Nr. 129 Erstes Blatt 157. Jahrgang Mittwoch 5. Jun« 1907 Erscheint täglich Ä monallicb7dP^oiettel- sFrssiX♦ a^amAf j| tilAi 1%6V«rM» ZMMkWMl LMMMzZ -M Seneral-Anz-ig« für Sberhchm Mj Adresse sü- Deichen: y^attoKsdruck mtb Verlag der vrühNchen Univ.-Vuch- und SltinbrudtreL K Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Zchuistratze r. ^qenteU: Ha^ Beck «uzetger Wietzen. _________________ _________________________________ —■t— ■ Are heutige Dummer umfaßt 10 Seiten. Zlnstimmigkciten. Berlin, 4. Juni. Da das letzte Wort über den Fall Eulenburg noch nicht gesprochen sein dürste, sei mit Bezug auf die in kiefern Zusammenhänge als bedeutsam hingestellte Interpellation Bassermann über die auswärtige Politik vom 14. November v. I. bemerkt, daß sie ungewöhnlich erscheint Hm Vergleich zu dem Urteil, das der nationalliberale Führer wenige Monate ipäter im neuen Reichstag über dieselbe Frage abgab. Durch die tatsächliche Entwicklung der Dinge war der viel zuversichtlichere Ton der zweiten Bassermann'schen Rede nicht ganz gerechtfertigt, denn es batte sich in der internationalen Situation nicht eben viel geändert. Als wohlberechnete Pointe im Hinblick auf die „Eulenburg-pronde" erscheint auch die Bemerkung Bassermanns in der Novembcrrede: mit der Erlangung von Kosenamen wie „Phili", „Specky" u. a. sei dem Ansel>en Deutschlands im Ausland wenig gedient. Fürü Bülow wandte sich in seiner die „Kamarilla" kennzeichnenden Erwiderung nicht gegen diese Pointe. Wenn mcni sich über dies vergegenwärtigt, baß im Reichstag Hergebrachtcrinahen der Interpellant sich mit dem in Frage kommenden Regierungsvertreter vorher über die „Stichworte" verständigt — denn die Antwort wird mit derselben Sorgfalt vorbereitet, wie die Anfrage —, dann spricht das Schweigen des Fürsten Bülow zu der „Phtli - Bemerkung eine kaum mißzuverstehende Sprache. , Die „Köln. Ztg." bezeichnet cs als völlig unwahr, datz der Kanzler Herrn Bassermann zu einem Vorgehen gegen daS „persönliche Regiment" angeregt haben soll. Der nationalliberale Führer hat sich aber nicht sowohl gegen letzteres, als vielmehr gegen die „unverantwortliche N e be n r eg ier u n g" getvendet, und was Fürst Bülow daraus über die Kamarilla sagte, besiegelt sein Einverständnis mit dem Interpellanten. Zum mindeston war es also dem Kanzler er> wünscht, daß vom Reichstag aus der Scheinwerfer aut die Unverantwortlichen gerichtet wurde. Cb Bassermann die Anregung zu diesem Beginnen aus der Wilhelmstraße erhielt, ift demgegenüber von geringerem Belang und lediglich formaler Bedeutung. Was die Stellung deL Fürsten Bülow zum Staats,ekretar v. Tschirschky betrifft, so darf also nunmehr als feMtehend gelten, daß der Kanzler mit der Berufung dieses Diplomaten zur Leitung des Auswärtigen Amts einverstanden war. Er ist ihm nicht durch die Eulenburgsche, Tafelrunde aufgedrängt worden. Doch es werden Zweifel gestattet sein, daß sich zwilchen dem leitenden Staatsmann und Herrn v. Tschirschky em freundschaftliches Einvernehmen herausgebildet hat in den 17 Monaten der Amtsführung des Staatssekretärs. Wer beide Herren zusammen am BundesratStisch des Reichstags sah, dem fiel es aus, daß sie nicht ein Wort miteinander wechseiten während der Kanzler bei jeder Gelegenheit freundschaftlichst nut dem früheren Staatssekretär v. Richthofen konferiert hatte. In Bezug auf die sachliche Notwendigkeit des Meinungsaustausches kann doch unmöglich eine so gründliche Aenderung gegen früher eingetreten sein. Es sei auch daran erinnert, daß Freil-err v. Tschirschky im letzten Herbst in Italien weilte und eine Besprechung mit dem Minister Tittoni hatte. Man erfuhr aber darüber im Reichstag nicht nur nichts vom Staatssekretär, sondern der Vorgang machte auch nicht die Konferenz zwischen dem Fürsten Bülow und Tittoni in diesem Frühjahr überslüssig. Wad) einem Einvernehmen zwischen dem Kanzler und dem Staatssekretär sieht das nicht aus. „ v Vollends die auffallende, durch den Abg. v. Voll mar im Parlament festgenagelte Tatsache, daß Fürst Bülow eine Reichstagsrede des Frhrn. v. Tschirschky über die deutsche Diplomatie ankündigte, die letzterer für gut befand, nicht zu hallen. Der in Ferienstimmung befindliche Reichstag nahm die Sache von der heiteren Seite, doch sie ist von ernster, symptomatischer Bedeutung. Man kann beinahe so etwas wie Auflehnung jedenfalls eine Unstimmigkeit zwischen Kanzler und Staatssekretär darin erblicken. Die Eile, mit der Herr v. Tschirschky sofort nach Schluß des Parlaments, vor dem er sich wahrlich nicht überanstrengt hat, zur Kur nach Kissingen reift, während der Kanzler in Berlin bleibt, während der Besuch der englischen Journalisten, die Vorbereitungen zur Haager Konferenz usw. die Anwesenheit des Staatssekretärs in Berlin nach landläufigem Urteil vonnöten machen, diese Eile spricht auch nicht gerade dafür, daß eitel Harmonie zwischen dem Fürsten Bülow und Herrn v. Tschirschky herrscht. Im vorigen Jahre die Affäre Podbielski;-Tippelskirch, jetzt der Fall Eulenburg, der am Ende noch weitere