157. Jahrgang Erstes Blatt General-Anzeiger für Oberhessen btei'oft Mk N.— otenel* jährl. ausfchl BeNellg. Hnnalfmt oon Bnitigte tüt Die iaqeenuimnet bis oonnittuae IU Uhr. ßeüenpieie. loful 161% außiuätte 20 b’cnntfl, 15eiantn>oriitcb ’üi Den polu. uni- nUpem. Teil P ti?U tfo rüt , Stahl anh L'unb' arj> t lied ec da- Puoliknm kühl, während sein Carlos gute Ausnahme sand. Derr Trager ist ein gewandter, dealender Künstler, aber er bietet -nicht mehr als-der hiesige jugendliche Liebhaber, Lerr Wanlä. Das Bcsiere iit des (5)uten Feind, aber warum gutes Dura) nuyt Bcs,ercs uerbrangen? Bon Neuaufführungen ist Anzengrubers Biauernlomödie „Der G ' w issenswurm" »u erwähnen, die erst jetzt den Leg aus unsere Bühne gesunden und im Puvlikum augerordentlich gesallen Hal. Namentlich war darin unserem vvrtrefitich.n Bonvivant und Eharattcrdar pellet fcerrn Bauer Gelegenheit geboten, in der teiie des Dusterer seine bewunderungswürdige Bi^lie.t^teit zu zeigen. Gestern abend trat er als „Bertram" in dem neuem» gudierten Posse „Rrobert u.:d Bertram" aus und sand dabei auch gurm.schen föenaii. J..i Konzer, aal horten wir neulich Fräulein diuth Waldaner, die mit schöner Stimme große Geiangsiunst ver.inigt. Im yidii*to|CtJ-tonum fand heute eine eigenartige Veranstaltung statt. Fräuiem Helene Adler trug einige sgmphonasche Dichtungen vor, in welchen kmngwirlungen durch die Wortbildungen erzielt werden. Einzelnes rnaa.te den Eindruck der Wortüberladung, anderes wie das Crivachen des Tages war sehr schön und poetftch. S. — Weim arer National-Fest spiele für die d e u t s ch e I u g e n d. Der Slarronalansschuß des Deutschen Schiller- AlgectraS. TaS Techtelmechtel Italiens nut England und Frankreich ist ja bekannt und Fürst Bülow wird eS heute wohl kaum mehr als eine harmlose Extratour bezeichnen können. Man sieht also, daß der Reichskanzler allerlei interessante Themata zur Sprache bringen kann, wenn er mit seinem Kollegen Tlttoni an den Gestaden des blauen Mittelmecrcö lustwandelt. Darin besteht die schwere Kunst deS wirklichen Staatsmannes, schon auf die Keime der sich vorbereitenden Ereignisse Einfluß zu nehmen, damit er Die Führung in der Hand behält und nicht am Zügel Mitgeschlcift wird. Bismarck war hierin der unerreichte Meister. Bülow nennt sich gern seinen Schüler. Hoffemlich besteht er in Rapallo das Ti- plomaten-Examen. * Rom, 26. März. Die Blätter ergehen sich in Kommentaren zur Begegnung des Fürsten Büww um Tnloni. „B ü r 0 w", schreibt das „Bim", wird veriuchen, Italien vom Beitritt zu dem englischen Abrüstungsvorschlage ab» zuhalte n." Wir beim.Jen hierzu nur: In Algeciras verlor Flauen beinahe das herzliche Verhältnis zu De^schtand; im tzaag wird es Gefahr lausen, die gute Freundschaft zu England zu riskieren. Der Zweck der Unterredung besteht darin, zu verhindern, daß Italien der beständigen ruinösen Vermehrung der Rüstungen Einhalt tue. Kisstjche erste Kammer. E.-B. Darmstadt, 26. März. Die erste Kammer der Stände trat heute Vormittag noch zu einer rociieren Sitzung zusammen. Es wurde zunächst die Vorlage über die Vereinigun g Der Gemeinde Ai omba ch mit *JJi ainz genehmigt und dann die Vorstellung der Sl r e t6 - u n d Kreis- a j s i sl e n z ä r z l e mit dem Ersuchen an die Regierung angenommen, in eine Neuregelung ihrer GehaltSverhäitnisfe emzulreicn, sobald es die Finanzlage des Siaaies gefialte. In- beneft der Vorstellung des Bauernstandes im oberen Vogelsberg m Sachen des Kultur Plans wurde be- jchlosjen: 1. an die Großh. Regierung das Ersuchen zu richten, möglichst bald den Ständen den in der Thronrede augelundigten G e s e tz e n t w u r f zur Förderung Der Bodenkultur i in oberen Vogelsberg, amgebaut auf anderen Grundlagen, als der frühere Entivuri, vorzulegen. 'Weiter beschloß Die Slaimner, dem Beschluß des cinDereii faules beizutreten, wonach Die Vorstellung von Einwohnern von Schwarz bitiefienb Die Erbauung einer Eisenbahn non R i e D e r - A u l,n nah 'U l e f e 1 b, Der Regierung zur Berücksichtigung übenuieieii wirD. AlsDann wurde die Vorstellung des BerbaudeS des hcf,.scheu LauDestehrerveretus zu dem Antrag des Frhrn. v. Heist u. a. beir. Einltelluug von 1U OtO Aik. in das Staatsbudget zum Zwecke weiterer Ausbildung der Vottsschullehrer durch Gewährung von Reiieltipendieii in Beratung genommen. Frhr. v. H e y l befürwortet wiederholt seinen schon iruher zur Beratung gelangten Antrag. Wie wolle man es verautwoiten, daß Der Reuewuds iür Die akademisch gebildeten Meiner erhöht wurde, während man bezüglich Der Volksschullehrer e lila re, es fei (em Gelb Daiitr vorhanDen. Er beDauere, bav tm Budget iür lbü7 dem Anträge nicht Folge gegeben worben |eu Tie Einführung Der Volksschullehrer ui Die allgemeinen sozialen Veihaltuihe sei eure heute nicht mehr von der Hand zu weilende Forderung. t w . Minister des Innern Brann bemerkt, die Regierung stehe der Frage nicht abtehncnd gegenüber, es seien aber zur Zeit noch DnngenDcie Ausgaben zu er lullen; so habe man die sog. Zung- geselleusteuer emiühien und Die Besjerstellung Der Lehrerinnen zu- rückschieberi nüiflen. Es müsse auch Die Frage, ob Die Eunührung Des votkswtrtscha1111chen Unterrichts in Den Bolksfchulen zu empiehlen fet, einer e r n st e n Erwägung unterzogen werben, eine Vorbeomgimg daiür lei Doch auch Die vollLiviitlcha'tliche VoibilDung der Hehrer. Ter LanDeslehrerverem könne in dieser Frage eine bermetie Instanz zur Beurteilung nicht jem. Tie Regierung werde den Antrag nicht unter den Tuch iallen lassen, sondern Erwägungen darüber amtellen und dann später nut neuen Vorschlägen in Dieser Hinsicht hervortreten. Frhr. v. H e y l weist hingegen am Die Reisen englischer Gewerk- schastler hin, welche alle bezüglich Des Reisens sich DaibietenDen Schivicrigkeiten leicht übenunuDcn ljaiten. Gegenüber Den Em- flüucn Der s ozi a l d em o k r at 11 che ti Agitation aut Die gewerbliche Jugend sei em irisches Vorgehen sehr geboten. Tie Kammer nimmt Daraui Den Ausschußantrag an. Bei Der Beratung der Regierungsvorlage, betr. Die Instand- fetzung Der Innenräume am Schlosse Lichtenberg wo'üt 62 000 Mk. verlangt weiDen, eüläxt sich Graf Erbach- Erbach gegen Die Bewilligung dieser Forderung. 