Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion.e^ilL, Tel.-AdruAnzeigerGießen. Die .Lage in Marokko. London, 3. Aug. Die heutigen Meldungen aus Marokko lassen deutlich erkennen, daß ein allgemeiner heiliger Krieg der mohammedanischen Eingeborenen gegen die Europäer ausgbrochen ist. Aus Tanger kommt heute die Meldung, daß auch Deutsche in Sifrou (sechs Wegstunden von Fez) von Berbern angegriffen worden seien. Auch gegen die Engländer richtet sich nunmehr ebenfalls die Wut der Eingeborenen. In A l k a z a r, das von Eingeborenen vollständig umzingelt ifV wurde der engl. Konsul Car le ton angegriffen. Fünf Diener des Konsulats wurden grausam ermordet; Carleton selbst entkam noch vorläufig und verbirgt sich jetzt in dem Hause eines befreundeten Juden. In El Ksar hatten die bewaffneten Diener des englischen Konsuls einen heftigen Kampf mit den Soldaten des Gouverneurs. Die Stadt Rabat ist von fanatischen Marokkanern umzingelt, sodaß alle ansässigen Europäer in großer Gefahr schweben. In Casablanca drangen die Marokkaner in den christlichen Friedhof und schändeten die Gräber der dort beerdigten Europäer. Aus anderen Städten kommen ähnliche Meldungen über den dort herrschenden Fanatismus. Die Lage deS Kaid Mac Lean erscheint absolut hoffnungslos. Tie Truppen, die entsandt waren um ihn zu retten, sind en die Flucht getrieben worden. — In Casablanca spülte die See die Leichen der ermordeten Arbeiter auf den Kai; die Mauren verbrannten sie. Die spanische Kolonie suchte im spanischen Konsulat Zuflucht, die Franzosen gingen auf ein britisches Schiff, sie sollen auf das französische Kriegsschiff übergeführt werden. Ein bitt. Torpedoboot traf aus Gibraltar in Tanger ein und ging nach Westen weiter, wahrscheinlich nach Casablanca. , Paris , 3. Äug. C l e m e n c e a u hat aus Karlsbad em Telegramm gesandt, worin er alle, vom gestrigen Ministerrat getroffenen Maßregeln billigt. In diesem Ministerrat soll eine gemeinschaftliche Aktion Frankreichs und Spaniens vereinbart worden sein. Insgesamt sollen 3000 Mann beider Nationen gelandet werden. Ter Oberbefehl wird einem höheren französischen Offizier, wahrscheinlich einem Vizeadmiral übertragen werden. — Eine Beschießung Casablancas soll vermieden werden Die Maßnahmen werden den Mächten mit dem Bemerken notifiziert, daß Frankreich und .Spanien im Namen der Algeciras möchte Ordnung schaffen. e , — Das Einver st ändniSzwrschenF rankreich und Spanien bezüglich der in Marokko zu unternehmenden Schritte ist vollständig. Mau weiß aus guter Quelle, daß auch alle Mächte die französisch-spanische Intervention billigen. Für die Kabinette von Berlin und Rom haben dies die Botschafter Jules Cambon und Barrere bestätigt. Päris, 4. Aug. Wie „Petit Parisien" meldet, wird der französische Admiral Philibert den Oberbefehl über das nach Marokko zu esttsendende franMsK-spanische Geschwader über- tion festzustellen. Die Zusammenkunft in Swinemünde sei ein erfreuliches Zeugnis des stabilen Gleichgewichts, das sich zwisckfen den Hauptmmppni der großen europäischen Mächte herausgebildet habe, sie sei ein erfreuliches Symptom der allgemeinen politischen Lage, ein Beweis für die herzliche Wärme des Verhältnisses zwischen den beiden Souveränen und für die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland. Die österreichische Monarchie könne sich eines solchen .Verhältnisses zwischen Deutschland und Rußland, das mit ihren eigenen Intentionen so völlig im Einklänge sei, nur freuen. Auch Oesterreichs warme Shm- vathie n seien der Zusammenkunft der Kaiser Nikolaus und Wilhelm gewidmet. Das Deutsche Reich sei Oesterreichs Alliierter, Rußland seit vielen Jahren Oesterreichs Freund. Das vor Jahren hergestellte Einvernehmen zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland über die B a l k a n f r a g e sei immer mehr ausgstaltet und vertieft worden. Die Balkanpolitik der beiden Mächte habe immer mehr die Zustimmung aller Mächte gefunden. Oesterreich-Ungarn habe die neuerliche Klarstellung deS Einvernehmens zwischen ihren Alliierten und dem befreundeten Rußland zweifellos als Aktivum auch in seiner politischen Rechnung zu buchen, kein anderer Staat habe aber auch das Ergebnis von Swinemünde als Passiv um in seine Rechnung einzustellen. Tie Zwecke der Kaiserzusammenkunft seien gegen niemand gerichtet, und man habe niemals Grund, sie zu beargwöhnen. W i e n, 4. Aug. Die hiesigenmaßgebenden Kreilr begrüßen die Entrevue in Swinemünde mit ungeteilter Sympathie. Man verweist darauf, daß die österreichische Diplomatie stets bestrebt gewesen sei, ihrerseits zur Herbeiführung intimer deutsch-russischer Beziehungen beizutragen. Rom, 4. Aug. Ein Leitartikel der „Tribu na" führt aus, die Begegnung in Swinemünde wie die bevorstehende Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit König Eduard tun dar, daß nicht nur die Isolierung Deutschlands aufgeb ö r t, sondern daß auch die Tendenz der deutschen Politik friedlicher, denn je geworden ist. Paris, 4. Aug. Bisher fyat es die Regierung vermieden, Winke über den möglichen Zusammenhang der Swinemünder Begegnung mit Frankreichs Zielen in der auswärtigen Politik zu geben. Wie in Pichons Umgebung kräftig betont wird, sieht Frankreich die Sicherheit seiner Bündnisse und Freundschaften keineswegs gefährdet. Man ist zwar überzeugt, daß in Swinemünde viel von Frankreich gesprochen werden würde, und das Zustandekommen neuer dem allgemeinen Friedensbc- dürfnis Rechnung tragender Verträge erscheine nicht ausgeschlossen; doch würden solche Neuerungen sich gewiß nicht ohne Frankreichs Vorwissen vollziehen. Darum könne Frankreich mit voller Zuversicht die Ergebnisse dieser Monarchenbegegnung erwarten. Swinemünde, 5. Aug. Gestern mittag gegen 11 Uhr And an Bord der Kaiserjacht Hohenzollern ein Gottesdienst stiatt, an dem auch dep Zar teilnahm. Kaiser Wilhelm las die Andacht und hielt die Predigt. Punkt 12 Uhr verließen beide Monarchen die Jacht, um dem Wettrudern von Kriegsfchiffbooten beizuwvhnen. — Ter Zuzug von Fr emdenhat am gestrigen Sonntag seinen Höhepunkt erreicht. Sieben E^tvazüge brachten aus Berlin große Scharen von Ausflüglern, ebenw der Dampfer aus Stettin. Zum Diner, das gestern abend auf „Deutschland" stattfand, holte der Kaiser den Zaren ab. Ter Zar schenkte der Offiziersmesse der „DeutschAnd" nach dem Ejsen eine grvßej silberne Bowle mtt einem wertvollen Löffel. Als Re- gattapreise vertei lte der Zar eigenhändig Goldf- stücke und Silber-Rubel. — Gestern mittag fand im Kürhause ein Festessen zu Ehren der Anwesenheit der beiden Kaiser statt. Heute um 8 Uhr wird die gesamte Flotte die Anker lichten. Um 9 Uhr beginnen die Hebungen und im Anschluß daran wird ein Gefecht mit Durchbruch der Torpedoboote^dem Zaren vorgeführt. Um 2 Uhr wird die Flotte wieder vor Swinemünde vor Anker gehen. Abends findet große Jllumistation der gesamten Schlachtflotts statt und ein gwßes VrillantfeuerwerZ'rvird von ihr abgebrannt. nehmen. Tie französischen Truppen wird General Druide 6ex fehligen, der schon früher Beweise dafür abgelegt hat, daß er mit der arabischen Bevölkerung umzugehen versteht. Morgen werden alle Mächte von den gefaßten Beschlüssen in Kenntnis! gesetzt sein. In Toulon sind alle Vorbereitungen zur Abfahrt dreier Kreuzer getroffen worden. Sie werden Oran und Mers- El-Kebir anlaufen, bevor sie nach Tanger und Casablanca abgehen. Tie französische Kvlonie in Tanger äußerte in einer) gestern abgehaltenen Versammlung den Wunsch, daß Frankreich energisch und prompt Genugtuung für die Massakres verlangen möge. Außerdem wurde das Verlangen gestellt, an die Franzosen in Marokko Gewehre zu vertellen und eine Miliztruppe zu bilden. Diese Wünsche werden dem französischen Gesandten unterbreitet werden. — Tie Lage in Casablancas scheint immer noch ernst zu fein; die Stadt ist von zahlreichen be-^ ritten en Truppen umgeben. Alle Läden sind geschlossen. 