Nr. ISO Zweites Blatt Erscheint tägllch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener FamMenblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchonttich beigelegt, das „Krdsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „Hesstfchs Landwirt" erscheint monatlich einmal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion. 112. Tel.-Adr.:Anzetger6Sießen« Samstag 8. August 1907 Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen WV Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. dis hinter Heringsdorf, machte dort einen Spaziergang und kehrte nach der „Hohenzollern" zurück. Der Kaiser lvurde überall stürmisch begrüßt. Admiral Graf Baudissin, General von Jacobi, Attachs in Petersburg, und Oberst von Plüskow vom Alexanderregiment sind hier eingetroffen. Die AVonarchenbegegrmng vor Swinemünde. Berlin, 2. Aug. Die „Nordd. Allgem. Ztg/ schreibt: Als willkommener Gast trifft morgen Kaiser Nikolaus von Rußland vor Swinemünde ein, um mit unserem Kaiser einige-Tage freundschaftlichen Beisammenseins zu verleben. Indem der Zar eine Fahrt in die deutschen Gewässer unternimmt, erwidert er den Besuch, den Kaiser Wilhelm im Juli des Jahres 1905 dem Herrscher des befreundeten Nachbar- reiches m den finnischen Schären abgestaltet hat. Die Begegnung entspricht einer alten, von beiden Seiten gern geübten Gepflogenheit. Sie bringt aufs neue die Freundschaft zum Ausdruck, die beide Monarchen als Vermächtnis ihrer Vorfahren überkommen und treu bewahrt haben. Die Swine- tuünder Tage werden vornehmlich dem persönlichen Verkehr dienen. Bestimmte politische Zwecke haben bie Zusammenkunft nicht veranlaßt. Es liegt somit für niemanden ein Grund vor, die Begegnung der Monarchen mit Argwohn oder Mißtrauen zu beobachten; in Deutschland begrüßt man mit Befriedigung in dem Besuch des Zaren die Bekundung der herzlich en Bezieh ringen zwischen den beiden Herrscherhäusern und den beiden durch viele Interessen miteinander verbundenen Neichen. Wir wissen uns im Einklang mit den Empfindungen des deutschen Volkes, wenn wir der Monarchenbegegnung einen glücklichen, ersprießlichen Verlauf wünschen. Swinemünde, 2. Aug. In später Nachmittagststunde wurde bekannt,l daß die Monarch en-Begegnung schon morgen, Sonnabend mittag, zwischen Swinemünde und NiSdroy stattfirkden wird. Stettin, 2. August. Wie die Stettiner Neuesten Nachrichten aus Swinemünde melden, wird Fürst Bülow bis Montag in Swinemünde bleiben. Der Postverkehr mit der Hohenzollern ist äußerst stark. Mit dem Postarnt ist das Schiff durch drei Leitungen verbunden. Es besteht die Absicht, bei nördlichem Winde die Kaiserjacht Standard nach Swinemünde zu schleppen, wo sie den gegenwärtigen Ankerplatz der Hohenzollern einnehmen soll. Zur Ueberwachung deS Bollwerkes wird morgen in Swinemünde eine große Anzahl von Schiffahrts-Schutzleuten aus Stettin erwartet. Swinemünde, 2. Aug. Der Kaiser hatten gestern nachmittag nach dem Eintreffen des Fürsten Bülow eine längere Unterred ung mit diesem. Der Kaiser war sehr lebhaft und schien bei bester Laune zu fein. Der Fremdenz« ström wächst von Stunde zu Stunde. Die Hotels sind überfüllt, alle Restaurants besetzt. Auf den Straßen herrscht ein großstädtisches Treiben. Die Flotte hat sich genähert, ist auf der Reede erschienen und hat Anker geworfen. Prinz Heinrich befindet sich an Bord der Deutschland, Prinz Adalbert an Bord des Friedrich Karl. — Der Kaiser durchfuhr an Bord des „Sleipner" die Reihen der in dreireihiger Marschsormation eingelansenen Flotte und ging dann an Bord der , Deutschland", wo er im Gespräch mit dem Flottenchef bis 11 Uhr 30 Minuten verweilte. Um 11 Uhr 45 Minuten kehrte der Kaiser an Bord der „Hohenzollern" zurück. — Der Kaiser unternahm mit dem Reichskanzler und dem Staatssekretär des Reichsmarineamts, sowie den Herren der Umgebung heute nachmittag eine Auto m ob ilfa h rt Zur Lage in Marokko. Piiart s', 2. Aug. Dem „TernpS" wird aus« Tanger gemeldet, daß der Onrel des Sultans, Mulay el Anim, Befehlshaber der i,n der Nähe von, Casablanca lagernden Mah-alle auf eigene Faust den Gouverneur der Stadt abgeseht und an seine Stelle provisorisch den Ksaid des benachbarten Stammes der Ulad Hariz ermannt hat, und der letztere erklärt, daß er die Ordnung dann wieder Herstellen könne, wenn ihm die Konsuln Deutschlands und Englands amtlich verbürgen, daß französische Truppen die Stadt oder deren Umgebung nicht bombardieren werden.' Dem „Temps" wird ferner gemeldet, in Casablanca stehe der Pöbel tauf 'Seiten der Unruhestifter. T-ie übrige Bevölkerung fei jedoch sehr erregt über die Vorzüge, dÄ ste Menge Vergeltungsmiaßregeln seitens Frankreichs befürchtet. Seit Europäern sei gesagt worden, daß sie nach der Älbfahrt der Franzosen nichts mehr zu befürchten hätten, da die ganze Bewegung nur gegen letztere gerichtet sei. Es sei in der Tat festgeftellt worden, daß die Angreifer es hauptsächlich auf die Franzosen und die franMsche Hasenbauunternehmung abgesehen hatten. — Die Ägence Havas meldet mit größtem Vorbehalt ans Algier, daß dort eine auS Oran stammende Meldung umlaufe, wonach die Staatsbank in Tanger beraubt und daß ein englischer Konsul zwischen Tanger und Elks,ar gefangen fortgeführt worden sei. ganger, 2. Aug. Der Reuterkorrespvndent erhielt von Raisuli einen Bries, in dem es heißt, er wolle durch Vermittelung eines Korrespondenten in Verhandlungen mit der englischen Gesandtschaft eintreten. Raisuli erwähnt wiederholt, er habe Mac Lean gefangen genommen, weil er ihn nicht für «aufrichtig gehalten habe. London, 2. Äug. Aus Dangcr wird gemeldet, man fürchte, daß m e h r E u r o p ä e r, als man zuerst glaubte, in Casablanca ermordet worden seien. Äugenzeugen beschreiben die Szene als schauerlich. Die Opfer wurden gesteinigt und vom Pöbel vor den Angsn der Europäer gräßlich verstümmelt, während die mtaurischen Weiber aus den Dächern vor Fnende kreischten. Der