Erstes Blatt eptember 1908 Dienstag 1 ••a Well« N . HMD . 201,06 4 2 2 158. Jahrgang 'achtungen ien. Sonnenlchrii KlarerHiinnd Sonnenjchm en. igust, 1,15 Uhr. , Lahmeyer. . . Schuckert. . nflllt 11 UUI . ,'rflirÖ . 128.(i . .MÄ L .M k .WM» i .199.« Z . 96.« -1 Zlur Stadt und Land. Gießen, 1. September 1908. ** Zur Landtagswahlbewegung. Die Ver- trauensmänner-Bersammlung des Bundes der Landwirte im Landtagswahlkreis Schotten-Laubach hat einstimmig beschlossen, für den seitherigen Abgeordneten Forstmeister Tr. Weber- Konradsdorf einzulrctcn. — Den Darmstädter L a n d t a g s w a h 1 k a m p s hat die sozialdemokratische Partei durch die Verleitung von zahlreichen Wahl- slugvlättern eröffnet. Es wurden ca. 20 Z-lngblattverteüeo uoii der Polizei ausgeschrieben, da angeblich zur Verteilung innerhalb der Hauser eine polizeiliche Genchnugung erforderlich sei, die nicht eingeholt war. Eine von dem Polizeiamt vorher erlassene Bekanntmachung, daß die Erlaubniseinholung notwendig sei, wird von dem hiesigen sozialdem. Blatt als ungesetzlich erklärt. •• Personalien. Se. «gl. Hoh. dec Großherzog haben den Steuerkommissären Gg. Tag zu Alzey, Otto Müller zu Mainz, Ludw. Korf mann zu Alsfeld, Beruh. Wenzel zu Grünberg, Fritz Dölp zu Oppenheim und Gg. HooS zu Friedberg den Charakter als Regierungsrat verliehen, den Bezirkskassier dec Bezirkskasse Seligenstadt, Peter Bernh. Feuerbach zu Seligenstadt, in gleicher Dienst« eigcnschaft an die Bezirkskasse Kastel versetzt und den Lauaufseher-Aspiranten Adam Schadt aus Banschheim zum Hochbauaufseher ernannt. — Erledigt ist die Stelle des Bezirks- xassiers der Bezirkskasse Seligenstadt. •• Ordensauszeichnung. Se. König!. Hoh. der Grobherzog hat dem Chef deL Gcoßh. HofmarstalleS, Oberstallmeister und Kammerherrn Major a. T. Moritz Riede sei Freiherrn zu Eisenbach, Exz., die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Kaiser verliehenen Kronen-Orden 1. Klasse erteilt. •• Lehrerpersonalien. Uebectragen wurde dem Schulamtsaspiranten Joh. Wagner auS Ober-Erlenbach eine Lehrerstelle an der Gemcindeschule zu Zornheim. •• For st Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Oberförster der Obcrförsterei Wald- Michelbach, Forstmeister Gg. Petith zu Wald-Michetbach, chten. S“,11? Frau Lina, $ Oberlehrer 2r. >'. em Sohn. 8 w Sy lMrllemb^, „in Metzlar. - Philippine Meier, gE- ", Jüterbog J SlltenburL "bethe Bemslein Mwe. Mne Eoldainmer, gt.\ 3ug r llandelsges. idter Bank . ie Bank . . i-Asiat Bank o-Komuiaudit. ;r Bank . - ktieu . ... ,re- und Ohio- ilahu . • • ■dbahn . . • - • ,, :d. Eisenbahn . ■ - . siaaubalm. . Heuri-Eisenbab . W teuer. e auveNt Me 0?eri)ieÄen^ ,en E mehrende Sabr 'y.jLblicvene-'t : ihren L erhalie-r , si**,*^ && *3 ler Bergwerk ircheu Bergwerk . 199.8) g-Amerik. PaketL 112.'* i°r Bergwerk. . ■ ..........2“'. Lloyd . . . ™ les. Eisen-Industrie M > . 16v. Nr. 205 Der Siebener Anzeige, erschetni täglich, außer SonnragS. - Beilagen: viermal wöchentlich LletzenerZamlltendlätter; zweimal wöchentl.Ureis. blatt kür den Ureis Gietzen lDiensrag undFreuag); ziveimal monatl. Land- wirischoktitche Leitsragen Anschlüsse r ktion 112, rlag tu Expedition 61 AL reise tüx Depeschenr «nzerger Gießen. Lnnaym« von Anzeige» <ür bte Dagesnuminer M vormittags 10 Uhr. st. Anfangskorse. .er Bergwerk, - -JJJ ütte * ' ' ' 22.