Tie fortdauernden ar ine sind denn auch mit Nüftungen der en Versprechen gemäß .auf der Haager Konferenz den vielkommentierten Abrüstungsantrag einzubringen. nweit Mentone, die übrige Zeit verbringt sie zumeist auf Leisen. Bekanntlich hat sie ku-z nach dem Kriege von 1870/71 och mehrmals Versuche gemacht, wieder eine politische Rolle u spielen, trotzdem sie eigentlich gewarnt sein mußte. Da e großen Anteil an dem für Frankreich unglücklichen Kriege ifltre, wäre es auch recht sonderbar gewesen, sie in ihre )eimat zurückkommen zu lassen. Nach den ersten vergeblichen -ersuchen zog sie sich denn auch vollständig ins Privatleben urück und hatte sich, soweit bekannt ist, nicht wieder nn Verödungen beteiligt, die auf die Wiedereinführung eines aiferlichen Regimes in Frankreich hingezielt haben. Weder ig eS in ihrer Absicht, einen Teil ihres beträchtlichen Ver- wgenS für den in Brüssel ansässigen Prinzen Viktor Napoleon ii opfern, noch nahm sie Anteil an dem Boulanger-Rummel; uch während der Dreyfusaffäre wollte sie von der cmti- .'vublikanifchen Bewegung nichts wissen. Es ist bewundernswert, wie diese Frau, die in ihrem langen Leben soviel durch- cmacht hat, trotz aller Schicksalsschläge noch jetzt im hohen lltec grüße Reisen unternimmt und eifrig an allen Tages- reignisseu, wenn auch in ihrer Zuu'ickgezogenhell, Anteil immt. Weit schmerzlicher als der Verlust dec Krone war für e d^r Tod ihres einzigen Sohnes im Jahre 1879. Prinz ulu weilte damals als englischer Offizier in Südafrika und el dort durch den Speer eines Zulukriegers auf einem Rekog- oszier'.mgsritt. Vielleicht hatte sie doch noch Hoffnungen, aß ihr Sprößling einst Kaiser von Frankreich werden könnte, och läßt sich Bestimmtes hierüber nicht behaupten. ' Jedcn- ills stchi jo viel fest, das; sie seit dem Tage, an dem sie die ( Aie Heutige Dummer umfaßt 10 Seiten- Kaiser WiHelm und ^Kaiserin ßugrn^- Aus Bergen kommt die intereffantr Nachricht, daß der msec am SanMag der Witwe Napoleons III. einen ingeren Besuch cüuf ihrer Jacht abgestattet hat. E§ ist nicht ! erste Mal, daß Kaiser Wilhelm der französischen Ex- nserin gegenübetrgestanden hat, denn bereits vor 14 Jahren alte er gelegeniLich eines Besuches in England mit ihr eine lnterredung. Damals fiel es besonders auf, daß der Kaiser u Ehren der ehemaligen Beherrscherin des französischen aiserreiches englische Uniform angelegt hatte. Wie feiner* der erste Besuch, hat auch dieses Mal das Zusammen- -effen in Paris; großes Aufsehen hervorgerufen und die anzöfische Preffe beschäftigt sich sehr angelegentlich, wie sie 3 überhaupt so gern tut, mit unserem Kaiser. Selbst- crständfich hat die Unterredung in Bergen keinen politischen >harakter, den«, die Exkaiserin Eugenie ist lediglich Privat- erson. Seit ihrer Flucht aus Paris, zwei Tage nach der rchlacht von Sedan, lebt sie im Exil und hält sich nur ein* is zweimal im Jahre auf kurze Zeit in Paris auf, wo sie n Hotel Continental, dem Tuileciengarten gegenüber, ab- eigt und den Platz überblicken kann, auf dem ihr ehemaliges 5chloß vor dem deutsch-französischen Kriege gestanden hat. binen großen Teil des Jahres verlebt die jetzt 81jährige iaiserm in ihrer Villa am Kap St. Martin an der Riviera tzm lustiges Unkraut unter dem Weizen. Ettiige Wochen vor bem Beginn der Dreijahrhundertfeier uferet Ludoviciana traf bei Professoren und Beamten der Universität das Warnungsschreiben des Allgemeinen deutschen >entr^iK>erbaiwes zur Bekämpfung des Alkoholismus ein, das uteib; in Nr. 169 vom 22. Juli des „Gieß. Anz." abgedruckt iurde.. die Staatsrcgierung. Der oben zitierte, uns etwas unangenehme Professor behauptete sogar, er müsse es ganz und gar bezweifeln, daß dem Zentralverb and zur Bekämpfung des Alkoholismus unbekannt sei, daß keiner der Adressaten den Altoholgenuß empfehle oder dazu ermuntere, weil längst jeder Universiiätsdozent die Studenten viel besser als der „Abstinententag" über den Schaden des Alkoholgenusses aufkläre und die llniversitüts- lehrer durch Enthaltung von alkoholischen Getränken sich selbst vor Schaden bewahren und mit ihrenl Beispiel vorangehen. Umso mehr halte er es für eine Torheit, die die Narrenkappe verdiente, mit Kapuzinerpredigten bei studentischen Festlichkeiten aufzutreten. Er behauptete, man könne dem „Zentralverbande" ganz andere positive Aufgabe empfehlen, deren Nichterfüllung seinem Ziele täglich entgegenarbeitet. 1. sollte der Zentralverband, statt Proteste zu drucken, einmal für einen preiswürdigen und trinkbaren Ersatz der alkoholischen Getränke sorgen. Die alkoholfreien Getränke des Handels sind sämtlich abscheiiliche Flüssigkeiten, deren Fabrikation nichts beablichtigt, als sich auf Kosten wohlmeinender Menschen zu bereichern, -r le Schlechtigkeit, Unbekömmlichkeit und der erstaunliche Preis dieser edleri Gemische unbekannter Zusammensetzung lind Ursache, dag viele wieder zu dem besserli uiid billigern alkoholischen Getränken zurückkehreii. „ ... < 2. Der Zentralverband sorge dafür, daß nicht blos aus den Akademien, sondern auch anderswo Freiheit in Trmksitten herrsche. Warum protestiert er nicht dagegen, daß ment in den großen Hotels der Sommerfrischen, wo sich Körper und Geist erholen soll, gezwungen wird, täglich ein anständiges Quantum alkoholischer Getränke zu vertilgen. Hier ist nicht, wie bei einem Feste em idealer Nebnnzweck vorhanden, sondern blos der reale Gewinn der Wirte die Triebfeder. Wenn man 6 Wochen gezwungen wird gute, wenn auch schädliche alkoholische Getränke zu