Dienstag 4. Juni 1907 Erstes Blatt 157. Jahrgang Juni. 880 632 2. bürfte. den 4. Juni, dieser Tage hier und angesehener sehr erfreulicher Gießen, •' Seinen 7 0. Geb urtStag beging einer unserer in weitesten Streifen beliebter Mitbürger, der Zahnarzt G. W. Koch, in Fürst Bülow wird seine Erholungsreise nach Norderney erst im nächsten Monat antreten. Das ist zunächst ein Zeichen, das; der Gesundheitszustand des leiten- den Staatsmannes weniger zu wünschen läßt, als manchem ich knüpfenden Kulissengeschichten hierbei eine Rolle spielen, ei dahingestellt. Daß zwischen dem Fürsten Bülow und politische Tagesschau Aul der Berliner Wilhelmstraße. R. Berlin, 3. Nr. 128 Erscheint täglich außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem ksesstsche« Landwirt bie Siebener Lamllien- blätter vtennal in d Woche beigelegt um zweimal wöchentlich das Ureirblatt für den Kreis Sieben. Fernsprech-An- schtußs.d. Redaktion 112 Berlag u. Expedition 51 körperlicher und geistiger Frische, und eS ist anzunehmen, daß er seiner Familie, seinen Freunden und Patienten noch lange erhalten bleiben wird. Zahlreiche Gratulationen und Ovationen wurden ihm an seinem Ehrentage zuteil. Die Loge Ludwig zur Treue, deren Meister er lange Jahre war, ließ ihm eine kostbare Vase als Angebinde überreichen. Tas OffizierkorpS beschenkte ihn mit einem Porträt des Kaisers in wertvollem Rahmen. Der Aerzteverem, der DienStagkranz und eine geschlossene Gesellschaft im Kasino erfreuten ihn mit schönen Blumenspenden. Um die Mittagszeit wurde dem Jubilar ein Ständchen von dec Regimentsmusik gebracht. Kurz, Herr K. kann auf diesen seinen Ehrentag mit Freude und Stolz zurückblicken. — Herr Koch hat hier seine Studien absolviert, sich dann hier niedergelassen und über 40 Jahre praktiziert, lange Jahre als einziger Zahnarzt, und sich in hohem Grade das Vertrauen und die Zuneigung des Publikums erworben. In früheren Jahren besuchte K. noch einen Tag in der Woche Wetzlar und Marburg, um dort zu praktizieren. Herr K. ist ein tüchtiger, unermüdlicher Arzt, em treuer Freund, em vorzüglicher Familienvater. ** Prov. - Ausschuß. Am 8, d. M., Dorrn. 9 Uhr, findet eine Sitzung des P ro v inzial-A usfclmsses bet Provinz Ober Hessen mit folgender Tagesordnung statt: Enteignung von Gelättde zur Verbreiterung der Schetlengasse in Alsfeld; hier Ausspruch Schipp Mädchcu iuchl Hotationsörud und Verlag der vrühl'lchen Unlv.-Vuch- und Steindruckerei. B. Sange. Rcöaftlon, Expedition und vruckerei: Schuistrahe T. «Inzetger wtcijcu. ____ Nächsteiiliebe! In der „Freis.Ztg." liest man: „In einer Meißener Fabrik war Geld iür ein Hochzeits- geschenk iür einen Arbeiler gesammelt worden. Die Sammlung mar bereits beendet, da verlangten aus einmal die organisierten Arbeiter die bezahlten Beiträge zurück, weil sie in Erfahr un g gebracht hätten, daß der junge Ehemann keiner Organisation angehort." Kameradschaftlicher Sinn und Nächstenliebe hören also jenseits der sozialdemokr. Organisation auf. Aus Stadt und Land. Abdruck unserer durch Korrespoudeuzzeichen kenntlich gemachten Lrgiualartiket ist nur unter genauer Ouelleuaugabe (Gieß. Auz.) gestattet. gekennzeichnet, bie vorwiegend politischen Motiven entsprungen sein dürfte." nSS» GichenerAilzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen drücken zu können. Diese Sachlage ist nach den verschiedensten Richtungen höchü unerfreulich. Sie bringt den ländlichen öiebbaltern außerordentlich große Verluste und wird dazu beitragen, spätere Aufforderungen zu vernrehrter Produktion unbeachtet zu lassen. Sie wird ferner mit zwingender Notwendigkeit wieder zu einer Verminderung der Schweinebe- tände führen. Weder die bestgemeinten I^ahnungen, noch dec Hinweis auf ein vermutliches späteres Steigen der Preise wird hier von durchgreifender allgemeiner Wttkung sein. Menn auch in den größeren und mittleren Landwirts chaftsbctrftbcn eine gewisse Stetig Veit der Schweiiiehaltung zu erzielen ist, so wird em Rückgang der Schweinehaltung in den land- wirlschaftlicken Kleinbetrieben und bei den sonstigen ländlichen Viehhaltern unausbleiblich sein. Tie keinen Leute, bei >enen die Schweinehaltung zum wesentlichen ruht, können und werden einen Betriebszweig nicht länger aufrecht ^erhalten, welcher vollständig un loy uenb geworden ist. Die Schweinepreise sind auf 33 bis 34 Pfg. bay Pfund lebend gefallen und decken zur Zeit bei weitem nicht bie Produktionslchien. Der Verlust, welcher hierdurch den Schweinehclltern entsteht, dürfte bereits außerordentlich hohe Summen erreicht haben. So lange aber derartig ruir.bie Preise erzwungen werden, so lange wird man den Schweinezüchtern das Recht zugesuihen müssen, daß ihnen durch zeitweise hohe Preise ein Ausgleich für die erlittenen Verluste geso-affen wird. Erne auffallende Tatiache in der Geschichte der Fleischteuerung darf nicht unbeachtet bleiben. Als die Schweinepreise hoch "tauben, bemühten sich die Bertveter der Städte, des Handels, der Industrie, der links stehenden politischen Parteien und der überwiegende Teil der deutschen Presse um bie Wette, bie abenteuerlichsten Darstellungen über die deutsche Viehprobukcion zu verbreiten und bie für die deutsche Landwirtschaft nachteiligsten Forderungen zu stellen (Oessnung der Grenzen gegen verseuchte Länder, Aufhebung der Vieh- und Fleischzolle, weitere Begünstigungen des Auslandes bei der Fleischbeschau gegenüber dem Jnlanbe usw.). Dies alles, trotzdem nicht einmal wahrscheinlich war, daß durch derartige Maßregeln eine erhebliche Herabsetzung der Fleischpreise erreicht worden wäre, weil eben die Fleischteuerung eine internationale war. Heute hält es keine der genannten Stellen für notwendig, mit annähernd gleichem 4Lach- druck aus die enorme Spannung zwischen Vieh- und Fleischpreisen hinzuweiscn ober gar etwas zu oermchen, was bem Lanbwirt unb Viehhalter einen gerechten Lohn seiner Arbeit bringen würde. Die ganze große „Fleischnotbewegung" ber letzten Jahre ruirb immer mehr als eine Hetze gegen bie deutsche Landwirtschaft *i«ni ft Ä 6,8 Song,! S'Ä-sr '°rzi, Frim ff a te- -ms, Frau -> ,5 **5 or°u H. Talihn Von anderer Seite wird uns aus Berlin, 3. Juni, geschrieben: Am Samstag hatte die „Nordd. Allg. Ztg." an hervorragender Stelle eine Reichstags-Bemerkung des Fürsten Bülow über die „Giftpflanze Kamari lka" im Wortlaut wiedergegeben. Den äußeren Anlaß dazu bot die ungenaue Wiedergabe der betreffenden Aeußerungen in einem Artikel der,^Leipz. N. Nachr." GZ mußte Verwunderung erregen, daß Fürst Bulow so viel Wert darauf legte, ein an und für sich in politischer Hinsicht nicht sehr bedeutungsvolles Zitat wortgetreu in Erinnerung zu bringen. Dem Kanzler mag c» ziemlich häufig begegnen, daß er unrichtig zitiert wird. In diesem Falle aber hatte die Notiz der „Nordd. Allg. Ztg." zweifellos den Zweck, die Aufmerksamkeit der Oeffentltchleit auf bie Vorgänge zu lenken, die mit dem Bestehen einer gegen den Fürsten Bülow gerichteten höfischen Partei in Verbindung gebracht wurden. So faßt auch bas Organ der Konservativen, die „Kreuzztg.", diese „Flucht in bie Oefsent- lichkeit" auf. Die „Kreuzztg" schreibt: „Es liegt auf ber Hand, daß die Mitteilung des BlattcS einen bestimmten Anlaß haben muß, und so kann es nicht verwundern, wenn sie verschiedentlich in der Presse mit den Gerüchten in Zusammenhang gebracht wirb, die an ben Rücktritt des Grafen K unoMvltke von seiner Stellung ais Kommandant von Berlin und an den angeblichen Abbruch aller Beziehungen des Kaisers zu dem Hause des Fürsten Philipp Eulenburg geknüpft werden." Tie Auslassung oer „Kreuzztg." scheint ans nicht mut» der bemerkenswert wie die der „Nordd. Mg. Ztg." Möglicherweise erfährt man daraufhin offiziös Näheres über die Vorgänge, die den Fürsten Bülow in nicht geringem Grade erregt haben dürften. Neuester Berliner Meldung zufolge lehnte bie Staatsanwaltschaft die Erhebung der öffentlichen Anklage in Sachen des früheren Kommandanten von Berlin v. M oltf e gegen den Schriftsteller Maxim. Harden ab, da es nicht im öffentlichen Interesse liege, den Sinn der Hardenschen „Zukunft"-Artikel in der großen Oesfentlichkeit zu erörtern, zumal die Hardenschen Ausführungen zugleich gegen eine Reihe anderer Persönlichkeiten sich richten, v. Moltke erhob gegen diesen Beschluß Beschwerde bei der Lberstaatsanwaltschaft. Wie man weiter erfährt, reichte nunmehr auch der diensttuende General a la suite Generalleutnant Graf Wilhelm v. H o h e n a u, ein Stiefbruder des verstorbenen Prinzen Albrecht von Preußen, fein Abschiedsgesuch ein. Graf Hohenau weilt zurzeit in England. Wie man noch erfährt, will auch Fürst Philipp Eulenburg Anklage gegen Harden anstrengen; er habe bereits bie nötigen Schritte eingeleitet, um durch behördliche und besonders durch gerichtliche Feststellungen darzutun, daß die Anschuldigung, er litte an krankhaften Neigungen, durchaus unrichtig sei. Wie noch mitgcteilt wird, hat der in Liebenberg weilende Fürst Eulenburg seine Entlassung aus dem diplomat. Dienste nachgesucht. ■ Echwemeprctfe und Schweinehaltung. Ter Vorstand der Landwirtschaftslammer für den Reg.- Bez. Kassel hat in feiner letzten Sitzung eine Resolution angenommen, die in ber Hauptsache lautet: „Tie deutsche Landwirtschait unb die sonstigen ländlichen Viehhalter haben die an sie gestellten Forderungen in wett- gehendftem Maße erfüllt, wovon die letzte Viehzählung, die eine Vermehrung der Schweinebestcmde um 22 Prozent in zwei Jabren ergab, beredtes Zeugnis ablegt. Tie deucschen Viehzüchter müfsen jetze zu ihrem Bedauern erkennen, daß die Auf- Dampf- u. Heißlintbäder, sowie Massage zus. 125 Männer, 29 Frauen. Brausebäder 1. Klasse 1119 Männer, >69 Frauen, „ 2. „ 1795 „ 262 „ Tie Personenwage wurde von 260 Personen benutzt und das Bad von 10 Personen besichtigt. "Die hessische Vereinigung für Volkskunde wird ihre Generalversannnlung am 15. Junß nachmittags tz'/. Uhr beginnend, in Büdingen abhallen. An die Tagung fchließen sich ösjeniliche Borlräge. Pf. S ch u l t e - Großeii-Lmden wird über Hess. Taussilken und -bräuche, Oberlehrer Dr. F a h z - Büdingen über Blldinger Kinderlieber und -reime sprechen. Tr. Hepbing - Gießen wird im Anschlüsse an den letzteren Vortrag den von der Vereinigung soeben zur Ausgabe fomnienben Fragebogen über Hess. Kinderlieber und -reime erläutern. Das Programm, wie die Stadt Büdingen, deren alten Bauwerke und schöne Lage in Hessen noch nicht genug gewürdigt sind, werden wohl manche Besucher auch von auswärts herbeiziehen. ** Eine Idee von hohem erzieherischen Wert hat die Leitung der Mannheimer Ausstellung gefaßt. Sie hat freundliche Schreiben an sämtliche Gemeinden gerichtet, die in einem Umkreis von 60 Kilometern liegen. Darin ersucht sie die Schüler der obersten Vo lks sch ulk lassen mit ihren Lehrern der gegenwärtigen Diannheimer Ausstellung einen Besuch abzustatten. Hierbei tragt die Ausstellung alle Kosten, Fahrt usw. Es wurde angeregt, daß den Schülern Stecklinge in die Hand zur Pflege gegeben werden. An den Erfolg soll sich eine Prämnerüng schließen. Die prämiierten Schüler sollen dann am 31. Juli mit ihren Lehrern auf Kosten der Ausstellung nach Diannheim fahren, wo sie in der Ausstellung bewirtet werden und weitere Preise, Diplome usw. erhalten. Tie Zahl darf je nach Größe der Städte 10 bis 200 fein. Die Stadtverordneten von Mannheim haben auö diesem Grunde 1500 Steckpflanzen aus der Stadtgärtnerei zur Verfügung gestellt. — Andere Schulen in Städten von nicht allzu großer Entfernung von Mannheim, auch die in Gießen, sollten sich gleichfalls zum Besuche der Mannheimer Ausstellung entschließen, die namentlich m ihrer neuen Run ft balle eine Fülle von Schätzen der modernen Kunst aller Kulturländer der Welt enthält und wohl imstande wäre, die Augen unserer Jugend zu öffnen für das Schöne. Diese Führung von Schulen durch die Kunstausstellung müßte aber durch sachkundige Männer von feinem Verständnis geschehen. Der Rhein- und Mainoerband zur Hebung der Volksbildung sollte diesen Gedanken aufgreifen und weitere Kreise wie unsere reifere Jugend nach Diannheim führen. Alle Besucher würden zweifellos dauernden Gewinn daraus schöpfen und eine Ahnung erhalten von der staunenswerten Höhe der modernen Kunstentwickelung. Butzbach, 3. Juni. Am Samstag nachmittag stattete eine größere Anzahl Studierender der Gießener