- •den E. B. • , gy. Lloyd « ' ' ' M Jose « ' ' ' Der Entwurf der Sttafprozetzordnung. Die Ausarbeitung von neuen Gesetzentwürfen nimmt bei uns int deutsche Reiche viel Zeit in Anspruch. Man benlc nur an die jahrzehntelange'- Vorbereitungen zur Ausarbeitung des Bürgerlichen Gesetzbuckfes. Mit der Aendcrung der deutschen Straf- Prozeßordnung ist es nun nicht viel besser ergangen. Tie im Jahre 1879 in Kraft getretene Strafprozeßordnung stellte sich sehr bald als reformbedürftig dar, und bereits im Jahre 1883 wurde von den Freisinnigen im Reichstage eine Reform beantragt. Weitere Anträge der anderen Parteien folgten. Es kam zu end- loicn Kommissionsanträgen, aber die Reform der Strafprozeß- ordnung machte dabei doch so gut wie keinen Fortschritt. Jetzt eudliw liegt ein greifbares Resultat der jahrzehntelangen Be- ratungei« über diese Reform vor: Der Entwurf einer Strafprozeßordnung und VloDcIlc zum Gerichtsverfassungsgesetz, nebst Begründung, ist soeben in amtlicher Llusgabe erschienen. Der Entwurf enthält viele tiefeinschneidende Neuerungen. Eine solche ist dieZuziehungvonLaienzurStrafkammeridie bisher mit 5 Berufsrichtern besetzte Strafkammer soll fortan aus 2 Richtern und 3 Schöffen bestehen. Die Schwurgerichte sollen unverändert bestehen bleiben. Abgclehm ist im Entwurf der Vorschlag, die Geschworenen an der Strafabmessung zu beteiligen. Schöffen und Geschworene sollen. Tagegelder erhalten, deren Höhe der Bundesrat jcftftcllt Berufung gegen die Urteile der Strafkammern >oll fortan zulässig sein, doch soll die Mitwirkung von Laien in der Derufungs- iustanz ausgeschlossen bleiben. Der Berufungssenat, der aus fünf Richtern bestehen soll, wird dem Landgericht angegliedert. Ten Vorsitz soll in der Regel der Landgerichtspräsident sühren. Heber die sachliche Zuständigkeit der Gerichte enthält der Entwurf folgende wesentliche Aenderungen: Vor die Amtsgerichte sollen hinfort eine Anzahl Sachen gelangen, für die bisher die Strafkammer zuständig war, z. B. die gesetzwidrige Ausgabe von Schuldverschreibungen aus den Inhaber, der unbefugte Vertrieb voll Inhaber- oder Prämienpapieren, die Vornahme der fircblidjcn Trauung vor der standesamtlichen Eheschließung, einige Verstöße gegen das Vankgesetz, Hausfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung. In Fällen, wo eine Strafe bis zu (> Monaten Gefängnis ober 1500 Mk. Geldstrafe zu erwarten i|t, kann die Staatsanwaltschaft die Sache an das Amtsgericht verweisen. Vor das Amtsgericht gelangen ferner: Verbrechen der Personen unter 18 Jahren (Raub, Brandstiftung und Eisenbahn- transportgesährdung). Vom Schwurgericht entfällt hinfort auf die Strafkammer die Murteilung einiger Fälle von Urkundenfälschung, der Amts- verbrechen, des betrügerischen Banterotts und der Depotunter- T Verfahren gegen Jugendliche soll vor besonderen Abteilungen des Landgerichts stattfinden. Zu Fürsorgern dürfen auch Frauen