Arschetnt täglich außer Sonntag». Cem Gießener Anzeiger perben iin Wechsel mit )em hessischen Landwirt )ie Siebener KamUien- jlätter viermal In der k'üd)e beigelcgt und u veimal wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis Dietzen. Fernsprech-An- jcl)lu& s. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen» Anzeiger Gießen. Hnnaljme s»n Anzeigen für die Tagesnummer ins vormittags 10 Uhr. Erstes Blatt 157. Jahrgang Samstag 31. Anguft 1^07/ General-Anzeiger für Oherheffen BezngSpretSr monatlich 75 Pf^ viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. ZeilerwreiS: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich tür den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und .Vermischtes" P. Wittko; für »Stadt u. Land" und.Gerichts- »otationrdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckeret. H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze r. Are heutige Wummer umfaßt 12 Seiten. Sedan. Weiten Schichten des gegenwärtigen Geschlechts ist eider die Bedeutung vaterländischer Fest- und Gedenk- lge verblaßt oder gar verloren gegangen. Man findet tt dem Jagen und Hasten nach Gewinn und Genuß keine leit und keine sittliche K'raft, der Männer zu gedenken, te das Vaterland zu stolzer Größe emporgehoben haben, ein Wunder, daß selbst die Feier des Sedantages, —i bwohl dieser noch nicht vier Jahrzehnte zurückliegt —> es ruhmvollsten Tages in der preußisch-deutschen Ge- chichte des vorigen Jahrhunderts, für unnütz und über- tüssig gehalten wird! Man solle endlich mit den Sedan- eiern aufhören, „solle nicht mehr mit dem Säbel rasseln", amit der besiegte Feind nicht unnötig gereizt werde. 5olche und ähnliche Redensarten sollen Gründe gegen Le Sedanseier sein! Allein diese angeblichen Gründe ent- »uppen sich, genauer besehen, als sehr windig, sind nur Schein gründe. In Frankreich und andern Ländern kümmert sich keiner »arum, ob cs auch anderen Völkern angenehm sei oder licht, wenn man Nationalfeste feiert. Nur in Deutschland assen sich viele betören von dem Sirenengesang der Apostel ines kraft- und saftlosen „Internationalismus". Es ist cmdeutsch und undankbar zugleich, des Tages zu vergessen, er mit leuchtender Flammenschrift eingezeichnet steht« in ie deutsche Geschichte! Die schönste Tugend des einzelnen Die der Völker ist freudige Dankbarkeit. Und wer unter lesen: Gesichtswinkel den Sedantag betrachtet und sich ie beiden Fragen vorlegt: Was war Deutschland früher? ras ist Deutschland heute? dem wird es wahrlich nicht n den Sinn kommen, die Sedanfeier aus seinem Leben .uszuschalten. Was war Deutschland in früheren Jahr- > änderten? Der Spi»elball fremder Nationen, gut genug azu, auf seinen Ebenen die größten und blutigsten - rege auszukämpfen, die das Land greulich verwüsteten .d seine Bewohner ost grenzenlosem Elend Preisgaben! tiir zu oft hat Deutschland die Zeche eines fremden Krieges • zahlt. Innerlich jammervoll zerrüttet und zersplittert, l ad) außen ohnmächtig, war es allzulange verurteilt, das Gespött fremder Völker zu sein! Was ist Deutschland ute? Ein geeintes, waffengewaltiges Reich, wohlgeordnet im Innern, machtvoll gebietend nach außen! Ohne Deutschland werden keine großen Fragen im Rat der Völker chr gelöst! Deutschland hat einen ungeahnten loirtschaft- ichen Aufschwung genommen. Wer sehen will, muß as sehen, und nur unausstehliche Nörgler können das -estreiten. Und darum gedenken wir mit Stolz jener Tage von 870, da, als uns gallischer Uebermut den Krieg aufa wang und ein friedliches Volk Übersailen und unter sein >och beugen wollte, ganz Deutschland zornentbrannt in »eiliger Begeisterung aufstand, die Unbill zu strafen. Und aie 1813 alle, alle kamen, so 1870, und brüderlich reichten ich Nord- und Süddeutsche die Hand zum gemeinsamen i'ampf; vergessen den Zwist, der sie lange getrennt hatte. Unser Dank gilt, am Sedantage allen den Männern, ie im heißen Ringen so Herrliches geschaffen haben, hne Sedan keine Einheit und keine Kaiserkrone! Wahrlich! ttan müßte kein deutsches Herz und keine soldatische Ehre rehr im Leibe haben, wollte man der großen Daten ver- RCZSnBBKTKF'T'. USILfflBIBJUUUMKX' ' » gessen und den Schreiern und den Aengstlichkeitsphilistern zuliebe nicht mehr Sedan feiern! Nein, beim Gedenken an Sedan muß uns das Herz zu höchster Begeisterung entflammen, und je mehr in weiten Schichten unseres Volkes der n ationale Gedanke im Schwinden begriffen ist, je mehr die Großtaten der Väter verdunkelt und in den Staub gezogen werden, desto mehr liegt es den Baterlandstreuen ob, das Gedächtnis an die Ruhmeszeiten unseres Volkes und Vaterlandes lebendig zu erhalten. Der Kaiser in Münster. Münster, 30. Aug. Der Kaiser nahm die große Parade über das siebente Armeekorps auf der Vennheide bei Münster ab. Der Kaiser, in der Uniform der Garde du Corps, ritt an der Spitze der Fahnenkompagnie vom Infanterie-Regiment Nr. 55 'auf den Paradeplatz und übergab die neuen Fahnen mit einer Ansprache den betreffenden Regimentskommandeuren. Nach der Parade kehrte der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompagnien des Infanterieregiments Nr. 13 und der Standarten-Eskadron der 4. Kürassiere nach dem Schloß Münster zurück. Bei der Paradetafel im Landesmuseum hielt der Kaiser folgenden Trinkspruch: „Das 7. westfälische Armeekorps hat mir am heutigen Tage durch seine hervorragende Haltung auf der Parade große Freude bereitet. Die feste Zuversicht, die aus den Augen sämtlicher Leute mir entgegenleuchtete, die energischen befehlenden Charaktere, die sich in ihren Blicken aussprachen, verkünden die Absicht, alles herzugeben, wenn das Vaterland oder der Dienst es erfordern. Das Corps ist in musterhafter Verfassung, wie ich es schon dem kommandierenden General ausgesprochen habe. Infolgedessen kann ich die Herren nur nochmals zu dem beglückwünschen, was die Truppen mir heute gezeigt haben. Ich erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl meiner Westfalen. Hurra! Hurra! Hurra!" Der kommandierende General Freiherr v. Vissing antwortete auf die Rede des Kaisers: „Euerer Majestät erlaube ich mir zunächst meinen untertänigsten Dank für die erneuten