'stusscuuijberichter statt er Gras E r b a ch - F ü r st e n a u legt dar, daß eine weitere Benutzung der Schloßräume auch über Die ersten ö Jahre hinaus höchst ivahilchetulich sei. Ministerialrat Tr Becker meint, die Geiahr, Daß die hier zu bewilligeuden 62 UVU Alk. nutzlos verwendet worden sein könnten, sei Nicht groy. Grai Erbach-Erbach erklärt, es handle sich um Aufwendung von ^anDesmitteln und Da müsse man sparsam sein. Die heutige Wummer umsaht 12 Seiten. Aulow in Uapallo. Bon diplomatischer Seite schreibt man unB: Fstrst Bülow wandelt bereits mit Frau und Mohrchen tn der würzigen Luft Rapallos, jenes entzückenden Erden- fleckchcnS, wo auch der große Arnold Böcklin fo gerne geweilt und manche wertvolle Studie gemacht hat. Der kleine Crt wird während der zwei nächsten Wochen einige Beachtung finden, denn der Kanzler führt von dort aus die Regierrmgs- Geschäfte genau so, als wenn er in Berlin wäre. Deshalb tu er nebst dem Gesandten von Below und dem Geheimen Regierungsrat Scheefer auch von dem nötigen Hülfsbeamten- siave begleitet. UeberdieS wird er eine Begegnung mit dem italienischen Minister des Aeußerii, Tittoni, haben, wobei sich Die Beiden wahrscheinlich auch über politische Angelegenheiten unterhalten dürften. Tenn daß sie ohne Fachsimpelei wieder anseinandergehen, was Die Offiziösen wahrscheinlich behaupten werden, ist doch wohl kaum anzunehmen. In der auswärtigen Politik sieht eS zwar gegenwärtig erfreulich rosig au«, denn es steht zur Stunde keine Angelegenheit im Vordergründe des Interesse«, Die zu irgend welchen Komplikationen Veranlassung geben könnte. Aber in der Politik gibt es keinen Stillstand, und wenn man schöner zusieht, so gärt und brodelt es doch an allen Ecken und Enden. Tie Raufereien in Mittelarnerika, die gespannte innerpolitische Lage in Bulgarien und Serbien, sowie Die Agrarunrnhen in Rumänien gehen uns zwar nichts an. ^.ofür aber interessieren unS andere Fragen desto mehr. Immer und immer wieder ist beispielsweise im Gegensätze zu Der offiziösen Schönfärberei auf die . österreichisch- italienischen , U n Ü t m m i g f c 11 e n ‘ hinzuweisen, Die nur deshalb noch nicht zu ernsteren Konsequenzen führten, me.l Der Dreibund-Vertrag als ausgezeichneter geräuschloser intlaDet Der elektrstchen Atmosphäre an der ilalienisch- österreichischen Grenze sich bcivährt. Aber wenn sich einmal zu viel Elellrizilät angehäuft hat, und die Spannung eine zu große geworden ist, dann gibt cs eben ein Gewitter. Es lann doch auf die Dauer nicht so weiter gehen, daß die habsburgische Monarchie und daS cpcnninijche Königreich immer mehr Truppen gegen gege.z einander, anhausen, sodaß infolge Dieicr militärischen Maßnahmen daS gegenseitige Verhältnis zwischen beiden Staaten ichon jetzt eine verteufelte Aegnlichlett mit der Berettschaststcllung Hal, die Die Türket und Bulgarien gegen einander einnehmen. Liegt doch heule wieder eine Meldung and Triest vor, daß auf Anordnung des Grazer Korpskomrnandos alle Emjährig-Frciwilligcn des dritten KorpS am dritten April in Trieft einzutreffen Ha1>en, ,vo ihnen durch einen Monat Gelegenheit gegeben wird, das Küstenländische Terrain leimen zu lernen! Ebenso ist e« Dal- sache, daß man im öfterreichnchen Lftizlerökorps ganz offen davon spracht, daß der nächste Krieg, den die habsbnrgiichc Monarchie zu führen haben wird, der mit Italien sein werde! Fürst Bülow Hal also, wenn er mit Tttlont fonftrrierl, genug politischen Unlcrhallungtzstoff, nur bezüglich des Ver- hallntsies zwilchen den beiden Alncrlen TeulschlandS. 'Aber auch die bcuorslehende zweite H a a g e r Friedens- konf erenz dürfte in die Tiölussion von den beiden Slaais- mänticrn hineinbezogen werden. 2)lan weiß, daß England mit einem Abrüsiungsvorschlag kommen will, der, nichts anderes bezweckt, als die Seemächte zu-verpflichten, die Zahl ihrer Kriegsschiffe über den gegenwärtigen Stand hinaus nicht weiter zu vermehren. Ter Plan ist überaus schlau, denn Großbritannien besitzt gegenwärtig eine Kriegsflotte, die stark genug ist, um den möglichen Bündniskombmatlon der sesi- läiiU chcn Vlächle erfolgreich die Spitze zu bieten. Tie eng- lische Secmacht wäre zurzeit unflQiibe, selbst der vereinigten deutsch - französisch - russischen Kriegsflotte enlgegenziitreten. Dieses überaus günstige Verhältnis möchte natürlich Albion ansrecht erhallen und zwar mit möglichst wenig Konen, denn auch seine so brillanten Finanzen vertragen auf die Datier das RüstungSsieber nicht. 