zugelassen werden. Im Strafverfahren gegen Jugendliche werden Verteidiger zugelassen. Tie Unter» suchungshast kann unterbleiben, wenn ihr Zweck auf andere Weise erreicht wird. Die Oeffentlichteit kann auch für die Verkündigung der Urteilsgründe ausgeschlossen werden. In Beleidigungsprozessen wird Msfchluß ber lOefjentlichkeit über das bisherige Maß hinaus ausgebehnt, jedoch nicht auf die Urteilsgründe. .. . ... Gege die Urteile ber Berufungssenate ist die Revision zulässig: bet solchen, bie zur Zuständigkeit bes Einzelrichters gehörten, an das Öberlkrndesgericht, sonst an bas Reichsgericht. Erheblich Einschränkung erhält die A n k 1 a g e p f 1 i ch t der Staatsanwaltschaft. Auch bas Vorverfahren erfährt durchgreifende Aenderungen. Es wirb onerfnnnt, daß bie heutige Stellung bes Rechtsanwalts int Vorverfahren unwürdig und uilzweckmäßig ist. Die Akteneinsicht muß dem Vertetdiger grundsätzlich eingeräumt werden. Tie Korrespondenz zwischen Ter- tcibii;.". und Beschuldigten darf nicht aus dem Wege der Befchlag- nahme zur Kenntnis der Behörde gebracht werden. Tie Untersuchungshaft kann durch nii^ntthalt^be- hat die Hörmuscheln um den Köpf gel-alten ooer gebunden und „nimmt aus". Und dann: man kann in ein Paar Minuten so viel dem Stenographen „geben", daß spallenlange Berichte über politische Verhandlungen, große Prozesse oder auch Theater-Vorstellungen Wort für Wort mit allen Floskeln, Stilkunsten und Bosheiten, zu gleicher Zeit in vielen Blättern erscheinen können, gleichviel ob sich dec F-all in Berlin, Paris oder London zugetragen hat. Sprechstunde auf der Redaktion. Alle Vorväume, alle Sprechzimmer sind voll von Leuten, die ihren Besuch als äußerst wichtig für die Existenz' des Blattes betrachten. Ta ist der Eckensteher, der irgendeinem Vorfall zu- gesehen bat; vielleicht glaubt ihm ber lokale Teil seinen mündlichen Bericht, auf ein Zehntel veduzicrr natürlich wird er notiert. Man kennt ja seine Leute, kennt die Lügner, bie Entenjager, und bte anderen, die wirklich etwas erspäht haben, woraus man fünf, zehn Zeilen „machen" kann. Der Eckensteher bekommt gleich seine Anweisung an bie Kasse, eine Mark ober »wer ober auch zwanzig, wanns was „Großes" ist. Tann ist ein Komitee ba, eine Abordnung aus beni Verein „Thalia", ber seine 25 fahrige Gründungsfeier begeht. Tie Herren erbitten eine Notiz, bie „ehrende Gegenwart eines Nedaktionsmitgliebes": ein jüngerer Journalist notiert bie Sache für bte befreijenbe Rubrik. Aber auch düstere Geister nahen. Ein Anonymus, der durchaus den eriten Redakteur spreck-cn muß uns sich nicht abweisen laßt. Er, sagt er, weiß etwas von höchster Bedeutung — unwahrscheinlich, zumeist ist's Zuträgerei, Rache cmes cntlasseiien Beamten, aber manchmal läuft doch Wissenswertes unter: so muß man ihn anhören, wenigstens ein Weilck-en, nur tut» natürlich nicht der Chef, sondern ein Redakteur, der seine Leute kennt. Jetzt wartet ein Offizier ober Beamter a. D. Et möchte feine Kenntnisse verwerten, selten genug ist seine Mission von Erfolg bcglehet In ber Regel vertröstet man ihn wie so viele auf vage Empfehlungen hin Lun» nrtnbe