157. Jahrgang ErfteS Blatt ^r»''ierstag 88. Marz 1907 nun ithe die Aenderung der gesamten Jagd- Gesetzgebung in Aussicht. lieber alle Ereignisse im parlamentarischen Leben wird der Gießener Anzeiger in gewohnter rascher, ausführlicher und zuverlässiger Weise berichten. Freimütige Stellungnahme zu den hauptsächlichen Vorgängen des In- und Auslandes werden dem .Gießener Anzeiger" wie bisher seine hervorragende Stellung unter den Tageszeitungen Hessens bewahren. Ein umfangreicher, ständig sich erweiternder 9lach- richtendienst, namentlich auS ganz Oberhessen wie den benachbarten preußischen LandeSteilen leistet für vollständige Berichterstattung aller erheblicheren Ereignisse in Stadt und Land Gewähr. Eine ganz besonders angenehme Lektüre hoffen wir mit der in den »Gieß, ftmnilienbl.* soeben begonnenen Veröffentlichung des Romans „Dem Irrlicht nach" -il bieten. Es ist dies eine prachtvolle Schöpfung Alex. Römers, unfercs früheren beliebten Berliner Plauderers. In der heutigen Nummer der „Fanulieubl." beginnt ferner der Abdruck der außerordentlich fesselnden, Stadt und Land in gleicher Weise interessierenden Jugenderinneruugen emes alten Gießener Burskhevschafters aus seinen Cyluuafial- und Studenteujahren unter dem Titel „Ans der Jugendzeit". Namentlich die Erinnerungen an das „tolle" Jahr 1848 sind für jedermann von ungewöhnlichem historischen Iuleresje, zinnal sie eine ausgesprochen persönliche Stole tragen und auf eigenen Anschauungen und Erlebnissen beruhen. Wir bitten die (irneuerung des Abonnements oder Neu beste Hungen aus den „(Sieg. Anz." bei der nächsten Postanstalt, bei den Briefträgern, bei unseren Trägern oder in unserer Geschäftsstelle sofort vorzunehmen. 9L bahioii und Verlag des „triefe* Auz.". Die Wcltausllkllung in Berlin. Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller wird sorgfältige Erkundigungen einzichen, wie» sich die Regierung und wie sich vor allem die gewerblichen Kreise zu der Frage stellen. Von der Regierung ist voraussichtlich keine Ablehnung zu gewärtigen. Aber auch keine unbedingte Zusage. Die Regierung wird zunächst zu erfahren wünschen, ob handel und Industrie in Deutschland eine internationale Ausstellung für nützlich, d. h. geschäftlich einträglich, halten, und erst wenn diese Frage be- ial)t werden sollte, bann dürfte die Regierung über das Maß von Neigungen, das im Ausland für die Beteiligung vorhanden ist, sich aus diplomatischem Wege unterrichten. Das ist das Zweckmäßige. Die Negierung würde nicht gut daran tun, den Aus- stellungsplan von vornherein zu begrüßen und dadurch immerhin eil en gewissen Druck auszuüben aus die Entschließungen von Interessenten. Vielmehr, Industrie und Handel müssen zuerst sprechen. Daß in Berlin selbst das Votum der Befragten fast allgemein zugunsten der Weltausstellung ausfallen wird, ist ohne weiteres anzunehmcn. Die in der Reichshauptstadt ansässigen ober vertretenen Firmen haben nicht allzu erhebliche Kosten von der Beschickung und sie können mit größerer Aussicht aus Erfolg, alS die Aussteller außerhalb Berlins, für die möglichste Äerüclsich- tigung ihrer Ansprüche tätig sein. Die wirkungsvolle Plazierung spielt bekanntermaßen eine große Rolle auf allen Ausstellungen, und wer zuerst kommt, mahlt auch in diesem Falle zuerst. Also ine Berliner Industriellen werden mutmaßlich nicht Nein sagen; ebenso mag der Gedanke den Bewohnern der Reichshauptstadt einleuchten, denen der zu erwartende Fremdenstrom goldene Ernten in Aussicht stellt. Die Platzfrage für die Ausstellung bildet kein ernstes Hindernis. Vor der Gewerbcausstellung von 1896 wurde in Berlin ein erbitterter Kampf geführt, ob einem westlich gelegenen Terrain, am Lietzensee, oder einem östlichen, Treptow, der Vorzug gebühre. Der Osten, als „Stätte i>cr Arbeit", siegte. Nimmt dec Regierung die Ausstellung diesmal unter die Fittiche, so würde die lleverlassung des für den Zweck vorzüglich geeigneten Tcmpelhofer Feldes durch «die Militärverwaltung jeilen Streit ausschließen. Soweit wäre alles gut. Aber wird die Industrie außer- Ibalb Berlins, wird der Süden, werden die gewaltigen Inou- ‘tteien in Rheinland-Westfalen, in Schlesien u,w. einen Nutzen 'm der Beteiligung an einer Weltausstellung erblicken, einen stutzen, der im Verhältnis steht zu den erforderlichen beträchtlichen Aufwendungen? Wir glauben, daß die hier erteilten Antworten eine kühlere Stimmuna widerspiegeln werden. Zuletzt zeigte unsere Industrie üi St. Louis, was sie kann. Es ist nur eine Stimme darüber, daß sie mit ihren Leistungen, trotz vieler Hindernisse und trotz verblüffender Unvollkommenheiten im Lande der „unbegrenzten Möglichkeiten", ylänzcnd abgeschnitten hat. Aber das ist doch, wenn man offen sein will, Tatsache: mit iroßer Lust und Liebe ist mancher Aussteller nicht hingegangen. Die Industrie war ziemlich ausstellungsmüde und hätte nicht die Regierung, zum Teil aus politischen Rücksichten, die ja Würdigung verdienen, sich so kräftig ins Zeng gelegt für die Beteiligung an der Ausstellung, fo würde die deutsche Abteilung nicht entfernt die Ausdehnung und Bedeutung gewonnen haben, die sie erhielt. Was von der Veranstaltung einer Weltausstellung in Berlin zurüctschreckt, das sind die Spuren der Berliner Gewerbeciks- 'tellung von 1896. Ein verregneter Sommer, das ist wahr. Tag für Tag fast regnete es, wie man in Berlin sagt, „mit Mollen". Drei, vier Wochen nach der Eröfsnnng ber Ausstellung ließ sich ein Abschluß mit Verlust — Über den es in der Folge unerquickliche Auseinandersetzungen mit den Garantiesondszeichnern gab — vroausschen. Aber die Ausstellung wäre auch bei gutem Weller ein Mißerfolg gewesen. Ihr fehlte, um es kurz zu sagen, jeg- licher große Zug, jegliche Phantasie und Schönheit; sie hatte den Charakter eines bunten, schreienden Jahrmarktes, dem „Ver- gnügen ber Einwohner" gewidmet. Ein Tummelplatz, ben man herzlich gern bald wieder verließ. Die Ausstellungssäle lagen verödet. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß der Plan einer beut- chen Weltausstellung nicht genügend Boden findet. Sollte es aber dennoch der Fall fein, so müßte dafür gesorgt werden, daß nicht die „Berliner" das Heft in die Hand bekommen, daß auch andere Kräfte sich regen. politHcbc Lagesßcban. Die britiiche flolunialton|eteuj. In den nächiien -eagai beginnt in ironoon die Kvlonial- konferenz. Tie Tatsache, daß die verantwortlichen Leiter aller britischen Kolonien nut Selbstvenoaltung vertreten sein werden, kennzeichnet die Bedeutung der Zusammenkunft. Englands jüngste Kolonie, Transvaal, und andererseits seine reidntc, Indien, vervollständigen diesmal den Reigen der repräsentierten Bestandteile des britischen Weltreichs, und da die Verhandlungen der Konferenz drei Wochen dauern sollen, erscheint |ie ted internationalen Interesses immerhin würdig. Das Ei-amberlainsche Projekt der Aufrichtung eines schutzzöllnerischen ^Weltreichs unter engl Flagge gilt als abgetan. Bei den letzten Parlamenlswah.en ist die Tarisresormidee von der großen Mehrheit des Volkes verworfen worden, wie beim auch in den Kolonien ihre Weibe- kraft versagte. Anders bei ber Frage der kolonialen Vorzugszölle für britiiche Erzeugnisse. Sie ist so ivenig von. der Tagesordnung verschwunden, baß, wie oenautet, sämtliche Delegierte der ih)Ionien den Auftrag haben, für die Gewährung dieser Zölle an das Muttenand einzutreten. Sie können das natürlich nur tun, intern sie Gegenleistungen verlangen, denn schon der gegenwärtige staatswirtschaftftche Zusammenhang ter Kolonien mit dem Mutterland bringt den enteren keineswegs ausschiiegllch Vorteile. Zu Gegenleistungen aber ist das Kabinett Campöell-Bannermann angcbiiii) majt recht geneigt, es hat sicher auch mit gutem Bedacht die Regelung ter kolonialen Beisteuern zur Unterhaltung ter britischen Fwtte auf die Tagesordnung der Mlonialkonferen; gesetzt. Zurzett trägt das Mutterland die Kosten für die Flotte ;ast ganz allein. Da es die wesentliche Ausgabe ter Kriegsschiffe ist, teil Seehandel tzu schützen, würde allerdings, auch lvenn England nicht so ausgedehnten Kolonialbesitz hätte, bei tem gewaltigen Umjang seines Ueberfeehandels eine starke Kriegs- liotie erforderlich fein. Doch der unperralisiische Gedanke ist im Mutterland lebendig genug, um die Regierung auf ein Zusammenwirken aller Reichsglieter zur _ Verteidigung Großbritanniens hinzuweisen. Auf die Gegenleistung an die divIonien, Vorzugszölle zu erkauien durch Verzicht auf koloniale Beisteuern zu den Stoften ber Kriegsflotte, wird bie Lonboner Regierung also wohl kaum eingehen j.ooilcn. Es dürften somit in ber 5toloniallonferenz niajt unerhebliche Schwierigkeiten zu über* luüiten sein. Vom beutschen Standpunkt aus ist zu wünschen, daß es zur Lösung der großteitischen Zoilftage kommt, denn nur dann erössnet sich Aus.lcyt aus Aotoiung des teut|ch-eng- llschen Hantelsproviforiums durch ei.icn Tarifvertrag. Marokko. Die span. Regierung erkennt an, baß Spanien auf Grunb ber geschlossenen Verträge gemäß ber Konferenz von Algeciras Frankreich seine moralische Unterstützung, zuteil werben lassen muß. Spanien wirb beshalb st ri e g s s ch i s s e n a ch Mär' o k k o schicken, um biese bei ber Hanb zu haben, um im Vebarss- salle bie bort lebenden spanischen Untenanen zu schützen unb bie spanischen Interessen zu vertreten. Der französische Geschäststrüger in Berlin machte auf bem Auswärtigen Amte über Veranlassung unb Zweck ber zeitweiligen Besetzung von Ubschba ben aus Pariser Zeitungstelegrammen bereits bekannten Regierungserklärungen analoge Mitteilungen. Bei Entgegennahme berselben bemerkte Staatssekretär v. Tschirschky, baß es sich um eine Angelegenheit hantele, bie zunächst lediglich Frankreich und Marokko anginge. Frankreich habe den Fall nach Maßgabe seiner Interessen zu beurteilen. Es läge selbstverständlich im allgemeinen Intere.se, Ausschreitungen gegenüber den Fremden in Marokio für Die Zukunft vorzubeugen. Die Bauernunruheu tu Rumänien. In der Wallache! hat sich öie Situation verfehl im wert. Tie Zahl der Tölen wächst ins Ungeheure. In Llanelli gab es bei einem Znsainineiisiotze zwischen Militär und Bauern 300 Tote. In Giurgiu tobte em heftiger Kampf; in bem Orte Maitanefli fanden zweimal blutige Kämpfe statt. Leutnant Ionilescu wurde hierbei getötet und fern Leichnam f ch r e cf l i et) verstümmelt; Ba uern tanzten det Musit auf den Leichentellen. In Gelaz in bie Lage fehl bebrohlich. Die Hafenarbeiter fratcnuficien mit bin Bauern. Ter Präfekt erteilte den Auftrag, für drei Tage die Gejchäfte zu sperren. AngcsirhlS der traurigen Lage des Gleiches kam es am 27. März m der Bukarester Kammer zu lebhaften Vcrbrüderimgsfzeneii zwilchen Liberalen, Konseroativcn und Iunimislen. Slurdza, Ioi.escu und Earp, die rllepräsentanten dieser drei Gruppen, umarmten einander unter siurmifchem Beifalle in dec Kammer. In Ramauagi find viele Gutshoie nuöetgevcaiuu. Bei Craiova fand ein Kampf zwischen Niilitär und Bauern statt. In der Rtoldau sind zahlrerche RowbieS verhaftet worden, die bie Bauern aufflachelten. NL ' ■■ ....... - - l- - -- . ... -".g Ci» neuer politischer Mord in Rußland. Ter Redakteur ber »Rustija Achebomosti- in Moskau, Dr. Io 11os, Abgeordneter ber ersten Raichsbuma, wurde, als er im Begriff mar, lerne Wohnung zu verlajien, von einem unbekannten Hingen Manne durch Revolverichuße ermordet. Ter Atörber emtam. Tie Ermordnng riei gröpie Erregung hervor. Iellos, einer der Kadeuenüihrer der vorigen Duma, erhielt angebucü vorher Trohbric'e. T,e foioit emgeteueie gerichtliche Unierstichrmg er«ab bis jetzi teinerler Anhallspunkie, da ber Mord tn völlig mcnfcheil- leerer Straße verübt worden tft. JelloS erhrell drer rr-chupe m Al rind, Kmiuaöe und Brust. TerMamr, der allem als Augenzeuge m Betracht kommt, wurde verhauei._________ ZLever den „NivavcheLrieg^ unterhielt sich am Freitag die franz. Kammer infolge von eigentümlichen aufrelzcnden Kundgebungen des Generals Bailloiid unb des Obersten Goepp, die ihren 'Dlann- schäften bas Gefpenit eures Revanchekrleges gegen Deutjchland an bie Wand gemalt hatten. Ter Sozialist EonslanS fabelte die unvorsichtigen Worte der beiden hohen Offiziere; man müsse von den Inhabern höherer Kommandostellen bie für die Erhaltung deS Friedens unb den diplomatischen Verkehr notwendige Umsicht verlangen. Ter Nationalist BarreS meint, die Regierung habe, mbem sie Bailloud maßregelte, namentlich die Sozialisten zufriebenilellen wollen, aber sie wisse jelvst gut, bag bie Gesinnung des Generals Achtung verdiene. BarreS fährt fort: Jenseits der Grenze hört man ähnliche Worte. BarreS rühmt den franz. Patriotismus ber Bevölkerung von Lothringen und schließt, oftmals unterbrochen von ber äußersten Linken: Wir werden nichts aufgeben von allen unseren Hoffnungen. (Beifall auf den verschiedenen Seiten deS Hauses.) Kriegsminister Plc qua rt erwidert, der wahre PatriotiS- miiS bestehe nicht m lärmenden Kundgebungen. General Bailloud habe seins Befugius in seinem an bie Truppen gerichteten Tagesbefehl