Donnerstag 31. Januar 1907 137. Jahrgang Zweitcö Blatt General-Anzeiger für Gderheffen in Vorträgen. 10 Uhr. Damenkarten 50 Pty. Orpheum“, Die Direktion. fortgesetzt. '31 bg Moithan, old RegieiungSoerlreker waren die Minister Ewald, Gnautb und Braun, Geheimrat Erscheint tSgNch mit Ausnahme deS Sonntag». Die „Gießener .ffamIiiendiStter- werden dem ,?tn^eiaer' viermal wöchentlich beiqelegl, daß „Kreisblatt ffir Sen Kreis Eletzen" jweimal wöchemtlch. Ter „hefstsche Landwirt" erscheint monatlich einmal Ksom Fiuagzausjchuu per zweiLeu Kammer. KB Darmstadt, 29. Jan. Tr. Eisen Huth und mehrere Mimsterialiäte zugegen. Es wurden ohne wesentliche Anstände zunächst die noch niet- händigen beiden Kapitel SS und 89 erledigt, Gymnasien. Nea'gymnasien, Nealschulen rc. Gesamtausgabe 2 439 398 Mart (gegen daS Vorjahr mehr 97 689 Mark) und höhere Bürgerschulen 94 850 Mark (mehr 8 800 Mark). Weiter kamen die dem 9lbg. Diolthan zum «Referat überwiesenen Kapitel der 10. Hauptabteilung, bett, das Ministerium der Finanzen (Hop. 98—113) zur Beratung. Kap. 98 (Mini- ucrium) schliefet mit einer Ausgabe von 532 340 Marl, das sind 9 990 Mark mehr als im Vorjahr. Die Mehrausgabe ist durch bte Anstellung eines werteren ständigen hilsS. arbeiterü (7 statt 6), eines weiteren MinisterialregistratorS (11 Halt 10) und GehallSverbesserung bedingt. Tie übrigen Kapitel: Hauplstaatölasse, Forstverwaltung, Kataster, Bau- wesen, Br> den und Uebersahrlen, Erdrnesiuug, Münzwesen, LtaatSrente, Betriebskrankenkasse, Privat, und aufecrlnssisch Bahnlinien re. haben gegen daS Vorjahr nur unwesentliche ! Veränderungen erfahren und bieten kein weiteres Interesse. politifd>c Lagesschau. Professor harnack über den konsessionellen Streit. Bei der HaisergeburtStagSfeier in der Berliner Universität 'hielt der berühmte Theologe Prosesior Harnact die Festrede. Uebec die KonfejsionSspalllmg in Leutjchland führte der an den Herrn üanbtagiabflcorbrcte.i x^blcr, den Hauptde » schwerdepur.tr der «Detenten bilden, so übersehen dieselben vollständig, datz sie all hessische Slaatödiena nach den bcHi- schen und nicht nach den preutzischen G.>:ve» wrc eteuer zu entrichten haben. Tie Dclcnten und auch Herr ^.anbtajlabg. Löhler scheinen nicht zu wissen, das; die teilweise eisenbahnseinge Nückvergütung der Konununalstcuer an bi: aus Hess ischein Gebiet stationierten preußischen Beamten sno stützt ans daL diesen Beamten zustehendc Privileg, wonach deren Einkommen in Preußen nur mit der Hülste zur S-ommunctftenct herangezoaen werden darf. Tcr Umstand, daß der preußische Beamte aus Grund dieses Privilegs, das schon viclsach angesollten worden ist, in steuerlicher Hinsicht besser daran ist, wie sein hessischer Kollege, berechtigt letzteren noch nicht, die gleiche Vergünstigung für sich nnzenstraese IS. ebruare ' [761 f^cidioiW ^wctt masert 8 Miu.ster Haruack. Nach der Auflösung des Sier^srageL hat man der Berliner Regierung, alS sic durchblicken ließ, nach erfolgtem Bruch nut bem Zentrum auch liberalen Forderungen mehr Ent• aegenkommen zu zeigen, vielfach DotgciDoricn,, daß zu einem sola^u üurse der Kultusminister Dr. v. Studt mit seiner ortho- Dören Vergangenheu nicht passe; nun ist eS ein ossenes Qiebeim- Ker neue ZLeichsrag. Line Extraausgabe deS .ReichSanz.' gibt eine Uebcr. sicht dec für den DteichStag erforderlichen Stichwahlen auf t^tunb der vorläusigen amtlichen Ermittelungen, syerner veröffentlicht daS Blatt eine Zusammenstellung der Wahlen vom 25. Januar. Nach diesem amtlichen Ergebnis sind 237 Abgeordnete endgültig gewählt und 160 Stichwahlen haben siattzusinden. D»e gewählten Abgeordneten verteilen üch ivie folgt auf die verschiedenen Parteien: 43 Konservative, 10 Rcichspurtei, 1 Bund dec Landwirte, 3 deuUche Reformpartei, 2 treuliche Volksparlei, 29 Sozialdemokraten, 3 El- iässer, 1 Däne und 5 Wilde. An den Stichwahlen sind beteiligt: 20 Konservative, 19 RcichSpartei, 6 Bund der Landwirte, 4 Deutsche Steformpartei, 11 Wirtschaftliche Der- euugung, 25 Freisinnige VoUöpartei, 11 Deutsche Volks- partei, 88 Sozialdemolcaten, 4 Elfäffer, 1 Welfe, 6 Wilde, 36 Zentrum, 4 Polen, 61 Nationalliberale, 16 Freisinnig« Vereinigung. Bis jetzt haben gewonnen: die Konservative 8, die ReichSpactei 2, das Zentrum 6, die Polen 3, die Nationalliberalen 10, die Freisinnige Volks- partei 4, die Deutsche Volksparlei 1 und die Wilden 5 Mandate; verloren dagegen: die Konservative 3, die ReichSparlei 5, die Deutsche Reformpartei 2, die Wirtschaft- liche Vereinigung 3, daß Zentrum 5, die National» liberalen 9, die Freisinnige Vereinigung 1, die Freisinnige Volkspartei 3, die Sozialdemokraten 21, die Elsässer 4, die Welsen 2 und die Wilden 1 Mandat. 'teil a 1 J fnlli) 60 ).-2o|e PCr/ü| [iS g-ciiil-'tf o 51-***; baiiivesen" erfordert 19 400 Mark, daS Knnstilraßenweseu 1 224 200 Mart (3 650 M. weniger, alS im Vorjahr), für die Handelskammern werben, wie im Vorjahr, 21 130 Marl LtaatSzujchuß erforderlich und zwar für Mainz 4630 Mk., für Taimsiadt und Offenbach je 3000 Alk. und für die Kammern in WorniS, Wiegen, Friedberg und Bingen je 2500 Mk., sowie 500 Mk. als Zuschuß zu den Kalten deS s>andelskammertagrS. Für daS Kapitel Förderung deS tauf- männischcn Fortbildung«.Unterrichts sind 12 000 Mk. an- gefordert, wie im Jahre 1906, für die Handwerkskammer 6000 Mk., für die (Sewerbeaussicht 71 7o0 Mk. (mehr i4 700 Wik., worüber bereits kürzlich nähere Angaben ge- ,nacht wurden), für Tampfkeffelprüsung 4G 000 Dik. (die durch , Gebühren von den Kesselbcsitzern wieder emgcbracht werden), siür daS Aichwesen betragen die Ausgaben 18 680 Mk., bie Einnahmen sind für 1907 auf 113 000 Mk. berechnet, das ist 23 000 mehr, als im Vorjahr. Für die Zentralstelle für die bewerbe- und äandeS-Vereme sind 153 400 Ml. Ausgaben und 45 900 "Mk. Einnahmen angesitzt, für die Ehemische PrüfungSstation Darmstadt 16 615 'Ulf., für Gewerbliche Unterrichtsanstalten, sowie sonstige Förderung von Handwerk und Knnstgewerbe 203 620 Mk. und suc kimslgc- werbliche und gewerbliche Zivecke 16 000 Alk., 2000 Ml. weniger als im Vorjahr. Stach Erledigung dieser Abteilung trat der AuSschiiß noch in die Beratung dec XL Hauptab- Heilung, Ministerium derJusliz, ein (Kap. 88—97) und I hielt zunächst eine Generaldebatte über diese Abteilung ab. Tie Fortsetzimg der Beratung erfolgt morgen vormittag Rotationsdruck und Verlag der vr üblich« UnwersuätS - Buch- und eteinb ruderet R. Lang«, Lietzen. Redaktion, G^pebition und T ruckerei: Schul- stratze 7. (tfpebuion und Vertag: Aedatrlonre^lir. Toll-Adr.: A.r-erger^reben. sich nur um einen Uedergangsposten Uanoie, todebiten mit Verwaltungssachen vertraut maajen wollte.. SDi darf eS sich nicht verheh.cn, da» eine Ernennung Sanvati ium Kultusminister einen ungcheucen Eindruck ü b hierin tatsächlich ein gewisser System w e ch s e l liegen wurde. | An Angriffen gegen eine solcye Wahl, angesichts von Larnack^ pr- nonzierier moderntheologischer Stellung wurde es sterltch E fehlen. Die hervorragende Rede zu der Geburtstagster r des Kaisers zeigt aber deutlich seine Sinnesart, ja man.