200 Spanier haben im spanischen Konsulat Zuflucht gesucht. Ties Franzosen befinden sich noch immer an Borv des englischen Kreuzers. Tie Leichen der französischen Arbeiter sind im Gartest des französischen Konsulats beerdigt worden. Tas neunte Opfer des Massakres ist noch nicht identifiziert. Von drei weiterest Europäern ist mlan ohne rede Nachricht. Das Eintreffen des! französischen Kreuzers Galilße hat zwar einen guten Eindruck gemacht, das Schiss verfügt jedoch nicht über genügend Mann-, schäften, um erfolgreich vorgehen zu können. — Ter französische Minister des Aeußern, Picho n, machte gestern mehreren Botschaftern, welche seine Hierherkunft benützt hatten, um verschiedene schwebende Angelegenheiten mit ihm' zu besprechen, Mitteilung .über die von Frankreich anläßlich der Vorgänge von Casablanca geplanten Maßnahmen und hob hervor, daß Frankreich auch diesmal lediglich Vorkehrungen zum Schutze seiner Staatsangehörigen und der übrigen Europäer foitrie zur Herstellung der Ordnung in Mprokko beabsichtige. In verschiedenen halbamtlichen Noten wird nachdrücklich betont, daß es sich nicht um eine Expedition, sondern 1. um; Maßnahmen zur Erlangung einer exemplarischen 'Sühne handle, wie sie die Würde Frankreichs gebieterisch erfordere und 2. um die durchaus iiotrvenbigen Vorkehrungen um das Leben der Europäer zu schützen, bis eine Polizei organisiert sein werde, zu welcher miau mehr Verttauen haben könne. Madrid, 4. Aug. Eine offiziell« Information bestätigt, daß die Kabylen uml Casablanca den spanischen Friedhof schändeten. Tie gesamte Kriegsflotte wird in Cadix bereit gehalten. Landeskonferenz der Sozialdemokraten Heftens. Der diesjähr. Parteitag der Hess. Sozialdemokraten hat am 3. und 4. August in Friedberg stattgesunden. Nach dem Kassenbericht wurden an die Zentralkasse in Berlin 4 562Mk. abgeführt, nahezu doppelt soviel wie im Vorjahre. Bemerkenswert waren die Ausführungen des Abg. Dr. David über Selbstkritik und Aufstellung eines Agrarprogrammes. Viel unsympathischer, so führte er aus, sei ihm das Zusammengehen mit dem Zentrum als das mit einer Blockpartei. Diese Ausführungen fanden vielfach Widerspruch. Einen sehr weiten Raum in der Debatte nahm die sog. Pcinzengratulation ein. Zum Schluß wurden verschiedene Anträge angenommen. Die Abänderung des preußischen Wahlrechts. Frankfurt a. M., 4. Aug. Die sozialdemokratische „Volksstimme" will erfahren haben, daß Fürst Bülow bei Beginn der neuen Landtagssession die Abänderung des preußischen Wahlrechtes verkünden werde. Die Grundzüge dieses neuen Wahlsystems seien allgemeines, direktes und geheimes Wahlrecht, allerdings mit Pluralstimme für Besitz und Bildung und ständischer Vertretung der Landwirtschaft durch Delegierte der Landwirtschastskammern. Dieses neue Wahlgesetz soll von dem 1908 zu wählenden preußischen Landtag genehmigt werden und sei zwischen Friedrich Naumann und dem Fürsten Bülow als Entschädigung des Freisinns für seine Blocktreue verabredet worden. Der Artikel erregt großes Aussehen, obwohl man seine Einzelheiten teils für Kombination, teils für Mystifikation hält. Antiklerikales in Italien. Mailand, 3.August. Aus Mantua werden ebenfalls wie gestern aus Spezia Unruhen berichtet in Zusammenhang mit dem Sittenskandal. Eine Bande Kundgeber plünderte die Kirche und steckte die Kultusgegenstände in Brand. Aus Genua wird berichtet, daß die Kundgeber versuchten, das Kollegium der Salesianer anzugreifen und in Brand zu stecken. Die Salesianerbrüder verteidigten sich durch Nevolverschüsse. । — Die antiklerikale Bewegung, die aus Anlaß der jüngsten Skandale in den Klöstern ausgebrochen war, scheint nachzulassen, da es sich herausstellt, daß Kinder mit perverser Phantasie falsche Anschuldigungen erhoben haben. Die klerikalen Blätter wehren energisch die Verleumdungen sowie die tätlichen Angriffe auf die Geistlichen ab. In Rou; wurden aus der Polizei 200 Waffenscheine von Geistlichen gefordert. Auch der Vatikan denkt an eine energische Aktion durch einen Protest bei den auswärtigen Mächten. Turin, 4. August. Der Präfekt ordnete die sofortige Schließung der hiesigen Salesianer Schule an. Bei der Erstürmung des Salesianer Erziehungsinstituts in Sampierdarena verteidigten sich die Salesianer mit Gewehren und Revolvern. In Spezia weigerten sich 40 Marinesoldaten, gegen die Bevölkerung vorzugehen. Iie dritte Säkularfeier der ^udovtciana. IV. ■ Gießen, 5. August 1907. Der Abschiedsfrühschoppen am SamStag vormittag vereinigte Akademiker und Bürger in sehr großer Zahl in der Festhalle. Musik und gettwnfame Lieder unterhielten die Festteilnehmer aufs beste. Die Leitung hatte in liebenswürdiger Weise Minister Braun Exz. übernommen. Er führte sie in humorvoller Weise durch, so daß bald ungezwmigene Heiterkeit herrschte. Am Abend sand dann dis D;e Klllservegeftnung vor Swinemünde. ' Stettin, 3. Aug. Der „Stell. Abenp." wird aus Swine- , libtbe gemeTbet: Nfach b'elt Flaggenparade an Bord £ r „D oheuzollern" verließ l|aS Kaiserschiff 'gegen 9 Hkft i cglcitet von dem Kreuzer „Königsberg" und dem Depeschenboot । Sleipner" den Hafen. Tie im Hafen liegenden Avisos „Blitz" nd „Pfeil", sowie dias Stationsbvot „Carmen" und die Jacht 1 Jdunta" 'haben über den Toppen geflaggt. Eine Flvtille der im , wen liegenden Torpedoboote verließ ebenfalls den Haftn und ampfte seewärts. Um 9^2 Uhr wird am Horizont eine Rauche । >olke sichtbar: die russische Kaiserflotte kommt! Vor- । n der „Standart" mit dem Zaren an Bord, gefolgt von den ttincnErenfrern „Pogranitfchnik", „Sibirski Strebnik" und „Ock-ot-^ । ifz. Von der „Hohenzollern", die sich inzwischen der russischen , laiserflotille dicht genähert hat, loird das Fallrepp herabgelassen,. wischen den beiden Kuiserschifferi werden -wer Boote sichtbar । nd blatt) darauf sheigt auf dem „Standart" die deutsche Kaisev- ! andarte auf. Hieraus wendet der „Standart" und nimmt Kurs uf die deutsche Höchseeflotte, gefolgt von der „Hohenzollern" । nd deren Begleitschiffen. Als der „Stzandart" in die Linie! N er deutschen Kriegsschiffe einbiegt, dröhnt der Salut aus allen 2 ^schützen, während die stinken Torpedoboote und ziahlreiche Privat- Z ampfer die Flotte umschwärmen. Auf den deutschen Kriegs^- =9 chiffen hatten die Mannschafteii uni) Offiziere in Gala Auf- *1 elluirg aeiumtmen und die Musikkapelle intonierte die russische )vmne. Darauf nahmen der „Standart" und die „Hohenzollern" ie Parade über die Flotte ab. In Swinemünde sind enorme Nenschenmengen zichrmmengeströntt; das Wetter ist kühl und II] egendrohend. f Swinemünde, 4. Aug. AlS der „Standart" die „Hoheiv- ollern" erreicht hatte, brachte die deutsche Mannschaft drei Hurras ms, währeiid die MusÄ,' die russische Nationalhymne spielte, niöer Kaiser hatte russische Admiralsuniform und das Band red Andr-vasordens angelegt. In dem Boot, in dem Kaiser Wil- ri iclrn zum „Standart" fuhr, saß neben dem Kaiser Fürst Bülow n Husarenuniform. Außer dem Reichskanzler fuhr im Boot wch Staatssekretär v. Tirpitz. Als der Kaiser den „Starrdart" l5/l:errat, spielte dessen Kapelle „Heil Dir im Siegerkranz". Kaiser 'iikolaus enipfing auf dem ,Maiidart" Kaiser Wilhelm aufs »er-lichste. Die ruffffche Kaiserjacht setzte sogleich ihre Fahrt fort. L«r Kaiser zog sich mit dem Zaren in einen besonderen Salon _n einer Bespre chun g unter vier Augen zurück, wüh- g end Fürst Bülow und der russische Minister Iswolsky auf Deck W den falls ein Gespräch ohne Zeugen hatten. Gegen 11 % Utjo “ cgaben sich alle Admirale der deutschen Flotte unter Führmcg ng -ed Prinzen Heinrich an Bord des „Standart", um sich beim Zaren zu melden. Auch Prüiz Adalbert nahm an der Defilierkouv eil. Um 12 Vi Uhr verließ der Kaiser unter dem Salut des M ,Standart" das russische Kaiserschiff. Gleich darauf stattete. 