auf bic Tätigkeit unb bic Organisation ber Konsumvereine näher ein unb erklärt, daß abgesel>en von der Bildung von kräftigen 'Reserve fonds bie Gewinnung von Massen als Mitgliebcr cm Hauptsaktor jei, um bie Gcnosscnsll»aften zu einer Macht heranzubilben, die im Wirtsclmfilillren Leben ein gewidrtiged Wort mitreben kann, die auch sozial mitsprechen tarnt bei ber Prcisbilbttng notwendiger Bedarfsartikel. Der Handel sei gar nicht imstande. Die Waren so billig zu liefern, wie dies durch die zioilfnmgciwsfenschastcn gc- sdjel-e, weil Die Waren von Hand zu Hand gehen unb badurcb progressiv verleuert werben. Denn jeder, ber Agent, der Grossist unb schließlich ber kleine Kaufmann wolle von diesem Umsatz leben und Dabei noch etwas mehr vcrDiencn. Tie ganze Gestaltung Des Handels, wie sie bei uns bestehe, sci iveiter nichts als eine Einrichtung, die dem Groß-zsapital Diene, das dadurch immer mehr gekräftigt werde und zur drohendcit Gefahr in unserem Wirijch.rfisleben geworben sei. Stur infolge biefer Ber- bältitissc sei cs bahin gekommen, baß bie Ringe unb Kartelle bie Preise bulleren. 'Jiebner erntahitie bie MitgUebcr der Konsum- Vereine, besonders die Frauen, ja ihren Bedars beim Konsum zu decken. Ten Vorwurf, baß bie Konsumvereine nicht befruchtend auf bas wirtschaftliche Leben ber Station wirken, widerspricht der SieDncr auf das Entfchiebcnste. Es fei durch Professor Dr. Bicrmer statistisch nachgcwicsen, daß in einem gewissen Zeitraum die den Handel betreibenDen Personen an Zahl verhältnismäßig enorm gewachsen seien, so daß man hier von einem ungesunden Verhältnis auch int Interesse der siaufleuie selbst sprechen tonne. Es sei nachgcwicsen, daß m Leipzig mit seinen 40000 Konsum- vereinömilßiiederii, bie alten Gcjä äste sich über Wasser halten könnten und ganz gut wciterbcstK)en, währenb neue Koltkurt«tteii nicht cniftanben sind, weil eben bei der großen Zahl ber Koii,um vercinSmugliedct für Diese keine Eristeitzmogiiü>keit in Leipzig mehr bcst.lfC. Hier habe also der Konsumverein einer üocrgrvchm Vermehrung der Handelstrciocnbcn im 3ntcre,.: der bestesuden Geschäfte cntgegcngeiuirtT. Es werd, aber aitd von Äauflcuu.i in eint t Städtci..... Summen, welche bic Genossenschaflen an uv Muglieber als Rückvergütung ausfchütkcn, sehr wohl im Haiive.sr.it : D. er Stabte zu spüren find unb bamu sei Dargetan, Daß auch m dieser neutral „koniesfionell unb politisch", statt konfessionell und geistig. ** Ermittelt. Der Einbrecher, der in der Nacht vom 19. auf 20. v. Mts. in der Wirtschaft SDcaft in der Franl- furter Siraße ein Fahrrad und einen Ueberzieher usw. stahl, ist in ber Person Des Taglöhners Heinrich Reuter aus Lauterbach in Bad-Hauheim zur Hast gebracht worben. Er gibt auch zu, das in Bad-Nauheim gestohlene Dreirad am hiesigen Güierbahnhose zurückgelassen zu haben, bestreitet aber den Einbruch im Güterbahiihof. Renier Hal noch eine Zuchtl>ausstrafe von 6i& Jahren zu verbüßen, er war geistcslrank geworden und in der Irrenanstalt Ellen bei Bremen unlergebrackt. Hier entwich er vor 3 Wochen, juhr nach Franksurt a.