^nn..’‘c , eine Art Programmrede bezeichnen. Er wurde s ch mühen, eine Versöhnung nach Möglichkeit herbcrzuluhren und das Trennende beider Kirchen in den Hintergrund zu stellen. Löürde seine Wahl, wie gesagt, vielsaa- auch aus Widerstand stoßen, io stände doch außer Frage, daß dieselbe eine weitere geergniste Maßnahme wäre, der Berliner 81 cgi erung bte li x Wirkung ber Linken auch in der kommenden Zeit zu sichern. zu beanspruchen. _ Lvir möchten daS Unwetter sehen, da» sich uamcntiw» seitens ^der ländlichen G e m e in d c v o r st ä n d e über dem Haupte >dcs LandtagSabg. Köhler entladen würde, wenn feine Anfrage daS vorstehend geschilderte Privileg auch für die hessischen Beamten zur Folge hätte. Will er dies aber nicht, dann hat seine Anfrage abiolut keinen Zweck und Wert, was er den Petenten gleich hätte mitteilen sollen., Tas Wohl und Wehe auch der hessischen Eisenbahn- beamten hängt hinsichtlia) der EinkommenSvcrhaltnisse nicht von den Stellen in Darmstadt, sondern von den Stellen in Berlin ab. Lus leßterc aber Einsiufe zu gewinnen, wird, das bedarf doch gar (einer Frage, dem Vertreter einer großen angesehenen Partei weit eher gelingen, wie dem Augehörigen eines so eigenartig zusammengesetzten winzigen VartcigruppchcnS. Tie einsichtsvollen Eisenbahnir wissen ganz genau, wem sie ihre Interessen anzuvcrtrauen haben, die einsichttz- [ o j t n überlassen wir gerne bem Herrn LandtagSabg. Köhler. Nebenbei fei noch bemerkt, datz Herr H e n 11 g e n st a e d t sich bereits feit Jahresfrist bemüht, Eietzen und noch einige Ort« in eine höhere L-roisilasse zu bringen und hofft bei der nächsten Revision deS SeroiSiarisS (1G0S) mit seinem Amrag burebiu- Dringen. An die grvtze Elocke hat er dies frcllich noch nicht gehLngll__ $ie Aortjehuug des MahlKampjes. (ließen, 31. Januar. Don eminenter Bedeutung ist eine uns heute auS Köln zugegangene Meldung. DaS Kölner s ozialische Parteiorgan, die .Rheinische Ztg.", lehnt sich gegen die Stichwahlparole deS Parteioorstandes auf, speziell m Bezug auf die Losung: Keine Stimme einem Rational, liberalen. Diese Anweisung berücksichtige nicht bie Verhältnisse in den einzelnen Wahlkreisen, bewerte alle Liberalen Kandtdaten unzulässig über einen Kamm! Dem Zentrum Krieg unter allen Umständen, von dieser Losung dürfte keinen Augenblick abgegangen werden. ES sei bedauerlich, daß dec Parteioocstand bei der Stichwahlparole nicht auch daS Zentrum unter diejenigen Gegner der Sozialdemokratie rechnet, deren Unterstützung nicht diskutabel wäre, während bezüglich der Liberalen die Parole unzulässig schematisiert wäre. TaS Kölner Cozialisienblatt ist jedenfalls verständiger alS das Offenbach-Gießener Sozialistenblättchen, das seinen freien ManneSmut dadurch beleunt, indem eS blind nach der Berliner Pfeife tanzt, im übrigen aber damit den Arbeitern m rührender Unenuvegtheit ins eigene Fleisch schneidet. TaS Grüppchen Teutschjozialer steht im Dienste der kons. ostelbischen Junker und deS römisch unfreien Zentrum?. Tut n.ch.ö, der von den Demokraten deS Wahlkreises unterstützte 'Jlüiio'naUiberale wirb weiterhin allen Tatsachen zum Trotz als „Reaktionär^ verschrieen, ob er auch eifriger Verfechter der obersten liberalen Forderungen, der Aufrechterhaltung deS bestehenden ReichetagLwahlrechts und der KoalstionLsreiheit ist. Wenn irgendwo bie Berliner sozialistische Wahlparole keine Geltung haben darf, bann ist daS m unserem Wahlkreise. Die Arbeiterschaft ist jedenfalls auch vernünftiger al5 ihre Pr und wird tun, was sie für recht befindet. J5'.e wird sich von einer gewiffcn'.osen Preffe nicht irre fuyren taffen und den Broten ves Kölner SozialisteiiorganS nicht nur für Köm, sondern auch für Gieren anerkennen. Ihr ist es jedenfalls auch nicht Len Saal. Profeffor Harnack fuhr fort: Mehr Freiheit innerhalb der christlichen ftircuen, mM S«ten- und Geincsgrmeuucha,t, tui 'M» Veau, dann rouo bet kirchliche Frieden nicht meoc gestört werden. L c Lnen an bie i)iu lutbie au btiubcn, sondern in der e/oege inr das ^vijl ®l.icr ÄottSgcnossen. Tas, was zu geschehen hat, ist 'ur.den Laien nicht ichwcr: er soll zuerst Ehrist sein. Die ihreben aber matten -ucch bie vernc,te iiuuiuiJ der Geschichte aas der ton,estwiusti^n ^^Vi^vicun Punkten sei eine Verständigung möglich. Stände Nicht h.er wie dort daS A-irchentum dazwischen, die beiden tton- fenumen wurden scksvn zur Verständigung louunen. Juxt st-heo- lügen wlUcn auch Borresungeu der anocren ilüiifefiwii^bureii uhö au, gemeinsamen llviigrcsien sich übet historische oIuäcn verständigen, ^n bie F-reiheir d.r ILrajen buric nicht von äugen eiiigcgtiiien werden, alnr die Katholikeii muhen lernen, d.e rillt Dun th.L jidigum zu sa-erdeii. In beiden Krtchen muiie Jiaum für sreu>.irtich: ui-tiuiuiung geschaffen werden;Me pratestaiuische K.rase brauche mehr 'Diut zur freieren Auslassung des Bekenntnisses, bie taiboUiu^e zur Irüitigeren Bekampsung des 2iberg.aubcn5. Leide über füllten mchr ^iul>vü psiegeu, aui daß bie yUtifliou rem, das Vaterland stark werde. 'n ftotf " "”b * »ft hfifd ,, .. ,«»» Wert, r ’OIDIC öte L"*,*. noT. '"si'b-n. te od, 'J!’b beißt es opi 1 unb xi üg zu sende,z, Für lrcsorm. i/n t 'Lehrentz. Rebncr an-: „Lin Hauptgrund unserer UneinigTeit ist bie tanfeiTionellc »rage; wir Deutschen stecken noch mitten' barin, während andere Dosier sie berc.ts zu beseitigen ober aus bem poliiuchen Leben auö- iuschellren mußten. Wit haben keine akute Krise wie Frankreich, sondern eine chronische. Zn fast allen Kultur «ragen ist bat Volt in zwei Lager gespalten, unb unsere Enllvicklungsideen rennen überall an die Zäune und Mauern bet Aoniempn an. Ull unsere Lebensäntzemngen finden ftill oder laut fonfcnumeUc Hemmnisse und bie Situation wird noch dadurch erschwert, baß bie eine Partei chre Direltiven auS dem AuSiandc erhllll Fast glaubt man bei uns, daß dieser Z w i e s p a l t z to i f ch e n katholisch und protestantisch ewig bestehen mune,, jebc Hoimung uuf Annäherung gilt al* Utopie. Sbcr eine Wldje Abisimuiig tu priori ist eine theologische ch lande it. Die Einheit ist doch noch immer der Qtrunb der chnstlw)en Kirche, und ntanä)C Ursache der Spaltung ist heute veraltet. Ausgabe der fKeugum unb 'Wissenschaft ist es, eine Milderung der Gegensätze anzubahneii. - . ........