Universität unter Führung von Professor Tr. Mitterrnaier dem Gesängjnis Hierselbst und bem Zuchthaus Marien- schloß in Rockenberg einen mehrstündigen Besuch ab. Rach den Ausführungen der Strasanstaltsdireltoreu über Lebensweise und Tätigkeit der Gefangenen folgte ein Rund- gang durch die einzelnen Räume, Zellen unb Arbeitssäle, wobei unter sachkundiger Führung die Studierenden mit den Einrichtungen des hessischen Gefängniswesens bekannt gemacht wurden. — Ter Verein für ländliche Heimat-, Kunst- und Wohlfahrtspflege in Hessen hielt am Sonntag in Pohl- und Kirch-Göns Versammlungen ab. Kreisrat Fey schilderte die Bestrebungen des Vereins, der bemüht ist, der Väter Eigenart in Tracht und Sitte, in Bauarr der Häuser unb Einrichtung derselben nach besten Kräften zu wahren, der das Standesbewußtsein unserer Landleute zu erhalten und zu heben trachtet, der ein stetiges, gutes Einvernehmen zwischen Torf und Stadt zu fördern und zu festigen bestrebt ist. Der Schriftführer des Vereins, Hauptlehrer Storch, hielt in beiden Orten einen Vortrag. — Fürst.^arlzuSolms- Hohensolms - Lich hat den Ehrenvorsitz für die am 16. und 17. Juni stattfindenden Veranstaltungen übernommen und sein Erscheinen bei der Festlichkeit in Aussicht gestellt. Der Geschäftsführer des deutschen Vereins für ländliche Heimat- unb Wohlsahrts- vflege, der bekannte Schriftsteller Heinrich Sohnrey aus Berlin, hat sein Erscheinen ebenfalls zugesagt. ed. Laubach, 3. Juni. Um 2 Uhr 14 Min. trafen mit dem Extrazuge 600 Personen des Eisenbahnvereins Friedberg hier ein. Ferner unternahm der Musik- oerein Lich auf Leiterwagen einen Ausflug hierher. Der ‘ oft sich einstellende Gewitterregen vereitelte jede weiter« nahmesähigkeit dos deutschen FlcischmarLcs auch von ben maß- aebendüen Instanzen erheblich überschätzt wvrden ist. Nachdem Ke Scbwemepreise bereits im Lause des Wahres 1906 auf einen normalen Stand zurückgegangcn waren, find sie in der letzten Zeit nochmals svrungweife gefallen und haben nunmehr einen Ztand erreicht, ber weit unter den heutigen Produktionskosten bleibt. Viehhändler unb Metzger, die noch vor wenig Wochen sich nicht entblbbiNcn, bie Unfähigkeit ber deutschen Landwirt scha st zur genügenben Fleischversorgung Deutschlands in lautesten Tönen zu uerEünbcn, wetteisern jetzt miteinander, die Schweinepreise auf einen unglaublich niedrigen Standpunkt zu brücken, hauptsächlich mit bem Hinweis auf den enormen Ueberfluß in der Schweineprobuktion. Wochenlang stehen bie verkauften ^Schweine über ben verabredeten Ab- nahmetcrmin hinaus im Stalle des Landwirtes, wahrscheinlich zu dem Zwecke, bei einem anderen Kauf die Preise noch mehr Kunsthändlers* „Die franzöl. Komödie- unb von L'ancrei „Dao odt im Garlenpavillon* ,2er Tau; vor dem Zelt', ferner: Uhde „am Morgen* Gefsckeu „Ein FrühlingSlied*, Leisnkow „(ceeufer*. Andere Gruppen enthalten zwei Bilder von Steinhaufen „Im Walde* „Ein Sichlein hör ich rauschen', 8. Bilder von Millcl „Der Frühling* „Die Schäferin" „Tic Wasserfchöpferinnen*. 2 Bilder d. Tic unter Auf der Torfgasse „Industrie* Sonne LibermannS „pau'fvinneriunen*. Zwischen beit Küusller-Steinzeichnungen finben sich: Dellmann ^Boi, der Werst deZ Vulkan*, Kallmorgen „Südafrika-Dampfer tut .)cuen", Burckharb .Fischer am Mittelmecr" Roman „Pästuna", bu BoiS-Raymonb „Attische Landschaft ". Bromsilber-Photographien bieten Ansichten aus Athen, der Stereoskop-Apparat zeigt 50 Bilder von ber Ostseeküste. "EineFührungdurchdaSTuberkulose-Mitseum, veranstaltet vorn evang. Arbeiterverein, geleitet durch Tlcbuinnlrat Tr. paberkorn, findet Sonntag den 9. Juni, nachm. 21/, Uhr statt. Anschluß frei für Jedermann. •• G i e ß e n e r B o l ks b a d. Int Mat wurden 11745 Bader verabreicht gegen 8613 tnt April 1907 und 11754 int Mat 1906 ober tm Durchschnitt pro Tag 379 Bäder gegen 287 im April 1907 unb 379 im Mai 1906. Der Besuch im einzelnen derteilte sich wie folgt: Schwimmbad: 4850 Männer, darunter 1034 zu 10 Pfg., „ 1449 Frauen, „ 344 „ 10 „ Wannenbäder 1. Klasse 303 Männer, 132 Frauen, Stellung als , nsfräulem liftmttlew”»1 Erscheinung, uni E »lein Med >em Fürsten Eulenburg alles andere als herzliche Beziehungen bestanden, war allerbings offenes Geheimnis, und da der Kanzler der staatsmännisch Bedeutendere ist, so ergibt sich die l^istenz einer gewissen „Fronde" gegen ihn eigentlich von selbst. In preußischen Landtagskreisen hört man äußern, Fürst Bülow wolle vor Beginn seiner Sommerreise die Frage der Nachfolgerschaft für den „nach Schluß der Landtagssesslon zurücktretenden" Kultusminister v. Studt lösen und sei noch auf der Suche nach einem geeigneten Ersatzmann. Solchen ausfindig zu machen, ist allerdings schwierig, sofern der Ministerpräsident auch die Wünsche der Liberalen zu berücksichtigen geneigt sein sollte. Da der Landtag jetzt wieder zusammen- tritt, wird sich ja zeigen, ob die Sache Fortgang nimmt, etwa in der giichtung, daß der Ministerpräsident unter den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses Umschau hält nach einem bem Ausstieg in die Regierungswolken nicht abgeneigten Politiker der mittleren Linie. seiner offenen und geheimen Gegner lieb sein mag. Tonn sieht er aber sich persönlich offenbar so sehr in Anspruch genommen durch die Staatsgeschäste und das Drum und Dran, daß ihm die Etablierung der Sommer-Kanzlei am Nordseestrande noch nicht angängig erscheint. Ob die in >er TageSprcsse erörterten, an den Namen Eulenburg vezagSpretS: monallich7bPftvlertLl- sährlich Ttt. 2.20; burch Abhole- u. Zweigstelle» monatlich 6o Pf.; burch diePost Mk.2.