Gnadenbcweije auszusprechen, die durch die Verleihung der Büsten derjenigen Männer zum Ausdruck gekommen sind, deren Namen die Regimenter des Armeekorps tragen. Euere Majestät haben in der Kabinettsordre von diesen Regimentern verlangt, daß sie den Vorfahren gleich ihre Schuldigkeit in jeder Beziehung tun werden. Das wird geschehen. Die Tradition, die eine der hauptsächlichsten und vornehmsten Grundlagen für die Armee ist, die stets treu zu ihrem König standen, wird weiter fort- leben in diesen Regimentern. Aber mein Dank steigert sich für die überaus anerkennenden Worte, die Euere Majestät heute auf dem Paradefelde zu mir und den versammelten Offizieren des siebenten Korps gesprochen und soeben wiederholt haben. Diese Anerkennung ist ein Lohn, ein überreichlicher Lohn. Euere Majestät haben bei der Uebergabe der neuen prachtvollen Feldzeichen hingewiesen auf die ruhmvolle Vergangenheit des größten Teils der Regimenter, die heute die Ehre hatten, in Parade vor Euerer Majestät zu stehen. Nicht zum allerwenigsten hat das Regiment Freiherr v. Sparr eine solche Vergangenheit. Das Regiment nennt sich mit Stolz und wird auch im Volksmund, zunächst spottend, jetzt ehrend Hacketeuer genannt. Nun — das ganze siebente Armeekorps — btt- ii ■wumm.............. -- asscras» wenn Majestät uns in ernster Zeit gebrauchen will, wir wollen Hacketeucr sein. Mit dieser Versicherung erhebe ich mein Glas über den tiefgefühlten Dank und die Gefühle unverbrüchlicher, felsenfester Treue und selbstloser Hin-, gäbe an die geheiligte Person Euerer Majestät bringe ich zum Ausdruck, indem ich rufe: Seine Majestät, unser Allergnädigster Kaiser, König und Herr Hurra! §uruaj Hurra!" Der Rücktritt des Ministerialdirektors ALthoff. Berlin, 31. Aug. Ministerialdirektor Dr. A l t h v f f hat, wie die „B. N. N." erfahren, bereits vor einer Woche sein Abschiedsgesuch eingereicht und wird n i ch L m e h r in fein Amt zurückkehren, eine Tatsache, die auch durch die inzwischen erfolgte Ausgabe seines Dienstzimmers im Ministerium äußerlich in die Erscheinung getreten ist. Da sein Rücktritt sich in voller Uebereinstimmung mit dem neuen Minister vollzieht, ist auch an eine Ablehnung des Gesuches nicht zu denken. Dr. Althosf, der gegenwärtig im Harz weilt, dürfte nach seinem Ausscheiden sich auf dem Gebiet weiter betätigen, auf dem er für sein erfolgreiches Wirken mit dem Wilhelmsorden ausgezeichnet worden fei, dem Gebiet der öffentlichen Wohlfahrt. Die oStißc in Marokko. Paris, 30. Aug. (Agence Havas.) Admiral Philibert telegraphiert unter dem 29. August: DaS Paketb'oot „Gaule" ift eingetroffen und hat u. a. einen Destillationsapparat gebracht. In Casablanca herrscht Ruhe. Im Verlaufe des 29. wurden im Westen einige Marodeure durch Kanonenschüsse vertrieben. Ter Panzerkreuzer „Gloire" hat am 28. etwa 200 Kanonenschüsse und Schrapnells abgefcuert. — Ter „Temps" meldet aus Casablanca, daß der Kreuzer „Gueyden" gestern die Küste bei Kap ElauL beschoß, wo feindliche Reiterscharen gemeldet wurden. Ter Kreuzer „Gloire" wars Geschosse in der Richtung auf Sidi Beheut gegen eine Abteilung von etwa 100 berittenen Marokkanern, die durch eine Senkung des welligen Geländes gedeckt waren. — Tas „Echo de Paris" meldet, Clömenceau habe einem Delegierten mitgeteilt, daß die Kamnur bei ihrem Wiederzusammentrilte nach den Ferien die Kredite für die marokkanische Expedition zu bewilligen haben werde. Später würden diese Kosten, setzte der Ministerpräft- dent hinzu, von Marokko zurückgesordert werden. Deutschland, England und die anderen Mächte seien auch, in diesem Punkte über die Absichten Frankreichs unterrichtet und hätten ihre Zustimmung hierzu bereits gegeben. — Ter englische Botschafter teilte gestern dem Mi-, nisterpräsidenten Clemenceau den Wunsch der englischen Kolonie in Tanger nach Schutz mit. ClL- menceau kündigte die Entsendung des Panzerkreuzers „Te-^ saix" an. Toulon, 30. Aug. (W. B.) Der Panzerkreuzer „De- saix" sowie der Torpedobootszerstörer „Dard" sind nach Tanger in See gegangen. Ter erstgenannte hat lebendes Rindvieh und Lebensmittel an Bord. Tie Abreise des Transportschiffes „Mytho", welches seine Ladung bereits eingenommen hat, steht unmittelbar bevor. Tanger, 30. Aug. Es wirb bestätigt, daß infolge der Mitteilung M u l e y H a s i d s der Gouverneur von Safsi sich dem neuen Sultan unterworfen hat und sich demnächst nach Marakesch begeben wird. — Mit dem französischen Kriegsschiffe „du Chayla" sind heute eine Anzahl Deutscher, Engländer, Franzosen Der Chinese als Bräutigam und Ehemann. (Original-Artikel des Gießener Anzeigers.) Vor einigen Jahren verlobte sich eine anmutige junge >ame, die Tochter eines verstorbenen schlesischen Bankdirelwrs, t Berlin mit einem Angehörigen der dortigen chinesischen -öuudtschaft. Der junge, sehr bescheidene Herr von feinster . ilbung machte auf die Angehörigen der jungen Dame, deren '.rüder, damals Schüler des orientalischen Seminars in Berlin, bin deutschen Unterricht erteilt hatte, den besten Eindruck. Aber ec Zopf, der ihm hinten hing, seine mongolische Physiognomie, i;u frauenhaften seidenen Gewänder und manches in seiner onst durchaus tadellosen Art entfernten doch, so sollte man reinen, die Vertraulichkeit, und das Herz der jungen Dame ■ leb selbst ihren Nächsten rätselhaft. Zweifellos, der Chinese >ar ein imger.iein zartfühlender, aufopferungsvoller Bräutigam on i ußerster Diskretion, ganz gewiß war er ein kreuzbraver, kder und gutmütiger Mensch von ungewöhnlicher Begabung nb überraschender Einsicht in die europäische Kultur, leicht uipfänglich und verständnisvoll für europäische Sitten und gesell- ttafttiche Gewohnheiten. Daß aber eine deutsche Dame ihm )re Liebe zu sck)enken vermochte, das begriffen weder ihre Zrüder noch selbst ihre Mutter. Doch die Braut schien fast - glücklich wie der überseelige Bräutigam. Da aber kamen die chinesischen Wirren und Waldersees iug nach Peking. Der damalige Berliner chinesische Gesandte, er dem Europäischen, ganz besonders aber dem Deutschen ) sehr abhold war, daß er es für das Rechte hielt, der eutschen Sprache selbst in der deutschen Reichshauptstadt völlig nkundig