üderfchrltten. In diesem Tagesbefehl an die Truppen spricht der General von Tingen, für die er nicht zuständig ist. Die gegen ihn getroffene Maßregel hat nicht den Charakter einer Ungnade; der General ist nur auf einen Posten versetzt, der besser für ihn paßt. (Lärm rechts und tm Zentrum.) Hierauf nahm Pimisterpräsident Clemenceau daS Wort und erklärte: Die Ütegierung befand sich bezüglich deS Generals Bailloud in einer schwierigen Lage. Wenn Sie gehört hätten, sagt der Nllnislerpläsibent, mit welchen Worten ich General Bailloud empfing, daun würden Sie wissen, daß dicselbeu Gefühle, welche bad Herz des Generals Bailloud bewegen, auch in meinem Herzen bestehen. Aber wir können nicht zugeben, daß ein General den Krieg mit einem be|’timmtert Lande anfünbigt. Tas Haus nimmt darauf mit 860 gegen 207 Stimmen eine Tagesordnung an, in welcher die Erklärungen der Re- gicrnug gebilligt werden. Aetwukdeleu-Trunspott eivst unb jetzt, unter besonderer Berückfichiiguag der Entstehung, Entwicklung und Bedeutung der freiwilligen Sauitätslolonne. (Lriginat-Arlikel des Giepener Anzeigers.) Der Transport kranker und verwundeter Soldaten ist eine der wichtigsten Aufgaben des Feldsanitätswcsens. Sind bie Transportmittel unzureichend, mangeiha.t, so su den Verbandplätzen. Gut eingerichtete, federnde Wagen, zweckmäßig hergcrichtcte Bauernwagen ermöglichen einen schonenden Transport der Verwundeten. Lazarett- und Kranleuzuge, Lazarctt- und Krankenschifse führen Stalle und Verwundete baldig>t der Heimat zu und zerstreuen sie über das ganze Land, um die so gefährliche Anhäufung von Verwundeten in der Nahe des Schlachtfeldes zu vermeiden. Mustergültig ist das Feldsanitätswefen organisiert und gegliedert. An der ^>aud einer großen schematischen Darstellung wird die Orgianisation ttes Felosanitätsweiens im Kriege eingehend besprochen. Die Sanitätskolonnen können im srötialle an L»ie Sanitätskompagnien der mobilen Truppe angegliedert werden. Ihre eigentlich Tätigkeit aber finden sie im Rücken 4»er Armee im Bereiche der Etappenbehörden und im Jnlande. Sie können das Begleit- und Transiwrtperfonal stellen für Lazarettzüge und HülfSlazarettzüge, Tür Lazarettschisse und Hülsslazaretlschiffe, für den Transport aus den Kriegslazaretten zur Eisenbahn, von der Eisenbahn in die Reserve- und Vereinslazarette; sie können werter den Dienst übernehmen aus den Erfrrschungs-, Verpslegungs- und Uebernachtungsilationen. Sie stellen ferner Lias Personal für die Verwaltung dec zahlreickpm Depots der freüviUigen Krankenpflege. Die Sanitatslolonnen bilden einen so wichtigen Faktor im Feldianitätswe>en, daß ein geschichtlicher Rückblick auf die Entstehung und Entwicklung der sreuviltigen Kolonnen wohl ihr Interesse zu erwecken vermag. „Heilig sei der Kranke! Heftig der Beriountete! Heilig sei er! Und menschlich der Krieg! Der entwaffnete, gefangene, verwundete Mann ter feindlichen Armee ist lein Feind — ist nur ein Mensch." So schrieb schon im Jahre 180ö ter Vorkämpfer für die edlen Bestrebungen des roten Kreuzes, Dr. Christian Faust in Bückeburg, bet schon Danin ls mit Begeisterung für die Heiligkeit und Unverletzlichkeit ter Lazarette eintrat. Tie Geschichte Der Befreiungskriege 1813—1815 berichtet uns, daß zahlreiche Männer, die das Schwert nicht zu führen vermochten, mit den mobilen Truppen als Krankenträger in ten Krieg zogen. Auch organisierte Man schon UamalS den freiwilligen Transpvrtdienst. denn nach teil Schlachten bei Ligny und Waterloo bildeten sich in Brüssel Genossenschaften, um die an den Wegen zerstreuten Kranken und Verwundeten auf Tragbahren in die Stadt zu bringen. Tie nächsten Nachrichten über Sanitätskolonnen bringt uns nach 50- jäliriger Frieduszeit itfer Krieg von 1864 gegen Dänemark, aus welchem die freiwilligen Hüljskräfte vom preußischen Johunnitcr- orten und die evangelischen Dvakoncn des Rauhen Hauses zu Hamburg als Kriegskrankenträger besonders zu erwähnen sind. Sn das Jähr 1864 Hüllt auch ein epochemachendes Ereignis ui der Eniwicklung des europäischen Völkerrechts, die sog. Genfer Kvnvention. Das Abzeichen ter Genfer Konvention, das rote Kreuz auf weißem Grunde, das Zeichen, unter dem auch sie sich ver- einigt haben, versinnbildlicht eine der schönsten Betätigungen des menschlichen Geistes, des menschlichen Herzens, nämlich diejenige der werktätigen Nächstenliebe.. Dem Grund zu teefcm .System der Privathülse hatte schon ein Jahrzehnt vorher Miß Florence Nightingale gelegt, lvelche sich im orientalischen Kriege 1854—56 als Vorsteherin ter englischen Hospitäler in Skutari und Balaklawa ten schönen Beinamen „Schutzengel der Blessierten" erworben halte. Dieses System enveiterte ter edle Genfer Arzt Henri Dunant zur internationalen Genfer Kvnvention. In einer Schrift „Souvenir te Solferino" schilderte er in ergreifender Weise den Jammer und das Elend der Verwundeten, ten trostlosen Zustand ter Lazarette, die gänzlich ^unzureichenden Mittel und Kräfte ter staatlichen Krankenpflege. Und so wuchs denn aus dem blutgetränkten und mit den Leichen ter Gefallenen gedüngten Boden des Schlachtseldes von Loljaier siegreich das Zeick-en des roten 'Kreuzes hervor, welches sich in raschem Fluge alle zivilisierten Völker eroberte. Leiter hatte ter etee Menschenfreund in seinem Alter mit Stet und Sorgen zu kämpfen, fast vergessen fristete er seine Tage, bis endlich lauch in sein einsames Leben em Sonnenstrahl des Glückes siel, indem ihm vor wenigen Jahren ter Friedenspreis der ^Nobel-Stiftung im Betrage von 70 000 Franks verliehen wurde und die Universität Heidelberg ihn bei ihrer Jubelfeier 1903 zum Ehrendoktor ernannte. Die Bestimmungen ter Genfer Konvention kamen jüngst zur Anwendung im Kriege 1866. Unter ihrem Schutze wirkten die Kolonnen ter Johanniter, der Diukoncn aus Berlin, Breslau, Hamburg, die katl)vlifchen Maltheserritter, Studenten- und Turnerkolonnen aus Breslau und Darmstadt, das Frankfurter Sanitäts- korps u. ar Des Steuerkoommstiariats Höchst LinDenstruth in gleicher Diensteigeliscyaft in Dps Steuer» Lommifsariat Offenbach verietzt; ten HauptsteueramtsrenDanten bei Dem Hauptsteuerttmt Worms, Rechnungsrat Balzer zu Worms auf sein Nachsuchen unD unter Anerkennung seiner mehr als 50 jährigen, stets mit Treue und Eifer geleisteten Dienste in Den RuhestanD versetzt unh Den Finanzaspiranten Adam Jost aus Ebcrstadt bei Darmstadt zum Mininerialrevisor bei Der Buchhaltung Des Ministeriums Der Finanzen ernannt. Ernannt wurde ter Gerichtsschreiberaspirant Jakob