— viettet- jährl auSltbL Bestell^. Annahme ooe Lnzeige« für bie TageSnurnmer biS Dormüiaafl 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 16Pf^ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich iür den polü. unb aUgenu Teil: P. Witt ko- für „Stadt und Varür unb .Gerichtöfaal*-. Ernst yeß; für den Anzeigenteil: Han« Beck zert ttersjius^ ienötau den 1. Onni Konzert °uger T'CLirmIen' u Georg Lechner. Mm. Enttee N M tft Taillen«. ubeiterimien 'fltbcitcrinutn gesucht Vuttenwieler, M leiderei, Wejl-Änl. 5 eres Müschen e, welch, im LadenM iinie etwas Hausarbc/ ssort gesucht. sM > in der (jiefdiäftife ner Anzeigers. Wchen feritratje 19, L rechli. t. MMätta iljenii. iyliden erfab', :u 4. Zum eo. water Frau E. Mckiog, Md-Anlage 14» Ü. e-> irdroaLt fuchi ashaü em xti Machen e monatl Bergül. von [. Mädchen, die etwa.’ inen, werden bevorzug VlIvaA iißnrftnlnft 10. der Enteignung. I n Der Lesehalle hat diese Woche ein Bilderwechsel patigefunben. Aus den verschiedenen Ausstellungsgruppen fmb hervorzuheben je 2 Bilder von Siaunau „Firmenschild desUntemehmung. MU' cb. Ruppertsburg, 3. Juni. Die hiesige Kirche ist einer umfassenden Renovation unterzogen worden. Die Einweihungsfeierlichkeiten sind auf den 14. Juli festgesetzt. Heute besichtigte Professor Walbe aus Darmstadt das Innere der Kirche. cb. Gonterskirchen, 3. Juni. Heute stürzte beim Strohholen die Frau des Forstwarts Melchior von der Tenne, wodurch sie sich so verletzte, daß sofort ärztliche Hülfe herbeigeholt werden mußte. )( Nidda, 3. Juni. Gestern fand unter großer Beteiligung die E i n w e i b u n g d e s n e u e n L ö s ch g e r ä t e- h aus vs mit dem 30 j ähr i gen Stiftungsfest der hiesigen freiwilligen Feuerwehr statt. Die kreisamtliche Behörde war verhindert; es waren aber erschienen der K'reisfeuerwehrinspektor, der Vorsitzende des Landes-Verbandes H. Müller zu Offenbach a. M., H. Tamm von Friedberg, H. Söhnge-Ortenberg, sowie Abordnungen der Feuerwehren von Gießen (freiwillige und Gailsche^, Ortenberg, von welch letzterem Orte noch die gut geschulte Feuerwehrkapelle den musikalischen Teil der Feier übernommen hatte. Um 2 Uhr nachmittags wurden die Ehrengäste mit Musik vom Bahnhof an das alte Spritzenhaus geleitet, wo sie von dem Kommandanten Vetzberger begrüßt wurden. Sodann wurde auf dem Marktplatz Paradeaufstellung genommen und eine Schulübung der Nidd. freiw. Feuerwehr veranstaltet. Hieran schloß sich ein Brandangriff auf das Rathaus mit der Aufgabe, das Hotel Stern zu schützen. Zwischen Signal und erstem Wasserstrahl verliefen Dzl Minuten; ein Reservezug mit 2 Schläuchen brauchte zwei Minuten zum Angriff. Die Uebung fand allgemeine Anerkennung. Hierauf wurde das neue Löschgerätehaus am Marktplatz durch Herrn Bürgermeister Roth übergeben, und von dem Kommandanten Vetzberger mit dem Gelöbnis übernommen, allzeit mit der Wehr der Stadt zum Schutze zu sein. Eine Schulübung der Pflichtfeuerwehr schloß die Veranstaltung, welche leider vom Regen sebr beeinträchtigt wurde. Bei dem folgenden Kommers im Gambrinus wurden verschiedene anerkennende Toaste ausgebracht. Die Vereine Offenbach und Gießen hatten je eine Photographie ihrer Mitglieder in geschmackvollen Rahmen überbracht. Bei den Ansprachen wurde betont, daß die Räumlichkeiten über dem Geräteraum zu einem bleibenden Heim für die Versammlungen des Vereins dienen möchten. Bei dem abends statt- gefundenen Konzert toastete Pfarrer Werner auf die Kommandanten der Wehren und Kommandant Vetzberger regte, veranlaßt durch die schönen Leistungen der Ortenberger Feuerwehrkapelle unter H. Lehrer Hertel zu Selters, die Wiederbelebung der eingeschlafenen Niddaer Feuerwehrkapelle an. Kommandant Vetzberger, ein geborener Gießener, hat seinerzeit die Ortenberger Wehr gegründet und später die Niddaer Wehr organisiert. Mainz, 3. Juni. Auf Grund eines Beschlusses der letzten Landeskomiteesitzung hat Justizrat Dr. Schmitt die Führung des Generalsekretariats der Hess. Zentrumspartei bis zur Konstituierung der neuen Parteiorgane dem Redakteur Lorenz Diehl übertragen. bb. Mainz, 2. Juni. Der Verband Deutscher Eisenhändler, der über 2000 Mitglieder aus allen Gegenden des Reiches zählt, ist seit Donnerstag zu seiner Generalversammlung hier zusammengetreten. Mit dieser Versammlung ist, wie in früheren Jahren schon anderwärts, eine Eisenwarenmesse in der Stadthalle verbunden. Die Eröffnung der Messe fand am Donnerstag mittag unter Anwesenheit hoher Zivil- und Militärpersonen statt. Der Verbandsvorsitzende, Kommerzienrat Carl Schmahl hieß die zahlreich erschienenen Gäste willkommen. Ein Nundgang durch die Ausstellung bot auch manchem Nichtfachmann viel des Interessanten. Besonders die Neuheiten der Haus- und Küchengerätebranche fanden von dem großen Publikum viel Bewunderung. Ein Mllitärkonzert der 88 er im Stadtpark und GesangSvorträge im Festsaal der „Liedertafel" beschlossen den ersten Tag der auf 4 Tage festgesetzten Veranstaltungen. — Freitag hielt der Verbandsausschuß seine Vorbesprechung zur Hauptversainmlung, die heute stattfand, ab. Ein großer Teil der Teilnehmer beteiligte sich am Nachmittag an der offiziellen Dampferfahrt nach Biebrich. Mit einem „Festkonzert" der Städtischen Kapelle endete der zweite Festtag. Eine der segensreichsten Einrichtungen de§ Verbands, die „PensionS- und Unterstützungsvereinigung" der Angestellten von Verbandsmitgliedern, tagte am Samstag im Verbandshause. Die Mitglieder besichtigten inzwischen das Römisch- Germanische Museum. Von den Beschlüssen der heutigen Hauptversammlung des Verbandes dürfte von allgemeinerem Interesse sein, daß fiir Packungen aller Art Kleineisen- und Kurzwaren die Abschaffung der Dutzend- und Großpackungen beschloßen worden ist und fortan die Fabrikanten angehalten sind und nur noch Quantitäten nach dem Dezimalsystem abzugeben und zu berechnen. — Der heutige Andrang nach der Ausstellung wurde gegen Mittag bedeutend. Der Besuch am heutigen Tag dürfte sich auf 1500 Personen belaufen haben. Kurz nach 4 Uhr wurde die Ausstellung geschlossen. — Den Schluß der Veranstaltung bildet morgen eine Fahrt durch den Rheingau mit Sonderdarupfer und Besuch des Nationaldenkmals. Abends auf der Rückfahrt nach Mainz ist die Beleuchtung der Rheinufer und Brücken von Eltville bis Mainz geplant. Bingen, 2. Juni. Mehrere hiesige Handwerker haben sich an den RcichStagsabg. Keller gewandt und wollen von ihm erreichen, daß er sich an der richtigen Stelle dafür verwendet, daß für Arbeitsvergebungen auf dem Submission sw ege ein anderes Verfahren künftig eingeführt werde. Man möchte erreichen, daß bei unwesentlichen Unterschieden in der Preisforderung stets die am Orte wohnenden Handwerker berücksichtigt werden sollten, nicht aber die Firma, die