9hm heißt es, daß Italien den Abrüitungsvorschlag Englands, der sich natürlich vor allem gegen Tenllchlaud richtet, zu unterstützen beabsichtigt, weshalb man in der Wilhelmslraße zu Berlin befurchtet, daß der italienische Verbündeie tm Haag genau dieselbe zweideutige Rolle spielen werde wie tm vergangenen Jahr in Aleines Feuilleton. — Ein e T ra nerieier sür GehetMrat o. Ber q m n nn wird am Kaiireirag nadjnuttag im Vangenbedbaud zu Berlin ftatt= finden. Die Reiche wird in Der 9lachi zmn Frettag nach Berlin gebracht. Unmittelbar an die Traner'eier anschliebend erfolgt Die UeDeiiübuing nach Potsdam, wo die sterblichen Reste des groben Chirurgen noch an demselben Tage in der Familiengruft be,ge>etzt werDeu. — sjlu» Wiesbaden wirD mitgeteilt, Daß Die Sektion bei Exzellenz Bergmann feinen Krebs ergeben pat. Es haiidslte fiel; vielmehr um einen Durch Knickung unb alte Verwachiungen des Tiüdarms hervorgeriqenen Tarniverschlnß mit nachsolgenDer BauchieUentzünDung. — Frankfurta. M., 25. März. Bon unseren Theatern ist gegenwärtig nicht viel zu berichten. J-w Opern Hause gastierte Die Wiener Opernsäug ci'.l Lucic Wcidt, nachdem sis in Museumskonzert gejungen Ijatt.', als Leonore Fidelio und sano eine wohivcroicuie bcgeiinrtc Aujuahmc. In dem neuemi'tubierten ,,Eo»ngcftmann" zcichnctc fta, unser Tenorio Herr F o r ch h a m m er durch f.ne gesaiigiicp und dariiettcrisll) )o giotjurtige Leitung aus, wie sie auj Der Deulfchen Bühne wohl kaum ein zweites Mal yi finden {ein Dürfte. Im Schauspielhaus gastierte Herr Vermanu Träger vom deutschen Theater m, Berlin als Akortimer Ter A n s f ch u ß a n t r a g an' Genehmigung iuho Darauf mit allen gegen 2 Stimmen angenomme n. Zur Beratung kommt Darauf Der Antrag Molthan mrd Gen^ betr. die Automobllsteucr. Ter Ausschuß beantragt Die Ablehnung Des ÄlntragS und bal Hans stimmt dem ohne Debatte zu. Bei Beratung des Antrags Dr. G u t f le is ch, Tr. Schmitt und Gen., sür das Jubiläum der Laudeöuniversitat den Betrag von öO,Güu Alk. zu bewilligen, Denen Zinsen dem Senat zur freien VerwenDimq überlassen werDen sollen, ipviajt Geh. Justtz-Rat Prof. Tr. S ch in i 11 - Giepen Der Großh. Regierung namens Der Unioerstiät herzlichen Tank für Diese Bewü- Ugung aus, Den . Minister Des Jnnerii Brünn mit Tankesworten acceptiert. Darauf ivuD Die Sitzung bis zum Ennreften Der Rückäuße- tuiigcn aus Der zweiten Karniner unterbrochen. * Nach Schluß der Sitzung in der Zweiten Kammer trat sofort der Ausschuß Der Erpen Kammer wieder zmarnmen Da aber desseir Beratiing bis nachmittags */,3 Utjv noch mchi zu Ende waren, wurde der Briederzufautmeulritl des P l e n u m s Der Erflen Kammer bis Mittwoch vormittag verfchoben. Kcssischc Zwnle Kammer. B.-B. Darmstadt, 26. März. Die heutige Sitzung wurde nach 11 Uhr eröffnet. Es tarnen zunächst die Rück au vertrugen aus Der Er penKa innrer zur Verhandlung. Abg. Reinhart führte als AuSfchußbenchierltatter ans, Dav Die Erne Stammet nn Ltaalshaushattseiat nur Del Stap. 13, llanD- pänDe, Abänderungen uorgenomnien und sich einen weiteren Betrag von bUuU Aik. für weitere Bureaulosten beiöiingi, lernet aber Den Antrag Raab auf Diät enzahlung an Die Darm- liaDiei- Abgeordneten unb Den Antrag Utrtch-Pennrich auf trete Elfen bah »fahrt Durch Das ganze Land mc Die Abgeordneten beider Kammern ab gelehnt habe. Ter Ausschuß bcautragi, Die Zweite Stammet möge die bUUi» All. betvilllgen, im übrigen aber au! ihren »ruberen Befchlüffen beharren. Avg. Stöhtet tritt lebhaft für Die Gewährung Der treten Fahrt em, ebenso . .... 'Jlbfl. Alo11han und Abg. Ulrich, bet unter Hmwcls auf Den Satz „uobleßtso oblige“ hervorbebt, dav Die Etste St a m m e r Doch selber trete Fahrt gemeve. Slaatsrnintster E w a l D ,ielll fest, Daß sich Die ReDner des anDeren Haulcs nicht gegen Die freie Fahrt zwischen TarrnltaDt und Dem Wohnort Der AbgeorDneten, sonDern nut gegen Das Verlangen nach freier Fahrt Durch Das ganze XlatiD gewandt hatten. Tie Stammet be{chließt nach weiteren Ausiüi)rungeu Dec Abg. U l r t d) unö Ui a q b , Die bUUO Alk. |üt Die Erste Stammet zu bewilligen, behatr-t aber ernstimmig auf Den beiden Anträgen. Abg. Tr. Gutfleisch führt alS Ausschußbetichterstatter über Den .U r t u n D c n |t e m p e l aus, Die beim An. 2 vom anderen pause vorgenommeiien AenDerungen feien nur reDaftioneUet Natur, blut beim Tarnsatz Eheverträge habe Die Ente Kammer be- jchlosien, statt bet oon Der Zweiten stammet erhöhten Stempellätze bet Vermögen von 1U0UUU Alk. aulivans Die Regtetmtgsvorlage tuieDer herzutiellen Tas paus beschloß, aus sozialpolitischen Gtunden auf feinem früheren Beschlüssen zu beharren, sich auch nicht Dem Ersuchen Der Erpen Stammet am Etrnävtgung Der Notatiais- gebrtyien unD Der Erhöhung Der Schtelbgebrchten anzuickstteven. Der Berichterstatter Tr. Guliletjck) hatte sich namens der Aus chußmelnheil für den Beitritt zu der Diesbezüglichen Resolution Der Emen Stammet ausgesprochen und der Envartmig Ausdruck gegeben, Dav Die Vlotaie ihre Pflicht begreifen und nut Der Ver- benentug ihrer Gebühren auch eme Erhöhung Der Schrerbgebühren eintreten lagen werben. Tte Abgg. Brauer, Ulrich mrd Molthan sprachen sich aber gegen bte Zustimmung Der Resolution aus, Die Dann auch abgelebt mürbe. lieber: ben Neubau bes Lehrerseminars zu Bensheim berichtete Abg. At o 11 h a n. Auch hier beschloß die Kammer, den Zusatz beS anberen Hauses, wonack) bie Bewilligung ber erpen Baurate von luu UUO Ml. nur unter vorheriger betaiUtetter Berechnmig enolge, nicht zu akzeptieren. Abg. Tr. Schmrtt iuhrte habet u. a. aus, er könne sich bem Antrag am Ablehnung