Kreise zieht — daS ist der Sommer des politischen Mißvergnügens... « Von anderer Seite wird uns geschrieben: Wider Erwarten nimmt die „Nordd. Allg. Ztg." nicht nochmals das Wort zu einer Erklärung der soviel Aufsehen erregenden Notiz über die Reichstags-Bemerkung Bülows gegen die „Kamarilla". Statt dessen spricht der „Lokalanz.". Im Auftrage welches Regierungsamts, läßt sich nicht klar erkennen. Aus der Reichskanzlei kann die neue Notiz, die rundweg die Existenz einer „Kamarilla", einer unverantwortlichen Nebenregierung verneint, kaum herrühren. Denn die entgegengesetzte Annahme würde im Widerspruch stehen zu der Veröffentlichung der „Nordd. Allg. Ztg.", die mit fester Hand in das Wefpennest hineingriff Die also von irgend einer Regierungsstelle aus inspirierte Mitteilung des „Lokalanz." konstatiert mit aller. Kürze, daß „nur solche Leute, die von der Persönlichkeit und dem starkenWillen des Monarchen keine Ahnung haben, auf eine unverantwortliche Regierung schließen können." Das ist, mit Verlaub, zuviel behauptet. Ter Fall ist, abgesehen von der geschichtlichen Erfahrung, fehr wohl denkbar, daß auch trotz des stärksten Willens eines Herrschers gewisse einflußreiche Personen, jede für sich oder gemeinsam, Einfluß auf die Regierungsgeschäfte und auf die Entschließungen der Krone zu gewinnen versuchen. Kein Geringerer als Fürst Bismarck hat, wie er nach feiner Verabschiedung nachdrücklichst immer wieder barlegte, einen heftigen Kamps gegen unverantwortliche Berater zu führen gehabt. Es ist ein großes Wort gelassen ausgesprochen, wenn man es jetzt offiziös so darstellen möchte, alä ob die Presse ohne sachlichen Grund bas Wort „Kamarilla" in die Diskussion geworfen hätte. Die Presse hat erst mit den Vorgängen sich be- sck)ästigt, nachdem diese durch Entscheidungen, deren Bedeutung ohne weiteres einleuchtete, zu einem Abschluß gelangt waren. Es ist zu begreifen, daß innerhalb der Regierung gewünscht wird, der Erörterung ein Ziel zu setzen. Nur kann man nicht so tun, als ob überhaupt an der Sache nichts gewesen wäre, als ob es sich um einen müßigen und gegenstandslosen Klatsch handele. poiitifd>c Sagesschau. Die Affäre Harden Moltke-Etüenburg scheint sich zur heurigen Haupt- und Staatsaktion auswachsen zu sollen. Da aber bisher nur unklare Andeutungen über die Veranlassung der neuesten Klatjchsensation durch die Presse gingen, — so wollen wir versuchen, nachstehend einiges Material zum besseren Verständnis unserer Leser vorzubringen. Seit Jahr und Tag hatte der Herausgeber der Zukunst aus den unheilvollen Einfluß hingewiesen, den die unter der Leitung des Fürsten Philipp Eulenburg stehende Kamarilla namentlich auf dem Gebiece der äußeren Politik auSübt. Ta waren es folgende wenige Zeilen in der Zukunft vom 24. November, die wie eine Bomve in die Hofge^eüsuiast ^nsch.ug^ Dffcnc3 im Ufergebiet. Der Harfner: „Hast du s gelesen?" Ter >L>üße: „Schon FrettaZ." Ter Harfner: „Meinst ou, daß noch Mehr fomint?" Ter ^ütze: „Wir müs'en mit der Ärmlichkeit rechnen: er fdjeint orientiert, und wenn er Briese kennt, in denen vom Liebchen die Rede ist . . Ter Harfner: „Undenkbar! Aber sie lassens überall abdrucken. Sie wollen uns mit Gewalt an den Hals." Ter Süße: „Eine Hexenzunft. Vorbei! Vorbei!" Der Harsner: „Wenn nur Er nichts davon erfährt!" Ein Kommentar zu dieser Stelle zu geben, ist unmöglich. Genug, in den Salons wurden die Namen der beteiligten Herren geflüstert und getuschelt, und eine Frage bewegte alle,, ob es einem Feinde der als Harfner bezeichneten Persönglichkeit gelingen werde, diese Zeilen dem Kaiser zu übermitteln. Allen schien es gewiß, daß in diesem Falle die Eulrnburgfche Tafelrunde ausgespielt haben wurde. Schon eine Woche vorher hatte Harden u. a. von Eulenburg folgendes geschrieben: _ . .. „Er hat für alle seine Freunde gesorgt. Ein Moltke ist Generalstabschef, ein anderer, der ihm noch näher steht, Kommandant von Berlin, Herr von Tschir-schky Staatssekretär im Auswättigen Amt, und für Herrn von Barnbühler hofft man auch noch ein warmes Eckchen zu finden. Lauter gute Menschen. Musikalisch, poetisch, spiritistisch; so sromm, daß sie vom Gebet mehr Heilswirkung erhoiseu als von dem iveilesteu Arzt; und in ihrem Verkehr, nründlichen und brieslichen, üoit rührciider Freund-chast- lichkeit. Tas alles wäre ihre Pttvatangelegenheit, wenn sie nicht zur engsten Taselrunde des Kaisers gehörten und (ich habe noch lange nicht alle Assiliierten ausgezählt) von sichtbaren oder unficht- baren Stellen aus Fädchen spönnen, die dem Deutschen Reich die Atmung erschweren." . . ' Wegen oie,er und auch einiger anderer Artikel nun soll Gras Moltte gegen den Herausgeber der „Zukunft" die Klage erhoben haben. Da Maximilian Harden, der auch von Pöplau als Zeuge geladen war, an einer Rippenfellentzündung erkrankt ist, so hat der Prozeß Moltke-Harden noch weite Wege. Uebrigens hat gegen den General-Intendanten der Königl. Schauspiele, Kammerherrn Georg von Hülsen der frühere Königl. Hofopernsänger Willy Frank ähnliche 9ln- fchuldlgungen