genießen, dann gewöhnt sich inancher die alkoholfreien Tisanen wieder ab. Diese Rügen erscheinen nicht unberechtigt, aber man müßte wohl fragen, hat denn der Zentralverband nicht längst diese Mängel abgestellt? was tut er denn eigentlich? (schimpfen! die Red.) Soviel ist sicher, daß in der Alkoholfrage nur Erfolg zu erwarten ist, wenn man dem Satze, das Bessere ist der Feind des Guten, genügt. Hier lvird es Wahrheit: Tas Gute, dieser Satz steht fest, Ist stets das Böse, das man läßt. Der Himmel bewahre uns aber vor den Verhältnissen amerikanischer Tempkrenzstädte, denen der Zentralverband offenbar zustrebt. Wir bitten und alle beim Abschiedsfrühschoppen geleerte Selterswasserflaschen zu überlassen, die dem Zentralverband als unwiderleglicher Beweis für den Vortritt der Ludoviciana bet Bekämpfung aller „Krebsschäden* zugewandt werden sollen. So würde uns Onkel Franziskus, Tante Ottilie und Tante Gertrud doch nicht glauben. ®in Privat-Abstinent. Wie man in China und Indien hohen Gästen zu Ehren eine Hinrichtung vorführt, so hätte man einen rodensteinischen Enkel durch einen Abstinenten niedertrmken lassen sollen. Das wäre eine hübsche Nummer mit moralischem Schlußeffekt gewesen. Aber es ist zu spät. Kein Abstinent könnte sich jetzt noch ordentlich im Wassertrinken trainieren und leider ist die Gegenpartei immer trainiert. Hütte nur der Zentralverband wenigstens seine Epistel in Versen verfaßt. Man hätte sie daun in das. Kommersliederbuch mit ausgenommen, und sie hätte zur Hebung der studentischen Fidelität und Moral in gleicher Weise beigetragen. Der Zentralverband hätte sogar noch die Aussicht gehabt, den für das beste Kommerslied ausgesetzten Preis von 20 Flaschen Selterswasser - zu gewinnen. Ein Professor, den wir allerdings nicht für ganz objektiv halten, weil wir ihn schon einmal bei O r t e n b a ch in Wetzlar getroffen haben, verfocht Meinungen, die wir hier zwar wiedergeben, aber natürlich, ohne sie anzuerkennen. Er meinte, der Zentralverband habe seine Besugnis als Verein doch ganz wesent- lich überschritten und schade einer guten-, Sache, indem er sie selbst der Lächerlichkeit überliefere. Denn er Coerde lebhaft bei dieser Gelegenheit an eine Bestimmung des alten Bonner Statuts erinnert, wonach es den Studenten streng untersagt war, sich bei Hochzeiten und Festen einzudrängen, eine Bestimmung, deren Auffrischung er dem Zentralverbande für seine Statuten >....pfähl. Wir teilen diese Ansichten natürlich nicht! (Aber wir: D. Red.) Doch möchten auch wir noch bescheiden ftagen, ton «un gerade Gießen in dieser Predigt (Kapuzinerpredigt! D. Reo.) so scharf ermahnt wird. Gießen! welches den genialen Erfinder des Flestch- extraktes, dieser Himmelsgabe für Abstinenten, als Symbol der Mäßigkeit anführen kann. Allerdings wollen wir das etwas verdächtige Wort „Kommers" nicht totschweigen. Aber die Kommerse in Gießen bedeuten wesentlich eine alte Form fröhlicher Geselligkeit und niemals eine „Offizielle Anerkennung akademischer Trinksitten". Diese Ateinung des Zentralveroandes kommt lvohl daher, daß er noch die älteste Auflage des Konversatwnslexikons benutzt. Auch der Kommers ist schon „umgewertet". Du weißt es, Bacchos, Göttlicher! daß unsere Studenten gar nicht alle Wem urid Bier trinken. Tu sahst es, vielleicht mit Mißfallen, daß schon Korporationsstudenten bei ihren Kneipen Mineralwasser schlürfen. Aber wie du auch darüber denken magst, hilf uns voll görtlicher Gerechtigkeit und ' bestätige, daß wir niemals Alkohol" tranken, nicht einmal schwedischen Punsch, wie in Hamburg und Bremen, dem Sitze des Zentralverbandes, bei Festen üblich! , , . . _ Ein großer Trost erwächst der Ludoviciana dadurch, daß der Vorwurf: „Die Veranstalter der großen Jahrhundertfeier machen sich der Förderung des Alkoholismus schuldig!" sie eigentlich gar nicht angeht. Der Zentralverband hat die an allen Postanstalten angeschriebene Aufforderung: „Richtige Adresse nicht vergessen!" nicht beachtet. Veranstalter der Dreijahrhundertseier find nickt die tefefforen und Bemnten der Universität, sondern. Stöffel und die Soldaten. Die Zeitung „Russij" erzählt von einer Episode, welche das Verhältnis von Stössel zu den Soldaten charakterisiert: ,Mich interessierte immer bu Frage, tote verhält sich Stössel zu den Soldaten? Mehrere meiner Gespräche mit den Soldaten ergaben, daß Stössel geschickt mit ihnen zu kokettieren verstand. Er war immer bestlrebt vor der Fwnt sich als „guten", aber- strengen und gerechten General aufzuspielen, gekiinftelt schroff gegen die Offiziere, war er gekünstelt entgegenkommend gegenj)ie Soldaten, was ihm unter den Offizieren Haß und unter den Soldaten eine Zeit lang gwße Popularität brachte. Er gab jict) dazu her, mit den ^Sowaten zu scherzen und einfach zu sein. Ich persönlich fühlte immer die falschen Noten heraus, sagte mein Gervahrsmann, aber die anderen Soldaten, welche immer von. ihren Vorgesetzten gefühllos, roh und brutal behandelt zu werden pflegten, glaubten an seine erkünstelte Gutmütigkeit. „Er ist uns gutgesinnt, liebt und bedauert uns" behaupteten sie in der ersten. Zeit. Aber schließlich erkannten die Soldaten doch seine wahre Natur. Folgender Vorsall illustriert die Enttäuschung der Soldaten: Eines Tages erschien Stössel in den Forts, als eine heftige Kanonade von den Japanern eröffnet wurde. Stössel befand sich unten mit einem Stabsoffizier, fern von jeder Gefahr. Ein schwer verwundeter Soldat, mit einem abgerissenen Beine, wurde hereingebracht. — Ach, armer — mit