Donnerstag 4.- eile. Aus Graf Nigras Memoiren Bezu monatl Aohole- u. monatfid) diePost Mt. jährl. aussch Nr. 154 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familienblätter viermal in d Woche betaelegt um zweimal wöchentlich das Ureirblatt für den Kreis Gießen. Fernsprech-An- schlußs.d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 eiSr viertel-' ; durch ftette« Annahme orm für dre Tag bis vormittax ZeilenpreiS: l auswärts 20 Verantwortli den pollt und Teil: P. Wittko, ^Stadt und ß(xnb* Deutschland, Frankreich und Marokko. Paris, 4. Juli. Das Interesse an der Frage, ob Frankreich eine Annäherung an Deutschland suchen solle, gibt sich in Rundfragen kund, welche bei hervorragenden, im öffentlichen Leben stehenden Persönlichkeiten unternommen wurden. So veröffentlicht der ,Jn- transigeant" Antworten des Senators Marcöre, des Schriftstellers Marcel Prevost und des Advokaten Conlon. Alle drei bekunden die gleiche Scheu vor jedem Schritt, der als Anerkennung des Frankfurter Friedens zu deuten wäre. Irgendwelche dankenswerten Anregungen sind aber in diesen Zuschriften nicht zu finden. — Der Vizepräsident der Kammer, Etienne, wird im September abermals Deutschland besuchen. Es liegt nach Etiennes Anschauung im europäischen Interesse, daß die französischen und nichtfranzösischen Bewerber um den Besitz von Grund und Boden in Marokko sich bis zu einem gewissen Grade verständigen, und man geht nicht fehl, wenn man Etiennes Septemberreise mit dem Wunsche nach Kenntnis der in deutschen Jnteresfekreifen bestehenden Absichten in Zusammenhang bringt. — Pichons Standpunkt zur Frage einer Annäherung an Deutschland ist folgender: Der diplomatische Verkehr soll vorläufig wenigstens die Grenzen der Tagespolitik nicht überschreiten. Zeigt sich hierbei, daß die Interessen beider Staaten restlos in Uebeteinftimnumg zu bringen sind (in der Marokko-Angelegenheit wird eine solche hier erwartet), dann könnte man auch ferner liegenden Angelegenheiten ent- sprechende Aufmerksamkeit zuwenden. Neues aus Rußland. Der Zar reist im Laufe dieser Woche mit seiner Familie nach den finnische n Schären auf seiner Jacht .Standard", begleitet von zwei Torpedojägern. — Die Polizei ist auf der Spur der Bankräuber von Tiflis. Sie hat auch gewisse Hinweise gefunden, daß das Geld zur Ausführung großer terroristischer Akte in Petersburg bestinimt ist. Infolge dieser Fingerzeige wurde eine sehr strenge Bewachung des Petersburger Bahnhofes vorgenommen. — In der S y n a g o g e in Riga wurde eine Haussuchung vorgenommen, motoi 43 Personen verhaftet wurden, die zur jüdisch-sozial- revolutionären Organisation gehören. Es wurde kastatlert, daß diese Organisation unterderRigaer Garnison agitiere, zu welchem Zweck schon verschiedene Sitzungen stattfanden. In einer der Sitzungen wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Unter den 13 Gefangenen, die meist im Alter von 15 bis 30 Jahren stehen, befinden sich auch drei Mädchen. Durch Briefschaften wurde festgestellt, daß jene Gruppe in Verbindung stehe mit den Revolutionären aus anderen russischen Städten, sowie aus Städten der baltischen Provinzen. Infolgedessen erfolgten noch weitere Verhaftungen. In einem Ofen der Synagoge zu Riga wurden viele revolutionäre Schriften und Proklamationen gefunden. Mitglieder des russischen Volksverbandes, die in Odessa einen Kongreß abhielten, verübten auf den Straßen die größten Exzesse. Zwei Personen wurden dabei lol- geschlagen und acht Passanten verwundet. Die Polizei konnte nur einen der Uebeltäter verhaften. gesetzt ihre Unterwerfung. Tanger, 3. Juli. Der Kaid Harry Maclean, der sich ausgemacht hatte, um vom Maghzen die Begnadigung RaisullL zu erwirken, ist von Raisuli gefangen genommen worden. Letzterer wird nun, um seine Begnadigung zu erlangen, selbst die Bedingungen stellen und ein Lösegeld für die Freilassung Macleans fordern. wonach die dortige Lage befriedigend geworden ist. Die meisten der Stämme haben sich unterworfen oder haben Verhandlungen zu ihrer Unterwerfung angeknüpst. Der Stamm des Adrargebietes verweigert fort- — Aus dem Militärlager von Agde sind Nachrichten eingelaufen glaubte sich besagt, in der Art, in der die Depesche eine Verweigerung der Audienz angekündigt hatte, eine an die Adresse Frank- reichs gerichtete Beleidigung zu sehen, und ohne weitere Erklärungen abzuwarten, erklärte mir Kaiser Napoleon den Krieg. Graf Nigra berperkt dazu, er habe den Eindruck gehabt, daß Kaiser Wilhelm, als er diese Tatsache sechs Jahre, nachdem sie sich ereignet hätte, auseinandersetzte, sie sicher im Gedächtnis zu haben schien. Gr habe keinen Augenblick irgendwelche Unsicherheit gezeigt oder in der Erzählung gestockt. ben beiden Hausern. Ich erlaube mir, das Glas zu erheben und auf das Wohl Eurer Majestät, Ihrer Majestät der Königin und des gesamten königlichen Hauses und auf daF Wohl Eurer Majestät sckwnen Landes zu trinken." Die Musik spielte die dänisch» Nationalhymne. Nach der Tafel wurde im Gartensaal Kaffee getrunken, wobei Cercle abgehalten wurde. „ ^ er K aiser verlieh dem Prinzen Gustav von Dänemark den Schwarzen Adlerorden sowie das Großkreuz des Laoten Aolerö en sautoir. Ferner verlieh der Kaiser den Roten Adleroroen erster Klasse dem Hofmarschall Grasen von Moltte, dem Direllor im Ministerium des Aeußeren Kammerherrn Gras und Generalleutnant Leschly; den Kronenorden erster Klasse dem Finanzminister Lassen, dem Minister der öffentlichen Arbeiten Högöbro, dem Justizminister Alberti, dem geheimen Konferenzrat Baron Reedtz-Tvtt und dem Kontreadmiral Zachariä; den roten Adlerorden zweiter Klasse mit Stern dem yoschef des dänischen Kronprinzen Kammerherrn Rothe, dem Zeremonienmeister Grasen von Broaenhuus-Schack, dem Hofchef der dänischen Königin Kontreadmiral von Bardenfleth; den roten Adleroroen zweiter Klasse mit Eichenlaub dem deutschen Generaltonsul Martens. Der König hat den Prinzen Adalbert von Preußen zum Ritter des Elefantenordens ernannt Ferner hat der König dem Generaladjutanten des deutschen Kaisers, General der Infanterie von Plessen, das Großkreuz des Danebrogordens in Diamanten, dem Chef des Marinekabinetts, Koutreadmiral v. Mueller, sowie dem Gesandten Freiherrn von Jenisch und dem Vize-Oöerzere- monienmeijter von dem Knesebeck, das Grotzkr^uz des Danebrogordens verliehen. Deutsches Neietz. Berlin, 3. Juli. Die in einem Teile der Presse umlaufenden Gerüchte von Veränderungen im