158* Jahrgang Erstes Blatt Samstag 4. April 1908 Nr. 81 Äfm Ai A AM KÄS KmW■ ilIiz IT jz | re IIaT|zljzTä“S2 swy«iiu aiijttyvigg e~ Gemral-Mz-Iger m SdecheUn ZM Annahme ooo Anzeigen EZ " « • » u.Lanb^ und „Gerichts- ^SS’iogg Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7. änaeiöcnud:01^ Ved. Die heutige Nummer umfatzt 20 Seiten. politische LagesßcKarr. Tie kaiserliche Familie in SyrakuS. Prinz August Wilhelm besuchte vorgestern abend daS Teatre Massimo. Gestern vormittag machten die Majestäten sowie der Prinz und die Prinzessin mit Gefolge einen Spaziergang nach Epipolae. DaS Wetter ist schön. Auf dein Spaziergang ließen sich die Majestäten in dem antiken Fort Euryalos durch den Professor Orsi vom Museum und Professor von Duhn-Heidetberg führen. Nachmittags nahmen die Majestäten unb die übrigen Herrschaften den Tee in der Villa des »rutschen Konsuls, Marchese Bonannes, ein. — Die Weiter- sahrt nach Messina wurde auf heute früh 7 Uhr festgesetzt. Straßenkampf in Rom. hat am Parlamentarlsehes. Berlin, 3. April. Tie Kommission zur Aende- mng des Münzgesetzes hat ihre Beratungen über die Äünznovelle der Regierung bereits beendigt. Ter Regierungs- eitrouri würbe mit geringen Aenderungen angenommen, a l - so auch das neue 25-Pfennigstück. — Tie Kommission des Reichstages für das Arbeit er s ch u tz g e s e tz setzte heute ihre Beratungen bei dem § llö fort, in dem es sich« um die Lohnzahlung, die Kreditierung von Ein blutiger Kampf zwischen Polizisten und Arbeitern hat am 2. April in den Straßen Roms getobt. lieber die Ursache dieses Vorkommnisses, dem mehrere Menschenleben »um Opfer gefallen sind, erfährt die „Voss. Ztg." folgendes: *?er Zusammenstoß zwischen der Polizei und den Arbeitern, die 1500 Mann stark einen verunglückten Genossen zu Grabe geleiteten, hat einen politischen Hintergrund. Es gehört zu den alten schlechten Ueberlieferungen der römischen Arbeiter wie aller demokratischen Vereinigungen, jede Gelegenheit HU einer Kundgebung gegen Oesterreich aus- zuuuhen, die meist nur darin besteht, daß die Vereine beim Korbelmarscb vor den beiden österreichisch-ungarischen Botschaftsgebäuden die Fahnen senken. Tiefe kindlich-harmlose Demonstration hat bisher keinen Schadeti gestiftet, und ver- imtlich haben die Botschafter der Habsburgischen Monarchie von ihr meist nur aus Zeitungen Kenntnis erhalten. Es ist aber auch wohl möglich, daß ein besonders empfindlicher Diplomat gelegentlich einmal Beschwerde gegen die Kränkung geführt hat. Immerhin fühlt sich die Polizei verpflichtet, jeden Anlaß zu einem diplomatischen Zwischenfall zu beserngen, indem sie großen Temonstratrvnszügen die Straße sperrt, die für Kundgebungen besonders geeignet ist, nämlich den Corso. An der Ecke dieser langen Straße rnit der Piazza Colonna -im Palazzo Chigt ist die österreichische Botschaft beim Quirinal untergebracht, und an der Piazza Venezia, in die der Corso südwärts mündet, erhebt sich das stolze Amtsgebäude des bei der Kurie beglaubigten Botschafters, das mit einer Seite die kurze Bia de! Mebis- cilo entnimmt, die den Corso Vittorio Ematmele mit der Ma Nazionale verbindet. Der Leichenzug hatte sich nun gestern von dem am Forum Romauum gelegenen Hospital S. Maria della Consolazione die Via Araooelr hinaus'bervegt und gedachte an der Piazza di Gesu in die Via des Plebiscito emzubiegen, indem sie den dort gezogenen Polizeikordon zu durchbrechen suchte. Bei dieser Gelegenheit kam es zum Kampf, in dem drei Arbeiter ihr Leben ließen. Waren, Werkzeugen, Wohnung