1,1 ter Zar geschmückt mit dem Bande des Schwarzen Adlerord-ens! >ern Kiaiser einen Gegenbesuch auf der „Hohenzollern" ab. ay Ler Zar sah sehr blaß nni> stark gealtert aus. tjj — Bei der Be-rüßung umarmten sich die beiden Kaiser ns lud küßten sich ttuf die Wangen. Kaiser Wllhelm verlieh zahl- , ] eichen russischen Offizieren HoheOrdenSauszeichnungen. t Uxn Montag findet eine gro ße Hebung der Schla cht- lotte statt, zu der sich die beiden Monarchen voraussichtlich > uif bem FlottenflagAschifs „Deutschland" einschiffen werden. —Die Abreise de§ Zaren erfolgt Dienstag früh, die Kaiser Wilhelms Dienstag nachmittag. — Ein komisches Zntsrmezzo bei Gelegenheit des Besuches der russischen Flotille otrd viel belacht. Wie sich bei Ankunft der russischen Schiffe -erausstellte, fehlte an Bord jeglicher Proviant, sodaß der russische in Stettin und der DizeLonsul in Swinemünde gezwungen wwen, den ganzen Tag herumzulauseu, um Proviant zu be- orgen. FleM wtar in genügender Quantität sehr schnell zu er- 4 .angen, der Mehlbedarf ist aber bisher nicht gedeckt. — Das Programm für das Seemanöver ist fol- ;endes: Durch die Hochseeflotte soll Swinemünde in großem Zogen eingeschlossen werden; die Torpedoflotte soll versuchen, i )ie Blockade zu durchbrechen. Ziele in Form von Panzerschiffen verden durch die Bucht geschleppt, nach ihnen soll geschossen verden. — Samstag abend fand auf der „Hohenzollern" ein großes Galadiner statt, bei welchem der Zar Gast des Kaisers oar. Sonniag findet auf beiden Kaiseryachten Gottesdienst statt, _and am Ab^rd wird aus Anlaß des Namenstages der Zarin auf der Dacht „Standart" ein Galadiner gegeben, V vo Kaiser Wilhelm Gast des Zaren sein wird. Berlin, 3. Aug. Wie der „Post" auS Petersburg ge- melbet wird, hatte der Minister des Aeußeren v. Iswolsky •W joc der Abreise nach Swinemünde noch eine längere Be- prechungmit demösterreichisch-u.ngarilch^n Bot- Jlj cha fter, und es wird daraus geschlossen, daß cs sich hierbei eil um die Entrevue bei Swinemunde sowohl^ als auch um die ei» Begegnung des Kaisers Franz Joseph mit König Eduard in o» Zschl gehandelt habe. Es unterliege keinem Zweifel, daß die cherreichisch-ungarische Diplomatie bei der Anbahnung freund- ^ichaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland unt) Rußland eifrig mitgetoirlt habe, und ganz besonders sei seitens des Freiherrn Lo. Aehrenthal die Erreichung dieses Zieles geförderr worden, inj Mit der Flottenrevue wird einem ausdrücklichen Wunsche in»de§ Zaren entsprochen, der sich nach den Erfahrungen mit ian Der russischen Flotte im Kriege mit Japan jetzt ganz besonders sür die Nöarineangelegenheiten interessiert. Man glaubt auch, Äoaß er sich bei der Wiederherstellung der russifchen Flotte yDie d eutsche Flotte als Muster nehmen will mid hierin oon Kaiser Wilhelm unterstützt zu werden wünscht. J Petersburg, 3. Aug. Die „Nowoje Wremia erklärt, «Sder Meinungsaustausch zwischen den beiden Mi- «ermiistern in Swinemünde werde ohne Zweifel auch dic- ^lenigen neuen ftiedlichen Uebemntommen berühren, über die zwischen den europäischen Mächten llnterhandlungen schweben, \ so die wirtschaftliche Annäherung zwischen F.rank- 3* r e i d) und Deutschlan d, der die politische bald folgen ^dürfte, sodann die an g lo-r u ss i s ch en V er h a n dl u n g en J welche natürlich in keiner Weise die guten nachbarlichen Be- ! ziehungen zwischen Rußland und Deutschland stören dürfen. 1C6 Trotz Der Verlängerung des Dreibundes auf wertere sechs Jahre ult fühle Deutschland eine gewisse Vereinsamung unter Den europäischen Mächten. Infolgedessen könnte Rußland auf oer A Basis der Gegenseitigkeit Deutschland inbezug.auf sein Verhältnis Im zu Frankreich und England einen großen Dienst leisten, ttuf diese Weise werde die Monarchenzusanimenkunft nicht nur eine Höfiichkeitspflicht erfüllen, sondern auch dem Friedenswerk for- ,../^Wien^ 4. Aug. Das „Fremdenblatt" konstatiert in s, bet Besprechung der Swinemünder E n t r e v ue , daß es, wie bei" der letzten Begegnung, so auch heute Swischen Ruß- fjtj land und deni Deutschen Reiche ferner Auseinandersetzung und keiner besonderen Verständigung bedürfe; nicht einmal e:n deuffch^ nf feindlicher Scharfsinn würde diesmal, wie nach der Zusamuien- B1 kunft von Vioerkoe, die Meldung ausklugeln können, daß der deutsche Kaiser den Kaiser von Rußland /)ber die inneren ttnge- legenheiten seines Reiches berate. Natürlich würden die großen 1 Probleme der auswärtigen Polittk erörtert werden, aber es gelte nicht, eine neue politische Situation zu lcyaNen, sonder" nur das Einverständnis in der Beurteilung der gegebenen ^rtua- «rtL Zweites Blatt L57. Jahrgang Montag 5. Auguft 1907 Erscheint Egllch mit Ausnahme des sonntags. A X Ab A AA Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen säsääi: MEMMk UEUWW „Kreisblatt für den Kreis Gietzcn" zweimal V HM M W -ä V | wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint —l General-Anzeiger für Gberheffen vermischte«. »X Bit \ ü u 1 1 I n pi Dl F ßf b h g D V V H' e C a b' n . [J ^tarl) urg, 4. Aug. Der Rektor unserer Universiäj Prof. Dr. v. Sybel, spricht der Studentenschaft in einen! Anschlag am schivarzen Brett der Universität herzlichen Dank! ür die Ovation gelegentlich der Rektoren-Konferenz aus. -J beabsichtigte Umwandlung der Pferdebahn in eine elek. Irische Bahn soll 450 000 Mk. kosten. Beim Gottesdienst in der Stadtkirche gedachte gestern Pfarrer v. Schlosser der Jahrhundert- feier der Ludoviciana. Er hob hervor wie auch für das Leben der evangelischen Gemeinde die Hülfe und Mitarbeit so manchen Hochschullehrers von hohem Werte aewesen sei und nannte als Beispiel treuen Wirkens im Dienst der Gemeinde den jüngst verstorbenen Geh. Hosrat Albreckt Thaer. J Festvorftellung ihre zweite Wiederholung. Auch diesmal wieder fanden die einzelnen Darbietungen, die bei der Besprechung der ersten Aufführung bereits entsprechend gewürdigt wurden, den lebhaftesten Beifall. Am Sonntag nachmittag bewegten sich dann Tausende von Menschen zum großen, allgemeinen Volksfest, ** Verhüteter Bahn Unfall. Am Freitag wäre bei dem 9 Uhr 17 Min. hier abgehenden Perfonenzlig Gießen— Londorf—Grünberg beinahe ein großes Unglück entstanden. Der Lokomotivführer bemerkte beim Neustädter Tor zwei Männer und drei Stück Vieh mitten auf dem Bühn- geleis und konnte Dank seiner Aufmerksamkeit gerade noch rechtzeitig den Zug zum Stehen bringen, um das lieber Preisgekrönte Turner. Bei dem gestrigen 3. Spichererbergfest beteiligten sich auch 2 Mitglieder des Männerturnvereins Gießen. Sie erhielten bei starker Konkurrenz beide gute Preise, nämlich Turner Emil Bürk den 8. mit 34 Punkten und Turner Kapey den 11. mit 32% Punkten. Dicbstähle. Einer Wirtin wurden am Samstag aus ihrer Schlafstube 180 Mk. gestohlen. Bei ihr logierten etwa 40 Personen und unter diesen wird wohl der Täter zu suchen sein. — Auf dem Bergwerk wurde in der Zeit von SamStag bis heute früh eine Arbeiterbilde erbrochen und daraus eine Anzahl Kleidungsstücke gestohlen. — In der Marburgerstraße wurde am verflossenen Samstag vor einer Wirtschaft em Fahrrad gestohlen, während sich der Eigentümer des Rades iin Lokale befand. — Auf der Herberge mürbe heute nacht einem Handiverksbiirschen das