bet Beichlüge bet Erpen Stammet nur an- jchlieveti, ba bieielbe veriakiungsmavtg nur bas Recht habe, Das Bubgei tm Ganzen anzunehmeu ober abzulehueii. Zum G.ejetzeuiwuri über bte Abänderung bes Ausgleichs- f o n 0 s beridjiet . Abg. Ulrich, Daß Die Erste Kammer bie Ausfchllevung ber Erbjd)auspeuer von ber Eurbeziehung m ben Ausglelchswnbs be- Idjlolien habe. Man habe tm anberen Hanse bie Sache merk- ivürbtgerweije als eine Verfaßungssrage beirad)tet, es sei aber in Wirklichkeit Doch nur eine Spielerei, es fei für bas Bubgetrechl ber Kammer nicht bas geringste zu beiurchtem Rebuet. beantragt, aud) ben biesbezuglichen Beid)lnv abzuleynen. Fmanzmmipct Tr. Gnauth batikt bem Vorredner für bie günstige BenrieUmtg ber Reglermigsvorlage, bittet aber bod), bem Be- jct)luB ber Ersten Hammer betzu11elen. Es habe ber <$. efliening fenigelegen, trgenbwie bas Bubgettecht bet Kammer btmbes zur Grünbtmg unb Erhaliung lährltchet Llatwnal-Festsptele für bie deutsche Jngcnb im We.iuarschen po'cheatet tp fetzt begrmibet. u» Den 14 Weimarer Alttg'ieDern kommen 14 ausioäuige, Darunter Direktor B l o ck - W t m p i e n. Zu Pfrugpeu soll Die zweite Versammlung Des Bundes staufinden, auf der Die Satzungen unb Dct Arbeitsplan bttrchberatetr unb em Ausruf an bas deutsche Volk erlassen werben soll. , __ Frederrc Lamo nd, btt bekannte Klavieroictuose, scheint, wie aus Lontou geschrieben wirb, zu besorgen, bav die parke anti-deutsche Strömung, die nun einmal unleugbar in -allen Schichten btt briLfcyen Bcvöckerung erkennbar bleibt, feinen Erwlg ais Kunpler beeinträchtigen könne, denn er hat es für nölig befunden, kund zu tun, daß seine Freunde und idereyrer iym helfen sollen, den Irrtum zu zerstreuen, er sei fein Brite. Uniercs Erachiens ift dies zu viel des Eifers. Denn obwohl man in Eng^aiid weiß, daß Lanwnd in Deutschland sein veim ljat und auch eine in Teulschlano wirkende KünslLerin r e n e Triesch) zur Frau nahm, und obwohl man auch n>ei&, duß er ebenso wie d Albert, dcs,en Wiege ia auch in Schottland gefiGitben hat wie Die Lamonds, jeme tun|llerijd)e Erziehung ganz und gar dem deutschen Borbiloe uerbantt, hat man ihn m England faym seines Namens wegen nie für einen teuwuifchen BeUer erachlel. Seme Nervosität ift deshalb ganz unnötig. antasien zu rollen, aber angeficht5 der im anderen Saufe erhobenen Bedenken fei die Regierung bereit, der dort getroffenen Abänderungen flimiftimmen. Abg. Bähr meint, die Einbeziehung des RachtragSkapitelS 116b m den ordentlichen Etat fei ein „® e n e r q l ft r e i ch* des Finanzministers gewesen. Man Habe das Haus damit tn eine Zwangslage versetzt Br äs. Haas erteilt dem Redner einen Ordnungsruf. Finanzminister Dr. Gnauth erwidert darauf, daß es sich hierbei nm eine einfache kalkulatorische Maßnahme handle, um die Deckung eines Defizits im Budget. Abg. Tr. Schmitt wendet sich nochmals e n t r n ft e t gegen die Haltung der E r st e n R n m m c r und betont, daß sich die Kammer dach nicht unter das andere Haus stellen lasten dürfe. Er bitte dringend, es bet der Billigung der Regierungsvorlage zu belasten und den Beschlitß der Ersten Kammer abzulehiwn. Staatsmimster E >v a l d ersucht mit erhobener Stimme, jetzt, nachdem endlich die schtvierigen Aufgaben glücklich bis zum (Shbe geführt seien, nicht van neuem in kriegerischer Weise die Verhandlungen zu führen und wegen einer rem formalen Sache die ganze Arbeit zu vernichten. Tie Erste Kammer sei in vielen Punkten entgegen gekommen, man könne deshalb schon hier einen Widerspruch fallen lassen. Tie Erste Kammer sei vor dem Lande ebenso verantivortlich löte die Zweite Kammer. Abg. Ulrich wirst der Ersten Kammer „kriegerische 91bfichten" vor; sie habe diese Frage nur ausgebracht, um b e r Zweiten Kammer in demagogischer Weise etwas am 3 e u fl e z u flicken. Die Ziveue Kammer fei berufen, die Voltsrechte zu wahren. Präsident Haas ruft den Abg. Ulrich zur Ordnung. (Bewegung.) Rach einigen weiteren Erörterungen beschließt das Hans gegen 7 Stimmen, der feiner früheren Entscheidung zu verbleiben. Nachdem darauf noch die gestern verschobene Abstimmung üb eiben Antrag Tr. Irenay beneffenb die Arbeitsnachweise vollzogen und der Antrag angenommen worden ist, vertagt sich das Halls. Nächste Sitzung: Mittwoch früh. l)ccr und Flotte. — Zur Disposition gestellt wird der (Generalmajor Heinrich Scharch. Er ,sl 1850 in Darmstadt geboren und am 1. April 1867 in das damalige 4. Großh. Hessische Infanterieregiment emgelreien. As Leutnant im Infanterieregiment 91 r. 116 nahm er am Kriege gegen Frankreich teil und erwarb sich das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Er war zuletzt Kommandeur der 87. Jn° teriebrigaöe ui Thorn. Airche und Schule. . Ein Bi schoss erlaß gegen die F e u e r b e ft a 11 u n g. In bezug auf die Feuerbestattung veröffentlicht das Mainzer Journal »ülgenöcn Erlaß des 'Mainzer bischöflichen Ordinariats: „1. Jedem katholischen Christen ist es streng verboten, einem Feuerbestaltungs- uercin als Mitglied beizutreten, Verfügungen zur Verbceunung des eigenen Leichnams zu treffen, oder den Leichnam emeS anderen verbrennen zu lassen. 2. Ter latholische Geistliche muy jede Be- teiligimg an einer Feuelbeslatlung, mi befonbereu also die Einsegnung des LeichnalllS, sei es im Krematorium oder in der Fried- hö'skapelle oder un Tranerhauje, desgleichen die Begleitung der Leiche, sowie die Abhaltung der Exequlen ablehnen. 