unb Landnutzung usw. handelt. Unter der Ablehnung verschiedener Anträge wird der S 115 in seiner bisherigen Fassung angenommen, mit dem Zusatz, daß geistige Getränke nicht zu den Lebensmitteln gerechnet werden dürfen, die von ben Arbeitgebern auf Kredit gegen Mfrechnung verabfolgt werden dürfen, und mit dem ferneren Zusatz: Wenn ein Arbeiterausschuß besteht, so ist diesem Gelegenl?eit zu geben, sich über die Festsetzung der Preise und Stoffe zu äußern. * Tas preußische Abgeordnetenhaus nahm gestern das P o l i z e i k o st e n g e s e tz in dritter Lestmg gegen bte Summen der Freisinnigen an, und genehmigte mehrere Anträge, betreffend Abänderung der Wegebau-Ordnung sür die Provinzen Sachsen und Westpreußen. Zu der Interpellation Lindt (Zentrum), betreffend die Refo r m d e r Landgemeinde- Ordnung, erklärte Minister v. Moltke, ein dringendes Bedürfnis hierzu liege nicht vor. Er werde sich aber selbst auch ein Urteil über bie Angelegenheit bilden. Außerdem wurden noch zahlreiche Petitionen erledigt. Morgen kleine Vorlagen und Anträge. — Nach der Geschäftslage des Abgeordnetenhauses ist anzunehmen, daß der Landtag Donnerstag oder Freitag nächster Woche geschlossen iverben wird. Die Urwahlen zum Landtage wer- dcu am 4. Juni stattfinden. Die Abgeordnetenwahlen, die sonst stets eine Wock-e nach den Wahlmänncrioahlen stattfinden, bürgten diesmal erst nach etwa zwölf Tagen, etwa am 16. Juni vorgenommen werden, da die bei den 'diesmaligen Wahlen in Kraft tretenden neuen Wahlvvrfchriften eine Verlängerung der Zlvischen- zeit nötig machen. Aus der Sastwirie-AursteLung. Tie Ausstellung gehl ihrem Ende entgegen. Heute und morgen wird sie noch einmal dem Besucher sich öffnen unb Gelegenheit bieten, sich an all dem Schönen und Nützlichen zu freuen, üas dort zu seyen ist. Es sei deshalb int nachstehenden noch auf eine Anzahl Ausstellungsobjekte aufmerksam gemacht, die bisher von uüs nicht erwühltt wurden und eine Besichtigung wohl verdienen. Bor allem sei auf ben Seitenanbau auefmerksanr gemacht, der bie: Erzeugnisse der Kochkunst uno Konditorei enthält. Ta finden wir eine prächtige Prunktasel mit Tiner für 10—12 Personen, die der hiesige Bahuhossrestaurateur Niemann ausgestellt hat. Sie w.rd wohl bei jedermann Bewunderung Hervorrufen Auch der hiesige K e l l n e r - u n d Lo y n k e l l n e r - B e r e i rt hat eine hübsche Tafel ausgebaut, die für eine fröhliche Hochzeitsgesellschaft bestimmt ist. Einen prunkvollen Kaffee-Tisch bietet Konditor Amend, während die Konditorei H etil er eine Kollektion hervorragender Kond itoreierzeugnisse, Daumküchen, Früchtekörbe, Torten, Prunk-Ziergebäcle für Tafeln ausgestellt hat. Auch die hiesigen Hotels haben fast sämtlich entweder selbst ober durch ihre Chefs ausgestellt und durchweg bewiesen, daß sie allen an sie herantretenben kulinarischen 'Ausgaben vollauf gewachsen >>nb. ST mögen sich mit einem Kollektivwö begütigen, da ihre Eiuzelauf- zählung über ben Nahmen, dieser kurzen Betrachtung hinausführen würbe. Was sonst noch alles zu sehen ist, ist fast unübersehbar, weshalb wir nur raten können, selbst in bie Ausstellung zu gehen und an Hand dcs Kataloges sich das einzelne, für das man besonderes Interesse hat, herauszusuchen. Für die, die eine kräftige nahrhafte unb dabei wohhchmeckende Bouillon lieben, empfehlen wir bie Rindu-Bvnillon-Produlte ober bad „Kr af t in", Die beide Kostproben veradreulM. Auch die Liebhaber guter LiLire geben Proben an Ort unb Stelle ab. Genannt seien bie beiden Steinhäger-Firmen, ivwie der noch nicht erwähnte hiesige Aussteller Johs. 