Nr. »7S Zweites Blatt ISV.Rrurfereu ^etgereießen. Aas neue Äereinsgesctz. Dem Reichstage ist am 25. November der Entwurf des Bereinige]ei>cd Zugegangen, der folgende Bestimmungen enthält: § ^llc. Reichsangehörigen haben das Recht, zu Zwecken, i>ie den Strafgesetzen nicht zuwider laufen, Vereine zu bilden und sich zu^ versammeln. § 2- ,?Eder Verern, der eine Einwirkung auf öffentliche Angelegen weiten bezweckt, muß einen Vorstand und eine Satzung haben. A)er Vorstand ist verpflichtet, binnen einer Woche nach Gründung des Vereins die Satzung sowie das Verzeichnis der Mitglieder des Vorstandes der für den Sitz des Vereins zuständigen Polizeibehörde ernzureichen. Ebenso ist jede Aen- derung der Satzung, sowie jede Aenderung in der Zusammensetzung des Vorlandes binnen einer Woche nach dem Eintritte der Aenderung anzuzeigen. Die Satzung sowie die Aenderungen find m deutscher Fassung einzureichen. § 3. Wer eine öffentliche Versammlung zur Erörterung öfsentlick^r Angelegenheiten veranstalten will, hat hiervon mindestens stunden vor dem Beginne der Versammlung unter Angabe von Ort und Zeit bei der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten, tyur Versammlungen der Wahlberechtigten zum Betrieb Der Wahlen zu politischen Körperschaften beträgt die Anzeigesrist mindestens 1^ Stunden. lieber die Anzeige soll von der Behörde sofort eine kostenfreie Bescheinigung erteilt werden. Der Üandeszentralbebörde bleibt es überlassen, zu bestimmen, ob und unter welchen Voraussetzungen es einer Anzeige nicht bedarf für Versammlungen, die unter Innehaltung der in Absatz 1 bezeichneten Fristen öffentlich befannt gemacht sind. § 4- Ocffentliche Verjammlungen unter freiem Himmel bedürfen der Genehmigung der Polizeibehörde. Die Genehniigung ist schrrftlrch zu erteilen. Das gleiche gilt von Aufzügen, >ie auf öffentlichen Straßen oder Plätzen startfinden sollen. Die Genehmigung ist von dein Veranstalter mindestens 48 Stunden jvr dem Beginn der Versammlung oder des Aufzuges unter Angabe von Ort und Zeil nachzusuchen. Die Genehmigung Mirf nur versagt werden, wenn aus der Abhaltung der Ver- annnlung oder der Veranstaltung des Aufzuges Gefahr für )ip öficntliche Ordnung und Sicherhett -u befürchten ist. Ge- oöhnliche Leichenbegängnisse, sotoie Züge von Hochzeitsversamnr- .ungen, wo sie hergebracht sind, bedürfen der Genehmigung richt. § 5. Jede Versammlung, für die es einer Anzeige, Bekannt- nachung oder Genehmigung bedarf, muß einen Leiter haben. Oer Leiter oder, so lange dieser nicht bestellt ist, der Veran- taltcr hat für Ruhe und Ordnung in der Versammlung zu orgen. Er ist befugt, die Vccsammlungsauflösung zu er- Idrcn. § 6. Niemand darf in einer öffentlichen Versammlung oder inem Aufzuge, der auf öffentlichen Straßen oder Plätzen statt- iuden soll, bewaffnet erscheinen, es sei denn, daß er vermöge iffentlicher Befugnis zum Waffentragen berechtigt, oder zum Er- cheinen mit Waffen behördlich ermächtigt ist. L7. Verhandlungen in öffentlichen Versammlungen sind ittscher Sprache zu führen. Ausnahmen sind mit Ge- cehmigung der Landeszentralbehörde zulässig. § 8. Die Polizeibehörde ist befugt, in jede Versammlung, ür die es einer Anzeige, Bekanntmachung oder Genehmigung »edarf, zwei Beauftragte zu senden. Die Beaustragten haben ich unter Kmrdgebung ihrer Eigenschaft dem Leiter oder, so lange refer nicht bestellt ist, dem Veranstalter der Versammlung zu erkennen zu geben. Den Beauftragten muß nach ihrer Wahl ein angemessener Platz eingeräumt lverden. § 9. Die Beauftragten der Polizeibehörde sind befugt, von Dem Leiter oder, solange dieser nicht bestellt ist, von dem Veranstalter einer Versammlung, für die es einer Anzeige, Bekanntmachung oder Genehmiaung bedarf, unter Angabe des Grundes die Auflösung der Versammlung zu verlangen: erstens, wenn die Genehmigung nicht erteilt ist (§ 4 Abs. 1—3), zweitens, wenn die ordnungsmässige Zulassung der Beauftragten der Polizeibehörde verweigert wird (§ 8 Abs. 1—3), drittens, wenn Bewaffnete, die unbefugt in der Versammlung anwesend sind, nicht entfernt werden (§ 6), viertens, wenn Rednern, deren Ausführungen den Tatbestand eines Verbrechens oder eines nicht nur auf Antrag zu verfolgenden Vergehens enthalten oder die sich verbotswidrig einer nichtdeutschen Sprache bedienen (§ 7) auf Aufforderung der Beauftragten der Polizeibehörde von dem Leiter oder dem Veranstalter der Versammlung das Wort nicht entzogen wird. Wird dem Verlangen nicht entsprochen, so sind die Beauftragten der Polizeibehörde befugt, die Versammlung für aufgelöst zu e rklären. § 10. Sobald eine Versammlung für aufgelöst erklärt ist, sind alle Anwesende verpflichtet, sich sofort zu entfernen. § 11. Mit Geldstrafe bis zu 600 Mk., an deren Stelle im Unvermögensfalle Hast, oder mit Haft wird besttaft: 1. wer als Vorstand oder als Mitglied des Vorstandes eines Vereins den Vorschriften über die Einreichung von Satzungen und Verzeichnissen (§ 2 Abs. 2—4) zuwiderhandelt, 2. wer eine Versammlung oder einen Aufzug ohne die vorgeschriebene Anzeige oder Genehmigung (§§ 3, 4, 5, 7) veranstaltet oder leitet, 3. wer unbefugt in einer Versammlung oder einem Aufzuge bewaffnet erscheint oder sich nach ausgesprochener Auflösung einer Versammlung nicht sofort entfernt (§ 6, 10). § 12. Die Vorschriften dieses Gesetzes finden keine Anweir- dung auf die durch das Gesetz oder die zuständigen Behörden angeordneten Versammlungen. 