auswärtigen diplomatischen Dienst erweisen sich lediglich als Vermutungen. Ebenso wie der Botschafter Speck von Sternburg seinen Posten nicht dauernd verlassen hat, kehrt Marschall von Bieberstein nach Schluß der Haager Konferenz nach Konstantinopel zurück. Bonn, 4. Juli. Prinz Oskar von Preußen bezieht im Winter-Semester die hiesige Universität. Straßburg, 3. Juli. In den Schulen zu Groß- moyenvre im Liedenhofner Kreis ersetzte der Oberjchulrat den französischen durch deutschen Unterricht. Die Statistik ergab nur noch 15 Prozent Kinder, die Französisch als Muttersprache sprechen. Würzburg, 3. Juli. Der Landtagsabgeordnete Eitzenbcrger (Zentrum), der den 3. Würzburger Wahlkreis vertritt, ist gestorben. AusIanS. Rom, 3. Juli. Am Schluß der heutigen Senats- Sitzung erinnerte der Präsident an die Hundertjahrfeier des Geburtstages Garibaldis, gedachte seiner in warmen Worten und schlug vor, morgen keine Sitzung abzuhalten. (Lebhafter Beifall.) Der FinünzMinister schloß sich im Namen der Regierung dem Anträge an. Wien, 4. Juli. Wie zu Beginn einer jeden Session wurden gestern trn Abgeordnetenhause die Vorgänge bei den Wahlen in Galicien erörtert. Polnische, sozialdemokratische und ruthenische Abgeordnete sowie Zionisten beschwerten sich über die Wahlmißbräuche zu Gunsten der polnischen Schlachzizen. Die Mitteilungen waren nicht nur den polnischen Abgeordneten, sondern auch den Christlich-Sozialen sehr unangenehm, denn die Letzteren befürchteten, daß auch ihre Wahlmißbräuche abfällig würden besprochen werden. Sie wandten sich deshalb im Verein mit den Polen gegen die eingebrachten Dringlichkeitsanträge und es kam zu stürmischen Szenen. Beschimpfende Zwischenrufe fielen und es hatte sogar den Anschein, als ob die Abgeordneten handgemein werden wollten. Budapest, 3. Juli. Die heutige Sitzung des Abgeordnetenhauses begann wieder mit der Obstruktion der Kroaten. Hefter einen Antrag wurde unter Abstinenz der Kroaten, denen auch heute ohne jede Ursache das Wort entzogen wurde, namentlich abgestimmt, worauf zur allgemeinen Ueberraschung der Handelsminister K'o s s u t h die Paragraphen 2—58 der Dienstpraamatik der Eisenbahner, die den Gegenstand des Streites bilden, zu- rückzog, mit der Erklärung, daß Paragraph 1 durch Die Bestimmung ergänzt werde, daß jeder Staatsbeamte der magyarischen Sprache mächtig sein müsse. De'.' Kroaten wird die Konzession eingeräumt, daß die Staatsbeamten in Kroatien, welche im Verkehr mit dem Publikum stehen, ebenfalls der kroatischen Sprache mächtig sein müssen. Die Kroaten hatten sich von dieser Ueberraschung noch gar nicht erholt, als der Vorsitzende schon die Debatte schloß, womit jede weitere Obstruktion gegen den Antrag Kossuth unmöglich ist und der Antrag angenommen werden muß. Das Vorgehen der Re g ie r un a wrrd in politischen Kreisen als eine unbedingte Niederlage beurteilt, da sie der kroatischen Obstruktion gewichen ist. In den Kreisen der Kroaten herrscht über den Sieg ihrer Obstruktion großer Jubel. Newyork, 3. Jüli. Der „Newyork Herald" und die „Newyork Times" erklären ungeachtet der Dementis, eine Verstärkung der Flotte im Stillen Ozean sei noch im Werk. Der ,Herald" meldet eine Verstärkung der Küstenbefestigungen auf den Philippinen. Kapstadt, 3. Juli. Heute ijt eine amtliche Schrift erschienen, die ein vom Earl of Selborne verfaßtes ausführliches Memorandum enthüll, in dem ein britisch- südafrikanischer Bund leohast befürwortet wird. Dias „Giornale d'Jtalia" veröffentlicht eine noch nicht im, Truck herausgegebene Stelle aus den Memoiren des Grafen Nigra, enthaltend einen Bericht über die Unterredung, die Nigra am 16._ Juni 1 8 7 6 zu Ems mit Kaiser Wilhelm' hatte. .In dieser Unterredung berichtete Kaiser Wilhelm Nigra über die Zusammen tun ft, welche er am 13. Juli 1870 mit dem französischen Botschafter in Ems hatte, und welche die Ursache des deutsch-französischen Krieges war. Kaiser Wilhelm beendigte den Bericht mit folgenden Worten: Am Abend benachrichtigte ich Bismarck von dem, was in Ems vorgefallen war, nämlich von her von dem französischen Botschafter gestellten Forderung, von mir die Versicherung zu erhalten, daß die Kandidatur des Hauses Hohenzollern für den spanischen Thron zurückgezogen und niemals wieder aufgestellt werbe, soioie von meiner Weigerung, dem franz. Botschafter stne zwecke Audienz im Laufe des Tages zu bewllligen. Ich ermächtigte Bismarck, meine Vertreter an den deutschen Höfen und im Auslande davon zu benachrichtigen, wenn er es für gut befände. Auf Grund dieser Mitteilung sandte Bismarck an die Botfchaiter und Gesandtschaften Preußens im Auslande Telegramme, welche im wesentlichen die Mitteilung enthielten, die er von mir erhalten hatte, jedoch geändert in der Form. Dieses Telegramm kam nachts in Paris an. Die französische Regierung glaubte sich befugt, in der Art, in der die Depesche eine Verweige- Ies Kaiseipanr in MyemarK. Kopenhagen, 3. Juli. (Ankunft des Kaiserpaares.) Zum Empfange des Kaisers und der Kawerin bei der Landungsstelle, wo eine Ehrenpforte errichtet war, hatte sich eine große Anzahl Geladener, darunter sämtliche Minister, die Mitglieder der deutschen Gesandtschaft und der sonstigen diplomatischen Korps und eine Deputation der deutschen Kolonie versammelt. Kurz nach 10 Uhr traf die „H o h e n z o l l e r n" ein, gefolgt von dem Kreuzer Königsberg" und dem Depeschenboot „Sleipner", von den dänischen Kriegsschiffen und den Forts mit Salut empfangen, den die Königsberg" erwiderte. Bald daraus trafen das K ö n i g s p a a r und das Kronprinzenpaar mit mehreren Mitgliedern des Königlichen Hauses bei der Lan- dungsstelle ein und juhren unter dem Salut der Geschütze und - ben Hurrarufen der auf den Kriegsschiffen in Parade aufgestellten Mannschaften nach der ,,Hohenzollern", wo sie vom Kaiser aus der untersten'Stufe der Fallrepstreppe empfangen wurden. Als der Köntg die „Hohenzollern" betrat, wurde unter abermaligem Salut die königliche Flagge gehißt. Nach kurzem Aufenthalte fuhren die Herrschaften an das Land zurück. Einige Minuten später verließen der Kaiser, die Kaiserin und Prinz Adalbert die „Hohenzollern" und fuhren nach der Landungsstelle, wo sie vom König empfangen wurden. Der Kaiser trug die dänische Admiralsuniform, die dänischen Herrschaften hatten deutsche Uniformen angelegt. Oberbürgermeister Oldenburg hielt eine Begrüßungsansprache uni> brachte ein Kaiser hoch aus. Nachdem der Kaiser