Stcllensuchenbe auf eine ferne, schöne Zukunft und notiert höfticherweise ihre Adresse — sonst gingen sie ja nie weg. Dann sind die Armen da, verschämte und unverschämte, oder ein Arzt, ein Pfarrer, der für eure unglückliche Familie Hilfe durch die Zeitung sucht. Es erscheint eine seidenrausck>enbe Dame: sie wirb morgen im Stadttheater spielen, singen, Mächte ihre Aufwartung machen. Diese, wie versichert wirb, peinliche Sille kommt ab. Der Kritiker ist ja fast nie in der Redaktion, er arbeitet meist ju Hause, und ist er ba, so empfängt er kaum. Ein Kollege tritt ein, dos Handwerk zu grüßen. Ein ivmb bringt bas Manuskript seines Vaters . . . und bann sind bie vielen Klienten des Feuille- ronrebatteur» ba, denn er ist ber Gesuchteste. Er hat ja nicht nur Geld zu dergeben für irgendeine akzeptierte Arbeit, er öffnet den Weg zum Ruhm. Zum kleinen Ruhm des Tages — ein Meister unseres Metiers, Ludwig Sfxidel, bat das Feuilleton bie Unsterblichkeit eines Tages genannt — und vielleicht zum Grvßenr auch: Denn in seiner Land liegt die Entscheidung, welche Romane gebracht ivacben — und bas ist nickst nur bie J-rage von einigen laufen!) Mark, sondern auch bie sichere Stufe zur Berühmtheit.. In einem gelesenen Blatt durch 9Jlonate, Tag für -tag,- an erster Stelle genannt unb gelesen sein, bas fdjeint manchen! vergeblichen Weg unb manche durcharbeitete Nacht wert. Darum, ist der F-euittetonredakteur der gesuchteste, aber auch — geplagten«! von allen Kollegen. Denn ihn bestürmt die Echar der Talenh- losigkeiten, die Legion der nichts als Ehrgeizigen. Zu den andern Redakteuren treibt Not, treibt ber Wunsch, etwas zufällig Ge-, scheues tu blankes Geld umzusetzen, — ihm setzen bie lächerlichen, tragikomischen unb manchmal auch 3orn herausfordernden Dichttr- linge, Tüettanten unb Größeirwahnsinnigen zu. Was für Gestalten hat in biesem Zimmer der Stuhl neben dem hoch mit Manuskripten unb Briesen geladenen Schreibtisch unb Regal schon! getragen! Ständig, unermüdlich, trotz aller Abweisungen wieder^ lehrende Gäste, die auf den Nerven des F-euilletonredalleurS tanzen, zufällig Mut fassende, aber von "Natur aus schüchtern« Leute mit dem dicken Aranuskript als Dolch im (Gewände, langhaarige Dichter, die regelmäßigen externen Mttarbeiter des Blattes/ die da kommen, um ihre Stosse mit dem Chef zu besprechen unds das Technische darüber (lang, kurz? heute, morgen ?) zu erfahren, Tann die vielen Frauen. Gott ehre, der Himmel schütze das weibliche Geschlecht, es bringt uns Sonne ins Leben. Aber nicht in die Redaktion. Hier ist die Frau meist, um nicht zu sagest immer — Quälgeist (Im Gegenteil! Wir sind bamit zu fr jedem, Ter Redaktionsichwernöter.) Am häufigsten tritt sie in ber Gestalt ber Ueberfetzerin auf. Alt, jung, nut allen, fast allen itünften; zu wirken bereit. Die Arbeit bes Uebersetzers scheint ja am leich- usteii getan. Ein paar Brocken der fremden Sprache kann doch jedes gebildete Mädchen, und nun los! Aus alten französischen Zeitschriften, neuen Romanen, aus der englischen, italienischen^ aus der skandinavischen, bisher noch ungeschützten Literatur ttnrd