wie Harden gegen den Kommandanten von Berlin erhoben. Exzellenz von Hülsen hat gegen Frank den Strafantrag gestellt. Da bestimmtem Vernehmen nach Frank nicht den mindesten Beweis für seine Anschuldigungen erbringen kann, so hat sein Verteidiger den Antrag gestellt, den Geistesziistand seines Klienten untersiichen zu lassen. Erklären die Aerzte, daß der § 51 des Strafgesetzbuches auf Frank keine Anwendung finde, so dürste ihm eine hohe Strafe sicher sein. Anders verhält cs sich aber bezüglich der Liebenberger Tafelrunde. Zunächst mußte ein EskadronSchef eines Potsdamer ^Reiterregiments, ein hoher Adliger, den Dienst quittieren. Inzwischen wiirde ein Prinz zum Ritter des Johanniterordens ernannt. Der interimistische Vorsteher des IohannitcrordenS, Graf Wartensleben, veranlaßte jedoch, daß die Ernennung des Prinzen rückgängig gemacht' wiirde. Ein ähnliches Mißgeschick ist dem Grasen Willy o. Hohenau passiert. • Der Berliner Korrespondent der Pariser Zeitung ,Le Temps' hat seinem Blatte gemeldet, der Kronprinz habe seinen kaiserlichen Vater von den ungünstigen Gerüchten in Kenntnis gesetzt, die seit längerer Zeit über daS Privatleben einer Reihe von Persönlichkeiten der Umgebung und des Freundeskreises des Kaisers im Umlauf sind. Hierzu bemerkt einer unserer Berliner Mitarbeiter: Nach unterer Kenntnis ist diese Mitteilung des franz. Berichterstatters zutreffend. Es ist in der Tat der Thronerbe gewesen, der auS etgenftem Antriebe jenen Schritt unternommen hat, dessen (cgcnsvcicDc Wirkungen sicherlich nicht ansbleiben werben. Dieser Schritt bcö Kronprinzen und die Aumayme, die er gesunden hat, legen zugleich eine anschauliche Probe davon ab, wie herzlich das Enivernehmeli zwischen dem Kaiser und seinem ältesten Sohiie m allen Dingen ist. Dagegen ist der Berliner Korrespondent des .Temps* schlecht unterrichtet, wenn er nut der Angelegenheit, die sich erst im Aniangsstadium ihrer Entwickelung befindet, die Person des Wirklichen Geheimen Rates von Holstein in Verbin- diing bringt, der mit ihr in Wahrheit in gar keinem Zusammenhänge steht. Man darf auf den weiteren Gang der Dinar gespannt sein, für die übrigens nicht nur die Berliner Sphäre, sondern in gewisser Beziehung auch die Süddeutschlands, speziell München, in Betracht kommt. Deutsche» Reich. Berlin, 4. Juni. Tas „B. T." teilt mit, daß Gra Hohenau bereits am 3. Mai ausgehört hat, b e i m K a i s e r Dienst zu tun, und daß er durch den Obersten Freiherrn o. Marschall ersetzt wurde. Am Tage vorher hatte der Kronprinz dem Kaiser die Nummern der „Zukun ft" übergeb en , die er selber von ehemaligen Regimentskameraden erhalten hatte. Man nimmt an, daß auch in hohen Kommandostellen ein Wechsel bevorsteht, da gewisse Persönlichkeiten beschuldigt werden, das Offizierkorps einzelner Regimenter nicht genügend beabsichtigt zu haben. — Der Reichskanzler empfing heute den grotzherzoglich hesiischen Staatsminister Dr. Ewald. — Das Herrenhaus nahm heute den Gesetzentwurf betr. die Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohn ungs-Verhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Betrieben beschäftigt sind und von gering besoldeten. Staatsbeamten debattelos an. Braunschweig, 4. Juni. In der heutigen Sitzung des Landtages kam es zu einem bemerkenswerten Zwischenfall zwischen dem Staatsminister von Otto und dem Abg. Krcis- öirefior Krüger von Wolsenbutlel. Der Staalsminister batte in der letzten Sitzung seine Mißbilligung darüber ausgesprochen, daß sich Staatsbeamte an einer politischen Kundgebung beteiligt hätten und zwar hätten sie eine Eingabe an den Herzog von Cumberland gesandt, in der sie baten, er möge sormell aus Hannover verzichten. Abg. Krüger betonte, das habe in den Kreisen der Staatsbeamten peinlich berührt. Staatsminister v. Otto erwiderte, er sei nicht in der Lage, auch nur einen Bucl)- taben von dem Gesagten zurückzunehmen. Es sei einzig und allein Sache der Regierung, in den Gang der politischen Tinge einzugreisen, wie sie es für notwendig halte. Es sei bezeichnend, daß man der Regierung den Wortlaut bet Eingabe an den Herzog von Cumberland vorentbalten habe. — Nach einer Gmundencr Meldung wird der Herzog von Cumberland gegen die vollzogene Regentfchascswahl in seinem und seiner Nachkommen Namen abermals staatsrechtlichen Pro - t e st einlegen. Ausland. London, 4- Juni. ’jiau) einer Meldung des „Times" stehen neue deutsche Erfolge in Persien bevor. Ter Pariser „Timeä"-Korrcspondent teilt mit, daß der Direktor der deutschen Lricntbank, Herr Guttrnann, der jetzt in Teheran weilt, wahrscheinlich in nächster Zeit Konzessionen erhalten wird, welche in sich die Möglichkeit ichließen, später größere und sehr wichtige Konzessionen zu bekow.men. Tie Deutschen machen große Auftrengungen, um möglichst viel Erfolg in Süopersien durchzuführen, bevor das englisch-russische Abkommen unterzeichnet wird. Luxemburg, 4. Juni. In der heutigen Sitzung der Kammer brachte der Scaatsmunster einen Gesetzentwurf über ein Familienslacut des Großherzogs Wilhelm