zu bleiben, mißbilligte nun offen, was er bisher nur ersteckt angedeutet hatte, bie Verlobung seines Untergebenen nb veranlagte schließlich dessen plötzliche Rückberufung nach kling. Die kaiserliche Order traf die gänzlich ahnungslose kaut, die stets gehofft hatte, ihr spracheukundiger und welt- e tonn bi ec Bräutigam toerde sein Leben lang bei westländischen -esandtschaftew Verwendung finden, — das hatte ec ihr ja Iber als seine feste Hoffnung hingeftellt — noch schwerer als -reu Bräutigam. Tränen gab es. Stürme über Stürme, und us Ende vom chinesisch-deutjchen Liebesliebe war die Aufhebung er Verlobung durch die Braut. Heute ist der damalige chinesische Gesandtschaftsattachö in Berlin längst Gesandter in einer der schönsten und größten europäischen Hauptstädte, die einstige Chinesenbraut aber die glückliche Gattin eines in einer großen deutschen Residenzstadt lebenden adeligen Bankbeamten, des Sohnes eines preuh. Generals. Und sie hat vielleicht klug daran getan, daß sie dem Chinesen damals nicht in seine Heimat gefolgt ist. , Denn wer weiß, ob er nicht über kurz oder lang wieder in die Pekinger Zentralregierung zurückberufeu. werden wird. Es ist nämlich einer Europäerin, so liest man jetzt im Pariser „Matin", nicht zu empfehlen, ihr Leben an das eines in seinem Vaterlande lebenden Sohnes des Himmels zu ketten. Denn mit dem Augenblicke, wo die junge Gattin ihr neues Heim im Reich der Mitte erreicht, hört sie auf, die vergötterte Geliebte, die Herrin des Hauses zu sein. Das liegt vielleicht kaum an dem Manne. Die Mutter des Gatten, die Schwiegermutter ist es, deren D e s p o t e n h e r r s ch a f t d'e junge Frau sich widerspruchslos fügen muß. Verachtung und Kränkungen find es, die die neue Gemahlin empfängt: Gehorjam, Geduld und Unterwürfigkeit sind das einzige, was sie erwidern darf. In China kommt die Frau erst dann zuui Ruhm, wenn im fernen Westen die Gesellschaftsgenossumen sich fchon rüsten, allgemach von der gesellschaftlichen Bühne abzutreten: Die Mutter, die Schwiegermutter ist die unumschränkte Herrscherin, die Göttin des chinesischen Hauses. Der Sohn betet sie an, und seine Gattin wird ihre Sklavin. Ihr gehört sie fortan an, die Schwiegermutter bestimmt ihr Leben, ihre Arbeit, ja selbst die Stunden, in denen sie ihrem Gatten sich widmen darf. Die Strenge der chinesischen Sitte geht so weit, daß einer jungen Frau selbst der Besuch eines Hauses verboten ist, in dem keine Schwiegermutter das Zepter führt. Und wie die Schwiegermutter einst unter der Tyrannei einer alten Frau seufzen mußte, so macht sie nun die Junge seufzen. Sie nimmt ihrerseits Rache durch die starren Sittengesetze, die einst ihre Jugend verbitterten. Jede alte Generation nimmt so Rache an der jüngeren, in unabsehbarer Kette. Und für die junge Frau gibt es kein Entrinnen, ja, sie muß fürchten, verkauft zu werden, damit die Schwiegermutter -in recht prunkvolles Leichenbegängnis bekommt. Nur ein einzv?es, verzweifeltes Abwehrmittel bleibt der jungen Frau: Der Selbstmord. Und manche junge Chinesin hat den Tod gewählt und sorgsam alle Vorbereitungen dazu getroffen, von keinem anderen Ge-^ fühl beseelt, als dem erbitterten Gedanken: Die Schwiegermutter wird sich ärgern, ein einziges Mal werde ich sie ärgern können. Eine Europäerin erzählt von einer jungen, sehr gebildeten Chi-i nesin, mit der sie sich sehr oft englisch zu unterhalten pflegte:' „Eines Tages empfing ich von ihr einen kurzen Zettel: „Adieu, ich stürze mich in den Brunnen. Ich sehe ein, daß ich nie den Mut haben würde, jene Stunde ab zuw arten/ wo ich e n d l i ch S ch w i e ge r m u t t e r sein werde . . ." Die kleine chinesische Freundin wurde tot aus dem Brunnen gezogen." * — Kein Gesangswettstreit 1908. Auf Anfrage des Kölner Mannergesangvereins über Zeit und Ort des nächsten Gesangswettstreits um den vom Kaiser gestifteten Wanderpreis hat das preußische Kultusministerium erwidert, daß endgültige Bestimmungen .darüber noch nicht getroffen seien und der Wettstreit jedenfalls 1908 nicht stattfinden werde. — Der Erfinder Edison .hat einen Nerven-Kollaps erlitten. Man fürchtet für sein Leben. — Für die he s s is ch e L a ndes a u s ste l l un g, die 1908 für freie und angewandte Kunst in Darmstadt stattfindeb sind — so wird uns.heute aus der Landes'hauptstccht geschrieben — alle Arbeiten im vollen Gange, und es kann schon jetzt die Hoffnung ausgesprochen werden, daß die Ausstellung bei ihrer Eröffnung im Mai fix und fertig Jein wird- Tas Haupmnsstettungs- gebäude wird Ende November soweit vollendet sein, daß mit denp Jnnen-AuSüau begonnen loerden kann; es bleiben somit den Ausstellern noch fünf Monate für ihre Arbeiten zur Versüguilg, Das Gebäude ist von Prof. Olbrich entworfen und wird bvd freien Kunst dienen. Malerei, Plastik und die in Hessen (auch im Gießener Kreise durch Baurat Di eh ms vorbildliches' Wirken. T. Red.) zu so erfreulicher Blüte gelangte Architektur werden, hier ihr Heim finden. Durch die große, imposante Freitreppe hin ich gelangt man auf das Hauptgebäude nach Entwürfen von Professor Albin Müller- Durch eine säulengetragene Hchle blickt man \\u den keramischen Hof, der die Mitte^ der Gesamtanlage! bildet-' An seinem östlichen Errde liegt der für Bad-Nauheim bestimmte Wartesaal, und der Gebäudekomplex nördlich dieses Hofes nimmt bie umfangreichen Räume auf, bie der Staat zur Ausstellung bringt, "darunter der neue Mainzer Schlvurgerichts^ des Hülfsau 3 schusses gingen ferner ein: cmunlung in der Gemeinde Inheiden aus und die die mit eine gegen. Bei der Sammel stelle mit dem noch teilweise bestehenden Werbesystem. Durch die allgemeine Wehrpflicht muß ein Heer von Landeskindern geschaffen werden, das am besten geeignet ist, den heimatlichen Boden zu verteidigen. Verbesserungen aber auch in den ökonomischen Verhältnissen des Soldaten? Was sollten in diesen Zeiten noch Zopf, Locken und Pnder nützen? Wahrlich keine leichte Aufgabe, den Widerstand von Anschauungen zu brechen, denen noch die alte Zeit als Maßstab galt. Scharnhorst hat den Einfluß der Gegner beim König gebrochen, die so gerne des Reformers Pläne durchkreuzt hätten. Wie wußte der