- ------ # - Der öiter er tollte biat, Religion unb konseffwn ganz aus dem AuSickust erledigte bann weiter ohne wesentliche Debatten ösfenllichen Leaen amsLu,chatten, bamit b» »nfessioiien dann B Osann II überwiesenen Kapitel 76-87, hnb^nid)tÖangebiaMUSd)?unsich^t ^auch Jer JUtfohUmu* nu,: \ belr. Bergbau, Verkehr, Handel und bewerbe. DaS Aerg- nur ein dog men starres pvtillschos QJcbilbe Auch er lebt und eniroidcit fid>. b.;t manches in der Stille bereits getan. An die Stelle der hochmütigen Loteranz muß aber Anerkennung treten. $n diesem Augenblick betrat KultuSmiiiister Dr. v. -v t u d t t am 4. Februar, mmt 06X8 loyal. uar tttchhaiL Kouzer/. _HLE_gesL- ■eppeimefel r per Pid. 16 Pia- ♦ stzmalr; aokll^l Im Finanzausschuß der zweiten Äam’n'r wurde heule bie Beratung des Staatsdaushaltsetats BR Dar mstabt, 30. Jan. Heute würbe In bet jemein- schaftsichen Sißung mit den 9icgierung8öertrctcra der ixiat deS boxen Jöcrgangengeu niajr wne, «uh ... v» v... v,,™ ------ I iitifter ium der Justiz erledigt. K-iP. 8S, Ministerium, nis, baß Fürst Bulow den Stanovunlt des LultusMiNisters keines- ^ord.rt 52,820 Mk. für vcrsönliä-e unb 7000 Mk. für sachliche wegs vollständig teilt unb nur angesill)ts der Situation in Ausgaben, Kap. 89, eberlanb^geiicht, erwrbert 130 740 Mk. Preutzen seine Zustimmung zu den Maßnahmen des Herrn v.Studi, p^sönliche uuti 3370 Mst sur saaillche Ausaaben. B acaeben haitc ist es doch auch bem Eingreifen Bülows juju-Landgerichte utid Amtsgerichte betauten sich d^e Oesamd schreiben dast' man beim preuß. SchulumcrhaitungSgesetz durch auSgaben auf 2 2310W Mü oder 10-1 lo Mst m.hr als im eine Abschwächung der Vorlage zu b ” ^jble^^ru^Tcnd^ngtiTnD. S^beziekrn Hülfsgerichtsschreiber damals glaubte mau, baß Herr v. Studt gehen würde, . AmtSaerichten 9öJ0 Mk. mehr, ald bie im Bo nähr, Verleihung des Schwarzen Adlcrordens ein l>tlästerchcn bdben I _ Lchreibl-Ülle bei den Amtsgerichten such anstatt 2o9 sollte. Aber Herr v. Studt blieb trotz oder eoen wegen der -anreich P^rjahr diesmal 301825 Mk. und uifolge b:r beabstalgigen ihn gerichteten Angriffe, da eö nun einmal in Preußen t‘ teil anderweiten biegeiung der Vergütungen d^r Jen üblich ist, den Schein zu vermeiden, a!5 ob ein Minister infolge 20 600 Ml. eingestellt worden; auch die eines Larlauientsvotums verschwinde. Nach bem 13. Dezember ^ben erfordern diesmal 11930 Mk. mehr, dagegen konntedas meint man nun, daß Fürst Bülow nicht mehr ln die Notwenbig. ^Lpitel Lasten aiff lo611' Mk. vermindert leit versetzt sei, Studt noch langer un Amte zu belassen, undso I Etat ^8 W fit Z,^eti straf an sdalt Butzbach beläuft tauchen erneut Gerüchte auf. üaer einen bevorstehenden Aücktri.i 49792? Mk. ^gegen das Bocsahr 92 781 ML mehr), des Kultusministers. Aber allzuviel Wahrscheinlichkcit ist chnen « J LandeSLuchthaus a r ten sch l o ß .2 <6 210 Mk. (gegen sääsj; « ssti tewHi W äu sä und b« gKSÄÄiteÄ teuigen 'lielbungen nur den Tatsachen vorause.len. I Mar. b allgemeinen Fonds liir Stell- Als Nachfolger wird erneut Broses,or V am a cf genamit, W 9üO M I« %. « wn (n 00(J f ein intimer Freund Bülows, der als persona grati sima of ru den ^^ls im Vorjahr) erforderlich Tie. heutige Beratung dauerte in engsten Streife ©eiabencn des Kaisers geho^ Pros, lldols I fl^ebue Sitzung Tonneistag 10 Uijt. __________ Sarnau erklärte zwar einem Mitarbeiter des „B. dte Kleidung, ■■■■ — ---- ----—— Satz er zum Nachfolger des Kultusministers v. Studt ernannt sei, Z»r Anfrage des «bg. ttöhler. sich wie ^schonseimerzell sin^aufsallende^Erscheinung war, daß bett, die E i n k 0 m m e n S v e r h ä l t n i s s e der im Gemeinschaft^ 1 Ä’-Ää MK« unb ^inierbiiebenenaelder in rtjrem blslxrigm Berhi.tNts vcr blecken od^r in das Beröältnis bet Eimeinicha^beamten über- rreten. Im enteret Falle verbleiben ihnen die bisherigen Be- uns Ansprüche nut der Aus icht aus 3erjeheraitg d-llsiben Ki i6?r feef- Km ieaierin Falle werden ne minderen- ^ack imen biZhtr.gen dienstlichen Bergen unter die Beamten der Gcmeinsc.,^ tsverwa.tung eingereicht und ujaaStn auf Si.utK.gu}ä.: und, Lu^terblieoenenb'-ruge uach Maßgabe der s,E acfeyliaien Be'.iuian.ngen und bis U/nen unfrisischen «Staats» Tie Angabe der Petenten, daß sie die „früheren vrechte und Einrommen mit den preußischen haben vertauschen müs sen , ist biernau) durchaus unzutressend. Jeder Beamte hatte das Recht, nach vollständig freier Entschließung ,eme Entscheidung zu treffen bie dadurch noch erleichtert wurde, daß tedem Beamten die zur Beurteilung der Verhältnisse erforberiu^n Unterlagen iei“§S b,e sowohl m bet Ein,-bk an le, bcssische Sina-yntini««--», wie in bem Schreiben -erborgen geblieben, welche unlauteren Mittel ihr Gießener Blättchen benutzt, um Stimmung gegen den liberalen .Gieß. Anz.E zu machen. Eie wird unserem vorgestrigen Leit- artikel entnommen haben, daß die uns am Montag drahtlich übermittelte Meldung von der Stichwahlparole des »Vor- wärts* * unvollkonunen war, und daß wir das vorgestern bereits feststellten und berichtigten, während gestern, also 24 Stunden nach unserer öffentlichen Richtigstellung in einem nicht zu übersehenden Leitartikel, noch auf jene unsere leider unvollständige, drahtlich verstümmelte Nachricht in der jenem Blatte eigenen Ooanrbo-Tonart heiilend hergefallen luirb. Eine solche alle Grenzen der Vernunft wie des Anstandes überschreitende Kampfesart, die die offenkundig erwiesene Ehrlichkeit des Gegners in das Gegenteil zu verkehren sich dreist bemüht, uiid deffen unzweideutige Aufklärungen absichtlich totschioeigt, richtet sich von selbst und muß und wird doh der gesamten Arbeiterschaft deS Wahlkreises verdammt werden. Wie man es gemacht htt seitens der Köhlerianer, um Stimmen einzusangen, zeigt eine rroch kurz vor der Wahl in dem Crte N. abgehaltene Wählerversammlung. Der Rbdner, der dort auftrat, war alles andere als gewandt, aber die Verdienste Köh.crs verstand er doch in den glänzendsten Farben zu malen. „Er hat", um einzelne Stellen dieser Rednerleistung zu markieren, bie Hirten Hunde steuerfrei gemacht, er hat gemacht, daß die Spinn st üben nicht aufgehoben wurden, er hat gesorgt, daß die Polizeidiener ausgebessert werben" u. s. f. u. s. f. „Also", so fuhr der Agitator fort, „ist er der Mann, wie Ihr Laridleute ih>l Haven mußt; nur er vertritt Euere Interessen 1" Die wenigsten Zuhörer mußten, daß der Redner hier nur Anträge Köhlers im Landtage vorbrachte, nicht aber Verdienste als Reichstagsabgeordneter. Aber die Wchl erg^b hernach, das der Redner nicht vergeblich gesprochen Hütte. So beicht läßt sich mancher betören! Wahlhumor. In dem Orte F. bebeideie man in dein Wahllokal einem Wähler, er möge hinter den Vorhang treten und dort semen Zeltet Ijmem tun — man meinte in den Umschlag, den man »hin reichte — und sodann das Kuvert abgeben. Man horte, während der Wähler hinter dem Vorhang weilte, ein Aechzen des Tisches, dachte aber nicht weiter darüber nach, da jetzt der Wähler den tlmjchlag abgab. Beim Schluß der Wahl fanb man em leeres Kuvert. Gleich dachte man an jenen Wähler und untersuchte den hinter dem Vorhang befindlichen Tisch. Hieran