ein. Tas Statut bestimmt, dcch dem Großherzog in Ermangelung eines männlicher Erben seine erstgeborene Tochter, Prinzessin Marie Adelheid, und nächst ihr ihr Alannesstamm nachzusolgen Hal. Während der Minderjährigkeit der Prinzessin soll die Gemahlin des jetzigen GroßherzogS tue Regentschaft und Vormundschaft führen. Im Falle des Ablebens der erstgeborenen Tochter oyne Hinterlassung einer Nachkommenschaft sind die andern Töchter des Großyerzogs in gleicher Weise nach Primogeniturrecht zur Erbfolge zu berufen. Paris, 5. Juni. Der Temps meldet aus Berlin, es gehe ein Gerücht, daß Kaiser Wilhelm im Frühjahr 1908 eine Mitrelmeerrcisc plane und wahrscheinlich zur Einweiyung des ozeanographischen Instituts nach Monaco kommen werde. Tort werde Kaiser Wilhelm vielleicht mit dem Präsidenten der französ. Republik äulammentreffen. Zu dieser Begegnung sollen aup) oeutsche und französische Kriegsschiffe in Monaco eintreffen. — „Petit Parisien" meldet aus Tanger, der Sultan habe Raisuli seine Begnadigung versprochen unter der Bedingung, daß Raisuli entweder Macvtto verlasse, oder sich mögliche weit von Tanger niederlaise. Freunde Raisulis sollen diesem oorgeschlagen haben, eine Reise durch Europa und die Verein. Staaten zu nivchen und bun in Baritee-Theatern auszutreten. Wie verlautet, soll Raisuli diesem Vorschläge nicht abgeneigt sein. Wien, 4. Juni. Einer parlamentarischen Korrespondenz zufolge Haden sich die deutiche Volks Partei und die deutsche Agrarpartei unter dem Namen deutschnatio- naler Verband fufioniett. Eiu neues Bombenattentat. Aus Lodz wird gemeldet, daß gegen eine Polizei-Patrouille, nachdem zuerst von unbekannten Männern Schüsse abgeseuert worden waren, eine Bombe geschleudert wurde. Zwei Geheimagenten, ein Schutzmann, zwei Soldaten, die Frau eines Geheimagenten und die Tochter eines Schlossers wurden schwer verletzt. In den benachbarten Häusern wurden die Scheiben zertrümmert und in das Straßenpslaster ein tiefes Loch gerissen. Turch eine Salve des Militärs wurde eine junge Jüdin verletzt. Bei einer Haussuchung wurden 100 Personen verhaftet. Tie Attentäter enifamen. Als Grund des Attentats wird der Umstand angegeben, daß zwei frühere Kampfgenossen der sozialdemokratischen Partei geheime Polizeiagenten geworden sind und viele Partei-Mitglieder verraten haben. Die beiden Agenten, zwei Brüder namens F-romel sind ihren bei der Explosion erhaltenen Verletzungen erlegen. Insgesamt wurden 20 Personen verwundet. Nach der Bomben-Explosion wurde der Hausbesitzer Mader verhaftet. Mader, der preußischer Staatsangehöriger ist, wurde von Soldaten durch Stöße mit dem Gewehrkolben mißhandelt. Er wurde die ganze Nacht über gefangen gehalten. Tie ärztliche Besichtigung ftellte zahlreiche Wunden sest. Mader nahm unter Stellung von Entschädigungsansprüchen die Hilse des deut- schen Konsulates in Warschau in Anspruch. Aus Ktadt und Land. Gießen, 5. Juni. - Stadtv. Kirch -j-. Eine Totenfeier für unseren so jäh auS dem Leben geschiedenen hoch verbienstvollen Mitbürger Stadtv. Jean Kirch findet am Donnerstag nachmittag 4 Uhr in der Kapelle des alten Friedhofes statt. Die Leiche wird dann zum Bahnhof fpediert zum Transport nach Offenbach, wo am Freitag nachin. 3 Uhr die Einäscherung im Krematorium stattfindet. •• Von d e r Augenklinik. Die voraussichtlich im August ins Leben tretende Verwalterstelle der UniverfitätS- Augenklinik in Gießen soll schon alsbald provisorisch besetzt werden. Bewerber, welche die vorgeschriebene Prüfung mi Finanzfach erster Kategorie bestanden haben, wollen sich bis längstens 10. b. Mts. melden bei Großh. Ministerium des Innern. — Der engere Ausschuß 511c Veranstaltung deS Ostafrika-Basars trat gestern abend um 10 Uhr noch einmal zusammen. Unter dem erschütternden Eindrücke i des jähen TodeS des Stadto. Kirch, des unermüdlichen Mit- j arbeiters an dem gemeinnützig- patriotischen Unternehmen, hatte man sich gestern mittag entschlossen, den Beginn des Basars von Samstag auf Sonntag zu verlegen in der Voraussetzung, daß am Freitag hier die Beerdigung stattfinden -würde. In einem Briefe an den Vorsitzenden des Ausschusses aber wiederholte die Witwe noch einmal den Wunsch des Verstorbenen, den Basar unter allen Umständen in der einmal festgesetzten Weise stattfinden zu lassen, ihn unter keinen Umständen zu ver- ^schieben. Dieser letzten Bitte glaubte der Ausschuß um so eher willfahren zu sollen, als nach den Entschließungen der Hinterbliebenen bereits morgen die Totenfeier hier stattfindct. Der Basar wird also in der ursprünglich vorgesehenen Weise am Samstag, Sonntag und Montag vor sich gehen. *• Das Tuberkulose-Museum in der Turnhalle der Stadtknabenschule erfreut sich fortgesetzt eines sehr zahlreichen Besuches. Die Zahl der Besucher istfheute bereits auf über 4000 gestiegen. Zahlreiche Besichtigungen von Schulen und Vereinen stehen noch bevor. Auch die Lehrer des KreiseL 1 Gießen werden in ihren Konfcrcnzbezicken in den nächsten l Tagen die Ausstellung unter ärztlicher Führung besichtigen. ** 6 i n c Sitzung der Stadtverordneten-Ber- Sammlung sollte am nächsten Donnerstag stallsiuden. Infolge 1 des plötzlichen Todes des Stadlv. Kirch ist sie ober aus Dienstag vertagt worden. Sie hat solgeiide Tagesordnung erhallen: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch des Friedrich 9loll für den Weg nach dem Friedhof am Rodtberg. 