Portemonnaie mit 19 Mk. von einem Schlafkollegen gestohlen. Als der Bestohlene erwachte, ivar der Täter bereits abgereist. — Gestern morgen vermißte ein Arbeitgeber dahier feinen Hausburschen, die Tür seines Schlafgelasses ivar von innen verriegelt. Als geöffnet wiirde, fand sich, daß der Bursche durchs Fenster das Weite gesilcht unb einen Koffer, sowie ein Paar Schuhe des Arbeitgebers hatte mitgehen heißen. ** Unfall. Am vorigen Samstag abend hatte sich ein von Grünberg kommender Handwerksbiirsche auf einen Wagen gesetzt, dec nach hier fuhr. In der Nähe des Schützenhauses fiel der Alaun ivährend der Fahrt vom Wagen, wiirde überfahren und nm Fuß derart verletzt, daß er in die Klinik gefahren werden uiiißte. das beim herrlichsten Festwetter einen großartigen Verlauf nahm. Heiter und ungezwungen war das Fest, Akademiker, Bürger und zahlreiche Besucher von auswärts bewegten sich in zwangloser Weise auf bem schönen Festplatz, auf dem in der Tat alle Standesunterschiede aufgehoben zu sein schienen. Während ein Teil der Besucher sich auf dem Juxplatz vergnügte, lauschten die anderen in der Festhalle den Klängen unserer Regimentskapelle. Sie brachte ein erlesenes Festprogramm und zahlreiche Zugaben, darunter einen Marsch -Unser Kaiser", den Christian Hüttenberger in Homburg, ein geborener Gießener, komponiert, und Kommerziellrat Heyligen- staedt zugeeignet hat; er wurde mit vielem Beifall ausgenommen. Eine angenehme Abwechslung brachten die Gesangsvorträge der vereinigten Männergesangvereine in das Konzertprogramm. Sie fangen unter Lehrer Görlachs umsichtiger Leitung ziinächst mit Orchesterbegleitung die Hymne von Herzog Ernst und die Weihe des Gesanges von Mozart. Die mit großem Verständnis und sichtlicher Hingebimg vorgetragenen Chöre fanden lebhaften Beifall, ebenso die späteren Volkslieder. Am Abend waren es vor allem turnerische Darbietungen der Gießener Turnerschast. Dec Männerturnverein bot Stabübungen, der Turnverein Leiter- wird berichtet: Mit lebhaftester Spannung sehen die Engländer dem Ergebnis der Tausendmeilen-Versuchssahrt um die irische Küste entgegen, die das größte Schiff der Welt, der neue Cimard-Dampfer „Lusitania", vom Clyde aus nach Liverpool unternommen hat. Es soll aber nicht nur das größte, sondern auch das schnellste Schiff der Welt fein; man gibt sich in England der Hoffnung hin, mit diesen! Riesendampsern das blaue Band des Ozeans wieder an sich bringen zu können. Während der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Kaiser Wilhelm II.", der 80 Fuß kürzer ist als die „Lusitania", 23% Knoten erreichte, soll das neue Schiss 25 Knoten laufen. Es wird sich bald zeigen, ob sich diese Hoffnungen erfüllen werden; einstiveilen ergehen sich die Londoner Blätter in Schilderungen der erstaunlichen Pracht der Ausstattung und in Zahlenangaben, die allerdings etwas Verblüffendes haben. Die „Lusitania", die 25 000000 Mark gekostet hat, ist 785 Fuß lang und hat einen Tonnengehalt von 32500. Die Maschine entwickelt 68000 Pferdekräfte. DaS Schiff kann die Bevölkerung einer kleinen Stadt von 3150 Seelen mit sich führen, es bietet Raum für 550 Passagiere I. Klasse, 500 II. und 1300 III. Klasse, dazu einer Besatzung von 800 Köpfen. Die Aiisstaltung zeigt allen Komfort, mie er Ijcnte auf den großen Schnelldampfern üblich ist. Lifts, Telephon, türkische Dampf- und Nadelbäder, eine Turnhalle, Kinderzimmer, für Leute mit großer Börse ganze luxuriöse Wohnungen m prächtigster Möblierung und mit allen Bequemlichkeiten, die mein nur in einer Wohnung auf dem Laude haben kann, — das sind einige der modernen Errungenschaften, die sich in solchen Schiffspalästen finden. 1200 Fenster spenden das Licht in den Innenräumen, und am Abend flammen gegen 5000 elektrische Lampen auf. * Das Duell in der Kirche. Aus New-Port wird berichtet: In Nerv Haivn, Indiana, haben zivei junge Leute eine neue Form entdeckt, nm einen Liebeshandel zum Ausrag zu bringen: sie wählten zur Stätte ihres Zweikampfes — die Kirche. Vor einigen Wochen kam eine entzückende junge Kalifornierin, Miß Cozart, zum Besuch von Verwandten nach New Haven. DaS außerordentlich hübsche Mädchen sah bald die ganze männliche Jugend New Havens zu feinen Füßen, mit Blumen und zarten Aufmerksamkeiten marb es überhäuft unb als Tochter Evas fühlte eß sich dabei gewiß recht wohl. Zivei ihrer Verehrer, Josef Spencer unb William Thomp^ on, zeichnete sie vor allen anberen aus, und so wurden die beiden bald zu Todfeinden. In Begleitung der zwei Au« Stadt rrnö tano. Gießen, 5. August. .. " Hohe Gäste. I. Kgl. Hoh. Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, die Schwester des Kaisers, sowie die kömgl. Prinzen und das Gefolge passierten am Sonntag morgen mit bem fahrplanmäßigen Zuge 7,57 Uhr unsere Stadt. Die hohen Herrschaften, denen von dem hiesigen Bahnhofsrestaurateur das Frühstück im Salonwagen serviert wurde, kamen von Norderney und kehrten nach Frankfurt zurück. Pyramiden und Hebungen mit elektrisch beleuchteten Stäben. Beide Vereine fanden lebhaften Beifall. Die turnerischen Aufführungen konnten leider nicht zu Ende geführt werden, da zu allgemeiner Ueberraschung das Feuerwerk eine halbe Stunde früher, als im Programm vorgesehen war staltfand. Professor Dr. Sommer begrüßte im Verlauf des Festes die Anwesenden im Namen der Universität und gedachte des innigen Handinhandgehens von Universität und Stadt, denen sein mit lebhafter Zustimmung aufgenommenes Hoch galt. DaS große Feuerwerk fand lebhaften Beifall, namentlich die Schlußnummer, das Antoniterkreuz mit der in Riesen- lettern prangenden Unterschrift „Ludoviciana". Kurz nach Beendigung des Feuerwerks verkündeten Raketen und Leuchtkugeln vom Nahrungsberg den Anfang der Höhenbeleuchtung. Bald lag der langgestreckte Bergrücken des Nahrungsberges in herrlicher farbenprächtiger Beleuchtung da. Es war ein lehren von Treibern und Vieh zii verhüten. Nur mit vieler außerordentlich schöner Anblick, der sich noch steigerte als Mühe gelang es, die ihren Transporteuren entlaufenen Tiere rechts davon auf der Höhe des Schiffenberges ebenfalls die oon dem Bahngeleise zii entfernen. bengalische Beleuchtung aufflammte. ** Königl. Preuß. K la ssen lo tter ie. Die Er- Die Festgäste begaben sich bann nach der „Schönen neuernnglofe 3ut 2- Klasse dec 217. König!. Preuß. Klassen- Ausficht", um die angekündigte Beschießung und Beleuchtung I lotterte sind bis zum 6. August d. I., abends 8 Uhr, bei beß Gleibergs zu beobachten. Durch die große Entfernung Verlust des Anrechts einzulösen. Die Ziehung der 2. Klasse unb die dunstige Lust kam die Beschießung leider nicht zur wird am 10. Ang. abgehalten. vollen Geltung. Man hörte zwar bas Dröhnen der Böller O Langsdorf, 5. Aug. Zur morgigen Beigeordneten- unb sah daß Aufflammen ber Leuchtkugeln u. s. w., letzteres wähl ist, nachdem der Rechner des Konsumvereins, Heinrich aber nur schwach. Erst die Schlußbeleuchtung erzielte mehr Weller III., seine Kandidatur zurückgezogen hat, ' von den Effekt, man konnte bei etwas Phantasie annehmen, daß die Freunden des Abg. Köhler-Langsdorf der Landwirt und ganze Burg in Brand stehe. Daneben zeigte sich der Vetzberg Schuhmachermeister Wilhelm Bender II. als Kandidat anf- und davor der Bismarckturm in bengalischer Beleuchtung, gestellt worden. 