übersetzt. Meist schlecht genug. Denn die große Frage geht ja nicht nach dem besten Ausdruck für ein fremdes Dichterwvrt,' sondern nach der besten „Plazierung" der Uebersetzung. Und wer weiß, wie viele Gänge nötig sino, um etwas anzuvringen, wie schlecht so eine Uebersetzung bezahlt wirb, und daß bie paar eintrög-s lichen fremden Literaturwerk von Agenten il Verlegern angekauso werben, die dann pro Bogen ein paar Mark Uebersetzungsgebühr zahlen — der malt sich wohl gelegenttich bie Nächte aus, bie fo, ein armes, oft schon grauhaariges Ding am Tische sitzt; er würde nicht spotten — wenn nicht die Uebersetzerinnen so unmäßig viele Sünden gegen den heiligen Geist der deutsch. Sprache begingen. O Ehrgeiz, Ruhmsucht, o traurige Befangenbeft im Dichter- wahne — euch lernt man in der Feuilletonreoaktstm kennens Aur dem Leben einer Tageszeitung. In Velhagen u. Kiasings Nronatslstften plaudert W. Fred- Wien im September hefte recht anziehend über den -Betrieb in Zeitungswesen, dem wir folgendes entnehmen. Von den Mittwnen Menschen, bie ihre Zeitung lesen, mit oen Naaricksten über Ereignisse, die kaum geschehen fiiib, und vielleicht gar Bememungen dazu, Erklärungen, bie manchem das kurze Telegramm auch schon auf seine Bedmttlng hin anslegen, — von ihnen weiß ferner wie bie Sache wird, dec Bau geschieht, das Kind auf die -velt kommt. Ja selbst Leute von Vilbnng, die -Lag für Tag mehrere Blätter lesen oder doch durchselyen — denn eine unserer großen Zeitungen wahrhastig lesen vom Anfang bi- zum End«, das könnte sich nur ein Müßiggänger leisten und auch der hatte dann auf diesen Titel keinen Anspruch mehr — also auch von den tkach- denkenden, ja gar von Leuten, die, selbst schon Hw und da etwas haben drucken lassen, weiß doch mit keiner wie die Rader sehen, wie der 5?ase läuit, hat kaum einer eine Ahnung von der Verzweigtheit journalistischer, kaufmännischer und michanifcher Arbeit, die geschehen sein muß, damit sie zur r.asten Zett Mahren was im ssteichstag ein Zwischenrufer zu bemerken |id> Sprüngen fühlte was in China die Hofkamarilla dem Kuner befahl, wie weit die Poli'ei auf ber Spur des Kiiidernwrders in der Stabt L. ist, ob in Paris eine Soubrette ihren Schmuck verloren hat odcr ver- loren M haben behauptet: wies mit ben Kurien, dem Bantzin^ M b™ ameritaniid^n Simen fte&t, ob em bekommen 1-abeu, eine Wa|ch?cau ihre Diertste anbictct . . - die Liste ginge viele Zeilen unb Seiten fort. Denn das ist M das C^- rakteristische ber modernen dmitichen und o'^rcrchüch^r Blatter, baß sie verschiedene Eigenschaften uiibebingt v^men mufieu, um selbst den Kampf ums Dasein auslyatten zu tonnen, ^^ua^t der Nachricht unb Fülle oenchiedener ^Heine, . ,uminwn bann noch bie Reste von litcrari|dr;vihenfd)a|tlid)en ^S^igen- S-rüher, etwa als Herr von Cotta seine Augsburger ^(diei^itne Münchener) Allgemeine Zeitung, als ^stes ^utlck^ ^atto und Wellblatt in Ruhe drucken ließ, war von Aktualität m unstrm Sinne keine Rede. Tic vauptsaä>e luarbama.