und der König sodann die Front der aufgestellten Ehrenkompagnie avgeschritten hatten, begaben sich die hohen Herrschaften, überall mit lauten Hurrarufen begrüßt, zu Wiigen nach dem Hauptbahnhos und von da mittels Extrazug nach Fredensborg. Es herrscht starker Regen. Fredensborg, 3. Juli. Anläßlich der Ankunft des deutschen Kaisers hat die Stadt reichen Flaggenschmuck in dänischen und deutschen Farben angelegt. Gegen 12 Uhr versammelten sich die Spitzen der Behörden auf dem Bohn- i)oje. Ferner hatte sich der deutsche Konsul in Helsingör, Robert Lund, eingefunden. Der Zug traf um“ 12 Uhr 20 Minuten ein. Nachdem die Herrschaften den Zug verlassen hatten, stellte König Friedrich die Vertreter der Behörden dem Kaiser und der Kaiserin vor. Der Kaiserin wurde ein großes Rosenbukett überreicht. Die Abfahrt nach dem Schloß erfolgte in geschlossenen Wagen. Im ersten Wagen saßen der Kaiser, der König und Prinz Adalbert, un zweiten die Kaiserin, die Königin, der dänische Kronprinz und Prinz Hans. Nach dem Eintreffen auf dem Schloß zogen sich die Majestäten in ihre Gemächer zurück. Um 1 Uhr nahmen die Majestäten das Frühstück im chinesischen Saale ein, wo für lö Kuverts gedeckt war. Das Gefolge und die Würdenträger frühstückten im Kuppelsaale. Die königliche Familie verbrachte mit ihren Gästen ben Nachmittag auf dem Schlosse, da schlechtes Wetter alle Ausflüge verhinderte. Abends 8 Uhr sand tm Kuppelsaale des Schlosses Fre- denöborg Gala täfel statt. König Friedrich sühnte die Kaiserin, Kaiser Wilhelm die Königin zu Tisch, ferner führte Prinz Adalbert die Kronprinzesfin Alexandrme, Kronprinz Christian die Prinzessin Marie von Dänemark. König Friedrich trug preußische Husarenuniform, der deutsche Kaiser die dänische Admiralsuniform. Geladen waren ferner zur Tafel: tue dänischen Minister, die Präsidenten des Landthings und des Folkethings, der deutsche Gesandte Graf Henkel von Donnersmarck und die Mitglieder der Gesandtschaft der deutsche Generalkonsul Martens, das Gefolge des Kaiserpaares, die atlachierten Herren und Damen, sowie eine größere Anzahl höherer dänischer Würdenträger. Während der Tafel erhob sich Köni^ Friedrich und brachte folgenden Trintspruch aus: „Eure Mjajestät heiße ich aus tiefster Secle wärmstens willkommen, ein inniges Willkommen, das in gleichem Maße der Kaiserin und Königin gilt, die heute unseren heißesten Wunsch erfüllt, zum erstenmal m unserer Mitte zu erscheinen. Gerührten Herzeils treten mir hierbei Eurer Majestät frühere Besuche vor die Augen, welche meinem unvergeßlichen Vater galten uud die Hoffnung weckten, daß es Eurer Majestät auch unter veränderten Verhältnissen bei uns und unter uns wohl gcfallen möge. Ich fühle mich gedrungen, hier meinen und der Königin herzlichste und inniglten Dank nochmals auszusprechen für die unvergeßlichen Tage, die wir im vergangenen Herbste in Berlin zubringen durften und für den so herzlichen EnrpMng, den Eure Majestät uns dort bereitet httben, und daran meinen und der Königin wärmUen Dank für den uns alle so hoch beglückenden Besilch beider Majestäten zu knüpfen. Ich erhebe mein Glas auf das Wvhl der erhabenen Gäste, Eurer Vkajestät des deutschen Kaisers, oer Kaiserin, sowie desjenigen des ganzen kaiserlichen und königlichen Hauses." Die Musik spielte die deutsche Nationalhymne. Gleich daraus erhob sich Kaiser Wilhelm und dankte mit folgendem Trinkspruch: „Willen Eure Majestät gestatten, daß ich im Namen Ihrer Mkyestät der Kaiserin und meinem unseren tiefstempfunbeneri herzlichsten Tank ausspreche für den warmen und herzlichen Empfang, den wir heute hier gefunden haben. Es ist Ihrer Majestät der Kaiserin eine besondere Freude gewesen, bem Wunsche Eurer Majestät nachkommen zu können und hier in dem trauten Kteis von Eurer Vtsajestät erlauchter Familie eintreten zu dürfen. Un- vergeßlich^find uno werden mir bleiben die Tage, da ich als Gast art der ^vecke Eurer Majestät ehrwürdigen und liebenswürdigen Balers weilen durfte, unter dem Zauber seiner ritterlichen Persün- lichteck, zu der ich in tiefiter Ehrfurcht stets emporblicken werde. Eure Majestät haben in Gnaden der Tage gedacht, die Sie in Berlin geioeilt haben, und ich kann von ganzem Herzen versichern, daß es mir und meinem treuen Volke eine besondere Freude gewesen. Euren beiden Dcajestaten innigstes Willkommett entgegen- zubrinßeu. Voll herzlichen Tsinkes für die freundliche und gnädige Begrüßung w,age ich es, daraus die Hoffnung herleiten zu dürfen, >aß sie zugleich der Ausdruck herzlicher Freundschaft i)t zwischen Blatt 157. Jahrgang ___________a _ Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen ^Seiner ©iS?“’ Rotationsdruck und Verlag der Vrghl'schen Unln.-Vuch- und Steindruckerei. R. Lange. Redaktlo«, Expedition und Druckerei- 7. *6 ' , || M H|||_ 1 '' " zetgentetl: Han« Be — Während der Kcnd Harry Maclean mit Raisuli unterhandelte, ließ der Maghzen daS Gebiet der And- scheraS, die schon seit langer Zeit keine Steuern mehr zahlten, umringen. Der Maghzen verlangt 350 Maultiere als Bezahlung für gestohlenes Vieh und als Entschä- digungösumme für die Ermordung des Franzosen Charbonnier. Aus Seasr uns tuno. Gießen, 4. Juli 1907, • • Eine Sitzung d eS Provinzial-AuSschusses findet Mittwoch, 10. d. Mts., norm. 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch deS Georg Koch zu Nieder-Mörlen um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft und Rekurs desselben gegen eineu Polizeibefehl Großh. KreiSamts Friedberg. 2. Einwendung gegen die Gültigkeit der Wahl des Bürgermeisters zu Trais- Münzenberg. 3. Enteignung von Gelände zur Erweiterung des Bahnhofs Zell-Romrod. 4. Aufbringung dec Kosten des Geländeerwerbs für die Nebenbahn Butzbach-Lich, hier Urteilsoerkündigung. 