Steckenreiter aus Schotten zum Aktuariatsassislenten bei Dem Amtsgericht Neinheim. •* Kunstverei n. Nunmehr tonnen wir den Mitglieder Des Kimstvercins mitteilen, Daß als Ve r e in § bl a 11, eine Radierung von Professor Carl Schmoll von Eisen- stcht Raum, daß eine Kleinbahn überhaupt nicht Das Wichtige sei, sondern vielmehr die Zeit abzmvarten bleibe, bis float* licherseits eine Vollbahn gebaut werde als Fortsetzung der Lime Marburg—Mücke. Zweifellos liegt hierin em richtiger Hern. Eine A u t o m o b i l v e r b ln du n g Mücke — Ulrich- stein— Schotten würde bis dahm am besten Den Interessen des Verkehrs dienen. Offenbach, 27. März. Tie Anarchisten Imhof von hier und Tranbösc von Berlin hatten gegen den Polizeibefehl, der die Abhaltung des geplanten Anarchistenkongresses zu Offenbach unterjagte, Beschwerde erhoben (!) Der KreiSauSschuß des Kreises Offenbach oerioarf diese Beschwerde und verurteilte die Retlamanten zu einer Konventionalstrafe von 5 M. Mainz, 26. März. Ter Schulkonflikt am Oster- Gy mnasium ist gütlich betgeleg t worden. TaS Ministerium ist in der Sache von keiner Seite angerufen worden. Tie Reifezeugnisse sind allen Abiturienten eingehändigt ivorden. 9lur fünf von ihnen, die an der Abfassung Der Kommerszeitung beteiligt waren, haben im Zeugnis zu Der Rote im Betragen einen Zusatz erhalten, in dem der Vorfall kurz dargestellt wird. Ter Direktor des Oster-GymnasiumS Tr. Helm ist nur gegen anstößige und verletzende Aeußerungen werth-Rlünchen, ^Steinbruch" betitelt, gewählt worden ift. Ter Probedruck hat m Der letzten Ausschubsitzung vorgelegen und fand allgemeinen Beifall. Tie Verteilung der Bildei an die Mitglieder wird Ende Slpril erfolgen. Ferner sei in der Komlnerszeltung eingeschrckten. Sännliche Abllurienlen haben n. d. Fkf. Ztg. freiwillig eine von verständigen Vätern aufgesetzte Erklärung unterschrieben, in der sie ihr aufrichtiges Bedauern über das Vorkommnis aussprechen. — Tie hiesige auch noch Darauf hingewiesen, daß Die gegenwärtige Aus- Heilung, Die feit Sonntag vollständig neu ist, morgen (Charfreitag) von 11 bis 3 Uhr geöffnet ist. ** Verhaftet wurden Die Arbeiter Daniel Seiler und Karl Weller von Wieseck wegen Diebstahls und ein Alt- Händler von hier wegen Hehlerei. Die beiden Erstgenannten haben in letzter Zeit mehrfach Diebstähle ausgeführt in Hausgärten und auf Arbeitsstellen, und in Den letzten acht Tagen entwendeten sie aus einer Waschküche der Ludwigsstraße und aus zwei solchen in Der Grünberger Straße Die kupfernen Waschkessel. Sie verkauften Die Drei Kupferkessel Das Pfund für 50 Psg. an Den AlthänDler, brachten sie Diesem morgens in Der Frühe gegen 5 Uhr zu und Dieser setzte sie Dann für 85 Psg. Das Pfund an einen Großhändler ab. Alle Drei Kessel. wurden von der Polizei beschlagnahmt. ** Wegen Unterschlagung einer Damenuhr wurde eine Frau zur Anzeig s gebracht. Sie sand Die Uhr im November v. I. in Der Grünberger Straße und behielt sie für sich. Die Eigentümerin Der Uhr kann diese bei der Kriminalpolizei .zurückerhalten. ** Die Delegiertenversammlung der Sterbekasse des hessischen Landesgewerbevereins und Verbandes deutscher Gewerbevereine findet Dienstag, 2. April, zu Darmstadt statt. Die im Jahre 1897 ins Leben gerufene Sterbekasse, Die eine segensreiche Tätigkeit in den Kreisen der Gewerbevereinsmitglieder entfaltet hat und insbesondere für den Kleingewerbetreibenden von hoher Bedeutung ist, darf auf eine durchaus günstige Entwicklung zurückblicken. Das finanzielle Ergebnis für 1906 ist so günstig, daß der Vorstand, wie im Vorjahre, in die Lage versetzt ist, eine Dividendenverteilung in Der Höhe des Beitrags für zwei Monate vorzuschlagen. Die Jahresrechnung für 1906 schließt ab mit einer Gesamteinnahme von 31 292.96 Mk. und einer Gesamtausgabe von 30 116.76 Mk., mithin verbleibt ein Barbestand von 1176.20 Mk. Der Vermögensstand hat sich im Berichtsjahre um 12 665.50 Mk. erhöht. Neben Dem günstigen finanziellen Resultate, ist für 1906 auch ein nicht unbedeutender Mitgliederzugang zu verzeichnen. 74 Mitglieder und 6 Erhöhungen mit zusammen 59 800 Mk. Versicherungskapital sind der Kasse neu hinzugekommen. Die Kasse ist auf versicherungstech- nifcher Grundlage aufgebaut. Dem Kais. Aufsichtsamt für Privat- versicherunH in Berlin unterstellt unh muß als sicherste und vorteilhafteste Versicherungsgelegenheft für Gewerbevereinsmitglie- der angesehen werden. *"'2er Landesobstbauverband für das Großherzogtum Hessen konstituierte sich am Dienstag in Frankfurt in Anwesenheit des Landesökonomierates Mueller. Den Vorsitz führte zunächst Graf Oriola. Bei Der Vorstandswahl wurde Kreisamtmann Steeg-Oppenheim zum ersten Vorsitzenden gewählt; weiter kamen in den Vorsstand: Kreisamtmann v. Hahn-Heppen- heim, Graf Oriola, Dr. v. Peter, Monomierat G^cche-Darm- stadt und Landtagsabg. Breidenbach-Dorheim. Es fand bann Besprechung über die Ausgaben und Ziele des Verbandes, sowie besonders über die Beteiligung an der großen Obstausstellung in Mannheim statt. + Leihgestern, 28. März. Heute nacht wurde der Rentner G. V. erhängt in seiner Wohnung aufgefunden. Als Ursache der Tat kann man Lebensüberdruß annehmen. Seine Frau und fünf Kinder starben ihm und schon eine Reihe von Jahren wohnt er vereinsamt in seinem Hause. Wahrscheinlich haben ihn diese Schicksalsschläge zu der unglück- seligen Tat gebracht. X Saasen, 26. März. Der Landwirt Koller im benachbarten Bollnbach geriet heute beim Baumfällen so unglücklich unter einen fallenden Baum, daß ihm beide Beine entzwei gedrückt wurden. Außerdem soll er so schwere innere Verletzungen davongetragen haben, daß an seinem Auskommen gezweifelt wird. — Hungen, 27. März. Die Wasserleitungsarbeiten Der Gemeinden in der nördlichen und mittleren Wetterau schreiten rüstig fort. Tie Leitungen weiden sämtlich an den Hauptrohrftrang des staatlichen Wasseriverks Lauter angeschlossen. Für Die Orte Der Gruppe B, Assen- beim, Reichelsheim, Ossenheim, Banernheim u. a. sind Die freireligiöse Gemeind e feiert, wie bereits mitgeteilt, am 6. April d. I. das Fest ihres vierzigjährigen Bestehens. sd. Mainz, 27. März. Der Provinzialausschuß Der Landwirtschastskammer für Die Provinz Rheinhessen konstituierte sich gestern hier in Anwesenheit der drei Präsidenten der Kammer: Haas, Bähr und Lichtensteim Die Vorstandswahl ergab: 1. Vorsitzender: Bürgermeister Römer- Erbes-Büdenheim, Stellvertreter: Oekonomierat H. Dettweiler- Kl.-Winternheim, weitere VorstandsmilglieDer: F. Mayer Vlll.