8. (Sinern katholischen Ehilsten, der obigem Velbote seiner heiligen Kirche zuividerhanbelt, muy die ©penbimg der helltgen ©aframente versagt werden." vermischtes. * Raubmord. In Gohlis bei Leipzig wurde am Montag gegen mittag die 26 Jahre alte Frau Margarethe des 'Markthelfers Roßberg in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Sie ist erwürgt worden. Die Leiche war nur mit dem Hemd bekleidet. Eine Schlinge war ihr um den Hals gelegt unb diese an dem Bettpfosten befestigt, damit es den 2ln» fchein erwecken solle, als habe sich die Iran selbst das Leben genommen. Man nimmt an, daß der 'Mord dlirch einen Liebhaber der Frau auSgeführt worden ist, da um 1/212 Uhr ein Mann mit einem Paket un Arm die Wohnung verlassen hat. Auch ist bereits festgestellt, daß aus der Wohntmg ein Barbetrag von 65 Mark fehlt. Unter dem Verdacht, den Raubmord verübt zu haben, wurde der 20jährige Schuhmacher 9iaumann verhaftet. Er gestand die Tat zu. * Al auch mal auch nicht. In einer Dorfschule des Alemeler Kreises erhielt die Mittelstufe die 9lufgabe, einen Aufsatz über die Kleinbahn zu schreiben. Ein kleiner Litauer löste diese Aufgabe in folgender Weise: „Der Kleinbahn geht von Memel bis Poßciten, manchmal fällt er auch runter. Manchmal auch nicht. Manchmal nimmt er Fracht von Poßeiten nach 'Memel. Alanchmal auch nicht. Auch Aienschen können mit fahren, mer nut will, muß bezahlen. Von G. bis Ai. kostet 10 Pfg. Ter Kleinbahn ist sehr gefährlich, man muß keinen Stein auf die Schienen legen, sonst springt er runter. Wenn viel Schnee ist zwingt er nicht." — Em anderer junger Ostpreuße, em Lycker, darf sich rühinen, der Autor des geflügelten Wortes „Wie's trefft!" zu sein. Er prägte es vor etwa einem halben Jahrhundert in einem Aufsätze über „die Katze", den er folgendermaßen' behandelte: „Alanchmal ist der Katz em Kater, manchmal ist der Katz em Katz. Wie's trefft." Schöffengericht Gieße». Gießen, 26. März. Eiuwerfen eine» Fensters. In bei Erregung uuer einen vvrhecgegangenm Disput roegm eines Wagens man ein hiesiger Arbeiter einen groö-n Stein durch das Fenster in die Wohnung seines Gegners; es entitanb- dadurch ein Salden von etnxi 3 'JJit. Da der Angeklagte in der Erregung handelte und die Scheibe wieder ntuchen lieg, erschien eine Geldstrafe von 6 Mark ev. 2 Tage Gefängnis für eine ausreichende Sühne. Beleidigung eine» SchutzmauueS und ruhestörender Lärm. Mehrere Studenten von einer hiesigen Korporation versuchten in angetrunkenem Smcanbc in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar d. I. in das hiesige SUubgebäube, wo gerade Maskenball war, hinein,’,ii .langen, um von der Galerie aus zuzusehen. Der dort postiert. Schutzmann mies sie mehrmals zuruci, da dies verboten fcu Während die übrigen weggingen, machte ein Student wiederholt den Versuch, doch auf die Galerie zu kommen. Als ihn der Schutzmann aus dem Klnbgeoäude hinauüwies, sagte er einige Male an der Türe: „Polyp, komm nur her!" Sodann Lüpfte er mit noch anderen laut lärmend an die Fenster und die verschloßene Türe. ckis der Schutzmann ihn dann ab» faßte, verübte er ruhejtörenden Lärm und biieß diesem mit einer Trompete in das Ohr. Ilm weiteren Slündal zu vermeiden, mußte er dje Nacht int Wachtwkal behalten werden. In der heutigen Sitzung bestritt der Verteidiger des Angeklagten, bag in dem Worte „P o l t) y" eine Beleidigung zu erblicken sei. Das Wort habe, objektiv betrachtet, keinen' beleidigenden Charakter und die Absicht der Beleidigung sei im vorliegenden Fall nicht vorhanden gewesen. In Berlin z. B. sei es üblich, die Schutzleute die „Blauen" zu neunen und die obersten Gerichte hätten wiederholl entschiede, day lUrin eine Beleidigung nicht zu erbltaen sei. Da- richt h'e.t jedoch unter Festhaltung au seiner seitherigen i; das Vor^egcu einer Beieio-gung durch Gebrauch des 'b 'i-7 " |i.r gegeben. Einen Menschen mit einem berat. . ^ier zu vergleichen, sei unbedingt beieib.genb. Außerdem gäbe der Angeklagte aus Aerger über die durch den Schutzmann erfolgte Zurückweisung in der Absich t, diesen zu beleidigen und zu Tränfen, das Wort gebraucht. Ter Angeklagte erhielt wegen Beleidigung eine Geldstrafe von 10 Mark, ev. 2 Tage Gefänanis n"d wegen Ruhestörung eine Geldstrafe von 10 Mark ev. 2 Tage Haft. Das Urteil in dem Pferdeprozctz. In der heutigen Sitzung wurde das Urteil in der Strafsache gegen zwei Pferdehändler, die auf dem hiesigen Frühiahrspferde- marft im vorigen Jlahre einen Landwirt aus Ober-Mörlen bei einem Pferdehandel um oa. 250 Mk. betrogen hatten, verkündet. Der Verkäufer des Pferdes erhielt 9 Wochen Gefängnis wegen Betruges. Tie Strafe wurde mit der wegen Diebstahls von dem Landgericht in Neuwied erkannten Gefängnisstrafe von 1 Jahr zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis vereinigt. Ter andere Angeklagte wurde freigesprochen. Das Gericht stellte fest, das eine Mittärerschnft bei dem Betrug nicht vorliege. Die Annahme einer Anstiftung stütze sich allein auf das Zeugnis des selbstbelasteten Mitangeklagten. Wenn dieses auch nicht ganz urfghubtoürbig erscheine, so reiche es zu einer Verurteilung doch nicht aus. Beleidigung eines BahnstcigschasfnerS. Als am Abend des 24. Oktooer v. I. die Passagiere des Arbeiterzuges den Perron zu Lang-Göns verlassen wollten, stieß infolge des Gedränges ein Arbeiter gegen den Schafner. Schaffner. Tiefer gab daraufhin jenem einen Stoß, daß er an das Geländer flog. 