AusLcrnS Arrs sta-L und LanS. Gieren, 2. Jan. 1908. Gedenket der hungernden Vögel! ** Das neue Jahr bringt den Freunden unserer Fannliendlättec einen neuen Roman, »Helrnnth von Loysen'^ von der unter ihrem Mädchennamen Ursula Zöge von Manteuffel schriftstellernden Frau Majorin v. Trebra- Lindenau in Dresden. Dieser höchst unterhaltsame und glänzend geschriebene Noinan gehört zweifellos zu den spannendsten unserer gesamten modernen Belletristik und wird bestimmt mit lebhaftester Aufmerksamkeit von allen Lesern verfolgt werden. Wir beabsichtigen übrigens von diesem Jahre ab regelmäßig ein Register jedem beendeten Jahrgänge unserer Familienblätter anzufügen und empfehlen unseren Abonnenten, die einzelnen Nummern der Famillenblätter zu sammeln, zumal wir fortan Original-Einbanddecken für jeden kommenden Jahrgang an treue Leser unserer Unter- halUiugsbeilage zu liefern beabsichtigen. *-* Ein Jubiläum. Heute sind 40 Jahre vergangen, daß' der »Gießener Anzeiger", der seit 1750 unter den verschiedensten Titeln erschien, seinen jetzigen Namen annahm und gleichzeitig anstatt des bis dahin zweimaligen Erscheinens wöchentlich dreimal erschien. Während »das Anzeige-Blatt für die Provinzialhauptstadt (Ließen" im Jahre 1867 wöchentlich ziveiUial zwei Großquartseiten Text brachte, begann der Gießener "Anzeiger gleichzeitig mit seiner neuen Erscheinungsweise den veränderten Zeltverhältnissen entsprechend auch seinen Tcxttcil entsprechend zu erweitern. So bietet die Entwicke- lung des Gießener Anzeigers ein gutes Bild dec Entwicke- kling des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens insbes. auch der Stadt Glcßen und der Provinz Oberhcssen, der zu dienen auch in Zukunft sein ehrliches Streben sein wird. ** Ter Jahreswechsel vollzog sich hier in der herkömmlichen Weise und verlief ruhiger, als in den vorher- gchendcn Jahren. Dian hörte sehr wenig schießen und auch die Froschwerfer waren nicht so eifrig wie sonst, da ihnen der Schnee den Spaß verdarb. 9hic einige wenige Personen gelangten »vegen Unfugs zur Anzeige mib zu ernsteren Ruhestörungen kam es nirgends. Erfreulicherweise sind auch die sonst mit unheimlicher Regelmäßigkeit eintrctenden Unfälle beim Schießen diesmal auSgeblleben. ** Der gestri. ge Reujahrsempfcrng am Groß- Reich. Berlin, 31. Dez, Die „Nationalzeitung" hört, die Reichspostverwaltung beabsichtigt, im Laufe des Jahves 1908 aus den ihr im Etat letztmalig bewilligten Wirteln 38 reichseigene Häuser mit 91 Familien Wohnungen für Unterbeamte und 24 für gering besoldete Beamte »u errichten, sowie neun Häuser neu anzu- micLn. Regelung des Geheimmittelwesens durch ein Reichsgesetz war bekanntlich bereits unter dem Grafen Posadowsch in die Wege geleitet worden. Der entsprechende Gesetzentwurf war schon fast abgeschlossen. Jetzt ist er, wie die „Deutsche Tageszeitung" hort, im Rerchs- cmtc des Innern in einigen Punkten ergänzt und nun- urehr endgültig sertiggestellt worden. Er dürfte in ähnlicher Weise iuic das Apothekengesetz demnächst zur Veröffentlichung gelangen. Bielefeld, 31. Dez, Der K a i s e r und Prinz Heinrich treffen zur Beerdigung des Geheimrat Hinzpeter am Donnerstag hier ein. Hagen i. W., 31. Dez. Als lästige Ausländer sind Wn der Potizeiverwalmng in Wetter 13 kroatische Arbeiter aus gewiesen worden. Aachen, 31. Dez. In bem benachbarten holländischen Orte Ta als hielt sich seit einiger Zeit ein früherer Sani- tütsunterOffizier auf, der vor 3y2 Japren von einem deut^ scheu Truppenteile desertiert war und in den dringenden Verdacht des L a n d e S v e r r a t e s geriet Deut „Echo der Gegenwart" zufolge gelang es gestern, den Mann zu verhaften, als er die deutsche Grenze überschritten hatte, um in dem nächsten Wirtshause nach Koblenz zu telephonieren. Er wurde nach Aachen gebracht und nach eüiem polizeilichen Verhöre der Militärbehörde ausgeliefert lich gestorben. B r ässe!, 31. Dez. Ministerpräsident d e Tr o o z i;: heute abend gestorben. London, 1/ Jan. Wie die „Morning Post" aus W.as!,.ngrou meldet, gelangen nach den Philippinen gro^e .mengen von Munition für das Heer, sowie Liüitelwerteroigungsgeschütze und Mörser zur Einschiffung, ferner Torpedos und submarine Minen zur Verteidigung des Lajens von Manila. Petersburg, 31. Dez, In dem Prozeß wegen des Wiborger Aufrufes wurden zlvei Angeklagte fr ei gesprochen und alle anderen zu drei Ntonaten Gefängnis verurteilt Da ein Prosti-or Pstchel rr'ber ö;:/ ' hie igc’.t ncc; an einer anderen deutschen Univerp.tät Vorhut chen ist, liegt offenbar ein Irrtum vor. Vielleicht tragen diese Zeilen zu der Feststellung bei, wer eigentlich als Gießener Rektor in der Lust herumgesahren ist. #♦ Unfug. Ein höchst sonderbares