- Gau-Algesheim, K. Hembes-Ober-Olm, K. F. Graef-Monsheim. Dann wurde Der Voranschlag besprochen und der Vorstand mit dessen Ausarbeitung beauftragt. U. a. wurde weiter befchloffen, die seither von dem Provinzialverein beschäftigten Beanrten in den Provinzialausschuß zu übernehmen. Worms, 27. Rlärz. Bei lebendigem Leibe verbrannt ist gestern nachmittag in ihrem Wohnzimmer Die 74 Jahre alte Witwe des Postschaffners Georg Seifert. Die Genannte kam am ganzen Körper lichterloh brennend aus ihrer Wohnung, verschiedene 9iachbarSleute kamen ihr zu Hülfe und erstickten die Flammen. Inzwischen war ein Arzt herbeigeeilt, der ihre Ucberführung in das städt. Krankenhaus veranlaßte. Bereits gegen 7 Uhr abends war noch gräßlichen Schmetzen der Tod eingetreten. Stach den im Zimmer Vorgefundenen Spuren liegt Der Verdacht nahe, daß Die Frau in selbstmörderischer Absicht gehandelt hat. (Worms. Ztg.) , h Frankfurt a. M., 27. März. Vier rumäni*’ sche Torpedoboote haben im Anhang des Schleppdampfers „Rheinische Schiffahrts-Gesellschaft Nr. 1' Das' Hafengebiet von Duisburg-Ruhrort verlaffen, also einen großen Teil der Strecke Rotterdam-Mainz schon zurückgelegt. Auf den vier Booten befindet sich unter dem Kommando deS rumänischen Fürsten Costiesco Ghyka eine rumänische Rlarine- Truppen-Abteilung. Die Boote werden wohl biß Ende del Woche in Mainz eintreffen. Frankfurt a. M., 27. Mäi^. Oberbürgermeister Dr. Adickes hat die Uebernahme eines Minister-Portefeuilles endgültig abgelehnt. Wiesbaden, 27. März. Die Einweihung deS neuen Kurhauses ist auf Den 11. Mai festgesetzt. Der Kaiser hat Die Einladung der Stadt angenommen. + Ehringshausen (Dill), 26. März. Dr. med. R. Schneider, Der sich als Assistenzarzt unseres Saniläts- rats Dr. Stein das Vertrauen der Bevölkerung in hohem Blaße erworben, verläßt Ehringshausen, um vom 1. April ab als praktischer Arzt in Gönnern (Kreis Biedenkopf) tätig zu sein. (I Erda, 26. März. Mit dem bevorstehenden Schluß deS Schuljahres scheiden unsere beiden jüngeren Lehrer, Vogelsang und Blech aus dem hiesigen Schuldienste. Die Schulamtskandidaten Medebach aus Kinzenbach und 91 eu h a ns-Wetzlar wurden zu ihren Nachfolgern bestimmt. A Laasphe, 27. März. Heute früh gegen 8 Uhr wurde auf dem Bahn Hofe Cre uzthal von Der Bahn Marburg-Creuzlhal Der 24 Jahre alte Rangierer Born aus Aiie-W>ngeshausen vom Zuge erfaßt und auf der Stelle getötet. Dem jungen Mann war der Kopf glatt vom Rumpfe getrennt. — Am Hohenseelbachs- köpf wurde ein 13 jähriges Mädchen von einem junger 'Mann, anscheinend einem kroatischen Arbeiter, in schändlicher Weise mißhandelt. Das ohnmächtige Kind ivurde später gefunden, während der rohe Täter entkam. Kassel, 27. Nlärz. Eine Vertrauensmännerversamm^ hing des Bundes der Landwirte des Kasseler BezilkS beschloß, den Abg. Lattmann zu bitten, aus taktischen Arbeiten erst vor einigen Wochen begonnen worden, während und praktischen Gründen wenigstens bis zum Schluß De( Die Leitungen für die Gruppe A, Dorheim, Schwalheim, Session sein Landtagsmandat be izubehalten. Lott- JJlelbad), Södel und Berstadt schon in etwa 4 Wochen vollendet mann soll nämlich beabsichtigt haben, weit ihm neben feine»! Wetter N tv Sonnenschein Riet verhimmel Sonnenschein März 1907 Höchste Temperatur am 9heimgfte , , ! E I ^1 A I 8 I Sch iss» nach richten. Norddeutscher üloijö. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 19. Aiarz. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschrauben - Poitdampier „'Utam", Kapitän C. v. Borell, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 23. März, 11 Uhr vormittags wohlbehalten m Newport angekommen. Bricfkastcn Ser UcSaktion. (Anonyme Eiusenduugeu bleiben nuberuaftchtigt.) E. Der Gründer der hessischen Landesuniversität war allerdings Landgraf Ludwig V., die gestrige Lokalnouz aljo unrichtig. Meteoro!ostist1ie Beobachtungen der Station Gießen. Kießener J üsija rs-xferdimaikt. «Schluss.) Eiießeucr Wetterdienst. BoranSsichtliche Witterung für -essen am Freitag den 29. März: Heuer und trocken. Temperatur wie heute, wech- elnde Winde. Gerichtssaat. _Das Coburger Schöffengericht verurteilte den Geschäitsreisenden Eckard! wegen Beleidigung des preu- h l s ch e n L r i e g s m i n i st e r S zu 4 0 0 9)1 a r f Geldstraie. Ter Strafantrag war vom Krlegsminister v. Emern gestellt worden. Conan Doyle: ch klage an". Eine Flucht in die Lessentlichkeit. Gustav Rieckes Buchhandlung Nachfolger, Berlin W. 50, Geisbergsir. 29. — Conan Doyle, der Schöpfer der Tetek- livfigur Sherlock Hol nies, ergreift das Wort zum Falle Cdalji, der in England Aussehen erregt und den c als Justiz- mord kennzeichnet. Wie Dreyfus in Zola der Anwalt eritand, >o tritt für den jungen Rechtsgelehrten George Edalji Conan Doyle in die Schranken. Wie sein Detektivthpus Sherlock Holmes spürt Doyle persönlich allen Fäden nach und legt das R-guttat seiner eingehenden Nachforschungen vor. Üanvel un» Verkehr, voikrwirtschast. Die Berliner Börse läßt sich von den Alarmnachrichten mannigfacher Art nickt mehr so schrecken, wie in der letzten Woche. Sie ignorierte den Mctailpreisrückgang, nahm aber die Reprise in New York günstig auf, glaubte den beruhigenden Beriiche- rungen Rothschi.ds, Morgans und Speyers m;b verwies für die starken Käme in Montanpa Pieren auf die ausdrücklich gegen die Ansichten der Deutschen Bank gerichteten Beriammlungsmit- lcüungen b:i b:r B.rgwerlsgcsellichait Komolidatwn. Niontan- werte stiegen; so Bochumer nm 4, Laurahutte und Phönix um Landwirtschaft. — Ein Mittel gegen d r e SG a i rä u d e. Die „Amtl. 'Perl. Korresp." schreibt: Im Jahre 1906 ist in Preichen von der Anordnung eines -eilver'ahrens zur Tilgung der Schafräude in 17 Negierungsbezirken und 67 Kreisen Gebrauch gemacht worden. Insgesamt ivurden 223 Bestände mit 32 019 Schicken einem solihen Lei'ahren unlerworfen. Das Badeveriahrcn hat bei 111 Beständen mit 19 490 Schafen (in 15 Regierungsbezirken mit 44 Kreisen» Anwendung gefunden. Davon waren am Iahresschlus; 91 Bestände mit 14 359 Schicken geheilt, bei 16 Beständen mit 4072 Schaum ivar das Heilverfahren noch nicht beendet; 759 Schale in drei Beständen sind vor Tilgnng der Räude geschlachtet worden, 10 Schale sind bei dem Badeversahren emgegaiigen. Der Gesamter'olg der für die Schasräilde vorgeschlagenen Tilgnngsmittel ist zufrieden- stellend. Em geringer Rückgang in der 'Verbreitung der Seuche ist eingelreten. th. Gießen, 28. März. Der gestrige Schweinemarkt hatte einen Austrieb von 300 Stück, vorherrschend Ferkel. Infolge des guten Wetters waren zahlreiche Käufer gekommen, sodaß sich ein flotter Handel entwickelte. Der Vorrat deckle lange nicht dm Bedarf. Gebandelt wurden: Ferkel, 4—6 Wochen alt, 33—38 Mark, 8—12 Wichen alte Tiere 48—70 Mk, Springer, je nach Güte, 80—120 Mk. (Preise für das Paar). Ter Markt war schnell geräumt. Nach den Nachrichten aus der Provinz sind die Preise für schlachtreife Schweine schon wieder im Anziehen begriffen. w Friedberg, 27. März. Unser heutiger Schweine- markt war stark mit Iungschweinen befahren, die Preise waren niedrig, Ferkel, 6—8 Wochen, kosteten da« Paar 23—35 Mk., 10 Wochen 35—40 Mk., Springer bt5 Stück 30—40 Mk. ke. F r a n k f u r t a. M., 28. März. (Teiegr. Qcig.