diesen Worten kam Stössel an ihn heran — geben Sie ihm doch das Ehrenzeichen 4. Ranges, Kapitän! — Ter Kapitän legte vorsichtig ein Georgband auf die Uniform des Unglücklichen. Aber plötzlich erhob^ sich der Verwunderte und schleuderte mit Gewjalt das Kreuz Stössel ins Gesicht, und überschüttete ihn mit einem Strom von schonuu'gs- losenften Beschuldigungen und Schimpfnwrten: „Dein Kreuz, Betrüger, habe ich nicht nötig. In mir trage ich mein Kreuz, welches du nicht verdienst!" — so rief der Soldat, fiel in Ohnmacht und kam nicht wieder zu sich. Diese Szene machte auf, die Soldaten einen großen Eindruck. L-ie verstanden endlich, daß Stössel sie weder liebt, noch schont, wie es ihnen zu Anfang erschien. Stössel las beständig den Soldaten gefälschte Telegramme vor, in denen stand, daß Kuropatkin sich immer mit jedem Tage Port-Arthur nähere. Die Soldaten, lvelche anfangs ihm blindlings glaubten, überzeugten sich endlich von der einem solchen Vorschlag nicht in Einklang zu bringen. Deutschland hat sich deshalb auch rundweg gegen den Mrüstungsantrag ausgesprochen und wird sich vermutlich bei den im Haag zu erwartenden Debatten passiv verhalten. Der französische Bevollmächtigte Burgeois hat eine ähnliche Formel wie die Engländer eingebracht und vermutlich werden auch noch andere Anträge zur Abrüstungsfrage eingebracht werden. Schließlich wird man sich auf eine Resolution einigen, die so diplomatisch gehalten sein wird, daß sie^nichts besagt und Herr Campbelk- Bannermann wird sich im Stillen ins Fäustchen lachen. Schließlich werdeg diejenigen Recht behalten, die im Voraus die Konferenz für recht überflüssig gehalten haben und man wird sobald nicht wieder für die Wiederholung eines ähnlichen Schauspiels eintreten können. Privateigentums zur See, die Kriegserklärung und die Einschränkung der Rüstungen. Ten englischen Abrüstungs- Vorschlag scheint man als Schlußapotheose aufzuheben, um den Anschein zu ettoecken, als ob man in dieser wichtigen Frage in der Kommission sich nicht überstürzen wollte und ferner, um die Konferenz mit einem Brillantfeueriverk abzuschließen. Großen Illusionen braucht man sich in dieser Hinsicht durchaus nicht hinzugeben, denn man weiß längst, daß es Herrn Campvelb- Bannerman mtt der Abrüstung durchaus nicht ernst ist. Orc hat seinerzeit bei den Wahlen das englische Volk düpieren wollen und hat die Abrüftungsfrage a ls Agitationsmittel benutzt, um für die liberale Partei recht viel Stimmen zu fangen. Das ist ihm gelungen und nun konnte er natürlich nicht anders, als seinem w«.*..®.. Erstes Blatt 157.Jahrgang Dienstag 30. Juli 1907 oufeet Sonntag,. A «ezngspretsr dem Gießener Anzeiger JTjSt ▼ IW pU M monatl«ch7SM^viertel- MtkentaßetlmH a A A. A A JK. A A jährlich Mk. 2.20; durch wie neuer zlmctQct ireisblatt fflr b,n K«is W M M H ® W WÄ W"" W 3-tl-nprtt»; lokallsPj, »letzen. ffernsprech-An- V ■ M !ssa ” ▼ ■ ▼ _ M ▼ auSwär« 20 Pfennig. Redaktion Iw fUF Verantwortlich S«i£ General-Anzeiger sür Gberheffen -ZW-- iir bte Laaesnurnm,^ V ® ’ u. Land" und „Gerichts- ns vormittags io urnc. Rotationsdruck und veriag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Stemdnickerei. 8. Lange. Uedaftion, Expedition und vruckerei: Schulstratz« 7. ®;^e.6!JUtnibeIt Es ist selbstverständlich, daß Rektor sogleich durch reitende ulboten den Engeren Senat zusammenrufen ließ, um darüber n beraten, wie bie Jahrhundertfeier der Universität dem Schreien anzupas,en oder ob sie ganz abzubeftellen sei. Denn die ^resjahrhund^rtfeier stimmt mit jedem öffentlichen und Fami- enjeste darin überein, daß man bei den schuldigen Bewirtunaen er zugereisten Gäste nicht glaubte, den Marktbrunnen zur Lo- hvng des Durstes zur Verfügung stellen zu dürfen, sondern 3cin zu kredenzen die feste Absicht hatte. Es geriet nun alles ls Wanken Die Senatsitzung dauerte bis 2 Uhr llachts (Sovrel rvs bekam:t, wird in den Sitzungen des Engeren Senats nichts, ijo auch kein Alkohol getrullken. D. Red.) Man kam zu ö: Ansicht, daß Aenderungen ganz unmöglich seien und daß qä antialiöholistische Knlturdokument zu spät emgetrofsen sei )ie Speisenfolge des Festmahls war gedruckt Man konnte meyt lehr die gefährlichen Weinsorten mit edlen Sprudelmarken uber- pucken. Auf telephonische Anfrage wurde gemeldet, daß der l.alzauszug des für den Kommers bestellten Bieres schon m allster, nicht mehr aufzuhaltender Gärung begriffen fei, .sodaß s unmöglich würde, den Kommers bei süßer, den Geist be- hwichtigender Klamme abgehalten. Aus den ^Vorschlag des Rer- -rs, trotz alledem das Fest im Interesse der Moral und des rastvotleii Fortbestandes des deutschen Volkes ganz allen zu issen, da nur das die in dem Schreiben gesorderte „Kon- mueuz" fein könne, entgegnete ein erfahrenes Mitglied des / ^nato, daß die Verhandlungen mit der vorgesetzten Behörde der di.se Frage voraussichtlich 6 Wochen dauenr wurden: Es lltstche dann die größere Gefahr, das; die Ehrengäste, um sich ie Beit zur Entscheidung zu vertreiben, viel, ach! viel rnehr llkohol zu fick nehmen würden, als in den drei vorgesehenen Ksttagen. Und toemt das Fest dann doch „verfugt wurde, amt kämen diese drei Tage noch hinzu. Kiit schucerzlichem Bedauern wurde also für unveränderte tbhattung des Festes gefttmmt. Die Professoren haben fich aber as Wort gegeben, das Fest mit dem Anschreiben m der Ta che u feiern und haben sich verpflichtet, keinerlei „Akademische rinkfillen" zu dulden, namentlich weder untereinander noch h, Studenten „Bierjungen" zu trinken, und streng zu