« M. uiti) von da ging er nach Bad- Stauheim uni) richtete sich in der Billa Siegfried wohnlich ein. Don ba unternahm er seinen Slreiszug mit dem Dreirad nach Gießen. Mit dem hier gestohlenen Zweirad begab er sich wieder nach Bad-Stauheim in die besagte Villa und ipurde darin daun auch ertappt, sestgenommcn unb gestern nach hier in Untersuchungshaft gebracht. Renker ljat in Bad-Siauheim auch noch andere Einbrüche in geschlossene Billen unternommen unb eingestanden. ** Feldarbeit im Dezember. Wohl selten dürste es Doriotnmen, daß int Dezember die Landwirte noch in solcher Zahl wie Heuer ihre F-cldarbeiten be,orgcn. Ueberall sieht man fleißige Leute vejchäitigt, die ihre Aecker düngen, umpflügen, stürzen, eggen. Auch in den Gärten wird jetzt das Versäumte nachgeholt, man gräbt, Pjlouzt Bäume und Sträucher. Im Ollober und Stooember luar es infolge der herrschenden Trockenheit und des barauffolgcnben Frostes nicht mögtich, bic Herbstbestellung von Feld und Garten zu beenden. Das jetzige milde und feuchte Wetter ist für Landwirte, Gärtner und Obstzüchter von gleichem Stutzen. -f- Nödgen (Kreis Gießen), 3. Tez. Unsere Wa sser - leitung, die im Jahre 1903 unter ber Leitung des Ober- Ingenieurs Müller-Gießen erbaut wurde, funktioniert vortrefflich. — Die nötige Feldarbeit, die in diesem Herbst durch die anhaltende Trockenheit noch im Rückstände war, ist nun infolge dc§ Eintretens anderer Witterung soweit beendet. — Durch daS Anbringen von neuen Straßenschildern und Hausnummern an ben Häusern war es unserer Einquartierung in biesem Herbst eine Erleichterung, ihre Quarliergcber zu finben. — Gegenwärtig liegt hier auf der Bürgermeisterei der neue Ortsbauplan zu Jedermanns Einsicht offen. = Bad-Nauheim, 3. Dez. Die Handelskammer Friedberg widmet ihrem kürzlich verstorbenen 2. Vorsitzenden, Hotelbesitzer Sprengel, folgenden Nachruf: „Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, Ihnen mitzuteilen, Daß Herr Ferdinand Sprengel auö Bad-Nauheim nach kurzem, schwetem Leiden im Sliter von 50 Jahren gestorben ist. Der Verstorbene gehörte unserer Kammer seit ihrer Gründung im Jahre 1898 an und war seil dcrn Jahre 1904 steUvertrelendei Vorsitzender. Wir betrauern in dem Heimgegangenen ein Mitglied, daS sich stets mit großem Interesse den Aufgaben Der Hammer gewidmet, und feine reichen Erfahrungen und Kenntnisfe selbstlos in den Dienst der Slllgememheit gcstelll hat. Als erster stellvertretender Vorsitzender hat er in Ver- Hinderung deS Präiidcnten die Gcjchäfle nut Umsicht und Gejch'ck geleitet, ©eine rastlose Tätigkeit auf allen Gebieten Des öffentlichen Wolffs unb seine liebenswürdige kollegiale Gesinnung sichern ihm im Herzen seiner Kollegen einen dauernden Ehrenplatz." X Schwalheim, 3. Tez. Nun ist durch bie Veftäti- g u n g des neugewähtten Bürgermeisters van B a ß h u i f e n, der icitljcr Polizcibicner ivar, endlich wieder Ruhe in unserem Orte cingckehrt Tie Oriscinn^bner braditcn dem neuen LrtSober- bnupt eine Ovation bar. Georg van Vaßhuisen entstammt einer vor Japcen a..s cjjuüiu) c nguuu.utn.vii odin’iic. S)atm Habt, 3. Dez. Infolge umfangreicher Erb- riitschungen bei ben Gruudarbeiten an ber Ooenwalb- Bohn, nahe der Dieburger Straße, mürben heute früh unvermutet von größeren Erdmaffen zwei Arbeiter ver- fc. Frankfurt a. M., 4. Tez. Heu- und t rohmarkt Angekahren waren 10 Wagen Hen und 4 Wagen Stroh. Bezahlt iüuiDc für