britische Dampsjer ^Wibelrnnsa" brachste« 46 weiters Flüchtlinge nach Tanger. Er fuhr Mittwoch aoend 6 Uhr ans Casw- b'lanca ab; eL hatten weiter keine Ausbrüche stattgefunden. Paris, 2. Äug. Minister Pi chon hatte heute mit dem .aus Rambouillet eingetroffenen Präsidenten Falliöres eine längere Besprechung über die Ereignisse in Casablanca; sodann richtete der Minister des Aeußeren eine lange Depesche an den in Karlsbad weilenden Ministerpräsidenten, um mit ihm alle Maßnahmen zum Schutze der Franzosen in Marokko sowie die dem Maghzen gegenüber zu beachtende Haltung zu vereiw- haren. Gerüchtweise verlautet, daß die französische Regierung unverzüglich Befehl erteilen wird, in Casablanca Marinesoldaten zu landen. Die heute nacht aus Toulon abgegangenen Kriegs- schiffe dürften sich auch nach Rabat und Adogadar begeben, wo gleichfalls eine starke fiemdenfeindliche Bewegung herrscht, um nötigenfalls durch Truppenabteilungen die dort ansässigen Franzosen zu schützen. Man glaubt hier nicht, daß diese Vorkehrungen auf irgendwelche diplomatische Schwierigkeiten stoßen werden. Tie Aufnahme, welche die französische amtliche Mit- teilung überall, insbesondere in Berlin, gefunden hat,-wird als Beweis dafür angesehen, daß Frankreich diesinal auf tatkräftige Unterstützung seitens aller interessierten Mächte rechnen könne. — Die gesamte Presse beschäftigt sich eingehend mit der marokkanischen Angelegenheit. Alle Blätter stimmen darin überein, von der Regierung ein sofortiges energisches Eingreifen zu v er lang en. Aurore schreibt: Alle Mächte werden hoffentlich einverstanden sein, eine sofortige Sühne für den Massenmord zu verlangen. Alle Mächte sind an der prompten Bestrafung der Schuldigen interessiert. Petit Republigue sagt: immer Stätte Schon Gliniiermigen an Kießen. Nachdruck verboten. ^Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit Klingt ein Klang mir immerdar, O wie liegt so weit, o wie liegt so weit, Mas mein einst war!" Diese Verse des Rückertschen Volksliedes summen mir mit ihrer trauten Melodie in die Ohren, wenn ich der gedenke, wo ich meine Schul- und Studentenzeit verbrachte, über 50 Jahre sind es her, als ein mit Kinderwiege, Blumenstöcken und Kanarienvogelkäftgen überladener Möbelwagen vordem Hause des Schlossermeisters B. in der Neuen Bäue auf derselben Fassade, wo sich die weiland berühmte „Krachenburg" vornehm nach hinten beugte, von Frankfurt kommend, hielt und die Siebenfachen auslud, die dem neuen Gießener Polizeikominissar gehörten. Damals war ich ein fünfjähriger, noch nicht schulpflichtiger Knabe. Zwar hatte ich schon einen kleinen Vorschmack von einer Frankfurter Kleinkinderschule, der eine würdige Matrone vorstand, und die wir morgens immer mit dem Singsang: „Bonjour, Madame Röner, dormi bien?" begrüßten. So vorgebildet zog ich in der altehrwürdigen Musenstadt Gießen ein, wo mich die Valckenberg-Schule in der Mäusburg, später das Rothsche Institut auf dem Neuenweg, und bann die Steinmetz-Schule, der „Krachenburg gegenüber, später zur Bocksch en Tabakfabrik um gebaut, empfing. Wie lebhaft erinnere ich mich noch der damaligen Lehrer, des derben Mathematiklehrers R., des mädchenhaften M., des langen Sprachlehrers mit der knochigen Hand und vor allein des salbungsvollen Direktors. An feinem Hochzeitstage wurden wir mit Maiwein und Kuchen traktiert, und neugierig verfolgten wir die Entwickelung seines ehelichen Lebens. Morgens wurde der Unterricht mit einem Choral, Gebet und Ansprache eröffnet, und es war wohl noch in der Zeit seiner Flitterwochen, als er seine Predigt zur Osterzett, ohne Zweifel unter dem Einfluß seiner zärtlichen Gattin stehend, mit bem begeisterten hpsus linguae begann: „Johanna m der voy . Schon damals entwickelte sich auch der jugendliche Mutwille, wenn wir die Zeichenvorlagen zu Karikaturen verhunzten und den Mist von den täglich aus Gießens Häusern auSfletnebenen Hammeln auflasen, um damit die Tintenfässer vollzmeilen, schon damals zeichnete sich mein Schulkamerad E r n ft Eck ft ein durch seine losen Streiche aus, die er nacymals in feinen Gymnasialhumoresken verewigte; beim vom Steinmetz)chen Jn^ ftitut traten wir in die Quarta des Gymnasiums ein. xort war der glatzköpfige Dr. H. unser Ordinarius, der die Eigenheit hatte, gerne in Knittelversen -u sprechen, ia uns ^ar olche als Exncitia pro loco diktierte, z B. „Heinrich, was machst du? - Schläil du oder wachst du?" Wenn er nieste, so daß sein kahler Nordpol erschütterte und die Wände zitterten, dann riefen wir im Chorus:: „Jubemus le valero!" morauf er, das Jndianer- gebrüll abwehrend, antwortete: „Et jubeo vos tacere! Noch erinnere ich mich, als wir ihm von Wieseck eine Martinigans zum Äescheni bringen wollten, daß er sie trotz feines spärlichen Gehaltes mit sittlicher Entrüstung wie eine captatio benevolentiae zurückwies. Sein einziges Auffatzthema war: „Was ich in den Ferien trieb?", worin dann raffinierte Schüler, wie Ernst Eckstein, ihm von häuslichem Fleiße vorlogen, daß sich die Wände bogen. Schon strenger faßte uns der Ordinarius der Tertia, der Homeriker R. an, der uns gleich 50 Verse Homer auf einmal aufgab, die wir mit „Zaubers" Hülfe — so hieß der Spicker — herausbekamen. Ein Schrecken für uns war seine griechische Grammatikstunbe mit damit verbundenen Uebersetzungen aus bem Uebungsbuch von Mehlhorn („Mehlwurm" nannten wir ihn). Glücklicherweise hatte er einen weiten Weg von seinem Wohnhaus auf dem Seltersberg bis zum Gymnasium auf bem Brand und verspätete sich in der Regel. In dieser Wartezeit herrschte die tollste Ausgelassenheit bei uns, die ihren Gipfel beim Ausruf des Wachtpostens: „'Ep/eratl14 h. h. „Er kommt!" ertönte, Dann schlugen wir uns knallend die verhaßten Grammatiken von Krüger und Uebungsbücher von „Mehlwurm" auf die Köpfe, bis sich keuchend der Homeriker näherte. (Sinntal stand ihm norm Eingang des Schulhofs ein Wagen im