zielbewußte Mann durch die Einführung des „Krümpersystems" einen Napoleon zu täuschen! Wenn man von der Erhebung des preußischen Volkes im Frühling des Jahres 1813 spricht, wird man stets dankbar des Mannes gedenken, der den Gedanken zum Abwerfen der korsischen Fessel wachrief mit dem Augenblicke, als sich König und Volk auf ein neu geschaffenes tüchtiges Heer stützen konnten. gegenwärtig in Bremen leine 36. Wan 0 ero ersammlung ab. 3® Vorjahre hatte die Kronprinzessin einen Ehrenpreis für die bciu Lösung der Aufgabe einer photographischen Darstellung von „Mutter und Kind" gestiftet- Von den 27 damals t'in gegangenen Arbeiten sind 12 vervielfältigt, unter Beifügung eine-: Bildes der Kronprinzessin und ihres kleinen Prinzen zu einen Mappe vereinigt und der Protekwrin, sowie auch dem Kail'ci und (to Kaiserin überreicht worden- Die Kunstmappe wird auc! der Oeffentlichkcit zugänglich gemacht lverdew Professor Hermam Krone in Dresden wurde zum Ehrenmitgliede des Vereins cr nannt- Die Urkunde wird ihm im nächsten Monate bei Vo!lcndun> seines 80- Lebensjahres durch eine Abordnung überreicht werdoi- Am Vereinssitz in Weimar lvird die Einrichtung eines historische Lehrmittelmufeums geplant- Hofrat Dr. K. Kötschau, der Direklo deS Großh- Museums in Weimar, will befürworten, daß eu Teil des Küpferstächkabinetts im Museum für eine historisch photographische Sammlung eingerichtet wird- Dr. Pasel au; Dresden sprach über Albumatpapier, das dazu geeignet ist, bew Kopieren von Photographien nebensächliche Tinge, die unnötn die Aufmerksamkeit auf sich ziehen würden, abzuschwächen- Hannes Gaedicke (Berlin) hielt einen durch Vorführung wohl gelungener Proben erläuterten Vortrag über die Lumioresche Far v e n p h o t o g r a p h i e- Die auf unmittelbarem Wege arbeiten den Verfahren haben sich nach seinen Ausführungen im Ge brauche bisher nicht belvährt- Das Versahren der Gebrüdc Lumiere, bei dem mit verschiedenfarbigen Rastern aus Starb körnern gearbeitet wird, gibt bei richtiger Anwendung die Farve in völliger Naturtreue wieder, freilich vorläufig nur aus Ew bei durchscheinendem Lichte- Tie Erfinder arbeiten, aber stl an einem Verfahren, die Bilder als 'Negative herzustellen, vo denen man beliebig Positive machen kann, und es begeht W Die Aussicht, die Bilder auf Papier zu bringen- — Der Herzog von Orleans hat eine Polar reise angetreten; die Rückkehr erfolgt anfang Oktober- der Tat sehr, sehr viel an Mienchen- Kränze und Blumen gab es natürlich in tropischer Fülle, und auch die Abschiedsrede wurde der Scheioenden nicht erlassen- Zum Schlüsse tönte in den Jubel deutlich ein herzliches „Aus Miederiehen!" Dieser Wunsch ist. der allgemeine! Dr- G. Z. ) — Der Deutsche P ho t,o g raphen-V e rechn hält, Aus StcvSt und Gießen, 31. Ang. •* Hülfe für Herbstein. Bei unserer Geschäftsstelle gingen bis heute vormittag weiter ein: Gemeinde Kesselbach 25 Ml'., Lorschußkasse Kesselbach 25 Mk., von Privaten in Kesselbach 16 Mk., Geh. Justizrat Wilh. Wehner 10 Mk., Gg. Wissig 5 Mk. Zusammen mit den bereits früher quittierten Beträgen bis jetzt 4089,18 Üll k. Die am 29, Aug. quittierten 100 Mk., die die evang, Pfarrei Londorf übersandte, sind von Londorf. Weitere Gaben nimmt unsere Geschäftsstelle gern ent- imb Spanier aus Fez hier eingetroffen, die in L a'r r a s ch an Bord gegangen waren. Tie Reise verlief ohne Zwischenfall. Paris, 31. Aug. Obgleich französische Nachrichten über das Gefecht von Casablanca vont 28. ds. nicht vorliegen, scheint es sich nach englischen Telegrammen um ein ernsteres Treffen gehandelt zu haben. Man erzählt, daß 12000 Marokkaner angegriffen haben und daß mehr als 4 Stunden gekämpft wurde. Dies scheint aber- übertrieben, wenn man hört, daß die Franzosen nur 3 Tote und 7 Verwundete hatten. Tie Kanonen der Kriegsschiffe nahmen an dem Kampfe teil. Tie Verluste der Marokkaner sollen sehr groß sein. — Am Mittwoch nachmittag zeigte sich im Osten des französischen Lagers vor Casablanca eine Gruppe marokkanischer Reiter, gegen welche eine Abteilung eingeborene Freiwillige und zwei Züge Spahis entsandt wurden. Nach kurzem Kamps um eine Hügelstellung, die die Marokkaner vor den Franzosen besetzten, eröffneten von der einen Seite die Feldgeschütze, von der anderen Seite die Schiffskanonen ein mörverisches Feuer gegen die langsam nach Südwesten weichenden Kabylen. Kaum war aber die Artillerie verstummt, als die mittlerweile durch Zuzug von Taddert her verstärkten Marokkaner, zusammen etwa 1500 Mann, mit Blitzesschnelle ein U m g e h un g S m a n ö v e r ausführten und Spahis und Freiwillige ein- schlossen. Nur der ausgeführtcn Quarrö-Bildung und der im allgemeinen guten Feuerdisziplin verdanken es die Franzosen, daß ihre Verluste die Zahl von 4 Toten und 10 Verwundeten nicht übersteigt. Tie Nacht auf Donnerstag verlief ziemlich ruhig. saal und das Prastdentenzimmer, ein Saal der Mainzer Künst- gewerbeichule, das wirektorzimrner der Landesbaugewerkschule .wurmpadt, cm -Laal aus dem Schloß zu Offenbach, ein Sitzuugs- zimmer des dortigen Gymnasiums usw. Als Muster eines nach den neuesten Grundsätzen hergerichteten Schulzimmers lvird die Gemeinde Billertshausen (Kreis Alsfeld) einen Schulsaal der Gemetndeichule bringen- Die südlich des 'keramischen Hofes ge.egenen Raume beherbergen die Wohnung s tun st, wobei nian den Gedanken durchführt, daß möglichst Wohnungen als Ganzem gezeigt werden- Dabei soll, um ein gegenseitiges Ueber- bleten der Ausireller Zu verhüten, jeder Raum nur einmal vertreten sein- Im Erdgeichoß Tollen herrschaftliche Räume in aus- erleicnltem^Geschmack gezeigt werden, im ersten Stock die dazu gehörigen -Lchlafzimmer, Badezimmer usw- Daneben auch kleinere zuiammengehörige, Wohnräume, wie z- B. die Wohnung eines reichen, kunstsinnigen Junggesellen; auch an Hallen, Dielen, bequemen Ruheplätzen, Blumenhöfen usw- wird es nicht fehlen. Das Hauptgebäude enthält im Ganzen 70 Räume, von denen der Ltaat 24 einrichtet- Da aber etwa 150 Jnnenräume angemeldet Jino, haben sich a l le Firmen Beschränkungen im Raum ge- Et, mich en- Es stehen außer den genannten noch 38 biaume ui den Einzelhäusern zur Verfügung. Drei