6, Desgleichen für die Nebenbahn Laubach-Mücke. • * Dienstbotenfrage. Um vielfach aufgetauchten Zweifeln zu begegnen, insbesondere um die weit verbreitete Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen dec Gesindeordnung zu beheben, erläßt das Großh. Polizeiamt in der heutigen Nummer eine Bekanntmachung, die für Dienstboten und Herrschaften in gleicher Weise von hoher Wichtigkeit ist. ES Han- delt sich nämlich um die Auslegung der Art. 6 und 7 der Geftndeordnung, die, wie wenig bekannt ist, durch ein Orts- statut für Gießen abgeändert sind. Anstelle des gesetzlichen DienstjahreS und des gesetzlichen Dienstmonats ist hier nämlich statutarisch daS Kalendervierteljahr mit vierwöchiger Kündigungsfrist gesetzt. DaS Nähere ist aus der Bekanntmachung zu ersehen. — Gegen die Errichtung von HandlungS- gehülsenk a m m e r n , wie sie von dem Ausschuß des rheinisch-westfälischen Handlungsgehülfentages in Anregung gebracht worden war, haben sich die Handelskammern Darmstadt und Offenbach ausgesprochen. Die Darrn- stüdter Handelskammer vermag ein Bedürfnis für Handlungs- gehülfenkammern nicht anzuerkennen, da ihr die Interessen der HandlungSgehülsen zur Zeit durch die Handelskammern, die Gutachterausschüsse der Kaufmannsgerichte, sowie die Berufövereine der Angestellten genügend gewahrt erscheinen. Sollte aber eine solche Einrichtung geschaffen werden, so empfehle sich die Errichtung paritätischer Korporationen, dieser Art, zu denen die zuständigen Handelskammern die Prinzipal-Beisitzer üu§ ihrer Mitte zu stellen haben. Bei dieser Stellungnahme gehe die §anbe(§rammcr von der Voraussetzung aus, daß die Tätigkeit der zu errichtenden Korporationen auf die handelsrechtlichen und die sozialpolitischen Verhältnisse der Angestellten im Handelsgewerbe beschränkt bleibe. Sie hält aber neben den Handelskammern und den Gutachterausschüssen der Kaufmannsgerichte die Schaffung einer 3. Institution in gesonderten Handlungs- gehülfenkammern, zu denen die Handelskammer nicht die Vertreter der Arbeitgeber stellt, für untunlich, weil hierdurch eine sachgemäße und die sich etwa aufwerfenden Gegensätze ausgleichende Erledigung der zu entscheidenden Fragen erschwert werden würde. * • Der Finanzausschuß der Zweiten Hess. Kammer tritt am morgigen Freitag vormittag wieder zu einer Sitzung zusammen, um eine Anzahl rückständig gebliebener Gegenstände zu erledigen. — Vergebung staatlicher Lieferungen. Aus Anregung der Handelskammer Gießen hat die Handelskammer Darmstadt bezüglich der Vergebung staatlicher Lieferungen beschlossen, dem Großh. Ministerium des Innern zu berichten, es sei ein Uebelstand, daß der Zuschlag häufig viel zu kurz vor dem ersten Lieferungstermin erfolge. Meistenteils sei der Submittent gar nicht imstande, in der kurzen Zeit von zwei bis drei Tagen nach Eingang der Nachricht, daß ihm der Zuschlag erteilt worden sei, mustergültig zu liefern. Es möchte daher grundsätzlich dem Submittenten drei Wochen vor dem ersten Lieferungstermin die Mitteilung zugehen, daß ihm die Lieferung übertragen worden sei. • • Von den Herbstrnanövern des 18. Armee- . korpL. Vom Generalkonunando ist angeordnet worden: Der kommandierende General bestimmte als Führer im diesjährigen Manöver u. a.: am 6. September bei der 50. Jnf.- Brig. (2. Großh.) Oberst von Schlutterbach vom Jnf.-Leib- regiment Großherzogin (3. Großh.) Nr. 117 und Oberst- . leutnant v. Geldern-Crispendorf vom 2. Großh. Feldart.- ! Reg. Nr. 61; am 7. September bei der 42. Jnf.-Brigade i Oberstleutnant Friedr. Karl, Prinz von Hessen, und Oberst- j leutnant Bothe vom Feldart.-Neg. Nr. 27; am 12., 13. und ' 14. September bei der Großh. 25. Division die General- < majore v. Werder (25. sGroßh.j Kavallerie-Brig.), v. Dietlein 1 (50. Jnf.-Bcig. [2. Großh.j), v. Nieder (25. sGroßh.j ' Feldart.-Brig.) und v. Hartmann (49. [1. Großh.j Inj.- j Brig.). Jeder Division werden für das Kaisermanöver zwei . bespannte Batterien schwerer Feldhaubitzen zugeteilt; dec 21. Division auch eine halbe Korpstelegraphenabteilung mit Stationswagen. Jede Division hat zwei vierspännige Krankenwagen und zivei vierspännige Schanz- und Werk- - zeugwagen mitzuführen. Die Bespannungen und das Aufsichtspersonal stellt das 18. Großh. Hessische Trainbataillon. Der 25. Division wurden zugeteilt: Generalleutnant Mudra $ mit Adjutant, Jnspekt. der 2. Pion.-Jnsp., Major Mummen- c hoff und Hauptmann Meinecke vom Fußart.-Regt. Nr. 3, i Major Hüther vom Generalstabc des Gouvernements und c Oberleutnant Mergelsberg von der Mainzer Fortifikation. — s. Die Kavallerie-Telegraphen werden auf Packpserden mit- i geführt. — Der 25. Division werden vier bis sechs hessische Gendarmen zur Verfügung gestellt. Ter Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, sowie das Großh. Ministerium des Innern haben sich damit emverstanden erklärt, daß die preußischen und hessischen Gendarmen auf beiden Landesgebieten als gegenseitig beauftragte Polizciorgane Verwendung ! "nden. — Auf möglichste Einschränkung der Flur- 1 schöben und Vermeidung unnötiger Beschädigungen haben - alle Stellen, namentlich aber Leitung, Schiedsrichter, Flur- L abschätzungSkommissare und Gendarmeriepatrouillen, auch t während der Versammlung, der Biwals, der Besprechungen, sowie auf den Märschen aus und nach den Quartieren rc. g i nachdrücklichst hinzuwirken. Insbesondere sind Rüben- und > Kartoffelfelder, sowie Kleestücke (besonders wenn die Pflanzen c kaum sichtbar sind), Samenklce, sowie Rieselwiesen — • namentlich von den berittenen Waffen — nach Möglichkeit - zu schonen. DaS Betreten von Holz-Schonungen, die viel- . fach im östlichen Teil deS Manövergeländes vorkommen, ist ■ unbedingt zu vermeiden. Jlurabschätzungskommiffionen werden schon zu den Regiments- und Brigadeexerzieren der Infanterie, sowie zu den Geländeübungen der Feldartillerie kommandiert und beim Stabe deS die Hebung Leitenden ’ einquartiert. Die Zahl der Kommissionen ist so zu bemessen, daß daS Abschätzungsgeschäft spätestens innerhalb drei 1 Wochen beendet ist. •* I m Kolosseum bilden gegenwärtig die Vor- ' führungen der Tyroler Sänger- und Tänzer gruppe D'Defregger, insgesamt 13Personen, den Hauptbestandteil ' des recht besuchenswerten Programms. Die Gesellschaft bringt ihre ernsten und heiteren Lieder recht schön zum Vortrag und leistet namentlich im Jodeln vorzügliches, insbesondere die Altsolistin Fräulein Mirzl. Nandl und Maxl Hofer tanzen einen ganz vorzüglichen Schuhplattler, der die gesunde Realistik dieses Gebirgstanzes trefflich wiedergibt. 1 Im wirksamen Gegensatz zu dieser Vorführung stehen die ‘ graziösen Tänze der beiden Sollös, die durch Anmut und 1 Beweglichkeit ihre französische Herkunft nicht verleugnen. 