0tOflfe an dem immer- -r. Hungen, 4. Aug. Heute nachmittag fand hier IM hm recht ungewöhnlichen Anblick. — Leider kam auf dem .Solmser Hof" die Konstituierung des landwirt- fnnntn^Mir^ Unfcr dortiger Korre- schaftlichen Bezirksausschusses Lich.Hungen durch p s 2 » . . das Kammervorstandsmltglicd Kühler-Langsdorf statt. Von einen uuMckiichen Verlad Der S^h n ^s Bu/gwiÄs war Ä ^7'"z.ald.rektor Geheuncrat damit beschäftigt, die Böller abzufeuern. Beim Entzünden eme J rclbert' von beL' un Bezirk ansässigen landwirtschaftl. Völlers ging em Schuß zu früh los, der Feuerstrahl fuhr ihm aus Wmterschule Lich Oekonomierat Weitzel erschiencn. Als dem Zündloch ins Gesicht und verletzte ihn schwer. Aucb die Augen Vorsitzender wurde der Abg. K ö h l e r-Lanasdorf, als dessen ^nmÄn. ‘Ä Verband an, worauf er sofon in die Gießener Klinik verbracht rei^e cmc W lebhafte Diskussion, in der Gc- muebe. Auch hat sich ein Soldat die Hand an einer Watete heunerat Dr. Vreiderl in sehr eingehender Weise das Projekt verlebt. eines Elektrizitätswerkes bei Lißberg und die Ter Schluß des Festes. schreckliche Arbeiternot besprach. Die Versammlung Würdig, wie die Säkularfeier der Ludoviciana begonnen na^m an bcr Verhandlung sehr regen Anteil unb beschloß, hatte, war auch ihr Abschluß, der zwar nicht in der Fest- HMeinierat Dr. Breibert zu ersuchen, im Herbst eine Gene* Ordnung vorgesehen war, aber trotzdem einen recht offiziellen ralversammlung des landw. Kreisvereins Gießen feierlichen Charakter hatte. Unb das kam so: Als sich der 3" berufen, in der die genannten Fragen einer gehörigen Be- Schwarm der Gäste nach der mitternächtigen Stunde verlaufen yatl,n9 i" der Oeffentlichkeit nochmals unterzogen merben hatte, sammelten sich eine Anzahl Ritter von der Gemütlichkeit — sollen. Hierzu sollen bann alle Landwirte des ganzen Kreises zumeist Mitglieder des Vergnügungs-Ausschusses — zu ejncr eingelaben werben. Die nächste Sitzung bes landw. Bezirks* engeren Tafelrunde. Der verdienstvolle Vorsitzende des Ausschusses soll sodann nach Lich unb die dritte nach Ber- Volksfest-Ansschusses, Pros. Dr. König, hatte gleichzeitig stabt einberufen werden. mit bem Feste fein 25jähriges Doktorjubiläum, was in Z A l l e r t s h a u s e n, 3. Aug. Vergangenen Freitag einigen Ansprachen unb durch einen Festtrunk gebührend ^gte sich eine Frau von Allenborf a. b. Lda. unweit gewürdigt wurde. Acht Musiker gesellten sich zu dem frohen ber Station Allenborf a. L. aufs Gleise um sich von bem Kreise unb sorgten für festliche Klänge, bis ber Vorsitzende ^hr nachmittags von Gießen kommenden Zuge überfahren der Fidelitas — ein Gießener Stabtrat, ber bei allen vater* Su lösten. Dem Lokomotivführer, ber bie Frau bemerkt, städtischen Festen mit Rat unb Tat zur Hand ist — gum cg niit großer Mühe, ben Zug noch vor ber Lebens Aufbruch blasen ließ. Mit bem Sange „Muß i benn, muß müden zum stehen zu bringen. Wie verlautet soll bie Frau i benn zum Städtle hinaus" erfolgte bann ber Abmarsch ^or einigen Tagen einen Versuch gemacht haben, sich zu Er- unb alles, was noch auf dem Festplatz an Festbesuchern vor- säugen. Sie wurde auch damals noch rechtzeitig gerettet. Händen war, schloß sich bem Zuge an. Es ging zur Aula, Dtotiv zu ben Selbstmorbverfuchen ist unbekannt. wo das alte ewig junge „Gaudeamus igitur“ in bie stille b. Vom Vogelsberg, 5. Aug. Der Touristen- ^.cacht hinaus tonte. Sobanu ergriff Stadtv. Helm bas verkehr nach dem Vogelsberg wird mit jedem Jahre leb» ^0^, um in kurzen Worten des schönen Verlaufs des ganzen Hafter, so daß bie Logierräume im Klubhaus auf dem r^stes zu gedenken. Begonnen^habe es mit dem Einzug beZHoherodskopf schon langst nicht mehr ausreichen. Der Rektors Magnisizentifsimus, besten Amvesenheit dem Feste die Vorstand des Vogelsberger Höhenklubs hat darum beschlossen, Weihe gegeben habe. Und so wisse er keinen besseren bem Haus ein zweites Stockwerk aufzusetzen. In ber nächsten ^ct)lu[3, als ben Ruf: „S. K. H. Doktor Ernst Ludwig von Woche wirb schon mit ben Arbeiten begonnen. Die Aus- Hesten lebe hoch!^ Brausend stimmte die Menge in den führung ist Herrn Vauiinternehmer Winn-Gießen übertragen. Hochruf ein. Die Nationalhymne ertönte und dann ging Der Bismarcksturm auf bem Taufstein wirb im Rohbau aneg aiiSeinanber. , Sb erreichte um 2 Uhr 40 Minuten bas iu diesem Jahre noch vollendet, bie Einweihung erfolgt erst Volksseit unb damit baß ganze Universitätsfest fein würdiges im nächsten Jahre. X Lauterbach, 4. Aug. Der Vorsitzende der Minifterial-Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe Ministerialrat Dr. Ufinger unterzog heute in Begleitung des Großh. Kreisrats v. Bechtold bie hiesige Web- unb Molkereischule einer Besichtigung. □ Ehringshausen a. b. Dill, 4. August. In ber letzten Nacht zwischen 2 und 4 Uhr wurde bei einem hiesigen Kaufmann ein Einbruch verübt. Die Diebe nahmen von dem Nachbarhofe eine Leiter fort unb stiegen auf ihr durch ein Fenster nach bem Hinteren Hofe zu in das Haus ein, erbrachen ben Kassenfchrant unb hießen die Barfchaft mitgehen. i . ' Ern schweres Eisenbahnunglück in Fran! i rerch. Die Lokomotive eines Zuges der Staatseisenbahn, t der nach Portiers unterwegs war, entgleiste am Sonn- V - lag bei der Uebersahrt über eine Brücke bei Les-Pont s- . de-Ce und stürzte in die Loire, nebst dem Tender , dem Packwagen und einem Wagenabteil 2. Klasse. Die । Lokomotive, der Tender und der Wagen des mit mäßiger : Eeschnnndigkeit fahrenden Lokalzuges ivar eben auf der • Ersenbahnbrücke angelangt, welche über die an dieser Stelle , sehr tiefe Loire führt, als ein Teil des Brückenbogens wahrfchernlrch infolge des Bruches einer Traverse, ein- sturzte. Die Lokomotive, der Tender ’ und der Wagen dritter Klasse stürzten ins Wasser. Der Heizer und der Zugführer konnten sich durch Schwimmen retten. Der Maschrnenführer und die Insassen des Wagens ertranken. Die übrigen Wagen blieben wunderbarerweise auf dem Geleise stehen. Unter den Reiseirden brach eine furchtbare Pairik aus. Sechzehn Personen wurden mehr oder minderschwer verletzt. Gardesoldaten sind mit den Ret- tungsarbeüeii beschäftigt. Nach den letzten Meldungen beträgt die Zahl der Toten sünfzig. Soweit bisher seftgestellt werden konnte, befindet sich unter denselben kein Ausländer. Dreizehn Leichen sind geborgen worden. Zwei entsetzliche Automobilunglücksfälle. Bei ,der unter der Bezeichnung „Kriterium de France" ftattfindenden Tourenwettfahrt fanden, wie aus Bordeaux gemeldet wird, sechs Personen den Tod. Zwei Berichterstatter von m Bordeaux erscheinenden Maltern wollten die Richtigkeit des Gerüchtes über einen bei der Automobilwettfahrt angeblich vorgekommenen töt-- liehen Unfall von 10 Personen feststellen. Infolge Staubes stieß ihr Automobil mit einem an der Wettfahrt teilnehmenden Wagen zusammen. Drei Insassen des letzteren wurden sofort getötet, während die die beiden Journalisten begleitenden Chauffeure an den erhaltenen Berletzungeii kurz nachher starben. Die beiden Journalisten selbst sind schwer verwundet. Ein anderer Unfall trug sich bei der Wettfahrt zwanzig Kilometer von Lubourn e entfernt zu; dabei wurde ein Photograph getötet und zwei Personen verletzt. Infolge der Unfälle hat der Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern im Interesse der öffentlichen Sicherheit die Fortsetzung der Wettfahrt untersagt. Es waren noch 700 Kilometer zu- rückzulegen. — Aus Jackson (England) wird berichtet, daß bei einem Zusammenstoß zwischen einem Automobil und einem Straßenbahnwagendrei Personen getötet und zwei schwer verletzt worden sind. "Immer neue Abstürze. Beim Abstieg vom Glückstein (Berner Oberland) zwischen Zybachplatten und Lori- hütte ist eine Frau Toeplitz aus Warschau, die mit ihrem Gatten eine Bergpartie aus das Wetterhorn machte, von einem aus den Felsen gesprengten Wege abgestürzi; der Tod erfolgte bald nach dem Absturz. Die Leiche wurde nach Grindelwald gebracht. * Das größte Schiff der Welt. Aus London Das Fach mit dem