'Denn VII. Weine von guter trinkbarer Qualität bietet u. a. August Saame von hier und Warn Schmitt von Mainz. Alkoholfrei haben ausgestellt u. a. Eugen Wallenfels und Wilhelm Meyer, währeno eine große Anzahl benacl-darter Mineralquellen ihre Produkte zeigt. Eine rcidjMtige Kollektion dieser wässerigen Gegenstände hat Jean. Weisel geschmackvoll vereinigt. Sehr groß ist bie Zahl der auSgeitellten Spezialitäten und Neuheiten für ben Küchen-, Wirtschafts- unb Hotelbetrieb. Ta finden wir Reformbett st eilen von Will). Heyne in Leipzig, hübsche Glas- unb Porzellanwaren von Lang u. Wie der st ein und Hermann M e 11 e n h ci m e r, zahlreiche Haus- und Küchen- geräte von August Kröll, einen äußerst praktisckjPN Haushaltung s st ä n d e r von Heinrich Schön in Gießen, den wir dringend zur Besichtigung empfehlen, eine reichhaltige Kollektion Eisschränke von Hch. Neger in Lich, einen großen Röder- Herd, Dauerbrandofen usw. der Firma Dürbeck, Oefen- und Heizkörper - Verkleidungen von E m i l P i ft o r Nachf. Die Brüder Schmidt haben sogar eine ganze blitzsaubere Musterküche ausgestellt. Auch die R i e s e n k a f f c c m a s ch i n e, die auf der Bühne vorzüglichen Kaffee ausschenkt, sei einer Besichtigung warm empfohlen. Einer Besichtigung wert ist auch die reichhaltige Musik- i n st r u m e n t e n a u s fte l l u n g , in der namentlich die Franö- furter Musikwerke Philipps unb Söhne und die Grammophone von August Kurve in Göttingen erwähnenswert sind. Auch die Sprech- unb Neklameapparate von Fritz Busch in Gießen verdienen Beachtung. Wenn wir noch die Dampfwaschmaschine von Joh. Scha a s unb A. Krö ll, die interessante Ausstellung der Gießener Stempelsabrik Krenter u. Co. .und die Kokosbutterausstellung von Heermann u. Co., die unermüd-, lich schmackhafte Kostprobe,: verabreicht, erwähnen, so glauben wir mit diesem kurzen Ueberblick bargetan zu haben, wie vielseitig und reichhaltig die Ausstellung ist. Und wenn jemand sich trotz der vielen eß- unb trinkbaren Ausstellungsobjekte sich hungrig und durstig gesehen hat, empfehlen wir ihm einen Besuch des Ausschanks der hiesigen Brauereien in dem geschmackvollen Keller lokal unb «inen solchen in der Alicekochschnle, wo er schmackhaft zubereitete Speisen und sogar einen richtigen Mittagstisch vorfinden wird. ^^Die Preisverteilung findet morgen vormittag 11 Uhr statt. Ein Besuch Der Ausstellung am Sonntag nachmittag wird daher Gelegenheit bieten, das Ur,eil Der Preisrichter mit dem eigenen vergleichen zu können und wird deshalb besonders interessant sein. Arrs SccldL uütC* Land. Gießen, 4. April 1908. "Tageskalen der für Sonntag, 5. April. Stadt-, theater:' nachnnttags 31/, Uhr „Ter Bibliothekar"; abends 71/, Uhr „Flotte Weiber". G a st w i r 1S g e w e r b e - F a ch - u n b KochknnstauS - stell u u g ui der Turnhalle («aniStag und Sonntag den ganzen Tag geöffnet). o l o {i e u m: Vorstellung. K i il e m a t o g r ap h en - T h e a t e r: Programmwechfel. Kaiser-Panorama: Programm,vechsel. Ai i l i t ä r k o n z e r t der Rechinentsniusik auf der Liebigshöhe. Zitherklnb: Zithertönzerl nachmittags 4 Uhr auf dem Felscnleller. VI u 1 a q e m u | i f (VolkslonzeA) vormittags ll1/, Uhr in der Söd'^nüage, Spie (plan. 1) Kriegsmai ch der Krieger auS „ Al Halm' von Atendelssohn. 2) „Amonieuse", Balse von Berger. 3) Fantasie über Kojchats „Verlassen" von Reindel. 