1 Einen sehr unterhaltenden musikalischen Burlesque-Akt bieten dann noch Lola und Jean Mora, die recht vielen Beifall fanden. Eine allerliebste Darbietung bringen dann die beiden Cronays als geschickte Keulenjongleure und Reifenroller; bei ihnen ist namentlich die elegante Leichtigkeit ihrer Produktion zu : erwähnen. Aus dein letzten Programm ist ferner noch auf vielseitigen Wunsch der Humorist Naumann und die Troupe Gurero mit ihren akrobatischen Kunststücken zu erwähnen, die das Programm in schönster Weise vervollständigen. x Annerod, 3. Juli. Am 29. Juni feierte der hiesige Gemeinde. Einnehmer und Kirchenrechner, Bauunternehmer Ke ß ler sein 2 5jährige8 Dienstjubiläum. Aus diesem Anlaß wurde dem um die Gemeinde sich sehr verdienten Rechner in einer besonderen Gemeinderatssitzung durch Bürgermeister Horn ein Geschenk überreicht und Herrn Keßler der Tank der Gemeinde und die besten Glückwünsche übermittelt. Im Namen des Großh. Kreisamts hat Bureauvorsteher Schiff nie den Jubilar beglückwünscht und dabei auf die Wichtigkeit des Amtes eines Gemeinderechners hiii- gewiesen. — Bei dieser Gelegenheit sei noch mitgeteilt, daß im vergangenen Jahr 2 weitere Gemeindebedienstete, der Kirchendiener Hch. Fenster I. und der Balgtreter Phil. Pfeffer IL, ebenfalls ihr 25jähriges Jubiläum feierten. Auch ihnen ivurden von der Gemeinde damals Geschenke überreicht. = Londorf, 3. Juli. Heute wurde im Gasthof zur „Germania" ein Turnverein gegründet, wozu sich ca. 60 Mitglieder angemeldet haben. Ter neue Verein führt den Namen „Turnverein Londorf". Der junge Vereiri steht schon mit verschiedenen Firmen wegen Anschaffung der Geräte in Verbindung. B.-B. Darmstadt, 3. Juli. Die Errichtung einer elektrischen Bahnverbindung z iv i s ch e n D a r m st a d t und der Bergstraße bis Heppenheun ivird voraussichtlich bald der Verwirklichung cntgegengchen. In einer gestern abgehaltenen Sitzung des Verkehrsausschusses der Bergstraße, bei der auch kreisamtliche Vertreter von Darmstadt, Bensheim und Heppenheim, foiuie Vürgermeistereivertreter von Darmstadt, Eberstadt, Pfungstadt, Seeheim, Jugenheim, Alsheim, Zwingenberg, Auerbach, Bensheim, Heppenheim 2C. zugegen lvaren, wurde der (inhaltlich bereits initgeteilte) Bescheid des Großh. FinanzministerimnZ verlesen. Rach den dann von Oberingenieilr Hecker gemachten Finanzvorschlägen soll eine Aktiengesellschaft begründet werden, welche für 1 Million Obligationen und für 1 100 000 Mk. Aktien herausgibt. Die Firma Hecker u. Eo. werde sich selbst mit einem hohen Betrag daran beteiligen. In der Debatte ftimmten alle Redner darin überein, daß die Bahn m wirtschaftlicher Beziehung sowohl für Darmstadt, wie für alle von der Bahn berührten Orte der Bergstraße von größter Bedeutung sein werde und deshalb schleunigst mit den Vorarbeiten begonnen werden müsse. Bürgermeister Ehret-Weinheim wünscht dringend die sofortige Weitersührung der Bahn bis Weinheini und erbot sich, die Zustimmung der bis dorthin gelegenen Gemeinden einzuholen; da§ Risiko derselbeii ivürde sich nur auf 2 Mk. für den Kopf der Bevölkerung belaufen. -e- Krosdors, 3. Juli. Sonntag früh 6 Uhr verkündeten drei Böllerschüsse von der Burg Gleiberg dem Kcosdorser Schützenverein, daß heute der Tag gekommen ist, an dem das 6. Bundesschießen des Lahn-Till- tal-Schützenbundes abgehalten werden soll. Am Mittag um 1/212 Uhr wurden die auswärtigen Vereine empsangen. Um i/22 Uhr wurde der Zug aufgestellt, und nachdem er sich in Bewegung gesetzt hatte, donnerten die Böller wiederum von der Burg, zur Begrüßung des Fcst- zuges. Aus dem Festpwtz angelangt, schossen die Böller nochmals, worauf die Festrede gehalten und dann das Lreisschießen der Vereine stattsano. Montag sand Publi- 'umpreiÄfchießen statt. Leider rvar das Fei: infolge des ehr schlea)ten Wetters nur mäßig besucht. b. Biedenkopf, 3.Juli. Der Geschichtsverein für den Kreis Biedenkopf hat auf seiner 1. Hauptversamm- nng ein Llrbeitsprogcamm ausgestellt und darin auch die Abfassung einer Quellenkunde für die Geschichte des Kreises aufgenommen. Um diese Quellenkunde, die alles ungedruckte Rtaterial, Urkunden, Rechnungen und sonstige Sitten umfassen soll, so volljiändig wie möglich zu gestalten, müssen aiich die ländlichen Gemeinde-Archive einbezogen werden. 2Jht Genehmigung des Landratsamtes soll daher den Bevollmächtigten des Geschichtsv.ereins, die sich durch eine Be- cheinignng des Vorsitzenden ausweise,i, die Benutzung der Gemcmdearchivs gcstatlet ivecden. (-r/j Winnen (Kr. Marburg), 3. Juli. Unser kleines Dörfchen halte heute einen seltenen Festtag: Galt es doch, )as 50jahrige Jubiläum unseres Lehrers Friesleben, der auch eoensolaiig in unserem Orte wirkt, würdig zu feiern. Das Dorf hatte sein schönstes Festkleid angelegt, lein Haus wollte zurückstehen. Schon srüh um 3 Uhr versammelte sich die Gemeinde vor dem Schulhaus und sang einige Choräle. Um 11 Uhr fand Gottesdienst in der festlich gefchmückten Kirche statä Biele Freunde und Bekannte des Jubilars aus Nah uno F-ern halten sich ein- gefunden. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Berdux, hielt eine formvollendete, zu Herzen gehende Predigt über den Text:' „Lobe den Herrn meine Seele, dies ist der Tag, den (Sott gemacht." Er schilderte den Werdegang und die Verdienste des Jubilars, der drei Generationen unterrichtet hat. Es sind nur noch wenige Einwohner in Winnen, denen er keinen Unterricht erteilt babe. Von der K'irche gings ins Schullokal. Dort überreichte Landrat von Nägelein nach einer ehrenden Ansprache den Hohenzollernschen Hausorden mit der Inschrift 50. Sodann überreichte Pfarrer Berdux Namens der Kirchenbehörde ein Schriftstück, worin dem Jubilar der Titel „Kantor" verliehen wurde. Namens der vorgesetzten Schulbehörde gratulierte Kreisschul- inspektor Pfarrer Werner ans Koppel, der hervorhob, daß die Schule des Jubilars stets eine Musterschule gewesen sei. Bürgermeister Wißner überreichte hierauf für die Gemeinde einen prachtvollen Sessel und C. Preis eine schöne Uhr von den Burschen und Mädchen des Ortes. Der Bezirkslehrerverein Ebsdorf, der vollzählig anwesend war, ließ durch Lehrer Peil-Heskem ein Bild, die Seepredigt darstellend, überreichen, ebenso der Lehrerverein Rabenau durch Lehrer Sch w e i tze r-Odcnhausen einen Stock mit silbernem Griff und entsprechender Widmung. Hierauf überreichte noch eine Schülerin ein von den Schülern und Schülerinnen gestiftetes Geschenk, worauf dann der Jubilar tiefgerührt, ob all dwser Ehrungen und Auszeichnungen seinen Dank in herzlicher Werse zum Ausbruch brachte. Der Nachmittag vereinrgte die Festteilnehmer, zirka 100 an dec Zahl, zu einem Fe st e s s e n bei Gastwirt Stel- zenbach in Nordeck. Staatliche Betriebskrankenkasse. Die 8. ordentliche Generalversammlung der staatli-chen: I Betriebskcankcnkasse sand am 28. Juni in