3. Tesgl. des Karl Nikolaus für den Schiffenberger Weg. 4. Desgl. des Professor Dr. Kossel für die Ludwigstraße. 5. Tesgl. des H. W. Rinn für die Plockstraße. 6. Desgl. des Fr. Wilhelm Schmidt für Bahnhofstraße 77. 7. DeSgl. des Ziegenzuchtvereins für den Auneröüer Weg. 8. Berkalls von Grundstücken. 9. Beseitigung eines Schuppens aiis bem Gelände der srüheren Attienbrauerei. 10. Umbau des früher Feidel'schen Hauses. 11. Erweiterung des Rohrnetzes des Gas- nnö Wasserwerks. 12. Erweiterung des Kabelnctzes des Elektrizitätswerks. 13. Erweiterung des Gaswerks. 14. Maßnahmen deutscher Städte gegen § J3 des Zolltarifgefctzes. 15. Lohne der städtischen Arbeiter. 16. Bergürung bar Zähler bei der Berufs- und Betriebszählung ani 12. Ium. 17. Gesuch des Anton Koch nm Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirlschaft auf dem Grundstück Plockstraße 3. 18. Desgl. des August Montanus für Bahnhostrraße 52a. *• Evang. Arbeiterverein Gießen. Das »Wald- fest^ am vorigen Sonntag mußte leider wegen Ungunst der Witterung im Saale gefeiert werden. Aber frisches Leben, , recht freudige Frühlingsstimmung herrschten auch da von Anfang bis zu Ende. AuLziig mit Musik, ernste und heitere Gesänge des Gemischten Chores, Kinderlieder und -Spiele, alles klappte vorzüglich und fand dankbare Allfnahme. Das Echo-Lied der Kinder „Wie lieblich schallt" rc. mußte wiedcr- holt werden. Außer allgemeiner Anerkennung ernteten die i Kleinen auch noch einen Berg von Bretzeln, hübsche Sträußchen | u. dergl. mehr, so daß die Freude am Kindersang und -Spiel auch sichtbaren Ausdruck fand. Dem Leiter der Kinderschar, Vereinsdirigent Gernhardt, wurde von einem Mädchen ein mit sinnigen Worten begleiteter Blumenstrauß überreicht. Der Vorsitzende des Vereins, Pfarrer Euler, sprach bei der i Begrüßung in frischer und fesselnder Weise über die deutsch-.' Heimat. Der 2. Vorsitzende, Straßenwärter Weller, hatte ! die Anordnung des Ganzen recht geschickt geleitet. ' 1. Ulfa, 4. Juni. Bei der Gemeinderatswahl wurden die seitherigen Gemeinderatsmitglicder Karl Ludw. Jäger und Phil. Fleischer wieder-, Gg. Ludwig I. neu* \ gewählt. a. Blitzenrod, 4. Juni. Ter Zimmermann Just. Rinn- insland Don Lauterbach stürzte gestern beim Ausschlagen eines Neubaues in die Tiefe und verletzte sich so schwer, daß an seinem Auskommen gezweifelt wird. (sd.) D a r m st a d t, 4. Juni. Das neue Wahlgesetz wird nunmehr durch den Senioren-Konvent der zweiten K a m m e r am nächsten S a m s r a g einer gründlichen Prüfung unterzogen werden, ehe es seinem weiteren Schicksal entgegengeht. Die Führer der Fraktionen sind ersucht worden, je ein weiteres Parteimitglied zu der Besprechung mitzubringen, auch die beiden Vorsitzenden des Gesetzgebungsausschusses sind zu dieser wichtigen Besprechung geladen. Es scheint bei der Mehrheit der Mitglieder des Gesetzgebungsausschusses sowohl, wie bei der Mehrheit der Kammer- mitglieder überhaupt die Meinung vorzuherrschen, daß auch der Gesetzgebnngsausschuß verfassungsgemäß das Recht und die Pflicht habe, sich mit der Materie zu beschäftigen. — Der Finanzausschuß der zweiten Kammer tagte heute unter beni Vorsitz des Abg. Reinhart in Anwesenheit des Geh. Baurats Hvssmann. Es wurde in der Hauptsache über den Antrag des Freih. v. veyl betr. die Freilegung des Wormser Domes verhandelt. Eine Verständigung wurde aber zunächst nicht erzielt; es soll weiteres Material beschafft werden. Die Fortsetzung der Beratungen findet nächsten Dienstag statt. — Dem Vernehmen nach ift der Munster des Innern Brau n seit einigen Tagen Reicht erkrankt, sodaß er das Zimmer hüten muß. — Wetzlar, 5. Juni. In der jüngsten Hauptversammlung des Landwirtschaftlichen Vereins für den Kreis Wetzlar erwähnte der Vorsitzende die Tatsache, daß jedes Jahr vom Mai bis zum Oktober die Schweinepreise in die Höhe gingen. Dies hänge damit zusammen, daß im Mai die Kartoffelvorräte zu Ende gingen und die Landleute vorher die Schweine, die überdies auch gerade fett seien, verkauften, um sie los zu werden. Hierzu trat noch der Umstand, daß die Bauern im Sommer verschiedener zu befürchtender Gefahren wegen, z. B. der event. Seuche wegen, nicht gern Schweine halten. Da das Angebot sehr stark sei, sinke dann in der Jetztzeit der Preis für Schweine, erginge aber in der Zeit von Juli bis September wieder in die Höhe, weil dann die Nachfrage das Angebot wieder übertreffe. Zu einem Preisausgleich, der sehr zu wünschen wäre, würde es nur dann kommen, wenn ein Futterstoff gefunden würde, der an Stelle der zu gewissen Zeiten fehlenden Kartoffel treten könne. — Auffallender Weise sind jetzt die Schafe kolossal teuer. So erzielte gestern ein Landmann unseres