4) Armee- inarsch No. 7. * '* Offiziersjubiläen. Zwei namentlich um daS Großherzogliche HanS verdiente hessische Generale zur Disposition konnten am 1. d. M. auf den Tag zurückblicken, an dein sie vor 60 Jahren in ben hessischen Militärdienst eintraten. Es sind dies: Generalmajor Friedrich Frh. von Rots mann, der am 1. April 1848 in das damalige 2. Jnfanterie-Negiment eintrat und lange Jahre hindurch, zuletzt als Oberst versönlicher Adjutant weiland deS Prinzen "Alexander von Hessen war. Nach deS Prinzen Tod wurde von Notsmann unter Verleihung deS Charakters als Generalmajor mit Pension zur Disposition gestellt. Der andere Generalmajor August von Her ff, der am gleichen Tage in das damalige 1. Infanterie-Regiment eintrat. Er wurde ewe^^nrMKEaEiBaaca—8nrrnmaaaaKa«B •« y Stimmung der noch auch rein wörtlich genommen im Dunkeln gelassenen Hörer. Sie unb der schwarze Vorhang sind nur dazu da, um ben Zuschauer immer von neuem daran zu erinnern, datz er Lraumbilder vor sich sieht. Sehr richtig ivav es von unserer Regie, im Gegensatz zu bei Frankfurter s. Z., die Szenen ansangs allmählich zu verdunkeln. Dagegen ließ man nicht die Stimmung austtmgen, sie immer leise auflcben, sondern riß sie regelmäßig jäh ab; vielleicht in der wohl überlegten Absicht, den jähen Wechsel von Traumbildern dadurch $u dokumentieren. Trotzdem aber wäre innerhalb mancher Szenen ein Ritardando am Platze gewesen. Gleich in der ersten Szene z. B. erschien gar zu bald der Mönch, ebenso am Ende des 3. unb am Anfang der - 4. Szene der Hausverwalter; auch sonst geschah manches, was durch hastige Uebergänge die Stimmung beemträchtigte. Darstellerisch hatte eine starke 9tüance Maeterlinck, ein geheimnisvoller Flüsterton, der Eindruck deS Schatter,hasten, Alarionettengleichen der Gesialteti dem Traume mehr entsprochen. Galt es doch, so etwas wie Chopin darzustellen und zu sprechen. t Und noch etwas vom Schlüsse der Eingangsszene. Der Ritter • soll sich, der Vorschrift des Dichters gemäß, mübe au'S Bett werfen. Hier wurde bie Bühne bereits verdunkelt, unmittelbar nachdem bet Alönch sie verlassen hak. Das ist deshalb verfehlt, weil eS hier doch daraus ankommt, die Vorstellung, daß der Ritter von tiefem Schlaf umfangen ruht, dem Beschauer möglichst intensiv zu fug-. gerieren. Man nahm der Dichtung durch diese Hast geradezu etwas , von ihrem Sinn. t r Der Benall war überaus stürmisch. Oo er der Dichtung, ober allen Darstellern, oder nur der Frau Triesch, unferem berühmten und leit Jahren hoch verehrten Gaste galt, das läßt sich nicht Gieszener SL«ötthe» fceeleulebeu fei biejes Weib um jene Zett nicht ohne Einfluß ftwuejen. In feiner Selbftbiographie (Bd. 8 feiner Werke) indessen summt.dielet 'Jlame nicht vor. Haiipimaiui soll an seiner ersten enlscheiben. t . Frau Triesch machte sich eine Freude daraus, cm mit Eises- > kälte männerverberbendes, ivotlüftigcS, von Grund aus uuzüchtigek, mit allen niedrigen Instinkten verschwenderisch aiiSgestatieteS Weib, den urechten Evatypnö sarmatischer Teeadeuce nut allem ihrem . unaeheiierlichen darstellerischen Raisinement ausziipiitzen. (Sm ruchloses Weib, das vorn Tode bas Lachen lernte. Es gelang ihr, ein Wesen auf bie Bühne zu stellen so verabscheilungSwerier Art, daß man vor ihr wohl hätte bas Gruseln lernen können. Ein« unerbittliche Konsequenz lag in ber saszuürenben Gesamtburchführung dieser bliltsaugetrschen Xigerfaye. Slber sie malträtierte geradezu als Elga ihr allem in der hohen Lage berückendes Organ. Zuweilen tlangs, als risse bie g-Soite einer Meistergeige mit greulich schrillem Tone. Dann wieder