die geringste Forderung gestellt hat. Der 9(6= geordnete steht nach seiner Mitteilung diesen Bestrebungen sympathisch gegenüber und will sie nach Kräften fördern. Zunächst ersuchte er um Material als Grundlage. Frankfurt, 3. Juni. Der amerikanifche Bräutigam, Barnsdal-Nubcr, der Amerikaner aus Mannheim, der einer heiratslustigen Dame aus Rhein Hess en 6 3 0 0 0 M k. abnahm , ist am Samstag von Zürich in polizeilicher Begleitung hier angekommen und wurde ins Untersuchungsgefängnis cingclicfert. Es waren bei ihm noch 45 000 Mk. gefunden worden, 10 000 Mk. hatte er für ein Automobil verausgabt, das er acht Tage benützte. Da der Züricher Händler das Auto zurücknehmen muß, wird die betroaene Braut, abzüglich der Fangprämie von 3000 Mk. etwa 50 000 Mk. zurückerhalten, sodß sie der kurze Brautstand etwa 15 000 Mk. kosten wird; 1800 Mark hatte sic dem Bräutigam bereits bei der Verlobung geliehen. Barnsdall-Nuber wurde heute vor dem Untersuchungsrichter einem langen Verhör unterzogen. Von Wiest au£ wurde be? hiesigen Kriminalpolizei mitgeteilt, daß Barnsdall-Nuber tm Jahre 1903 116 OOOKronengestohlenhat. Zur selben Zeit hat er eine Russin um 80 000 Francs betrogen. Barnsdall hielt sich damals in einer Heilanstalt bei Dresden auf.. Die erste Dame, eine Wienerin, lernte er dort kennen. Er schwindelte ihr vor, daß er sehr reich sei und in London wohne; er veranlaßte schließlich die junge Dame, mit ihm nach London zu reisen, wo er ihr die 116 000 Kronen stahl. Die Russin hielt sich ebenfalls bei Dresden auf. Nachdem Barnsdall-Nuber hier abgeurteilt ist, wird er an die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, wo er wegen betrügerischen Bankerotts im Jahre 1903 gesucht wird, abgegeben. Dann erwartet ihn die Staatsanwaltschaft Berlin wegen Heiratsschwindels, schließlich kommt er nach Dresden und Wien wegen der beiden oben erwähnten Fälle. , Frankfurt a. M., 3. Juni. Die gestrige Versammlung von Bahnärzten im Direktionsbezirk Frankfurt war von 60 Teilnehmern besucht. Nach einem Referat von Dr. Käß über die Behandlung schwerer Unfall-Neurosen gab Geheimrat Gallo eine Erklärung über die freie Acrztewahl ab. — Der Eiben -- bau m macht jetzt im Vergleich zu seinen ersten Wandertagen Riesenfortschritte. Nahezu die Hälfte des Weges bis zum neuen Standort ist zurückgelegt. Hinter dem Palmcn- garten an der Ginnheimer Höhe ist das Grab gegraben, in dem der 3OOjähvige, wenns gut geht, seine künftige Heimat finden soll. — Im benachbarten Fechenheim siel das 6 jährige Töchterchen eines Arbeiters in den Main und ertrank. — Ein 18jähriger Eisendreher aus Offenbach wurde heute am Mainufer nur mit einem Trikothemd bekleidet, vollständig erschöpft und halb erstarrt, von einem Schutzmann aufgefunden. Er hatte sich gestern nachmittag beim Fußballspiel derart aufgeregt, daß eine Geistesstörung bei ihm eingetreten ist. Der Fußballspieler, der die ganze Nacht im Fischerfeld herumgeirrt war, kam nach der Irrenanstalt. x Gleiberg, 2. Juni. Aus Anlaß der Turu- fahrt des Gaues Hessen sammelten sich heute morgen um 8 Uhr die Wetturner in Gießen, um gemeinschaftlich über Gleiberg und Krofdorf nach Rodheim a. d. B. zu marschieren. Von der Burg Gleiberg begrüßten Böllerschüsse die Turner schon von weitem. Auf der Burg wurde das Frühstück eingenommen und nach einer kurzen Rast ging es nach Nodheim. 2 Ehringshausen (Dill), 3. Juni. In dem Bahnhotel kam eS gestern abend zu einer blutigen Tat. Durch ein Geringes veranlaßt, stach der Arbeiter Sch. einen anderen Arbeiter D., beide von hier, mit einem Messer in einer Weise, daß D., aus acht Wunden stark blutend, ohnmächtig niedersank. Ob die schweren Verletzungen lebensgefährlicher Art sind, läßt sich zur Stunde noch nicht feststellen. Der Messerheld wurde noch am selben Abend unserem Gerichtsgefängnis eingeliefert. ** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Dillenburg wurde das Denkmal für den altnassauischen Forstmann G. L. Hurtig in Gegenwart zahlreicher Forstmänner und der Vertreter der Forst- und Stadtbehörde enthüllt. Bergschullehrer DöngeS und Forstmeister Schilling erinnerten in ihren Ansprachen an die dauernden Verdienste des „Begründers einer geordneten Forstwissenschaft", der von 1797— 1806 die erste preußische Forstschule in Dillenburg leitete. Reichsgerichtsbrief. Nachdruck verboten. Leipzig, Juni. Die Leitung eines Viehtransportes 6 e bi n at nicht d i e Ueber nähme der Tierge fahr nachß 833 B. G. B. In diesem Sinne hat das Reichsgericht aus folgendem Anlaß entschieden. Der Viehbegleiter Krauß in Mannheim hatte für die beiden Beklagten Max und Jakob L. in Mutterstadt einen Viehtransport Don Mhslowitz nach Mannheim übernommen. Während der Leitung dieses Transportes wurde er im Eisenbahnwagen durch einen Fasel (junger Stier) derart an die Wand gedrückt und verletzt, daß er an den Folgen einer Blinddarmentzündung verstarb. Die Hinterbliebenen des K. machen nun Schadenersatzansprüche gegen die Eigentümer geltend unter Berufung auf § 833 B. G. B. Die Bellagten wenden hiergegen aber ein, daß K. die Aufsicht über die Tiere durch Vertrag übernommen habe, was gleichzeitig auch eine Haftpflichtübernahme der Tiergefahr in sich schließe. Die Beklagten beziehen sich hierbei auf ein früheres Urteil des Reichsgerichts, welches ausspricht, daß der Zureiter eines Pferdes Die von demselben ausgehenden Gefahren mit übernimmt. Landgericht Frankenthal und Oberlandesgericht Zweibrücken kamen aber zur Verurteilung der Bellagten, indem sie erklärten, daß ein Kausalzusammenhang zwischen der Tiergefahr und dem Tode des Verunglückten K. unbedingt bestehe, sowie daß des Verfügungsrecht des K. über die Tiere, das überdies noch durch die Vorschriften des Eiscnbahnreglements eingeschränkt gewesen sei, in diesem Falle nicht eine Uebernahme der Tiergefahr nach § 833 B. G., B. bedinge. Von einer unbeschränkten Herrschaft über die Tiere könnte keine Rede sein und es komme immer auf den einzelnen Vertrag an, wenn bei der Uebernahme eines Tieres auf bestimmte Zeit gleichzeitig die Gefahr somit übernommen werden sollte. Was Den Fall mit dem Trainer (Zureiter) betreffe, so sei dieser Vertrag in ganz