5Zn der Erregung hierüber ries der Arbeiter: „Wenn das wieder vorkommt, schlage ich dir mit der Pfeife auf den Kopf." Am nächsten Morgen stellte der Schaffner den Arbeiter bei dem Passieren des Perrons nochmals wegen des Vorfalles zur Siebe. Er sagte dabei: „Man weiß ja, wo du her bist." Tieser erwiderte hierauf auch mit beleidigenden Äußerungen. Ter Schaffner bestritt unter Eid, den Arbeiter gestoßen und ihn beleidigt zu haben. Ein anderer Zeuge bekundete jedoch eid.ich den oben geschilderten Vorgang. Das Gericht hielt daher die beiderseitigen Beleidigungen für erwiesen. Mit Rücksicht auf die besonderen Umstände des Falles erklärte das Gericht den Angeklagten für ftrlaffrei und legte die Küsten der Staatskasse zur Last. Sonntagsruhe. Bei einer Revision der hie, .gen Arbeitsstätten wegen lieber» tretung der Vorschriften über die So nntagsruhe wurde fest- gestellt, daß in der Drechslerwerkstatt eines hiesigen, Geschäfts ein Arbeiter Sonntags morgens an der Arbeit war; sein Arbeitgeber hatte ihn nicht dazu aufgefordert, sondern er hatte es freiwillig getan. Tsa dieser äußerte, er habe schon mehr am Sonntag arbeiten lassen, und werde es auch ferner tun, wurde er durch Strafbefehl in eine Geldstrafe von 2 0 Mark wegen Uebcrtretung des § 105 b. Abs. 1 und 140 der Gew.-O. genommen. Auf feinen Einspruch wurde die Strafe auf 8 Mk. ev. 2 Tage Haft herabgesetzt. Ein geriebener Bursche. Im Januar d. I. erschien bei einem hiesigen Schneider ein Bursche von 19 Jahren und ließ sich Kost und Logis geben. Er gab dabei einen falschen Namen an und erklärte, er sei Buchdrucker, verdiene wöchentlich 28 Mk., das Kostgeld bezahle sein Vormund. In Wirklichkeit hatte er kein Geld und stand nicht in Arbeit. Als ihm Vorhalt gemacht wurde, wie er denn immer bis 11 Uhr morgens schlafen könne, sagte er, er sei bei den Buchdruckern so, es seien da Dag- und Nachtschichten. Außerdem veranlaßte er den Schneider, ihm einen Ueberzieher zu leihen, da sein eigener in den Schmutz gefallen sei und chemisch gereinigt werde. Nach zwei Wochen verschwand er unter Mitnahme des Ueber- ziel)ers, ohne fein Kostgeld bezahlt zu haben. Den gleichen Schwindel hatte er im Dezember v. I. bei einer Witwe in der Orünberger Straße verübt und diese 4—5 Mk. geschädigt. Gelegentlich revidierte er auch einmlal die Garderobe verschiedener Schauspielerinnen von hier im Theater und entwendete mehrere Portemonnaies mit Inhalt, 1 schwarze Halskette im Werte von 3 Mk., 1 Lorgnette für 10 Mk., 1 Parfümschachtel, 2 Paar Ohrringe, 1 Brosche und.anderes. Tn er alles eingestand und eine schlechte Erziehung genossen hat, erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von 1 Monat und erklärte sie durch die erlittene Untersuchungshaft für' verkMt. s Verweisung gemäß § 270 St.-G °B. Ein Ar beiter Hütte m einer hiesigen Wirtschaft aus einer Schublade ein Portemonnaie mit 70 Mk. meggenomrnen. Da er alsbald verfolgt wurde, Wurf er das Geld unterwegs weg, flüchtete sich in ein Haus und schloß sich im Aborte ein. Als die Türe gewaltsam geöffnet werden sollte, schoß er sich mit einem Revolver zwei Kugeln in den Kopf. Tie Verletzung war nicht gefährlich. In der heutigen Sitzung wurde festgestellt, daß der Angeklagte bereits zweimal wegen Diebstahls bestraft ist, so daß gemäß § 244 Str.-G.-B. auf Zuchthaus erkannt werden muß. Mit Rückp sicht hieraus sprach das Schöffengericht seine Unzuständigkeit aus und verwies die Sache an die Strafkammer. Gerichtssaal. Leipzig, 25. März. Zwischen dem Hausbesitzer- v er ei n in Gera und dem dortigen Bürgerverein war ein Streit entstanden, der zu einer Beleidigungsklage des Vorstandes des ersteren Vereins gegen den des letzteren führte. In 6er ersten Verhandlung vor dem Schöffengericht in Gera, wo Dr. Arnold den Vorsitz führte, lehnte 6ie beklagte Partei den Vorsitzenden ab, weil er als Vorstandsmitglieo des Bürger- und Hausbesitzervereins für den Rechtsvertreter der klägerischen Partei Rechtsanwalt Dr. Oberländer bei der Landtagswahl agitiert habe. Nun wurde der Vorsitz dem Assessor D r. Drabota übertragen. Da sich bei der beklagten Partei ein einflußreicher früherer Staatsbeamter, der Kommissionsrat Jahn, befand, befürchtet Dr. Oberländer, Assessor Drabota könnte zum Schaden feiner Partei ans Avancemenisrücksichten zu zart mit dem Angeklagten umgehen, weshalb er ihn ablehnte. Durch die Begründung der Ablehnung fühlte sich Dr. Drabota beleidigt. Er ließ Dr. Oberländer zum Duell auf Säbel fordern. Das Duell kam am 20. Oktober vorigen Jahres in Leipzig zum Austrag und verlief unblutig. Heute hatten sich die beiden vor der hiesigen Strafkammer wegen Zweikampfes mit tödlichen Waffen zu verantworten. Dr. Drabota wurde zu 3 Monaten Festung s- hast verurteilt, Dr. Oberländer, der im vorigen Jahre bereits wegen Zweikampfs bestraft worden ist, erhielt 4 Monate Festungshaft. Alice - Frauen ° Verein. Der im Jahre 186? von der Hochscligen nachmaligen Großherzogin Alice von Hessen gegründete Alice - Frauen-Verein Tür Krankenpflege vom roten Kreuz (Proteiwr: S. K. H. Groß- hetzog Ernst Ludwig, Präsidentin: Ihre Großherzogliche Hoheit ö-rau Prinzessin Ludwig von Ballenberg, Prinzessin Viktoria von Hessen) hat die Anisgabe, im Kriege im Zusammenwirken mit dem Hefiischen Landesverein vom Roten Kreuz die Militärverwaltung in der Fürsorge für die int Felde Verwundeten und Er- frarttten zu unterstützen, im Frieden diese Hülfstätigteit