Darmstadt statt. ? Ter Vorsitzercde H^arth eröffnete die Versammlung mit der Besprechung des Jlahresberichts und hob das außerordentlich günstige Geschäftsergcbnis des abgelaufenen Jahres hervor. Tie Gründe i sind in einer Mehreinnahme an Beitragen infolge der in Staatsbetrieben gesteigerten Löhne gelegen, dann aber auch in dem? niedcigeic Krankenstand und dem durch die Einführung einer f sachverständigen Rezeptrevision stattgefundenen Rückgang der Arz» neikosten. Tie durchschnittliche Mitgliederzahl ist gegen das Vorjahr um 50 Personen gestiegen, sie betrug 1906 5344 und zählt zu den 48 größten Betriebskrankenkassen Deutschlands. Die Zahl ' der Erkrankungsfälle ist gegen 1905 um 643 zurückgegangen und * zwar beträgt dieser Rückgang bei den Erwerbsunfähigen 285 und bei den Erwerbssähigen 370 Fälle; bei den Ehefrauen ist ein Rückgang von 12 Fällen eingetreten. Tie Ausgaben für den Kopf der Mitglieder an Arztchonorar 6,98 Mk., Arznei 3,15 Mk., Krankengeld 8,67 Mk.; für den Ertrankungsfall betragen sie für Arzt- 1 Honorar 21,20 Mk. (gegen 18,04 Mk. in 1905), 9,57 Mk. (8,79 Mk.) I Arznei und Krankengeld 26,32 Mk. (22,95 Mk.). Tie Kosten für einen Erkrankungsfall mit Erwerbsunfähigkeit sind also beim Arzthonorar um 3,16 Mk„ beim Krankengeld um 3,37 Mk. gestiegen. Tie Steigerung des Krankengeldes hängt damit zusammen, daß. die Tauer der Erkrankung im Durchschnitt länger wav wie tm Vorjahre (1905 == 20,49; 1906: 22,39). Tie Zahl der ärztlichen Leistungen ist von 4,50 in 1905 auf 4,56 in 1906 gestiegen. : Dem Reservefonds fehlen noch ca. 15 000 Mk. zu seiner gesetzlichen Höhe. — Was die Me d i z in a l ka sse anlangt, so ist eine , Steigerung der durchschnittlichen Mitgliederzahl um 107 Personen 4 eingetreten. Zur Deckung der Ausgaben der Kasse waren seither immer erhebliche außerordentliche Zuschüsse des Staates erfordere llch. Zur teilweisen Sanierung der Kasse hat das Finanzmini-! ftcrium die Erhebung eines Beitrages bon moiiatlich 50 Pfg.l für Ehefrauen, die seither beitragsfrei waren, angcordnet. Diese Erhöhung ist dadurch gerechtfertigt, daß die Ehefrauen mit einem erheblichen Betrag zu der Belastung der Küsse beitragen: 1906' 33,02 Proz. des Arzthonorars, 31,26 Proz. der Llrzneikosten. Bezüglich des dritten von der staatlichen Berriebskrankenkasse ver-' waltcleir Fonds, der Ve r s v r g u n g s a n st a l t für staatliche; Arbeiter, ist eine stetig fortschreitende Belastung zu konsta-j tieren. Die Ausgaben für Ruhegehalte, Witwen- und Waisen- geldec betrugen in 1906 rund 8000 Mk. Tas Vermögen mac' Ende des Rechnungsjahres 1905 (1. April 1905 bis 31. März, 1906) auf 85 193,57 Mk. angewachsen. Ter letzte Teil des Jahresberichts betrifft die Gemeindekrankeiiversicherungen Konradsdorf/ und Buchschlag, deren Kasscergebiiisse int pbgelaufenen Jahr' günstige waren. < .] Njach der Wahl emes Beisitzers und desl Stellvertrekerst wurden verschiedene Statutenänderungen besprochen und» beschlössen. Tie staatliche Betriebslrant'enkalse übernimmt auch für die dem Berggesetz unterliegenden staatlichen Betriebe, für die seither der Knappschaftsverein Bad-Nauheim als Krankenkasse eintral, die Krankenfürsorge. Weiter soll für die Folge eine! Kürzung des Krankengeldes ivegeit Toppelversicherung nicht mehr' stattsinden. Als wichtigste Beschlußfassung erscheint die Einführung der K i n d e r v e r s i ch e r u n g in dem gleichen Umfkntgc und unter gleichen Voraussetzungen wie bei den Ehefrauen und zwar vorerst für Kinder bis zu 6 Jahren. Ter Vorsitzende führt hierzu unter anderem an, daß vorerst voit einer Versicherung der Kinder über 6 bis 14 Jahren abgesehen werden möge, bis bie Ergebnisse der Versicherung der Kinder bis 6 Jahren vortiegen.) Zurzeit sei mau nur auf Schätzung angewiesen, die eine Ausgabe von ca. 15 000 Mk. ergebe. Mit einer Versicherung sämtlicher Kinder bis zu 14 Jahren in der Weise, baß, wie bei dew wenigen Kassen in Hessen mit Familienversorgung, nur bie Kosten für ärztliche Behandlung von der Kasse zu übernehmen sei, sei den Mitgliedcni nicht viel geholfen, da wegen der hohen Kvsten für Arznei und Kraukenhausverpfleguiig (bei Operationen) auch die rationelle Durchführung oer ärztlichen Behandlung vielfach illusorisch gemacht werden. Als in den Kreisen der Versichertes- der Wunsch lau: witrde, die Versicherung alsbald auf sämtliche; Kinder bis zum vollendeten 14. Jahre, eventl. sogen Emtrichtungl eines kleinen Zusatzbeitrages seitens der Verheirateten, auszu-, dehnen, oder die Versicherung der Kinder bis zu einem Jahr aus-- zuschließen, wurde von dem Vorsitzenden darauf hingetviesen, daß der Erhebung eines Zusatzbeitrags grundsätzlich Bedenken ent- tzegenstünden, da hierdurch sehr leicht eine Opposition zwischen, ledigen und verl-eirateten Mitgliedern eintreten könnte. Es würde; als Aufgabe der Kasseverwaltung angesehen, oljate Erhebung ei> höht er oder zusätzlicher Beiträge auszukommen bei schrittweisem Vorgehen. Es lasse sich auch nicht bestreiten, daß für Kinde« unter einem Jahre bie ärztliche Hülfe in ganz befonberem Maße notwendig sei, und daß auch allgemeine sozialpolitische Erwägungen wie Säuglingspflege rc. den Anträg auf Ausschluß der Versicherung der Kinder bis zu einem Jahre unannehmbar machen, weil diese Kinder am meisten der Fürsorge bedürfen. Es wurde' hieraus einstimmig die Ausdehnung der Versicherung der Kinder bis zu 6 Jahrknr von einem van. Gwßh. Ministerium dec Finanzett zu bestimmenden Termin ab angenommen. Um V22 Uhr wurde die Versammlung geschlossen. j vermischte». • Die Genickstarre nimmt in Gelsenkirchen großen Umfang an. Niehrere Schulen wurden geschloffen. Der Oberbürgermeister MechenS befindet sich unter dem" Verdacht, an Genickstarre erkrankt zu fein, in einer Jsolir- baracfc. Seme Tochter tft schwer an Genickstarre erkrankt. In den letzten Tagen sind 28 Personen in den Isolierzellen untergebracht worden. — Im Fürst!. Schaurnburgischen Schloß in Ratib 0r ist an der Genickstarre ein Kammermädchen gestorben, die im letzten Jahre bie an derselben Krankheit verstorbene Prinzessin Luise, Tochter be§ Königs von Dänemark, gepflegt hatte. * 'Alpme Chronik. Seit Dienstag abend herrscht in dec Wiener Gegend, sowie auch in dem Alpengebi«te in mit einem starken Wettersturz verbundener orkan- Schlacht^ew. 65—70 Pfg.: Schafe: 1. Qual. 82—00 Pffl., 2. DuaL 78—80 Pfg. Geschäft: bei Hornviehflau, llebctftanb unbedeutend, bei Kleinvieh lebhaft, kein