Weg, aber mit einem kühnen Satze, feinen Degen unter den Arm nehmend, — damals trugen die Großh. Hess. Gymnasiallehrer ebenso wie alle übrigen Staatsbeamten eselsgraue Uniformen mit der nötigen Equipierung — sprang er über die Wagendeichsel, erschien bald darauf an der Türe mit keuchendem Ausruf: „Gib mir mal die Bücher: den Mehlhorn und den Krüger!" Er ließ sich in feiner Haft nicht einmal die Zeit, den Degen ab^ufchnallen, was andere bequemere Herren taten. Ich kann mich erinnern, daß der derbe Zeichenlehrer D., dem wir auch, um feine Gunst zu erhaschen, Schmetterlinge für feine Sammlung brachten, aus Vergeßlichkeit einmal seinen Degen in der Ecke stehen ließ und wir aus MutwUlen die Klinge ziehen wollten, aber es war gar keine drin; sie war unter dem Griffe abgebrochen. Peinlich und pedantisch war bei bem gestrengen „Henrich" die wort- getreue Homerübersetzung mit all den kleinen Partikeln und der eigenartigen Wortstellung, wie wir es in selbstfabrizierten Hexametern nachmachten, z. B. „Wächter der Nacht, inbezug, auf das Feuer, sag mir, wo ist es?" Die darauf bezügliche zynyche Antwort des Nachtwächters kann ich leider nicht wiedergeben. Eme derbe Figur war unser Mathematiklehrer D., der den Spitznamen „Kaffer" hatte. Mit dem Rus: „Allez, vite, vite, wacker, N. komm einmal an die Taftl!" zitierte er uns und machte lernand einen Fehler, kommandierte er: „Halt einmal die Gaule an. Herrschte im Klassenzimmer noch so ein dumpfes Stimmengebrause, so konnte er fuchsteufelswild werden und schrie mit krebsrotem Gesichte: „Wenn ich gebrummt haben will, stell' ich mich daheim zu meine Ochse, da weiß ich, wer brummt!" Eine große Verehrung hatten wir für unseren Geschichtslehrer Professor S., der \ einer Beleibtheit wegen den Spitznamen „Fettschwanz hatte; er hielt uns in der Secunda und Prima einen förmlich freien arabem. Vortrag, bei bem die größte Andacht herrschte. In anderen Stunden kam er fteilich bei seinen Exkursen ost vom hundertsten ins Tausendste, und dann war es . ihm einerlei, ob das Pensum erledigt wurde oder nicht. Kam einmal trotz allen Respekts eine 'Störung vor, bann diktierte er immer als Strafe 50 Verse zum Man darf nicht, wie dies manche Biättcr wollen, voreilig D e u t s ch l a n d b e s ch n l d i g e n , die Zwischenfälle berbeigesührt zu haben. Ein solches Vorgehen sei Unrecht. Solcil schreibt: Die Vorgänge bei Casablanca sind eine Herausforderung ganz Europas und speziell Frankreichs. London, 2. Aug. Die Ereignisse in Casablanca erregen die größte Aufmerksamkeit in England und bilden das hauptsächlichste Gesprächsthema in den politischen Kreisen wie in der Presse. Ter Standard widmet der Angelegenheit einen längeren Leitartikel, worin der Vorschlag gemacht wird, den Franzosen ein bestimmtes europäisches Mandat zu geben, um die Ordnung in Marokko wieder herzustellen. Früher ober später, erklärt das Blatt, müsse Frankreich in Marokko dieselbe Aufgabe erfüllen, wie sie England bereits in Aegypten erfüllt hat. Wenn Frankreich sich als Ratgeber des Sultans etablieren will, so soll ganz Europa damit e in v erst and -n fein, unter der Bedingung, daß bie französische Regierung die offene Tür gewährleistet >und allen Nationen gleiche Gelegenheit für freien wirtschaftlichen Wettbewerb läßt. Vor allem sollte Deutschland gegen diese Lösung der Marokkofchwierigkeiten nicht arbeiten, denn die Deutschen würden bie gleichen Vorteile wie die anderen Länder ernten. Dagegen müsse man den Deutsche n Recht geben, wenn sie gegen eine permanente Besetzung des marokkanischen Gebietes durch Frankreich sich aussprechen. Tie anderen englischen Preß-Aeußerungen bewegen sich meistens in denselben Grenzen, wie die Kommentare der konservativen, Organe. — Daily Mail meldet aus Alcazar, Mac Lean werde von Raisuli und feinen Leuten schimpflich behandelt und mit dem Tode bedroht. Er erklärte Raisuli, dieser könne mit ihm machen, waS er wolle, er werde keinen Heller Lösegeld von ihm erhalten. Zlus Stadt rind Land. Gießen, 3. Ang. ** Wertzuwachssteuer. Aus Veranlassung des Fi na nza uZschuffes der 1. Hessischen Kammer hat die Darmstädter Handelskammer im Hinblick auf den Gesetzentwurf vom 22. Okt. 1906, bie Wertzuwachs st euer betreffend, die Frage erörtert, ob der Wertzuwachssteuer. auch die an Grundstücken haftenden Wertsteigerungen unterworfen sein sollen die durch die auf den Grundstücken und in den daraus befindlichen Gebäuden betriebenen industriellen ober kaufmännischen Unternehmungen hervorgebracht sind. Die Handelskammer hat das Ergebnis ihrer Beratung in einem längeren Gutachten niedergelegt, welches darin gipfelt, daß nicht nur bei industriellen und kommerziellen Unternehmungen und Grundstücken, sondern bei allen Grundstücken überhaupt nur ersaßt werden könne und dürfe: Der gemeine Wert des Grundstückes und der gemeine Wert der Gebäulichkeiten, wie solche im Momente des Verkaufsabschlusses sich stellen, daß also der Geschäftswert (im engeren Sinne) nicht einen Gegenstand der Besteuerung abgeben dürfe. Bei dieser Gelegenheit wurde auch noch zu einigen anderen Fragen deZ Gesetzentwurfes Stellung genommen. ** Hausieren! Die Landorte werden zur Zeit von Hausierern heimgesllcht. Sie bieten, von Haus zu Haus gehend, Gesun dheitstee 2c. an. Vergleicht man die Güte der Ware und die Höhe des Preises, so wäre bringeng anzuraten, den Bedarf an Tee doch in den Apotheken und Drogerieen zu decken. Das phrasenhafte Anpreisen der von den Hausierern mitgeführten Teesorten veranlaßt die Leute, viel Geld für Tee auszugeben, der in der Stadt billiger i|t. Wenn man bedenkt, daß der Anpreiser des Tees vom Verdienste leb en will, muß er viel einnehmen. Diese M e h r - Auswendiglernen, aber bald vererbte sich so ein typischer Stock von Versen, den er bann, wenn er ben „Rummel" merkte, das alte Parabcpferd" nannte. Von ber Verhohnigelung des Vergil- Interpreten, der ben Spitznamen „Pinsel^ hatte, erzählt Eckstein in feinen Gymnasialhumoresken unglaubliche Dinge, bie aber nicht übertrieben sind. Mit Knallerbsen wurde er förmlich jut Türe hinausbombarbiert, von Gebrüll verfolgt. Einmal schrie er in ohnmächtiger Wut: „Ihr seid feige Buben! Ich habe mich noch vor keinem Manne gefürchtet, ich fürchte mich auch nicht vor euch!" Da schrie von hinten ein kecker Bursche: „Aber vor deiner Frau!" — er stand nämlich, wie die Fama sagte, unter dem Pantoffel. Ein wahres Jndianergeheul aus 50 Buben- kehlen war die Antwort. .Das Uebrige lese man in Ecksteins Gymnasialhumoresken nach. Man hat es diesem geistreichen, aber spottfuchtigen Gießener Kinde sehr verdacht, daß er so pietätlos feinen würdigen Direktor unter bem Namen Samuel Heinzerlings in feinem „Besuch im Karzer" verspottet, dem er übrigens in seinen Humoresken auch Züge voll Anerkennung leiht. Etwas Zopfiges hatte, ja wohl hie und da sein Unterricht, wenn er z. B. feine deut)che Literaturgeschichte nach lauter kleinen Zettelchen ablas. Auf einem solchen, ber ihm einmal aus Versehen herunterfiel, soll auch die Randbemerkung gestanden haben: „Hier pflege ich folgenden Witz zu machen." Er hatte die Eigenheit, alle Adverbia mit „Weise" zu übersetzen, z. B. „auf ichöne Weise, auf wunderbare Weise" und dergleichen. Ein Schüler^— es toar diesmal aber nicht ber berühmte „Wälhelm Romps" — übersetzte nun aotpdc durch: „auf weise Weise/ was natürlich etn Hallo verursachte. Da rückte stirnrunzelnb der würdige Pädagoge seine großen Brillengläser an ben rollenden Augen und rief mit vibrierender Stimme: „El., schreiben Sie einmal ins Mafienbuch: H. benahm sich auf höchst kändifche und lappische Weise! — Natürlich erneutes Jndianergeheul. In große Verlegenheit geriet er, wenn sich seine Zettelchen verschoben hatten und er die recyte Fortsetzung nicht finden konnte. .So erinnere ich mich, daß er eine Charakteristik der Vorläufer Goethes schloß: „Lessing führte ein wildes Welt- und Wirtshausleben, — Klopstock, ber fromme Sanger ber Messiade und der Oden, raubte nichtsdestoweniger gern schönen Mädchen Küsse," nun muß eine Lücke in_ feiner Zettelfammlung gewesen fein; denn mit etwas stotternder stimme fuhr er fort: „Das ist alles, was ich über Klopftocks literarische Laufbahn zu bemerken hätte!" — Uebrigens trotz aller Eigentümlichkeiten waren m i r wenigstens seine Dichterinterpretationen wie z. B. Sophokles Antigone Stunden wahrer Erbauung. „Das Gymnasium ist die Pflanzstätte alles Wahren, Guten und Sck)önen," so hob das Disziplinarl)eft an, das uns beim Eintritt mit feierlichem Ernst eingehändigt wurde und das meinem Entsetzen beim Heimweg einer meiner Kameraden tn 1000 Fetzen riß. Unter anderen erbaulichen Paragraphen hieß es „Das der Jugend gesundhnffchädliche T a b a k r a u ch e n und das zudem mit unnützen Ausgaben verbundene Besuchen von offent* lichen Bierlokalen ist bei Karzerftrafe verboten." Bekanntlich reizen verbotene Früchte, und wer vermöchte einem Heranwachsenden Knaben, zumal beim Vergleich mit gleichaltrigen Lehrbuben, e Aug. von vet-i I. N. Wo aus spitz'gen Pflastersteinen Kinder in der Brandgass' weinen, Tie gefallen beim Fehltritt, Ta wo selbst der Wehrmann selten Und die sonst durchzioh'nden Helden Können halten sichern Schritt; Wo der „EiZbar" trotz der Hitze, Fliehend vor der Buben Witze, Brüllend zu der Wüste rennt, Und wo oftmals mitternächtlich Mancher Trunkner wackelt mächtig, Ter sein Vaterhaus nicht kennt; Wo die Jugend aus den Pfützen Wasser saugt mit flciuen Spritzen Und des Fremden Kleid nicht schont; Wo auf Felsenkellers Höhen Bacchus heil'ge Tempel stehen. Immerfort vom „Lenz" bewohnt; Wo selbst im Kastanienschalten Traulich wandeln junge Ratten, —> Und, wo endlich nachtumschauert Einsamlich der Kirchturm trauert. Ganz von Kirch und Stadt getrennt, —- Da liegt Gießen, Zart von Wiesen Und vier Schooren sanft umränd't." — Universitäts-Nachrichten. — Nach Frankfurt a. M., au bie Akademie für Sozius, und Handelswissenschafteu wurde als Assistent am psychologischen Institut uud Seminar für Philosophie und Pädagogik Dr. 0 S ch u ltze, bisher Assistent an der psychiatrischen Klinik in Hall^ und Leiter ihres psychologischen Laboratoriimis, HerrNeu. =” Bad-Nauheim, 2. Aug. Bis zum 1. Aug. sind 21783 Kurgäste angckommcn, wovon am genannteil Tag> noch 6666 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 1. ' 265 517 abgegeben. k Ursa, 1. Aug. Anläßlich seines Scheidens .. hier tvurde dem Lehrer Ludwig Dern eine ergreifende Ab sch iedss e ier bereitet. In vorgerückter Abendstunde — S. K. H. der Groß her zog, der bei dem Jubiläum unserer Universität seine künstlerischen Interessen durch die Stiftung seines Porträts für die neue Aula und die meisterliche Jvbstsck>e Plakette bekundet hat, hat ein neues. Zeichen seiner Fürsorge für die Künste gegeben. Er berief den Waler und Radierer Fritz Heg en bürt h aus München nach Darmstadt. Da die Räume im Ernst Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe bereits sämtlich benutzt find, wird dem Künstler ein Atelier im Residenzschloß eingerichtet. — D i e Rektorat swahl an der Berliner Universität wurde am Mittwoch durch das Kollegium der ordentlichen Professoren vollzogen. Zum Rektor erwählt lvurde der Psychologe Geh. Regierungsrüt Pros. Tr. Karl Stumpf. In der DekanatSwahl wurde Gießens berühmtester Ehrengast, Wirkl. Geh. Ob erreg.