vorzubereiten und überhaupt zur Förderung einer zweckmäßigen Krankenpflege in Friedenszeiten, insbesondere im Großherzogtum Hessen, mit Rat und Tat beantragen. Zur Erfüllung dieser satzungsgemäßen Ausgaben bildet der Alice-Frauenverein Berufs- k r a n l e n p f l e g e r i n n e n für Kriegs- und Friedenszeiten aus und verwendet diese in Frieden zur Ausübung der Krankenpflege im Mutterhaus (dem Alice-Hospital zu Darmstadt) und in anderen Krankenhäusern sowie außerhalb von solchen (in der sog. Privatkiuinienpsiege), indem er sie dem Staate, Kreisen, Gemeinden, kirchlichen Verbänden, freien Krantenpsiegevereincn usw. zur Verfügung stellt. Außer int Alicehospital ?n Darmstadt wird der Krankenpflegedienst von Schwestern des Aliee-Frauen- Vereins zurzeit versehen: in der Medizin.scheu Klinik und der Frauenkiinit der Landesuniversität Gießen, im Kreis rankenhaus zu Alzey, tm Stradtlrankenhaus Bad-Nauheim, in der Lmtgenheil- anstalt d.r Landesv.rllckierungs^nstalt Groich. He,Heu „El iioreuheil- ftättc" bei Winterkasten, m der Wmdeil oinngsnätte „Lenz, uimtte" bei Darmstadt. Ferne )ind in folgenden Gemeinden des Grogherzog- tnms Hessen Allee ^.igwinein in der Gemeindeliancenp,t!ge tätig: Osteiibach, Alsieid, Alzey, oow-Nnnheim, Ober-Ramstadt, Butzbach, Framersheim, Flonheim, Gan-Odernheim, Rimback Neustadt i. O., Wöllstein. — Der Alice-Frauenverein, welcher glich des Verbandes der deutschen Frauen-, Hükfs- und PslegL. vereine unter dem Roten Kreuz und des. Verbands deutscher Krankenpflegeanstalten vom Roten Kreuz ist, sorgt für feint Pflegerinnen in gesunden und kranken Tagen in auskömmlicher Weise durch Gewährung freien Unterhalts und eines mit den Dienstjahren steigenden Gehalts, eines alb jährlichen vierwöchentlichen Erholungsurlaubs, ferner ärztliche Behandlung und Verpflegung während der Erkrankung und einer angemessenen Allers- unb Tienftunfähigkeitsversorgung. Tie Probezeit und Ausbildungszeit der Schwestern beträgt in der Regel mindestens ein Jahr. Am Schluffe derselben müssen sie eine wissenschaftliche und technische Prüfung ablegen und werden bann im Dienste des Vereins lebenslänglich angestellt. Voraussetznnz für die Aufnahme in die Schwesternschaft, welche von der Vorsteherin des Alice-Hofpitals als Oberin geleitet wirb, bildet völlige Unbescholtenheit, völlige geistige und körperliche Gesundheit, aus. reichende Bildung des Verstandes und Gemüts und ein Lebensalter von nicht über 35 Jahren. Die Ausbildung erfolgt unentgeltlich unter Gewährung von freier Wohnung und Verköstigung im Mutterhaus, sowie einer entsprechenden Vergütung. Dem Alie> Frauenverein gehören zurzeit 75 Pflegerinnen an. Da jedoch fort» während an den Verein Gesuche nm Ueberlassung von Schwestern gerichtet werden, denen nicht entsprochen werden kann, ba über sämtliche Schwestern bereits verfügt ist, können noch einige Lehr- pflegerinnen angenommen werden. Frauen unb Jungfrauen, welche sich dem hohen und edlen Berufe der Krankenpflege widmen wollen, seien hierauf hingewiesen. Nähere Auskunft erteilt die Vorsteherin des Alice-Hosvitals zu Darmstadt. gpidplax der vereinigten Frankfurter StadttHeater. Opernhaus. Mittwoch den 27. März, abends halb 8 Uhr: ^Der Waffen- schmied." Toimerslag den 28. März*): „Tiefland." Freitag den 29. Nlärz geschlossen. Samstag beit 30. März: „Maurer und Schlosser." Sonntag beit 31. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Zar und Zimmermann/ Abenbs 7 Uhr: „Oberon." Montag den 1. April, nachmittags halb 4 Uhr: „Die lustige Witwe." Abends halb 7 Uhr: „Salome." Schauspielhaus. Mittwoch ben 27. März, nachmittags halb 3 Uhr: Volksschüler- Vorstellung: „Wilhelm Tell/ Abends 7 Uhr: „Husarenfieberll Tonnerstag den 28. März, abends halb 8 Uhr: „Uriel Acosta/ Freitag den 29. März geschlossen. Samstag den 30. März: „Götz von Berltchingen." Sonntag ben 31. A^ärz, nachmittags halb 4 Ubr: „Husarenfieber." Abenbs 7 Uhr: „Götz von Berltchingen." Montag den 1. April, nachmittags halb 4 Uhr: „G'wtssenswurm." Abends 7 Uhr: „Robert und Bertram." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Eingesandt. Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Beigeordneten wähl in Q u e ck b o r n. In Nr. 43 des „Gieß. Anz." findet sich ein Eingesandt aus Queckborn, das Bezug nimmt auf« die hiesige Beigeordnetenwahl. Es wird darin behauptet, „die Erbitterung sei so groß, daß Familienzwtstigkeiten entstanden wären und Klagen und Beschwerden in Hülle und Fülle in Aussicht gestellt seien." Ich möchte entgegnen, ob Zwistigkeiten m ben einzelnen Familien wegen der Beigeorbnetenwal)l vor- gefallen sind, kann man nicht alS sicher konstatieren. Ich glaube vielmehr bei einigen das Gegenteil annelnnen zu können, ba et vollendete Tatsache ist, daß Familien, die sich vor wenigen Jahren noch die größten Gememheiten an den Kops warfen, heute in holder Leeleiigemeinschast oeibunben sind. Von Klagen ist hier nichts bekannt. Nlögen sie iveiter in der Phantasie des Einen oder Andern eine harmlose Rolle spielen, die Alehrzahl unserer Tors- bewohner wünscht nichts sehnlicher alS volle Rtihe und Frieden. Daß am Wahltage die Wogen etwas hoch gingen, das ist w,e bei allen Wahlen, wo heiß geftriiten wird, nur natürlich. Alan sollte indes nicht behaupten, ine unterlegene Partei habe die „Schandtaten" allein begangen. Zum Beweise biene folgendes: Einer der Unterlegenen wurde, als er nachts auS der Wirtschaft kam, niil Schmutz beworfen. Den Inhaber des „Wahlbureans" traf in seinem Hoxo/o Reichsanleihe 96.05 3% do. . . 