8 13. Welche Behörden unter der Bezeichnung Polizeibehörden zu verstehen sind, bestimmt die Landeszentralbehörde. § 14. $ln die Stelle des § 72 des Bürgerlichen Gesetzbuches tritt folgende Vorschrift: Der Vorstand hat dem Amtsgericht auf Verlangen jederzeit eine von ihm vollzogene Bescheinigung über die Zahl der Vereinsmitglieder einzureichen. § 15. Aufgehoben werden § 17 Abs. 2 des Wahlgesetzes für den deutschen Reichstag vom 31. Mai 1869, Bundesgesetzblatt S. 145, Rcichsgesetzblatt 1873, S. 163. § 2 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuche für das deutsche Reich vom 31. Mai 1870, Bundesgesetzblatt S. 195, Reichsgesetzblatt' 1871 S. 127, soweit er sich auf die besonderen Vorschriften des Landesstrafrechts über Mißbrauch des Vereins- und Versammlungsrechts bezieht. § 6 Absatz Nr. 2 des Einführungsgesetzes der Strafprozeßordnung vom 1. Februar 1877, Neichsgefetzblatt S. 643. Die sonstigen reichsgesetzlichen Vorschriften über Vereine und Versammlungen bleiben in Kraft. § 16. Unberührt bleiben die Vorschriften des Landesrechts über kirchliche und religiöse Vereine und Versammlungen, über kirchliche Prozessionen, Wallfahrten und Bittgänge, sowie über geistliche Orden und Kongregationen, die Vorschriften des Landesrechts in Bezug auf Vereine und Versammlungen für die Zeiten der Kriegsgefahr, des Krieges, des erklärten Kriegs- (Belagerung^) Zustandes oder innerer Unruhen (Aufruhr), die Vorschriften des Landesrechts in Bezug auf Verbinoungen und Verabredungen ländlicher Arbeiter und Dienstboten, die Vorschriften des Landesrechts zum Schutz der Feier der Sonn- und Festtage. Jedoch sind für Sonntage, die zugleich nicht Festtage sind, Beschränkungen des Versammlungsrechts nur bis zur Beendigung des vormittägigen Hauptgottesdienstes zulässig. § 17. Dieses Ge,etz tritt am.....in Kraft. Deriszches Reietz. München, 25. 91oü. In der heutigen Abendsitzung der Abgeordnetenkammer kam es zu einer Debatte über die Abschaffung der Todesstrafe. Der sozialdemolrattsche Abgeordnete Süßheim brachte den Antrag ein, die für den Scharfrichter und seine Gehülsen postulierten 2520 Mk. zu streichen. Abg. Günther (liberal) stimmte der Tendenz dieses Antrages zu, hielt aber den jetzigen Zeitpunkt für ungeeignet und wandte sich dagegen, eine so wichtige Sache gewissermaßen unter der Hand zu erledigen. Die freie Vereinigung sprach sich gegen den Antrag aus. Nach längerer Debatte wurde sodann das Postulat genehmigt, womit der sozialdemokratische Antrag hinfällig geworden ist. AnsScmS. Washington, 25. Noo. Tie Kommission für Be- waffnu.ngS- und Befestigungslvesen bewilligte die Mittel für Beschaffung einens oder mehrerer lenkbarer Luftschiffe, sowie für den Ankauf einer drahtlosen Telephoneinrichtung durch den Chef des Signalwesens der Armee. Bloemfontein, 25. Nov. Das Ministerium der Ora nje-Ni ver-Company ist folgendermaßen gebildet: Premierminister und Kolonialsekretär wird Fisher; Attorney- general und Direktor des Erziehungswesens wird General Hertzog, Schatzminister wird Dr. Namsdottom, Minister der öffentlichen Arbeiten und der Landesminen C. Wesiels, Acker- baubireftor General Christian Dewet. peitHScbc (SagesSdbcm* Zur Lage m Portugal. Die neuesten Meldungen aus Portugal lauten wiederum sehr widerspruchsvoll. Nach einer Meldung der „Agence Havas" ist eine weitere Klärung der politischen Lage nicht erfolgt, da das Ergebnis der Konferenzen npch aussteht, die zwischen hervorragenden Mitgliedern der monarchistischen und oppositionellen Parteien stattfindetl Zwecks Bestimmung der Spaltung, die gegen den König und den Premierminister eingenommen werden soll. In den Oppositionsparteien sind offenbar die Ansichten geteilt. Die „Agence Havas" meldet ferner, daß die von der Madrider Zeitung „El Liberal" verbreitete Nachricht von der Einberufung der Reservisten jeder Begründung entbehre. Das „Berl. Tagebl." meldet dagegen aus Madrid: Nach den letzten Meldungen, die aus portugiesischen Grenzorten hier anlangten, spitzt sich die Lage in Lissabon immer mehr zu. Die Polizei fand dort einneuesBombenlager. In O Porto wurden mehr als dreihundert Personen verhaftet unter der Beschuldigung revolutionärer Umtriebe. Die Regierung erklärte, daß keine Art von Versammlungen weiter gestattet würden. In den Wasfenhandlungen wurde der Verkauf von Gewehren und Revolvern untersagt. Ein Dekret des Königs ordnet an, daß alle poli- i tischen Vergehen nach dem summarischen Verfahren be-! urteilt werden sollen, das für anarchistische Verbrechen Gietzenev Wilhelm Tell. Die gestrige Auffichrung von Schillers „Wilhelm Tell" 'tand unter der Signatur von Großherzogs Geburtstag und -er schon dadurch geweckten Begeisterung. Etwas Festlich- Lottstümliches sprach aus dem Ganzen und bot das beut» iche Zeichen, daß man bei uns die Schaubühne der flachen Wendunterhaltung nicht ganz verfallen lassen will, son- >ern ideale Ziele zu verfolgen gessnnen ist. Aus keinem Gebiete des Schauspiels gilt es int neuen Hause das Reformwerk so gründlich und umwälzend anzu- yceijen, wie aus dem oes klassischen Dramas. Daß Di- :ektor Steingoetter diese Ausgabe erkannt hat, dafür lie- erte nun auch die Aufführung des Tell einen uberzeu- zenden