Kreises für 5 eben zur Herde gekommenen junge Hämmcl 105 M. — In unferm 22 395 Hektar großen Wald, der auch schone, junge Eichenbestände aufznweiscn hat, ist man gegenwärtig eifrig mit Lohschälen beschäftigt. Noch vor wenigen Jahren erzielten viele Gemeinden für ihre L 0 hernte ein hübsches Sümmchen für den Gemeinbesäckel. Der Preis per Zentner betrug nämlich 8—10 M. und heute, da man einen Erfatzgerbesloff in Sübamerika entdeckt hat, berechnet sich ein Zentner Loh mit 4 M.; dabei sind die Tagelöhne ganz gewaltig in die Höhe gegangen. [] Marburg, 4. Juni. Die hier in Stelle befindliche Dienslmagd Helmrich aus Densberg im Kreise Ziegenhain trank gestern Vitriol und starb heute früh nach entsetzlichen Qualen. Wie man hört, soll das 26jährige Mädchen aus Liebeskummer so gehandelt haben. Wiesbaden, 4. Juni. Ein Herr, heilt vor einiger Zeit 10 0 Mark gest 0 hlen wurden, erhielt vor kurzem folgenden Brief: „Sehr geehrter Herr! Ich habe Ihnen Ihr Geld gestohlen. Nun kriege ich's aus einmal mit Gewissensbissen zu tun und schicke Ihnen einliegend 20 Mark. Sowie ich wieder Gewistensbisse kriege, erhalten Sie mehr!" LaudwirLfchastsLammer gegen Handwerkskammer. Tie Handwerlslämmer hat in ihrer letzten Tagung bekanntlich auf Antrag der Metzgerinnungen eine Resolution gegen die Beschlüsse der Landwirtschaftslammer gefaßt, die die Regierung ersuchen wollte, Erhebungen über das tatsächliche Verhältnis zwischen F l e i f ch - und S ch w e t n e p r e i s e n anzu- stellen. Die „Hess, lanow. Zeitschr." nimmt nunmehr in ihrer neuesten Nummer Stellung gegen diese Resolution, sowie insbesondere gegen die betr. Ausführungen des Obermeisters Lautz aus Tarmstadt. Sie erhebt scharfen Protest gegen die dort ausgesprochene Behauptung, die Landwirtschaft arbeite mit willkürlich zusammengcstellten Zahlen und „stelle die nieoersten Groß-Ein t'ausspreise für Schweine den Detailverläufspreisen für die ausgesucht feineren Stücke entgegen". Tie genannte Zeitschrift bemerk, dazu, daß diese Behauptung in allen ihren Teilen vollstäudü grundlos sei. Sie habe ausschließlich die Zahlen der amtlichen Dotierungen und zwar gerade im Gegensatz zu der erwähnten Behauptung absichtlich stets nur die Preise für allererste Qualitäten, also die höchsrcn Dotierungen für Schweine ihren Ausführuugei zu Grunde gelegt. Ebenso seien als Fleischpreise stets die von den Metzgern der Polizei für gewöhnliches Schweinefleisch mi Beigabe selbst mitgeteilten amtlichen Zahlen benützt worden. Ee ,ci deshalb zu bedauern, daß sich die Handwerkskammer durch ein Ichlecht fundiertes, den Tatsachen vollständig wid.riprechendes Re ferat zu der Beschuldigung habe hinreißen lassen. Es mag ja für die Metzger unangenehm sein, daß die von ihnen selbst aufgerolln Fleischnotsrage zur Aufklärung des Publikums über das ungesund. Verhältnis der hohen Fleischpreise zu den niedrigen Schweinepreisei, in einigen Städten und zu einem allmählichen heule nicht mehr zu verkennendem Umschwung des Urteils des Publikums übe; die Ursachen der hohen Fleischpreise geführt haben. PcrmilWes. * Die Prämie von 3 00 0 0 0 Mark der preußischen Klassen-Lotteric fiel bei der Schlußziehung auf bic Nr. 131355. * B ö s e S t r e i ch e ru ss i s ch e r N e v 0 l ti t i 0 n ä r e. In Zürich drangen in vorvergangener Nacht vier mit Revolvern bewaffnete Nüssen in die Wachtstnbe des dortigen Untersuchungsgefängnisses und gaben auf die Wachmannschaft scharfe Schüsse ab, ohne jedoch jemand zu treffen. Der Wachtmeister alarmierte sofort das ganze Personal, worauf die Russen in der Dunkelheit entkamen. Offenbar handelt es sich um einen Versuch, den dort imtergebrachten russischen Revolutionären Klitaschicki, der in Warschau den Eisenbahndirektor Damidow ermordet hat, mit bewaffneter Hand zu befreien. — Nach dem Ueberfall erfolgte im Laufe des gestrigen Vormittags bei den russischeu Flüchtlingen zahlreiche Haussuchungen und Verhaftungen. Gestern Abend fließen drei Kinder auf offener Straße auf eine Bombe, bie mit einer 2 Meter langen Zündschnur versehen war. Die Bombe explodierte und alle drei Kinder waren ziemlich fcywer verletzt. Wegen dieser Vorgänge herrscht unter der Bevölkerung Zürichs starke Erregung. * Kleine Tageschronik. Ans Rheydt werben über 70 Typhusfälle gemelbet. Vielfach werden die Erkrankungen verheimlichl. Tie Seuche tritt jetzt auch in Häusern auf, die keine Wasserleitung haben. — In P i n z i g (Schlesien) s ch 0 ß aus offener Straße der Schlosser Dudeck seine Geliebte nieder, und verüble bann Selbstmorb. Das Mädchen ist lebensgefährlich verletzt. Tas Motiv zu der Tat dürfte Eifersucht fein. — In Berlin erschoß der Pferdehändler Becker seine Fran und versuchte sich bann selbst burch einen Schuß zu töten. Als der gewünschte Erfolg aiisblieb, schnitt er sich die Pulsabern burch. Becker ist nach bem Krankenhaufe als Polizeigefangener transpotirt ivorben. Es >vird angenommen, baß ser bet in letzter Zeit große Geschäftsverluste erlitten hat, int Einverstäubnis mit seiner Frau gehanbelt hat. — In Breslau