Häuser, das ober he 1 srf ch e H au s, Haus Gewin und das Odenwaldhaus; ^^uen zur Aufnahme einfacherer bürgerlicher Einrichtungen- Aber auch die einfachste Möbelfabrikation wird Gelegenheit haben, zu Leigen, was pe letzten kann- Ihr fallen sechs Arbeitshäuser SU, oie nach Westen an drei Villen anschließen und hier eine anmutige ^v-onie bilden- Eine Gartenanlage vom Gartenarchitekten <5 u ch s schließt die Ausstellung nach Süden und Osten ab- 111 1 ~ ^us Frankfurt wird und unternt 29. ds. geschrieben- A^eit öejlern i)t Frankfurt um eine Sehenswürdigkeit architektonischer Art 'reicher- Unter großem feierlichem Gepränge ist gejtern abend die neue Synagoge der orthodox-jiioischeu LßWMMWlKWrsMelMM eingechecht worden- Mr ponipöse Prolog cingcleitct. Es folgen bann verschiedene Rkdcn Gesangsvorträge zc. Nach Beendigung des akademisch,' Teiles der Feier folgt das Abendprogramm des Schumann. Theaters. Das ganze Theater ist am Abend des 4. gC tember den Eisenbahnern vermietet und fast sämtliche 4000 plätze sind vergeben. * Fahrradmarder. Heute morgen wurde 0U: einem Hofe in der Stephanstraße von unbekanntem Täte, ein Adler-Fahrrad gestohlen. Das vorgestern im Neuen, weg gestohlene Rad harte der Dieb alsbald im Pfandhau; unter dem falschen Namen Karl Weber für 20 Mk. verseh ** Gemüsebeförderun-H. Das Landwirt. schastskammer-Mitglied Breidenbach hat die Landwirtschaftskammer einen Antrag eingereicht, bett bic bessere und billigere Beförderung des Ge. müses. Danach wolle die Landwrrtschastskammer beschließen, die zuständige Eisenbahnbehörde zu ersuchen, auä die frischen Gemüsearten, die bisher nicht unter dem Eilgut spezialtarif stehen, in diesen zu versetzen und die übrigen zentralen landwirtschaftlichen Vertretungen des Deutschen Reiches um Unterstützung des vorstehenden Antrages be' ihren zuständigen Behörden zu bitten. In der Begründun- heißt es: Jedem Gemüsehändler und Abnehmer ist bekannt daß Gemüse nur als Eilgut versendet werden kann, da e= sonst leicht verdirbt oder Schaden nimmt. Die Erwartungen die man infolge der Zollerhöhung an die größere Diente bilität des Gemüsebaues gesetzt hat, haben sich leider nityi erfüllt. Das Ausland steht durch Klima und bessere Arbeiterverhältnisse unter wesentlich günstigeren Produktion^, bedingungen. Es liegt im Interesse der ganzen Volks, crnührung, die Städte so rasch und billig wie möglich mit frischem Gemüse versorgen zu können. -l. Grün berg, 30. Aug. Gestern vormittag 11 Uhr ging ein Ballon, von Süden ivmmend, über unsere Stadt' Er war wohl kaum 800 Meter hoch, so daß man nut bloßem Auge die Gondel und ein Schleptau sehen konnte Mit dein Grase sah man 3 Insassen ui der Gondel und am Ballon den Namen Ziegler. Seine Richtung nahm er nach Osten, stieg wieder hoher und verschwand über dem Vogels, berg. (H-) Wörrstadt, 30. Aug. In einer furchtbaren Lage befand sich ein hiesiger Eisenbahn arbeitet auf dem hiesigen Bahnhöfe. Er stand auf der Plattform eines mit Kohlen beladenen Waggons und wurde, als sich der Güterzug in Bewegung befand, infolge eines Ruckes von der Plattform herab zwifcheu das Schienengeleis geschleu- dcLt, wo er liegen blieb. Der ganze Zug rollte über den Mann hinweg und nur dem Umstande, daß er sich völlig bewegungslos vckrhielt, verdankt er die Erhaltung seines Lebens. O Burkhardsfelden, 30. Aug. Trotz wesentliche: Gegenagitation des Arbeitervereins wurden mit grober Majorität in den Gemeinderat gewählt Landwirt Leonhard Arnold III., Landwirt Hch. Haas, Landwirt Friedrich Magel und Landwirt Hch. Brück II. (-) Offenbach, 30. Aug. Ter 2. Hess. Kammer ging eine Regierungsvorlage über die Vereinigung der Landgemeinde Bürgel mit der Stadt Offeu* b a ch zu. Demnach soll zum Eingemeindungsvertrag vcc ordnet werden, daß G Vertreter von Bürgel in der Stadtvoc- orbneteiwcrfainnilung von Offenbach Sitz und Stimme erhalten. Tie Eingemeindung wird an den aus die Betriebs- eröffnung der elektrischen Bahn von Offenbach nach Biirgcl folgenden 1. April wirksam. — Infolge der Verhandlung über die Aushebung des vom Fürsten zu I s e n b u r g - B i t^- st e i n beanfpruchwn Präsentationsrechtes hatte der Fürst vorläufig auf zwei Jahre aus die " Ausübung des Rechtes verzichtet, viachdem Liefe Frist nunmehr abgeiaujcn ist, hat der Fürst nach einem Schreiben der sürstlichen Kammer-Direktion vom 28. August 1007 auf Ansuchen der Stadtverordnetenversammlung bereitlvillig die Frist um ein Jahr verlängert und lucitcr sein Entgeaenkommen für die Beschleunigung der Angelegenheit zugesichert. 0 Königsberg bei Bieber, 30. Aug. Dank der Z»- wendmig durch den Landesansjchuß konnte Königsberg übcuiü an dem Wegenetz seiner Feldutark die bessernde Hand an- legen. Der Bezirtsausschuß Wiesbaden hatte in seiner lehtcn Sitzung unserer' Gemeinde für Wegcbauten den Betrag von 2120 Mk. bewilligt. Es war dies die höchste Summe, die einer der 11 Ortschaften der Gemeinden des Hinterlandkreijes bewilligt wurde. — Die Quellen für die Wasserversorgung Bieber-Rodheim liegen in unserer Gemarkung, oberhalb der Obermühle und bieten jenen Gemeinden ein ganz vor* zügliches Trinkwasser. Das Quellengebiet ivurbe für dir Summe von 1100U Mark käuflich erworben. [J Aus dem Kreise Ziegenhain, 30. Aug. Schwalmtal wird in der letzten Zeit wieder viel von 3^ geunern heimgesucht. Berittene Gendarmen haben inaiW mal Trupps von 50 bis 70 Personen von einer Gemarkitro zur anderen zu transportieren. durch Bürgermeister Reitz 47 All., Gemeindekasse Beuern 25 Mk., August Wehn hier 15 Mk., Sammlung in der Gemeinde Reinhardshain durch Bürgermeister Graulich 64.50 All. Roch einmal veriveisen ivir auf das morgen vormittag stattfindende Wohltätigkeits - Doppelkonzert für Herbstein im Botanischen Garten. Die beiden abwechselnd spielenden Kapellen — die Regimentsmusik und die Veteranen- lapelle — werden, wie ivir nach Einsichtnahme des Programms versichern können, ein reichhaltiges und dabei gewähltes Programm zu Gehör bringen, das allein schon den Besuch des Promenadekonzertes lohnen wird, auch abgesehen von dem damit erstrebteü guten Zweck. Für zahlreiche Sitzgelegenheit ist Sorge getragen, ]o das; sich die Besucher m