verbieten, uß die Fakultäten sich gegmsettig mit „Ganzen M die Dust nengen. Damit ist sicher t)ie 9* ^orge btä andes zur Bekämpfung oes Altoholismus (E. V.) beseitigt. Wäre das Schreiben fiüher eingegangen, )o hatte man 11 Surne des Zentralverbandes eine Programmnummer zur Mütchen Verhöhnung . des WotzyliZmus emschieben toWV Todesboischast erhielt, die Trauertleidung nicht wieder abgelegt hat. Nur selten wird ihr Name in der Oeffentlichkeit genannt und mancher Leser würde die einst so gefeierte Kaiserin längst für tot halten, wenn nicht zufällig, wie jetzt anläßlich des Besilches Kaiser Wilhelms, ihr Name durch die Zeitungen ginge. Ihre Verwandten sind fast alle tot und ihr Verkehr beschränkt sich auf eine ganz kleine Zahl von Intimen, zu denen auch die junge Königin von Spanien gehört, die sie, wie man bei der Verheiratung der Prinzessin Erna erfuhr, besonders protegiert hat. Kaiser Wilh-lut pflegt besonders auf seinen Nordlandsreisen zahlreiche Ausländer zu empfangen und zu besuchen, aber so interessant, wie seine Zusammenkunft mit der Kaiserin Eugenik dürften wohl wenige gewesen sein. Ueber den Inhalt dieser Unterredung wird wohl kaum etwas bekannt werden, aber es unterliegt gar feinem Zweifel, daß sie lediglich einen Höflichkeitsakt bedeutet. Da sie in Paris nur günstig beurteilt wird, kann sie auch die Annäheriing zwischen Deutschland und Frankreich fördern. poiitNche Tagesschar». Die Haager Friedenskonferenz. Tie Vertreter von 47 Staaten sitzen nunmehr seit mehr als sechs Wochen im Haag und beraten in Kommissionen- und Unterausschüssen über die vielen Anträge, die von den Telegierten der einzelnen Mächte zu den auf der Tagesordnung stehenden Fvagen gestellt werden. Ab und zu liest man auch, daß wieder einmal eine Plenarsitzung ftattgefunden hat, aber auch dann werden lange Reden gehalten, ohne daß es zu festen Wmachungen kommt. Wie es heißt, soll Ende August, also bereits in vier Wochen die Konferenz geschlossen werden, man kann daher schon heute mit Bestimmtheit behaupten, daß ihr Resultat durchaus nicht dem großen Apparat entspricht, den man ins Werk gesetzt hat. Endgültig erledigt hat man bisher nur die Konvention über die Pflege der Kranken und Verwundeten im Seekriege, dank dem allseitig anerkannten Eifer und Fleiß der deutschen Delegierten, die einen sorgfältig durchgearbeiteten Entwurf vorgelegt haben. Wenn man bisher nicht mehr erreicht hat, so liegt das zum großen ereile daran, daß der Präsident der Friedenskonferenz für dieses Amt nicht die richtige Persönlichkeit ist. Nelidow ist sicherlich ein erfahrener Diplomat, denn er hat sich Jahrzehnte hindurch als russischer Botschafter in verschiedenen Ländern bewährt, aber das Präsidium im Haag wäre besser einem gewandten Parlamentarier, wie beispielsweise dem Fmnzosen Bourgeois, der sicherlich energischer und umsichtiger die ganzen Geschäfte geführt hätte, übertragen worden. Es ist ja richtig, daß gewisse Rücksichten auf den Zaren als den Urheber der Friedenskonferenz genommen werden mußten, aber immerhin toiar es ein heute nicht mehr gut zu machender Fehler, den greisen Nelidow, dessen Stimme nicht einmal für den Sitzungssaal ausreicht, auf den Präsidentenstuhl zu setzen. Unter dieser Mhrung ist es eben kein Wunder, daß die Kommissionen nicht vorwärts kommen, und daß infolgedessen nicht genügend Stoff für das Plenum vorhanden ist. Viel bemerkt wurde in der letzten Plenarsitzung die Rede des Freiherrn von Marschall über die obligatorische Schiedssprechung, wie denn überhaupt unser erster Delegierter nach übereinstimmenben Berichten das geistige Oberhaupt der Haager Konferenz ist. Herr von Marschall sprach sich grrindsätzlich für die obligatorische Schiedssprechung aus, lehnte aber einen obligatorischen Weltschiedsvertrag ab, selbst wenn es sich um rein juristische Fragen handelt und schied Konflikte rein politischer Natur aus. Ob man die Haager Konferenz zum dauernden Schiedsgericht umwandeln wird, wie es geplant ist, bleibt noch abzuwarten. Die wichtigsten Anttäge, die in den Kommissionen noch beraten tverden, sind die über das Oberprisengericht, den Staatsbankerott, die BeHandlung^des gönnen. [rieben sein. DaS Korn Hot kräftigen Halm und volle Da aber die Mäuse in diesem Jahre so massen Aehren. In 1907: 1900: LingejanSt. 93.00 | Elektriz. Lahmeyer 83.20 Berliner Handelsges . . 202.60 ITiuce-Heuri-Eisen bahn . Börse, 30. Juli. Anfangskurse. 09.60 137.60 (Für Form unb übernimmt die 93.40 83.40 91.75 Mit der Kornernte wirb jetzt allgemein be Die Snnbivide können mit bcni Ertrag recht zu liebt seine Kirch unb verbleibe^ schließt bas 209.25 114.00 92.00 98.20 97.90 103.30 66.40 67.00 91.00 90.20 94.50 141.00 48.90 83.90 62.70 96.00 neu also neu Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio« Eisenbahn . Gotthard bahn . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . Elektriz. Sohnokert . . Esohweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk Harpener Bergwerk Lnurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . l'ürkenlose . . 174.00 . 128.00 4-tz Oesterr. Goldroute« . 4*/b% Oesterr. Silberrente 4% Ungar Goldrente . . 3^0/< 3% 3 Bi 7c 3% W/c 3 >5 7C Worten „Wohl bem Dorf, bas gerne gibt, baß sie schön unb Festspiel. [] Marburg, 27. Juli. 194.20 29*20 140.80 Reichsanleihe do. Konsole . . do. . < Hessen Oberhessen . Man ist's gewohnt, baß Prunk unb Schimmar Der Walltor st raße bleiben fern; Des Rates Männer bulben nimmer, Daß hier passieren große Herr'n! Nichts Neues gibt der Straße Leben, Das Alte hastet fest unb schlicht; Nur etwas Neues hat's gegeben: Des Leichenwagens graus'S Gesicht. Das Walltor hat bis jetzt getragen Still resigniert sein hartes Los, Doch was sie jetzt flit bieten wagen, - Das ringt Empörung enblich los. 4% Griech. Monopol-Aal. 4% äussere Argentinier 3°/e Mexikaner 4>iu/o Chinesen . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W Tendenz: schwach. Berliner Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz : schwach. . 96.00 * 29*60 . 189.60 . 181.50 . 151/0 128.10 . 223.00 . 143.80 . 168.30 . 138.00 orbneten-Vorsteher, den Landeshauptmann unb ben Ober- präsibenten zu richtende Nesolution angenommen: „Die Marburger Stubcnteuschast ist auf das höchste beunruhigt durch die zunehmende Verschänduna der ehrwürdigen Schönheit ihrer a k a d e m i s ch e 'n H e i m a t, wie sie durch die Ausführrmg des neu entworfenen StadtbebauungMans am Fuße der Stadt geschieht. Sie spricht den zuständigen Stellen, insbesondere aber der Marburger Bürgerschaft gegenüber den dringenden Wunsch aus, es möchten Bemühungen einsetzen, von dem landschaftlichen Zauber der alten Stadt, der so viel junge und alte Akademiker in seinen Bannkreis gezogen hat und noch ziehen soll, zu retten, was noch zu retten ist." haft austreten, ist den Landwirten zu empfehlen, das Korn bei trockener Witterung sobald als möglich nach Hause zu schaffen, sonst ersparen ihnen die Mäuse den Drescherlohn. DaS Wachstum der Kartoffeln wird bei der feuchtwarmen Witterung außerordentlich begünstigt, so daß auch hier eine volle Ernte in Aussicht steht. •• D i e Gemeinde st euern in Hessen. In den Städten mit Städteordmmg werden im Inufenben Jahr im Vergleich mit bem Vorjahr an Steuern erhoben: vas Verzeichnis der Teilnehmer am UuiversitätS' Iubilüum ifi zum Preis von (0 psg. in der Geschäft- Helle des Siebener Anzeigers zu Haden. 2lits Stadt rind Coitö. Schmückt Eure Fenster und Ballone mit blühenden Blumen. Gießen, 30. Juli 1907. kauft. „Meister Bürgy von Gießen für baS zehnfache Gelb hat geballt bie Orgel, bie jetzt noch hält." Bei ber jetzigen Erneuerung kamen außer den über 100 Jahren Deckengemälden von Meister Mogk au§ Laubach, auch prachtvolle Verzierungen der Kanzel zum Vorschein. Nachdem man die mehrfachen Ueberstriche entfernt hatte, sah man die feinen Einlagen von Nußbaum in Eichenholz. So hat die Gemeinde der gestrigen Sitzung de§ Studentenausschusses wurde aus Vorschlag des 8. C. folgende an den Oberbürgermeister, den Stadtver- . 116.60 . 105.80 . 207.90 . 191.2c Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr Handel und Industrie, Giessen. Fr»nk furter Börse, 80. Juli, 1.15 Uhr. Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I . Portugiesen „ 111 keine Mittel geschellt, ein prächtiges, auf felsiger Höhe hervorragendes Bauwerk wieder I Ein eigenes Verschulden an öem Unfall fei bem Kläger der zweiräberigen Karren vor sich her sch.rb unb aui allerhand i, ' Hande achtel! mußte, nicht deskfald zuzirschieben, daß er die nicht bemerkt habe. Die Klage muhte deshalb als nercchti^-1 anerkannt werden. ; rn9 Tie von der Beklagten gegen bas oberlandesgerichtliche Uh eingelegte Revision rügte u. a., daß gar nicht vom' Berusunasri^' j außgeiuhrt sei, warum die Stadtgemernbe oder deren Vertr»/' haste und in welchen Verhältnissen sie zueinanber ständen V1 6. Zivilsenat des Reichsgerichts erkann.te jedoch aM Z u r ürf Weisung der Revision, hibem er Bazu noch ausführt • N- ' Berufungsgericht sei sestgestetlt, daß nicht eine muldenartige 9b'1 ttefiinp, sondern ein Loch mit scharien Rsinbern in bem Straß/, vnaster an ber Straßenbahiischiene vorhanden gewesen ist das nh beide entfernt werden müssen. Ein solcher Zustand habe nicht7 einer Stadt nue Düsseldorf geduldet werden dürfen. Auch sei! richtig, wenn da? Berufungsgericht amiehmie, daß ein solcher stand unbedingt auf einem Verschulden her Vertreter ober V aussichlsführenden Personen der Stadt beruhen müsse. Ob nun ein mangelhafte Anordnung oder eine verfehlte Aussichtsführuilg stau gefunden habe, sei zwar nicht festgestellt, aber es müsse doch bn' eine ober das andere der Fall gewesen sein, wenn ein solcher R,, stand längere Zeit habe bestehen können. Deshalb sei eine nähen Erörterung darüber, welche verfassungsmäßiggen Vertreter das Ver schulbcu der Stabt treffe, nicht nötig. Was das eigene Verschuldet des Klagers anlauge. so müsse dies unter den obwaltenden Um standen verneint merben. herzustellen. Mit den Lügenhastigkert seiner Worte unb niemand traute ihm mehr. Nur die öffentliche Meinung Europas hielt Stössel noch immer für einen Helden." \ Statt, daß bie herzoglichen Rosse In gerabem, stolzem Siegeslauf Hinführen ihres Herrn Karosse Die schöne Walltorstraß' hinaus: Will man ber Straß' bie Freube rauben, Rechts soll der Wagen biegen ein, Damit bie halben Marktenlauben Des Großherzoges Äug' ersreu'n. Drum soll fein Schimmer hier erstrahlen, Kein Haus soll fein in hellem Licht; Nicht werden Kerzenreihen malen Ter Fenster festliches Gesicht! Kein grüner Tannenzweig soll zeigen, Daß Gießen jetzt ist Festesort! In stillem Dunkel wird sich neigen Das Walltor;--dies sein letztes Wort! Das empörte Walltor. Darmstadt Mainz Gießen Offenbach Bensheim Worms Bingen Alzey Bad Nauheim Friedberg ______ __vv VV1 In den Gemeinden des GroßherzogtumS, in denen 'bie cbenf° bie Nechtsbeistänbe ber beiben Parteien, f Lanbgemeinbeordnung gilt, sinb bie Unterschiebe in ber ®e» | der Anwalt von Mrs. Tailor, warf einen Ui' tiHicr ; . ir Rubrik