Beweis. Nach dem „Fiesco" „Tell". Die Jung- rau von Orleans soll in Lttrssicht stehen. Plant man ckwa einen größeren Schiller-Cyklus? Das wäre sehr obenswert. Es gab eine würdige Ausstattung und würdige Jnsze- rierung. Ein besonderer Anreiz war durch die neuen Deorationen geboten, die sich durch außerordentliche Schönleit auszeichneten. Insbesondere die Rütli-Szene gewann n Verbindung mit ausgezeichneten, zum ersten Male wirk- ich diskreten Beleuchtungskünsten eine großartige Wirkung. Oie beiden Regenbogen in dieser Szene bekam man nicht ,-u seben. Das tat ihr wahrlich keinen Abbruch. Ob man vom Rütli, dem Wald- unb Wiesenivinkel am Vierwaldstätter oee, die hohen Eis- und Schneetitanen, (etwa den Urirot- tock?) sehen kann, das ist eine Frage, die die Regie nicht ;eographisch richtig, sondern nach Schillers Vorschrift zu >eantworten hat, und beantwortet hatte. Vernachlässigt war ne Stube bei Walter Fürst, sehr hübsch aber der Altorfer Viesenplatz, der Hof vor Tells Hanse usw. Auch in Kostü- nen und Rüstungen war Gutes geleistet, so daß man nach >ieser Richtung den Eindruck einer durchaus vornehmen Sühne hatte. Die Besetzung des Stückes wirkte besonders erfreulich »adurch, daß auch die kleineren Rollen tüchtigen Kräften lnvertraut, oder doch so geschickt verteilt waren, daß weni- ;er günstige Besetzungen zum Teil infolge von Streichungen licht störten. Die Einzclszenen waren teilweise geradezu nuftergültig herausgearbertet (z. B. die bei Walter Fürst) mb griffen natürlich ineinander, die Massenszenen waren licht ohne Leben. Man sah die fleißige Einstudierung mter sachverständiger Leitung. Für die dichterische Gestalt des Tell gilt, was Bertha ). Bruneck von dem ganzen Schweizervolke sagt: „Ich nuß es lieben, das so bescheiden ist und doch voll Kraft". Veingartners Tell in seiner schlichten Mannhajtig- eit, seinem lauteren, wenn auch nicht gerade bäuerlichen Raturverstände und seiner Jägerverwegenheit war eine recht oackere Erscheinung. Doch^ gab er sich manchmal zu beschein >en oder vielmehr zu gelassen, zu wenrg farbig, ferne zaupteigenschast schien weniger Aiut als Gleichmut; es ehlte chm mit der Unbesonnenheit der innere Grimm. Weingartner ist ein guter Sprecher, gewöhnlich von großer Besonnenheit. Und er hat ein nicht zu unterschätzendes Tartaefühl; dies aber geht bei ihm noch nicht parallel mit oer rechten Erwägung. Er drängt sich nie in den Vordergrund, er flicht kein überflüssiges Pathos der Worte in den Charakter seines Helden, er bleibt im Ganzen einfach, sicher und sich selber treu. Das ist das Gute seiner Leistung, ^um Teil aber fehlt ihm die elementare Gewalt des zur Wildhett gereizten Sohnes der Berge. Er besitzt nicht das urwüchsig bäuerische Krastmenschentum des Hochgebirgsschützen. In der A))selschußjzene allerdings zeigte er volle dramatische Energie. Zudem bot er keineswegs eine uncharakteristische Deklamation und keineswegs ist ihm Anerkennung für seine recht sympathische, im Ganzen nur zu gewandte Leistung zu versagen. Zu der gar zu gemessenen Darstellung des Tell stand in schroffstem Gegensätze der überfeurige Arnold v. Melch- thal Rodens, trotzdem die beste Leistung des gestrigen Abends. Er hatte mit Recht nach seiner großen <5$ene bei Walter Fürst einen wahrhaft stürmischen Beifall zu verzeichnen. Schiller läßt bekani tlich diesen Hirtenbuben so sprechen wie einen griechischen Heldenjüngling. Dem muß der Darsteller Rechnung tragen und einen Kompromiß zwischen Wahrheit und Dichtung versuchen. Als ich das letzte Mal dem Melckthal begegnete, schiens, als ob er nicht Schiller,' sondern Gorki spräche; das ist ungefähr so angebracht, wie wenn jemand Mozart nach Aart des Richard Scrauß fingen wollte. Roden fand offenbar ganz instinktiv die rechte Grenzlinie. — Die Rolle des Geßler wurde früher im sog. Tyrannenstil — als blutdürstiger Wüterich — auf die Bühne gestellt. Einer der berühmtesten Lyrannenspieler war der Wiener Hosburgschauspieler Bergopzoorner, der, wenn es ihm angÄracht schien, vor Wut zu schäumen, Seifenschaum in den Mund nahm. War es früher fast allgemein Brauch, die Theaterböfewichte so scheusälig und teuflisch wie möglich darzustellen, so bemüht man sich heute längst, sie mehr zu vermenschlichen. Das erfordert indes eine Technik, die noch nicht allgemein gefunden ist. Den anderen Vögten, dem Wolfenschießen z. B., dichtet das Schauspiel Werber- geschichteu und niedrige Zwecke an; dem Geßler nicht. Er ist ein politischer Kopf, und der Wille zur Macht treibt de n armen Edelmann; die Gier zu herrschen macht ihn zum treuesten kaiserlichen Diener, der die Vermessenheit hat, ein freies Volk zu zwingen. Direktor Steingoetter hat über die Art, wie er den Landvogt auffassen solle, gewiß viel nachgedacht. Er hat fein hellt imbriertes, leicht kräuselndes Organ ein wenig mißgetönt, sonst aber als wohlgestalteter Ritter sich gezeigt. Man sah keinen kahlgeschorenen Verbrecherkops mit listig lauernden Katzenaugen, kein konfisziertes Gesicht, nicht einen als abgefeimten Bösewicht sofort erkennbaren Blutsauger, sondern einen harten, unbeugsamen Staatsmann von der eisigen Kälte ettws Schweizer Gletschers. Einige Posen beim Austritt unb Abgang gehören sreilich nicht dieser modernen Ausfassung, sondern älterer Schule an. Als Junker Uli zeigte jict) Lotz warmblütig unb von