87.95 Ah°lo Konsole .... 96.zö do. .... 85.20 3^°A) Hessen . . 94.20 'z3°/o Oberhessen . . . 94 00 4?0 Uesterr. Goldrente. . 98.90 4l6?o Uesterr. Silberreute 99.50 4y0 Ungar. Goldrente . . 93.85 4% Italien. Heute . . . —.— 3ZU6 Portugiesen tierie I . 67.50 3% Portugiesen „ 111 68 00 °/e russ.titaatsanl. 190«) 90.40 4>au o Japan- btaatsauleihe 90.50 iy0 Couv. Türken von 19U3 92.70 Tiirkeulose ... . . 140.40 l% Gneeh. Monopol-Aul. —.— äussere Argentinier . 84.80 o°/0 iÜexiKaner . . . 65.80 4 ya v/0 Chinesen .... 95.2u Aktien; Bochum Guss.....221.25 Buderus E. W ... — Tendenz: fest. Elektriz. Lahmeyer . . . 133.5) Elektnz. Schlickert . . . 110.2) Eschweiler Bergwerk . 227.0) Gelsenkirchen Bergwerk . 196.01 Hamburg-Amerik. 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Jahreszeit lautet: yichmi > ningcit unr uui man bekiunpit vorhandene Ei n i!' i nirv den Gevraiich d'LWÄ voll G-ai's achten Sodener Mlumat- .nullen, die man,M bo Blü- in auen Apocheren, Drogen- oder Atineralivaffco oandlungen Laufen tcum. hv*/ii Todes nzeige heute nachmittag 5 Uhr jnSrte, Giessen, den 26. März 1907 2181 1191 t, abends um 7 Uhr. B"/8 Braubach. •07# 1831 2111 Sonnenstrasse 25 750 Mk. Reelle Preise GnteS Fabrikat 100 Mk. EmiS Fischbach bei Wcckcsheim in Oberhcsicn Aulan^kar86, Restauration Riegelmann elßuse 1443 SS juiitw lardeu Rubrik sichenden 2th!t um gegenüber keime Gegr. 1877 225 Morgen Persönliche Auswab gern gestattet. t ® « S-»i Zur Konfirmation Gebe von jetzt bis Ostern aut sämtliche Wäsche, ;[u.Kumuiaudit. Bitte um stille Teilnahme schmerzerfüllt anzeigen. sä © O s: - X N % -XE'—' ■0 4,«* * 'M -~ Rohkohle für Dampfkesselbeizung vorzügllch. geeign S6üud* eutaiiu • ^bhiseubahn 7, -juawuaiu* - ^eun-W»6UbaL TreiS a. d. Lda., den 25. 2)1 äcj 1907. Der eoanaelische kUrchenoorlianh Die Beerdigung findet Donnerstag, den 28. ds. Mts., nachmittags 5 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs ans statt. 0 fc '^larenfiedi-/ 8 Uhr. „Urtel 21coitQ- ü den 80. -Liärj! .E nMmillag4l,ltlb4lldi ' ^erlichinze«.- '])|01lll w'ssenswurin/ Slbem, Habe meine Restauration verlegt, empfehle meine neuen Lokalitäten offeriert zu 45 ML — Sheün der (Lisenbahu ^rbin säSs Mehl nM anschlagt zu.......• • Lieferung und Setzen von eichenen Pfosten Euialüäien bet 2067 ________ eckborn. In ubt aus Üuedboni,; lenwahl. tzs wird d-- daß Jamilienzwisliqkt. oetbe» in bulle und ? "gegnen, ob Zwisligleh Leigeordnelenwahl tt konstalieren. Ich gle elnnen zu löuuen, de sich vor wenigen fyr warfen, heule iiitjo?- i filatien isl hier r: imitofie des Einen.-. Mehrzahl unlerer ;'.t- idle Ruhe und te i gingen, das if uv naiürlid). SImiW Sattel habe bie.edw • ;ene lolgendes^ Mer du der L-ii/M kam, w ,LWd//reane" ival ie man ihm die das Haus bo\W i Einflnv des A- on viel genossen ir ' nerlegene Partei - einen zweiten ick- swahi lierbelzieh! - x von Persaniinlilr )qe es dock nur \W inet nninöiot 511 u>o" mit unsauberen iW Ne sührle. Ter gib t Rabi oder lärmt in ■■■ das möchte geneigtem Besuche. Hochachtungsvoll Vertreter: H. FitzBer 'Ä15 ' imcrSlnfl, beit l.Äprll, vormiuago 11 Uhr, nflL3cid) nun gern ' Arbeäübeschrcibungen und Bringungen liegen wäbrenb der Dienststunde» bei und auf Zmrmer Nr. 1 zur Emsicht aui. Angebote aus vorgeschriebenem Formular, das dasetb,t lv haltlich, lind spätestens bis zum vorgenan"«-"' ernzureicheu. — ^uschlagsfrist 3 Wochen. Gieven, 26. Marz 1!K)7. Stadt. Tiesbauamt. 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Bekanntmachung. Die Holzverstetgerungen uom 19. und 20. Mär» innerhalb des DomanialwaldeS und genehmigt. 'Ausgabe der Absuhrscheine durch die zuständigen Zahtnellen von Freitag, d. 5. k. Mts. ab. Ueber- weisung des Holmes tun gleichen Loge. 1B “l3 Grvtzh. Oberförsterei Schiffenberg. Trautwein. Donnerstag, den 28. März 1907, nachmittags 3 Uhr wird auf dem hiesigen Ortsgericht die vor den Namen des Muller, Carl in Crefeld, Müller, Louis in Lüttich, Atettenheimer, Emilie in Gietzen uud Ätüüer, Ernst in Berlin stehende Parzelle der Geinartung Eietzen 7/139 — 1444 qm Acker in dem L6assersaü, zwischen der Chaussee und dem Aulweg öffentlich meischtetend erbteilungs- halt>. freiwillig versteigert werden. DaS Grulidstück stützt aus die Chaussee nach Klein-Linden(früher Gelände der Ferttie^scheu Drahtseilbahn). Gietzen, den 8. März 1907. Grotzh. Orrögericht Gietzen. Gros.B°/, Osterar iikel als Schokolade-Hasen und -Eier Mutter-Haien uud -Eier -4itokuit-Ha,en uud -Eier ttartouage-vaieu uud -Eier dekvrierte SiurbriKit mit Eier und dergleichen empfiehlt in groger Auswahl die Konditorei Luaw.g Doll 32 Marktttr. 32 (1893 Neues 59i I | §örr-Obst Zwischen | per Pfd. 20,30,4V, 50 u. 60 Pf. H Edclbirncu per Pfd. 75 Pf. H Tafel-Feigen per Pf. 60 Pf. B Datteln per Pfund 40 Pf. ■ Acpscl per Psd. 48 il 56 Pt. H Aprikosen per Psund 80 Pf. H Pfirsiche per Pfund 60 Pf. N fst. Mljchobst per Pfd. 48 Ps. |L. Steinhäuser 8 17 IVeuen Biiue 17 Fernsprecher 346. Simons-Brot M Ltciiimcz Äratt-Lrot frisch eingetroffeu bei [134 Georg Wallenfels Marktplatz 21 Telephon 46 gegenüber der Euget-Apotheke. Schellfische Zucker ) gemahlen 21 Pfg. Backpulver Baumezucker JiVIlUCll Suuautueu Mauvein Pstanzeuputter Patulin [2160 SrvweiucschmalL ibueuo, Eitroneu zu buiißfien Preisen L. 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