würbe bei ber Besichtigung int Paarexerzieren bes Trainbatlaillons Nr. 5 der Ei'mährig- Freiwillige Ritter, von einer Platzpatrone so unglücklich getroffen, baß er sofort tot zusammenstürztc. — Bei einem gemeinsamen Ausflug von Unteroffizieren wollte ber Unteroffizier Eckart aus U 1 m auf ber Fahrt von Pfronten nach Kempten bei iXu Station Salzbrnnn feine auf bas Ttittbrett gefallene Mütze aufheben. Er geriet babei unter ben Zug uijb es würbe ihm ber Kopf abgefahren. — In Siebe nroerba stieß ber Hilfsarbeiter Winne seine Geliebte tu ben Mühlgraben, wo sie ertrank. Der Mörder erhängte sich in seiner Wohnung, wurde aber rechtzeitig abgeschnitten und verhaftet. ft München,!. Juni. FelixMottl versprach für den Fall, daß er als Direktor der Hofoper nach Wien berufen werde, sich von seiner Frau scheiden zu lassen. Frau Mottl dagegen erklärte, daß sie nie darin willigen werde, do man ihr außer Schuldenmachen kein anderes Verschulden nach, weisen könne. Indes hat bisher Mottl kein Entlassungsgesuch eingereicht. Die Blätternachrichten, daß ihm von der Intendanz der Adel, Zuschüsse und 15 LOO Mark Pension angeboten wurden,, weun^er in München bleibe, sind Erfindungen. ~ ALveitcrbewegulrg. Lauterbach, 4. Juni. Bis jetzt sind hier nut die fogtal- b c m 0 f r a t tf ehe n Di aurcr in ben Aus st anb getreten, während bic christ l.-s oz. tu eiterar beite n. Tie Forderungen tarnen auf lOflünbige Arbeitszeit, bet 40 Pfg. Stuubenlohn. Ge- iverkschaflsfekretär Hüttrnattn aus Frankfurt leitet ben Streik. Die etretfenben verhalten sich ruhig. Karlsruhe, 5. Ium. Tie Uh re nsabri kanten beS Schivarztvalbes beschlossen, am 22. b. Mts. alle ihre Arbeiter, etwa ll 000, auszusperren, tuenn bie bestehenben Differenzen bis bahnt nicht ausgeglichen toerben. Mülier'schc Badeanstalt. Wasserwärme am 5. Juni: 13 ° R. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag den 6. Juni: Meist trüb, Regenfälle. Temperatur wie heute, west- ltche Winde. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 5. Juni. lOrig.-Telegr. deS „Gieß. An;.") V i e h in a r k t. Zutn Verkarste standen 00 Kälber, 00 Schate u. Hammel, 1800 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 56—*00 Pf., Lebendgewicht 44.00—00 Pf., 2. Qual. 55—00 Pf., Lebendgewicht 13.50-00 Pfg., 3. Qual. 47-49 Pfg. Kalber 1. Qual. 00-00 Pf. Lebendgewicht 00 - 00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht lO—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg, Geschäft bei Schweinen: >edrückt, llcbefftnnb bedeutend. Während des Marktes liefen noch mehrere Waggons mit 192 Schweinen ein. II Kirchham, 4. Juni. Auf dem heute hier abgehaltenen R i u d 0 1 e h ut a r k r ivaren 600 Stück Rindvieh, darunter über 100 Kälber, aufgestellt. Bet guten Pretsen wurde flott verkauft. — 21 uf dem Schivemeinarkt betrug bie Zufuhr etwas über 60j Stück. Für kleine Ferkel bezahlte man 20—25 Mk., für Läufer 35—40 Mk. per Paar. Ter Hanbel blieb flau. Griginal-Vrahtmel-unge«. Sd. T arm sta b t, 5. Juni. Ter Gr oft Herzogs empfing heute den österreichischen Gesandten von Eallen» bergin besonderer Audienz-und zog ihn zu der im Residenz-- schlosse stattfindenden Hoftafel. Es wurden 39 Gedecke auf- gelegt. — Tas Groftherzogl. P a a r fuhr gestern mit oen Llcher Herrschaften nach Beendigung der Rheinfahrt von Eoblenz mit dem Automobil durch den Taunus über Wiesbaden nach Frankfurt und besuchte abends den Zirkus Schumann. Frankfurt a. M., 5. Juni. Heute traten die Engländer die Heimfahrt durch das Rheinland an. London, 5. Juni. Das dänische KöuigSpaar trifft am Samstag hier ein. Der Aufenthalt ist auf fünf Tage bemessen. Das Festprogramm umfaßt eine Truppenschau, Gala-Vorstellung in der Oper, sowie Diner beim König und beim Prinzen von Wales. Von England begibt sich das Köiiigspaar an Bord der englischen Königsyacht „Viktoria and Albert" nach Cherbviirg, ivo am Freitag der Empfang diirch den Präsidenten Fallreres erfolgte. " Verleibauftalt drchte Sundheimer&StFiipp ________pro flm und Woche 10 Pf. Frankfurta.M.ldv«/. Aufruf! $<15 WokMtigkeitSfest zum Besten der Hinlcrblicbenen unserer in Südwest-Afrika gefallenen und gestorbenen, tapferen Kämpfer soll nunmehr endaültia am 8 9 und 10 «uni d. IS. auf der L.cb.gshöh- st-it,finden. Verirrter der Behörden, der Stadt, der Unioerfilät, des Regiments Kaiser Wilhelm, der Militärvereme foww weit^Kreste der Bürger. '^ Unterstützung Aber an alle Einwohner Gi-tzcus ergeht hiermit der-Aufruf, das Fest diirch regen Besuch und freiwillige Gaben roirffam z» unkr. H mögen fid) vereinigen, uni dem geplanten vaterländischen Unterneyiiien zu einem vollen Erfolg zu verhelfen! Ser am 2. und 3 Tag des Festes nicdriaer bemeliene Eintrittspreis soll auch weiteren Kreisen Gelegenheit geben, das Fest besuchen zu können. 