Ueberstand. -tiger Sturm. Die Temperatur ist von 33 auf 10 Grad funken. In dem Vororte Favoriten riö der Sturm ein .erüst um, wobei zwei Arbeiter durch hcrabstürzeude Balken bensgesährlich verletzt wurden. Zahlreiche Fensterscheiben iurben zertrümmert, Bäume imigcstürzt und Dachziegel herab- eweht. Der angerichtete Schaden ist enorm. — Der deutsche rtillerieosfizier Schöneberg au§ Erfurt, der ohne Führer :ehrcre Bergtouren in die Tatra unternahm, stürzte gestern on der Swinica-Spitze herab. Die Leiche des Ossiziers itrbe in der unterhalb des Berges befindlichen Mulde auf- :sunden. — Aus dem Kaisergebirge werden schwere nfälle gemeldet. Auf der Elmauer Halt erlitt eine ouristin einen komplizierten Schädelbruch. Bei Sterzing erletzte sich ein reichsdeutscher Tourist lebensgesährlich und lußte von einer säst unzugänglichen Stelle herabgeholt >erden. * Kleine Tageschronik. In Wilhelmshaven cr- )lgte im Neubfau der dritten Hafeneinfahrt ein starker Aiassereinbruch, wodurch eine erhebliche Beschädigung des Mauerwerkes verursacht wurde. Ein Arbeiter wird vermißt. — B>,an kier Knorr in An clam ist auf Antrag der Staats- nwaltfchaft verhaftet worden. Die Verhaftung erfolgte wegen ringenden Verdachts der Depots-Unterschlagung von 400 000 Mk. - Auf der Hahn nach Berlin äsv der Blür g efr m e i ft er von )ppeln , Dr. Bocksch, verschwunden. Der Vermißte hatte ie Absicht gehabt, nach Berlin zu reisen und fuhr am 7. Juni on Oppeln «ab. Bis zum heutigen Tage ift er aber iroch nicht ii Berlni eiiigetrvffen. Auch seine Angehörigen in Oppeln siird xiu) ohne jegliche Nachricht über den Verbleib des Verschwuw- enen. Tie Berliner Polizei hat nach allen Richtungen hin die Nachforschungen nach dem Veüüeib des Vermißten in die Wege eleitet. — Während der Fahrt von Hamburg nach Ottensen er giftete sich der dortige Apothekenbefitzer Dr. Krebs in iner Droschke. — Gestern nachmittag 4 Uhr entstand in dem ö c l a t i n e -> M e n g h a u s e der Carbonit-Sprengstofs-Aktien-Ge- ülschäft in Schlebusch eine Explosion, die das ganze Renghaus zerstörte uiid wobei 4 Arbeiter in Stücke gerissen jutben. — In der lothringischen Gemeinde Dettingen wurde er Bergmiami Renais mit einer klaffenden Kopfwunde tot ntec einer Brücke vorgefunden. Zwei Bergleute wurden vev- pftet. — Der Dampfer „Herzo g" der deutschen Ostasrika- nnie, ber ^am 30. Juni bei Rasabd- ul - Dara d^auf Grund ,enatcn mar, ist wieder flott geworden^, ohne Schadeii gekommen zu Hadem — In dem westfälischen Städtchen Winter-, »erg ermordeten zloei Italiener ohne die geringste Ber- mlassung einen Fuhrmann. Wahrscheinlich liegt ein Racheakt or. — Die Jocht „Orion" des Admirals von Prittwitz und r^affron ist auf bet Warnemünder Reede in eine g e f ä hr - i ch e Lage geraten. Wegen des hohen Seeganges ift es unmög- ich, eine Verbindung mit dem Schiffe herzuftellen. — Tie Ju- oelenfirma ^ilbcrtau in Nürnberg brachte zur Anzeige, daß >er flüchtige Inwelen-Desrou dant Lütte seit einiger Zeit auch von ihr Juwelen bezogen habe. Anfangs habe er rompt, später aber nur noch mit Swcküngen bezahlt und sie o um einen 100 000 Mk. übersteigenden Betrag betrogen. Eisenbahn- und Automobilunsätte. Bei F r a n k s u r t a. O. fuhr der von Kottbus kommende Perfon enzug 975 auf den vor dem Abschluß-Signal )es Bahnhojes haltenden Güterzug 8349. Zwei Reisende rus Frankfurt a. O. wurden verletzt, 5 Güterwagen stark geschädigt. — Der Schnellzug Ne w y o r k-Bu f f a l o -erunglückte, indem er mit einem stillstehenden Güterzug )Usammenstieß. Das Unglück wurde durch die Unachtsam- eit eines Eisenbahnbeamten verursacht. Der Schnellzug tieß in den Güterzug hinein. Der Stoß war furchtbar. Die Wagen des Schnellzuges türmten sich übereinander and sielen dann zu einem Trümmerhaufen zusammen. Die genauen Verluste sind noch nicht festgestellt, es steht aber fest, daß viele Reisend getötet und verletzt sind. — Bei Linden a. d. Ruhr fuhr ein Wagen der elektrischen Straßenbahn B ochum-Hattingen auf das aus dem Fabriktor kommende Automobil des Fabrikbesitzers Koch, der h^rausgeschleudert wurde und einen Bruch der Schulter erlitt. Frau Koch und Verwandte des Ehepaares, die sich gleichfalls im Automobil befanden, sowie der Chauffeur wurden erheblich verletzt. Das Automobil wurde zertrümmert. Ter Straßenbahnwagen wurde beschädigt. <ßcrid?t$?aal. Berlin, 3. Juli. Wie der „Lok.-Anz." erfährt, umfaßt die Privatklage, die Graf Kuno v. Moltke gegen Maximilian Harde n eingebracht hat, 37 Seiten Maschinenschrift. wird darin beantragt, das Hauptversahren gegen Harden zu eröffnen. Tie Klagebeantmortung, die Hardens Verteidiger, Justizrat Max Bernstein in München, eingereicht hat, besteht nur aus einem Satz: der Angeklagte tritt dem Anträge des Klägers auf Eröffnung des Hauptverfahrens nicht entgegen, da er fein Interesse daran hat, daß die öffentliche Verhandlung unterbleibt. — In der S ch m u r g e r i ch t s v e r h a n d l u n g gegen den Arbeiter B it h se, dem angeblichen Führer des Komitees der schwarzen Maske, wegen versuchter räuberischer Erpressung und versuchten Mordes, begangen an dem Kaufmann Tiedbrand, legte nach kurzer Zeugenvernehmung, in der die Mutter des Angeklagten die Ansagen verweigert, der Staatsanwalt bar, das Verhandlung?- bild biete einen Zug des Abenteuerlichen, der Romantik. Er beantragt, den Angeklagten schuldig zu sprechen wegen des versuchten Toischlages und wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung. Verteidiger Rechtsanwalt Wert Hauer hebt als Milderungsgründe hervor, Angeklagter sei durch einen Detektivroman zu der wahnwitzigen Tat veranlaßt worden, jetzt bereue er die Tat. Ter Verteidiger bittet nur um Bejahung versuchter räuberischer Er- ureftung und Körperverletzung unter Zubilligung mildernder Umstände. Verteidiger Rechtsanwalt Löwcnkhal betont, Angeklagter wurde Sklave einer phantastisch - verrückten Idee, er habe mit dem Revolver geschossen, nicht in der Absicht, zu töten. In der weiteren Verhandlung beantragte der Staatsanwalt 5 Jahre Zilchthans wegen versuchten Totschlags und versuchter schwerer räuberischer Erpressung. Das Gericht erkannte auf 31/, Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Mannheim, 4. Juli. Unter der Anklage, die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Schutztruppe in Ostafrika beleidigt zu haben, stand der politische Redakteur der foziatdemotratischen Bolks- ftinime, Oskar Geck, vor dem Schwurgericht. Er brachte in der Voltsstimme ein Bild, das eine Hänge-Szene darstellte und begleitete das Bild mit einem Artikel, aus dem herausgelesen werden konnte, als wäre die Hinrichtung von Angehörigen der Schutztruppe frivol vollzogen worden. Die Hinrichtung war aber auf Grund eines kriegsgerichtlichen Urteils erfolgt, weil die Neger aus eine Patrouille geschossen hatten. Das Urteil lautete aus einen Monat Gefängnis und Tragung der Kosten. Ferner wurde dem Oberkommando der Schutztruppe die Publikations- befugnis des Urteils zugesprochen. Der Strafantrag war vom Kolonialdirektor Ternburg gestellt worden. Märkte. Limburg a. d. L., 3. Juli. Fruchtmarkt. Dirrchschnitts- preise pro Dialter. Roter Weizeii (Nassauischer) 00.