Heu Alk. 3.20-3.50, für El roh Alk. 2.60-2.65. Alafcbinenslrot) fehlt. Tie Zufuhren waren ans den Kreisen Dieburg, Friedberg und Gelnhausen. TeuDcnz still, Gejchäii ruljig. * Der Parsevar i,t gencrn oour Kriegsminister ab genommen worben, nachdem sich die Abnahmetom- mission unter Vorsitz von Oberstleutnant Schmie decke einstimmig basür erklärt hatte. Die SRotorluftschiffahrt- gesellschast geht jetzt unverzüglich an die Zusammenstellung des großen SRolorballons. * Von bet Bur eaukratie erzählt bas „B. ein neues Stücklein. Den Vereinen ber alten jchleswig-holsteinischen K'rregsveterancn vom Jahre 1848/51 ging kürzlich eine Verfügung zu, wonach sie bic erhaltene Genehmigung zur Führung ihrer Fahnen Nachweisen sollen. Seckfzig Jahre nach Der Erhebung Der Herzogtümer wirb bett jetzt 80 bis 90 Jahre alten Männern, die in patriotischer Begeisterung damals zur Befreiung Schleswig-Holsteins zu den Waffen gegriffen, plötzlich zuge.nutet, fein säuberlich sich darüber ausznwcisen, ob sie wohl auch bie ben Belffirbcn nötig erjcheinenbe Berechtigung zur Füllung ihrer Fapncn in ben schleswig-holsteinischen Farben hübsch schwarz auf weiß erhalten haben. Statürlich ist ein solcher Slachwcis nicht zn erbringen, weil eben bei Anschaffung ber Fahnen in den Farben, unter denen sie getämtfft uuD gemutet, von ben Veteranen bie Einholung einer solchen Genehmigung von niemanb verlangt worden ist. S e i t I a h r z e h n t e n sind sie unbeanstandet und in Ehren gesührt worden, ben größten Teil ber Vercinsmitglicder deckt bereits ber grüne Rasen, unb nur klein ist bas Häuslein ber alten Herren, bie heute sich noch um bie alten Banner fd)arcn tönnen. Jetzt erinnert man sich am grünen Tisch mit Schrecken, baß nach Schema F zur FlUwung dieser Fahne auch eine Genehmigung erforderlich sei! * Heruntergekommene Ritter des Eisernen K r c u z e s c r st e r l a s s e. Ein von Pommern zugereister Landstreicher wurde durch bic Polizei, wie bie Allg. Fl.-Ztg. beridjtet, in Neusbabt in Westpreußen festgenommen. Aus den Papieren! des Arrestanten ersah man, baß er Stiller des Eisernen Kreuzes elfter Klasse ist. — In Altona begab sich ein alter Mann in einer ber letzten Nächte in Schutzhaft. Anfangs ber sechziger Jahve ivar er Frernbenlcgionär, kehrte nach Teulsdffanb zurück und erwarb sich int Feldzüge von 1870/71 für bewiesene Tapferkeit das Eiserne Kreuz erster Klasse. — Beide haben vor 38 Jahren bessere Tage gesehen. * Die Träumcdcr Helen Keller. Helen Keller, bie junge Amerikanerin, bie es vermocht hat, bie hemmenden Sd>ranken zu überwinden, bie ihre Blindheit und bas Taubsein ihrer Geistes- cntwidlung entgegenstellten, veröffentlicht jetzt im Eentury Atöga- zme eine fesselnde Schilderung ihres Traumlebens. Sie beriä-tet von den wundersamsten Traumerlebniisen, vom Schioebcn über Wolken, von Wanderungen burdj fremde Länder, bic sic in Wirklichkeit nie betrat, von ber Begegnung mit Volkern, beten Sprache sie nie gehört, und die sie bennoch versteht. Sic fühlt sich mitten in bic Blutlage ber fran,zösisck>en Revolution unb bie furchtbarsten Szenen des indischen Anfstanbcs versetzt ober in die Schrecken eines Pwgvoms und fleht russische Soldaten an, bic Juden nidff niederzumetzeln. Zufannncnsassend