-Berlckst des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der beutigen Viebmarkl- vreise. Zum Verkaufe standen: 48 Ochsen, 00 aus Cefterreicf) 2 Bullen, 0 au§ Ceficrreid), 65 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Rumänien, 1533 Kälber, 79 Schale und Hammel, 9 Ziegen, 127 Ziegenlämmer, 135 Cchackämmer. Bezahlt wurde für das Psuud Schlachtgewicht: Dchien 1. Qualität 80—84 Mk., 2. Qualität 72—75 Mk., 3. Qualität 64—67 Mk.; Bullen 1. Qual. 71—75, 2. Qual. 67—69; Kühe 1. Qualität 72-74 Mk., 2. Qual. 68-70 Pik., 3. Qual. 60-62 Mk., 4. Qual. 00-00 Pik., 5. Qual. 00—00 Pik. Kälber l.Qual. 100—104 Psg., Lebendgewicht 60—62 Psg., 2. Qualität 92-96 Psg., Lebendgewicht 54 - 57 Psg., Schlachtgeiv. 70—75 Psg.; Schale: 1. Qual. 80—00 Psg., 2. Qual. 76—78 Psg. Geschickt: bei Hornvieh gut, bei Kleinvieh gut. lieber* stand bei Hornvieh unbedeutend, bei Kleinvieh kein Ucberftanö. Limburg a. d. L., 27. März. F r u ch t m arki. Durchschnittspreise pro Pialter. Roter Weizen (Nassauischer) 00.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 0 >.00 Pik., Gerste 00.00 Pik., Haier 9.10 Mk. Erbsen 0.00 'Ulf., Kartoffeln 0.00 Alk. Grisiirai-Orahtinctoungen. Rapallo, 28. Marz. Fürst Bülow weigert sich, Journalisten zu empfangen. Em Lelretär begnügte sich, chnen mit» zuteiien, daß Deutschland aus der uaager Friedens- tonferenz die englischen Abrustungsvorscyläge nicht u n t e r |i u y c n werde. Der Vizepräsident des itaiumcju-en, L,enats wurde vom Furgen tu längerer Audienz empfangen. Petersburg, 28. März. Dr. Jeltos, der in 'jjioöEou ermo r de r wurde, war der beste Freund des erinordeten Pro- icssors ^ertzenstein. Jeilos wurde a.ck.tem Weg-» zur Redattion vor dem Baisse, in dem tee Kamp, esorganijation des uitra- reaktionären Verbandes des russischen Volkes ihren Sitz i)üt, durch zwei Oieoolverseyus e, die ihn ms Herz trafen, crfchojie.l. Der Mörder, ein gewisser Doropow, gehörte dem Verbände der genannten Partei an. Jeltos arbeitete auch für verschiedene deniiche Zeilschristen, darunter das Schnwilersche Jahrbuch. Jeltos hat in Deutsllnand ftuoiert und war m Berlin Vertreter der russischen Telegraphenagentur ICunft nitd Wissenschaft. Newyork, 27. März. Die Versuche, Eisenbahnzüge unter sich und mit den Bahnhöfen durch drahtlose Telegraphie zu verbinden, haben so günstige Resultate ergeben, baß ine großen Eisenbahngesellschaften ihre Eilzüge mit drahtloser Telegraphie ausrüsten wollen. Man hofft so Eisenbahntatastrophen vorbeugen zu können. 26.-27. Marz — 4-13,4«C. 26.-27. , = + 0,7 * c. •2» S i i Sie war als der Matrose John Wilkinson eingetragen, und da ie als ein hübscher, sauberer Bursche galt, so wurde sie zum Dienste bei der Lffiziersmci'se abkommandiert. • Indianer im Duell. Amerikanische Zeitungen wissen von einem Duell zu berichten, das kürzlich zwischen zwei Hänptlinaen der Utahindianer stattsand. TaS Duell ist unter dem Namen ,Mub-Wohwa' bekannt und wird mit großen Feierlichkeiten begangen. Alle Angehörigen deS Stammes nehmen alS Zuschauer in ihrem KriegSschmuck an dem Schau- ’picl teil. Tie beiden Gegner treten einander gegenüber und losen. Wer verliert wird mit der rechten, der Gewinner mit der linken Hand an denselben Baumstamm gebunden. Tann erhält jeder der Duellanten ein scharf geschliffenes Messer. Nun stachen die Gegner aufeinander loS. Der Kampf war aber nur ein kurzer, denn schon nach wenigen Minuten brachen beide, aus unzähligen Wunden blutend, bewußtlos zusammen. Einer der Duellanten starb am nächsten T ge. • Daß das schwache Geschlecht nicht notwendiger, weise, körperlich betrachtet, o»ich das kleine ist, hat sich durch die Vorführung weiblicher Niesen schon mehrfach bewahr- heilet. Tie bisher größte Riesin war unseres Wissens nach eine Chinesin. Tiefe Niesendame ist aber bei weitem überholt worden durch ein Tirolermädchen, welches sich im Londoner Hippodrom einem staunenden Publikum produziert. TaS stramme Tiroler »Teandl* namens Bl arte Faß. nauer mißt die Kleinigkeit von 2,43 Nieter, sie ill 27 Jahre alt, sanften Gemüts, ausgesprochene Vegetarierin und abgesagte Feindin jedweden Alkohols. In einem an die Presse gerichteten Zirkular teilt das Londoner Hippodrom mit, daß die stattliche Maid heiratslustig ist, betont aber dabei, daß im Großen und Ganzen wenig von dem ewig- weiblichen an ihr zu merken ist. Marie Faßnaner zeigt bei normalen Proportionen die allen Niesen eigentümliche Schwer- Amte das Neichstagsmandat zu intensiv in Anspruch nähme, sein Landtagtzmandat auszugeben. h Kassel, 28. März. Ein VormittagSzug der Main-Weser-Bahn fuhr beim Einlaufen in den Bahnboi Wilhelmshöhe infolge Versagen? der Lmtbremse ans einen Prellbock. Drei Personen wurden verletzt, die Lokomotive ist stark beschädigt. .. . . ♦* (Meine 9JZ i 11 e tf" n a <- n ans teilen und de n Nachbarstaat en. Dem Oberstleutnant z. D. Engen K i e ß l i ch, bt5(ifTinein Kommandeur des Landwehrbezirks W etzla r wurde der Noie Adlerorden dritter Klasse nut der -schlecke verlachen. - Der Gnmnasialdirektorin Dillenburg Prof. Christian Langsdorf ist am 25. März im Aller von 59 Jahren nach längerem Leiden g e ft o r b e u. Arbeiterbewegung. h Frankfurt a. M., 27. März. Falls am Samstag die angesetzte Generalaussperrung der organisierten S ch n e i d e r g e h ü l f e n zur Tatsache wird, so würden hier, wenn alle dem Arbeitgeberverband angehörenten Geschäfte dem Beschluß sich fügen, etwa 60t) Gehülfen ausgesperrt werden Lausanne, 28. Marz. Gestern Nacht be.chlov eine Anzahl stark mit anarchistischen Elementen verbundener Gewert- schaitcn, morgen in den Ausstand zu treten. Daraufhin besetzte ein Bataillon nachrs das Volkshaus, den Ver,ammtungs- ott ter Gemerkschasten, schloß eine anarchistische Druckerei und schützte in aller Frühe die Werlplätze Diese, Maßregeln hatten zur Folge, daß das ganze Baugewerbe und bte Telegraphen sich dem Streik anschlossen. Tas Militär hält, gegenwärtig alle Straßen besetzt. Ebenso ist ein Generalstreik m M o n - treu? Lusgebrochen. In Vevey stehen 5000 Streikende 4000 Soldaten gegenüber. Der Träger einer roten Fahne wurde von einem Soldaten durch einen Bajonettstich verletzt, ebenso ein anderer Arbeiter. Tie Fahne wurde sortgenornrnen, was eine ,urchtbare Erregung hervorrief. Für morgen werden neue Zusammenstöße mit dem Mllitär befürchtet. (Fortsetzung der Prämiierung.) VTa. Dreijährige Fohlen, geboren 1904, Wagen- f (fi I ä n e. Braune Stute; Joh. Gnntnim- Rötbgck. 