Vergnügen leistete sich in verstossener Rächt em Unuelnnnter in der Kaiserallee. Er lief die Straße enilaug und brüllte fortwährend „F e u e r" , so dast die Bewohner erschreckt an die Fenster eilten. Auf du Frage, too es brenne, entgegnete der Unbekannte dem Fragesteller: „im Ofen". _ i ** Kami n brand. Heute morgen entstand m einem Hause der B a hn h o f stra ße ein Kaminbrand. Eine Ausbreitung des Feuers wurde rechtzeitig vermieden. = Lich, 1. Jan. Am Montag, 30. Dez., nachmittags 4 Uhr wurde durch Wachtmeister Daum imb den Hllfs- jäger Steiuer-Lich ein Wilderer in dem Walddistrikt Haardtberg in dem Augenblick aß gefaßt, als er nach zwei Schüssen einen Fasanenhahn in feinen Rucksack packte. Als er seine Versolger erblickte, lief er davon, wurde aber gleich eingeholt und dem Großh. Amtsgericht Lich UI i n g e n, 1. Jan. Die goldene Hochzeit des Ehepaars Wilhelm Graf wurde am WeihiiachtStage von der ganzen Gemeitide in der Kirche gc,eierl. Tas Ehepaar ist trotz seiner 75, bezw. 73 Jahre noch sehr rüstig und Midi aus eine Nachkommenschaft von 41 Köpfen zurück, nämlich et Kinder und 30 Enkel, davon sind 34 noch am Leben. Bei der Feier in der Kirche überreichte der Pfarrer dem Jubelpaare das Bild des Großhcrzogs mit dessen Unterschrift und namens Wien, 1. Jan. Die Lemberger Liga zum Scbutze des polnischen Gewerbes stellte gestern unter dem Vor- jih.e des Fürsten Lubonirski das Boykottprogramm für die preußischen Waren in Galizien fest. Danach jolleii preußi.coe Handels- und Gewerbeartilel aller Art durch polnische Laudeserzeugnisse ersetzt und der Zw:w>e.ihandel preußischer Firmen mit preußischen Artikeln bescitcht werden. Die Liga bemüht sich, alle polnischen der Gemeiiide eine prächtige Bibel. -t- Friedberg, 2. Jan. Das Schießen in der Neujahrsnacht, eine stehende Mbrik unter der Zahl der Polizeiverordnungen, hatte sich hier diesmal auster- ordentlich vermindert Ta auch die beiden vorhergehenden Jahre eine stete Abnahme wahruehmen ließen, so ist zu Hof,en, daß dieser Unfug, dem nicht der geringste Sinn inuewohnt und der die Ursache zahlreicher uni) zum Teil sehr schwerer Unsälle ist, balv ganz an,hört Auch die lärmende, manchmal in Radausucht ans arten de Ellraßen- üistigteit hat bedeutend abgenommen. Als weitere freudig zu begrüßende Neuerung ist zu erwähnen, daß Wirte, die seither zu Silvester ihren Gästen einen Freiirnnk in Punsch, Grog oder Glühwein verabreichten, jetzt Kafsee mit Gebäck vorsetzten. Die Wirte, Denen die Anregung hierzu wohl durch ine Mäßigkeitsbestrebungen geworden ist, dürsen des besonderen Dankes ihrer Gäste gewiß sein, die den Anlaß dazu in vollem Umfang erst am solgenden Tag empfinden werden. Ter Posaunenchor, der, wie früher so auch diesmal zur Jahreswende einige Choräle vom Rathaus herabblies, war diesmal sehr ungünstig, üi den Dachräumen, aufgestellt, so daß die zahlreich vor deni Rathaus Lersammeltmi die Musik nur unvollkommen Horen konnten. Das war schade; wenn es auch nicht Orpheuser- folge sind, die die Musik erzielt, so empfiehlt doch schon die allgenieine biücisichtnahme aus das Publikum ihre angemessene Berücksichtigung. O Alsfeld, 1. Jan. Gestern verweilte Geh. Medi- zinalrat Dr. Hauser vorn Großh. Ministerium, Abt. für Gesundhektspsiege, ijier, um die wegen Ausbreitung des Scharlachs getroneuen Maßregeln zu kontrollieren und mit Kreisrat Dr. Wengler zu besprechen. Die Epidemie fordert noch immer neue Opfer. sd. Darmstadt, 1. Jaiu Heute früh kurz nach 5 Uhr ist in einer Ät aii ii s ch a s ts st u be Der 2. Eskadron des Diw goncr-Regim-en-ts 9ir. 24 'm der Eschollorückerstraße auf bis zweigleisige Betrieb wieder aufgewommen. Karden. S. u. H. Berlin, 31. Dezember. Pünktlich um 10 Uhr erschemt der Gerichtshof. Ter Vorsitzende fragt Graf MvltL, ob das Erfchemrn der Artikel die Veranlassung geweseri sei, von seiner Stellung zurückzutreten. — Moltke : Ja. , . Das Wort crt-Ät darauf Dr. ObcrstaatsenwaÜ Jfenbiel: Tie Ausgabe, die heute meiner hart ist sehr einfach, abet auch sehr unangenehm. Einfach dank der verständnisvollen Leitung oeS Vvrsitzeiidcn und dank der Haltung des Angeklagten. Unangenehm ist die Ausaabe aber, da es nicht ohne eure Charakterisierung der hauptbeteiligten Personen ab gehen werde. Ich werde meine Aufgabe erfüllen mit der Mäßigung, die s'-M) _bie Gegner anerkennen werden, aber auch^mit Der Rückhalllofig^eit, die nötig ist. Harden hat behauptet, -3c. Majestät sei tron einer Gruppe vvn Verson-en umgeben, die für das Vaterland vcrhana- nisvvll werden könnten. SScr zu bieder Gruppe gehört, ist nicht ganz llar geworden, fest steht nur, daß wohl Eulmburg und Mvltke dazu gehören sollten, vielleicht auch von Warmvui-ler, von