halte der Mann die Plane gehoben und seinen 3 e 11 e 1 in den verschlossenen Tisch- tasten g e id o r f e n. In Orten des Wahlkreises kursierte bei der Wahl der Vers unter den Wählern: „Wähle m'r d' Krumm — so sein m'r dumm, Wähle m'r d' K o h l e r — so inache m'r 'n Fehler, Wähle m'r d' H e h l i g e n st a e d t — der macht uns aach nitt fett." Besser hieße wohl die letzte Zeile: das wäre nett. In einem Torfe des Krems Wetzlar wurde — wie uns ein Leser schreibt — bei der Reichstagswahl in dem vorgeschriebenen Briefumschlag ein Zettel in die Urne gelegt, der den Namen der O rtsxanthippe trug und darunkcr stand: „Wenn die des Ria ul au flut, dann sch iveige se all im Reichstag." Aus dem Wahlkreis Friedberg-Biidingen wird uns geschrieben: Die Aussichten der Stichwahl zwischen dem bürgerlichen Kandidaten Graicn Oriola und dem Sozialdemokraten Busolb sind hh Onola außerordentlich günstig, sodaß die W t e d e r w a h t des seitherigen Abg. Grasen Oriola als vollständig gesichert erscheint. Zu den bereits in der Hauptwahl ei- Hal lenen 8500 Stimmen wird er auch die 3200 Stimmen des Antisemiten Bahr falt ausnahmslos erhalten, nachdem sich hauptsächlich Landwirlschait treibenden ca. 2000 katholischen Wähler sürOriola erklärt haben. Einige Wähler Tr. Streckers treten für Busold em, doch soll sich Dr. Street er lelbjt nebst seinem Nauheimer Freunde für Oriola erklärt haben. Bemerkenswert ist, baß die Stiinmenzahl Busolds gegen 190J nur um ca. 400, bie der drei bürgerlichen Kaudlbaten dagegen um mehrere Tausend zunahm. Ter Parteiausschuß der vereinigten Links- liberalen beschloß am 29. b§. Bits., in Bad-Nauheim, für die Stichwahl den Wählern freie Hand zu lassen. Auch hat der liberale Landesausschuß soeben von Frankfurt a. M. aus für alle anderen in Betracht kommenden Wahlkreise des Großherzogtums eine Parole in diesem Sinne ausgegebcii. Neuester Trick Pindewalds. AuS dem Kreise Lauterbach wird uns geschrieben: Mit den unglaublichsten Mitteln sucht der Berliner 'Maler Bmbewalb das Reichstagsmandat zu ergattern. Achtung, ihr Bauern, Berliner Antisemitffche Zeltungs- rebafteure sind ba 1 Was bringen euch bieje für seltsame Mär, um Stimmenfang zu treiben! Dec Berliner Redakteur Bruhn hat soeben in einer antisemitischen Versammlung in Maar erklärt: „Mein Freund Alnbewald tritt ein für Aufteilung bes Großgrundbesitzes!!!" Diese Erklärung sei festgenagelt, Bauern, merkt auf, diese Erklärung ist wiederum ein plumper, widerlicher Wahlschwiu - bei. Denn im Reichstag wird der Großgrundbesitz durch bie konservative Partei vertreten und gerade die Antisemiten hängen zu allen Zeiten fest im Schlepptau der Konservativen. Bauern, durch diesen unerhörten Wahlschwindel will man euch ködern, diese Berliner halten euch für so dumm und glauben euch bannt fangen zu können. Da lob ich mir die Sozialdemokraten. Sie bekennen offen Farbe in der Agrarpolitik. Kein Sozialdemokrat würde einen fo tölpelhaften Wahl- schwindel verüben, dafür ist der Sozialist beim doch zu ehrlich. Bauern, gebt am 5. Februar die richtige Antwort auf biese Berliner Wahllüge! In ber gleichen Angelegenheit wirb un§ noch aus Lauterbach geschrieben: Tie in der Versammlung zu Maar am Montag anwesenden Freiherrlich Riedesel'ichen Beamien werden wohl sehr ersiannl iiber bie Stellungnahme ihres Parteifreundes Bruhn gewesen sem. Doch ist niemand von ihnen Bruhn entgegengeiteieiL Tie Freiherren Ricdeiel zu Eisenbach als Beiitzer von ausgedehnten Gütern müssen jedenfalls den Standpunkt der Rejormpartei auis schär'sle verurteilen. Ter nanonalüberale Rechtsanwalt Scheer aus Vaulerbach trat den Ausführungen BruhnS energisch entgegen. Tas Zentrum. Rach einer Meldung bet .Köln. VolkSz.« ist in einer in Köln abgehaltenen Besprechung über die Stichwahlen, an ber bie Vorsitzenden der Landesausschüffe, bezw. der Provinzialausschüsse, ber ZentriunSpartei bet Rheinproomz, Westfalen, Hessen-Nassau, deS Gr oghet z ogtums Hessen, der Rheinpsalz sowie einer Anzahl weiterer Vertrauensmänner der Zentrunispartei teiluahmen, nach eingehender Beratung beschlossen worden, dem Wahlkomitee der ZentruiuS- parlei zu empfehlen, nur diejenigen Kandidaten zu unterstützen, die sich verpflichten elnzutreten: 1. für bie Aufrechterhaltung des geltenden Reichstagswahl. rechts, gegen je be Beschränkung des K^alitionS- rechtes für die Fortsetzung der sozialen Reform» gefetzgebun -, sowie gegen jede Ausnahme des Gesetzes auf politischem Gebiete, 2. für bie Sicherung bet vollen Religionsfreiheit in allen beulschen Bundesstaaten im Sinne deS Toleranzantrages, sowie gegen jedes Ausnahmegesetz auf religiösem Gebiet. Es läge also nichts ber Wahl Heyligenstaebts durch die Mitglieder ber Zentrumspartei in unserem Wahlkreise entgegen. Köhler dagegen steht bekanntlich dem Reichstagswahlrechte wie der 'volkstümlichen Reform unseres Laudtags- wahlrcchtes mit gemischten Gefühlen recht bedenklich gegenüber. Seine Stellung zum Koalilionsrechte ist ebenso zweifelhaft, und von sozialen Reformen will feine Partei überhaupt nichts wissen. 9 Das badischeZentral-Wahlkomiteedersozial» demokratischen Partei fordert die Partei in Stichwahlen zwischen Liberalen und Zentrum zur strengsten Wa b le nt ha ltun g auf. Tie liberale Vereinigung in Hanau hat den Beschluß gefaßt, bei bet Stichwahl tatkräftig für den nationalliberalen Kandidaten Amtsrichter Tr. Lucas einzutreten. Eine Vertrauensmänner-Versammlung ber Zentrums- Partei des Wahlkreises Bochum beschloß bie energische Unterstützung ber nationalliberalen Kandidatur Haar- manu unter ber Bedingung, daß sich bie National- liberalen bindend verpflichten, in Köln energisch für die Wabl Tr im b orn s ei nzutre t e n. Aom U dener Krubenung ück. Im Beisein des Prinzen Friedrich Leopold, deS Ministers Delbrück rc. fand am 30. Jan. auf der Grube Reden die Trauer feier für bie Opfer ber Katastrophe statt. Die Toten waren in Särgen aufgebahrt. Prinz Friedrich Leopold ergriff das Wort und sagte etwa folgendes: Im Austrage S. Al. des Keifers stehe ich hier, um den Hinterbliebenen aufrichtiges Beileid auszusprechen und um nachzusehen, ob hilfreich eiugegrisseu werden kann uuh ob hilfreich ein- gegrissen Worten ist. Angesichts des schmerzlichen Vermstes, ber nicht nur die Bergleute, sondern das ganze Vaterland betrauen hat, spreche ich Ihnen ba5 innigste Beileid S. M. des Kaisers aus. Ein Trost möge es sein, daß jeder Mann seine Pflicht getan hat, wie es jedem Deutschen geziemt und wie es nicht anders erwartet werden kann. Hierauf hielten Geistliche beider Konfessionen Trauerreden. Sodann ergriff Staatsminister Del brück das Wort und sagte etiva folgendes: Ich kann Ihnen sagen, daß S. Mstf. ber Kaiser am liebsten selbst hierher geeilt wäre, uni im Kreise der Bergleute sein Bcileid auszusprechen. Ich steh: hier als erster Beamter