echter Empfindung, wenn auch ein wenig in der Manier eines lyrischen Tenor; trotzdem scheint sein Organ ein wenig tonarm. Dora Ormont bot als Bertha wieder ein Bild von klassischer Schönheit unb wie sie sprach, war ganz im Geiste der Dichttrng. Die Rolle, die oft in schwächlicher Lyrik verduftet, gewann durch sie einen heldenhaften Halt. Eine der besten Leistungen des Abends war der Stauffacher Bakofs. Er traf von vornherein den echten Ton, uno jedes seiner Worte klang üb erzeug enb. Aus dem Ruttli war er ein angesehener Volksredner. Tells Familie, bar* gestellt von den Damen Cardung, Minder st ein und einer kleinen Gertrud, hatte etwas Herziges unb fand darum vielen warmen Beifall. Von den übrigen Darstellern seien noch lobend erwähnt Gsell als Attinghausen (es ist freilich eine gar zu schwierige Aufgabe für einen so jungen Herrn, einen Ädummelgreis darzustellen; die verwitterte Maske stimmte nicht zu dem jugendkräftiaen Organ und den jähen Schrttten), Schmidt-Pauly, Gareis, Greiff unb van der Becke; ferner mit be* sonberer Auszeichnung Helene Achterberg, die Sängerin Amalie Lutter unb Helene Schuman n. Und last not least Rudolf Goll; er erschien als Doppelmörder, obwohl es einen solchen in Schillers volkstümlichster Dichtung gar nicht gibt. In seiner Person kehrte der Baumgarten, der Mörder Wolsenschießens, als Parrieida, als Kaisermörder, wieder. Man braucht da also nicht an eine Seelenwanderung zu denken, wie in Wttbrandts „Meister von Palmyra". Und noch eine dritte Aufgabe erfüllte gestern Goll; er stellte zu aliebem nämlich noch mit Humor uitb Hellebarde einen der Söldner bar, anstelle des auf dem Zettel vermerkten erkrankten Reimer-Schlegel. Das Publilum, das vor Beginn der Vorstellung begeisterungsvoll in das vom Oberbürgermeister ausgebrachte Hoch auf den Großherzog eingestimmt hatte, zeichnete die Darsteller durch stürmischen, wohlverdienten Beifall aus. Das einzige Bedauerliche war, daß diese Festvorstellung, zu der außer Gießener Gymnasiasten besonders zahlreich russische uyd selbst japanische Studenten erschienen waren, vor halbleerem Hause vor sich gehen mußte. Daß eine Klassilervorstellung so wenig Zugkraft besitzt, ist befonders bedauerlich. Gerade gute Klassttervorstellungen haben wir in Gießen lange genug vermißt. Das Publikum muß dafür sorgen, daß Musterausführungen von klassischen Stücken sich auch lohnen. Daß es b.ei der Tell-Borstellung auf feine Kosten kommt, daran braucht cs nicht zu zweifeln. Denn es erfüllt sich heute noch die Hoffnung, die Schiller gegen Jsfland aussprach: es möge dieses Werk als ein Votts- stück Herz und Sinne interessieren. P. £& * — Prof. Olbrich. Aus D a r m st a d t wird uns ge- 'chnebeu: Am meisten Aussehen erregt öie an Großöerzogs Ge- bunsiag erfolgte Verleihung der goldenen Staaismedatlle mr Kunst und Wissenschaft an 'Profestor I. Ai. Olbrich m Düsseldorf Damu ifl seder Zwenel über bas Geben oder Bleiben des seil 1901 hier wütenden Künstlers ossiziell gelöst. Er selbst schwieg sich über das Gerücht aus. Jetzt ivub endlich bestätigt, daß O. schon einige Zeit im Düsseldorf Wohnung genommey unb die Leitung der dortigen ■'Ä k Haltbarstes dah 1 Fabrikates 0. E. Beichsanleihe ö^°/( 195.80 lierlsner £$<5rse, 26. November. Antangskurse. 194.i C.nEIEP^p|\ Marks auf der Sohle, Hessen . . Oberhessen Nur echt mitDreieck-, . 151.5 . 124.1 . 224.1 . 136.C . 168.2 . 137.4 . 196.C . 78.] 264 . 140.1 . 115.7 E E> . 142.00 . 124.00 . 224 20 ' 13L00 Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: schwach. 5 3 L 5 5 ) 6 c ■» E 3 äu/o Chinesen .... Aktien: Bochum Guss Buderus E. W Tendenz: schwach. Ein Gießener Wasserprozeß. ~ , Leipzig, 25. November. .(Von derErwerbung eines Wasserrechts Durch un- vordenkliche Verjährung. In einet jüngst ergangenen Entscheidung spricht sich das ^idfttncfe in eingehender Weise Darüber aus, unter welchen Umstanden der langjährige Benutzer eines Wassers sich darauf berufen kann, daß er auch für die fernere Zeit zu der gleichen -Benutzung infolge Erhitzung Durch fahre tätigen u nbeanstandeten Gebrauch (unvorDenkliche Verjährung) ein servitutähnliches Recht /mt der betreffenden Wasserfläche erworben habe. Es handelt sich hierbei um einen Rechtsstreit der Gerber- vorgesehen ist; sie werden einem besonderen Gerichtshöfe überwiesen. Der zum Präsidenten dieses Sondergerichtshofes ausersehene Lissaboner Untersuchungsrichter hat seinen Abschied eingereicht. Zu erwähnen wäre noch folgende Meldung der „Agenee fciaüaS . -tic falschen Gerüchte, die bis heute ausgestreut wurden, um eine Bewegung hervorzurufen, sind nunmehr! verstummt. Ihr Widerhall int Auslande, namentlich in Spanien, ruft in Lissabon allgemeines Erstaunen hervor. (.2)er Anschluß der Pairs Daeunha und Braameamp an ,bie republikanische Partei ist aus rein persönlichen Gründen erfolgt; es hat kein neuer Anschluß aus Adelskreisen an I die republikanische Partei stattgefunden. Jedermann in Portugal seht seine gewohnte Lebensweise fort, von den Mitgliedern der königlichen Familie an bis zum niedrigsten Bürger. ^,cht revisibel und deshalb vom Reia-sgericht nicht nachprüfbar -L Aber auch insoweit sei die Begründung des Berufungs- ridjterö zutreffend, als, sie sich auf das gemeine Recht bezieht. ~l\nn Wirklichkeit fei von den Klägern ein besonderes Recht sucht m Ausübung getreten. Das Durch unvordenkliche Ver- labrung hatte erworben werDen können. Nach den unanfechtbaren rDeüftellungen des Berufungsrichters sei die Benutzung des Stadt- oachs Durch Die Kläger über Die Grenzen Des allge m einen llic^ hinausgegangen. Tie Einführung non Treppen und Pfahlen seitens Der Gerber hätten Das Recht anderer zu Dct'ieiben Benutzung des Wassers nicht ausgeschlossen. L?eer und Flotte. ** % u 5 dem wiilitärwochenblatt. Zum Komp.