hatte ihre Stimme barbarische, man darf auch sagen: stavijche Rauhen und Härte, vielleicht mdeß eni= gegen dem dichterischen Willen. Jedenfalls aber tönt, wie nach tbrer .Frau vom Meere" daS sehiijüchtige Klagelied, nach ihrer Elga das geUenbe höhnische Lachen stundenlang m unjeven Ohren nach. Ihre Ausfassiing der Elga hat ihre Berechtigung, umsomehr, als sie nid)! um em Atom von ihrer Richischniit wich. Aber man kann sich sehr wohl auch eine andere Elga denken, die eine große Die Elga deS Wiener wie die des schlesischen Dichters erinnert unwillkürlich an die Lull» in Wedekinds „Erdgeist". Wie bet Wedekind steht hier der Alaun ganz im Banne des Weibes, daS alle seine Sinne beherrscht, ihn allmählich zetmürbt und verdirbt, sein Herz zerfleischt, nach flammender Liebesglut mit triefendem Menfchenblute ihn besudelt. Doch die Grillparzerjche Gestalt steht im vollen Tageslichte da, bewußt »vollend und sündigcnd; in der Hciuplinaiinschen Dichtung stellt sie eine geheimnisvolle Macht dar, voll rälselhafier Tiefen, von einzelnen Blitzen erhellt, getrieben von unerklärlichen, elementaren Strömungen, dos ganze Trieblebe», tue Sphmxuatur deö Dämon Weib fymbolilierend. Unb selbst AeiißeUichkeilen stimmen zwischen der Elga und der Sulu Wede° kinds überein. Graf Starschensti wie Dr. Schön werden, auf der abendlichen Straße wanberud, von einem Mäbchen angesprochen, in bem sie ihr Weib, ihre Herrin sinben, bas ihnen ben ^rieben stiehlt unb nach tollem LiebeStaumel daS Lebensglück raubt. Just der stärksten, ber schaurigen Schlußseene, bie Grillparzer |d)ilbert, ist Haiiptmann aus bem Wege gegangen. Freilich hat die Kraßheit in Grillparzers Erzählung für bie Buhne etwas Bedenkliches. Tas mag auch ber österreichische Dichter empfunben und bariim die dramatische Gestattung letzten Eudes verschmäht haben. Hauptmami dagegen mag sie weniger um ihres Grausigen willen, als vlelniehr um des Abrupten eines uns meist tm Unge- neroifien über das Ende lassenden Traumes willen ungeschrieben gelaßen haben, den sein RitlerSmann, eine Figur von kräftiger Holzschnittart, träumt. . Berschiedeulllch rourbe gesagt, daß unter den Gejtalten des TrailUies der Träumer selber fehle, Da doch alle Traume um das liebe Ich sich konzentrierten. Des widerfpricht durchaus meiner eigenen Erfahrung, und wie ich werden wohl auch gar viele anbei? oft von durchaus fremden Personen und fern liegenden Dingen und Geschehnisien träumen, mit denen roir nicht m die geringste Genieinschaft geraten. Stichhaltiger ist der Einwand, daß der Uebergang aus der Wirklichkeit ins Traumland nicht vo.i jedem nut der Dichtiing Unkundigen ohne Weiteres verstanden wirb, daß ein gewisser szenischer HocuSpocus dazu von noten ist, der aber auch noch nichk jedermann sofort eiiileuchtet. Dieses »st bas wesentlichste Zeichen des Unvollenbeten unb Unausgeglichenen ber angeblich m 4 Tagen entstanbenen Hauptmannschen ^tachbichtting, bie un übrigen auf mich so etivas wie einen gotischen Slimmungsrelz ausübt unb bie auch nicht roäljrenb bet burd) bie Verwanbluiigen leider gebotenen Zwischenpausen auS dem Banne der Tragödie heraitsläßt, um so weniger, alS kein geräuschloses Clr l(7l9-a§ durch v. d. Becke und leböa,te Vertreter. Sie hatten da-- rechte nÄ 0U ' slümrc11 abcc S" grell und mehr heitere als wübe Kameiadei^ nnb DeSperabos. Die verschlagene Toitka lUttch°?ÄLmmu> wäJ‘“trC£' tu41B« ci" ,unl)rl)üit (Schluß folgt.) 7 Zimmer Ntcolauö 1901] Ludwiguraße 36. mieten. 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