der Kgl. ©rußen. S. Maj. hat bereits S. Kgl. H. den Prinzen Friedrich Leopold mit reichen Mitteln zur ersten Linderung der Not ausgerüstet. Es haben ferner reiche Mittel zur Verfügung gestellt, bie Großherzogin von Baden, ber Erbgroßherzog von Baben, der beutjd.c itronprinj und die deutsche Krouprin- zessin. Leider ist es trotz aller Mühe den Rettungsmannschaften nicht gelungen, mehr Menschenleben zu retten. Alle Beamten vom Steiger bis zum ersten Minister haben bie Pflicht, nach besten Äräflen dafür zu sorgen, daß es ben Untergebenen gut gehe, wie auch ich es tun werde. Ich sage den Toten als letzten ©rüg bie Worte, die ihnen auch zugerusen wurden, als ber Schacht eröffnet würbe: Glück auf! Ehoratinusik beendete die Feier, die eine halbe Stund gebauert hatie. Tie Leichen sind von der Staatsanwaltschaft freigegeben worden. (Stimmt sind 110 Leichen, 149 sind geborgen, 9 liegen noch in der Grube. Tes Verwesungsgeruches wegen können die AnfräurnungS- und Bergungsarbeiten, obgleich die Witterung der Grube lüieber normal ist, nur mit Drägerschen Apparaten ausgeführt werden. — 21 ch t Mann sollen in der Grube n o ch leben und machen sich durch Klopfen in der Richtling nach dem Hemitzschachle zu wahruehmbar. Von dort sind zivci Fahrsteiger mit Rettungsmannschaften zur näheren Feststellung eingefallen. Berginipektor Müller erhielt durch den Prinzen Friedrich Leopold den roten Adlerorden IV. Klasse; bie Steiger Groß und Bartsch erhielten den Kgl. Kronenordeii IV. Klasse, sechs Bergleute bas 2iügemeine Ehrenzeichen für Rettungsleislungen. Weitere Auszeichnungen stehen bevor. * In der Budgctkommission deS preuß. 9tbgeorbneten- hauses teilte der Unterstaatsselretär des Hanbelsministerinms eine vom Handelsminister auS Saarbrücken eingegangene Depesche mit, nach welcher bie vermutliche Ursache beS Unglücks eine Schlagwetterexplosion mit folgenbet Kohlenstaubexplosion lit. Bisher würben 62 Tote unb 25 Verletzte über Tage geschafft. Letztere sind außer Lebensgefahr. Vermißt werben 8 6, bie vermutlich tot linb. Tie mit verunglückten Wettermänner sollen vorher bie Arbeitspunkte wettet frei gemelbet haben. Eine weitere Depesche des Hanbelsmiilisters besagt, bie Grube sei allenthatben tüiebcr befahrbar. Daß bie Arbcitspunkte vor Beginn bet Schicht wetterfrei gemeldet wurden, wird durch bie zusiäubigen Steiger bestätigt. Die Ermittelungen über bie Ursache ber Katastrophe sind noch im Gange. In ber Bubgetkommission teilte ber Finanzminister mit, der Kaiser habe ben Prinzen Leopolb von Preußen mit 20,000 Hl a r f ans bem Dispositioiissonds nach Reben gesanbt, um ber bringenben Not vorläufig abzuhelfen. Der Prinzregent von Bayern spendete den Leid- tragenden 5000 Alk. Tie Berliner Stadtverordneten beabsichtigen 10 000 Mk., der Wiener ©ein ein berat zur Linderung der Not der von dem Grubenunglück betroffenen Familien 10 000 Kronen zu spenden. • Infolge einer Kohlenstau bexplosion auf ber Kohlengrube Stuart bei Fayetteville im noröamerifan. Staate Westvltgmia sind 80 Bergleute, bie 500 Fuß unter ber Erbe arbeiteten, verschüttet worben. Bon ben Verschütteten ist bis jetzt noch niemanb gerettet worben. Die Kohlengtiide Stuart bet Fayetteville ist durch die Kohlenstaubexplosion vernichtet worben. Der VeutilcillonS- apparat ist gleichfalls zeritört. Einer Rettungsabtc'.lnug gelang es, bis auf 150 Fuß Entfermmg von ber Schacht- sohle, wo bie 80 Bergleute arbeiteten, vorziibrmgcn. Wetter kam sie jedoch nicht, da Trümmer ihr den Weg versperrten. AUS Staot NNS ltano. Gießen, ben 31. Januar 1907 * * Geschworenen» Au Slosung. Zu ber am 4. März 1907 beginnenden Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurden Li: Namen nachstehender Hauptgeschworenen aus ber Jahresliste 1907 behufs Bildung der Spruchliste gezogen: Kausmann Philipp Kraus- grill XI. in Nieder-Weiscl, Landwirt Heinrich Schäfer IL in Eschenrod, Landwirt Heinrich Lenz III. in Atzenhain, Schlosser- mci|"ter Edmund Nagel in Gießen, Fabrikant Heinrich M y l i u s in Gießen, Aeig. Daniel Jung IV. in Freieuseen, Landwirt Johs. Alt in Eichelsdorf, Professor Tr. Christian Bartholom Le in Gießen, Müller Julius Zimmer in Lauter, Landwirt Heinrich Ernst Schmand in Holzheim, Bauunternehmer Martin A ßermann in Gießen, Rentner Otto Horos in Echzell, Müller Ludw. Bräuning in Lindenstruth, Kaufmann Rudolf Gutermut inGroßen- Linden, Mühlenßesitzer Jakoß Wilhelm Phllippi in Büdesheim, Landwirt Georg Gonkrum VII. in Münster (Kr. Gießen), Faßrikant Leonhard Hoos in Lauterbach, Landwirt Heinrich Franz in Gedern, Landwirt Karl Heß in Petterweil, Landwirt 2ldam Lachmann in Henimen, Kaufmann Louis Möller II. in Lauterbach, Landwirt Wilhelm Müller I. in Odenhausen, Landwirt Konrad Karl Stroh in Eifa, Landwirt Louis Widdersheim I. in Borsdorf, Pachter Friedrich Brückmann in Birklar, Stadtverordneter Jean Kirch in Gießen, Landwirt August Psannstiel in Hainbach, Landwirt Karl Seum in Wallernhausen, Fabrikant Lolprecht Struth HL in Lauterbach, Landwirt Joseph Anton Wiegand in Herbstein. * * Zum Groß-Karbener Eisenbahnunglück. Der Führer des Güt.rzuges Georg Gernant aus Gießen, ber sich int Franst urter srudrrsdien zirankeuhaus beraub, wurde geilem, da seine Verletzungen unbedeutender Natur sind, entlassen. Das Befinden der beiden anderen Verletzten ist uiiDeraiiOert, beide schweben immer noch in Lebensgeiahr. (Danach Hal sich das gestern erwähnte Gerücht, daß Lokomotivführer Papperl ge» swrben sei, nicht bestätigt.) * * Dern bürg in Frankfurt. Auf Einladung der Handelstammer Frankfurt a. M. wird, wie wir bereits nut» teilten, ber Koloniaidireltor Exzellenz Dernburg am Sonntag, den 3. Februar, nachmittags 5 llyr, im Hippodrom in Frank,uvt sprechen. 9cad) dem Vortrag findet ein gemeinsames Abendesfen statt. Der hiesigen Handelskammer sind ca. 50 Eintriltstarien zum Vortrag zur Veriügung gestellt worden, welche von Inter- essenten auf dem Bureau ber Handelstammer, Norbanlage 50, wahrend ber Geschäftsstunden in Empfang genommen werden tonnen, Eßendasettst loerben Anmeldungen zum Aßendeffen, welche int Lause des Freitag Vormittag erfolgen müssen, entgegengenommen. * * ©in Wahlflugßlatt der liberalen Parteien liegt der heutigen Ausgaße des Gießener Anzeigers ßei. * * D i e Porzellan-Einrichtung für das neu ev- ßaute Ver ß indungshaus ber Landsnrannichait Sarin- stadtia, das am 16. Feßruar eingeweiht werden wird, ist zurzeit int Scl>aufenster der Firma Lang u. Wiederstein, Alarlt- straße, ausgestellt. * * Aus dem Bureau bes Stadttheaters. Noch, mals sei auf bas morgige Benefiz bes verdieniwviien Dßenegihcurä Bakvs hingewiesen. In dem Vollsstück „Else vom Enenhos" wird ber Beneiiziant die Prachtsigux des Erlenhofßauem verkörpern «und bau sie als Prachtsigur auf die Bühne kommt, dafür bürgt die gediegene Gestaltungskunst Aakofs. Die Titelrolle