stehenden Artikel I vermischte». I™'HUH uie aiE"““teXä)‘w «eflenübet femctl- Der Mann bet Witwe. Eine heitere Gerichts- Noch eine kurze Spanne trennt uns von ber Jubelfeier de> Verhandlung wird auS London berichtet. Mary Tailor, Universität. Schwere Wochen der Arbeit und (Sorge liegen hinter bezeichnet als Witwe, klagte gegen John Kramer, einen Uq^v4>ÖC^^9 M 7^ 5f10°g lS^clbe"er^ *0CÖen des unter dem Zeichen des festlichen ^Schmuckes urid^e ^B?wo^ s Heiratsversprechens. Richter und Beisitzer waren bereit, sehen mit Freude den kommenden Tagen entgingen. Ein Glan^ Da erhob ivohl sein, wenn der Fackelzug rmserer Studenten, warf einen -Ä c- etrQ^en durchzieht und der Höhepimkt wird Wohler l angstvollen Blick über alle Anwesenden und sagte zu den, Ernst Ludwig an der Seite seinesseim^ftT Richter. „Rtylord, ich bemerke leider soeben, daß meine Klientin geschmückte Universitats- unb Provinzmlhanptstabt durchfähr» noch nicht anwesend ist. Sie ist aber unterwegs von Sheffield _ Und b>a zientt es sich wohl, darauf hinznweisen, daß einem und muß gleich eintreffen." Es herrscht einen Augenblick E« — der Walltorstraße — Nicht das Maß von Achtung ar allgemeine- Erstaunen. Dann erhob sich Mr. Ellison, ber ariQn^ab in'b^ Anwalt der Gegenpartei, und begann mit den Worten: „Ich Umgebung — hauptsächlich in der Walltorstraße — wohnten fai glaube, daß der Mann der Klägerin" — hier unterbrach ihn damaligen Professoren und Studenten. Sstad es auch weiß Mr. Fleming: ,Wa8 sagen Sie da? Ich bin davon unter-1 Ji ^^ jie doch noä ^rden, daß meine Klientin bereits seit 20 Jahren Seite stellen kann jedem Haus in jedem Viertelnder StadU^Di! Witwe m.w Mr. Ellison erwiderte: „20 Jahre mögen es Festleitung bestimmte den Gang des Fackelzugs mit dem Hinweis lein, Witwe ist sie nicht. Uebrigens ist der Mann an- daß der Großherz-og denselben an der Aula baldmöglichst ab wesend." Das Gericht 'beschloß daraufhin, die Verhandlunaen um entsprechende Zeit zur Abfahrt durch die Stadt zr bik zum Eintresscn dcr Klägerin auSzusetzen. 9118 Mrk. UeschlÜffen de!^ Festleiwng ^in den RMen^fallm.^r dar°kam Datlor elidlich kam, ivurde ihr der angebliche Ehemann vor- doch nicht die Freude unfered Hohen Fürstenpaares beeinträch, gestellt. Sie fixierte ihn längere Zeit unb gab dann folgende Aen, wenn Fackelzug und damit die Fahrt um Stunde vei ■«» i*™"’6«1*;-»«,«“?», XSÄiÄÄSi I • * 2ch Hobe ihn feit 18 Jahren nicht gesehen; er hat sich Fnhrt ber königl. Hoheiten die Walltorstraße passieren läßt sehr verändert." Der Richter wandte sich hierauf an den Mit bieme Wuiisch fliehen wir auf hervorragender Warte für klagenden Anwalt mit der Frage, was er zu tun gedenke. ®ute und Schöne. ante™,b.nte 'Ionisch, hier sei sein- Weisheit zu 2m Flamen der W°lld°-Aaß- ^noe. Der Beklagte ivurde nun noch von: Richter aiifge- fordert, sich zur Sache zu äußern und erklärte, zur Zeit als Mrs. Tailor ihre Klage gegen ihn eingereicht habe, sei ihm das Gerücht zu Ohren gekommen, daß ihr Mann noch lebe. In Anbetracht dieser sonderbaren Umstände kam das Gericht zii einer Freisprechung des Beklagten, die in derartigen Fällen in England nur sehr selten erfolg;. * Eine gefährliche Ballonfahrt. Ter Hauptmann Kindelan, ivelcher mit dem Ballon „Maria Theresia" in Valenzia ausgestiegen und nach dem Meere verschlagen worden war, berichtet über seine Auffindung folgendes: In der Nacht nad) seinem Auf- stteg flog der Ballon über dem Mittelländischen Meere, um V2 7 Uhr morgens sichtete Kindelan das Schiff „Goya", seine Hülferufe den Ballon zu erreichen suchte, doch n Hamburg-Amerik. Paket!. 131.61 llarpener Bergwerk. . . 194.76 Laurahtttte......218.00 Nordd. Lloyd .... 116v50 Obeischles. Eisen-Industrie 102100 meinbebefteuerung, bei der großen Verschiedenartigkeit ber Verhältnisse, natürlich viel größer als in ben Stäbten. Doch kann als besonders charakteristisch hervorgehoben werben, baß die großen Lanbgemeinben sehr häufig wesentlich höhere Ausschläge haben als bie Stäbte. Den höchsten Ausschlag unter diesen Gemeinben bürste Mühlheim im Kreise Osfimbach mit 162,814 Prozent haben. Noch größer sinb bie Unterschiebe in ben eigentlichen Baiierngemeinben. Da gibt eS gar nicht wenige wohlhabenbe Gemeinben, bie nur mäßige ober keine Geineinbesteuern zu erheben brauchen, aber auch viele, besonberL im Vogelsberg unb im Odenwalb, bie ganz außerordentlich hohe Genieindesteuern aufweisen. Als höchste Ausschläge verzeichnet das ^Darmst. Tagbl." zwei Gemeinden int Kreise! Heppenheim: Gorxheim mit 259,872 Prozent und Affolter- dach mit 265 551 Prozent. -s- Reiskirchen, 28. Juli. Heute wurde hier das Fest des Dekanates Gießen für äußere Mission gefeiert. Wegen Ungunst der Witterung wurde der Beginn des Festes auf */,4 Uhr verschoben. Da die Beteiligung seitens der Gemeinde Reiskirchen sehr groß war, und die Kirche sich zu klein erwies, die Teilnehmer aufzunehmen, wurde bas Fest trotz zweifelhafter Witterung auf bem schön gelegenen Festplatz unter .Der hohen Linbe" abgehalten und zwar, bei stetig sich aufheiternbem Himmel, mit bestem Erfolge. Festprebiger war Pfarrer Euler» Gießen. Von ber Mis- sionSarbeit an ber Golbküste in Westafrika erzählte Missionar Merkel. Einen kurzen Bericht über bie MiffionSarbett im Dekanate Gießen erstattete Pfarrer Guß man n-Kirchberg. Ein stattlicher Posaunenchor von Beuern und Gießen begleitete bie Gesänge. Die Kollekte betrug 100 Mk. Die Gemeinde Reiskirchen darf stolz auf den Verlauf des in ihrer Mitte gefeierten Festes sein. V2 < Uhr morgens