2. Preis; Sckckmmcl-Wallach: Hennich Scheueiinam, Il.-Eckizell 3 Preis; diinkelbraune SiMe: Wilh. Heinrich Fenchel-Griedel 1. Preis; braune Stute: H. W. Ctrasheiui-Griedel 4. Preis. VIb. Dreijährige Fohlen, geboren 1904, Arbeit?- schläae. Fuchs-Stute: H. Schmidi-Münch-Le»isel 3. Preis; dunkelbraune Clute Kaspar Jling-Leihgestern 4. Preis; braune Stute : Ouo Schiiudt-Laubach 2. Pre,s; braune Stute: W. H. Schä'er-Reichelshclm 1. Preis. VIIa. Ziveljährige Fohleii, geboren 1905,Wagen- s ch l ä a e. Tiinkelbraune Cuue : Gotiluck Lemmer-Hachborn 8 Preis; iduuanbrouncr Wallach: A. 9lern II.-Langgöns 1. Preis; bnnfel- brnune etiiie: Konrab Weitz H.-Torf-Gill 2. Preis; besglelchen: Heinrich Bäck-Grünberg Anerkennnng. . VIId. Zweijährige Fohl en, geb or en 1905,ArbettS- schläae. Fiichs-Suue m. w. Aiälme: Philipp Schwan-Gießen Anerkennung; Fnchs-SlMe: Georg B,ll I.-Nieber-Wecket 1. Preis; 1 Johlcn: Gbr. Häuser IV -Nieder-Wetiel 3. Preis; braune Suite: Anion Volk III.-Poblgöns 2. Preltz; Notschimmel Hengst: W. H. Schä-er-Neichelsbelm 4. Preis. VIII a. B u d) t ft u t e n mitFohlen oder nachweislich gedeckt, Wagenfchläge. Für mtändifche Züchter, welche Mitglied des LandeSpstrdeziichtvereinS sind. Vorgesehene Preise: 60 50, 30, 20, 15 und 10 Mk. Braime Suite: Wilh. Weil-Lang- gön« 3. Preis; braune Stute: Lonis Christ-Griedel 5. Preis; dunkelbraune einte: Konrad Weitzel Il.-Dorfgill 2. Preis; braune einte: Konrad Amon Wagnei-Langgöns 1. Preis; dunkelbraime Suite: Daniel Schä'er II.-Heskem Anerkennnng; desgleichen '6ilh. Faber-Kirchgöns 4. Preis; dunkelbraune Stute: Konrad Volp- Nieder-Weckel 6. Preis. VIIId.Zuchtstnten mitFohlen oder nachweislich gedeckt, A r b e , t s s ch l ä g e. Für inländische Züchter, welche Mitglied des LandesvierdezlichtvereinS sind. 9tol|cbuninehetntc: Konrad Häuser XX.-Nieder-Weifel 2. Preis; Juths-eiute: Ga. Bill I.-Nieder°Weisel 3. Preis; schwarze Stute: Ehr. Häuser IV. Wioe.-Nieder-Weisel Auerkenmmg; braune Stute: Ehr. Hille- brand VIII-Nieder-Weifel 6. Preis; dunkelbraune Stute: Jakob Ktippel-Nieder-Weisel 4. Preis; braune Stute: Konrad Eckumps- Nieder-Weckel; desgleichen: W. H. Schäier-Reichelsheun 5. Preis. IX. V < e r d e u n 6 Geschirre i m P r i o a t b e s i tz. 1 Reitpferde. Emil Burk-Gießen; 1.Reitpferd, br. Wallach: Oberst von Lindeuau-Gießen; 1 desgl.: derselbe; 1 Reitpserd: Vlngiist Schivan- Gießen (außer Konkurrenz); 1 desgl.: Wilhelm Tribns-Gießen; 1 Wagen nut Ponny: Zabnarzt Gräi-Gießen; 1 Landauer auf Gummi mit 2 Rappeu: Hoilohukutscher Huhu-Gießen; 1 Coups auf Gummi mit 2 Rappeu: derselbe; 1 desgl. nut 2 Schimmel: derselbe; 1 desgl. mit 2 Schimmel: Konrad Jniiker-Gießeii; 1 CouvS nut Schimmel: Hollolmkutscher Huhn-Gießen; 1 Togearl mit Stoppen: Jean Kirch-Gießen (oufier Konkurrenz); 1 Wagen mit Schimmel: Wilh. Christian Löber-Gießen; 1 Jagdwagen mit Fuchs, emsp.: Hoflohiikiitscher Huhn-Gießen, sämtlich, (wo nicht außer Koulurrcuzi, mit Ehrenpreisen und Diplom ausgezeichnet. A n s sl e l l u ii g von W a g e n , Geschirren, Stall- u t e n \ 11 i e n u n d landwirtschaftlichen Geräten. Karl Buß-Aetzlar, Älalchinen, 1. Preis; E. Ellenberger-Bleden- köpf, Separatoren, 1. Preis; Friedrich Groß-Gießen: Wagen und Geichure, 1. Preis; I. Häuser, vorm. I Happel-Gießeu, Geräte, 1. Preis; Th. Hitzler-Ockstadt, desgl., 2. Preis; August Kilbinger- Gießen, Wagen' und Geschirre, 1. Preis; August Kröll-Gieveu, ^taichmen, 1. Preis; Müller & Tiebel-Gießeu, Geschirre, 2. Preis; 9)L Noiemhal-Gießeu, Ptaschmeu, 1. Preis: Gg. Schie'erslein-Lich, desgl., 1. Preis; Brüder Schmidt°Gießen, Ptaschmeu und Geräte, 1. Preis; Kourad Stephan-Gr.-Buieck, Wagen. Ter erste Preis befiehl in Ehrendiplom, der 2. Preis in Einende Anerkennung. Der Glanzpunkt, der auch den Schluß des Marktes bildete, war die Vorführung von Pferben, Equipagen unb Geschirren im Privatbesitz. Kopf an Kopf hatten sich bic Zuschauer um ben großen Vorführungsring plaziert. Die erhöhte Tribüne war voll besetzt, besonders von Damen, die bei dem warmen Wetter teilwesie schon Helle Toiletten angelegt hatten; es war, wie ein Sportsman beifällig erklärte, wie in Frankfurt, nur daß leider bas Konzert fehlte. Da trabten zuerst bie Reitpferbe, im Sattel vargeführt, an Herr v. Linbenau jun., ein junger Kabett, zeigte sich babei als schon sicherer Reiter. Es folgte Ponny mit Wagen bes Herrn Zahnarzt Gräf, ein Jagbwagen mit Fuchs bes Herrn Hoflohn- kutjcher Huhn unb Wagen mit Schimmel des Herrn Bäckermeister Löber. Eine kurze Pause. Von bet Rod heim er Straße her kam ein eleganter Brautwagen mit Schimmeln, Geschirre mit reicher goldplattierter Garnitur, Kutscher und Tiener in blauer Livree auf ben Platz. Die Geschirre sind vom Sattlermesiter Friebr. Groß- Gießen gefertigt unb machen ihm alle Ehre. Die Mitglieber ber Pserbematlr-Kommisfion beglückwünschten Lohnkusicher K. Junker, ben Eigentümer bes nach jeher Richtung mustergültigen unb eleganten Wagens unb Gespanns. Den Schluß ber Vorführung bildeten vier Coupes unb ein Lanbauer, größtenteils auf Gummi- rabern, tobellos bespannt. Wagen unb Pferbe waren in vorzüglicher Verfassung. Besonbers fiel auf ein Brautwagen mit Schimmeln, geschirrt mit wunbervoll gearbeiteten Prunkgejchirren, die als Meisterwerke bes Sattlerhandwerks bezeichnet zu werben Derbienen. Sie stammten aus ber Werkstatt bes Herrn Aug. Kilbingei. Besitzer bes auS 5 Gespannen bestehenben Wagen- torsos ist ber Hoflohnkutscher Huhn,^ bem ber Oberlanbstallmeister v. Wlllich seine Anerkennung übcr_ bas Vorgefuhrte mit bem Bemerken ausfprach, baß sich ein fürstlicher Marstall bieten Luxus kaum erlauben könnte. Herr v. Willich fügte hinzu, es gereiche bet Stabt Gießen zur Ehre, wenn ein solcher Aufwanb auf bem Gebiete bes Fuhrwesens hier bestehen fönnc._ Lächelnb erklärte Herr Huhn: „Was will man machen, bie Gießener verlangens nun einmal so." Nach ber Prämiierung fanb ju_ Ehren ber Preisrichter im „Großherzog von Hessen" ein Feitessen itatc. fälligkeit und Unbeholfenheit. * Pom Heiraten. Der Bevölkerung ber ReichShaupt- stabt wirb nadygetagt, d'.