-Ches ernannt unter Befürd. z. Hauptmann: Oberlt. v. R ettb ergnn Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, unter Versetzung in das 1. Bad. Leib-Gren.-Regt. Nr. 109* — Zum Oberleutnant befördert: Lt. Keim im Leibgarde- Jnf.-Negt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115. — v. Becker, charakteris. Nittm. im Garde-Drag.-Negt. (1. Großh. Hess.)! Nr. 23, kommandiert nach Japan, zum überzähl. Rittmeister befördert. — Als Jnsp.-Offizier zur Kriegsschule in Engers kommandiert: Lt. Oldenburg im Jnf.-Negt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118. — Zu Leutnants befördert: die Fähnriche Kalteis im Jnf.-Negt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, v. Moßner im Garde-Drag.-Negt. (1. Großh. $)eff.) Nr. 23, Potthoff im Inf.-Leib-Negt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, Baron v. d. Necke im Großh. Art.-Korps, 1. Großh. Hess. Feld-Art.-Negt. Nr. 25. — Zu den Res.-Offizieren des Negts. übergeführt: v. Frephold, Lt. im Leib-Drag.-Regt. <2. Großh. Hess.) Nr. 24. — Mit! Pension zur Disposition gestellt: v. Hartmann, Gen.-Major und Kommandeur der 49. Jnf.-Brig. (1. Großh. Hess.). — Der Abschied mit Pension bewilligt: Eckhoff, Leutnant im Iö- Großh. Hess. Jnf.-Negt. Nr. 168, mit der Erlaubnis 511111 > Tragen Der Negimentsuniform und unter Verleihung des Charakters als Oberleutnant. — Befördert zu Leutnants der Reserve: die Vizefeldwebel, bezm. Vizewachtmeister: Wrede (Sangerhausen), des Garde-Drag.-NegtS. (1. Großh. Hess.) Nr. 23, Th am Ung (I Altona), des 2. Großh. Hess. Feldart.- Negts. Nr. 65, Nenz (Marburg), des 5. Großh.Hess.Jnf.-Negts. Nr. 168, Winand (Frankfurt a. M.), des Großh. Hess. Train-Bats. r. 18, Koepp en, Oberlt. d. Nes. des Leib- Drag.-Negts. (2. Großh. Hess.) Nr. 24 (I Darmstadt), zum. Nittmelfter. — Der Abschied bewilligt: Erb (Gießen), Hauptm. der Landw. 2. Aufgebots, Göbel (II Darmstadt),' I Rittm. Der Landw.-Kav. 2. Aufgebots, dieser mit der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform, V 0 lp ({yrieb^ I berg), Oberlt. d. Landw.-Inf. 1. Aufgebots. vermischtes. * Berlin, 25. November. Im Hause des Berliner sozialdemokratischen Stadtv. Kerfien ist heute ein großes Gehetmlager der russischen Sozialdemokratie entdeckt worden. Außer einem Möbelwagen voll Druck- hnn 9Ur-n?te3?ci-L- können für diese Gewerbe Steuersäk Don 2 biy 1 Mk. bewilligt werden: ® 3.) wenn per Steuerpflichtige Durch Gebrechlichkeit oder hohe Mer in der Ausübung des Gewerbebetriebes erheblich vcr hindert ist; ' b) wenn der Betrieb nur von geringer räumlicher Ausdchnuu tü, oder nur kurze Zeit int Jahre ausgeübt wird; e) wenn das Gewerbe in außergewöhnlich geringem Umfang und Mit kleinem Betriebskapital betrieben wird U.» gebt hieraus ganz klar hervor und wurde uns auc 3000 dazu gehörigen Hohlgeschossen beschlagnahmt. Die Geschosse sind jene mörderischen Dum-Dum-Geschosse btc, wenn sie auf einen harten Gegenstand treffen, sofort putzen und alles zerstören. Außerdem würbe in dem Diauin em elektrischer Motor entdeckt, der dazu dient, Asprrate zu füllen, um elektrische Fernzünder zum Sprengen von Gebäuden und Eisenbahnschienen in Funktion zu setzen. Interessant sind auch mehrere leinene Tragegerüste in Form von Vorhemden die um den Körper gebunden werden und dazu dienen unter d» Kleidung Waffen und Druckschriften über die Grenze zu schmuggeln. Mehrere derselben waren bereits gefüllt. Aach Friedberger un Hornberger Woarn in de Stodt ze sinne, Un en berühmte Schomallist Stann bei de Vorschleeg huyie. Tie Wahl de währt bis Mitternacht, Bevor mer sich deht trenne. De meiste wor des Lache nah, Doch manchem aach des Flenne. Tenn^bei der Lampe Demmerschci, Voll Sehnsucht un voll Bange Sitzt ^Fraa un Kinn er um De Disch, De „SloDttott zu empfange. Becker El. und Plank itt Gießen gegen die > I n? * ? & e T Tl ^fotzen. Die Grundstücke der genannten I I Itoßcn nrilt der Rückseite an den von der Lahn abgeleiteten I I S ? w 1' ^cr ^kerhalb der Stadt in die Wieseck, einen kleinen I Icebenfluß der Lahn, fließt. Seit unvordenklichen Zellen be-1 ore Klager B. und P. und deren Vorgänger diesen Stadt-1 Dao), Der auch Gerberbach genannt wurde, ebenso wie die anderen I Dar an lieg enden Gerber zu ihrem Geu-erbebetriebe, insbesondere I ^umi Tuswaichen und Wässern der Felle. Sie hatten deshalb I ! kreppen an gebrach t, die in den Bach hineinführten, und Pfühle I gen Der Felle eingerammt. Im Jahre 1902 wurde I der Bach an verschiedenen Stellen zu^eschüttet, da er übelriechendes enthielt und bei Einführung der Kanalisation gänzlich I roegiallcn sollte. Dadurch fühlten sich die genannten Gerber I aber beschwert, weil ihnen der Wasserzusluß entzogen war und erhoben ne deshalb Klage gegen die Stadtgemeinde Gießen auf I Wiederheritellung des früheren Zustandes und Ersatz des ent-1 ftanm 11eventuell sollte die Stadt