>-Rsat Professor Tr. H a r n a ck zum Dekan der theologischen und der Anglizist 'Professor Dr. Brandl zu dem der philosophischen Fakultät erwählt. Tie juristische Fakultät verlieh ihre Deljanatsivürde an ben Geh. Jusüzrat Professor Dr. Giercke, der Privjatrecht liest, und die medizinische an Professor Tr. Kraus, der den Lehrstuhl filr innere Medizin und das Direktorat der zlveiten medizinischen Klinik in der Charite in Händen hjat. Al ü'ncl) en, 1. August. Bilderübcrtragungen, die nach Professors Kornö verbessertem System zwischen den Universitätslaboratorium in München und Berlin stattfanden, ergaben arlsgezelchnete Resultate. Das Bild des Kaisers ivuibc vor- l resst ich übevuiutclt. anstalteten der Krieger- und der Sängerverein einen Fackelzug und unter den Klängen einer Zivilkapelle bewegte sich dieser imposante Zug durchs Dorf. Ein Ständchen wurde dem auö hiesiger Gemeinde auZscheidenden Lehrer Dern gebracht. Lehrer Wißner, der zukünftige Dirigent de§ Gesangvereins ^Germania" gedachte seines Kollegen in warmen Worten und hob dessen Verdienste um den Gesangverein hervor. Zum Zeichen seiner Dankbarkeit ernannte der Gesangverein Herrn Dern zum Ehrendirigenten und Herr Wißner überreichte seinem Kollegen eine daraufhin lautende Ehrenurkunde. Mit ebenso warmen Worten und ebenso herzlich sprach Bürgermeister Gerhardt. Er redete hauptsächlich von den Verdiensten, die sich der Scheidende mn das Wohl der Gemeinde erworben hat. Zum Zeichen ihrer Dankbarkeit stiftete ihm die ©emernbe eine Uhr. Mit den Worten: /Möge Ihnen diese Uhr noch manche frohe Stunde schlagen!" überreichte der Bürgermeister Herrn Dern dieses Geschenk. Tief gerührt dankte innigst und herzlichst der Scheidende für alle Gaben, sür alle Anerkennung seiner Verdienste, für alle liebende Verehrung. An diese Feier schloß sich ein Kommers in dem Saale des Gastwirts Döll an. Während dcö Festaktes erhob sich Pfarrer Pc terL und gedachte in einer längeren [Hebe der Verdienste, die sich der scheidende Organist um die Kirche erworben und versicherte ihm, daß die Kirchengemeinde noch lange seiner gedenken werde. Ebenso innig sprach Herr Fuchs nochmals von dein Wirken des alten Dirigenten im Gesangverein. ES begann nun eine gcinütliche Feier, die chsi bis in später Nachtstunde auSdchnte. Dieser Feier Sing am Mittage eine Abschiedsfeier in dem Gasthaus, „Zum Edclhos", veranstaltet von dem BczirkSlehrer- verein Schotten, voraus. Aus nah nnb fern waren die Lehrer erschienen, um ihrem scheidenden Kollegen noch ein letztes Lebewohl znzürufen. Dec Dbiimmi des Bezirkslehrer- vkreinS Schotten, Lehrer Link aus Rudingshain, gedachte in einer längeren, herzlich gehaltenen Rede seines Kollegen und hob dessen. Verdieiiste um beit Bezirksverein hervor. Achiilich sprach Lehrer Hotz nn5 Nidda. Er dankte bem Scheidenden für die ivenc Mitarbeit an dem Lehrcrheim. : In höchst pocsievollcr Weise widmete Herr Ploch aus i Kaiiirod Herrn Dern einige Abschiedöivorte. Nicht minder herzlich sprach Herr Wilhelni mt5 Rabertshausen als Inter- ! Nationaler, ivie er sich selbst nannte. Er rühmte vor allem < ön5 KollegialitätSgefühl des Scheidenden lind erinnerte dabei Master- Nerleibanstalt Snndheimer & dichte strnpp Frankfurt a. M. h14/® pro außer GavibrinuS auch der Venus gehuldigt. Einen Hauptreiz bildete dann beim Anstimmen des „Rundgesangs beim Gerstensaft" die Nennung der Geliebten, der man Fensterpromenaden machte und seine ersten lvrischen Ergüsse stammelte, ja deren Namen man in „Ruhebänke filr Erwachsene" und in die „Schillereiche" und „Mumslinde" schnitt. Anfangs zwar machte ich mich über diese vorzeitigen Verliebtheiten meiner Kameraden in Humor. 'Balladen lustig, deren Inhalt den Zorn der Gehänselten, sowie den Groll der betr. Eltern erregten, aber bald traf mich Amors Pfeil lelbst, und cd, gibt keine Stropbenfvrm, das künstliche Sonette unb, Ghafel, sowie die antiken Versmaße eines Aleaeus und einer Sappho nicht ausgenommen, in denen ich mich nicht zum Preise meiner Schönen versucht lMe. Da wandelte ick) schwärmerisch und weltschmerzlich durch alle Schneisen des Philo- sosthenwaldes und Schiffenbergs, jubelte mit dem Erwachen und trauerte mit dem Sterben der Statur. Mit einigen gleichgesinnten Kameraden gründete ich ein literarisches Lkränzchen, worin wir die Klassiker lasen und uns int Nachbichten übten, wobei wir Lns aus Rum und heißem Wasser einen Grvg brauten. Welch traute Erinnerungen weckt mir heute die romantische Umgebung der alten Musenstadt, wo die Ruinen des Gleibergs, Vetzbergs, Stmiffenbergs und der Badenburg, das Kloster Schlf- fenberg und in weiterer Entfernung der Tünsberg und Kloster Arnsbura, sowie Münzenberg zu Spaziergängen und Ausflügen einluden! So manche Obstgärten an den sog. Schooren, das stud auf ehemaligen Festuugswellen angelegte Promenaden um die Stadt, so manche Felder auf der Ehaussee nach Steinbach und Großen-Liuden erinnern an Aneignung von Aepfeln, Birnen, Zwetschen und meisten Rüben, an gelungene Fluchten vor Eigen- tuntern und Feldschützen, künstliche Burgen in Sandgruben und versteckte Höhlen im Walde an Zigeuner- und Räuberleben, manche entlegene Schenke an l)eimlich genossenen Kirschenlikör und Dünnbier. In der Stadt selbst aber so mancher freie Platz an unsere Slinbcr- und Jugendspiele, wie Kreisel, Reiterball, Öwiubcc und vusaren, — manches hohe Giebelgebäude an Versuche, mit Steinen übers Tack) zu werfen, was lvir oft mit zerbrochenen Fens^rscheiben zu bezahlen hatten, — manche Ecke an eine bekannte Volksfigur, die wir mit Neckereien zur Verfolgung herausgcfordert. Da war ein stets betrunkener Proletarier, gen. „Eisbar", den wir mit Foppereien wie rasend machten, ein Jude mtt Spitznawm „Stuß", den wir durch Zurufen in solche Wut versetzten, daß er rmS die eben eingekauften Heringe ins soften bezcklsit My Konsument. Dazu kommt noch, daß man den Verkäufer vielleicht nie wieder zu Gesicht bekommt, um für etwaige Mängel des Gekaliften Ersatz zu erhalten, während man die in einem Geschäfte gekaufte Ware umgetauscht bekommen kann. Einen guten Namen macht sich ein Anaestellter einer Eichoriensabrik, indem er Stangen de§ KasteeztlsatzeL den Bewohnerit der Dörfer um Gießen herum gratis verteilt. Eine schmackhafte Reklame! •• OmnibuS-Verkehr. Sonntag mittag von 8 Uhr fahren die Wagen nach dem Festplatz (Liebigstraße) von Dlarkt und LudwigSplatz. Tie Fahrten nach dem Schiffeuberg fallen aus. , ** ?runk.enbach, 2. Äug'. Vom 5. bis einschl. 