aller Bequemlichkeit den leiblichen Genüssen hingeben können, die an drei Büfsetts zu haben sein werden. Junge Damen aus hiesigen Bürgerkreisen haben den Berkaiif übernommen. Auch Blumen, Zigarren und Postkarten werden feilgehalten. Besonders sei auf die Ansichtskarte von Herbstein aufmerksam gemacht, die zwei Ansichten zeigt, einmal die gesamte Brandstätte und zum anderen unsere Kaisermusketiere bei den Auf- räumungsarbeiten. ** Prinz Friedrich Karl Von Hessen, der Schwager des Kaisers, wird nach dem Manöver das Kommando des 81. Infanterie-Regiments in Frankfurt a. M. erhalten. ** Die Gießener Omnibus-Gesellschaft hielt gestern abend eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der anstelle des verstorbenen Stadtv. Kirch Apotheker Schmieder in den Vorstand der Gesellschaft gewählt wurde. ** Die Sedan feier findet heute in den hessischen Schulen, soweit sie nicht Ferien haben, in der herkömmlichen Welse statt. ** Eine Volksschulstatistik für das Deutsche Reich. Auf Veranlassung des Bundesrates findet gegenwärtig zum erstenmale für sämtliche Gemeinden des deutschen Reiches eine Erheblmg statt, durch welche der gesamte auf das Volksfchulivesen entfallende Aufwand erfaßt werden soll. Zu Grunde gelegt ist der Stand vom 1. Dezember letzten Jahres. In dem Erhebungsbogen, der für alle Gemeindeverwaltungen einheitlich vorgeschrieben ist, wird zunächst der persönliche Auswand, den die Volksschulen verursachen, so beispielsweise die Gehälter der Lehrer, deren Dienstzulagen, besondere Vergütungen für Turn-, Religions- oder fremdsprachlichen Unterricht, Aufwendungen für Wohnungen der Lehrer usw., dann aber auch der fachliche Auftvand, so z. B. Ausgaben für Lehrmittel, für Schulräumlichkeiten, Schulprämien usw. erfragt. Gleichzeitig gibt die zu erwartende Statistik wertvolle Ausschlüsse über die Gesamtzahl der Lehrer und der auf einen Lehrer entfallenden Schüler. ** Thomes Abschiedsfeier. Die am 4. September im Schumann-Theater zu Frankfurt stattfindende Abschiedsfeier, die dem Eisenbahn-Direktionspräsidenten Thome von seinen Eisenbahnern bereitet wird, wird durch einen von Frau Anna Hill gedichteten, von Fräulein Hermann gesprochenen Bau an der Friedberger Anlage, der durch feine monumentalen Formen und seinen twtz allen Ernstes gefälligen künstlerischen Rhythmus schon seit SOlanaten die Augen der Vorübergehenden sich zog, ist das Werk der Berliner ArchiteUen Jürgensen Bachmann, die nicht nur mit bemerkensivertem Geschick schwierige Grundrißfrage gelöst haben, sondern auch durch sreischöpserische Art, wie sie die überlieferten Stilelemente ben modernen Bedürfnissen harmonisch vereinigt haben, künstlerische Tat vollbracht haben- Namentlich das Innere des stattlichen Baues, die imposante Tomienwölbung, die den eigentlichen Synagogenraum mit einem kühnen Bogen von 22 Metern überspannt, und der verschwenderisch reiche, aber nirgends , überladen wirkende Schmuck, die Verwendung edelsten Materials und die bei aller Pracht gewahrte Diskretion sind von einer geradezu vorbildlichen Schönheit- Ter feierliche Gottesdienst, dessen Höhepunkt der festliche Zug mit der reichen Anzahl von Trägern der vielen verschwenderisch geschmückten Thora-Rollen war, machte auch auf Andersgläubige einen tiefen Eindruck- Daß eine verhältnismäßig so kleine Gemeinde ein so prachtvolles Gotteshaus sich erbauen konnte, muß Respekt vor der Opsersreudigkeit der Gememdemitglieder einslößen- — Heute abend feierte unsere Heroine, Frl- Josesine RotlMann, Abschied- Frankfurt ist dafür bekannt, daß es seine Bühnenlieblinge mit Ehren überhäuft' so herzlich wie diesmal aber hat bei allen den vielen LWfchiedsvorstellungen und Jubiläen der letzten zwei Jahre das Publikum sich doch iwch nicht bezeigt- Es waren Orkane des Beifalls, die heute abend dasl Haus durch- brauften, und Frl- Nottmann zeigte als „Judith" ihr reiches Können iwch einmal in glänzendstem Lichte- Wir verlieren in Derrt§ci)es NeLctz. Berlin, 30. Aug. Um die Gemeinschaftlichkeit der von den deutschen und britischen Behörden unternommenen Aktion gegen Morenga noch wirksamer, als bisher geschehen, zum Ausdruck zu bringen, wird von feiten des Kommandos der Schutztruppe in Windhuk außer dem Hauptmann von Hagen noch ein zweiter Offizier den englischen Truppen attachiert. Er ist bereits unterwegs, um zu den britischen Streitkräften zu stoßen. Morenga befindet sich immer noch auf englischem Gebiete und macht augenblicklich den Kapbehörden mehr zu schaffen als unseren. — Bekanntlich schweben schon seit längerer Zeit Bemühungen, eine handlichere Gestaltung des 5 Markstückes herbeizuführen. Die Erhebungen der zuständigen Stellen sind zwar noch nicht zum Abschluß gelangt, doch dürfte sich die Entscheidung, wie verlautet, noch nicht allzulange hinziehen. Der Reichstag wird sich mit der künftigen Gestaltung der 5 Markstücke lediglich im Sinne einer parlamentarischen Erörterung zu befassen haben, da auch in diesem Falle wie bei allen Reichsmünzen laut Münzgesetz der B u n d e s r a t die Größe des Durchmessers festlegt. Hamburg, 30. Aug. Die vom Kaiser Menelik zur Begrüßung des deutschen Kaisers nach Berlin entsandte außerordentliche Gesandtschaft, die heute nacht mit dem Reichspoftdampfer „Preußen" hier eingetrosfen ist, wurde heute früh von einem Mitgliede des Auswärtigen Amts, Legationsrat Schüler, bei der Lan- jdung begrüßt. __________________ Zum lOOjältngcii Gedenktage der Regeneration des preußischen Heerwesens durch Gerhart Scharnhorst. Als nach der unglücklichen Sa-lacht bei Jena und Auer- städt am 14. Oktober 1806 und dem schmachvollen Frieden zu Tilsit am 9. Juli 1807 Preußen sterbenskrank zu Boden lag waren es drei Mränner, die berufen sein sollten, dem siechen Staatskörper wieder neues Leben einzuhauchen- Stern, Hardenberg und Scharnhorst. Ersahen sich die ersteren als neues Arbeitsfeld das politische und soziale Gebiet, so glaubte Scharnhorst neuschafsend im Heerwesen wirken zu müssen. Man war auch hier auf den Lorbeeren Friedrichs des Großen eingeschlafen, wie die königliche Duld er m freimütig bekannte. Veraltete Systeme in der Kriegführung, eigensinniges Beharren auf überlebten Anschauungen bei einem Offizierkorps, das zum Teil noch aus der friderizianischen Schule flamte! Erst das Unglück von Jena und Auerstädt hatte den Besten des Landes die Augen geöffnet. Zu ihnen gehörte auch Scharnhorst. Durchdrungen von patriotischem Geiste, sah er in der Nengestal- tung des Heerwesens die Rettung des Staates. Am 31. August 1807, also vor 100 Jahren, legte er dem König semen Entwurf zur Regeneration des preu- .