sichtete Kindelan das Schiff „Goya", das auf ? H o ch e l h e i ni, 28. Juli. So angenehm das Kirschenessen « ben, 8U erreichen suchte, doch waren alle ist, so mühsam unb gefährlich ist das Pflücken. Bei dieser Be- ^mühnngen vergebttch Der Ballon wurde sodann nach den schästignng stürzten hier in den letzten Jahren nicht weniger und dem ^owen-Gols und um die Mittagszeit wieder als drei Leute ab, glücklicherweise ohne größeren Schaden davon- getrieben. Infolge des Gasverlustes sank zur rag en. Doch mögen oiese Fälle bei der diesmal allgemein s^daß er die Meeresslache berührte. In reichlich ausgefallenen Kirschenernte Nachachtung finden dieser gefährlichen Liage blieb Kindelan bis 1/28 Uhr abends. Breil scheid, 28. Juli. Als Todesursache des 7)ier plötz- wurde immer flacher, sodaß Kindelan belchlvß, den sich gestorbenen 27 Jahren alten italienischen Arbeiters ift • V öu verlasten. Er legte die Rettungsgurtel an unb sprang bei der eingehenden ärztlichen Untersuchung ein S t i ch i n b i c Kn ö 1 e 11 Nachdem er fast drei Stunden geschwommen Lunge festgestellt worden. Auch hat er offenbar einen wuchtigen 5?™', .lüuvb^ 1)0,1 englischen Dampfer „Weitpoint", der Schlag aus den Kopf erhalten. Die gerichttiche Untersuchmig wurde ^^^"^.^ttung ^lu^gcf^^ldt tvorben war, erblickt und voll- sofort nach dein Ausfinden der Leiche cingeleitct und nach der Sc i?™1-0 bUchüpst an Bord gehobelt. Kindelan hatte seit seinem zierung die Beerdigung auf miserein Kirchhofe vorgenoinnien Man ä! ^0^veder etwas gegesteii, noch etwas getrunken. Auch der nimmt an, daß ein in Untersuchungshaft zu Herborn sitzender „Westpomt' anfgesunden. Die Preis- hiesiger Bursche ber Täter ist. I r ich ter der Ballonwettfahrt beschlossen, Kindelan den ersten Preis = Ruppertsburg, 29. Juli. Das Fest der xUiUe qn’VA?11' *7^ -Logiernng beabsichtigt, dein Kapitän! irch-ner„eu-rung zum' fficbekfen bk 150 jü?rjgen "" »erleüjen. Erbamlng unserer Kirche wurde am gestrigen Sonntage in Reichsgerichtsbriefe fciecüd[)e Weise begangen. Dank des Denkmalschutzes sind r s 2* iniin cv„rf nach Angabe des Prof. Dr. Walde in Darmstadt Nachdruck verboren 3 öle Malereien ber Decke erneuert unb bie Reno- Don der unbedingten Haftpflicht der Stadt für den Verkehrs- vatlon ber Kirche vollzogen worben. Vormittags 10 Uhr , sicheren Zustand der Straßen. begann bic Feier mit einem Liebe des Wetterfelber Posaunen- r co^s des Verschuldens der Stadtgemeindc nach chorS van. hohen Kirchturm aus geblasen. Nach einem Lied siustande L ^LchenpstästeLef°7°?7achst^L^R^^ de^- Gesangvereins ivurde da§ von einem verstorbenen hiesigen zwischen der S t a d t g e m e i n d e Düsseldorf und dem Pfarrer Dr. Jochem gedichtete, bei der 100 jährigen Kirch-' --------- 1 loeilje, am 1. Pfingstfeiertag 1857, zum ersteiimal zum Vortrag gebrachte Lieb geslingen. In fesselnder Weise hielt ber Ortsgeistliche, Pfarrer Fritsch, bie Festrede, die auch bie non Laubach herübergekommenen gräflichen Herrschaften an- hörten. Der Nachmittag gehörte ber kirchlichen Nachfeier. (Sine regelmäßige Aufstellung wurde bureh bie herunter- brechenben Gewitterregen vereitelt. Desto schöner war das Wetter bei der auf der Müllerwiese, vor dem Dorfe gelegen, slattfindende^n Feier. Es hielten Begrüßungsreden an die zahlreichen Festgäste Pfarrer Fritsch, Superintendent Fritsch nuS Hanau und Pfarrer Schäfer auS Villingen. Der Wetterfelber Posaunenchor sowie der hiesige Gesangverein! waren für bie musikalische Unterhaltung besorgt. Von Nrit- gliedern der letzteren wurde ein von bem Ortögeistlichen ver» faßteS Festspiel: ^AuS der Chronik Ruppertsburgs" mit melem Beifall aufgeführt. Wir erfahren auS ihm, daß Abt öiegfrieb von Heröfelb 1183 ben Rupertisberg urbar machen ließ unb em Kloster hier gründete, von dem jetzt noch ein Keller vom Stemberghang zn fehanen ist, daß Graf DlagnuS aus Lanbaeh bie Lehre Luthers einführte unb ber GotteSblenst bis 1757 in einer Kapelle gehalten wurde, bis der jetzige Kirchenbau für 10 000 Gulden anSgeführt ivurde. Beim Räumen auf dem Kirchenboden ist unlängst der Opferitoel aus der Kapelle mit ber Jahreszahl 1687 gesunden worden, den man jetzt luicber angebracht hat, 1816 wurde die alte Orgel für 83 Gulden an bic Rötgesser FricbhosStapelle ver- I Schremer F. von dort rnitgeteilt. Der Schreiner F. schob am 28. August 1903 auf ber mit Basalt- steinen gepflasterten Riarktstraße in Düsseldorf einen mit Atöbeln beladenen Holzkarren vor sich her. Die ziemlich enge Straße wird von zwei Straßenbahngeieifen durchlaufen. Als F. einem daher- kommenben Straßenbahnwagen ausweichen wollte, blieb er mit owem Schuh plötzlich in einer zwifchen Straßenbahngeleise und,.». Pflaster befindlichen Lucke stecken und kam zu Fall, wobei er einen J* Beinbruch erlitt. Für bic ihm aus biesem Unfall erwachsenen febä- bigeiibeii Folgen nahm er die Stadtgemeinde Düsseldorf mit Schaden- ,UA. ersatzleistung m Anspruch, da sie die Straße fahrlässig unterhalten " »°^-^aatsanI. 