Below urrd Lecomte. Harden deutete an, Miß in dieser Gruppe perverse Geschlechtlichckeit herrsche. Er beutete weiter an, baß diese Herren sich in einem geschlechtlichen Zustande befuiden,. der sie nickst geeignet eriü.rinen läßt, in der Umgebung des Kaiiers zu bleiben, yarbeit sagt nun: „Ich habe Den Herren ja gar keine Homosexualität vorgeworsen!" Aberlin dem Betonen der Nvrmwidrigteit und der erotischen Freiuwschast liege ctivas herao- setzendes und herabwürdigeiii»5. Aber es liegt feiner auch noch der Vorwurf bann, daß d.e Herren in Männersreunchchaft verbunden waren, wenn auch nicht in strafrechllnhem Sinne, denn dazu fehlten die Umeviageii. — Der Oberstaatsanwalt geist dann die einzelnen Artilei durch uno erklärt, daß die Tenöen- beleidigend sei, da sie den Vorwurf der Homosexualität enthalten. TaS Ijjntuic nette EmpstnöulEebcn ist für uns Deutsche etwas Abscheuliches^ Jnv gcsuni>en Sinne unseres Volts besteht der un- austilgbare Glauben, daß derartige Handlungen widernamrlich und gemein sind, daß sie, wie der Abgeordnete Hedscher sagte, eine Hunoenmral darsteklen. Tiefe Anschauung wird immer ui unserem Volle bleiben, oo der § 175 bestehen bleibt oder nuyt. Tcr Borwurs gegen beit Grasen Molike, er sei homosexuei., mußte alio dazu dienen, ihn in öcr öffentlichen Meinung heravzuietzen. Dieser Vonvurs ist nur straflos, wenn er erweislich wahr ist. Er ist aber giTobesu unwahr. Nicht eine Spur von Homosexualität ist bet dem Grafen nacvgewiesen worden, nicht ein Atom femininer Eigenschaften. Darüber sind alle gehören. Sachverständigen^ einig. Und wir lstiben ja die hervorragendsten Vertreter Mestr sexual- Wissenschaft gehabt. Aber auch Einer, der zuerst anderer Meinung Ivar, l-at sich bekehrt, Ta. Magnus Hirschfeld. Id) mache ihm dafür mein- Kompliment. Errare hu manu m cst. Aber int Irrtum absichtlico verliarren, ist teujlisch. Dieses lenfllschen Vergel-ens hat sich Herr Hirschseld wicht schuldig gcnmdji. Er hat seinen Irrtum ciugesehen und hat bekannt, oaß cr getäuscht worden ist. Ich haoc mich viel mit der homosexuellen F rage bc- schäftigt, jetzt stelje ich Ijicr und kann meine Kmulnisse nicht verwerten. Demi im ganzen Prozesse ist nichts Ion Hoi-wsexnaiiuU bewiesen. Der § 186 muß in Kraft treten. .Welche Zwecke mit den Artikeln verfolgt worden sind, ist gicichgüllig. einer die Sache i-ar noch eitw nefere Bedeuiung. Uni u/i am bett Grund zu gel-en, muß man die cuizelnen Persönlichkeiten :ul)er bctradjtcn. La ift Herr Harden. Ich krmie ihn genau, ihn und seine lfteramchen herzoglichen Hofe verlies, wie uns aus Darm- stad t telegraphiert wird, in der herkömmlichen Weise. Der Großhierzog, dessen Kopfverletzung nur ein leichtes Pflaster bedeckt, uno die Großherzogin empfingen die etwa 20 Gratulanten in freundlichster Weise. Erschienen waren zur Gratulation u. n. die drei hier domizilierten Gesandten, die Minisber, die Spitzen der Zivil- und ÄcilitarbehordLN, Kammerpräsident .Haas und Oberbürgermeister Aöorneweg. Am Abend besuchte das Großherzogspaar das Hoftheater, in bem bei festlich beleuchtetem Hause die Fledermaus gegeben imirbc. Beim Eintritt der Herrschaften brachte Bürgermeister Dr. Glässing ein Hoch auf sie aus, worauf die Musik die tzessenhymne intonierte. Heute abend findet die übliche Neujayrstafel statt, zu der 170 Einladungen ergangen sind. *• Hessische Landwirtschaftskammer. Am Montag, 6. Januar, findet m Darmstadt eine Sitzung des Vorslandes der Landwtrtfchaftstammer statt mit einer Tagesordnung von ca. 50 Punkten. ** Die Biebertalbahn mußte gestern gegen abend infolge Schneeverwehungen bei der Haltestelle Krofdorf-Gleiberg ihren Betrieb emstellen. Der Schnee liegt dort stellenweise über einen Meter hoch, so. daß der letzte nur aus einem Wagen bestehende Zug nicht weiterkommen konnte, trotzdem er noch eine Vorspann-Maschine hatte. Ueber 40 Arbeiter sind beschäftigt, um Die mächtigen Swnee- mah'cn von den Schienen zu entfernen und es wird angenommen, daß im Laufe des heutigen Nachmittags Der Betrieb wieder ausgenommen werden wird, d. h., wenn nickst neuerdings Schneeverwehungen eintreten. ** Die Eisbahn an der Ntoltkesiraße ist heute eröffnet worden. " Kein Schnee im Vogelsberg. Wie un5 nut» geteilt wird, ist die Nachricht, daß im Vogelsberg hoher Schnee liege und der Wintersport bereits eifrig gepflegt werde, jetzt unaufgellärte Weife, kurz uactzbem die lldannsu;arten nach, dem Stall gegangen waren, ein Feuer ausgebroascn, das sehr rasch um sich griff. Ter noch in sllnem Bett liegende Tram'pctir-Sergeant Emmerling wurdewacy, als dieFmmuuu um ihn schlug in. Als tr fliehen wollte, war d.e Stiibenture vvn außen vcrfchlosscn. Ta aus sein Rufen und StuiPien