meisten Geldinhalt vermochten sie nicht 311 öffnen. Die Leiter ließen die Langfinger ruhig am Haus, nt liefen. DaS von ihnen bereitete Geräusch hatte inam ivohi ~ vernommen, nahm aber an, ein Mitglied deS Hauses verursachi- 11 es. — Ein kleines Kind von hier verletzte beim Spiel un. ni vorsichtigerweise durch einen Stoß mit einem Stock fein, > Mutter am Auge, so daß sie in der Klinik zu Gießen be, handelt werden mußte. < \V 3 Rivalen besuchte die junge Dame am letzten Sonntag die Kirche Nichts schien zu befürchten und ruhig wohnten die beiden Feinde der Andacht bei. Als der Geistliche den Segen erteilt und sein Amen gesprochen, wandte Thompson sich zu seinem Nebenbuhler und schlug ihm ins Gesicht. Dann zogen beide ihre Messer und ein furchtbarer Kampf begann. Nach wenigen Augenblicken brach Thompson mit einem furchtbaren Stich in der Halsader sterbend im GotteShause zusammen. In der Verwirrung und allgemeinen Aufregung gelang es Spencer zu entkommen. * Kleine T^geschronik. In Berlin sand in der Nacht von Samstag zu Sonntag aus dem Gesundbrunnen ein Uebersall von etwa zwanzig Rowdys aus Laubcnkolonisten statt. Zehn Personen wurden verletzt, davon fünf schwer und eine lebens- gefährlich. — Ein schwerer Sturz ereignete sich am Sonntag bei dem Radrennen in Leipzig. Ter Hamburger Süden stürzte bei der 17. Runde infolge Felgenbruches so unglücklich, daß er eine schwere Gehirnerschütterung davoittrilg uub ins Krankenhaus gebracht werden mußte. — Jetzt ist der 23jährige angebliche Kellner Kasimir Sopoliiiski unter t)em Verdachte, den Mord tut der Frau Plath verübt zu haben, iri Perleberg verhaftet ivorden. Sopoliiiski, der als Zuhälter der Berliner Polizei bekaiiut war mib von dem man wußte, daß er ailch in homosexuellen Kreisen viel verkehrte, ist durch die geschlossene Kette schwerwiegendster Beweise Derart belastet, daß man mit Bestimmtheit annehmcn kann, in ihm den gesiichten Raubmörder gefaßt zu haben. — Die „Hamb. Rachr." melden aus Karlsruhe, der Oberstaatsanwalt habe aus eine Be- schtverde hin das E r m i t t l it li g s v e r s a h r e n in Sachen der letztgemeldeten Enttasttrngsbeweife für Hau von Amtswegen nn- geordnet. — Tas Oberlandsgericht in Breslau hat die in Wien geschloffene Ehe des Grafen Pius C-hamarL, mit der Wiener Schauspielerin Wenda Bdauslein üir Nichtig erklärt und das vorn Grasen, der bald iiach seiner Trauiing starb, hinterlassene Vermögen voii inehreren Wttllivueii den Geschwistern des Grafen zilgesprocheii. Gegen dieses Urteil hat die Gräfin Wanda Chamarö Revision eingelegt. — Zu der Affäre des fürstlich Wrede'schen Ehepaares, bei welcher es sich um Silberdiebstähle in Hotels bandelte, wird jetzt gemeldet, daß der Staatsanwalt nur beantragt habe, das Verfahren gegen den Fürsten Wrede emzustellen, dagegen gegen die Fürstin Wrede und die Gesellschafterin Weidig das Haupt- verfahren zu eröffnen. Tie Hautverhandlung wird voraussichtlich in der Schwurgerichlsperiode vor dem Schwurgericht m Güstrow stättsinden. > Prämiierungs-Resultate des am 29. Juli in Alsfeld abgehaltenen Prümienmarttes. i. P r ä m i e n f ü r P s e r d e im Besitze vonHändle rn. 1. Moses Flörsheim-Alsseld 60 M., 2. Sal. LamM'Kirlors 50 2JL, 3. Sal. Lamm-Kirtorf 90 At. B. Prämien für Stuten und Fohlen, A r b e i t s ° and Wagenschläge, a) Arbeitsschläge, Mutter- stuten, tuit dem im laus. Jahr gefallenen Fohlen. 4. Jo Hs. Rahn-Engelrod 60 DL, 5. Gustav Korell-Angenrod 50 6. Heldmann-Erbeuhausen 40 SJJL, 7. Adolf Steinmetz-Schrecksbach 30 M., 8. Johs. Wahl-Erbenhausen 20 Ai., 9. Rudolf Fink-Leusel 20 9)L, 10. Ling. Lein-Bleidenrod (Anerkennung) 10 Ai., 11. Lorenz Geisel-Hattendorf (Anerk.) 10 Ai., 12. Wilhelm Appel-Zeilbach (Anerk.) 10 M., 13. Johs Ploch-Hattendorf (Anert.) 10 Ai. b) Wagenschlag : 14. Georg Weiß-Altenburg 60 Ai., 15. Eduard Seim-Heidelbach 50 Ai., 16. Joh. G. Hahn-Schrecksbach 40 Ai., 17. Heinr. Zimmer-Zeilbach 30 M., 18. Heinrich Weiß-Kleinhof (Anerkennung) (20 Ai., 19. Heinr. Becker-Maar 10M. 3jährig e Fohlen-Wagenschlag. 20. Johs. Gontrum-RLdges 40 Ai., 21. Gg. Weiß-Altenburg (Ehrenpreis) 60 Ai., 22. W. Kalbfleisch- Llltenburg 30 Ai. 2jährige Fohlen, Wagenschlag-. l3. Heinrich Weiß-Kleinhof 40 M., 24. Jost Grein Il.-Holzburg 30 Ai., 25. Kollinann-Schrecksbach 20 Ai., 26. H. Bück-Grünberg 20 M„ 27. Joh. Aierle-Strebendorf 20 Ai., 28. H. Kretider I.-Baden- rod 2o M., 29. Friedr. Függe-Groß-Felda 20 Ai., 30. Aiathei- Schrecksbach 20 Ai. Dreijährige, A r b e i t s s ch l a g: 31. H. Schnudl-Aiünch-Leusel 40 Ai., 32. Moritz Geisel-Hattendorf 30 Ai., 33. Heinrich Schmidt-Reibertenrod 20 Ai., 34. Euler-Maar (Ehrir preis) 50 M., 35. H. Weppler-Arnöhain 20 Ai., 36. Kollmann- Schrecksbach 20 M., 37. Pfanmnüller-Aiaar 20 Ai., 38. Glänzer- Holzbrirg 20 Ai. Zweijährige, 21 r b e i t § s ch l a g : 39. Birrger- nieiüer Frank-Hauendorf 40 Di., 40. Aiai-Lehrbach 30 Ai., 41. Aiusch- rmenrod 20 Ai., 42. Johs. Ploch V.-Alsfeld 20 Ai., 43. H. Weitzel V. Ober-Sorg 20 Ai., 44. Sebastian Haberkorn-Windhausen 20 Ai., 45. Joh. Peler-Aiünch-Leusel (Anerkennung) 20 Ai. L a n g f o h l e n, A r b e i t s s ch l a g: 46. Gustav Korell-Angenrod 20 Ai., 47. Grein- Reibertenrod 15 Ai., 48. Tickel-Brauerschivend (Anerk.) 10 Ai., 49. K. Aienz-Renzendorf (Anerk.) 10 Ai. Wagen schlag: 50. £einr. Weiß-Kleinhof 20 Ai., 51. H. Kreuder I.-Badeiirod 15 Ai. C. K ü h e. a) Sinunentaler. 1. Johs. Feldzusch V.-Leiisel 10 Ai., 2. Peter Rausch-Alsfeld 10 Ai., 3. Johs. Ploch-Alsseld 8 Ai., 4. Karl Sleuernagel-Windhausen 8 Ai., 5. Heinr. Geiß Il.-Wmd-' hatise>l 8 Ai., 6. Heinr. Grein I.-Reibertenreid 8 Ai., 7. Aiartin Lang-Strebendorf 8 Ai., 8. Heinrich Semi- Ermenrod 8 Ai., 9. Johs. Scharch III.-Windhausen 8 Ai., 10. Johs. Feldzusch IV.-Leusel 6 Ai., 11. Johs. Leihniami-Leusel 6 Ai., 12. Ferd. Kreuder-Bockeli- rod 6 Ai., 13. Andreas Fmk-Leusel 6 Ai., 14. Will). Koch III.- 2llsfeld 6 Ai., 15. Jak. Koch I.°Alsfeld 5 Ai., 16. Heinrich Feldzusch- lieufel 5 Ai., 17. Jakob Kallenbach-Alsfeld 5 Ai., 18. Konrad Wald-Romrod 5 Ai., 19. Heinrich Etting V.-Alsfeld 5 Ai., 20. Johs. Groh-Leiisel 5 Ai. b) S ch w i tz e r: 1. Heinr. Engeland-Altenburg 10 Ai., 2. Konrad Rupp-Holzburg 5 Ai., 3. Johs. Ernst Plauz- Alsfeld 5 Ai. c) Vogelsberger: 1. Friedrich Holdenried- Hopfgarten 5 Ai., 2. Heinr. Falk-Elbenrod 5 Ai., 3. Jakob Kallenbach-Alsfeld 4 Ai., 4. Heinr. Feldzusch-Leusel 4 Ai., 5. Gg. Lippert l.-Altenburg 3 Ai., 6. Karl Burkhardt-Elbenrod 3 Ai. B. ausgesordert, mit ihm nach dem GewerkschastsVureau zu gehen, wo ihm Arbeit nachgewiesen werden solle. Tas daraufhin gegen Kläger eingeleitete Strafverfahren^endigte^mit Freisprechung, weit eine krankhafte Störung der Geistestätigkeit des Klägers angenommen wurde. Die Folge seitens des Arbeitgeberverbandes war aber, daß nach Wiedereinstellung bei Arbeiter im März 1905 der Kläger keinen Handzettel erhielt, welche Zettel von der Arbeitsnachweisstelle des Arbeitgebervereins ausgeieilt wurden. Infolge mangels eines solchen Zettels durfte kein Mitglied des Arbeitgebervereins den Kläger anstellen. Letzterer fordert nun unter der Behauptung, datz der beklagte Verein dauernde Arbeitssperre über ihn verhängt und ihn dadurch in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise vorsätzlich geschädigt habe, Aufhebung der Sperre und Schadenersatz. Ter Wert des Streitgegenstandes beläuft sich aus ca. 5000 Mf. Ter beklagte Verein bestreitet, daß allein wegen des Vorrangs beim Streik die dauernde Sperre über den Kläger verhängt worden sei, sondern vielmehr deshalb, weil Kläger ein geistig minderwertiger und schon in zehn Fällen wegen allerlei Vergehen vorbestrafter