der „Else" wird von einem Gaste Fräulein Marie Lauter manu aus Darmstadt gegeben. Wir werden in der Dame eine liebenswürdige, hochtalenrierte Nrnve kennen lernen, die in diesem Jahre durch eine Reihe von Gastspielersolgen an größeren Buhnen iljrcn Ruf befestigt M. Hermann Bato,s Benesizaßend verspricht also sehr interessant zu werden. r. R u d o i n g s h a u s e n, 30. Jan. Dec Steinhauer Diel von hier stürzte gestern im Steinbruch zu Londorf miolge eines Fehltrittes eine Hohe Felswand hinunter und zog jich dabet schwere Verletzungen zu. Ob fie lebensgefährlich sind, tumue der Arzt noch nicht konstatieren. sd. Darmstadt, ÖU. Jan. Der Studentenvcrband an der Technija-en Hochsämie Darmstadt feierte heule den Geburtstag des Kaisers im Orpheum. Bon ber Pro- fessorenschafl war anwesend ber Prorellor Prof. Dingeidep und Prof. Dr. Schesfers. Den Vorsitz sühtte Stud. Kern (Scizze), ber den Kommers mit einem Salamander eröflnete unb bann buit Kaiser a.s Vertreter von Kunst unb Wissemchaft feierte, sowie auf den guten Ausfall der Wah.en, die das beste Ge- burtstagsgefchenk seien, himvtes. In das Hoch auf den Katfer wurde begeistert eingestimmt. Es loutoen hierauf Depescl)en an S. M. ben Kaiser unb S. K. H. den Großhorzog aogefanbt. Stud. Harms (Akad. Chor) feierte ö. K. H. den Grogherzog und brachte ein breilad)€5 Hoch auj ihn aus. Die Rede au, ben Rektor und bid Pco,essoren hielt Stud. Vollert, worauf Prorekwr Professor Tr. Dingeldey dankte und einen Salamander aus das gute Einvernehmen zwischen Professoren unb Studentenschaft kommandierte. Sind. Bon Hardt hielt eine Rede au, bie er)a;ienencn Gäste und bie Stadt Darmstadt, worauf Berg. Baurat Jäger bin tu unb ein Hoch auf die Stadenun- scha,t ausbrachte. Stud. Meschke kommandierte einen Sala, mander auf bie Damen. Zum Schluß wies ber Vorsitzende sS-tub. Kern daraus hin, daß der anwesende Pro,. Schessers nach el,jähriger Tütigtett demnächst du Techn. HodMale Deriaut, woraus sich bet ©eieierte vor seiner Abreise nach Eharlottenourg ojffzittl verabschiedete. H.ö. Darmstadt, 30. Jan. Der unter dem Protektorat I. K, H. der Großherzogin stehende Frau en verein der hiesigen Martinsgcmeinde hat heute eine Klc inkinder« schule etngcmeiht, die ganz aus Rtitteln der Gemeinde nut einem Kostenaufwand von 46,000 Mark ernchtet wurde. Der Einweihungsfeier wohnten viele Gcmeindeglieder und geladene Gäste, darunter Oberbürgermeister Riornewcg bei, der nach Ansprachen der Pfarrer W e t tz und Do g g a u jede Gründung einer solchen Schule als eine rettende Tat bezeichnete. Die Schule zählt 125 Pfleglinge, kann aber noch bedeutend vergrößert werben unb ist für Pfleglinge aller Konfessionen zugänglich. Im selben Haase soll später eine Krippe errichtet werden. Die neue Schule wurde mit Genehmigung I. K. H. der Großherzogin nach bem Erbgroßherzog Georgevich u l e getauft sd. Darmstadt, 31. Jan. (Drahtbeticht.) Ein in bet Altstadt wohnender, 27 Jahre alter Sd>ursscrgc,elle O. wurde heute in deml Wald westlich der Heidelbergerstraße tot aup gesuiiden. Er hatte sich durch einen Revolver,chug entleibt h. Frankfurt a. M., 31. Jan. Ter 28 Jahre alte Arbeiter Josef Scheina erstach gestern nachmittag nach kurzem Wortwec.)sel auf offener Straße den gleichalterigen ©elegenheits- arociter Andreas Wityelm Sechting. Der Taler wurde sofort verhaltet Tie Leiche wurde nach der Halle des Franksurler Fried- hojes verbradst, wo bie Seklion erfolgen wird. X. Gelnhausen, 30. Jan. Der seit 33 Jahren in bet hiesigen ©umnu,aßrit tätige Werkmeister Fritz Popve hat sich in seiner Wohnung erschossen. Der Beweggrund ist noch unbeUiuit [l Marburg, 30. Jan. Zu den Meldungen auswärtiger Blätter, daß ber berühmte Marourger Gelehrte Pros. v. Behring an gLiundheittiipcai Störungen leibe, fei leitgeitellt, daß diese Nachriihtcn jeoct Begründung entbehren. Herr v. Bchnng weilt hier und liegt bei vorzüglichem Be,inden rührig |einen minemu>ü|tliQ)eu Arveiten ob. — gegenwärtig werden oie h^eugen ©eioeroetieioeuheii au,geordert, sich zur r>cage der Ein,uchiung öes 8 ll h r - L a d e u s ch 1 u s s e s zu erklären. U Laasphe, 50. Jan. Za der 'jJeeiOung aus Wolshagen, baß eS dort gelungen sei, den Mordender Luise Becker auS Dünebusch abzufassen, sei bemerkt, tag bei Deydorf ebenfallss die Äldgcrm den sicheren ZugaugSsteg, der mit Platten belegt ein Mann verhaft t wurde, den man b^rmmt für den Tfiter war, nach der onagc hinübergelrcn konnte, anfUtt den Dorrlatz scunmen. Wetter Höchste Temperatur am 29.—30. Januar Niedrigste 29.—30. Die Schulsteuern sind dadurch auf Unter den hier gewähl- Petersburg, 31. Ian. Dieb. Seaelmarken Brühl’sche Univ.-Buch- und Steindruckerei Frische im „Löwen“ auf C*7. Areitag, 1. Aekruar, aöends Umlage aufbringen. 313 % ge fliegen. in jeder Ausführung eu billigsten Preisen 1,4*0. - 4,8’C. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Sicligionsacsellschaft. Sabbatleier am 2. Februar 1907: Freitag abend 4.50 Uhr. fcamsiaq vornuiing 8.30 Uhr. Nachmulag 3.30 Uhr. Labbat-Ausgaug 0.10 Uhr. Wochengotlcsdiensl: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. hält. — In Berleburg brach eine ti-oa 50 I hre alte Log. lohrerSsrau auf dem Wege zur KalsergeburiLragSfeier tot zu- ,nj.".) Amtliche Dlotierunflcn der heutigen Viehmarkl- vreiie. Zum '^eilaufc standen: 13 Ochsen, 0 aus Oesterreich 2 Bullen, 0 aus Oesterreich, 40 Rühe, Fersen, Stiere und 'Jxinbcr 0 ans Rumänien, 697 Kälber, 193 Schafe und Hammel, 10 Ziegen, • Kleine Tageschronik. Ein schrecklicher Unfall ereignete sich in der e l e k t r. Zentrale in Königs- Hütte. Zehn Arbeiter waren in unmittelbarer Nähe der Kesselanlage beschäftigt, als plötzlich eine heftige Explosion erfolgte. Ein Tampsstrahl unter dem Drucke von zehn Atmosphären traf die ahnungslosen Arbeiter. Dem grüneren Teile derselben gelang eS, sich in Sicherheit zu bringen: vier blieben besinnungslos an der Unsallstelle liegen. Troy sofortiger ärztlicher Behandlung ver- ßarben sie unter entsetzlickren Qualen. TaS Unglück ist auf den Bruch eines SiederohrcS des Dampfkessels zurückzuführen. — InHilden wurden in Alexander CoppelS Fabrik einem jugendlichen Arbeiter von seinem Kollegen mutwillig die Kleider am Leibe angezündet. (5t wurde in hoffnungslosem Zustande nach beni Krankenhause verbracht. — Zn der Station O e tz t a l der Arlbergbahn ist der Dampfkessel der Lokomotive des GüterzugeS 61 explodiert. Ter Maschinist und der Heizer wurden weit sortgeschleudert. Der erstere wurde bewußt- los auf dem Dach des festen Waggons gefunden: beide fmb sänoer verletzt. Der Materialschaden ist groß. Der Bahnoerkehr ist trotz des Unfälle- nicht gestört. DattOcl und Verkehr, volkswirtschast. Berlin, 80. Jan. In der Gesellscha'tsversammlung des Kalisyndikats teilte ber ©eneralönefior Wrätmec mit, das; der Mehrabsatz im Jahre 1906 gegen 