verurteilt werden, an 29 9aO Mk. und an P. 31750 Mk. Schadensvergütung zu qUIJIlII. < rwftnh ts H iVäc.CIIri.pohmen wir jede Anregung zur Abwendun h'h JfinaCC ^bbelstande dankend entgegen und wissen nicht, warm fui uns verletzend sein sollte, wenn solche "Anregungen vo au6er Dem herein stehenden Kaufleuten kommen, das Feld unsere kht 9failft nnn ? daß es dem Vorstände'gar nicht mögüf J Tr ec110 Ukbelstande aus eigener Erfahrung zu fennci Puffen, datz unsere morgen stattfindende Generalvei Mnmsin9 wiederum Gelegenheit bieten wird, Wünsche und B. > S^l|fCn entgegen m nehmen, vielleicht ” j n7r0iniirf\ ber unbekannte Herr L. nicht, uns feine Wüusll 1 persönlich vorzutragen. ®er Vorstand des Vereins der Detaillisten z u Gießen. Kunstakademie als Nachfolger von Professor Behrens übernommen /hat. Verschiedentlich hieß es, O. sei für längere Zell nach Paris gegangen. Wenn er auch in Darmstadt nicht sehr viele Freunde hinterlassen hat (man beneidete ihn vielfach wegen der außerordent- Itcben Gunst, die der Großherzog ihm gegenüber stets gezeigt hat), so wird er doch für die hessische Kunst auf die Dauer vorbildlich bleiben und sem Name wird mit Darmstadt immer verknüpft sein, r Imre.S.e ^bt^eitc ^tte in letzter Zeit dadurch eingebüßt, daß er NH selbst für einfache Entwirrte horrende Preise zahlen lieft. Gr hat sich sicher ein bedeutendes Vermögen erworben. Man hört DaJerne hübsche Villa hier zum Verkaufe ausgeschrieben ist. Die für die Kunstausstellung in Darmstadt 1908 übernommenen Arbeiten ! wird er noch fertigstellen. ro — Der heutige Tag gilt dem Andenken des letzten deutschen Romantikers und eigenartigsten Lyrikers dieser Schule, des Frech ?°JepV,?nU Eichendorfs. Em halbes Jahrhundert ist am heutigen 26. November verflossen, seit Deutschland diesen Dichter, der dav Volkslied um mehrere der herrlichsten Blüten bereichert bat, 5U Grabe trug. Dem modernen Menschen ist freilich die Welt ^Kers schon ziemlich fremd geworden. Seine Romantik nut dem Waldesrauschen, Wellenschlag und Mondscheinglanz, nut Den Rittern und Ritlersraulem, den Landsknechten und Zigeunern den fahrenden Sängerinnen und Müllerinnen mutet uns wie ferne ^raunte aus der Jugendzeit an. Und doch packt uns beim -.eien oder besser noch Wiederhören (man mag im Familien- Greife aus den Werken Es vorlesen), Der alte Zauber an, dem niemand sich zu entziehen vermag, der aus Der Novelle „Aus Dem Leben emes Taugenichts" und aus dem Liede „In einem kühlen N unwiderstehlich lockt Zum heutigen Lage gab Max vDcOeS Verlag m --eipzig die Werke des Dichters m neuer ver- ' heraus. Neu aufgenommen sind die Novelle „Meerfahrt und das Märchen „Liberias und ihre Freier" in welchem sich der Dichter mit Den politischen Bewegungen der 'Ne-! volutlonsiahre auseinandersetzt. Besonderes Interesse wird aber den meisten andern Ausgaben fehlenden Abhandlung „Die Wiederherstellung des Schlosses der deutschen Ordensritter zu Marienburg entgegengebracht werden. ö - Herr Ed. v. d. Becke teilt uns mit, daß er in der Auf- UlrUn£)?°n ?}* ou cherm Greß en er Stadttheater am !e§!en o)1 i.00^ ^ur Herrn Fredy die Rolle des Loriot auf der vor- / letzten Probe übernahm. — Der englische Chemiker Sir William Erookes wird den Nobelpreis für Chemie erhalten. . " lerne unst ch r o n i k. Das Traumspiel „Fitze- rC rU0Ln Oir ch a r d Dehmel wird von S. Fischers Verlag, ' s-^ben m Buchforrn veröffentlicht; die Uraufführung mit Der hJcuftf non Hermann Zilcher findet un Mannheimer Hoftheater uderman ns Einakterzyklus „Rose n* fanb bei der erf^tauffuhrung im Resideiiz-Theater zu Wiesbaden einen WungSerfotg der sich nur nach dem Stuck „Der letzte Besuch" zu Lnf,C19erte-m-r3n S'. Gallen wurde nach der ,8rtf. Zig. der bviahrige Bestand des Stadttheaters mit einer ^ellaustuhrung und einer Rede des „T h c a t e rp r äs i d e n t e n" Permann Scherrer geleiert. - Der Rücktritt Praseffor Julius " e f f 'N g s von der Leitung des K u n st g c w e rb e m u f e u m S tnSerltn wird angekündigt. Geheimrat Lessing wird sich -um J" Prwatteben zurückziehen. - Einem Wiener Ge' es gelungen aus 10U00 Kg. Uranpechdlenüe, die die österreichische Regierung der Akademie der Wissenschasleu zur Ber- ügung gestellt hat d rei Gramm Radiu m ?u gemmnen Es ß groyte Ausbeute, die bisher überhaupt erzielt worden t t, doch MUV bemerkt werden, daß von diesen drei Gramm nur! -ein Drittel als remes Radium bezeichnet werden kann. I safbty FÜLLF£der Ä]w.v; o^r wiebJiCgHnd,C%8CtragCnl °b 2eschüttelt, erpeb^n vorkomnlenden Umstände Wenn m auslaufen, stets schreiben, nn es erwünscht ist, u. zwar ohne zu klecksen —♦ . i. od zusPrit^.'. Bezug durch Papiergeschäfte. Katalog® 6kosi6enael darüb6r duich Caw’s Ulustr. _________ Schwan-Bleistift-FabrZk, Nürnberg. 103.2 142.0 des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hand, und Industrie, Giessen. n ।,o। . l'r-'iiikftti-ter S5örse, 26. November, 1.15 Uhr. 3>a /0 Beichsanleihe . . 93.20* ' --------o... ^,,,uus । .. do. schrsiten wurde eine Kiste mit Parabellum-Pistolen und Konsols 3000 dazu aehörinen do. Gelsenkirchen Bergwerk . 19J.0 liamburg-Amerik. PaketL 113.3 llarpener Bergwerk. . . 194.5 Laurahütte ..... 217.