sdfflbcrt unb crtlört sie biefen Zu staub folgendermaßen: Vielleidff sind cs bie Sd)immer fernstev idinbertagc, beten Abglanz mein Geist burd> den Sdffeiet des Schlafes wahrnimmt. Ich höre bas Rauschen vieler Wasser. SJiandimal kommt im Sckffasc ein wundervolles Licht zu mir. Welches Leuchten unb weich'« Schönheit! Ich schaue und starre es an, bis cs ciit)d>iöiiibet. Im Wachsein ist der Gcrud) unb ber Tastsinn mein Führer unb Dolmetsdz. Im Schlafe taste ich nie. Sliemanb führt miete Sid>er unb unbehindert gehe ich durch verkehrburchflutete Straßen, unb ich genieße eine llnabhängigkett, Die sonst meinem körperlichen Dasein nie gegeben ist. Mein Geist wird unabhängig von seinen Sinnesorganen. Wenn aud) nur im Sdffafe: ich bin glücklich, bas zu erleben, denn meine Seele breitet dann die Schwingen und vereinigt sick) froh mit der Schar glücklicher Wesen, iüüc jenseits ber Grenzen des Tastsinns leben . . . Vielleidft empfinde id) shirkcr als andere bte VcnvanDtsaiaft zivjsckien ber wirklichen Welt unb ber Welt ber Träume, benn bevor ich unterrid>tct würbe unb benFen lernte, lebte ich in einer Art stetem Traum. Tie Erzählungen Verwanbier uno von Freunbcn, Oie mich täglich sahen, sind oas einzige, was ich wirklich von jenen frühen buniien Kinbcrjahren weiß. D.e rem körperlichen Vorgänge Des ZubcKgehcns und Des Auistehens sino bie einzigen Marksteine, bie bamals rein äußerlich Die Wirklichkeit von «xr Traumwelt sdffeden.... * Tie „Krücken" der Sarah Bernhardt. Schon bei ihrem letzten Gastspiel in Deutschland war es ausgefallen, so schreibt das „Berl. Tgbl.", in welchem Hohen Grade Sarai) Bernhardt, hie nunmehr in dem respetlablen Alter von »> Jahren steht, seii. ihrem letzten Au^relen in Berlin, gealtert. i|i. Jungst gastierte nun die Künstlerin. I in Budapest, und bei oie,er Gelegenheit gelang es einem t' 6l,°'. di, Cx; tll0Q jtljn .feh- *’"■ Unter. Z-rr L?L h 7 y‘r. tn ^lU8t Zahlung 1906, ötyiwütt erorbneten- 6lBung, den 1 Dttunglüdien $tn slädlischen 1 -"uerungs, 1 bewillig,. Ti? halten lüü Mk 50 Lik. üfn und den n ^ute Johannes ntcnt oo^it. _ schloß mit allen ak mit Gas zu , Beliefert werde» 1 en Weisenau roei Arbcils. i.ct Onsche beging Wen (Str. Uoljs« d Strohmarkt । Skroh. Ä^ahik B 2.60-2.65. Rrtiltii Sieburg, ruhig. gsminister MnahmetM. 6d)miebedt i^mmtniiellung das „B. V rin csivig-holskinisthm sich eine Skrjügung tue Führung ihm nach der EclM; ne alten M'nnm, Leireiung Schics« ich Mmulet, sein wohl auch die den ,ur Führung ihrer hübsch jchivarz au, : Klhiueis nicht zu neu in den Zurben, Veteranen die Ein- nd verlangt tvorden andel und in Wen mitgliedn deckt bo Häuflein der alten, mer jcharcn tonnen. Specken, da» nach eine Genehmigung des Eisernen th zugereister Änb- ' ^i ,Ztg. berichtet, Aus den Papieren /Eisernen Meures MMnnineiM der l'ecltt'S" 2°^ tjchland zurück, uw) chen vor 38 W SS K« über °^^inWlk- dtt, d^Spra-he ilkcrn, d^^jticn S--'F2tbarI^n unb.dre ^icdcrt an, btiv«e dieicn Ä« eß schen @ - nur- iW^unb * && stes -ÄKS »*X ti»«S S<ÄS® *w’ * hf e < *5*1$ W dortigen Journalisten, einen Blick Hinter die Kulissen zu tun. Er war so ungalant, zu erzählen, mit welchen Hilfs- Mitteln die greise Künstlerin heute arbeitet, um immerhin noch so zu erscheinen, wie