ßischen Heerwesens vor. Gebrochen sollte werden mit der alten Anschauung, daß nur Herkunst und Geburt die Berechtigung zum Bekleiden der höheren Offizierstellen bcdingteli. forthin sollte beim Vergeben der Aemter nur Tüchtigkeit entscheiden. Gebrochen mußte werden mit einem System, das den Soldaten zu einer „seelenlosen Exerzier- ' mascyine herabwürdigte. Alan lehre den Soldaten SelbK- i Achtung, indem man ihn mit Achtung behandele. Darum ' weg mit entehrenden Strafen! Gebrochen mußtr werden ' ** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den .Nachbarstaaten. In Tr a i S -- M ü n z e n b er g wurde das I ^emciuderatsmitglied Landwirt Gilbert G or r zum Beigeordneten I }civä()It. Crv erhielt 28 Stimmen, während der seitherige Beige- | ordnete Will). Philippi mir 21 erhielt. — Tas Befinden der bei 1 )cnt Bickenbacher R a u b m o r d v e r s u ch schwer verletzten I Zran Freund ist andauernd b e i r i e b i g e it b , so baß ihre rollige Wiederherstellung zu erhoffen ist. — Ju Alsfeld wurde I öerr Stonr. Steuer nagel zinn Hojpitalverwalter gewählt. Sein i Dienstantritt erfolgt am 1. Oktober. — Int Walde zwischen Bon- lanscn und Mittelgrnttbau wurde der vermögende Junggeselle Hein- ■I ich W-0 1 s 3r aus Bonhausen erschossen aufgefunben. Es vird Selbstinorb angeuoinmeu. — Aus ber Mörse Id er Laubstras-e Lu Franks u r t a. Ai., wo gegenwärtig S\mia(arbeitCH vor- | genommen werden, stürzte gestern mittag ber 41 Jahre alte Ar> 1)etter Heinrich Bockharbt aus Langen in einen 7 Nieter tiefen ? schacht und erlitt schivere Verletzungen, denen er im Frankfurter >em Krofdorser Schützenfest gekommen, wo er die Nacht durch- I gezecht hatte. Da er auch Die Nacht zuvor durch Teilnahme ' an einer Festlichkeit des Wiesecker Kegelklubs nicht zum Schlafen i gekommen war, sei er müde und abgespannt gewesen und habe er wohl in seiner Trunkenheit, ohne zu wissen was er tue, die ' Tat vollführt. Nach den Angaben feiner Vorgesetzten und eines ; Kriminalbeamten fand man bei seiner Visitation noch mehrere I Sendungen, die er nicht bestellt hatte. Auch in seiner Woh- : nung zu Wieseck fand man einen Brief, den eine hiesige Witwe ! an ihren in Babenhausen befindlichen Sohn adressiert hatte, vor, - von dem er nicht wissen will, wie er dorthin gekommen ist. Nach den Angaben der Zeugin enthielt dieser Brief eine umfang» j reiche Korrespondenz, und der Angeklagte hat wohl angenommen, er enthalte Geld. Während bei der Beseitigung ber Briefe eine ' böse Absicht nicht unterstellt wurde, mußte im anderen Falle ' doch ein eigennütziges Motiv für vorliegend erachtet werden, f Es wurden für jeden Fall vier Monate Gefängnis angesetzt ! unb daraus eine Gesamtstrafe von sechs Monaten gebildet. Nrkuudeufälfchuug. Der hier wohnhafte Taglöhner H. Sch. aus Nieder- 1 Wetter blieb mit der Zahlung seiner Hausmiete längere Zeit \ im Rückstand, weshalb er seine Wohnung verlassen mußte. Um । bem neuen Vermieter feinen Verdacht über seine Zahlungsunfähigkeit anfkommen zu lassen, schrieb er eine Reihe von Quittungen in sein Mietbuch und versah diese mit der Unter» ! i christ des früheren Vermieters. Es erging gegen ihn Anklage liuegen Urkundenfälschung und Betrugs; doch wegen des letzteren , Tonnte Verurteilung nicht eintreten, da nicht alle Voraus- , setzungcn vorlagen. Dagegen wurde er wegen Urkundenfälschung Qu vier Wochen Gefängnis verurteilt. Theatcraufführuugcu ah Feiertagen. Dem Direktor der Offenbach - Hanauer Theater- 11 uppe M- H. in Offenbach a. M. ging ein Strafbefehl über 15 Mark zu, weil er am ersten Weihnachtsfeiertag im Saale einer Wirtschaft zu Bad-Nauheim „Hedda Gabler" von : Sjenrif Ibsen zur Aufführung brachte, obgleich ihm die Ge- , iicbiiiigung dazu nicht erteilt war- Er erhob Widerspruch unter der W hauptung, baß die Einholung der Erlaubnis zur Aufführung ' i?. ' Stückes nicht nötig sei. Das Schöffengericht stellte fest, \ vaß der Angeklagte, ber im letzten Winter im Kreis Friebberg Vorstellungen gab, nach einer Bescheinigung bes Kreisamts Qifenbad) zu einem derartigen Unternehmen berechtigt ist. Er I hatte auch unter Vorlage des Textes das Polizeiamt ersucht, I uu1 kreisamtliche Genehmigung zu erwirken; das Kreisamt hat । Liber entgegen dem Antrag des Polizeiamts die Genehmigung glicht erteilt. Der Angeklagte ließ das Schauspiel doch zur , A.ijsührung kommen, da er sich auf Grund des Polizeistraf- gesetzbuchs für berechtigt hielt. Der Artikel 229 fraglichen Ge- 'setzes verbietet u. a. an den ersten Tagen der drei höchsten >chriülichen Feste alle öffentliche Lustbarkeit- Nach den Ausführungen des Schöffengerichts soll dieser Artikel im allgemeinen । Oer Entheiligung der Sonn- und Festtage vorbeugen' und die > Andacht und religiöse Feier fördern; er richtet sich gegen gewisse | Arbeiten und Vergnügungen, zum Teil wegen des damit ber» bintbenen Geräuschs, teilweise wegen dem Abhalten vom Besuch Dcy Gottesdienstes, oder weil daran AergerniS genommen wird, s mrch die Aufführung sei keine Entheiligung des Festtages erfolgt, .'y fei auch kein Geräusch verursacht worden, auch habe niemand! Daran Aergerms nehmen können, da das Stück ernst und künft- i. risch ist, wofür schon der Name des Verfassers bürge. Aus ! Wunsch der Verwaltungsbehörde, der es wohl um eine höchst- richterliche Entscheidung zu tun ist, focht die Staatsanwaltschaft das freisprechende Urteil an. Die Strafkammer hielt jedoch die Berufung für unbegründet und bestätigte bad Urteil. Die unvollständige Anklageschrift. Der Bu ch ha 1 ter E- F. hat gegen leinen seitherigen Prinzipal, den Fabrikanten K- N. in Gründ erg, wegen Beleidigung Privatklage erhoben, weil er ihm den Vorwurf gemacht hat, er verderbe ihm mit seiner Faulenzerei die im