- Diordd. Llojd 103.2 Obcisclilcs. Eisen-Industrie 9ö.t I . B e rl i n , 24. Nov. Bor Der Strafkammer des Landgerichts 1 I hatte sich gestern Der vielfach vorbestrafte Vorarbeiter p„a u u n c r zu uevantiüorteii, weil er sich erboten halte in t (i. s e Geheimnisse an Das f r a n z ö s l s ch e ' 9t a ch - r t ch t e n D u r eatu ln Paris zu verraten. Der Angeklagte Halle es ver-ilanden, sich in Ktel eine Stellung als Ingenieur zu ver- ! sichaffen und Halle durch diese Stellung Lkennlnis über die Details Der Küstenbefestigung, Die Lage Der Minen zc. und wollte Dem nanzostfchen 9tachrlchtenbureau eine wertvolle Generalstabskarte! b‘^.ully lwnz uar hervor und wurde uns aur ,CsriV- ?^or Hanßner aber nach Paris reifen konnte, um in ’ betreffende Behörde bestätigt, daß gar keine Red endguligte Verhandlungen mit Dem Spionageburean zu treten ’ent Hauper-Gewerbefcheine für einen Monat ntr romhe ev auf bem Bah.,hoi uerhastet. Las bricht veruLitte ch!l ft»»«.;5« Mk. erhalten zu können, wohl traten st, J" olt 1/2 Jahr en Gefängnis, Drei Jahreir Ehrverlust unD I rtt ■'tLCr< benen Die HorbeDingungen zutreffen hi etcllung unter Polizeiaussicht. J " Ausnahmelatze bis 2 Mik. hinunter in Geltung, aber keines,all Braunschweig, 25. Nov. Bor der ersten Zipslkanimer I, Die Regel. Der kürzlich erfolgte Zusammenscküuü nifp bc§ Landgerichts Braunschweig schwebte seit längerer Zeit ein Detaillisten-Vereine zu einem Verband loirb uns übrigen den die Erben des Grafen Civry gegen Den Herzvg Ä^ uh'lL geben die e Angelegenheit einer grünDlichen Prüfun bon Cumberland und die Königin vo n Sachsen a!5 i 1 vorhandene Uebelftande zu unterziehen, erben des Herzogs Wilhelm von Braunschweig angestrengt hatten " ------- w Herzog Wilhelm war Erbe des Herzogs Karl, Der in Genf ge- irorben O. Tre Erben Civrys verlangen nun, festzustellen Daü die Gräfin Civry nachträglich als Tochter des Herzogs Kar von Braunichwetg legitimiert ist. Auf Grund dieser Feststellung tü-oaten ^fie^ eroberechtigt fern unb forderten von dem Herzog von un^ Königin von Sachsen Die Herausgabe des air' tlhonen feftge,etzteir Anteils der Erbschaft. Las Land gerecht Braunschweig wies die K'lage heute ab. Edrnburg, 25 Nov. Hier wurde ein Friedens- ^^siohn Des Staatssekretärs für Indien, Mor- leb, zu 10 Zähren Zuchthaus wegen Wechselfäl- schungen in Hohe von 260000 Mk. verurteilt L ®ie&«n erklärte den Einwand der Stadt, Daß es 1 ich bei Trockenlegung Des Stadtbachs um die Aussm/rung einer im ge>undheitspo lizeilichen Interesse getroffenen Anord- ^rwaltungsbehörde gehandelt habe, für begründet,! unb iuieS d i e Klager a b, Da es ein Privatrecht Derselben A an dem Waper des Bachs nicht für erwiesen erachtete. Die B e -- r r ^orm E^alt aini liliCl Rubrik stehenden Slrtif, rufung der Kläger wurde vom Oberlandesgerichtl ^Obrnunuit die Redaktion Dem Publikum gegenüber kein er l Darmstadt zurückgewiesen. m Verantwortung.) Gegen das oberlanDesgeruptliche Urteil suchten die Kläger 7° .dluz." enthält ein mit L. unterieidmetc vergeblich m Der Revliwnsinstanz aiizukäumpsen. Ter 5. Zivil- ^.uoeiandt mit der Beyauptung, datz ea. 10 000 Hausierer des Reichsgerichts erkannte auf Zurückweisung Der c^tc^-cn 111 ^?^^?Ronaten dtovember und Bezemh, N c v 111on , indem cr hierzu unter anderem erklärte, daß ^auiler-Gewerbefcheine zu l.oO Ml. für den Monat lösen und dan Die Begründung des Berufungsrichters betreffend die Einziehung üa5 Waren förmlich überschwemmen. Dc_> Bachs aus geiunDijeitiidjen Rücksichten und die Äbweisuiig r uch bester vorher genau informieren soll«», Der Klager, soweit sie sich auf das hessische Bachgesetz beziehe cI\ e< unrfld)tl9er Behauptungen an Die Oefientlichkeit brin nirbf rpnt.Tbpf i,mS ------ ca«:-.. = —.... , V' I unb dabei auch noch die Gelegenheit benutzt. Den ihm n irgenb welchem Grunde unsympathischen hiesigen Detaillijten-A^ em, der doch gewiß unschuldig an den Sleuergesetzen Hessen 'st, aus Dem Hinterhalt einen Hieb zu versetzen en Zunächst ist Die angeführte Zahl ber Hausierer ganz aus fv ßuft gegriffen. Die in Gießen im Laufe eines ganzen aiiSgegebenen Gewerbesaieme erreichen nur einen ganz gLn-inü obiger Summe. Im Gesetz über Die Besteuerung d n r^mcrbc5 s «« n1 ben ^QUbeI mit K-urz-, Galanters LUen^, Weiß- und Äollwaren, 3i egen- und ©onnenfehir m e n 2c. re. cm lährlicher Steuersatz von 20 bis 80 Mk um geschrieben. ÖOr KlciltcTagcSchronrk. ^n M annheim ist am Grabe des vor einem Jahr verstorbenen sozialdemokrat. Reichstagsabg. Dreesbach am 25 d M |ein Denkmal enthüllt worden. Reichs- und Landtagsabg' Dr. Frank hielt eine Gedenkrede. ^nvmgsaog. Die Untersuchun-g gegen den Generalleutnant z. D Graf wird von Kriegsgerichtsrat Grünwald in Potsdam »bsuhrt. Marmulmn Harden ist als Zeuge geladen bl meldet aus London: Tie Gebrüder Wright verkauften ihre Aeroplane, deren Flugtüchtigkeit bisher in em geheimnisvolles Dunkel gehüllt ist, deramerikani scheu Regierung. Der Preis ist unbekannt. Strecke zwischen Barcelona und Valencia stürzte em Sch ne l l z u g mit vielen Reisenden von der Brücke in Den Rw De Canes. Amtlichen Feststellungen zufolge rourDen gefunDen ^rummern Zuges 12 Leichen und 22 Verletzte einen Muttermord verübte Der 17jährige Schreiber 6K- prg ©sabDr in Kvnychau bei NamSlau (Schlesien- Zabor hchte im ^asthause sein Geld verspielt und hierauf von seiner Mutter neup Geld gefordert. Als diese es ihm verweigerte, erwürgte Mutter. Beim Versuche, die Leiche im Garten m graben, wurde er beobachtet und verhaftet. 