Mensch sei. Das Landgericht Berlin erkannte auf Abweisung der Klage. Auf die Berufung des Klägers hob das Kammergericht zu Berlin das landgerichtliche Urteil auf und erkannte die Ansprüche des Klägers für die Zeit nach dem 1. Juni 1906 als gerechtfertigt an. Und zwar habe die Aussperrung des Klägers von dem Zeitpunkt an ausgehört eine sittlich berechtigte Maßregel zu sein, als die Vertreter der Beklagten davon Kenntnis erlangt hätten, daß es sich bei dem Kläger und dem Streikvorgang um einen die Zurechnungsfähigkeit des Klägers ausschließenden Zustand gehandelt habe. Tiele Auffassung des Kammergerichts wird vom Reichsgericht anläßlich der von dem beklagten Verein eingelegten Revision als unzutreffend bezeichnet. Vielmehr erklärt das Reichsgericht hierzu, daß fein Gesetz bestehe, welches den Arbeitgeberverbänden verwehre, sich durch eine vom Verband geschaffene Geschäftsstelle über die Qualifikation der sich anbietenden Kräfte zu unterrichten, und diese eventl. im Wege einer Nachprüfung abzulehnen. Auch verstoße das nicht gegen, die guten Sitten, nur die Art, wie dabei verfahren wird, könne unter Umständen unter die Voraussetzungen des § 826 B. G. B. fallen. In dem vorliegenden Falle treffe das aber nicht zu, wenn man berücksichtige, daß sich der Beklagte auch auf die verschiedenen Vorstrafen und gefährlichen Krankheiten des Klägers berufe. Was die Unzurechnungsfähigkeit des Klägers anlangt, so könne — die volle Zurechnungsfähigkeit vorausgesetzt — es dahingestellt bleiben, ob der betreffende Streikvorgang vom 9. Dezember 1904 dem Beklagten das Recht gebe, den Kläger dauernd von der Beschäftigung in den Vereinsbetrieben auszuschließen und ihn den Nachteilen auszusetzen, welche ihm auch bei Versagung des Handzettels bezüglich der außerhalb des Vereins bestehenden Betriebe erwachsen, welch letztere gern mit den größeren Vereinsbetrieben harmonieret. Turn Kläger hb: sich d.mwlS, bei Unterstellung seiner Zurechnungsfähigkeit jedenfalls einer großen Unge - Hörigkeit schuldig gemacht, welche die Versagung des Handzettels auf längere Zeit keinesfalls als unsittlich erscheinen raffe. Da die Aussperrung ab-.r m.t dem 15. März zu Ende war, und Kläger seine Klage a n 8. April anhängig macht.', so kämen für die beanstandete Aussperrung des K.ägers mir drei Wochen in Betracht, für welche Zeit die Aussperrung aber noch keineswegs als gegen die guten Sitten verstoßend angesehen werden könne. Auch für längere Zeit darüber hinaus, wurde das noch nicht der Fall sein. Berlin, 1. Aug. Tie „Allg. Fleischerztg." hat dem Obmann der Geschworenen int Hau-Prozesse, dem Metzger-Obermeister Karl Ehret in Bruchsal, die Frage vorgelegt, ob seiner Ansicht nach die Aussage des Fräulein Eisele, falls sie vor Abgabe des Urteils bekannt gewesen wäre, von Einfluß auf den Spruch der Geschworenen gewesen wäre. Obermeister Ehret hat in ganz bestimmter Form der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß auch diese Aussage eine Aenderung des Spruches der Geschworenen, der übrigens nahezu einstimmig erfolgt ist, nicht herbeigesührt haben würde, da sie zu unbestimmt fei. Chicago, 3. Aug. Ter Richter des Bundesgerichtshofs legte der Standard Oil Company eine Geld- (träfe von 29240000 Dollars wegen Annahme von Rabatt auf Oelverschifsungen auf. Tie Company will gegen das Erkenntnis Berufung einlegen. Arruft itnö WNsetiychast. Berlin, 1. August. Dr. Ankennann, Direktionsassistent am Berliner Museum für Völkerkunde tritt im Oktober mit einem Staatszuschuß von 20 000 Mk. eine ethnographische Forschungsreise an. Leipzig, 1. August. Der Ingenieur und Patentanwalt W. H. Uhland, bekannt als Gründer des Technikums Mittwaida, und hervorragender Vertreter der technischen Literatur, ist hier, 66 Jahre alt, gestorben. — Von Nordland-Expeditionen liegen heute zw-ei Meldungen vor. Eine deutsche »aerologische Island-Expedition ist wohlbehalten und mit zufriedenstellenden Resultaten am Sonntag abend in Holtenau l-ei Kiel emgervoffen. — Aus Tromsoe wird gemeldet: Tie Eisverhältnisse gestalten sich günstig. VonWe ll- mann sind Briefe eingetroffen. Tie Reparaturen am Ballon- Hause sind jetzt beendet. Es ist. alles wohl.' Universitäts-Nachrichten. München, 3. Aug. Der Proiessor für Kunstgeschickte und Aesthetik an der technischen Hochschule, Geheimrat Dr. v. Reber, wurde auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt. An seine Stelle trat Professor Boll. Die bauliche Herstellung des Dornanialhofes Lchistcnberg. Man schreibt uns von sehr geschätzter Seile: In dem Artikel Über den Schiffenberg (der uns ans dem Leserkeis zuging. Red.) wird in unbegreiflicher Weise dem früheren Vorstande der Ober- iörfterei Schiffenberg die Schuld dafür zugeniessen, daß nicht schon früher eine durchgreifende bauliche Herstellung erfolgt ist. Gerade im Gegenteil sind sowohl alle seither vorgenommenen, wie auch ganz besonders die nunmehrigen gründlichen Herstellimgen, für welche bereits im 1904 der Staatsbudget die erste Rate emgestllt wurde, auf Betreiben des Geh. Forftrates Heyer zurückzuführen, dessen liebevolle Fürsorge für seinen Schissenberg ebenso bekannt ist. wie seine Zähigkeit m Verfolgung ferner Ziele bis zum letzten Tage feiner Amtsführung (1. Oktb. 1905). Wenn feine unablässigen Bemühungen, den Schistenberg zeitgemäß herzurichten, nichi schon srüher üoit Erfolg gekrönt waren, jo ist gerade er ganz gewiß nicht hierfür verantwortlich zu machen; rr hat es am cttlerle'bhastesten bedauert, fo wie wir es jetzt bedauern müssen, daß er sich der Früchte dieses seines Wirkeiw nicht mehr freuen durfte. Heyers Rainen ist auch m dieser Hinsicht mit dem schonen Schissenberg für immer verknüpft. Neichsgerichtsbrief. Nachdruck verboten. I. S. Leipzig, 2. Aug. Ein sich unliebsam machender Streikposten kann auch nach beendigter allgemeiner Strerkaus- fperrung weiterhin aus gesperrt werden. Eine äußerst interessante Frage beschäftigte kürzlich bas Reichsgericht anläßlich einer Schadenersatzklage des Schleifers ' W. in Berlin gegen die V e r e i n i g u n g d e r B e r l i n e r M e - T t a 11 io a r c n f a b ri f a n t e n. Kläger hatte während der Tauer des im Herbst 1904 ausgebrochenen Streiks m der Metallwarenbranche sich an einen arbeitswilligen Führer herangedrangt und in feiner Funktion M Streikposten dest .Arbettswültgen Sport. VonderRadsahrt Peking-Paris. Prinz Borghese passierte am Sonntag früh die deutsch-russische Grenze. Durch einen Raddefekt wurde hinter Kowno eine Verspätung verursacht. Ter Prinz wurde an der Grenze von Atttgliedern des Kaiserlichen Automobilklubs und des Königsberger Automobilklubs begrüßt. In Königsberg i. Pr. trat der Prinz am Vormittag um 10l/2 Uhr ein und setzte um 1 Uhr nachmittags die Fahrt nach Berlin fort. Spielplarr drr oerrmigten Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus. Dienstag den 6. August, abends 7 Uhr: »Der fliegende Holländer/ LandwrrUchast. 4- Rodheim a. d. Bieber, 3. Aug. Tie Herdbuchgesellschast des Kreises Biedenkopf für das Vogelsberger Rind hielt in diesen Tagen unter dem Vorsitz unseres srüheren Landrates von Heimburg B e z i r k s s ch a u e n ab. In Battenberg wurden 89, in Gladenbach 72 und in Rodheim 76 Tiere aufgetrieben, tfaft erschienen durchweg Tiere, die aus einen Preis wohl Anspruch machen konnten. Bemerkenswert war die große Anzahl Kühe, die auf allen drei Schauen erschienen war. Darunter waren Milchkühe von einer Schwere, wie sie in früheren Jahren nur vereinzelt vorkamen. Tie Resultate für den hiesigen Bezirk sind folgende: A.. Bullen (9 Preise): L. Gerlach zu Bieber, 1. Pr. 25 Mk.; Gemeinde Rodheim, 2. Pr. 20 Alk. und 3. Pr. 15 Mk. B. Kühe (13 Preise): Leidolf zu Raunheini, 1. Pr. 20 Mk.; Landenfeld zu Raunheim, 2. Pr. 15 Mk.; Leidols zu Raunheim, 3. Pr. 10 Mk. C. Rinder (il Preise): Johs. Bender-Rodheim, 1. Pr. 20 Mk.; Fr. Landefeld zu Raunheim, 2. Pr. 15 Mk.; L. H. Bitt zu Raunhenn, 3. Pr. 10 Mk. D. Kälber (11 Preise): W. Leib zu Bieber, 1. Pr. Io Mk.; PH. Gerlach zu Fellinahausen, 2. Pr. 10 Mk.; Ludw. Oehler zu Crumbach, 3. Pr. 10 Mk. Schauspielhaus. Dienstag den 6. August, abends 7 Uhr: „Der Pfarrer von Kirchfeld/ Märkte. ic. Frankfurt a. M., 5. Aug. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") rlmthcbe 9laticnmgcn ber heutigen Fruchtmarktpreise. Wetzen 9)if. 00.00—00.00, Kurhessifcher Mk. 00.00—00.00, La Plata; Alk. 22.00—22.75, Kansas Alk. 22.00—22.75, Roggen (hiesiger) Mk. 00.00—00.00, Gerste (Westerauer) Alk. 18.25—18.50, Fanken- selber Mk. 18.75—19.00, Hafer 20.00—21.00, Mais Alk. 15.25—00.0k WeizeilNiehl Alk. 29.50—30.00, 00—00, 2. Qualität Alk. 27.00 bis Alk. 28.00, 3. Qualität Mk. 25.50—26.00, Roggenmehl 00 Mk. 29.50—30.00,1.Qualität Alk. 28.50—29.50, Weizenkleie Alk. 11.00. bis Alk. 11.50, Roggenkleie Mk. 12.00—12.50, MaiSkKme Alk. 11.25, bis Alk. 11.50, Franken, Pfälzer, Ried Alk.00.00—00.00. Lilles per; 100 Kg. ab hier. ic. Frankfurt a. M.» 5.Aug. (Telegr. Orig.-Bericht deS ^Gieß. Anz/). Amt!. Rotierungeii der heutigen Viehrnarktpreif e. Zunr Verkaufe standen: 473 Ochsen, 95 ans Oesterreich, 45 Bullen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 846 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 344 Kälber, 213 Schafe und Hämmel, 00 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegen, 2001 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht. Ochsen 1. Qualstät 80—83 Alk., 2. Qual 73—76 Alk., 3. Qual. 66—70Alk.; Biillen 1. dual. 71 bis 73 Alk., 2. Qual. 68—70 Mk.; Kühe 1. Qual. 74—76Mk., 2.Qual. 70—72 Alk., 3. Qual. 65-66 Alk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Quast 00—00Mk. Kälber: 1. Qual.92—95 Psg., Lebeiidgewicht55—57 Pf., 2. Qual. 81—86 Psg., Lebendgewicht 48—52 Psg., Schlachtgewicht 63 — 68 Psg. Schafe: 1. Qual. 82—84, 2. Qual. 78—80 Psg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 71—72 Pfg., Lebdgew. 56.00—00.00 Pfg., 2. Qu. 70—00 Psg., Lebendgew. 55.00—00 Pfg., 3. Qual. 60—62 Psg. Lebeiidgeiv. 00 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand bebcuteub; bei Kleinvieh gut, kein Uebersiand. MHkuttitlr MkiM der TvdrsMe iv der Stadt tzießeii 30. Woche. Vom 21. Juli bis 27. Juki 1907. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 sinkst 1600 Mann Militär).' Sterbtichkeitsziffer: 22,53 °/00, nach Abzug von 5 Ortsfremden: 13,86 Voo. Kinder Anm.: Die m Klammern gesetzten Ziffern' geben an, nut viel- der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSroärtS nach Gießcri gebrachte Kranke kommen.1 ES starben an: Zusammen: Erwachsene 1. : int Lebensjahr: vom 2.-15. Jahr Wochenbettfieber 1 (1) KD — — Tuberkulose 1 (1) KD — — Herzfehler 1 i — — Gehirufchlag 1 1 — — Blinddarmentzündung 1 (1) 1(1) — — Lungenentzündung 3 1 2 Atrophie 1 — 1 .— Lebensfchwäche 1 (1) — 1 (1) — Krebs 3 (1) 8(1) — Summe 13 (ö) 8(4) 3(1) 2 VricfLaftcir Oes *tcöattion. (Auonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Mehrere Aufrager. Tie Plakette ist beim UliiversitätS- fefretariat zum Preise von 3 Alk. zu beziehen. Sie ist nur in der einen Alelallausführung angefertigt worden. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag den 6. Anglist: Zunehmende Trübung und Gewitter. Zunächst warm, sp^r kühler. Südliche Winde. j Gelgitrai-Drahtmeldnngen. Berlin, 5. Aug. Ter König vo nSiatn ist mit einigen!) Prinzen seines Hsauses gestern nachmittag hier eingetrvfsen^ Er wird in Berlin etwa 10 Tage verweilen und sich dam^ nach Kassel begeben, wo er bom Kaiser empfangen wird. Turin, 5. Aug. Ter Präfekt ordnete die sofortige Schließung der hiesigen Salsiauer Filiale an. Bei ber Erstürmung des Salesianer Erziehungs-Instituts in Sampier-i darcna verteidigten sich die Salesianer mit Gewehren und Revolvern. In Spezia weigerten sich 40 Marinesoldaten, gegen die Bevölkerung vorzugehen. . J Genf, ö. August. Der marokkanische Polizei- Inspektor Müller erklärte, daß er nicht vor Oktober nach Tanger zurnckkehren werde, da bisher noch keine Polizei organisiert sei und er infolgedessen noch nichts zu inspizieren' habe. > Konstantinopel, 3. Aug. Dcr deutsche Kaiser; hat, dem Wunsch des Sultans entsprechend, zum Oberschiedsrichter in dem Streit zwischen der türkischen Retzicrung und den orientalischen Bahnen den spanischen Staatsmimster Sigesmunh Atoret ernannt. Diaris, 5. Aug. In hiesigen diplomatischen Kreisen verhehlt mlan nicht die Befriedigung, welche man ba-n rüber empfindet, daß sämtliche Mächte Euwpas ohne Ausnahme die f r a n z ö s i s ch - s P a n i s ch e A k ti o ii i n M a r o k k o billigens Namentlich wird der Besuch, den der deutsche Botschafter Fürst Radolin Herrn Pichon gemacht hat, als ein sehr günstiges Symp- wm der euroMifchen Einstimmigkeit betrachtet. Ps'aris, 5. Aug. Ter Bauten Minister Barthon konnte erst spät ,abends in seiner Sommerfrische von der furchtbaren Eisenbahn-Katastrophe bei Angers in Kenntnis gesetzt werden. Er kehrte unverzüglich nach Paris zurück und reifte um Mitternacht mittelst Spezialzuges an Ort unbi Stelle gb. Ten letzten Nachrichten zufolge sind bei der Katastrophe 30 Personen umgekommen. Außer den 13 gefundenen Leichen, die bereits identifiziert werden konnten, sind keine weiteren ausgefunden worden. Die Bergungsarbeiten mußten; wegen der Dunkelheit gestern labend 9 Uhr eingestellt werden.. Es steht noch nicht sest, ob eine Verschiebung der Brücke erfolgt, ist oder ob die Entgleisung lauf eine andere Ursache zurückzuführen ist. P ‘h Toulon, 5.August. Das Transportschiff Shamrock hat Pferde und zirka 100 Mann Truppen gelandet, was darauf hindeittet, daß dieses Schiff nicht nach Marokko abgehen soll. London, 5. Aug. „Tribüne" meldet aus C a s a b l a n c a, daß andauernd Schiffe mit Flüchtlingen nach Tanger abgehen. Tie Mauren fahren fort, die Hafenbauten zu zerstören Sie drangen in das Zollhaus ein und plünderten Waren und Gepäck der Europäer. Tie kaiserlichen Truppen überwachen die Kabylen von den Stadtmauern aus und erschossen sieben von ihnen. Im Geheimen sympathisieren sie jedoch mit den Rebellen. Es herrscht volle Anarchie. L o n d o n, 5. Aug. Tie Truppen desSherifs grisien das Torf Hauta nahe Raisulis Lager an. Raisuli entfloh in eüi Sanktuarium, Mae Lean in den Händen seines Bruders und eines auserlesenen Gefolges lassend. Unterhandlungen bezüglich Acae Leans Freilassung haben begonnen. Die Aussichten sind hoffnungsvoll er. Manchester, 5. Aug. Zwischen Arbeitern und Arbeitgebern der Maschinen brauche ist ein Konflikt ausgebrochen. Die Arbeitgeber beschlossen, 8000 Arbeiter zu entlassen. Sie weigern sich, mit deni Arbeiter-Syndikat zu verhandeln. Wenn Säuglinge durch irgendwelche Umstände nicht selbst gestillt werden können, so reiche man ihnen das bereits durch Generationen bewährte Reftle'sche Kindermehl, welches durch serne stets gleichbteibende Reinheit und Gute die absolute Sicherheit btrietz ,bem Wachstum und Gedeihen der Kinder förderlich zu fein. ss*/®; Pianola zu Mk. 1250, Phonola zu Mk. 950 4394] Geräumige Scheuer zu vermieten, ^jäheres Neustadt 23. 0(WJ Neuen Baue 17 Seltersweg 27 £2d BötöMEfallpufz- miüd fei weisser Sonnen- Seife 2 05587 Bn nernticten MUMM oll-Heringe itlietiu'W UevIräüW WW von Mk. 1000.— an von ML 380.— an von Mk. 33.— an EimilchMtt kristall und gemahlen 10 Pfund Mart 2.10. 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