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 15.50 Mk., Gerste 00.00 Alk., Hafer 9.90 Mk. Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. ic. Frankfurt a. Ni., 4. Juli. (Tetegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Llnz.".) Amtliche Notiernngeri der heutigen Viehmarktpreise. Zirm Verkaufe ftanbeu: 28 Ochsen, 00 aus Oesterreich 2 Vullen, 0 aus Oesterreich, 92 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Rumänien, 698 Kälber, 95 Schafe und Hämmel, 1 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schailämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Cd)fen: 1 Qualität 80—83 Mk., 2. Qualität 73—76 Alk., 3. Qualität 68—70 Mk.; Bullen: 1. Qual. 74—76, 2. Qual. 68—70; Kühe 1. Qualität 74—76 Mk., 2. Qual. 71—73 9)?L, 3. Qual. 65-67 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 95—98 Pfg., Lebendgewicht 57—59 Pfg., 2. Qualität 85—90 Pfg., Lebendgewicht 50-53 Pfg., Arbeiterbewegnng. B r ü n n, 3. Juli. In den drei von dem Ausstand betroffenen Textilfabriken wurde dieArbeit wieder a uf g e n o n$ m en, weshalb die angedrohte Llussperrung unterbleibt -----------" ------=« Uivchliche Nachrichten, Israelitische Neligionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier am 6. Juli 19 0 7; Freitag abend 8.00 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittag 4.00 Uhr. Cabbat-Aiisgang 9.35 Uhr. Wochengottesdiensl: morgens 6.00 Uhr, abends 8.00 Uhr. Israelitische Neligiorrsgemeinde« HottesdienN in der Synagoge (Südautage). Samstag, den 6. Juli 1907: Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Predigt. Nachniittags 4 Uhr. Sabbatansgaiig 9.40 Uhr. Gießener Wetterdienst. Borausstchtliche Witterung für Heffeu am Freitag, den 5. Juli: Teilweise heiter. Trocken, etwas wärmer. Südliche Winde. GrigUrat-Drshtmelvunge»». Petersburg, 4. Juli. Die sozial-revolutionäre Kam* pfi's-Organisation teilt den Blättern mit, daß der kürzlich in einer Vorstadt erschossenen aufgefundene junge Mann eines der tätigsten Mitglieder des reaktionären K a rn p s k o m i t e § namens Kasanzew gewesen sei. Dieser hat sich unter den Arbeitern fälschlich als Revolutonär ausgegeben und ein Komplott zur Ermordung Wittes an* gestiftet. Er sei von denselben Leuten, die er zur Ermordung Wittes gedungen habe, erschossen worden. Montpellier, 4. Juli. Die Bürgermeister aus der Umgegend haben für nächsten Sonntag eine Versammlung der Bürgermeister und Geincinderäte einberufen, die sich mit der Frage befassen soll, welche Maßnahmen notwendig sind, um den Frieden im Süden Frankreichs wieder herzustellen. Athen, 4. Juli. Die Regierung verhaftete einen Franzosen de Lorrne, der in Frankreich bedeutende Unterschlagungen verübt hat. Soweit bekannt, sollen sich dieselben auf 5 Millionen Francs belaufen. Newhork, 4. Juli. Ter Kriegsminister Taft wird nach den Philippinen und Japan reisen, um die schwebenden Fragen zu erledigen. Es heißt, daß er später auch^ eine Europa-Reise unternehmen lverde. Sofia, 4. Juli. Tas Kriegsgericht Der urteilte Psetrom, den Mörder des Minifterpräside^tten Petkow, junt Tode, seine Mitschuldigen Phr anow zu lebenslünglicher Ster*, kerhaft und I ko nowow zu 15 Jahren Zuchthaus. Gerow wurde freigesprochen. IFtmlard ■ Seide 93 Pf. ab — Zollfrei! — Muster an Jedermann! — D9/I0 Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich. Nachruf Danksagung. Eaubach & Cornp., Cigarrenfabrik. Famiiie Lehr Giessen, den 4. Juli 1907. 4417 Giessen am 4. Juli 1907. 4421 Für die so überaus wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schmerzlichen Verlust sagen wir allen Freunden und Bekannten herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir dem Kuratorium, dem Herrn Direktor und dem Lehrerkollegium der höheren Mädchenschule, der Verwaltung der Stadt Giessen, dem Grossherzoglicli Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 116 (Kaiser Wilhelm) und dem Lehrer-Verein Giessen für die unserem Vater bei seinem Begräbnis gewidmeten Ehrungen. .________________________________ '_______________________________________________■ • Am 2. Juli a. er. verschied nach schwerem Leiden unser Reisender Herr H, Ohambre Wir bedauern tief den Heimgang dieses ausgezeichneten Mannes, der sich in 14 jähriger rastloser Tätigkeit unser volles Vertrauen erworben hat und dem wir gerne ein treues Andenken bewahren werden. 4410 des alten isr. Friedhofs aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Settchen Chambre, geb. Halberstadt und Kinder. Giessen (Nord-Anlage 7), den 2. Juli 1907. Die Beerdigung findet statt Freitag, den 5. Juli, vormittags 11 Uhr von der Kapelle Todes-Anaeige. Heute nachmittag verschied nach längerem Leiden unser lieber, guter Gatte, Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinemann Chambre im Alter von 52 Jahren. U W -■AV- - ■ Der Vorstand 1855-1905. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, mitzuteilen, daß unser Alterskollege [4434 §ctr Heinemann Chambre am 2. Juli verstorben ist. Die Beerdigung ffndet Freitag, den 5. Juli, norm. 11 Uhr von der Leichenhalle des alten Friedhofs aus statt. Die Atterskollegen werden gebeten, dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Kasseler Hafer-Kakao inder-FnihsWck tausendfach ärztlich empfohlen. — Nur echt in niauen Kartons ä 1 Mk., niemals lose. Bedeutendste Specialtorik für üas-Bad eilten.«. V 4412] Dammstraße 3V. 04819 4229J Kaiser-Allee 26. bevorzugt. |B‘/t 3 Zimmer K. Duill, Asterweg 43. KüchenarLeit alsbald gesucht 4340] Goelüestraüe 27, it. II. Zimmer 9S12,A sofort gesucht. 4360 CVr. Ärnold, Bahnhofstraße 31. Verschiedene Lackfarben Ö Zimmer (4432 gesucht, sicher Str. 9. B2/7J Gienen. 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