19uö 402 löo Toppeizentner reincS Kali betrage. Ter Wert des Umsatzes im Jahre 1906 ist gegen 1905 um rund 7 'Millionen Alk. gestiegen. In dieser Summe ist der Werl ber anßersyndikailich seitens Sollstedt uerfanften Mali- jalze nicht enthalten. Ter (Äejamlumjatz hat sich in acht Jahren verdoppelt. Wie in beit Borjahren sollen für die Propaganda erhebliche Mehraufwendungen eriotgen, um 9)lütcl für die Vetsuchs- anstellung, s.)iu6|teUuiiQ6iucieu, Veröffentlichungen und Zeunngs- reklame zu beici'asjen. Für letzteren Ziveck werden in diesem Jahre rund 22ö 000 l'tf. zur Verfügung stehen. Tie Zahl der Propaganda- Oleschästsstellen, die Ende 1906 3d betrug, soll auf 41 erhöbt werden. Auf eme Anftagc Emil Sauers gibt Direktor Schuddekopi Aus- (uiifl über die Anfang Januar neuerrichtete Hamburger Filiale des Kalifyudilais und am Befragen des Bergrats Ohöblct und des cheneraldrreltors (Sraüncr über die m den Zeitungen erwähnten Tiffercuzcu zwischen dem Syndikat und dem Thoinasmehl-Berein und deren Grund. Sodann genehmigt die Veriammlnng den mit der Aktiengesellschast Heldburg wegen des Kalibergwerks „Frisch Gluck" aus der Wnmelage ber Parität in Kaiseroda abgejcblosjenei'. Vertrag. Auf Anregiiug des Geheuncrats Zuckjchiverdl spricht die O)cfe. schaiisversammlung der Königlichen Bergwerksdirektion in Saarbrücken aus Anlaß des UuglücksialleS auf Reden ihr Beileid aus. Auf Anregung des Freiherrn o. Lppeuheiin wurden für die ymicrbliebeneti 10 0o0 Mk. zur Verfügung gehest. Die GeseUfchaits- oerfaimnlnng erklärt sich schließlich mit der bereits oerösscntlichten Stellung des Aufsichtsraies hinsichtlich der Preisfrage euwerstanden. Märkte. ^Frankfurt a. M., 81. Jan. (Telegr. Orig.-Bericht des 2lrbcitcrbcivc e u b r a n ch e ruht gcgcuwäitig die Arbeit. Tie Arbeitgeber haben, emcm Veifammlungsbelchluß tolgeud, die Wcik- Heinen geschiof en und alle organisierirn Arbeiter entlasten. Tie Uriactc dieies Vorgehens liegt in Tifiereuzem die schon sen längerer Zeit schweben. Tie (Lehnl'enschait hatte die Forderung oeltelit, daß alle Arbenskrästs mir durch den (pehul'ennachiveiS bezogen werden. 07 = 07 = ten Arbeiter-Bevollmächtigten wurde einer verhaftet, sechs ausgewiejen. Der Senat erklärte den Professor Myljukow für nicht wahlberechtigt, weil er den Direktorpotlen in der BerlagS-Buchhandlung Obscheslwennaja Polsa, auf Grund dessen er den rlckahl-ZensuS besitzt, erst im oorigeit Jahre erhalten, ihn also 12 Tage weniger als ein Jahr bekleidet hat. Cs muß jedoch heroorgehoben werden, daß bis jetzt solche Wähler zu Taufenden ui den Wählerlisten anstandslos eingetragen waren. Israelitische StcligionSgemeinde. Hottksdtenlt tu der Synagoge (Südaulage). Samstag, den 2. Februar 190 7. Vorabend 5.15 Uhr. Morgens O.uo Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. SchriftcrNärung. Sabbatausgang 0.10 Uhr. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag b n L Februar: 2ei(ivcuc heiter. (Peiniger Schnee. Leichter Frost,, jedoch nur nachts. Schtvache nördliche Winde. Literarisches. — Politische Haupt st römungen. Bon Geheimrat Professor Tr. K. Th. iietgel. („Aus Natur und (Setfletoelt". Sammlung toinenfd>a«;lidpgcmcinDcrüänbhdv.-r Darstellungen aul allen Gcbi:ten b:5 Wissens. 129. $änöd;ickstSfreunde nicht mehr möglich ist, sich über die Ergebnisse dieser Svezial- arbcilcit aus dem Laufenden zu erhalten. Um so willkommener muß eS sein, wenn der 91 und euer Historiker Heigel diese einzelnen Entdeckungen zu einer umfassenden Darstellung gestaltet, die die wichtigsten poll.'fchen Ereignisse üdui Ausbruch der jranzösisckxn Revolution an bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts verfolgt, womit eine Schilderung der politischen Ideen Hand in Hand geht. Wie es die Aufgabe dc-Z Historikers ist, sucht der Verfasser dabei überall Ursache und Folge, d. h. den inneren Zusammenhang der einzelnen Vorgänge darzulegen: auch eine Würdigung ber Sinnesart und ber Taten wenigstens der einflußreici sten Persönlichkeiten ist damit verbunden. So wird das Büchlein allen jenen willkommen fein, welche nicht die Muße haben, umfangreiche Werke zu studieren, welche sich aber gern über das Wichtige und Wesentliche der politischen Entwicklung Europas im 19. Jahryundert unterrichten möchten. GrZgillal-Drahtineldiurgen. Posen, 31. Jan. Infolge des Schulstreiks werden von der Posener Regierung m st osten Baracken zum stosten« betrage von 11000 M. gebaut. Der Schulvorstand lehnte cs ab, dcn Betrag durch eine Anleihe zu decken. Daher , müssen dre katholischen Schulväter die Summe durch eine zu durchqueren. — Das Landgericht Arnsberg wies die Klägerin ob, indem eS ausführte, daß ber Beklag« für einen verkehr S- fitfctren Zugang gesorgt hatte, und daß die Klägerin es selbst zu vertreten habe, wenn sic den Plattenweg verließ und den Vorplatz auf eigene Gc'ahr hin überschritt. In diesem Sinne entschied auf die Berufung der SKägtrin das Lberlandesgericht Hamm. In der Revision kam der 6. Zivllscnat deS Reichsgerichts zur Aufhebung des DerufungSurtellS und verwies die Sache an das OberlandeSgericht zurück. :4ri^a® ’Dlann Mi?! Mi ch fiWltt* L**1' «SZ Ä ML Wnlant ’4 0 Ziegenlämmer, 0 edia’lämincr. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen L Qualität 8u—82 Tlf., 2. Qualität 72—74 9) „.ch luii^ nachauttag^n^ ch°lt°L “Ä 9*^3 tu** it . .Tagiiy^ ^«Uir " t oer * Der liberale wahlaurschutz ladet alle die Herren, die am 25. Januar a. er. in so liebenswürdiger Weise geholfen haben, sowie alle diejenigen, welche sich noch zu beteiligen gedenken, insbesondere auch die Herren Studierenden ein zu einer Besprechung Nnivertzitätr-Nachrlchteir. — Wie wir hören, ist ber ordentliche Professor der Staat'- wisicuschaueu an ber Universität stöntgsberg u Pr., Tr. vhtl. statt Tie hl, zum Nach'otgcr des Prozessors Tr. W. Hasbach in stiel m ^liitzsicht genommen. Tr. D i e h t ,st 1864 zu Frank- iurt a. M. als Sohu des Scuatspräsidcuten Ticht geboren. — Ter ai'.üevovbcntlicbe Professor ific. Tr. HansAchel iS zn stönigs- berg ist in die ttzeologifche Fakultät der Univeisiiät Halle, der orbciulirbe Prof. Weh. 'Diebivnalrat Tr. Hermann st u h n t zu stomqsberg i. Pr. nach 93 o n n, der ordentliche Professor Tr. Ernst Men mann zustomgsberg in die phllosoptzijche und naturwissenschaftliche Fatutiäi der Umversilät zu M ü n st e r i. W. versetzt ivoiöcn. — Der Privatbozeut Prolehor Tr. Ludivig Milch zii Breslau ist zum aiisierordentlichcn Professor in ber vtziloiophilcheii Faluliät der Umverstiäi z>i (Greifswald, der Privatdozeiit in der theologischen Fakultät der Universität zu stomgsberg t.'ie. 3stchard Hoffmann ztitn außerordentlichcii Profeswr euianni worben. - Dem Privaldo^uien der Universität zu stöntgsberg t. Pr. Stabsarzt Tr. Cito Boß ist das Prädikat .Prolesjor' beigelcgt worden. — Ehrengeri chte bei Bist ole niorderun gen. In neuerer Zeit ist dos ftubcntiid)e Chreugerlcht ba Pistolensorde'rung.n öfters einer Äritik in ber Presse unerzogen tuorben.. Immer lauter wurde gegen dasselbe dec Dovvurf erfxjbcii, daß cs sich mciÜenS nur aus Studenien, wenn teilweise auch in l-öhercii Semestern, zusammensetze und o.sl)a.b die Gefahr vorhanden sei, es möchte über den Grad der Beleidigung ein zn rasä-cs Urteil Gefällt und das, was mit d.r Ä.