nie» mand hörte, irichte er durch das Fenster an das benachvarte Fenster zu gelangen, um in die ncbeitanlicgenbe zu kommen, denn ein Sprang aus oein im ersten etoa gelegenen Fenster schien ihm zu gefährlich. Mit grotzer Mühe Ja)lug er eine Sck)eibe ein, wobei cr sich die Schlagader durchschnill unb bedeutenden Blutverlust erlitt Er kam in das Nackjbar- zimmer, doll) raar auch die).S verschlossen, und braco bort ohnmächtig zusammen. Jn-zwischen Halle das Feuer um sich gegriffert unb auf das Anrufen des loachhebenden llntepofs.iziers war Die Feuerwehr l;tr bei geeilt. In Gemein'fchaü mit bicser gelang cd, des Feuers bald Herr zu toerDeu, das ben ganzen Zunmcr- inhalt zerstört hatte/ Die SmEtswack)2 brachte den verletzten Trompetrr, oer außer der schweren Verletzung des linken Arnus Brandwunden hat, in das Granison-Lazarctt. sc. Frankfurt a. M., 1. Jan. Die NeuphrSnacht ist diesmal fast gänzlich „ohne Blutvergießen" verlaufen. Es olleb beim „blinden ilirm". Davon wurde allerdlligs ein tcttaa>t- icches Quantum verbrochen. Mögen Fleisch und Brot und alle sonstigen Bedürftnsse noch so teuer sein, um in der Neuicchrs- uacht die Lust mit tauben Kanonenschlä-gen und Frofäjgekiialler zu erschüttern, dazu ist immer noch Geld genug da. wie Schießerei erreichte um 12 llhr ihren Höhepunkt. Jetzt wurde sie fast übertönt von dem Prosit Neujahr! der Tausenden unb Abertauseuden, die die Straßen füllten, ober zum Zeuiter l>eraus oeim Raketen schein das neue Jahr begrüßten. Die Zell, von jeher der Mittelpunkt dcS großen Neujahrsradaus, bot bw 12 ckhe oas gewöhnliche Bild. Es war nur etwas belebter. Um 12 Uhr aber öffnete die Altstadt ihre Pforten, und der Janhagel wälzte sich in kompakten Massen über hie Zeil. 170 Schutzleute, die Schuppenketwn unter dem Kinn, sorgten hier dafür, daß es nicht zu groben Exzessen kam. Ein Rudel Nowdies belagerte spärer das Cafe Haupllvache unb trieb sämtliche „Hartrnanner" unb „Angströhren" Der das Cafe verlassenden st-äste ein.. In der Silvesternacht empfiehlt sich eben ars Kopfbedeckung em weicher Fitz. Dem tun die Brüder nichts. Einern Schreiner war _bcr Hut so hart cingetrieben worden, daß sich der Mann den Kvps verbinden lassen mußte. Sonst hatten die Rellungsivachen,nur lucnig zu tun, ein paar angebrannte Finger, sonst nichts, mutiert ivurden bis 1 Uhr fünf Personen. h. Frankfurt r.>. M., 31. Dez. Als gestern in dem Mnzerheim in der Gellertstraße die neunjährige Tochter des Schneiders Hüßler den Chrtstbaum an- zünden wollte, gerieten die Kieider des Mädchens dabei in Brand und das Kind stand bald in Hellen Flammen. Es erlitt so schwere Brandwunden, daß es fta r b. . n>. O b eviahn st ein, 1. Jan. Am 31. Dezember nachmittags 4 Uhr e n t-g l e i st e in Km. 91.94 der Slrecke Wies- 6aden-NiÄ)erlahnftein zwischen Station Caub und St. Goarshausen die letzte Tenderachse der zweiten Lokomotive des D-Zuges 171 Friedrichshafen-Holland infolge Bruches des rechten Lageriastens. Personen wurden nicht, verletzt. Der Materialschaden ist. unerheblich. Die Aufgleismtg erfolgte durch das Lokomotivpersonall Ter Zug fuhr mit 80 Minuten Verspätung weiter. Gegen 6 Uhr war der & Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag ». Januar 1808 )llt t M ft M ll>Wvl 441LivwWvw sätäs •=~ General-Anzeiger für Oberhessen GM für dre Tagesnummer Eoiciiottsirufl und Verlag der vrLHI'schen Univ.-Ruch- und Steindruckerel. K. Lange, «edattisn. Lrpeditisn und Druckerei- Schulfiratze Aiizeigenleck: H. Beck, bis vormittags 10 Uhr. t” *' ____________ __ n.,-u. nicht zutreffend. Ei n e s e l t s o. m e L u f t s ch i s f e r n a ch r i ch t fmdet sich, wie uns von sehr geschätzter Seite mitgeteiU wird, in der in Riga erscheinenden Düna-Zeiwng, einem angesehenen Blatte Teutsch-Ziußlands. Sie berichtet aus Grodno, 11. Dez., daß ein Luftballon, in Dem sich der Dtettür Der Universität Gießen, Professor P e s ch e l und die Mitglieder der Berliner Lusfta-inergeselll Bereit zur Erweiterung ^oes Bohtotts iwranzuziehert. j schäft Freidecke und Decke befurchen hätten, in der Nähe t ä -' s, ” Der französische Lsuzminister des D-rses Meily.im L«is-.'