müderem Sinne aufzufassen. Gegen dieses Urteil hatten die Beklagten Revision eingelegt; aber ohne besonderen Erfolg. Der 4. Zivilsenat des Reichsgerichts erkannte auf Zurückweisung der Revision der Beklagten mit einer geringen Maßnahmen prozessualer Natur zu Gunsten der Beklagten. Wie man in Ungarn lästige Ehehälften beseitigt. S. n. H. Budapest, 31. Mai. Vor dem Geschworenengericht in Temesvar hat ein Gift- mordprozeß seinen Anfang genommen. Es sind 7 Eheleute an- geklagt, sich Der anderen Ehehälfte durch Gift entledigt zu haben. Alle Angeklagten stammen aus dem Dorfe Knez bei Temesvar. Es sind vier Witwen und drei Witwer, die sich wegen Mordes und wegen Mordversuches zu verantworten haben, weil sie mit Hülfe von „weisen" Frauen ihre Gatten aus der Welt geschafft haben, Die Hauptangeklagte Frau Bogyok hat sich in ihrer Zelle erhängt. Tie Mordtaten wurden dadurch ausgedeckt, daß der Landwirt Ploskar gegen die alte Frau Petroman schon im März 1905 Anzeige erstattete, weil sie seiner Frau für 20 Kronen ein Fläschchen mit Gift angeboten hatte, weil sie glaubte, Frau Ploskar führe mit ihrem Manne kein glückliches Eheleben. Die Petroman wurde verhaftet und sie gab an, sie hätte das Gift von einer Frau Belo erhallen, mit dem Auftrage, es an solche Männer oder Frauen zu verkaufen, die mit ihren Ehehälften in Zwist lebten und sie aus der Welt schaffen wollten. Im Laufe der Untersuchung ging bei der Staatsanwaltschaft die anonyme Anzeige ein, daß zahlreiche Eheleute aus Knez durch solches Gift getötet worden seien. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Ausgrabung und Obduktion verschiedener Leichen an. Es wurden auch wirklich bei 7 Leichen Arsenteilchen festgestellt. Daraufhin erhob die Staatsanwaltschaft 9lnklagen gegen die Wilwen Boiezesz, Petroman, Riedor, die Witwer Varjafan, Argyclan, Bogyok und die Elisabeth Thoeres, die sich bereits wieder mit Nicolas Glasz verheiratet hat, gegen den auch Anklage wegen Beihülfe erhoben worden ist. Tie Petroman, die das Gift lieferte, hat verschiedene hohe Preise dafür gefordert, die Witwe Voiczesz mußte 200 Kronen dafür geben. Tie Angeklagten sind bei ihren Mordtaten mit aller Energie vorgegangen. Half eine Dosis Gift nicht, so besorgten sie sich eine zweile, bis sie ihr verbrecherisches Ziel erreichten. Tie Haupt- Unternehmerin der Gistsabrik, die Frau Belu, ist stüchlig geworden. X Hanau, 3. Juni. Vor der Strafkammer hatte sich heute der an der Mädchenvolksschule hier tätige Lehrer Heinrich Simon, gebürtig ans Niederrodenbach, zu verantwortet, dem die Anklage sittliche Verfehlungen an Schulmädchen zur Last legte. Er soll sich derartige Verfehlungen in 7 selbständigen Handlungen haben zu fchiilden kommen lassen, strafbar nach §§ 174,1, 176,3 und 185 deS N.-St.-G.-B. Ter Angeklagte, welcher 41 Jahre alt, verheiratet und Vater von 4 Kindern ist, stand schon nm 4. März d. I. vor der Strafkammer, doch wurde er auf Antrag der Verteidigung mit 6 Wochen zur Beobachtung seines Geisteszustandes der Landesirrenanstalt Marburg überwiesen. Hier wurde er als geistig normal begutachtet. Tie heutige Ver- Handlung endete mit der Verurteilung zu zwei Jahren Gefängnis unter Annahme mildernder Umstände. 5 Monate der erlittenen Untersuchungshaft wurden in Anrechnung gebracht. „F reie Verein e" heißen die s o z i a l d e m o k r a t i s ch en Gewerkschaften, offenbar weil mancher mit sanfter Gewalt hineingekeilt worden ist. So wurde neulich in Düsseldorf em Schneider, Mitglied des „Freien Schneidervereins" zu 1 Woche Gefängnis verurteilt, weil er einen Kollegen d u r ch Droh- u ii g e ii i n den Verband z u nötigen gesucht hat. Altona, 1. Juni. Die Strafkammer verurteilte den Tischlergesellen Reinke wegen Beleidigung der deutschen Schutztruppe zu 4 Monaten Gefängnis. Er hatte in einer Reichstagswähleroer- sammlung gesagt, s ä m t l i ch e ft n g e h ö r i g e d e r S chutzlrup p seien verkommene Subjekte. *DergezüchtigtePrinz. Der Prinz Anton von Bourbon-Orleans, Herzog von Gallicra, hat vor der achten Pariser Strafkammer gegen seine frühere Geliebte, eine gewisse Madame Guggenheimer, Klage angestrengt. Tie Schone hatte den Prinzen, der von seiner Gemahlin, der Infantin Eulalie von Spanien, Tante des Königs Alphons XIII., getrennt lebt, auf der Straße überfallen und mit ihrem Regenschirm und mit ihren Fäusten verprügelt. Er fordert jetzt die Bestrafung der ehemaligen Freundin. Deren Anwalt erklärte, der Zorn feiner Klientin sei begreiflich und entschuldbar, da er ihr ein Darlehn von 50 000 Francs nicht zurückgezahlt habe. Das Gericht vertagte seine Entscheidung damals um mehrere Wochen. Jetzt Hal es seinen Spruch gefällt und Madame Guggenheimer zu der Geldstrafe von 100 Francs verurteilt. ' 5 21 u ft in (Texas), 1. Juni. Das Gericht hat die mit der S t a n- d a r d O i l C o m p a n y in Verbindung stehende W a t e r s and Pierce Oil- Gesellschaft zu einer Geldstrafe von 1 623 000 Dollars verurteilt und der Gesellschaft die Berechtigung zur Fortführung ihrer Geschäfte in Texas abgebrochen. Tie verurteilte Gesellschaft wird Berufung gegen das Urteil einlegen. $pitd Bertram." Freitag den 7.Jnul: „Don Carlos." Santstag den 8. Juni: „Heimat." Sonntag ben 9. Juni: „Die große Gemeinde." Moittag ben 10. Juni: „Hamlet." ') Aitfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Eingesandt. (Für Form und Inhalt ailcr unter :.. er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Rcdakti"' dem gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ich hatte gestern Besuch aus Darmstadt. Ich führte ihn auch zum Theater. Er betrachtete sichs unb wollte gerade „prächtig" sagen, als er das Torhäuschen erblickte. „Was ist denn bas für eine Baracke?" fragte er. „Soll denn die stehen bleiben?" Ich sagte ihm: „Ja, die Herren Stadtverordneten wollen es haben, obwohl dem allgemein widersprochen wird." „Tas ist ja ein Elend für Gießen", sagte mein Besuch. „Wenn sie e§ unbebingt haben wollen, mögen sie es ins Aichantt verlegen." Hieraus tarnt man sehen, baß bas unglückselige Häuschen, bas als Oktroi-Erhebestelle an diesen: Platze wahrlich keinen sehr großen und wichtigen Dienst bcr Stabt leistet, incbt mir ben Giencnern num'ätlt. 0. Landet. — Marburger S t a d t a n l e i h e. Wir machen auf ben in der heutigen Nummer enthaltenen Prospekt über die von dem Bankhaus Baruch Strauß, hier, zur öffentlichen Zeichnung (ungelegten 550 000 Mk. 3Vs Proz. Marburger St.