10. Aug. uaab] rchtigt das Infanterie-Regiment Kaiser W i 1 -> *2cJln. v r‘ 0 Schießübungen mit scharfer Munition bei Erda, Hohensolms und Fckmienback abzuhalten und das Gelände zu dresem Zwecke mit Poften übzusperreu. Tie Schußrichtung verläuft vom Torfe Hohmsolms in nordösflicher Richtung. Geschossen wird von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags. Tie Straßen Frankeilbach-Erda uud Frankeubach-Wilsbach dürfen an diesen Tjagen zu den genannten Zeiten nicht betreten werden. Marke „Fürst Bismarck" feinste 10 Pfg. Zigarre entpf. G.C. Volk, Bismcrckstr. 16, Ecke Ludioigstr. NeichhaltigeSLager nur anerk. ersttlassiger Zigarren- und Zigaretten-Fabrikate. 4019 : Darm ftadt, 2. Aug. Der d e u t sch-n at i o n al e H a n d- : 1 u n g s g e h i l f e n v e r b a n d in Hamburg hatte in einer Zuschrift an die Handelskammern vom 13. Mai 1907 wegen Erhellung kaufmännischen Unterrichts an gewerbliche Personen erklärt, daß er „im Interesse der Wohlfahrt unseres Volkes Einspruch erhebe gegen die Verwendung öffentlicher Mittel für kaufmännischen Unterricht an Mädchen und Frauen." Die hiesige Handelskammer hat jetzt diese Zuschrift dahiu beantwortet, daß sie den Standpunkt des deutsch nationnten Handlungsgehilfenverbandes nicht teilen könne. Sie sei der Ansicht, daß die Erteilung einer theoretischen Fachbildung an weibliche An- g e ft e H t e im H a n d e 1 s g e w e r b e auf Kosten der All- geineinheit nicht nur nicht schadenbringend, sondern in sehr zahlreichen Fällen durchaus u u tz b r i u g e u d wirke. X Ehringshausen (Dill), 1. Aug. Ju den Lemport- chasteu öat eine au deu Landtag gerichtete Eingabe zirkuliert, stie die Erschließung des Lemptales zum Gegeustaud nimmt. Das Lchnststück hat eine sehr große Zahl Unterschriften erhalten. Handelt es sich doch irm Befriedignng des Verkehrsbedürsinsses (Viele Arbeiter sind in auswärtigen Betrieben tätig) und um eine d^olroration dieses Gebietes. Dem Minister ist bereits eine Denk- Arift der Kreisverwaltuug zugegangen, in der allgemein für Aufschluß des Nordteiles des Kreises Wetzlar eingetreten wird. Mit der jüngsten Bittschrift wird nun eine bestimmte Linie m s Auge gefaßt, nämlich die Erbauung einer Nebenbahn von Ehringshausen aus durch das L e m p t a 1 nach Gl aden- b a ch. Tie Viehzucht ist innerhalb des Verkehrsgebietes schon wtzt von Bedeutung. Zn einer 1ü eiteren Enllvicklung von 5 ?re r au und Viehzucht gehört jedoch unbedingt eine Eisenbahn. Für die Nntzbarmachung der großen Waldungen mit guten Beständen >nn Buchen, Eichen und Fichten und die Hebung vorhmtdener Bodenschätze (Eisen- und Kupfererze, Krameuzelkalke, Phosphorit, Quarz, Kiesel, Jaspis, Zinnober usw.) md hier hinreichende Unterlagen geschaffen. Die Industrie wird llch beleben uud für viele Einwohner neue Erwerbsquellen abgeben. -i- Edingen, 2. Aug. AIS die Bahnstrecke Gießen—Köln eröffnet wurde, freiten die Züge im Kreise Wetzlar nur in Wetzlar und E hr in g s h a n s e n. Jetzt haben sämtliche (6) an der Strecke liegende Orte Haltepunkte. Nun wird laut Mitteilung der Eisen- bafridirektion auch mit der Bauausführung des Haltepunktes Edingen in Kürze begonnen. Tie Gemeinde hat bereits zu dieseui Zwecke 12 500" Mk. entrichtet, verpflichtet ist sie zu einem Barznsckstiß in Höhe der durch die Neueinrichtung entstehenden Kosten. Die Haltestelle kommt hauptsächlich den vielen Arbeitern unserer Gemeinde zustutten, die ans den industriellen Werken in Sinn, Herborn, Ehringshausen und Wetzlar beschäftigt sind. § N! a r b u i g , 3. Aug. Wie man hört, begiebt sich das Jägerbataillon am 14. d. M. nach Kassel, um au der Parade zu Ehren des Königs von England eilzunehmen. Gesicht schlug, sodaß uns Milcher und Eier um deu Mund spritzten. Kein Graben war zu breit, über den wir nicht zu setze» versuchteu, wobei man wohl manchmal abglitschte und ein unfreiwilliges Sitzbad nahm. Ich erinnere mich, daß ich einmal einen ganzen Tag in nassen Kleidern zubrachte, weil ich bei Entdeckung meines Unfalls die Strafe der strengen Mutter fürchtete. Besonders ahndete sie Löcher in den Aermeln und zerrissene Hosen, und das riskiert man doch, wenn man auf Baume klettert um Vogelnester aus^uheben. tteberhaupt die Waghalsigkeit der lieben Jugend! Wer gibt uns heute noch den kühnen Mut? Einen besonderen Reiz übte auch die Besteigung des Protest. Kirchturms, der sonderbarerweise ganz getrennt vom Gotteshause stand. Tie höchste Lust uud den größten Reiz übte aber der verstohlene Besuch öffentlicher Bierlokale, wie z. B. der Felsenteller des wegen seiner geschraubten Ausdrucksweise vielbe- lnchtcn „Vater Lenz". Der pathetische Ton dieses sonst biederen Gastwirts, sowie seine Gelegenheits-Tichteritis forderte» wohl die Neckereien seiner Gäste frraus. Beim Abschied des berühmten Che- nllkers Liebig, dem bekanntlich die Stadt Gießen in Verehrung cin Haus , auf der nach ihin benannten Liebigshöhe schenkte, soll er ein Abschiedspoem verbrochen Haden, das so anhob: „Willst du scheiden, teurer Liebig? — Oder aber an deiner Stelle viel lieber noch blieb ich!" Es liegt in der Natur der Sache, im Beispiel einerseits und int Trieb der Nachahmung andererseits, daß das Studentenleben die sog. Pennäler präckkupiertc und sich schon seine künftigen Jünger d?g. Es gab nicht nur Schülerverbindungen, sondern auch schon ausgeprägte Konkneipanten der Studentenkorps; mit Interesse verfolgten wir die Kneipereien, Kommerse und Paukereien. Vor Heuchelheim, dessen dicker Bürgermeister wegen seines charakteristischen Ausspruchs: „Mir is net wohler, als wann ich runderim sattgeg/sse sein unn gor naut (nichts) zu denke brauch!" berühmt war, lag die Heuchelheimer Atuhle, oft der Schauplatz blutiger Duelle. Hier war es auch wo Ernst Eckstein, weil er es gewagt hatte, eine gewisse Josefine in seinen ersten Gedichten zu verewigen, mit