190v mid beaufsichtigt habe. Die beklagte Stadtgememde beru t sich *-<*. jap*“\ \ taat8ftl‘>eihe darauf, daß alle erforderlichen Tinge von ihr beobachtet worden m ° Huken von 19U3 seien, die Spalte aber nicht bemerkt worben fei. I l'ürkenlose...... Landgericht Düsseldorf und O b e r 1 a n b e § g e r i ch t Köln erkannten auf Verurteilung der Beklagten. Unb zwar legte das Oberlandesgerlcht dar, daß ber betreffende Zustand nach > der Zeugenaussage längere Zeit bestanden haben müsse. Wenn auch der Stadtbaurat bekunde, daß er die Straße täglich durch chreite und nichts von biesem Zustande gemerkt habe, so sei das wohl möglich, entlaste aber die Beklagte nicht. Es fei auch möglich, daß die Unfallstelle durch ben gestreuten Sanb, der sich in die Fugen drangr, verdeckt worben sei. Wenn aber auch ein solcher Zustand bestanden habe, so hätte es bie im Verkehr erforderliche Sorgfalt erfordert, daß er beseitigt worden wäre. Es ist nicht nötig, zur Prüfung über die Frage der Atöglichteit der Beseitigung Sachverständige zu hören, denn bei gehöriger Beaufsichtigung'der Straße hatte der Zustand der Beklagten bekannt sein müssen. Denn hier handle es sich nicht um bas holperige Pflaster einer Kleinstadt, sondern um die Pflasterung einer belebten Straße ber Großstadt ^usseldori, auf ber täglich mehrere hunberk Fuhrwerke verkehren sollen. Wenn aucl) oft wegen Verringerung der Glätte der Basalt- steme üestreut werde, so hätte man doch auch ben gefahrdrohenden Zustand der Unfallstelle erkennen können oder erkennen müssen. Stener- Ansschl. SteuerAuSschl. in 70 b. betrag : in % b. betrag : Mark Staatssteuer : Mark Staatssteuer: 2 155 135 97,2 2 236 227 91,2 2 919 764 100,2 2 621 221 91,8 942 506 120 903 649 120 2 228 678 123,105 2 029 820 121,479 ? 114 114 1 203 372 97,5 1 119 520 95,305 344 961 115,5 320 902 115,5 180 000 109,166 180 000 111,032 265 265 123,6 254 798 123,6 202 658 95,087 204 282 95,087 Vertag’ von Adolf Ebel Univ.-Buchhdlg. Marburg' HESSEN-KUNST KALENDER FÜR ALTE UND NEUE KUNST Soeben erschien rechtzeitig zum Giessener Universitäts-Jubiläum Kalender ftir Alte und Neue Kunst 1908. — Kalender für Kunst- und Denkmalpflege, herausgegeben von Dr. Ohr. Rauch-Giessen, 3. 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Mts, nachmittags 3Va Uhr, Äufammeuknnst im „Darmstädter Haus", zwecks Svalierbilduna beim Einzug Ihrer Königl. Hoheiten. v*7r Der Vorstand. Rolandseek sä Während des Universitätsfestes von Mittwoch ab: tat; Konzert Mittwoch, den 31. er. verkehrt ab Giefien abends 11 Uhr " eoiiöetjitrioiitejifl Bikbcrtalbah». Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Borstand. der Marburger und Giessener Burschenschaft alle zu dem üniversitätsfest hier anwesenden Burschenschafter geziemend einzuladen. Um IO1/, Uhr findet ein Umzug vom Bahnhof aus statt. Kolosseum, Mtirjlriit 36-38 früher Cas6 Leib Telephonrus 644. Direktor und Inhaber: Albert Rappmanrr. Heute Dienstag den 30.: Grobe Extra-Bcuefiz-Vorstellung für den beliebten Bayerischen Kopuker Neumüller. Morgen den 31.: Elite- u. AbschiedS-Borstellung des alreo Personals, zugleich Auftreten des neuen Personals. Hieeen-iVelt-Prosrnmsn. Schlager auf Schlager. Wahrend des Universitäts-Festes täglich 3 Vorstellungen. 11—1, 4—7 und 8—11 Uhr. — Im Garten täglich 3 grofre Konzerte, im vorderen Restaurant Schrammel-Musik. Samstag nachmittag: Erstes grofres Llinderfest, veranstaltet vom Onkel Pelle. Ausstieg des Riesen-Luftballons „Komet". Abends im Garten: Italienische Nacht mit feenhafter Beleuchtung. Ausstieg des Riesen-Luftballons „Meteor", genannt „Tie leuchtende Weltkugel". Zu zahlreichem Besuch ladet höflichst ein 55465 Direktion Albert Rappmann. für BekoratiousMike: Hessische Wappen groß und klein, (siebener Stadtwapppen, Deutscher Reichsadler, MerMmM sowie Fähnchen und Guirlanden jeder Art enpfieblt Papierhandlung Jung Seltersweg 33. 4944 Erstes Hans am Platze Anerkannt gute Küche — Weine nur erster Firmen — Pilsener And Ä.66186 Sieie ~ Diner von 12-2 Uhr - Souper von o Uhr ab. Grosser Garten. 05403 Bes. Georg Wlssig. Zur UliioklßtSisftikr empfehle ich [05828 » Qolft — äiäM | MW der Firma Paillc-Faareut zum Ausnahmepreis von Mk. 3.5(1 pro Nisße vorrätig in trocken u. halbtrocken. Karl Jekel. Marburger Straße 85. Zur Unimitätsfeier offeriere solange Vorrat voriianden: 1904 er Grossherzogi. Hess. Domanialweine Bodenheimer Ebersberg per Flasche 8/* Liter Mk. 2.50 Dienheimer Guldenmorgen per Flasche ’/4 Liter Mk. 8.30 Grofiherzogs und der Großherzogin. Zusammenkunft am Kaiserbos 4.15 pünktlich. — Wir bitten um zahlreiche Be- (v^/tJ Der Vorstand. Mittwoch, den 31. lfdn. Mts., nachmittags 38/< Uhr, Antreten a.Tururbauss. Spalierbildung beim Einzug Ihrer Kgl. Hoheiten. Uniform: Blauer Rock u. Helm. B8% Das Kommando. Gesangverein Heiterkeit. Mittwoch nachmittag 4 Uhr Zusammenkunft im Bereinskokal. v*7r Der Vorstand. Soeben erschien: Das Ksne Stadttlieater in Giessen Denkschrift zur Feier der Eröffnung herausgegeben von Architekt Hans ÜHeyer. Preis Mark 1.50. Inhalt: Prof. Fromme: Geschichte der Entstehung des neuen Stadttheaters. — Architekt Meyer: Baugeschichtliches j der Bau und seine Einrichtung. Verzeichnis der Stifter. Plan des Stadttheaters und Preise der Plötze. — Alfred Bock: Prolog. Diese anziehend geschriebene Monographie unseres Stadttheaters gibt von berufenster Seite die denkbar ausführlichste Darstellung des Werdens des Baues und des Baues selbst unter den verschiedensten Gesichtspunkten. Sie ist mit etwa 30 Illustra- tionen geschmückt und stellt auch typographisch ein Meisterstück dar, das allen Freunden unseres Sfadttheaters eine liebe .Erinnerung und ein zuverlässiger Führer sein dürfte. ir a ^ziehen von 4966 trnst Challier J. Ricker’sche Univ.-Buchhandlung Neuenweg 0. Südanlage 5. Zusammenkunft zur Spalicr- bildung am Mittwoch nachm. um 3Vi Uhr bei Kamerad Kunz (Haberkasten). Es wird um recht zahlreiche Beteiligung gebeten. v30/7 Das Kommando. Bllilttslher (M’nnpertin. Heute Dienstag abend 9 Uhr Singstunde. v80/;Der Vorstand. ,