Geschäft tätigen jungen Leute- Das Schöffengericht Imed die Klage als unzulässig ab, indem es aussührte, daß die von einem Rechtsagenten I- eingereichte unb von dem Antragsteller mitnn- terschriebene Anklageschrift nicht., den Anforderungen der Straf- Prozeßordnung entspricht, da übersehen worden ist, darin die Beweismittel anzugeben. Nach der Straf Prozeßordnung muß eine Privatklage entweder zu Protokoll des Gerichtsschreibersl erhoben werden, oder sie muß durch Einreichen einer Anklageschrift, in der die Beweismittel angegeben sind, erfolgen. Do Im vorliegenden Falle die Beweismittel erst nach Der Eröffnung des Hauptverfahrens angegeben worden sind, mußte Die Einstellung des^ Verfahrens^ erfolgen- Der Kläger erhob Berufung und die Strafkammer stellte fest, daß der Strafantrag verspätet gestellt worden i st, weshalb es auch audr diesem Grunde bei der Abweisung der Klage fein Bewenden behalten mußte. Eine schwere Beleidigung. Der Weißbinder H. St. von Rödgen bei Bad-Nauheim hat als Vertreter seiner Ehefrau gegen die Frau des Ph. St. Privatklage erhoben unter der Anschuldigung, daß sie zu einer Penfionsinhaberin zu Bad-Nauheim gesagt habe, sie Jolle die Frau nicht mehr zum Waschen nehmen, sie habe schon ver- jchiedene Male gestohlen unb würde überall fvrtgejagt. Das Schöffengericht stellte das Verfahren ein, indem es die Klage abwies, da der Strafantrag verspätet gestellt fei. Der Kläger erhob Berufung und wies nach, daß er erst später als das Schöffengericht annahm, von der beleidigenden Aeußerung gegen feine Frau Kenntnis erhalten hat. Die Berufung wurde für formell und materiell begründet erklärt- Das Gericht hielt den Vorwurf um so schwerer, als daß es sich um eine Person handelt, die auf den Verdienst bei anderen Leuten angewiesen ist, und die durch den Vorwurf erheblichen Schaden erleiden kann. Da die Angeklagte schon mehrfach unb mit erheblichen Freiheitsstrafen wegen Beleidigung der Frau bestraft ist, hielt das Gericht wieder eine Freiheitsstrafe für angezeigt und bemaß diese mit zwei Wochen G e f ä n g n i §. vermifctztss. * Aus ausländischen Heeren. 30 itaHeu. Soldaten, die an den großen Manövern in der Nähe von Pettinengo teilnahmen, sind am 30. August infolge von Ileberanstrengung in sehr bedenklichem Zustand e in das Turiner Kranrenhaus anfgenommen worden. Sie waren morgens um 5 Uhr aufgebrochen. Nach mehrstündigem Marsche weigerten sich alle Kompagnien, weiter zu marschieren. 30 Soldaten stürzten ohnmächtig nieder. Es verlautet, daß auch Todesfälle vorgekommen sind. — Bei den Vorübungen für die anfangs September in Kärnthen beginnenden österr. Kaisermanöver kamen infolge der großen Strapazen zahlreiche Unfälle vor. Bei den forzierten Gefechtsmarschen am 26., 27. und 28. August brachen ganze Reihen vor Ermattung zusammen. Zwei Infanteristen und ein Jägersreiwilliger blieben tot. — Hefter 40 zu einer Waffenüftung im sranzös. Departement Drome einberufene Reiervftten des 17. Infanterieregiments wurden wegen öffentlicher Tisziplinarver- letzung verhaftet. — Tas Pariser „Journal" berichtet, daß in der Festung P a l a i s e a u ein betrunkener Artillerist bei der Rückkehr in die Kaserne einen Sergeanten, der ihn zur Rede stellte, ohne weiteres mit seinem Seitengewehr durchbohrte. Ter Sergeant wurde tödlich verletzt. Der Artillerist wurde verhaftet. * Kleine T a g e d dj r o n i f. Der bei Bab © a ft ein ab - gestürzte Berliner heißt nicht Wolfs, sondern Regierrtngsbau- meister Wolfgang Siemering. Bon ber Rettungsexpebtticm wurde seine Leiche nach 2ftiinbigem Suchen gesunden. — In M e r x- h e i m (Elsaß) wurde ber Ackerer Groß durch W e s p e n ,t i ch e derart zugerichtet, baß er ft a r b. — In Bres 1 a u konnten bei einem Wolkenbruch brei Kanalarbeiter, die in Leitungskanälen unter dem Straßenniveau arbeiteten, sich vor den herandrängenden Wassermassen nicht in Sicherheit bringen und erkranken. — Im Stadiwalde vom Werlnelskircheii überfiel ein 25jähriger Bursche ein 20jähriges Mädchen, daß mit feinem kleinen Brüderchen einen Spaziergang machte und wollte eS vergewaltigen. 2lls die Uebcriallene sich verzweifelt zur Wehr setzte, wurde sie von dem Unmenschen durch zahlreiche Ai e f s e r st i ch e eutsetzlichzu- gerichtet unb darauf ihrer gesamten Barschaft beraubt. Nach- b e m er noch ben kleinen Jungen burch Aiesserstiche schwer verletzt hatte, entfloh er unb entkam unerkannt. — Bor versammelter P r ü sungsko m misslou s ch o ß s i ch ber Präparand Grip in der Aula der Präparandenanslalt m Plat h in Pommern eine Kugel burd) den Kopf, weil er die Prüfung nicht bestanden hatte. Grip ist lebensgefährlich verletzt. — In Luzern wurden in einem Hotel Pretiosen im Werte von 25 000 Fres. entwendet. Der Täter war durch eine offene Balkontür cingeftiegen. — Heber ben Zusammensturz des Truckereigebäudes deS Blattes „Notizift" S iss ab o n wird noch ntiigueili:, baß außer d-en 11 Toten uoch o 0 Pe r so nen verwundet worben sind- Im Augen- Der, Katastrophe befanden sich noch ca- 500 'Personen in bfin Geoaude-^ — 9)lii Flinten bewaffnAe Rowdies griffen Mitt- nacht m Ga 1 wah (Irland) das Haus des Kaufmanns Mac ^vonagh an, Cer sich geweigert hatte, sein Besitztum zu parzellleren unb an Bauern ;n verkaufen- Tonag'h erhielt mehrcrc T^l-dricfc. Auf feine SeranLiffung wurSc daher der Schutz des Grunbünckes durch ein Polizei-Detachcment angcorbnet- Xie Angrener näherten sich im Schutz ber DuiUAheit abermals unb schosftn einige all Uri), sind spätestens bis zuul vorgeuaiinterl Zeitpunkt verschlossen nut entsprechender Aufschrift versehen au uns eiuzureichen. Zuschlagssrist 3 Wochen. Gießen, den 29. August 1907. B90^ Städtisches Tiefbauamt. Braubach. _______ ■ --r»,- —. ______, . , Finnen und MiteffsV. I Anerkannt vortreffliche» Mittel Obermeyer's Herba-Seife | Zn haben in allen Apoth., Drog. n. Darf, p. St. 50 Pf. u. 1 Mk. hvT. Koßflcisch-Uersandhaus. Versand franko gegen Nachnahme. Fleisch ohne Knochen ü Psd. 45 Pfg., Fleischwurst ä Pfd. 50 Pfg. Knoblanchivürstchen ä Pfund 50 Pfg. Sendungen unter 9 Pfund können nicht geschickt werden. M. Keßler, Metzger. 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