deren Rächer ein mehr lächerliches als ernstes Tuell ausfocht. Trotz seiner Unbewandertheit in der Führung eines Schlägers, versetzte er seinem Gegner ein paar blutige Hiebe, während er nur mit mehreren „Zdritzern" davonkam. So schützte Apollo seinen Jünger. Toch ich greife hier schon in meine L-tude»tenerinuerungen über und möchte für heute nur mit einer Verherrlichung Gießens schließen, die seinerzeit im „Greß. Anz." von einem gewissen „F. Hüne" (1849) erschien: „Wo die Wieseck schäumend fließet. Brausend in die Lahn sich gießet, Und der Glei- und Vetzberg winkt, — Liegt ein Städtchen, Iieich an Mädchen, Von vier Schooren zart umschlingt. Wo in Koller und Kanonen Musensöhne häuslich wohnen. Sich bekneipen, stechen, han'n. Tort, wo unter einem Dache Viele Vögel sonder Racl>e Ihre Sckiwalnennester bau'n; Kandel. -^Deutsche R e i ch s b n n f. Wie anqekündigt war, be- sand sich das Institut bei Abschluß bcs letzte» Autziveises wieder in der Notensteuer und es betrug der steuerpflichtige Notenumlauf am 31. Juli 26,81 Mill. Mk., womit gegen den vorausgegangenen Ausweis eine Verschlechterung um 1131/2 Mill. Mk. eingetreten ist. Im vorigen Jahr um dieselbe Zeit hatte die Bank über 92otenrescrve von 58,13 Mill. Mk. zu verfugen, und vor zwei Jähren sogar tüjber eine solche von 146,65 Mill. Mk. Die Weclisci, anlagen sind wiederum um 27,68 Mitt. Mk. gestiegen gegen 56,71 Mitt. WN i. B. Auch der Lombard zeig-te eine Vermehrung um 24,57 Mitt. Mk. .Andererseits l-aben die Einlagen eine Mnahme um 56,16 Mitt. Mk. erfahren. Ter Barbestand ist um 45,59 Mitt. Mk. zurückgegangen, der Efsettenbestand hat sich nur wenig vermehrt, lrährcnd er sich in der gleichen Vorjahrs- zeit um 19,74 Mill. Mk. verminderte. Ter Notenumlauf ist um 40,43 Mill. Mk. geio-achsen, mehr als in deu beiden Vorjahren. Im vorigen J-ahr haben die ersten drei Wochen des August zu, nehmenden Rückfluß gebracht, wie es sich diesmal gestalten wird läßt sich nicht Vorhersagen. Von der letzten Augustwoche aj bis gegen Ende September fliegen im Vorjahr d e Ansprüche an das Institut rapid, sodaß dies am 30. September sich mit der Rekordzifser von 505,34 'Mill. Mk. in der Notensteuer befand. Also nach allem ist, wie schon von zustündcher Stelle be- merkt wurde, (an eine Herabsetzung der Zinsrate nicht zu deuten- im vorige» Jahr frittc die Bank bis zum 18. September einen Diskontsatz von 4 1/2 Proz., dann stieg er auf 5 Proz., und am 10. Oktober bereits auf G Proz., um am 18. Dezember die höchst, Höhe von 7 Prozent zu erreichen. — Briauerei-Atien. Biele Brauerei-Aktien sind in der letzten Zeit ständig zurückgegaugen. Besonders find derartigen Angriffe» auch solche lüddeutscher Brauereie» ausgesetzt gewesen. In Sübdeutschland machte sich die Baissestimmung hauptsächlich dadurch geltend, daß die Mien au der Frank lnitcr Börse von Zeit zu Zeit mn Bruchteile zurückgehen. Bei de» Allie» der mitteldeutsa-e» Brauereien liegen die Verhält- hältnisse ähnlich, ben» ein so schlechtes Bierj,ahr wie 1907 ist iwch selten dagewesen. Bei den Aktien der norddeutschen Bstauerei-Gefellsch h ten finden tiie Rückgänge in der Regel stoßweise statt, und es sind die besten Brauerei-Aktien seit Frufrahr schon recht ansehnlich im Kurs gesunleu. An der gestrigen Börse gingen die Schullyciß-Lriauerei-Aktien plötzlich um 3,40 Proz. zurück. Es i)t Kaum zu erwarten, daß sich die Diviocnden für dieses Jahr auf tzer vorjährigen Höhe halten können. Märkte. Gicßc», 3. Aug. Ai arktb en chu Aus beutigeni Wochenniarkte kosteten: Butlerpr. Psd. 1.20—1.25 Mk., Hühnereler 1 St. 7—8 Vsg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Ganseeier 10—00 Pfg., Emeneier 8 Psg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen p.Psd. 18-24Pst, Linse» p. Psd.25-40Psg., Stauben pr.Pr.0,80—1,00Mk., Hühnerpr.Sl« 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Eliten pr. Stück 1,80—2,20 M., Gäilse pr. Psd. 00—00 Psg., Lchselifleisch pr. Psd. 82—88 Psg., Kuh- uni) RiubfleistH pr. Pfund 80—82 Pfg., ©cfrueine- fleisch pr. Psund 64—84 Psg., tecfruemefleifd), gesalzen, pr. Pfund 88 Pfg., Stalbflcifcl) pr. Psd. 80—90 Psg., Haimnelfleisch pr. Psund 61—84 Psg. Welsche per Pfund —Kartoffeln pr. 100 Kq, 10—12 M, Zwiebeln pr. Zlr. 10,00—12,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Kirschen bas Pfund -'0—25 Psg., Slüsse 100 Stück 50—OG Pfg., per Ztr. 9—15 Mk., Weißkraut per Stück 15—80 Pfg., per Zenmer Mk. 0.00—0.00. — Marktzeil von 7—1 Nhr. Bei der wechselnden Witterung treten bei Säuglingen sehr häusig Verdauungsstörungen auf, welche am sicherfielt dadurch verhütet und beseitigt werden, daß man an Stelle der bisher gereichten Milch eine elmvaildsfreie, leicht verdauliche Nahrung verabreicht. Eine solche ist das feit 40 Jahren altbewährte Nestte'fche Kinbertuehl, welches fchon in Taufenden von Fällen Rettung gebracht hat. iss*/» einigen ander» Nachbarkollegen aus dem Glatlbzahl, einem nahen ForsthauS, erlebt hatte. Erst in später Abendstunde trennte man sich. Mit dem Gefühl, einen treuen Kollegen verloren zu haben, trat man den Heimweg an. Ulrichstein, 2. Aug. Sonntag, 11. Aug. nachrn. 2 Uhr findet int Groh'fchen Saale hier eine Ver- sarnmlung der Vertreter der bei dem Vahnprojekte Mücke-Ulrich sie in-Rixfeld interessierten Gemeinden statt. Die Versammlung wird die Finanzierung des Bahn- Projekts beraten. -s- Lauter La ch , 2. Aug. Die hiesige W e b s ch u l e , die die AiiSbildiing tüchtiger Berufswebcr und Webmetster für die Hand- und mechanische Webereien bezweckt und auch jungen Kaufleuten und Fabrikanten Gelegenheit bietet, die Weberei gründlich zu erlernen, wird in Kürze eine bedeutende Vergrößerung erfahren. Außer der Erweiterung des Websaales mit seiner maschinelle» Ei»richtu»g sind im Neubau vier lveitere Zeichensäle, Sitzuugs- zinimer »sw., mit Zentralheizung versehen, vorgesehen. Sämtliche Stühle und Maschinen werden nach dem modernsten Systein, durch (Sleftronwtore betrieben. Der Neubau sott im Juli n. Is. seiner Bestimmung übergeben werden. Die Kosten werden sich auf 30—äöOOO Mk. belaufen. sd Darrnstadt, 2. Aug. Durch die Verlegung^ des Bah il Hofes nach Westen ist auch die Umlegung der städtischen Kanäle notwendig geworden. Die Stadt hat hierfür außer den sonstigen Unkosten den Betrag von M. 6 0 0 0 0 0 aliszubringen, von delien allerdings nach Errichtung des Bahnhofes die Vahnverwaltung die Hälfte zlirückvergüten will. [flxhäven l - < Vertreter: b29. Magdeburger GT£et Niedrige Prämien. Günstige Bedingungen. Mriance-fiOhmascifomen in ii a27A i für Oelschmicrung. C•/, J Liebigstraße 13. Fernsprecher 218. 