«lou-t P-varre «httaijaticn. Gu i) o t - Dessaigne ist infolge eines Schlaganfalls Plötz- n. 5»nt Streitigkeiten mit Dans Delbrück, Otto Erich Hartleben, Franz Mehring, Dans Leus; ufro., alles Namen von gutem Klang. Ich habe die Entwickelung der „Zukunft" verfolgt. Darben hat sich Kenntnisse erworben, er besitzt eine beneidenswerte Dialektik einen außerordentlichen Scharfsinn. Er hat einen eigentümlichen Stil, der noch keine - Nachahmung gefunden hat. Er ist in manchen Sachen ein Genie und, wenn man ihn vor sich sieht, eine faszinierende Persönlichkeit. Aber diesen glänzenden Eigenschaften stehen leider sehr häßliche Mängel gegenüber, nicht Mängel des Charakters, aber Mängel der Kampses- ort. Er hat eine brutale Rücksichtslosigkeit bei der Verfolgung der eigenen Zwecke, eine Rücksichtslosigkeit, die schonungslos über Leichen hinweggeht, ohne bedenklich in der Wahl der Mittel w sein. Diese Eigenschaften haben sich in dem Kampfe gegen den Grafen Moltke gezeigt und bringen ihn nun auch zum schweren Fall. Sind wir Deutsche nicht mehr in der Lage, mit offenem Visier zu fechten? Sind wir nicht mehr gewöhnt, den Ehrenmann zu achten. Derr Harden hat das nicht getan. Er verließ sich auf das Zeugnis einer krauten Frau. Eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede, man muß sie hören alle beide. Einer Frau Rede ist auch keine, besonders nicht, wenn sie krank ist. Sie ist hysterisch, aber eine vornehme, mit 40 Jahren noch sehr schöne, liebreizende, verführerische Frau, die sehr kluge Männer zu täuschen verstand. Graf Moltke hat sich gegen seine frühere Frau stets äußerst taktvoll beklommen. Wenn eine Ehe zusammenbricht, so soll sie lautlos zusammcnbrechen. So hat Graf Moltke gehandelt, Frau von Elbe aber nicht. Sie suchte eine Stütze, obgleich sie leine brauchte. Sie fand Herrn Harden, der ihren Ehescheidungsprozeß ausbeutete. Wenn er das leirgnet, so ist das Wortakrobatik. Es handelt sich dabei um Vorgänge aus dem Ehelebcn, die jeder gebildete Mensch respektiert. Herr Bernstein war beim ersten Prozeß sehr scharf. Er erklärte, wenn man eine Tür öffne und „Päderast" rufe, so melde sich Graf Moltke. Auch Herr Harden hat eine Tür geöffnet, eine verbotene Tür, die Tür zum Ehezimmer des gräflich Moltkeschen Paares. In bem Dunkel dieses Ehegemachs glaubte er einige Fetzen zu ergreifen, mit denen er einem Ehrenmann das Aussehen eines Lotterbuben geben wollte. Das ist unverantwortlich, unsühnbar. Herr Harden fand die Kosenamen abnorm. Nun hat er selbst in einem Briefe die Ueberschrift gewählt: „Mein Herz!" Trotzdem macke ich ihm nicht den Vorwurf der Homosexualität. Aus was fyit sich Herr Harden denn noch gestützt? Das Zeugnis der Frau von Elbe ist nichtig. Der Frau v. Heyden glaube ich kein Wort. Sie hat nur wiedererzählt, was sie von ihrer Tochter wußte. Sein ganzes Gebäude ist elend zusammengestürzt. Wir haben den Schmutz hinweggefegt. Jeder muß einmal den schweren Weg gehen, den jeder Staubgeborene schreiten muß. Aber Feiner wird nach diesem qualvollen Prozeß froher diesen Weg gehen, als dieser kranke, gebeugte Mann, der dort neben seinem trefflichen Vertreter sitzt, Graf Moltke. Nicht ein Stäubchen Unrat ist auf seinem stolzen Namen haften geblieben. Mit der Gebärde des Ekels und des Abscheus kann er den Unrat, der auf ihn geschleudert worden ist, von sich wälzen. Mit erhobenem Haupte kann er diesen Saal verlassen, ein wahrer Edelmann nach dem Adel der Gesinnung. Noch einer wird heute erleichtert aufatuien, der von einem Verdacht befreit wird, der Jahrzehntelang auf ihm lastete, Fürst Philipp Eulenburg. Der kranke, vielgeqnälte Mann gehöxt zu den Persönlichkeiten, die man lieben muß, wenn man sie sieht. Der Alte vom Sachsenwalde prägte im Unmut das Wort von der „Kamarilla der Kynäden", vielleicht ohne sich über den Sinn klar zu sein. Tiefes Samenkorn ist zu der Niesenpflanze geworden, die,dem Fürsten Eulenburg das Leben verbitterte. Diese Quelle muß jetzt, nachdem die Sache richtig gestellt ist, versiegen. In eigener Sache noch ein paar Worte. Man hat cs mir feit Juni ds. Js. verübelt, daß ich nicht gleich die öffentliche Anklage erhob. Der Kaiser wird sicherlich mit dem Grafen Moltke über die Sache gesprochen haben. Ich weiß nicht was, denn Graf Moltke ist diskret. Aber ich denke mir, der Kaiser Nnrd gesagt haben: „Gehen Sie, jetzt haben Sie Ellbogenfreiheit, treten Sie das Otterngezücht zu Boden, schaffcm Sie sich einen reinen Namen, dann wollen wir roeiter sehen!" Wenn das richtig ist, so war cs zweckmäßig, daß Graf Vkoltke zunächst selbst versuchte, sein Recht zu finden. War er homosexuell, so lag kein öffentliches Interesse vor. War er es nicht, so mußte es ihm leicht sein, den Vorwurf zu widerlegen. Bis dahin lag fein öffentliches Interesse vor. Das öffentliche Interesse hat sich erst im Laufe des Prozesses ergeben und war ich sofort zur Stelle. Die höheren Instanzen haben mein Vorgehen gebilligt. Nun zum Zweck der Artikel Hardcns. Er wollte, wie er sagte, seinem Vaterlande einen Dienst erweisen. Ich glaube ihm, daß er keinen anderen Nebenzweck hatte. Er hat seinem Vaterlande aber einen schlechten Dienst erwiesen. Er hat es vor dem Auslande diskreditiert. Er weiß es ganz gut, daß das Ausland aufjubelte, als cs hieß, um