^bte wNstnickiait liche Beilage: dazu traten politisck)« und diplomatuche Tie Hast um Nachrichten i|t neuen xatuin*, üincntttnndjcr w Jt Tie tausend Wichtigkeiten unb Nicht igle ibm und gar die Dm^ng des Ereignisses unb den ^linunimgsbericht, da- ^^fertc d s zum letzten Jahrzehitt ber Kvrresponbent, der fchneb seine Br efe d« Post gab. Erst Ende bes 19. ^ahrlyunberls, mit der ^rbllligung der LelegrMnmgebühren, kam die Kaste ixr nicht ^elstlchrciben den, sonoern telegraphierenden Journalisten auf. Us'd bas ^ Jahrhiinben hat dem norreiponbenten bie L'eder aus der Hand genommen: jetzt wirb telephoniert ober, wie man bum ^aufagi, ^bichen", und am anderen Ende der Welt fitzt ein Stenograph, JoKerntt J 1 bej ic» 23 P,°les Sten Qua ^ebc% tn. anberen 3-nr • 3elNt. (epor. SiÄiSi: jwss? “’Säli'S \ Knuten ein" ist. An den Vereinigten österreichischen Röhrenwerken ist wohl tschechisches Kapital beteiligt, aber in der Hauptsache doch deutsches. Unter den Arbeitern dieses Werkes sind natürlich auch Tausende von Tschechen, aber — leider auch Deutsche, den der echte Tscheche doch nichts zu verdienen geben kann. Man hat also nun im Prager Stadtparlalnent oie Vergebung dec Lieferung bon Rohren an eine französische Firma beschlossen, obgleich die österreichische uni 300000 Kronen billiger liefern tvollte. Damit ist die S fort uno fuhren im '.’üiiomobil in rasendem Tempo davon. Einer der Detektive konnte nicht mehr rasch genug m daS Automobil einsteigen und wurde verhaftet. Erst in Stuttgart gelang cs. das Autonwbil anzuhallcn uno die anderen Entführ.c zu vcr hasten. Das Stuttg. Tageblatt meldet darüber: Gestern mittag stopple vor einem Hause d-n: Kötügstraße ein weißrS Autonwbil, in dem sich ein Herr und eine Dante befand. Der Chauffeur, sowie der Herr verließen das Auto, augenscheinlich um bat Benzin Vorrat zu ergän-ci». Während deS Aufenthalts nun näherte sich ein Sichcrheitsbeaniler unauffällig dem Auto, lüpfte die neben der Dame liegende Reifedecke, unter der sich aldualb ein zirka sieben jähriger Junge zeigte, den der Beamte sofort and dem Wagen nahm und auf Grnud eines vorhandenen >zastbcfcl>is die Dame, sowie den Jungen verhaftete und diese vorläufig in einem hiesigen Hotel unter Beivachung unterbraäftc. — Dieses Vorkommnis steht im Zusauimenl-ang nut einem vor zirka drei Monaten von uns veröncntlichtcii Fall, in weld-cm auS einer Schule in Konstant ein sieben jähriger itimbc von feinem Vater entführt wurde. Tic Eltern dieses Knaben waren gerichtlich geschied it und die Hinter dem Vater Augcfpcodicn, und da die Mutter der Kinder die Herausgabe des Knaben benoeigerte, gelang es Dem Vater, ben ?lus- enthalt deS Kindes zu ermitteln, auf diese Weise in dessen Besitz M gelangen und den st'naben in der Nähe von Mannheini un- icrjubringaL Ein Privatdeiektw-Inftitut, an daS sich hieraus die Mutter gervcndet hatte, ermittelte Den Aufenthalt des Knaben und inszenierte eine Erttiuhriing, die gelang; aber die Polizei, die auf telegrapbijdKin Wege von ban Vorfall in Kenntnis gesetzt war. sing die Dcucker mit dem Kinde in Stuttgart ab. Dem Privatdetektiv, der die Tarne begleitete, gelang cs, zu entkommen. Die iimuc Angelegenheit hatte heute vormittag 9 lllw ein weiteres '.