-Anl. v. 08 aufmerksam, die mündel sicher und bei der Reichsbank in der er ft en Klasse lombardfähig find. Bei den gewichenen Kursen der 3Vs Proz. Werte dürfte die Anleihe als chancenreiche Kapitalsanlage zu empfehlen^sein. TeSefonssche fäiwsitoerichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse 4. Juni. 1.15 Uhr. 3%°[0 Beichsanleihe . . 93.75 3% do. . . 83.70 3^°/o Konsols .... 93.85 3-6 do.....83.70 BH6/, Hessen . . 93.30 3%°/0 Oberhessen . . . —.— 4-6 Oesterr. Goldrente. . 99.10 4*/8 % Oesterr. Silberrente 99 40 4-6 Ungar. Goldrente . . 93.50 4?6 Italien. Rente . . . —.— 3-6 Portugiesen Serie I . 67.65 3-6 Portugiesen „ III 68.20 russ.Staatsanl. 1905 90.75 4>6°,O japan. Staatsanleihe 93.60 4-6 Conv. Türken von 1903 93.60 Türkenlose.....139.60 4-6 Grieeh. Monopol-Anl. —.— 4-6 äussere Argentinier —.— 3°/0 Mexikaner . . . 64.60 4jV70 Chinesen .... 96.60 Aktien: Bochum Guss..... 228.20 Buderus E. W . . —.— Elektriz. Lahmeyer . . . 122.25 Elektriz. Schlickert . . . 109.00 Eschweiler Bergwerk . . 224.10 Gelsenkirchen Bergwerk . —.— Hamburg-Amerik. Paketf. 131.20 Harpener Bergwerk. . 205.75 Laurahütte...... 225.10 Nordd. Lloyd . . . . H8.20 Obeischles. Eisen-Industrie 107.00 Berliner Handelsges . . 151.— Darmstädter Bank. 129.50 Deutsche Bank . • . 223.90 Deutsch-Asiat. Bank . . 155.20 Diskonto-Kommaudit. . . 169.00 Dresdner Bank . . . 140.80 Kreditaktien..... 206.40 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 92.30 Gotthardbahn . . . . —.— Lombard. Eisenbahn . . 25 20 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.40 Prince-Heuri-Eisenbahn . 134.20 Tendenz: schwach. Berliner Börse, 4. Juni. Au(angskurse. Canada E. B......165.00 Darmstädter Bank . . • 129.60 Deutsche Bank .... 223.80 Dortmunder-Union C. . . 75.70 Dresdner Bank . . . 141.— Tendenz,: schwach- Harpener Bergwerk. . Laurahütte . . . Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd . . . . Türkenlose . . . . 205.40 . 225.10 . 25.20 . 117.60 . 139.60 Die ^innoLndwig Kröll, Haus- und Küchengeräte; Magazin in der Blockstrasse hält Mittwoch, den 5. Juni mittags« zwischen 4 und 7 Uhr in ihren Lokalitäten einen Probe- Koch- und Backtag ab. Es gelangt zur Vorführung der Blasbergische Schnell-Gar- Kockcr, welcher sich nicht nur zum Kochen unb Braien, sondern auch zu»: Backen vorzüglich bewährt uitb welcher durch seine durchaus praktische Verwendbarkeit in interessierten Kreisen großen Beifall gesunden bat. Er zeichnet sich von vielen anderen Systemen dadurch nu£', daß ein Erhitzen von Chanwttvlatten und dergl. unnötig, ferner denkbar einfachste Bedienung, leichte Reinigung und dadurch, daß der ganze Locher aus Metall ist, keine üblen Gerüche annehmend. Es werden wahrend dieser Vorführung noch weitere Küchenmaschinen und vraktische -Hilssgerätc gezeigt und wird es sich sehr lohnen, -hiefern Kochtag beizuwohnen. o/L Claims! Prospekt abend? um 7 llbr. 400 Stücke Littera H No. 2301 bis 2700 über je 1000 Mk, Der Magistrat DVa wegen Aufgabe zu staunend billigen Preisen mit bedeutendem Rabatt Peter Kronenberg Telephon 399« Vollständi 400 000 Mk. 370 000 „ 30 000 „ 740 150 '< • »•; * T . 15656 169.0t’ 140.8) fe Mittwoch den ibitroe.* Tonncrsiaq «reitaj den 7. Ium, 8. Juni: .Ri'mftler« >tnc Kreuz.' Hieraus: schlossen. Gemeinde/ Millwocs- nnerslaq den 6. Juns, ijveitag den 7. Im „Heimai/ Loinilaz Roulng den 10. Ium: Die Anleihe wird in halbjährlichen Zielen am 1. April und 1. Oktober jeden Jahres mit 3V, % jährlich verzinst. Die. Anleihescheine sind mit Zinsscheinen, von denen der erste am 1. Oktober 1907 fällig ist, und mit einem Erneuerungsschein versehen. Die Einlösung der Zinsscheine und rückzahlbaren Schuldverschreibungen, sowie die Aushändigung neuer Zinsscheinbogen gegen Rückgabe des Erneuerungsscheines erfolgt kostenlos bei der Stadt hauptka««se zu Marburg sowie Einrichtungen oder einzelne Möbel, welche für später lieferbar gekauft werden, können bis dahin an meinem Lager verbleiben. Frankolieferung durch eigenes Fuhrwerk. Komplette Herren-, Speise-, Wohn- und Schlafzimmer, Salons, moderne Kuchen-Einrichtungen, Büffets, Vertikows, Salonschränke, Trumcaux, Spiegel, Bücher-, Spiegel- und Kleiderschränke, Schreibtische, Näh-, Sofa- und Auszugtische, Waschkommoden, Nachtschränke, Bohrstühle, Salonstühle, Triumphklappstühle, selbstgefertigte kompl. Betten, Sofas, Divans, Chaiselongues. Garnituren in Plüsch, Tuch und Gobelin. 250 Vorlagen und 1OO Teppiche in a/y io/4 and Tapestry, Velour, sowie einige Dutzend Chaiselongues- und Tischdecken in bester Qualität. Steuerkraft. Marburg, den 29. Mai 1907. (L. 8.) •'*. :vy:- •• aV .;. > : - - '' Xnian^6- r tte ‘ ‘ leu E- B' . Lloyd • • , >ose ■ i&ril stehenden Arli.'! gegenüber (cintrh ievnbt,röVy'AV’;. i§ iftbfiin bat ter eine [leben bleiben** । mellen ei haben, ob- 'ii5 ist ja em Glend it es unbebingt hadin 1 hieraus kann man als Ottroi-Grhebernd: i und wid)tifltn Tin" nMli. . 206.46 . 92> ' 268’ • ltit , iro 205.4- '.E 25.-1' ' 11?J° •> Sank • ‘ otii- ibn • bahn • \ Eisenbahn - aaatsbabu • • eun-Eiseub^ .berichte der Baut für ieh. i. I-lö Ubr. jW Lahmeyer • - • Scbnckert. - • Wj [l) er Bergwerk _ ■ r.Anenk'Fi£e ^.7d r Bergwerk. • 22dlu tte ■ ■ ' 118.20 Wir macken dir-" yeft über die vor etlichen Zeiämung: urger St’» , bei der Seid)5bi. : a b i g lind. 3ei e dürfte dir &ö 1 MöbeifabrikBager und Ausstattungsgeschäft Kaplansgasse 18. Giessen. ' 'N 7 ö.tn u. 'ern js. 4l Ss? t ®trtnelh> t * L »de. 5 U'» ®e. £ l°" d.!"^Doch. üelncht hA tt0&- Suis*** ssSfc LOL 'eot, au, der Stroh' t efMtCn ^uften SQl,8cl! öreun- • Olemin sc, begtej. 'v°n oOOOO iein?^tscheidung leinen Spruch nejäli* :Q,C ioo C atbiemi,bet5t«11. vaJe von ^lellickan die Zerech. ios nbgciprodien. $le [„^J^c^nleqen. irr AMthkaler. 31--"!