unseren starken Kaiser schnüre ein Grüppchen perverser Männer feine geheimen Fäden. Herr Harden glaubte nach der Sonne der Majestät zu fliegen. Er ist mit seinen schwachen Kräften in ein Meer von Lüge und Entstellung gestürzt. Ikaros stürzte von der Sonnenglut vernichtet ins Meer, das nach ihm benannt wurde. Auch Herr Harden ist ins Meer gestürzt. Man wird aber nicht vom Harden'schen Meer sprechen, sondern öon der Harden'scheu Mär, von der lvahnwitzigen Mär, daß am deutschen Kaiserhose eine Gruppe perverser Männer sich breit gemacht habe. Ter § 193 von der Wahrnehmung berechtigter Interessen kann nicht in Betracht kommen. Das wäre ein uferloser Schutz. Man kann nicht auf Kosten der Ehre anderer sich betätigen. Auch die Form der Artikel ist beleidigend, sodaß immer twch der § 185 heranzuziehen wäre. Ich habe lange geschwankt, ob ich Geld- ober Gefängnisstrafe beantragen solle. Ich habe mich für eine F-reiheitsstrafe entschieden, denn Herr Darben hat zu unsägliches Unglück angerichtet, gegenüber dem Grafen Moltke, den Fürsten Eulenburg, der Oeffcntlichkeit und dem Staate. Ich beantrage Mer gegen Harden eine Gefängnisstrafe von D ter Mo n ate n. Ferner beantrage ich Publikationsbefugnis und Herrn Harden alle Kosten, auch die des ersten Prozesses aufzuerlegen. Noch em Wort. Herr Harden hat begeisterte Anhänger, die bereit sind, für ihn m den Tod zu gehen. Ich habe einen Brief erhalten, in dem ich mit dem Tode bedroht werde, wenn Herr Harden verurteilt wird. Ich tue nur nach bestem Gewissen meine Pflicht. Zum Allensteiner Offiziersmorde. Nach dem bisherigen Stairde der Untersuchung soll angeblich festgestellt sein, daß v. Gäben in der Mordnacht im Hause des erschossenen Majors v. Schönebeck sich aufgehalten hat, und zwar nicht in der Uniform des Offiziers, sondern in Zivilkleidung. Eine Reihe von Soldaten, die von dem Untersuchungsrichter vernommen wurden, glaubten wenigstens, Hauptmann v. Gäben, als er in später Nachtstunde das Haus des Majors betrat, mit Sicherheit erkannt zu haben. Auch ist das Gerücht in Allenstein verbreitet, baß v. Gäben ber Frau des erschossenen Majors noch nach dem Funde der Leiche eine Mitteilung habe zugehen lassen, in der er ihr Verhaltungsmaßregeln gegeben haben soll. — Am 31. Dezember legte angesichts des von dem Kriegsgericht der 37. Division gesammelten Beweismaterials Hauptmann v. Gäben ein umfassendes Geständnis der Tat ab. Er hat auch zugegeben, w i e d er h o l t d e s Nachts im Hanse des Majors v. Schönebeck geweilt zu haben. „Sicherheitshalber" habe er für alle Fälle stets einen Revolver bei sich getragen. In der Mordnacht nun habe das versuchte Oeffnen der Flurtür ein Geräusch verursacht. Der Major sei erwacht und habe ihn, den Hauptmann, überrascht, der bann den Major niedergestreckt habe. Frau v. Schönebeck mürbe wegen AnstiftungzurErmorbunaihresGatten verhaftet und in bas Gefängnis e ingelieferck Unmittelbar nach dem Geständnis des Hauptmanns wuroe sie, die getrennt von ihren Kindern in einem Allensteiner Hotel Aufenthalt genommen hatte, zu einer Vernehmung nach dem Gerichte in Al.enstein abgeholt. Tas Verhör erstreckte sich ans ihre Beziehungen zu bem Hauptmann. Die Aussagen ber Vernommenen im Verein mit bem Geständnis v. Göbens ließen keinen Zweifel daran übrig, baß Frau v. Schönebeck sich in ihrer Ehe tiefunglücklich gefühlt hat, und baß sie in v. Gäben einen „rettenden Freund" suchte und fand. Es scheint, baß beibe keinen anderen Ausweg wußten, als über die Leiche des Majors hiiiwegzugehen. Tic Anklage gegen Hauptmann v. Gäben wirb auf Mord lauten, lieber die in Bezug auf eheliche Pflichten sehr freien Anschauungen der Frau v. Schönebeck, die eine geb. Lüders ist und aus Berlin stammt, kursierten schon feit längerer Zeit in A. die seltsamsten Gerüchte, die nun mit der Verhaftung ihre Bestätigung gefunden haben. — In.Allenstein ist die Nachricht verbreitet, daß die Verhaftung eines zweiten Offiziers unmittelbar bevorstänbe. Er soll geäußert haben, er wurde dem Major eine Kugel durch ben Kopf jagen, wenn er feine Gattin noch einmal schlecht behanble. — Ein absurbcs Gerücht geht dahin, daß gar kein Mord vorliege, sonbern baß ein Duell zwilchen Hauptmann v. Gäben unb Major v. Schönebeck ftattgefunbeu habe. (Serktyt»$aaL Breslau, 31. Dez. Vor dein l)ie lägen Schöfiengericht I wurden gestern zwei A r v e l l e r namens Haeusler und Weber zu je neun Monaten Gefängnis. verurteilt. 9iad) ber Verurteilung stürzte, tute ucr „Breslauer Generalanzeiger" meldet, Haeusler aiii den Staatsanwalt unb würgte thn am Halse. In der baraui sollenden allgemeinen Auflegung flüchtete Weber. Durch energisches Zugreisen tumbe Haeusler überwältigt. Weber wurde bmcl) Herren aus bem Zuschauerraum verfolgt und auf der Straße leftgcnonnncn. Dcnm$d)tes. * Rüstige Greife.