9 ö 1 meoriger oemepene C1/« Einwohner Giessens $=Tä$ ?yrau A. Hanscn, Hebstrctt, Lorsitzendcr des Marine-Bercins, ilonuiierücnrat .vcidiclbcim Frau VI Acidicihfim (rnmmrriirnrnt '^anJc*' Vorsitzender des Vcrcms ehemaliger Pioniere, Leutnant Heßler, Frau F. Heuer, Frau E. Heuser, Frau 3ocdd, 5rciOCr. B Dmt £.1 P°-'zeianumann Herberg, Frau H. Herberg, Dr- Orau H^ocppc, Frau A. Körte, Frau R. Kranße, LandgerichtSpräsident ItullmQiiii? Buchdruclercibc'sitzer Lan^ Frau' G Lanoermann Ln Ätn/,, Foch, Hauptmann Koeltschau, Prwat- L. McngcS, Maior Mohr, ytau Mohr, Kaufmann Mettenheimer, Kommerzicurat Mueller, Geheimer Hosral Dr Netto Frau A' Noll Frau '1? Nücker' U^llrhi ITT °'s\ Oberleutnant Menges, Frau strel, Frau K. Ploch, Frau P. Poppert, Frau R. Prätorius. Geheimer Schulrat Dr. Rausch, Frau H Reuß SiedHSantvalt^Dr^ Ersitzender deS Vcterancn-Verc-ns, Frau I. Pfannen- staedt, Postdireklor Schäfer, Frau F. Schln-phake, Kommerzienrat Schirmer. Hauptmann Sdirccber, Fr?u A Schrocücr Oberleutnant Schwend? ^nmumnm.9'£hnn0‘^d,QQsu $^lnmer3lcnrat Schaffstaedt, Frau Schaff- vr. Stoericko, Frau A Stoencko Frau H. Strahl, Frau M. L. Strack, Oberstaaisanwait Theobald,^^Frau^ & Salö £rau Scffor @om,ncr' ®VflU Soctbeer, Direktor ffinfr, Sorf^ter des Frau it. Wiener, 8„u K. W°,s. M°j°r von Wunsch, SrL «. °°n WÄ Chara schatt hat ue und w am Suni 5®fe1eü'» 1 um. 1 Statt besonderer Anzeige Jai Kirch, Stadtverordneter im 55. Lebensjahre. Im Giessen, den 4. Juni 1907. Juni nachmittags 4 Uhr in der Kapelle des alten Friedhofes Die Einäscherung erfolgt in Offenbach am 7. Juni nachmittags 3 Uhr. Der so unerwartet eingetretene Tod unseres verdienstvollen ersten Vorsitzenden Herrn Jean Kirch Der Nationalliberale Verein Giessen D7. nehmen. Frau Peter Miukc Wwc. 03995 Gietzeir, den 4- Juni 1907. Giessen, Grünberg, Darmstadt, Hahnheim, den 5. Juni 1907. 3748 Zu haben in O Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Marie SCirch, geb. Wallenfels. %tr. ■W. W K _______________________________________ -______________________- Die Einsegnung findet Donnerstag, den 6. statt. Hierauf Trauergeleit nach dem Bahnhof. Heger-Glanz-Stickgarn V Bela-GIanzgärn hat unserem Verein einen schweren Verlust bereitet. Herr Kirch war seit 1889 Mitglied des Vorstandes, seit langen Jahren in leitender Stellung und wiederholt erster Vorsitzender. Echte Vaterlandsliebe, lebhafter Sinn für das Wohl seiner Mitmenschen, nie erschlaffende Arbeitsfreudigkeit, selbstloses und opferfreudiges Wesen drängten ihn, sich in den Dienst der Allgemeinheit, insbesondere der vaterländischen Interessen zu stellen und machten ihn zu einem Muster edlen Biirgersinnes. Diese Fähigkeiten, verbunden mit Klarheit des Blickes, Bestimmtheit und Sicherheit des Auftretens gepaart mit Versöhnlichkeit, Gradheit des Charakters und die Gabe, seine Gedanken klar und bestimmt zum Ausdruck zu bringen, machten ihn zum geborenen Führer einer politischen Körperschaft. Sein Wirken in unserem Verein ist deshalb das denkbar erspriesslichste gewesen. Die Parteifreunde in Stadt und Land werden ihm stets ein treues, dankbares Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Donnerstag mittag 5 Uhr von der Novelle des neuen Friedhofs aus statt. Heute mittag 12 Uhr entschlief unerwartet mein treuer, unvergesslicher Gatte, unsor guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Bestes deutsches Fabrikat. allen Garn- u. Tapisserie-Geschäften, sind In allen Farben vollständig waschecht Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Chr. Hessler und Familie, Heinrich Flick, Rentner Goethestrasse 33. 1852-6902 Am 4. Juni verschied unser lieber Altersgenosse Jean Kirch, Wir teilen dies unseren Altersgenossen geziemend mit A und bitten um zahlreiche Beteiligung bei der Einsegnung. W 3759 Der Ausschuß. Die Einsegnung findet Donnerstag, den 6. Juni, ■ nachmittags 4 Uhr in der Kapelle des alten Friedhofes statt. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir innigen Dank. KriegerkMiMaft Wen .*5*. Von dem am 4. Juni I. I. erfolgten MSTHinscheiden unseres Ehrenmitgliedes ihÄA. und Kameraden Jean Kirch Stadtverordneter setzen wir die Kameraden geziemend in Kenntnis. Die Einsegnung findet Donnerstag den 6. ds. Dtts., nachmittags 4 Uhr in der Kapelle des alten Friedhofs statt. Zusammenkunft Stunde vorher am Friedhofsportale. Der Vorstand. Todes-Anzeige. Hierdurch die traurige Nachricht, datz es Gott gefallen hat, mein liebes Kind Frieda im Alter von 11 Monaten, heute mittag 4 Uhr zu sich zu Soolbad Saizhausen. hau u^tHciUur a n ^empfiehlt ihre bekannt schön einger. Ziuuner mit guter Verpflegung, ausurnrks. Bedienung u.sol.Preisen. Prosp.grat.d.ü.Ergenmm. C-harlotteKoch» A »timt ■ E Meine Hauptpreislajen auf sofort gesucht [3672 Mäusburg 12. 3691] Löwengasse 11. 03931] U 4 Zimmer erlauft. W61 Teufelsgärtchen 26. [03873 -SSla/i2 Zirka 9jähriges [3752 04001 gesucht. Ludwigstraße 45, II. Donnerstag, den 6. Juni 1907 3686] Wetzstetnstraße 44. Ueiff'chredenes WWMW 3n ueniueten — , Mi et fiel niste (Offntr Strllnf in ßoxcalf u. : Chevreaux : Starrueud billig toiri) eine Anzahl bester Erenaateor Bäder Schreibumschinen ss*/o billigst abzugeb. Off. u. „Schreib- Maschinen" an den Gieß. Anz. erb. 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