« Anleihe der Stadt Marburg von 1903 (Ausgabe IV) bei dem Bankhause Baruch Strauss in Marburg, , e Baruch Strauss „ Glessen, *4 „ Baruch Strauss , Frankfurt a. M. Die Tilgung der Anleihe erfolgt durch Ankauf oder Auslosung mit wenigstens 1.4 vom Hundert des Anlcihebetrages unter Zuwachs der ersparten Zinsen. Auch sollen die der Stadt. Marburg zufliessenden Beiträge zu Strassenanlagekosten und die Kanalbeiträge, soweit die Herstellungskosten aus der Anleihe bestritten sind, zur schnelleren Tilgung verwendet werden. Die, Auslosung geschieht im Monat Oktober jeden Jahres, zuerst im Oktober 1904. Die ausgelosten Stücke sind am darauffolgenden i. April jeden Jahres, also erstmalig am 1. April 1905, rückzahlbar. Der Stadt Marburg bleibt jedoch das Recht vorbehalten, eine stärkere Tilgung eintreten zu lassen oder auch sämtliche noch im Umlaufe befindlichen Schuldverschreibungen auf einmal zu kündigen. Die durch die verstärkte Tilgung ersparten Zinsen sind ebenfalls zur I ilgung zu verwenden. Alle die Auslosung und Rückzahlung betreffenden Bekanntmachungen erfolgen im Deutschen Reichs- und Preussischen Staatsanzeiger, im Kreisblatt de> Kreises Marburg, in der Frankfurter Zeitung und in einer Berliner Zeitung alsbald nach der Auslosung und spätestens drei Monate vor dem Zahlungstermine. In den genannten Blattern erfolgen auch die sämtlichen anderen dje Anleihe betreffenden Bekanntmachungen. Für die Verjährung der Zinsscheine sowie der ausgelosten oder gekündigten Schuldverschreibungen gelten die gesetzlichen Bestimmungen. Für die Anleihe haftet die Stadt Marburg mit ihrem gesamten Vermögen und ihrer Giessen* Marburg, Frankfurt a. M , den 4. Juni Baruch Strauss, Bankgeschäft, Alicestr. Jojd ■ [He 107.00 lesEifeu-WW HaniW65 ' 129.60 dur N 223.9 • N-. ;' J n 43bl „ 5100 . „ 500 K „ 5451 „ 5000 „ „ 200 «... WobltätiakeitSsest rum Besten der Hinterbliebenen unserer in Südwest-Asrika gefallenen und gestorbenen, tapferen Kämpfer soll nunmehr endgültig am 8., O. und 10. h aus der Licbinshöhe stattnnden. Vertreter der Behörden, dec Stadt, der Universität, des Negiments Kaiser Wilhelm, der Militarvereme, sowie weite Kreise der Burger- hoben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Aber an alle Einwohner GictzenS ergeht hiermit der Aufruf, das Fest durch regen Besuch und freiwillige Gaben wirksam zu unte» Nn? Alle mögen sich vereinigen, um dem geplanten vaterländischen Unternehmen zu einem vollen Erfolg zu verhelfen l Der am 2. und 3. Tag bcS Festes niedriger bemesiene Eintrittspreis soll auch weiteren Kreisen Gelegenheit geben, das Fest besuchen zu können. 0/. Einwohner Giessens töfit uns öffentlich dartun, d°b in solchen Stunden vaterländischen Empfindens nichts nnS trennen kann! Loht uns Alle fest und treu Zusammenwirken^ ohne Unterschied des Ranger Standes oder Glaubens, wenn cs gilt, die Toten zu ehren, di- der Kampf für das Vaterland gefordert hat! Ihre beste Ehrung i|t i)ic hmgebende sorg- für ihre Hinterbliebenen! tet MeichötlStübrendc tzlutzlchu'tz: s-h-im-r ©ofrat Pros. Dr. Bedogbet, Scltor der Uaibersuol, Fron B-h-ad-I. Aed-imrol Dr. Br-id-rt, Pr°°m,i°ldirell°r Fran v">dtrt, Eladtv-r°rdn-trr Sabrirh vorsi^nder be« Nrstei-Iberem-, Frau »btzordl, Sladt°-r°rdn,t-r Jean kiirch, Fabril-Nl ». minglper, Dbcril von Lindenen, Mtgimenlälommanbiur, pran ven Lindenan, Lb-rdnrg.rm-ift-r Mernm, Fran Mecnm, ScgiernngSral<,nu„l,?(u0;d|Mj-.: Bi-rbroii-r«iiesitz-r Aiprien, Dorsitzender des Verein« eheineliger Jäger unb Stintzen, Fron 3. Doch, Ober-Pesi-Went Bansch, Vorsitzender de- Bichl,r Dreftffei v? Blertmr, H^Lrnchd-nter, verstzwder der lirirgn-ilamerabldiolt, Slobldanomfter Breudoch, Fron A. «reubach, Fobritanl vroaz «rach L-nbgeitch -dir, ter Vnckmg. '"-u Bntztz, Fran oon Setter, ^erzimro! Smmeltn- Iran tk. «nMi, L-nmom Futmiuch. »ansmatm Ltos Friebderger, Etobtverorbnet.r Gedreel, Lersitzenler de« Krieger-D-r-m« Uommerzirmol tziorl, Kon merze,nint ®'“r9 ■ >li*„ ,°t? ’ Fron 81. @„|t, Fron P, Gtone, Fron 0! (pretzmonu, Houplmonn Grotzmoon, A-nisi°,t-b,-ml,r O'nünig, Borsttz-nber bei Gorb-v-r-m«, Fabrilont nab Schloff-rmnst-r Hansel, °b"s»ender dr, «'">»- Stibn«' Stu 81 H-Vlen Hedtzreu varfttzmder t,8 Viarene-Berim-, »°mm-r,l-niot Heech-ttz-im, Fron «. Hetch'ltzemt, »rmmerpemal H-tzlig-nN-ebt, Itzymn-o-Ibu, ter In. Pen,-8, Po ti- omtm-nn Hnder, Fron H Herder,. Lcnlnant Ä' Fron F H.n.,?F-°n V. Heust-, Frau Joetlel, F-e.bert östdnl. vet. Jungenstld, Frott E. Notier, Fron ll. iinnplf, Fron I ll.rch, Fron 5t. Ämglpor, K^m-eputro stoch Honptm^ bezem tlr ueeppe, Fron H.neepoe Fron A. Körle, Fron 11. Nrotche, »oMgenchl-PräslbeM l'u-motm, «nchbrna,».besitze- Longe, Fran ®. «•»««■»«■<, ÄSm 3 «flnnm. 1!. MengkS, Major Mohr, Frau Mohr, Naufmann Mc-lituheimer, Slomnietjicniat MucUcr, Gchcmicr Hofral Dr. Nr io orau A Roll ^rau P- ^uckcr i.. Petii III, 4 f „ 011lll.cr.ieHVat Säiasistaedi Frau Schaff. Mit Allerhöchster Ennächtigung ist durch Erlass der Herren Minister der Finanzen und des Innern vom 14. Juli 1903 । Deutscher Reichs- und Preussischer btaatsanzeiger vom 29. Juli 1.m3) der Stadt Marburg, Regierungs-Bezirk Cassel, die Genehmigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber ois zum Betrage von Mk. 5100 000 erteilt worden. Die Anleihe dient zur Beschaffung der Mittel zur Tilgung älterer Schulden, zu Grunderwerbf- und Schumausbauzwecken, zur Erweiterung der Gas-, Elektrizität»- und Wasserwerke, zum l bau der Haupt- kasemc des Jäger-Bataillons No. 11, zur Herstellung sonstiger neuer Gebäude lur Militärzwecke, zur Anlegung neuer, sowie zum Ausbau und zur umpflasterung bereits vorhandener Strassen. Von obigem Betrage gelangen restliche MK. 800000 (Ausgabe IV) zur Ausgabe. Die Anleihescheine, welche mit den facsimilicrten Unterschriften des Oberbürgermeisters Schüler und eines Magistratsmitgliedes, sowie mit der eigenhändigen Unterschrift des Kontrollbeamten versehen sind, sind in folgenden Stücken ausgefertigt: Auf Grund des vorstehenden Prospekts stelle ich einen Teilbetrag von Nom. Mü. 559 OSO zum Verkaufe an meinen Kassen, woselbst Aufträge auch zur späteren Abnahme entgegengenommen werden. Z ■■ I ,*iZ t I Universitäts- Jubil iumsf ier I Giessen I i Ecke Bahnhofstr. u. 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