6 Die Stadtratswahl. Voriwwer is Die Stadtratswahl, Die Redde sinn geschwunge, Ihm von Tisbutt un Streiterei Des letzte Wort verklunge. An Vorschleeg hoats joa net gefehlt, Im Blati Do könnt rners lese. ■ -Die Auswahl fiel ahm werklich schwer Bei Dene viele Greeße: Post-, Telegrafesekretär, Fabrikant, Hotelbesitzer, Landwirt, Zeitungsredaktör, Agent, Steinbruchbesitzer, Rechtsanwalt un Jnfchenieer, Buchdrucker, Schlossermeister, Rechuungsrät un Kontrolleur, Weißbinner, Gerbermeister 16. Ziehung 5. Kl. 217. Kgl. Prcuss. Lotterie. 76 2 899 1 3 199 331 [1000J 93 737 86 852 60 66 177 283 92 419 544 [500] 192 255 [3000] Ziehung vom 25. November 1907, vormittags. Nut die Gewinne über 240 Mark sind den betreuenden Nummern in Klammern bei<*elü"t (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 56 128 610 21 853 86 991 1249 66 [500] 416 [1000] 620 733 73 886 957 2 08 1 563 659 9 4 8 54 [3000] 3019 57 244 76 86 313 61 469 795 832 44 70 [500] 4110 *0 [500] M 219 84 618 58 706 995 6001 267 552 693 739 877 61 = 1 214 395 585 660 732 9S6 96 7099 [1000] 210 29 86 SSI [500] 8 070 112, 209 64 2 6 1 815 29 9110 269 320 602 4 9 60 904 1O071 [500] -91 562 [500] 632 754 833 11003 133 201 383 439 61 535 961 12210 314 596 624 323 43? 525 611 [500] 839 14203 15 36 711 832 15214 355 [1000 ] 495 511 16672 60 [500] 953 82 17057 416 714 89 18017 357 727 653 925 52 19053 240 946 20314 244 361 531 857 21286 360 771 22114 [500] 240 302 461 778 23015 414 56 607 2 4017 16 4 213 13 575 67 7 933 25161 34*1 405 80 546 614 752 [500] 26000 166 359 [500] 63 [1000] 82 [1000] 97 27316 36 556 94 779 28122 [ 500] 42 85 347 415 [500] 42 568 756 29036 157 [500] 265 416 74 [10001 532 70 30115 271 332 603 46 7 5 883 903 3 1 081 113 501 65 670 724 666 912 3 2139 257 [1000] 372 633 837 62 963 33399 1.1000 ] 416 588 668 806 901 34059 141 54 343 44 51 [3000] 414 45 526 90 713 35057 193 293 334 60 409 [500] 39 64 900 3 6041 58 [3000 ] 422 501 692 [500] 725 930 [ 500] 3 7 069 204 436 507 11000] 746 [500] 853 38201 83 532 46 977 39048 54 550 640 4O023 337 736 97 891 41039 221 525 57 64 637 936 66 42159 375 440 51 [5000] 56 79 607 707 810 26 64 947 43305 967 87 44301 4 77 429 87 669 [ 3000] 96 989 45005 [3000] 225 50 371 550 =03 46101 243 75 426 79 708 817 26 [1000] 30 4 7 059 175 310 4=3 93 525 [1000] 50 65 602 733 84 885 [3000] 955 48169 91 355 [1000] 503 605 33 758 49107 248 6 7 410 2 6 38 664 711 5 0 09 4 269 433 54 1 852 [1000] 71 51170 [500] 342 44 433 [1000] 810 23 912 52210 86 746 [500] 63 75 972 [500] 77 [1000] o3284 386 556 701 828 35 5 4000 83 106 636 51 810 15 27 5 5 059 67 131 233 95 [1000] 378 423 36 550 [1000] 92 1.1000] 716 95 835 36 5 6 232 [1000] 592 674 915 47 57141 2P9 510 645 842 58033 [500] 95 429 51 53 509 [500] 99 967 59014 116 277 496 513 600 13 737 827 71 85 9i 60167 261 85 412 520 63 703 901 [1000] 55 61 61148 49 207 95 338 507 [500] 31 32 33 76 804 997 62039 169 810 [500] 20 55 65 6 3 059 222 311 50 80 502 7 4 6 4 230 35 82 93 319 543 8 7 633 812 6 5106 472 [500] 86 657 890 66007 26 145 83 277 416 598 694 827 60 87079 94 183 270 473 754 990 6 8173 75 249 90 369 85 463 7 6 527 672 913 33 [500] 48 69274 577 716 964 70085 [3000] 252 91 394 614 93 779 84 [500] 812 47 963 7 1 022 131 [500] 32 263 81 387 [ 3000 ] 415 35 663 7 2 061 63 611 97 805 73079 425 622 775 879 74093 393 490 577 641 61 83 [1000] 749 8 7 997 7 5 066 117 50 466 7 6070 85 87 213 [3000] 344 468 [ 8000] 575 606 957 60 93 7 7 210 46 81 [500] 475 374 724 89 383 95 78335 70 717 36 822 79198 270 530 626 46 52 66 714 49 809 913 8O040 116 235 457 524 943 81055 113 272 85 333 500 SO 802 82031 105 227 [1000] 56 504 40 627 797 805 53 55 83 15 360 99 434 654 817 61 84070 149 [ 3000] 604 43 753 943 52 8 5 033 53 80 115 331 56 502 29 4 2 46 76 618 828 919 2 3 81 8 6 031 180 253 99 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000, 7 ä 30 000, 11 L 15 000, 33 ä 10 000, 59 ä 5000, 772 ä 3000, 1208 L 1000. 1396 ä 500. _ Berichtigung: In der Liste vom 22. November, .vormittags, Ließ 60 514 statt 63 514. 16. Ziehung 5. Kf. 217. Kgl. Preuss. Lotterie. ’ Ziehung vom 25. November 1907, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind .den, betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 105 6? 233 [500] 364 68 699 705 53 [3000] 1019 123 [500] 214 99 341 709 872 2039 461 671 [1000] 905 3142 860 4230 314 443 692 992 5341 485 563 624 6310 553 628 82 87 779 80 846 [3000] 7246 53 322 [1000] 55 406 51 60 671 854 72 910 8156 4=5 817 35 903 [500] 9'239 305 25 64 4 910 10207 405 11170 [ 500] 214 47 66 86 732 12026 152 2 = 4 [500] 500 90 605 17 841 13063 85 112 313 26 [500] 83 935 14021 62 292 633 76 729 872 15105 [500] 62 201 67 [3000] 93 388 432 17 542 44 [500] 653 83 843 86 16193 402 712 17230 811 414 [500] 562 743 18513 52 641 51 [1000] 81 726 [10 000] 830 912 [3000] 41 19154 604 [500] 99 750 73 20 091 290 [1000] 417 61 82 [1000] 82 702 35 816 947 75 21243 [ 500] 337 728 22133 344 83 555 60 73 [1000] 602 40 749 833 900 93 2 3109 713 63 2 4 002 [500] 13 175 [500] 324 666 711 934 [LOO] 2 5038 273 [500 ] 393 €04 733 81 902 26037 145 251 83 333 407 575 786 837 27089 [1000] 330 47 57 537 681 787 910 00 [1000] 28116 56 60 501 [1000] 615 703 93 806 59 29077 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