•iadifpiel: Die Taute hatte sich von ihnm Hotel aus in Vegi eituiig des Knaben und de» chr beigcgcbcncii Schutzmanns in Zivil imch dem Hauptpostamt begeben, wo sic m der Halle her -tclcgrammamiabnic ein Telegramm auigeben wollte. Zlw srüherrr v. Ihgc.te Ixitlt vor ^.nn Hotel bcobach:et. daß die or t zusammen lucggingen Er folgte ihnen in das Vosianu nach Torr kam rs zu einer aufregenden Szene Ter Maim glaubte, seine Frau wolle i deS ibm unbekannten Herrn enl- I fliehen. Der 9)tann schrie nnb tobte uno trollte ben Knaben der oem einer ter Gegner, btr CiRolcnbuell hart. bet un Tegeler Forst bei Berlin ein Am Tlonlafl £ Mill.oae» Dollars. Vaillant’s w^;Sfs"- „Geyser“ und automatische Heisswasserapparate a R. P. u»d O. R. P wve-r^M. Grösste und bedeutendste Specialfabrik für Gas- Badeöfen. Verkauf nur durch die Inetallatione- geschäfte. Kataloge kostenlos und portofrei. Drucksachen aller Art liefert In Jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die ßrühl’eche Universität»-Druckerei. 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Verwandten, Freunden und Bekannte'n die traurige Mitteilung, dass unser lieber, guter Sohn und Bruder Giessen (Schanzenstrasse 22), Tingha (Australien), den 1. September 1908. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 3 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. Heute morgen % 7 Uhr entschlief nach kurzem, schweren Leiden unsere innigstgeliebte, treue Tochter und Schwester Fräulein Elisabeth Euler Wir bitten um stille Teilnahme 07210 Giessen (Ludwigstrasse 14), den 1. September 1908. JllderPmatklageWe F reib en k 5148 Heute und morgen lL'/, CrfnenflciSrf) Vld. 5R 4?fn. Stukateurs Philipp des ein. Danksagung orWdwlM Ä Feinste französische I GoH-Traubeu I Die trauernden Hinterbliebene» Friedberg, Darmstadt, Bad Nauheim, Biebrich a. Rh. Vertreter 5141 d. A. V- 1 )ZI Brei Tropfen Roth in Giessen. Verlag von Emil D1/. iFreund u. H elfer | I mit der Schutzmarke: iHund u. Katze,) F-Der Dienstboten Metall-Politur H. Elsoffer, Rechtsanwalt. 07212 1908. beim Anwalt rc. Lich, den 31. 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Ter Vergleich wird im Gießener Anzeiger veröffentlicht auf Kosten des Beschuldigten und dem Kläger die Publi- lationsbesugnis zugesprochen. Die Kosten des Verfahrens trägt der Beschuldigte incl. der dem Kläger entstandenen Kosten Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Chr. Ph. Euler Wwe. und Kinder Dem auf die Dauer von 2 Monaten vom 1. k. .Mts. an beurlaubten Gr. Gerichtsvollzieher Seipel dahier ist der Gerichtsvollzieher - Aspirant Morr in Gießen als Die Beisetzung findet am Donnerstag, den z. September, nachm. 4 Uhr von der Kapelle des alten Friedhofes aus statt. Neue Kartoffeln Perle v. Erfurt, zu den billigsten "Äen5- Hantel, | Neuen Bäue 7. Telephon 612. per Pfund 28 Pfg. In Kisten ä 4 und 8 Pfd, per Pfd. 26 Pfg. Brutto „ Körben ä 17 Pfund.....24 „ für „ ä 20 „ „ 20 Netto. .Fabrikant": Fritz Müller Jun. k Göppingen -Zi»nmrrwohnuug mit ichöncr Berauda auf Oktober ob er i pa irr irei. Kaiser Allee 19. Mansarde. 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