-sttaMNg einer Pistolenjorderung ans dem Spiele steht, zu tvenig in Betracht gezogen iverben; darum fei es notwendig, datz auch alte Herren zu einem Ehrengericht oeige-zogen werden. Nach dieser Nichtung hin fragen nun txie im Moburger L.E. vereinigren deutschen L a n d S m a n n s ch a j t e n einen Beschluß gefaßt und damit wieder gezeigt, daß sie auf die '.Regelung des Mensur- und Tuellweseus besonderen Wert lenen. Der A.L.-Ausschuß der Landsmamisck-ast „Ehibcllinia" zu Tübingen hat dem Verband den Antrag uurgeiegt, bau in Ehren- geriduen bei Pistoleiifordemngcn mindestens ein Alter Herr unter den Ehrenrichtern sich befinden müsse. üonbon, 80. Jan. Ter Physiologe Sir Michel Foster ch hier g e st o r b e n. Gerlchtrsaal. Köln, 30. Januar. In der Privatklagesache Tr. P e t e r ö gegen den Redakteur B r u g g e m a n n von der stölu. Zig. Hai das Sctzöfscugerictzt die D i s z i p 1 \ n a r a 11 c n von Tr. Peters eiu- geiorbcu, die bi» jetzt sireug geheim gehalten waren. In der weiteten Lache de» Re>ct)Stag»abg. Rö r eu gegen den Bczirtsanitman» a. T. Lchmldt von Togo hat Justizral lÄummeisbactz die stlagc emgerelchl. Tieje fomiie bi» jetzt incl)t juflciiellt werben und \o erklärt sich die Preß-Aeußenmg Letzmidts, oau er bi» jetzt knie Kluge erhalten habe. Die Termine find noch nicht an^cicijr. — In Weimar wurde der Hoitheatei - Lekretar Schönheit wegen Tiebiiahls von (Äöitze-Lchri! en zu eine. Woche Gefängnis verurteilt. Ter Antiquar Bach wurde als Zeuge ouS dem Zuchthatife vorge uhrl. — Der n a d i e ‘1)1 a u n i in Rege n. Ein sonderbarer e va- ziergänger erregte un Hcrb,t v. I. unter dcn Einivohnern 'Uloabiie- unangenehme» Aufsehen. Insbesondere bei strömendem Regen machte ein etwa 80jähriger Mann eigenartige Promenaden ui nacktem Zustande. Junge Mädchen und Frauen, die dem Lpaz>cr- ganger begegneten, liefen schleunigst davon. Ehe die Petr essenden polizeiliche Schutz herbeiru'en kouutcn, war der Unbekannte ebenjo schnell, wie er au'gctauchl war, wieder veischwimden. Tie Polizei vermutete einen (peiflestranken. Schließlich wurde der (onberbau Spaztergauger in der Bredowstraße von zwei Frauen sesigehalien und einem Schutzmann übergeben. Aus der Polizenoache stellte cs sich heran», daß der Betreffende ein (ilehtotcdnuter Wcorg W. aus Spandau war. Hegen ihn wurde cm Strafverfahren wegen Erregung öffentlichen Aergernisjes anhängig gemacht, welches gestern vor dem Schöffengericht Bcrlm-Mitte zur Verhandlung kam. Ta erhebliche Ziveisel an der Znrechnungv'ähigteii des OK bestanden, waren von der StaatSanivaltschait Aledizmalral Tr. Hossmaiiii und Tr. Alagnii» Hstschteld-Eharlotienburg als psychiatrhche Sachverständige geladen. Beide legten m ausführlichen Oluiachtcn dar, daß es sich bei dem erblich schwer belasteten und hochgradig nervösen Angeklagten um krankhafte Anfälle von ExhibitiomsninS, die einen epileptischen Eharakter tragen, handele. J>i diescin Zustande, der bei IS. nur bei Aegenwetter auftrete, sei bei ihm eine kraukhasic Siönmg der iSeistestatigkeit vorhanden.^die einen völligen Ausschluß einer freien WlllenSbestimmuug zur Folge habe. TaS Schöffengericht hielt de» latbeftanb des § 51 St.-lS.-B. lür gegeben und erkannte dem Anträge des Staatsanwalts acmoß au' Freisprechung. Sd. Ein gutmütiger GcrichtSvollzieher, der durch seine Schwäche und Nachgiebigkeit zum Opfer feines Bcrujcs wurde, ist der seit einiger Zeit in Zwingenberg eingesetzte Gerichtsvollzieher Lecker, der aber inzwischen seines AmteS entfett wurde. Er ist mit dem Strafgesetz in Sbmlift gekommen, ohne daß man ihm nachfagen kann, daß er beabsichtigte, sich Ler- mögcnsvorteile zu beschajfen. Er fälschte ost in der uneigennützigsten Weise die '^..ildungSprololöllc und half den Schuld- nern ost mit eigenen Mitteln nus der stlernme. lllach dem Gutachten ber Psychiater ist er in seiner Gutmiitigleit und Weichheit sogar erblich belastet, und da er bisher unbestrast ist, ihm auch keinerlei persönlicher Certeil zum Vorwurf gemacht werden kann, wird die Tat un müdesten Lichte betrachtet. Nach der Aussage dcS Gerichtsvorsicenden paßt B. üöerhaupt nickst zum GerickstSvotlzieheramt. Auch seine Aroeitsüberhäusung wurde mil- bernb in Betracht gezogen w.ib -er er'hiett deshalb von der Darmstadter Straf!.ammcr einen Monat und eine Wockst Gefängnis. Wegen w.iiercr schwerer Vcrsehlungen hat er sich aber demnächst nocy vor dem Lchwurgerrcht zu bcrintajorien. Posen, 30. Jan. Tie hiesige Strastammer verurteilte heute den Redakteur des „fanget Poznanski", Zielowski, wegen zweier Echulstreika rtikel zu 660 Ak k. Geldstrafe. In Anbetracht, daß Zielowski bereits zu 15U0 Mk. Geldstrafe verurteilt wurde und weitere Prozesse gegen ihn schweben, beschloß der Ge- rickstShof feine sofortige Inhaftnahme. 2er anwesende Reichstags- abg. v. Chrzanowski hat sich bereit crllärt, für den zu Verhaftenden eine Kaution von löOÜ ML. zu hinterlegen, worauf vorläufig von seiner Inhaftnahme abgeschen wurde. Ferner wurde gegen den Redakteur deS „Wielko Polunin", Szwjat, wegen gleichen Ver^ gehens auf 450 Mk. Geldstrafe erkannt. — Haftpflicht bei Nichtbeleuchtung eineSVor- platzes. In Olsberg (Westfalen) kommt es häufig vor, daß sich vor Grundstücken den Besitzern gehörige Vorplätze befinden, die von diesen benutzt werden, aber nickst besonders eingezäunt sind. Die Klägerin in diesem Rechtsstreit kam auf dem Vorplatz des dem Gastwirt und Spediteur T. gehörigen Grundstücks infolge Glätte zu Fall, als sie das Haus des Beklagten verlassen wollte. Sie warf nun dem Beklagten vor, daß er nickst für Gangbar- machung des Platzes gesorgt und daß er gegen bte Polizcivcrord- nung verstoßen habe, well er den Borplatz nicht, wie vorgeschrieben, beleuchtete. Der Beklagte wendet hiergegen ein, daß er sich auf den Knecht, der das Reinigen des Wagens vorgenommen hätte, als tüchtigen Menschen habe verlassen können, und daß - feinste EHordseev/are empfiehlt &* Rheinisches Kaufhaus Januar 1907 Baromeici au* 0e reduziert -teiiu>cranir der SluU Adiotute sicukbtigkei! Retaiive Feuchtigkeit Z c § Windstärke 30. 2» 731,4 1.0 4,2 85 s 2 Bed. Himmel 30. 9" 734 9 — 4,0 3,3 98 N 2 Beio. Himmel öl. ■ 738,3 — 2,7 3,6 96 NW 2 • - KllßnlMil gesscht. R*7.) gliincnfHntf. kurt >lfc>l|[K>">^ost>ch<- WMWW 6r®e5 Dicnstmüvchcn denen nuten Lohn gesucht. 0625] Hotel Rni?ertir.'. 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