^ In Wülfel bei Hantwver, einem Orte mit kaum 2400 Einwohnern, befindet sich eine große Anzahl alter Leute, bie sich durchweg einer guten Gesundheit und Mstigkeit erfreuen. In dem ältesten Hause des Ortes wohnt der 91 Jahre alte Rentier Cordes, der noch wöchentlich nach Hannover geht uni) alle feine Einkäufe selbst besorgt. Eine Neunzigjulwige, Frau Selter, geht bei jedem Wetter hinaus, um im Freien Feuerungsmaterial zu sammeln. Der frühere Gemeindevorsteher Fritz Bock ist 88 Jahre alt; er geht jeden Montag auf Jagd und hat in den letzten Wochen nod) 3 Hasen und 18 Kaninchen geschossen. Eine reckenhafte Gestalt ist Franz Jäger, ein ehemaliger Garde-du-Korps-Unteroffizier, ber 85 Jahre alt ist. Der frühere Lehrer Sanbrnann, ein sehr rüstiger Herr, ist 84 Jahre alt. Als „knorrigste Eiche" im Orte gilt der 83 Jahre alte Bohn, ber noch alle Arbeiten im Hause verrichtet und täglich mehrere Spaziergänge durch den Ort unternimmt. Der 87 Jahre alte Hofbesitzer Heinrich Wnlwekopf macht täglich im Winter unb Sommer einen großen Spaziergang burd) die Feldmark, um nach den Feldern und Früchten zu sehen. Eine 87 Jahre alte Frau Da in mann verrichtet noch ihre ganze Garten- arbeit selbst. Sehr rüstig ist auch der 85 Jahre alte Herr Koch. Die sämtlichen genannten Personen erfreuen sich ber besten geistigen fische. Außer ben Genannten befinben sich noch 30 Personen un Alter zwischen 70 und 80 Jahrerr in bem kleinen Orte, bie sämtlich auch gesund und rüstig fiitb. * Das Korsett bei ben lirvölkern. Tie Bororo- Jnblaner, ein seltsames Urvolk Brasiliens kennen, auch schon das Korsett. Der Forschungsreisenbe W. A. Kück gibt darüber fol- genuen Bericht: ,/x>m jugendlichen Alter tragen die Frauen eine ■litt Korsett, das aus der Rinde eines Baumes verfertigt wird und den Leib einschnürt. Erst von einem solchen engen Gurt umspannt, erscheint bie Bororofrau ganz angezogen und nur bie älteren Frauen legen es ab, weil sie die Unbequemlichkeit dieses Kleidungsstückes bei ihren schweren Arbeiten nicht mehr ertragen wollen. Auch die übrige Kleidung ist erwähnenswert. Viele junge Leute und Mädchen kleben sich an Schultern und auch am ganzen Leibe weiße Federn an, so dicht, baß die eigene Haut ganz darunter verborgen wirb. Kleine Tageschronik. Infolge unvorsichtigen Hantierens mit einem Jagbgewehr erschoß der Winzer Frank in Birkweiler (Pfalz) den Tienst- knecht Emmrich. Der Täter ist festgenommen toorbeiL In Zwickau wurde ein am dortigen Technikum studierender russischer M ar ine len tnant von einem Freunde und Landsmann mit seinem Flovett versehentlich erstochen. Ter Täter stellte sich bem1 Gericht. In Chemnitz zündete, ivährend eine Schuhmachersfrau ihre Hinber in ber Wohnung kurze Zeit sich selbst überlassen hatte, bas ältojk Kind eine We i hn achtskerze an. Hierbei wurden die Kleiber des Knaben in Branb gesetzt. Er erlitt schwere 93ranbiuunb?n, bie seinen Tod zur Folge hatten. Auf bem Jeschkenborfer See in Schlesien, der zum £cil zugefroren ist, brachen brei Knaben ein; zwei, bie im Alter von 9 unb 12 Jahren standen, ertranken, der dritte konnte gerettet werden. Auf einem Teich in der Nähe von Eichstätt in Mittel- frank n brachen 14 Schulmädchen aus dem Eise ein. Der Hilfslehrer Jung rett.t? alle 14 Kinder vom si eren T de. Schließlich geriet er selbst in Lebensgefahr, tonnte aber unter großer Anstrengung von einer dritten Person gerettet werden. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 2. Jan. iTelegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz.'Z. 9111111. Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 42 Ochsen, 7 aus Oesterreich, 2 Bullen, 00 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 72 Kühe, Fersen, Stiere unb Rinder, 0 aus Dänemark, 974 Kälber, 191 Schafe und Hammel, 00 Schafe aus Oesterreich, 00 Ziegen, 1281 Schweine. Bezahlt wurde üir 100Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 80—82 Mk.. 2. Qual 7_-74 Mk., 3. Qual. <>2—64Pik.; Bullen 1. Qual. 67 bis 69 Nlk., 2. Qual. 63-65 ühf.; Kühe 1. Qual. 70—72 'Ult, 2. Qual. 64—66 'Ulf., 3. Qual. 48- 52 Mk, 4. Qual. 00-00 Alk., 5. Qual. 00—0011IL Kälber: 1. L-.ual.92— 95 Psg., pebendgewicht54—57 Pf^ 2. Qual. 82—92 Pfg., Lebendgewicht 48—54 Pfg., Schtacht- gewicht 68 - 73 Pfg. Schafe: 1. Qual. 78—00, 2. Qual. 60—64 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 64-00 Pfg., Lebdgew. 50,0—00.00 Pfg., 2. Qu. 62 00 Pfg., Lebendgew. 49,05—0,0 Pfg., 3. Qual. 56—59 Pfg. Lebendgew. 00 Pig. Geschäft gut, Markt ansver tauft. Liurbura a. d.L.,31.Tez. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Aotcr Wetzen (nass.) 17,85 Mk., weißer Weizen 00,00 Mk., Korn 14,80 Mk., Gerste 11,25 Mk., Haier 8.00 Pik., Erbsen 0,00 MQ Karlossellt 4,8u Mk. () Marburg, 1. Jan. Für dos Jahr 1908 sind folgende Märkte sestg-esetzt: 3. Februar, 25. März, 11. Mai, 2. Juli. 29. Sept e mbcr, 19. November unb 31. Dezember Kram markte; 20. Februar, 12. März, 30. April, 21. 9)cai, 11. Juni 9. Juli 13. August, 3. September, 8. Otto der unb 26. Tcobeinucr Schwei- nemürfte; 19. März unb 10. September Pferbemärkte.______ Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung »ur Hegen am Freitag den 2. Januar 1908: Fortbauer des Frostwetlers. Heiter und trocke n Scharfe östliche Winde.____________________ Uricffajkii Ovt ueoahion. (Anonyme Anfragen blech en nut-crnan«ytigt.l Herrn Rechtsanwalt Fritz Fächer. Ste möchten tticht als „mit wernden Federn sich schmückend" dastehen und uon uns nut- geteilt wißen, daß von „einem noch bedeutenderen 'Manne Ihres Namens" der in unserer Sylvesternummer nutgetcilte Weisheits- jpruch von der gesund erhaltenden Bosheit Anderer stamme. Das lei hiermit gern geichehen. Origälreri-DraL-NneLöungen. Berlin, 2. Jan. Prozeß Harden. Der Angeklagte ist heute nicht erfu.ienen. Nach einem Gutachten seines Hausarztes hat sich sein Zustand so verschlimmert, baß er beim bloßen Lichausticlnen schon Ohnmachisansätle bekommt. Boni Gericht wurden Sannäisrat Dr. Hoßmann und Professor Dr. Eulenburg beauftragt, ihn in seiner Wohnung zu untersuchen, ob und bis wann er verhandlungs ähig sei. Paris, 2. Jan. Die Regierung ließ die in ber marokkanischen Angelegenheit beteiligten Mächte mündlich von dem bevorstehenden FeldzuginsJnnerevonMarokko verständigen. Trotz des von amtlicher Seite zur Schau getragenen Optimismus herrscht hier große Befürchtung wegen des Ausganges des Feldzuges, da man ben Ansbruch eines fanatischen Relig ionskrieges befürchtet. Kgl.Preuss.Klassenlotterie Ziehung ber 1. Klaffe 10. Januar. Lose sind zu haben bei 57 FriHx nimm Kgl. Preußischer Lotterie-Einnehmer. Walltorftraße 63. ---- Fernsprecher 237 b27/, 12 H. Kühn, Seltersweg 36. Bis schönste Königl. Preuss. Staats-ftledaißle lnd.viele ap^ere -^nszeiohnuneen Geschäfts-Bücher von J. C. König; & Kbhardt, Hannover Vtor Qualitäten — Unübertroffen in Bezug- auf gute Ausführung und billigen Preis. Alleinige Niederlage bei Bekanntmachung. ^n baö Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen: 1) Die Fruna M. I. Rühls Frau zu Gießen ist erloschen. 2) Be- äügl'ck) der Firma N. Reiß Frankfurter Schuhlager zu Gießen. Dem Kaufmann Louis Reiß in Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 23. Dezember 1907. Großh. Amtsgericht. 1 Meu !! 2 Aatomatische Ko’ilenbeschiekung D. R. G. M. Zur Wnng rm Kuschs-MmAeii toll) fßcjito M toten - Neujahr lM feSÄ Damen ber Senner und,Frau. 113. Tierarzt Dr. Köhler. h« ft -Aödner. 115. Dr. med. Laubenheimer und Frau. 116. ö-rau Rentner Schwimr 11/. Gerichtsassesior Föcrel und Frau, ^aumumn Anedrich Seibel. 119. Hermann ZÜlch und ,j-rau jZ- L, Fuhr und Frau. 121. Heinrich Ädami und 8raü' Rr- und Frau. 123. Meisthandluug Sier 124. Hbmrlch Mchlms unb f^au. 125. Geheimrat Professor Dr. Hem . . "En 129 Olebern wurden insgesamt 361.50 Mk np spendet. Den freundlichen Gebern sei herzlicher Dank gesagt/ Ö Gieß en, den 2. Januar 1908. 2Dcc Vorstand der Klemkürder Bewahranstalt. ____________________>-r. Naumann, Mrchemcat._________ HMirdÄsch-le im W. Saiitaniti Gießen, Süd-Anlage 7. i Beginn deS Untc^ichts in allen weibllchcn Handarbeiten fötS^uftp Brandmalerei. Lfbraud, Schnitzerei) Montag den 6. Januar 19V8. Mr Auswärtige ganze oder tellwetse Pension im ^use. Gasmotoren fabrik A.-G., Köln-Ehrenfekl 96 ÜC^er (vormals C. 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Mts. erscheint in meinem Verlage naliooÄOMiiii* litte und Wäge in zwanijoser Reihenfolge Herausgegeben von Dr. jur. et. pail. Magnus Biermer ordcutlichcr Prosesfor der Staatswissenschastcn an der Universität Gresten I, Bmtd Heft 10 (Schluhhcft) Die deutsche Geldverfassung Odnjöijlrlli Strupliüdj. Krertaa. dcu ID. Januar 1908, vormittags ^.,11 Uhr, Serben in der Dörr'schen Wirtschaft zu Erda aus dem Distrikt aalbetoiU»“ll:,1,60l’@lM »um T-il schwere Stämn.c mit 77 fm, Nuü-Scheit und Stnupyel m Rollen von 2—4 m ^ange, IZZrm Brennscheit und Knüppel, 381 rm Reiser HL Silafie und 10J rm W' ÄÄ Äl &8ÄÄ Unb Xt Der Berkaus des Nutzholzes beginnt nm 12 Uhr. —---------i Privat-Lehr-Institut für 29 Schnittzeichnen undKIeidermachen Der Unterricht in den Vor- und Iiachmittagskursen beginnt wieder . . . --= ab 6. Januar 190». ------------ Anmeldungen nehme jederzeit entgegen. 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