sie erscheint, und wir erfahren, thiB en Landmannsminister Prasckick und dem Staatsanwalt Dr. Slaroa das Lokal zu verlassen gezwungen. Paris, 4. Dez. Gerüchtweise verlautet, daß gestern abend in der Mord-Affäre Steinbeil eine wichtige Verhaftung vorgenommen worden sein s ll ES h nfccl sich um einen Mann, der in letzter Zeit in der Presse viel genannt ivorucn ici_ Pari s, 4. Dez. Der Kabinctschef und der Marineminister einigten sich gestern über die Einbringung eines Gesetzentwurfes, wonach Marine-Offiziere, die den Unfall eines Schisses verschuldet haben, disziplinarisch bestraft werden können. Bisher war dies unmöglich in Fallen, wo die Kriegsschiffe völlig verloren waren. London, 4. Dez. -lic Polizei in Knl kntta nahm scckiö HauSsuck)ungen vor, wobei verschiedene kompromittierende Dokumente über die indische Bewegung gefunden wurdetr. London, 4. Dez. Daily News nreldet auS Konstantinopel: Der Sultan ljal alle ungeselstich erworbenen Konzc,sioncn betreffend Petroleum-Monopol, Strastenbahn-älonzcssionen ujw. dem Staat zurücker stattet. Konstantinopel, 4. Dez. Die Regierung und daS jung- lürkische Suunti.ee sind dahin üuercingctommen, daß biejenigen Hafenarbeiter, die die Verladung österreichischer Schisse vornehmen, hierbei nicht mißl/andell werden dürfen. Die Pforte erklärte, daß sie sich aus die>e eine Maßnahme beschränke und int übrigen ihren Untertanen freie £>anb lassen müsse. Port au P r i n e e, 4. Dez. Ein englisches Kriegsschisf sowie ein amerikanisches Kanonenboot sind hier eingetroffen, sodaß nunmehr 5 fremde Kriegsfchisfe im Hajen ankern. - . ■ : ' ........ . ... 6 M» Die Eröffnung unseres neuen Geschäfts 8 Ecke Bahnhofstrasse und Marktstrasse erfolgt morgen Samstag Abend 5 Öhr. W 'N .. ■■ L ? < ■?: ' 63 6919 OGO»»»GG»S»OÄGGWSSGGG»«OGGGWGEW Mein diesjähriger grosser Warme Hausschuhe in allen Sorten extra billig Frankfurter Schublager Giessen Mäusbur Umtausch gestattet. Gummi- Schuhe sehr preiswert. beginnend Samstag, Weihnachtsges chcnke Damen-Stiefel I Herren-Stielei I Marko,Baer6 S “Ä. 16.50,14.50,12.50,10.50 er Winter-Schuhe Pf», an Alle anderen Winterscbuhe enorm billig. Telek i 602 üin schönes Eintritt 30 Psg. Eintritt 30 Pfg. 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Alle Luangellschcu sind herzlich eingeladen. Eintritt frei! _____ Eintritt frei! f‘Jnhoff en’s findet man im GIESSENER BAZAR von Vollabsätze, drehbare und Gummiecken. [a4/la Wilh. Herbert Marktplatz 2. Itsr Bei Kusien Tb Hcricrkeit, Ltatarrb, Pcr- icklctmuug, beweisen zahlreiche tincnciuiunocn die Porzügiich. reit von lNt»lcib*# Vcrnbuucu Ast iur.a.-i>oa bona12"/» All l UNI- sart, — bb % SioffinaOc. Schachtel l Li.Beul.3OPt. Elschbach,Drvg. 10i*4*5j Sjsar- unii ÄrW-Zmio in $kM. E. G. m. u. H. Freitag, den 11. Dezember, abendZ 8V2 Uhr G euere. ^Versammlung bei Gastwirt Wilhelm Lorfcld. Tagesordnung: 1. Neoistousbericht; 2. Bericht über den Vcrbandstag; 3. Verschiedenes. Wicseck, 3. Dezember 1908. 6915 Der Vorstand. MiliigrkiestauLsil-Aysßeüililg mit großem Preisschießen am 5. und S. Bezeratber DV" im Saale ,Zum Felsenkeller." OameaiäsiMffiieiii 5 Dhd. 3 Wit, Gürtel 40 Äö 5508 C. Höhr & Co., ISahnboStsiruße 44. GO Psg. 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