3’ C16/t 5034 Giessen, August 1907. w Barmstedter 8 b “/, Antwerpen] nach und A D m >■ t - iq ir Gegründet 1855. lt ü Reparaturen werden in meiner Lüerkstütte sachgemäß und prompt ausgeführt; ebenso stehen geübte üeler 50000 i im Gebraueb. Georg Schwab, Heidelberger Strasse 129, Hoflieferant SQp- Bedeutendstes Einrichtungshaus Mitteldeutschlands. ZSV Zimmer8-Einrichtungen sür Gras, Klee und Getreide sind unerreicht Konstruktion, Leichtzügigkeit, stabiler Bauart und tiefem sauberem Schnitt, Grotzherzogliche Bürgermeisterei. Mecum Oberbürgermeister. Emmy Schreiner Karl Keitzer Gerichtsschreiber-Aspirant Verlobte. il ■f it i Glefzen, den 31. Juit 1907. Söetr.: Fleischbeschau; hier: Unterrichtskursus am Schlachthof zu Gießen. Das Grohhcr;ogliche Kreismill Gieszea an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. , Wir beauftragen Sie, binnen einer Woche zu berichten, ob in Ihrer Gemeinde und in welcher Zahl Teilnehmer zu den im Gießener Cchlachthofe vom 2. bis 28. September und vom 1. bis 28. November l. Js. stattfindenden Unterrichtskurscn sür nicht tierärztliche Fleischbeschauer vorhanden sind. Sofern innerhalb einer Woche keine Anzeige von Ihnen erstattet wird, unterstellen wir, daß keine Teilnehmer in Ihrer Gemeinde vorhanden sind. ,I. V.: Froelich. | Schlcifapparate, Haud- und Pferderechen, Gabel- uud Q Haspelheuwender mit wendender Radspur in ueuestcn verbesserten Konstruktionen. — Kataloge gratis und franko. — Ä Koseniha.1 Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Hillebrand st raße von heute an bis auf weiteres sür den Fährverkehr gesperrt. Gießen, den 1. August 1907. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Mater-Dienst der Jfamhurrj-Jtaerika-Einie von Hamburg Z Nortabätem ■t i! I ■t Ä -ii Gchlljchaft Gießen Seltersweg 63 Besondere Abteilung Bewachung während der Reisezeit Mau verlange Besuch eines Beamten. 4984 Schäl- und Saatpflüge 2- u. 3-scharig mit staubdichten Radnaben Lebens-Versichernngs-GeseHschafi (Alte Magdeburger.) Lebens-, Unfall- und Haftpflicht-Versicherung. Sylt WM, W a. Fäfcr fahren täglich der neue Turbinen- Schnelldampfer „Kaiser“ Vorteilhafte Gewinnbeteiligung. Versicherungsbestand Ende 1906 ca. 268 Millionen Mark. Sumina der Aktiva ca. 85 Millionen Mark. Bisher an Versicherte bezahlt ca. 79 Millionen Mark. General-Vertreter für Giessen und Peg.-Bez. "Wiesbaden: H. Erleb in Giessen, Goethestr. 46. 1685 Die Arbeiten und illieserungen für die Herstellung eines Abortgebäudes nebst Bahnhofmagazm auf Bahnhof Langgöns sollen zusammen verdungen werden. Zeichnungen und Angebotsmuster liegen auf unterzeichneter Inspektion zur Einsicht aus- auch können LlnaebotShefte von derselben für 1— Mk. (bestellgeldfreie Postanweisung) bezogen werden. . 3)ic Angebote werden am 17. August 1907, Dorrn. 11 Ubr im Jnspeltionsgeväude Zimmer 17 geöffnet. Vollendungsfrist 6 Monate. Zuschlags frist 14 Tage. [B3/8 Grotzh. Eisenbahn-Betrtebs-Inspettion Gießen 1. AmflicherHttl. BekanntinachMq. 93ctr. t Umbau der Areisstraße Gießen—Steinbach. Wegen Vornahme von Umbauarbeiten ist die Kreis- straße von Gießen nach Steinbach vom 5. August b. ab auf die Tauer von ungefähr vier Wochen für jeglichen Fuhrwerksvcrkehr gesperrt. Gießen, den 27. Juli 1907. GroßherzogiichcS KrciSamt Gictzen. ________________ I. 93.; Dr. Merck. Bad Salzhausen, Soolbui) £lierljfjjcn WntB bequemste Lage mit schattigem llülöl El VI! ~“tte!L. Prospekte gratis. -^eleph. 5, L’i int Nidda. [3432 Die Stelle des besoldeten Beigeordneten der Stadt Glichen ist wegen Wahl ihres bisherigen Inhabers zum Beigeordneten der Stadt Barmen auf die Dauer von 12 Jahren neu zu besetzen. Das Gehalt beträgt jährlich 4500 Mark, steigend von 3 zu 3 Jahren um je 500 Mart bis zum Höchstbelrage von 6000 Mark. Für Bewerber mit Erfahrung im Verwaltungsdienst kann das Ansangsgehalt höher bemessen werden. Ruhegehalt, Witwen- und Waisenversorgung sind wie bei den höheren Staatsbeamten geregelt. Bewerber, welche die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst oder zum Richteramt besitzen, wollen ihre Meldungen mit kurzem Lebenslauf und Zeugnisabschriften bis zum 1. September hierher einsenden. Persönliche Vorstellung vorerst nicht erwünscht. Gießen, den 26. Juli 1907. Abfahrt ».Hamburg St. Pauli Landungsbrücken Werktags 8 oo VmM Sonntags 7 so Vm. 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Die Gemeinde Großen- Lindert hat einen 21/» Jahre alten Simmentaler Bullen quin Schlachten zu verkaufen. Schriftliche Angebote für den Zentner Lebendgelvicht wolle man big yim 6. d. MtS., vormütags 11 Uhr hierher ein- Lerchen. Mai Gr.-Linden, d. 2.Aug. 1907. Großherzogl. Bürgermeisterei Großen-Linden. Bowningpistolen Cal. 7.65 u.Gal. 6.35, Gartengewehre, Revolver, Pistolen, Patronen und Stockdegen in großer Auswahl bei Ad., steinig Wasfenhandluug, 3850 30 Seltersweg 30. Reue WluWi Kelbc Perle v. Erfurt 3.25 Mk. Krllvroseu 3.- Mt. pro Ztr. intl. ^^^orsendet unter Nachnahme ab Station Lchgell [4007 Ludwig Erb, Echzell [Wetterau), Zum Ostend °-L"" Kaieer-Allee 47 vftend hin. Souutag, den 4. August 1907 Großes Tanzvergnügen. Mf! eSte eme 6”dfM Sonntag, den 4. August von mittags 1 Uhr ab ! techieszei uni Mayl&erh