ß sie immer mehr zur Ehescheu neige. Wie steht es aber in Wirklichkeit? Die Statistik weist uns an ber Hanb gewissenhaster Ermittelungen nach, b.iß gerabe Berlin im Punkte b:r Heiratslust weit besser ist, als btt ihm angebickstete Ruf. Ja, es zeichnet sich sogar durch g>anz beionbers hohe Set- ratszissern vor ten meisten ber deutschen Großstädte aus Das wirb klar burch ben Leitet bes CJirlottenbutger statistisaM Amtes Professor Rahis u?chgewiesen. Dieser hat untersucht, wie es mit ter Zahl ber Eheschließungen in anderen größeren etnbtni aussieht, unb ist zu fvlgenben Ergebnissen gekommen: In Berlin kamen bis vor zwei Jahren auf je 1000 Einwohner 21,71 Heiratende Diese Heiratszssfer nennt der Statistiker eme ganz besonters Ijolje, wenn man bie einschlägigen Zahlen in ben anberen 41 deutschen Großstädten sich vor Augen halt. Danach wurde Ber'in in ter Heiratszisfet nur noch von den Stabten Frankfurt a M (22,93), Altona (22,75) unb Mannheim (22,16) übertroffen. Alle übrigen Städte blieben hinter ihm zurück Tie niedrigste Ziffer weist bic Stadt Posen auf mit nur 14,83 Heiratenden pro Mille der Bewohner. Nicht viel bester sieht es m Braunschweig, Magdeburg unb Danzig aus, wo bie Durchschnittszahl -unter 1 6steht. Auch Dresden, Hannover, Chemnitz, Stettin, Königsberg, Halle, Kicl, AacrenLasscl, Bochum scheinen keinen guten Nährboden für bie Heiratslust abzugeben. Berliner VerhaltniE- zahlen nähern sich Köln, Nürnberg, Düsselbors, Wiesbaben, toa> renb München, Hamburg, Breslau unb Leipzig nut ber Ziffer 18 noch erheblich zurückstehen. Es wäre also Unrecht, Berlin eine verhältnismäßig geringe Heiratslust zuzuerkennen. . ., * Kleine TageSchronik. JnGebnsborf (Königreich Sachseli) brach bet bem Stellenbesitzcr Beer eine Feu e rs b r u n st Nii«, bei welcher die Gbefrait, vier Kinder uud eine Magd u m - käme n. - Jin A ch e u s e e g e b i e t haben die lctzteii S ch n e e - i ä 11 e große Uebclüänbe hervorgerufen. Die Achteiitalerstrane ist auf mehrere hnndert Meter durch Lawinen verfchuttet. Biele Krankheitsfälle haben sich dadurch verschlinunert, daß infolge der Verkehrsstockilngen ärzlliche Hilfe nicht zu beschaffen war. In beit einzeln stehenden Häujerii herrscht Hungersnot. Menuett. hÄ* > * Don ber ». '»(«IIS Wo ’S * <4 en. ist ifhi b" •«•äs be|l,n dm 3m,» J’11"1 8,6«, d,° ten •Hnardjiften. *'■ ^'fchwiid, . S«'l« Cfienba* lle Netlamaiiten |U «fliftomOner. |t weiden. tQj :r ^kile angerusen Renten eingehändigt , der Abfassung btt lm Zeugnis zu btt in bem ber illorsall Oster-TymnasiumS itzmde Aeusjerungtn nuliche Abtluntiutn verslänbtgen Aälern c he ihr ausrichtigtj hen. - Tie hiesig, ieieil8 mitgeteilt, am rigen Bestehens, 'inzialausschu' e Provinz Rhein Anwesenheit ber bic ib Lichtenstein. Tu germeister 8lömtp ieiat $). Dellivcif? er: F. Mayer M- F. Graes-MoÄjcim. bei Borsbod tnii >e Wester beschlvsen, .fügten ÄeaoM ü 3«/< Prvz. Allerdings trat wieder einige Abschwächung ein, al5 b<« Bemerkungen der Deutschen Bank über bic möglichen Folgen ter Ge'dlagc bek nnt ro- rben. Sänit’i(f>^ Werte, bie n'ftieoen waren, oinacn etwas zurück unter Gcwinnsichernngen. Im allgemeinen blieb aber die Tendern zuversichtlich unb waren bef"nters Bankaktien wesentlich gcbcf'crt. So notierten Deutsche Bank ^auf bte vrockamierten Tiv-denbcnaussichtcn 4, Trcsd ncr 2'Schaass- haitsen 2 Proz. höher. Auch bic amerikanischen Werte waren gebessert: Canetei sogar 5- i Proz. erholt. Im freien Verkehr waren Kaliwerte weiter fteigcnb Okgen Ente ter Börse trat bie natürliche Rektion, d. h. entsprechente Abschwächung ein. Privatdisdont 51/» Proz. Kleine Finanzchronik. Ter BürgeraiiSfchnß von Heibelbcrg beschloß bie Ausnahme einer 4 urozent. Stabtanleihe von 3>? Mill. Ak k. — Unter F-Ührung ter TreS- tencr Bank in Franksu'-k a. M., ber Pfälzischen Bank unb bem Bankhaus L. und E. Wertheimer cbenba wurde eine 4 Prozent, neue Anleihe der Stabt Bingen in Höhe von IV» Mill. Mark übernommen. ReichSbcnk Am 2. Api'l m*rb in Berlinchen eine von ber Reichsbankstelle in Landsberg (Warthe) abhängige Reichsbank"-..enstell l Ka'si:iiü..r. lany und viycyränktcm Girv- verkehr crössnet werten. Märkte. Die nach- A p p 7 i p sind Freitaff, den 29. M&rz von siebenden avi ulu 12 Uhr niiltags bis 12 Uhr nachts nur lür driiiff« ude Fälle sicher anzutrellen. |D°,3 H. Arndt, Bahnbolstr. 39. — iPr. Kipper, Wilhelmstr 2. Dr. Jleyerhofl, Neuen Baue 27. •nbigtm ßeih hrem Wnzmii/5 erSHSei//;- brimd wMt kainni tz Zwischen wat ffl n das slädt. Rton- t abcnbS wat naq n. Siach btn w. Verdacht nahe, ba? )ündell hat. ('ffioriuf. W Piet tumani- fjang W Mst N-. 1 »il-Ii-n, «H» „I W„n 6tm Rommint»™ en,™«*-*"® w-hl bi« 6"bl 11 D6erMrgeffl«ll«l 6in«eW giai ftliyi'b1, ™ ä,r. Schuld^ aus rlinlP. M019“"? 8 v «1» **J Ulan” °n ch-" rS'.; vermischtet». • Der neue st e Eisenbahn Unfall. Ein Schnellziia fuhr am 27. Niärz bei der Einfahrt m den Bahnhof Posen infolge Ucbrrfahrens des Haltesignals auf eine Rangiermaschine mit einem Viehwagen. Ter Führer der ersten Schnellzugsniaschine wurde schiver, ber Heizer leicht verletzt; ebenso wurde der Heizer der zweiten Schncllziigs- maschine leicht verletzt. Einige N e i se n d e haben unerhebliche Verletzungen erlitten. Das Personal der rNangierinaschinc hat sich durch Abspringen in Sicherheit gebracht. Der Niateiialschadcn ist bcoeutenb. Beibe Schnellzugsniaschineli, die Rangierinaschlne soivie der Post- und der Packwagen des Schnellzuges und dec Viehtvagen sind stark beschädigt »arbeit. ♦ Ter weibliche Mat ros c. Eine Frau, die monatelang aus tem 'kanischcn Kriegsschiffe „Vermont" ben Dienst eines Matrosen getan hatte, wurde bieser 2aai Boston entlarvt. 27. 2" 758,7 13.4 5,9 52 E 2 i 27. 9" 757'^ 8,2 6.3 78 E 2 1 28. 7" 757,2 7,7 6,6 85 N .... 2 Auf Kredit I Gegen Barl 2175 Ibzahlung per Wocho MK t InzaMöna von Elk. 8.— an. jeder Art! Möbl. Zimmer zu vermieten. 1663] Weserstratze 29, I. Möbl. Zimmer zu vermieten. 2163 Walltorstratze 71. Staabmäntel h0 trrt 7.50 2142 Leopold Schlatter. Capes 6.50 Vrosp. durch die allein. Fabrik. sChr. Wenzel & Co., Mainz. A.amiliculogis zu vermieten. O Mäueburg 12. 2107 Fahrbursche gesucht MÄM llcrfd)iL 6 im ober,!. Geschoh ist eine schone 2-Ztuuner- wohnung sofort zu vermieten. Näh. Frankfurt. Str. 29. 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